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Essen aus der Tonne

Wenn Lebensmittel im Müll landen

lebt Austropop 2er Beziehung Vom Lechtal in die Charts:

„Zu zornig“

P.b.b. 09Z037987M, 6020 Innsbruck

Sigrid Maurer (Ex-ÖH) im Interview M it den sten w icht ig

ine11n– Tenr12m 2 1 . . 20 vo

12 13. 2. 20

Au sgabe

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1 Dezember 201 ng

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n e d l e H von heute Welche Idole hat Innsbrucks Jugend?


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Editorial

Meine Wünsche ans Christkind von Michael Steinlechner m.steinlechner@602 0stadtmagazin.at

Liebes Christkind, ich wünsche mir von dir, dass die wirtschaftliche Rea­ lität auch endlich in den Köpfen unserer Lenker an­ kommt. Damit diese verstehen, dass das Leben immer teurer wird und dabei das Geldverdienen immer härter, dass diese zumindest glaubhaft vorgeben, die Proble­ me der Normalos zu verstehen, und nicht länger leben, als würden Gesetze für sie nicht gelten. Liebes Christ­ kind, ich wünsche mir einen Wirtschaftskammer-Prä­ sidenten, der, solange er ein öffentliches Amt ausübt, darauf verzichtet, seinen Ferrari auszuführen. Dabei ist es mir völlig egal, wo dieser gemeldet ist, wobei ich es nicht für sonderlich schlau halte, nach außen hin für die Tiroler Wirtschaft zu kämpfen und selbst in Liechten­ stein seiner Steuerpflicht nachzugehen. Ich will einfach nicht wissen, welche Dimensionen der Fuhrpark eines Herrn Bodenseers hat, und wenn ich es schon wissen muss, möchte ich nicht daran erinnert werden. In einem öffentlichen Amt gelten andere Regeln wie in der Wirt­ schaft, auch wenn das Amt mit Wirtschaft zu tun hat. Weiters habe ich noch einen fast schon unverschämt großen Wunsch, liebes Christkind. Mach, dass Politi­ ker entweder nicht korrumpierbar sind oder so clever sind, dass wir es nicht merken. Ich will weder wissen, wie groß die Wohnungen unserer Landesräte sind, noch wie deren Vermieter heißen und in welchem Ausmaß sie von öffentlichen Geldern profitieren. Und sollte ich doch Details wie Miethöhen erfahren, sorge bitte da­ für, dass auch ich die gleichen Konditionen erhalte. In

einer Stadt, die exorbitante Mieten einhebt und dabei nur durchschnittliche Gehälter ausschüttet, wäre das für viele eine echte Erleichterung. Nicht, dass wir uns irgendwann alle bei unseren Eltern anmelden müssen, weil wir uns keine eigene Wohnung leisten können. Zu guter Letzt wäre uns auch sehr geholfen, wenn du – liebes Christkind – generell einmal in der Politik auf­ räumen würdest. Auch wenn er jetzt endlich mal selber was geschrieben hat, möchte ich keine Argumentatio­ nen von Herrn zu Guttenberg mehr hören, dass er unab­ sichtlich Plagiat betrieben hat, denn wenn er absichtlich betrogen hätte, wäre die Täuschung viel geschickter ausgefallen. Geht’s noch? Ich will auch keine Grassers und Meischbergers mehr in irgendwelchen Medien­ berichten sehen, die mit Society-Events oder anderen schönen Seiten des Lebens zu tun haben. Wer offen­ sichtlich Dreck am Stecken hat, sollte sich zumindest nicht ständig in Erinnerung rufen. Und dankbar wäre ich auch, wenn du ein paar – idealerweise nicht korrup­ te – Politiker finden würdest, die unser Land regieren möchten. Oder anders formuliert: Wer alle Mitglieder der Tiroler Landesregierung und der österreichischen Bundesregierung aus dem Stegreif nennen kann, darf sich von mir was Großes zu Weihnachten wünschen. Wer Google zu Hilfe nehmen muss, darf sich immerhin noch was Kleines wünschen. Ich weiß, dafür, dass ich nicht an dich glaube, fordere ich ziemlich viel von dir – im Erledigungsfalle würde ich q mich natürlich erkenntlich zeigen.

Helden von heute Welche Idole haben die Innsbrucker Jugendlichen? Dieser Frage ist Willi Kozanek für 6020 nachgegangen. Er hat in zwei Gymnasien mit 70 Teenies gesprochen – und ist auf interessante Antworten gestoßen. Steve Jobs und Barack Obama sind cool, Lady Gaga nicht. Dass wir beinahe Chuck Norris vergessen hätten, tut uns natürlich leid. Zu lesen ab Seite 66!

In der Tonne Wie viele gute Lebensmittel die Supermärkte Tag für Tag in die Mülltonne kippen, bekommt der Normalverbraucher gar nicht mit. Doch es gibt immer mehr Menschen, die nicht mehr zuschauen wollen und sich ihr Essen aus den Tonnen fischen. Jane Kathrein war mit einem „Mülltaucher“ unterwegs und zeigt auf, wie sich Menschen gegen die Wegwerfgesellschaft auflehnen. Zu lesen ab Seite 16!

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© 6020/Rathmayr (1), 6020/Berger (1), Stefan Köll (1), Radek Capek (1)

inhalt

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Russen in IBK

Über die Idole der Jugend

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„Zu zornig“ Sigrid Maurer

10 Einer hat es, einer will‘s UIBk vernetzt Uni und Wirtschaft „Zu zornig“ Sigrid Maurer (Ex-ÖH) im Interview

14 30 Jahre Schutz und Hilfe Das Innsbrucker Frauenhaus 16

Neue Heimat

Mein Held

07 StadtlebEn

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22

Essen aus der Tonne „Mülltaucher“ gegen Verschwendung

20 Der Wettermann Karl Gabl geht in Pension

Felsen & Sound

Bernd Zangerls neuer Film

22 Ein Stück Russland Ein Verein sorgt für Heimatgefühl

64 MundArt Diesmal: Perlhuhn auf Sauerkraut

24 Immer noch gebraucht Die AIDS-Hilfe Tirol wird 25

66 Helden der Jugend Die Idole der Innsbrucker Schüler

26 Essay

69 Kunst und Design aus Tirol Diesmal: Martin Zulehner

28 Meinung

31 6020 market 55 Motor Die neuesten Autos unter der Lupe

63 leben

70 programm 77

Keine Rampensau Martin Klein im Porträt

78 Felsen & Sounds Bernd Zangerls neuer Film 82 Austropop aus Tirol 2erBeziehung im Gespräch

Impressum Herausgeber Medieninhaber & Verleger Chefredaktion Layout Produktion Mitarbeiter dieser Ausgabe Fotos Anzeigenverkauf Anschrift, alle Geschäftsführung Verlag Druck Hinweis

Michael Steinlechner target group publishing GmbH Barbara Wohlsein Philipp Frenzel NERO WerbeGmbH, Lisa Mang, Sophie Frenzel • www.nerografik.net Sylvia Ainetter, Steffen Arora, Klaus Erler, Florian Gasser, Sonja Kainz, Jane Kathrein, Willi Kozanek, Walter Mair, Johannes F. Park, Peter Plaikner, Flo Pranger, Michael Rathmayr, Flo Seidl, Sabine Theiner, Verena Zankl (Korrektur) Michael Rathmayr, Gerhard Berger, Coverfotos: 6020/Berger, TVB Thomas Pilgram, Walter Mair • verkauf@6020stadtmagazin.at Karl-Kapferer-Straße 5, 6020 Innsbruck • Telefon: 0512/58 6020, Fax: DW -20 E-Mail: redaktion@6020stadtmagazin.at Andreas Eisendle und Michael Steinlechner Niederösterreichisches Pressehaus Für eingesandtes Text- und Bildmaterial wird keine Haftung übernommen.

84 Ohrenschmaus und Augenweide 88 Das 6020-3D-Rätsel 89 6020 Exklusiv 90 Johannes F. Park

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STadtleben

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FB-Barometer

So sehen Sieger aus.

Innsbrucks Einkaufszentren Kaufhaus Tyrol: 8.151 Fans Sillpark: 3.460 Fans DEZ: 2.826 Fans © 6020/Rathmayr

Unsere dritte StraßenschildVerlosung hat einen würdigen Gewinner hervorgebracht: Florian Obermayr. Mit der Pacherstraße verbindet er nur allerbeste Erinnerungen – seit Jahren trifft er sich hier mit seinen zwei besten Freunden zum wöchentlichen Männer­ abend. „Am Freitag in der Pacherstraßn?“ ist bereits ein Standardsatz im Freundeskreis – nun gibt es das passende Straßenschild dazu, das demnächst die Wand über der Couch schmücken wird. Wir gratulieren!

Wer etwas auf sich hält, hat eine eigene Facebook-Seite. Diesmal im Freunde- und „Gefällt mir“-Vergleich:

West: 705 Fans

(Stand: 30. 11. 2011)

Nepal kulinarisch.

Nach 26 Jahren ist es Zeit für Veränderung: Der McDonald’s beim DEZ ist einige Meter übersiedelt, komplett neu ausgestattet und hat jetzt auch ein McCafé zu bieten. Für hungrige Parker: Einen McDrive gibt es immer noch. Jener am DEZ-Standort war übrigens der erste in ganz Österreich.

Kaffee, bitte. Wer auf richtig guten Kaffee Wert legt und einen Espresso um 1,20 Euro haben will, sollte dem „COFFEE kult“ in der Ing.-Thommen-Straße (Nähe Innrain, Neue Chemie) einen Besuch abstatten. Besitzer Cem Korkmaz ist „Austrian Barista Champion 2011“ und legt besonders viel Wert auf die richtige Zubereitung von Cappuccino & Co. Bereits seit 2008 betreibt Korkmaz ein Café im AZW am Innrain, die Zweigstelle beim Chemie-Institut ist seit Oktober geöffnet.

Geschichten und Schnitzeljagd. Ein besonders aufmerksames Rahmenprogramm gibt es heuer beim Weihnachtszauber am Wiltener Platzl, der bis 23. Dezember von Mittwoch bis Samstag (16 bis 20 Uhr) geöffnet ist. Jeden Mittwoch liest ein bekannter Wiltener eine Adventsgeschichte – mit dabei sind zum Beispiel die Schauspieler Walter Sachers und Dale Albright. Am Donnerstag heißt es „Wilten musiziert“ und jeden Freitag gibt es ein Kinderprogramm inklusive Stadtteilführung und Schnitzeljagd.

© 6020/Rathmayr

Mäc beim DEZ.

Ein Kleinod nepalesischer Küche gilt es in der Rhombergpassage zu entdecken. Dort führt Ramesh Thapa im ersten Stock der Amraser Straße 1 das Restaurant „MOMO to go“. Als Kellner und Koch in Personalunion kümmert er sich um das leibliche Wohl von maximal acht Gästen (mittags und abends geöffnet). Eine typische Menüfolge beinhaltet den Salat Chanila, Momos-Teigtaschen, Linsensuppe und Dal Bhat, das nepalesische Nationalgericht. Koch- und Reisetipps gibt es bei Ramesh Thapa, der erfahrener NepalTourenguide ist, gratis dazu. Reservierungen unter: 0650/6783039 oder 0512/342973.


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Im Bild

Momentaufnahme des Monats Occupy Innsbruck

Tanzen und spenden

Das Konzept der Veranstaltung „Raven für Huntington“, die am 15. Oktober in der Innsbrucker Markthalle stattfand, ist voll aufgegangen: 700 Besucher waren bei der Techno-Party mit DJ Sascha Funke dabei, Mitte November konnte der veranstaltende Verein „InnStadt Musik“ der Huntington Hilfe Tirol einen Scheck über 8.500 Euro überreichen.

Neues Studium.

Obwohl es bereits seit 1982 islamischen Religionsunterricht in Österreich gibt, konnte man das dazugehörige Lehramtsstudium bislang nur in Wien absolvieren. Das ist seit dem Wintersemester anders: Die Uni Innsbruck bietet in Kooperation mit der Uni Wien erstmals das Master-Studium „Islamische Religionspädagogik“ an. Die Mindeststudiendauer beträgt vier Semester. Prof. Ednan Aslan von der Uni Wien betonte bei der Vorstellung des Studienplans die Bedeutung des islamischen Religionsunterrichts für die Identitätsbildung und „Verheimatung“ von muslimischen Kindern in Österreich.


Innsbruck & Umgebung

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Gelantine VHS-Kurs des Monats Rechtschreibung verstehen Sind Sie einer/eine von vielen, die durch die Rechtschreibreform und die Reform der Reform (2006) gehörig verunsichert wurden? Dr. Baldauf unterstützt Sie in diesem Kurs, die jeweils richtige Schreibung selbstständig herzuleiten und kompetent einzusetzen. Vorrangig behandeln wir die schwierigsten Bereiche der Rechtschreibung, wie die Groß- und Kleinschreibung, die Getrennt- und Zusammenschreibung sowie die Beistrichsetzung. Selbstverständlich können Sie auch spezielle Wünsche äußern. Sie werden überrascht sein, wie schnell Sie auf dem Weg zum/zur dudenunabhängigen, mündigen Schreiber/-in sind. Zeit

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... für Innsbrucks Christkindlmärkte

PROTESTJUGEND. Dass die „Occupy“-Bewegung nicht nur an der Wall Street aktiv ist, beweist seit Mitte November eine Gruppe junger Innsbrucker, die sich im Walther­ park in St. Nikolaus niedergelassen hat. Die „Occupy Innsbruck“-Aktivisten diskutieren und formulieren hier ihre Forderungen – und dank guter Campingausrüstung sind die kalten Nächte auch „gar nicht so schlimm“.

Wie eine Online-Umfrage unter 1.000 Österreichern ergeben hat, sind die Innsbrucker Christkindlmärkte vor allem kulinarisch top. Der Markt in der Altstadt ist laut Meinung der Befragten sogar der beste in ganz Österreich, wenn es um das Speisen- und Getränkeangebot geht. Die Stände in der Maria-Theresien-Straße belegen gleich dahinter den Platz zwei. Der bekannteste und beliebteste Markt Österreichs ist jener am Wiener Rathausplatz. Die schlechte Nachricht ...

... für Pferdeäpfel

Wenn es nach Martin Hauser aus Pertisau geht, gehören stinkende Pferdeäpfel auf Straßen und Gehwegen bald der Vergangenheit an. Hauser hat ein System entwickelt, mit dem Pferdeäpfel direkt am Tier aufgefangen werden und so keinerlei Dreck und Geruch entsteht. Mit diesem Patent hat der Zillertaler Kutschenfahrer die diesjährige „120 Sekunden Chance“ gewonnen – bei diesem Ideencasting konnten kreative und tüchtige Köpfe ihre Geschäftsideen in zwei Minuten Redezeit vorstellen. Die drei besten Konzepte wurden mit Reisen und Sachpreisen belohnt.

Zahlen, bitte!

1,1 %

Nestroy für Bürcher.

Die extrem niedrige Aufklärungsquote von 1,1 Prozent bei Raddiebstählen ist ein weiterer

© TLT/Larl

Eleonore Bürcher vom Tiroler Landestheater ist mit dem Nestroy-Publikumspreis 2011 ausgezeichnet worden. Damit setzte sich die gebürtige Schweizerin gegen Schauspielgrößen wie Erwin Steinhauer und Michael Maertens durch. Die gebürtige Schweizerin ist seit 1981 Ensemblemitglied des Tiroler Landestheaters und wurde 2009 mit dem Ehrenzeichen für Kunst und Kultur der Stadt Innsbruck ausgezeichnet.

Beweis, dass Innsbruck kein gutes Pflaster für Pedalritter ist. Pro 100.000 Einwohner gibt es laut Statistik 683 geklaute Räder – das sind um 33 Prozent mehr als der österreichische Städtedurchschnitt. Zum Trost: In Salzburg werden noch mehr Fahrräder gestohlen.  Quelle: www.geld.de


10 VERNETZER. Lukas Paa vernetzt mit seinem OnlinePortal www.uibk.com Stu­ denten und Unterneh mer.

Einer hat es,

einer will’s L

ukas Paa vom Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus an der Universität Innsbruck ist stolz auf sein Forschungsprojekt. Seit einem Monat ist www.uibk.com online und das Feedback ist gut – „erste Projekte wurden bereits abgeschlossen“, sagt er.

Wirtschaft trifft Uni. Das Online-Portal ermöglicht es Unternehmern und Studenten, in Kontakt zu treten. Das Ziel ist es, eine Verbindung zwischen der Wirtschaft und der Universität Innsbruck herzustellen – „einfach und transparent“. Unternehmern bietet es die Möglichkeit, Aufgaben und Jobs auszulagern. Und zwar an Fachkräfte, sprich: Studenten. Diese können die Wirtschaftstreibenden direkt über „UIBk“ ansprechen. „Bei den ausgeschriebenen Projekten kann es sich um kleine Aufträge handeln, die schnell erledigt werden müssen und für die im Unterneh-

Was ist UIBk? • Online-Portal für Unternehmer und ­Studenten • Projektbezogene Aufträge • Profil kostenlos • Forschungsprojekt vom Institut für Strategisches Management, Marketing und Tourismus (Prof. Kurt Promberger und Lukas Paa)

www.uibk.com

men gerade keiner Zeit hat. Es können aber auch größere Projekte wie Marktanalysen sein, die sich über Monate hinziehen. Dabei können auch mehrere Studenten unter Betreuung beispielsweise eines Dozenten den

„Während des Studiums ist es unter Umständen schwierig, mit Wirtschafts­ treibenden in Kontakt zu kommen, besonders wenn man nicht gerade jeman­ den in einem Unternehmen Lukas Paa kennt.“ Job erledigen“, erklärt Paa. In jedem Fall profitiert das Unternehmen von der schnellen und zuverlässigen Arbeitsleistung – und es kann darüber hinaus Verbindungen zu zukünftigen Fachkräften aufbauen. Für Studenten ist „UIBk“ eine ideale Plattform, um Berufserfahrung und Referenzen zu sammeln. „Während des Studiums ist es unter Umständen schwierig, mit Wirtschaftstreibenden in Kontakt zu kommen, besonders wenn man nicht gerade jemanden in einem Unternehmen kennt“, weiß Lukas Paa. Auf „UIBk“ finden Studenten Aufträge und Jobs, die ihren Qualifikationen entsprechen. Sie haben die Möglichkeit, sich zu profilieren, denn ein zur Zufriedenheit aller abgeschlossener Auftrag führt zu einem positiven Image. Beide, Unternehmer und Student, bewerten sich auf der Seite gegenseitig.

Angebot und Nachfrage. Die Unternehmer schreiben auf www.uibk. com ihre Projekte aus, neben inhaltlichen Anforderungen und dem Abgabetermin wird

© 6020/Rathmayr

Das innovative Innsbrucker Job-Portal www.uibk.com hilft Unternehmen und Studenten, sich zu finden. Die Wirtschaft profitiert vom Know-how, die Studenten sammeln Erfahrungen und Von Sabine Theiner Referenzen. 

auch das Honorar angeführt. Studenten bewerben sich online für Aufträge, die zu ihren Erwartungen und Vorstellungen passen. Der Unternehmer wählt aus allen Bewerbungen jene aus, die ihm für den Auftrag am besten geeignet scheint. Dazu Lukas Paa: „Jeder kann sich kostenlos ein Profil anlegen. Studierende sollten darauf achten, ihr Fachgebiet möglichst genau zu definieren. Wer zu viele Kenntnisse und Fachgebiete nennt, tut sich keinen Gefallen. Das verwässert das Kompetenzgebiet, was nicht der Sinn der Sache ist.“ Bis zu drei Wissensbereiche können angegeben werden.

Gut ausgebildet und zuverlässig. Dem Online-Projekt liegt eine Studie zu Grunde: Eine Umfrage unter 2.500 Unternehmen hat ergeben, dass das Interesse der Wirtschaftstreibenden, projektbezogen mit Studenten zusammenzuarbeiten, sehr groß ist. Studenten gelten als zuverlässig und gut ausgebildet. Dass sie als kostensparende Arbeitskräfte angesehen werden, fällt laut dieser Studie nicht ins Gewicht. „UIBk“ ist bislang das einzige OnlinePortal in Österreich, das Studenten und Unternehmer auf diese Weise zusammenführt. Es vernetzt und bündelt Kompetenzen auf eine Weise, von der beide Seiten profitieren: Jobs werden ausgeschrieben, vergeben und rasch und zuverlässig erledigt. Wer sich angesprochen fühlt – es lohnt sich. q


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„Ich bin viel

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Politik zu machen“ Zwei Jahre lang war Sigrid Maurer für die „Grünen und Alternativen StudentInnen“ (GRAS) Vorsitzende der Österreichischen Hochschülerschaft. Seit diesem Semester ist die 26-jährige Stubaitalerin wieder reguläre Studentin, und zwar für Soziologie an der Universität Wien. Ein Gespräch über SkilehrerInterview: Florian Gasser, Charme, Bildungspolitik und Deutsche.  Sigrid Maurers Zeit als ÖH-Vorsitzende war nicht gerade langweilig: In ihre Amtszeit fielen unter anderem die Studentenproteste und die Besetzungen der Universitäten im Herbst 2009, die sie massiv unterstützte. Drei Wissenschaftsminister hat sie miterlebt.

Du lebst seit über zwei Jahren in Wien und sprichst noch immer tirolerischer als so mancher Tiroler. Ist das Absicht? Sigrid Maurer: Das ist seltsamerweise oft ein Thema. Mir selber ist das gar nicht bewusst, dass ich einen so starken Dialekt spreche. Ich sehe aber keinen Grund dafür, mich zu bemühen, Hochdeutsch zu sprechen. Funktioniert dieser Tiroler Schmäh in Wien noch? Weiß ich nicht. Außer der Sprache habe ich diesen Schmäh eh nicht. Dieses Kumpelhafte und der Skilehrer-Charme sind mir fremd. Fühlst du dich erleichtert, nun nicht mehr ÖH-Vorsitzende zu sein? Es ist angenehm, wieder Zeit zum Studieren zu haben. Ich habe in den zwei Jahren keine Prüfung gemacht, das wäre auch völlig utopisch bei 60 bis 80 Arbeitsstunden pro Woche. Erleichtert ist aber das falsche Wort, ich habe das nämlich sehr gerne gemacht. Was hat sich in den zwei Jahren an den Universitäten geändert? Was sich massiv geändert hat, ist, dass die Leute, die bereits länger an der Uni sind, viel

politisierter sind als früher. Die vergangenen Jahre waren wichtig, damit bestimmte bildungspolitische Themen den Leuten einfach bewusst werden. Die Diskussionen sind breiter geworden. Weil der Leidensdruck größer ist? Das wird immer als Grund für die Unibesetzungen von 2009 angeführt. Ich bin mir da aber nicht so sicher. Damals sind einfach viele Faktoren zusammengetroffen. Ob es aber der Höhepunkt des Leidensdrucks war, kann ich nicht sagen. Die Studentenzahlen sind höher, man muss mehr um Seminarplätze kämpfen … Das stimmt doch gar nicht, das ist schlichtweg falsch. In bestimmten Fächern war das schon immer so. Ja, die Studierendenzahl wächst. Aber auch, weil sich die Leute wegen der Studiengebührenabschaffung wieder mehr Zeit lassen. Die Zahl der belegten Lehrveranstaltungen ist aber eine ganz andere Sache, weil 60 Prozent der Studierenden nebenbei arbeiten müssen. Die Situation wird definitiv nicht besser und in manchen Richtungen wie etwa der Internationalen Entwicklung in Wien gibt es akute Probleme, aber es wurde in den vergangenen zwei Jahren nicht gravierend schlechter. Aber die Diskussion wird vermehrt geführt. Schon, aber oft wurde auch über Dinge gesprochen, die nicht stimmen. Im vergangenen Sommersemester wurde überall geschrieben, Deutsche würden uns überschwemmen. Das ist de facto nicht eingetreten.

„Es gibt immer Dinge, die man besser hätte machen können, aber einen großen Fehler im Sinne von ‚eine komplett falsche Entscheidung treffen‘ haben wir nicht gemacht.“ 

Sigrid Maurer

An der Psychologie in Innsbruck waren mehr deutsche Studenten angemeldet als österreichische, es herrschen massive Platzprobleme. Das war aber davor auch schon so, das ist ja nichts Neues. Die Quotenregelung, die für Medizin gilt, gibt es für Kommunikationswissenschaften und Psychologie eben nicht. Ist das gut oder schlecht? Das ist gut. Wir sind Teil des Bolognaprozesses, wir sind ein Teil Europas. Österreichi-


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Haben die Unibesetzungen das geschafft, was die ÖH seit Jahrzehnten nicht hinbekommt – nämlich den Bildungsdiskurs auf eine höhere Ebene zu heben und mehr Leute damit zu erreichen? Natürlich ist so eine Besetzung spannender als die 27. Presseaussendung der ÖH zum selben Thema. Aber: Die Positionen von „Unibrennt“ wären bei den Studierenden aber gar nicht mehr präsent gewesen, hätte die ÖH nicht genau diese seit Jahren vertreten. Ohne die ÖH hätte es „Unibrennt“ in der Form also gar nicht gegeben. Was bei der ÖH auffällt, ist ein fast schon Pawlowscher Reflex, wenn es um Studiengebühren und Zugangsbeschränkungen geht. Da kommt stets und ohne Diskussion ein „Nein“. Ja eh. Und?

© Stefan Köll www.stefankoell.net

Viele andere Länder haben so etwas, wir nicht. Haben wir Recht und die anderen nicht? Ja. Mir geht auch dieser Vorwurf des Reflexes auf die Nerven, weil immer so getan wird, als sei es eine unüberlegte Position. Aber es müssen alle die gleichen Chancen auf eine Hochschulbildung haben.

sche Studierende studieren in Deutschland und dort regt sich kein Schwein darüber auf. Aber bei uns kommt diese typisch österreichische antisolidarische Haltung raus. Natürlich muss es eine gemeinsame Lösung geben, aber da geht es um ganz andere Fragen. Es zeichnet sich jetzt schon ein Ärztemangel ab, aber die Politik macht keine Anstalten, die Medizin-Studienplätze auszubauen. Es wird damit argumentiert, dass die Deutschen alle wieder nach Deutschland gehen. Die Wahrheit ist aber, dass umgekehrt viele österreichische Mediziner nach Deutsch-

land abwandern, weil die Rahmenbedingungen für ihre Arbeit hier scheiße sind. Wird der bildungspolitische Diskurs zu eng geführt? Er wird vor allem falsch geführt. Es ist doch lächerlich, immer diese kleinen Abwägungen zu machen. Natürlich haben manche Studienrichtungen einen hohen Deutschenanteil. Es ist aber auch so, dass zum Beispiel die Universität Salzburg gewisse Studienrichtungen gar nicht bedienen könnte, wenn dort keine Deutschen studieren würden.

Die soziale Bildungsmobilität in Österreich ist eine Katastrophe, auch ohne Studiengebühren. Aber deshalb muss man doch keine Beschränkungen einführen. Es geht dabei um grundlegende Fragen und das Grundrecht auf Bildung. Diese Forderung kann man doch nicht einfach aufgeben. Du wirkst sehr selbstsicher und überzeugt von deiner Arbeit. Hast du in den zwei Jahren ÖH-Vorsitz Fehler gemacht? Bei bestimmten Dingen hätten wir lauter sein können, etwa als wir den Vorstoß zur Gesamtschule von Ministerin Karl unterstützt haben. Es gibt immer Dinge, die man besser hätte machen können, aber einen großen Fehler im Sinne von „eine komplett falsche Entscheidung treffen“ haben wir nicht gemacht. Hast du mit der Politik abgeschlossen? Nein. Ich bin viel zu zornig, um nicht weiter in irgendeiner Form Politik zu machen. Vielen Dank für das Gespräch.

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e r h a J 3c0hutz und Hilfe S

gegen GEWALT. ­Gabriele Plattner leitet das Tiroler Frauenhaus.

„Die Männer sollen sich fürchten“, sagte einst Johanna Dohnal, die Ikone der Österreichischen Frauenbewegung. In der Realität ist es allerdings nach wie vor öfter umgekehrt. Das Tiroler Frauenhaus begeht sein 30-jähriges Jubiläum mit der ernüchternden Feststellung: Die Gewalt gegen Frauen ist nicht weniger geworden.  Von Sonja Kainz

D

u bist ohne mich nichts wert.“ „Wenn du gehst, nehme ich dir die Kinder weg.“ Mit solchen Einschüchterungen sind Frauen konfrontiert, die in gewalttätigen Beziehungen gefangen sind. Ihr Selbstwertgefühl ist nach jahrelangen Beschimpfungen und physischer Gewalt meist derart zerstört, dass es unmöglich erscheint, sich vom Täter zu befreien. Sie haben Angst – und die ist berechtigt. „Das Risiko, verletzt oder getötet zu werden, ist in der Trennungsphase fünfmal höher als sonst“, sagt Gabriele Plattner, Leiterin des

Information Das Tiroler Frauenhaus wurde im Dezember 1981 eröffnet. Seit seinem Bestehen bot es 3.700 misshandelten Frauen und Kindern Schutz, Unterkunft und Beratung. Pro Jahr wohnen im Schnitt 123 Frauen und Kinder im Haus. Die am stärksten vertretene Altersgruppe sind Frauen zwischen 20 und 40 Jahren. Seit 2003 mussten 648 Frauen und Kinder aus Platzgründen abgewiesen werden.

©6020/berger

Gewalt an Frauen in Zahlen: Laut Schätzungen ist in Österreich jede fünfte Frau Opfer von Gewalt durch einen nahen männlichen Angehörigen betroffen. In Österreich passieren die Hälfte aller Morde im Familien- und Bekanntenkreis, die Opfer sind mehrheitlich Frauen und Kinder.

Das erste Frauenhaus wurde 1978 in Wien eröffnet, auf Initiative von Johanna Dohnal, später erste Frauenministerin und quasi Österreichs Antwort auf Alice Schwarzer. Tiroler Frauenhauses, das im Dezember sein 30-jähriges Bestehen feiert. „Die meisten Mordfälle passieren genau in dieser Zeit.“ 30 Jahre nach der Eröffnung des ersten Frauenhauses in Tirol hat sich am Ausmaß, in dem Frauen häuslicher Gewalt ausgesetzt sind, kaum etwas geändert – was dem Jubiläum einen bitteren Beigeschmack gibt. „Es ist nicht nur ein Grund, zu feiern, son-

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dern auch ein Grund, festzustellen, dass es Frauenhäuser immer noch braucht. Das ist traurig “, sagt Plattner. Die Pädagogin arbeitet seit 15 Jahren für das Tiroler Frauenhaus, seit vier Jahren leitet sie es.

Aufgenommen und abgewiesen. Die Gewalt sei seit der Eröffnung nicht weniger geworden, die Anzahl der Anfragen in den vergangenen Jahren sogar stetig gestiegen. „Etwa gleich viele Frauen, wie aufgenommen werden können, müssen abgewiesen werden.“ Das haben sich die Gründerinnen des Tiroler Frauenhauses anders vorgestellt. Eigentlich gingen sie davon aus, dass es diese Einrichtungen, eine wichtige Errungenschaft der Frauenbewegung, irgendwann nicht mehr brauchen würde. Das erste Frauenhaus wurde 1978 in Wien eröffnet, auf Initiative von Johanna Dohnal, später erste Frauenministerin und quasi Österreichs Antwort auf Alice Schwarzer. Drei Jahre danach war es dank der Hartnäckigkeit der Feministinnen rund um den Verein AEP (Arbeitskreis für Emanzipation und Partnerschaft) auch in Tirol so weit.

