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P R O L O G D E Z E M B E R 2 0 1 7 | N° 214

Ingo Metzmacher dirigiert die Neuproduktion von Lulu und die Vorstellungsserie von Elektra

Interviews und Portraits: Metzmacher, Eichenholz, Hangler, Gabler Ballett-Klassiker zu Weihnachten: Der Nussknacker Am Stehplatz: Adam Fischer

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Oper bewegt. Wir bewegen Oper. Als Generalsponsor. Energie ist unser Geschäft. Kultur unser Anliegen. Beides ist uns wichtig. Deshalb unterstützen wir die Wiener Staatsoper als Generalsponsor. www.omv.com/cultural-sponsoring

Die Energie für ein besseres Leben.


Inhalt

Sehr geehrte Besucherinnen und Besucher, liebes Publikum!

Dezember im Blickpunkt

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Sinnlicher Sog Interview mit dem Dirigenten Ingo Metzmacher

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Wiederkehr in drei Akten Anmerkungen zur Lulu-Premiere am 3. Dezember

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Debüts im Dezember

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… und dann hat es Ping gemacht! Agneta Eichenholz im Gespräch

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Der Nussknacker und die Sache mit dem Mäusekönig

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Anna Gabler gibt ihr Staatsopern-Debüt als Arabella

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Ludwig Minkus – 100. Todestag

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Tanzdemonstrationen Ballettakademie der Wiener Staatsoper

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Regine Hangler singt erstmals in Wien die Daphne

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Wiener Jahresausklang Fledermaus, Hänsel und Gretel, Zauberflöte, Nussknacker

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Unser Ensemble Bongiwe Nakani im Porträt

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ANNOdazumal Richard Strauss

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Am Stehplatz Adam Fischer

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Das Staatsopernorchester Solocellist Péter Somodari

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Die Pianisten der Wiener Staatsoper Andreas Henning

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Daten und Fakten

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Spielplan

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Kartenverkauf

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Spätestens seit 1909, dem Erstaufführungsjahr der Elektra, ist der Staatsopern-Spielplan ohne Werke von Richard Strauss undenkbar. Mittlerweile sind weit über 3000 Vorstellungen seiner Musiktheaterwerke über unsere Bühne gegangen und die Aufführungsdichte hat im Laufe der Zeit sogar eher noch zugenommen. Strauss war Direktor der Wiener Staatsoper, stand unzählige Male am Pult, schenkte dem Haus zwei Opernuraufführungen sowie eine Balletturaufführung, hat Generationen von Musikern und Sängern und nicht zuletzt auch das Publikum nachhaltig geprägt. Kein Wunder, dass das Staatsopernorchester weltweit als idealer Strauss-Klangkörper zählt, gewissermaßen als großer Originalklangkörper, der Strauss’ Musik in der musikalischen Genetik festgeschrieben hat. Und es ist somit ebenso wenig ein Wunder, dass die Wiener Staatsoper das international wohl größte Strauss-Repertoire aufweist. Einen Teil davon – genauer sechs Opern und zwei Ballette – präsentieren wir innerhalb weniger Wochen im November und Dezember in einer repräsentativen Zusammenschau (was zugleich die insgesamte Leistungsfähigkeit des Hauses am Ring unterstreicht). Diese Strauss-Tage, zu denen ich Sie, sehr geehrte Damen und Herren, herzlich einlade, sind darum, ohne falsche Bescheidenheit, durchaus auch als Visitenkarte der Wiener Staatsoper zu verstehen. Eine Visitenkarte, die unsere Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft widerspiegelt.

Ihr Dominique Meyer


DEZEMBER im Blickpunkt WEIHNACHTS­ GESCHENKE

SIMONE YOUNG

AUSSTELLUNGEN

Dezember 2017

1., 4., 7. Dezember 2017

5., 15. Dezember 2017

Ein ganz besonderes Weihnachts­­­ geschenk für Opern­liebhaber in Ihrer Familie oder unter Ihren Freunden auf der ganzen Welt: Via Livestream mehr als 50 Mal zu Hause live dabei sein, wenn in der Wiener Staatsoper der Vorhang aufgeht! Und wenn Sie selbst in einer Vorstellung sitzen, die wir live übertragen, senden wir den Be­ schenkten einen Bildgruß von Ihnen (bei Interesse bitte um eine Nachricht an concierge@ staatsoperlive.com). Unser Weih­n achtsabo (Preis: € 159) gilt bei Buchung bis 25.12.2017 und Aktivierung bis 6.1.2018 bis einschließlich 31.3.2019. Mit etwas Glück gewinnen Sie als Schenkender eines von drei Jahresabonnements oder einen unserer prachtvollen Bildbände. Weitere attraktive Geschenke aus der Wiener Staatsoper: Die neue CD von Nina Stemme, die DVD der Kinderoper Patchwork, die aktuelle Don Quixote-­DVD des Wiener Staats­ balletts oder der Impressionen 2017Bildband mit hunderten Fotos der Spielzeit 2016/2017!

Seit ihrem Debüt 1993 gehört Simone Young zu den ganz wichtigen, aufführungsgeschichteschreibenden Dirigenten an der Wiener Staatsoper. Ob in Repertoireaufführungen oder bei Neuproduktionen: ihre Interpretationen sind stets Ereignisse. Im Oktober triumphierte sie mit der Premierenserie von Prokofjews Spieler – nun kehrt sie Anfang Dezember mit Strauss’ weisem, von der damaligen immer düstereren Realität abgekehrtem Alterswerk und einer fast durchwegs mit Rollendebüts durchsetzten Daphne zurück (mit einem Stück übrigens, das sie zuletzt 2011 mit großem Erfolg im Haus am Ring geleitet hat).

Am 5. Dezember wird – an­ lässlich der Strauss Tage – eine Ausstellung über Richard Strauss und die Wiener Staatsoper eröffnet. Dabei wird nicht nur das Wirken des ehemaligen StaatsopernDirektors nacherzählt, sondern auch auf den Dirigenten und Staats­opern-Komponisten Strauss eingegangen. Eine Rezeptionsund Aufführungsgeschichte seiner Werke sowie große Interpreten dürfen in dieser Schau nicht fehlen.

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Am 15. Dezember eröffnet am Balkonumgang der Wiener Staats­ oper eine Ausstellung über das Staatsopern-Ehrenmit­ glied KS Hilde Zadek, die im Dezember ihren 100. Ge­ burtstag feiert. Darin wird schwerpunktmäßig auf die Auf­ trittsgeschichte der Legende im Haus am Ring – insgesamt 677 Vorstellungen – eingegangen. Beide Ausstellungen können im Rahmen eines Vorstellungs­ besuchs kostenlos besichtigt werden.


BLICKPUNKT

3 BÄSSE

WIENER STAATSBALLETT

Dezember 2017

Dezember 2017

Zu den Gästen im Dezember zählen gleich drei international gefragte Bassisten: Der Brite Peter Rose kehrt als Ochs auf Lerchenau im Rosenkavalier zurück ans Haus – in einer Rolle, die er hier seit 2001 regelmäßig mit großem Erfolg interpretiert. In der Strauss’schen Arabella-Serie singt dann Kammersänger und Staatsopernehrenmitglied Kurt Rydl wieder auf seiner Heimatbühne – und absolviert, man staune, dass dies noch möglich ist – als Graf Waldner ein Wiener Rollendebüt. Und rund um Weihnachten gibt schließlich René Pape den Sarastro in Mozarts Zauberflöte: man erinnert sich, dass er mit dem Sprecher in der Zauber­ flöte 1991 an der Staatsoper sein Debüt gegeben hat und 1993 immerhin zwei Mal auch als Sarastro vor das Wiener Publikum getreten ist.

Ballett-Festtage aller Art warten im Dezember auf das Publikum des Wiener Staatsballetts:

Der Rosenkavalier: 10., 13., 16., 19. Dezember Arabella: 14., 18., 21. Dezember Die Zauberflöte: 22., 25., 27., 29. Dezember

Ehe passend zu Weihnachten Der Nussknacker (Vorstellungen am 23. und 28. Dezember sowie am 6. – nachmittags und abends – und 9. Jänner) seine Rückkehr auf den Spielplan erlebt, steht anlässlich der Strauss-Tage am 17. (nach­ mittags und abends) und 20. Dezember der Ballettabend Verklungene Feste | Josephs Legende mit Choreographien von John Neumeier am Programm. Auch die Ballettakademie der Wiener Staatsoper bereichert mit ihren Tanzdemonstra­­t io­n en (16. bis 20. Dezember, jeweils am Vormittag und am Nach­m it­tag auf der KINDER­OPER | AGRANA STUDIO­ BÜHNE | WAL­­­F ISCHGASSE) die Vorweihnachtszeit um stimmungsvolle Momente für die ganze Familie.

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SINNLICHER SOG

Dirigent Ingo Metzmacher

Seit seinem Debüt 2009 kehrt Ingo Metzmacher regelmäßig zurück an die Wiener Staatsoper – nun leitet er im Dezember überdies, nach Lady Macbeth von Mzensk

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und Aufstieg und Fall der Stadt Maha­ gonny mit Alban Bergs Lulu bereits die dritte Premiere im Haus am Ring. Mit dem deutschen Dirigenten sprach Andreas Láng.


INTERVIEW

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ohannes Brahms sprach den Interpreten einst jedes Mitschöpfertum ab und beschränkte sie in ihrer Funktion auf die Umsetzer des Notentextes. Ingo Metzmacher: Dem stimme ich zu hundert Prozent zu, mit dem Zusatz, dass der Interpret die Partituren, um sie umzusetzen zu können, natürlich auch wirklich durchdringen und verstehen muss. Es geht nicht um ein oberflächliches Präsentieren von abgedruckten Vorgaben. Aber jeder Einzelne hat doch ganz unterschie­d­­­ liche Erfahrungen, die immerhin interessant wären als Farbe in die Interpretation eingebracht zu werden … Ingo Metzmacher: Ich muss hier zwei Dinge auseinanderhalten: Wenn wir beide, die wir hier sprechen, dasselbe Buch lesen würden, kämen wir auch nicht auf den Gedanken es zu interpretieren, trotzdem wären Ihre und meine inneren Bilder der Lektüre voneinander sehr unterschiedlich. Und gesetzt den Fall, jemand machte einen Film aus diesem Buch, so entspräche das Ergebnis mit Sicherheit nicht unseren Vorstellungen und wir wären vielleicht sogar enttäuscht. Das heißt: Man entwickelt eigene „Lesarten“ eines Buches, aber genauso einer Partitur ohne dadurch etwas draufzusetzen. Die Erfahrungen, von denen Sie sprachen, aber auch meine Interessen, werden mich andere Dinge aus dem Informationsreichtum des Notentextes herauslesen lassen als einen anderen. Das heißt aber nicht, dass ich etwas Privates, Falsches, vom Komponisten nicht Vorgesehenes hineinschleuse. Das habe ich immer vermieden, und genau dagegen hat sich auch Brahms ausgesprochen. Das heißt: Wenn Sie eine Partitur nach 20 Jahren wieder in die Hand nehmen, lesen Sie vielleicht andere Dinge aus ihr heraus als früher … Ingo Metzmacher: Sehr wahrscheinlich. Das wäre so, als ob Sie jeden Tag durch eine bestimmte Straße gingen – und plötzlich, nach vielen Jahren, fällt Ihnen ein neues Detail auf, das sie vorher nicht bemerkt haben. Auf diese Weise wird eine „Interpretation“ mit den Jahren reicher. Mir ging das gerade bei der Lulu so: Ich habe das Werk längere Zeit nicht dirigiert und

nun, im Zuge der Vorbereitungen für die aktuelle Neuproduktion, sind mir viele schöne, neue Aspekte aufgefallen. Sie haben das Stichwort geliefert und damit direkt zur Lulu übergeleitet: Was unterscheidet nun – vom Thema Zwölftonreihe abgesehen – die beiden großen Berg’schen Bühnenwerke Wozzeck und Lulu? Ingo Metzmacher: Nun, Lulu ist das mit Abstand längere Stück – es ist ja schon die literarische Vorlage deutlich umfangreicher – und Berg hat mit Lulu eine ganz andere, eine große dreiaktige Form geschaffen, deren auffälligstes Merkmal die Spiegelung ist: In der Mitte des zweiten Aktes, in der sogenannten Filmmusik – die buchstäblich ab der Hälfte gespiegelt ist –, gibt es einen Moment, ab dem das ganze Stück quasi rückwärts läuft, was sich nicht zuletzt dadurch zeigt, dass die drei Männer, die zuvor ihretwegen den Tod gefunden haben, gewissermaßen am Ende als „Freier“ wieder auftauchen. Und der letzte, Dr. Schön alias Jack the Ripper, wird sie dann schließlich ermorden. Ich finde diese formelle Anlage des Stückes – die natürlich nur in der dreiaktigen Version zur Geltung kommt – unheimlich faszinierend und bin froh, diese Fassung erstmals machen zu können. Kommen wir nun zur Zwölftonreihe in Lulu – Berg hat sie nicht nur als Reihe benutzt, sondern aus ihr Intervalle herausgeschält, die er in leitmotivischer Funktion weiterverwendete. Sollen diese Leitmotive beim Zuhörer einen Wiedererkennungseffekt auslösen wie bei Wagner oder unterbewusst wirken? Ingo Metzmacher: Ich würde es anders formulieren: Sie sollen einen Wiedererkennungseffekt auslösen, weil sie unterbewusst wirken. Das tun sie schließlich auch bei Wagner – nur die wirklichen Wagnerianer können unentwegt alle Motive benennen (lacht). Auch für Alban Berg sind die Leitmotive so etwas wie eine Klammer, die es ihm ermöglicht in einem Stück von doch drei Stunden Musik Wesentliches zu verbinden, zusammenzuhalten – sie werden nicht umsonst schon im Prolog mit dem Tierbändiger vorgewww.wiener-staatsoper.at

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Lulu Premiere: 3. Dezember 2017 Reprisen: 6., 9., 12., 15. Dezember 2017 Elektra 5., 8., 11. Dezember 2017


stellt. Auch interessant, dass ein Tierbändiger die Bühne betritt – vielleicht ein Hinweis darauf, dass es sich insgesamt um einen wilden Stoff handelt, der gebändigt werden muss: Und der Komponist bändigt durch formale Prinzipien. Das heißt, dass zum Beispiel die Verwendung der Sonatenhauptsatzform, die Einteilungen in Duettino, Kammermusik I etc. weniger für das Publikum gedacht sind, sondern eher als Gestaltungshilfe oder Gestaltungsmöglichkeit für Berg selbst? Ingo Metzmacher: Igor Strawinski meinte einmal, dass ein Komponist bei jedem neuen Werk grundsätzlich zuvordererst ein klares Spielfeld mit ganz eindeutigen Grenzen abstecken müsste, innerhalb derer dann aber alles erlaubt wäre. Das galt sicher auch für Alban Berg. Er benötigte also für diesen doch ausufernden Stoff der Lulu klare Formen mit einer hohen Variabilität, die ihm ermöglichten das ihm offenbar persönlich nahegehende Thema auszuarbeiten. Wobei ich seine Fähigkeit der Durchdringung der musikalischen Formen, seine Kunst der Übergänge phänomenal finde. Alban Berg ist auch diesbezüglich ein absoluter Großmeister! Apropos Übergänge: Auffällig ist in der Lulu auch die wiederholte Verwendung von Rezitativen … Ingo Metzmacher: … übrigens ein weiterer Unterschied zu Wozzeck, in dem solche Rezitative nicht vorkommen. Keine leichte Sache, nebenbei bemerkt: Es handelt sich hierbei um zumeist kurze Momente, die von Teilen, die mit a tempo überschrieben sind, abgelöst werden. Im Gegensatz zu diesen a tempo-Abschnitten in denen – den Schönberg’schen Überlegungen folgend – gebundenes Tempo, also ein klares Metrum vorherrscht, wird den Sängern in den Rezitativen größtmögliche Freiheit zugestanden, die aber bei dieser Musik und bei dieser Rezitativ-Kürze eine gewisse Herausforderung darstellt. Kann man alles in allem Lulu noch zum Expressionismus zählen? Ingo Metzmacher: Auf jeden Fall weist die LuluMusik eine sehr hohe Sinnlichkeit mit einer ge-

