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Nr. 26, mai 2018 ∙ 12 Euro

Edition Grün

U m f r a g e

Nachhaltige Finanzwirtschaft

klimawandel rauchende köpfe rauchende köpfe


FLiegeN grรœner

WIR MACHEN

FACC Technologien kommen auch in der Umwelt gut an. Denn sie machen Flugzeuge leichter, sparen Treibstoff, optimieren die Flugeigenschaften und erhรถhen die Reichweite. Darauf vertrauen alle Flugzeughersteller der Welt, von Airbus bis Boing, von Bombardier bis Embraer, Sukhoi oder Comac. Und unsere faszinierende Reise geht weiter. Wir arbeiten bereits heute an den nachhaltigen Lรถsungen der Zukunft. Jeden Tag leisten wir so unseren Beitrag, die Welt ein klein wenig besser zu machen. Entdecken Sie unsere Welt vom Fliegen: facc.com

bEYoND HorIZonS


Editorial börsianer Nr. 26

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F R GE U M HALTI NACH ANZT FIN CHAF WIRTS

folgen Sie uns live: Derboersianer.com (Blog) Dominik Hojas Chefredakteur Börsianer

facebook.com/derBoersianer Twitter.com/derBoersianer

Klimalösungen, die Erträge generieren. Investitionen in Ressourceneffizienz sind ein wichtiger Bestandteil des Wechsels hin zu einer nachhaltigeren Gesellschaft.

Liebe Börsianer!

U

S-Präsident Donald Trump hat entschieden, dass die USA aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigen. Der Grund: Den Klimawandel gibt es laut Trump gar nicht. Einige Zi-

tate aus den vergangenen Jahren geben Einsicht in seine faktenresistente Haltung, die er bei diesem Thema bisher gezeigt hat:

Unternehmen, die ihr Talent und ihre Innovationskraft benutzen, um einen positiven Unterschied zu machen, können attraktive Erträge generieren. Seien Sie Teil der Lösung.

„Das Konzept der Erderwärmung wurde von und für ­Chinesen geschaffen, um die amerikanische Produktion wettbewerbsunfähig zu machen.“ - Twitter, 6. November 2012 „Könnt ihr euch das vorstellen - Außenminister John Kerry hat gerade behauptet, die gefährlichste Waffe heutzutage sei der

Nordea Investment Funds S.A. Dr. Johannes Rogy Head of Fund Distribution Region Central & Eastern Europe Tel. 01/512 87 17 – 20 johannes.rogy@nordea.com

Klimawandel. Lächerlich.“ - Twitter, 14. Februar 2014 „Es ist Ende Juli und echt kalt draußen in New York. Wo zum Teufel ist die Erderwärmung? Wir brauchen dringend was da-

Nordea 1 – Global Climate and Environment Fund LU0348926287, BP-EUR LU0994683356, AP-EUR

von. Jetzt heißt das Klimawandel.“ - Twitter, 28. Juli 2014 „Ich habe einige großartige, großartige, sehr erfolgreiche Golfplätze. Ich habe viele Umweltpreise dafür bekommen. Ich habe da enorm viel Arbeit reingesteckt. Manchmal würde ich sagen, dass ich eigentlich ein Umweltschützer bin.“ - Interview „New York Times“, 23. November 2016 Trump lässt sich also vom wissenschaftlichen Konsens, dass der Klimawandel menschengemacht ist, nicht irritieren. Das ist USFinanzmogul Michael Bloomberg so peinlich, dass dieser sich genötigt fühlt, den US-Beitrag für das Pariser Klimaabkommen für

3

nordeafunds@nordea.lu Die genannten Teilfonds sind Teil von Nordea 1, SICAV, einer offenen Investmentgesellschaft luxemburgischen Rechts, welcher der EG-Richtlinie 2009/65/EG vom 13 Juli 2009 entspricht. Bei dem vorliegenden Dokument handelt es sich um Werbematerial, es enthält daher nicht alle relevanten Informationen zu den erwähnten Teilfonds. Jede Entscheidung, in den Teilfonds anzulegen, sollte auf der Grundlage des aktuellen Verkaufsprospekts, der Wesentlichen Anlegerinformationen (KIID) sowie des aktuellen Jahres- und Halbjahresberichts getroffen werden. Die genannten Dokumente sind in elektronischer Form auf Englisch und in der jeweiligen Sprache der zum Vertrieb zugelassenen Länder auf Anfrage unentgeltlich bei Nordea Investment Funds S.A., 562, rue de Neudorf, P.O. Box 782, L-2017 Luxemburg oder bei der Zahlstelle und dem Repräsentant der Nordea 1, SICAV in Österreich, die Erste Bank der österreichischen Sparkassen AG, Am Belvedere 1, A-1100 Wien erhältlich. Angaben zu weiteren Risiken in Verbindung mit den genannten Teilfonds entnehmen Sie bitte den Wesentlichen Anlegerinformationen (KIID), die wie oben beschrieben erhältlich sind. Herausgegeben von Nordea Investment Funds S.A. 562, rue de Neudorf, P.O. Box 782, L-2017 Luxemburg, einer von der Commission de Surveillance du Secteur Financier in Luxemburg genehmigten Verwaltungsgesellschaft.


Editorial börsianer Nr. 26

dieses Jahr aus seiner eigenen Tasche zu zahlen. Börsianer-Redakteur Robert Winter hat für die „Edition grün“ des Börsianer den Klimawandel im Faktencheck (Seite 16) geprüft. Sein Fazit: Extremwetter, ansteigender Meeresspiegel, Artensterben, veränderte Vegetationsperioden, Überflutungen und Dürre – der vom Menschen ausgelöste Klimawandel verursacht laut Wissenschaft bedrohliche Umweltentwicklungen mit nicht abzuschätzenden Folgen. Europa erhöht beim Klimaschutz dagegen das Tempo. Nach der Unterzeichnung des Pariser Klimaschutz-Übereinkommens, der Übernahme der Nachhaltigkeitsziele der Vereinten NatiLokalaugenschein. Ingrid Krawarik ­ ekam von Facility-Manager Alexander b Schmauss eine exklusive Führung durch das Headquarter der Hypo NOE Group AG. Wie bestellt funkelten die sonnenstandgesteuerten Lamellen. Ein Selfie auf dem Dach musste sein.

onen (Sustainable Development Goals), deren Einfluss auf die Unternehmenspraxis sich Ingrid Krawarik angesehen hat (Seite 70), prescht die Europäische Kommission jetzt mit dem „Climate Action Plan“ vor. Das Besondere an diesem Plan: Erstmals wird auch von der Finanzindustrie ein Beitrag (Seite 24) zur Erreichung der Klimaziele eingefordert. Zum einen sollen die Kreditinstitute mehr nachhaltige Projekte finanzieren, zum anderen möchte man mit einer einheitlichen Klassifizierung auf europä­ ischer Ebene und mit der Einführung von Standards sowie einem EU-Gütesiegel für grüne Produkte mehr Transparenz für die Anleger schaffen. Der jüngste Aktionsplan der Europäischen Union hat allen voran Green Bonds (Seite 32) verstärkt ins Rampenlicht gerückt. Es gibt aber noch zahlreiche weitere Möglichkeiten, in den Klimaschutz zu investieren (Seite 44). Themen wie Energieeffizienz, erneuerbare Energien und nachhaltige Wassernutzung rücken bei Anlegern zunehmend in den Fokus, wie Raja Korinek analysiert hat. Den Einfluss des Klimawandels in der Praxis auf die Bereiche Tourismus (Seite 84), Energie (Seite 80) und Mobilität (Seite 82) in Österreich hat Thomas Müller für den Börsianer recherchiert. Vor allem die Nachhaltigkeit von Elektroautos betreffend waren sich die Experten nicht ganz einig, wie Sie im Pro und Kontra (Seite 86) nachlesen können.

Neue Regeln fürs Anlegen. ­Börsianer-Redakteurin Julia Kistner ließ sich von Dominik Benedikt und Alexander Osojnik von der Erste ­Asset Management die Weiten des Climate Action Plan erklären.

Viel Vergnügen mit der „Edition grün“ von Börsianer zum Schwerpunkt „Klima“ wünscht Ihnen

Dominik Hojas d.hojas@derboersianer.com

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SRI Klima


Socially Responsible Investment

© Christoph Hardt / dpa Picture Alliance / picturedesk.com

Der Ausstoß an CO2 ist längst im Fokus der internationalen Behörden. Mit dem „Climate Action Plan“ nimmt die Europäische Union jetzt auch die Finanzwirtschaft stärker in die Pflicht, um dem Klimawandel auch an der Börse entgegenzuwirken. Das Angebot an nachhaltigen Veranlagungen (SRI) betrug weltweit zuletzt 23 Billionen US-Dollar.


CSR Klima

Corporate Social Responsibility Die Vereinten Nationen haben mit dem Pariser Abkommen und der Verabschiedung der 17 „Sustainable Development Goals“ (SDGs) dem Klimawandel den Kampf angesagt. 195 Nationen weltweit haben sich zur Senkung der TreibhausEmissionen verpflichtet. Bis 2030 sollen Unternehmen ihrer Verantwortung (CSR) gerecht werden und Strategien für die 17 Nachhaltigkeitsziele umgesetzt haben.


© Paolo Santaluca / AP / picturedesk.com


ESG klima

Environmental Social Governance Die Erderwärmung hat Einfluss auf Tourismus, Mobilität und Energieverbrauch. Und damit auch auf die Wirtschaft und die Menschen. Wie wir uns in Zukunft fortbewegen und welche nachhaltigen Energieträger wir einsetzen werden, sind Fragen bezüglich Megatrends, die der Börsianer hinsichtlich der Dimensionen Umwelt, Soziales und Unternehmensführung (ESG) beantwortet.


Š Stephan Wieland / laif / picturedesk.com


Inhalt börsianer nr. 26

Green Bonds

Ungewöhnliche Projekte zum Investieren

32

Klima

Heroische Bemühungen und neue Steuerideen in Sachen CO2

Finanzplatz Klima Verbrannte Erde

16

Europa Grüne Farbe für Finanzanlage24

Finanzen Kurs auf Klimaschutz

44

Unternehmen

16

Ein bisschen mehr als 

70

Weltveränderung

Dimensionen Energie Mobilität Tourismus

CSR-Porträts

Swimsol revolutioniert Sonnenenergie

76 12

80 82 84


Michael Haller

Bei grünen Investments ist aller Anfang schwer

70

96

Rendite

Branchen

Meinungen

Zahlen22 Marktentwicklung von Österreich

Darüber spricht man in den

Wolfgang Matejka Verbale Handelskriege als ­kleine Störfaktoren

28

Wilhelm Celeda Moderne Nachhaltigkeit

54

Heinz Bednar Die Erfolgsstory im Asset-Management

58

Bettina Schragl Tendenz steigend

60

Peter Bartos Die Wiederauferstehung des Dritten Marktes?

64

Michael Haller Grüne Investments

96

Green Bonds Hauptsache Grün 1. Teil: Marktumfeld 2. Teil: Veranlagung

3. Teil: Interview 

Indizes  Chartvergleich der Aktienmärkte

Branchen: Köpfe, Deals, News, Trends und Events

Banken54 32 34 36 38

Versicherungen56

28

Berater64

fonds30 Anlagestrategien der Klimawandel-Fondsmanager Kurse40 Performance nachhaltiger Investmentfonds Glossar52 Begriffe aus der Welt der Nachhaltigkeit Investorenumfrage66 Nachhaltigkeit in der Finanzwirtschaft CSR-Porträts76 Erfolgsrezepte von Unternehmen

Fonds58 Aktien60 Immobilien62

Seitenblicke

Ad-hoc der Redaktion Cover Das Coverbild zum Schwerpunkt Klimawandel hat uns diesmal Karikaturist Jelio Anton Stevanov gezaubert. Wir sind begeistert. Wie gefällt­es Ihnen? FNG Das Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG) hat dem Börsianer heuer wieder vorab ein paar wichtige Zahlen und

Pro & Kontra Elektromobilität

86

So denkt die Politik Klimapolitik: Wie holt man die Wirtschaft ins Boot?

88

Börsentalk92 Wo sich die Finanzwelt trifft Marktgezwitscher95 Das wurde im Netz getwittert

Fakten aus dem Marktbericht 2018 zur nachhaltigen Geldanlage 2018 zukommen lassen. Die FNG-Zahlen werden offiziell am 5. Juni 2018 publiziert. Wir sagen Danke! Kongress Der Nachhaltigkeitskongress auf der „Börsianer Messe 2018“ in der Wiener Hofburg am 19. September wird sich auch dem Thema Klimawandel verstärkt widmen. Dort erfahren Sie die

Firmenindex/Impressum97 Auszüge von Unternehmen in dieser Ausgabe

neuesten Trends und Strategien, wie Sie sich als Unternehmen den Herausforderungen des Klimaschutzes stellen.

Porträt: 10 Fragen an … Valida-Plus-AG-Vorstand ­ Beate Wolf

98

Weblinks werden in dieser Ausgabe mit einem   gelben Balken

markiert.

13


Entgeltliche Einschaltung

KEPLER-Fonds

20 Jahre KEPLER-Fonds – eine Erfolgsstory Am 21. April 1998 brachte die KEPLERAndreas Lassner-Klein Sprecher der Geschäftsführung der KAG

FONDS Kapitalanlagegesellschaft die ersten­Publikumsfonds auf den Markt. Zwei Jahrzehnte später zählt die Fondstochter der Raiffeisenlandesbank OÖ zu den Top-Vermögensverwaltern in Österreich und Deutschland.

Gerade einmal 15 Mitarbeiter stellten im Frühjahr 1998 die KEPLER-FONDS Kapitalanlagegesellschaft auf die sprichwörtlich grüne Wiese. Das Startvolumen betrug damals 12,7 Milliarden Schilling, also knapp eine Milliarde Euro. Was alle überrascht hat: Die geballte Vertriebskraft von Raiffeisen Oberösterreich machte die Gründung einer eigenen Fondsgesellschaft von Beginn an zum Erfolg. Heute zählt KEPLER mit mehr als 90 Mitarbeitern und 16 Milliarden Euro Kundenvolumen zu den vier größten heimischen Fondsanbietern und wächst Jahr für Jahr deutlich stärker als der Gesamtmarkt. Allein 2017 steht ein Wachstum von plus 10,5 Prozent zu Buche. Der österreichische Fondsmarkt legte lediglich um 5,2 Prozent zu. Im langfristigen Vergleich kommt der rasante Aufstieg noch deutlicher zum Ausdruck. Seit der

bieten unseren Kunden einen nachweislichen

unter mehr als 250 geprüften Anbietern.