„Es ist nicht nur ein Grund, zu feiern, sondern auch ein Grund, festzustellen, dass es Frauenhäuser immer noch braucht. Das ist traurig.“



Gabriele Plattner, Leiteri n des Tiroler Frauen hauses

maligen Tiroler Landeshauptmann, Eduard Wallnöfer (ÖVP), von der Notwendigkeit einer Zufluchtsstätte für Frauen zu überzeugen. Die im heiligen Land gängige Ansicht war nämlich: So etwas braucht’s bei uns nicht. „Man munkelt, dass dieser Abend sehr lange gedauert hat und dass dabei sehr viel Wein geflossen ist“, erzählt Plattner. Dohnal habe mit dem Altlandeshauptmann nicht nur beim Weinkonsum problemlos mithalten können, sondern sei ihm auch in rhetorischer Hinsicht mehr als gewachsen gewesen. Das Ergebnis war, dass Wallnöfer schließlich grünes Licht für das erste und bisher einzige Tiroler Frauenhaus gab.

Tirol steht nicht gut da. Trinkfest muss man sein. Die Trinkfestigkeit Dohnals spielte dabei ebenfalls eine nicht unwesentliche Rolle. Die SPÖ-Politikerin, damals Staatssekretärin, reiste 1980 aus Wien an, um den da-

Für Plattner eindeutig zu wenig. Für ganz Tirol gebe es derzeit 26 Opferschutzplätze für misshandelte Frauen und 47 für Kinder, lediglich acht davon im Frauenhaus. Gebraucht würden mindestens 70 allein für Frauen,

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zumindest wenn man sich nach den Empfehlungen des Ausschusses für die Rechte von Frauen des Europäischen Parlaments aus dem Jahr 1987 richtet. Diese sehen pro 10.000 Einwohnern einen Platz für eine misshandelte Frau in einem Frauenhaus vor. Im Österreichvergleich steht Tirol nicht besonders gut da. Während manche Bundesländer diese Vorgaben freiwillig überschreiten (Salzburg und Kärnten) oder zumindest erfüllen (Vorarlberg, Wien und das Burgenland), liegt Tirol klar darunter. Ein weiteres Frauenhaus und eine neue Heimat für das Innsbrucker Frauenhaus befinden sich deshalb ganz oben auf Plattners Forderungen an die Politik – zusammen mit einer nachhaltigen und vor allem langfristigen finanziellen Absicherung. 2006 stand das Haus nämlich kurz vor dem Aus, nachdem Stadt und Land gleichzeitig die Förderungen massiv kürzten. Auch der derzeit bestehenq de Vertrag läuft 2012 aus.

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FETTE BEUTE. Was Valentin auf seinen Streifzügen durch Innsbruck findet, wird sofort verarbeitet und verkocht.

Essen aus

der Tonne

Containerer essen das, was andere wegwerfen, und protestieren damit gegen die weltweite Lebensmittelverschwendung. Ein 6020-Streifzug durch kreative Küchen, Sozialmärkte Von Jane Kathrein und Äcker auf der Suche nach den Lebensmittelvernichtern.

E

Nicht aus Not. In den USA werden sie Dumpdiver oder Freegans genannt. In Österreich Containerer oder Mülltaucher. Das sind Menschen, die sich ihre Lebensmittel nicht im Supermarkt kaufen, sondern aus den Mülltonnen fischen. Nicht immer aus der Not heraus, sondern aus Gewissensgründen. Daniel containert vor allem aus politischen Gründen, weil er nicht dabei zusehen will, wie Nahrungsmittel, die in

Schau getragen. Man fragt Freunde, ob sie mitkommen wollen. Das, was man in den Tonnen findet, wird geteilt. Oder man tauscht untereinander aus. „Zur Zeit der Sowi-Besetzung waren in Innsbruck viele Mülltaucher unterwegs“, erinnert sich Daniel. Auch die Bewohner des „Occupy Innsbruck“-Camps, die derzeit im Waltherpark wohnen, sollen sich auf diesem Weg ihr täglich Brot holen. Ein alternatives Versorgungsnetz ist entstanden.

Überangebot im Kübel.

© Elisabeth Senn

in Bewegungsmelder lässt Neonröhren anspringen. Mit Plastikhandschuhen zieht Daniel einen schwarzen Müllsack hervor. Glückstreffer. „Waschpulver ist selten.“ Die Packung ist beschädigt, das kann nicht mehr verkauft werden. Es ist halb neun am Abend. Eineinhalb Stunden nach Geschäftsschluss. Der optimale Zeitpunkt, um auf Tour zu gehen, auf der Suche nach Waren, die Supermarktbetreiber wegwerfen. Daniel wühlt weiter. Ein schwarzer Sack, vollgestopft mit Brot. Semmeln, Zeilen, Vollkornwecken. Original verpackt. Ablaufdatum: heute. Daneben eine Packung Milch, die laut Beschilderung noch drei Wochen hält. Riskant sei das nur, wenn die Kühlkette unterbrochen ist. Heute Nacht hat es um die null Grad. Daniel verlässt sich auf sein Bauchgefühl.

MÜLL ODER NAHRUNG. Immer mehr Menschen gehen auch in Innsbruck auf die Suche nach Lebensmitteln im „Müll“.

Ordnung sind, auf dem Müll landen. Auf Tour geht er ein- bis zweimal pro Woche und spart je nach Angebot zwischen 50 und 100 Euro Haushaltskosten. In manchen europäischen Städten machen sich die Containerer schon Konkurrenz, in Innsbruck ist es noch etwas Besonderes. Die Touren sind privat, werden nicht zur

„Da sind Karotten. Schauen noch gut aus. Und Birnen, die Dellen kann man wegschneiden, dann sind sie völlig in Ordnung.“ Fündig werden wir auch in den Biotonnen. Zwiebeln, Sellerie, Knoblauch – leicht angetrocknet. Anfangs war Daniel von dem Überangebot in den Kübeln überwältigt. Es gab süße Mehlspeisen, Schokolade. „Wir haben uns in der Wohngemeinschaft ziemlich ungesund ernährt.“ Jetzt überlegt er sich zweimal, was er mit nach Hause nimmt. Nur so viel, wie er auch wirklich aufessen kann. Bei den Supermarktbetreibern kommt das Mülldurchstöbern nicht immer gut an. An die Tonnen kommen die Mülltaucher in letzter Zeit auch schwerer ran. Einen überzeugten Containerer halten Vorhängeschlösser oder Zäune allerdings nicht ab.


© 6020/Berger, Rotes Kreuz Tirol. privat

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1,3 Milliarden Tonnen, also ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel, erfüllen nicht ihren eigentlichen Zweck: die Weltbevölkerung zu ernähren.

DIE TAFEL. Frischware, die vor dem Wochenende nicht mehr über den Ladentisch geht, bekommt die Team Österreich Tafel.

Den passenden Dreikantschrauber gibt es im Heimwerkerladen, er gehört ebenso zur Grundausstattung für eine Tour wie Plastikhandschuhe und Taschenlampe. Richtig Probleme mit den Supermarktbetreibern hat es noch nie gegeben. Sicher ist sich Daniel aber nicht, ob das Entwenden von Müll strafbar ist. Manche Ladenbetreiber haben ihren eigenen Weg gefunden, den Mülltauchern das Shoppen zu verderben. Sie kippen Putzmittel über unverpackte Mohnstrudel, die damit ungenießbar werden. Das macht Daniel wütend. „Man darf Putzmittel über Essen schütten, aber Essen nicht aus dem Müll mitnehmen. Verkehrte Welt.“ Vielleicht müsste es einmal einen Prozess geben, dann würde das Thema auch die gebührende Öffentlichkeit bekommen, meint er.

lern nicht mehr gehandelt werden können oder weil sich eine Korrektur im Sinne einer effizienten Betriebsführung nicht rentiert. „Die Auflagen für den Handel werden immer strenger“, bringt Ingrid Heinz, Unternehmensprecherin der Tiroler Firma MPreis, die Lage auf den Punkt. Ware, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat, darf nicht mehr an den Kunden abgegeben werden. Auch nicht geschenkt. Spätestens seit der Film „Taste The Waste“ in den Kinos angelaufen ist, weiß jeder, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum gar nichts über die Qualität des Produktes aussagt. Es ist ein vom Hersteller selbst festgesetztes Datum, das weit unter dem Ablaufdatum liegt.

Tafel und Sozialmarkt. In Tirol gibt es abseits der Mülltaucher auch

andere Abnehmer für Ware, die im regulären Handel nicht angeboten werden kann. Lebensmittel, die am Montag ablaufen, werden an Samstagen nach Geschäftsschluss an die Team Österreich Tafel, einer Initiative von Rotem Kreuz und Ö3, ausgeliefert. „Die Ware muss einwandfrei sein, wir nehmen nichts Abgelaufenes und auch nichts Verschmutztes“, erklärt Fritz Eller vom Österreichischen Roten Kreuz. In Tirol werden die Lebensmittel nicht so wie in Wien aktiv von den TafelMitarbeitern verteilt, es gibt in allen Bezirken mehrere Anlaufstellen. In St. Johann etwa stellt eine Apotheke am Samstag einen Raum zur Verfügung, der Abnehmer in Innsbruck ist der Tiroler Sozialmarkt. Die Nachfrage ist groß, die Scheu vor dem ersten Mal ebenso. In den Tiroler Sozialmärkten landet auch die Bruchware aus dem MPreis-Lager und ➜

Strenge Auflagen. 1,3 Milliarden Tonnen, also ein Drittel aller weltweit produzierten Lebensmittel, erfüllen nicht ihren eigentlichen Zweck: die Weltbevölkerung zu ernähren. Das meiste wird schon auf dem Weg vom Acker in den Laden verschwendet, bevor es überhaupt den Esstisch erreicht. Jeder zweite Kopfsalat, jede zweite Kartoffel, jedes fünfte Brot. Alle Produkte sollen jederzeit verfügbar sein, Supermärkte bieten durchgehend die ganze Warenpalette an, das Brot in den Regalen ist bis knapp vor Ladenschluss frisch. Ein welkes Blatt, eine beschädigte Verpackung, der Liter Milch, der morgen erst abläuft. Ganze Paletten an Lebensmittel landen im Müll, weil sie wegen Produktions- oder Verpackungsfeh-

Buchtipps: Wachrütteln voll Zuversicht

Kreative Resteküche

Das Essen, das wir in Europa wegwerfen, würde zwei„Die Essensvernichter“ mal reichen, um alle von Stefan Kreutzberger Hungernden auf dieser und Valentin Thurn, KieWelt zu ernähren. penheuer & Witsch Stefan Kreutzberger und Valentin Thurn bündeln in „Die Essensvernichter“ verschiedene Ansätze. Ergebnis: zwei verschachtelte Bücher, deren Schrifttypen wechseln, gut recherchierte Hintergrund­ informationen, Beispiele aus den Dreharbeiten zum Film „Taste The Waste“. Kommt ohne Untergangsrhetorik aus. Sehr sympathisch.

Kochen nach aktuellem Restestand verspricht „Das Nichts „Das Nichts Wegwerfen Kochbuch“ Wegwerf Kochbuch“ von Patrik Jaros und von Patrik Jaros und Günter Beer, ParraGünter Beer. Und gon Verlag es hält. Einfache Rezepte, ohne viel Schnickschnack, schnell nachkochbar. Für kleine und große Mägen. Der Blick in den Kühlschrank bestimmt die Menü­ abfolge. Gehört in jede Küche, egal ob Studenten-WG oder Singlehaushalt.


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ZU KLEIN, ZU GROSS. Nicht jede Karotte ist handelstauglich. Ein großer Teil der Ernte bleibt auf den Äckern zurück. Nachernten wird von den meisten Bauern toleriert.

Slow Food ist eine Volksbewegung, die gegen die Industrialisierung des Essens aufbegehrt. Öffentliche Speisungen, Geschmacksschulungen in Kindergärten – es gibt viele Wege, die uns wieder in Beziehung mit dem bringen, was uns (er)nährt.

D

er erste Gang ist eine Tomatencremesuppe. Die Bauern konnten die Tomaten nicht verkaufen, weil sie größer als die Norm waren. Also haben wir sie genommen. Dazu etwas zerbröseltes Altbrot, das gibt eine schöne Konsistenz“, erklärte Andrea Segre im September 2010 in Turin. Anlass war eine öffentliche Speisung mit Lebensmitteln, die zur Vernichtung bestimmt waren. Einer ihrer berühmtesten Mitorganisatoren und Redner war der Slow-FoodBegründer Carlo Petrini. Seine Botschaft: nicht verzichten, sondern genießen. In Turin kamen 1.000 Menschen zum Essen.

100.000 Mitglieder. Durch Sehen, Riechen und Schmecken wieder einen Bezug zu Lebensmitteln aufzubauen, das ist der Weg von Slow Food. Vor 20 Jahren gegründet, hat der Verein inzwischen weltweit 100.000 Mitglieder. Aus dem Qualitätslabel für Feinschmecker ist eine Volksbewegung geworden, die sich gegen die Industrialisierung des Essens auflehnt. Der Tiroler Slow-Food-Ableger wurde von Elisabeth Senn 2010 wieder zum Leben erweckt. Inzwischen hat man auch die Jugend erreicht. Weil die Geschmacksschule im Kleinkindalter beginnt, geht Slow Food Tirol in die Kindergärten und Schulen. Im kommenden Jahr wollen es die Tiroler den Turinern gleichtun und ein großes Essen aus dem kochen, was weggeworfen wird. Slow Food Tirol hat jetzt übrigens auch ein Stammlokal, „The Crumble“ am Wiltener Platzl in Innsbruck. Wer hier essen will, sollte unbedingt vorher reservieren. q www.slowfoodtirol.at

© Elisabeth Senn

Schule des Geschmacks

Mit den Tiroler Sozialmärkten haben auch einzelne Obst- und Gemüsebauern aus der Region einen dankbaren Abnehmer für Ausschussware gefunden. Lebensmittel, die das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten haben. „Wir überlassen dem Kunden selbst die Entscheidung, ob er die Senftube, die vor einem Monat abgelaufen ist, verzehren will“, sagt Michaela Landauer, Geschäftsführerin des TISO. In den Tiroler Sozialmärkten werden die Kunden darauf hingewiesen, dass die Ware das Mindesthaltbarkeitsdatum überschritten hat. Alles abgesegnet und im Einvernehmen mit der Lebensmittelpolizei. Das ist einzigartig in Österreich. Beliefert werden die Tiroler Sozialmärkte von den bekannten Supermarktketten, bis auf Hofer, der sich selbst als Discounter sieht und seine Ware nicht noch günstiger abgibt. „Äpfel mit Druckstellen, Bananen mit braunen Flecken, das stört unsere Kunden nicht. Auch nicht die Karotte, die krumm ist,“ sagt Michaela Landauer. Die Optik sagt noch lange nichts über den Geschmack aus. Mit den Tiroler Sozialmärkten haben auch einzelne Obst- und Gemüsebauern aus der Region einen dankbaren Abnehmer für Ausschussware gefunden. Das gesunde Grüne im TISO in Innsbruck kommt aus Thaur und Rum.

Nachernten. Eigentlich müsste man auf den Feldern nachernten, sagt der Containerer Daniel, da wäre man noch am natürlichen Produktionszyklus dran. Das, was in den Tonnen vor dem Supermarkt liegt, das sind im Grunde genommen künstliche Lebensmittel. Auf den Feldern ist nach Ernteschluss das Angebot an Nahrungsmitteln reich. Schon bei der maschinellen Ernte bleibt ein großer Teil der Kartoffeln und Karotten zurück. Ist die Kartoffel zu klein, zu dick, zu krumm, wird sie

spätestens beim Waschen aussortiert. Jede achte Kartoffel schafft es nicht in den Handel. Die gekrümmte Gurke ist als Beispiel für die groteske EU-Agrarpolitik in die Geschichte eingegangen. Überproduktion und strikte vertraglich fixierte Mengenabgaben führen zu Karottenbergen. Bauern, die ihre Überreste nicht an die Schweine verfüttern, arbeiten sie als Dünger in den Ackerboden ein. Ob die Nachernte gesetzlich erlaubt ist? Elisabeth Senn von Slow Food Tirol fragt sicherheitshalber bei den Bauern nach, bevor sie erntet. Die meisten lassen sie gewähren, packen sogar selber mit an. Die überzeugte Bio-Konsumentin kommt dabei auch in einen Gewissenskonflikt. Die Karotten am Feld verrotten lassen, nur, weil sie nicht aus biologischem Anbau sind? Die regionale Herkunft gewinnt schließlich als Argument. Eine reiche Schatzkammer sind auch die Gemüsemärkte in den Innsbrucker Stadtteilen. Kohlrabiblätter und Karottenkraut landen hier im Biomüll. Für Elisabeth Senn ist das ebenfalls Gemüse, das aus Unwissenheit weggeworfen wird. Inzwischen ist auch der ehemalige TV-Koch Alois Mattersberger auf die Resteküche gekommen. Auf Nachfrage der Abfallverbände tourt er mit seiner mobilen „Restlkochzeile“ durch Österreich und kocht an öffentlichen Plätzen auf. Omas Rezepte wie die Brotsuppe erleben eine Renaissance. Daniel hat durch das Containern überhaupt erst Kochen gelernt. Weil man nie weiß, was bei der Shoppingtour herauskommt, blieb ihm nichts anderes übrig, als zu kreativ sein. Das Eierbrot ist so eine Kreation – frittierte Schwarzbrotscheiben, in Ei getaucht, pikant. Dazu passt selbstgemachte Zwiebelsuppe. (Siehe Kommentar auf Seite 28.)  q


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n e b a h s s u l h c S „ Am

wir alle geplärrt“ Wann immer in den vergangenen 20 Jahren die Kaltenbrunners, Lamas und Messners neue Rekorde aufstellten, hatte er seine Finger im Spiel: Karl „Charly“ Gabl, der Wetterfrosch der Extrembergsteiger. Ohne sein meteorologisches „OK“ würden Stars wie die Huber-Brüder oder Axel Naglich keinen Gipfelsturm wagen. Mit 1. Dezember ging „Charly“ in Von Steffen Arora Pension.

© 6020/Berger

Sie sind der bekannteste Meteorologe Österreichs. Wie wird man als Wetterfrosch zum Star? Karl Gabl: Das ist nicht allein mein Verdienst, sondern die Leistung unseres ganzen Teams hier bei der ZAMG Innsbruck. Zudem verlasse ich mich bei meinen Prognosen auf die hervorragenden Daten, die vom Europäischen Zentrum für mittelfristige Prognosen in Reading kommen. Ich interpretiere letztlich nur diese Wetterdaten. Dass sich die Publicity auf meine Person konzentriert, liegt an den Medien. Bei mir rufen eben Reinhold Messner, Gerlinde Kaltenbrunner oder die Huber-Brüder an, die alle wilde Sachen am Berg machen, um sich die Prognosen für ihre Expeditionen zu holen. Das schreiben sie dann in ihre Bücher und daher kennt man mich. Dennoch unterscheiden Sie sich von herkömmlichen Meteorologen. Sie waren selbst schon in der „Todeszone“ unterwegs und haben mit Ihrer Abfahrt vom 7.485 Meter hohen Noshak, dem höchsten Berg Afghanistans, ab 1970 elf Jahre lang den Höhenweltrekord im Skifahren gehalten. Ja gut, das stimmt schon. Ich bin selbst Bergführer, war selber auf Expeditionen und hab auch selber Expeditionen geleitet. Da-


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durch kenne ich diese Materie in- und auswendig. Ich weiß, wie es da oben zugehen kann, was Lagerketten sind und wie es sich anfühlt bei Sturm und minus 40 Grad Kälte auf 7.000 Metern Höhe. Ich habe selbst schon erlebt, dass es im Zelt so kalt wurde, dass die Atemluft gefriert und es drinnen zu schneien beginnt. Sie haben in den vergangenen 20 Jahren unzählige Expeditionen weltweit mit Wetterdaten versorgt. Welche davon ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben? Das war Gerlinde Kaltenbrunners K2-Besteigung diesen Sommer – ihr 14. und letzter Achttausender. Die wildeste aller Prognosen, aber nicht wegen des Wetters, sondern wegen der Ausgangssituation. Es war Gerlindes achter Versuch am K2 und es war klar, dass sie nicht aufgeben darf. Aber schon beim Aufstieg hat es mehr geschneit als prognostiziert und sie brauchten dadurch einen ganzen Tag länger. Ich hab zu Ralf [Anm.: Ralf Dujmovits, deutscher Extrembergsteiger und Ehemann von Kaltenbrunner] am Telefon gesagt, sie sollen weitergehen, der Sturm wird nachlassen. Gerlindes Begleiter, zwei kasachische Bergsteiger, waren schon ganz verzweifelt, weil sie tagelang bei Sturm hüfthoch durch den Schnee stapften. Die wollten schon umkehren, aber Gerlinde sagte nur: „Nein, wir gehen weiter, denn wenn der Karl das sagt, passt das.“ Und dann wurde der Wind tatsächlich schwächer und der Gipfeltag selbst war ein Wahnsinn. Wie haben Sie diesen Tag erlebt? Ich war ab fünf Uhr morgens im Büro. Um 14 Uhr unserer Zeit war sie am Gipfel. An diesem letzten Tag hat sie für 300 Höhenmeter zum Gipfel durch den bauchhohen Tiefschnee 13 Stunden gebraucht. Die wildeste Phase war kurz vorm Gipfel, als sie in drei Stunden nur 30 Höhenmeter schaffte. Ich hab später scherzhaft zu ihr gesagt, dass sie sich darauf eigentlich nix einbilden muss. Aber als sie dann oben war, eine Viertelstunde vor allen anderen, war das wie Hollywood. Über Funk hat sie heulend ihren Mann Ralf verständigt, der hat über Satellitentelefon als erstes mich heulend angerufen. Und am Schluss haben wir alle geplärrt, wie schon damals, als sie am Mount Everest war. Nicht, dass jetzt ein falscher Eindruck vom tränenreichen Meteorologen entsteht, aber ich glaube, es weinen nicht viele Be-

„Nicht, dass jetzt ein falscher Eindruck vom tränenreichen Meteorologen entsteht, aber ich glaube, es weinen nicht viele Berufskollegen, wenn die Prognose stimmt.“ Karl „Charly“ Gabl rufskollegen, wenn die Prognose stimmt. (lacht) Stimmt es, dass Sie Kaltenbrunners prominentesten Fan während dieser K2Expedition aus erster Hand am Laufenden gehalten haben? Ja, den Herrn Bundespräsidenten Heinz Fischer. Er war früher Präsident der Naturfreunde und Gerlinde ist dort Mitglied, daher kennen sie sich. Ich habe ihn im Vorfeld schon per E-Mail regelmäßig über das Fortkommen ihrer Expedition informiert und am Tag der Gipfelbesteigung haben wir ab acht Uhr morgens alle zwei Stunden via Handy telefoniert. Er war an diesem Tag selbst in den Lienzer Dolomiten unterwegs. Stimmt die Anekdote, dass Fischer auch schon bei Ihnen zu Besuch war? Ja, eines Tages fuhr er unten vor mit seinem Tross, weil er sehen wollte, wie ich das mit den Wetterberichten für die Expeditionen mache. Da bin ich runter zum Parkplatz und hab gesagt: „Bevor ich Ihnen das jetzt lang erkläre, kommen Sie mit mir rauf ins Büro, denn in einer Viertelstunde ruft David Lama aus Patagonien an. Dem werden Sie jetzt den Wetterbericht liefern.“ Ich habe ihn kurz in die aktuelle Wetterlage eingewiesen und dann hat er das sehr gut gemacht. Sie haben aber nicht nur alpinistische Erfolge, sondern auch das Scheitern aus nächster Nähe miterlebt. Zum Beispiel „Skyrunner“ Christian Stangl, dem sein vermeintlicher K2-Gipfelsieg zum Verhängnis wurde. Haben Sie seither von ihm gehört? Nein, leider nicht. Ich selber kann mir vorstellen, dass man in diesem unsäglichen Stress, das vierte oder fünfte Mal auf dem Berg, die Nerven wegen des Erfolgsdrucks schmeißt und sagt, ich pack‘ es nimmer. Ich werfe ihm nichts vor. Wenn er mich noch mal brauchen sollte, wäre ich gerne bereit, ihn wieder zu beraten.

Seit 1978 haben Sie in Ihrem Büro am Innsbrucker Flughafen gearbeitet. Am 1. Dezember 2011 war diese Ära zu Ende. Wie gehen Ihre Extrembergsteiger damit um, wer wird sie künftig beraten? Ich werde bestimmt kein untätiger Pensionär. Schon am ersten Tag als Rentner war ich in Prag beim Bergfilmfestival als Gastredner eingeladen, und ich schreibe bereits an einem Wetter-Buch, das kommendes Jahr erscheinen soll. Außerdem werde ich im Jänner erstmals Opa. Sportlich habe ich auch einiges vor, denn ein richtiger Höhenberg würde mich schon noch einmal reizen, und eben habe ich mir neue Langlauf- und Alpin-Ski gekauft. Daneben leite ich weiterhin das Kuratorium für alpine Sicherheit und die Alpinmesse. Was aus den Wetterberichten für Expeditionen wird, ist aber noch offen. Ich würde schon gerne, so wie bisher unentgeltlich, weitermachen. Dazu brauche ich nicht viel, nur meinen Laptop und Zugriff auf die Wetterdaten. Aber das hängt von der Zustimmung der ZAMG-Leitung ab, dem will ich nicht vorgreifen. q Vielen Dank für das Gespräch.

Zur Person Dr. Karl „Charly“ Gabl (64) ist Meteorologe und Bergsteiger und leitete von 1978 bis 2011 die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) in Innsbruck. Seit dem Lawinentod seiner Cousine, der Weltcupskiläuferin Gertrud Gabl, im Jahr 1976 hat er sein Tun ganz der Sicherheit am Berg verschrieben. Einerseits durch möglichst exakte Wetterprognosen für Alpinisten. So initiierte er in Zusammenarbeit mit dem Österreichischen und Deutschen Alpenverein den „Alpenvereinswetterdienst“, wo Bergsteiger via Telefon kostenlos Wetterdaten für ihre Touren im Alpenraum erhalten. Für Extrembergsteiger – mittlerweile sind es jährlich rund 60 Expeditionen – gibt es seit 20 Jahren spezielle Wetter-Beratung, die Gabl und sein Team ehrenamtlich erledigen. Andererseits engagiert sich Gabl als Präsident des Österreichischen Kuratoriums für Alpine Sicherheit und hat das Alpinforum sowie die Alpinmesse Innsbruck ins Leben gerufen.


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lebensgefühl. Fern der Heimat ist es nicht leicht, die russische Kultur zu pflegen. Das beginnt mit der Kulinarik und endet bei sprachlichen Barrieren am Spielplatz.

Ein Stück

Russland

Die Russen kommen – so werden die Zeitungen spätestens zum orthodoxen Weihnachtsfest im Feber wieder titeln. Abseits des Après-Ski-Wahnsinns hat sich in Tirol eine bunte russische GeVon Jane Kathrein meinde gebildet. Sie wächst, und mit ihr auch die Herausforderungen. 

W

as den russischsprachigen Menschen in Tirol am meisten fehlt? Das gemütliche Zusammensitzen in den eigenen vier Wänden. „In Tirol trifft man sich schnell einmal auf ein Bier in einem Lokal, bis man aber nach Hause eingeladen wird, dauert es“, erzählt eine Frau beim Treffen des Vereins „Russkij Dom“ in der Innsbrucker Ottoburg. Eine andere kann das nicht bestätigen, sie trifft sich regelmäßig mit Bekannten zum gemeinsamen Stricken. Fragt man 40 verschiedene Menschen

nach ihren Eindrücken von Innsbruck, wird man 40 verschiedene Geschichten hören. Sie sind so verschieden, wie die Menschen, die sie erzählen.

Verein für Russischsprachige. „Drei Männer in der Runde, eine Premiere.“ Die Freude ist Antonina Paregger anzusehen. Bisher waren es hauptsächlich Frauen, die sich für den Verein „Russkij Dom“ stark machten. Die Idee, russische Kultur und Sprache in Tirol zu etablieren, zieht inzwi-

schen auch bei den Männern. Wenn man offen ist, begegnet man auch Offenheit. Nach dem Russlandzentrum, das im Jänner an der Uni Innsbruck eröffnet worden ist, war die Gründung eines Vereins für russischsprachige Menschen, die in Tirol leben, der logische nächste Schritt. Inzwischen freut sich Antonina Paregger schon über 20 Mitglieder. Russischsprachige Menschen – hinter diesem sperrigen Begriff verbirgt sich auch die größte Herausforderung. Die russische


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gemeinsam statt einsam. Ein Verein bringt nun erstmals russischsprachige Menschen, die in Innsbruck leben, zusammen.

der Universität Innsbruck einen Russlandschwerpunkt. Ein großes Potenzial sieht Bernhard Köll, einer der Leiter des Russlandzentrums, in den sprachlichen Fähigkeiten von Kindern in russischstämmigen

„Man lebt gemeinsam mit Migrationshintergrund in Österreich und sieht, dass es vielen Leuten ähnlich geht, das stärkt die Identität.“

© 6020/Berger (alle)



Sprache ist weit verbreitet im ehemaligen GUS-Raum, wird in Kasachstan genauso gesprochen wie in der Ukraine. In Innsbruck treffen Menschen mit verschiedenen kulturellen Hintergründen aufeinander, das bringt Spannungen. Aber auch eine unglaubliche Bereicherung. Der Verein ist ein neutraler Boden. Die Kultur diene dabei als gemeinsame Sprache. Im russischen Chor, der vor allem liturgische Lieder singt, fanden viele erste Gemeinsamkeiten. „Man lebt gemeinsam mit Migrationshintergrund in Österreich und sieht, dass es vielen Leuten ähnlich geht, das stärkt die Identität.“ Das beginnt am Spielplatz, wenn Mutter und Kind plötzlich ohne Scheu Russisch miteinander sprechen, und endet beim deutschsprachigen Vater, der Russisch lernen will.

Großes Interesse. Das Interesse an der russischen Sprache und Kultur ist in Tirol groß. Das liegt einerseits daran, dass Tirol als Urlaubsdestination bei russischen Touristen beliebt ist, aber auch an der Tatsache, dass viele Tiroler Unternehmen mit Betrieben in Russland zusammenarbeiten. Mehrere hundert Studierende setzen auch in diesem Semester an

Antonina Paregger

Familien. Nach dem Motto „Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmer mehr“ wäre es schade, wenn die Fähigkeit dieser Kinder, Russisch zu schreiben und zu sprechen, verloren ginge. Die russische Sprache wird bereits an elf Tiroler Schulen als Fremdsprache unterrichtet. Ein muttersprachlicher Unterricht hat bis vor kurzem gefehlt. Seit diesem Schuljahr nehmen jedoch 54 Kinder – zwei Klassen in Steinach am Brenner und eine an der neuen Mittelschule in der Pembauerstraße in Innsbruck – an muttersprachlichem Unterricht auf Russisch teil. Eine weitere Klasse könnte dort auch bald am Gymnasium loslegen, interessierte Schüler werden gesucht. Von Seiten des Landesschulrats habe es bei der Einführung mehr Unterstützung gegeben als erwartet, berichtet Jan Golubkow, der den Prozess begleitet hat. Dass es in Steinach am Brenner bereits im Vorjahr muttersprachigen Unterricht gegeben hat – allerdings nur für Kinder tschetschenischer Abstammung –, zeigt aber, wie schwierig es ist, die unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen zusammenzuführen. Der Verein „Russkij Dom“ könnte dazu vielleicht einen nicht unbedeutenden q Beitrag leisten.

