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Sonderausgabe/Jänner 2020

U M S AT Z S­TÄ RK U NTE R N E H M STE E D E S B E Z IR K SN IM R AN K IN G

INNSBRUCKLAND IM FOKUS

NACHGEFRAGT

MCI-Ökonom Simon Czermak im Interview

AUFGESCHLÜSSELT

Der Bezirk Innsbruck-Land in Zahlen, Daten und Fakten

VORGESTELLT

Drei erfolgreiche Unternehmen aus dem Bezirk im Porträt

EINE BEILAGE DER


NEU

B AU F A VERK BER DE ZEM

STILVOLLES WOHNEN IM ZENTRUMS- UND NATURNAHEN HÖTTING

UNSERE AKTUELLEN WOHNPROJEKTE

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„Wir denken an Morgen, erkennen Trends und gehen neue Wege. CARISMA setzt Standards in der Tiroler Immobilienwirtschaft.“

Mag. (FH) Michael Kugler (Inhaber und Geschäftsführer)

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17.12.2019 08:49:28


T O P.T I R O L

© AXEL SPRINGER, FRANZ OSS (2)

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24

20 Liebe Leserinnen und Leser! Mit dem neuen Jahr gibt es auch eine neue Bezirks-­ Ausgabe von top.tirol, in der wir uns wieder ganz dem Thema Innsbruck-Land widmen. Darüber, was Tirols größten Bezirk ausmacht, wie sein heterogener Aufbau sich auf seine Wirtschaft auswirkt und mehr, berichtet Simon Czermak, Ökonom am MCI. Außerdem verrät er im Interview, welchen Herausforderungen und Chancen sich Unternehmen an einem von Tirols produktivsten Standorten in den kommenden Jahre gegenübersehen werden. Zusätzlich haben wir tief in die Statistik geblickt und Zahlen, Daten und Fakten zusammengetragen, die ver­ anschaulichen, was so alles in Innsbruck-Land steckt. Und weil nichts Potenziale besser veranschaulicht als daraus entstandener Erfolg, stellen wir drei Tiroler Unternehmen vor, die auf ihre eigene, innovative Art mit handwerklichem Geschick, einer cleveren Ergänzung zu Althergebrachtem und digitalem Know-how in ihrer jeweiligen Branche für Aufsehen sorgen. Wir wünschen Ihnen eine interessante Lektüre Die Redaktion.

I N H A LT 4  Interview: Simon Czermak über Tirols Alleskönner Innsbruck-Land

I N N S B R U C K- L A N D I M F O K U S 10 Innsbruck-Land in Zahlen 16 Innsbruck-Lands Umsatz­könige

20 Produkttests bei Pizza und Bier 24 Tiroler Tüftlertum 28 Fest im Sattel

IMPRESSUM: top.tirol – Jänner 2020 Medieninhaber und Verleger: TARGET GROUP Publishing GmbH, Brunecker Straße 3, 6020 Innsbruck, Tel. 0512/58 6020, office@target-group.at, www.target-group.at Mitarbeiter dieser Ausgabe: Daniel Feichtner, Daniel Schreier, BA, Eva Schwienbacher, BA, Mag. Katharina Wildauer Grafik: Thomas Bucher Fotos sofern nicht anders gekennzeichnet: Axel Springer, Franz Oss Gesamtverkaufsleitung: Wolfgang Mayr Hersteller: Intergraphik GmbH, Innsbruck Die Rankings entstanden in Kooperation mit Creditreform Wirtschaftsauskunftei. Die Informationen zur Offenlegung gemäß § 25 MedienG können unter www.target-group.at/offenlegungen abgerufen werden.

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INTERVIEW

4


INTERVIEW

TIROLS ALLESKÖNNER Tirols größter Bezirk tut sich in mehreren Bereichen hervor. Was Innsbruck-Land ausmacht, wo seine Stärken liegen und welchen Herausforderungen sich der Bezirk in den kommenden Jahren gegenübersehen wird, erklärt MCI-Ökonom Simon Czermak. DA S INTERVIEW FÜHRTE DANIEL FEICHTNER. FOTOS: A XEL SPRINGER

W

„Vielfach werden in familiär geführten Betrieben auf lange Sicht gesehen nachhaltigere Entscheidungen getroffen.“

as macht Innsbruckeine starke Verbundenheit zur RegiLand wirtschaftlich aus? on. Vielfach werden in solchen UnSIMON CZERMAK: Zuternehmen auf lange Sicht gesehen nächst ist Innsbruckauch nachhaltigere Entscheidungen Land ein vielschichtig strukturierter getroffen. Wirtschaftsraum. Im Bezirk sind einige namhafte und erfolgreiche Gerade in den Tälern bestehen sehr SIMON CZERMAK, ÖKONOM , MCI Industrie- und Gewerbebetriebe kleine, oft schlecht angebundene angesiedelt. Dazu kommen starke Wirtschaftsräume. Ist AbwandeTourismusregionen mit hohen Nächtigungszahlen. rung in Innsbruck-Land ein großes Problem? Ich Gleichzeitig sind im Bezirk auch noch viele landwirt- glaube, dass dieses Problem nur in einigen sehr abgeschaftliche Betriebe erhalten, die den Charakter einer legenen Gemeinden des Bezirks besteht. Viele Komländlichen Region prägen, zur Gesamtwirtschafts- munen, die dem Ballungszentrum Innsbruck-Stadt leistung beitragen und wiederum positive Effekte für räumlich gesehen vergleichsweise nahe sind, verzeichdie Lebensqualität von Einwohnern und den Touris- neten in den letzten Jahren – nicht zuletzt aufgrund mus schaffen. der hohen Wohnungskosten in Innsbruck – sogar überdurchschnittliche Zuwächse bei den EinwohnerDer Bezirk ist sehr heterogen und kleinräumig auf- zahlen. Aber natürlich ist die Abwanderung – im Spegebaut. Bringt das Vorteile? Auch wenn häufig auf die ziellen die junger Leute – für betroffene Gemeinden Vorteile von Spezialisierung in bestimmten Bereichen ein Problem. gepocht wird, hat eine heterogen strukturierte Wirtschaft ebenso ihren Nutzen. Ein wesentlicher ist es, Gibt es Möglichkeiten, diese Kleinräume zu beleben? sozusagen auf mehreren „unterschiedlichen Stand- Ich denke, dass sich die Problematik der Abwandebeinen zu stehen“. Das bringt größere Unabhängig- rung in der Zukunft wieder entschärfen könnte. Auf keit und geringere Anfälligkeit im Falle von Krisen in der einen Seite wird das Leben in Ballungsräumen bestimmten Sektoren mit sich. Es ist sicherlich auch zunehmend teurer. Andererseits haben immer mehr von Vorteil, dass viele der ansässigen Unternehmen Menschen die Möglichkeit, ihre beruflichen Tätigkeiin Form von Familienunternehmen organisiert sind. ten sehr flexibel zu gestalten. Wenn jemand aufgrund Familiär geführte Betriebe haben nicht nur häufig von flexiblen Arbeitszeitmodellen und Möglichkeiten

➔ 5


Die Lage im Herzen Europas ist ein wichtiger Wirtschaftsfaktor für Innsbruck-Land. Gerade für die Bevölkerung gehen damit aber auch negative Effekte wie hoher Transitverkehr einher.

im Bereich Home-Office nicht mehr unbedingt jeden Tag um acht Uhr im Büro in Innsbruck sein muss, wird die Option eines Wohnorts in einer eher abgelegenen Gemeinde, die aufgrund ihrer natürlichen Umgebung eventuell sogar eine höhere Lebensqualität bietet, zunehmend attraktiv. Voraussetzung dafür ist, dass in einer zunehmend digitalen Arbeitswelt auch abgelegene Orte Einwohnern und Gewerbetreibenden schnelle und uneingeschränkte Zugänge zum Internet ermöglichen. Gleichzeitig wird es aber auch in naher Zukunft noch nicht möglich sein, alle Tätigkeiten zur Gänze digital abzubilden. einer Somit wird es auch wichtig bleiben, über gute Verkehrsanbindungen zu verfügen.

