top.tirol Kufstein (Juni 2020)

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B E Z I R K

KUFSTEIN Sonderausgabe/Juni 2020

Was den Kufsteiner Tourismus anders ma cht – und wie ihm das jetzt helfen kan n.

SECHS PERSPEKTIVEN IP A AQ

BUMMELN STATT BESTELLEN

Wie sich Kufstein als Region 4.0 der Online-Herausforderung stellt.

DE

IM INTERVIEW

Wolfgang Schauer, Geschäftsführer der Pirlo Gruppe

R AU G E W S K AR IR U G D N UR 30 DL U .

Regionale Unternehmen und wie sie die Krise erlebt haben.

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MARIO PARTELL


AU CH O N

T O P.T I R O L

W W W.TO

I

n dieser neuen Bezirks-Ausgabe von top.tirol widmen wir uns erstmalig dem Bezirk Kufstein und allem, was ihn ausmacht. Natürlich darf dabei auch das allgegenwärtige Thema der Covid-19-Krise nicht unter den Tisch fallen. Deswegen haben wir mit sechs Unter­nehmern aus dem Bezirk darüber gesprochen, wie sie und ihre Betriebe die vergangenen Monate erlebt haben, und wie sie ihre Zukunft und die der Tiroler Wirtschaft sehen (Seite 6). Außerdem hat uns Wolfgang Schauer, der Geschäftsführer der Pirlo Gruppe im Interview verraten, wie sein Unter­ nehmen die Krise bewältigt hat und wo er die wirtschaftlichen Stärken des Bezirks Kufstein sieht (Seite 22).

© FRANZ OSS, PIRLO, LOLIN

Liebe Leserinnen und Leser!

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LI N E

P.T IR O L

Von Tirol aus in die Welt Aqipa ist Bindeglied zwischen Elektronik-Herstellern, Fachhandel und Kunden.

Zudem stellen wir zwei Unternehmen aus dem Bezirk vor, die sich auch in schwierigen Zeiten tapfer schlagen: Aqipa, das von Kundl aus den Vertrieb von Consumer-Electronic-Produkten aus aller Welt abwickeln (Seite 36) und Single Use Support, ein Pharma-Unternehmen, das mit seinen Entwicklungen heute gefragter ist denn je (Seite 30). Doch die Krise ist nicht alles. Mit dem Reboot der Tiroler Wirtschaft sehen wir uns nicht nur neuen, sondern auch alten Herausforderungen gegenüber – nicht zuletzt der stationäre Handel. Wie sich der lokale Einzel­handel am Standort Kufstein mit dem Projekt Region 4.0 fit für die Zukunft macht und gegen Onlinehandel und den Rückgang der Innenstadt-­Geschäfte wappnen will, berichten wir auf Seite 14. Um Zukunft geht es auch für den Tourismus, der gerade im Bezirk Kufstein einen besonderen Stand hat. Dort liegt seit jeher der Fokus auf Kultur, Kulinarik, Gesundheit und sanftem Naturerlebnis. So hebt sich der Bezirk vom Rest Tirols ab. Wie sich das aktuell auswirkt, erfahren Sie auf Seite 44. Wir wünschen Ihnen eine spannende Lektüre. Die Redaktion

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Kurz gefragt: Alfred della Torre

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Klein, aber Oho: Single Use Support und wie sie die Pharmabranche aufmischen.

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6 Perspektiven auf die Krise

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Top.Kufstein: 5 Spitzenleistungen aus dem Bezirk

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Aus der Not heraus Tourismus in Kufstein war seit jeher anders. Das könnte jetzt zum Vorteil werden.

Interview Wolfgang Schauer, Geschäftsführer der Pirlo Gruppe

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Der Bezirk in Zahlen Fakten rund um Kufstein

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Bummeln statt Bestellen Wie „Region 4.0“ den Standort Kufstein stärkt.

Exportschlager 4 Persönlichkeiten und ihre Wege vom Bezirk in die Welt

IMPRESSUM: top.tirol – Juni 2020 Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 6020, office@target-group.at, www.target-group.at • Mitarbeiter dieser Ausgabe: Daniel Feichtner, Daniel Schreier, BA, Mag. Simon Leitner, Mag. Katharina Wildauer, Eva Schwienbacher, BA, Müller Rebecca, BA, Mag. Haris Kovacevic • Grafik: Marco Lösch, BA, Thomas Bucher, Sebastian Platzer, BA, Lisa Untermarzoner Fotos sofern nicht anders gekennzeichnet: Axel Springer, Franz Oss • Gesamtverkaufsleitung: Wolfgang Mayr • Verkauf: Tanja Ischia Hersteller: Intergraphik GmbH, Innsbruck Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

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T O P.T I R O L

KURZ GEFRAGT

ALFRED DELLA TORRE GESCHÄFTSFÜHRER, VAHLE AUTOMATION GMBH

Das älteste Stück Technologie, das ich bis heute benutze, ist: meine mechanische Armband­ uhr, die ich damals im Jahre 2003 gemeinsam mit meinem Sohn in einem kleinen Ort in Deutsch­ land erworben habe. Die Fabrik von Morgen wird: einfache und wiederkehrende manuelle Tätigkeiten durch auto­ matisierte Fertigungsprozesse ersetzen. Kabelsalat ist: wenn ich in mei­ nem Schaltschrank zu Hause für die Hausautomatisierung schaue und ein undefiniertes Wirrwarr von Kabeln und Drähten sehe.

Zur Person

© THOMAS NIKOLAUS SCHROTT

Alfred della Torre gründete im Alter von 28 ein Technologie-Start-up, dessen Verkauf dem gelernten Elektroingenieur 2000 den ersten Rang unter den Top 100 Jungunternehmern Österreichs einbrachte – sowohl in der Kategorie Industrie als auch Export. Seither sucht er mit der DETO Beteiligungs GmbH nach innovativen Geschäftsideen aus der Maschinenbau-Branche und unterstützt sie im Aufbau. 2013 gründete er gemeinsam mit der deutschen VAHLE Gruppe das Joint Venture VAHLE DETO. Daraus wurde 2018 die VAHLE Automation, die als Teil der weltweit tätigen VAHLE Group am Standort Schwoich Antriebs-, Steuerungs- und Energieversorgungsysteme für die Industrie entwickelt.

Der Bezirk Kufstein als Standort bedeutet für uns: gut ausgebildete Mitarbeiter und Nähe zu Deutschland mit den für uns wichtigsten und größten Automobilproduzenten. Die Start-up Kultur in Tirol/ Kufstein: sollte mehr gefördert und mehr mit industriellen Part­ nern vernetzt werden. Die Krise hat uns nicht so hart getroffen, weil: wir als Innovati­ onscenter für die Gruppe die Ent­ wicklungstätigkeiten noch mehr forciert haben und sogar neue Mitarbeiter eingestellt haben. Als Unternehmen haben wir aus der Pandemie gelernt, dass: Globalisierung uns sehr schnell die Grenzen und Nach­ teile aufgezeigt hat.

Covid-19 wird den IndustrieSektor prägen, weil: das Risiko einer neuen Pandemie in Zu­ kunft bei jeder wirtschaftlichen Entscheidung miteinbezogen werden wird. Die globale vernetzte Wirtschaft wird: es weiter geben, aber mit mehr Bedacht hinsicht­ lich der Möglichkeit einer lokalen Wirtschaftsleistung. Die kommende Generation an Unternehmern kann aus der aktuellen Situation lernen, dass: eine globale Ausrichtung Potentiale, aber auch ihre Gren­ zen hat und dass es immer wieder nicht vorhersehbare Einflüsse auf die Wirtschaft geben wird. Zu einer sichereren Zukunft können wir als Unternehmen beitragen, indem: wir immer versuchen unsere Dienstleistun­ gen, Produkte und Prozesse an den Mehrwert für den Kunden und an den Markt auszurichten. Bei Investitionen in Start-ups achte ich besonders auf: die Markt- und Kundennähe. Wir müssen bei der fortschreitenden Automatisierung vor allem darauf achten, dass: wir uns nicht „verautomatisie­ ren“ – nicht bei jedem Prozess macht eine Automatisierung Sinn. Das „Next Big Thing“ wird: ein Holzblockhaus in Kanada selbst aufzustellen. 5


STIMMEN AUS DEN UNTERNEHMEN

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PERSPEKTIVEN AUF DIE KRISE Langsam, aber sicher starten alle Bereiche der Tiroler Wirtschaft wieder in den lange herbeigesehnten Normalbetrieb und es kann mit der wirtschaftlichen Aufarbeitung des globalen Shutdowns begonnen werden. top.tirol hat die Geschäftsfßhrer von sechs Unternehmen aus dem Bezirk Kufstein gefragt, wie sie mit der Krise umgegangen sind und was die Tiroler Wirtschaft braucht, um wieder Fahrt aufzunehmen. T E X T: D A N I E L S C H R E I E R

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STIMMEN AUS DEN UNTERNEHMEN

© BERGER LOGISTIK GMBH (2)

Markus Ley und Roland Strauss GE SCHÄF T SFÜHRER BERGER LOGIS TIK GMBH Markus Ley

Unsere größte Herausforderung in den vergangenen Monaten war … über Nacht die wichtigen operativen Leistungsprozesse der Logistik zu fast 100 Prozent ins Homeoffice zu verlegen und zu steuern. Gleichzeitig alle unsere Fahrer, die fast täglich in direkt ausgewiesenen Risikogebieten systemrelevante Waren und Lebensmittel transportiert haben, sowie unsere Mitarbeiter an mehreren Standorten vor Infektionen zu schützen und alle behördlichen und kundenseitigen Auflagen einzuhalten. Ein großer Dank geht an dieser Stelle an unsere gesamte Belegschaft die das bravourös gemeistert hat. Uns als Unternehmen hat die Krise gezeigt, dass … solche Krisen nur mit großem Engagement, Zusammenarbeit und Einsatz bewältigt werden können, aber auch in jeder Krise Chancen sind. Die staatlichen Hilfspakete haben uns bis jetzt … geholfen, in Bereichen in denen es nahezu 100 Prozent Umsatzeinbrüche gab, die Organisa­tion und Belegschaft, zu einem großen Teil zu halten. Die Unternehmen brauchen bis Ende des Jahres … dringend öffentliche Konjunkturpakete um die dramatischen finanziellen Folgen des Lockdowns in der Gesamtwirtschaft und besonders in einzelnen Branchen zu stabilisieren. Wichtig ist es auch die formellen und bürokratischen Hürden so niedrig wie möglich zu halten.

Roland Strauss

Das Modell der Kurzarbeit zu Beginn der Krise war … extrem wichtig, denn sonst wäre eine noch weit höhere Kündigungswelle und damit Arbeitslosenrate in Österreich zu verzeichnen. Ein zweiter Lockdown würde für uns … mit Sicherheit weitere gravierende wirtschaftliche Folgen und Maßnahmen nach sich ziehen. Der Wirtschaftsstandort Tirol wird nach der Pandemie … mit Sicherheit besonders in den Bereichen der Tourismusbranche und allen eng damit verbundenen Dienstleistungen noch mehrere Jahre mit starken Veränderungen zu kämpfen haben. Die weiteren Folgen sind auch direkt von der europäischen und globalen Wirtschaftsentwicklung abhängig, die voraussichtlich erst in den nächsten Monaten, wenn nicht Jahren zu spüren sein werden.

Berger Logistik GmbH Das Wörgler Transport­ unternehmen wurde 1961 von Johann Berger gegründet und hat sich seitdem zu einem der umsatzstärksten Logistikspezialisten des Landes entwickelt.

Die Tiroler Wirtschaft erwartet in den kommenden zwei Jahren … einen steinigen Weg zurück, bis wir wieder auf dem Niveau vor Covid-19 sind. Als Arbeitgeber sehen wir uns in der Pflicht … besonnen und nachhaltig zu wirtschaften, damit wir durch unternehmerischen Erfolg Beschäftigung und Arbeitsplätze in Tirol und in unseren Standorten erhalten können.