Firmengründung 1998 zogen die verwalteten

Mehrwert.“

KEPLER zählt seit 2014 zu den Preisträgern und wurde auch 2018 wieder als bester Universalan-

Kundengelder um fast 1.170 Prozent an, wäh-

bieter und Rentenfondsanbieter ausgezeich-

rend das Fondsvolumen aller österreichischen

Besonders stolz ist Lassner-Klein auf die geleis-

Anbieter nur um 229 Prozent gestiegen ist.

tete Pionierarbeit seines Teams bei „grünen“ In-

net. Und das in Österreich und Deutschland, wo

vestments: „Bereits seit dem Jahr 2000 bieten

KEPLER auch beim „Fondskompass 2018“ des

Andreas Lassner-Klein, der Sprecher der Ge-

wir ethisch-nachhaltige Portfolios für institutio-

Wirtschaftsmagazins CAPITAL auf Platz zwei un-

schäftsführung, sagt zum Erfolg der KAG:

nelle Investoren und Privatanleger an. Mittler-

ter den 100 bedeutendsten Vermögensverwal-

weile ist KEPLER mit 1,5 Milliarden an nachhaltig

tern gelistet wird.

„Wir fokussieren uns auf klare Kernkompeten-

gemanagten Kundengeldern eine Top-Adresse

zen. Dazu zählen ein Minimum-Varianz-Ansatz

für werteorientierte Geldanlagen.“

„Erfolge, die die Qualität unserer Produkte und Dienstleistungen eindrucksvoll untermauern

für Aktien, nachhaltige Geldanlage, die Berücksichtigung von Behavioral Finance in den Misch-

Top ist die KEPLER-Mannschaft auch in

und

fonds und unsere Titelselektion bei Anleihen,

den internationalen Rankings für Manage-

Anhaltspunkt liefern, wer unter den vielen

unseren

Kunden

einen

objektiven

die auch kleinere Emissionen mit Zinsaufschlag

mentqualität und Kundenservice. Das re-

Anbietern sein Handwerk über Jahre hinweg

berücksichtigt. Diese Strategien haben sich in

nommierte Analysehaus Scope Analysis ver-

wirklich beherrscht“, so Lassner-Klein.

zwanzig Jahren KEPLER-Fonds bewährt und

gibt jährlich die begehrten „Fonds-Oscars“

www.kepler.at


Chartstürmer. Seit 20 Jahren. An den Börsen – da spielt die Musik. Besonders, wenn die Zinsen niedrig sind. Geben Sie jetzt bei der Geldanlage einen neuen Takt vor! Mit den klassenbesten Fondsmanagern, die ihre Instrumente beherrschen und seit Jahren die Charts in Österreich und Deutschland stürmen. KEPLER Fonds. Evergreens für Ihr Geld. Mehr unter www.kepler.at

Diese Marketingmitteilung stellt kein Angebot, keine Anlageberatung, Kauf- oder Verkaufsempfehlung, Einladung zur Angebotsstellung zum Kauf oder Verkauf von Fonds oder unabhängige Finanzanalyse dar. Sie ersetzt nicht die Beratung und Risikoaufklärung durch den Kundenberater. Angaben über die Wertentwicklung beziehen sich auf die Vergangenheit und stellen keinen verlässlichen Indikator für die zukünftige Entwicklung dar. Aktuelle Prospekte (für OGAW) sowie die Wesentlichen Anlegerinformationen – Kundeninformationsdokument (KID) sind in deutscher Sprache bei der KEPLER-FONDS Kapitalanlagegesellschaft m.b.H., Europaplatz 1a, 4020 Linz, den Vertriebsstellen sowie unter www.kepler.at erhältlich.

www.kepler.at


© ASHLEY COOPER / Science Photo Library / picturedesk.com

finanzplatz klima

Trockenheit. Kohlendioxid trägt maßgeblich zur ­Erderwärmung bei und damit auch zu extremen Auswirkungen des Wetters.

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#klimawandel

Verbrannte Erde Der Klimawandel macht dem blauen Planeten immer mehr zu schaffen. Ist eine Trendumkehr noch möglich? Ja. Aber nur mit ­dras­tischen Maßnahmen. text Robert Winter

R

eto Knutti kennt sich aus. Und

tiert sein werden.“ US-Präsident Donald

Donald Trump stellt sich dumm.

Trump hat den Klimawandel dagegen via

Knutti hat zwei Kinder, sieben

Kurznachrichtendienst Twitter bereits

und neun Jahre alt. Er ist Professor am

häufig angezweifelt. Sorry, Mr. President,

Institut für Atmosphäre und Klima an

das sind Fake News.

der Eidgenössischen Technischen Hoch-

Fakten und Analysen belegen den

schule (ETH) Zürich. Der Physiker, der

Klimawandel. Und die haben es in sich.

mit Kollegen komplexe Klimamodelle

Der CO2-Anteil in der Atmosphäre steigt

entwickelt und betreibt, macht sich Sor-

ebenso kontinuierlich an wie der Mee-

gen: „Meine Kinder werden wahrschein-

resspiegel (Seite 20). Auch andere Treib-

lich das Ende des Jahrhunderts erleben.

hausgase sorgen für Ungemach. Rinder

Angesichts der klimatischen Entwick-

furzen und rülpsen – und stoßen dabei

lungen frage ich mich, mit welchen Le-

große Mengen des Treibhausgases Me-

bensumständen sie künftig konfron-

than aus. Aber den weltweit rund 1,5 Mil-

17


finanzplatz klima

13,3

„Das Erreichen der ­Klimaziele ­erfordert heroische ­Bemühungen.“

Prozent

Pro Dekade wird das arktische Meereis um 13,3 Prozent ­weniger. Der Meeresspiegel ist in den vergangenen hundert Jahren um 17,8 Zentimeter angestiegen. Seit dem Jahr 2001 stellten sich 17 der 18 wärmsten Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen ein.

Sigrid Stagl

Das kann aber nur gelingen, wenn die Beurteilung von Wachstum nicht nur auf Zugewinne in Euro oder Franken reduziert wird.“ Das ist laut dem Experten im Moment zwar unwahrscheinlich. Knut-

liarden Rindern kann man den Klima-

deren Auswirkungen auf die Umwelt im

ti sieht trotzdem sinnvolle Alternativen:

wandel nicht in die Paarhufe schieben.

Auge behält, kann jedoch Zweifel hegen,

„Wachstum wird nach wie vor durch den

Das wahre Problem ist der Homo sapi-

dass die Klimaziele erreicht werden. So

Einsatz fossiler Energieträger erkauft.

ens. Das Problem sind wir.

betrug das globale Bruttosozialprodukt

Aber in vielen Staaten wird bereits der

Und wir werden immer mehr. Anfang

laut Weltbank und Forschern des Mad-

Einsatz erneuerbarer Energie forciert.“

2017 bevölkerten rund 7,5 Milliarden

dison Project im Jahr 1820 eine Milliarde

Ins gleiche Horn stößt der Vorstands-

Menschen den Planeten Erde. Laut Uno-

US-Dollar. 1967 lag der Wert bei 20.000

chef der Österreichischen Hagelversiche­

Schätzungen könnten es 2050 bereits 9,7

Milliarden, bis 1985 folgte eine Verdop-

rung, Kurt Weinberger: „Man darf nicht

Milliarden sein. Immerhin herrscht der-

pelung auf 40.000 Milliarden, 1999 wa-

davon ausgehen, dass eine wachsen-

zeit unter den meisten Staaten der Welt

ren es 60.000 Milliarden US-Dollar.

de Volkswirtschaft nicht mit den aktu-

Konsens darüber, dass der weltweite CO2-

ellen Klimazielen vereinbar wäre. Die

Ausstoß deutlich gesenkt werden muss,

Aufschwung auf Kosten der Natur

überwiegende Mehrheit der Treibhaus­

damit die globale Erderwärmung auf zwei

Seither hat sich die Entwicklung rapid

gasemissionen stammt primär aus den

Grad Celsius begrenzt werden kann. Das

beschleunigt. Ende 2015 betrug das glo-

Wirtschaftsbereichen

ist auch das Ziel des im Dezember 2015

bale Bruttosozialprodukt 108.000 Milli-

Wärmeproduk­tion, Industrie und Trans-

Energie-

und

auf der UN-Klimakonferenz in Paris ab-

arden US-Dollar. Laut Maddison Project

port. Es muss gelingen, besonders in die-

geschlossenen Übereinkommens. Sigrid

war die Wirtschaftsleistung in den ers-

sen Sektoren eine starke Emissionsreduk­

Stagl, Professorin am Institute of Ecolo-

ten zehn Jahren des 21. Jahrhunderts so-

tion zu erreichen.“ Nur ist der Weg dort-

gical Economics der WU Wien: „Die Er-

gar größer als die in den 19 Jahrhunderten

hin steinig.

reichung der Klimaziele erfordert hero-

davor insgesamt erzielte Gesamtwirt-

Davon gibt eine Analyse des Interna-

ische Bemühungen. Es ist nicht trivial,

schaftsleistung. Die Entwicklung in der

tional Institute for Applied Systems Ana-

die durchschnittliche Temperatur um 1,5

jüngeren Vergangenheit entspricht vom

lysis IIASA und des Potsdam-Instituts

oder zwei Prozent zu reduzieren.“

Verlauf her dem schneller gewordenen

für Klimafolgenforschung (PIK) Zeugnis.

Aber es gibt dazu laut Andreas Kuhl-

Anstieg der globalen Temperatur. Ergo

WU-Professorin Stagl: „Im Rahmen der

mann, dem Vorsitzenden der Geschäfts-

geht der wirtschaftliche Aufschwung auf

Analyse wurde der Pfad skizziert, der zur

führung der Deutschen Energie-Agen-

Kosten der Natur. Uni-Professorin Stagl:

Erreichung des Uno-Ziels im Jahr 2050

tur Dena, keine Alternativen. Kuhlmann:

„Es gibt eine starke Korrelation zwischen

beschritten

„Spätestens seit Abschluss des Pariser

Wirtschaftswachstum und Klimawandel.

müssten die CO2-Emissionen im Zehn-

Klimaabkommens gibt es beim Klima-

Eine Begrenzung der wirtschaftlichen

jahrestakt jeweils um die Hälfte reduziert

schutz kein Zurück mehr. Der Markt für

Entwicklung könnte das Problem lösen.

werden, damit das Klimaziel zu erreichen

Greentech wächst weltweit überdurch-

Aber das wird es nicht spielen.“

ist.“ Das wäre laut der Expertin im ersten

werden

muss.

Demnach

schnittlich, und Deutschland ist ganz

ETH-Professor Knutti: „Für viele ste-

Jahrzehnt auf Basis bestehender Techno-

vorn mit dabei. Wer zu lange zögert, ver-

hen die Maßnahmen für den Klimaschutz

logien oder mit der Nutzung alternativer

liert den Anschluss. Das erkennen auch

im Widerspruch mit den heiligen Prinzi-

Energiequellen relativ einfach möglich.

immer mehr Politiker. Aber es bedarf ei-

pien von Freiheit und Wachstum. The-

Stagl: „Im darauffolgenden Jahrzehnt

nes Umdenkens bezüglich des regulato-

oretisch kann man die Idee von unge-

wird es knifflig. Die weitere CO2-Verrin-

rischen und ökonomischen Rahmens.“

bremstem Wachstum verwerfen und eine

gerung bedarf Innovationen, neuer Tech-

Wer die wirtschaftliche Entwicklung und

Erhöhung der Lebensqualität anstreben.

nologien und der Nutzung weiterer Syn-

18


finanzplatz klima

„Klimavertrag von Paris ist ein wirksames Instrument.“

„Individualverkehr­ und Raumwärme­ verursachen die meisten Emissionen.“

„Das einfachste Mittel ist die ­Einführung einer CO2-Steuer.“

Kurt Weinberger

Elisabeth Köstinger

Reto Knutti

ergieeffekte.“ Dabei kann sich natürlich

desregierung“ präsentiert. Sowohl die

end, entstehen nun die Maßnahmen. Wir

kein Staat und kein Konzern aus ökono-

Oppositionsparteien als auch der WWF

haben klar definiert, wo wir im Jahr 2030

mischer Sicht einen Alleingang leisten.

und das Climate Change Center Aust-

sein wollen, wir haben die Problemfelder

„Global betrachtet bietet der Klimaver-

ria sowie Klimaexperten äußerten daran

benannt und in manchen Bereichen auch

trag von Paris ein wirksames Instrument.

heftige Kritik. Diese zielt meist auf feh-

Zwischenziele genannt.“

Er muss nur von allen eingehalten wer-

lende konkrete Ziele und Zeitpläne sowie

Die Industrie wurde laut Köstinger

den“, sagt der Chef der Österreichischen

mangelnde Konkretisierung der geplan-

ausgenommen, da sie ihre ­Zielpfade ein-

Hagelversicherung Weinberger.