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waltigen Sogwirkung auf. Vor allem jene Teile, die von der Sehnsucht sprechen. Diese lyrisch-weichen Abschnitte gehen mir besonders unter die Haut, da erglühen Farben, die nicht einmal in Tristan und Isolde zu finden sind. Einer der Höhepunkte in der gesamten Oper ist sicherlich jene Stelle in der zweiten Szene im zweiten Akt, an der Lulu aus dem Gefängnis kommend wieder die Bühne betritt: Mit Schigolchs Einsatz „Hü, kleine Lulu: wir müssen heut’ noch über die Grenze“ beginnt im Orchester eine Musik die bis zu Lulus „O Freiheit! Herr Gott im Himmel!“ einen derartigen Zug entwickelt, dass ich jedes Mal wieder bis ins Innerste aufgewühlt werde! Das ist Gänsehaut pur! Aber auch das Adagio am Ende der Oper, wenn Jack the Ripper auftaucht und Berg in der Beziehung zwischen Lulu und Schön/Jack etwas elementar Wesentliches zum Erklingen bringt, das weit über die Faszination der Weiblichkeit hinausgeht, ist ganz tief empfundene Musik in der Tradition von Gustav Mahlers 9. Symphonie. Wie sieht denn die Instrumentierung aus? War Berg ein ähnlich guter Orchestrierer wie Schostakowitsch oder Berlioz? Ingo Metzmacher: Er war auch auf diesem Gebiet ein Genie. Die Lulu-Partitur etwa atmet einerseits ein gewisses französisches Flair und gewinnt andererseits durch die Verwendung eines Vibraphons und eines Saxophons einen ganz eigenen Charakter, der schon ins Jazzige hinüberschaut. Diese beiden Instrumente schaffen Farben, die nicht nur im Wozzeck nicht vorkommen, sondern überhaupt ihresgleichen in der klassischen Musik suchen und eine ganz eigentümliche Atmosphäre vermitteln. Im Zusammenhang mit Strauss sprechen Sänger­ innen und Sänger gerne davon, dass sie anstreben Teil des Gesamtklanges zu sein und nicht versuchen über das Orchester drüber zu singen. Wie sieht es diesbezüglich in der Lulu aus? Ingo Metzmacher: Die Stimme der Lulu selbst ist sicher eine Farbe des Gesamtklanges. Die Gegenwelt, also die Männerstimmen, mit ihren oftmaligen Sprechgesängen, vor allem jene des


PREMIERE

Dr. Schön, haben sich mit dem Orchester so manches Kräftemessen zu liefern (lacht). Es gibt gar nicht so wenige Ossia-Stellen in der Lulu-Partitur … Ingo Metzmacher: … die die praxisorientierte Seite von Alban Berg unter Beweis stellen. Man kann die Partie der Lulu zum Beispiel mit einem hohen, leichten Koloratursopran besetzen, oder, wie in unserem Fall bei der Premiere, mit einer Sängerin, die über eine vollere Stimme verfügt. Diese Ossia-Stellen sind solchen Überlegungen geschuldet. Alban Berg hatte einen gewissen Hang zum Aberglauben und zum Okkulten. Ist dieser Zug in seiner Musik erspürbar? Ingo Metzmacher: Ich habe die Lulu-Suite schon in recht jungen Jahren dirigiert und eine merkwürdige Kraft in der Musik erfahren, die mich damals irritiert hat, mit der ich nicht umzugehen wusste. Nun ist ja bekannt, dass Berg zumindest den dritten Akt seiner Geliebten Hanna Fuchs gewidmet hat – nicht von ungefähr hört die Oper mit einem Akkord auf, in dem die Initialen H-F vorkommen. Berg liebte auch in seinen Werken geheimnisvolle Anspielungen, Verschlüsselungen. Ich habe einmal gehört, dass Komponisten in ihren Werken gerne Dinge symbolisch aufbewahren, über die sie sonst nicht reden möchten. Und ich bin mir sicher, dass Alban Berg in seiner Lulu etwas für ihn sehr Zentrales aufgehoben hat, was dadurch nie verloren gehen, immer bleiben wird. Zum Abschluss noch etwas Persönliches: Wenn man Ihnen beim Dirigieren zusieht, merkt man, wie Sie die Instrumentalisten und Sänger zum Musizieren animieren können. Passiert das bewusst oder ist das Handwerk? Ingo Metzmacher: Das hat sicher mit meinem Vater zu tun, der ein Erzmusikant war. Wenn er abends nach Hause kam, lud er meistens noch einige Freunde ein, mit denen er stundenlang Streichquartette spielte, einfach aus Freude an der Sache. Für mich war das etwas ganz Natürliches, mit dem ich aufgewachsen bin. Das muss wohl abgefärbt haben. www.wiener-staatsoper.at

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Lulu, Wiener Staatsoper 2000

WIEDERKEHR IN DREI AKTEN Lulu Premiere: 3. Dezember 2017 Reprisen: 6., 9., 12., 15. Dezember 2017 Dirigent: Ingo Metzmacher Regie: Willy Decker Szenische Einstudierung: Ruth Orthmann Ausstattung: Wolfgang Gussmann Lulu: Agneta Eichenholz Gräfin Geschwitz: KS Angela Denoke Dr. Schön/Jack the Ripper: KS Bo Skovhus Alwa: Herbert Lippert Schigolch: KS Franz Grundheber Theatergarderobiere/Mutter: Donna Ellen Gymnasiast/Groom: Ilseyer Khayrullova Maler/Neger: Jörg Schneider Tierbändiger/Athlet: KS Wolfgang Bankl Prinz/Kammerdiener/Marquis: Carlos Osuna Theaterdirektor/Bankier: Alexandru Moisiuc Fünfzehnjährige: Maria Nazarova Kunstgewerblerin: Bongiwe Nakani Journalist: Manuel Walser Diener: Ayk Martirossian

W

ie so oft, wenn es um Erstaufführungen von Meisterwerken an der Wiener Staatsoper geht, fand auch jene der Lulu beschämend spät statt: Mehr als 30 Jahre mussten nach der Zürcher Uraufführung vergehen, bis die Wiener 1968 Bekanntschaft mit dem Stück schließen konnten (wenn sie es nicht ohnehin schon woanders getan hatten.) Dabei war Alban Berg hier in Wien gewissermaßen über der Partitur des dritten Aktes gestorben, die damit von der Instrumentation her unvollendet blieb. Einige Zeit nach dem Wozzeck-Erfolg hatte Berg 1927 beschlossen abermals das Terrain des Musiktheaters zu betreten. Nachdem der Plan Gerhart Hauptmanns Und Pippa tanzt zu vertonen auf Grund von absurden Tantiemenforderungen des Dramatikers gescheitert war, entschied sich Berg für die beiden Wedekind’schen Lulu-Dramen Erdgeist und Büchse der Pandora, die er zusammenzog und stark kürzte. Die Kompositionsarbeit zog sich dann verhältnismäßig lang dahin, vor allem auch, weil Berg, anders als beim Wozzeck, eine wirkliche Zwölftonoper zu schaffen gedachte und Zeit brauchte, um hier seine persönliche Vorgangsweise zu finden. Auch die sich immer mehr verdüsternde politische Situation, die Ablehnung seiner Werke durch die Nationalsozialisten in Deutschland und die damit verbundene Verschlechterung der persönlichen wirtschaftlichen Situation des Komponisten hemmten den Entstehungsprozess,

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Anmerkungen zur LuluPremiere am 3. Dezember sodass das Particell erst 1934 vollendet war. Als sich der Gesundheitszustand des 50jährigen Alban Berg gegen Ende 1935 rasant verschlechterte, wurde die Arbeit an der Instrumentation regelrecht zu einem Wettlauf mit dem Tod. Schlussendlich vollendete Berg die ersten beiden Akte und nur einen kleinen Teil des 3. Aktes, sodass das Werk für viele Jahre nur als Fragment (so auch bei der Wiener Erstaufführung) über die Bühne gehen konnte. Entsprechend groß war daher der Jubel, als Lulu 1979 in der von Friedrich Cerha komplettierten Version in Paris unter der Leitung von Pierre Boulez zur Weltpremiere gelangte. Die bislang jüngste Lulu-Neuproduktion an der Wiener Staatsoper (2000) in der Regie Willy Deckers folgte übrigens ebenfalls der früheren zweiaktigen-Aufführungstradition und wird nun mit der Premiere am 3. Dezember durch den Berg-Cerha’schen 3. Akt komplettiert. Da die auf die Männerwelt so erotisierend wirkende Kindfrau Lulu, wie Regisseur Willy Decker betont, „oft als unablässige Folge von Kampfszenen beschrieben wird und die Oper die Grundspannung zwischen Männlich und Weiblich als einen immerwährenden Kampf beschreibt“, verlegte Decker die Handlung in eine symbolisierte Arena, „in der Frau und Mann stehen – die Frau ‚das wilde, schöne Tier‘ und der Mann, der sie anstarrt, begafft, sich nach ihr sehnt, sich vor ihr graut, und wenn er die Arena betritt, selbst zum Tier wird.“ Andreas Láng


DEBÜTS

DEBÜTS IM DEZEMBER Andreas Schager studierte in Wien. 2009 gab er sein Debüt bei den Festspielen Erl als David. Zu den Höhepunkten der jüngsten Vergangenheit gehören Apollo in Daphne in Cleveland und der Carnegie Hall, Tristan in Rom, Erik an der Hamburgischen und Berliner Staatsoper sowie in Bayreuth, Tannhäuser in Antwerpen, Siegmund in Leipzig und Fidelio in Berlin. Laufende Projekte beinhalten u.a. Tamino und Parsifal an der Staatsoper Berlin, Tristan in Rom und Siegfried in Toronto, Leipzig und Wiesbaden. In den Spielzeiten 2017-2019 wird er in Bayreuth den Parsifal übernehmen. Hausdebüt mit Apollo in Daphne am 1. Dezember 2017. Thomas Tatzl studierte in Graz und Wien Gesang. Auf der Opernbühne war er u.a. als Ford, Guglielmo, Papageno, Nozze-Figaro zu hören. Er war Ensemblemitglied an der Zürcher Oper. Zu den Dirigenten mit denen er bisher zusammengearbeitet hat, zählen u.a. Riccardo Muti, Antonio Pappano, Ingo Metzmacher, Nello Santi und Ivor Bolton. Hausdebüt mit Papageno in Die Zauberflöte am 22. Dezember 2017 Agneta Eichenholz gibt am 3. Dezember 2017 als Lulu ihr Hausdebüt (siehe Seite 10). Anna Gabler wird am 14. Dezember 2017 als Arabella erstmals im Haus am Ring singen (siehe Seite 14).

BA L L E T T-ROL LENDEBÜTS Nikisha Fogo, Dumitru Taran und Andrey Teterin in Verklungene Feste sowie Patricia Friza (Gastsolistin des Hamburg Ballett) als Potiphars Weib und Géraud Wielick als Joseph in Josephs Legende am 17. De­zember (Nachmittag). Jakob Feyferlik als Der Engel in Josephs Legende am 17. Dezember (Abend). Leonardo Basílio als Drosselmeyer/ Der Prinz und Andrey Teterin als Der Vater in Der Nussknacker am 23. Dezember.

O P ER N - R O L L EN D EB Ü TS Dan Paul Dumitrescu (Peneios), Regine Hangler (Daphne), Benjamin Bruns (Leukippos), Gabriel Bermúdez (1. Schäfer), Rafael Fingerlos (4. Schäfer), Margaret Plummer (2. Magd) in Daphne am 1. Dezember Ingo Metzmacher (Dirigent), KS Angela Denoke (Geschwitz), Donna Ellen (Theatergarderobiere/ Mutter), Ilseyar Khayrullova (Gymnasiast / Groom), Jörg Schneider (Maler/ Neger), KS Bo Skovhus (Dr. Schön/Jack the Ripper), Herbert Lippert (Alwa), KS Franz Grundheber (Schigolch), Carlos Osuna (Prinz/ Kammerdiener/Marquis), Alexandru Moisiuc (Theaterdirektor/ Bankier), Maria Nazarova (Fünfzehnjährige), Bongiwe Nakani (Kunstge­ werblerin), Manuel Walser (Journalist), Ayk Martirossin (Diener) in Lulu am 3. Dezember Ingo Metzmacher (Dirigent), Evelyn Herlitzius (Elektra), Johan Reuter (Orest), Ryan Speedo Green (Pfleger des Orest), Margarita Gritskova (2. Magd) in Elektra am 5. Dezember KS Krassimira Stoyanova (Marschallin) in Der Rosenkavalier am 10. Dezember Patrick Lange (Dirigent), KS Kurt Rydl (Graf Waldner), Christopher Maltman (Mandryka), Benjamin Bruns (Matteo), Leonardo Navarro* (Elemér), Maria Nazarova (Fiakermilli) in Arabella am 14. Dezember Hila Fahima (Königin der Nacht), Bongiwe Nakani (3. Dame), Andrea Carroll (Papagena), Ryan Speedo Green (2. Geharnischter) in Die Zauberflöte am 22. Dezember Monika Bohinec (Knusperhexe), Bryony Dwyer (Sandmännchen, Taumännchen) in Hänsel und Gretel am 26. Dezember Cornelius Meister (Dirigent), Laura Aikin (Rosa­linde), Benjamin Bruns (Alfred), Maria Na­zarova (Adele) in Die Fledermaus am 31. Dezember * PORR AG-Stipendiat www.wiener-staatsoper.at

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Andreas Schager


Agneta Eichenholz

… UND DANN HAT ES PING GEMACHT! Ihr internationaler Durchbruch gelang mit der Partie der Lulu: Vor rund zehn Jahren gestaltete Agneta Eichenholz die Rolle am Londoner Royal Opera House Covent Garden – und wurde euphorisch gefeiert. An der Wiener Staatsoper wird

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die schwedische Sängerin mit ebendieser Partie nun ihr Hausdebüt geben. Inmitten der Probenphase fand sie Zeit für ein Gespräch über ihre Laufbahn, die Verwundbarkeit in der Probensituation und Mozart als Einsingübung.


