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WUNDERHORN AfrikAWunderhorn Apollo 18

Herbst 2019

Norwegen/Lyrikanthologie Koleka Putuma

100 Jahre Bauhaus

Arne Rautenberg

Siegfried Einstein

Internationale Schillertage Mannheim

Haus Beda/Gips Bronze  Kunst Kunstverein  Mannheim/ Haus-Rucker-‌‌Co

Klaus Zimmermann Zwiesprachen/Monika  Rinck


Gedichte Aus dem Englischen von Paul-Henri Campbell

ca. 160 Seiten, gebunden, zweisprachig EUR 22,00 (D), 22,60 (A) ISBN: 978-3-88423-613-0 Ebook 978-3-88423-620-8 Erscheint im August 2019

Eine der interessantesten jungen Stimmen Südafrikas präsentiert hier ihr langerwartetes Debüt: In Kollektive Amnesie beschäftigt Koleka Putuma sich mit dem Schwarzund Dantala lebt auf den Straßen vonFrau-Sein Bayan Layi, einerund taucht dabei unerschrocken Kleinstadt Norden Nigerias. Er stiehlt, um zu Landes ein. Ihre Gedichte fordern inimdie Geschichte ihres essen und raucht Gras. Während politischer Unruhen Gerechtigkeit, pochen muss er fliehen. In Sokoto findet er Zuflucht inauf einer Sichtbarkeit und bieten Moschee,Heilung. in Sheikh Jamal einen Imam,erforscht der durch Putuma in ihnen Konzepte von seine charismatische Persönlichkeit zu seinem Autorität – in akademischer Welt, Religion, Politik und Mentor wird. Mit seinem besten Freund Jibril teilt Beziehungen –, um zu fragen, was wir gelernt haben und Dantala den Drang, der Komplexität der politischen und religiösen um ihn herummüssen. eine Sprache was Ereignisse wir verlernen zu geben. Die erste Liebe, dunkle Geheimnisse und und Erinnerung, die FrageTrauer nach persönlicher Loyalität gehören zumSchmerz und Freude, Sex und Alltag. EsSelbstliebe ist eine brutale Welt, in der jungeKollektive Menschen machen Amnesie zu einer kraftvolVerbrechen im Namen von Ideologien verüben, die sie len Würdigung und Offenbarung all dessen, was vergesnicht verstehen. Ein kraftvoller Bildungsroman über sen und ignoriert worden ist – sowohl in der südafrikaniden von Boko Haram dominierten Norden Nigerias, der uns in eine vielschichtige Welt mitnimmt. schen Gesellschaft als auch in uns selbst. Reihe für zeitgenössische afrikanische Literatur Herausgegeben von Indra Wussow

KOLEKA PUTUMA KOLLEKTIVE AMNESIE GEDICHTE

ELNATHAN JOHN

Koleka Putuma Kollektive Amnesie

AN EINEM DIENSTAG GEBOREN

A f ri k AWu n d e rh o rn

9 783884 235522

9 783884 236130

Schlaflos Letzte Nacht hattest du Leichen im Rachen zu verängstigt, den Mund zu öffnen und die Toten herauszulassen.

Koleka Putuma wurde 1993 im südafrikanischen Port Elizabeth geboren. Im Sturm eroberte die preisgekrönte Dramatikerin und Spoken-Word-Künstlerin die südafrikanische Literaturwelt mit ihrem Lyrik-Debüt Collective Amnesia, das 2017 zum City Press Book of the Year ernannt wurde. 2016 erhielt sie den PEN South Africa Student Writing Prize, 2017 den Rising Star Award bei den Mbokodo Awards und wurde 2018 vom Forbes Magazin in die Liste der 30 vielversprechendsten afrikanischen Kreativen unter 30 aufgenommen. Koleka Putuma lebt derzeit in Kapstadt.

Wie sehr du sie vermisst. Wie ungerecht es ist. Wie keiner von uns es versteht. Du scrollst über Bilder von Leuten hinweg, die einst da waren und es nicht mehr sind. Was für ein Witz! Was für ein kranker Witz! Denkst du. Die Musik ist zu laut, wo du bist. Wenigstens scheinen die Leute glücklich. Du wunderst dich, wie viele von ihnen auch Leichen im Rachen haben und versuchen die Trauer mit Gift und Tanzen wegzuspülen. Du bist dort und nicht. Du liest die Artikel nochmal. Du siehst die Photographien nochmal durch. Du steckst irgendwo zwischen Selbsttortur und dem Versuch, Dinge zu begreifen, die du nicht ändern kannst. Du fühlst dich krank und neben der Spur. Die Leiber wiegen zu schwer. So ist es, wenn man in einem Totenhaus lebt, mit einem Fußabstreifer, darauf steht: »Freude.« Hier, kommen die Toten betrunken zu Besuch: Sie hämmern an deine Tür, singen Karaoke auf der Schwelle, lallen dahin, wie sehr sie dich vermissen, und wie leid es ihnen tut, dass sie fortgegangen sind. Und so ziehen sie dich runter. Sie reißen die Worte aus deinen Augen und ruinieren deinen ganzen Abend.