ten Maßnahmen ab. Elisabeth Köstinger,

hält und auch über den CO2-Handel ab-

Bundesministerin für Nachhaltigkeit und

gedeckt ist. Köstinger: „Auch die Land-

Köstingers Strategie

Tourismus: „Was wir jetzt auf den Tisch

wirtschaft wird ihren Beitrag leisten

Des Themas nimmt sich auch die heimi-

gelegt haben, ist eine Strategie. Es ist

müssen. Darüber hinaus gibt es unzäh-

sche Politik an. Kürzlich wurde das Papier

kein Maßnahmenkatalog. Eine Strate-

lige Materien, die natürlich auch Einfluss

„#mission2030 – Die Klima- und Ener-

gie definiert Ziele, Problemfelder und

auf die Klimapolitik haben. Die Stärkung

giestrategie der österreichischen Bun-

gibt eine Richtung vor. Darauf aufbau-

der biologischen Landwirtschaft etwa,

Ertrag mit Verantwortung Als erste österreichische Pensionskasse haben wir den Montréal Carbon Pledge und die Prinzipien für verantwortliches Investieren der Vereinten Nationen unterzeichnet. Damit verpflichten wir uns, den CO2Fußabdruck unseres Aktienportfolios jährlich zu messen, zu veröffentlichen sowie verstärkt Nachhaltigkeitsaspekte bei unseren Investments zu berücksichtigen. www.vbv.at/pensionskasse


finanzplatz klima

die Regionalität bei der Beschaffung. Je-

mehr Mut und Entschlossenheit.“ Weit-

novative Kräfte stärken.“ Auch Physiker

der Kilometer, den ein Produkt nicht

gehend Einigkeit herrscht unter Exper-

Knutti sieht in steuerlichen Maßnahmen

transportiert werden muss, ist ein Ge-

ten dahingehend, dass steuerliche Maß-

einen möglichen Weg: „Das beste und

winn für den Klimaschutz. Klimaschutz

nahmen Lenkungseffekte bewirken. „Wir

einfachste Mittel wäre die Einführung ei-

ist kein Regierungsprogramm, sondern

brauchen eine Ökologisierung des Steuer-

ner CO2-Steuer. Dabei darf es keine Aus-

eine Aufgabe und Pflicht für jeden Ein-

systems wie in Schweden. Fossile Energie

nahmen geben. Zusätzlich sollten die

zelnen.“ Zwei Faktoren stuft Köstinger

muss besteuert werden. Im Gegenzug ist

Energiepreise höher sein, weil langfris-

als wesentlich ein: „Es handelt sich um

der Faktor Arbeit zu entlasten. Nachhal-

tige Umweltschäden bei der Preisgestal-

den Individualverkehr und die Raumwär-

tige und umweltschonende Wirtschafts-

tung zu berücksichtigen sind.“ Der Ha-

me. Diese beiden Bereiche verursachen

weise ist durch Steuerentlastung zu ho-

ken: Steuern sind unattraktiv und kom-

die größten Emissionen, dort müssen wir

norieren. Das ist besser als auf Wunder-

men beim Volk gar nicht gut an. Es sei

also ansetzen.“ Aber manchen Experten

technologien wie kohlendioxidfressende

denn, dass die Gefahren des Klimawan-

gehen die Pläne nicht weit genug. WU-

Algen, gentechnisch veränderte Ener-

dels verständlich kommuniziert werden.

Expertin Stagl: „Es geht in die falsche

giepflanzen oder riesige Sonnenschir-

Dabei sind auch Forscher in der Pflicht.

Richtung. Die publizierte Klimastrategie

me im Weltall zu warten“, sagt Weinber-

ETH-Professor Knutti: „Wir dürfen nicht

ist wenig ambitioniert und sogar weniger

ger. Dem pflichtet Dena-Experte Kuhl-

stoppen, wenn wir Zahlen berechnet ha-

ehrgeizig als frühere Pläne.“

mann bei: „Wir brauchen vor allem neue

ben. Wir müssen die Resultate auch in-

Rahmenbedingungen. Die heutigen sind

terpretieren und übersetzen.“ Aber die

Steuersystem ökologisieren

überkomplex und innovationsfeindlich.

Nachricht kommt zum Teil bereits an.

Wie wichtig die Rolle der Politik ist, bringt

Wir versuchen zu sehr, einzelne Techno-

Kuhlmann ist zuversichtlich: „Am meis-

Kuhlmann auf den Punkt: „Wir haben mit

logien zu steuern. Besser wäre es, das Sys-

ten Hoffnung macht mir, dass viele jun-

‚Drawdown Europe‘ gerade eine europä-

tem als Ganzes zu sehen und einfach die

ge Menschen in Wirtschaft, Wissenschaft

ische Initiative gestartet, die vor allem

Leitplanken zu setzen, damit durch Inno-

und Zivilgesellschaft nach Lösungen su-

auch auf die jetzt schon vorhandenen Lö-

vation und Unternehmergeist die besten

chen. In unserem internationalen Wett-

sungen weltweit hinweist. Wir brauchen

und effizientesten Lösungen entwickelt

bewerb ‚Start Up Energy Transition‘ ha-

einen noch stärkeren Austausch zwi-

werden können. Eine stärkere Bepreisung

ben wir gerade die besten Gründerunter-

schen den vielen klugen Köpfen, die sich

von CO2 wäre hierfür ein entscheidendes

nehmen im Bereich Energiewende und

in Europa für den Klimaschutz engagie-

Instrument. Damit könnten wir Komple-

Klimaschutz ausgezeichnet. Mit solchen

ren. Und bei der politischen Umsetzung

xität in der Regulierung abbauen und in-

Start-ups können wir es schaffen.“ n

#Co2

Die Fakten zum Klimawandel

Z

ahlreiche

Stefan Hendricks, Alfred-Wegener-Institut

Forschungsergebnisse­

vor 136 Jahren ein. Und nie zuvor war es

pro Dekade um 13,3 Prozent weniger. Das

weisen darauf hin, dass sich der

in einem Kalenderjahr zuvor wärmer als

hat zur Folge, dass sich das Niveau des

Klimawandel beschleunigt. Laut dem

2016. Mit dem Temperaturanstieg geht

Meeresspiegels kontinuierlich verän-

Goddard Institute for Space Studies der

eine Ausdehnung des Meereswassers

dert. Das Wasser steht uns zwar noch

Nasa lagen die Temperaturen rund um

einher. Dazu kommt, dass die Pole und

nicht bis zum Hals. Aber es steigt: in den

den Globus im Vorjahr um 0,9 Grad über

das Landeis in Grönland und in der Ant-

vergangenen hundert Jahren um 17,8

dem Schnitt der Jahre 1951 bis 1980. Seit

arktis dahinschmelzen. Das arktische

Zentimeter. Auf Basis von modernen

2001 stellten sich 17 der 18 wärmsten

Meereis wird im Vergleich zum zwischen

Satellitenmessungen konnte nachge-

Jahre seit Beginn der Aufzeichnungen

1981 und 2010 gemessenen Durchschnitt

wiesen werden, dass sich die Lage deut-

20


finanzplatz klima

lich zugespitzt in den vergangenen Jah-

Kohlendioxoid. Bis zum ersten Quartal

Professor für Physik der Ozeane an der

ren. Allein von 1993 bis Mitte Dezember

des laufenden Jahres hat sich der in der

Universität Potsdam, hat auch die wie-

des Vorjahres ist der Meeresspiegel um

Messstation Mauna Loa auf Hawaii erho-

der aufgeflammte Diskussion um die

87,5 Millimeter gestiegen.

bene Wert auf rund 410 Teilchen erhöht.

Abschwächung des Golfstromsystems

Kohlendioxid, das bei der Verbren-

Aktuelle Forschungsergebnisse des

durchaus Berechtigung. Eine Abschwä-

nung fossiler Brennstoffe entsteht, trägt

Alfred-Wegener-Instituts zeigen, dass

chung als Folge von Treibhausgasemis-

maßgeblich zur Erderwärmung bei. Es

die Verschmutzung von Meereis grö-

sionen wird von Klimamodellen seit lan-

gelangt immer mehr CO2 in die Atmo-

ßer ist als bisher angenommen. Auf Ba-

gem vorhergesagt. Laut Rahmstorf zei-

sphäre. Deshalb werden weniger Son-

sis spektrometrischer Untersuchungen

gen jüngst publizierte Daten, dass die

nenstrahlen als Infrarotstrahlen zurück

wurde in Eisproben eine Konzentration

Abschwächung tatsächlich im Gange ist.

ins All reflektiert. Damit wirkt Kohlendi-

von Mikroplastik in Rekordhöhe nach-

Das ist für die Alte Welt keine gute

oxid wie eine Dämmschicht, die die Wär-

gewiesen. Mikroplastik sind Kunststoff-

Nachricht. Weisen doch viele Studien

me auf der Erde einschließt. Das Pro-

teilchen mit einer Größe von weniger als

darauf hin, dass die Abschwächung des

blem: Auch bei der CO2-Konzentra­tion

fünf Millimetern. Bei den Tests wurden

Golfstromsystems künftig die Haupt­

verläuft die Entwicklung dynamisch.

bis zu 12.000 Mikroplastikteilchen je Li-

ursache für Veränderungen in der Som-

Laut National Oceanic and Athmo­spheric

ter Meereis entdeckt. Im Schnitt war die

merzirkulation der Atmosphäre über Eu-

Administration des US Department of

Konzentration rund zwei- bis dreimal so

ropa sein wird. Das wird Sturmaktivität

Commerce ist die CO2-Konzentra­tion in

groß wie bei früheren Erhebungen.

über Mitteleuropa erhöhen. Auch die USA

der Erdatmosphäre zwischen 2005 und

Laut einer aktuellen Publikation im

kommen nicht ungeschoren davon. For-

2018 durchwegs gestiegen. Vor 13 Jahren

Blog von Stefan Rahmstorf, Klimatolo-

scher erwarten bei einer Abschwächung

waren in der Erdatmosphäre von einer

ge und Abteilungsleiter am Potsdam-

des Golfstromsystems einen verstärkten

Million Teilchen Luft knapp 380 Teilchen

Institut für Klimafolgenforschung und

Meeresspiegelanstieg an der US-Küste. n

Die EVN verfolgt eine stabile Dividendenpolitik auf Basis solider Ergebnisse. Die aktuelle Dividendenrendite von 3,6 %* kann sich sehen lassen. Unsere wirtschaftliche Performance können Sie auf unserer Website www.investor.evn.at nachlesen und gleichzeitig auch sehen, dass wir unsere ökologische und soziale Verantwortung wahrnehmen.

Energie vernünftiger nutzen.

*Stand per 30.9.2017


Rendite Zahlen

Nachhaltigkeit in

Zahlen

16 der 19 Kapitalanlagegesellschaften in Österreich­hatten Ende 2017 insgesamt 82 nachhaltige Fonds aufgelegt, das sind um 16 mehr als 2016.

30 Prozent Wachstum erwarten die Studienteilenehmer des FNG-Marktberichts Nachhaltige Geldanlage 2018

7.500.

im ­nachhaltigen Segment.

12,63 Milliarden

Euro schwer ist das Volumen ­aller Das ist um 800 Millionen

Euro waren in Österreich 2016 in nachhaltigen Investmentfonds und ­Mandaten investiert. In Deutschland waren es 78,8 Milliarden Euro und in der Schweiz 161,8 Milliarden Euro.

31,1 Prozent oder 1.606 Millionen Euro der Assets der Security AG sind in nachhaltigen Publikumsfonds investiert. Der Marktanteil beträgt 21,4 Prozent knapp vor der Erste Sparinvest KAG mit 21,3 Prozent, die vier Prozent ihres Fondsvolumens nachhaltig angelegt hat. Den dritten Platz beim Marktanteil hält weiterhin die Raiffeisen KAG mit 19,3 Prozent. Hinweis: Die Veröffentlichung der FNG-Daten erfolgt am 5. Juni 2018. Der Börsianer hat exklusiv einige Zahlen vorab bekommen.

22


Rendite Zahlen

Die wichtigsten grünen Zahlen der österreichischen Kapitalanlagegesellschaften. Quelle: FNG, RFU

95 Prozent aller nachhaltigen Fonds und Mandate in

59 Prozent

­Österreich richten sich nach Ausschluss­

beträgt der Anteil, den die Vorsorgekassen in

kriterien und dem Best-in-Class-Ansatz.

nachhaltigen Mandaten investiert haben. Sie sind damit der mit Abstand wichtigste institutionelle Investor in Österreich.

000.000 nachhaltigen Investmentfonds in ­­Österreich. Euro mehr als Ende 2016.

42

Prozent der nachhaltigen Geldanlage sind in Unternehmensanleihen geparkt, 26 Prozent in Aktien und 20 Prozent in Staatsanleihen.

44 Fonds der heimischen Investmentgesellschaften­ tragen das Österreichische Umweltzeichen für

12 Prozent 

nachhaltige Finanzprodukte, 23 Fonds haben, meist zusätzlich, das FNG-Gütesiegel. Der „Europäische Transparenz-Kodex für Nachhaltigkeitsfonds“ von Eurosif wird von 61 österreichischen

ist das Volumen von nachhaltigen Fonds öster-

Publikumsfonds genutzt.

reichischer Gesellschaften 2017 gewachsen. Der Gesamtmarkt legte um 15 Prozent zu. 23


finanzplatz europa

#klimaschutz

Klimagipfel. Beim „One Planet Summit­“ im Dezember 2017 in Paris beschlossen Vertreter aus 130 Ländern, den Ausstieg aus fossilen Brennstoffen voranzutreiben.

Jetzt soll auch die Finanzindustrie zum Klimaschutz beitragen. Ob sich der Climate Action Plan der Europäischen Kommission bis Ende 2019 so umsetzen lässt, wird stark bezweifelt.