Russland in Innsbruck Das Russlandzentrum wurde im Jänner 2011 in Innsbruck eröffnet. Bibliothek und Mediathek sind öffentlich zugänglich. Der Verein „Russkij Dom“ fördert die russische Sprache und Kultur in russischsprachigen Familien. Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit dem Literaturhaus am Inn, dem Leokino und dem Cinematograph sind für das kommende Jahr geplant. www.uibk.ac.at/russlandzentrum


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„Wir werden immer

noch gebraucht“

Im November wurde die AIDS-Hilfe Tirol 25 Jahre alt. Gründe, das Jubiläum zu feiern, gibt es genug. Gründe, die Institution weiter zu betreiben, leider auch. 6020 sprach mit GeschäftsfühInterview: Klaus Erler rerin Dr. Lydia Domoradzki. sich anonym und kostenlos auf HIV-Viren testen zu lassen.

© 6020/Berger (alle)

Was hat sich in 25 Jahren AIDS-Hilfe geändert? Unsere Arbeitsbereiche sind im Wesentlichen die gleichen geblieben, unsere Angebote und die Anzahl jener, die sie in Anspruch nehmen, haben sich allerdings enorm ausgeweitet. Geändert hat sich auch die Situation der HIV-Infizierten. In den ersten Jahren konnte die Medizin nicht viel mehr leisten, als die Symptome zu bekämpfen. Die große Wende kam 1996 mit der Kombinationstherapie, die Klammer zwischen AIDS und Tod wurde damit gelockert. Seit damals ist AIDS behandelbar, die Lebenserwartung nähert sich einem normalen Wert an. Heilbar ist AIDS damit allerdings noch nicht: Die Medikamente muss man ein Leben lang nehmen.

Dr. Lydia Domoradzki, Geschäftsführerin AIDS-Hilfe Tirol

Aus welcher Situation heraus wurde die Aids-Hilfe Tirol vor 25 Jahren gegründet? Lydia Domoradzki: Die Impulse kamen von der HOSI (Homosexuellen Initiative) Tirol. Seit Beginn der 1980er gab es auch in Tirol AIDS-Fälle. Betroffen waren vielfach homosexuelle Männer, daher ist es auch nicht verwunderlich, dass der Impuls aus dieser Richtung gekommen ist. Wo lagen damals die Tätigkeits-Schwerpunkte der Aidshilfe? Die zentralen Aufgaben waren die Aufklärung und Prävention, aber auch die Betreuung von Betroffenen und die Möglichkeit,

Macht die Therapie AIDS zur ganz normalen chronischen Erkrankung? Nein. Im psychosozialen Bereich gibt es keine Normalisierung, mit einem etwas unschönen Ausdruck lässt sich das als „soziales AIDS“ bezeichnen. Die Gesellschaft hat mit der medizinischen Entwicklung nicht Schritt gehalten. Menschen reagieren auf HIV-Betroffene oft noch so wie vor 25 Jahren – mit Ablehnung, Ausgrenzung, Stigmatisierung und Diskriminierung. Das alte Bild von AIDS als tödlicher Krankheit mit Betroffenen, die vom nahen Tod gezeichnet sind, ist tief im öffentlichen Bewusstsein verankert und bestimmt nach wie vor vielfach das Handeln. Vor welchen Herausforderungen steht die AIDS-Hilfe nach einem Vierteljahrhundert ihres Bestehens? Immer noch vor der Herausforderung, eine umfassende Normalisierung auf allen Ebenen zu erreichen. Ein Beispiel: Wir wollen

einen realitätsgerechteren Blick auf Betroffene ermöglichen, zeigen, dass sie arbeitsund leistungsfähig sind, vielfach bestens ins Arbeitsleben integriert sind und dabei trotzdem immer von der Kündigung bedroht werden, sollte ihre Krankheit öffentlich bekannt werden. Bedrohung und Geheimhaltung sind nie ein Indiz für gesellschaftliche Normalisierung. Hier bieten wir Workshops und Schulungen an, zum Beispiel für das AMS, und schauen, dass wir Vertrauenspersonen wie Betriebsräte mit unserer Aufklärung erreichen. Nehmen die Ansteckungen seit 1996 wieder zu? Da HIV behandelbar und damit als Krankheit unsichtbar geworden ist, kann das dazu verleiten, das eigene Schutzverhalten zu vernachlässigen. Vor vier Jahren hat es einen signifikanten Anstieg der Neuinfektionen gegeben, erstmals waren es wieder mehr als 500 pro Jahr. Seit damals ist die Anzahl der Infektionen zwar wieder rückläufig, trotzdem wäre es fatal, die Prävention zurückzufahren. Auch wenn es mehr als wünschenswert wäre, dass eine Institution wie die AIDS-Hilfe nicht mehr gebraucht wird: Noch sind wir noch nicht an diesem Punkt angelangt. Vielen Dank für das Gespräch.

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AIDS in Tirol Ende des Jahres 2010 lebten in Tirol 132 Menschen mit AIDS, davon 44 Frauen und 88 Männer. Von 1983 bis Ende des Jahres 2010 sind in Tirol 80 Frauen und 200 Männer an AIDS erkrankt, davon sind 36 Frauen und 112 Männer verstorben. (Quelle: AIDS-Hilfe Tirol, Stand Dezember 2010)


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Essay

Muppets, Mutbürger und Piraten Easy does it? Klingt locker, heißt aber: Take care! Sei vorsichtig! Denn das Wühlen in Vinyl outet Jugendsünden. Verirrungen der analogen Art. Zum Beispiel Supertramp. Seltsamer Sound, prophetische Titel. „Easy Does It“ ist der Opener von „Crisis? What Crisis?“ Verstaubte es nicht seit 1975 im Plattenschrank, wäre das die beste Devise für 2011 – das Jahr der Verwirrung. Dort erst die Grünen im Hoch und Hype, dann die Piraten auf Knall ohne Fall. Hier erst die Wutbürger phantasiert und dann zu Mutbürgern deklariert. Krise? Welche Krise? Faymann faselt, Spindelegger labert. Doch Stéphane Hessel spricht im österreichischen Parlament und Colin Crouch referiert vor den kritischen Restbeständen der Wiener SPÖ. Der Kongress tanzt. Aber die nächste größere Wahl ist in Tirol. Assoziationen zu Protest, Partei und Partizipation. von Peter Plaikner

S

tatler: „Die Show war gut.“ Waldorf: „Ja, bis sie angefangen hat.“ Die beiden alten Muppets charakterisieren ideal jene Seniorenriege, die am Nationalfeiertag ein Demokratiebegehren gestartet hat, von dem schon im Advent niemand mehr spricht. Dieser Vergleich hinkt weder zwangsläufig, weil ihm Michael Jeannée schon zum Start die „Krone“ aufsetzt, noch humpelt er zwingend, weil die Facebook-Show der Rentner-Gang Anfang Dezember immer noch keine 3.000 „Likes“ generiert. „Das letzte Aufgebot“ dagegen ist eine eitel kokettierende Selbstüberhöhung der Initiatoren von „Mein Österreich“. Ihr Manifest gewordener Buhruf aus der Ehrenloge taugt weder zur Ultima Ratio, noch kann er die Sintflut hinter ihnen stoppen. Von Änderung des Wahlrechts über Aufwertung des Parlaments bis Kampf gegen Korruption postuliert das geballte Politik-Ausgedinge allerlei Unterstützenswertes: mehr Persönlichkeit statt Partei, Neuordnung von Föderalismus, Politikfinanzierung und direkte Demokratie. Doch die Spätbeflissenen bleiben bei Rekonstruktion von Rahmen und Struktur. Sie meiden Konkretisierung von Inhalt und Personal. Verwaltungsreform mit Gestaltungssex.

jubeln sie folgerichtig schon Ende September auf Facebook, wo gar ein „seelenloser Ziegelstein“ mehr Freunde findet als H. C. Strache. 200.000:100.000 steht dieses Match. Das Interesse an MeinOE dagegen wächst innerhalb von zwei Monaten nach der Pressekonferenz – einem Neuner-Gruppenbild ohne Dame – gerade einmal um 1.000 Fans.

Die Lautsprecher der Postdemokratie. Nach Hannes Androschs Bildungsvolksbegehren gerät die nächste Revolution von oben zum Schaulaufen der Zelebritäten. Längst ziert das Spektrum der Unvermeidlichen von Erika Pluhar bis Claus Raidl per Konterfei die Homepage von MeinOE – samt Eva Bassetti, der Tiroler Zugabe auf der Quoten-Überholspur. Oberbegehrer Erhard Busek präsentiert sich unterdessen als Fürsprecher von Franz X. Gruber und Andreas Wanker vor dem Innsbrucker Gemeinderatswahlkampf. Denn da soll es ja total transparent zugehen. Immerhin schaut die Republik auf die Stadt, die im Frühjahr 2012 für den größten Urnengang seit Herbst 2010 sorgt. Ruhe vor dem Sturm? So bemüht und hausbacken die digitalen Versuche der Demokra-

Der Club der gramen Dichter. Ein Nonanet-Vorstoß, der nur Zustimmung ernten kann. Wie viel, das ist Nebensache. Hauptsache via Medien. Volksbegehren landen ohnehin in der Schublade. So wie die Arbeitsgruppe Verwaltungsreform bloß für den Hugo tagt, sitzt oder darniederliegt. Mit 599 Reformvorschlägen bläst ihr der Rechnungshof den Marsch, an dessen Schubkraft er selbst nicht glaubt. Aber er könnte als wahlwerbende Liste antreten, spottet die „Kleine Zeitung“. Angesichts dieser Verösterreicherung jeglichen Widerstands wirkt auch der Ehrgeiz des Clubs der gramen Dichter zusehends beschränkt. Bei 8.000 Online-Unterstützern bis 26. Oktober wollen sie 2012 ein Volksbegehren einleiten. Das Limit sei schon erreicht,

Schweden, Berlin, Wien? Der Kongress tanzt. Der Bobo plauscht.


Essay

So bemüht und hausbacken die digitalen Versuche der Demokratiebegehrer wirken, so ist auch die analoge Realität von Österreichs Wut- und Mutbürgertum bloß eine Schimäre. tiebegehrer wirken, so ist auch die analoge Realität von Österreichs Wut- und Mutbürgertum bloß eine Schimäre. Bodenständiger wie virtueller Stammtisch suchen Stellvertreter, ums kleinkollektive Mütchen zu kühlen. Empört Euch!? Der greise Stéphane Hessel spricht im österreichischen Parlament. Ein leibhaftiger Lautsprecher unter den Mitläufern der Postdemokratie. Ihr Begriffsschöpfer Colin Crouch referiert in der renitent-schicken Sektion 8 vor den urbanen Restbeständen einer aufmüpfigen Wiener Sozialdemokratie. Doch das Demokratiebegehren entlarvt sich immer mehr bloß als Kollaboration der üblichen Verdächtigen. In ihrer aktiven Politikerzeit haben sie zugelassen, dass bleibt und wird, was heute ist. Jetzt spielen sie Entdecken im Rinks-Lechts-Verbund. Selbst dieser übernimmt aber keine Verantwortung für … eine neue Partei.

Von Sarrazin bis Guttenberg. Dabei stellt sogar Frank Stronach viel Geld dafür in Aussicht. Doch es ist weder eine Gruppierung noch ein Messias in Sicht, der sich vom Puppenspieler lenken ließe. Während die SPÖ von der Reichensteuer träumt, überhebt sich die ÖVP mit der Schuldenbremse. Und beide machen irgendwie dann doch auch beim anderen mit: Her mit den Millionen, her mit der Marie, her mit dem Zaster! Da staunt der Wirtschaftsbund, aber sonst wundert sich niemand mehr. Denn der Spruch der neuen ÖAAB-Chefin wirkt geradezu folgerichtig unlogisch nach dem Chefwechsel im Bauernbund infolge einer Einladung von Thilo Sarrazin. Der gerät in Deutschland mittlerweile auch ins mediale Hintertreffen. Aber nicht, weil Großphilosoph Jürgen Habermas nun via „Spiegel“ auch dem Lockfluch der Postdemokratie huldigt, sondern weil „Die Zeit“ Karl-Theodor zu Guttenberg per Interview zum Comeback im Blätterwald verhilft. Wenn schon nicht bei Jauch, dann vielleicht mit Gottschalk? Kerner, Illner, Meischberger & Co. Alle warten auf die ganz große Polittalkshow. Die erwartet sich

trotz oder wegen „Im Zentrum“ und „Club 2“ kaum noch jemand in Österreich, das anders ist.

Hier MeinOE, dort die Piraten. Denn da gibt es nicht jene liberalen Stehaufmännchen, die ihren drohenden Absturz in die Bedeutungslosigkeit einige Wahlen später noch immer aufgefangen haben. Es fehlt auch eine Linke, die der SP ideologisch in die Flanke fällt. Hier stellen die Grünen keinen Regierungschef, und die Piratenpartei kommt nicht vom Gründungsfleck. In Berlin dagegen erringt sie neun Prozent und liegt seitdem in allen Umfragen bundesweit auf diesem Niveau. Die Piraten haben Erfolg, sowohl wo die Demokratie als vorbildlich fortgeschritten als auch den Zenit überschreitend gilt. Schweden, Berlin, Wien? Der Kongress tanzt. Der Bobo plauscht. Dazu fehlt die tiefer gehende Auseinandersetzung mit neuen Modellen, wie z. B. der Liquid Democracy des neuen politischen Freibeutertums. Eine diskussionswürdige Mischform aus repräsentativer und direkter Partizipation. Auch das spart MeinOE aus. Das Demokratiebegehren hat das Verdienst der Bewusstseinsverstärkung, zeigt aber mehr noch, dass Alter nicht vor Feigheit schützt. Die Initiative wagt nicht den entscheidenden Schritt. Dabei gibt es das regionale Vorbild für die nationale Aktion. Ein anderer Alter, Fritz Dinkhauser, hat dem Appell „Außi aus die Staudn“ erst die Parteigründung und dann den größten Wahlerfolg einer neuen Liste in der Zweiten Republik folgen lassen. Doch Tirol ist nicht die kleine Welt, in der die große ihre Probe hält. Kärnten, der Nachzügler im Politikverständnis, wirkt als Avantgarde der Demokratielethargie. „Wir sind die Guten“ verlaufen sich dort immer rechtzeitig vor Parteiwerdung im Strandbad. Wenn das Aufbegehren in solchen Grenzen verharrt, wird Österreich Kärnten werden. Waldorf: „Weitermachen, weiter!“ Statler: „Mein Gott, nicht so laut q – sie könnten Dich hören.“

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meinung 10 Dinge, die die Welt (in diesem Monat) nicht braucht:

1 Vanillekipferl-Backbleche

6 Gute Vorsätze

2 Meinungsäußerungen von Niki Lauda

7 Diättipps für Jänner

3 Plastik-Christbäume

8 Geschenkte Weinflaschen

4 Silvesterplanung

9 Kekse nach Weihnachten

5 Silvester-SMS

10 Einkaufsterror nach Weihnachten

Der Kühlschrank als Vorzimmer der Abfalleimer Von Jane Kathrein • meinung@6020stadtmagazin.at

Die Slow-Food- Bewegung hat es aus dem elitären Eck geschafft. Der Lebensmittel-Konsumwahnsinn ist ein massentaugliches Thema geworden, weil er uns alle betrifft.

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nsere Kühlschränke sind oft regelrechte Familiengräber. Darin sterben so viele Nahrungsmittel, das kann man sich gar nicht vorstellen. Eigentlich sollen Kühlschränke Lebensmittel konservieren. Stattdessen sind sie Vorzimmer der Abfalleimer. Wir sollten weniger einkaufen und alles aufessen.“ Der SlowFood-Begründer Carlo Petrini ist für seine bildreiche Sprache bekannt. Wo er auftritt, begleitet Applaus seine Worte. Die SlowFood-Bewegung hat es aus dem elitären Eck herausgeschafft. Der Lebensmittel-Konsumwahnsinn ist ein massentaugliches Thema geworden, weil er uns alle betrifft. Während ein Drittel der weltweit produzierten Lebensmittel nicht ihren eigentlichen Zweck erfüllt, nämlich die Weltbevölkerung zu ernähren, müssen laut FAO 925 Millionen Menschen

hungern. Die Rechnung ist einfach: Wenn wir in der Mitte und am Ende der Wertschöpfungskette Nahrung wegwerfen, müssen wir am Anfang immer mehr produzieren. Die Zauberformel heißt Reduzieren, Umverteilen, Wiederaufbereiten. Das beginnt am Acker und endet am Teller. Durch die Verbesserung bei der Ernte, der Lagerung, dem Transport, der Haltbarmachung und der Verpackung können wir Verluste vermeiden. Damit werden nicht nur Lebensmittel vor dem Müll gerettet, sondern auch Ressourcen wie Energie, Wasser, Verpackungsmaterial und Dünger eingespart. Neben der Technik fehlt es aber vor allem an Information, mit Aufklärungskampagnen, wie sie etwa schon in Deutschland laufen, können Bauern auf die Gründe für Lebensmittelverluste aufmerksam gemacht werden. Wir dürfen uns auch nicht weiter von unsin-

nigen Qualitätsnormen täuschen lassen, die der Transport- und Verpackungsindustrie zur Steigerung des Gewinnes dienen oder dem optischen Kaufanreiz. Eine Kartoffel schmeckt, egal ob sie klein, dick oder krumm ist. Wird sie in der Region und noch dazu naturnah angebaut, schmeckt sie umso besser. Man sollte die Nahrungsmittelhersteller und den Handel gesetzlich verpflichten, Ausschussware und Lebensmittelmüll regelmäßig zu melden, und eine Strafe einführen, wenn sie essbare Lebensmittel nicht an Sozialmärkte oder karitative Vereine abgeben. Was trotz guter Planung und Steuerung noch an gutem Essen übrig bleibt, kann dann umsonst abgegeben und an bedürftige Menschen verteilt werden. Dann würde es am Ende der Kette fast keinen Müll mehr geben. q (Siehe Artikel ab Seite 16.)


R E T S E SILV K C I R T HAT d DJ Badspin

DJ Seren un , es or Fl J D t mi nd ou ys rt Pa

Fur jedesGetrank, das du am Donnersta g (29. Dezember) und Freitag (30. Dezembe r) trinkst, bekommst du einen Punkt. Am Silvesterabend (31. Dezember) kann st du diese Punkte bis 1 Uhr im neuen Jahr umtauschen. 10 Punkte =1 Flasche Prosecco 15 Punkte =1 Flasche Sekt 25 Punkte =1 Flasche Wodka

Start jeweils um 20 Uhr w w w. s i x t y t w e n t y . c o m / / f a c e b o o k . c o m /s i x t y t w e n t y


Market © Tiroler Adlerrunde

32 höchst erfolgreiche Unternehmer Tirols haben sich zur exklusiven Adlerrunde zusammengeschlossen. Jetzt suchen sie Nachwuchstalente. Zu diesem Zweck wurde der mit 550.000 Euro dotierte „Adlerrunde Start up Fonds“ gegründet.

© Jungbauernkalender 2012

Adlerrunde Start up Fonds: Die Bewerbungsfrist läuft

Miss Mai 2012

Erotik an der Stadltür Der Jungbauernkalender 2012 präsentiert die heimischen Jungbauern und Jungbäuerinnen derart prickelnd, dass es einem die zarte Almrosenröte ins Gesicht treibt.

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Mit ihrem Start up Fonds unterstützt die Tiroler Adlerrunde junge und hoffnungsvolle Firmengründer.

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er ein innovatives Geschäftskonzept vorweisen kann oder ein junges Unternehmen leitet, das nicht älter als vier Jahre und in Tirol angesiedelt ist, kann sich jetzt direkt bei der Adlerrunde um Unterstützung aus dem Start up Fonds bewerben. Alles, was es dazu braucht, ist ein E-Mail an die Adresse startupfonds@ freudenthaler.at, in der die Geschäftsidee kurz skizziert wird. Die Adlerrunde wird sich in der Folge mit den BewerberInnen in Verbindung setzen.

Realitätsbezug statt Makellosigkeit. „Wir suchen nicht das perfekte, makellose Geschäftskonzept. Aber es muss realistisch sein und es muss unterneh-

merisches Herzblut darin stecken“, skizzieren Ingeborg Freudenthaler und Fritz Unterberger von der Adlerrunde die denkbar einfachen Kriterien. Mit Hilfe des Start up Fonds der Tiroler Adlerrunde ist der erste Tiroler Jungadler bereits flügge geworden: Marius Massimo und Norbert Span haben mittels unbürokratischer Anschubfinanzierung des Start up Fonds ihr Jungunternehmen „idee – Concept & Exhibition Engineering GmbH“ erfolgreich auf Schiene gebracht. Mit der stolzen Summe von jeweils 50.000 Euro unterstützen die Tiroler Adlerrunde sowie der Investor Alfred della Torre das hoffnungsvolle Jungunternehmen. Die Einreichfrist für den „Adlerrunde Start up Fonds“ endet am 31. 12. 2011.  q

eit 2001 macht es sich der Österreichische Jungbauernkalender zur Aufgabe, „die schönen und sinnlichen Seiten des Landlebens und der bäuerlichen Arbeit“ zu zeigen. Er will dabei nicht weniger sein als „ein fotografisches Kunstwerk und das nach außen getragene Zeichen für einen fundamentalen Wandel in der jüngeren Bauernschaft“. 
Dass ihm das mittlerweile ganz gut gelingt, zeigt auch eine treue internationale Anhängerschaft, die sich in Deutschland, Italien, Dänemark sowie in den USA und der Schweiz um die limitierten erotischen Editionen des Jungbauernkalenders quasi rauft. Der vom steirischen Mode- und Werbefotografen Andreas Hofer gestaltete Jungbauernkalender 2012 ist unter www.jungbauernkalender.at für 27 Euro zzgl. Versandspesen erhältlich.  q

6020 verlost 4 Jungbauernkalender 2012 Einsendeschluss: 9. 1. 2012 Kennwort: „Almrosenröte“

ivb.news Mobilität – Die Innsbrucker Verkehrsbetriebe informieren. Ab Seite 46


Private Banking der Tiroler Sparkasse unter den besten Vermögensverwaltern Der Elite Report 2012 und die deutsche Wirtschafts- und Finanzzeitung Handelsblatt haben die besten Vermögensverwalter im deutschsprachigen Raum gekürt. Als einzige Sparkasse neben der Hamburger Sparkasse wurde das Private Banking der Tiroler Sparkasse erneut in diesen honorigen Kreis aufgenommen.

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uch wenn an automobilen Stammtischen immer wieder das Thema „geringere Haltbarkeit von Fahrzeugen mit Erdgasantrieb“ auftaucht: Der ÖAMTC kann diese Aussage nicht bestätigen. Nach dem bisherigen Wissens- und Erfahrungsstand des österreichischen Automobil- und Touringclubs (Pannenstatistik und Pickerl-Überprüfung) lassen sich keinerlei Auffälligkeiten bei Erdgasmotoren im Vergleich zu Benzin- und Dieselmotoren feststellen. Grundsätzlich ist laut ÖAMTC der Motor eines Fahrzeuges längst nicht mehr das schwächste Glied in der automobilen Kette und Motorschäden selten der Grund, sich endgültig vom eigenen Fahrzeug zu trennen. q

nsgesamt wurden 49 von 359 getesteten Geldhäusern als empfehlenswert beurteilt, davon 28 deutsche, zwölf Schweizer, sechs österreichische sowie drei Liechtensteiner Institute.

Mehrfach-Auszeichnung bestätigt Qualitätsstrategie. Mit der Aufnahme in den Elite Report erhält die Sparkasse heuer bereits die zweite Auszeichnung für Kundenorientierung. Im Mai konnte das Prädikat „exzellente Kunden­ orientierung“ beim österreichischen „Recommender Award“ für die Bereitschaft von Kunden, ihre Bank im Bekanntenkreis weiterzuempfehlen, entgegengenommen werden. q

V. l.: Hans Unterdorfer (Vorstandsvorsitzender Tiroler Sparkasse), Katja Hessel (bayr. Staatssekretärin für Wirtschaft), Michael Perger (Leiter Private Banking), Hans-K. von Schönfels (Elite Report)

Neue Landesförderung für Ein-Personen-Unternehmen Rund die Hälfte aller 38.000 Tiroler Betriebe sind Ein-Personen-Unternehmen (EPUs). Durch eine neue EPU-Kooperationsförderung mit Starttermin Anfang 2012 soll die Vernetzung der Betriebe untereinander forciert und Kooperationen gefördert werden.

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ie EPU-Kooperationsförderung beträgt bis zu 3.000 Euro. Die förderbaren Kosten belaufen sich auf maximal 10.000 Euro. Unterstützt werden neben Entwurf, Entwicklung und Herstellung auch die Vermarktung von Produkten, Verfahren oder Dienstleistungen. AntragstellerInnen müssen ein Konzept vorlegen, in dem Ziele und Umsetzung präsentiert sind. Infos unter: www.tirol.gv.at/wirtschaftsfoerderungq

Gewinnspiel

2 Hin- & Retourtransfers Innsbruck – Flughafen München

© Land Tirol

6020 und Four Seasons Travel verlosen:

KW: „Reise“, Einsendeschluss: 9. 1. 2012 Rechtsweg ausgeschlossen, keine Barablöse

6020

Karl-Kapferer-Straße 5 Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at

Landesrätin Patrizia Zoller-Frischauf (Mitte) mit der Vizepräsidentin der Wirtschaftskammer Tirol, Brigitte Stampfer, und dem Landesvorsitzenden der Jungen Wirtschaft Tirol, Mario Eckmaier

© Best Wellness Hotels Austria/Strobl

Erdgasfahrzeuge unauffällig

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© Tiroler Sparkasse

Erdgasfahrzeuge, die umweltfreundliche und kostengünstige Alternative

Harald Schneider (Vorstandsvorsitzender der IKB), Josef Stock (langjähriger Obmann und Gründungsmitglied der Best Wellness Hotels Austria)

Ins Grüne radln

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ie Best Wellness Hotels Austria starten gemeinsam mit ElectroDrive Tirol in eine grüne Zukunft in Richtung Elektromobilität. Ab 2012 kann man die Natur rund um die Best Wellness Hotels Austria nicht nur zu Fuß, sondern bequem und gratis auch mit ElektroFahrrädern erkunden. Dank ElectroDrive Tirol – einer Tochtergesellschaft der Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) sowie der TIWAG – stehen den Gästen der Best Wellness Hotels Austria zukünftig zur Förderung ihrer E-Mobilität am Tiroler Urlaubsort 20 E-Bikes kostenlos zur Verfügung. q

www.bestwellnesshotels.at www.electrodrive-tirol.at


MPREIS ist laut VKI konkurrenzlos beim Angebot an regionalen Waren und heimischen Biolebensmitteln.

MPreis gewinnt den VKI-Supermarkt-Nachhaltigkeitstest.

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© Best Wellness Hotels Austria/Strobl

io, fair, heimatverbunden – wie nachhaltig heimische Supermärkte agieren, hat der Verein für Konsumenteninformation (VKI) erstmals erheben lassen. Getestet wurde vorrangig die Nachhaltigkeit der Sortimentspolitik, daneben aber auch die

Umwelt- und Personalpolitik. Als Sieger des Tests im VKI-Magazin „KONSUMENT“ ging das Tiroler Familienunternehmen MPreis hervor. Dieses steht laut VKI in puncto Regionalität, aber auch beim Angebot an heimischen Bio­ lebensmitteln konkurrenzlos da.

Spar mit bester Personalpolitik. Im Zuge des Tests wurde auch die Personalpolitik der Unternehmen unter die Lupe genommen. Hier schneidet Spar am besten ab. Die Pluspunkte sind hohe Lehrlingszahlen, Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie, das Gesundheitsmanagement und die gute Zusammenarbeit mit der Gewerkschaft.  q

Gratis-Internet im Zentrum von Innsbruck Die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG (IKB) bietet allen Innsbruckern WLAN-Hotspots an öffentlichen Plätzen zum Gratis-Internet-Surfen an.

W

ebseiten der Stadt Innsbruck, der IKB, der IVB, des Tourismusverbandes oder des Flughafens sind auch ohne Authentifizierung komplett frei. Wer darüber hinaus ins Internet einsteigen will, muss sich entweder per SMS oder per

10.131 So viele österreichische Unternehmen wiesen im Zeitraum von 2007 bis 2010 ein durchschnittliches jährliches Wachstum ihrer unselbstständig Beschäftigten von mindestens sieben Prozent auf. Zu Beginn der Beobachtungsperiode hatten diese Unternehmen bereits mindestens fünf unselbstständig Beschäftigte. Wie die Statistik Austria berichtet, finden sich knapp die Hälfte der schnell wachsenden Unternehmen in den drei Wirtschaftsbereichen „Handel" „Beherbergung und Gastronomie" und „Bau". Die höchste Anzahl an schnell wachsenden Unternehmen weisen die Bundesländer Wien (22,9 Prozent), Oberösterreich (16,2 Prozent) und Niederösterreich (15,4 Prozent) auf.

© MPREIS

Supermärkte am Prüfstand

zahlen, bitte!

E-Mail registrieren. Die IKB hat fürs Gratis-Surfen fünf Sendeanlagen aufgebaut. Ein eigener Flyer zeigt auf einem Stadtplan jene Stellen, an denen WLAN4Free möglich ist und beschreibt den Anmeldevorgang. Weitere Informationen: www.ikb.at q

zitat „Es bringt auch ein positives Image, wenn man nicht vom Pappteller essen muss“ Jürgen Steinberger – Projektkoordinator der Jugendspiele YOG DNA Innsbruck 2012 – lobt den ersten flächendeckenden Mehrwegbecher- und Geschirrverleihservice in Tirol, der im Rahmen der Olympischen Jugend-Winterspiele 2012 in Innsbruck eingeführt werden wird. Das Land Tirol und das Arbeitsmarktservice wollen bei den Jugendspielen 60.000 Becher und 5.000 Stück Mehrweg-Geschirr verwenden, das nach den Spielen über den gemeinnützigen Verein ISSBA tirolweit Veranstaltern angeboten werden soll.

Die Nachhilfe Theresia Glugovsky MEHR WISSEN, MEHR CHANCEN.

© RMS / Fischer

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I ndividuelle Betreuung Ihres Kindes Q ualifizierte und erfahrene NachhilfelehrerInnen

Helmuth Müller (IKB Vorstandsdirektor), Gemeinderat Thomas Carli, Bürgermeisterin Christine Oppitz-Plörer und Raffaele Montagna (IKB-Geschäftsbereichsleiter Telekommunikation und Informationssysteme) beim offiziellen Start des Projektes in der MariaTheresien-Straße (v. l.)

*Aktionsbedingungen unter www.schuelerhilfe.at

Innsbruck, Salurner Str. 18, 0512 / 570557 Hall, Stadtgraben 1, 05223 / 52737 scHwaz, Münchner Str. 46, 05242 / 61077

wörgl, Speckbacherstr. 8, 05332 / 77951 Telfs, Obermarktstr. 2, 05262 / 63376 w w w . s c H u e l e r H I l f e . aT

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Schneezauber und Tourenglück auf der Mutterer Alm Die Muttereralm startet mit vielen Neuerungen in die aktuelle Wintersaison 2011/12.

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er bekannte und erfolgreiche Trainer Dieter Bartsch ist wieder auf der Muttereralm, er wird unter dem Motto vom „Skiknirps zum Weltcupläufer“ mit der Race Academy sein Erfolgsrezept umsetzen. Wie schon früher wird er dabei besonders Kinder und Jugendliche und die Skiclubs der Umgebung betreuen.

Blick vom Pfriemes Richtung winterliches Innsbruck

Das ist längst noch nicht alles: In den Weihnachstferien und in den Feberferien wird erstmals ein kostenloser Shuttlebus die Skifahrer von der Straßenbahnstation Mutters abholen und zur Talstation in Mutters bringen. Vorerst als Pilotprojekt geplant, wird es nun die einzigartige Möglichkeit geben, mit der Straßenbahn auf die Muttereralm zu kommen. Auch Tourengeher kommen

© Mutterer Alm

Kostenloser Shuttlebus.

voll auf ihre Kosten, jeden Mittwoch sind die Pisten für sie bis 22 Uhr geöffnet. Als besonderes Zuckerl können Tourengeher ab

13 Uhr gratis parken! Mehr Infos dazu finden sich auf der neu überarbeiteten Homepage www.muttereralm.at q

Ein Ausbildungszentrum wird 20

© AZW/Frischauf-Bild

Ende November feierte das Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe AZW sein 20-jähriges Jubiläum und präsentierte seinen geplanten Umbau. Zeitgleich wurde Landessanitätsdirektor HR Dr. Christoph Neuner mit der Verleihung des Ehrendiploms in der Gesundheits- und Krankenpflege gewürdigt.