„Es wäre effektiven Lösung nicht dienlich, wenn die Benützung des Brenner Basistunnels schlussendlich die aufwändigere und kostspieligere Variante wäre.“

Ist der Tourismus ein nennenswerter Wirtschaftsfaktor in Innsbruck-Land und würde er hier eventuell Potenzial bieten? Wie bereits angeschnitten, ist der Tourismus auch für Innsbruck-Land ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Beispielsweise zählen Gemeinden im Stubaital und am Seefelder Plateau zu den stärksten Tourismusorten in Tirol. Um dieses Potential weiter abrufen und ausbauen zu können, wird für handelnde Akteure entscheidend sein, Trends am Markt rechtzeitig zu erkennen und auf diese zu reagieren. Auf diesen Weg können sie sich schlussendlich eventuell sogar Wettbewerbsvorteile verschaffen. Ein gutes Beispiel sind die „Fridays for Future.“ Diese Bewegung hat besonders im vergangenen Jahr weltweit beeindruckenden Zuspruch erfahren. Infol-

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gedessen wurde die Wichtigkeit der Umwelt von der breiten Bevölkerung innerhalb kürzester Zeit wahrgenommen und andere Problemfelder sind in den Hintergrund gerückt. Dieser Trend spiegelt sich in den Wahlergebnissen ebenso wider, wie im Konsumverhalten. Dazu zählt nicht zuletzt der Begriff „Flugscham“, der deutlich macht, dass das Thema auch im Tourismus angekommen ist. Für Anbieter einer Branche können solche Entwicklungen zum echten Risiko werden – aber auch zur Chance, wenn entsprechende Trends frühzeitig erkannt werden und man Kunden gezielte Lösungen anbietet. Kaum ein Bezirk ist vom Transitverkehr betroffen, wie Innsbruck-Land. Die damit einhergehende Belastung für die Bevölkerung ist groß – aber wie wichtig ist die Verkehrsader wirtschaftlich für Innsbruck-Land? Die zentrale Lage in Europa schafft für Österreich und Tirol sicherlich einen wirtschaftlichen Vorteil. Gleichzeig sind gerade Anrainer von Hauptverkehrsrouten im Bezirk Innsbruck-Land sehr stark von den negativen Auswirkungen des Transitverkehrs betroffen. In der Ökonomie werden diese im Kontext sogenannter externer Effekte diskutiert. Dabei zeigt sich, dass Verursacher nachteiliger Auswirkungen für die dadurch entstandenen Kosten – bezogen auf den Transitverkehr wären das beispielsweise Umweltschäden sowie negative Auswirkungen auf Gesundheit und Lebensqualität – nicht automatisch aufkommen müssen. Ohne staatliche Eingriffe würden solche Konsequenzen also über einen angemessenen Rahmen hinaus verursacht werden. Eine Möglichkeit, das zu unterbinden, besteht darin, Verursacher mit den


INTERVIEW

© SHUTTERSTOCK.COM

von ihnen verursachten wahren Kosten zu belasten. Während diese ökonomischen Zusammenhänge weitgehend unumstritten sind, gehen die Meinungen oft auseinander, wenn es um die Beurteilung dieser wahren Kosten geht. Könnte der Brenner Basistunnel hier die lang erhoffte Lösung sein, die allen gerecht wird? Ich denke der Brenner Basistunnel wird für Betroffene im Bezirk Innsbruck-Land für eine merkliche Entlastung sorgen. Wichtig ist es natürlich, dass diese neue Verkehrsroute in ein schlüssiges Gesamtkonzept eingebettet wird und dass wichtige begleitende Verkehrsprojekte, wie der Ausbau von Zulaufstrecken, möglichst rasch umgesetzt werden. Es wäre einer effektiven Lösung nicht dienlich, wenn aus der Sicht des Güterverkehrs die Benützung des Tunnels schlussendlich die aufwändigere und kostspieligere Variante wäre. Gleichzeitig wird der Tunnel aller Voraussicht nach nicht vor 2028 in Betrieb gehen. Da die Transitverkehrsproblematik in den kommenden Jahren bestehen bleibt, wird man

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INTERVIEW

Zur Person

Simon Czermak ist als Ökonom am Department Management & Recht des Innsbrucker MCI tätig. Neben der Lehre beschäftigt er sich in der Forschung vor allem im Bereich der Verhaltens-Ökonomie, die sich mit menschlichen Entscheidungen im wirtschaftlichen Kontext und daraus resultierenden Konsequenzen befasst.

sich wahrscheinlich auch in naher Zukunft weiter mit entsprechenden Herausforderungen und möglichen Zwischenlösungen befassen müssen. Gerade in Grenznähe haben viele Unternehmen mit der Konkurrenz zu anderen Wirtschaftsräumen zu kämpfen – sowohl was Absatzmärkte als auch Mitarbeiter betrifft. Was kann getan werden, um diesen Nachteil zu kompensieren? Grundsätzlich sollte der europäische Binnenmarkt als einheitlicher gemeinsamer Wirtschaftsraum funktionieren. Er soll es Anbietern und Nachfragern erlauben, Güter und Dienst- Damit gelingt es auch, Arbeitskräfte langfristiger an leistungen möglichst frei zu tauschen. Sie haben aber das Unternehmen zu binden. In weiterer Folge kann natürlich recht, dass der Warenverkehr am Binnen- eine so rekrutierte Belegschaft wiederum dabei helfen, markt weitgehend ungehindert stattfindet, die Rah- für die Kunden herausragende Produkte und Leistunmenbedingungen, unter denen die Marktteilnehmer gen zu schaffen. operieren, jedoch teilweise noch unterschiedlich sind. Hier würde ich es als sinnNicht nur das Fachkräfvoll empfinden, wenn auf teangebot ist beschränkt, „Unternehmen können sich europäischer Ebene die Hosondern auch der geomogenisierung weiter vorgraphische Raum. Bietet hervortun, indem sie Mögangetrieben wird. So kann Innsbruck-Land noch gelangfristig für möglichst lichkeiten zur Arbeitsalltags- nug Platz, um langfristigleiche Ausgangsvoraussetges Firmenwachstum oder gestaltung und flexiblen zungen für alle Beteiligten gar Neuansiedelungen zu Zeiteinteilung bieten.“ gesorgt werden. ermöglichen? Es ist in be Gelingt das nicht, stimmten Regionen sicherkönnen einzelne Anbieter mögliche Nachteile ei- lich möglich, dass es in Zusammenhang mit Neugentlich nur dadurch kompensieren, im Vergleich zur ansiedlungen und Firmenwachstum entsprechend Konkurrenz bessere Angebote und Leistungen zu ent- eingeschränkte geographische Rahmenbedingungen wickeln. So kann eine zunächst als nachteilig wahr- und Platzprobleme gibt. Auf der Ebene des Gesamtgenommene Situation mittel- bis langfristig auch die bezirks sehe ich diesen Gesichtspunkt momentan tenWettbewerbs- und Überlebensfähigkeit der Unterneh- denziell noch eher als untergeordnetes Problem an – men in Grenznähe stärken. insbesondere da sich in konkreten Fällen sicherlich Das gilt auch im Wettbewerb um Fachkräfte: alle Beteiligten bemühen werden, erfolgversprechende Unternehmen können sich hervortun, indem sie Mög- unternehmerische Aktivitäten zu unterstützen und gelichkeiten zur Arbeitsalltagsgestaltung und flexiblen eignete Lösungen zu finden.  Zeiteinteilung, sowie ein gesundes, soziales Umfeld und attraktive Entwicklungsmöglichkeiten bieten. Vielen Dank für das Gespräch. 8


„Die Kraft liegt im Team.“ Unsere Kraft liegt im Team. Wir als Team scheuen keine Heraus­forderung. Wir sind anders. Wir denken lieber „outside the Box“.