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STIMMEN AUS DEN UNTERNEHMEN

Werner Sitzmann

© TRAKTORENWERK LINDNER GMBH

Uns als Unternehmen hat die Krise gezeigt, dass … unsere Transportdienstleistung wichtig ist, in den letzten Wochen und Monaten hat man auch von den Politikern und in den Medien immer wieder hören können, wie wichtig der Transport für die Versorgung in der Krisenzeit ist. Und natürlich ist der Lkw-Transport für unsere Versorgung in der normalen Zeit nicht weniger wichtig. Meiner Meinung nach ist der Unterschied zwischen der normalen Zeit und der Zeit der Coronakrise nur der, dass in der Krise die Leute Panik bekommen und Angst haben, ob sie noch genügend Lebensmittel (und Klopapier) zu kaufen bekommen, in der normalen Zeit ist es für jeden Menschen ganz normal, dass die Regale voll sind und er sich die Dinge, die er braucht, einfach im Geschäft holen kann. Da denkt auch niemand nach, wie die vielen Sachen ins Geschäft kommen.

Traktorenwerk Lindner GmbH Seit 1948 produziert das Kundler Traditionsunternehmen Traktoren und Transporter, von denen mehr als die Hälfte ins Ausland verkauft werden.

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© ERC LOGISTIK GMBH

CEO ERC LOGIS TIK GMBH Die Unternehmen brauchen bis Ende des Jahres … Normalität in allen Bereichen, aber das besser schon nach dem Sommer ab September. Was den Unternehmern und auch der gesamten Wirtschaft längerfristig mehr helfen würde als Miliardenförderungen, die zum Teil im Sand verschwinden, wäre eine sinnvolle Steuersenkung bei den Lohnnebenkosten, Körperschafts- und Gewinnsteuer. Das hätte zusätzlich den Effekt, dass der Wirtschaftsstandort Österreich wieder interessanter wird. Als Arbeitgeber sehen wir uns in der Pflicht … ein sicheres Umfeld für unsere Mitarbeiter zu schaffen und die Arbeitsplätze zu sichern. Wir als ERC Logistik mit unseren Tochterfirmen ERC Europe und ERC Cargo setzen schon seit über einem Jahr auf Homeoffice, zum einen um die CO2Belastung durch Fahrten in die Arbeit zu reduzieren. Zusätzlich sparen die Mitarbeiter so Zeit und haben einen flexiblen Arbeitsplatz von zu Hause.

ERC Logistik GmbH Das Logistikunternehmen wurde 2004 als Ein-Mann-­Betrieb gegründet. Heute liefern die über 120 Lastwagen des Kufsteiner Frächters Waren in ganz Europa aus.

KR Hermann Lindner GE SCHÄF T SFÜHRER TR AK TORENWERK LINDNER GMBH Unsere größte Herausforderung in den vergangen Monaten war, … dass viele Messen und Hausausstellungen abgesagt werden mussten. So konnte man eine Zeitlang keine Kunden persönlich beraten. Wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und die erste virtuelle Werksausstellung ins Leben gerufen. Der Erfolg hat uns selbst überrascht: Mehr als 10.000 Besucher haben sich online über neue Entwicklungen wie die ersten Lintracs mit Lastschaltung informiert.

Uns als Unternehmen hat die Krise gezeigt, dass … wir sehr froh sind, schon früh auf das Thema Digitalisierung gesetzt zu haben – von der virtuellen Werksausstellung bis zur Videokonferenz. Diese gelebte Technologieführerschaft kam uns in den vergangenen Wochen sehr zugute. Auch wenn für mich klar ist, dass der persönliche Kontakt auch in Zukunft unverzichtbar bleibt. Der Wirtschaftsstandort wird nach der Pandemie … dank der innovativen Unternehmen und der engagierten Mitarbeiter ein eindrucksvolles Comeback feiern.


STIMMEN AUS DEN UNTERNEHMEN

© SPIEGLTEC GMBH

Martin Seebacher und Christian Peintner GE SCHÄF T SFÜHRER SPIEGLTEC GMBH

Unsere größte Herausforderung in den vergangen Monaten war … mit der Ungewissheit bezüglich der Konsequenzen und der starken Einschränkungen die bestehenden Aufträge weiterhin erfolgreich abwickeln zu können. Gleichzeitig bei guter Auftragslage, aber praktisch keiner Planbarkeit weiter stabil unsere Kunden beliefern zu können. Uns als Unternehmen hat die Krise gezeigt, dass … unsere Investitionen der letzten Jahre in eine moderne Infrastruktur, aber auch in die Entwicklung einer modernen und transparenten Unternehmenskultur die wichtigsten Bausteine waren, um unser Unternehmen erfolgreich durch diese Phase zu bringen. Die Unternehmen brauchen bis Ende des Jahres … Klarheit, wirtschaftliche und abgestimmte Vorgehensweisen sowie Stabilität seitens Regierung und Behörden. Das Modell der Kurzarbeit zu Beginn der Krise war … unklar.

Martin Seebacher (li.) und Christian Peintner

Ein zweiter Lockdown würde für uns … stärkere Auswirkungen haben als der erste Lockdown. Der Wirtschaftsstandort Tirol wird nach der Pandemie … geschwächt sein und in der Schlagkraft so schnell nicht auf den Stand wie vor der Pandemie kommen, wobei einzelne Wirtschaftsbereiche sicherlich sehr hart getroffen wurden und andere davon profitiert haben.

SPIEGLTEC GmbH SPIEGLTEC ist ein unabhängiges technisches Planungsbüro für Anlagenbau, Verfahrenstechnik und technische Gebäudeausrüstung.

Die Tiroler Wirtschaft erwartet in den kommenden zwei Jahren … Aufbauarbeit. Als Arbeitgeber sehen wir uns in der Pflicht … unseren Mitarbeitern einen sicheren und langfristig stabilen Arbeitsplatz zu gewähren.

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© TIROLER GLASHÜTTE GMBH

STIMMEN AUS DEN UNTERNEHMEN

Maximilian J. Riedel CEO TIROLER GL A SHÜT TE GMBH

Unsere größte Herausforderung in den vergangen Monaten war … Mitarbeiter zu motivieren und neue Wege der Kommunikation für den Vertrieb zu finden. Wir haben uns erfolgreich auf Online und Social Media fokussiert und zusätzlich in Werbekampagnen, Print sowie TV investiert. Uns als Unternehmen hat die Krise gezeigt, dass … die globalisierte Welt fragil ist. Es hat uns aber auch gezeigt, wie groß der Zusammenhalt innerhalb der eigenen Reihen ist und wir freuen uns besonders über die Loyalität unserer Kunden. Das Modell der Kurzarbeit zu Beginn der Krise war … hilfreich, es war uns damit möglich, all unsere Mitarbeiter behalten zu können.

Ein zweiter Lockdown würde für uns … finale Konsequenzen haben. Der Wirtschaftsstandort Tirol wird nach der Pandemie … Das kann man nicht generalisieren. Für den Tourismus wird es aber sicher eine größere Kraftanstrengung brauchen als für die produzierende Wirtschaft. Als Arbeitgeber sehen wir uns in der Pflicht … unseren Mitarbeitern nicht nur kurzfristig, sondern auch langfristig eine Perspektive bieten zu können. Ein zweiter Lockdown würde das stark gefährden bzw. unmöglich machen.

Tiroler Glashütte GmbH Das bereits in elfter Generation geführte Familienunterneh­ mer entwickelt und produziert in Kufstein die weltweit bekannten Riedel Weingläser.

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STIMMEN AUS DEN UNTERNEHMEN

René Wurzer © RECON EUROPE GMBH

GE SCHÄF T SFÜHRER RECON EUROPE GMBH

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Unsere größte Herausforderung in den vergangen Monaten war … das laufende Informationsmanagement gegenüber Mitarbeitern, Kunden, Lieferanten und Netzwerkpartnern. Uns als Unternehmen hat die Krise gezeigt, dass … wir auch in schwierigen Zeiten auf unsere Mitarbeiter zählen können. Die staatlichen Hilfspakete haben uns bis jetzt … in einem angemessenen Rahmen geholfen. Das Modell der Kurzarbeit zu Beginn der Krise war … der richtige Lösungsansatz zur Vermeidung noch viel größerer Verwerfungen. Ein zweiter Lockdown würde für uns … wahrscheinlich gravierendere Auswirkungen haben als der erste. Der Wirtschaftsstandort Tirol wird nach der Pandemie … in vielen Bereichen verändert sein, aber relativ schnell zu alter Stärke zurückfinden.

Die Tiroler Wirtschaft erwartet in den kommenden zwei Jahren … eine Forcierung bei der Umsetzung von bereits überfälligen Maßnahmen wie z. B. die Schaffung von Impulsen durch Investitionsanreize, Entbürokratisierung, Bildungsoffensive, Digi­ talisierung etc. Als Arbeitgeber sehen wir uns in der Pflicht … auch in schwierigen Zeiten unserer sozialen Verantwortung im Rahmen der Möglichkeiten gerecht zu werden.

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T O P.T I R O L

Zahlreiche freie Stellen bei STIHL Tirol in Langkampfen © STIHL TIROL (2)

Der erfolgreiche Gartengeräte-Hersteller STIHL Tirol trotzt der Corona-Krise und sucht Personal.

D

er Tiroler Standort der STIHL Gruppe mit Sitz in Langkampfen führte seine positive wirtschaftliche Entwicklung auch 2019 fort: Mit einem Umsatz von 456,1 Mio. Euro wurde der beste Wert der Unternehmensgeschichte und ein Plus von 18 % gegenüber dem Vorjahr erzielt. 639 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren 2019 am Standort in Langkampfen angestellt. Damit erreichte STIHL Tirol auch den bisher höchsten Stand bei der Zahl der Beschäftigten. STIHL Tirol hält in Corona-Zeiten nicht nur an den bestehenden Mitarbeitern fest, sondern erweitert derzeit sogar das Team. „Alle Arbeitsplätze sind sicher, Kurz­ arbeit ist erfreulicherweise momentan und für die nächste Zeit kein Thema“, so STIHL Tirol Geschäftsführer Clemens Schaller kürzlich im Rahmen einer OnlinePresse-­Veranstaltung.

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Die Belegschaft von STIHL Tirol profitiert von interessanten Zusatzleistungen und findet moderne Arbeitsplätze vor.

100-prozentige Tochtergesellschaft der deutschen STIHL Gruppe und einer von weltweit sieben STIHL Fertigungsstandorten. In Tirol werden zahlreiche akkubetriebene STIHL Produkte hergestellt. STIHL Tirol ist außerdem Kompetenzzentrum für Gartengeräte, wie Rasenmäher oder Mähroboter, die in Langkampfen produziert und mitentwickelt werden.

Sicherer Arbeitsplatz

Team wird aufgestockt

Neben einem sicheren Arbeitsplatz und einem angenehmen Arbeitsklima warten individuelle Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten, eine betriebliche Altersvorsorge, Sport- und Gesundheitsangebote, ein Kantinen- und Fahrtkostenzuschuss sowie weitere Benefits. Zudem wird durch vielfältige Arbeitszeitmodelle eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Freizeit ermöglicht. Interessierte sind herzlich eingeladen, sich auf jobs.stihl.at näher zu informieren und sich online zu bewerben.

Derzeit werden vor allem Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für die Montage und den Qualitätsbereich gesucht. Doch auch in anderen Unternehmensbereichen, wie etwa der Produktentwicklung oder im Einkauf, werden neue Kolleginnen und Kollegen eingestellt. Zu den meistgefragten Berufsgruppen gehören Facharbeiter und Ingenieure. Die STIHL Tirol GmbH, ehemals VIKING GmbH, ist eine

STIHL Tirol GmbH Hans Peter Stihl-Straße 5, 6336 Langkampfen Tel.: 05372/6972-0 E-Mail: information@stihl.at stihl-tirol.at jobs.stihl.at

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

STIHL Tirol, Langkampfen: Spannende Jobmöglichkeiten in einem attraktiven Umfeld.