A

m 1. August 1991 wurde das Ausbildungszentrum West für Gesundheitsberufe (AZW) auf Initiative des Landes Tirol durch die TILAK GmbH gegründet. In den vergangenen Jahren wurden mehr als 13.700 Personen in pflegenden, medizinischen und medizinisch-technischen Diensten ausgebildet.

Das Land Tirol und die TILAKFührung gratulieren zu 20 Jahren AZW und zum Ehrendiplom der Gesundheitsund Krankenpflege für Landessanitätsdirektor HR Dr. Christoph Neuner (Mitte mit Brille).

Projekt Umbau AZW. Das AZW bietet derzeit mit rund 950 Ausbildungsplätzen einen Höchststand in den Pflegeberufen an und stößt gleichzeitig – speziell am Standort Innsbruck – schon seit geraumer Zeit an seine räumlichen Grenzen. Da eine hohe Qualität in der Ausbildung langfristig auch adäquate Räume

braucht, plant das Land Tirol jetzt am Inn­ rain 98 einen Um- und Neubau auf einer Fläche von 4.200 m² (1.800 m² mehr als bisher). Das Bau-Budget beträgt rund 8,7 Millionen Euro.

Ehrendiplom für Landessanitätsdirektor HR Dr. Christoph Neuner. In den 20 Jahren AZW hat HR Dr. Christoph Neuner als Vorsitzender der Prüfungskommission die Einhaltung von hohen Qualitätsstandards in den Pflegeberufen mit überprüft und damit am AZW eine wichtige Funktion ausgeübt. Mit seinem kontinuierlichen Bemühen, die Pflegeinitiativen am AZW zu unterstützen, trug er wesentlich zur verbesserten Versorgungssituation an PflegeexpertInnen in Tirol bei. Dafür wurde ihm nun das Ehrendiplom der Gesundheits- und Krankenpflege – die höchste und zugleich die einzige Auszeichnung im Pflegebereich q – verliehen. 


Barrierefreies Angebot: 14 x bei SPAR und EUROSPAR in Innsbruck.

Entspannt in den Urlaub mit „transfer.tirol“

© Michael Rathmayr / Tirol Werbung

© SPAR

Dank HRR/Four Seasons Travel hat Tirol seit 25 Jahren einen verlässlichen und hochwertigen Shuttleservice zum Münchner Flughafen. Nun wird dieser Dienst flächendeckend ausgebaut.

Handschlag für eine grüne Zukunft (v. l.): Oliver Dold (HRR/Four Seasons Travel), Josef Margreiter (GF Tirol Werbung) und Michael Brandl (Prokurist Tirol Werbung)

I

m Dezember 2011 startet die Tirol Werbung in Kooperation mit HRR/Four Seasons Travel den neuen Zubringerservice, der sämtliche Tiroler Orte mit den Flughäfen Innsbruck und München verbindet. Flugreisende können bis 72 Stunden vor Reiseantritt bequem via Internet unter www.transfer.tirol.at das Shuttleservice buchen und werden vom Airport direkt vor die Hoteltüre chauffiert. Der direkte Link zum Onlineservice kann kostenlos auf die eigene Firmenhomepage übernommen werden.

Jahrelange Erfahrung. Kompetenter Partner der Tirol Werbung ist der Reiseunternehmer Oliver Dold, der mit HRR/Four Seasons Travel auf jahrelange Erfahrung im Airportshuttle-Dienst verweisen kann. Um ganz Tirol lückenlos erreichbar zu machen, arbeitet Dold mit weiteren Partnern in den Regionen zusammen, wie etwa der Ötztaler Verkehrsgesellschaft. Für die versierten Fahrer der HRR/Four Season Travel und ihre Partner – die künftig, so wie auch die Wagen, einheitlich im Tirol-Look auftreten – gelten dabei strenge Qualitätskriterien. Die Zufriedenheit der Gäste mit dem neuen Service wird mittels kontinuierlicher Kundenbefragungen sichergestellt. Auch die Natur profitiert von „transfer.tirol“. Im Zubringerdienst vom und zum Innsbrucker Flughafen ist bereits ein Fahrzeug mit Gasantrieb in Verwendung. Geplant ist, den Fuhrpark schrittweise auf alternativen Antrieb umzurüsten.  q

Einkaufshilfe auf Knopfdruck Gemeinsam mit dem Tiroler Blinden- und Sehbehindertenverband (TBSV) startet SPAR ein in Österreich einzigartiges Pilotprojekt zum Thema „barrierefreies Einkaufen“. Zu finden ist dieses System auch im neu eröffneten SPAR-Supermarkt am Innsbrucker Fürstenweg.

A

b sofort haben es blinde und sehbehinderte Kunden in 14 Innsbrucker SPAR- und EUROSPAR-Märkten leichter: Ein speziell genormter Teppich mit Rillen weist ihnen den Weg zu einer gelben, mit BrailleSchrift versehenen Funksäule mit dem Aufdruck „HILFE“. Dort können sie per Knopfdruck eigens geschulte SPAR-Mitarbeiter­ Innen als professionelle Einkaufs-Unterstützung anfordern. Zusätzlich dazu werden in den SPAR-Bistros alle Menükarten in übergroßer Schrift sowie in Braille-Schrift angeboten. Das Pilotprojekt beschränkt sich momentan noch auf die Städte Innsbruck und Salzburg, soll jedoch in weiterer Folge österreichweit in den SPAR-Märkten umgesetzt werden.

SPAR ganz neu. Barrierefreies Einkaufen für Blinde und Sehbehinderte stand von Anfang an auch im Lastenheft des ganz neuen SPAR-Supermarkts am Fürstenweg 42. Nach dreimonatiger Bauzeit wurde der SPAR-Markt Innsbruck West am 1. Dezember neu eröffnet und punktet seitdem unter anderem mit einer 15 Meter langen Feinkostabteilung, einer großen Auswahl an regionalen Produkten und einem modernen Energiekonzept, das den Verzicht auf fossile Brennstoffe möglich macht. q

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Solidarität seit 190 Jahren

© Tiroler Versicherung

Die TIROLER VERSICHERUNG blickt auf eine 190-jährige Erfolgsgeschichte zurück.

Von der ursprünglichen „Feuerassekuranz“ hat sich die TIROLER zum modernen Universalversicherer entwickelt. Das zeigt auch der Vergleich der Zentrale um 1900 und heute sowie die neue Zweigniederlassung in Hall. Und noch immer an vielen Häusern und Höfen zu finden: Das TIROLER Dreieckschild - Schutzmarke seit über 100 Jahren.

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ie „Tirolisch-Vorarlberg'sche Feuer-Versicherungsanstalt“ begann ihr erstes Bilanzjahr 1825. Seit damals hat sich die ehemalige „Brandschadenversicherung“ zu einem modernen Universalversicherer entwickelt. Derzeit betreut die TIROLER über 450.000 Verträge. Rund die Hälfte der heimischen Bevölkerung ist in irgendeiner Form bei der TIROLER versichert. 1821 als Privatverein bewilligt, waren von Beginn an alle Kunden Mitglieder und daher die Versicherung nur ihren Mitgliedern verpflichtet. Die TIROLER ist bis heute unverändert ein Verein auf Gegenseitigkeit geblieben. Daraus folgt: keine privatwirtschaftliche Gewinnorientierung, sondern Bildung hoher Rücklagen für schlechtere Zeiten. Das schafft Sicherheit für die Kunden.

Bewegte Zeiten gemeistert. Dieses Prinzip half auch in düsteren Zeiten: Durch die Abtrennung Südtirols 1918 sowie die Loslösung Vorarlbergs 1927 verlor die Versicherung mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder. Zahlreiche dramatische Großbrände waren von der TIROLER zu bewältigen, so zum Beispiel 1908, als mit einem Schlag 179 Hausbesitzer in Zirl ihr gesamtes Hab und Gut verloren. Als Konsequenz aus diesen Ereignissen hat sich die TIROLER für die Brand- und Schadenverhütung stark gemacht. Heute ist die TIROLER auch wieder mit einer eigenen Landesdirektion im einstigen Kernmarkt Trentino-Südtirol vertreten.

Alle Entscheidungen in Tirol. Gegründet zum Wohle des Landes und seiner Bevölkerung, ist die TIROLER das einzige

3 fragen an

Dr. Walter Schieferer,

Vorstandsvorsitzender der TIROLER VERSICHERUNG

Österreichweit stieg das Prämieneinkommen der Versicherungen im Jahr 2010 um 1,7 Prozent, die TIROLER VERSICHERUNG konnte auf ein Plus von fünf Prozent stolz sein. Was macht die TIROLER überdurchschnittlich erfolgreich? Dr. Walter Schieferer: Individuell gestaltete Produkte, ein faires Preis-Leistungs-Verhältnis, kompetente Ansprechpartner und kurze Entscheidungswege, vor allem aber unsere hohe Servicequalität – sowohl in der Beratung wie auch bei der Schadenabwicklung – werden von unseren Kunden besonders geschätzt. Während in der österreichischen Versicherungsbranche kontinuierlich Arbeitsplätze abgebaut werden, hat die TIROLER VERSICHERUNG seit dem Jahr

Versicherungsunternehmen, das alle Entscheidungen ausschließlich in Tirol trifft und jeden verdienten Euro wieder hier investiert.

2000 rund 40 Prozent mehr Mitarbeiter eingestellt. Warum macht das Sinn? Dr. Walter Schieferer: Mit unseren Dienstleistungen wollen wir neue Maßstäbe am Markt setzen. Wir sehen es als unsere Aufgabe, Kompetenz und Service vor Ort ständig zu optimieren, damit alle Anliegen unserer Kunden rasch und unbürokratisch erledigt werden können. Die TIROLER VERSICHERUNG ist nach wie vor ein sogenannter „Verein auf Gegenseitigkeit“ und nicht wie branchenüblich eine Kapitalgesellschaft. Welche positiven Effekte ergeben sich daraus für die Kunden? Dr. Walter Schieferer: Nur der Verein als Gesellschaftsform macht es möglich, die Interessen unserer Mitglieder (Kunden) – und nicht jene von Aktionären – zu wahren. Die TIROLER ist das einzige Versicherungsunternehmen, das jeden verdienten Euro wieder hier investiert. Alle Aufträge, egal ob Einkäufe oder Veranlagungen, werden ausschließlich an bei uns versicherte Unternehmen vergeben.

Mit diesem Verhalten trägt sie dazu bei, die heimische Wirtschaft zu stärken und damit q Arbeitsplätze zu sichern.


Mach mit bei future@work Die AK startet den neuen Ideenwettbewerb future@work und gibt euch die Chance, mit euren Vorschlägen die Arbeitswelt von morgen zu verbessern.

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ie kann man die Arbeitswelt verbessern, den Berufsalltag verschönern oder den Berufseinstieg erleichtern? Oft sind es gerade die kleinen Ideen, die Großes bewirken. Gute Einfälle brauchen Unterstützung. Und genau deshalb hat die AK diesen Wettbewerb ins Leben gerufen. „Wir wollen Jugendliche ermuntern, ihre Wünsche, Träume, Visionen und Hoffnungen kreativ darzustellen und uns ihre Vorschläge zu präsentieren. Wir werden uns

bemühen, sie auch umzusetzen“, so AK-Präsident Erwin Zangerl. Alle zwischen 14 und 21 Jahren können mitmachen, in Einzel- oder Teamarbeit. Es funktioniert ganz einfach: Die Idee in Form einer kurzen Projektbeschreibung oder eines Videos in Einzel- oder Teamarbeit bei der Homepage www.futureatwork. at einreichen. Es können auch Schulen und Lehrbetriebe teilnehmen. Wichtig dabei: Wo gibt es ein Problem und wie kann es gelöst werden. Der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt! Ihr könnt etwas bewegen und damit

helfen, neue Perspektiven für eure Ausbildung, euer späteres Arbeitsleben oder eure Freizeit zu schaffen.

Tolle Geldpreise winken Alle Projekte, die bis zum 28. Feber 2012 eingegangen sind, werden von einer Jury begutachtet. Den fünf besten Ideen winken tolle Geldpreise bis zu 3.000 Euro. Also einfach mitmachen, kreativ sein und die Arbeitswelt von morgen verbessern. Mehr q Infos unter www.futureatwork.at

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© Paul Weber

werbung

Guter Start ins Berufsleben

Das AMS Tirol hilft bei der Berufssuche.

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ie erste Berufswahl ist heute zwar nicht mehr „die Wahl fürs Leben“, aber sie ist doch ein wichtiger Schritt, der die persönliche Zukunft entscheidend prägt. Das Angebot an schulischen und beruflichen Ausbildungsmöglichkeiten ist sehr groß. Oft reicht Berufsinformation allein nicht aus. „Im persönlichen Gespräch mit der Berufsberatung des AMS Tirol können persönliche Wünsche und Zielvorstellungen, Berufsinteressen und Leistungsvoraussetzungen besprochen, Vorund Nachteile der in Betracht kommenden Berufswege abgewogen werden“, empfiehlt Mag. Sabine Platzer einen Besuch beim AMS Tirol.

Persönliche Lösungen. Die Aufgabe der Berufsberater ist es, objek-

tive Informationen gemeinsam mit dem Jugendlichen zu bewerten, sie also auf seine persönliche Situation zu beziehen. Ist dieser Beruf etwas für ihn? Reichen die Noten aus? Gibt es überhaupt Ausbildungsplätze in der Nähe oder eine entsprechende Schule? Berufsinformationen aus dem Computer oder bei Berufsinfomessen sind wichtig. Aber sie sind letztlich nur eine Grundlage für die entscheidenden Fragen. Die Berufsberater helfen Jugendlichen, ihre persönliche Lösung zu finden.

Berufsberater zeigen Wege auf. Die Entscheidung für eine bestimmte berufliche oder schulische Ausbildung legt niemanden bis an sein Lebensende fest. Die Entscheidung ist sicher von großer Tragwei-

te, wird aber durch viele andere, darauf folgende Entscheidungen weiter entwickelt, so dass sich immer auch neue Wege ergeben, die zusätzliche Möglichkeiten und Chancen eröffnen. Mag. Sabine Platzer vom AMS Tirol: „Berufsberater des AMS Tirol sind auf diesem Weg verlässliche Begleiter, die mit viel Wissen und Erfahrung sinnvolle Richtungen weisen können. Zu finden sind sie leicht – in jeder Geschäftsstelle des AMS Tirol.“ q

Informationen erteilen alle Geschäftsstellen des AMS Tirol. Besuchen Sie auch die BIZen und unsere Homepage www.ams.at/tirol sowie die Jugendplattform des AMS www.arbeitszimmer.cc


Siegreiches Projekt: Sebastian-Scheel-Straße

© Lanserhof

Neubebauung Wohnanlage Sillblock: Siegerprojekt präsentiert

Susie Ellis, Präsidentin des SpaFinder Magazins, und Prof. Andreas Wieser

Internationale Auszeichnung für den Lanserhof

© Schenker Salvi Weber Arch. Ges.nbR./Wien

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as Siegerprojekt des von der Innsbrucker Immobiliengesellschaft (IIG) ausgeschriebenen Architektenwettbewerbs für die Neubebauung der Wohnanlage Sillblock steht fest: Die von Schenker Salvi Weber Architekten Wien entworfene Neuinterpretation einer Blockrandbebauung überzeugte die Jury. Rund 125 modernste Mietwohnungen und etwa 140 Tiefgaragenplätze werden den 1939/1940 errichteten Wohnblock in der Sebastian-Scheel-Straße/Erzherzog-Eugen-Straße im Innsbrucker Stadtteil Saggen ersetzen. Voraussichtlicher Baubeginn des 17 Millionen Euro teuren Projekts ist der Herbst 2012. q

rstmals wurde in Las Vegas im Rahmen der größten internationalen SPA-Messe ISPA ein österreichisches Unternehmen ausgezeichnet: Die Leser von SpaFinder, dem führenden amerikanischen SPA-Magazin, wählten den Lanserhof zur besten SPA Österreichs und zu einer der renommiertesten von rund 80.000 SPAs weltweit. Basis des Erfolgs ist das in 25 Jahren entwickelte LANSMED-Concept zur Regeneration von Körper, Geist und Seele. Am Anfang stand die österreichische Mayr-Medizin. Darauf aufbauend führte Lanserhof-Entwickler Andreas Wieser modernste Erkenntnisse über Regeneration, Reinigung und Gesundheitsförderung aus den traditionellen Medizinsystemen mit den neuesten diagnostischen Möglichkeiten einer q Universitätsklinik zusammen.

© Tir

oler

ÖBB bieten 33 neue Lehrlingsplätze in Tirol

Süßer Erfolg © ÖBB

Innerhalb von zehn Jahren konnte die heimische Schokoladenmarke „Tiroler Edle“ ihren Jahresausstoß auf 170.000 Tafeln steigern. Eine Erfolgsgeschichte aus Tirol. Gesucht sind Bewerber für die Sparten Technik, Mobilität und Spedition, die Frist läuft bis 29. Feber 2012. Erstmals werden auch Lehrlingsplätze für GleisbautechnikerInnen angeboten.

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ie Ausbildungen für die verschiedenen Lehrberufe starten mit Beginn des neuen Lehrjahres im September 2012. Interessierte können sich unter www.oebb.at/lehrberufe bewerben. Der ÖBB-Konzern ist bundesweit die Nummer eins bei der Ausbildung in den technischen Berufen, 95 Prozent der Jugendlichen bestehen ihre Lehrabschlussprüfung beim ersten Antreten.  q

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or genau zehn Jahren wurde das Projekt „Tiroler Edle“ von Agrarökonomin Therese Fiegl und Konditor Hansjörg Haag aus der Taufe gehoben. Die handgefertigte Schokolade mit Milch und Rahm von Tiroler Graukühen konnte sich über die Jahre als Markenprodukt etablieren. Die „Tiroler Edle“ wird in reiner Handarbeit hergestellt, der oberste Grundsatz bei der Produktentwicklung ist die Qualität der Rohstoffe und die Förderung der regionalen, klein strukturierten Landwirtschaft. Bei der Auswahl der Kakaolieferanten sind die Nachvollziehbarkeit der Herkunft, die Nachhaltigkeit des Anbaus, humane Arbeitsbedingungen und eine gerechte Entlohnung für die Kakaobauern wesentliche Kriterien. www.tiroleredle.at q

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© SPAR (4) und 6020 (2)

werbung

interview mit

Helga Hadler – SPAR-Marktleiterin

Bei der Eröffnung des SPAR-Marktes im Feber dieses Jahres stellten Sie einige Besonderheiten für Ihren Markt in Aussicht, die noch in Planung sind. Konnten Sie diese schon umsetzen? Ja, unser SPAR-Markt im Universitätsklinik-Gelände wurde in der Zwischenzeit weiter aufgewertet. Ganz neu sind der Orangensaft-Automat, die TakeAway-Kaffeestation und unser Frischfleisch-Sortiment. Welche Resonanz erfahren Sie von den KundInnen auf die erweiterten Öffnungszeiten und auf das neue Sortiment? Die Rückmeldungen sind durchwegs positiv. Unsere KundInnen schätzen das erweiterte Frischeangebot und die Möglichkeit, hier im SPAR gleichzeitig alles für den Krankenbesuch – auch Schnittblumen und Zeitschriften – zu finden und den Wochenendeinkauf erledigen zu können. Wir bieten auch an Sonn- und Feiertagen das gesamte Warensortiment zu Supermarkt-Preisen an. Damit entsprechen wir genau den Wünschen unserer KundInnen.

Erster SPAR-Markt in Innsbruck mit Sonnund Feiertagsöffnung

Mit der Neu-Eröffnung des modernisierten SPAR-Marktes auf dem Gelände der Universitätsklinik Innsbruck wurden auch das Sortiment und die Öffnungszeiten erweitert. Anwohner, Klinikpersonal, Besucher und Patienten können jetzt täglich ihre FrischeEinkäufe tätigen. Frische und Qualität spielen im neuen SPAR-Markt am Gelände der Universitätsklinik Innsbruck die wichtigste Rolle. Stündlich frisches Gebäck, eine reiche Auswahl an Obst und Gemüse, ein breites Angebot an Tiefkühl-Produkten, eine Riesenauswahl an Feinkost und die heiße Theke mit Backhendl, Leberkäse, faschierten Laibchen und Wraps bieten die ideale Abwechslung für den Hunger zwischendurch. Mit einem Team von 18 MitarbeiterInnen führt Marktleiterin Helga Hadler den 255 m² großen SPAR-Markt, der seit Feber in neuem Glanz erstrahlt und mit seiner großzügigen Innenarchitektur die besten Voraussetzungen für den entspannten Einkauf am Wochenende bietet.

Zwei SPAR-Bistros geöffnet Zwei weitere SPAR-Bistros – am Langen

Weg 15 und am Rennweg/Karl-SchönherrStraße 7 – sind ebenfalls an Sonn- und Feiertagen geöffnet und bieten von 7 bis 11 Uhr Brot, Gebäck, Snacks, Milchprodukte und Getränke an. Die Sonn- und Feiertagsöffnungszeiten kommen den Wünschen zunehmend flexiblerer Kunden entgegen. Dazu Mag. Christoph Holzer, Geschäftsführer von SPAR Tirol und Salzburg: „Früher war es gang und gäbe, nach dem sonntäglichen Kirchgang noch zum Dorfkramer zu gehen, um seinen Wocheneinkauf zu erledigen. Heute ist ein Offenhalten der Läden am Wochenende per Gesetz nicht mehr erlaubt. Das moderne mobile Leben verlangt jedoch nach neuen Möglichkeiten und das hat Einfluss auf die moderne Nahversorgung. Dem Wunsch nach Flexibilität werden wir mit dem Markt am Klinikareal und den beiden Bistros am Langen Weg und am Rennweg gerne geq recht“. 


Gewinnspiel

6020 und SPAR verlosen:

20 x 20 Euro Einkaufsgutscheine für den sonntäglichen SPAR-Frische-Einkauf Beantworte folgende Gewinnfrage und schicke die Lösung bis 16. Jänner 2012 an uns, der Rechtsweg ist ausgeschlossen, keine Barablöse möglich. GEWINNFRAGE: Wie viele Tage in der Woche hat der SPAR-Markt am Klinikareal geöffnet?

Öffnungszeiten SPAR Universitätsklinik, Anichstraße 35 Montag bis Freitag von 7 bis 19 Uhr, am Samstag von 8 bis 18 Uhr und an Sonn- und Feiertagen von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Das Team rund um Helga Hadler bietet auch einen kleinen Partyservice mit Weckerln und Partybrezen an. Alle Einkäufe können auch mit Bankomat- oder Kreditkarte bezahlt werden.

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Karl-Kapferer-Straße 5 Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at

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© RMS / Mergl

Bürgermeisterin Christine Oppitz Plörer, Wolfgang Steinbauer (Amtsvorstand Öffentlichkeitsarbeit) und Sabine Tunner (Referentin Bürgerservice und Fundbüro) mit der neuen Bürgercard (v. l.)

Die neue Bürgerkarte Innsbrucks BürgerInnen können jetzt ihre e-card kostenlos zur „Bürgercard“ umrüsten lassen.

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it der Bürgerkarte können Online-Geschäfte wie E-Banking, Finanzamt Online sowie verschiedenste Anwendungen des E-Governments (Anträge, Bescheide etc.) einfach und si�9�5 cher via Internet erledigt werden. �1�0�0

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Die Umstellung im Innsbrucker Bürgerservice sowie den Bürgerbüros gestaltet sich unkompliziert: Mitzubringen sind die e-card und �2�5 ein amtlicher Lichtbildausweis. Die Aktivierung dauert nur wenige Minuten. Für die Anwendung zu Hause wird ein spezielles Lesegerät �5 benötigt, das im Elektrofachhandel erhältlich ist. Mehr dazu unter www.buergerkarte.at.  q �0

© 6020/rathmayr

Problemlose Umstellung.


Weinkaufen mit Genuss Die Innsbrucker Weinbar/Vinothek INVINUM bemüht sich seit Juli 2005 um den Österreichischen Wein. Heuer wurde sie mit dem bundesweit ausgeschriebenen Weinpreis „Weinviertel Award“ ausgezeichnet.

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rfolg kommt nicht von ungefähr: Dass INVINUM-Gründer und Besitzer Dipl.-Sommelier Dietmar Pfister und sein Team rund um Dipl.-Sommelier Gregor Elsässer den begehrten „Weinviertel Award“ gewinnen konnten (er wird für besondere Verdienste um den Weinviertler Wein vergeben), hat eine Vorgeschichte.

Sommelier aus Leidenschaft. Sie beginnt mit der Geschäftsgründung 2005 in der Innsbrucker Altstadt gegenüber der Ottoburg: Damals machte der studierte Betriebswirt Pfister aus Freude an der Vielfalt des Österreichischen Weines seine Leidenschaft zum Beruf, aus dem Markenleiter von smart-Autos in der Pappas-Gruppe wurde ein Diplomsommelier. Als solcher setzte er bereits zu Beginn auf junge Nachwuchswinzer, die weniger mit Namen, viel mehr durch Qualität zu überzeugen wussten. Eine weitere Konstante über die letzten sechs Jahre: Die Auswahl der Weine findet im Rahmen von Sortimentsverkostungen statt, dabei werden die INVINUM-Gäste und Kunden in die Entscheidung miteinbezogen. Egal ob Roter oder Weißer: Pfister war und ist Botschafter des jungen Wein-Österreichs.

Monatlich zwölf neue Weine. Das Invinum-Weinangebot wechselt regelmäßig, edle Tropfen werden monatlich neu in drei Kategorien zu je vier Weinen angeboten. „Klassisch“ (auf die ursprüngliche Traube bezogene Weine kosten 7,20 Euro die Flasche ), „Selection“ (speziell gelesene Weine aus Spitzenlagen werden um 11,40 Euro per Flasche verkauft), die „Reserve“ (in Fässern gelagerte „Selection“-Weine) bekommt man im INVINUM um 15,40 Euro.

100.000 Flaschen Erfolg. Der Erfolg gibt dem Team um Dietmar Pfister recht: Nach nunmehr sechs Jahren wurde im Spätsommer 2011 im INVINUM die 100.000 Flasche Österreichischer Qualitätswein an den Mann bzw. die Frau gehen. Neben Wein werden im Lokal auch bodenständige Aufstriche, Speck, Käse und Prosciutto angeboten. Die 20 Sitzplätze innen und nochmals 20 Plätze im Gastgarten zur Herzog Friedrich Straße sind am Abend bei lauen Temperaturen sehr begehrt: Reservieren q wird daher empfohlen.

INVINUM

© 6020/rathmayr

Innrain 1, Innsbruck / Altstadt gegenüber der Ottoburg Tel.: +43/(0)512/575545 office@invinum.com, www.invinum.com

Invinum-Chef und Sommelier Dietmar Pfister mit einem guten Glas Weinviertler

Öffnungszeiten: Montag bis Samstag: 11.00 Uhr bis 24.00 Uhr Sonntag : 14.00 Uhr bis 19.00 Uhr

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ivb.news

Drei Seiten Mobilität

Bergsilvester 2011 Mit den IVB geht es sicher und bequem in die Stadt und wieder nach Hause Am 31.12.2011 bilden Altstadt, Maria-Theresien-Straße,

sucherInnen an einen regulären Betrieb nicht zu denken ist.

Marktplatz und Waltherpark den stimmungsvollen Rahmen

Alle eingesetzten Linien fahren bis in die Morgenstunden in

für Tanz, feurige Livemusik, kulinarische Freuden und ausge-

beide Richtungen: hinein ins Stadtzentrum – die Anichstraße

lassene Stimmung. Und die IVB sorgen auch heuer wieder

bildet zu Silvester den Hauptverkehrsknoten – und hinaus in

dafür, dass die BesucherInnen des Innsbrucker Bergsilve-

die äußeren Stadtteile sowie nach Igls und auf die Hunger-

sters sicher und bequem in die Stadt und wieder nach Hause

burg. Die stark frequentierte Sonderlinie OR verkehrt im Vier-

kommen, um entspannt ins neue Jahr feiern zu können. Am

telstundentakt nach Neu Rum und wieder zurück, ebenso

31.12.2011 wird wieder ein umfangreicher Sonderverkehr

die Linie O in Richtung Peerhofsiedlung. Alle anderen Linien

eingerichtet. Untertags verkehren alle Linien der IVB nach

fahren jede halbe Stunde, der STB-Bus jede Stunde. Die De-

Samstagfahrplan, ab circa 20:00 Uhr wird dann auf den Sil-

tails zum Sonderfahrplan gibt es in dieser 6020-Ausgabe auf

vesterfahrplan umgestellt, der – mit einer kleinen Pause um

Seite 80. Außerdem können sie in den Tagen vor dem Jah-

Mitternacht – bis in die frühen Morgenstunden bedient wird.

reswechsel den Aushängen in den Fahrzeugen sowie an den

Die Sonderrouten sind erforderlich, da auf Grund der zahl-

Haltestellen entnommen werden. Alle Infos werden natürlich

reichen Bühnen, Gastronomiestände und den tausenden Be-

auch online unter www.ivb.at zu finden sein.


Post von den IVB

Attraktiv

Weihnachtsgrüße mit Gratisticket

Die IVB präsentierten sich als Arbeitgeber

Mitte Dezember erhalten alle Innsbrucker Haushalte das traditionelle Weihnachtsmailing, in dem die IVB den InnsbruckerInnen ein frohes Fest und ein gutes neues Jahr wünschen. Als kleines Dankeschön für das entgegengebrachte Vertrauen ist ein IVB-Gratisticket beigefügt. Dieses ist bis 06.01.2012 auf allen IVB-Linien in der Kernzone Innsbruck inklusive Nightliner für eine Hin- und Retourfahrt gültig. In diesem Sinne: Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch!

Die IVB sind ein attraktiver Arbeitgeber – davon konnten sich junge TirolerInnen und Weiterbildungsinteressierte kürzlich bei VISIO-Tirol, der neuen, ab jetzt alle zwei Jahre stattfindenden Bildungsmesse überzeugen. Drei Tage Ende November stand das Messezentrum Innsbruck ganz im Zeichen der Themen Beruf bzw. Aus- und Weiterbildung. Auch die IVB waren mit einem Stand vertreten und präsentierten dabei ihr Ausbildungsangebot mit einer Reihe vielfältiger Berufsbilder. Die beste Möglichkeit, die IVB näher kennen zu lernen, ist übrigens ein Schnupperpraktikum. Interessierte wenden sich dafür einfach an den IVB- Ausbildungskoordinator Fritz Lener unter Tel. 0512/5307-4162 oder f.lener@ivb.at.

Nightliner Fahrplanänderungen und neuer Folder Er ist aus dem Nachtleben im Großraum Innsbruck nicht mehr wegzudenken – der Nightliner und seine mittlerweile 13 Linien. Mit dem Fahrplanwechsel am 11.12.2011 ergeben sich auch auf den Nightliner-Linien einige kleinere Änderungen. Zudem wird der Nightliner 10a von Innsbruck über Ampass, Aldrans, Lans, Sistrans, Rinn nach Tulfes und wieder retour in Nightliner 14 umbenannt. Alle Informationen zur Umstellung und zum kompletten Angebot gibt es auf www. nightliner.at – und im druckfrischen Nightliner-Folder, der im VVT-Kundencenter, bei der Postbus und natürlich auch im IVB-Kundencenter kostenlos erhältlich ist. Weiters kann der Folder auch auf der Website heruntergeladen werden.