© EU / Mauro Bottaro

text Julia Kistner

24


finanzplatz europa

Grüne Farbe für die Finanzwelt

E

uropa erhöht beim Klimaschutz

cher des Bundesumweltamts. „Man er-

Österreich aktuell jede Kapitalanlage­

das Tempo. Nach der Unterzeich-

lebt selten, dass etwas am 31. Jänner

gesellschaft einen anderen Ansatz. RCM

nung des Pariser Klimaschutz-

2018 von der Expertengruppe empfoh-

schließt etwa bei allen ihren aktiv gema-

Übereinkommens und der Übernahme

len und am 8. März bereits von der Kom-

nagten Fonds von vornherein die Kohle-

der UN-Agenda 2030 mit den darin de-

mission vorgelegt wird. Da liegen sonst

produktion, kontroversielle Waffen wie

finierten 17 Nachhaltigkeitszielen der

Monate und Jahre dazwischen.“

Streubomben

oder

ABC-Kampfstoffe

Vereinten Nationen, den sogenannten

„Nächstes Jahr sind EU-Wahlen“, er-

sowie Lebensmittelspekulationen aus.“

Sustainable Development Goals (SDGs),

klärt sich Pinner die Eile. Auch gelte es,

Was nachhaltig ist, variiert sogar von Fi-

prescht die Europäische Kommission

die ambitionierten Klimaschutzziele zu

nanzprodukt zu Finanzprodukt.

jetzt mit dem Climate Action Plan vor.

erfüllen, wovon man noch weit entfernt

„Ein Umweltfonds wird andere Aus-

Das Besondere an diesem Plan: Erst-

sei. „Der EU-weite Investitionsbedarf

schlusskriterien haben als ein kirchli-

mals wird auch von der Finanzindustrie

in die Energiewende wird auf 180 Milli-

cher, bei dem eine gynäkologische Ab-

ein Beitrag zur Erreichung der Klimaziele

arden Euro pro Jahr geschätzt“, erinnert

teilung, die Abtreibungen durchführt,

eingefordert. Zum einen sollen die Kre-

Schneider. Deshalb mobilisiere man jetzt

bereits ein No-Go für ein Investment

ditinstitute mehr nachhaltige Projekte­ auch die kapitalstarke Finanzindustrie.

sein

finanzieren.

kann“,

veranschaulicht

Bene-

möchte

„Die EU dürfte jetzt auch verstanden

dikt die verschiedenen Strategien. Sein

man mit einer einheitlichen Klassifizie-

haben, dass man langfristig als ökono-

EAM-Kollege Alexander Osojnik er-

rung auf europäischer Ebene und mit der

mischer Sieger hervorgeht, wenn man

gänzt: „Am meisten gehen in der EU

Einführung von Standards und einem

frühzeitig hohe Umweltstandards setzt.

die Meinungen über Atomkraft ausein-

EU-Gütesiegel für grüne Produkte mehr

Nicht umsonst sind es vor allem die Chi-

ander. Für die Franzosen ist sie die op-

Transparenz für die Anleger schaffen“,

nesen, die verstärkt in grüne Technolo-

timale Energiequelle zur Reduktion der

nennt Wolfgang Pinner, Nachhaltig-

gien investieren“, sieht Dominik Bene-

Treibhausgase. In Österreich ist Atom-

keitsexperte der Raiffeisen Capital Ma-

dikt, Experte der Erste Asset Manage-

kraft absolut tabu.“

nagement (RCM), auch noch ein drittes

ment (EAM), einen ökonomischen Nut-

Eine profunde Nachhaltigkeitsstra-

Novum: „Umweltrisiken will man erst-

zen im strengen Klimaschutz, auch für

tegie brauche ohnedies mehr als nur eine

mals ins Risikomanagement einbezie-

die Fondswirtschaft. Zeit wird es. Der-

Taxonomie, betont Pinner: „Neben Aus-

hen.“ Damit wird Nachhaltigkeit auch

zeit werden erst fünf von 63 Milliarden

schlusskriterien, normbasierten Scree-

ein Prüfkriterium für die österreichische

Euro an verwalteten Anlagevermögen

nings und der Integration von Nachhal-

Finanzmarktaufsicht FMA.

der EAM in nachhaltige Produkte ge-

tigkeitsdaten in die Analyse wenden wir

steckt. Bei der Raiffeisen Capital Ma-

derzeit auch den Best-in-Class-Ansatz

Aktionsplan ist Chefsache

nagement sind es drei von 33 Milliarden

an. Hier investiert man in die besten

Bis Ende 2019 will man die zehn Punk-

Euro Veranlagungsvermögen.

Unternehmen einer Branche. Mit En-

„Zum

anderen

te des EU-Aktionsplans für Klimaschutz

gagement, Stimmrechtsausübung und

(siehe Kasten Seite 26) umgesetzt sehen.

Was ist schon nachhaltig

Impactinvestment versucht man Ein-

„EU-Kommissionspräsident Jean-Clau-

Im Ansatz hält RCM-Experte Pinner

fluss auf die nachhaltige Geschäftsaus-

de Junker und Frankreichs Staatschef

den Climate Action Plan für richtig: „Es

richtung der Emittenten auszuüben.“

Emmanuel Macron waren bei der Prä-

wird allerdings schwierig werden, sich

Grundsätzlich ist alles möglich.

sentation des Papiers persönlich zuge-

auf eine EU-weite nachhaltige Klassi-

„Damit eine einheitliche nachhalti-

gen“, berichtet Jürgen Schneider, Spre-

fizierung zu einigen. Da hat schon in

ge Klassifizierung aller Finanzproduk-

25


finanzplatz europa

„Der Zeitplan­ für eine Aktien­ klassifizierung ist zu ambitioniert.“ Wolfgang Pinner

von der RCM: „Wird sich die Taxonomie, was nachhaltig ist und was nicht, auf Überschriften beschränken wie bei den SDGs, den 17 Nachhaltigkeitskriterien der UN, oder geht man ins Detail.“ Mehr im Stress ist die österreichische Bundesregierung. Ihre vorgelegte

„Es braucht mehr Strafen für unser­iöse­ GreenwashingProdukte.“ Markus Zeilinger

Klima- und Energiestrategie sei für die te realistisch wird, müsste man bereits

Erfüllung der internationalen Klima-

im Klimaschutzplan, den die Bundes-

existierende Definitionen von nachhal-

schutzziele noch zu wenig, kritisieren

regierung vor dem Sommer beschlie-

tigen Investments wie zum Beispiel sei-

zahlreiche Klimaforscher, allen voran

ßen will, auch verbindliche Vorgaben für

tens Eurosif oder der Global Sustai­nable

das Österreichische Klimaforschungs-

das Gewerbe, die Abfall- und die Land-

Investment Alliance GSIA einbinden“,

netzwerk Climate Change Center Aus­

wirtschaft. Begrüßt wird, dass die Re-

meint Markus Güntner vom Schweizer

tria (CCCA). Zwei Drittel unserer Energie

gierung mit der Steuerreform 2020 auch

Nachhaltigkeitspionier Swisscanto As-

wird nach wie vor aus fossilen Brenn-

eine CO2-Steuer einführen will. Steuer­

set Management. Kurzfristig umsetzen

stoffen gewonnen. Auch zählt Österreich

erleichterungen soll es wiederum für

ließe sich laut Wolfgang Pinner jeden-

zu den wenigen unrühmlichen EU-Län-

Biogas und Wasserstoff geben. Ab 2020

falls die Klassifizierung von Green Bonds

dern, deren CO2-Emissionen seit 2015

soll es auch ein neues Energiegesetz mit

(Seite 32), also die Zertifizierung aller

steigen. Da wird sich Österreich schwer-

neuen Einspeisetarifen für Ökostrom

Anleihen: „Bei Aktien habe ich so mei-

tun, bis 2050 auf fossile Brennstoffe zu

geben. Ölheizungen werden beim Neu-

ne Zweifel, dass sich der ambi­tionierte

verzichten und den Energieverbrauch zu

bau ab 2020, beim Kesseltausch ab 2025

Zeitplan einhalten lässt. Auch sollte man

halbieren. Dafür seien konkretere Zeit-

verboten. Die E-Auto­ -Förderung will

Immobilieninvestments in die Nachhal-

pläne, ein strikteres Monitoring und vor

man verlängern. Um die Klimaziele des

tigkeitstaxierung mit einbeziehen.“

allem strengere Zwischenziele notwen-

Pariser Abkommens zu erreichen, be-

dig: Bis 2030 sollten wir nicht 36, son-

dürfe es noch zusätzlicher Anreize für

Wo Österreich steht

dern 45 Prozent weniger CO2 ausstoßen,

Energiesparmaßnahmen und den Um-

Handlungsbedarf wegen des EU-Akti-

empfiehlt das CCCA. Greenpeace fehlen

stieg auf erneuerbare Energie, betont

onsplans zur Finanzierung nachhaltigen Wachstums sieht die österreichische Finanzbranche jedenfalls nicht. Schließlich beschäftigt sie sich schon sehr lang und breit mit dem Thema. Hierzulande werden doch schon mehr als 12,63 Milliarden Euro in nachhaltige Fonds investiert. Das sind mittlerweile 7,6 Prozent des gesamten Fondsvermögens, wobei 75 Prozent des nachhaltigen Vermögens auf das Konto institutioneller Anleger

gehen.

Nachhaltigkeitspioniere

sind auch die heimischen betrieblichen Vorsorgekassen. „Seit ihrer Gründung im Jahr 2003 hat sich die gesamte Branche nachhaltigen Veranlagungskriterien verschrieben“, berichtet Markus Zeilinger, Chef der Fair Finance Vorsorgekasse AG (Fair-Finance), der optimistisch ist, dass selbst eine EU-einheitliche nachhaltige Klassifizierung möglich ist. „Man muss auch erst abwarten, wel-

Klimaexperte Schneider. 10 regeln Die zehn Punkte des EU-Aktionsplans 1. Einführung eines EU-Klassifikationssystems für nachhaltiges Handeln 2. Normen und Kennzeichen für ­umwelt­freundliche Finanzprodukte 3. Förderung von Investitionen in nachhaltige Projekte 4. Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in der ­Finanzberatung 5. Verbesserung von Methoden und ­Transparenz von Benchmarks 6. Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in ­Ratings und Marktanalysen 7. Klärung der Pflichten institutioneller Anleger und Vermögensverwalter 8. Berücksichtigung der Nachhaltigkeit in den Aufsichtsvorschriften 9. Stärkung der Vorschriften zur Offenlegung von Nachhaltigkeitsinformationen und zur Rechnungslegung 10. Förderung einer nachhaltigen Unter­ nehmensführung und Abbau von kurz­ fristigem Denken auf den Kapitalmärkten

Fair-Finance-Boss Markus Zeilinger hofft, „dass sich die Verantwortlichen jetzt rasch an einen Tisch setzen und sich auch konkrete Produkte überlegen, die nachhaltiges Wachstum fördern.“

Was möglich wäre Zeilinger hat dafür schon Ideen: „Was de facto nichts kosten würde, wenig Aufwand wäre und enorm viel brächte, wäre, die Veranlagungskriterien Risiko, Liquidität und Profitabilität noch um Nachhaltigkeit zu erweitern. Derzeit können wir in viele nachhaltige Investments nicht veranlagen, weil sie bei vergleichbarem Risiko etwas weniger Rendite bringen. Oder man setzt sich darüber hinweg und riskiert Strafen.“ Einen positiven Lenkungseffekt auf die Realwirtschaft sieht Zeilinger auch bei grünen Vorsorgeprodukten: „Finanzminis-

che der zehn Punkte wie genau umge-

ter Hartwig Löger will Fintechs stärker

setzt werden“, meint Wolfgang Pinner

fördern. Wieso nicht auch nachhalti-

26


finanzplatz europa

lage von staatlichen Green Bonds er-

80

reichen, die ökologische Infrastrukturprojekte finanzieren, so Schneider, der hier einen guten Hebel erkennt: „Denkbar sind auch erleichterte Eigenkapitalvorschriften bei der Kreditvergabe

Prozent

für nachhaltige Investments oder auch ein KESt-Vorteil bei Veranlagungen in

Bis 2050 will die Europäische Union die Treibhausgasemissionen um 80 Prozent gegenüber 1990 senken. Österreich kommt aktuell auf 79,7 Millionen Tonnen Kohlendioxid.

Green Bonds.“ Wie auch immer man dem Climate Action Plan gerecht wird, er schärft das Bewusstsein für Klimaschutz. „Und das nicht nur bei den Kunden, sondern auch

investments ausweiten. Dann sprechen

Experte Benedikt. Was aber, wenn letzt-

ten zumindest fünf Prozent des Vor-

wir von mehr als einer Milliarde Euro für

lich alle Finanzprodukte ein „grünes

sorgekassenvermögens auch in nach-

eine nachhaltige Wirtschaftsentwick-

Mascherl“ tragen? Werden dann nicht

haltige,

Wertpapie-

lung. Auch braucht es mehr Verbind-

eigens verpackte nachhaltige Finanz-

re und weitere fünf bis zehn Prozent in

lichkeit, mit Verboten und Strafen für

produkte obsolet? Benedikt gibt sich ge-

Private-Equity-Fonds fließen. Das lie-

unseriöse Greenwashing-Produkte, die

lassen: „Unser größter Erfolg wäre, dass

ße sich noch um nachhaltige Immo-

Nachhaltigkeit vortäuschen.“ Nachhal-

wir nachhaltige Investments als eigene

bilieninvestments und grüne Einzel­

tiges Wachstum ließe sich mit der Auf-

Kategorie abschaffen könnten.“ n

nichtgehandelte

Die BDO hat einen klaren Fokus auf kapitalmarktnotierte Konzerne, Banken und Versicherungen sowie Unternehmen der öffentlichen Hand. Diese sind nicht nur ständig ändernden Anforderungen des Marktes, sondern auch laufenden Änderungen seitens des regulatorischen Umfelds ausgesetzt. Um diese komplexen Aufgabenstellungen in den Bereichen Audit & Assurance, Tax & Accounting, Advisory und Consulting zu bewältigen, kümmert sich ein Team von Spezialistinnen und Spezialisten in Österreich sowie weltweit in mehr als 162 Ländern um Sie. Damit profitieren Sie von unserer Lösungskompetenz und bewahren immer den Überblick. bdo.at

Photo by gdtography on Unsplash

bei Finanzdienstleistern“, sagt EAMge Investments begünstigen? Es könn-


Rendite wiener börse

Marktentwicklung

entwicklung klassischer nachhaltiger österreichEuropa-indizes VOENIX EURO STOXXversus 40 Sustainability (EUR) ATXund EURO STOXX 50 (EUR) 25,00%

22,50%

VÖNIX

20,00%

EURO STOXX 40 Sustainability (EUR) ATX

17,50%

EURO STOXX 50 (EUR)

15,00%

12,50%

10,00%

7,50%

5,00%

2,50%

0,00%

-2,50%

-5,00%

-7,50%

02.5. Mai 2016

02.5. Mai 2017

-10,00%

Indizesvergleich Vergleich von klassischen mit nachhaltigen Indizes (1J %) Kurs

1J%

ATX (Wien)

AT0000999982

3477,34

15,52 %

SMI (Zürich)

CH0009980894

8843,02

0,34 %

SXI Sustainability 25 (Zürich)

Euro Stoxx 50 (Europa)

EU0009658186

389,24

2,07 %

Euro Stoxx Sustainability 40 (EUR)

DJIA (New York)

US2605661048

24311,19

16,10 %

DJ Sustainability (New York)

DJ Global Index (Welt)

XC0006975012

396,56

12,65 %

DJ Sustainability World (Welt)

Indizes ISIN

Kolumne

Wolfgang Matejka Geschäftsführer Matejka & ­Partner Asset Management

Kurs

1J%

1291,63

14,24 %

CH0235574404

234,85

5,01 %

CH0022259680

1498,26

1,55 %

Indizes ISIN Vönix (Wien)

AT0000496906

n. a.