PREMIERE

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n einem Nebenraum der Probebühne im Arsenal erscheint die Sängerin zum Interview: Im Jogging-Anzug, denn gleich nach dem Gespräch will sie – trotz nieselndem Novemberwetter – laufen gehen: Gerade nach langen Probentagen sei ein solcher Ausgleich eine Notwendigkeit. Vor allem, da das Proben eine fordernde Angelegenheit ist: „Man ist verwundbar, ja förmlich nackt, muss sein Inneres freilegen, sich an eine Figur herantasten.“ Vorstellungen seinen ihr, meint Eichenholz, da lieber. Aber natürlich, schmunzelt sie, „keine Vor­ stellung ohne vorhergehende Proben ...“ Ja, der Sport, erzählt sie später, hätte in ihrem Leben anfangs eine Hauptrolle gespielt. Denn im Gegen­ satz zu vielen Kolleginnen komme sie nicht aus einer musikalischen Familie. „Ich konzentrierte mich stark auf den Sport, war während der Schulzeit aber in einem Chor. Eines Tages fragte mich eine Lehrerin, ob ich nicht ein Solo singen wolle – und ich machte es, ohne mir dabei viel zu denken.“ Sängerin als früher Berufswunsch? Sie lacht: „Ich wusste ja nicht einmal, dass das ein echter Beruf ist, von dem man auch leben kann.“ Mehr aus Neugierde versuchte es Eichenholz mit einem Vorsingen und wurde, entgegen ihren Erwartungen, vom Fleck weg engagiert. Zumindest überraschend, bedenkt man doch, dass sie bis dahin nur wenig Gesangsunterricht erhalten hatte und sich auch gesanglich eher für Popmusik interessierte. Jedenfalls: Eichenholz kam ins Theaterensemble, nahm Gesangsstunden und schnupperte mehr und mehr ins klassische Fach hinein. Es folgte endlich das Konservatorium in Stockholm, ebendort die Opernschule und der Eintritt in einen Opernchor, bis sie schließlich an der Stockholmer Volksoper landete. Debütrolle: die Titelpartie in La traviata. „Das war die echte Schule“, resümiert Eichenholz heute, „im ersten Jahr sang ich alleine die Violetta 40mal, dazu Gilda, Fiordiligi und viel anderes.“ Ganz glücklich war sie jedoch mit ihrem Sängerleben noch nicht – bis sie (wieder mehr durch Zufall als durch Planung) in eine Meisterklasse von Barbara Bonney geriet. „Nur zwei Minuten mit ihr, und es hat ,Ping‘ gemacht! Viele technische Dinge, die mir andere Gesangslehrer nur abstrakt erklären konnten, brachte sie ganz klar auf den Punkt.“ Also nahm sich Eichenholz weitere Stunden – und trifft Bonney bei

wichtigen Rolleneinstudierungen bis heute. Eine zweite schicksalshafte Begegnung ereignete sich in dieser Zeit: Die Sängerin begegnete dem Regisseur Christof Loy, mit dem sie nur ein Jahr darauf die Lulu in London erarbeitete und – siehe oben – zur Weltkarriere ansetzte. Dass ihr Ausbildungsweg außergewöhnlich und ungemein praxislastig war, sieht man alleine schon an einem Detail: Singt sich die Sopranistin ein, so greift sie weniger auf die herkömmlichen Phrasen und üblichen auf- und niedersteigenden Vokalisen zurück, sondern nimmt sich einzelne Mozart-Arien vor: „Manche eignen sich ja perfekt dafür“, lacht Eichenholz. „Vor einer Lulu singe ich etwa eine Konstanze, die geht in die Höhe und ich sehe gleich, wie es heute um meine Stimme steht.“ Was aber, wenn es an einem Übeoder Probentag nicht gut um die Stimme steht? „Dann versuche ich nach Möglichkeit gar nicht zu singen. Denn das Muskelgedächtnis merkt sich ohne Unterschied das Gute wie das Schlechte – und bevor etwas Falsches gespeichert wird, übe ich lieber gar nicht!“ Von der Figur der Lulu ist Eichenholz fasziniert: „Ein so vielseitiger Charakter: Sie ist intelligent, macht aber so unvorstellbar dumme Dinge. Sie ist stark, aber auch ungemein verletzlich. Sie ist Opfer, aber hat auch etwas Zerstörerisches.“ Dass sie jedoch der eigentliche Antrieb der Opernhandlung ist, bestreitet sie: „In Wahrheit sind die Männer der Motor. Lulu selbst agiert weniger, als sie reagiert. Das aber brillant! Denn Lulu ist sensibel und fühlt, was sie bei einem Mann anwenden muss, um ans Ziel zu kommen. Sie ist geradezu manipulativ! Gleichzeitig ist all das nur ein Weg, um zu überleben. Lulu lernt, dass sie sein muss wie sie ist, um nicht auf der Strecke zu bleiben.“ Wobei, so konkretisiert Eichenholz, man schwer von nur einer Lulu sprechen kann. Schließlich lägen zwischen dem ersten Akt und dem dritten Akt viele Jahre: „Das wird praktisch eine andere Figur!“ Spannend sind die Verknüpfungen, die sie zu anderen Opern-Charakteren findet: zur Gilda, die sie mit der jungen Lulu in Verbindung bringt oder zur Violetta. „Man findet immer wieder Parallelen und ähnliche Beziehungsmuster...“ Jedenfalls: „Ein weites Feld zum Nachdenken!“ Spricht sie und macht sich ans Laufen. www.wiener-staatsoper.at

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Titelpartie in Lulu Premiere: 3. Dezember 2017 Reprisen: 6., 9., 12., 15. Dezember 2017


DER NUSSKNACKER …

Der Rattenkönig – unter seinem Kostüm verbergen sich zwei Tänzer des Wiener Staatsballetts

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BALLETT

… und die Sache mit dem Mäusekönig

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ach über 80 Jahren wurde 2017 auf Vangunu, einer Insel des New-Georgia-Archipels der Salomonen, eine neue Riesenratte entdeckt. Das Tier, welches die biologische Nomenklatur um die Bezeichnung Uromys vika erweitert, ist „annähernd einen halben Meter lang, fast ein halbes Kilo schwer und hat einen langen, haarlosen und schuppigen Schwanz“. Am Speiseplan des Giganten stehen mit Vorliebe Kokosnüsse, womit sich auch ein eindrückliches Bild hinsichtlich der Kraft des Kauapparats ergibt. Damit scheint nun also ein weiterer Anwärter auf den Titel „König der Ratten“ gefunden zu sein, denn bereits 2009 hatten Forscher im Krater des Bosavi auf Papua-Neuguinea eine der größten Ratten der Welt beschrieben: Mit 82 cm Länge und einem Gewicht von 1,5 kg wies das Exemplar beeindruckende Maße auf, bis heute ist offenbar nicht ganz klar, ob es den Riesenbaumratten zuzurechnen ist. Ratten wie Mäuse gehören zur Unterfamilie der Altweltmäuse, die in etwa 600 verschiedene Arten umfasst. Die Kopf-Rumpf-Länge ist mit 55 mm bis hin zu 40 cm breit gestreut, wobei Großwuchs häufig ist. Doch gibt es tatsächlich einen „Rattenkönig“? Der Begriff als solches beschreibt eine Missbildung, bei der mehrere Ratten an den Schwänzen miteinander verwachsen sind. Vergleichbares tritt auch bei Eichhörnchen auf. E.T.A. Hoffmann (1776 bis 1822) nahm in seinem Märchentext Nussknacker und Mäusekönig, auf dem das Ballett letztlich basiert, direkt auf solche

Phänomene Bezug, wenngleich die Figur des Mäusekönigs bei E.T.A. Hoffmann, wie z.B. Wulf Segebrecht dargestellt hat, auch auf den nach St. Helena – die als „Insel der Mäuse und Ratten“ galt – verbannten Kaiser Napoleon I. (1769 bis 1821) gemünzt war. Doch selbst in der Verbannung mag Napoleon noch bedeutend wohlhabender gewesen sein, als eine „petit rat de l’opéra“, war es doch vor allem auch der beständige Hunger, welcher den jüngsten und bedürftigen Ballettschülerinnen der Pariser Oper zu ihrem Spitznamen verhalf, der sich bis heute für Anfängerinnen erhalten hat. Und so versammeln sich jedes Jahr rund um Weihnachten „Ballettratten“ aus und in aller Welt, um während der „Nutcracker-Season“ ihren Mäuse­ könig/Rattenkönig zu bestaunen, dessen Abenteuer an der Wiener Staatsoper in der nunmehr vierten choreographischen Fassung komplett erzählt werden: Nach der 1973 erfolgten Erstaufführung des Balletts in der Fassung von Juri Grigorowitsch schlossen sich Produktionen von Renato Zanella (2000) und Gyula Harangozó (2007) an, ehe seit 2012 die technisch besonders anspruchsvolle Version von Rudolf Nurejew am Spielplan steht. Nach einer Pause von zwei Spielzeiten, während der man nur auf die DVD-Produktion des Wiener Staatsballetts zurückgreifen konnte, ist der ungebrochen nachgefragte Klassiker ab sofort auch wieder live ein fester Bestandteil des Festtagsprogramms und gibt dabei tänzerisch nicht nur den „Ratten“ ordentlich zu knabbern. Oliver Peter Graber

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Der Nussknacker 23., 28. Dezember 2017, 6. (nachmittags und abends), 9. Jänner 2018 Diese Produktion wurde ermöglicht mit der Unterstützung von


Anna Gabler

NICHT IMMER NUR LIEB, BRAV, SCHÖN B

Titelpartie in Arabella 14., 18., 21. Dezember 2017

lickt man in ihren Auftrittskalender, so sprin­ gen einem Wagner und Strauss flugs entgegen: Salome, Eva, Elsa, Senta und gleich mehrere RingPartien. Anna Gabler hat das deutsche Fach fest in der Hand – und umgekehrt. „Man fragt mich gerne für diese Rollen an“, erzählt die Münchnerin. „Wobei mich ja auch ander­es, wie die Janácˇek-Figuren, sehr interes­sieren. Das sind ungemein komplexe Charaktere.“ Und sie lacht: „Für mich gilt ja: umso komplexer, desto lieber!“ Aber natürlich komme ihr, schon allein aufgrund ihrer Muttersprache, dieses Fach entgegen: „Das direkte Textverständnis wirkt sich schon aus. Man kommt so schneller in die Tiefe der Rolle. Diese Erfahrung habe ich kürzlich mit der Carlotta in Schrekers Die Gezeichneten gemacht.“ Dass sie es mit den Charakteren ernst nimmt, merkt man – bei aller Leichtigkeit und Fröhlichkeit im Gespräch – bald. Über die Arabella etwa, mit der sie an der Wiener Staatsoper debütiert, kann sie ausführlich fachsimpeln. „Ich habe einen Heidenrespekt vor dieser Rolle. Mit dieser Partie in Wien zu debütieren, ist schon eine große Sache! Bei der Salome, die ich in Klagenfurt sang, war es mehr das Gefühl einen „Kurstreckenhürdenparcours“ zu bewältigen. 90 Mi­nuten intensives, punktgenaues Singen und Spielen. Arabella dagegen ist eine sehr lange Partie, bei der man sich die Energien anders einteilen muss, um die Intensität auf die lange Strecke halten zu können.“ Als nicht ganz junges Mädchen, wie eine Sänger-Kollegin die Arabella einst beschrieb, sieht sie die Figur zum Teil auch:

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Anna Gabler gibt ihr StaatsopernDebüt als Arabella

„Vielleicht nicht altersmäßig. Aber sie hat eine Weisheit, von der man nicht genau weiß, woher sie eigentlich kommt. Denn erlebt hat sie vieles ja noch nicht. Es ist bei ihr … einfach da.“ Eine Weisheit wie ihre große Schwester, die Marschallin? „ Ja und nein. In der Musik ist eine Marschallinnenweisheit angedeutet, aber man muss da ein wenig aufpassen: weil sie dann doch eben keine Marschallin ist. Da fehlt ihr die Erfahrung.“ Wobei die Arabella es nicht immer leicht hat: „Wenn man eine hormongeschwängerte Schwester hat, eine nicht ganz saubere Mutter und einen Vater, der alles verspielt, dann begreift man schnell, dass man als einzig Vernünftige in der Familie die ganze Verantwortung trägt.“ Anna Gabler kann sich allerdings vorstellen, durchaus auch eine etwas aufgeregtere Arabella zu zeigen, denn auch sie ist in Aufruhr: „Arabella hat ja noch nie zuvor den Richtigen getroffen. Abgesehen davon: Vielleicht möchte sie ja auch einmal ein wenig hormongeschwängert sein?“ Ob Arabella im Vergleich zur Marschallin nicht doch ehrlicher, weil affärenfrei, ist, will Gabler so nicht unbedingt stehen lassen. „Man kann es so sehen, aber lassen wir sie doch einmal zehn Jahre älter werden. Und schauen dann einmal, wie es ihrer Ehe geht. Ganz einfach ist die Arabella charakterlich ja auch nicht.“ Und diese Komplexität möchte Gabler, bei aller überwältigenden Schönheit der Oper, durchaus auch ausspielen. Denn wie sagte sie einst in einem Interview: „Was mir nicht liegt, ist immer nur lieb, brav und schön zu sein ...“ Oliver Láng


BALLETT

LUDWIG MINKUS – 100. TODESTAG L

udwig Minkus wurde am 23. März 1826 in Wien geboren. 1853 nahm er in St. Petersburg für zwei Jahre die Stelle eines Kapellmeisters, Komponisten und Soloviolinisten des Fürstlich Jussupow’schen Orchesters an. 1855 heiratete er Maria Antoniette Schwarz, welche 1838 in Wien geboren war. Von 1855 bis 1861 war er Kapellmeister, Komponist und Soloviolinist am Michailovskij Theater, 1861 übernahm er die Aufgaben des Soloviolinisten, Komponisten und Dirigenten des Moskauer Bolschoi Theaters sowie des Inspektors für Ballettmusik der Kaiserlichen Theater in Moskau. 1864 (nach anderen Quellen 1866) erweiterte Minkus seine umfangreichen Aktivitäten um eine Professur für Violine am Moskauer Konservatorium. 1872 trat er in Nachfolge von Cesare Pugni den Posten des

Ballettkomponisten an den Kaiserlichen Theatern in St. Petersburg an. Dies ermöglichte es ihm in der Folge seine 1869 in Moskau mit Don Quixote begonnene Zusammenarbeit mit dem Choreographen Marius Petipa fortzusetzen. Dabei stellen Don Quixote und das 1877 uraufgeführte Ballett Die Bajadere die Höhepunkte dieser legendären Partnerschaft dar, die bis zur Pensionierung von Minkus (1888) andauerte. Sein Ruhestand führte den in Russland zu großer Popularität gelangten Meister der Ballettmusik zurück in seine Geburtsstadt Wien, wo er am 7. Dezember 1917 verstarb. Sein Don Quixote – getanzt vom Wiener Staatsballett – ist kürzlich auf DVD/Blu-Ray (C Major) erschienen. Oliver Peter Graber

TANZDEMONSTRATIONEN der Ballettakademie der Wiener Staatsoper

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orhang auf heißt es zum achten Mal für die Elevinnen und Eleven der Ballettakademie der Wiener Staatsoper anlässlich der Tanzdemonstrationen – einer Leistungsschau des Erlernten, die jedoch vor allem auch wichtigen ballettpädagogischen Zielen dient: Bühnenerfahrung zu sammeln und sich vor Publikum zu präsentieren ist für die Vorbereitung auf eine berufliche Karriere im Bereich Bühnentanz unerlässlich. Der Vielfalt der aktuellen Anforderungen an angehende Bühnentänzerinnen und Bühnentänzer entsprechend werden sowohl Lehrinhalte aus dem Bereich des klassischen Tanzes wie auch aus den Fächern Historischer Tanz, Charaktertanz, Jazztanz und Zeitgenössischer Tanz gezeigt. Mit diesen mannigfachen Einblicken „hinter die Kulissen“ der professionellen Tanzausbildung eignen sich die Tanzdemonstrationen auch in hervorragender Weise für Schulen und eine „erste Begegnung“ mit dem Zauber des Balletts sowie als launiges Familienprogramm zur Weihnachtszeit. www.wiener-staatsoper.at