T O P.T I R O L

Der Bezirk in Zahlen 109.682 Einwohner 14,53 % der Tiroler Bevölkerung

2.761

970 km

2

Fläche

nach Innsbruck Stadt Tirols zweitkleinster Bezirk

37.035 Beschäftigte

Dienstgeberbetriebe

davon 589 Lehrbetriebe, die 1.705 Lehrlinge ausbilden

4.404

Millionen Euro

15 %

der Bruttowertschöpfung Gesamt-Tirols

Bruttowertschöpfung

Quelle: WK Tirol Bezirk Kufstein, Zahlen und Fakten zur Wirtschaft 2019/20

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© SHUTTERSTOCK.COM


REGION 4.0

BUMMELN STATT

BESTELLEN Das Projekt Region 4.0 soll Kufstein als Wirtschaftsstandort stärken. Im Fokus liegen die Belebung der Innenstadt, der Onlineauftritt kleiner und mittlerer Betriebe und die Positionierung Kufsteins als Arbeitgeberregion. Nach coronabedingter Pause geht es jetzt weiter. T E X T: E V A S C H W I E N B A C H E R

E

s war kein überraschendes Ergebnis, und doch hat es den Stein ins Rollen gebracht: In einer Analyse zur Nahversorgung und Kaufkraft in der Region Kufstein zeigte sich, dass die größ­ te Konkurrenz der Kufsteiner Betriebe der Online­ handel ist. 7,6 Millionen Euro flossen 2018 aus der Stadt zu Internethändlern ab (siehe Grafik Seite 17). „Das Ergebnis ist kein Spezifikum für Kufstein, aber an uns ein Auftrag zu handeln“, sagt Thomas Ebner, Geschäftsführer des Standortmarketing Kufstein. Gemeinsam mit Experten wurde ein Paket geschnürt, um unter anderem kleinere und mittlere Betriebe zu unterstützen, mit Giganten wie Amazon und Zalando Schritt zu halten. Das Ergebnis ist Region 4.0, ein Projekt, das vom Land, Bund und der EU unterstützt wird und zu Jah­ resbeginn gestartet ist. Nach zweimonatiger corona­ bedingter Unterbrechung geht es nun weiter. „Das Coronavirus hat das Projekt kurzzeitig zum Erliegen gebracht, aber das Bewusstsein dafür geschärft, dass es Handlungsbedarf im Besonderen im Onlinebereich gibt“, sagt Ebner. Das Projekt setzt drei Schwerpunkte: Zum einen werden moderne Shopkonzepte gesucht und deren Umsetzung unterstützt, zum anderen will man Betrieben helfen, online sichtbar zu werden. Schließlich zielt es darauf ab, dem Fachkräftemangel durch die Vermarktung Kufsteins als Arbeitgeber­ region entgegenzuwirken.

Leaderprojekt Region 4.0 Laufzeit: 3 Jahre

Finanzierung durch Bund, Land und Europäischer Union sowie Projektpartner (Förderung: 247.800 Euro, Eigenmittel: 165.200 Euro, Sachleistungen: 100.000 Euro) Ziel ist es, Kaufkraft­ abflüsse zu Onlineanbietern durch Beratungs- und Dienstleistungsqualität zu kompensieren, Kunden in die Innenstadt zu bringen und Betriebe bei ihren Online­ auftritten zu unterstützen. www.kufstein.at

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REGION 4.0

TEILPROJEK T 1

STADTUP

Was bekommt ein Kunde beim lokalen Händler in der Stadt, was er im Netz nicht findet? Es geht um das Gesamterlebnis und natürlich um die Beratung, sagt Thomas Ebner: „Die Stärke der Stadt ist, dass sie Familien und einzelnen Konsumenten tolle Möglichkeiten zum Bummeln bietet. Deshalb wollen wir Einkaufen in der Stadt als unterhaltsames Freizeitvergnügen vermarkten.“ Das derzeitige Angebot in der Kufsteiner Innenstadt sei bereits sehr gut. Dennoch möchte man neue und moderne Shopkonzepte initiieren, um die Attraktivität der Innenstadt zu erhalten bzw. zu steigern. Innenstadt statt Internet Dabei helfen soll das Teilprojekt „Stadtup“. Es handelt sich dabei um einen Gründerwettbewerb, der darauf abzielt, innovative

Handels-, Dienstleistungs- und Gastronomiebetriebe in der Innenstadt anzusiedeln. Gesucht werden Ideen, bei denen das Einkaufserlebnis für den Kunden und die persönliche Beratung ein Mehrwert sind. Als Beispiel nennt Ebner Geschäfte, in denen Produkte mit Virtual Reality erlebt werden können, wie es sie bereits in größeren Städten gibt, oder Läden, die einen Gastro- und Handelsbetrieb vereinen. Die fünf Gewinnerprojekte erhalten neben professioneller Begleitung beim Gründungsprozess Sachleistungen in Wert von insgesamt 100.000 Euro, wie Werbeagenturleistungen, Steuerberatungen, Werbemöglichkeiten bei lokalen Medien oder digitale Werbeflächen. Die Einreichfrist wurde aufgrund von Corona von Juni auf November verlängert.

© GRETTER/STANDORTMARKETING

SHOPKONZEPTE VON MORGEN

„Die Stärke der Stadt ist, dass sie Familien und einzelnen Konsumenten tolle Möglichkeiten zum Bummeln bietet. Deshalb wollen wir Einkaufen in der Stadt als unterhaltsames Freizeitvergnügen vermarkten.“ THOMAS EBNER, GESCHÄF TSLEITER S TA N D O R T M A R K E T IN G K U F S T EIN

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REGION 4.0

Kaufkraftabflüsse aus Kufstein KIEFERSFELDEN

ONLINEHANDEL

2018: 7,6 Millionen Euro Veränderung zu 2014: 148 %

2018: 1,8 Millionen Euro Veränderung zu 2014: 0 %

ROSENHEIM

2018: 0,7 Millionen Euro Veränderung zu 2014: -56 %

KUFSTEIN

WÖRGL

INNSBRUCK

2018: 2,1 Millionen Euro Veränderung zu 2014: 50 %

2018: 6,7 Millionen Euro Veränderung zu 2014: 6 %

Laut einer Analyse durch das oberösterreichische Beratungsunternehmen CIMA des Einzel­ handels und der Kaufkraftdaten aus den Jahren 2014 und 2018 für Kufstein und die Region flossen 2018 rund 7,6 Millionen Euro aus der Stadt zu Internethändlern. Die gesamte Kaufkraft der Bevölkerung Kufsteins beträgt laut dieser Studie 103 Millionen Euro pro Jahr.

QUELLE: CIMA AUSTRIA, 2018

Unser Land braucht Menschen, die an sich glauben. #glaubandich

sparkasse-kufstein.at 17


TEILPROJEK T 2

© PETER WACHTERC WK TIROL

REGION 4.0

„Unser Ziel ist es, vor allem kleinere und mittlere Betriebe dabei zu unterstützen, ihre Stärken im Netz zu zeigen.“ PETER WACHTER, BEZIRKSSTELLENLEITER WK KUFSTEIN

DIGITAL COACHING

MIT ONLINEGIGANTEN MITHALTEN „Corona hat gezeigt, dass es in Sachen Onlinepräsenz noch viel Luft nach oben gibt“, sagt Peter Wachter, Bezirksstellenleiter in der Wirtschaftskammer Kufstein, die auch zu den Projektpartnern zählt. „Unser Ziel ist es, vor allem kleinere und mittlere Betriebe dabei zu unterstützen, ihre Stärken im Netz zu zeigen.“ Vor Corona war die wirtschaftliche Lage laut Wachter ausgezeichnet, die Betriebe konzentrierten sich auf das Kerngeschäft. Die österreichweite Notbremsung hätte jedoch gezeigt, wie verletzlich viele Unternehmen sind, und zu einem Umdenken geführt. Viele Betriebe möchten nun im Internet sicht­ barer werden. Sichtbar im Netz Genau hier setzt das Teilprojekt Digital Coaching an. Mit verschiedenen Maßnahmen möchte man Unternehmen Hilfestellung bieten,

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ihr Angebot online darzustellen. „Es geht um ganz grundlegende Dinge, wie die Errichtung einer E-Mail-Adresse, Suchmaschinenoptimierung oder den Social-MediaAuftritt“, erklärt Thomas Ebner. Betriebe bekommen Hilfe bei der Bedarfserhebung und bei der Suche nach geeigneten Partnern, beispielsweise zur Erstellung der Firmenwebsite. Sie können an Workshops und Seminaren teilnehmen und lernen, wie man bestimmte Maßnahmen ganz einfach selbst treffen kann. Es geht darum, als Betrieb online neben den großen Handelsplattformen, wie Amazon oder Zalando, aufzuscheinen und Konsumenten dazu zu animieren, verstärkt lokal einzukaufen. „Wir möchten, dass sich die Kunden online ein Bild des Angebots machen können und dann zum lokalen Händler gehen, um sich beraten zu lassen und das Produkt zu kaufen“, erläutert Ebner.


REGION 4.0

TEILPROJEK T 3

„Es fällt schwer, Bewerber nach Kufstein zu bekommen. Hier möchte man Betrieben geeignete Instrumente in die Hand geben.“ PETER WACHTER, BEZIRKSSTELLENLEITER WK KUFSTEIN

EMPLOYER REGION

KUFSTEIN ALS ARBEITGEBER Der dritte Schwerpunkt des Projekts Region 4.0 liegt in der langfristigen Vermarktung Kufsteins als Arbeitgeberregion. Der Hintergrund: Wie in anderen Bezirken Tirols stehen viele Kufsteiner Betriebe vor der Herausforderung, geeignete Fachkräfte zu finden. „Große international tätige Firmen, wie Novartis, aber auch Lkw Walter oder Stihl benötigen internationale, gut qualifizierte Fachkräfte. Es fällt jedoch schwer, Bewerber nach Kufstein zu bekommen. Hier möchte man Betrieben geeignete Instrumente in die Hand geben“, sagt Peter Wachter. Vorzüge hätte die Region laut Wachter viele: Neben stabilen, innovativen Firmen, die ein angenehmes Arbeitsklima bieten, punktet Kufstein mit zahlreichen Freizeitmöglichkeiten in der Natur, kulturellen Angeboten und einer hohen Lebensqualität. Letzteres

wurde auch durch das österreichweite Zukunftsranking 2019 bestätigt, in dem Kufstein auf Platz 3 landete (siehe Factbox). Aufholbedarf gebe es im Bereich öffentlicher Verkehr, aber auch da seien Initiativen geplant. Die Stärken der Region Die Vorteile der Arbeitgeberregion werden derzeit in einer Analyse durch die Fachhochschule Kufstein ausgearbeitet. Sie sollen in die regionale Arbeitgebermarke einfließen. Ein Ziel ist, Arbeitnehmer mit entsprechenden Kampagnen aus der angrenzenden Region in Bayern anzusprechen. „Ein Münchner, der nach Kufstein pendelt, braucht dafür genauso lange wie ans andere Ende der Stadt innerhalb von München“, sagt Thomas Ebner. Darüber hinaus will man Unternehmer miteinander vernetzen und den Informationsaustausch ankurbeln.

Ranking: Kufstein ist zukunftsfähig Kufstein ist im Zukunftsranking 2019 der österreichischen Bezirke von Platz 6 auf Platz 3 vorgerückt. Punkten konnte Kufstein in den Bereichen Arbeitsmarkt und Lebensqualität. Die Arbeitslosenquote konnte im Vorjahr gesenkt (-1,35 Prozentpunkte) und sowohl die Arbeitsplatzdichte, das Pro-Kopf-Einkommen (über 2.000 Euro), die Frauenerwerbsquote sowie das Qualifikationsniveau erhöht werden. Gleichzeitig war die Krimina­ litätsrate in den letzten Jahren stark

rückläufig und die Bereitstellung von Kindertagesstätten wurde gesteigert. Das Zukunftsranking wurde 2019 zum zweiten Mal vom Beratungsunternehmen Pöchhacker Innovation Consulting GmbH erstellt. Grundlage dafür bilden 38 Indikatoren in den vier Bereichen De­ mografie, Arbeitsmarkt, Wirtschaft und Innovation und Lebensqualität. Ziel ist es, die Zukunftsfähigkeit der 94 österreichischen Bezirke zu beleuchten.

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© HOLAUBEK

REGION 4.0

Mit der Region verbunden Roland Klingler, Abteilungsleiter Kommerzkunden und Gründerservice in der Sparkasse Kufstein, über die Rolle der Bank im Projekt Region 4.0 und Employer-Branding.

1.

2.

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F R AG E N AN

3.

Was ist die Rolle der Spar­ kasse Kufstein bei Region 4.0 und wie profitiert sie von der Projektpartnerschaft?