In unserem inno­vativen Arbeits­ umfeld mit flexiblen Arbeitszeiten sind wir für übermorgen gewappnet. Eine grund­solide fach­liche Ausbildung ist dabei nur ein Teil.

„Fit for Future“ bedeutet neben dem versierten Umgang mit digitalen Software­ programmen auch die Entfaltung der persönlichen Fähig­ keiten, die wir in jedem unserer Mitarbeiter mit gezielten Aus- und Weiterbildungs­ programmen fördern.

Unser gutes Betriebsklima entspringt unserem Teamspirit. Zusätzlich zum Team wird dir ein Mentor zur Seite gestellt, der dich von Anfang an betreut und in unser Unternehmen einführt.

Weitere Informationen oder Bewerbungen unter office@fidas-innsbruck.at oder www.fidas.at/Innsbruck Mag. (FH) Daniel Nöbauer und Mag. Astrid Graf, beide Partner der Fidas Österreich

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T O P.T I R O L

1.990 km Fläche

2

15,7 %

der Fläche Tirols

13,7 %

der Fläche ist Dauersiedlungsraum 1 10

608

Unternehmens­ neugründungen 

3


T O P.T I R O L

© SHUTTERSTOCK.COM

InnsbruckLand in Zahlen

Bruttowertschöpfung 

4

5,5 Mrd. Euro

2

gewerbliche Betriebe 

19 % des regionalen Bruttoinlands­ produkts Tirols

pro Einwohner

2

unselbstständig Beschäftigte  1) Quelle: Statistik Austria (Gebietsstand 1. Jänner 2017) 2) Quelle: Mitgliederstatistik WKT 2018 3) Quelle: WKÖ 4) Quelle: eigene Berechnungen WKT auf Datenbasis Statistik Austria, Stand 2017

41.800 Euro

9.949 50.501

11


T O P.T I R O L

Wachstum seit 2008:

+9,5 %

608

Altersstruktur 

Aktuell bilden

1

65 Jahre und älter

0–14 Jahre

15,6 %

17,7 %

179.318 Einwohner 2018

Lehrbetriebe

1.710

66,7 % 15–64 Jahre

Lehrlinge aus. 

2008 waren noch 2.369 Lehrlinge in Ausbildung. Das entspricht einem Rückgang von

Damit wohnen 23,8 % der Tiroler in Innsbruck-Land 1

6.902 Zuzüge

27,85 %

5.955 Wegzüge

2

Bezirk Innsbruck-Land 

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T O P.T I R O L

Betriebsgrößen 

3

Beschäftigtenstruktur

3

Ein-Personen-Unternehmen Kleinstbetriebe (1–9 Mitarbeiter)

4,8 %

Information & Consulting

5,9 %

1,6 %

Bank & Versicherung

Kleinbetriebe (10–49 Mitarbeiter)

22,3 % Gewerbe & Handwerk

Mittelbetriebe (50–249 Mitarbeiter) Großbetriebe (250+ Mitarbeiter)

60,9 % 31,6 % 6,2 % 1,1 %

0,2 %

Transport & Verkehr

Innsbruck-Land verbuchte im Tourismusjahr 2017/18

15,2 %

5.759.444

Tourismus & Freizeitwirtschaft

Nächtigungen 4

21,9 %

© AXEL SPRINGER

Industrie

28,3 % Handel

1) Quelle: Statistik Austria 2) Quelle: WKT 3) Quelle: Beschäftigtenstatistik der WKT 4) Quelle: Landesstatistik Tirol

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T O P.T I R O L

Für die Tiroler Gemeinden und die Tiroler Wirtschaft – Aufträge in Höhe von 342 Millionen Euro vergeben

© SHUTTERSTOCK.COM

Die GemNova, das Unternehmen der Tiroler Gemeinden, ist mittlerweile ein großer Umsatz-Bringer für die Tiroler Wirtschaft. Von allen Investitionen, die jährlich über die GemNova abgewickelt werden, gehen 95 Prozent an Tiroler Wirtschaftsunternehmen. In Summe waren dies zuletzt 342 Millionen Euro.

Unternehmen aus der Umgebung Aber nicht nur im Kleinen ist uns das „Für Tirol“ ein Bedürfnis, auch im Großen. Wenn immer aufgrund von gesetzlichen Vorgaben möglich, haben wir stets ein Auge darauf, dass Firmen vor Ort bei unseren Projekten in allen Landesteilen zum Einsatz kommen. Und dies gelingt uns, wie gesagt, in sagenhaften 95 Prozent der Fälle. Die geschätzte Arbeit der heimischen Betriebe mit der bekannten Top-Qualität zahlt sich auch für die Tiroler Gemeinden in zweierlei Hinsicht aus: in 14

Sachen Qualität genauso wie auch preislich. Die Inanspruchnahme der Dienstleistungen der GemNova haben den Tiroler Gemeinden im vergangenen Jahr die stolze Summe von 18 Millionen Euro gespart – die die Gemeinden wieder in die Wirtschaft investieren können. Doch nicht nur die GemNova unterstützt über diesen Weg die heimischen Kommunen, sondern auch die Tiroler Betriebe, die über die GemNova für die Gemeinden Kindergärten bauen, Schulen renovieren, Sportplätze errichten, Kommunalfahrzeuge beschaffen, und, und, und. Die GemNova unterstützt als größter kommunaler Dienstleister Österreichs mittlerweile nahezu alle Tiroler Kommunen und bringt tagtäglich Gemeinden und Tiroler Wirtschaft zusammen.

Alois Rathgeb und Nikolaus Kraak Unternehmensverantwortung E-Mail: geschaeftsleitung@gemnova.at

ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

D

as Tochterunternehmen des Tiroler Gemeindeverbandes hat eines ganz groß an seine Fahne geheftet: Bestmögliche Unterstützung für die Tiroler Gemeinden und damit auch für die Tiroler Wirtschaft zu bieten. Das wird tagtäglich gelebt und beginnt bereits im Kleinen. Beim alljährlichen Auftritt der GemNova bei der Kommunalmesse werden nur heimische Spezialitäten, von der Speckjause über Getränke bis hin zu Süßigkeiten, kredenzt und damit auch heimische Betriebe unterstützt. Und unsere geschätzten Tiroler Lieferanten mit ihren Tiroler Top-Produkten präsentieren wir auch stolz auf einem Aushang an unserem Messestand.


FĂźr die Tiroler Wirtschaft

Wir bringen die Tiroler Gemeinden und die Tiroler Wirtschaft zusammen.