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Tanzdemonstrationen 16. bis 20. Dezember 2017 vormittags und nachmittags, KINDEROPER AGRANA STUDIOBÜHNE WALFISCHGASSE Die Ballettakademie wird unterstützt von


„DIE INTENSITÄT DER MUSIK HAT MICH UMBRANDET“ Regine Hangler singt erstmals in Wien die Daphne

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or rund zwei Jahren hat das Staatsopern­en­ semblemitglied Regine Hangler die berüchtigt schwierige Titelpartie in Strauss’ Daphne in Berlin unter Marek Janowski und in Cleveland sowie New York unter Franz Welser-Möst mit fulminantem Erfolg gesungen. Nun wird sie diese mythologische Figur, die der körperlichen Vereinigung mit dem Gott Apollo durch die Verwandlung in einen Lorbeerbaum entflieht, endlich auch in der vielgelobten Inszenierung im Haus am Ring gestalten. Wenige Wochen vor der ersten Vorstellung traf ich die Sopranistin zu einem Gespräch in der Kantine der Staatsoper, wo sie sich, in den Klavierauszug dieser Oper versenkt, intensiv mit dem Werk auseinandersetzte. Sie haben mehrfach eindrücklich unter Beweis gestellt, dass Sie die Daphne, wie man so schön sagt, „drauf “ haben. Trotzdem beschäftigen Sie sich schon eine beträchtliche Zeit vor Ihrem Staatsopern-Rollendebüt gründlich mit dieser Partie, nehmen fast täglich Korrepetitionsstunden, um an ihr zu arbeiten … Regine Hangler: Wissen Sie, seit meiner letzten Daphne ist doch schon etwas Zeit vergangen und somit bin ich, glücklicherweise, um einige Erfahrungen reicher geworden, habe mein Repertoire vergrößert respektive verändern dürfen. Das führt aber gleichzeitig dazu, dass der persönliche Zugang zu einer bereits früher gesungenen Rolle ein anderer wird. Bewusst aber auch unbewusst. In der Daphne-Partitur erlebe ich nun vieles intensiver, die Aussagen erhalten für mich zusätzliche Bedeutungsebenen, ich erkenne detailreichere Farbnuancen. Zudem ist meine Stimme dramatischer geworden. Außerdem sehe ich heute klarer, wie Strauss, der mit dem Gregor-Libretto ja bekanntlich unglücklich war, die Ovid-Vorlage verstanden hat, nämlich weniger im antiken Sinn als im christlichen Kulturkreis verankert: Daphne hält bei Strauss die Mitte zwischen dem Göttlichen und dem Materialismus. Von all dem Regine Hangler als Gutrune in der Götterdämmerung

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INTERVIEW

abgesehen schleichen sich unbemerkt kleine Fehler ein, die wieder ausgemerzt gehören. Sie haben an der Staatsoper zwar mittlerweile auch die Chrysothemis verkörpert, doch die Daphne war früher dran. Ist es nicht unüblich, die Strauss-Karriere mit dieser extrem herausfordernden Rolle zu beginnen? Regine Hangler: Jede Strauss-Partie hat ihre Tücken und jede Stimme ist anders geartet. Vielleicht ist es daher gar nicht so ungewöhnlich, mit der Daphne zu beginnen, denn die Partie ist immer wieder sehr hoch – sie schraubt sich geradezu immer weiter hinauf – und wann hat man als Sängerin am ehesten die Höhe? Nicht unbedingt am Ende der Laufbahn (lacht). Ja, aber man hört von Sängerinnen immer wieder, dass die Daphne wirklich eine Art Grenzpartie ist… Regine Hangler: Das habe ich von Kolleginnen auch schon gehört (lacht). Nein, Spaß beiseite: Es ist wahr – man ist als Daphne fast unentwegt auf der Bühne, hat ein großes, mächtiges Orchester als Gegenüber, dazu recht dramatische Arien mit großen Ausbrüchen, die schon ein bisschen in Richtung Elektra gehen – und muss dann plötzlich wieder ins Lyrische, fast Soubrettige zurückschalten. Dazu kommen recht komplexe harmonische Strukturen, die man genau im Kopf haben sollte, um die Intonation halten zu können. Doch das alles funktioniert dennoch ganz gut (was übrigens das kompositorische Können von Strauss unterstreicht), wenn die Interpretin a.) eine funktionierende Technik hat und b.) ihre Emotionen während der Vorstellung nicht durchgehen. Emotionen durchgehen heißt konkret …? Regine Hangler: Nur ein Beispiel: In dem Moment in dem Leukippos stirbt, wird die Musik unglaublich berührend, sie fasst einen geradezu und schreibt sich in die Seele ein, sodass ich mich auf der Bühne regelrecht zusammenreißen muss, um nicht tatsächlich in Tränen auszubrechen. Wenn das passierte, wäre das Nachfolgende der Partie kaum zu bewältigen. Und solche Stellen gibt es in der Daphne mehrere. Können Sie noch einige nennen? Regine Hangler: Dieses Zwiegespräch mit der Geige in meiner ersten Arie etwa ist unendlich

berückend, oder auch die Passage, wenn der Männerchor einsetzt und nicht zuletzt die kontrapunktische Verwandlungsmusik gegen Ende der Oper: Sie beginnt in der Tiefe und man spürt und erlebt förmlich wie sich das Wurzelwerk um die Daphne zu ranken beginnt, nach und nach emporwächst und die junge Frau umschlingt – ich finde, hier hat uns Strauss mit einer der schönsten Orchester­musiken der gesamten Musikgeschichte beschenkt. Haben Sie diese beglückenden Stellen schon beim Studieren für sich entdeckt? Regine Hangler: Als ich die Anfrage bekam, die Daphne zu erlernen und daraufhin diverse Aufnahmen anhörte, die Noten las, war ich fast schockiert: Die Intensität dieser Musik hat mich zunächst so umbrandet, dass ich die Oper vorerst gar nicht in ihrer Komplettheit anhören wollte, sondern nur stückchenweise. Aber nach und nach packte mich ein Daphne-Rausch, der mich richtiggehend bis heute nicht losgelassen hat. Das heißt, Sie wären untröstlich, wenn Sie eines Tages die Daphne ad acta legen würden? Regine Hangler: Das nicht. Ich bin nicht der wehmütige Typ. Wenn eine Rolle für mich Vergangenheit wird, bin ich dankbar, sie gemacht zu haben und schaue neuen Aufgaben entgegen. Sie sind dann wahrscheinlich auch nicht so sehr der selbstzweiflerische Interpret, der nach einer Vorstellung mit der eben abgelieferten Leistung ringt? Regine Hangler: (lacht) Nein, bei Gott nicht, das Selbst-Peinigen hat meiner Meinung nach wenig Sinn. Natürlich reflektiere ich, um zu erkennen, wo ich etwas anders machen könnte und natürlich gibt es bessere und schlechtere Aufführungen. Aber ganz grundsätzlich sollte man nicht an einzelnen Details kleben bleiben, die vielleicht nicht funktioniert haben, sondern den Abend als Gesamtheit sehen. Es gehört zu unserem Beruf einfach dazu, sich absturzgefährdet auf einem schmalen Grat zu bewegen, denn nur so kann das Göttliche in uns mitschwingen, nur so vermag ich andere zu berühren. Und natürlich besteht dann die Möglichkeit, dass einiges schief geht. Ich transformiere einfach meine Energie während der Vorstellung so gut ich kann in die Interpretation und versuche mich durch den Applaus des Publikums wieder aufzuladen. Das Gespräch führte Andreas Láng www.wiener-staatsoper.at

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Titelpartie in Daphne 1., 4., 7. Dezember 2017


WIENER JAHRESAUSKLANG A

m 31. Dezember 1900 war es so weit: Erstmals wurde in der Geschichte der Wiener Staats­ oper am Silvesterabend eine Fledermaus gespielt – nachdem das Werk sechs Jahre zuvor ins Haus am Ring eingezogen war. Und von einigen Unterbrechungen abgesehen hält diese Tradition bis heute an – und gehört für viele einfach dazu. Was aber ist das Erfolgsrezept dieser Operette? „Eisenstein und die ganze verrückte Wienerische Geschichte, mit all dem Flirten und der Freundschafts-Rache, wo Übermut sich mit einer „War auch grad nicht alles so“-Verschwiegenheit und einer gewissen Lieblichkeit vermischt, ist uns allen am Ende deshalb sympathisch, weil es eigentlich um jedermann geht“, meint KS Michael Schade, der wie im letzten Jahr auch heuer wieder als Eisenstein auf der Bühne steht. „ Jeder von uns geht hier und da zu weit – und wer das Glück hat, kurz vor Neujahr nicht aus der Kurve zu fliegen, der freut sich umso mehr, dass am Ende, Gott sei Dank, nichts wirklich Schlimmes passiert ist“, schmunzelt er. Um gleich ein frech-fragendes „Oder?“ nachzuwerfen.

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Die Fledermaus also als beschwingte, aber immer auch ein wenig drohende Kulisse der allgemeinen Walzer-Seligkeit und einer augen­ zwinkernden Schwamm-Drüber-Mentalität: Zu­ mindest zum Jahresausklang erlaubt Johann Strauß dem Publikum, Dinge zu nehmen, wie sie sind und nicht allem auf den Grund zu gehen: Denn wer will all die Verstrickungen und Verfehlungen, all die Halb­ wahrheiten und nur mühsam übertünchten Lügen wirklich sofort aufdecken? Weiß man doch, dass spätestens am Tag danach, wenn wirklich jeder Kater verflogen ist, ohnedies so manches wieder an die Oberfläche kommen wird … Versöhnlich sieht es Schade: „Vielleicht ist es eine menschliche (Un-)Tugend, sich hie und da einmal wirklich, und zwar mit allem was man hat, so richtig daneben zu benehmen. Es muss ja nicht unbedingt etwas ganz Schlimmes sein, aber vielleicht wäre es doch fair zu sagen, dass jeder einmal gerne sein Limit testet – und vielleicht auch überschreitet?“ Der Silvesterabend bringt eine Reihe an Rollen­ debüts: Als Dirigent steht Cornelius Meister am Pult, Laura Aikin gibt die Rosalinde, Benjamin Bruns


THEMA

von links nach rechts: Michael Schade als Gabriel von Eisenstein in Die Fledermaus, Chen Reiss als Gretel und Margaret Plummer als Hänsel in Hänsel und Gretel, Olga Bezsmertna als Pamina in Die Zauberflöte, Kiyoka Hashimoto als Clara in Der Nussknacker

Fledermaus, Hänsel und Gretel, Zauberflöte, Nussknacker den Alfred und Maria Nazarova die Adele. Bewährte Fledermaus-Kräfte sind Jochen Schmeckenbecher als Frank, Clemens Unterreiner als Falke, Stephanie Houtzeel als Orlofsky – und natürlich Peter Simonischek, der erneut den Frosch geben wird. Abgesehen von der Fledermaus stehen weitere Klassiker am Programm: Eine Serie der Zauberflöte, ein Werk, das ebenfalls als besonders „Wienerisch“ gilt, wenn auch auf gänzlich andere Weise. Nicht aufgrund eines verschmitzten Unter-den-TeppichKehrens, sondern weil die Wurzeln der Handlung und des Sujets dem Altwiener Vorstadttheater entstammen. Mozart gelang es, gemeinsam mit dem Librettisten Schikaneder, aus dem VorstadttheaterRepertoire ein dauerhaft modernes, vielschichtiges und gleichzeitig auch märchenhaftes Meisterwerk zu schaffen: diesmal singen Olga Bezsmertna (Pamina), Jörg Schneider (Tamino), René Pape (Sarastro), Hila Fahima (Königin der Nacht) und Thomas Tatzl (Papageno). Die Aufführungen werden von Adam Fischer geleitet. Hänsel und Gretel wiederum gilt als der Weih­ nachts-Schlager schlecht­ hin: Orientiert am

berühmten Grimm-Märchen schuf Engelbert Humperdinck in einer großartigen WagnerNachfolge ein stets aufs Neue berührendes Werk, das – gerade in der aktuellen Produktion – bei Jung und Alt gleichermaßen „funktioniert“: und die mit der Besetzung KS Adrian Eröd (Peter Besenbinder), Donna Ellen (Mutter), Margaret Plummer (Hänsel), Chen Reiss (Gretel) und Monika Bohinec (Hexe) zeigt, wie einzigartig das Sängerensemble der Staatsoper ist! Mit Der Nussknacker zeigt auch das Wiener Staats­­ballett einen überaus beliebten, märchenhaften Weihnachtsklassiker nach der berühmten Ge­ schichte von E.T.A. Hoffmann. Die anspruchsvolle Choreographie von Rudolf Nurejew sowie die bezaubernde Musik Peter Iljitsch Tschaikowskis bringen nicht nur Kinderaugen zum Strahlen. In den Hauptrollen tanzen Natascha Mair als Clara und erstmals Leonardo Basílio in der Doppelrolle Drosselmeyer/ Der Prinz bzw. Kiyoka Hashimoto und Robert Gabdullin zwischen Traum und Realität. Iris Frey und Oliver Láng www.wiener-staatsoper.at

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Die Fledermaus 31. Dezember 2017, 1., 3., 5. Jänner 2018 Hänsel und Gretel 26., 30. Dezember 2017, 2. Jänner 2018 Die Zauberflöte 22., 25., 27., 29. Dezember 2017 Der Nussknacker 23., 28. Dezember 2017, 6. (nachmittags und abends), 9. Jänner 2018


UNSER ENSEMBLE Bongiwe Nakani als Suzuki in Madama Butterfly

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unger nach der Bühne, Hunger nach einem Leben als Künstlerin, Hunger nach allem was Musiktheater ausmacht – ein Hunger freilich, der gespeist wird durch eine unstillbare Liebe zum klassischen Gesang und zur klassischen Musik: Wollte man Bongiwe Nakanis Berufsverständnis, oder besser, ihren emotionalen Berufsantrieb in Worte fassen – wäre dieser beschworene Hunger wohl am Zutreffendsten. Aufgewachsen in Kapstadt, in einem „nicht eben gut situierten Viertel“, das Jugendlichen wenig Interessantes anzubieten hat, und wo Bandenkriminalität, Teenagerschwangerschaften und Drogen das unmittelbare Umfeld eintrübten, fand Bongiwe Nakani in der Musik den Schlüssel zu einer besseren Welt. Wann immer sie zum Chorsingen ging, wann immer sie eine Gesangs­ stunde absolvierte, fand sie jene persönliche Be­ glückung, die ihr zugleich zur Berufung wurde. Es war die ältere Schwester, die sie einst – zum bloßen Zuschauen – zu einer professionellen Chorprobe, in der klassische Musikliteratur auf dem Programm stand, mitnahm. Vom ersten Takt an war in Bongiwe Nakani die Begeisterung geweckt – und vielleicht entstand im Unterbewusstsein schon damals, wenn auch noch nicht klar artikuliert, der Wunsch nach dem Sängerdasein. Mit der Mutter, die ihre Tochter lieber in einem existenzgesicherten Beruf einer Krankenschwester oder Lehrerin gesehen hätte, mussten jedenfalls später noch einige Sträuße ausgefochten werden. Bis ein Auftritt in einem Highschool-Konzert schließlich die Wende und den schicksalsfrohen Satz brachte: „Du kannst diesen Weg gehen, denn ich habe dir zugesehen und gemerkt, wie unendlich glücklich du dabei bist.“ Einer der bisherigen Höhepunkte des Weges, den Bongiwe Nakani seither beschritt, war ein offizielles Mail der Wiener Staatsoper, in dem ihr ein Festengagement im Ensemble angeboten wurde. Weit von ihrer geliebten südafrikanischen Heimat entfernt, weit weg von ihrer Familie. Doch die Möglichkeit, in Europa die Laufbahn beginnen zu können kam einem Traum gleich, der sich vielleicht kein zweites Mal bieten würde. „Ich zögerte keine Sekunde und griff mit beiden Händen nach dieser Chance“, erinnert sich die Mezzosopranistin rückblickend. „Für jene, die hier aufwachsen dürfen, ist vieles,


ENSEMBLE

Bongiwe Nakani im Porträt

selbst als Künstlerin zu erfahren, den weiteren Weg zu ertasten. Immerhin kam es im vergangenen April ganz unverhofft zu ihrem Ulrica-Debüt: „Ursprünglich hatte ich diese Rolle als Cover, also als nicht angesetzte Zweitbesetzung gelernt – dass sie letztendlich Realität wurde und zwar hier an diesem Haus, war für mich eine Art Himmel auf Erden.“ Bongiwe Nakani gesteht auch eine nichtmusikalische Leidenschaft: das Kochen. Hier wird experimentiert und gelegentlich die österreichische Küche mit jener ihrer Heimat kombiniert: Und so kredenzt sie ihrem Mann das eine oder andere Mal zum Beispiel ein mit südafrikanischen Gewürzen aufgebessertes Wiener Schnitzel. Ein Gericht, das sie eines fernen Tages vielleicht auch in Kapstadt servieren wird – denn neben dem Aufbau ihrer internationalen Gesangskarriere liegen ihr die vielen musikalisch talentierten Kinder und Jugendlichen Südafrikas am Herzen, die aus finanziellen Gründen derzeit keine Chance auf eine entsprechende Ausbildung hätten: Die Gründung und Leitung einer entsprechenden Opernschule steht daher mit Großbuchstaben auf ihrer privaten Lebens-To-DoListe – um auch anderen jenen Traum zu ermöglichen, der für sie Realität geworden ist.