Paul-Henri Campbell,1982 in Boston (USA) geboren, schreibt Lyrik sowie Prosa in englischer und deutscher Sprache. Studium der katholischen Theologie und der klassischen Philologie in Frankfurt am Main sowie an der National University of Ireland, Maynooth, derzeit Promotion. 2017 erschien bei Wunderhorn sein viel beachteter Gedichtband nach den narkosen für den er im selben Jahr den Bayerischen Kunstförderpreis und 2018 den Herman-Hesse-Förderpreis erhielt. 2019 erschien Tattoo & Religion (Wunderhorn). Indra Wussow, Herausgeberin der Reihe AfrikAWunderhorn, studierte Literaturwissenschaft, lebt in Johannesburg/Südafrika und auf Sylt. Sie arbeitet als Autorin, literarische Übersetzerin und Kuratorin für verschiedene internationale Einrichtungen. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit liegt im Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst. 2002 gründete sie auf Sylt die von ihr geleitete Stiftung kunst:raum sylt quelle. 2008 eröffnete die Stiftung eine Dependance in Johannesburg.


Philosophische Frag mente

Klaus Zimmermann Von der Welt, wie sie ist und wie sie sein könnte

ca. 220 Seiten, Klappenbroschur EUR ca. 22,00 (D), 22,60 (A) ISBN 978-3-88423-619-2 Erscheint im Juni 2019

9 783884 236192

Dr. Klaus Zimmermann, Jahrgang 1941, ist Rechts­ anwalt und lebt in Heidelberg. Nach dem Studium einschließlich Studienaufenthalten im Ausland, vor allem in Paris mit dem Schwerpunkt Rechtsvergleichung, hat er 1973 seine berufliche Tätigkeit in Heidelberg aufgenommen. Neben und mit dieser Tätigkeit war er – und ist er (in bescheidenem Maß) – mit nachdenk­ licher Entschiedenheit politisch aktiv in mancherlei Formen. Von 1984–1989 war er Stadtrat. Einer philosophischen Neigung entsprechend hat er 1984 eine Philosophie- oder Theorierunde gegründet, die bis heute besteht. Er ist Autor von Freiheit und menschliche Würde (2001) und Verfasser kleinerer politischer und juristischer Schriften.

K l au s Z i m m e r m an n

Von der Welt, wie sie ist und wie sie sein könnte Wir leben nicht in Zeiten, die sich von großen Fragen tragen lassen. Die Fragen, die gestellt werden, beschränken ihre Reichweite auf das »Machbare«. Dafür, dass existenzielle Fragen an Gewicht und Präsenz im Alltag verloren haben, gibt es Gründe. Ein aufgeklärtes technisches Verständnis braucht keine Religion mehr. Ein gesellschaftliches Grundverständnis, das in der Individualität nicht nur den Anfangs-, sondern Ziel-und Endpunkt jeden gesellschaftlichen Verhältnisses sieht, braucht keine tragenden Begriffe. Ihm genügt die Behauptung einer »Individualität«, die im Grunde wenig mehr hat von dem, was sich als emanzipatorische Verbindung und Verbindlichkeit unter den Menschen verstehen ließe, als Suche nach kulturellen, sozialen oder moralischen geteilten Überzeugungen. Was lässt sich der Rede vom »Ende« der Geschichte, der Vernunft, der Hoffnung, der Fantasie entgegensetzen? Es ist die Besinnung auf das, was nicht untergeht: die Schönheit der Welt und des Lebens, die Erfahrung mit ihr und die Sehnsucht nach ihr. Von den Möglichkeiten und Bedingungen, unter denen Freiheit und Moral in der Welt möglich sind, von den Gegen­gründen und Gefahren, vom Gebrauch des Lebens in der gegebenen und einer vorgestellten Welt, von der Orientierung in ihr, kurz: vom Verhältnis des Lebens zur Welt handelt dieses Buch. Eine kritische, scharfsinnige Analyse, die nur Bruchstücke, Fragmente liefern kann – deshalb die vom Autor gewählte essayistische, aphoristische Form. Aber: es ist ein Versuch am Notwendigen.

Wunderhorn

Tragende Züge der Gegenwart lassen sich grob umreißen. Es sind die mit der Entfaltung des modernen Kapitalismus und der Globalisierung verbundenen Folgen, Mängel und Zerstörungen, politisch, sozial, kulturell und ökologisch. Es sind die Folgen der Tatsache, dass die Idee des Sozialismus keine Ermutigung erfahren hat in der neueren Geschichte durch Beispiele und Konkretion von alternativen Formen und die spontanen Neigungen zu diesen Ideen schwach geworden sind. Die historische Niederlage geht weit und tief. Es sind die Wirkungen der modernen Techniken und der Medien, die nicht absehbar sind, die aber in vielen Bereichen Tendenzen von Totalisierungen aufweisen, die zunehmend zur Frage drängen, ob überhaupt noch anderes als das technisch Präsente, unbestritten Geltende eine Wirkkraft sein könnte. Es ist die ins Unermessliche gesteigerte Ungleichheit in allen Lebensbedingungen, die die Welt teilt in die, denen das Nötige fehlt, und die, die sich in Überfluss ergehen, in Staaten materiellen Elends und Gesellschaften relativen Wohlstands. Diese Ungleichheit lässt nur schwer dem Gedanken Raum, alle Menschen seien gleich und so miteinander solidarisch und mit wechselseitigem Wohlwollen verbunden. Es ist die gleichzeitige Brüchigkeit der ökonomischen, politischen und ökologischen Welt. Wie lange kann der Aufschwung anhalten? Wird es einen Absturz geben, gar einen Zusammenbruch? Was bleibt von den Grundprinzipien der Demokratie, wenn die Gestaltungskraft der politischen Instanzen schwindet, ihre inneren Strukturen in einer Erosion der sozialen, kulturellen, geistigen Grundlagen zu schwach werden, um einen wahrhaft demokratischen Prozess der Debatte und der bewussten und gewollten Gestaltung zu tragen? Lässt sich die Tendenz zur Verschärfung der ökologischen Krise noch umkehren, auf einen Frieden mit der Natur noch hoffen? Es sind die Geschwindigkeit und die Durchsetzungsmacht des gesellschaftlich-technischen Wandels, die ohne Vorbild in der Geschichte sind. Diese Geschwindigkeit, die obendrein noch zunehmend eine Beschleunigung erfährt, erlaubt eine kritische Reflexion der jeweiligen Gegenwart nicht: die Gegenwart ist im jeweils erreichten Stand schon vorbei.