Wie geht die Sparkasse Kufstein mit dem Thema Employer-Bran­ ding um? Und wie bringt sie sich in diesem Projektbereich ein?

Die Frage stellt sich für uns primär in umgekehrtem Sinn. Was können wir als ältestes und größtes Geldinstitut des Bezirks Kufstein tun, um den Wohl­ stand in der Region zu fördern? Und da gehört es zu unserem Selbstverständ­ nis, Initiativen und Zukunftsprojekte von Partner-Institutionen zu fördern. Natürlich gibt es dann aus erfolgreichen Umsetzungen eine gewisse UmwegRentabilität für uns als Bank, immer aber auch einen Erfahrungsgewinn und Wissensvorsprung für das eigene Unternehmen. Bei der Standortmar­ keting-Initiative Region 4.0 sehen wir Synergien bei den Teilprojekten Emplo­ yer-Branding und bei der Unterstützung von Firmengründungen.

Employer-Branding ist auch für uns ein wichtiges Thema, um auf die veränderten Ansprüche der Arbeitnehmer, den demografi­ schen Wandel sowie das veränderte Berufsbild in der Bankenbranche professionell reagieren zu können. Die Sparkasse setzt seit Jahren Maßnahmen, um Mitarbeitern ein attraktiver Arbeitgeber zu sein, beispielsweise im Bereich Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder in der betrieblichen Gesundheitsförderung. Kufstein möchte sich im Projekt Region 4.0 als attraktiver Arbeitsort positionieren – daran beteiligen wir uns mit der Projektpartner­ schaft als potenzieller Arbeitgeber, der sich durch Verbundenheit mit der Region und ein attraktives Arbeitsangebot auszeichnet. Bei der Suche nach qualifizierten, begeisterten Mitarbeitern ist es sinnvoll, die Kräfte bran­ chenübergreifend zu bündeln.

Wie kann die Sparkasse Firmen­gründer unterstützen? Als Geldinstitut beraten und unterstüt­ zen wir gerne mutige Menschen, die sich mit der Gründung eines Unternehmens in Kufstein befassen und bieten dazu eine breite Palette an Serviceleistungen. Um nur ein paar Beispiele zu nennen: Wir helfen bei der Erstellung eines Business-Plans, klären Fördermöglich­ keiten in Kooperation mit der Wirt­ schaftskammer ab, unterstützen bei der Antragstellung sowie Abwicklung der Förderungen, helfen bei der Wahl der Finanzierungsform und der Zahlungs­ verkehrs-Instrumente, wir kümmern uns aber auch um die Analyse und Ab­ sicherung möglicher Risiken und deren Folgen. Wenn die Voraussetzungen für den potenziellen Gründer erfolgverspre­ chend sind, unterstützen wir den Schritt in die Selbständigkeit gerne.

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Wir sind kompromisslose Espressomaschinen Spezialisten, weil für uns gibt es nur eine Methode der Espressozubereitung – die mit einer Siebträgermaschine. Um unseren Kunden die angesagtesten, von Hand gefertigten, Espressomaschinen anbieten zu können, sind wir um die halbe Welt gereist und haben uns nach den besten und außergewöhnlichsten Produzenten von Espressomaschinen und anderem essentiellen Zubehör für die Zubereitung von Espresso der Spitzenklasse umgesehen. Die Vereinigten Staaten, England und Spanien waren nur einige Stationen, die wir dabei besucht haben. Als Liebhaber von gutem Kaffee und Spezialisten für die besten Espressomaschinen haben wir unsere Auswahl nach den folgenden Kriterien getroffen: Spitzenverarbeitung, Servicefreundlichkeit, einfache Bedienung, herausragende Extraktion, die Vermeidung von Plastik und die Langlebigkeit der Maschinen.

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In unserem Schauraum könnt ihr die Performance unserer international einzigartigen Espressomaschinen und Frischmahlmühlen in Ruhe bis ans Limit testen und bereits vor Ort entscheiden, welches Setup am besten für euren Betrieb geeignet ist. Wir zeigen euch, dass hervorragender Kaffee – von Hand zubereitet – keine Hexerei ist. Neben der Beratung und dem Verkauf von Espressomaschine und Zubehör bieten wir unseren Kunden auch Barista-Schulungen, Technische Einführungen in die Bedienung unserer Maschinen, Beratung bei Fragen zur Finanzierung und ein -Tage-Service für die Reparatur und Instandhaltung unserer Maschinen – alles aus einer Hand, mit fundiertem Fachwissen und großer Leidenschaft für Kaffee und die Zufriedenheit unserer Kunden.

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INTERVIEW

Zur Person Wolfgang Schauer ist seit Februar 2017 Geschäftsführer der Pirlo Gruppe. Von 1997 bis 2005 war der gebürtige Oberösterreicher Vorstand der Unterland Flexible Packaging AG und wechselte dann für elf Jahre in die Finanzbranche, wo er als Vorstandsvorsitzender der Volksbank KufsteinKitzbühel und als Vorstand der Volksbank Wien tätig war.

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INTERVIEW

„Das A und O des Erfolgs“ In den letzten 112 Jahren hat sich die Pirlo Gruppe von einem lokalen Dosen-Produzenten zum österreichischen Marktführer in der Herstellung von Metall- und Plastikverpackungen entwickelt. Im Interview spricht Geschäftsführer Wolfgang Schauer über die Stärken des Unternehmens und welche Lehren er aus den Erfahrungen der letzten drei Monate zieht. DA S INTERVIEW FÜHRTE DANIEL SCHREIER FOTOS: A XEL SPRINGER

W

„Die Auswirkungen der Krise werden erst in den nächsten Monaten spürbar. Die Frage wird sein, wie stark die Rezession sein wird und wie wir schnell wieder aus ihr heraus­kommen.“

as sind die Stärken der erklären können, was man tut, und sie Pirlo Gruppe? WOLFGANG entsprechend führen. Sie müssen das SCHAUER: Wir sind ein Gefühl haben, dass die richtigen EntNischenplayer, ein Speziascheidungen getroffen werden, um ihre list in der Herstellung von Metall- und Gesundheit und ihre Arbeitsplätze zu Kunststoffverpackungen und machen schützen. Information und Kommuni95 Prozent unseres Umsatzes mit Verkation sind hierbei essentiell. Man muss packungen aus Metall und fünf Prozent sich als Führungskraft zeigen und kann mit Kunststoff. Die Pirlo Gruppe stellt sich in einer derart angespannten Lage, WOLFGANG SCHAUER, GESCHÄF TSFÜHRER Verpackungen her, die andere nicht wo es ja um die persönliche Gesundheit PIRLO GRUPPE herstellen wollen oder aus technischen und Sicherheit geht, nicht hinter dem Gründen nicht produzieren können. Schreibtisch verstecken. Das macht unser Spezialistentum aus. Wir exportieren Auch die Kommunikation mit unseren Kunden weltweit in 40 Länder und verfügen über einzigartiges war ganz wichtig, die ja auf uns als Lieferanten angetechnisches Know-how. wiesen sind. Wir haben unsere Kunden zu Beginn des bundesweiten Lockdowns täglich auf unserer HomeWie hat sich ihr beruflicher Alltag seit dem Ausbruch page über unsere Lieferfähigkeit informiert. der Covid-19-Pandemie verändert? Mein täglicher Ar- Ein weiterer wichtiger Aspekt war die ständige beitsalltag war geprägt von Krisenmanagement, trans- Absprache mit unseren Lieferanten. Wir kaufen zum parenter Kommunikation und Präsenz im Unterneh- Beispiel Druckfarben aus Norditalien zu. Aber auch hier men. Man musste sehr nah bei den Mitarbeitern sein. hat die Lieferkette gehalten und der Güterverkehr funkDas war sicher einer der entscheidenden Faktoren un- tioniert. So konnten wir die Produktion ohne Unterbreseres Erfolgs. Man muss in einer Krise den Mitarbeitern chungen aufrechterhalten.

➔ 23


INTERVIEW

Der Unternehmensstammsitz der Pirlo Gruppe im Zentrum von Kufstein.

Die Pirlo Gruppe in Zahlen • 150 Millionen gefertigte Dosen im Jahr • 27 Millionen gefertigte Tuben im Jahr • 40 Exportländer • 450 Mitarbeiter • 5 Standorte: 4 in Österreich, 1 in Polen

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Hat die gemeinsam gemeisterte Krise das Verhältnis Bezüglich der Hilfspakete kann ich wenig sagen. Wir zwischen der Geschäftsführung und Mitarbeitern mussten für unsere Werke in Kufstein und Söll keine verändert? Es hat dazu beigetragen, dass wir alle en- Staatshilfen in Anspruch nehmen, da wir durchgeger zusammengerückt sind. Der Zusammenhalt ist hend produzieren konnten. Was wir aber wissen, ist, größer als zuvor. Es hat sich eine „Wir schaffen das“- dass die Kurzarbeit sehr gut und unkompliziert admiMentalität entwickelt, die uns stärker gemacht hat. nistriert wurde. Das innerhalb einer Krisensituation Von Seiten der Mitarbeiter gab es der ein oder andere Fehler gemacht sehr viel Solidarität und Loyalität. wird, liegt in der Natur der Sache. Viele haben von sich aus gesagt, Man muss erst einmal selbst an „Die Dose als Ver­ dass sie freiwillig Mehrstunden vorderster Front stehen und solche packungsmaterial leisten, damit das Unternehmen Entscheidungen treffen. Ich glaube gut durch die Krise kommt. So trotzdem, dass die Krise in Österwar in den letzten einen Lockdown hat es noch nie reich sehr gut bewältigt wurde. gegeben und es ist jedem bewusst Jahren nicht so sexy, geworden, wie wichtig ein stabiler beliefern die chemisch-techniwir haben sie aber Sie und sicherer Arbeitgeber ist. sche Industrie, Nischen der Nahrungs- und Genussmittelindustrie wieder sexy und Wie bewerten Sie als Unternehmer und auch Betriebe der Kosmetikdas Krisenmanagement und die nachhaltig gemacht.“ und Pharmaindustrie mit Verpawirtschaftlichen Hilfsmaßnahckungsmaterialien. Rechnen Sie daWOLFGANG SCHAUER men der Regierung? Ich fand das mit, dass es zu einem Rückgang der Krisenmanagement sehr gut und Nachfrage in diesen Bereichen komdas ist eine völlig parteifreie Bewertung. Die Kommu- men wird, wenn sich die wirtschaftlichen Folgen der nikation über die Medien, die zeitnahen Stellungnah- Krise manifestieren? Dass die Krise völlig spurlos an men der Mitglieder der Bundesregierung, das Präsenz uns vorübergehen wird, glauben wir auch nicht. Natürzeigen. Man hat sich in Österreich gut geführt gefühlt lich sind auch Branchen betroffen, die wir beliefern. Es und das hat man auch im Ausland wahrgenommen. ist vom derzeitigen Standpunkt aus wahnsinnig schwieWir exportieren ja in viele unserer Nachbarländer rig, die weiteren Entwicklungen abzuschätzen. Wir haund haben oft die Rückmeldung erhalten, dass unsere ben verschiedene Kunden in derselben Branche, die sich Kunden finden, dass die Krise in Österreich sehr gut unterschiedlich entwickeln. Bei dem einen spürt man gemanagt wurde. Das Krisenmanagement war aus mehr, bei dem anderen weniger. Deshalb kann man keimeiner Sicht hervorragend. ne generelle Vorhersage für die ganze Branche treffen.


© PIRLO (3)

INTERVIEW

wirklich sagen, wie sich die Situation entwickeln wird. Wir tun auf alle Fälle unser Bestes, unsere Kunden zu beliefern, und sollte die Nachfrage sinken, werden wir es auch nicht verhindern können. 95 Prozent des Umsatzes der Pirlo Gruppe werden mit Metallverpackungen erzielt.