Jubiläumstournee Das Bergisel-Springen am 03. und 04.01.2012 Das letzte Springen konnte ÖSV-Adler Thomas Morgenstern für sich gewinnen. Wer sich dieses Mal am Siegerpotest einfinden wird, steht noch in den Sternen, klar ist aber: Auch im Rahmen der 60. Vierschanzentournee wird das Springen am Bergisel (03.01. und 04.01.2012) wieder zehntausende Fans in seinen Bann ziehen – und die IVB werden für die unkomplizierte Anreise sorgen. Skisprungbegeisterte können sich freuen: Auch dieses Mal gilt das Veranstaltungsticket 1,5 Stunden vor und nach dem Springen (inkl. Trainingstag) als Ticket auf allen IVB-Linien in der Kernzone Innsbruck. Da angesichts der Erfolge der ÖSV-Springer wieder mit besonders großem Andrang zu rechnen ist, richten die IVB außerdem Verstärkerfahrten ein. Weitere Infos zum Skispringen am ­Bergisel und der Tournee unter www.bergiselspringen.at.

Silvesterlauf

Der sportliche Ausklang am 31.12.2011

Ein sportliches Ende findet das Jahr zum mittlerweile elften Mal beim Innsbrucker Silvesterlauf. Wie immer als Partner mit dabei: die IVB. Auch heuer bieten Silvesterlauf und Bergsilvester die optimale Kombination für einen schwungvollen Jahresausklang. Während die Kinder um 16:15 Uhr eine Route von 1,4 Kilometern in Angriff nehmen, erwarten die TeilnehmerInnen des Hauptlaufs um 17:00 Uhr zwei Stadtrunden von jeweils 2,8 Kilometern. Die Strecke des Silvesterlaufs führt durch die festlich beleuchtete Innen- bzw. Altstadt, Start und Ziel befinden sich direkt vor dem Goldenen Dachl. Aber auch alle, die es etwas gemütlicher angehen lassen wollen, kommen auf ihre Kosten: Auch dieses Jahr gibt es eine Teamund eine Nordic-Walking-Wertung (ohne Zeitnehmung). Bei der SiegerInnenehrung um ca. 18:15 Uhr wird dann auf das neue Jahr angestoßen. Im Nenngeld von € 15,- (Erwachsene) sind inkludiert: eine leistungsstarke LED-Lampe, Verpflegung und eine kleine Überraschung im Ziel, Ergebnis-SMS, Dusche und Umkleidemöglichkeiten sowie eine Urkunde im Internet. Das Nenngeld für Kinder beträgt € 5,- (ohne Lampe). Die Anmeldung ist per Post bis 26.12.2011 möglich, online bis 28.12.2011. Alle Infos zum letzten Laufevent des Jahres gibt es online auf www.innsbrucklaeuft.com.

IMPRESSUM Herausgeber und für den Inhalt verantwortlich: Innsbrucker Verkehrsbetriebe und Stubaitalbahn GmbH / Medieninhaber und Verleger: target group publishing GmbH • Zielgruppen Verlag / Karl-Kapferer-Straße 5, 6020, Telefon: 0512 / 58 6020 / Fax: 0512 / 58 6020-20 / marketing@ivb.at www.ivb.at / Gestaltung: Zimmermann Pupp Werbeagentur / Fotos: Gerhard Berger, Zimmermann Pupp, Stadtmarketing Innsbruck, Robert Parigger, Tirol Werbung


bruderschaft st. christoph

Der Aufstieg der Bruderschaft Die heutige Bruderschaft St. Christoph feierte gerade ihr 625-jähriges Bestandsjubiläum. Auch im dritten Teil des Rückblicks soll die Geschichte der Bruderschaft noch einmal belebt werden, eine Geschichte, die wir heute zwar nur noch in Streiflichtern und schemenhaft erkennen können, deren Überlieferung aber nichtsdestoweniger ein spannendes Bild gelebter Nächstenliebe zeichnet.

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orgeschichte: Heinrich Findelkind fand um 1376 Unterkunft und Arbeit auf der Burg Arlen in Nasserein bei St. Anton. Dort kam er in Kontakt mit dem Elend der im Winter am Arlberg verunglückten Wanderer. Er beschloss, auf der Passhöhe des Arlbergs eine Herberge für Notleidende zu bauen. Um Geld für dieses Projekt zu sammeln, zog Heinrich Findelkind durch ganz Europa. In eigenen Botenbüchern, die teilweise noch erhalten sind, wurden die Spender gemeinsam mit ihrem Wappen eingetragen. Zu den ersten Bruderschaftsmitgliedern zählten so wie heute Reiche und Arme, geistliche und weltliche Brüder und Schwestern. Ihnen allen erschien das Werk Heinrich Findelkinds unterstützenswert. Wie aus den Bruderschaftsbüchern ersichtlich ist, betrug die übliche Beitragsleistung ein bis zwei Gulden pro Jahr.

War schon im 17. Jahrhundert sehr begehrt: Das Hospiz als Pacht für 36 Gulden im Jahr.

Höhepunkt beim Konzil von Konstanz. Einen letzten großen Mitgliederzulauf erfuhr die Bruderschaft beim Konstanzer Konzil von 1414 bis 1418, das las sich in zeitgenössischen Berichten dann so: „Als anno 1414 gen Constanz in das Conzili ist man gezogn und also die strass über disen Arlperg am maisten ist befarn worden und von ungwiter oft hart darüber man hat kummen mussen, und aufgericht worden ist die Bruederschafft St. Christoffen, aber jetzo ainer Tafern gleich; und istz jettz der Prior derselb genennt Claus Leinser, Wirt auf dem Arlperg.“

Blüte unter Jakob Feuerstein. Einen neuerlichen Aufschwung erfuhr die Bruderschaft im 17. Jahrhundert während des Dreißigjährigen Krieges 1618 bis 1648 durch den Zammer Pfarrer Jakob Feuerstein, der von ca. 1621 bis 1649 Oberbrudermeister war. Bereits 1624 erhielt Pfarrer Feuerstein aufgrund seiner Verdienste von

Erzherzog Leopold das Wappen mit dem Löwen verliehen.
Es war kein Zufall, dass der Aufstieg der Bruderschaft in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges fiel. Das Land war vom Krieg verschont geblieben und die Pest – sie wütete um 1640 im Stanzertal – war ebenfalls überstanden.



Lange Blütezeit. In den Jahrzehnten nach dem Krieg hatte die Bruderschaft eine lang anhaltende

Blütezeit, der wirtschaftliche Aufschwung der Barockzeit ließ auch die Kasse der Bruderschaft klingeln.

Obwohl der Pachtzins für das Hospiz recht hoch war – der Pächter zahlte in den Jahren um 1667 genau 36 Gulden pro Jahr in die Bruderschaftskasse – scheint das Geschäft des Bestandswirtes am Hospiz sehr begehrt gewesen zu sein. Und der Geldwertschwund war geringer als heute: 150 Jahre lang blieb der Pachtzins in gleicher Höhe. q

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Unbreakable Bastards Bereits zum dritten Mal treffen sich nationale und internationale Freestyle-Profis in Gerlos zum „gloryfy bastards“-Contest.

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m 27. Jänner 2012 ab 19 Uhr ist es so weit: Insgesamt 32 Freeskier und Snowboarder treten in Gerlos im Zillertal den Kampf um 9.000 Euro Preisgeld an. Boardund Freeski-Action auf höchstem Niveau ist durch das hochkarätige Starterfeld garantiert: Mit dabei sind der Zillertaler Chris Kröll (Vorjahresgewinner Snowboard), Flo Geyer (Vorjahresgewinner Freeski) aus Deutsch-

land, der schwedische Snowboard-Styler Chris Sörman, Freeski-Local-Hero Matthias Egger sowie das deutsche Snowboard-Nachwuchstalent Patrick Cinca aus Stuttgart. Geliefert werden auch die richtigen Beats, die für kochende Stimmung während des Events sorgen: Die Wax Wreckaz DJ-Crew spielt auf, die Band Golden Reef gibt ein Live-Konzert direkt vom Red-Bull-Brandwagen herunter. Weitere Infos unter: www.gloryfy.com q

presents

Beginn 19.00 Uhr Eintritt frei

FR. 27.1.12 Gerlos

Zillertal

Arena

Golden Reef live Wax Wreckaz DJs

gloryfy BASTARDS 2012 6020 Ins. 200x136-3.indd 1

09.11.2011 13:35:53 Uhr


Ein Fest für alle Sinne: das Diner Fantastique

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5:53 Uhr

© Lindnermusic

ents

Schlemmen und Staunen Das Diner Fantastique präsentiert in seiner neuen Show „WELCOME TO BURLESQUE“ Darbietungen aus Circus und Varieté kombiniert mit einem Vier-Gänge-Galamenü.

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m Mittelpunkt der Show stehen die Starartisten von Dance Empire International, die am besten mit „atemberaubend“ beschrieben werden können. Gemeinsam mit ihren erotischen Stargästen, den berühmten Tapgirls, entführen Sie das Publikum in die glamouröse und fantasievolle Welt von „WELCOME TO BURLESQUE“: ein beeindruckendes Gesamtkunstwerk, das durch mitreißende Regie, farbenprächtige Kostüme, aufwendige Bühne und einzigartige Musik lebt.  q

Termin

Messe Innsbruck – Messe Forum 1, Do., 5. Jänner 2012, 20 Uhr VVK: Ö-Ticket, heimische Banken, Ibk-Info Burggraben, LINDNER Music: +43/(0)676/84964255, www.lindnermusic.at

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Italo-Mini-Laster: Die fleißigen ApeDreiräder (Bienen) knattern laut über südliches Kopfsteinpflaster.

© Idealtours

Tropea – eine der schönsten „Ecken“ Kalabriens mit seinem berühmten Wahrzeichen „Santa Maria dell'Isola“

Die Perle des Tyrrhen­ischen Meeres Nur zwei Stunden Flugzeit trennen den Flughafen Innsbruck-Kranebitten vom Aeroporto di Lamezia Terme: Der kleine Airport, nur unweit der tyrrhenischen Küste, gilt als Sprungbrett für einen faszinierenden Urlaub in Kalabrien. Text: Walter Mair 

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ropea, Pizzo, Capo Vaticano oder Nicotera: Die Namen der schmucken Städte und Dörfer entlang der westlichen Küste an der Stiefelspitze Italiens werden Tirolerinnen und Tirolern bald ähnlich geläufig sein wie die bekannten Adria-Orte Rimini, Cesenatico und Co. Der Grund: Idealtours steuert ab dem kommenden Sommer die neue Urlaubsdestination Kalabrien an, welche direkt von

Information

Die neueste Urlaubsdestination des Tiroler Reiseveranstalters Idealtours wird mit Austrian Arrows vom 13. Mai bis Ende Oktober jeden Sonntag direkt ab Innsbruck angeflogen. Weitere Infos: www.idealtours.at

Innsbruck aus angeflogen wird. Ein wenig Entdeckungslust sollte man unbedingt mitbringen, wenn man Urlaub im südlichsten Teil der Apeninnenhalbinsel machen will. Der Brixlegger Reiseveranstalter Idealtours bietet zwar mit seinen ausgewählten Hotelanlagen – beispielsweise das Rocca Nettuno Garden in Pizzo oder die Viersterne-Anlage Rocca Nettuno Tropea – Dolce Vita pur, doch Kalabrien bietet viel mehr als preiswerte familienfreundliche Hotels und Ferienanlagen, die an weiten, feinsandigen Vulkanstränden und romantischen Buchten liegen. Urige Dörfer, freundliche Menschen, knatternde „Ape“-Bienen – gemeint sind die dreirädrigen Kleinlaster von Piaggio im Fünfziger-Look – und eine faszinierende Landschaft, die von Meeresklippen bis zu Hochgebirgsfelsen, von Palmengärten bis zu Bergwäldern reicht.

Kulinarischer Streifzug. Vor allem sollte man sich die kulinarischen Leckerbissen der kalabrischen Küche nicht entgehen lassen. Vom Geschmack der scharfen Salami N’duja, die mit Peperoncini gewürzt ist, zeigt sich der Gaumen genauso begeistert wie vom berühmten Tartufo-Eis, das in einem der unzähligen Cafés auf der Piazza della Repubblica im Fischerdörfchen Pizzo geschlemmt werden kann. Darüber hinaus sind Schafskäse, Olivenöl, Thunfisch und die roten Zwiebeln, „Cipolle“, die kunstvoll zu einem Kranz gebunden werden, beliebte Mitbringsel aus der Region. Gewöhnungsbedürftig ist allerdings der Geschmack der diversen Zwiebel-Eissorten, die in Tonino’s Gelateria in Tropea angeboten werden. Übrigens: Die hervorragenden Weine aus Cirò, auch als „Nektar der Götter“ bezeichnet, wurden in der Antike sogar Olympia-Siegern zur Ehre gereicht.


Dolce Vita in der 4-Sterne-Anlage Rocca Nettuno Garden in Pizzo

Traumhafte Aussichten.

© Idealtours

Als Kontrastprogramm abseits vom Schwimmen, Bräunen und Schlemmen sind Ausflüge entlang der Steilküste ein Muss für jeden, der an der Stiefelspitze Italiens Urlaub macht. Exponiert auf einer felsigen Landzunge liegt beispielsweise das Capo Vaticano, die NahtUnwiderstehliche Kalorienbombe: Das berühmte stelle zwischen dem Golfo die Sant’Eufemia Tartufo-Eis aus Pizzo besteht aus Milch, Zucker, und dem Golfo di Gioa Tauro. Von 150 Metern Eier, Schokolade und Haselnusscreme. Höhe schaut man hinab in zauberhafte kleine Buchten und auf bizarre Granitformationen, die von türkisfarbenem Wasser umspült werden. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis nach Sizilien und auch der Vulkan Stromboli sowie die insgesamt sieben vorgelagerten Äolischen Inseln scheinen zum Greifen nahe. Zu Recht trägt Tropea aufgrund seiner malerischen Felslage direkt am Meer den BeinaIn Tonino’s Gelateria in Tropea kredenzt der Chef men „Perle des Tyrrhenischen Meeres“: Enge persönlich: Eis am Stil mit Zwiebel-, Salami-, Gassen, holpriges Kopfsteinpflaster, der verTintenfisch- oder Oliven-Geschmack lockt führerische Duft von Pizzerien und landestypiEinheimische und Touristen. sche Cafés, wo sich Kalabreser wild gestikulierend unterhalten, gefolgt von romantischen Aussichtspunkten, wo die Stimmung bei Sonnenuntergang zum Träumen verführt, haben der festungsähnlichen Stadt sogar den Titel „Klein St. Tropez“ eingebracht. Der Weg zum Strand erfolgt über Treppen, Urlauber, die im Rocca Nettuno residieren, können allerdings bequem per Lift zur Strandliege gelangen. Als Wahrzeichen der Stadt gilt das Kirchlein „Santa Maria dell’Isola“, das sich auf einer bis vor 200 Jahren noch vom Meer umspülten vorgelagerten Insel befindet. Weil sich der afrikanische Kontinent unter die europäische Landmasse schiebt, wächst Kalabrien pro Jahr um einen Zentimeter in die Höhe. Der Grund dafür, dass sich die prachtvolle Kirche auf der HalbinTraumhafte kalabrische Strände von Pizzo bis zum Capo Vaticano wollen im Sommer 2012 erobert werden. sel jetzt trockenen Fußes erreichen lässt.  q

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werbung

Alles im grünen Bereich

Pünktlich, bequem und garantiert günstiger als alle anderen Reisevarianten – Four Seasons Travel bringt Sie ab 48 Euro zum Flughafen München oder retour bzw. ab 39 Euro zum Airport Salzburg.

Oliver Dold, GF Four Seasons trotz modernster Navigations-Technik nur noch rot sehen – oder gleich schwarz. Wer den Profis vertraut, fährt immer im grünen Bereich und das auf Wunsch sogar in unserem mit Erdgas betriebenen Transfer-Taxi namens „Zirbe“.

Rotstift lässt Preise purzeln.

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ir bringen wieder eine neue Farbe auf die Straßen: Nach unserer originellen Pretty-in-Pink-Phase präsentiert sich das einzig wahre Tiroler Flughafen-Taxi jetzt in einem lichten Grün. Damit bedanken wir uns bei allen Fahrgästen für das in den vergangenen 30 Jahren entgegengebrachte Vertrauen und schenken symbolisch die Hoffnung auf einzigartige Urlaubstage sowie erfolgreiche Geschäftsreisen. Denn unser Beitrag für Ihr Wohlbefinden beginnt bereits vor der Haustür und bringt Sie zu den bekannt günstigen Konditionen jetzt auch zum Flughafen nach Salzburg – ab 39 Euro für die

einfache Fahrt sind Sie dabei und ruckzuck am richtigen Terminal.

Keine Fahrt ins Blaue. Um Ihnen als Fahrgast den optimalen ReiseKomfort zu bieten, legen wir Wert auf bequeme Sitze in unseren tirolweit bekannten Silberpfeilen und bieten Ihnen dazu einen kleinen Bordservice mit Lektüre und Erfrischungen. So lehnen Sie sich entspannt zurück und lassen unser Chauffeure gewähren. Denn deren perfekte Ortskenntnisse genießen in unserem Unternehmen größte Priorität. Sie sind der Garant für eine grüne Welle, wenn andere Verkehrsteilnehmer

Mit dem Einsatz des besonders umweltfreundlichen, weil emissionsarmen Shuttlebuses vom Flughafen Innsbruck aus starten wir in eine nachhaltige Saison und werden unsere Fahrzeug-Flotte weiter umrüsten. Nachhaltig purzeln ab Dezember auch die Preise für die Transfers auf den Routen vom Flughafen Innsbruck in Tirols beliebte Ferienorte. Darum lohnt immer ein Besuch unserer Homepages www.tirol-taxi.at und www.transfer.tirol.at, um sich über die aktuellen Konditionen zu informieren. Den klassischen One-Way-Transfer von Innsbruck nach München bieten wir zum Beispiel ab 48 Euro – und für Fahrten ab der Region Kitzbühel haben wir unsere Preise um bis zu 15 Prozent nach unten korrigiert. q

Info

Telefon +43/(0)512/584157 oder im Internet unter www.tirol-taxi.at


motor

Doppelter Fahrspaß N

ur wenige Monate nach dem Debüt der neuen Generation des SportwagenKlassikers Porsche 911 Carrera folgen im März 2012 die offenen 911er-Varianten Carrera und Carrera S im Design des neuen El-

Porsche 911 Carrera Cabrio

fers. Im Heck des 911 Carrera Cabrio arbeitet ein 3,4-Liter-Boxermotor mit 350 PS, dessen Kraft über ein Siebengang-Schaltgetriebe auf die Hinterräder übertragen wird. Der Carrera S wird von einem 3,8-Liter-Sechszylinder mit

400 PS befeuert, ein 7-Gang-Schaltgetriebe wird hier ebenso serienmäßig mitgeliefert. Das Carrera Cabrio mit 350 PS kostet ab 118.580 Euro, die 400 PS starke Carrera-Sq Variante startet bei 136.070 Euro.

statistik

Marken-Hitparade

Pkw-Neuzulassungen nach Top-10-Marken in Österreich, Oktober 2011 Marke

Flotte(n) Tage im Autopark

Mitte November lud die Geschäftsleitung des Innsbrucker Autopark rund 200 VIP-Kunden zu den sogenannten „Fleet Days“, die heuer zum bereits dritten Mal durchgeführt wurden. Zum Galadinner erschienen rund 200 Gäste, die zum Auftakt der Abendveranstaltung eine gesangliche Kostprobe von Nadine Beiler erhielten. Anschließend entführte Ford-Österreich-General Steffen Knapp die Flottenkundschaft mit interessanten Ausführungen in die automobile Zukunft von Ford und enthüllte gemeinsam mit der Geschäftsleitung des Autopark den neuen Stadttransporter Connect Electro, der bis zu 130 Kilometer rein elektrisch fahren kann. Als absoluten Höhepunkt des Abends enthüllte Autopark-GF Michael Mayr mit Unterstützung seiner Familie einen 1,2 Millionen Dollar teuren Ranger Wildtrak, der eigens von Ford Europa für den VIP-Abend zur Verfügung gestellt wurde.

Einheiten

Prozent

VOLKSWAGEN

5.583

19,3 %

RENAULT inkl. DACIA

1.994

6,9 %

FORD

1.931

6,7 %

OPEL

1.838

6,4 %

BMW inkl. MINI

1.831

6,3 %

AUDI

1.753

6,1 %

ŠKODA

1.672

5,8 %

SEAT

1.268

4,4 %

HYUNDAI

1.236

4,3 %

1.183

4,1 %

PEUGEOT Sonstige Insgesamt Quelle: Statistik Austria

8.620 29,8 % 28.909

100 %

Neue B-Klasse gestartet

Rund zwei Monate nach der Premiere der neuen B-Klasse bei der IAA in Frankfurt, feierte die zweite Generation des kompakten MercedesModells seinen Verkaufsstart in Österreich. Die neue Steilheck-Limousine ist im Vergleich zu seinem Vorgänger um neun Zentimeter gewachsen, in der Höhe jedoch um fünf Zentimeter leicht geschrumpft. Dadurch wurde der Längenzuwachs zusätzlich betont, was dem neuen PremiumModell insgesamt einen sportlicheren Touch verleiht. „Wir wollen mit der neuen B-Klasse eine jüngere Käuferschicht genauso ansprechen wie Familien und „Aufsteiger“, die von der A-Klasse in das B-Segment wechseln wollen“, ist Retterwerk-Geschäftsführer Benedikt Margreiter vom zukünftigen Erfolg des Kompaktmodells überzeugt. Darüber hinaus wurde mit dem gleichzeitigen Start der neuen M-Klasse auch im SUVSegment ein Generationenwechsel vollzogen.

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Richtiges Spurenlesen im Winter bringt mehr Grip Verhungern oder nicht, das ist hier die Frage: Die besten Straßenleser und Schnee-Spürnasen belohnt der heckgetriebene BMW 1er sogar mit einem Gletschersieg. Von Walter Mair

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eim alljährlich im November veranstalteten Winter Technic Drive in Sölden demonstriert BMW dank seiner Allradtechnik xDrive seine Vormachtstellung auf Eis und Schnee. Das höchstgelegene Wintertrainingsgelände der Welt, der Rettenbachferner im Tiroler Ötztal, bietet aufgrund seines hochalpinen Geländes ideale Möglichkeiten, sich perfekt auf winterliche Bedingungen einzustellen. Obwohl es heuer sogar in dieser Region an Neuschnee mangelte, sorgten die Ötztaler Bergbahnen für schneebedeckte Bergstraßen und überzogen die riesigen (autofreien) Drift-Parkplätze mit einer dicken Schneeschicht. Auch im ausgewiesenen Offroad-Bereich unterhalb der Gletscherzunge des Rettenbachferners konnte das BMW-Training auf Eis und Schnee regulär durchgeführt werden.

Monegassische Hochzeitskutsche: BMW 740d xDriveLimousine

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xDrive denkt voraus. Ohne Grip geht nichts und deshalb ist die optimale Traktion der Garant für ein sicheres Weiterkommen auf nasser oder laubbedeckter Fahrbahn, auf unbefestigtem Untergrund sowie auf Eis und Schnee. Die clevere Allradtechnik von BMW zielt darauf ab, die Grenzen der Fahrstabilität in Zaum zu halten und den höchstmöglichen Kontakt aller vier Räder mit dem jeweiligen Untergrund sicher zu stellen. Konkret: xDrive verteilt seine Kräfte elektronisch variabel zwischen der Vorder- und Hinterachse und stellt sie immer dort zur Verfügung, wo sie gerade gebraucht wird und am effektivsten umgesetzt werden kann. Stehen beispielsweise beim Anfahren von einem verschneiten Parkplatz auf eine bereits geräumte Straße nur die Vorderräder auf griffigem Untergrund, reagiert xDrive auf diese Situation blitzschnell: Innerhalb von nur 0,1 Sekunden werden bis zu 100 Prozent der Antriebskräfte auf die Vorderachse übertragen. Der sonst übliche automatische

Sicher auf Schnee und Eis: Die BMWAllradtechnik xDrive denkt nicht nur mit, sondern denkt auch voraus.

Bremseingriff an der Hinterachse entfällt: Der BMW mit xDrive setzt sich somit spontan und sicher in Bewegung. Damit man sich vor steilen Straßenabschnitten oder von Schnee und Eis bedeck-

ten abschüssigen Zufahrtswegen nicht mehr fürchten muss, hat BMW mit seiner sicheren Bergabfahrhilfe „Hill Descent Control“ vorgesorgt. Bei Aktivierung der HDC-Taste kriecht das Fahrzeug ohne Druck

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auf das Gaspedal konstant mit ca. 7 km/h – mittels Tempomat sogar bis zu 25 km/h – sicher zu Tal. Interessant ist, dass HDC auch im Retourgang funktioniert. Als Fahrer muss man sich nur noch auf das Lenken konzentrieren. Beim Praxistest mit den allradbestückten Premium-Varianten X6, X5, X3 und X1 stellten sowohl die SUV-Modelle als auch die Allradvarianten des BMW 3er, 5er, 7er und sogar das mit xDrive bereitgestellte 6er-Coupé ihre Wintertauglichkeit eindrucksvoll unter Beweis.

1er begeistert auf Schnee.

Neben den BMW X-Modellen sowie dem mit Allradtechnik bestückten 3er, 5er und 7er kam auch der heckgetriebene neue 1er zum Einsatz, der eindrucksvoll zeigte, wie sich schneebedeckte Bergstraßen auch ohne 4x4-Technik souverän bewältigen lassen.

Die Überraschung bei der zweitägigen Veranstaltung lieferte die Neuauflage des 1ers, der mit Hinterradantrieb und AchtgangAutomatic-Getriebe Steptronic seinen mit xDrive bestückten Kollegen alle Ehre machte. Die zweite Generation des kleinen Bayern, der bereits aufgrund seiner 50:50-Gewichtsverteilung im Winter klar im Vorteil liegt, ließ trotz Deaktivierung der Schlupfregulierung DTC eine steile, abwechselnd

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matschige und vereiste Passstraße in Rekordzeit hinter sich. Um nicht hängen zu bleiben, muss der 1er-Pilot jedoch laufend die optimale Fahrspur im Auge behalten. Wer mit dem heckgetriebenen BMW 1er trotzdem zu „verhungern“ scheint, sollte in dieser scheinbar aussichtslosen Situation rasch die Traktionstaste DTC drücken: Der Grip ist zurück und zusätzlicher Antrieb garantiert die Weiterfahrt auf Schnee bis zur anvisierten „Zielflagge“. Übrigens: Der auf der Mittelkonsole platzierte iDrive-Controller bei der BMW 740d xDrive-Limousine war mit dem fürstlichen Wappen von Monaco beklebt. Des Rätsels Lösung: Der noble Premium-Schlitten war, vor seinem „Snowfestival“ in Sölden, im Juli zur Hochzeit des Fürsten von Monaco eingesetzt und diente als mondänes ShuttleFahrzeug für die prominente Hochzeitsgeq sellschaft.

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Mazda5 CD 116 CE

Sportler-Van im XLFormat: der Mazda5 Diesel inkl. elektrischer Schiebetüren

Motor

Vierzylinder-Turbodiesel

Hubraum

1.560 ccm

Leistung

85 kW/116 PS

Drehmoment

270 Nm / 1.750–2.500 U/min

Getriebe

6-Gang-Schaltgetriebe

0–100 km/h

13,7 sec

Spitze

180 km/h

Verbrauch

5,2 l/100 km

CO2 -Emissionen

138 g/km

Masse &  Gewicht

L/B/H: 4.585/1.988/1.615 mm, 1.490 kg

Preis

ab 24.990 Euro Testmodell 31.090 Euro

Nippon-Van im Sixpack-Format Dass ein Van mehr als nur ein familienfreundliches Transportmittel sein kann, beweist die zweite Generation des Mazda5: die durchtrainierte Familienkutsche im 6020-Test. Test: Walter Mair

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esch anzusehen ist er, der neue Mazda5. Keine Spur mehr vom etwas „braveren“ Auftritt seines von 2005 bis 2010 produzierten Vorgängers, der hierzulande allerdings weit mehr als 15.000 Käufer überzeugt hat. Jahr für Jahr zählte der Premacy-Nachfolger sogar zu den fünf meistverkauften Kompaktvans in Österreich.

Atemberaubende Van-Optik. Abgespeckt und sichtbar durchtrainierter präsentiert sich die seit Jänner 2011 erhältliche Neuauflage des erfolgreichen Raumwunders. Der Japaner hat bei den Abmessungen ein wenig zugelegt und bringt mit Dieselmotorisierung jetzt sogar um 120 Kilogramm weniger auf die Waage. Schlank macht sexy, so scheint ab sofort die Devise des 1.490 Kilogramm „leichten“ Fernost-Vans zu lauten. Kein Wunder, dass das Auge des Betrachters zuerst mit der Seitenansicht kokettiert, wo das Blech von strömungsförmigen Wellen und Linien durchzogen ist und sich unübersehbar zu atemberaubenden Sixpacks formiert hat. Unübersehbar ist auch das breit-freundliche Grinsen des Kühlergrills, unverwechselbar dagegen die zweigeteilten horizontalen Endleuchten sowie der aerodynamische

Spoiler am Dach, der auch dem Van-Finale einen sportlichen Touch verleiht.

Echt „fett“ bestückt. Das „Fleet Car of the Year 2011“ gibt es in vier verschiedenen Ausstattungslinien (CE, TE, TX/plus und GTA), wobei die Topversion sehr tief in das Mitgift- und Komfortregal gegriffen hat. Beim First-Class-Van erfolgt der Zugang zur zweiten und dritten Reihe über elektrische Schiebetüren, wodurch sich auch das seitliche Beladen in engen Parklücken äußerst bequem gestaltet. Im Innenraum des knapp 4,6 Meter langen und über 1,9 Meter breiten Nippon-Vans finden fünf, wahlweise sogar bis zu sieben Personen äußerst bequem Platz. Große Menschen können sogar auf den hinteren Sitzen beruhigt Platz nehmen, ohne gleich mit dem Kopf an der Decke zu touchieren. Übrigens: Mazda-Experten schwören auf das bewährte Karakuri-Sitzsystem, das die hinteren Sitze blitzartig verschwinden lässt, um ein Familienfahrzeug in ein geräumiges Transportfahrzeug zu verwandeln. Auf das bewährte Konzept wurde beim neuen Mazda5 selbstverständlich nicht verzichtet, das Freizeitfreaks oder auch Unternehmern ein „alles schluckendes“ Ladeergebnis von 1.485 Litern offeriert. Dass die GTA-Version über eine Lenkradfernbedienung für Telefon, Radio und

Tempomat verfügt, sind nur einige weitere Highlights aus dem üppigen Mazda5-Regal. Obwohl die Sicht nach hinten ganz passabel ist, ist man doch froh, dass eine heckseitige Einparkhilfe vorhanden ist. Genauso schätzt man die rasch arbeitende Sitzheizung beim vorderen Ledergestühl, die an frostigen Tagen erste Wärme spendet und die längere Aufheizdauer des Riesenvans überbrückt.

Van mit Fahrspaß-Garantie. Der neue Mazda5 verbindet scheinbar gegensätzliche Eigenschaften wie Geräumigkeit mit Funktionalität und Fahrspaß. Für unser Fahrvergnügen stand der 116 PS starke Commonrail-Diesel mit knackigem Sechsgang-Schaltgeriebe bereit, der sich weder beim Start an der Ampel noch auf kurvenreichem Bergterrain eine Blöße gibt. Der Vierzylinder vermittelt vor allem bei Überholmanövern ein notwendiges Sicherheitsgefühl und das ausgewogene Fünfer-Fahrwerk garantiert auch bei Long-Distance-Trips ein völlig entspanntes Ankommen. Ob sportlich unterwegs oder auf gemütlicher CruisingTour: Bei diesem Van kommen sogar Familienväter voll auf ihre Fahr-Kosten. Der Mazda5 rollt bereits ab 24.990 Euro an den Start, für die GTA-Version müssen 31.090 q Euro hinterlegt werden.