Nor wegen als Gas tland der Frankfurter Buchmesse 2019

Sternenlichtregen Lyrikanthologie Norwegen

ca. 140 Seiten, gebunden ca. EUR 22,00 (D), 22,60 (A) ISBN: 978-3-88423-612-3 Erscheint im Juli 2019

Anlässlich der Frankfurter Buchmesse 2019 mit Gastland Norwegen erscheint die Lyrik-Anthologie Norwegen: Eine Momentaufnahme der zeitgenössischen norwegischen Lyrik mit Texten von 18 Autor*innen, die in Norwegen bereits veröffentlicht wurden.

Sternenlichtregen

Das Feld der norwegischen Dichtung ist ungeheuer vielfältig und von großer Vitalität geprägt: Ständig kommen neue Stimmen hinzu, während Dichter*innen aus den 1970er und 1980er Jahren immer noch produktiv sind. Die vorliegende Anthologie versucht, diesem breiten Spektrum gerecht zu werden und unterschiedlichste Stimmen vorzustellen. So verschieden die Autoren dieser Ausgabe sind, so sind es auch ihre Themen.

Lyrikanthologie Norwegen / Wunderhorn

9 783884 236123

Mit Gedichten von Kristin Auestad Danielsen, Henning H. Bergsvåg, Anne Bøe, He Dong, Rawdna Carita Eira, Halvard Foynes, Karin Haugane , Øivind Hånes, Ingrid Nielsen, Charlotte Riise, Øyvind Rimbereid, Hans Sande, Torgeir Schjerven, Sarah Selmer, Mazdak Shafieian, Thor Sørheim, Svanhild Amdal Telnes und Jan Erik Vold. Übersetzt von Nora Pröfrock, Sarah Fengler, Claudia Palser-Kieser, Antje Subey-Cramer, Daniela Syczek, Christine von Bülow und Walter Baumgartner.

Arne Rautenberg

permafrost Gedichte

88 Seiten, gebunden EUR 20,00 (D), 20,60 (A) ISBN: 978-3-88423-614-7 Erscheint im Juni 2019

9 783884 236147

Rabenschwarz, vogelfrei und nah am Schicksal sind die neuen Gedichte von Arne Rautenberg. Auf Höhe der Schneeglöckchen kreuzen sie den Gang durchs Leben – und stürzen ab: Geisterwelten tun sich auf, grinsende Fratzen. Die Schönheit von Feldlerchen und Rohrdommeln trifft jählings auf Picasso, Munch und Emily Dickinson. Gegen das Gefühl, verloren zu gehen im Großen, das diese Welt schon immer scheitern ließ, setzt Rautenberg leuchtende Zeichen: das Klein-Klein unseres Alltags und die Widerhaken des Abseitigen. Es sind Zerstörungs- und Erlösungsgedanken, dämonische Tiefen und tröstliche Nähen, die das Menschsein in der Schwebe halten – nicht umsonst hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung Rautenbergs Gedichte als »Höhepunkte aktueller Poesie« bezeichnet. Formal sind die Gedichte in permafrost zwischen Kurz- und Langgedicht angesiedelt, zwischen gereimt und ungereimt, zwischen Zuchtrose und Wildkraut. Arne Rautenberg sagt: »Wir müssen Gedichte wieder als das wahrnehmen, was sie sind: charmante, auch leicht wahnsinnige Verführungen zum Denken. Ein Blitzschlag mit offenem Ende, widerspenstig, wehrhaft und schön!« Arne Rautenberg wurde 1967 in Kiel geboren. Nach dem Studium der Kunstgeschichte, Neueren Deutschen Literaturwissenschaft und Volkskunde lebt er seit 2000 als freier Schriftsteller und Künstler in seiner Geburtsstadt.
Sein literarisches Hauptbetätigungsfeld ist die Lyrik. Gedichte sind in mehreren Einzeltiteln sowie zahlreichen Anthologien und Zeitschriften erschienen. 2013 erhielt Arne Rautenberg die Liliencron-Poetik-Dozentur und 2016 mit dem JosefGuggenmos-Preis den ersten Preis für Kinderlyrik, der je in Deutschland vergeben wurde. 2017 wurde er in die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung gewählt. Mit seiner Lyrik am Rande des existenziellen Abgrunds, mit Gedichten für Kinder und seiner visuellen Poesie, die er großformatig auf Wänden im Kunstraum stattfinden lässt, ist Arne Rautenberg einer der vielseitigsten zeitgenössischen Dichter im deutschen Sprachraum.