95%, also 342 Millionen â‚Ź der Investitionen gehen an Tiroler Wirtschaftsunternehmen. 15


RANKING

DIE UMSATZ­KÖNIGE INNSBRUCKLANDS Rund 5,9 Milliarden Euro setzten die 25 umsatzstärksten Unternehmen Innsbruck gemeinsam um.

Der flächenmäßig größte Bezirk des Landes beheimatet wichtige Leitbetriebe der Tiroler Industrie und ist Tirols zweitgrößter Wirtschaftsraum.

Bei den in Innsbruck-Land ansässigen Firmengruppen zeichnet sich ein ähnliches Bild ab. Gemeinsam verzeichnen die 5 umsatzstärksten von ihnen einen Nettoumsatz von fast 5,8 Milliarden Euro.

16


RANKING

DIE TOP 25

UMSATZSTÄRKSTEN BETRIEBE IN INNSBRUCK-LAND M I TA R B E I T E R (IN EURO)

UMSATZ 2018

1.

D. SWAROVSKI Swarovski mit Sitz in Wattens entwickelt, produziert und vertreibt u. a. Kristall, echte Edelsteine, synthetische Diamanten sowie Schmuck, Accessoires und Beleuchtungslösungen.

4.800 4.800

2.700.000.000 2.700.000.000

=

2.

MPREIS WARENVERTRIEBS GMBH Das bereits im Jahr 1920 von Theresa Mölk gegründete Lebensmittelhandelsunternehmen ist Marktführer in Tirol und betreibt darüber hinaus Supermarktfilialen in Salzburg, Kärnten, Vorarlberg, Oberösterreich und Südtirol.

5.446 5.226

748.963.000 729.034.000

+

3.

TINETZ-TIROLER NETZE GMBH Die 100-prozentige Tochter der Tiwag mit Sitz in Thaur ist Tirols größter Verteilernetzbetreiber und versorgt mit elektrischer Energie.

8 8

323.000.000 218.006.157

+

4.

LIEBHERR-WERK TELFS GMBH Im Telfer Werk der Liebherr-Gruppe werden seit 1976 Baumaschinen mit hydrostatischem Antrieb produziert. Das Werk hat mittlerweile eine Gesamtfläche von 170.000 Quadratmetern und beschäftigt über 700 Mitarbeiter.

726 623

288.300.000 201.800.000

+

5.

PAPIERFABRIK WATTENS GMBH & CO KG 1 Die Tochterfirma der delfortgroup AG (Hauptsitz: Traun) in Wattens stellt Zigaretten- und Filterpapier her, das weltweit vertrieben wird.

420 443

216.171.713 216.171.713

=

6.

THÖNI INDUSTRIEBETRIEBE GMBH Das Hauptgeschäftsfeld des Telfer Familienunternehmens sind Aluminiumprodukte. Zudem ist es in der Energietechnik, im Anlagenbau und in der Schlauchproduktion tätig.

570 530

202.612.000 193.845.169

+

7.

FRÖSCHL AG & CO. KG Zu den Geschäftsfeldern des Haller Bauunternehmens zählen u. a. Baudienstleistungen (Hoch- und Tiefbau), Schotter, Natursteine, Beton, Recycling, Deponie und Betonfertigteile.

629 543

160.235.000 142.436.000

+

8.

SWAROVSKI – OPTIK 2 Swarovski Optik produziert am Sitz in Absam optische Präzisionsinstrumente wie Teleskope, Ferngläser, Zielfernrohre und optronische Geräte, die weltweit vertrieben werden.

957 930

156.300.000 146.300.000

+

9.

FELDER KG Das Unternehmen mit Sitz in Hall entwickelt und produziert seit der Gründung im Jahr 1956 Maschinen für die Holzverarbeitung.

600 560

120.000.000 109.000.000

+

70 65

114.724.000 102.480.000

+

10. 1

(TIROL)

2018

UNTERNEHMEN

INTERFOOD-LEBENSMITTELGROSSHANDEL GMBH Die Interfood Lebensmittelgroßhandel GmbH wurde 1992 in Hall gegründet. Zu den Kunden zählen u. a. Einzel- und Großhandelsunternehmen.

2017

Umsatz 2017

Zahlen 2017 | 2 weltweit

➔ Quelle: Creditreform Wirtschaftsauskunftei und Angaben der Unternehmen. Angeführt sind ausschließlich Unternehmen mit Firmensitz in Tirol. Wenn nicht anders angegeben, handelt es sich um den aktuellen Nettoumsatz. Aufgrund von nachgereichten Zahlen kann es zu Abweichungen im Vergleich zu den Nettoumsätzen im Jahrbuch der Wirtschaft 2019 kommen. Trotz sorgfältiger Recherche sind alle Angaben ohne Gewähr.

17


RANKING

DIE TOP 25 UMSATZSTÄRKSTEN BETRIEBE IN INNSBRUCK-LAND

1

18

(TIROL)

(IN EURO)

2018

UMSATZ 2018

11.

LEITNER GMBH Die Seilbahnsysteme von Leitner sind weltweit im Einsatz und befördern Menschen nicht nur auf Skipisten, sondern etwa auch zu Sehenswürdigkeiten in Städten. Der Firmensitz ist in Telfs.

175 163

93.817.126 130.224.458

-

12.

SERVUS HANDELS- UND VERLAGS-GESELLSCHAFT M.B.H. Servus Handels- und Verlags-Gesellschaft m.b.H. mit Sitz in Innsbruck ist ein Versandhändler, der auch im Großhandel tätig ist.

197 206

93.147.612 93.761.725

-

13.

PRIM AS TIEFKÜHLPRODUKTE GESELLSCHAFT M.B.H. Das in Oberhofen angesiedelte Unternehmen ist Teil der deutschen Freiberger-Gruppe und produziert Tiefkühlpizza für verschiedene Handelsmarken.

276 267

69.917.282 68.004.772

+

14.

ILF CONSULTING ENGINEERS AUSTRIA GMBH Die Firma aus Rum ist ein Ingenieurs- und Beratungsunternehmen, das seine Kunden bei der Realisierung von komplexen Industrie- und Infrastrukturprojekten unterstützt.

359 330

67.830.796 55.661.270

+

15.

TIROLER ROHRE GMBH Das Unternehmer aus Hall in Tirol entwickelt, produziert und vermarktet Rohrsysteme aus duktilem Guss für den Wassertransport sowie Pfahlsysteme für den Spezialtiefbau.

207 200

65.438.402 65.551.215

-

16.

DINKHAUSER KARTONAGEN GMBH Die Firma hat sich auf Verpackungslösungen und Produktpräsentationen aus Wellpappe und Karton spezialisiert. Der Sitz des Unternehmens ist in Hall.

255 225

60.690.677 60.313.091

+

17.

HOLLU SYSTEMHYGIENE GMBH Seit über 113 Jahren entwickelt das Tiroler Familienunternehmen mit Hauptsitz in Zirl innovative Reinigungs- und Hygienesysteme.

260 247

53.150.000 50.402.000

+

18.

FLUCKINGER TRANSPORT GMBH 1 Andreas Fluckinger leitet das Unternehmen in zweiter Generation. 1979 mit einem Lkw gegründet, zählt das Unternehmen heute zu den führenden Transporteuren Österreichs.

215 215

49.600.000 49.600.000

=

19.

PRINOTH GESELLSCHAFT M.B.H. Der italienische Hersteller von Pistenfahrzeugen und KettenNutzfahrzeugen gehört seit dem Jahr 2000 zur Leitner Gruppe. Telfs dient als österreichischer Firmensitz.

84 73

49.467.000 38.807.000

+

20.