Das vollautomtische Textilverdeck lässt sich in neun Sekunden bis zu einem Tempo von 30 km/h öffnen.

Das typisch sportliche VW-Cockpit ist klar strukturiert und ganz auf seine Pilotin abgestimmt.

6020 Ladytest

You can’t leave your hat on

Der neue VW Golf in seiner Topless-Version – das bedeutet pures Fahrvergnügen und Oben-ohne-Spaß auf vier Rädern. Test: Sophie Frenzel

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an kann ja über die Deutschen sagen, was man will. Zum Beispiel – überspitzt gesagt –, dass man nie auf sein Flugticket schauen muss, um zu wissen, bei welchem Gate die Maschine zurück nach München geht. All diese Menschlein, eingehüllt in die unterschiedlichsten Schlammton-Abstufungen, dezente Nuancen von Senf und die (für den deutschen Geschmack anscheinend sehr kleidsamen) ockerfarbenen Beinkleider, Ledersandaletten mit weißen Socken inklusive akkuratem, exakt 14,5 Zentimeter hohem Schaft, mit dem dauergewellten, blondierten Haupthaar, den verspiegelten Sportsonnenbrillen und den (Ed-Hardy-)Trägerleibchen. Oder dass man nirgendwo anders auf diesem Planeten ein Volk findet, das die Gartenzwerge- und Camping-mit-VorzeltKultur so hegt und pflegt wie der teutonische Nachbar. Weiters werden sie wohl nie die Schmach von Córdoba 1978 überwinden können und, quasi als Rache an uns aufmüpfigen Fußballzwergen, besudeln und verschandeln sie vielleicht eben deshalb un-

ser Nationalheiligtum Wiener Schnitzel mit ordinärer Jägersauce.

Flaschenöffner und Sitzheizung. Aber eines, das kann man unseren lieben Nachbarn nun wirklich nicht streitig machen: Sie bauen großartige Autos. Das neue Golf Cabrio zum Beispiel. Die perfekte Symbiose aus der vielgepriesenen deutschen Genauigkeit und Leistungseffizienz, mit einer makellosen Verarbeitung, einer unglaublichen Treibstoff-Sparsamkeit und mit einem schnörkellosen, eleganten Design, das die Sportlichkeit dieses Wagens gekonnt betont. Pures Fahrvergnügen und Oben-ohne-Spaß auf vier Rädern. Nicht nur für Männer, obwohl der inte­ grierte Flaschenöffner in der Mittelkonsole dies vermuten ließe. So etwas brauchen wir Frauen ja nicht unbedingt serienmäßig. Uns ist es da zum Beispiel wichtiger, dass die Sitzheizung in drei Stufen regulierbar ist und sehr schnell den Allerwertesten zu wärmen beginnt. Und wenn man sich dann auch noch das optionale Windschott um 309 Euro dazu gönnt, kann man sogar bei kühleren Herbst-

temperaturen problemlos ohne das – von uns ulkigen Ösis liebevoll so genannte – Fetzendachl fahren. Eine feine Sache, die umso mehr Sinn macht, wenn man die Cabriosaison richtig ausnutzen möchte. Fazit: Alles in allem fährt dieses Auto also songcontestverdächtige elf von zwölf Punkten ein, einen Punkt Abzug gibt es einfach aus Prinzip für den germanischen Saucenvandalismus q an unserem geliebten Wiener Schnitzi. 

VW Golf Cabrio BlueMotion Technology Motor

4-Zylinder-CR-Turbodiesel

Hubraum

1.598 ccm

Leistung

77 kW/105 PS

Drehmoment

250 Nm / 1.500–2.500 U/min

Getriebe

5-Gang-Schaltgetriebe

0–100 km/h

12,1 sec

Spitze

188 km/h

Verbrauch

4,4 l/100 km

CO2 -Emissionen

119 g/km

Masse &  Gewicht

L/B/H: 4.246/1.782/1.423 mm, 1.501 kg

Preis

ab 26.890 Euro

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Sparefroh und Raumwunder: VW Touran mit Erdgasantrieb

zu einem dieselbetriebenen Fahrzeug, das im Schnitt rund sechs Liter benötigt, können bei einem Literpreis von 1,41 Euro rund 20 Euro eingespart werden. Angenehm: Sollte sich wider Erwarten einmal keine Möglichkeit ergeben, den Erdgastank aufzufüllen, hat der Touran bis zur nächsten Zapfsäule immer noch elf Liter Reservesprit an Bord. Übrigens: Beim Startvorgang und bei leerem Erdgastank greift der Touran automatisch auf Sprit zurück. Ein manuelles Umschalten auf Benzin ist nicht vorgesehen. Dass man sich bei der Anschaffung eines Erdgas-Touran 500 Euro vom heimischen Erdgasversorger holen kann, ist nur ein zusätzlicher Anreiz, auf ein erdgasbetriebenes Fahrzeug umzusteigen. Genauso wie die Tatsache, dass man in gebührenpflichtigen Parkzonen diverser Tiroler Städte gratis parken kann.

Opulentes Raumgefühl.

Extrem praktisch, extrem sparsam Die frisch designte Generation des VW Touran mit Erdgasantrieb überrascht mit üppigem Equipment und bestätigt seinen Ruf als Geizhals an der Zapfsäule. Test: Walter Mair

D

ie scheinbar galoppierende Benzin- und Diesel-Hausse an den Zapfsäulen zwingt immer mehr Privatleute und Unternehmer zum Handeln. Immerhin zählt hierzulande der Kauf eines Fahrzeugs zur zweitwichtigsten Investition nach Wohnung oder Haus. Neben den fixen Betriebskosten wie Kfz-Versicherung, Bank- bzw. Leasing­ rate, Servicekosten usw. lassen derzeit allerdings auch die horrenden Kosten für Treibstoff das monatliche Haushaltsbudget zusehends dahinschmelzen. Volkswagen kommt knallharten Rechnern jetzt mit der Erdgas-Variante des neu überarbeiteten Touran entgegen, der mit seiner TSI-EcoFuel-Motorisierung nicht nur sparsame Verbrauchswerte aufweist, sondern gleichzeitig auch die Umwelt schont.

Doppelt geladen. Ein Novum im Bereich der Antriebstechnik ist der via Turbo und Kompressor doppelt aufgeladene 1,4-Liter-Erdgas-Motor mit 150 PS. Während der Kompressor den Vierzylinder beim Anfahren unterstützt, sorgt der Turbo für zusätzlichen Schub im oberen Drehzahlbereich. Zwar verlangt der Touran, im unteren Drehzahlbereich bei Laune gehalten zu werden, gibt sich jedoch im Fahralltag souverän und verrichtet dabei seine Arbeit vollkommen leise. Faszinierend: Der Twincharger-Vierzylinder-Ottomotor des Touran benötigt durchschnittlich nur 4,7 Kilogramm CNG auf 100 Kilometer, was einem CO2 -Verbrauch von nur 128 g/km entspricht. Für die Strecke Innsbruck–Wien fallen beim derzeitigen CNG-Preis von ca. 80 Cent/kg rund 22 Euro an. Im Vergleich

Den üppigen Abmessungen entsprechend, offeriert der Touran ein üppiges Platzangebot für fünf Passagiere und lässt vor allem bei den Beladungsmöglichkeiten keine Wünsche offen. Als Fünfsitzer nimmt das Gepäckabteil bis zu 695 Liter Ladevolumen auf; sind alle Sitze der zweiten Reihe herausgenommen und die der dritten Reihe versenkt, steigt das Stauvolumen sogar bis auf 1.989 Liter an. Mit einer Vielzahl an praktischen Ablagen sowie einem umfangreichen Sicherheitspaket ist der Erdgas-Touran bereits ab 27.760 Euro bestellbar, der Preis für unsere Comfortline-Variante beträgt 29.050 Euro.  q

VW Touran Comfortline 1.4 TSI EcoFuel Motor

Vierzylinder-Twincharger

Hubraum

1.390 ccm

Leistung

110 kW/150 PS

Drehmoment

220 Nm / 1.500 U/min

Getriebe

6-Gang-Schaltgetriebe

0–100 km/h

10,2 sec

Spitze

203 km/h

Verbrauch

CNG / Super 95 ROZ

Verbrauch

4,7 kg/100 km

CO2 -Emissionen

128 g/km

Masse &  Gewicht

L/B/H: 4.397/1.794/1.634 mm, 1.622 kg

Preis

ab 29.480 Euro


Das Angebot an Erdgas-Tankstellen wächst weiter Mit der in Telfs Anfang November erfolgten Inbetriebnahme der 24. Erdgastankstelle in Tirol setzt die Tigas einen weiteren wichtigen Schritt zur Verdichtung der Erdgas-TankstellenInfrastruktur im Westen Österreichs.

A

n der offiziellen Eröffnung der Erdgaszapfsäule bei der Avia-Tankstelle in Telfs-Moos nahe der Autobahnauffahrt Ost nahmen die Tigas-Geschäftsführer Philipp Hiltpolt und Richard Mastenbroeck bzw. der Marketingleiter des Energieunternehmens, Gerhard Neyer, genauso teil wie der Telfer Bürgermeister Christian Härting, der Oberländer Landtagsabgeordnete Anton Pertl sowie die Umweltausschuss-Obfrau der Oberländer Marktgemeinde, Cornelia Hagele, die gemeinsam das rote Band durchtrennten. Vor dem offiziellen Teil stand auf Initiative des Umweltbüros ein Informations-

Die Repräsentanten des Tiroler Energieunternehmens Tigas sowie der Marktgemeinde Telfs eröffneten eine neue Erdgastankstelle im Oberland. nachmittag zum Thema Erdgasfahrzeuge auf dem Programm, bei dem verschiedene Modelle ausprobiert werden konnten.

Erdgasautos haben Zukunft. Mit niedrigen Schadstoffemissionen und geringem Verbrauch sind Erdgasfahrzeuge umweltfreundlich und wirtschaftlich. Im

Hinblick auf die steigenden Treibstoffpreise erfreuen sich mit Erdgas betriebene Fahrzeuge immer größerer Beliebtheit. Dass sich die Tiwag-Tochter Tigas um viele weitere Erdgastankstellen in Tirol bemühen wird, steht außer Frage: Bereits Anfang 2012 soll in Tirol die bereits 25. CNGZapfsäule in Betrieb gehen. q

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Kein Feinstaub mit Erdgas Verkehr und Hausbrand sorgten bei der Inversionswetterlage der letzten Wochen für hohe Feinstaubbelastungen im Inntal. Der Unmut über diese gesundheitsbelastenden Verhältnisse steigt in der Bevölkerung und bei den politischen Entscheidungsträgern.

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rdgas bietet die Lösung sowohl für den Hausbrand als auch für den Verkehr: Denn bei der Verbrennung entstehen weder Feinstaub- noch Rußpartikel und auch die anderen Emissionen wie Stickoxide und CO2 sind vergleichsweise gering. In Tirol gibt es bereits 24 Erdgaszapfsäulen, die den umweltschonenden Treibstoff anbieten. Zudem plant die TIGAS den weiteren Ausbau der Erdgastankstellen-Infrastruktur. Namhafte Autohersteller wie VW, Opel, Mercedes, Fiat usw. bieten für alle Einsatzgebiete serienmäßige Erdgasfahrzeuge an – besonders leistungsstark und sparsam sind Erdgasautos mit Turbomotoren.

Bessere Luft zum halben Preis. Erdgasfahrzeuge beseitigen nicht nur dicke Luft, sondern sparen auch gegenüber ei-

nem vergleichbaren Dieselfahrzeug rund 40 bis 50 Prozent, gegenüber einem Benziner sogar mehr als die Hälfte der Treibstoffkosten! Zudem kostet ein Erdgasfahrzeug in der Anschaffung etwa so viel wie ein vergleichbares Dieselfahrzeug. Warum also mit unausgereiften und teuren Filteranlagen ein Problem beseitigen, das mit dem richtigen Treibstoff erst gar nicht entsteht? Bessere Luft zum halben Preis – das ist doch ein gutes Angebot! Und das für alle Tiroler. Denn wer sein Erdgasauto in Nordtirol anmeldet erhält von der TIGAS eine Förderung von 500 Euro (inkl. USt.). Gewerbetreibende erhalten zusätzlich 500 Euro im Rahmen der Initiative klima:aktiv. Ein zusätzliches Zuckerl für Erdgasautos: Sie dürfen in allen Kurzparkzonen der Städte Innsbruck, Telfs und Wörgl kostenlos parken.  q

Sauber unterwegs: In Tirol gibt es bereits 24 Erdgastankstellen, wo man preiswertes CNG tanken kann. Weitere Informationen über Erdgasfahrzeuge sowie Förderungen gibt's auf www.tigas.at bzw. unter der kostenfreien Infohotline 0800 828829.

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LEBEN Zefiro Torna

Zeiträuber des Monats Kanada für Daheim. Wer

gerne stundenlang schöne Bilder von der kanadischen Wildnis anschaut und dabei atmosphärische Klänge hört, ist auf der Seite des „National Parks Project“ richtig. Hier haben es sich verschiedene Filmemacher und Musiker zur Aufgabe gemacht, ihre persönlichen Eindrücke von der wildschönen Naturkulisse Kanadas in künstlerischer Weise zu vermitteln. Via OnlineKompass kann man sich für einen Nationalpark entscheiden und dann wie in Trance durch die Wälder, Felder und Seen gleiten. Betörend schön und unglaublich beruhigend.

© Veranstalter

www.nationalparksproject.ca

Schon was vor?

Der 6020 Event-Tipp – Da kannst du was erleben.

Weihnachtskonzert, 29. Dezember, Collegium Canisianum

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as traditionelle Weihnachtskonzert der „Abendmusic-Lebensmusik“-Reihe findet am 29. Dezember im Collegium Canisianum statt und hat in diesem Jahr das belgische Ensemble Zefiro Torna zu Gast. Die Musiker präsentieren Hymnen, Motetten, Carols und Lieder aus England, Flandern, Neapel, Katalonien und der Provence. Ziel ist es, ein Weihnachtskonzert abseits der gängigen Klischees zu gestalten und dem Publikum außerdem die Musik des Mittelalters näherzubringen. q

Bücherzirkel Erwachsen spielen Luise und Flo sind ein Paar, Anfang 30, das beschließt, endlich erwachsen zu werden. Sie Sarah Kuttner: ziehen zusammen und „Wachstumsschmerz“, teilen ihren Alltag. Doch S. Fischer Verlag schnell bemerken die beiden, dass das mit dem Erwachsensein nicht so einfach ist und sich die schier unendliche Auswahl an Möglichkeiten nur schwer ignorieren lässt. „Wachstumsschmerz“ ist keine 08/15-Beziehungsgeschichte, sondern ein kurzweiliges Stück Popliteratur über die Ängste und Zweifel einer ganzen Generation. Sarah Kuttner erzählt die Geschichte ohne Prätention, aber mit viel Humor – fast so, als wüsste sie, wovon sie hier schreibt.

Rosa ist das neue Pink

Was im Moment gerade total angesagt ist – ehrlich!

Eines muss man McDonald’s lassen: Der FastfoodRiese wird nicht müde, sich immer neue Kombinationen einfallen zu lassen, die man zwischen zwei Brothälften legen kann. Nach der „Mein Burger“-Aktion durfte jetzt ein österreichischer Spitzenkoch an den McHerd: Toni Mörwald hat fünf Burger für den anspruchsvollen Gaumen kreiert – von „Surf & Turf“ bis „McTafelschmaus“. Sie sind bis 2. Jänner 2012 in ganz Österreich zu verkosten.

© McDonald’s

Toni Mörwald ist der neue Ronald.

Städte sind die neuen Berge. Die Flug-

verbindungen nach Innsbruck sind nie so gut wie in der Ski-Hauptsaison zwischen Dezember und März. Moskau, Hamburg, London, Berlin, Amsterdam – you name it. Als Tiroler kann man da nur eines tun: Die Chance nützen und den Après-Ski-Touristen davonfliegen. Sprich: Die guten (und günstigen!) Verbindungen für einen Städtetrip nützen. Dank Easyjet, Transavia & Co. wird der Winter sicher cool – ob Schnee oder nicht.

Cupcakes sind die neuen Muffins. Wer sich schon lange fragt, was

denn eigentlich der Unterschied zwischen Muffins und Cupcakes ist – nicht viel. Cupcakes werden mit Butter statt mit Öl gebacken, außerdem kommt noch eine (oft gefärbte) Buttercreme mit Verzierung obendrauf, damit das Mini-Törtchen um 3 Euro statt um 1,50 Euro verkauft werden kann. In den Trendmetropolen flaut der Cupcakes-Trend übrigens schon wieder ab. In England gibt es sogar eine Gegenbewegung: „Eat real cake!“ Besser als überteuerte Muffins mit Farbe obendrauf.


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serie

Mundart Seidl

© 6020/Rathmayr (alle)

Kochen ohne Wenn und Aber mit Flo

Vom Christkind

empfohlen Ein Perlhuhn ist schon etwas Feines. Das hat sich auch MundArt gedacht, den edlen Wildvogel auf Sauerkraut und Kürbis gebettet – und ist nun bereit für Weihnachten. ✽✽✽

Wie kam das Huhn zu seinen Perlen? Das darf ich euch nun hier erklären. ✽✽✽

Die Wahrheit stand in einem Buche, am Anfang war die Herbergssuche. ✽✽✽

Geschehen ist’s vor langer Zeit, die Krippe war schon längst bereit. ✽✽✽

Maria gebahr und da war’s geschwind, das zuckersüße Jesukind. ✽✽✽

Vom Himmel kam der Gottbefehl, in Form des Engels Gabriel. ✽✽✽

Der grüßt und fackelte nicht lange, küsst‘s Jesukind auf seine Wange. ✽✽✽

Danach er sich zu allen wendet, und hofft, dass nun ein jeder spendet. ✽✽✽

So eilten die Hirten und Tiere gelenk, ein jeder von ihnen mit einem Geschenk. ✽✽✽

Gewinnspiel

6020 und die Markthalle Innsbruck verlosen:

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KW: „MundArt“, Einsendeschluss: 9. 1. 2012 Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse 6020 · Karl-Kapferer-Str. 5 · Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at

✽✽✽

✽✽✽

Da lag das Kindlein richtig froh, in seinem Bett aus Haferstroh.

Da weinte es gar bitterlich, das Huhn jedoch, ganz ritterlich:

✽✽✽

✽✽✽

Auch eine Henne war gekommen, hat neben Jesu Platz genommen.

Es tupft des Christkinds Wange trocken, mit seinen schönen Federlocken.

✽✽✽

✽✽✽

Als sich das Huhn dann reckt und streckt, hat es das Kind sogleich geweckt.

Und jede Träne, glaub es mir, verwandelte sich auf dem Tier.

✽✽✽

✽✽✽

Ihr Blick, ihr Lappen und ihr Kamm, es wurd’ dem Kind so richtig bang.

Zu kleinen Perlen, wundersam, sogar ganz oben, auf dem Kamm.

✽✽✽

✽✽✽


© 6020/Rathmayr (alle)

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Zutaten für 4 Personen

1 Perlhuhn, 1 Apfel, 1 Hokkaidokürbis, 1 Kartoffel, 2 Zwiebeln, ½ kg Sauerkraut, 200 ml Gemüsebrühe, 1/8 l Weißwein, 2 Lorbeerblätter, 5 Wacholderbeeren, Salz, Pfeffer, Butterschmalz, Butter, 1 Scheibe Speck

Zubereitung

Die Zwiebeln schälen und in dünne Ringe schneiden. Butter in einem Bräter zerlassen, die Zwiebeln darin goldgelb andünsten, mit dem Zucker bestreuen und unter Rühren karamellisieren lassen. Dann das gut ausgedrückte Sauer­ kraut zugeben, Lorbeerblätter und die Wacholderbeeren hinzufügen. Mit dem Weißwein ablöschen und etwa 15 Minuten lang köcheln lassen. In der Zwischen­ zeit den Ofen auf 150 Grad vorheizen. Das Perlhuhn gut mit Wasser abspülen, trockentupfen. Innen und außen mit Salz und Pfeffer würzen, den geviertelten Apfel in den Bauchraum legen und mit flüssiger Butter bepinseln. In einer Pfanne etwas Butterschmalz erhitzen und das Perlhuhn schön braun anbraten. Das angebratene Huhn mit dem Rücken nach oben auf das Sauerkraut legen und mit heißer Gemüsebrühe angießen. Den Speck auf das Perlhuhn legen und bei geschlossenem Deckel im Rohr bei 150 Grad zunächst 30 Minuten schmoren lassen, dann wenden und weitere 30 Minuten schmoren. • Kürbispüree: Den Hokkaidokürbis halbieren, mit einem Löffel entkernen und achteln. Im Rohr eine halbe Stunde weichdünsten lassen. Die Kartoffel schälen, vierteln und in Salzwasser weichkochen. Den weichen Kürbis in klei­ ne Stücke schneiden und mit der weichgekochten Kartoffel mit dem Mixstab pürieren. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Das Perlhuhn auf eine vorgewärmte Platte legen, Keulen, Brüste und Flügel lösen. Sauerkraut nochmals abschmecken, mit dem Perlhuhn und dem Kürbis­ püree servieren.

✽✽✽

Das hat dem Jesukind gefallen, es fing zu lächeln an, vor allen. ✽✽✽

Und unser Huhn zu gutem Schluss, erwiderte mit einem Kuss. ✽✽✽

Dann zog es fort, mit einem Amen, und gab sich einen neuen Namen. ✽✽✽

Den sollte ich euch nun verraten, ganz einfach: Perlhuhn – ungebraten. ✽✽✽

MundArt ist dann doch eher fürs Braten, hat das Perlhuhn auf Sauerkraut gebettet und mit Kürbispüree serviert. Frohe Weihnachten!

Perlhuhn

Ich weiß nicht, ob die Perlen wirklich Jesukindleins ersten Tränen entstammen, aber schmackhaft sind sie, die Perlhühner. Einst wurde der Wildvogel von den Römern aus Afrika nach Europa gebracht. Erst ab dem 15. Jahrhundert fanden auch die Franzosen Gefallen an den zarten Wildvö­ geln. Perlhuhnfleisch ist saftig und dunkel, erinnert geschmacklich an Wild, ist fettarm und damit ein leichter Genuss. Selbst als Festtagsschmaus.


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Stefan, Constanze, Lena und Idriss aus der ­K lasse 8A des Reithmann-Gymnasiums (v. l.)

Hallo Steve, bye bye Che

Über die Jugend von heute wird nur allzu gern geurteilt. Doch wer inspiriert eigentlich die Teenies von heute? 6020 hat Innsbrucker Gymnasiasten nach ihren aktuellen Helden gefragt.Von Willi Kozanek

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rüher war das ganz einfach: Die alternativ-rebellischen Kids mochten Bob Marley oder Che Guevara. Die tief Verwurzelten irgendeinen Skifahrer. Die Angepassten bewunderten Brad Pitt oder seine fußballerische Kopie David Beckham. Und die, die ihre Eltern und sowieso die ganze Welt hassten, liebten Kurt Cobain. Heute jedoch, mit all der Globalisierung, den iPhones, Twitter & Co., da kommt einer schon mal ins Grübeln bei der Frage, wen die Jugendlichen von heute eigentlich noch als bewundernswert erachten. Deswegen wagte sich 6020 in die Höhle der pubertierenden Löwen vor und fragte: „Jugendliche Innsbrucks, wer sind eure Helden?“

e aus Bardot und Gandhi. Constanz Bardot toll.

der 8A des Reithmanngymnasiums findet Brigitte Die Französin war Sängerin, Schauspielerin und Model, laut Constanze ist sie angeblich „heute immer noch total hübsch“. Stefan wiederum mag Rafael Nadal, denn er spielt selber Tennis und findet, dass der heißblütige Spanier einen „coolen Style hat“. Felix ist da etwas sanftmütiger – sein Held ist der gewaltlose Widerständler Mahatma Gandhi. Lena muss ihren Helden nicht in Indien suchen – ihr Vorbild ist nämlich der Papa, weil der sehr intelligent ist. Und Idriss braucht gar keine Helden, er will nämlich seine eigenen Vorstellungen verwirklichen.


Tupac und Opa. Christoph hat recht

Olivia, Johanna, Christoph und Man uel aus der Klasse 8S des Reith man n-Gy mnasium s (v. l.)

unterschiedliche Helden: Einerseits 2Pac, andererseits Opa und Papa. Der amerikanische Gangs­ tarapper hatte laut Christoph eine coole Lebenseinstellung. Sein Opa war zwar weder East Coast noch West Coast, er ist aber Kriegsveteran und doppelter Doktorwürdenträger. Und das ist auch nicht so ohne. Johanna findet ebenfalls ihren Opa toll, und die Mama ist auch cool, Johanna trägt sogar ihren Schal. Manuel entscheidet sich im HeldenDuell zwischen Großeltern und Rapper für die Rapper. Er mag Eminem, denn der hat „sich als Weißer in einer schwarzen Szene durchgesetzt“. Olivia hat nichts gegen ihre Vorfahren oder muskelbepackte SprechgesangMusikanten, aber ihr Held ist ein ganz anderer: Sergio Ramos nämlich, Außenverteidiger von Real Madrid. Ramos ist, der 17-Jährigen nach, fußballerisch top und optisch ein Feschak.

Venus, Giulia, Lars und Matthias aus der Klasse 4B des Gymnasiums in der Au (v. l.)

© 6020/Rathmayr (3)

Jolie und King.

„Er ist schon älter, macht aber immer noch tolle Musik“, urteilt Lars über Jon Bon Jovi. Der knackige 49-Jährige ist für den 13-jährigen Schüler dementsprechend der Held in seinem Leben. Bei einem Konzert war Lars auch schon, ein T-Shirt dient als Beweis. Für Giulia ist Ex-Löwenmähne Bon Jovi nichts, sie mag den spanischen Stürmerstar Fernando Torres: „Er ist der beste und hübscheste Fußballspieler, den es je gab“, meint sie ganz bescheiden. Eine soziale Ader kommt bei Venus und Matthias zum Vorschein: Venus bewundert Angelina Jolie, weil sie Kinder adoptiert hat. Matthias kann sich dagegen nicht zwischen „Ärzte ohne Grenzen“ und Martin Luther King entscheiden. Erstere „helfen auf der ganzen Welt“, Zweiterer hat sich bekanntlich für die Rechte von Afroamerikanern eingesetzt.

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© Kozanek

Matteo aus Mar ina, Seren, Haris, Alexander und Au (v. l.) der in ums nasi der Klasse 6A des Gym

Nazar und Einstein. Red Hot Chili Peppers, Nazar, Edin Dzeko, Albert Einstein und „der Fenriz von Darkthrone“

– auf den ersten Blick haben die nicht viel gemeinsam. Weit gefehlt jedoch: Sie sind nämlich die Helden von Alexander, Seren, Haris, Marina und Matteo aus der 6A des Gymnasiums in der Au. Dzeko, Stürmer von Manchester City, kommt wie Haris aus Bosnien und hat sich von ganz unten nach ganz oben gearbeitet. Das verdient Respekt, meint Haris. Fenriz dagegen, Mitglied der norwegischen Black-Metal-Band „Dark­ throne“, ist einfach „ein cooler Typ, der coole Musik macht“. Das verdient auch Respekt, meint Matteo. Nazar ist ein Rapper aus Wien und die bösen Buben der Musik wollen sowieso immer und überall respektiert werden, also auch hier: Respekt! Und die Red Hot Chili Peppers und der gute alte Einstein? Die kennen sogar die nicht-jugendlichen Innsbrucker. Also werden auch sie respektiert.

Wer hat das Zeug zum Helden?

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n einer nicht repräsentativen Studie wollte 6020 herausfinden, wer die Helden der heutigen Innsbrucker Jugend sind. Insgesamt wurden 70 Fragebögen verteilt, um die Helden der Schüler auszuforschen. Das überraschende Ergebnis: Die meiste Zustimmung bekommen der verstorbene Apple-Gründer Steve Jobs und der amerikanische Präsident Barack Obama. Rotzlöffel Justin Bieber und Nackerpatzerl Lady Gaga landen abgeschlagen auf den letzten Plätzen. Endlos-Revolutionär Che Guevara und Schreihals Kurt Cobain kennt man dagegen zu einem Drittel gar nicht mehr. Auf unserem Fragebogen wurden übrigens folgende Helden vermisst: Pamela Anderson, Lionel Messi, Falco, Superman, Muhammed Ali, Benni Raich, Celine Dion, Money Boy und Johnny Depp. Was die Jugendlichen aber am meisten aufregte: dass Chuck Norris nirgends anzukreuzen war. Wir q bitten um Entschuldigung.

Justin Bieber Bob Marley Bushido Barack Obama Lady Gaga Che Guevara Cristiano Ronaldo Kurt Cobain Steve Jobs Robert Pattinson

Held

Kein Held

Wer ist das?

6% 40 % 14 % 49 % 9% 36 % 14 % 11 % 59 % 8%

90 % 56 % 84 % 51 % 90 % 29 % 84 % 60 % 39 % 79 %

4% 4% 2% 0% 1% 35 % 2% 29 % 2% 13 %


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serie

KUNST & DESIGN AUS TIROL

6020 stellt in jeder Ausgabe einen Künstler bzw. Designer aus Tirol vor. Diesmal: Martin Zulehner 

Glücklicherweise kann ich behaupten, dass mein Beruf auch irgendwie mein Hobby ist. Etwas, das man generell gern tut – natürlich manchmal lieber, manchmal weniger. Aber eigentlich beschäftige ich mich tagtäglich mit Dingen, die mich interessieren. Mit Kunst. Mit alten Statuen und neuen Objekten, mit Bildern aus verschiedenen Epochen, mit neu Erworbenem, mit gehegten Erbstücken und geschichtsträchtigen Fundstücken. Ich rahme die Werke namhafter und unbekannter Künstler, restauriere und vergolde Stücke alter Meister und arbeite mit an neuem Design.

Martin Zulehner Geboren 1969. Vergoldermeister und seit 2001 selbstständig mit eigener Werkstatt. Früher weit gereist und würde immer noch gern. Mit Begeisterung Papa von Bruno und Roman. Spielt Schlagzeug oder versucht es, radelt oft auf den Kofel rauf, mag kunstvolle Tattoos und handgestrickte Hauben von Oma-Nina. Lebt und arbeitet in Igls.

Gibt es ein einziges Motto, das sich durchs ganze Leben zieht? Das Leben ist voller Überraschungen, da wechselt auch das Motto. Aber „Lieben belebt“, das hat Goethe schon gewusst. Und das passt gerade sehr gut.

Meine Vorbilder wechseln, je nach Bedarf. Nelson Mandela, den bewundere ich.

Meine Lieblingsstücke sind … in erster Linie meine Kinder. Und natürlich Werkstücke, die gelungen sind. Die sieht man gern an, die kann man präsentieren, die freuen mich.

Meine liebsten Materialien sind Holz und Gold. Eine schöne Kombination.

Meine Kunden sind an Kunst interessiert und auch daran, dass ihr Objekt, egal ob von bekanntem oder unbekanntem Künstler, mit Können und Gespür behandelt wird. © 6020/Rathmayr (alle)

„Werke von alten Meistern und jungen Könnern“ – das klingt aufgesetzt, stimmt aber. Inspiration sind Dinge, die berühren, alles was mir positiv ins Auge sticht. Nein, eigentlich auch negativ, dann mach ich es anders. Wenn’s geht, besser!