187,47

8,36 %

XC0009673986

1521,29

13,42 %

Verbale Handelskriege als kleine Störfaktoren Die Insel der Seligen liegt noch immer nicht in Österreich. Die internationalen Kapitalmärkte hatten in den vergangenen Wochen einen Anstieg der Volatilität zu verzeichnen, dem sich unser Markt nahtlos angeschlossen hat. Der Glaube an ein lineares Konjunkturwachstum wurde massiv hinterfragt. Konjunktursensible Werte reagierten auf Quartalsergebnisse oder Branchenkommentare stark. Die Politik der Worte aus den USA gab diesen Bewegungen natürlich Nahrung. Nach Europa, Nordkorea und China kam auch Russland in den Genuss von „America First“-Ankündigungen. Die Märkte konnten gar nicht anders, als sich jedes Mal den damit verbundenen Implikationen zu stellen. Gleichzeitig manifestierte sich ein immer stärker fokussierter Blick auf den Zustand der EU-Rentenmärkte samt deren von der EZB erlaubten Zukunft. Seitens der österreichischen Unternehmen war bisher aber kein gravierender Störfaktor im Jahr 2018 auszumachen. Die Banken und Versicherungen orientierten sich stark an den Bondmärkten, Zykliker wurden immer wieder von EU-Konjunkturdaten beeinflusst, Industriewerte machten im Sturm der verbalen Handelskriege einen stabilen Job, und Energie und Versorger lächeln ob der hinter ihrem Rücken steigenden Basispreise. Die politischen Effekte werden wir natürlich auch weiterhin in unserem Markt spüren. Die Frage, ob dies Russland, die Türkei, die Staatsbeteiligungen oder US-Handelsverbote gegen alles außerhalb der USA sind, wird unsere Börsen beeinflussen. Das Performancebild lässt sich dadurch aber langfristig nicht erschüttern, solang die Kunden konsumieren. Und das tun sie. Auch und vor allem in Österreich.

28


Entgeltliche Einschaltung

Brau union Österreich

Nachhaltige Bierkultur der Brau Union Österreich Die Brau Union Österreich setzt auf die besten­Rohstoffe, höchste Qualität und nachhaltige ­Produktion.

Bier ist mehr als nur ein Getränk – Bier ist ein © Brau Union Österreich / Cityfoto Dr. Roland Pelzl

wichtiger Teil der Lebenskultur. Als nachhaltig agierendes Unternehmen setzt die Brau ­Union Österreich eine Reihe von Initiativen, um ­Österreichs Umwelt zu schützen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Die Schwerpunkte dabei sind Schutz von Wasserressourcen, Energie- und CO2-Reduktion, nachhaltige Beschaffung, verantwortungsvoller Genuss, Gesundheit und Arbeitssicherheit. Zwei Vorzeigeprojekte im Bereich Nachhaltigkeit befinden sich in der Steiermark: die Grüne Brauerei Göss und die Brauerei P ­ untigam. Für die Grüne Brauerei Göss wurde die Brau Union ­Österreich bereits mehrfach mit Preisen ausgezeichnet. Zuletzt mit dem edie Sustainability Leaders Award 2018.

Brau Union Österreich erneut mit dem GREEN-BRANDS-Austria-Siegel ausgezeichnet V. l.: Friedrich Hinterberger, Geschäftsführer des Nachhaltigkeitsinstituts SERI und Vorsitzender der Jury; ­Gabriela Maria Straka, Leiterin Kommunikation / PR & CSR bei der Brau Union Österreich; ­Magne Setnes, Vorstandsvorsitzender der Brau Union Österreich; Norbert Lux, Geschäftsführer der GREEN-BRANDS-Organisation.­

edie Sustainability Leaders Award 2018 Für die umweltfreundlichen Produktionstech­

dem Energy Globe Austria, dem EU Sustainable

GREEN BRANDS Austria 2018/2019 Siegel

niken in der Grünen Brauerei Göss erhielt die

Energy Award inklusive EU Publikumspreis Citi-

Mit der Auszeichnung GREEN BRANDS Austria

Brau Union Österreich den renommierten

zens Choice Award und 2018 mit dem edie Sus-

werden „grüne Marken“ geehrt, die einen wert-

Nachhaltigkeitspreis edie Sustainability Leaders

tainability Leaders Award.

vollen Beitrag zum Umwelt- und Klimaschutz in Österreich leisten. Als nachhaltig agierendes Un-

Award 2018 in der Kategorie Energiemanagement. Aus rund 600 Einreichungen internatio-

Nachhaltigkeit in der Brauerei Puntigam

ternehmen setzt die Brau Union Österreich eine

naler Unternehmen wurden in London die bes-

Mit einer Reihe von Umweltleistungen trägt

Reihe von Initiativen, um Österreichs Umwelt zu

ten in 17 Kategorien ausgezeichnet.

auch die Brauerei Puntigam zur Nachhaltigkeit

schützen und einen Beitrag zum Klimaschutz zu

bei und ist Partner bei einem umweltfreundli-

leisten. Dafür wurde das Unternehmen erneut

Grüne Brauerei Göss

chen Nachbarschaftskonzept. Die Brauerei Pun-

nach 2016 von der internationalen Brand-Mar-

Als reines Naturprodukt ist Österreichs bestes

tigam, die Kelag Wärme GmbH und das Immobi-

keting-Organisation GREEN BRANDS mit dem

Bier abhängig von einer intakten Umwelt. Des-

lienunternehmen C&P Immobilien AG setzen für

Siegel GREEN BRANDS Austria 2018/2019 aus-

halb setzt die Grüne Brauerei Göss ganz auf

das „Brauquartier Puntigam“ in Graz eine clevere

gezeichnet.

Nachhaltigkeit: Neben sorgfältig ausgesuchten

und umweltfreundliche Wärmeversorgung um:

österreichischen Rohstoffen wird im Braupro-

Die rund 800 Wohnungen sowie die Büros, Ge-

zess ausschließlich erneuerbare Energie ver-

schäftslokale und der Kindergarten werden mit

wendet. Dafür wurde die Brauerei Göss bereits

Abwärme aus dem Gärprozess der Brauerei Pun-

mehrfach ausgezeichnet: unter anderem mit

tigam versorgt.

www.brauunion.at


Rendite Fonds

In das Klima Das Thema Klimaschutz ist wegen globaler und europäischer Initiativen en vogue. Der

Simon Webber Fondsmanager Schroders Schroder ISF Global Climate Change Equity ISIN LU0306804302

Börsianer wollte von drei Fondsmanagern mit Schwerpunkt Klimaschutz wissen, welche Positionen, Strategien und Ziele sie verfolgen. Text Paul Trautendorfer

M

Welche Anlagestrategien verfolgen Sie? - Der Schroder ISF Global Climate Change Equity ist eine aktiv verwaltete, themati-

it dem „Aktionsplan: Finanzierung nachhalti-

sche globale Aktienstrategie, die darauf abzielt, Überrenditen

gen Wachstums“, der am 8. März 2018 vorge-

zu maximieren, indem sie in Unternehmen investiert, die von

stellt wurde, hat die Europäische Union eine Stra-

den Auswirkungen des Klimawandels betroffen sind oder profitieren könnten.

tegie zur Erreichung der in Paris vereinbarten Klima- und Energieziele für 2030 präsentiert. Das Finanzwesen wird als maßgeblicher Eckpfeiler in der nachhaltigen Ausrich-

Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Titel für das Port-

tung betrachtet. So sollen zum Beispiel in Zukunft für um-

folio? - Wir wenden eine vorausschauende, umfassende Sicht

weltfreundliche Finanzprodukte Normen und Kennzeichen

auf die Bewertung von Unternehmen an. Allzu einfache Maß-

geschaffen werden. Auch von der Entwicklung einer soge-

nahmen wie der CO2-Fußabdruck erfassen oft keine indirekten

nannten EU-Nachhaltigkeitstaxonomie, einer „gemeinsa-

Emissionsmaßnahmen, die die wahre Wertschöpfung verzer-

men Sprache“ für ein nachhaltiges Finanzwesen, ist im Ak-

ren können. ESG-Faktoren werden in unserem Risikorahmen-

tionsplan zu lesen. Institutionelle Anleger und Vermögens-

werk neben Aspekten wie Managementqualität und Wettbe-

verwalter werden in Zukunft hingewiesen, vermehrt auf

werbs- und Strategiepositionierung im Rahmen eines Nach-

die Aspekte Umwelt, Soziales und „Environmental Social

haltigkeits- und Qualitätsscores spezifisch bewertet.

Governance“ (ESG) zu achten. Die drei Fondsmanager Simon Webber, Henning Padberg und Florian Hauer sind Spe-

Unter welchen Umständen stoßen Sie Investments ab? - Wir wür-

zialisten auf dem Gebiet und verwalten bereits seit länge-

den uns dazu entschließen, eine Aktie zu verkaufen, wenn der

rem erfolgreich nachhaltige Klimaschutzfonds. Sie begrü-

Klimawandel nicht länger ein wichtiger Treiber für die Ge-

ßen den Aktionsplan der EU und sehen in ihm einen wich-

schäftsaussichten ist, der fundamentale Investmentfall sich

tigen Schritt für eine zukünftig nachhaltige Wirtschaft. Der

verschlechtert und unsere Sichtweise sich ändert, die Wachs-

Börsianer hat bei den drei Fondsmanagern nachgefragt,

tumslücke sich negativ entwickelt.

nach welchen Kriterien sie jetzt bereits das angelegte KaWelche Renditeziele verfolgen Sie, oder mit welcher Benchmark

pital investieren.

messen Sie sich? - Wir definieren kein spezifisches Leistungsziel, aber wir glauben, dass Unternehmen, die im Hinblick auf den Klimawandel gut positioniert sind, im Laufe der Zeit die globalen Weltindizes deutlich übertreffen werden. Unseres Erachtens ist der MSCI World Index die geeignetste Benchmark für diesen Zweck.

Größte Positionen im Fonds: Alphabet, Amazon, Siemens Gamesa Renewable Energy

30


Rendite Fonds

investieren Florian Hauer Fondsmanager Kepler Fonds KAG Kepler Öko Energien ISIN AT0000A0AMH0

Henning Padberg Fondsmanager Nordea Bank SA Nordea 1 Global Climate and Environment Fund ISIN LU0348927095

Welche Anlagestrategie verfolgen Sie? - Der Nordea 1 Global Cli-

Welche Anlagestrategien verfolgen Sie? – Der Kepler Öko Ener-

mate and Environment Fund konzentriert sich auf Unterneh-

gien veranlagt überwiegend in Aktien internationaler Unter-

men, die Produkte und Dienstleistungen mit einem attrakti-

nehmen, die den Sektoren „Saubere und nachhaltige Ener-

ven Wertbeitrag anbieten, sowohl im Hinblick auf die Umwelt

gien“ zuzurechnen sind. Der Fokus wird auf Solarenergie,

als auch auf die wirtschaftlichen Erträge. Das Portfolio wird

Windkraft oder auch Geothermie gelegt. Daneben gibt es

in Unternehmen investiert, die Lösungen im Bereich „Res-

eine Reihe von Investments in Firmen, die Lösungen im Be-

sourceneffizienz“, „Umweltschutz“ und „Alternative Ener-

reich Energieeffizienz anbieten, sowie in Unternehmen, die

gie“ anbieten.

ihren Schwerpunkt auf nachhaltigen Transport oder auch auf Recycling legen.

Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Titel für das Portfolio? - Der Fonds verfolgt einen strukturierten, disziplinier-

Nach welchen Kriterien erfolgt die Auswahl der Titel für das Port-

ten und gut dokumentierten Anlageprozess mit langfristigem

folio? – Sämtliche Unternehmen zählen zu den nachhaltigsten

Denken, fundamentaler Bottom-up-Analyse und proprietärer

ihrer Branche, verfügen über den sogenannten „Prime-Sta-

Modellierung im Kern.

tus“ im Nachhaltigkeitsrating von ISS-Oekom, unserem Partner im Nachhaltigkeitsresearch. Zusätzlich werden im Fonds

Unter welchen Umständen stoßen Sie Investments ab? - Es gibt

die Ausschlusskriterien Atomenergieproduktion, kontrover-

mehrere Gründe, die dazu führen können, dass das Invest-

ses Umweltverhalten, Hochvolumenfracking und Produk­tion

mentteam eine Position verkauft. Diese Gründe beinhalten

und Verarbeitung von Kohle und Öl berücksichtigt. Im An-

etwa, dass das Kursziel erreicht wurde, sich die Anlagegrund-

schluss an die Nachhaltigkeitsanalyse erfolgt eine Port­folio­

lagen für das Unternehmen verschlechtert haben oder ein

optimierung unter Berücksichtigung von einer Reihe von Fi-

Wechsel in der Geschäftsführung oder Strategie führt dazu,

nanzkennzahlen und statistischen Risikomaßen.

dass das Unternehmen nicht in der Lage ist, seine Strategie zu nutzen. Es kann auch sein, dass in einem alternativen Un-

Unter welchen Umständen stoßen Sie Investments ab? – Zu einem

ternehmen eine attraktivere Investitionsmöglichkeit identi-

Verkauf kommt es entweder dann, wenn gegen Ausschluss-

fiziert wird. Das Unternehmen profitiert nicht mehr von einer

kriterien verstoßen wird beziehungsweise es zu einer Herab-

Klima- und Umweltstrategie.

stufung im Nachhaltigkeitsrating kommt oder falls sich die von uns verwendeten Finanzkennzahlen verschlechtern.

Welche Renditeziele verfolgen Sie, oder mit welcher Benchmark messen Sie sich? - Mit unserer reinen Fundamental- und Bot-

Welche Renditeziele verfolgen Sie, oder mit welcher Benchmark

tom-up-Strategie wollen wir langfristig Wert für Investoren

messen Sie sich? – Der Fonds orientiert sich an keiner Bench-

schaffen. Der Fonds hat keine offizielle Benchmark.

mark und strebt langfristiges Kapitalwachstum an.