SERIE

was von Außenstehenden als wunderbar erkannt wird, Alltag und Routine. Aber aufzuwachen und zu wissen, dass ich mit hervorragenden Korrepetitoren zusammenarbeiten darf, proben darf, ja ganz elementar Räume mit guten Klavieren vorfinden werde und überhaupt in einem Land bin, in dem Musik eine grundlegende Bedeutung hat und in der Gesellschaft respektiert wird, ist für mich so unglaublich schön, dass mein Heimweh davon überstrahlt wird.“ Vorangegangen ist alldem harte und konsequente Arbeit sowie die erfolgreiche Mitwirkung bei dem Neue-Stimmen-Wettbewerb in Gütersloh, bei der sie von Staatsoperndirektor Dominique Meyer entdeckt worden war. Und selbstverständlich feilt sie unentwegt weiter an ihren Leistungen, erarbeitet sich trotz des engen Zeitplans auch Rollen, die ihre Studieraufträge nicht vorsehen. Als ihren Leibkomponisten bezeichnet sie Giuseppe Verdi, als ihre Lieblingswunschpartie die Azucena. Aber auch eine Santuzza, eine Rossini-Isabella und eine Amneris und Eboli stehen auf der Wunschliste, wobei das meiste davon ruhig noch warten kann. Denn eine ungesunde Eile ist nicht Bongiwe Nakanis Art. Neben ihren Auftritten als Suzuki, Schwertleite, 3. Dame geht es ja auch darum, das Operngeschäft kennen zu lernen, Wesentliches über sich

Andreas Láng

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ANNOdazumal M

Reg. Rat. Professor Hubert Deutsch wurde 1955 als Korrepetitor und Bühnenmusikdirigent an die Wiener Staatsoper verpflichtet, war dann Archiv­ direktor, später Betriebs­ direktor und zuletzt, in den 1990er-Jahren, Vizedirektor der Wiener Staatsoper

ein allererster Kontakt mit der Musik von Richard Strauss war von einem deutlichen Missfallen geprägt: Ich muss vier oder fünf Jahre alt gewesen sein als mich die Hingabe, mit der mein Vater und meine Großmutter einer Radioübertragung der Frau ohne Schatten (per Kopfhörer, da es damals noch keine Lautsprecher gab) lauschten, zum Nachahmen animierte. Nun, ich weiß nicht mehr, welche Passage ich dann zu hören bekam, auf jeden Fall fand ich sie ausgesprochen scheußlich. Und dieser verunglückte Annäherungs-Auftakt war wohl Schuld daran, dass ich erst mit vierzehn einen zweiten Strauss-Versuch unternahm. Diesmal schon live auf dem Stehplatz der Wiener Staatsoper – wie immer auf der vierten Galerie. Doch auch der damals gezeigte Rosenkavalier überzeugte mich nicht allzu sehr – die Probleme der Marschallin waren damals sicher nicht die meinen und mir daher unverständlich und von dem berühmten Ohne mich-Walzer des Ochs wusste ich, dass er ursprünglich von Josef Strauß stammte, sah ihn somit ein bisschen als Diebsgut an. Kurzum: eine weitere Enttäuschung. Aber zwei weitere Jahre später fiel der Groschen endlich: Eine Elektra in der alten Roller-Ausstattung mit Gertrud Rünger in der Titelpartie, Hilde Konetzni als Chrysothemis und Margarete Klose als Klytämnestra überrauschte mich förmlich, sodass ich von diesem Abend an (den ich natürlich ebenfalls am Stehplatz erlebte) zum regelrechten Straussianer wurde. Hatte ich Strauss-Opern zuvor beinahe gemieden, so waren sie nun, neben den Werken Wagners, zum bevorzugten Ziel meiner Wünsche geworden: Ob Ariadne auf Naxos, Daphne, Capriccio, Frau ohne Schatten oder Salome – ich verschlang das meist hervorragend besetzte Angebot förmlich. Unvergessliche Höhepunkte der nachfolgenden Jahre (und bei Gott nicht nur für mich) waren beispielsweise eine Rosenkavalier-Doppelpremiere in den rekonstruierten Roller-Bühnenbildern – am ersten Abend wurde die Marschallin von der mir so hochgeschätzten Anny Konetzni, am nächsten von Hilde Konetzni gesungen (die schauspielerisch übrigens besser war als ihre Schwester); eine herrliche Ariadne-Neuinszenierung anlässlich der Feierlichkeiten zum 80. Geburtstag von Strauss; Capriccio mit der Cebotari als Gräfin; Salome (zunächst an der Volksoper) mit der wohl besten

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Richard Strauss

Salome des 20. Jahrhunderts – mit Ljuba Welitsch. Apropos: Ich habe Richard Strauss nicht nur in Konzerten im Musikverein, sondern auch an der Wiener Staatsoper persönlich als Dirigent erleben dürfen – zum ersten Mal eben am Pult der Salome: Seiner Erfahrung folgend, dass Musiker aufmerksamer wären, wenn ein Dirigent auf ausladende Bewegungen verzichten würde, zeichnete sich seine Schlagtechnik durch einen extremen Minimalismus aus, ohne dass Spannung oder Intensität darunter gelitten hätten. Aber die Staatsoper hatte damals auch noch andere ausgezeichnete Strauss-Dirigenten aufzubieten: Den Neffen des Komponisten, Rudolf Moralt, weiters Karl Böhm, der Strauss richtiggehend mozartisch interpretierte und Hans Knappertsbusch, der mit den sehr breiten Tempi wiederum von Wagner herzukommen schien: Alle drei sehr unterschiedlich, alle drei sehr gut – auch hier galt das alte Sprichwort, dass viele Wege nach Rom führten. Das dürfte nebenbei gesagt auch der praxisorientierte Strauss selbst so gesehen haben – sein Rom waren eine möglichst hohe Aufführungsdichte der eigenen Werke und die Einnahmen: Eines Abends hatte Strauss an der Wiener Staatsoper wieder einmal Salome geleitet – Maria Jeritza sang die Titelpartie so falsch und intonationsgetrübt wie schon lange nicht. Während des Schlussapplauses flüsterte ihm der spätere Direktor Heinrich Reif-Gintl entsetzt ins Ohr: „Herr Doktor, wie halten Sie die Jeritza aus?“ Worauf Strauss ruhig entgegnete: „Ausverkauft bei erhöhten Preisen.“ Hubert Deutsch


STEHPLATZ

AM STEHPL ATZ atürlich kann ich mich noch an meinen ersten Stehplatzbesuch erinnern: Das war 1968, im Oktober, man spielte Così fan tutte und ich hörte, – erlebte – erstmals den philharmonischen Klang. Dirigent war Josef Krips, es sangen Gundula Janowitz, Christa Ludwig, Walter Berry, Adolf Dallapozza, Eberhard Waechter und Graziella Sciutti. Das war gewissermaßen der Startschuss für meine sehr intensive, dreijährige StehplatzZeit. Ich war eben aus Ungarn gekommen, hatte mein Studium an der Musikakademie bei Hans Swarowsky begonnen und war auf musikalischer Entdeckungsreise. Viele Opern hatte ich natürlich an der Budapester Staatsoper erlebt, aber viele andere, die man dort nicht spielte, sah ich hier zum ersten Mal. Und das noch dazu in Originalsprache – was für mich neu war! Vier- bis fünfmal in der Woche stand ich also wahlweise im Parterre, auf der Galerie oder am Balkon; am liebsten natürlich im Parterre, obwohl ich von oben die Dirigenten eigentlich besser sehen konnte. Wenn man mich damals gefragt hätte, ob ich daran denke, dass auch ich einmal dort stehen würde, hätte ich bestimmt „nein“ gesagt. Aber natürlich dachte ich daran und habe mir detailliert ausgemalt, was ich alles anders machen würde. Einen Schilling kostete damals für uns Musik­ studenten eine Stehplatzkarte, und natürlich waren wir in unseren Gesprächen nach den Vorstellungen die Neunmalklugen, die alles viel besser wussten. Wir schimpften über vieles, was aber auch ein Einfluss unseres Lehrers Hans Swarowsky war, der es im Unterricht ebenso hielt und einiges über seine prominenten Kollegen zu vermelden hatte. Ich besuchte so viele Vorstellungen wie ich konnte, denn ich wollte die Staatsoper an sich kennenlernen und einen umfassenden Einblick in die Opernszene erhalten. Manches hat mich direkt beeinflusst: Ich erlebte zum Beispiel Nello Santi, der auswendig dirigierte; kaum hatte ich das gesehen, dachte ich mir: Also wenn das möglich ist, dann muss ich das ebenso können! Auch an so manchen Ausrutscher

kann ich mich erinnern. Eine Vorstellung der Entführung mit Anton Dermota als Belmonte fällt mir etwa ein, bei der sich der Dirigent schlimm verschlagen hatte. Er verwechselte in der ersten Belmonte-Arie Fermaten, wartete, wo er nicht hätte warten sollen und das auch noch so lange, bis der Tenor keine Luft mehr hatte. Ein Teil des Orchesters wollte den Fehler korrigieren und setzte zum Sprung an, andere folgten nicht, sodass für mehrere Takte ein Wirrwarr entstand. Natürlich war ich furchtbar erschrocken! Aber gleichzeitig hatte ich auch ein interessantes Gefühl in der Magengrube: Wenn ein Großer so einen Fehler machen darf, dann habe ich Chancen… Es waren also auch Lehrstunden, die ich am Stehplatz erlebte, Lehrstunden, wie man manches machen kann aber auch wie man manches lieber nicht machen soll. Auch szenisch beeindruckte mich vieles, ich erinnere mich etwa noch an die Tristan und IsoldeInszenierung von August Everding mit einem Bühnenbild von Günther Schneider-Siemssen. Wie da die Handlung durch das Bühnenbild unterstützt wurde, faszinierte mich: kam ich doch aus der Budapester Staatsoper, an der es damals nur ganz einfache Inszenierungen gab. Ich lernte aber auch „Musikfreunde“ kennen: einmal gab es am gleichen Abend ein Karajan-Konzert im Musikverein, bei dem er die dritte Leonoren-Ouvertüre dirigierte und eine Fidelio-Aufführung an der Staatsoper unter Bernstein, bei der ebenfalls die dritte Leonoren-Ouvertüre erklang. Viele eingefleischte Karajan-Fans kamen in die Oper und ebensolche Bernstein-Fans gingen in den Musikverein: um den jeweils anderen Dirigenten auszubuhen! „Wien bleibt Wien“, sagte mir damals ein älterer Herr, den ich vom Stehparterre kannte. Den Spruch habe ich dort das erste Mal gehört. Meine Stehplatz-Zeit endete 1971, als ich ein Engagement in Graz erhielt. Denn als ich drei Jahre später an die Wiener Staatsoper als Korrepetitor zurückkehrte, stand ich nicht mehr am Stehplatz. Sondern war zumeist in der ersten Gasse beim Inspizienten anzutreffen …

Adam Fischer In Budapest geboren, studierte er Komposition und Dirigieren bei Hans Swarowsky in Wien. Nach Stationen in Helsinki, Karlsruhe und an der Baye­ rischen Staatsoper war er u.a. Künstlerischer Leiter der Unga­ rischen Staatsoper in Budapest. Auftritte führen ihn an die größten Bühnen: u.a. Scala, Bayerische Staatsoper, Covent Garden, Met, Bayreuther Festspiele. Als Konzertdirigent arbeitet er regelmäßig mit führenden Orchestern. Er ist Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper.

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Adam Fischer

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Das Staatsopernorchester

PĂŠter Somodari

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Solocellist Péter Somodari

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éter Somodari, vor ziemlich genau 40 Jahren im ungarischen Veszprém geboren (wie übrigens der berühmte Violinist Leopold von Auer, der Begründer der russischen Geigenschule), hatte einen langen Weg vor der Wiener Staatsoper vor sich: Mit Zwischenstufen unter anderem an der Budapester Staatsoper, dem Keller Quartett und dem Luzerner Sinfonieorchester. 2012 schließlich landete er nach einem gewonnenen SolocellistenProbespiel im Haus am Ring. Große Namen schmücken seine Ausbildung: so studierte er bei der Cellolegende Miklos Perényi, beim Komponisten György Kurtág und dem Pianisten Ferenc Rados, weiters bei Gustav Rivinius. Ersterer ist für ihn nicht nur ewiges, erklärtes Vorbild, sondern auch Zielpunkt großer Bewunderung: „Perényi ist mehr als nur ein ungarischer Musiker, er ist eine eigene Kategorie, steht jenseits einer nationalen Schule, gehört der ganzen Welt.“ Womit die Frage nach eng gesetzten gedanklichen Umrissen einer spezifisch österreichischen oder ungarischen, einer russischen oder amerikanischen CelloSchule auch schon beantwortet wäre. Auf so etwas will sich Somodari nicht festlegen. „Es überrascht mich stets aufs Neue, wie international die Welt heute ist. Die Grenzen sind fast überall offen, man hat die Freiheit zu reisen, Erfahrungen zu machen und vieles kennen zu lernen. Gleichzeitig sind die Traditionen nicht verschwunden, man hat heute nur mehr Möglichkeiten.“ Prägend für einen philharmonischen Klang seien auf alle Fälle aber Aspekte wie die Akustik der wichtigen Wiener Häuser, in denen das Orchester auftritt. Natürlich beeinflusst die Akustik etwa des Goldenen Saals das Klangempfinden der Musiker. „Unser Orchester ist ja gewissermaßen im Musikverein aufgewachsen“, lacht er. „Das hinterlässt schon Spuren in unserem Spiel.“ Beeinflussend ist freilich auch die große Abwechslung, die die Orchestermusiker bieten können: Oper, Konzert, Kammermusik, die Mischung und der stetige Wechsel seien gut und prägend für ein Musikerdasein, so der Cellist. Und auch was die Stile betrifft, liebt er es, aus dem Vollen zu schöpfen: Über Bachs Zahlensymbolik kann er ebenso klug räsonieren wie sich über das Strauss-Repertoire der Staatsoper freuen.