BAU SÜDDEUTSCHE BAUMASCHINEN HANDELS GMBH 1 Das bayrische Unternehmen ist auf den Verkauf und die Vermietung von hochwertigen Baumaschinen spezialisiert. Die ÖsterreichNiederlassung befindet sich in Zirl.

1 1

48.236.023 48.236.023

=

21.

TRANSPORT LOGISTICA GMBH Das 1972 gegründete, auf Schwertransporte sowie Transporte mit Überlänge spezialisierte Unternehmen wird seit nunmehr 20 Jahren von Wolfgang Oberhofer geleitet.

49 46

48.172.797 39.433.098

+

22.

ING. BERGER & BRUNNER BAUGESELLSCHAFT M.B.H. 1938 gegründet, bietet Berger & Brunner Kunden heute Hoch- und Tiefbau ebenso wie Spezialtiefbau und Vermessungstechnik.

235 219

45.300.000 43.440.000

+

23.

AUTOHAUS HANS DOSENBERGER GESELLSCHAFT M.B.H. & CO. KG Das 1960 gegründete Familienunternehmen wird in dritter Generation von Emanuel Jahn geführt und gehört zu den größten Autohändlern Tirols.

85 60

45.000.000 42.500.000

+

24.

PETER TROPPACHER GMBH 3 Der Energieversoger mit Firmensitz in Volders betreibt elf Tankstellen in ganz Tirol. Neben Treibstoffen handelt das Unternehmen mit Heizöl, Pellets und Schmierstoffen.

22 24

44.000.000 44.000.000

=

25.

STUBAI KSHB GMBH Das Kompetenzzentrum Schmieden, Härten und Bearbeiten ist das Herzstück der Produktion der Genossenschaft Stubai. Seine Anlagen stehen allen Mitgliedsbetrieben zur Verfügung.

180 170

40.849.315 36.182.662

+

UNTERNEHMEN

Zahlen 2017 | 3 Zahlen 2016

2017

Umsatz 2017


RANKING

DIE TOP 5

UMSATZSTÄRKSTEN UNTERNEHMENSGRUPPEN IN INNSBRUCK-LAND (WELTWEIT)

UNTERNEHMEN

(IN EURO)

2018

UMSATZ 2018

34.500 32.000

3.500.000.000 3.500.000.000

=

2017

Umsatz 2017

1.

SWAROVSKI GRUPPE Zur Unternehmensgruppe zählen die drei Kommanditgesellschaften Swarovski Crystal Business (Kristallbereich; Nettoumsatz 2018: 2,7 Milliarden Euro), Swarovski Optik (optische Präzisionsinstrumente; Nettoumsatz 2018: 156 Millionen Euro) und Tyrolit (Schleifwerkzeuge; Nettoumsatz 2018: 676 Millionen Euro).

2.

MPREIS GRUPPE Der Tiroler Lebensmittelhändler betreibt 262 Märkte in Tirol, Salzburg, Kärnten, Vorarlberg, Oberösterreich und Südtirol. Auch zwei Produktionsbetriebe (die Bäckerei Therese Mölk und die Alpenmetzgerei) gehören dazu. Das Familien­unternehmen wird in vierter Generation geführt.

5.934 5.578

800.800.000 746.263.273

+

3.

SWARCO GRUPPE Die Firmengruppe aus Wattens bietet Produkte, Systeme und Komplettlösungen für Straßenmarkierungen, inner- und außerstädtisches Verkehrsmanagement, Parken, Elektromobilität, öffentlichen Nahverkehr und Straßenbeleuchtung. Das Unternehmen ist laut eigenen Angaben weltgrößter Ampelhersteller.

3.746 3.681

689.241.000 675.148.000

+

4.

´

HANDELSHAUS WEDL GRUPPE Die Wedl Gruppe umfasst vor allem die Bereiche Lebensmitteleinzel- und -groß­handel, Produktion und Vertrieb von Kaffee sowie Gastronomieund Tankstellenbelieferung. Zur Unternehmensgruppe zählen insgesamt ca. 20 Firmen.

1.399 1.361

517.500.000 499.000.000

+

5.

THÖNI GRUPPE Das Unternehmen wurde 1964 von Arthur Thöni in Telfs als Schlossereibetrieb gegründet und sukzessive zu einem erfolgreichen ´ Unternehmen ausgebaut, das in den Bereichen Aluminium, Maschinen- und Anlagenbau sowie Schlauchherstellung tätig ist. Die Thöni Gruppe umfasst neun Tochter- bzw. Schwesterunternehmen.

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274.000.000 261.500.000

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Quelle: Creditreform Wirtschaftsauskunftei und Angaben der Unternehmen. Angeführt sind ausschließlich Unternehmen mit Firmensitz in Tirol. Wenn nicht anders angegeben, handelt es sich um den aktuellen Nettoumsatz. Aufgrund von nachgereichten Zahlen kann es zu Abweichungen im Vergleich zu den Nettoumsätzen im Jahrbuch der Wirtschaft 2019 kommen. Trotz sorgfältiger Recherche sind alle Angaben ohne Gewähr.

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C-Plus

Türen

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Usability Testessen in der Werkstätte Wattens: Bei diesem Event konnten sich im Dezember Erfinder Feedback von potenziellen Nutzern holen.

PRODUKTTESTS BEI PIZZA UND BIER Empatic – User Experience Strategy unterstützt Unternehmen bei der Entwicklung und Optimierung digitaler Produkte und Services. Zum Angebot des Tiroler Start-ups zählen intensive Forschungsarbeiten, Design-Sprints sowie Testessen, um Ideen und Erfindungen auf die Probe zu stellen. T E X T: E V A S C H W I E N B A C H E R • F O T O S : F R A N Z O S S

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Design-Sprints Empatic – UX Strategy bietet auch Design-Sprints an. Dabei handelt es sich um ein von Google entwickeltes Konzept. Es besteht aus einem fünftägigen Prozess mit dem Ziel, ein Produkt oder die Weiterentwicklung eines Produktes in kürzester Zeit zu realisieren.

„Ein wichtiger Grundsatz in der User Experience ist, iterativ zu arbeiten, sprich ein Produkt bereits in der Entstehung durch Nutzer-Inputs laufend zu verbessern.“

Unter Moderation wird in Kleinteams intensiv an einem Projekt gearbeitet. Ein Prozess, der normalerweise mehrere Monate dauert, wird in fünf Tagen durchgeführt. „Interessant ist der Design-Sprint zur Validierung einer Idee“, erklärt Josef Mayerhofer. „Dadurch kann man verhindern, ein Produkt in die falsche Richtung zu entwickeln.“

J O S E F M AY E R H O F E R , U S ER E X P ER IEN C E D E S I G N ER

W

ie der Name Empatic – User Experience Strategy verrät, ist die Tiroler Firma auf User Experience, kurz UX, spezialisiert – was so viel wie Nutzererlebnis bedeutet. Josef Mayerhofer, Gründer und Geschäftsführer des Unternehmens, erklärt: „Wir arbeiten nutzerzentriert und versuchen, uns emphatisch in die Nutzer hineinzuversetzen, um deren Probleme im Umgang mit einem Produkt, einem Dienst oder einer Software zu lösen.“ Der Begriff User Experience kommt heute vor allem im Zusammenhang mit der Nutzung von Websites und Apps zur Anwendung, umfasst aber jegliche Art von Interaktion mit Produkten und Services. Mayerhofer, der an der Fachhochschule Technikum Wien User Experience Design unterrichtet, nennt ein Beispiel: „Auch bei einem Kinobesuch gibt es eine Nutzererfahrung. So beeinflussen beispielsweise die Wartezeiten beim Ticketkauf, die Polsterung der Sessel oder die Soundanlage unser Erlebnis.“