Größte Positionen im Fonds: Ecolab, Bunge, Kerry Group

Größte Positionen im Fonds: Solar Edge Technologies, SMA Solar Technolgies, Huaneng Renewables

31


Rendite green bonds

1.

2.

3.

marktUmfeld

Veranlagung

Interview

Der Klimawandel zwingt Staaten, ihre Treibhausgasemissionen zu senken. 53 Billionen US-Dollar werden nach Schätzungen in den kommenden zwei Jahrzehnten weltweit in den Energiesektor investiert. Unternehmen unterstützen den Ausbau erneuerbarer Energien durch die Emis­ sion von grünen Anleihen.

155 Milliarden US-Dollar wurden 2017 in Green Bonds investiert. Die zweckgebundenen Anleihen erfreuen sich vor allem bei institutionellen Kunden steigender Beliebtheit. Über Fonds und Indexzertifikate können auch Privatanleger auf den nachhaltigen Zug aufspringen.

Nachhaltigkeit habe eine breite Dynamik erreicht, sagt ING-Veranlagungs­ experte Hans Biemans. Großinvestoren üben dabei zunehmend Einfluss auf Unternehmen aus. Was noch fehlt, sind einheit­ liche Standards bei Green Bonds, um den schwarzen Schafen Einhalt zu gebieten.

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Bananenhain. Projekte wie die Kleinbewässerungsanlage am Rande des Mount Kenya wurde mit Hilfe von grünen Anleihen ­finanziert.

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#GreenBonds

Hauptsache Grün Mit dem voranschreitenden Klimawandel wächst auch das Interesse, Geld in ökologische Projekte zu investieren. Schon vor gut zehn Jahren emittierten einige staatsnahe Förderbanken deshalb die ersten Green Bonds. Inzwischen mischen Unternehmen und sogar Staaten auf dem Markt für grüne Anleihen mit, um sich Geld für den Klimaschutz zu holen. Eine Entwicklung, die damit auch den Anlegern interessante Chancen eröffnet.

© KfW-Bildarchiv / Anne Schönharting, OSTKREUZ

text Raja Korinek


Rendite green bonds

Die Saat geht auf Seit der ersten Green-BondEmission vor gut zehn Jahren mischen immer mehr Banken, Unternehmen und sogar Staaten mit. Schließlich erfordert der Klimaschutz auch jede Menge Geld.

Vorreiter. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau KfW unter­stützt weltweit nachhaltige­ Projekte­ und begibt dafür grüne­ Anleihen­.

text Raja Korinek

E

s ist ein ambitioniertes Ziel, doch

Ganz neu ist das Konzept der Green

lenländer versucht etwa China mit den

das muss es angesichts des Kli-

Bonds freilich nicht. 2007 emittierte

Geldern aus Green Bonds den grünen

mawandels wohl sein. Denn das

die Europäische Investitionsbank (EIB)

Wandel einzuleiten. Auch Indien, Mexi-

Pariser Abkommen der Vereinten Natio-

den ersten Green Bond. Andere staatli-

ko und Nigeria mischen mit. Insgesamt

nen, das Ende 2015 verabschiedet wurde,

che Förderbanken wie die Weltbank und

machen Staatsemissionen bereits ein

sieht die Begrenzung der Erderwärmung

die KfW folgten. Selbst in Österreich hat

Drittel des globalen Green-Bond-Mark-

auf unter zwei Grad Celsius vor. Dazu

man das Potenzial inzwischen erkannt,

tes aus.

müssten bis 2060 die Nettotreibhaus­

wobei der heimische Energiekonzern,

gasemissionen auf null sinken, verweist

die Verbund AG, im Jahr 2014 federfüh-

Die Rekordjagd hält an

Doris

Nachhaltigkeitsexper-

rend war. Das Geld wird unter anderem

Verständlich, dass 2017 mit einem

tin bei der Kreditanstalt für Wiederauf-

für die Finanzierung und Refinanzierung

Emissionsvolumen von 155 Milliarden

bau (KfW) auf die dafür notwendigen An-

von Energieeffizienzmaßnahmen in ös-

US-Dollar ein neuer Rekord erreicht

strengungen.

terreichischen Wasserkraftwerken ver-

wurde. Heuer könnten es laut der Ra-

wendet.

tingagentur Standard & Poor’s sogar

Kramer,

Sie dürften jedenfalls nicht ganz billig sein. Bei der Internationalen Ener-

200 Milliarden US-Dollar werden. Wo-

gieagentur rechnet man mit 53 Billionen

Ein Jahrzehnt Green Bonds

bei der Großteil der Emissionen erneut

US-Dollar, die in den kommenden zwei

Seit dem vergangenen Herbst mischen

aus Europa kommen dürfte. Schon im

Jahrzehnten allein in den Energiesektor

auch die BKS Bank AG sowie die Hypo

Vorjahr entfiel gut die Hälfte auf die Re-

investiert werden müssten. Verständ-

Vorarlberg Bank AG fleißig mit. Einzig

gion, gefolgt von Emittenten aus ­Asien

lich, wenn Kramer betont, dass auch

bei simplen Bondprodukten ist es längst

mit 27 Prozent und Nordamerika (13

privates Kapital erforderlich sein wer-

nicht geblieben. Erst vor wenigen Mo-

Prozent).

de, etwa in Form von Green Bonds, auf

naten emittierte die Verbund AG (Sei-

Was noch hinzukommt: Rund 80

Deutsch grüne Anleihen. Das Besondere

te 60) einen grünen Schuldschein über

Prozent der Emissionen verfügen über

an den Produkten: Emittenten verpflich-

eine digitale, blockchainfähige Emissi-

eine Second Party Opinion. Was damit

ten sich, die Mittel zweckgebunden etwa

onsplattform.

gemeint ist? „Eine unabhängige Gesell-

für erneuerbare Energien, die Energie­

Und selbst Staaten lassen sich die Ge-

schaft, in unserem Fall die RFU Reinhard

effizienz, umweltfreundliche Transport-

legenheit nicht entgehen. Ende 2016 trat

Friesenbichler Unternehmensberatung,

konzepte, aber auch für ein nachhaltiges

Polen in den Markt ein, kurz darauf folg-

analysiert und bestätigt den positi-

Abfallmanagement einzusetzen.

te Frankreich. Aus der Reihe der Schwel-

ven Einfluss und die Auswirkungen des

34


Rendite green bonds

Das dürfte jedenfalls ein weiterer Schritt in die richtige Richtung sein. „Leider gibt es noch keinen Standard bei Green Bonds, sodass die Kriterien der Nutzung des Geldes sehr unterschiedlich sind“, moniert Bernhard Tollay, Geschäftsführer der Metis Invest, die Investmenttochter der Merkur Versicherung AG. Und so würden manche Emittenten das Label „Green Bond“ nutzen, um attraktivere Konditionen zu bekommen. Umso genauer müsse man als Investor bei den Emissionen eben hinsehen. „Auch die Gesamtausrichtung des Unternehmens in den Bereichen Umwelt, Soziales und Governance muss man beurteilen“, betont Tollay. Gibt es einmal klare Spielregeln, dürfte das dann wohl ein gutes Stück einfa© kfw bildarchiv

cher werden.

% MEINE RENDITE Projekts auf die Umwelt“, erklärt Herta

dass die Gelder tatsächlich für ökologi-

Der Klimawandel liefert Emittenten,

Stockbauer,

sche Zwecke eingesetzt werden.

aber auch vielen Investoren einen guten

BKS-Vorstandsvorsitzen-

de. Zudem wird der Emittent selbst auf

Grund, dem Markt für Green Bonds Auf-

Transparenz ist gefragt

merksamkeit zu schenken. Heuer könn-

Obendrein gibt es seit 2014 freiwillige

Der EU-Kommission reicht das offenbar

te das Rekordvolumen von 155 Milliarden

Leitlinien für Green-Bond-Emissionen,

nicht mehr. Sie stellte erst im März ihren

US-Dollar an Neuemissionen nochmals

sie werden in den Green Bond Principles

Aktionsplan zur „Finanzierung nach-

übertroffen werden. Eine wichtige Stüt-

festgehalten. Diese regeln den Auswahl-

haltigen Wachstums“ vor. Unter an-

ze dürften die geplanten Emissionsstan-

prozess für Projekte, die Mittelverwen-

derem sollen dabei auch fixe Standards

dards der EU-Kommission sein. Sie sol-

dung, aber auch die Anforderungen an

und Zertifizierungen für Green Bonds

len klare Spielregeln schaffen und spä-

das Berichtswesen, um sicherzustellen,

bis zum Sommer 2019 etabliert werden.

testens Mitte 2019 etabliert sein. n

nachhaltige Standards beurteilt.

FOKUSSIERTER WEITBLICK Wir erkennen Entwicklungen frühzeitig, sind beweglich und klar auf Chancen fokussiert. Für Werte, die wachsen. simmoag.at #weitblicker #adlerauge


Rendite green bonds

© KfW Bildarchiv / Dawin Meckel / OSTKREUZ

Grüne Gläubiger sind gefragt

Sonnenenergie. Parabolrinnenspiegel auf dem Solarfeld Noor I des Solarkraftwerks Ouarzazate in Marokko glitzern in der Sonne.

Noch ist der Markt für Green Bonds recht überschaubar, er legt aber kräftig zu. Schließlich wächst auch das Bedürfnis vieler Anleger, ihr Geld in reine Umweltprojekte zu investieren. text Raja Korinek

E

in wenig aufwendig sei es schon

ge nach Green Bonds kräftig, noch kann

weniger ökologisches Verhalten zu ka-

gewesen, erinnert sich Michel

das Angebot kaum mithalten. Und das

schieren.

Haller, der Vorstandsvorsitzen-

treibt wiederum die Anleihekurse an,

de der Hypo Vorarlberg Bank AG, an die

eine Gratwanderung, die auch Green-

Europas grüne Wiese

erste Green-Bond-Emission im Herbst

Bond-Fondsmanager

müs-

Allein der Credit Suisse (Lux) Green Bond

2017 zurück. „Systeme müssen schließ-

sen. Die Palette ist derzeit überschau-

Fund (ISIN LU0230911603 für Privatanle-

lich angepasst, ein genauer Ablauf eta-

bar, nimmt aber stetig zu. Der Vorteil:

ger, LU0230912163 für Großanleger; bei-

bliert werden“, schildert Haller die An-

Fondsmanager nehmen Anlegern damit

de Tranchen sind währungsgesichert)

fangshürden. Doch weitere Emissio-

die Prüfung der Emittenten sowie deren

konnte auf die vergangenen fünf Jahre

nen sind geplant, womit das Institut

Projekte ab, dazu wenden sie strenge Kri-

einen Wertzuwachs von rund zehn Pro-

nicht allein dasteht. Denn auch bei der

terien an. So werden etwa Sektoren und

zent erzielen. Besonders gute Chancen

BKS Bank AG schmiedet man schon die

Unternehmen ausgeschlossen, die kon-

findet man derzeit bei Euro-Emissionen,

nächsten Emissionspläne. Hier wurde

troverse, sozial- oder umweltschädliche

wobei die größten Einzelpositionen auf

vor wenigen Monaten ebenfalls erstmals

Geschäftstätigkeiten ausüben. Aber auch

Emittenten wie die Cooperative Rabo-

ein Green Bond mit dem klaren Fokus

ein Positiv-Screening wird angewendet.

bank, Unibail-Rodamco und Polen ent-

auf die Ökologie und Regionalität bege-

Hier werden Unternehmen identifiziert,

fallen. Auch wenn sich der Gesamtmarkt

ben, unterstreicht deren Vorstandsvor-

die zu einer nachhaltigen ökologischen

sehr positiv entwickelt habe, „sind viele

sitzende Herta Stockbauer. Finanziert

Entwicklung beitragen.

US-amerikanische Emittenten seit dem

meistern

wurde eine Kleinwasserkraftanlage in

Und das ist auch gut so. Schließlich

Amtsantritt des US-Präsidenten Donald

Kärnten, in Vorarlberg waren es hinge-

habe es einige Versuche gegeben, Green

Trump sehr zurückhaltend geworden“,

gen energieeffiziente Wohn- und Ge-

Bonds zu emittieren, „die man unter der

resümiert Mues.

werbeimmobilien.

Rubrik Greenwashing verbuchen kann“,

Beim

SEB

Green

Bond

Fund

Anleger waren von den Vorhaben of-

sagt Reinhard Mues, Private-Banking-

(LU0041441808) lag der jährliche Wert-

fenbar überzeugt, denn die Anleihe­

Leiter Österreich der Credit Suisse. Da-

zuwachs in demselben Zeitraum so-

emis­ sionen waren restlos ausverkauft.

mit versuchen Unternehmen ein grünes

gar bei zwölf Prozent. Unter den größ-

Doch auch weltweit wächst die Nachfra-

Image nach außen zu pflegen, um ein

ten Positionen finden sich Anleihen von

36


Rendite green bonds

Banken und staatlichen Förderbanken,

gang Pinner, der die Abteilung Nach-

sind mehr als 170 internationale Anlei-

etwa die Kommuninvest Sverige AB, die

haltige Investments bei der Raiffeisen

hen von Unternehmen und Staaten, die

Nordic Invest Bank sowie die European

KAG leitet.

in US-Dollar oder in Euro notiert sind.

Investment Bank (EIB). Insgesamt ste-

Zuletzt hat man auch bei der BNP

Der iShares Green Bond Index Fund

hen bei den Projekten und Aktivitäten

Paribas

den

(IE00BD0DT578) bildet hingegen den

vor allem Windparks, Wasseraufberei-

Schritt gewagt, und so wurde im Sep-

Bloomberg Barclays MSCI Green Bond

tungsanlagen, der saubere Transport,

tember 2017 der Parvest Green Bond

100% EUR Hedged Index ab. Insgesamt

die nachhaltige Landwirtschaft und Ab-

Fund (LU1620156999 für Privatanleger;

sind 225 vorwiegend staatsnahe Emit-

fallmanagement im Fokus.

LU1620157534 für Großanleger) lan-

tenten enthalten, ebenfalls aus dem In-

ciert. Auch hier entfällt der Großteil

vestment-Grade-Segment.

Investment

Partners

Nachwuchs für Großanleger

des Portfolios auf den Euroraum. Und

Bei

Management

fast 40 Prozent der Anleihen sind aus

% MEINE RENDITE

schloss man sich dem Trend 2015 an,

der Finanzbranche, gefolgt von grünen

Die Nachfrage nach Green-Bond-In-

hier wurde der Raiffeisen-Green-Bonds

Staatsanleihen.

vestments nimmt seit Jahren stetig zu.