Was wir heute schon sagen können, ist, dass Unternehmen, die die Gastronomie und Hotellerie beliefern, stärker betroffen sein werden. Es wird hier sehr individuelle Entwicklungen je nach Marktposition geben. Die Auswirkungen der Krise werden erst in den nächsten Monaten spürbar. Die Frage wird sein, wie stark die Rezession sein wird und wie wir schnell wieder aus ihr herauskommen. Heute kann noch keiner

Welche Lehren lassen sich aus den Geschehnissen der letzten Monaten ziehen? Die wichtigste Lehre ist sicher, dass die eigenen Mitarbeiter das A und O des Erfolgs eines Unternehmens sind. Wir waren in den Anfangstagen nervös, wie unsere Teams auf die Ausgangsbeschränkungen und das veränderte Arbeiten aufgrund der Sicherheitsmaßnahmen reagieren werden. Doch bereits am ersten Arbeitstag, dem 16. März, sind alle erschienen und haben motiviert angepackt. Das hat uns sehr stolz gemacht. Wir sind ein sehr soziales Unternehmen, mit einer Vielzahl an Programmen für unsere Mitarbeiter. Jetzt zeigt sich, dass es gut war, dass wir uns für unsere Mitarbeiter eingesetzt haben. Diesen Weg wollen wir auch in Zukunft weitergehen. Die Krise hat gezeigt, wie wichtig es ist, dass in schwierigen Zeiten alle zusammenhalten und an einem Strang ziehen. Die zweite wichtige Erkenntnis war, dass der innereuropäische Güterverkehr auch einer so unvorhersehbaren Belastungsprobe wie der Covid-19-Pandemie standhält. Das hat im Endeffekt wirklich gut funktioniert. Das war eine sehr interessante Erfahrung.

„Die eigenen Mitarbeiter sind das A und O des Erfolges.“ WOLFGANG SCHAUER

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INTERVIEW

In der Krise setzte das Führungsteam von Pirlo auf transparente und authentische Kommunikation mit Mit­ arbeitern und Kunden.

Wie wird sich die Verpackungsmittelbranche in den nächsten Jahren verändern? Ich glaube, dass Nachhaltigkeit das bestimmende Thema der nächsten Jahre bleiben wird. Hier sind wir mit unserem Hauptwerkstoff Weißblech sehr gut aufgestellt. Unsere Dosen sind zu 100 Prozent recycelbar. Sie können mit einem Magneten entnommen und wieder dem Hochofen zugeführt werden. Auch wenn man heute eine neue Weißblechdose kauft, ist dort schon ein Teil recyceltes Material enthalten. Hier gibt es einen sehr nachhaltigen Werkstoff-Kreislauf. Die Dose als Verpackungsmaterial war in den letzten Jahren nicht so sexy, wir haben sie aber wieder sexy und nachhaltig gemacht. Wir merken, dass viele unserer Kunden vom Plastik weg wollen. Die großen Gewinner dieses neuen Bewusstseins werden Materialien wie Metall, Glas und Karton sein. Die Pirlo Gruppe engagiert sich für soziale und kulturelle Projekte in der Region Kufstein. Werden Sie auch in Zukunft an diesem Weg festhalten? Ja, absolut. Wir können schwer mit unseren Produkten werben. Wenn jemand eine unserer Dosen im Supermarkt

„Bewerber haben extremes Interesse an Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Recycling. Deshalb müssen sich Unternehmen mit ihrer Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt auseinandersetzen.“ WOLFGANG SCHAUER

kauft, weiß er nicht, dass sie von Pirlo hergestellt wurde. Wir sind der Verpackungsmittelhersteller und können kein Logo auf unseren Dosen abdrucken. Wie wirbt man dann für sein Unternehmen in der Region? Wir haben uns deshalb dazu entschieden, als Sponsor von attraktiven Veranstaltungen und Projekten aufzutreten, um den Menschen in Kufstein Pirlo positiv 26

in Erinnerung zu rufen und uns als attraktiver Arbeitgeber in der Region zu präsentieren. Wir unterstützen zum Beispiel das Basketballteam der Stadt Kufstein, die Kufstein Towers. Sie sind ein junges Team, in einem aufstrebenden Sport und wollen in die zweite Bundesliga aufsteigen. Das ist eine Geschichte, die gut zu Pirlo passt. Aus diesem Grund sponsern wir auch Kufstein Unlimited, das größte Pop- und Rockfestival in der Region. Seit 2013 veröffentlicht Pirlo jedes Jahr einen CSR-Bericht. Warum ist Ihnen das Thema der gesellschaftlichen Verantwortung von Unternehmen ein Anliegen? Muss die Wirtschaft in Zukunft mehr Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt übernehmen? Unternehmen müssen sich in Zukunft mit solchen Themen auseinandersetzen. Wenn man heute ein Bewerbungsgespräch führt, haben die Bewerber extremes Interesse an Themen wie Nachhaltigkeit, Umweltschutz, Recycling. Dieses Bewusstsein hat es vor zehn Jahren nicht gegeben. Deshalb müssen sich Unternehmen mit ihrer Verantwortung für Gesellschaft und Umwelt auseinandersetzen.


INTERVIEW

„Der Konkurrenzkampf zwischen den Unternehmen ist groß und deshalb muss man sich auch als attraktiver Arbeitgeber präsentieren.“

Auch bei Pirlo ist uns das ein wichtiges Anliegen. Wir arbeiten schon seit langem daran immer „sauberer“ und „grüner“ zu produzieren und setzen auch in Zukunft Schritte, um Emissionen einzusparen und in der Energieversorgung nachhaltiger und unabhängiger zu werden. Damit punktet man natürlich auch bei Mitarbeitern und Bewerbern. Was zeichnet Ihrer Meinung nach den Wirtschaftsstandort Bezirk Kufstein aus? Wir sind innerhalb Tirols sicher einer der wirtschaftlich dynamischsten Bezirke, auch wenn der Wirtschaftsraum meiner Meinung nach schon etwas überhitzt ist. Es ist mittlerweile sehr schwer, neue Fachkräfte am regionalen Arbeitsmarkt zu rekrutieren. Wir haben sehr potente und tolle Unternehmen in der Region, die stark in den Wirtschaftsstandort investieren. Auch wir haben vor zwei Jahren sehr viel in den Aufbau der Produktion in Söll investiert, neue Maschinen gekauft und den Personalstand erhöht. Der Konkurrenzkampf zwischen

WOLFGANG SCHAUER

den Unternehmen ist groß und deshalb muss man sich auch als attraktiver Arbeitgeber präsentieren. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist die Nähe zu Deutschland und zum Wirtschaftsgroßraum München. Auch das Ausbildungsniveau ist sehr hoch. Wir haben die Fachhochschule und eine internationale Schule in Kufstein und viele gute Universitäten in unserem Umfeld. Der Bezirk Kufstein ist eine prosperierende Region mit einem spannenden und breiten Angebot, auch was die Freizeitgestaltung betrifft.

Vielen Dank für das Gespräch.

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T O P.T I R O L

Innovation durch Vernetzung im Unterland © I.KU – INNOVATIONSPLATTFORM KUFSTEIN

Durch Austausch und Zusammenarbeit möchte die Innovationsplattform Kufstein einen Beitrag zum nachhaltigen Wohle der Region Tiroler Unterland leisten.

Die Innovationsplattform Kufstein ist ein Netzwerk von starken regionalen Partnern.

Für eine erfolgreiche digitale Region Kufstein Der Austausch für eine erfolgreiche digitale Region Kufstein erfolgt mittels Dialogformaten für Wissenschaft und Wirtschaft, Wettbewerben für Gründungsinteressierte, SchülerInnen und Studierende sowie durch eine vielschichtige Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. „Vielfältigste Wege der digitalen Vernetzung durch die voranschreitende Digitalisierung sind gegeben. Diese Möglichkeiten zu den Menschen zu bringen, dadurch Innovationen und Synergien und in weiterer Folge Impulse zur Stärkung der regionalen Wirtschaft zu erzeugen, ist eine der Kern28

aufgaben von i.ku“, so Klaus Felderer, Obmann-Stellvertreter der Innovationsplattform Kufstein. Weiters konnten von i.ku und seinen Partnern vier regionale Leuchtturmprojekte initiiert werden, die vom Land Tirol mit mehr als 1,1 Millionen Euro gefördert werden.

Ein Ausblick Bereits jetzt hat i.ku ein breites Angebot an Vorträgen, Workshops – darunter auch die beliebten i.ku-Coding4Kids Sommercamps – und Wettbewerben für das erste Vereinsjahr in Planung. „Gerade in den letzten Monaten hat man gesehen, welche Möglichkeiten in der Digitalisierung stecken. Gerade auch dort wollen wir von i.ku zukünftig mit unseren Angeboten Impulse setzen und die Vernetzung weiter vorantreiben. Große Herausforderungen kann man nur gemeinsam meistern“, skizziert der amtierende Obmann Wolfgang Gschwentner die Ausrichtung von i.ku. Nähere Informationen zu bevorstehenden Veranstaltungen – etwa zu einer Dialogveranstaltung unter dem Titel „Regional digital“ oder den i.ku-Coding4Kids Sommer­camps – unter www.iku.tirol.

i.ku – Innovationsplattform Kufstein Unterer Stadtplatz 11–13 6330 Kufstein Tel.: 0664/882 399 35 E-Mail: info@iku.tirol www.iku.tirol

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

E

in gemeinsames Bewusstsein für die Herausforderungen der technologischen und sozialen Veränderungen im Zusammenhang mit der Digitalisierung und Vernetzung, das war der Grundstein für die Gründung der i.ku – Innovationsplattform Kufstein im Frühjahr 2017. Nun, nach drei erfolgreichen Jahren als ein von Land, Bund und Europäischer Union gefördertes Projekt geht i.ku mit der Gründung eines Vereins den nächsten Schritt. Mit aktuell acht starken Partnern aus der Region Kufstein – FH Kufstein Tirol, Kufgem, Sparkasse Kufstein, Stadt Kufstein, Stadtwerke Kufstein, Standortagentur Tirol, Tourismusverband Kufsteinerland und Wirtschaftskammer Kufstein – trägt i.ku dazu bei, zukünftige Herausforderungen zu erkennen, Impulse für Innovationsprozesse zu setzen und bei der Entwicklung der dafür notwendigen Kompetenzen zu unterstützen.


© Stephan Elsler

Karriere mit dem WIFI Kufstein Unternehmertraining Sprinter (Modul 5) 15.09.20-04.12.20, Mo-Do, 08.00-16.00, fallw. Fr, 08.00-11.30

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Design Thinking 22.10.20, Di, 14.00-17.00

Betriebswirtschaftliche Grundlagen für Nicht-Betriebswirte (BWL) 03.11.20-24.11.20, Di, 18.30-22.00

Das Mitarbeitergespräch 13.11.20-14.11.20, Fr, 14.00-22.00, Sa, 09.00-17.00

Instagram Marketing – Grundlagen 19.11.20, Do, 09.00-12.30

Unternehmertraining (Modul 5) 11.01.21-12.02.21, Mo-Do, 08.00-16.00, Fr 08.00-11.30

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Facebook-Ads (Werbeanzeigen) – Vertiefung 03.12.20, Do, 13.30-17.00 Digitale Lagerhaltung und Optimierung der Lagerwirtschaft 08.06.21-09.06.21, Di, Mi, 09.00-17.00 Vorbereitung auf die Bilanzbuchhalterprüfung 07.09.20-05.05.21, Mo, Mi, 18.00-21.30, fallw. Fr Vorbereitung auf die Buchhalterprüfung 15.09.20-25.02.21, Di, Do, 18.30-22.00, fallw. Fr Vorbereitung auf die Personalverrechner-Prüfung 28.09.20-03.03.21, Mo, Mi, 18.00-21.30, fallw. andere Wochentage Lohn- und Gehaltsverrechnung – Grundlagen 01.10.20-10.12.20, Di, Do, 18.30-22.00 Buchhaltung I (Grundlagen) 06.10.20-01.12.20, Di, Do, 18.30-22.00 Arbeitsrecht kompakt 05.03.21-12.03.21, Fr, 09.00-17.00

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SINGLE USE SUPPORT

KLEIN,

ABER OHO Ein Tiroler Unternehmen mischt die internationale Pharmabranche auf: Single Use Support will mit seinen Technologien neue Maßstäbe in der Transportlogistik des Life-Science-Sektors setzen, Patientensicherheit erhöhen und für mehr Wirtschaftlichkeit sorgen. T E X T: K A T H A R I N A W I L D A U E R • F O T O S : A X E L S P R I N G E R

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SINGLE USE SUPPORT

Alle Hände voll zu tun: Johannes Kirchmair (li.) und Thomas Wurm sind seit der Gründung von Single Use Support schwer beschäftigt.