BERATUNG UND STRATEGIE­ENTWICKLUNG

User Experience ist nichts Neues. In den USA spielt es in der Produkt- und Serviceentwicklung schon lange eine Schlüssel-

Empatic – User Experience Strategy, kurz Empatic UX Geschäftsführer: Josef Mayerhofer Gründung: 2015 Firmensitz: Werk­ stätte Wattens Mitarbeiter: 6 Tätigkeit: Strategie­ entwicklung und Design im Bereich User Experience

rolle. Hierzulande gewinnt es zunehmend an Bedeutung. „Die beste User Experience ist jene, bei der man gar nicht merkt, dass sie stattgefunden hat“, erklärt Mayerhofer. „Jedes Softwareprodukt, das eine Anleitung braucht, ist problematisch. Niemand liest gerne Handbücher.“ Um solche Fehler zu vermeiden, unterstützt das 2015 gegründete Unternehmen Kunden in der strategischen Entwicklung sowie in der Planung und Umsetzung digitaler Produkte.

INTENSIVE FORSCHUNG

In Tirol stößt die Firma bisher vor allem im B2B-Bereich auf Interesse. So entwickelt Empatic UX zum Beispiel für Swarco, den weltweit größten Ampelhersteller, eine Software, um die unterschiedlichen Verkehrsmanagementsysteme des Tiroler Unternehmens weltweit zu vereinheitlichen. Bei solch komplexen Aufträgen macht die Forschung die Hälfte der Arbeit von Empatic UX aus. „Es geht dabei darum, durch genaue Recherchen und Analysen, die Branche und ihre Probleme genau kennenzulernen und zu verstehen“, erklärt der Firmengründer. Anhand der Forschungsergebnisse erstellen die User Experience Experten eine Strategie, die die Geschäftsziele des Unternehmens und die Bedürfnisse der Nutzer kombiniert. Im Austausch

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Zur Person Josef Mayerhofer ist Geschäfts­f ührer und Gründer von Empatic – User Experience Strategy. Der studierte Betriebswirt arbeitet außerdem als Dozent an der Fachhochschule Technikum in Wien. Vorher war der Innsbrucker als User Experience De­signer bei der Frank­ furter Börse tätig. Drei der sechs Köpfe hinter Empatic (v. l.): Moris Lauinger (UX/UI Designer), Josef Mayerhofer (Gründer und Geschäftsführer) und Tamara Kunert (User Experience Designer)

mit dem Kunden werden dann ein erster Prototyp der Software und schließlich die finale Benutzeroberfläche erstellt. „Ein wichtiger Grundsatz in der User Experience ist, iterativ zu arbeiten, sprich ein Produkt bereits in der Entstehung durch Nutzer-Inputs laufend zu verbessern“, so Mayerhofer. Auch mit der Markteinführung endet die Arbeit von Empatic UX noch nicht. Durch das Sammeln und Auswerten von Nutzerdaten wird das digitale Produkt stetig weiter verbessert.

PRODUKTTESTS IN LOCKERER ATMOSPHÄRE

Ein weiteres Angebot von Empatic UX ist das Usability Testessen, das in regelmäßigen Abständen in Tirol und Wien stattfindet. Bei diesem Event haben Unternehmen oder Erfinder die Möglichkeit, bei Pizza und Bier die Usability – also die Bedienbarkeit – ihrer Ideen oder Produkte kostenlos von Interessierten testen zu lassen. Das Konzept sieht insgesamt sechs Testrunden zu je zwölf Minuten vor. Jeder Teilnehmende kann sich das Feedback von sechs Testpersonen einholen. „Wir wollen Unternehmen zeigen, wie einfach es ist, sich Feedback einzuholen, das gleichzeitig sehr wertvoll in der Produktund Serviceentwicklung ist“, erklärt der User Experience Stratege. Probleme und 22

Verbesserungspotenziale von Ideen und Erfindungen können dadurch frühzeitig erkannt und Lösungsansätze entwickelt werden. Empatic UX ist im Moment vor allem in Wien und Deutschland bekannt. Jetzt will sich das junge Unternehmen auf den Tiroler Markt konzentrieren. „Die Digitalisierung in Tirol hat noch großes Poten­ zial. Wir wollen daher hier wachsen, um zum zentralen Player im digitalen Wandel in Tirol zu werden.“ Dafür wollen sie im Laufe dieses Jahres auch Verstärkung aus der Psychologie ins Team holen, um das Verhalten der Nutzer im Umgang mit einem Produkt oder einer Software noch besser verstehen zu können.

Beim Usability Testessen erfahren Erfinder, was andere von ihrer Idee halten.


T O P.T I R O L

Eine Tourismusschule in Bewegung

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n fünf Jahren vermittelt die Höhere Lehranstalt für Tourismus eine höhere fachliche Bildung, die mit drei Ausbildungszweigen und insgesamt vier Lehrabschlüssen inklusive Matura abschließt. Alternativ steht den SchülerInnen die Kulinarische Meisterklasse zur Auswahl, eine dreijährige Hotelfachschule mit hoher Praxisorientierung. Die VILLA BLANKA passt

ihr Unterrichtsangebot stetig an und hat deshalb einen praxisnahen Frontoffice-Unterricht mit neuer Rezeption ent­wickelt. Wohncampus mit Hotelkomponente Direkt an der Schule steht ein neuer Wohncampus mitsamt umfassenden Freizeitmöglichkeiten zur Verfügung. Die neue Villa Vital mit Fitnessclub, Schülerlounge

und Jausenbistro bietet jede Menge Freizeitspaß und ein gesundes dreigängiges Mittagessen ist für jeden inklusive. Dank der optimalen Verkehrsanbindung ist eine kurze Heimfahrt ab Freitagmittags garantiert sowie mit dem W-Bus eine direkte Verbindung von der Schule in die Stadt sichergestellt. Im diesjährigen Schuljahr wurde die VILLA BLANKA Bundessieger und Doppelgoldgewinner bei der Käsechallenge und erhielt den Diploma-Award der Universität Innsbruck sowie die Bronzemedaille beim internationalen AEHT Wettbewerb. Ebenso stellte die VILLA BLANKA nun auch noch den Falstaff-Talenty-Cup Sieger im Kochen. www.villablanka.com

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TAG DER OFFENEN TÜR

Koch/Köchin Restaurantfachkraft Hotel- und Gastgewerbeassistent/in Weiherburggasse 31, 6020 Innsbruck I www.villablanka.com 23


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Der mit der innovativen Technologie von Funkenflug ausgestattete Kaminofen LuTo wird zu 100 Prozent in Kematen in Tirol gefertigt.

TIROLER TÜFTLERTUM A

Innerhalb von nur wenigen Jahren schaffte es Alois Wegscheider dank seines Gespürs für Forschung und Entwicklung, seine Firma von einem Ein-Mann-Handwerks-Unternehmen zu einem hochinnovativen Produktionsbetrieb weiter zu entwickeln. T E X T: D A N I E L S C H R E I E R FOTOS: A XEL SPRINGER

ls Alois Wegscheider 2006 als Hafnermeister in die Selbständigkeit startete, ahnte er noch nicht, dass sein Wissenshunger und Erfindergeist ihn innerhalb von vierzehn Jahren zum Chef eines hochspezialisierten Produktionsunternehmens mit dreizehn Mitarbeitern und einem jährlichen Investitionsvolumen von mehreren hunderttausend Euro machen würde. Sein Unternehmen, die Funkelflug GmbH, konnte in den letzten Jahren einer Reihe von erfolgreichen Entwicklungen im Bereich der Feuerraumtechnik und des Ofenbaues initiieren und drei international geschützte Patente anmelden, die neue Maßstäbe im Bereich der Emissionseinsparung bei der Verbrennung von Scheitholz und des Designs von Öfen setzen.