Immer wieder freilich kommt er auf die Kammermusik zu sprechen, die für ihn fast so etwas wie ein Angelpunkt der Musikgeschichte ist. „Wenn Komponisten etwas Besonderes ausdrücken wollten, griffen sie immer wieder zur Kammermusik“, erzählt er. „Von Verdi zum Beispiel weiß man, dass er Haydn-Streichquartette neben seinen Partituren liegen hatte.“ Dazu kommt noch der für Somodari wichtige – und nicht zu unterschätzende – Aspekt des Musikhörens: „Nicht nur, was wir im Unterricht lernen, sondern auch das, was wir hören, hat einen großen Einfluss auf unseren Stil“, weiß er. Besonders der Gesang, die Grundlage aller Musik, habe hier eine Bedeutung. „Da sieht man, wie glücklich wir an der Wiener Staatsoper sind. Denn Abend für Abend sind wir von Gesang umgeben!“ Und er kommt ins Schwärmen: „Erst vor zwei Tagen war hier Anna Netrebko als Adriana Lecouvreur zu erleben, was für eine Sängerin! Wenn man mit solchen Künstlern musiziert, dann hört die Schule nie auf, da lernt man laufend etwas Neues dazu.“ Neues lernt er auch in seinem „Hobby“ (wie er es etwas verkleinernd nennt): dem Dirigieren. „Es ist merkwürdig, wie viel ich über das Cellospielen erfahren kann, wenn ich am Dirigentenpult stehe“, staunt er. „Als Dirigent muss man viel klarere musikalische Gesamtkonzepte im Kopf haben. Abgesehen davon lerne ich viel über Körpersprache, Ausdruck und Charisma: Wie vermittle ich als Dirigent den Charakter eines Werkes? Wie kann ich andere inspirieren?“ Dementsprechend interes­ siert ihn an einem Staatsopern-Dirigenten auch weniger die schlagtechnische Perfektion (die er voraussetzt) als eben das Charisma. „Es geht um die Frage: Was möchte der Maestro heute sagen?“ Und gerade in dieser Vielfalt der musikalischen Betätigungen, der Abwechslung und dem hohen Qualitätsanspruch des Orchesters sieht er den Grund, warum keiner der Staatsopern-Musiker in Routine verfallen kann und die Spannungskurve stets nach oben zeigt: „Es ist die Musik auf diesem Niveau“, lächelt er. „Und das Wissen, dass jeder Ton zählt. Das hält uns jung. Und ist wie frische Luft für unsere Seelen.“

Oliver Láng

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In dieser Serie werden die Mitglieder des Wiener Staats­ opernorchesters vorgestellt.

Stepan Turnovsky


DIE PIANISTEN DER STAATSOPER Vorgestellt: Andreas Henning

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Andreas Henning

as macht ein Pianist und Solorepetitor der Wiener Staatsoper in den Sommerferien, nachdem er eine ganze Saison lang praktisch ohne Pause gespielt, einstudiert und geprobt hat? Er reist etwa in ferne Länder, um gänzlich andere Kulturen und Welten kennen zu lernen. Im Falle von Andreas Henning war es heuer Indien, das Indien jenseits der Hauptverkehrsrouten. Und da er schon einmal dort war und sich für Musik und Kunst an sich, weit über die einzelnen Genre-Grenzen hinaus interessiert, beschäftigte er sich ein wenig mit dem dort Gehörten. „Ich finde es spannend, welchen Stellenwert Musik in anderen Ländern haben kann. Wie sie gespielt wird. Wie sie erlebt wird. In den ländlichen Gebieten Indiens trifft man häufig auf Volksmusik und religiös motivierte Musik. Das ist meistens nicht auf einem professionellen Niveau, sondern einfach Teil des Alltags: sehr beeindruckend, sehr erfrischend und faszinierend.“ Und weil Andreas Henning eben auch studierter Musiker ist, betrachtet er das Erlebte mit professionellem Blick: Wie würde man diese Musik in einem „westlichen“ Notenbild notieren? Welche Art von Metren und Tonarten sind zu hören? Und wie sind diese mit unserem Ohr nachzuvollziehen? Und Henning kommt auf Musikerziehung und Hörgewohnheiten zu sprechen, auf den Unterschieden zwischen Jazz- und Klassik-Künstlern … Man merkt: Musik ist für den Pianisten nicht nur Beruf, sondern auch Leidenschaft und ganz natürliches, brennendes Interesse. Wie aber kam es zu dem Beruf? Aufgewachsen in einem kleinen Dorf in Deutschland näherte sich Andreas Henning der Musik zunächst einmal via Klavier und Kirchenmusik. „Ich habe viel georgelt damals“, erzählt er, „zur Oper hingegen hatte ich wenig Bezug.“ Gab es doch weit und breit kein Opernhaus, das der Teenager hätte besuchen können. Das änderte sich allerdings bald, genauer: in der Studienzeit. In Hannover inskribierte er Lehr-

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amt Mathematik und Musik, lernte das Musiktheater kennen und hatte nach dem Studienabschluss noch das Bedürfnis, sich weiterzubilden. Er wählte Dirigieren – noch ohne genau definierten Berufswunsch – und probierte etwas später aus, „wie es so am Theater ist.“ Es war – gut. So gut, dass der unscharfe Berufswunsch konkreter wurde und Henning den klassischen Weg – Repetitor, Studienleiter und Kapellmeister – einschlug. Für viele Jahre wirkte er in zahlreichen Stadttheatern und lernte das Opern- (und Operetten-!)Repertoire gut kennen, bis ihn der Gedanke reizte, an einem ersten Haus zu wirken. Und da gerade eine Stelle im Haus am Ring frei war – und ihn auch die Stadt Wien als solche interessierte – landete er mit der Spielzeit 2016/2017 an der Wiener Staatsoper. Hier deckt er gemeinsam mit seinen Solorepetitor-Kollegen ein weites Feld ab: Neuproduktionen und Repertoire, Proben mit unterschiedlichsten Besetzungen, die Arbeit mit Gastsolisten und Ensemblemitgliedern, quer durch alles Stile. „Gerade diese Mischung ist reizvoll“, meint er, „die bunte Zusammenstellung aus allem. Einmal bringe ich einem Sänger die Noten bei, dann wiederum braucht jemand nur eine kleine Auffrischung für die morgige Vorstellung.“ Immer ist es aber das Gemeinsame, das ihn freut: „Für mich ist entscheidend, in der Gruppe Musik zu machen, egal an welcher Position. Das Gefühl, in einem tollen Ensemble zu sein, gemeinsam mit Sängern, Regisseuren, Technikern, Souffleuren und allen anderen zu arbeiten.“ Alles schön, aber das Schönste bleibt für ihn die Abendvorstellung, die er in der Dienstloge miterleben kann, das Ergebnis der gemeinsamen Arbeit. So fühlt er vor allem Beglückung, wenn die von ihm betreuten Sängerinnen und Sänger die Bühne betreten: das Beruflich-Analytische ist zwar da, lässt aber die Freude an der Musik dennoch zu. Oliver Láng


DATEN UND FAKTEN

DATEN UND FAKTEN GEBURTSTAGE KS José Cura vollendet am 5. Dezember sein 55. Lebensjahr. Seit seinem Staatsopern-Debüt 1996 konnte ihn das Publikum auf dieser Bühne in mehr als 120 Vorstellungen erleben. Unter anderem als Otello, Andrea Chénier, Dick Johnson, Roberto in Le villi, Cavaradossi, Canio, Turiddu, Stiffelio, Jean (Hérodiade), Pollione sowie viermal als Dirigent. Christof Loy wird am 5. Dezember 55 Jahre alt. Das Repertoire der Wiener Staatsoper weist seine Inszenierung von Glucks Alceste auf. Der Regisseur und Schauspieler Sven-Eric Bechtolf feiert am 13. Dezember seinen 60. Geburtstag. Mit bislang neun verschiedenen Inszenierungen an der Wiener Staatsoper (kompletter Ring, Arabella, Cenerentola, Rusalka, Cardillac, Ariadne) gehört er zu den Regisseuren, die hier nach 1955 am häufigsten verpflichtet worden sind. KS Hilde Zadek, Ehrenmitglied der Wiener Staatsoper, feiert am 15. Dezember ihren 100. Geburtstag. Anlässlich dieses Jubiläums richtet die Wiener Staatsoper im Balkonumgang des Hauses eine ihr gewidmete Ausstellung aus, um die international gefeierte Künstlerin und Pädagogin, die die Aufführungsgeschichte des Hauses über Jahrzehnte persönlich maßgeblich mitgeschrieben hat, zu würdigen. Olaf Bär vollendet am 19. Dezember sein 60. Lebensjahr. An der Wiener Staatsoper sang der großartige Interpret leider nur fünf Mal den Olivier in Capriccio.

LYRISCHES INTERMEZZO Prof. Carlos Gacio, ehemaliger langjähriger Ballettmeister des Wiener Staats­ opernballetts, feiert am 17. Dezember seinen 80. Geburtstag. Er war einst Partner der legendären kubanischen Ballerina Alicia Alonso und erhielt das Österreichische Ehrenkreuz für Wissenschaft und Kunst sowie den Professorentitel. Ludwig Karl, ehemaliger Erster Solo­ tänzer des Wiener Staatsopernballetts, wird am 21. Dezember 60 Jahre alt.

TODESFALL Prof. Herbert Frühauf ist am 25. September 2017 verstorben. Der 1939 in Iglau Geborene war zunächst Primgeiger an der Volksoper, ab 1964 Primgeiger des Staatsopernorchesters. Vier Jahre später erfolgte seine Aufnahme in den Verein der Wiener Philharmoniker, ab 1980 gehörte er auch der Hofmusik­kapelle an. 2005 trat er zwar in den Ruhestand, war aber dennoch immer wieder als Substitut im Orchestergraben zu erleben. Quasi nebenberuflich war Herbert Frühauf auch als Komponist erfolgreich.

OMV BALLETTFONDS Eine Karriere im Traumberuf Bühnentanz ist ebenso faszinierend wie fordernd und auch kurz – mit dem durch die Wiener Staatsoper betriebe­ nen OMV Ballettfonds sollen Tänzerinnen und Tänzer des Wiener Staatsballetts am schwierigen Wendepunkt zwischen dem Ende der aktiven Bühnenkarriere und ihrem weiteren Lebensweg in ihrer beruflichen Neuorientierung wirksam unterstützt werden.

Wer auf die Staats­ oper n-Webseite klickt, dem Haus am Ring auf Facebook oder Instagram folgt, ist ganz in ihrem Reich: Uta Sander ist seit Jahren für die Entwicklung der digitalen Medien der Wiener Staatsoper zuständig. Außerhalb der Arbeitszeit trifft man sie regelmäßig als Liedbegleiterin an; so auch auf der neuen CD Lyrisches Intermezzo, auf der sie gemeinsam mit ihrem Mann, dem Bariton Klemens Sander und dem Burg-Schauspieler Cornelius Obonya die Welt Heines/Schumanns erkundet: Den Grundstock der musikalischen Einspielungen bildet Schumanns Zyklus Dichterliebe, der durch weitere Lieder ergänzt wurde; dazwischen liest Obonya die von Schumann nicht ver­­ tonten Gedichte: emotional grell schat­­­t ierte Sprachzeichnungen. Eine außergewöhnliche CD, gekonnt auf­ bereitet.

COMEDIAN HARMONISTS Inzwischen zu einer be­­liebten Tra­di­t ion ge­wor­­den ist das de­zember­liche Kon­ zert der Wiener C o m e­d i a n Harmonists im Gustav Mahler-Saal der Wiener Staats­ oper. Auch diesmal (8. Dezember, ab 11.00 Uhr) entführen die fünf Sänger des Staatsopernchores und ihr Pianist in die Welt der 1920er Jahre.

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DATEN UND FAKTEN CDS UND BÜCHER Juan Diego Flórez hat eine neue CD herausgebracht – und der schlichte Titel Mozart gibt Programmatik und Inhalt vor. Es geht um Mozart, unverstellt und unverfälscht, ohne Firlefanz und große Show. Flórez singt eine feine Auswahl an Arien und wird vom Orchestra La Scintilla unter Riccardo Minasi begleitet. Was einem bei dieser Aufnahme sofort auffällt, ist nicht nur der sehr persönliche Zugang von Flórez, sondern auch das Durchschimmern einer italienischen Tradition: Flórez bildet hier das Gegengewicht zu den zahlreichen deutschsprachigen und englischen Tenören – und lässt an vielen Stellen aufhorchen. Wer den unvergleichlichen Sänger in seinen vielen Paraderollen liebt, sollte sich diese Aufnahme nicht entgehen lassen! Viele Sänger – und natürlich auch Zuhörer – s c h ätz e n seit langem das Schaffen des Kompo­ ­ nisten Albin Fries: Künstler wie Olga Bezsmertna, Daniela Fally, Angelika Kirchschlager, Camilla Nylund, Herbert Lippert und Thomas Moser gestalteten seine Werke in Konzerten. Fries’ Œuvre ist groß: Klavierwerke, Opern, Kammermusik, Orchesterkompositionen – und eben zahllose Lieder. Auf einer neuen CD sind nun 17 Liedkompositionen – gesungen von der Sopranistin Nina Bernsteiner –

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zu hören. Als Basis wurden Gedichte der Kaiserin Elisabeth gewählt, die Fries in eine vielschichtige und genau am Text orientierte Musik kleidete.

gesellschaftlichen Umgangs. Das Buch – „Küss die Hand“ – ist im Amalthea-Verlag erschienen.

Es war mitten im Sommer, als Clemens Unterreiner die Texte zu seiner ersten Weihnachts-CD aufnahm: „Die Le­sung der Ge­ dichte in der Hitze des letzten Sommers war dabei ein ganz besonderes und schweißtreibendes Erlebnis!“ Herausgekommen ist eine Zusammenstellung aus beliebten Liedern und Texten. Darüber hinaus spendet der Bariton die Hälfte seiner CDTantiemen dem von ihm gegründeten Benefiz-Verein „HILFSTÖNE – Musik für Menschen in Not“.

Bücher über Ludwig van Beet­ hoven gibt es bereits viele. Der Musikwissenschaftler Martin Geck hat nun einen weiteren Band herausgebracht – blickt allerdings aus einer neuen Perspektive auf den Komponisten. Es geht um den „Schöpfer und sein Universum“, also um die Verbindungslinien und Einflüsse, die auf Beethoven wirkten und die von ihm ausgingen. Dabei gruppiert Geck die beteiligten Personen – von Tintoretto bis Aldous Huxley – in einzelne Themengebiete. Ein klug aufbereitetes Buch – und eine Fundgrube!