Raiffeisen

Capital

Dementsprechend werden immer mehr

(AT0000A1FV69) für Großanleger lanciert. Zu den größten Positionen zählen

Passiver Klimaschutz

Green Bonds der EIB, aber auch der Kre-

Eine weitere Möglichkeit bieten bör-

mit denen ökologische Projekte finan-

ditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Die

sennotierte

sogenannte

ziert werden. Doch nicht jedes Vorhaben

KfW finanziert beispielsweise Projek-

Exchange Traded Funds (ETF). Der Ly-

schafft es durch die strengen Prüfkrite-

te aus ihrem „Erneuerbare-Ener­ gien-

xor Green Bond ETF (LU1563454310) bil-

rien der Fondsmanager, die eine heikle

Standard“-Programm, das etwa Solar

det den Solactive Green Bond Invest-

Gratwanderung zwischen Rendite und

und Windkraft umfasst, erklärt Wolf-

ment Grade Index ab. Darin enthalten

Nachhaltigkeit meistern müssen. n

zweckgebundene Anleihen emittiert,

Indexfonds,

@@@Es steckt viel@@@ @@@Grün im Gelb.@@@

@@@COC-Neutrale @@@CO2-Neutrale Logistik@@@ Logistik@@@ @@@für unser Klima.@@@ Wir sind uns der Verantwortung gegenüber der Umwelt bewusst. Deshalb setzen wir Maßnahmen, die unseren ökologischen Fußabdruck verringern. Wir haben die größte E-Fahrzeugflotte Österreichs, konsumieren „grünen“ Strom, produzieren mit zwei Photovoltaikanlagen auch selbst Energie und kompensieren alle anfallenden CO 2 Emissionen. Darum sind wir das einzige Logistikunternehmen, das alle Sendungen in Österreich CO 2 -neutral zustellen kann. Wenn’s wirklich wichtig ist, dann lieber mit der Post.

www.post.at/co2neutral

37


Rendite green bonds

© info@markvandenbrink.nl, all images © mark van den brink

Klartext. „Der Markt ist wenig volatil, weil grüne­Anleihen lang­ fristig gehalten werden“, sagt ING-Experte Hans Biemans.

„Bei Green Bonds braucht es klare Spielregeln“ In den vergangenen Jahren gab es einige Reformen im Markt für grüne Anleihen, um Emissionen weiter anzukurbeln, erklärt ING-Nachhaltigkeitsexperte Hans Biemans. Die geplanten EU-Standards seien eine ­wichtige Stütze, um möglichen Wildwuchs zu vermeiden. text Raja Korinek Herr Biemans, der erste Green Bond wur-

ale Entwicklungen in den Fokus gerückt.

Nun sind auch betriebliche Aufwendun-

de 2007 von der European Investmentbank

2006 wurden die „UN Principles for Re-

gen umfasst, wie zum Beispiel die For-

begeben, inmitten der großen Finanzkrise.

sponsible Investment“, sprich die Prin-

schung und Entwicklung. Zudem wurde

Ein Zufall? - Einen unmittelbaren Zu-

zipien für verantwortliches Investieren,

2016 die Liste jener Kategorien, die für

sammenhang gab es nicht, der Klima-

von den Vereinten Nationen (UN) ins

grüne Finanzierungen infrage kommen,

wandel hatte vor der Finanzkrise sogar

Leben gerufen. Sie wurden damals von

erweitert.

einen größeren Stellenwert. Allerdings

knapp 30 Interessenten unterzeichnet,

nahm mit der Krise grundsätzlich das

jetzt gibt es fast 2.000 Unterstützer.

Wie kann man sich das konkret vorstel-

Bedürfnis nach mehr Transparenz bei

Nachhaltigkeit hat also eine viel breite-

len? - Die Mittelverwendung wurde un-

der Verwendung der Investorengelder

re Dynamik erreicht.

ter anderem auf die Herstellung ökoeffizienter und ökozertifizierter Produkte

deutlich zu. Vor rund zwei Jahren überarbeitete Ihre

ausgeweitet. Damit gibt man auch vielen

Weshalb ist das Interesse am Klimawan-

Arbeitsgruppe die „Green Bond Principles“.

Industrieunternehmen die Möglichkeit,

del gesunken? Die Folgen sind doch zu-

Das sind freiwillige Leitlinien für die Emis-

Green Bonds zu emittieren. Sie setzen ja

nehmend spürbar. - Der Klimawandel

sion von Green Bonds. Weshalb die Nach-

nicht immer direkt ökologische Projek-

ist auch heute noch wichtig. Mit der Fi-

besserung? - Bis dahin durften die Gelder

te um. Allerdings können deren Produk-

nanzkrise sind aber weitere Themen

nur für Investitionen etwa in erneuerba-

te einen ökologischen Impact haben. Ich

wie das Wirtschaftswachstum und sozi-

re Energieprojekte verwendet werden.

denke da zum Beispiel an die Dämmwol-

38


Rendite green bonds

leherstellung, sie verbraucht reichlich

Einige Staaten wie etwa Belgien, Polen

den. Nun werden ganze Pools an Green

Energie. Wenn unterm Strich aber mehr

und Frankreich emittieren ebenfalls Green

Bonds begeben und die Gelder für ver-

Energie eingespart wird, weil gedämmte

Bonds. Ist das glaubwürdig, wenn ein Staat

schiedene, zweckgebundene Projekte

Häuser weniger beheizt werden müssen,

zugleich Anteile an Energieversorgern hält,

eingesetzt.

wären Green Bonds sinnvoll eingesetzt.

die teilweise mit Kohlekraftwerken arbeiten? - Solange die Emissionserlöse für

Zuletzt haben die Marktturbulenzen auch

Die EU-Kommission möchte voraussicht-

einen nachhaltigen Zweck eingesetzt

die Anleihenmärkte nicht verschont. Wie

lich 2019 fixe Standards für die Emission

werden, sollte jeder ermutigt werden,

hält sich das Segment für Green Bonds? -

von Green Bonds festlegen. Ist der Schritt

diese Anleihen zu begeben. An poten-

Der Markt ist weniger volatil, da Anle-

notwendig, oder droht nur unnötige Bü-

ziellen Käufern für Green Bonds man-

ger diese Anleihen meist auf viele Jahre

rokratie? - Damit bekommen die Green

gelt es jedenfalls nicht. Dabei sollte man

halten. Gerade viele institutionelle In-

Bond Principles eine offizielle Unter-

auch die Marktmacht der Großanleger

vestoren haben sich langfristige Ziele

stützung. Bislang handelt es sich um

nicht unterschätzen. Die US-Fondsge-

bei der nachhaltigen Veranlagung ihrer

ein relativ autonomes Marktsegment,

sellschaft Black Rock etwa hat im Jän-

Gelder gesteckt und lassen sich nicht auf

es braucht durchaus klare Spielregeln.

ner ein Schreiben an die Vorstandschefs

kurzfristige Spekulationen ein.

Ich bin jedenfalls ein Befürworter klarer

großer Konzerne gerichtet, in dem sie

Klassifizierungen von Umweltaktivitä-

die Unternehmen auffordert, einen Um-

% MEINE RENDITE

ten, etwa so, wie sie bei den von der Sta-

weltbeitrag zu leisten. Ansonsten ris-

Noch ist der Markt für Green Bonds über-

tistik Austria gemeldeten Umweltgüter-

kierten sie den Ausstieg Black Rocks aus

schaubar, dafür aber weniger schwan-

und Dienstleistungskonten angewendet

den jeweiligen Unternehmen. Und das

kungsfreudig als andere Rentenseg-

werden.

hat durchaus Gewicht.

mente, erklärt Hans Biemans, Head of

Sie meinen, es gibt zu viel Freiraum bei der

Insgesamt dürfte der Markt für Green Bonds

& Investment Banking und Mitverfasser

Definition von „grün“? – Ich nenne Ihnen

heuer auf rund 200 Milliarden US-Dollar

der „Green Bond Principles“. Denn vor

dazu ein Beispiel. Im Vorjahr hatte ein

anschwellen. Wie sieht es mit der Emit-

allem langfristige Anleger sind in dem

Energiekonzern einen Green Bond bege-

tentenbonität aus? – Tatsächlich fällt der

grünen Markt investiert. Und sie kön-

ben, allerdings um die Effizienz der Öl-

Großteil der Emittenten auf das Invest-

nen aus einem immer breiteren Spek­

raffinerien zu steigern, anstatt das Geld

ment-Grade-Segment, nur ein kleiner

trum auswählen. Schließlich wurden die

in den Ausbau erneuerbarer Energien zu

Teil ist im schlechter benoteten High-

Kriterien für Green-Bond-Emissionen

investieren. Mehr Effizienz ist grund-

Yield-Bereich angesiedelt. Zudem ist

ein gutes Stück erweitert, damit können

sätzlich eine gute Sache, aber das hatte

der Markt flexibler geworden. Früher

nun auch Industrieunternehmen leich-

Green-Bond-Investoren verstimmt.

wurde jeder Bond an ein Projekt gebun-

ter mitmischen. n

Sustainable Markets im ING Wholesale

AUT DE

AUT

AUT

FR

AUT DE

IT

AUT

AUT

CAN

DE

DE

CZ

FR

DE

INVESTIEREN IN

WINDENERGIE DE

FR

FR

IT

FR

IT

CAN

IT

CAN

CZ

CZ


Rendite Kurse

top/flop-performer LO Funds Generation Global

Fondsname

30 24 18

26.4.15

26.4.18 Quelle: TeleTrader

LSF-Solar & Sustainable E.

Top/Flop-Kursentwicklung (3 Jahre) Isin

kurs

3J%

LO Funds Generation Global(EUR)P

LU0428704554

27,75

Vontobel F.mtx Sus.Asian L.(ex J.)H EUR

LU0384409693

355,89

28,00% 100 26,36%

Nordea 1 Gl.Climate a.Env.Fd.BP EUR Acc

LU0348926287

16,71

22,51%

LSF-Solar & Sustainable Energy Fund A1

LU0405846410

67,17

–32,41%

East Capital China Environ.C EUR

LU0289591256

169,97

–24,64%

JSS Multi Label SICAV New Energy(EUR)B

LU0121747215

5,46

–15,61%

75 50

26.4.15

26.4.18 Quelle: TeleTrader

nachhaltige Aktienfonds

performance von 82 in österreich zugelassenen Öko-, Ethik- und nachhaltigkeitsfonds (1 J %) Volumen Fondsname ISIN Kurs YTD % YTD High YTD Low 1 J % 1 J Vola 3J % 3 J Vola (Mio. Euro)

Vontobel F.mtx Sus.Asian L.(ex J.)H EUR LU0384409693 355,89 –2,74% 395,65 354,45 23,52% 13,98 26,36% 16,76 328,19 ∧ LSF-Solar & Sustainable Energy Fund A1 LU0405846410

67,17 –12,82%

78,90

Candriam SRI Equity Em.Mkt.C EUR Acc LU1434523954 115,26 –2,34% 125,35 DNB Fund – Renewable Energy

63,31

17,55% 18,22 –32,41% 24,92 14,47 ∧

114,19 14,22% 13,28 8,25% 17,37 396,47 ∧

LU0302296149 122,37 2,26% 124,02 109,91 13,18% 15,63 11,77% 20,64 41,33 ∧

Ökoworld Klima LU0301152442 67,45 1,52% 69,67 63,88 12,38% 13,76 17,65% 16,24 31,25 ∧ Schroder ISF Global Sustainable Growth LU0557291076 172,40

0,38% 183,09 168,22 11,73% 9,73 17,33% 12,25 53,94 ∧

4Q-Smart Power EUR DE000A0RHHC8 59,89 –1,71% 61,95 57,26 11,06% 9,70 10,11% 14,67 60,63 ∧ Robeco SAM Smart Energy LU0175571735 25,28 –0,28% 26,66 23,88 10,88% 13,13 11,76% 16,30 578,79 ∧ Erste Responsible Stock Global AT0000A1AW14 114,86 –2,28% 4,82 4,35 10,62% 9,27 9,02% 13,18 0,00 ∧ Jupiter China Select L EUR LU0329070675 14,63 –2,79% 16,12 14,21 9,51% 14,81 –11,28% 18,81

7,58 ∧

ACATIS Fair Value Aktien Global EUR LI0017502381 217,08 0,32% 226,41 207,81 9,50% 10,51 7,84% 13,46 56,17 ∧ LBBW Global Warming DE000A0KEYM4 46,01 1,65% 48,37 44,20 9,36% 12,35 19,26% 16,62 45,02 ∧ Vontobel Sustainable Emerging Markets LU0571085413 152,09 –4,01% 137,91 124,79

8,96% 13,75 17,34% 17,95 1792,56

LO Funds Global Responsible Equity LU1540722847 11,22 –0,07% 11,99 10,82 8,65%

n. a.

n. a.

n. a.

121,84

∧ ∧

KBC Eco Fund Impact Investing Cap BE0175718510 632,58 0,10% 663,67 621,79 8,65% 10,43 13,88% 14,81 87,69 ∧

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

DNB Fund – Global

ALU0090738252 3,22 –3,21% 2,87 2,62 8,57% 13,77 3,02% 16,68 44,58 ∧

Schroder ISF Gl.Clim.Ch.Equ.EUR C Acc LU0302447452

17,81 –0,37% 18,56

16,97

7,46% 11,00 13,35% 14,87 338,43 ∧

F&C Portf.F.BMO Responsible Gl.E.M.Eq. LU0153359632

27,81 –3,25%

22,60

7,25% 10,51 15,23% 14,54 120,08 ∧

24,49

KEPLER Ethik Aktienfonds T AT0000675665 214,00 –1,92% 224,82 205,57 7,20% 9,47 12,53% 13,80 179,69 ∧ ÖkoWorld Growing Markets 2.0 C LU0800346016 167,81 –4,00% 180,13 163,48 6,99% 11,56 4,52% 15,43 154,45 ∧ LO Funds Generation Global(EUR)P LU0428704554 27,75 0,17% 28,96 26,64 6,98% 10,91 28,00% 14,51 1323,97 KCD-Union Nachhaltig AKTIEN MinRisk DE0005326532

56,41 –0,48%

58,92

54,08

6,94% 8,02 13,31% 13,57 148,04 ∧

Robeco SAM Smart Material LU0175575991 244,75 –5,63% 271,52 239,70 6,93% 12,49 21,00% 14,98 654,24 ∧ Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Momentum AT0000A1PKP3 124,75 0,46% 127,17 119,70 6,85% KBC Eco CSOB Water CZK C BE0947250453 1363,74 –3,92% 57,13 52,14

9,76

n. a.

n. a.