VOM HANDWERKER ZUM PRODUKT­ENTWICKLER

In den ersten Jahren seiner Selbständigkeit arbeitete Alois Wegscheider noch als klassischer Ofenbauer, mit einem Gesellen und einem Lehrling. „Ich konnte zwar mit dem Ofenbau wirtschaftlich überleben, aber es 24


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Nachdem keine Zulieferer aus der Metallbranche gefunden werden konnten, startete Funkenflug die eigene Produktion für sämtliche Metallteile.

war nicht unbedingt ein großer Erfolg“, erinnert sich Wegscheider. „Für mich gab es dann die Optionen: entweder ein großes Ofenbaustudio mit vielen Mitarbeitern aufzumachen oder ein Ein-Mann-Betrieb zu bleiben und das bis zur Pension zu machen. Das war mir dann aber zu langweilig“. Es kommt anders als Wegscheider es gedacht hatte. Im Jahr 2009 startete er sein erstes Forschungsprojekt im Rahmen des Förderprogramms „Kreatives Handwerk Tirol“. Das Ziel: die Entwicklung eines kleinen und sparsamen Ofens für den Endkonsumenten. Obwohl sich das Produkt im Nachhinein als nicht realisierbar herausstellte, legte Wegscheider mit dieser ersten Entwicklungsidee den Grundstein für den weiteren Erfolg des Ke„Ich konnte mater Unternehmens.

MODULARES BAUSYSTEM

zwar mit dem Ofenbau wirtschaftlich überleben, es war aber nicht unbedingt ein großer Erfolg.“

Auf den Geschmack gekommen, setzte Wegscheider den einmal eingeschlagenen Weg der eigenständigen Forschung fort. Das nächste Innovationsprojekt, dem sich der aber ein neues technisches ProbAutodidakt verschrieb, war die Entlem: Konventionelle Metallteile, wie wicklung eines modularen Systems Ofentüren und Beschläge, passten feuerfester Ofenbausteine und der ALOIS WEGSCHEIDER, GESCHÄF TSFÜHRER FUNKENFLUG nicht mehr zu den Einzelanfertigundazugehörigen Keramikteile: „Das gen, die durch das Bausteinsystem Ziel war, einen Baustein für den Hafner zu produzieren, der es ihm ermöglicht, technisch gebaut werden konnten. Da es damals nicht möglich komplizierte Öfen auf einfache Weise herzustellen. war, Zulieferer aus der Metallverarbeitungsbranche Man kann sich die Bausteine wie einen Legostein zu finden, die diese Nische bedienen wollten, entmit verschiedenen Mustern und Längen vorstellen“, schied sich Wegscheider kurzerhand selbst in diesem erklärt Wegscheider. Der Jungunternehmer arbeitete Geschäftsfeld tätig zu werden und in die notwendige bei seinem neuen Vorhaben mit dem niederösterrei- Infrastruktur für die Produktion der Metallbauteile chischen Produzenten Ortner Ofentechnik zusam- zu investieren. Auch in diesem Bereich arbeitet Funmen, der die Bausteine nach erfolgreicher Serienreife kenflug bis heute mit seinem niederösterreichischen im Rahmen einer Lizenzvereinbarung fertigt und an Partner zusammen und fertigt Metallteile für den össelbstständige Ofenbauer als Grundmaterial für ihre terreichischen Hafnermarkt. eigenen Arbeit verkauft.

NEUE GESCHÄFTSFELDER

Das von Wegscheider entwickelte System ermöglichte das Setzen von immer komplexeren Speicheröfen in individuell anpassbaren Formen. Dadurch ergab sich

PRESTIGEPROJEKT

Nachdem Wegscheider bereits zwei seiner Ideen zur Marktreife bringen und sein Unternehmen dank seiner Innovationskraft stetig wachsen konnte, widmete sich der Tüftler seinem nächsten und bis dato wich-

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wir Zuluft-Temperaturen von bis zu 400 Grad Celsius, die dann zu einer saubereren Verbrennung führen, die bis zu zwei Drittel weniger Emissionen als die derzeit modernsten Öfen abgibt“, so Wegscheider stolz.

AM SCHEIDEWEG

Die Metallverarbeitung wurde in den letzten Jahren zu einem der wichtigsten Tätigkeitsbereiche von Funkenflug.

tigsten Projekt: der Entwicklung einer Brennkammer mit Wärmetauscher, die den Emissionsausstoß von mit Scheitholz betriebenen Öfen stark reduziert. Auch hier kam der Impuls aus der Kooperation mit einem bereits etablierten Partner, der deutschen EHV GmbH, einem der größten Vertriebsunternehmen für Holzöfen im deutschsprachigen Raum. 2011 startet die Entwicklung, die sieben Jahre später mit der gemeinsamen Patentanmeldung der beiden Unternehmen erfolgreich abgeschlossen werden konnte. Bereits ein Jahr später kann Funkenflug mehrere tausend Öfen mit der neu entwickelten Technologie in Kematen produzieren und ein sattes Umsatzplus einfahren. „Wir nutzen die Wärme, die die Brennkammer abgibt, um die Zuluft zu erwärmen. Dadurch schaffen

Die erfolgreiche Erweiterung des Produktportfolios von Funkenflug stellt Wegscheider jetzt vor eine schwerwiegende Entscheidung: „Wir müssen uns gerade die grundsätzliche Frage stellen, wo wir mit dem Unternehmen hin wollen: Bleibt man in der Größe, die man bereits hat oder steigert man die Produktions­ kapazitäten?“ Will der Betrieb weiter wachsen, muss bald ein neuer Standort gefunden werden, da die derzeitige Produktionsstätte in Kematen aus allen Nähten platzt. Potentielle Standorte gäbe es, doch viele davon befinden sich etwas abseits der klassischen Industrie­ standorte in der Inntalfurche und sind damit nicht die erste Wahl für Wegscheider: „Obwohl es wirtschaftlich Sinn machen würde, traue ich mich nicht mehr in die Peripherie zu ziehen, da ich dort keine Mitarbeiter mehr bekomme und meine bestehenden auch nicht bereit sind, dorthin zu pendeln. Der Standort muss attraktiv sein, damit man überhaupt Mitarbeiter bekommt.“ Da der junge Innovator aber bereits an weiteren Produktideen arbeitet, die auch im eigenen Unternehmen erzeugt werden sollen, wird wohl ein Umzug in den nächsten Jahren unumgänglich sein.