Sie wollten immer schon wissen, wie ein formvollendeter Handkuss funktioniert? Und nicht zuletzt: Wie Sie reagieren, wenn sich das Parkett der zwischenmenschlichen Kommunikation glatter erweist als gedacht? Roman Svabek, Tanzlehrer sowie Coach für Gesellschaftslehre und Umgangsformen, erklärt humorvoll, was im Umgang mit unseren Mitmenschen zu beachten ist. Mit humoristischem Gespür illustriert Benedikt Kobel, seines Zeichens Ensemblemitglied der Wiener Staatsoper und Zeichner mit spitzer Feder, die Gefahren auf dem Parkett des

Abend für Abend erlebt man das Wiener Staatsopernorchester – praktisch in Personal­ union: die Wiener Phil­h armoniker – im Or­c hestergraben der Staatsoper. Als Wiener Philharmoniker kann der Klangkörper auf eine 175jährige Geschichte zurückblicken: am 28. März 1842 fand das erste Konzert statt, seither wird Musikgeschichte geschrieben. Anlässlich des Jubiläums hat Christoph Wagner-Trenkwitz ein Buch über das Orchester geschrieben, das in gewohnt erzählerischer und pointierter Weise Einblick in den Kosmos Philharmoniker bietet. Von der Gründung bis Heute, mit gewitztem Blick hinter die Kulissen.

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DATEN UND FAKTEN

RADIO UND TV

DIVERSES

1. Dezember, 19.00 | radio klassik Per Opera ad Astra Richard Schmitz führt anhand von Aufnahmen durch Alban Bergs Lulu 3. Dezember, 14.00 | radio klassik Mélange mit Dominique Meyer Plus de Mozart 3. Dezember, 19.30 | Ö1 Lulu (Alban Berg mit dem von Friedrich Cerha komplettierten 3. Akt) Dirigent: Ingo Metzmacher Mit: u.a. Eichenholz, KS Denoke, KS Skovhus, Lippert, KS Grundheber Zeitversetzte Live-Übertragung der Premiere aus der Wiener Staatsoper 13. Dezember, 19.30 | Ö1 Opernwerkstatt Piotr Beczala zu Gast bei Michael Blees Aufgezeichnet am 22. November 2017 im RadioCafé 14. Dezember, 11.00 | radio klassik Rubato mit Clemens Unterreiner

14. Dezember, 14.05 | Ö1 Hilde Zadek zum 100. Geburtstag 23. Dezember, 20.15 | 3sat Roméo et Juliette (Charles Gounod) Aufzeichnung aus der Wiener Staatsoper vom 1. Februar 2017 (mit u.a. Flórez, Garifullina; Dirigent: Domingo) 31. Dezember, 15.05 | Ö1 Apropos Oper Ausschnitte aus aktuellen Aufführungen der Wiener Staatsoper und Künstlergespräche; Gestaltung: Michael Blees 31. Dezember, 20.00 | radio klassik Die Fledermaus (Johann Strauß) Karajan, Wiener Philharmoniker, Wiener Staatsopernchor

Zum Jahreswechsel bietet die Wiener Staatsoper Übertragungen auf dem Herbert von Karajan-Platz an: Vom 27. Dezember bis 2. Jänner sind Aufführungen von Die Fledermaus, Der Nussknacker, Die Zauberflöte und Hänsel und Gretel zu sehen. Am 1. Jänner wird vormittags das Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker gezeigt. Am 21. Dezember um 17.30 Uhr findet das erste Publikumsgespräch der Saison in der AGRANA STUDIOBÜHNE WALFISCHGASSE statt: Direktor Domi­ nique Meyer und der kaufmännische Leiter Thomas Platzer werden dabei über aktuelle Themen sprechen. Kosten­ lose Zählkarten sind an allen Kassen erhältlich.

DONATOREN biolitec AG | BUWOG Group| Christian Zeller Privatstiftung | Diehl Stiftung &Co. KG | Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG | André und Rosalie Hoffmann | Helm AG | Franz Jirsa GesmbH | Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG | MB Beteiligungs GmbH | OMV Aktiengesellschaft | Porsche Holding GmbH | Raiffeisen Bank International AG | Schoeller Bank | Siemens AG Österreich | STRABAG SE | TUPACK Verpackungen Gesellschaft m.b.H. | voestalpine AG | Wirtschaftskammer Wien

STAATSOPERNFÜHRUNGEN IM DEZEMBER 2017 1.12.

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9.00 Uhr Führungen nur nach telefonischer Voranmeldung wwww.wiener-staatsoper.at | tours@wiener-staatsoper.at Tel. (+43/1) 51444 / 2613, 2614 | Fax: (+43/1) 51444/ 2624. Änderungen vorbehalten.

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SPIELPLAN DEZEMBER 2017 01

Freitag 20.00-21.45 Oper

Strauss-Tage: DAPHNE | Richard Strauss Dirigentin: Simone Young | Regie: Nicolas Joel Dumitrescu, Baechle, Hangler, Bruns, Schager, Bermúdez, Fingerlos, Tonca, Plummer

Abo 7 Preise S Werkeinführung

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Samstag 19.30-22.00 Oper

DON PASQUALE | Gaetano Donizetti Dirigent: Evelino Pidò | Regie: Irina Brook Corbelli, Mironov, Spagnoli, Fally, Derntl

Preise S Oper live at home

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Sonntag 17.00-20.45 Oper Premiere

LULU | Alban Berg (3. Akt komplettiert von Friedrich Cerha) Dirigent: Ingo Metzmacher | Regie: Willy Decker szenische Einstudierung: Ruth Orthmann Ausstattung: Wolfgang Gussmann | Kostümmitarbeit: Susana Mendoza Eichenholz, Denoke, Ellen, Khayrullova, J. Schneider, Skovhus, Lippert, Grundheber, Bankl, Osuna, Moisiuc, Nazarova, Nakani, Walser, Martirossian

Preise P Werkeinführung

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Montag 20.00-21.45 Oper

Strauss-Tage: DAPHNE | Richard Strauss Dirigentin: Simone Young | Regie: Nicolas Joel Dumitrescu, Baechle, Hangler, Bruns, Schager, Bermúdez, Fingerlos, Tonca, Plummer

Abo 16 Preise S Werkeinführung

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Dienstag 20.00-21.45 Oper

Strauss-Tage: ELEKTRA | Richard Strauss Dirigent: Ingo Metzmacher | Regie: Uwe Eric Laufenberg Meier, Herlitzius, Barkmin, Ernst, Reuter, Green, Ivan, Kushpler, Kobel, Pelz, Ellen, Bohinec, Gritskova, Helzel, Wenborne, Raimondi

Strauss-Zyklus B Preise S

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Mittwoch 18.00-21.45 Oper

LULU | Alban Berg (3. Akt komplettiert von Friedrich Cerha) Dirigent: Ingo Metzmacher | Regie: Willy Decker Eichenholz, Denoke, Ellen, Khayrullova, J. Schneider, Skovhus, Lippert, Grundheber, Bankl, Osuna, Moisiuc, Nazarova, Nakani, Walser, Martirossian

Abo 12 Preise G Werkeinführung

MUSIKVEREIN | GLÄSERNER SAAL/MAGNA AUDITORIUM | LIED.BÜHNE 20.00-22.00 Andrea Carroll (Sopran), Stephen Hopkins (Klavier) Liederabend Werke von Schubert, Debussy, Rachmaninow, Granados, Rodrigo, Weill

tickets@musikverein.at

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Donnerstag 20.00-21.45 Oper

Strauss-Tage: DAPHNE | Richard Strauss Dirigentin: Simone Young | Regie: Nicolas Joel Dumitrescu, Baechle, Hangler, Bruns, Schager, Bermúdez, Fingerlos, Tonca, Plummer

Abo 20 Preise S Werkeinführung

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Freitag 11.00-13.00 Matinee

Gustav Mahler-Saal WIENER COMEDIAN HARMONISTS

Preise R

16.00-17.45 Oper

Strauss-Tage: ELEKTRA | Richard Strauss Dirigent: Ingo Metzmacher | Regie: Uwe Eric Laufenberg Meier, Herlitzius, Barkmin, Ernst, Reuter, Green, Ivan, Kushpler, Kobel, Pelz, Ellen, Bohinec, Gritskova, Helzel, Wenborne, Raimondi

Nachmittags­ zyklus Preise S CARD Oper live at home

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Samstag 18.00-21.45 Oper

LULU | Alban Berg (3. Akt komplettiert von Friedrich Cerha) Dirigent: Ingo Metzmacher | Regie: Willy Decker Eichenholz, Denoke, Ellen, Khayrullova, J. Schneider, Skovhus, Lippert, Grundheber, Bankl, Osuna, Moisiuc, Nazarova, Nakani, Walser, Martirossian

Zyklus Neuproduktionen Preise G Werkeinführung

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Sonntag 11.00-12.00 Matinee

Gustav Mahler-Saal ENSEMBLEMATINEE IM MAHLER-SAAL 4 Margaret Plummer, Orhan Yildiz | Cécile Restier (Klavier)

Preise L

18.00-22.15 Oper

Strauss-Tage: DER ROSENKAVALIER | Richard Strauss Dirigent: Adam Fischer | Regie: Otto Schenk Stoyanova, Rose, Houtzeel, Schmeckenbecher, Morley, Hangler, Ebenstein, Helzel, Moisiuc, Jelosits, Pelz, Xiahou, Dwyer, Pecoraro

Preise A

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Montag 20.00-21.45 Oper

Strauss-Tage: ELEKTRA | Richard Strauss Dirigent: Ingo Metzmacher | Regie: Uwe Eric Laufenberg Meier, Herlitzius, Barkmin, Ernst, Reuter, Green, Ivan, Kushpler, Kobel, Pelz, Ellen, Bohinec, Gritskova, Helzel, Wenborne, Raimondi

Preise S

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Dienstag 18.30-22.15 Oper

LULU | Alban Berg (3. Akt komplettiert von Friedrich Cerha) Dirigent: Ingo Metzmacher | Regie: Willy Decker Eichenholz, Denoke, Ellen, Khayrullova, J. Schneider, Skovhus, Lippert, Grundheber, Bankl, Osuna, Moisiuc, Nazarova, Nakani, Walser, Martirossian

Abo 3 Preise G Oper live at home Werkeinführung

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Mittwoch 18.30-22.45 Oper

Strauss-Tage: DER ROSENKAVALIER | Richard Strauss Dirigent: Adam Fischer | Regie: Otto Schenk Stoyanova, Rose, Houtzeel, Schmeckenbecher, Morley, Hangler, Ebenstein, Helzel, Moisiuc, Jelosits, Pelz, Xiahou, Dwyer, Pecoraro

Strauss-Zyklus B Preise A

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Donnerstag 19.00-22.00 Oper

Strauss-Tage: ARABELLA | Richard Strauss Dirigent: Patrick Lange | Regie: Sven-Eric Bechtolf Rydl, Kushpler, Gabler, Reiss, Maltman, Bruns, Navarro, Bermúdez, Coliban, Nazarova, Ellen

Strauss-Zyklus A Preise S

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Freitag 18.30-22.15 Oper

LULU | Alban Berg (3. Akt komplettiert von Friedrich Cerha) Dirigent: Ingo Metzmacher | Regie: Willy Decker Eichenholz, Denoke, Ellen, Khayrullova, J. Schneider, Skovhus, Lippert, Grundheber, Bankl, Osuna, Moisiuc, Nazarova, Nakani, Walser, Martirossian

Abo 6 Preise G Werkeinführung

GENERALSPONSOREN DER WIENER STAATSOPER

OPER LIVE AM PLATZ In Kooperation mit

KINDEROPER AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE HAUPTSPONSOR


Samstag 11.00-12.30 Matinee

Gustav Mahler-Saal KAMMERMUSIK DER WIENER PHILHARMONIKER 4 Ornamentum Philharmonicum Walter Auer (Flöte), Wolfgang Breinschmid (Flöte), Maxim Brilinsky (Violine), Jun Keller (Violine), Martin Kubik (Violine), Sebastian Führlinger (Viola), Peter Somodari (Violoncello), Filip Waldmann (Kontrabass), Kotono Brilinsky (Cembalo, Orgel) Werke von: Telemann, Corelli, Biber, J. S. Bach

Preise R

18.30-22.45 Oper

Strauss-Tage: DER ROSENKAVALIER | Richard Strauss Dirigent: Adam Fischer | Regie: Otto Schenk Stoyanova, Rose, Houtzeel, Unterreiner, Morley, Hangler, Ebenstein, Helzel, Moisiuc, Jelosits, Pelz, Xiahou, Dwyer, Pecoraro

Preise A Oper live at home

Sonntag 14.00-16.15 Ballett

Strauss-Tage: VERKLUNGENE FESTE | JOSEPHS LEGENDE John Neumeier – Richard Strauss Dirigent: Gerrit Prießnitz | Hashimoto, Konovalova, Poláková; Shishov | Friza; Lazik, Peci, Wielick

Zyklus Ballett-Neoklassik Preise C | CARD

19.30-21.45 Ballett

Strauss-Tage: VERKLUNGENE FESTE | JOSEPHS LEGENDE John Neumeier – Richard Strauss Dirigent: Gerrit Prießnitz | Hashimoto, Konovalova, Poláková; Shishov | Horner; Cherevychko, Lazik, Feyferlik

Abo 21 Preise C

18

Montag 19.00-22.00 Oper

Strauss-Tage: ARABELLA | Richard Strauss Dirigent: Patrick Lange | Regie: Sven-Eric Bechtolf Rydl, Kushpler, Gabler, Reiss, Maltman, Bruns, Navarro, Bermúdez, Coliban, Nazarova, Ellen

Abo 14 Preise S

19

Dienstag 18.30-22.45 Oper

Strauss-Tage: DER ROSENKAVALIER | Richard Strauss Dirigent: Adam Fischer | Regie: Otto Schenk Stoyanova, Rose, Houtzeel, Unterreiner, Morley, Hangler, Ebenstein, Helzel, Moisiuc, Jelosits, Pelz, Xiahou, Dwyer, Pecoraro

Abo 1 Preise A

18.00-19.00

AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE OPERNGESCHICHTE XIII mit Staatsoperndirektor Dominique Meyer. Thema: London

Preise X

20

Mittwoch 19.30-21.45 Ballett

Strauss-Tage: VERKLUNGENE FESTE | JOSEPHS LEGENDE John Neumeier – Richard Strauss Dirigent: Gerrit Prießnitz | Hashimoto, Konovalova, Poláková; Shishov | Horner; Cherevychko, Lazik, Feyferlik

Preise C

21

Donnerstag 17.30-19.00

AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE PUBLIKUMSGESPRÄCH mit Staatsoperndirektor Dominique Meyer und dem kaufmännischen Geschäftsführer Thomas Platzer

kostenlose Zählkarten

19.00-22.00 Oper

Strauss-Tage: ARABELLA | Richard Strauss Dirigent: Patrick Lange | Regie: Sven-Eric Bechtolf Rydl, Kushpler, Gabler, Reiss, Maltman, Bruns, Navarro, Bermúdez, Coliban, Nazarova, Ellen

Abo 18 Preise S | CARD Oper live at home

Freitag 17.30-18.30 Konzert

AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE WEIHNACHTSKONZERT MIT ENSEMBLEMITGLIEDERN DER WIENER STAATSOPER

Preise Y

19.00-22.00 Oper

DIE ZAUBERFLÖTE | Wolfgang Amadeus Mozart Dirigent: Adam Fischer | Regie: Moshe Leiser, Patrice Caurier Pape, J. Schneider, Eröd, Jelosits, Fahima, Bezsmertna, Wenborne, Helzel, Nakani, Carroll, Tatzl, Kobel, Derntl, Green