Z

u klein für die Großen: Thomas Wurm und Johannes Kirchmair erkannten eine vielversprechende Marktlücke in der biopharmazeutischen Branche. Die Transportlogistik medizinischer Flüssigkeiten in sogenannten Single-Use-Bags hat ein Marktpotenzial von einer Milliarde Euro. „Das ist viel für ein Start-up, aber verhältnismäßig zu wenig für internationale Pharmakonzerne, um in die zugrundeliegende Technologie zu investieren“, erklärt Kirchmair. Diese Lücke nutzten die beiden Tiroler: Mit ihrem 2016 gegründeten Unternehmen Single Use Support entwickeln und vertreiben sie weltweit einzigartige Systeme rund um die Single-Use-Technologie.

Single Use Support

LUFT NACH OBEN

Single-Use-Bags werden international für den sicheren und sterilen Transport medizinischer Flüssigkeiten und sogenannter Intermediate, wie etwa Antikörper, genutzt. Die Einmalbeutel werden zwischen verschiedenen Produktionsstätten der Pharmaindustrie transportiert und müssen dabei intakt bleiben. Schon kleinste Schäden machen den Inhalt unbrauchbar. Bei einem Fassungsvermögen von zehn Millilitern bis 50 Liter liegt der Wertverlust pro Beutel schnell im mehrstelligen Millionen­bereich. „Uns war klar, dass das besser und effizienter gehen muss“, erzählt Thomas Wurm. Johannes Kirchmair und er lernten

2019 • Mitarbeiter: 35 • Umsatz: 3 Mio. Euro Prognose 2020 • Mitarbeiter: 45 • Umsatz: > 15 Mio. Euro

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SINGLE USE SUPPORT

Rasantes Wachstum: Single Use Support beschäftigt derzeit 35 Mitarbeiter, nächstes Jahr sollen es bereits 45 sein.

sich beim berufsbegleitenden Studium am MCI kennen. Kirchmair war in der Biopharmabranche, Wurm im internationalen Anlagebau beschäftigt. Beide hatten das Angestellt-Sein satt und wollten in die Selbstständigkeit. „Wir haben viele Marktnische erkundet, das Potenzial des SingleUse-Marktes aber schnell erkannt und uns geeinigt, in diesem Sektor zu gründen“, sagt Kirchmair.

AUF DER ÜBERHOLSPUR

Kündigung und Gründung folgten kurz darauf, innerhalb einer Woche stand die Geschäftsidee. Kirchmair und Wurm entwickelten ein mobil einsetzbares Gerät, das die Beutel mittels Helium automatisch auf Sterilität prüft und Löcher bis auf zwei Mikrometer erkennt. „Schon in der ersten Woche hatten wir einen Kunden, der unser erstes Mikrowachstum finanziert hat“, so Wurm. Mittlerweile deckt das Produktportfolio den gesamten Logistikprozess

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vom Abfüllen, Kühlen, Transportieren, Auftauen und Prüfen von Single-Use-Bags ab. Die Nachfrage ist groß: „Zu unseren Kunden zählen internationale Pharmabetriebe vorwiegend aus den USA und Asien“, berichtet Wurm.

AHA-EFFEKT

Aus dem Zwei-Mann-Start-up wurde in den letzten vier Jahren ein erfolgreiches Jungunternehmen mit über 35 Mitarbei-

„Unsere Kunden schätzen unsere Agilität. Die müssen wir auch behalten, wenn wir weiterwachsen.“ THOMAS WURM , GRÜNDER UND GESCHÄF TSFÜHRER SINGLE USE SUPPORT


SINGLE USE SUPPORT

„Wir waren von Anfang an überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden.“ JOHANNES KIRCHMAIR, GRÜNDER UND GESCHÄF TSFÜHRER SINGLE USE SUPPORT

VOR- STATT NACHTEIL

Zweifel hatten Kirchmair und Wurm nie: „Wir waren von Anfang an überzeugt, dass wir erfolgreich sein werden.“ Dass ein kleines Start-up international in der von Großkonzernen geprägten Pharma­ branche Erfolg haben kann, führen die Unternehmer auf ihre Flexibilität zurück. „Unsere Kunden schätzen unsere Agilität. Die müssen wir auch behalten, wenn wir weiterwachsen“, so Wurm. Kleiner zu sein als die meisten Teilnehmer der Branche sei nie ein Nach-, sondern eher ein Vorteil

Transportschutz: Single-UseBags liegen in der Schutzschale „RoSS“, diese wird in der Gefrier- und Auftaueinheit „lab scale“ kontrolliert gekühlt und getaut.

© www.reicher.at

tern. Als größte Herausforderung dieser Zeit bezeichnen die Unternehmer das Finden und Binden gut ausgebildeter Mitarbeiter. „Die Auswahl und das Management der Belegschaft sind enorm wichtig“, betont Kirchmair. Gerade in der Startphase sei es nicht immer leicht gewesen, Mitarbeiter mit den passenden Qualifikationen

zu finden, die Lernkurve aus dieser Zeit sei steil gewesen. „Heute verfügen wir über ein bunt gemischtes Team an gut ausgebildeten und qualifizierten Mitarbeitern, mit denen wir unser Wachstum weiter vorantreiben. Trotzdem stehen wir vor der Herausforderung, unsere offenen Positionen rasch zu besetzen“, resümiert Johannes Kirchmair.

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Zur richtigen Zeit am richtigen Ort Single Use Support zählt zu den wenigen Unternehmen, die durch das Corona-Virus Wachstum und neues Marktpotenzial realisieren können.

A

ls das Corona-Virus sich langsam auch in Österreichs Wirtschaft und Alltag bemerkbar machte, herrschte bei Single Use Support nur kurz Unsicherheit, wie es denn weitergehen würde. „Wir wussten schnell, dass wir nicht nur Passagier sind, sondern aktiv zur Bekämpfung des Virus beitragen“, sagt Johannes Kirchmair. Denn zu ihren Kunden zählt ein Bio-Tech-Unternehmen aus den USA, das aktuell an der Entwicklung eines Impfstoffes gegen Covid-19 arbeitet. Dieser greift auf Technologien von Single Use Support zurück und bestellte vor kurzem zusätzliche Anlagen zum Frieren und Transportieren eines potenziellen Impfstoffs.

STARKER AUFWIND

Am Ende des Geschäftsjahres wird sich Covid-19 auch in den Zahlen sichtbar machen. Bereits im ersten Quartal verzeichnete man drastische Umsatzsteigerungen, die die Unternehmer ihre Prognose für das Geschäftsergebnis 2020 nach oben schrauben ließ. „Vermutlich wird es eine Umsatzsteigerung von 20 bis 30 Prozent geben. Genau wissen wir es aber erst zu Jahresende“, erklärt Kirchmair. Als Profiteur der Krise sieht sich Single Use Support aber dennoch nicht. „Es geht nicht um die Geschäftszahlen, sondern darum, unseren Kunden die bestmögliche Technologie zur Virusbekämpfung zur Seite zur stellen“, resümiert Kirchmair.

NEUE ARBEITSWELT

Nicht nur in den Geschäftszahlen, sondern auch im Arbeitsalltag und Geschäftsleben wird sich Covid-19 langfristig auswirken, ist sich Thomas Wurm sicher. Früher sind die Unternehmer viel international gereist, um sich bei Kunden in aller Welt vorzustellen – das werde sich künftig ändern: „Interaktive Touren durch die Produktionshalle sind schlichtweg viel zielführender als Power­Point Folien zu präsentieren“, sagt Wurm.

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„In einer globalisierten Welt ist es letztlich egal, ob man in Island oder Kufstein sitzt.“ JOHANNES KIRCHMAIR


SINGLE USE SUPPORT

Auf der Suche nach dem passenden Standort wurden die Unternehmer im Gewerbe­ gebiet in Kufstein fündig.

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VON TIROL IN DIE WELT

Dass Single Use Support seine Lager in Kufstein aufschlägt, war dem Zufall einer freien Immobilie geschuldet. „Das Thema Gewerbeimmobilien ist für Tirols Unternehmer sicher einer der größten Bottlenecks“, sagt Thomas Wurm. Die Vorteile am Standort Kufstein liegen für die Unternehmer aber auf der Hand: Gute Infrastruktur und Dienstleister sowie Anschluss an den deutschen Arbeitsmarkt. Trotz seiner Internationalität will Single Use Support langfristig in Kufstein ansässig bleiben. „In einer globalisierten Welt ist es letztlich egal, ob man in Island oder Kufstein sitzt“, so Johannes Kirchmair.

Nähere Infos unter Wolfgang Mayr Tel. 0512/58 6020-2191 verkauf@target-group.at

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AQIPA

VON TIROL AUS … Im hochmodernen Lager von Aqipa in Kundl wickeln 50 Roboter rund um die Uhr die Bestellungen der Kunden ab.

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AQIPA

Aqipa in drei Fragen

1.

Was ist Aqipa? Aqipa ist ein Distributionsunternehmen mit Sitz in Kundl. Die Firma übernimmt für namhafte Partner aus aller Welt den Vertrieb ihrer Produkte, sei es im Elektrofachhandel als auch direkt an den Konsumenten. Zusätzlich bietet Aqipa seinen Partnern an, das Marketing und die Bewerbung ihrer Produkte zu übernehmen.

2.

Was macht Aqipa? Aqipa bietet Produkte ihrer Partner online sowie im Elektrofachhandel an. Das Unternehmen sorgt für die Logistik und die richtige Präsentation und Bewerbung der Produkte, sei es im Geschäft oder in einem Webshop sowie auch auf Social-Media-Kanälen.

3.

Wer ist auf die Idee Aqipa gekommen? Vor genau 30 Jahren gründete Christian Trapl das Unternehmen. Aqipa war stets flexibel und hat sich laufend an die Marktgegebenheiten angepasst und Trends antizipiert. Das Ziel blieb aber von Anfang an, mit namhaften Partnern zusammenzuarbeiten, die angesagte LifestyleProdukte herstellen und diese erfolgreich im Markt zu platzieren.

➔ 37


… IN DIE WELT AQIPA

Das Kundler Unternehmen Aqipa ist bereits seit 30 Jahren in der Distribution von Lifestyle-Produkten tätig. Mehrmals stellte Aqipa seinen Riecher bei Marken und Trends unter Beweis und agiert mittlerweile weltweit. T E X T: H A R I S K O V A C E V I C • F O T O S : F R A N Z O S S

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st ein Produkt erstmal entwickelt und verpackt, muss es auch an den Mann gebracht werden. Dass dies aber keine leichte Aufgabe ist, sondern viel operativen Aufwand erfordert, wissen die Mitarbeiter von Aqipa in Kundl. Seit bereits 30 Jahren arbeitet das Unternehmen mit dem Geschäftsführer Christian Trapl als Distributor von Lifestyle-Produkten an Elektro­ fachhandel-Geschäfte – mittlerweile in ganz Europa. Aqipa sorgt nicht bloß dafür, dass Produkte in die Geschäfte geliefert werden, sondern organisiert den Vertrieb, verhandelt die Regalfläche, bestimmt die Platzierung und vieles mehr. Heute umfasst das Angebot von Aqipa noch eine Reihe weiterer Services. „Angefangen hatte alles mit CD-Sicherungssystemen“, erinnert sich der Geschäftsführer Christian Trapl. Diese sorgten dafür, dass in den Läden keine CDs gestohlen werden. Aqipa versorgte die Elektrofachgeschäfte, CD-Läden und andere Geschäfte, die mit Tonträgern handelten, damit und baute sich so ein breites Netzwerk auf. CDs waren aber irgendwann nicht mehr gefragt. „Immer wieder mussten wir uns neu orientieren und neue Trends entdecken“, erklärt Trapl. So kann Aqipa

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„Als wir den Zuschlag für die Distribution der Beats-Kopfhörer bekamen, waren diese großen, klobigen Kopfhörer noch kein Mode-Accessoire.“ CHRISTIAN TR APL, GE SCHÄF TSFÜHRER AQIPA

heute nicht als einfacher Distributor gesehen werden, sondern bietet eine Rundumversorgung für Marken an: Aqipa übernimmt das Marketing, organisiert das E-Commerce sowie den Webshop und vertreibt die Produkte auch weiterhin – sowohl an Retailer als auch im Auftrag seiner Lieferanten an Einzelkunden.