permafrost

Ly r i k

Arne Rautenberg Gedichte

Wunderhorn


in der Reihe Zwiespra

Marcel Beyer Muskatblut, Muskatblü

Zwiesprachen

Monika Rinck Heida! Heida! He! Monika Rinck über Fernando Pessoa

32 Seiten, Klappenbroschur EUR 16,00 (D), 16,40 (A) ISBN 978-3-88423-617-8 Erscheint im Dezember 2019

Steffen Popp Panzere diesen Äquato

»San Francisco, 1967/1968: Richard Brautigan »Zwischen 1914 und 1922 schrieb Fernando Pessoa – bzw. sein (1935-1984) vor der Benjamin-Franklin-Statue. großer Mann mit halblangem blonden Haar, Alter Ego Álvaro de Campos –Einunter dem Titel Der sensatioWalrossbart und ausgebeultem Westernhut. nistische Ingenieur gigantische Oden im raumgreifenden Stil Arne Rautenberg, geboren 1967, Dichter Innerhalb kürzester Zeit erscheinen von ihm daund bildender Künstler, schreibt Gedichte mals zweiund Romane und zwei Gedichtbände, nun Walt Whitmans. Er besingt Meere Motoren, Düngemitfür Kinder und für Erwachsene. Für sein sind seine Hosentaschen plötzlich prall von Geld. telausgezeichnet und Dreschmaschinen, den technischen Fortschritt und Werk wurde er vielfach – Der warme, surreale Ton seiner Texte verzaubert u.a. 2013 mit der Berufung auf die Lilienvor allem jüngere Leser, Hippies. Sie mögen die Erbarmungslosigkeit der Beschleunigung. Die im seine cron-Poetikdozentur oder 2016 mit dem zenhafte Einfachheit. Brautigans poetisches italienischen Futurismus noch sublimierten Phantasien: hier Josef-Guggenmos-Preis – dem ersten Preis Credo ›Mach das Kleine groß – und das Große für Kinderlyrik, der je in Deutschland wird klein‹ irrlichtert bis in den amerikanischen toben sie unverstellt, blutüberströmt und manisch. Ein vergeben wurde. 2017 wurde Rautenberg in Traum hinein. Doch sein Sehnsuchtsraum liegt großer exaltierter Gesang auffern dieim technische Entwicklung, die Deutsche Akademie für Sprache und Osten: Japan. Mit dem schleichenden Dichtung gewählt. Niedergang seiner Autorenkarriere in den späten der immer wieder in masochistischen Jubel übergeht. Im 70er Jahren werden die Wolken dunkler. Die ›guZwiegespräch mit dem sensationistischen Ingenieur soll ten Geister‹ verlassen den vereinsamten Trinker, der sichbegleiten 1984 auf seiner Ranch in Montana das gefragt werden: Welche Gesänge heute die gesellLeben nimmt.« So Arne Rautenberg über seinen schaftlichen Umbrüche, die die Digitalisierung mit sich Zwiesprachen-Autor. bringt? Wer besingt die Zerstörung, wen verängstigt, wen begeistert sie?« So Monika Rinck über ihren ZwiesprachenAutor Fernando Pessoa.

Uljana Wolf Wandernde Errands. T translinguale Sendunge

Monika rinck

Daniela Danz Das philosophische Lic Über Friedrich Hölder

Heida! Heida! He!

Katharina Schultens So oder so, an der Naht

Über Fernando Pessoa

Mirko Bonné Die Poesie der Erde ist von John Keats

»

Marion Poschmann Du ungeseh’ner Blitz. Z Catharina Regina von

zWiesprachen

«

stiftung Lyrik kabinett München

Christoph W. Bauer Das zweite Auge von F und Werk von Guido C

Swantje Lichtenstein Von Form von Vorn. Lit performatives Schreibe

Marica Bodrožic´ »Die Wahrheit kann nie Blickrichtung der Liebe

Clemens J. Setz Ein Meister der alten W

Monika Rinck, geboren 1969 in Zweibrücken, lebt als Lyrikerin, Übersetzerin und Essayistin in Berlin. Neben vielen Auszeichnungen erhielt sie für ihren Band Honigprotokolle den Peter-HuchelPreis. Zuletzt erschien von ihr: Champagner für die Pferde. Ein Lesebuch und ihr neuer Gedichtband Alle Türen.

Wunderhorn

978-3-88423-598-0

9 783884 235980

Eine Reihe des Lyrik Kabinetts München

9 (www.lyrik-kabinett.de) 783884 236178

Dichter widmen sich Dichtern, denen sie eine poetische Reverenz erweisen oder mit denen sie sich im stillen Dialog befinden: Klassiker der Moderne oder früherer Epochen, Neuentdeckungen anderer Literaturen und Zeiten.

Steffen Popp: Panzere diesen Äquator, Mond. Zur Poesie César Vallejos

Christoph W. Bauer: Das zweite Auge von Florenz. Zu Leben und Werk von Guido Cavalcanti

32 Seiten, ISBN 978-3-88423-528-7

24 Seiten, ISBN 978-3-88423-555-3

Uljana Wolf: Wandernde Errands. Theresa Hak Kyung Chas translinguale Sendungen

Marion Poschmann: Du ungeseh’ner Blitz. Zur Dichtung Catharina Regina von Greiffenbergs

40 Seiten, ISBN 978-3-88423-529-4

32 Seiten, ISBN 978-3-88423-554-6

Daniela Danz: Das philosophische Licht um mein Fenster. Über Friedrich Hölderlin

Mirko Bonné: Die Poesie der Erde ist nie tot. Zu Leben und Schreiben von John Keats

24 Seiten, ISBN 978-3-88423-530-0

32 Seiten, ISBN 978-3-88423-543-0

Marcel Beyer: Muskatblut, Muskatblüt

Katharina Schultens: So oder so, an der Naht entlang. Zu Marina Zwetajewa

32 Seiten, ISBN 978-3-88423-532-4

Swantje Lichtenstein: Von Form von Vorn. Literarisches Hören, performatives Schreiben und Gertrude Stein 32 Seiten, ISBN 978-3-88423-567-6

Marica Bodrožić: »Die Wahrheit kann niemand verbrennen« – Über die Blickrichtung der Liebe bei Mechthild von Magdeburg 40 Seiten, ISBN 978-3-88423-581-2

Clemens J. Setz: Ein Meister der alten Weltsprache – William Auld 32 Seiten ISBN 978-3-88423-599-7

32 Seiten, ISBN 978-3-88423-542-3

Guillaume Apollinaire

Aurélie Maurin, Myriam Louviot (Hg.)