Protokoll: Diana Steinlechner


programm Party Aftershave Deliman & Selecta Chiko, 13. 12., 22 h Barbershop Beats 2, 16. 12., 22 h Resolum Christmas Special, 23. 12., 22 h X Mess, 24. 12., 22 h The Woo Hoo Girls, 28. 12., 22 h Eurodance, 30. 12., 22 h Silvester-Sause, 31. 12., 22 h

Weekender Club Ausn Landl ausischaugen, 13. 12., 22 h Let There Be Rock, 16. 12., 22 h Celebration 80s Party, 23. 12., 22 h Silvesterparty, 31. 12., 22 h

Theater

Kellertheater Wittenberg, 13.–17., 20., 21. & 26.–31. 12., 3.–6. 1., 20 h

Theater praesent Das kleine Hokuspokus, 16., 17. & 23. 12., 14 h Novecento – Die Geschichte vom Ozeanpianisten, 14. & 21. 12., 19.30 h

Der Koschuh blickt auf das vergangene Jahr zurück.

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leich dreimal lädt Der Koschuh heuer zur kabarettistischen und gruppentherapeutischen Aufarbeitung des zu Ende gehenden Jahres. Unter dem Titel „Jahrmarkt der Heiterkeiten“ wird er am 29., 30. und 31. Dezember im Treibhaus die Ereignisse 2011 Revue passieren lassen – von „A wie Abkassieren“ über „L wie Lobbyismus“ bis „Z wie Zeche“. Los geht es jeweils um 19.30 Uhr, Karten kosten im Vorverkauf 13 Euro. q

Tracks & Visuals DJs und VJs messen sich im Leokino

A

m 16. Dezember findet im Leokino die dritte Runde von DJ Stefan Meisters DJ- und VJ-Battle „Tracks & Visuals“ statt. Ab 19 Uhr messen sich Videokünstler und DJs bzw. Musiker im großen Kinosaal, jedes Team hat fünf bis 15 Minuten Zeit, einen Livestream zu kreieren, der Augen und Ohren begeistert. Eine Fachjury bewertet dann die audiovisuellen Performances und kürt schließlich die Gewinner. Mit dabei sind Künstler aus Deutschland, Spanien und Österreich. www.tracksandvisuals.net q

© Büro Pradl

Prinz Hamlet der Osterhase oder Sellawie, 17. & 31. 12., 19.30 h Tango/Letters of Others/Bolero, 18. (19.30 h), 21. & 27. 12. (20 h)

© Adolfbereuter

Kammerspiele

Gruppen­ therapie 2011

© Tracks & Visuals

Dialogues des Carmélites, 14. & 16. 12., 19.30 h Die Orestie, 15. 12., 19 h Die lustige Witwe, 17., 26. & 31. 12. ­ (19 h), 22. & 27. 12. (19.30 h) Beethoven lautlos, 28. 12., 19.30 h Les Misérables, 19., 29. & 30. 12., 19.30 h Lohengrin, 18. 12., 15. & 28. 1., 18 h Orestie, 15. & 20. 12., 19 h Idomeneo, 8. 1., 19 h Platonow, 14., 21. & 26. 1., 19 h

© Bullock

Tiroler Landestheater


Programm

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Konzert Treibhaus El Vez, 15. 12., 21 h Sorgente, 17. 12., 22 h Saxofour, 18. 12., 20 h Gianmaria Testa, 19. 12., 21 h X-Mas Bigband Session, 20. 12., 20 h Georg Breinschmid & Thomas Gansch, 21. 12., 21 h HI5, 22. 12., 21 h Fertig, los!, 29. 12., 21 h The Doors Experience, 30. 12., 22 h Andi Tausch & The Flow, 14. 1., 20 h Slim Cessnas Autoclub, 17. 1., 21 h Badminton, 18. 1., 21 h Binder & Krieglstein, 20. 1., 21 h Ledisi, 25. 1., 21 h Manu Delagos Living Room in London, 26. 1., 21 h HMBC, 27. 1., 21 h Savina Yannatou & Primavera A Salonico, 28. 1., 20 h Giulia Y Los Tellarini, 29. 1., 20 h

Weekender Club William Tell Me, 12. 12., 21 h Dornenreich, 17. 12., 21 h Sugar Daddy, 7. 1., 21 h HGich.T, 21. 1., 21 h Striving Vines, 30. 1., 21 h

VAZ Hafen Casper, 15. 12., 21 h (veranstaltet vom Weekender Club)

Bis ge Schoppernou. Keiner versteht sie, aber jeder

kennt sie: Das ist das Schicksal des Holstuonarmusigbigbandclub, kurz HMBC. Seit „Von Mello bis ge Schoppernou“ zum Überraschungs-Radiohit wurde, ist die außergewöhnliche Musikertruppe aus dem Bregenzer Wald auch diesseits des Arlbergs ein Begriff. Die fünf Bandmitglieder schlagen eine spannende Brücke zwischen Volksmusik, Pop, Weltmusik und Jazz, die man so noch nicht gehört hat. Am 27. Jänner gastiert der HMBC für ein Konzert im Treibhaus.

Im Schneegestöber Kunst- und Designmarkt in der Bäckerei

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b mit weißen Flocken oder ohne – am 16. und 17. Dezember gibt es in den Bäckerei ein „Handliches Schneegestöber“. Der beliebte Kunst- und Designmarkt ist jeweils von 11 bis 20 Uhr geöffnet und lädt zum Schauen, Kaufen und Feiern ein. Rechtzeitig vor Weihnachten kann man hier zum Beispiel Genähtes, Gezeichnetes, Gestricktes und Gedrucktes erstehen, außerdem sorgen Kaffee, Kuchen und DJs dafür, dass man gerne ein bisschen länger bleibt. Ein weiterer Grund: Am Freitag gibt es um 20 Uhr ein Konzert von K. C. McKanzie. q


Programm

Jupiter Jones

Ausstellungen In Innsbruck

Außerhalb Michael Hakimi • Bis 23. 12., Stadtgalerie Schwaz Winterreigen • Bis 20. 1. 2012, Galerie Schmidt, Reith im Alpbachtal

Gute Party Benefizabend mit Jupiter Jones und den Killerpilzen

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er in der Weihnachtszeit Gutes tun will und dabei auch noch einen coolen Konzertabend erleben möchte, ist am 16. Dezember bei „1 Night 4 Shows“ in der Dogana an der richtigen Adresse. In diesem Jahr sind die deutschen Chartstürmer Jupiter Jones („Still“) Headliner des Benefizabends, außerdem gibt es einen Auftritt der erwachsen gewordenen Killerpilze. Aus heimischen Gefilden sind IBK Tribe und die Newcomerband Half Past Whatever bei „1 Night 4 Shows“ mit dabei. Die Tickets kosten 12 Euro und kommen „Licht ins Dunkel“ zugute. q

Der Keller als Kreativlabor Die Innsbrucker Workstation feiert mit einer aufwändig produzierten und limitierten Doppel-LP ihr 20-jähriges Bestehen.

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ie Workstation wurde 1991 im Keller des Innsbrucker Z6 als selbstorganisierter Treffpunkt-Proberaum-Hybrid für Musiker und Künstler gegründet. Längst zur Institution geworden, feiert die Workstation heuer ihr 20-jähriges Bestehen mit einer auf Vinyl gepressten Musiker-Werksschau. Die limitierte Doppel-LP „Workstation to Workstation: 20 Years / 20 Songs“ präsentiert – angereichert mit einem ausführlichen Booklet – einen umfassenden, nicht nur musikalischen Einblick in zwei Jahrzehnte Innsbrucker Underground. Unter anderem mit dabei: Play the Tracks of, Atomcats, No Horse No Rider, Todesstern und die Brüder Yoshi und Didier Hampl. Bezugsquellen: der Innsbrucker Vinylhandel und die p.m.k , Hörbeispiele unter: www.workstation.or.at q

Gewinnspiel 6020 verlost:

drei Stück von „Workstation to Workstation“ Einfach ein Mail mit dem Betreff „Workstation“ an gewinnspiel@6020stadtmagazin.at schicken! Einsendeschluss: 9. 1. 2012 • Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse 6020 · Karl-Kapferer-Str. 5 · Innsbruck • gewinnspiel@6020stadtmagazin.at

© Fotowerk Aichner (2)

Christian Egger • Bis 17. 12., Kunstpavillon Brigitte Kowanz • „in light of light“, Eröffnung 17. 12., zu sehen bis 26. 2. 2012, Galerie im Taxispalais Thilo Heinzmann • Bis 22. 12., Galerie Kugler Greg Bogin • „Bilder“, bis 24. 12., Galerie Rhomberg Johanna Tinzl & Stefan Flunger Bis 5. 1. 2012, Neue Galerie (Hofburg) Paolo Pellegrin • „Dies Irae“, bis 14. 1. 2012, FO.KU.S Kunstschätze des Mittelalters • Bis 15. 1. 2012, Tiroler Landesmuseum Gregor Schneider • „Sterberaum“, bis 28. 1. 2012, Kunstraum Innsbruck Peter Kogler • Bis 31. 1. 2012, Galerie Johann Widauer Walter Pichler • Bis 26. 2. 2012, Galerie Thoman Malen mit Glas und Licht • Bis ­ 18. 3. 2012, Zeughaus

© Sony (Jupiter Jones), Veranstalter

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Killerpilze


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Kulturdenkmal von Barbara Wohlsein • bwohlsein@6020stadtmagazin.at

© Webhofer

E Zurück auf der Wolke Iglu-Partys ab 30. Dezember auf der Seegrube

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ie Premiere im Vorjahr war erfolgreich, heuer gehen die Iglu-Partys von „Cloud9“ auf der Seegrube in „Serie“. Ab 30. Dezember gibt es jeden Freitag eine hochalpine Sause in Kooperation mit einem Innsbrucker Club, von Electro bis Drum’n’Bass ist alles dabei. Außerdem finden an drei Mittwochen „Nordketten Groove“-Student-Nights zum Sonderpreis von 7 Euro statt. Vier Saturday-Night-Specials bis 3 Uhr früh (und entsprechenden Gondel-Sonderfahrten) beweisen außerdem, dass die Iglu-Partys der „Cloud9“ locker mit einer Clubnacht im Tal mithalten können. Das erste Special findet am 7. Jänner statt und wird von „Wax Wreckaz & Friends“ gehostet. Zu den Preisen: Berg- und Talfahrten kosten am Freitag 15 Euro und am Samstag 20 Euro, die Events finden bei freiem Eintritt statt. Besitzer eines „Freizeittickets“ fahren gratis (ausgenommen Saturday-Night-Specials). Tipp: Untertags lädt die Außenbar der „Cloud9“ zum Sonnen ein. www.unique-locations.at q

Flaschenbier in Wittenberg Clevere Komödie im Innsbrucker Kellertheater

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iel gelacht und heftig applaudiert wird derzeit im Kellertheater: Die Komödie „Wittenberg“ amüsiert Publikum und Schauspieler in gleichem Maße. Susan La Dez führt leichtfüßig und höchst komödiantisch durch Zeit, Ort und Stück. Johann Nikolussi als Dr. Faust brilliert lustvoll und zynisch in amüsanten Streitgesprächen – bei Flaschenbier – mit dem sichtlich verstopften Choleriker Martin Luther, gespielt von Hans Danner. Das Sensiberl Hamlet (Bernhard Wolf), auf der Suche nach dem Sinn des Lebens, jongliert hinreißend zwischen Tragik und Komik. Zu allem Überfluss behauptet zu dieser Zeit auch noch Kopernikus, dass die Erde nicht das Zentrum des Universums sei. Wenn sich also die unfehlbare Kirche (nicht nur) in diesem Punkt geirrt hat, ist dann nicht Denken, Mut fassen und Handeln angesagt? (ds) Termine: 13.–17., 20., 21. & 26.–31. Dezember, 3.–5. Jänner 2012, jeweils 20 Uhr. Reservierungen unter 0512/580743 oder unter reservierung@kellertheater.at q

ine TV-Serie ist nur dann richtig gut, wenn man sie am Stück sehen kann. Vier Folgen pro Abend, eine ganze Staffel an einem verregneten Wochenende. Und wenn es sein muss, die ganze Litanei noch einmal von vorn. Diesen Status erreichen nur wenige Serien, „Californication“ und „Sex and the City“ sind zwei davon. (Ja, ich habe die „männliche“ Serie absichtlich zuerst genannt, um das Tussihafte der zweiten abzumildern. In einer „SATC“Folge spielt David Duchovny übrigens den HighschoolFreund von Sarah Jessica Parker – so viel dazu.) Welche Serie ich nennen muss, um nicht dafür gescholten zu werden, gerade eine heftige „Gossip Girl“Phase durchzumachen, fällt mir beim besten Willen nicht ein (ich mag alle Tarantino-Filme, vielleicht reicht das?). Ist aber auch egal. Die endgültige Entscheidung, was ich vom „Scandalous Life of Manhattans Elite“ halte, ist sowieso noch nicht gefallen. Vier Folgen am Stück hab ich schon geschafft – mit Leichtigkeit und einem Lächeln auf den Lippen. Die dritte Staffel war in einer Woche erledigt – auch kein Problem. Ob ich das Hin und Her auf der Upper East Side noch mal von vorne sehen müsste? Hm, eher nicht.

Ob ich das Hin und Her auf der Upper East Side noch einmal von vorne sehen müsste? Hm, eher nicht. Denn wahnsinnig viel Gehalt hat „Gossip Girl“ natürlich nicht. Eine Gruppe reicher und nicht so reicher Kids wandelt durch New York, sieht dabei im Schnitt zehn Jahre älter aus als die eigentliche Serienfigur und verbringt den Tag damit, Intrigen zu schmieden, Suchtmittel zu konsumieren oder sich nach dem Prinzip „jeder mit jedem“ durch die Betten Manhattans zu wälzen. So weit die Kurzzusammenfassung. Faszinierend daran ist vor allem das Tempo, mit dem die Geschichten erzählt werden. Im kompletten Gegensatz zu endlosen Daily Soaps wird hier nicht lange rumgefackelt – jeder Konflikt, jede Affäre, jedes Geheimnis hält maximal drei Folgen, danach ist schon wieder alles anders und Serena ist doch wieder mit Nate zusammen. Oder Dan. Oder wieder Nate. So kann erst gar keine Langeweile aufkommen. Und wenn alle möglichen Beziehungskonstellationen durch sind, taucht eben wieder ein tot oder verschwunden geglaubter Verwandter auf – und schon geht’s wieder rund. Die Bewährungsprobe wird in ein paar Wochen kommen, wenn ich mit allen veröffentlichten Staffeln durch bin und das Warten auf die neuen Folgen anfängt. Inzwischen: XOXO, der GossipGirl-Fan. q


Malen mit Glas und Licht 150 Jahre Tiroler Glasmalereianstalt im Museum Zeughaus

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Generation im Eigentum der Familie Mader. Neben Restaurierungsarbeiten beschäftigt sich die Firma hauptsächlich mit modernen Kunstverglasungen im öffentlichen wie im privaten Bereich. In der Ausstellung im Zeughaus werden ehemalige Bestellbücher, Briefköpfe, Preislisten und Korrespondenzen (etwa mit NewYork-Office) präsentiert und es wird auch die Entstehungs- und Familiengeschichte anhand von Fotos, Porträts und Texten erzählt. Die Exponate aus den vergangenen Epochen sind hauptsächlich sakraler Natur, aber auch Wappenbilder, Szenen aus dem Volksleben, Orts-

© Fresco Vocalis

as 150-jährige Bestehen der „Tiroler Glasmalerei und Mosaikanstalt“ in Innsbruck ist ein guter Grund, den Traditionsbetrieb mit der Ausstellung „Malen mit Glas und Licht“ zu feiern. 1861 gründeten Albert Neuhauser, der aus einer Innsbrucker Glaserfamilie stammte, Josef von Stadl, ein namhafter Architekt, und der Historienmaler Georg Mader dieses Unternehmen. Im Jahre 1874 expandierte die Firma unter dem Direktor und Kompagnon Albert Jele über Tirol und die österreichisch-ungarische Monarchie hinaus bis in die USA. Heute befindet sich die Tiroler Glasmalerei und Mosaikanstalt in fünfter

Barocke Klangfülle Adventkonzert von Händel bis Vivaldi

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m 21. Dezember findet in der Kirche Maria am Gestade (Sieglanger) das Adventkonzert des Kammerchors Fresco Vocalis statt. Auf dem Programm steht „barocke Klangfülle“ von weihnachtlichen Kantaten bis hin zu Arien von Georg Friedrich Händel und dem „Credo“ von Antonio Vivaldi. Es ist das erste Konzert des Kammerchors unter der Leitung von Ingrid Czaika. Beginn ist um 20 Uhr. q

ansichten und Monatsbilder sind zu sehen. Um Einblick in die Entstehung eines Glasfensters zu gewinnen, wird der Arbeitsvorgang anhand des „Kaiserfensters“ im Linzer Dom 1914 Schritt für Schritt dokumentiert. Sehr zu empfehlen sind auch die vielseitigen Aktivitäten rund um die Ausstellung: Eine Führung durch die Glasmalereianstalt, eine Kinder-Werkstatt, Glasbläserkunst im Innenhof, Workshops, Familienrundgänge, eine Weihnachtsveranstaltung für Familien und vieles mehr stehen am Programm. (ds) Info unter 0512/59489-111 oder anmeldung@tiroler-landesmuseen.at q

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Programm

© Ben Wolf

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Programm

„Bad Boy Kummer“

„Khodorkovsky“

Tarnen und Täuschen

Drei Tanzstücke an einem Abend – von Enrique Gasa Valga, Bridget Breiner und Stephan Thoss

Polit-Film-Festival bis 16. Dezember im Leokino

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m das Tarnen und Täuschen in Politik und Wirtschaft geht es beim 11. PolitFilm-Festival, das von 12. bis 16. Dezember im Leokino in Innsbruck stattfindet. Eröffnet wird die Film- und Diskussionsreihe mit einem Vortrag des ORF-Journalisten Stephan Schulmeister, der am 12. Dezember über die Ursachen und Auswege aus der Finanz- und Eurokrise sprechen wird. Auf der Leinwand des Leokinos gibt es an allen Festivaltagen spannende Dokumentarfilme zum Thema zu sehen – so zum Beispiel „Inside Job“ aus den USA, „Khodorkovsky“ aus Deutschland oder „Widerstand im Haiderland“ aus Österreich. Über letzteren Film werden am 14. Dezember im Anschluss an die Filmvorführung Andreas Khol (ÖVP) und der Journalist Andreas Koller („Salzburger Nachrichten“) diskutieren. Programm und Infos: www.polit-film-festival.at q

© TLT/Larl

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© Polit-Film-Festival

Von Tango bis Bolero

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n den Kammerspielen ist derzeit das Tanztheater „Tango/Letters of Others/ Bolero“ zu sehen. Was erwartet die Besucher? Hier eine kurzer Überblick ...

Jumps und Sido.

Es ist der Event-Pflichttermin für alle Jungen und Junggebliebenen: Der Air & Style findet 2012 am 4. Feber statt und hat neben einem neuen Wettkampfformat auch zwei Musicacts aus Deutschland zu bieten. Die Indierocker werden mit einem Auftritt der Beatsteaks belohnt, die in Innsbruck ihr Album „Boombox“ vorstellen werden. Freunde des Gangsterraps und Castingshow-Fans dürften sich hingegen auf das Konzert von Sido am Bergisel freuen. Zum Contest: 2012 gibt es zum ersten Mal eine Qualifikationsrunde, bei der zwölf Rider um vier Startplätze im Hauptfeld fahren, wo dann zwölf gesetzte Topfahrer auf sie warten. Tickets gibt es zum unveränderten Preis von 43 Euro.

Tango Ein leidenschaftlicher und humorvoller Auftakt zum dreiteiligen Tanzabend – choreografiert von Tanzcompany-Chef Enrique Gasa Valga persönlich. In einem Tanzsaal treffen sich drei Männer und drei Frauen. Lateinamerikanische Rhythmen erklingen, am Tisch steht ein Telefon. Was passiert? Lassen Sie sich überraschen.

Letters of Others Humorvolle und berührende Choreografie von Bridget Breiner. Verschiedene Briefe lösen skurrile, witzige, aber auch bewegende Momente aus. Die Männer der Tanzkompanie sind gefordert!

Bolero Der Bolero verleiht Flügel – zur Musik von Maurice Ravel, von Max Raabe und dem Palastorchester. Urkomisches Stück von Stephan Thoss über die Sehnsucht nach Leben und Mut. Termine: 18., 21. & 27. Dezember, 4., 14., 20. & 29. Jänner 2012 www.landestheater.at q

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Programm „Schwere Jungs“

Sport auf Leinwand

„Downhill Racer“

Fünf Spielfilme mit olympischen Themen – beim Sportfilmfest von 16. bis 20. Jänner im Leokino

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portfilm-Festivals haben sich in den letzten Jahren vermehrt wie die Schneekanonen auf Tirols Pisten. Für weiteren Zuwachs sorgt das Sportfilmfest Innsbruck, das in der Filmauswahl aber ausnahmsweise nicht dem üblichen Mix aus Trendsport-Adrenalin-Dokus mit ihren GoPro-Helden und Sponsoren-Danksagungen folgt. Das von Helmut Groschup und seinem Team vom Internationalen Film Festival Innsbruck (IFFI) ins Leben gerufene Sportfilmfest zeigt anlässlich der Youth Olympic Games fünf alte und neue Filme mit Olym-

piabezug. Seine Österreich-Premiere feiert „Crazy Canucks“ (2004) über eine Truppe kanadischer Skiasse, die in den späten 1970ern den Weltcupzirkus aufmischten – gedreht z. B. in Innsbruck, Seefeld und St. Anton. „Schwere Jungs“ (2007) erzählt vom Bobfahrer Gamser, der 1952 in Oslo eine alte Rechnung begleichen will. „Peterka – Jahr der Entscheidung“ (2004) ist ein Dokumentarfilm über Rückschläge und Comeback des slowenischen Skispringers Primoz Peterka. „Cool Runnings“ (1993), einer der erfolgreichsten Sportfilme aller Zeiten, erzählt vom ersten jamaikanischen Bobteam,

Kultisch, szenisch, mystisch

dessen Mitglieder bei den Olympischen Spielen 1988 in Calgary von belächelten Exoten zu Publikumslieblingen avancierten. In „Downhill Racer“ (1969) spielt Robert Redford einen tumben Naturburschen, der es mit allen Mitteln an die Spitze des Skizirkus schaffen will – gedreht wurde unter anderem in Kitzbühel und St. Anton. Begleitet werden die Filmvorführungen im Leokino von Diskussionen mit ehemaligen Olympioniken über Themen wie Exoten­ sportler, Sportgeschichte, Jugend und Spitzensport. Weitere Infos: www.leokino.at, www.iffi.at q

Peter Jan Marthé: „Die Heilige Messe – kultisch, szenisch, sinnlich, mystisch“ Echter Verlag 2011, 24,70 Euro

Die Heilige Messe – nicht nur für Insider und Spezialisten – in Wort und Klang

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hematisch passend zum Advent inspiriert dieser Band mit beigefügter CD (ein Live-Mitschnitt der „erdwärtsmesse“ von Peter Jan Marthé aus dem Brixner Dom), der Weihnachtszeit einen festlichen Inhalt zu verleihen. Ausnahmsweise ist nicht Shoppen angesagt, sondern Feiern und Freude, Hingabe und Ermutigung. Die Entstehung dieses Buches ist der „Brixner Initiative für Musik und Kirche“ zu verdanken, die sich angesichts des drastischen Rückgangs der Gottesdienstbesucher beim Internationalen Brixner Symposium 2010 dem brennenden Thema „Hat die Heilige Messe überhaupt noch Zukunft?“ stellte. Im Rahmen eines Festgottesdienstes wurde der Dirigent und Komponist Peter Jan Marthé eingeladen, eine Messe im Brixner Dom zu dirigieren, außerdem wurde er mit der Projektleitung dieses Symposiums betraut. Obwohl die Veranstaltung aufgrund der spektakulären Liste der von ihm geladenen Referenten durchaus ein Wagnis war, übertrafen die Beiträge die Erwartung und das Symposium

wurde ein überregionaler Erfolg. So beschloss man, die konträren und spannenden Ausführungen der Referenten sowie Peter Jan Marthés sehr persönliche Geschichte über die Entstehung seiner Komposition „erdwärtsmesse“ auch in Form eines Buches zugänglich zu machen. Referenten wie Henri Boulad, Arnold Mettnitzer, Hermann Nitsch, Adolf Holl, Theodor Itten, Peter Jan Marthé selbst, Egon Kapellari, Waltraut Herbstrith, Michael Prohazka und Paul M. Zulehner animieren den Leser, sich zu unterschiedlichen Sichtweisen eine eigene Meinung zu bilden. Die Texte sind klar und verständlich, denn Marthés Devise lautet: „Nur bloß nichts für Insider und Spezialisten!“ Sein Anliegen ist, sich vor allem jenseits vieler Worte seiner wunderbaren und mitreißenden Musik hinzugeben, um die sich auf Körper, Geist und Seele ausbreitenden Kräfte der „Virtuellen Kathedrale der Klänge“ zu erleben. (ds)q

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© 6020/Rathmayr

angenehm anders. „Es muss nicht immer alles so laut sein“, sagt Martin Klein.

Keine Rampensau Martin Klein ist ein Mann der leisen Töne. Seine Musik hat FM4 erobert und füllt inzwischen schon das Wiener Konzerthaus. Mit 6020 spricht der Singer-Songwriter über sein neues Album, das Liedermachen und deutsche Texte.  Von Sylvia Ainetter

Dein neues Album besteht nur aus deutschsprachigen Songs. Welche Rolle spielt die Sprache in der Musik? martin klein: Ich habe schon immer auch deutsche Lieder geschrieben. Das erste Album war jedoch nur auf Englisch. Bei Auftritten in London fingen die Leute dann an, über die Texte zu sprechen. Nicht, dass die so spektakulär wären, aber ich fand es sehr schön, verstanden zu werden. Das Englische kam mir plötzlich wie ein unnötiger Umweg vor.

Zur Person Martin Klein, geboren 1983, aufgewachsen in Innsbruck, später Wien. Studierte in Utrecht Klavier bei dem Pianisten Bert van den Brink. 2008 erschien das erste Album „Songs for my piano“, 2011 das zweite „Lass uns bleiben“ bei Traumton Records.

Spielst du denn gerne live oder stehst du lieber im Studio? Am liebsten schreibe ich Lieder. Das macht mir auf jeden Fall am meisten Spaß. Auf der Bühne zu stehen, ist auch okay, aber ich bin keine Rampensau. Du experimentierst gerne mit unterschiedlichen Musikstilen – vor allem mit elektronischer Musik. Ja, meine Festplatte ist voll mit elektronischem Zeug (lacht). Als das neue Album entstanden ist, habe ich gerade viel elektronische Musik gemacht und nur ab und zu ein Lied geschrieben. Es war nicht von Anfang an geplant, ein Album zu schreiben. Ich finde das Switchen zwischen den Musikstilen sehr spannend. Vielleicht mache ich auch einmal ein elektronisches Album. Jazz interessiert dich nicht? Nein, nicht so richtig. Aber ich mag es, mit anderen Musikern zu improvisieren. Es ist einfach schön, gemeinsam Musik zu machen, auch wenn man die Musiker gar nicht kennt.

Das neue Album ist sehr schlicht. Was ist das Besondere daran? Das Album ist eher „altväterisch“ (lacht). Im Vergleich zum ersten Album ist es weniger rockig und auch nicht produziert. Ich wollte es ganz pur lassen und habe es an zwei Nachmittagen live eingespielt, ohne Overdubs. Du wirst oft mit Radiohead verglichen. Wie findest du diesen Vergleich? Wirklich? Keine Ahnung, wie ich das finde. Eigentlich ganz witzig! Ich habe früher viel Radiohead gehört, die machen großartige Sachen. Aber natürlich ist Radiohead eine Band und ich bin Solo-Künstler, das ist ja was ganz anderes. In einer Band zu spielen, interessiert dich nicht? Doch, natürlich. Aber wenn man eine Band aufbaut, braucht man einen langen Atem und viel Ausdauer. Im Moment taugt es mir aber richtig, solo zu spielen. Das liegt auch daran, dass mich die Stille sehr reizt. Ganz toll war das Konzert im Wiener Konzerthaus. Das Publikum war mucksmäuschenstill und ich habe ganz leise gespielt. Das war toll! Es muss nicht immer alles so laut sein. Vielen Dank für das Gespräch.

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d n u d n u o S , n e s Fel

hoher Norden

Spätestens seit „Memento – ­ A Boulder Life Line“ (2006) ist Bernd Zangerl dem breiten Kletterpublikum bekannt. Jetzt legt der Tiroler mit „Northern Beats” ein kleines, ­feines Video vor, das Lust aufs Bouldern macht. Von Flo Pranger

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ie sind trotz YouTube immer noch ein Medium unserer Zeit, die Sportmovies, in denen professionelle Snowboarder, Skater, Surfer, Skydiver etc. spektakulär in Szene gesetzt und mit schrillem Sound hinterlegt ihre waghalsigen Übungen vorführen. Meist wird in solchen Videos viel geflucht, gejubelt, erklärt und beschrieben. Insbesondere bei Klettervideos stehen nicht selten Routenbeschreibung und Bewertung mit im Vordergrund. Nicht so in „Northern Beats“, dem jüngsten Projekt des Flirscher Weltklasse-Boulderers Bernd Zangerl (siehe „Zur Person“). „Northern Beats“ sind 25 Minuten purer audiovisueller Genuss – sofern man relaxten Sound und eindrucksvolle Bilder aus dem hohen Norden Europas mag. „Bouldern ist für mich gleichzeitig der Kindergarten und die Königsdisziplin des Kletterns“, erklärt Zangerl. Und genau diese Einstellung

6020 verlost:

zwei DVDs von „Northern Beats“ Kennwort: „Northern Beats“ Einsendeschluss: 9. 1. 2012 Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse 6020 · Karl-Kapferer-Str. 5 · Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at

© Ray Demski/red bull photofiles (1), Radek Capek (2)

Gewinnspiel

zug nach oben. Die Besteigu ng des „Molecu le Man“ in Berlin brachte Bernd Zangerl international in die Schlagzeilen. Sein Film „Norther n Beats“ beeindruckt mit schönen Bildern und mit Musik.


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„Bouldern ist für mich gleichzeitig der Kinder­ garten und die Königs­ disziplin des Kletterns.“ Bernd Zangerl 

versucht er in seinem neuen Video zu vermitteln. In entspannter und freundlicher Atmosphäre, eingebettet in eine atemberaubende Landschaft, bringen Menschen körperliche Höchstleistungen.

Makossa und Megablast. Dynamische und statische Ästhetik potenzieren sich und doch wirkt die ganze Szenerie, nicht zuletzt durch den lockeren Hintergrundsound, wohltuend authentisch und ungezwungen. Die Idee zu dem als DVD und Download vorliegenden Video kam Zangerl beim Dreh für einen Boulder-Fernsehfilm: „Ich habe mich damals von Anfang an sehr gut mit dem britischen Kameramann Josh Knox verstanden und mir gedacht, dass er der richtige Partner für einen ganz entspannten, feinen Boulder-Film wäre. Er hat dann bei einem Trip entlang der norwegischen Küste tolle Bilder gemacht. Ich wollte dazu angenehme Musik im Hintergrund haben und habe einfach ein paar meiner Lieblingskünstler gefragt, ob sie dabei sein

wollen – die meisten haben zugesagt. Bis zum fertigen Video hat es dann aber noch fast ein ganzes Jahr gedauert.“ Die Musiker, von denen Bernd Zangerl erzählt, sind keine geringeren als die Wiener Parade-DJs Makossa und Megablast, Texta-MC Flip, die Schweizer Reggae-Truppe Famara sowie das Billy Rubin Trio. Am Fels zu sehen sind neben dem Protagonisten Bernd Zangerl auch der Südafrikaner Justin Hawkins, die Vorarlbergerin Belinda Weiss sowie die norwegischen Lokalmatadore Torstein Eide und Therese Johansen. Letztere wird übrigens gegenwärtig als aufgehender Stern am Boulder-Himmel gehandelt. DVD und Download sind über www. northernbeatsthemovie.­com und auch über www.berndzangerl.com zum Preis von 6,80 Euro bzw. 10,80 Euro plus Versandkosten beziehbar. Die offizielle Releaseparty zum Video steigt im Rahmen der Weihnachtsfeier des Klettermagazins „Climax“ am 7. Dezember q im Club U am Karlsplatz in Wien. 