DER RICHTIGE RIECHER

Gerade in den letzten Jahren stellte Aqipa mehrmals unter Beweis, dass das Unternehmen bei Trends den richtigen Riecher hat. „Als wir den Zuschlag für die Distribution der Beats-Kopfhörer bekamen, waren


AQIPA

diese großen, klobigen Kopfhörer noch kein ModeAccessoire“, erklärt der Geschäftsführer. Nicht alle glaubten, dass sie sich durchsetzen würden. Heute ist das Kundler Unternehmen einer der führenden Distributoren für Kopfhörer in ganz Europa. Im AudioBereich zählen große Marken wie Braun, Pioneer oder auch Marshall zu ihren Kunden. „Aqipa fokussiert sich auf sogenannte ‚Challenger Brands‘, also Marken, die die Branchenführer herausfordern können und das Potential haben, schneller zu wachsen als der Markt. Dabei ist wichtig, dass es sich um starke Brands mit einer interessanten Story, die Begehrlichkeit und Begeisterung bei den Konsumenten wecken können, handelt“, erklärt Trapl. Nicht nur im Audio-Bereich hat sich das Tiroler Unternehmen als Distributions-Partner einen Namen gemacht, sondern auch bei Haushaltsgeräten, Smart-Home, EMobilität und hochwertigem Elektronik-Zubehör.

WELTWEIT

Von Kundl aus agiert das Unternehmen in Europa, Asien und Australien.

Von Anfang an hat sich das Unternehmen auf Lifestyle-Produkte konzentriert und Massenprodukte oder reine Nutzgegenstände vermieden. Das half ihm nicht bloß, sich einen Namen im Lifestyle-Bereich zu machen, sondern auch mit den großen Playern wie Amazon zusammenzuarbeiten. „Die Trends im Auge zu behalten und mit gewissen Industrien zu wachsen, war für Aqipa sehr wichtig“, erklärt der Geschäftsführer. Geografisch über ganz Europa zu expandieren sei aber ebenso der richtige Schritt gewesen. Neue Kunden können sich so bei Aqipa heute auf ein europa­

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AQIPA

Wie es Aqip a wäh re n d d er Corona-Kris e erging?

Logistik in Zeiten einer Pandemie DREI FRAGEN AN CHRISTIAN TRAPL

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err Trapl, wann haben Sie die Krise wirklich wahrgenommen? CHRISTIAN TRAPL: Zum Chinesischen Neujahr schließen in China die Lieferanten. Als diese wegen COVID 19 dann nicht mehr öffnen konnten, wurden die Auswirkungen auch bei uns erstmals spürbar. Es kam zu Engpässen bei der Verfügbarkeit von Produkten. Kurz darauf kam es auch in Europa zum Lock-down und somit auch zur Schließung aller Geschäfte unserer Handelspartner mit dramatischen Auswirkungen für die gesamte Branche. Wie erging es Aqipa seither? Natürlich hat die Krise auch uns stark getroffen. Wir haben aber rechtzeitig in E-Commerce investiert und sind während der Zeit in diesem Bereich stark gewachsen. Vieles wurde in den letzten Monaten in unserer Branche beschleunigt. Doch abgesehen davon sind einige Unternehmen auch an uns herangetreten, die den Vertrieb in Zukunft auslagern möchten, um Fixkosten einzusparen. Wie wird sich die Logistik-Branche in Zukunft weiterentwickeln? Der Konsument erwartet heute, dass im Internet bestellte Waren in weniger als 48 Stunden geliefert und jederzeit retourniert werden kann. Neben dem eigentlichen Warenfluss ist bei der Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen natürlich auch die Finanzierung der Warenströme sowie die möglichst effiziente Abwicklung der Zahlungen an die Händler extrem komplex. Das ist nur durch Digitalisierung, Automatisierung und eine gewisse kritische Größe möglich.

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Aqipa beliefert sowohl Einzel­kunden als auch den Fachhandel – Da ist logistische Expertise gefragt.


AQIPA

„Aqipa ist heute ein hochmodernes Distributions- und Marketing-Unternehmen, das Kunden weltweit betreut.“ CHRISTIAN TR APL

weites Netzwerk verlassen, da das Unternehmen in zehn europäischen Ländern und auch in Australien, Neuseeland und Hongkong Niederlassungen hat. Den Wachstumsschub aus den letzten Jahren, der hauptsächlich den Kopfhörern zu verdanken ist, hat das Familienunternehmen genutzt und die Gewinne reinvestiert. „Aqipa ist heute ein hochmodernes Distributions- und Marketing-Unternehmen, das Kunden weltweit betreut“, sagt Trapl. Den Anschluss darf es weiterhin nicht verlieren. Trends müssen aufgespürt und bewertet werden. Mit seinem breit aufgestellten Team, meint Trapl, ist Aqipa für die Zukunft gut gewappnet. Ob Smarthome, E-Mobility oder andere Trends, jeden Tag passiert in der Branche etwas Neues und jeden Tag wird in Kundl getestet, ausprobiert und bewertet.

Aus NEU wird ALT

A

ltholz ist seit Jahren zunehmend gefragt. Diesen Trend hat sich vor 40 Jahren Peter Moser zu eigen gemacht und eine Maschine konstruiert, mit deren Hilfe sich gehackte Oberflächen bei Brettern und Balken automatisch herstellen lassen. Peter Moser entwickelte weltweit als Erster eine Hackmaschine zur Oberflächenbearbeitung. Durch die elektronische Steuerung der Hackmesser stehen über acht Millionen Hackbilder zur Verfügung.

So ist jedes Werkstück ein Unikat. Kunden schätzen die einzigartigen Produkte und die bewährte Veredelung. Neue Generation Die neue Generation der Geschäftsführung – Silvia Bischofer, Tochter des Hauses, führt das Familientradition mit ihrem Mann Mathias weiter – sorgt für die richtigen Schritte Richtung nachhaltigem Ressourceneinsatz und Erhaltung der Wertschöpfung in Tirol.

Peter Moser rustikale Holzbearbeitung GmbH Inneralpbach 66, 6236 Alpbach Tel.: 05336/5236 Mobil: 0699/110 56 430 E-Mail: info@holz-moser.at www.holz-moser.at

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ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

© PETER MOSER (2)

Peter Moser rustikale Holzbearbeitung GmbH – seit mittlerweile 40 Jahren ein familiengeführtes Unternehmen.


T O P.T I R O L

Aus- und Weiterbildung – Quehenberger investiert in seine MitarbeiterInnen © QUEHENBERGER

Bei uns werden Talente identifiziert und gefördert.

Alexander Türkdogan und Andreas Bichler sind davon überzeugt, dass gut ausgebildete Mitarbeiter einen wesentlichen Beitrag zum nachhaltigen Erfolg des Unternehms leisten.

Neue Regeln, neue Wege. Wenn die Corona-Krise eines gezeigt hat, dann, dass die Digitalisierung nicht aufzuhalten ist. Davon ist man am Standort in Kirchbichl überzeugt. Auch im Bereich der Aus- und Weiterbildung hat Quehenberger es sich zum Ziel gesetzt, seine MitarbeiterInnen individuell und digital aus- und weiterzubilden. Das eingesetzte eLearning Tool von Spedifort wurde von Quehenberger komplett redesigned und auf die eigenen Bedürfnisse zugeschnitten. So werden zusätzlich zu Intensivkursen, ein- bis zweijährigen Ausbildungsprogrammen, Mentoring und der eigenen Quehenberger Akademie auch Themen wie Lkw-Technik, Ladungssicherung, Routen- und Preiskalkulation, Telefonverhalten, neue digitale Tools oder Tipps für die Kundenbetreuung und den Verkauf digital geschult. Umfassendes, branchen­ spezifisches und Unternehmens-Know-how können bei Quehenberger bequem via Smartphone oder Laptop von zu Hause aus über die eLearning-App abgerufen werden. 42

„Wir investieren in unsere MitarbeiterInnen, um sie zu den sympathischsten und besten zu machen. Das Training und die Q E-Learning Kurse bringen nicht nur dem Unternehmen Vorteile. Die MitarbeiterInnen können sich dadurch viel schneller beruflich so wie persönlich im Unternehmen weiterentwickeln“, meint Andreas Bichler, Stell. NLL. Trainer Alexander Türkdogan ergänzt: „Als Dienstleistungsunternehmen können wir uns durch gut geschulte MitarbeiterInnen einen entscheidenden Wett­ bewerbsvorteil verschaffen. Wir sind stolz, umfassende Ausund Weiterbildungsprogramme und die damit verbundenen Karriere­chancen anbieten zu können.“

Digitale Aus- und Weiterbildung wird zum daily business. Quehenberger Kirchbichl geht neue Wege und schafft neue Möglichkeiten für bestehende MitarbeiterInnen und QuereinsteigerInnen, sich in einer herausfordernden Branche zu spezialisieren. Aktuelle Stellenanzeigen und noch mehr Details zu den Aus- und Weitebildungsmaßnahmen bei Quehenberger Logistics gibt es hier: www.quehenberger.com/de/Karriere Quehenberger Freight GmbH Bauhofstraße 7 6322 Kirchbichl Tel.: (0) 50145 0 E-Mail: office@quehenberger.com www.quehenberger.com

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

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us- und Weiterbildung für MitarbeiterInnen ist bei Quehenberger Logistics fixer Bestandteil des Jobs. So individuell wie möglich und so umfassend wie nötig sind dabei die Ausbildungsprogramme des Logistikunternehmens. Vom Quereinsteiger über langjährige MitarbeiterInnen – Wissenstransfer steht im Zentrum der Weiterbildungsstrategie. www.quehenberger.com/de/Karriere/ Ausbildungs­programme


T O P.T I R O L

Top.Kufstein: 5 Spitzenleistungen aus dem Bezirk

10,6 %

Kufstein konnte seit 2008 nach Innsbruck mit den größten Bevölkerungszuwachs verbuchen.*

2.514 Euro

Kufsteiner verdienen mit das durchschnittlich höchste Bruttomonatseinkommen Tirols.*

Logisitik-Branche

Die ist in Kufstein besonders stark vertreten. Mit 1.474.463.296 Euro machte die Sparte Verkehr und Lagerei 2018 hier den tirolweit stärksten Umsatz.

268,1 km2 des Bezirks Kufstein sind

Dauersiedlungsfläche. Das sind 27,6 % mehr als in jedem anderen Tiroler Bezirk.

+ 27,6 %

Fohlenhof Ebbs

Am werden seit 1947 Haflinger gezüchtet. Das macht ihn zum ältesten Haflinger-Gestüt der Welt, der die berühmte Rasse in die ganze Welt exportiert. * Quelle: WK Tirol Bezirk Kufstein, Zahlen und Fakten zur Wirtschaft 2019/20

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TOURISMUS

AUS DER NOT HERAUS

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TOURISMUS

Im Gegensatz zu manch anderen Tourismusregionen hat das Kufsteinerland schon früh auf die Themen Gesundheit und Natur gesetzt. Was früher mehr als Notlösung erachtet wurde, könnte sich in Zeiten von Corona als Vorteil erweisen. T E X T: S I M O N L E I T N E R

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as Kufsteinerland ist in vielerlei Hinsicht eine Art Sonderfall in der Tiroler Tourismuslandschaft. Das hat in erster Linie mit den (topografischen) Gegebenheiten und Grenzen in der Region zu tun, die mangels eines großen Skigebiets bei der touristischen Vermarktung seit jeher gänzlich andere Wege beschreiten musste als etwa so manche Winterhochburg. Neben Kultur, Veranstaltungen, Kongressen und Seminaren setzte man den Fokus dabei vor allem auf Natur, Erholung und Gesundheit, was sich gerade jetzt, in Zeiten von Covid-19, als eine große Chance für das Kufsteinerland erweisen könnte. „Früher hat man diese Ausrichtung mehr als Notlösung gesehen“, meint Stefan Pühringer, Geschäftsführer des Touris­ mus­verbands Kufsteinerland, dazu. „Jetzt könnten wir durch unsere atypische Struktur aber tatsächlich einen Vorteil gegenüber anderen Regionen haben.“

LANGFRISTIGE FOLGEN

Fakt ist: Die Coronakrise hat auch Kufstein hart getroffen, auch dort ist der Tourismus mit Mitte März komplett heruntergefahren worden. Einige Betriebe, vor allem aus der Gastronomie,

© W9STUDIOS

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TOURISMUS

Zwei Drittel der Nächtigungen in der Tourismusregion Kufsteiner­land entfallen auf den Sommer­tourismus.