Apollo 18 Gedichte, Texte und Zeichnungen deutsch-französisch

ca. 150 Seiten, gebunden ca. EUR 20,00 (D), 20,60 (A) ISBN: 978-3-88423-618-5 Erscheint im November 2019

Der Titel Apollo 18 weist zurück auf Guillaume Apollinaires Rakete aus den Gedichten vom Frieden und vom Krieg. Apollo 18 war ursprünglich eine lange Nacht zu Ehren von Apollinaires 100. Todestag im Jahr 2018, veranstaltet von TOLEDO, Institut Français und Literarischem Colloquium Berlin. Der deutsch-französische Sammelband rückt Guillaume Apollinaire ganz ins Licht der Gegenwart. Autorinnen und Autoren tauchen in den Apollinaire-Kosmos ein, sondieren die Lieblingsthemen Liebe, Krieg und Alkohol und senden eigene poetische Sonden. An Bord von Apollo 18 ist auch eine neue Version von Apollinaires Bestiarium: 33 poeto-zoologische Wortplaneten wurden in einem Lyriklabor unter der Regie vom Hans Thill neu vermessen und kollektiv übersetzt. Denn: »Durch Arbeit wird man reich gemacht. / Übersetzer, lasst uns ackern! / Wenn Raupen unablässig rackern, / entsteht ein Schmetterling voll Pracht.« Apollo 18 führt uns in die verschiedensten poetischen Zonen und offenbart sich als Heilmittel gegen die Melancholie und als Feier von Humor und Übermut. Mit Texten, Beiträgen und Übersetzungen von Jacques Darras, Christian Filips, Gernot Krämer, Dagmara Kraus, Marie Modiano, Marion Poschmann, Leopold von Verschuer, Hans Thill, Fiston Mwanza Mujila, Norbert Lange, Muriel Pic, Oliver Rohe, Eric Sarner – und mit neuen Zeichnungen von Monika Rinck.

9 783884 236185

Aurélie Maurin studierte Literaturwissenschaft und Linguistik in Paris. Sie lebt seit 2000 in Berlin und leitet aktuell das TOLEDO-Programm des Deutschen Übersetzerfonds und der Robert Bosch Stiftung. Sie ist Literaturübersetzerin, Kuratorin sowie Herausgeberin (u.a. der Reihe VERSschmuggel im Verlag das Wunderhorn).

Myriam Louviot, geboren 1976, hat Kunstgeschichte und Literatur in Straßburg studiert und ist promovierte Komparatistin. Ihre Doktorarbeit schrieb sie über Postkoloniale Literatur. Sie hat für verschiedene Verlage gearbeitet und ist seit 2015 Beauftragte für das Buch- und Verlagswesen am Institut Français Deutschland.

mehr Info unter: wunderhorn.de


Jüdische Kultur

Esther Graf, Nelly Z. Graf (Hg.) Zeit der vielen Einsamkeiten Eine Anthologie zum 100. Geburtstag Siegfried Einsteins

ca. 200 Seiten, Klappenbroschur ca. EUR 24,00 (D), 24,70 (A) ISBN: 978-3-88423-615-4 Erscheint im November 2019

Sprache war Siegfried Einsteins Waffe. In politischen und literarischen Essays, in Gedichten und Erzählungen schrieb er gegen Unrecht und Verdrängung im Nachkriegsdeutschland des Vergessen–Wollens an. Zu einer Zeit, als die Bundesrepublik im Aufbau begriffen war und der Großteil der deutschen Bevölkerung die NS-Verbrechen unter den Teppich kehren wollte, gab er den Überlebenden der Schoa in Deutschland eine Stimme. Oft schlug Siegfried Einstein laute Töne an, um den Geschundenen und sozial Benachteiligten in Zeitungsartikeln und Vorträgen Sprachrohr zu sein. Seine Lyrik ist jedoch von einer zärtlichen, leisen Sprache geprägt. Denn so divergent er als Mensch war, so vielfältig war auch sein literarisches Schaffen: mahnend, aufklärerisch, polemisch, zärtlich, zynisch, poetisch und tieftraurig. Er, der die NS-Diktatur als Jugendlicher in der Schweiz in verschiedenen Arbeitslagern überlebt hatte, folgte einer Einladung deutscher Schriftstellerkollegen und kehrte zurück. Einstein fand seinen Lebensmittelpunkt in Mannheim, wo er seine außergewöhnliche Sprachbegabung als Dozent an der Abendakademie jahrzehntelang in den Dienst der Volksbildung stellte und unzählige literarische Texte verfasste. Die vorliegende Anthologie holt den in Vergessenheit geratenen Tucholsky-Preisträger zurück in das öffentliche Gedächtnis und macht seine grandiose, messerscharfe Sprachkunst einem breiten Publikum zugänglich.