Zur Person Bernd Zangerl, Jahrgang 1978, klettert seit über 18 Jahren. Lockten ihn zu Beginn seiner Laufbahn die großen alpinen Wände, so sucht er nach einem erfolgreichen, aber kurzen Intermezzo als Sportkletterer seit 1999 sein Glück in den schwierigsten Boulderspots überhaupt. Mittlerweile hat er über 500 Erstbegehungen auf seinem Konto, an manchen seiner Lines beißen sich seine Konkurrenten noch immer die Zähne aus. Eigentlich wollte Zangerl nach der Matura Geschichte- und Geografielehrer werden, aber nachdem er – wie er erklärt – „alle interessanten Vorlesungen“ hinter sich gebracht hatte, legte er das Studium zu Gunsten des Boulderns auf Eis. Seit er gänzlich von seinem Sport leben kann, tourt er auf der Suche nach neuen Herausforderungen im Fels um die ganze Welt. Nebenbei organisiert er mit dem Charity-Bouldern in Flirsch das größte Boulderevent Österreichs, moderiert beim Mountain Film Festival in St. Anton am Arlberg und hält außerdem Vorträge über seine Leidenschaft. 2003 wurde er vom „Climbing Magazine“ zum „Boulderer of the Year“ gekürt, 2006 kam der Film „Memento – A Boulder Life Line“ heraus. Zuletzt sorgte Zangerl mit der Besteigung des „Molecule Man“ in Berlin für mediales Aufsehen – das zugehörige YouTube-Video wurde tausendfach angeklickt.


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Kajetan-Sweth-Straße

Leipziger Platz Roseggerstraße Franz-Fischer-Straße

Dr.-Glatz-Straße

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Rudolf-Greinz-Straße Kaiserschützenplatz

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Infos zum kostenlosen* Bergsilvestershuttle: im IVB-Kundencenter, Stainerstraße 2, Innsbruck Telefon +43 512 53 07-500, office@ivb.at, www.ivb.at Wir wünschen Ihnen Frohe Weihnachten und Alles Gute im Neuen Jahr. *Bitte beachten Sie, dass auch für IVB-ZeitticketbesitzerInnen der volle Preis auf der Hungerburgbahn zu bezahlen ist. Bahnverkehr alle 30 Minuten (Zwischenfahrten nach Bedarf) von 19:45 - 23:15 Uhr und von 0:45 - 2:45 Uhr

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t h c i n s s u m p o p o r t s „Au

schmerzhaft sein“ Musik aus Österreich war lange Zeit ein Nischenprodukt, jetzt meldet sich der Austropop zurück. Auch die Lechtaler Formation 2erBeziehung ist derzeit bei diversen Hitradios zu hören. Warum es Austropop noch braucht und warum sie nicht wie Bluatschink klingen wollen, erzählen sie im 6020Interview: Florian Gasser Interview. 

Lange Jahre war es still und plötzlich ist österreichische Musik wieder populär. Hubert von Goisern führt die Charts an und die Vorarlberger HMBC finden sich dort ebenso wie Attwenger und auch ihr beide. Woher kommt das? Christof Kammerlander: Ich glaube, österreichische Musik war nie weg, sie hat nur in den Medien kaum stattgefunden. In zehn Jahren Banderfahrung haben wir gemerkt, dass das Publikum diese Musik will. Zu Austropop-Klassikern von STS oder anderen kann jeder zwischen 15 und 65 Jahren mitsingen.

Zur Band Die Band wurde 2002 von den zwei Jugendfreunden aus Bach im Lechtal, Christof „Rissi“ Kammerlander (32) und Andreas „Anda“ Kappeller (32), gegründet. 2008 erhielt die Karriere einen ersten Schub, als die Gruppe vor STS und Uriah Heep in Reutte auftrat. 2010 erschien das erste Album „Über Leben“, ein Jahr später bereits das zweite Album „Liedermacher“. Die gleichnamige Single hielt sich zwei Wochen lang in den Austria Top 40. www.2erBeziehung.at

HÖREN UND KAUFEN. 2erBeziehung bei einem Promotionauftritt im „Müller“ in Innsbruck

Den Medien die Schuld zu geben, ist immer recht einfach. Andreas Kappeller: Ja, es ist abgedroschen, aber es läuft darauf hinaus. Der größte Radiosender hat eine unglaubliche Macht, was die spielen, wird ein Hit. Derzeit ist glücklicherweise wieder eine Phase, in der vermehrt Austropop gespielt wird und österreichische Musik populär ist. Bands wie die Schmetterlinge sind in Vergessenheit geraten, Georg Danzer und Ludwig Hirsch sind tot, Fendrich und Ambros streiten – braucht eigentlich noch irgendjemand diesen jammernden Austropop? Kappeller: Jüngst haben wir eine Kritik über unser Album gelesen: die fröhlichen Ausnahmen der todessüchtigen Österreicher, hieß es da sinngemäß. Austropop muss nicht immer schmerzhaft sein. Es geht nicht ums Leiden, sondern darum, so,

wie einem der Schnabel gewachsen ist, Geschichten zu erzählen. Aber das macht ihr doch gar nicht. Ihr seid Lechtaler, sprecht den dafür typischen Dialekt und singt aber in einer österreichweit kompatiblen Sprache, streckenweise sogar Wienerisch gefärbt. Kammerlander: Stimmt, aber musikalisch ist mir tatsächlich der Schnabel so gewachsen. Ich habe früher zuhause mit Kollegen Austropop-Lieder gespielt, das war meine Musik. Und in der Sprache fühle ich mich beim Singen bis heute wohl. Kappeller: Ein positiver Nebeneffekt ist natürlich schon, dass wir überall verstanden werden. Das Ziel ist, im ganzen Land erfolgreich zu sein. Und wir kommen aus einer Ecke, deren Dialekt unglaublich schwer zu verstehen ist. Bei Bluatschink hat es einmal funktioniert, „Funka fliaga“ war das richtige Lied zur richtigen Zeit. Es war aber


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deshalb für uns auch eine Barriere da, so zu singen. Man würde immer mit Bluatschink verglichen werden und das wollen wir nicht. Im ersten Lied auf eurer CD „Liedermacher“ singt ihr, dass ihr nichts anderes könnt, außer Musik zu machen. Ist das wirklich so? Kammerlander: Ich tu ja so, als ob ich noch was anderes könnte, und habe ein Grafikstudio gemeinsam mit unserem Gitarristen. Ich brauche ein geregeltes Leben und einen normalen Tagesablauf neben der Musik. Kappeller: Ich kann wirklich nichts anderes (lacht). Für einen geregelten Tagesablauf bin ich nicht so der Typ. Ich mache zwar viele andere Projekte neben der 2erBeziehung, aber das hat alles mit Musik zu tun. Ein Charterfolg ist meist kurzfristig. Hat sich trotzdem für euch etwas verändert?

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Kappeller: Natürlich ist das schnell vorbei, aber es hat ordentlich Wind gemacht. „Wir waren in den Charts“, das klingt einfach gut. Plötzlich melden sich Leute, die sich sonst nie melden würden, und man kriegt halt mehr Aufmerksamkeit. Kammerlander: Obwohl sich am Produkt nichts verändert, ist plötzlich Interesse an unserer Musik da. Auch für dich als Journalist sind wir doch nur ein Thema, weil wir in den Charts waren. Lässt sich der Erfolg wiederholen? Kammerlander: Ich geh‘ davon aus, dass unsere nächste Platte ein Riesenerfolg wird. „Born to Run“ von Springsteen, „Slippery When Wet“ von Bon Jovi oder „Tschick“ von Georg Danzer – es ist immer das dritte Album, das der große Hit wird (lacht). Vielen Dank für das Gespräch.

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oh my gosh. Tiefschürfendes und jede Menge Oberflächlichkeiten am Bridge-Nachmittag in Jackson

No ma’am! Quietschbunte Schwarz-Weiß-Welt, Blümchenkleid statt Klan-Kapuze: In „The Help“ wird eine junge weiße Frau zum Sprachrohr schwarzer Dienstmädchen von Michael Rathmayr im amerikanischen Süden.  The Help Tate Taylor, USA 2011, Drama; derzeit im Kino

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n Jackson, Mississippi, sind 1963 nicht viele Fragen offen, was eine Frau mit ihrem Leben anzufangen hat. Junge weiße Damen aus dem Mittelstand haben stets anständig auszusehen, sich einen Mann zu suchen, ein paar Babys in die Welt zu setzen und sich regelmäßig bei den Bridge-Nachmittagen einzufinden. Und schwarze Frauen werden eben Maids, Dienstmädchen – auch genannt: „the help“. Sie besorgen den fremden Haushalt, in Wahrheit auch die Erziehung der weißen Kinder. Dieses Bild zeichnet „The Help“, nach Kathryn Stocketts Bestseller aus dem Jahr 2009, vom Jackson der frühen 1960er.

Drastisch bis heiter. Nur gut also, dass es Ausreißer wie Skeeter (Emma Stone) gibt. Die feiste junge Lady aus gutem Hause ist zwar bestens befreundet mit den rassistischen und oberflächlichen Bridgedamen, peilt für sich aber ein Leben abseits der gesellschaftlichen Normen an. Sie will Journalistin und Schriftstellerin werden. Und die Dinge nicht immer so nehmen wie sie sind. Für die Dienstmädchen bringt sie Respekt auf. Und wenn die Leitkuh unter ihren Freundinnen zur „Hygieneinitiative“ für separate Klos fürs schwarze Dienstpersonal bläst („they carry different diseases“), dann macht ihr Skeeter schon einmal einen Strich durch die Rechnung. Skeeter beginnt, die Dienstmädchen zu interviewen, lässt sie erzählen, wie es sich anfühlt, als Menschen zweiter Klasse für die weißen Herrschaften zu schuften und ihre Kinder großzuziehen. Anfangs hat sie nur die

stille Aibileen (Viola Davis), dann kommt die unverwüstliche Minny (Octavia Spencer) hinzu. Bald spricht sich das geheime Projekt herum und immer mehr Frauen erzählen Schmerzliches, Grausames und Heiteres aus ihrem Arbeitsalltag. Eine New Yorker Verlegerin ist natürlich interessiert an dieser „Oral History“ aus dem tiefen Süden und, so ist das mit Büchern in Filmen, das Werk schockiert und bewirkt Veränderungen in den Köpfen und Herzen der Menschen von Jackson.

Schwer verdaulich. Und fortan Friede, Freude, Eierkuchen? Ganz so weit geht „The Help“ dann doch nicht. Zumindest am Rande wird erwähnt, dass sich die langsamen sozialen Veränderungen auch auf Leute wie den 1963 in Jackson ermordeten schwarzen Bürgerrechtler Medgar Evers stützen – und nicht auf Skeeter allein zurückzuführen sind. Statt dem sprichwörtlichen Eierkuchen wird übrigens eine ganz andere Geschmacksrichtung kredenzt. Tate Taylors Hochglanzbilder voller Blumenkleidchen, glänzender Cadillacs und Ajax-Vorzeigehaushal­ ten schießt ein wenig übers Ziel hinaus. Der schale Bei­geschmack der gefühlsseligen Story vom weißen Gutmensch-Fräulein, das zum Sprachrohr für die unterdrückten schwarzen Frauen wird, liefert genügend Stoff, diesen Film nicht zu mögen. Als Drama funktio­ niert der Film zwar gut. Und Viola Davis und Octavia Spencer leisten so wie ihre Figuren Aibileen und Minny Großes. Das allein ist sehenswert. Aber für „The Help“ muss man schon einige Vorbehalte vergessen. q


Ohrenschmaus & Augenweide

Ganz großes Kino Filmkritiken, auf die Schnelle

© walt disney (2), warner (1), tobis (1)

Carnage – Der Gott des Gemetzels Roman Polanski, D/F/Pol/Esp • Drama/Komödie; OmU: Leokino/Cinematograph Weil Gewalt niemals akzeptabel ist, wollen zwei New Yorker Ehepaare die Spielplatzrauferei ihrer beiden Söhne konstruktiv besprechen. Aus dem kultivierten Nachmit­tags­treffen wird allerdings bald ein Schaubeispiel psychologischer Kriegsführung. Gelungene Gesellschaftssatire über die Schwächen der Menschen. Mit Christoph Waltz, Kate Winslet, John C. Reilly und Jodie Foster.

gut kombiniert. Noomi Rapace, Robert Downey Jr. und Jude Law in „Sherlock Holmes – Spiel im Schatten“

Der ganz normale Wahnsinn Working Mum Douglas McGrath, USA • Komödie Unglaublich, wie diese Sarah Jessica Parker das alles unter einen Designerhut bringt: Kinder, Job, eheliche Pflichten. Eine Komödie, deren Humor und Rollenbilder schon Jahrzehnte vor 2011 abgelaufen waren.

Eine dunkle Begierde David Cronenberg, D/GB/Kan • Drama Viggo Mortensen als Freud, Michael Fassbender als C. G. Jung und Keira Knightley als schwer neurotische Femme fatale. Sehr gute Schauspieler, ein paar provokante Ideen und Cronenberg nicht ganz so düster – aber meisterhaft wie eh und je.

Habemus Papam Nani Moretti, I • Tragikomödie; Leokino (OmU) Oh mein Gott: Wir sind Papst! Michel Piccoli wird als Außenseiter namens Melville zum Oberhaupt aller Katholiken gewählt – und fühlt sich der Aufgabe ganz und gar nicht gewachsen. Widerwillig organisieren die Kardinäle im Vatikan einen Psychoanalytiker (Nanni Moretti), der den Neuen von seiner Angst befreien soll. Doch der Pontifex büxt aus und entdeckt erst einmal den Menschen im Priester.

Happy New Year Garry Marshall, USA • Liebeskomödie Habe die Ehre: Halb Hollywood zelebriert gemeinsam mit dem Regisseur von „Pretty Woman“ die ganz große Harmonie: Ashton Kutcher, Halle

Berry, Jessica Biel, Robert DeNiro, Michelle Pfeiffer, Hilary Swank – außerdem Til Schweiger und Jon Bon Jovi. In der Silvesternacht treffen jede Menge Storys und Schicksale aufeinander. Man fragt sich, ob das gutgehen kann.

The Ides of March – Tage des Verrats George Clooney, USA • Thriller/Drama; ab ­ 23. 12. im Leokino (OmU) Keinerlei neue Einsichten, dafür ein äußerst solider Polit-Thriller mit sehr guten Schauspielern. Ryan Gosling als idealistischer PR-Shooting-Star Stephen Meyers, der George Clooney als smarten Präsidentschaftskandidaten an die Spitze führen soll. Dem jungen Meyers steigt der Trubel zunehmend zu Kopf, er wird Teil eines politischen Skandals, der alles zunichte machen könnte. Sehenswert.

Mission: Impossible – Phantom Protokoll Brad Bird, USA • Action/Thriller; ab 16. 12. Auch schon wieder 15 Jahre her, dass Tom Cruise zum ersten Mal für die Impossible Missions Force zum Einsatz kam. An der Aufgabenstellung hat sich seit damals wenig geändert: Nahkampf im Designeranzug, Sprints mit saftigen Druckwellen im Rücken, Fassadenklettern und der ganze Krempel. Diesmal steht neben dem Schicksal des Planeten auch der Ruf der IMF auf dem Spiel. Das beste: die Titelmelodie.

Sherlock Holmes – Spiel im Schatten Guy Ritchie, USA • Action/Komödie; ab 23. 12. Eine der erfreulichsten Großproduktionen der letzten Jahre geht in die zweite Runde: Robert Downey Jr. als schlagfertiger Holmes, Jude Law als Dr. Watson – und Jared Harris als kriminelles Mastermind Moriarty. Der Kronprinz von Österreich ist tot, die Polizei vermutet Suizid. Dabei ist das erst der Anfang eines unheilvollen Puzzles.

Twilight: Breaking Dawn 1 Bill Condon, USA • Fantasy Na alsdann: Bella und Edward heiraten, fahren für die Flitterwochen nach Rio und zeugen ein gemeinsames Kind namens Renesmee. Fall erledigt, könnte man meinen. Aber der Rubel rollt an den Kinokassen und es ist alles sehr, sehr kompliziert in der perma-blassen Welt von „Twilight“.

Trash des Monats In Time – Deine Zeit läuft ab Andrew Niccol, USA • Science Fiction Der Regisseur von „Gattaca“ und „Lord of War“ dreht einen Film, in dem Zeit tatsächlich das neue Geld ist. Wem die Währung ausgeht – der muss sterben. Das klingt einmal nach gutem Sci-FiStoff von einem sehr fähigen Macher. Aber leider nein. Das schreibt der „Rolling Stone“: „Pretty cast. Potent premise. Piss-poor execution.“

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Sherlock Holmes 2 im Cineplexx Innsbruck KW: „Watson“, Einsendeschluss: 22. 12. 2011 Rechtsweg ausgeschlossen • keine Barablöse www.cineplexx.at 6020 · Karl-Kapferer-StraSSe 5 · Innsbruck gewinnspiel@6020stadtmagazin.at

dirty tricks. Ryan Gosling und George Clooney politisieren in Clooneys vierter Regiearbeit „The Ides of March“.

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Ohrenschmaus & Augenweide

„If being highly suspicious of foreigners makes me a racist, then lock me up and throw away the key.“ politisch unkorrektes à la „little britain“ – jetzt am flughafen

DVD-Boxenstopp

Ohrenschmaus

Little Britain fliegt

Irrsinn, vertont

Come Fly With Me, 1. Staffel Polyband

David Lynch: Crazy Clown Time Pias UK/Sunday Best/Rough Trade

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KKKKKKKK

David Lynch macht Musik. Das muss nicht unbedingt eine gute Nachricht sein. Natürlich: „Blue Velvet“, „Twin Peaks“, „Lost Highway“, „Mulholland Drive“ – spricht alles eher dafür, dass der Mann, den einst selbst Dennis Hopper als „sick, twisted mind“ einstufte, keinen völligen Schwachsinn machen wird. Andererseits setzt sich Lynch seit einigen Jahren intensiv mit transzendentaler Meditation auseinander, was an sich ja seine Sache ist, musikalisch aber böse Vorahnungen schafft. Zu Unrecht, wie sich glücklicherweise herausstellt. In David Lynchs irrer Welt spielt ein schräger Blues, der Meister singt, oder besser: spricht selbst. Nur im ersten Song kommt Karen O von den Yeah Yeah Yeahs zu Wort. Man muss sich erst einlassen auf die finstere und kuriose „Crazy Clown Time“. Wenn man einmal dort ist, kommt Freude auf. (mr)

David Walliams und Matt Lucas sind die erfolgreichsten englischen Komiker der letzten Jahre – wenn man Ricky Gervais beiseite lässt. Mit „Little Britain“ haben die beiden extreme Wandelfähigkeit gezeigt (von der Prolo-Tussi Vicky Pollard bis zu englischen Ladys mit Schnauzbart) und außerdem bewiesen, dass der berühmte British Humour nicht bei Monty Python steckengeblieben ist. Nun gibt es eine neue Serie des Duos: „Come Fly With Me“ ist eine Sketchshow ganz im Stil von „Little Britain“, die auf einem Londoner Flughafen spielt. Es gibt wieder viele Verkleidungen, wiederkehrende Figuren, böse Sprüche und garantiert politisch unkorrekte Anspielungen auf Randgruppen jeder Art. Keine Neuerfindung des Rads, aber ein wirksames Mittel gegen „Little Britain“-Entzugserscheinungen.

Patschenkino Santa’s Funk Various Artists: Santa‘s Funk & Soul Christmas Party, Tramp Records

Brassed Off

cccccccc Tramp Records bezeichnet sich selbst als „one of Germany’s funkiest labels“. Mit „Santa‘s Funk & Soul Christmas Party“ sagen die Deutschen Soundspezialisten der vorweihnachtlichen „Last Christmas“-Terror­ beschallung den Kampf an und präsentieren ein funkelndes musikalischen Schatzkästchen voller grooviger Soul- und Funk-Songs. Allesamt noch aus den Sechziger- und Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts stammend, beweisen die 13 teilweise ultra-raren Songs des Albums nachhaltig, wie perfekt Weihnachtsstimmung und Blackbeats harmonieren können. (ke)

Tragikomödie, GB 1996 Sa 17. Dezember, 22.45 h, ServusTV

Bravo, Musi!

In der wenig paradiesischen englischen Kleinstadt Grimley soll die Zeche geschlossen werden. Für die Minenarbeiter kommt das einem Todesurteil gleich. Trotz des düsteren Ausblicks will sich der alte Danny (Pete Postlethwaite) mit seiner Blaskapelle die Meisterschaft in London holen. Andy (Ewan McGregor) spielt dabei eine gewichtige Rolle an der Trompete, Gloria (Tara Fitzgerald), die eigentlich in der Stadt ist, um die Durchführbarkeit der Minenschließung zu bewerten, könnte als erste Frau in der Grimley Colliery Band eine Verstärkung am Flügelhorn sein. Very British, indeed.

Zippe-Zappe

Aus dem Tagebuch eines TV-Junkies

Die besseren Bauern

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s ist was faul im Schweinestall. Während die ersten Staffeln von „Bauer sucht Frau“ noch nett, lieb und erfrischend waren, ist die ATV-Serie mittlerweile nur mehr abstoßend. Sinnloses Gezicke, haarsträubend frauenfeindliches Gebrabbel, unnötig in die Länge gezogene „Konflikte“ – wer da noch bis zum Schluss durchhält, hat starke Nerven oder kein Kabelfernsehen. Wenn man hingegen zu RTL zappt, sieht man, dass das Konzept von „Bauer sucht Frau“ sehr wohl funktionieren kann – auch in der siebten Staffel. Selten hat man so viele glückliche Gesichter und ehrliche Gefühle im TV gesehen. Dass die deutsche Variante der Kuppelshow sogar so progressiv ist, diesmal ein schwules

Schwule Bauern­ pärchen – das ist schon fast „pädago­ gisch wert­ voll“.

Bauernpärchen zu zeigen (das noch dazu von seiner Umgebung vollkommen akzeptiert wird), qualifiziert die Sendung schon fast für das Prädikat „pädagogisch wertvoll“. Natürlich gibt es auch auf RTL die üblichen Verdächtigen wie den schrulligen Landwirt über 50, der noch nie Kontakt zu Frauen hatte und auch sonst sozial etwas, naja, „schwierig“ ist. Doch statt den Bauern und seine potenzielle Partnerin über Wochen hinweg vorzuführen, geht RTL den anderen Weg: Die Frau versucht ihr Bestes – und wenn der Landwirt nicht bereit ist, sich zu öffnen, dann reist sie ab. Ohne Debatte. Erledigt. Auf Reality-Theater im knöcheltiefen Schweinemist haben anscheinend nicht mal die RTL-Zuschauer Lust. q


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Rätsel Die fragen

1 2 A 3

5

7 F

4

8

6

9

E

10

A 11 13

E

1

Reinekes Anhängsel gehen auch als Sägen durch (Mz.)

1

Sind Gratis-Bahnen (?) so offenherzig unterwegs?

2

Gefällig nähern?

3

So wird das Rohe Zebu umgestellt zum Accessoire

4

So wird bei Briten meatlos bestellt

4

Nix für 4 links unten: So reinrassig ist Vampir, wenn er sich beim Essen anpatzt (1–2 W.)

5

Sauberkeitsfanatiker: „Bei Schmutz geht in mir die Sirene, ich achte sehr auf die …!“

6

Anfangs buchstäblich doppel-gängiges Mädel wirkt gar nicht anzüglich

7

So fühlt sich Herr in Italien angesprochen

8

Ist für Briten lediglich (!) ein verkehrter Lauf

9

Chinesische Koch-sache, Raab-ig zweck­ entfremdet

10

Da geht‘s faust(!)dick zur Sache. Gelegtes Pendant zum Zankapfel?

11

Gar nicht neu: Verbirgt sich bei Frau Hawn hinter dem G.

12

Die verteilte (!) Version (!) kostet (!) was

13

Zeigen wüst (!), dass das Wandern nicht nur des Müllers Lust ist

14

Lebenslustig: „Bis in den Tod würd‘ es mich reuen, mich nicht des Lebens zu er-…!“

15

Endet als Tag besinnlich, als Schwung oft besinnungslos

H 12 15 D

14

C

Lösung der letzten Ausgabe:

B

Raufbold

Das Lösungswort A

B

C

D

E

F

L

E H A C I A H M M C U P S H F U E H E A T I T D N A G A K G S I A E C C N H C E H T H E T I I U E T E A W H A R A H A L R I

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I C H T E

H L H H E N T S E N N A U L I N S

H I E E E T

E

M

S H F U F T A H H H U H E T I N S H H A L H T X U E K K B N U

P

O L E O N

E L L R G

H E B E

R

N H N E


Das Ding an sich

Satire

Das Pflaster Das gemeine Pflaster heißt eigentlich Wundschnellverband und sorgt dafür, dass kleine Kratzer, Schnitte und Abschürfungen vor Schmutz und Druck geschützt werden und somit schneller heilen können. Die Wundauflage ist zu diesem Zweck häufig mit antibakteriellen Substanzen präpariert, das Klebeband besteht entweder aus PVC oder Textilstoffen. Das erste selbstklebende Heftpflaster wurde bereits 1882 von Beiersdorf in Deutschland produziert, die einzeln verpackten Strips – wie wir sie heute kennen – brachte die Firma Johnson & Johnson in den 1920ern auf den amerikanischen Markt. Angeblich kam ein Angestellter der Firma auf die Idee, als er kleine Stücke von Mullbinde auf Klebestreifen legte, um seine Frau zu verarzten.

Assozi(t)iert Weihnachtsgeschenk >> Kugel >> stärker >> Krieg >> keiner >> Gutes Wir machen uns ein Weihnachts­ geschenk, Peg! Ich kauf mir ’ne Knarre und du bekommst die Kugel!  (Al Bundy) Der Stimmzettel ist stärker als die Kugel. 

(Abraham Lincoln)

Je stärker wir sind, desto unwahrscheinlicher ist der Krieg.  (otto von Bismarck) Stell dir vor, es ist Krieg, und keiner geht hin.  (Carl Sundburg) Was spricht dagegen, etwas Gutes zu tun, wenn keiner hinschaut?  (Nicole Kidman)

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Essay

Was Sie schon immer zu fragen gewagt haben, aber nie wissen wollten.

von Johannes F. Park jfpark@6020stadtmagazin.at

Einmal geht’s noch Der Kapitalismus ist entgegen anders lautender Meldungen nicht tot. Jedenfalls bis Weihnachten.

D

er große Renner diese Weihnachten: Geldgeschenke, bevorzugt in Schilling oder Golddukaten. Wer weiß schließlich schon, wie lange es den Euro noch gibt? Da will man natürlich ein Präsent, mit dem das Enkerl auch noch am 2. Jänner eine Freude hat. Und auch sonst stehen die Chancen gut für schlechte Zeiten. Nicht wenige Experten oder so sagen: Was 56 Songcontests nicht zustande gebracht haben, passiert jetzt. Diese Krise reißt die Europäische Union endgültig in den Abgrund. Es knackt im Gebälk und der Putz bröckelt schon heftig herunter am Haus Europa. Vielen fanatischen Europäern steht ob solcher Aussichten das von drei Tassen Glühwein nur unwesentlich gelinderte Entsetzen ins Gesicht geschrieben. Das Friedensprojekt Europa bedroht? Herr im Himmel! Und ins House of Breasts nach Sopron fahren wir ja eigentlich auch sehr gerne, oder Kurti? Hierzulande kommen noch die explodierenden Wohnungskosten dazu. Zumindest für Landesräte. Niemand, meine Damen und Herren, will den Teufel an die Wand malen, aber sich gedanklich schon einmal mit Erdhöhle und gegrillter Kanalratte vertraut zu machen, ist sicher kein Fehler. Immer mehr Menschen, darunter nicht nur Kommunisten und Hirnkranke, kommen zum Schluss: Der Kapitalismus ist tot. Das stimmt so nur nicht ganz. Der Kapitalismus funktioniert prächtig – nur eben nicht für jeden. Umso wichtiger ist es, dass dieses System wenigstens noch bis zum Jahreswechsel aufrecht erhalten werden kann. Weil Weihnachten ist. Lasst uns doch noch einmal unbeschwert das Fest der Liebe feiern, bevor die Chinesen kommen. Lasst uns ein letztes Mal noch den köstlichen Feiertagsbraten genießen, bevor wir die Lebensmittelmarken gegen Zigaretten tauschen. Es ergeht deshalb an dieser Stelle der Aufruf: Kauft Geschenke, liebe Leute, gebt das Geld mit beiden Händen aus! Damit auch die kleine Handelsangestellte drei Straßen weiter für ihre Lieben etwas zu knabbern hat. Und der Marketingmann im neuen Reihenhaus endlich die für die weitere Karriere so dringend erforderliche Gehirnamputation bekommt. Ja, es ist schwer, in Zeiten wie diesen nicht sentimental zu werden. Zumal dieser Tage wieder die großen Jahresrückblicke angesagt sind. Wenn wir 2011 Revue passieren lassen, kommt uns sicherlich der tragische Alkohol-Tod von Soulsängerin Roy Black in Erinnerung oder auch Steve Jobs, der heuer seinen iTunes-Account für

Lasst uns doch noch einmal unbeschwert das Fest der Liebe feiern, bevor die Chinesen kommen. Gebt das Geld mit beiden Händen aus! immer geschlossen hat. Ein schlechtes Jahr war 2011 auch für alle, die viele Männer ins Verderben geführt haben, wie Bin Laden, Gaddafi oder Elizabeth Taylor. Des Weiteren strahlendes Wetter bei uns über Wochen hinweg, etwas Strahlung auch in Japan. Und immer wieder Eurokrise. Wobei: Unlängst meinte ein Experte oder so im Fernsehen, wir haben gar keine Eurokrise. Hurra! Ich schon den Roederer Cristal zum Öffnen im Anschlag, da sagt der Wissenschaftler oder so, wir haben nämlich eine Staatsschuldenkrise. Säbel wieder weggesteckt. Na ja. Aber nicht in Österreich, meine Damen und Herren, sage ich. Dank Schuldenbremse genießen wir bei den Ratingagenturen jetzt wieder höchstes Ansehen. Und beim nächsten Krisengipfel gibt es für Herrn Faymann nach dem Pinocchioschnitzel eine kleine Überq raschung.

Ihr Johannes F. Park


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„Frohe Weihnachten und guten Rutsch ins neue Jahr!“ YOGGL, INNSBRUCK 2012-MASKOTTCHEN

13. - 22. JÄNNER 2012 TEIL SEIN IST ALLES. Yoggl und das Team der 1. Olympischen JugendWinterspiele wünschen frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Jahr 2012. Von 13. bis 22. Jänner steht auch schon das nächste große Fest an: werde auch du Teil des einzigartigen Sport- und Kulturfestivals, wenn Innsbruck und Seefeld mit der Ausrichtung der 1. Olympischen Jugend-Winterspiele Geschichte schreiben. WWW.INNSBRUCK2012.COM 013_103_AZ_6020_XMas_DU2811_200x280+3_RZ.indd 1

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6020 Stadtmagazin (Dezember 2011)  

Stadtmagazin für junge, urbane Innsbrucker