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mussten Pühringer zufolge ihre Pforten für immer schließen, und der Ausfall von Kulturveranstaltungen auf der einen sowie Kongressen und Tagungen auf der anderen Seite dürfte sich noch länger negativ auf Unternehmen auswirken. „Gerade die Inntalfurche – sei es nun die Gemeinde Erl mit den Tiroler Festspielen oder die Stadt Kufstein mit der Festung – lebt stark vom Veranstaltungs- und Geschäftstourismus“, erläutert Pühringer. „Diese Eckpfeiler sind über einen längeren Zeitraum zur Gänze weggebrochen, und ich fürchte, dass diese zwei Geschäftsfelder nachhaltig unter der Krise zu leiden haben werden.“ Dementsprechend glaubt der TVB-Geschäftsführer, dass man sich in beiden Bereichen auf lange Sicht etwas Neues einfallen lassen müsse. Er erwähnt in diesem Zusammenhang das Beispiel einer Live-Übertragung von Kleinkunst via Internetstream des Kufsteiner Kulturvereins Arche Noe oder die Möglichkeit, bestimmte Events wie die Tiroler Festspiele unter Umständen in einer „abgespeckten Version“ abzuhalten. Im Tagungsbereich wiederum werde man langfristig mit hybriden Formen rechnen müssen, bei denen sich einige der Gäste direkt vor Ort befänden, während andere Teilnehmer nur virtuell zugeschaltet würden. Darauf gelte es Betriebe nun einzuschwören und vorzubereiten, so der Touristiker, der künftig auf eine verstärkte Nachfrage aus dem deutschen Raum hofft: „Ich glaube, dass große Seminare und Kongres-

© VAN MEY

Zahlreiche Seen, viel Grün und ein Naturschutzgebiet mitten in der Region: Das Kufsteinerland setzt in seinem touristischen Angebot stark auf Natur, Gesundheit und Erholung.

„Durch unsere atypische Struktur könnten wir jetzt tatsächlich einen Vorteil gegenüber anderen Regionen haben.“ STEFAN PÜHRINGER , GESCHÄF TSFÜHRER T VB KUFSTEINERL AND

se sich in nächster Zeit eher im regionalen Umfeld abspielen werden. Da könnten wir stark vom Raum München profitieren, der ja nur rund 45 Zugminuten von uns entfernt ist.“

NICHTS NEUES

Nicht nur wegen dieser Problemstellungen und Herausforderungen fokussiert sich der Tourismusverband Kufsteinerland in der aktuellen Kommunikation jedoch weniger auf Kultur und Kongresse, sondern auf andere Themen. Schwerpunkt der seit Mitte Mai laufenden Restart-Kampagne ist etwa das Sujet Natur und Gesundheit, das gemeinsam mit den örtlichen Betrieben in erster Linie über Social-Media-Kanäle ausgespielt wird. „Für uns ist das Thema an sich ja


© LOLIN (2)

TOURISMUS

nichts Neues, wir haben in diesem Bereich in den letzten zehn, 15 Jahren schon sehr viel gemacht“, erläutert Pühringer. „Zum einen, weil wir früh die Megatrends Gesundheit, Achtsamkeit, Neoökologie und Mobilität erkannt haben, zum anderen aber auch gewissermaßen aus der Not heraus, weil wir ja keine klassische Skidestination sind.“ Unabhängig von den Gründen habe man mit diesem Fokus auf Natur- und Gesundheitsthemen in Kufstein nunmehr jedoch vermutlich einen Vorteil gegenüber so manch anderer Region. Denn Bewegung, Gesundheit und Erholung im Freien seien momentan enorm bei Gästen gefragt, so Pühringer, der darauf verweist, dass man aufgrund der derzeitigen Umstände zuletzt auch in Kufstein entsprechende Produkte forciert habe – etwa einen familiengerechten, naturbezogenen Themenwanderweg im Bereich des Kaiser-

Top-Familien-Ausflugsziel: Erlebnissennerei Zillertal in Mayrhofen

© ERLEBNISSENNEREI ZILLERTAL (2)

amilie Kröll gibt in der Erlebnis­ sennerei Zillertal Antworten auf diese Fragen. Seit 1954 wird hier im Familien­ betrieb auf natürlichste Art Heumilch von Kuh, Schaf und Ziege veredelt und zu Spitzenprodukten verarbeitet. Die Milch kommt von rund 350 Heumilchbauern im Tal – mehr Regionalität geht nicht. Wissen vermitteln, Bewusstsein schaffen für die Natur, die Almwirtschaft und hochwertige, wertvolle, heimische Lebensmittel – das funktioniert hier spie-

schon die Hühner gackern und die Ziegen blöken. Ein Paradies für Kinder! Der Spaß kommt nicht zu kurz: Beim HeustadelHüpfen, Rennfahren im MinitraktorParcours und rutschen in der vermutlich größten Milchkanne der Welt vergeht die Zeit wie im Flug. Beste Besuchszeit: vormittags!

lerisch für Kinder in der Schau-Sennerei und am Schau-Bauernhof. Man kann den Käsern über die Schulter schauen, erfährt Wissenswertes zur Milch- und Käseproduktion. Am Ende der Besichtigung wollen frische Milch und köstliche Joghurts verkostet werden. Am besten geht’s dann auf den Schau-Bauernhof. Lernen und spielen ist auch hier Programm.Von weitem hört man

Erlebnissennerei Zillertal Hollenzen 116 6290 Mayrhofen Tel.: 05285 / 62713 E-Mail: erlebnis@sennerei-zillertal.at ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

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Warum geht’s Heumilchkühen gut? Wie kommen die Löcher in den Käse? Wieso schmeckt die Zillertaler Heumilch besser als Konzernmilch?

Öffnungszeiten & Onlineshop: www.esz.tirol

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TOURISMUS

© LOLIN

Kufsteins beste Arbeitgeber FINDEN SIE AUF

top.arbeitgeber

Die Festung Kufstein, das Wahr­zeichen der Bezirkshauptstadt, ist vor allem bei Kultur­ interessierten ein beliebtes Ausflugziel.

→ Flexible Arbeitszeit → Home Office → Aus- und Weiterbildung → Essenszulage

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lifts oder eine Waldbadestation in Thiersee. Diese war Pühringer zufolge schon sehr lange in Planung, doch erst jetzt habe es sich – dafür aber umso mehr – angeboten, sie zu realisieren.

ZURÜCK ZUR NATUR

Abgesehen von diesen relativ neuen Attraktionen können die Tourismusbetriebe im Kufsteinerland im Bereich Natur und Erholung allerdings auf viel Bewährtes zurückgreifen: Zusätzlich zu zahlreichen umweltpädagogischen Führungen, Kräuterworkshops und Wandermöglichkeiten finde man etwa auch für Tirol überdurchschnittlich viele Badeseen und sogar das Naturschutzgebiet Kaisergebirge mitten in der Region. Und dieses verfügt neben seiner günstigen Lage über ein weiteres Merkmal, das sich, wie so manche Besonderheit des Tourismus im Kufsteinerland, erst jetzt, in Zeiten von Corona, als ein Vorteil herausgestellt hat: nämlich einen Einsitzer-Lift. „Normalerweise würde man solch eine geringe Kapazität in wirtschaftlicher Hinsicht ja eher als Nachteil sehen“, sagt Pühringer. „Aber so müssen wir uns zumindest im Hinblick auf mögliche Sicherheitsabstände keine Sorgen machen.“


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T O P.T I R O L

EXPORTSCHLAGER Bekannte (und vielleicht weniger bekannte) Persönlichkeiten aus dem Bezirk Kufstein und ihre Geschichten.

PIONIERIN UND GESCHÄFTSFRAU Therese Mölk wurde am 13. November 1872 in Wörgl geboren. Schon als Mädchen hegte sie den Wunsch, eine Lehre zu machen und später ein eigenes Geschäft zu besitzen. Mit 20 Jahren war sie die erste Frau, die im größten Laden in Wörgl verkaufen durfte, dafür, dass sie einen Gewerbeschein er­ hielt, setzte sich später der dama­ lige Bürgermeister ein. Ihr erstes Gemischtwarengeschäft gründete sie mit ihrer Schwester, dann kam die Heirat mit ihrem Mehl- und Polentalieferanten Johann Mölk. Sie brachte zehn Kinder zur Welt. Vor dem Ersten Weltkrieg zog die Familie nach Innsbruck, baute sich dort eine neue Existenz mit zwei kleinen Läden auf, 1925 kaufte Therese Mölk die Militärbäckerei im Innsbrucker Stadtteil Dreiheiligen. Damit war der Grundstein für den heutigen Familien­ konzern MPREIS gelegt.

VON KUFSTEIN NACH NEW YORK Franziska Kinz wurde am 21. Feber 1897 in Kufstein geboren. Nach dem Besuch der Handels­ schule ging sie nach München, wo sie Schauspielunterricht nahm. Sie wurde am dortigen königlichen Hoftheater (heute Nationaltheater) engagiert, gastierte mit Kabale und Liebe auch in ihrer Heimat Kufstein. Es folgten Engagements an den großen deutschsprachigen Theatern und Auftritte in New York. 1933 geht sich nach Berlin, um Filme zu drehen. Nach dem Krieg kann sie diese Karriere fortsetzen, sie wirkt in 38 Filmen, unter anderem an der Seite von Paul Hörbiger, O.W. Fischer, Susi Nicoletti, Maria Sebaldt und Marianne Koch, mit. 1980 stirbt sie in Meran.

AUS WÖRGL

Reinhard Alfred Furrer, am 25. November 1940 in Wörgl geboren (verstorben am 9. September 1995 in Berlin), war Physiker und Astronaut. Als Wissenschaftsast­ ronaut untersuchter er bei einem Weltraumflug 1985 an Bord des Space Shuttles „Challenger“ die Auswirkungen der Schwerelosigkeit auf den menschlichen Körper und auf Materialien.

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EIN MANN UND VIELE PS Der heutige Unternehmer und frühere Formel-1-Pilot Gerhard Berger wurde am 27. August 1959 in Wörgl geboren. 210 Rennen bestritt er zwischen 1984 und 1997, davon gewann er zehn, seine beste Gesamtplatzierung war der dritte Rang, den er 1988 und 1994 erreichte. Heute ist Berger Mehrheitseigentümer eines Logistik-Unternehmens und seit 2017 erster Vorsitzender der Rennserie ITR (Internationale Tourenwagen Rennen).

© GEPA, NASA, THERESE MÖLK/MPREIS, WIKIWAND.COM

ASTRONAUT


Herzlich Willkommen im Kunstcafe Marina. Einzigartiges Ambiente für Kunst- und Cafeliebhaber.

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• Kaffeegenuss mit süßen Köstlichkeiten sowie Mittagssnacks • Nette Terrasse • Ideales Lokal für private Events und Feiern • Glaskunst in der eigenen Galeriefläche Internationale Glaskünstlerin eröffnete im Juni 2020 das einzigartige Kunstcafe in Kramsach mit integrierter Kunstwerkstatt. Marina Hanser • Möglichkeit für Künstler eigene Galerieflächen zu mieten • In Zukunft werden in der angeschlossenen Werkstätte auch Möglichkeiten für Kurse im Glasbereich geschaffen. Schmelzöfen, Schleifmaschinen und sonstige zur Glasbearbeitung erforderlichen Maschinen sind vorhanden • Im Cafe integriert ist auch die Firma Zirbart. Im Eingangsbereich sind Vitrinen mit diversen Artikeln zum Verkauf von Zirbart www.zirbart.tirol Öffnungszeiten Dienstag : 7.30 – 14 Uhr, Mittwoch & Donnerstag : 7.30 – 14 Uhr & 16.30 – 22 Uhr Freitag: 7.30 – 22 Uhr, Samstag : 9 – 14 Uhr Sonntag und Montag Ruhetag Für geschlossene Veranstaltungen Öffnungszeiten auf Anfrage

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