9 783884 236154

Zeit der vielen Einsamkeiten

Herausgegeben von Esther Graf und Nelly Z. Graf W u N dE r H or N

Esther Graf, 1970 in Wien geboren, promovierte nach dem Studium der Romanistik, Jüdischen Studien und Kunstgeschichte 2004 in Heidelberg und baute anschließend die Pressestelle der Hochschule für Jüdische Studien auf. Seit 2008 betreibt sie zusammen mit Manja Altenburg die Agentur für Jüdische Kultur und verfasst regelmäßig journalistische Beiträge für das jüdische Stadtmagazin wina. Nelly Z. Graf, 2002 in Heidelberg geboren, ist freie Mitarbeiterin der Agentur für Jüdische Kultur und führt im Zuge dessen Zeitzeugeninterviews durch. Zur Zeit strebt sie ihr Abitur in Mannheim an.

Kr istof Magnusson

Schillertage Mannheim

Olga Grjasnowa Özlem Özgül Dündar

Immer noch Barbaren? Neue Briefe »Über die ästhetische Erziehung des Menschen«, inspiriert von Friedrich Schiller

2019, ca. 160 Seiten, Klappenbroschur ca. EUR 20,00 (D), 20,60 (A) ISBN 978-3-88423-611-6 Erscheint im Juni 2019

9 783884 236116

Was ist das eigentlich, das Schöne? Welche Wirkung hat die Kunst auf die Entwicklung der Menschheit? Wozu überhaupt Kunst? Mit diesen (und vielen anderen) Fragestellungen müssen sich Künstler*innen immer wieder auseinandersetzen. Auch Friedrich Schiller führte diese Auseinandersetzung mit sich selbst in seiner berühmten Schrift Über die ästhetische Erziehung des Menschen, in einer Reihe von Briefen, entstanden unter dem Eindruck der Gewaltexzesse in Folge der Französischen Revolution. Schiller hatte die Revolution zunächst euphorisch begrüßt, hoffte er doch, dass sich in ihrem Zuge die Ideale der Aufklärung europaweit durchsetzen ließen. Doch statt in Frieden gemeinsam an einer demokratischen Gesellschaftsform zu arbeiten, setzte die neu gewonnene Freiheit die niedrigsten Instinkte in Schillers Zeitgenossen frei. Offensichtlich war der Mensch noch nicht reif fürs Freisein. Die Kunst, so Schillers Hoffnung, sollte den Menschen durch die »Veredelung« seines Charakters zur Freiheit befähigen. Heute sind es rassistische und nationalistische Ideologien, die unsere Freiheit und unsere liberale Gesellschaftsordnung bedrohen. Was ist in dieser Situation die Aufgabe von Kunst? Anlässlich des 20. Jubiläums der Internationalen Schillertage bat das Nationaltheater Mannheim siebenundzwanzig internationale Autor*innen, Schillers kulturanthropologische Auseinandersetzung mit der Ästhetik und dem Nutzen der Kunst für unsere Zeit fortzuschreiben. Eine Autorin, ein Autor – ein Brief. Entstanden ist eine Sammlung höchst verschiedener politischer und ästhetischer Stellungnahmen, Aufrufe, Gedankenspiele, Hoffnungen und Manifeste aus vielen unterschiedlichen Blickwinkeln. Eine Zusammenstellung, die eine Ahnung davon gibt, welche Bedeutung Kunst heute haben kann und haben sollte. Die neuen »Briefe zur ästhetischen Erziehung des Menschen« erscheinen pünktlich zum Festivalbeginn im Juni 2019.

Philipp Löhle

Enis Maci Lars Brandt P a t To Ya n Jagoda Mar inić

Nino Haratischwili Philipp Stadelmaier Wo l f r a m L o t z John Jordan

Immer noch Barbaren? Neue Briefe »Über die ästhetische Erziehung des Menschen«, inspiriert von Friedrich Schiller

Nora Gomr inger Ahlam

Elnathan John C é c i l e Wa j s b r o t

Fiston Mwanza Mujila Kathr in Röggla Anja Hilling M ay a A r a d Ya s u r Ay a C i s s o k o Necati Öziri A.L. Kennedy

Eckhard Nickel Priya Basil Lukas Rietzschel Aldhierd Bacharevič

In der Sammlung vertreten sind: Karl-Heinz Lüdeking (Prolog), Ahlam, Alhierd Bacharevič (Weißrussland), Priya Basil (Großbritannien), Lars Brandt (Deutschland), Aya Cissoko (Frankreich), Özlem Dündarn (Deutschland), Nora Gomringer (Deutschland), Olga Grjasnowa (Deutschland), Nino Haratischwilli (Georgien), Anja Hilling (Deutschland), Elnathan John (Nigeria), John Jordan (Irland), A.L. Kennedy (Schottland), Philipp Löhle (Deutschland), Wolfram Lotz (Deutschland), Enis Maci (Deutschland), Kristof Magnusson (Island), Jagoda Marinić (Deutschland), Fiston Mwanza Mujila (Demokratische Republik Kongo), Eckhard Nickel (Deutschland), Necati Öziri (Deutschland), Lukas Rietzschel (Deutschland), Kathrin Röggla (Deutschland), Philipp Stadelmaier (Deutschland), Cécile Wajsbrot (Frankreich), Pat To Yan (Hongkong), Maya Arad Yasur (Israel).