Preise G

23

Samstag 19.30-21.30 Ballett

DER NUSSKNACKER | Rudolf Nurejew – Peter I. Tschaikowski Dirigent: Paul Connelly Mair, Basílio

Preise S

24

Sonntag

DIE WIENER STAATSOPER WÜNSCHT GESEGNETE WEIHNACHTEN

25

Montag 19.00-22.00 Oper

DIE ZAUBERFLÖTE | Wolfgang Amadeus Mozart Dirigent: Adam Fischer | Regie: Moshe Leiser, Patrice Caurier Pape, J. Schneider, Schmeckenbecher, Jelosits, Fahima, Bezsmertna, Wenborne, Helzel, Nakani, Carroll, Tatzl, Kobel, Derntl, Green

Preise G

26

Dienstag 17.00-19.15 Oper

HÄNSEL UND GRETEL | Engelbert Humperdinck Dirigent: Patrick Lange | Regie: Adrian Noble Eröd, Ellen, Plummer, Reiss, Bohinec, Dwyer

Preise G

27

Mittwoch 19.00-22.00 Oper

DIE ZAUBERFLÖTE | Wolfgang Amadeus Mozart Dirigent: Adam Fischer | Regie: Moshe Leiser, Patrice Caurier Pape, J. Schneider, Eröd, Jelosits, Fahima, Bezsmertna, Wenborne, Helzel, Nakani, Carroll, Tatzl, Kobel, Derntl, Green

Preise G Oper live am Platz

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Donnerstag 19.30-21.30 Ballett

DER NUSSKNACKER | Rudolf Nurejew – Peter I. Tschaikowski Dirigent: Paul Connelly Mair, Basílio

Preise S Oper live am Platz

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Freitag 19.00-22.00 Oper

DIE ZAUBERFLÖTE | Wolfgang Amadeus Mozart Dirigent: Adam Fischer | Regie: Moshe Leiser, Patrice Caurier Pape, J. Schneider, Schmeckenbecher, Jelosits, Fahima, Bezsmertna, Wenborne, Helzel, Nakani, Carroll, Tatzl, Kobel, Derntl, Green

Preise G Oper live am Platz Oper live at home

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Samstag 19.00-21.15 Oper

HÄNSEL UND GRETEL | Engelbert Humperdinck Dirigent: Patrick Lange | Regie: Adrian Noble Eröd, Ellen, Plummer, Reiss, Bohinec, Dwyer

Preise G Oper live am Platz

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Sonntag 19.00-22.30 Operette

DIE FLEDERMAUS | Johann Strauß Dirigent: Cornelius Meister | Regie: Otto Schenk Schade, Aikin, Schmeckenbecher, Houtzeel, Bruns, Unterreiner, Jelosits, Nazarova, Rathkolb, Simonischek

Preise P Oper live am Platz Oper live at home

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PRODUKTIONSSPONSOREN

DON PASQUALE

ARABELLA DER ROSENKAVALIER

DER NUSSKNACKER

Ballettakademie der Wiener Staatsoper: TANZDEMONSTRATIONEN täglich vom 16. bis 20. Dezember jeweils um 10.30 und um 15.30 Uhr KINDEROPER | AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE


KARTENVERKAUF FÜR 2017/ 2018 KARTENBESTELLUNGEN PER POST, FAX UND INTERNET Kartenbestellungen sind ab dem Erscheinen der jährlichen Saisonvorschau (Anfang April) für alle Vorstellungen der jeweiligen Saison möglich. Bestellungen richten Sie bitte an das Bestellbüro der Wiener Staatsoper, Operngasse 2, 1010 Wien, oder an die Fax-Nummer (+43/1) 51444/2969 bzw. per e-Mail an kartenvertrieb@wiener-staatsoper.at . Nach erfolgter Kartenzuteilung erhalten Sie eine Reservierungsbestätigung mit Angabe eines verbindlichen Zahlungstermins. Besitzerinnen/Besitzer einer bundestheater.at-CARD mit Bankeinzug werden frühestens neun Wochen vor dem Vorstellungstermin mit dem Kartenpreis belastet. Ebenso sind ab dem Erscheinen der Saisonvorschau Kartenbestellungen über Internet möglich. Wählen Sie unter „Spielplan“ die gewünschte Vorstellung sowie „Tickets bestellen“ und übermitteln Sie uns online Ihren Reservierungswunsch sowie die gewünschte Zahlungsmodalität. Nach erfolgter Karten­ zuteilung erhalten Sie per e-Mail eine Reservierungsbestätigung mit Angabe eines verbindlichen Zahlungstermins.

RESTKARTENVERKAUF AN DEN KASSEN, TELEFONISCH UND IM INTERNET Darüber hinaus können verbleibende Restkarten in der Regel 2 Monate vor dem Vorstellungstag (z.B. am 1. 9. für 1. 11., am 30. 9. für 30. 11. Achtung: Vorstellungen vom 1. bis 30. 9. vom 1. bis 30. 5., Vorstellungen vom 1. bis 31. 10. jeweils vom 1. bis 30. 6.) an unseren Kassen, im Internet bzw. telefonisch mit Kreditkarte unter (+43/1) 513 1 513 (Mo bis So: 10 bis 19 Uhr; American Express, Diners Club, Visa, MasterCard, Eurocard und JCB Card) sofort erworben werden.

KARTEN FÜR DIE AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE können ab Erscheinen des Programms über Internet bzw. das Bestellbüro der Wiener Staatsoper (siehe Kartenbestellungen per Post, Fax und Internet) bestellt werden. Der Kartenverkauf an den Kassen beginnt für Cinderella und Wagners Nibelungenring für Kinder 1 Monat vor der ersten Vorstellung einer Aufführungsserie, für alle übrigen Veranstaltungen in der AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE in der Regel 2 Monate vor der jeweiligen Veranstaltung. Die AGRANA STUDIOBÜHNE | WALFISCHGASSE finden Sie nur wenige Schritte von der Wiener Staatsoper entfernt in der Walfischgasse 4.

TAGESKASSEN Kassenhalle der Bundestheater, Operngasse 2, 1010 Wien, Information: Tel. (+43/1) 51444/7880; Tageskasse Volksoper Wien, Währinger Straße 78, 1090 Wien, Tel. (+43/1) 51444/3318; Tageskasse Burgtheater, Universitätsring 2, 1010 Wien, Tel. (+43/1) 51444/4440. Öffnungszeiten: Mo bis Fr: 8 bis 18 Uhr; Sa, So und Feiertag: 9 bis 12 Uhr; an den Advent-Samstagen: 9 bis 17 Uhr.

KASSE IM FOYER / ABENDKASSE der Wiener Staatsoper, Herbert von Karajan-Platz, 1010 Wien, Öffnungs­zeiten: Mo bis Fr: 9 Uhr bis zwei Stunden vor Vorstellungsbeginn; Sa: 9 bis 12 Uhr sowie an den Advent-Samstagen: 9 bis 17 Uhr. Sonn- und Feiertag geschlossen. Die Abendkasse ist jeweils ab einer Stunde vor Vorstellungsbeginn geöffnet.

KASSE UNTER DEN ARKADEN im Gebäude der Wiener Staatsoper, Herbert von Karajan-Platz, 1010 Wien, Öffnungszeiten: Mo bis Fr: 9 Uhr bis eine Stunde vor Vorstellungsbeginn; Sa: 9 bis 17 Uhr, Sonn- und Feiertag geschlossen.

KINDERERMÄSSIGUNG Für Kinder bis zum vollendeten 14. Lebensjahr (Lichtbildausweis erforderlich) steht bei jeder Vorstellung – ausgenommen Premieren, am 31. Dezember sowie die Vorstellungen des Ring-Zyklus – ein Kontingent von maximal 100, mindestens jedoch 25 Kinderkarten zum Einheitspreis von E 15,- (unabhängig von der gewählten Preiskategorie) zur Verfügung. Geben Sie bei Ihrer Bestellung die gewünschte Anzahl von Kinderkarten an oder erwerben Sie Kinderkarten direkt beim Kartenkauf. Bitte beachten Sie, dass die eigentliche Kinderkarte in jedem Fall ausnahmslos nur am Tag der Vorstellung an der Abendkasse bis spätestens 20 Minuten vor Beginn bei tatsächlichem Vorstellungsbesuch des Kindes ausgefolgt werden kann.

ROLLSTUHLPLÄTZE In der Wiener Staatsoper stehen für Gäste mit Einschränkungen der Bewegungsfreiheit 4 Rollstuhlplätze im Parkett mit Begleitsitz zur Verfügung. Ebenso befinden sich bis zu 18 Rollstuhlplätze mit Begleitsitz auf der Galerie. Bestellungen richten

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N° 214

Sie bitte an das Bestellbüro der Wiener Staatsoper, Operngasse 2, 1010 Wien, oder an die Fax-Nummer (+43/1) 51444/2969 bzw. per e-Mail an kartenvertrieb@wiener-­ staatsoper.at . Bestellungen für die laufende Saison sind auch telefonisch unter (+43/1) 51444/2653, Mo bis Fr: 9 bis 16 Uhr, möglich.

BUNDESTHEATER.AT-CARD Bonuspunkte pro Eintrittskarte einlösbar bei BonuspunkteAktionen, Bevorzugung bei der Reihung für Standby-Tickets, Karten für Kurzentschlossene exklusiv für CARD-Besitzer/ innen, Vergünstigungen für Inha­ber/innen eines StaatsopernAbonnements mit CARD mit Bankeinzug. Zusatzfunktion „Ballett-Bonus“: Um 25,- erhalten Sie 15% Ermäßigung auf Vollpreiskarten für alle Ballettvorstellungen der Saison 2017/2018 in der Wiener Staatsoper und in der Volksoper Wien mit Ausnahme von Premieren und Sonderveranstaltungen (max. 2 Karten pro Vorstellung). Der „Ballett-Bonus“ für die Saison 2017/2018 ist an allen Bundestheaterkassen erhältlich.

STEHPLÄTZE werden ab 80 Minuten vor Vorstellungsbeginn nur an der Stehplatzkasse verkauft. Der Zugang zur Stehplatzkasse befindet sich in der Operngasse.

KARTEN FÜR KURZENTSCHLOSSENE Sollten für eine Vorstellung Restkarten verfügbar sein, so haben bundestheater.at-CARD Besitzer/innen exklusiv die Möglichkeit, einen Teil dieser Karten (max. 4 Karten pro CARD und Vorstellung) zum Einheitspreis von E 47,- am Tag vor der Vorstellung an den Tageskassen in der Zeit von Mo bis Fr: 9 bis 14 Uhr, Sa, So und Feiertag: 9 bis 12 Uhr, sowie an der Kasse im Foyer der Wiener Staatsoper und in der Info unter den Arkaden, Mo bis Fr: 9 bis 14 Uhr, Sa: 9 bis 12 Uhr, zu erwerben. Ob und wie viele Karten für Kurzentschlossene verfügbar sind, wird unter Tel. (+43/1) 51444/2950 bekannt gegeben.

STEHPLATZSCHECKS FÜR BALKON UND GALERIE Zum Preis von E 80,– ist in der Kassenhalle, Operngasse 2, 1010 Wien, ein Scheckheft mit insgesamt 50 Stehplatzschecks im Wert von E 150,–, gültig für Balkon- und Galeriestehplätze für die Saison 2017/2018, erhältlich. Die Schecks können an der Abendkasse – von Besitzern/innen einer Balkon- oder Galeriestehplatzberechtigungskarte auch im Vorverkauf – gegen die jeweils gewünschte Stehplatzkarte eingelöst werden. Die Stehplatzschecks sind übertragbar.

GUTSCHEINE Opern-Geschenkgutscheine sind zu jedem beliebigen Wert erhältlich und ab Ausstellungsdatum zwei Jahre gültig. Die Gutscheine können an den Tageskassen oder unter www.wiener-staatsoper.at erworben werden und sind für alle Vorstellungen der Staatsoper einlösbar.

ABONNEMENTS UND ZYKLEN Für Bestellungen verwenden Sie bitte das Bestellformular im Zyklenprospekt. Gerne steht Ihnen für weitere Informationen und Bestellungen auch das Abonnementbüro der Wiener Staatsoper, Operngasse 2, 1010 Wien, Tel. (+43/1) 51444/2678, Fax: (+43/1) 51444/2679, e-Mail: abonnement@wiener-staatsoper.at, von Mo bis Fr: 9 bis 15 Uhr, Mi: bis 18 Uhr, zur Verfügung.

INFORMATIONEN Tel. (+43/1) 51444/2250, 7880 | Internet: www.wiener-staatsoper.at ORF-Teletext: Seite 407 | Änderungen vorbehalten.

IMPRESSUM Wiener Staatsoper – Direktion Dominique Meyer Saison 2017/2018, Prolog Dezember 2017 Erscheinungsweise monatlich | Redaktionsschluss 21.11.2017 Redaktion: Andreas Láng, Oliver Láng, Oliver Peter Graber, Iris Frey Tel. +43 (1) 51444-2211 | e-Mail: dramaturgie@wiener-staatsoper.at Grafik: Irene Neubert Bildnachweise: Jakwerth (S. 2, 3, 23), Harald Hoffmann (Cover, 4, 7), Axel Zeininger (S. 8), Pär Fridberg (S. 10), Michael Pöhn (S. 12, 16, 18-20, 27), Ashley Taylor (S. 15), Wilfried Hedenborg (S. 24) alle anderen unbezeichnet bzw. Archiv der Wiener Staatsoper Medieninhaber (Verleger) und Herausgeber: Wiener Staatsoper GmbH, Opernring 2 Herstellung: Agensketterl Druckerei GmbH

www.wiener-staatsoper.at

ABOS UND ZYKLEN Abo 1 19. Dezember, 18.30-22.45 DER ROSENKAVALIER Richard Strauss Abo 3 12. Dezember, 18.30-22.15 LULU Alban Berg Abo 6 15. Dezember, 18.30-22.15 LULU Alban Berg Abo 7 1. Dezember, 20.00-21.45 DAPHNE Richard Strauss Abo 12 6. Dezember, 18.00-21.45 LULU Alban Berg Abo 14 18. Dezember, 19.00-22.00 ARABELLA Richard Strauss Abo 16 4. Dezember, 20.00-21.45 DAPHNE Richard Strauss Abo 18 21. Dezember, 19.00-22.00 ARABELLA Richard Strauss Abo 20 7. Dezember, 20.00-21.45 DAPHNE Richard Strauss Abo 21 17. Dezember, 19.30-21.45 VERKLUNGENE FESTE JOSEPHS LEGENDE John Neumeier – Richard Strauss Zyklus Neuproduktionen 9. Dezember, 18.00-21.45 LULU Alban Berg Strauss-Zyklus A 14. Dezember, 19.00-22.00 ARABELLA Richard Strauss Strauss-Zyklus B 5. Dezember, 20.00-21.45 ELEKTRA Richard Strauss

13. Dezember, 18.30-22.45 DER ROSENKAVALIER Richard Strauss

Zyklus Ballett-Neoklassik 17. Dezember, 14.00-16.15 VERKLUNGENE FESTE JOSEPHS LEGENDE John Neumeier – Richard Strauss Nachmittagszyklus 8. Dezember, 16.00-17.45 ELEKTRA Richard Strauss


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