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„Der Standort muss attraktiv sein, damit man Mitarbeiter bekommt.“ ALOIS WEGSCHEIDER


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FEST IM SATTEL

Kriemhild Morgenroth ist Herstellerin von Vollmaßsätteln für den Reitsport. Von der Leutasch aus führt sie ihr Unternehmen für hochwertige, maßgeschneiderte Sättel für Kunden in Mittel- bis Nordeuropa. T E X T: K A T H A R I N A W I L D A U E R • F O T O S : F R A N Z O S S

S

eit ihrem 18. Lebensjahr arbeitet Kriemhild Morgenroth beruflich mit Pferden. Sie war eine der ersten weiblichen Absolventinnen der Deutschen Reitschule in Warendorf und hat mehr als 25 Jahre Erfahrung als Berufsreiterin. „In dieser Zeit war ich immer wieder damit konfrontiert, dass Sättel nicht passen. Das wird zwar oft verleugnet, aber wenn ein Sattel nicht passt, dann haben Pferd und Reiter Probleme“, erzählt Morgenroth. Wie schwierig die Suche nach einem passenden Sattel ist, erfuhr sie schließlich auch mit ihrem eigenen Pferd, Fili. „Jedes Pferd hat eine natürlich Schiefe. Innerhalb eines Jahres habe ich drei hochpreisige Sättel gekauft – und keiner passte“, so Morgenroth. Daraufhin beschloss sie, selbst das Handwerk des Sattlers zu lernen.

VON DER BERUFSREITERIN ZUR SATTELFITTERIN

Nach der Ausbildung zum Sattelfitter in Deutschland arbeitete Kriemhild Morgenroth fünf Jahre lang zusammen mit ausgewählten, internationalen Sattelmarken. „Ich habe über die Jahre aber festgestellt, dass meine Ansprüche an Qualität 28

und Nachhaltigkeit sich nicht mit der Produktion größerer Hersteller vereinen lassen“, sagt Morgenroth. Seit Juni 2019 entwickelt, designt, produziert und vertreibt sie mit ihrem Unternehmen Kriemhild Morgenroth Saddlery in Deutschland maßgefertigte Premium-Ledersättel. Das Geschäft sei sehr gut angelaufen, die Unternehmerin bekommt Anfragen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz sowie skandinavischen und baltischen Ländern.

DAS GESCHÄFTSMODELL

Der Markt für Maß-Sättel sei ein Nischengeschäft: „Zu mir kommen jene Kunden, die eine Odyssee auf der Suche nach dem richtigen Sattel erlebt haben. Es ist schön zu sehen, wenn man für jede Herausforderung eine Lösung finden kann“, erklärt die Unternehmerin. Neben ihren eigenen Sätteln ist Kriemhild Morgenroth das Vermitteln von Fachwissen über Sattelfitting ein Anliegen. Sie kooperiert mit der Veterinärmedizin der Universität Leipzig, hält Vorträge und Workshops in Reitschulen und Vereinen. „Je mehr die Reiter über den Sattel und die Anatomie und Biomechanik des Pferdes wissen, desto besser“, ist Morgenroths An-

„Je mehr die Reiter über den Sattel und die Anatomie und Biomechanik des Pferdes wissen, desto besser.“ KRIEMHILD MORGENROTH


Geschäftsbasis und Zuhause Leutasch: Von hier koordiniert Kriemhild Morgenroth Produktion und Vertrieb ihrer Sättel.

satz. Ab Mai unterrichtet sie auch an einer Fachhochschule für Pferdephysiotherapie in Dänemark. Obgleich die Sattelproduktion in Deutschland und ihr Markt im deutschsprachigen Raum und Skandinavien bis hin zum Baltikum ist, bleibt die Leutasch die geschäftliche Basis des Betriebes: „Österreich ist wesentlich unternehmerfreundlicher als Deutschland“, ist Morgenroth überzeugt. Besonders die Beratung und Unterstützung durch Interessensverbände wie der Wirtschaftskammer sei hervorragend.

DER KRIEMHILD MORGENROTH SATTEL

„Das Besondere an meinem Sattel ist der individuell an das Pferd angefertigte Sattelbaum, der Basis eines jeden Sattels“,

erklärt Kriemhild Morgenroth. Herkömmliche Hersteller nutzen meist standardisierte Sattelbäume. „Unterschiedliche Größen werden dann über eine Verlängerung des Sattelbaumes nach hinten erzielt. Dann muss man aber eher das Pferd zum Sattel finden und nicht umgekehrt“, weiß die Sattelfitterin. Bei Kriemhild Morgenroth dagegen wird jeder Sattel nach Maß gefertigt, auch der aus Vollkunststoff gegossene Sattelbaum. „Der Komfort für Pferd und Reiter ist dann natürlich ein anderer. Nur so schaffen wir es, den Reiter genau in den richtigen Schwerpunkt zu bringen“, sagt Morgenroth. Die Messgeräte, teilweise in Tirol produziert, sind Morgenroths wichtige Hilfsmittel bei Kunden­ terminen.

DIE PRODUKTION

Eine nachhaltige und möglichst regionale Produktion war Kriemhild Morgenroth bei ihrer eigenen Kollektion besonders wichtig. „Viele Sättel werden in Billiglohnländern hergestellt, da lassen sich die Produktionsbedingungen und Qualitätsstandards nur schwer überprüfen“, ist die Unternehmerin überzeugt. Dabei sei gerade die Lederqualität wichtig, um eine lange

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© PALLE THILQVIST (3)

Wie ist ein Sattel aufgebaut? Vorderzwiesel

Kopfnagel

Hinterzwiesel

S attelsitz

kleine Tasche

Knielage S attelkissen

S attelblatt

Mit Theaterkreide vermisst Kriemhild Morgenroth das Pferd, bevor der Sattel nach Maß gefertigt wird. Auch die Polsterung mit Schafwolle übernimmt die Sattelfitterin vor Ort im Stall.

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Haltbarkeit garantieren zu können. Mor- dentermin vermittle ich das nötige Hingenroth setzt auf Leder von Süddeutschen tergrundwissen am jeweiligen Pferd“, so Bullen, das im Vergleich zu italienischem Morgenroth. Spätestens beim Probereiten oder französischem Leder dicker ist. „Man erkenne sie, welcher der richtige Sattel sei – findet hierzulande auch noch gute Gerber und auch der Reiter würde die Unterschieund Werkstätten, wenn de schnell spüren. man Zeit investiert und Entscheidet sich der sich vor Ort ein Bild von der Interessent für einen maß„Österreich Herstellung und Qualität gefertigten Sattel, dauert ist wesentlich die Produktion etwa sechs macht“, meint Morgenroth. Material und Produkunternehmer- Wochen. Die finale Anpastion schlagen sich naturgesung führt Morgenroth ermäß auch im Preis nieder: freundlicher als neut beim Kunden durch: Ein Sattel der Premium-LiDeutschland.“ „Der Sattel wird mit reiner nie beginnt bei 5.400 Euro, Schafwolle gepolstert und hat aber eine Lebensdauer das Kopfeisen, wenn nötig, von rund 15 Jahren. Ab Februar wird zu- kalt verstellt und angepasst.“ Nach sechs sätzlich auch ein Classic-Sattel in einer Monaten findet ein Kontrolltermin statt, günstigeren Preisspanne erhältlich sein. da sich die Füllung dem Rückenverlauf des Tieres anpasst und setzt. „Es ist ein sehr DAS SATTELFITTING zeitintensives und aufwändiges UnternehBekommt Kriemhild Morgenroth eine men, doch für mich steht der KundenserKundenanfrage, holt sie zunächst Maße vice im Fokus“, sagt Kriemhild Morgenroth. von Pferd und Reiter sowie Informationen Und auch der im Sattel geprägte Leitspruch zur Reitweise ein. Danach folgt ein Termin „In dubio pro equo“ gibt Aufschluss über vor Ort, bei dem die Sattelfitterin das Pferd die Motivation der Unternehmerin: Im und den Reiter vermisst. „Bei jedem Kun- Zweifel für das Pferd. 


Das neue Jahr wird vielleicht besser. Das neue Haus ganz sicher. NEU AB 2020 JENE : W DESI EIN GN

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