Gips Bronze Kunst. Teil 1 Katalog

Aus Anlass des 50-jährigen Jubiläums der Dr.-Hanns-Simon-Stiftung wird in der Ausstellung und im gleichnamigen Katalogbuch Gips Bronze Kunst Teil 1 der bildhauerische Sammlungsbestand des Haus Beda unter verschiedenen Aspekten näher betrachtet und abgebildet. Gleichzeitig ist es ein Anliegen der Autoren, die Motivation für das kulturelle Engagement des Stiftungsgründers, Dr. Hanns Simon, vor Augen zu führen. Seine Vorstellung vom Haus Beda beschrieb er wie folgt: »Hier sollen Menschen zusammenkommen, die an geistiger Weiter­entwicklung, an schöpferischem Tun, an Liebe zu den schönen Dingen interessiert sind, die durch die Begegnung mit Kunst und Musik Freude und Entspannung finden und mit dem Ausüben einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung eine Bereicherung ihres Lebens erfahren.« Unter den vom Stifter zusammengetragenen plastischen Replikaten befinden sich neben einigen Bronzen eine Reihe von Gipsabgüssen. Diese Werke stammen überwiegend von Gipsformerei der Staatlichen Museen zu Berlin. Stephanie Kaak beschreibt in Worten und Bildern, die einzigartige Atmosphäre dieser 200 Jahre alten Kunstmanufaktur, in der Gipsrepliken von der Antike bis zur Moderne entstehen, die die Schönheit und Authentizität der Originale widerspiegeln.

GI P S B RON Z E K U N ST

50 JAHRE DR. – HANNS – SIMON – STIFTUNG

DI E ABGÜSS E U N D OR IGI NALS K U LP TU R E N I M HAUS B E DA B ITB U RG

WU N D E R HOR N

Dr.-Hanns-Simon-Stiftung, Ute Bopp-Schumacher (Hg.)

G I PS B RONZ E K U NST

Kunst

mit zahlreichen Abbildungen EUR 19,80 (D), 20,40 (A) ISBN 978-3-88423-609-3

G I PS B RONZ E K U NST

9 783884 236093

2019, 104 Seiten gebunden

GI P S B RON Z E K U N ST

50 JAHRE DR. – HANNS – SIMON – STIFTUNG

Mit Textbeiträgen von Ute Bopp-Schumacher und Stephanie Kaak.

F Ü N F Z E ITGE N ÖSSISCH E K Ü N STLE R I N N E N I N DE R N E U E N GALE R I E IM DIALOG MIT DE R SK U LP TU R E N SAM MLU N G IM HAUS B E DA B ITB U RG

Katalog 2019, 152 Seiten gebunden mit zahlreichen Abbildungen EUR 19,80 (D), 20,40 (A) ISBN 978-3-88423-610-9

WU N D E R HOR N

Teil 2 9 Gips 7 8 3 8Bronze 8 4 2 3 6 0Kunst. 93

Birgit Feil kreiert aus Kunststoff oder Beton zeitgenössische Men-

schenbilder, wie sie uns im Straßenbild begegnen. Ausgangspunkt ihrer Arbeiten sind Tonmodelle, deren Negativform aus Gips die Künstlerin in Acrystal, Beton oder Bronze ausgießt. Annette MeinckeNagys Köpfe, Büsten, sitzende und stehende Ganzfiguren aus Papiermaché mit feiner, leicht sandiger Oberflächentextur ziehen aufgrund ihrer Attraktivität die Blicke an. Die Bildhauerin Yvonne Roeb erstellt in aufwändigen handwerklichen Verfahren aus verschiedenen Materia­lien wie Gips, Wachs, Bauschaum, Thermoplast, Acrystal, Metall und Pigmenten faszinierende Objekte, die an menschliche Körperteile, Tiere, Mineralien und Pflanzen erinnern. Silvia Schreiber fertigt Gipsabgüsse von Tonmodellen. Anstelle von Bronze oder Kunststoff formt sie diese mit angefeuchtetem, farbigem Japanpapier

Katalog

2019 ca. 120 Seiten mit zahlreichen Abbildungen Klappenbroschur EUR 24,00 (D), 24,70 (A) ISBN: 978-3-88423-616-1

9 783884 236161

AN N ET TE ME I N CK E – NAGY

ab und verklebt die Papierstreifen in der Form. Im Mittelpunkt von Caro Suerkempers Werk steht die weibliche Figur, bekleidet oder nackt, allein oder zu mehreren, in ekstatischer Verdrehung und emotionaler Durchdringung. Prototypisch hierfür ist die 2017 entstandene Gruppe vier selbstvergessener, verzückter Tänzerinnen aus schwerer Bronze: StilleJungFern I-IV. Mit Textbeiträgen von Ute Bopp-Schumacher. Die beiden Publikation erscheinen anlässlich der Ausstellung Gips Bronze Kunst in der Neuen Galerie des Haus Beda in Bitburg bis 30. Juni 2019.

Haus-Rucker-Co

Kunst

Städtisches Werkzeug

YVON N E ROE B

9 783884 236109

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Haus-Rucker-Co

CARO SU E R K E MP E R

SI LVIA SCH R E I B E R B I RGIT F E I L

Haus-Rucker-Co war eine österreichische Architektenund Künstlergruppe, die vor allem in den 1970er und 1980er Jahren im Grenzbereich zwischen Kunst und Architektur Plastiken, Installationen im öffentlichen Raum und Beiträge für eine besondere Wahrnehmung von Architektur und Stadtgestaltung mit dem Anspruch eines differenzierten und anderen Bewusstseins geschaffen hat. Ausdrücklich war damit der Anspruch nach neuen, unbekannten Bauformen, die radikal zeitgenössisch sein sollten und sich ebensolcher Materialien bedienten, verbunden. Die Aktivitäten von Haus-Rucker-Co in den späten sechziger und frühen siebziger Jahren, vornehmlich utopische Architekturkonzeptionen, waren von Pop-art und Fluxus inspiriert und unter dem Titel: »Mind-Expanding-Program« ganz der Bewusstseinserweiterung gewidmet. Mit Aktionen und Installationen im öffentlichen Raum sollte die sinnliche Wahrnehmungs- und Erlebnisfähigkeit der Menschen aktiviert werden. Mit Wahrnehmungsapparaten wie dem »Mind Expander« und »Provisorischer Architektur« sollte ein neuer Ansatz in der Architektur gefunden werden und alte Häuser und unzeitgemäße Bauten weggerückt (daher der Name Rucker) werden. Die späteren Schwerpunkte der Gruppe lagen eher in der Richtung der Sozialen Plastik, mit dem Ziel, auf Umweltzerstörung und Entfremdung von der Natur (mit Plastikhäuten wurde die Trennung des Menschen von seiner Umwelt symbolisch dargestellt) hinzuweisen. Ziel der für den Mannheimer Kunstverein konzipierten Ausstellung war es, das spezifische architektonische Vokabular (»Städtisches Werkzeug«) von Haus-RuckerCo herauszustellen. Man könnte in Anbetracht der Zeichnungen und Modelle von wiederkehrenden Bausteinen sprechen, von einfachen geometrischen Grundelementen, die offenkundig als Ausgangsformen dienen. Praktische Architektur und visionäre Phantasie

Städtisches Werkzeug

Wunderhorn

durchdringen sich in den Arbeiten, zeigen unkonventionelle Lösungsansätze für eine zeitgemäße Architektur auf, die gegen die Ödnis und Phantasielosigkeit städtischer Planungen steht. Die Publikation erscheint anlässlich der Ausstellung Städtisches Werkzeug im Mannheimer Kunstverein.


100

JAHRE

BAUHAUS

Am 5. April 2019 wurde in Weimar das neue Bauhaus-Museum eröffnet. Ré Soupault, geboren 1901 als Meta Erna Niemeyer in Bublitz/Pommern, studierte von 1921–1925 am Bauhaus in Weimar. Sie produzierte bereits während ihres Studiums zusammen mit dem schwedischen Film-Avantgardisten Viking Eggeling den Film »Diagonal-Symphonie«. Über ihren ersten Ehemann, dem Dadaisten und Filmkünstler Hans Richter, lernte sie 1925 in Paris und Berlin u.a. Man Ray, Fernand Léger und Sergeij Eisenstein kennen. Sie ging 1929 nach Paris, wo sie ihr erstes eigenes Modestudio »Ré Sport« einrichtete und die erfolgreichste Modemacherin der Zeit war. Sie »erfand« u.a. den Hosenrock und das Transformationskleid. Mit ihrem zweitern Ehemann, dem Schriftsteller und Journalisten Philippe Soupault unternahm sie ab Mitte der dreißiger Jahre zahlreiche Reisen durch Europa und die USA, wo sie seine Reportagen fotografisch begleitete. Von 1951-1955 studierte sie bei Karl Jaspers in Basel und kehrte 1955 nach Paris zurück. Ré Soupault starb 1996 in Paris.

Nur das Geistige zählt Ré Soupault blickt auf ihr ereignisreiches Leben zurück: Als Bauhausschülerin, Modeschöpferin, Fotografin in der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts. »Eine ungewöhnliche historische Quelle.« Deutschlandfunk

Bauhaus. Die heroischen Jahre von Weimar Aus dem Französischen von Beate Thill Ré Soupault, berichtet von ihren Erfahrungen, Lehrern und Weggefährten am Bauhaus in Weimar 1921–1925.

»Eine scharf beobachtende Zeitzeugin des letzten Jahrhunderts« kulturtipp »Ihre Erinnerungen verdeutlichen ihre Persönlichkeit, ihre Neugier und Wahrnehmungsfähigkeit, ihr Urteilsvermögen. Doch vermitteln sie durch Detailschärfe immer auch einen ausreichend erhellten Hintergrund, einen tiefen Eindruck von der Atmosphäre jener Tage zwischen dem Beginn des Ersten und dem Ende des Zweiten Weltkriegs.« Ex libris »Ein kreativer Geist aus eigener Kraft.« Photo international 2018 | ISBN 978-3-88423-588-1 | EUR 22,80 | 240 S.

»Redlich, fast bescheiden, berichtet sie von diesen seelischen Stürmen, mit klarem politischem Blick und jederzeit bereit, frühere Irrtümer einzugestehen. Gerade diese Haltung macht ihre Erinnerungen lesenswert.« Tagesspiegel

2009 | ISBN 978-3-88423-332-0 | EUR 16,80 | 62 S.

9 78 3884 235881 Fotonachweise: Titelbild: Ré Soupault/ © 2019 VG Bild-Kunst Bonn/Manfred Metzner; S.2 v.o.n.u.: Mawande Sobethwa, Ivan Muller, Volker Derlath; S.3 privat; S.4 Birgit Rautenberg; S.5 v.o.n.u.: privat, Georg Knoll; S.6 privat; S.8 Manfred Metzner

Auslieferungen / Vertretungen Deutschland/Österreich Prolit Buchvertrieb GmbH Monika Pankratz Postfach 9 35461 Fernwald Tel. 0641 / 943 93 22 Fax 0641 / 94 39 31 99 M.Pankratz@prolit.de

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Herbstprogramm 2019  

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