68,42

6,73% 8,94 18,95% 11,46 23,83 ∧

UBS Global Sustainable Innovators LU0130799603 86,03 –1,92% 90,44 83,02 6,67% 12,21 11,02% 15,81 96,56 ∧ Erste WWF Stock Environment A AT0000705660 126,85 –1,98% 131,87 118,72 6,51% 11,27 –3,65% 14,97 116,71 ∧ DPAM Invest Equities World Sustainable BE0058652646 182,39 0,04% 187,87 173,71 6,34% 10,70 4,49% 13,88 417,11 ∧ KEPLER Öko Energien T AT0000A0AMJ6 57,57 4,26% 57,57 51,59 6,16% 10,01 0,86% 15,27

6,79 ∧

Kames Global Sustainable Equity IE00BYZHYR83 12,36 –0,58% 12,94 11,81 5,88%

0,00

12,67

n. a.

n. a.

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

Quelle:

40

www.rcb.at


Rendite Kurse

Volumen Fondsname ISIN Kurs YTD % YTD High YTD Low 1 J % 1 J Vola 3J % 3 J Vola (Mio. Euro)

JSS OekoSar Equity Gl.P EUR D LU0229773345 179,89 0,84% 184,21 169,47 5,87% 11,04 1,54% 14,77 112,25 ∧ F&C Responsible Global Equity A EUR LU0234759529 18,34 –0,22% 19,26 17,53 5,83% 10,86 10,88% 14,31 335,16 ∧ Sparinvest SICAV Ethical Gl.Va.EUR R LU0362355355 170,23 –0,76% 176,10 159,76 5,32% 11,37 13,91% 14,13 114,31 ∧ Edm.de Roth. Euro Sustainable Growth FR0010505578 402,91 1,18% 415,99 382,76 5,31% 10,07 8,61% 16,61 67,24 ∧ Metzler Europ.Dividend Sust.B Dis EUR IE00BYY02962 96,00 –0,15% 98,85 90,75

5,11%

9,37

n. a.

n. a.

46,24

Pictet Gl.Enviro.Opp.P EUR LU0503631714 187,34 –1,42% 198,44 180,16 4,85% 11,53 14,09% 14,87 545,54 ∧ Apollo Nachhaltig Aktien Global T AT0000A1EL54 11,46 –1,29% 11,98 11,03 4,80%

9,05

n. a.

n. a.

73,52

KBC Eco Fund Alternative Energy C BE0175280016 277,37 –1,96% 293,36 266,02 4,67% 10,70 4,38% 14,51 37,85 ∧ Sunares Sustainable Natural Resources LU0344810915 65,36 –2,59% 68,86 61,39 4,66% 11,89 11,96% 17,14 0,00 ∧ Stewart Inv.Gl.Em.M.Sus.Fd.A Acc EUR GB00B64TSB19 3,55 1,49% 3,64 3,42 4,39% 9,63 5,25% 13,10 450,26 ∧ IP Concept Equity Global Sustainable LU1023699801 128,36 0,17% 109,86 100,40 3,70% 11,14 9,48% 14,18 5,06 ∧ ÖkoWorld Water for Life C LU0332822492 161,68 –2,53% 171,40 154,25 3,62% 11,50 0,48% 14,44 19,93 ∧ JSS Sustainable Equity Em. Markets LU0485309743 111,92 –5,40% 101,29 91,60 3,61% 12,55

1,80% 17,07 27,22 ∧

SUPERIOR 6 – Global Challenges T AT0000A0AA78 206,28 2,12% 207,63 191,33 3,54% 10,75 6,49% 13,77 LBBW Nachhaltigkeit Aktien R DE000A0NAUP7 91,66 –0,57% 96,36 88,34 3,45% 10,44 GIS SRI Ageing Population E EUR LU1234787544 120,01 –0,21% 123,84 113,94 3,34%

10,11

0,00 ∧

3,51% 15,31 97,75 ∧ n. a.

n. a.

149,27

DNB Fund – Global ESG LU0029375739 4,12 0,77% 4,26 3,84 3,08% 11,80 7,00% 15,54 33,02 ∧ UBS(Lux)Equ.Gl.Sust.(USD)USD P acc LU0076532638 950,82 –0,20% 817,76 745,83 2,96% 10,86 4,20% 14,63 280,54 ∧ BSF Impact World Equ.F.A2 USD LU1254583351 129,71 –1,38% 111,60 102,19 2,94% Candriam SRI Equity Pacific C JPY Acc LU1434526460 16096,46

–2,51% 129,08

116,49

2,78%

11,08

n. a.

n. a.

154,68

n. a.

n. a.

n. a.

139,50

PRIMA – Global Challenges A LU0254565053 143,32 1,76% 144,27 132,97 2,77% 11,03 2,03% 14,66 58,14 ∧ LIGA-PAX-Aktien-Union DE0009750216 39,19 0,49% 40,46 36,69 2,65% 10,00 –2,21% 16,19 152,12 ∧ UBS(Lux)Eq.SICAV E.M.Sust.USD) P-acc LU0346595837 DPAM Invest Equities Europe Sustainable BE0940002729

94,58 –3,28% 84,30 251,69

0,36%

257,65

76,46 238,13

2,64% 12,02 –4,05% 15,42 14,05 ∧ 2,62% 10,65 2,83% 16,10 29,39 ∧

Raiffeisen-Nachhaltigkeit-Aktien R T AT0000677919 136,33 –1,12% 141,41 130,70 2,58% 9,91 8,28% 13,64 107,88 ∧ Robeco SAM Sustainable Global Equity LU0188782162 213,06 –0,94% 223,43 203,44 2,58% 11,01 9,50% 14,32 36,69 ∧ Stewart Invest Asia Pacific Sustainable GB00B0TY6S22

5,01 0,86%

5,82

5,44 2,55% 9,04

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

4,91% 13,26 502,84 ∧

www.rcb.at

MEAG Nachhaltigkeit DE0001619997 91,80 –1,61% 96,01 87,66 2,50% 10,52 10,32% 14,79 102,18 ∧ ÖkoWorld ÖkoVision Classic C LU0061928585 170,64 –0,36% 177,11 163,58 2,32% 10,29 12,57% 13,64 797,60 ∧ Deka-UmweltInvest CF DE000DK0ECS2 126,40 –2,18% 134,93 123,30 2,32% 10,69 15,79% 14,74

0,00 ∧

Murphy&Spitz Umwelt Deutschland LU0360172109 115,27 –2,40% 121,85 112,47 2,20% 9,98 9,56% 11,10 7,24 ∧ Allianz Euroland Equity Gr.SRI A EUR LU0542502157 136,32 0,59% 141,04 127,17 2,19% 11,40 9,48% 17,35 60,49 ∧ Nordea 1 Gl. Climate and Environment LU0348926287 16,71 –3,97% 17,87 16,18 2,08% 10,95 22,51% 15,48 854,13 ∧ SUPERIOR 4 – Ethik Aktien A AT0000993043 86,34 –2,25% 91,64 82,91 2,03% 9,80 5,51% 13,63 44,43 ∧ KBC Eco Fund World C BE0133741752 974,10 –0,75% 1018,95 929,14

2,02% 10,79 8,98% 14,57 165,05 ∧

Amundi Öko Sozial Stock T AT0000A06Q31 171,10 –1,40% 178,52 160,92 1,99% 10,74 6,20% 14,04 112,42 ∧ AXA World Fd.Fr.Eurozone RI F C.EUR LU0545090143 167,43 1,51% 171,44 155,67 1,89% 10,35 8,55% 17,25 197,24 ∧ IP Concept Deutschland Ethik LU1044465158 127,55 –5,57% 140,51 123,34 1,73% 11,28 10,86% 17,24 26,01 ∧ BNPP Islamic Fd.Eq.Optimizer C USD LU0245286777 1947,01 –1,83% 1687,79 1539,59

1,62% 10,64

0,79% 13,91 47,03 ∧

TerrAssisi Aktien I AMI P(a) DE0009847343 28,54 –1,11% 29,76 27,28 1,57% 10,91 9,44% 14,67 84,31 ∧ Vanguard SRI European Stock Fund Acc IE00B76VTL96 186,06 –0,58% 222,39 201,88 1,47% 10,88

0,07% 17,17

0,00 ∧

RobecoSAM Gl.l Sustainable Small Cap LU0280770172 138,19 –1,54% 145,51 134,24 1,47% 10,75 8,54% 14,90

9,98 ∧

Quelle:

41


Rendite Kurse

top/flop-performer Deka-Nachhaltigkeit Renten

Fondsname

140

kurs

Deka-Nachhaltigkeit Renten CF

LU0703711035

129,04

9,84%

DPAM L Bds.Em.Mkts.Sust.B EUR

LU0907927338

122,81

6,49%

FR0010172767

362,83

6,48%

LU0054025654

2448,77

–17,52%

KBC Renta Canarenta C

100

26.4.15

26.4.18 Quelle: TeleTrader

3J%

Isin

Edm.de Roth.Euro Sustainable Cre.C EUR

120

KBC Renta Canarenta

Top/Flop-Kursentwicklung (3 Jahre)

Swisscanto(LU)Pf.Fd.Gre. Inv.Inc.AT

LU0343771977

110,85

–16,57%

JSS Su.Bond CHF P CHF D

LU0121751324

153,97

–15,76%

2.625 2.500 2.375

26.4.15

26.4.18 Quelle: TeleTrader

nachhaltige Anleihenfonds

performance von 82 in österreich zugelassenen Öko-, ethik- und nachhaltigkeitsfonds (1 J %)

Volumen Fondsname ISIN Kurs YTD % YTD High YTD Low 1 J % 1 J Vola 3J % 3 J Vola (Mio. Euro)

FISCH CB Sustainable Fund AE LU0428953425 152,70 0,17% 155,33 148,63 3,46% 5,76 –1,02% 5,62 442,91 ∧ Salm-Salm Sustainability Convertible V LU0264979492 59,35 –0,49% 60,71 58,51

3,11% 4,21 4,38% 4,94 69,96 ∧

Deka-Nachhaltigkeit Renten CF LU0703711035 129,04 –0,69% 130,79 128,51 2,93% 1,67 9,84% 2,29 0,00 ∧ AZ Multi Asset-Sustainable Hybrid Bonds LU1098101428

5,31

–0,56%

5,39

5,30

2,63% 1,55 6,03% 3,30 11,59 ∧

Edm.de Roth.Euro Sustainable Cre.C EUR FR0010172767 362,83 –0,65% 366,84 361,80

2,11% 1,41 6,48% 1,92 94,73 ∧

UniInstitutional Gl.Con.Sustainable EUR LU0993947141 113,20 –0,70% 116,72 112,10

1,90% 4,19 2,53% 5,27 356,25 ∧

Muzinich Bondyield ESG Fd.A EUR Acc IE00B2R9B880 135,16 –0,75% 136,75 134,99 1,80% 1,41 6,27% 1,70 243,10 ∧ BSF Sustainable Euro Bd.Fd.A4 EUR LU1435395717 98,61 0,32% 98,82 97,42 1,69%

1,90

n. a.

n. a.

32,19

KCM SRI Bond Select AT0000A1PY31 102,83 –1,16% 104,43 102,68 1,69%

1,43

n. a.

n. a.

16,69

Sycomore Sélection Credit R FR0011288513 124,89 –0,39% 125,77 124,46 1,63% 1,04 6,03% 2,03 386,57 ∧ Candriam SRI Bond Euro C EUR Acc LU1313769447 100,69 0,04% 101,05 99,76 1,31%

2,12

0,00%

n. a.

150,71

Allianz Euro Credit SRI A EUR LU1149865930 103,55 –0,87% 104,78 103,18 1,23% 1,75 4,36% 2,30 670,14 ∧ Candriam SRI Bond Euro Corporate LU1313770452 103,03 –0,74% 103,92 102,89 1,21%

1,99

0,00%

n. a.

289,30

LIGA Pax Corporates Union LU0199537852 43,63 –0,48% 43,90 43,50 1,20% 1,43 2,71% 1,82 137,04 ∧ Warburg Corporate Bonds Social DE000A111ZL9 98,19 –0,65% 99,03 98,06 1,16% 1,50 3,19% 2,10 68,32 ∧

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Robeco Euro Sustainable Credit DH LU0503372608 131,57 –0,80% 133,16 131,46 1,09% 1,74 2,88% 2,32 918,14 ∧ Candriam Sust.Euro Corp.Bonds C R BE0945493345 472,01 –0,91% 476,88 471,34 1,08% 1,62 2,75% 2,19 82,83 ∧ DPAM L Euro Quality Sustainable LU0130967168 564,67 –0,96% 571,98 563,81 0,99% 1,69 1,49% 2,46 867,95 ∧ SLI Europ.Corp.Bond Sust.a.R.Inv.A Acc LU1164462860 10,39 –0,75% 10,48 10,36 0,94%

1,53

n. a.

n. a.

832,45

KCD-Union Nachhaltig RENTEN DE0005326524 52,82 –0,32% 53,10 52,56 0,87% 1,67 1,86% 2,10 82,07 ∧ Parvest Sustainable Euro Corporate LU0265288877 147,79 –0,95% 149,69 147,58 0,85% 1,79

1,46% 2,23 956,25 ∧

Erste Responsible Bond Coporate Euro AT0000A0PHJ4 126,05 –0,66% 127,26 125,89 0,84% 1,58 2,96% 2,14 150,44 ∧ NN (L) Euro Sust.Cr.(e.Fin.)P Cap EUR LU0577843187 379,20 –0,63% 381,99 377,87 0,63% 1,87 2,63% 2,57 681,51 ∧ Deutsche Inv.I ESG I Euro B.(Short)LC LU0145655824 147,92 0,16% 147,97 147,60 0,60% 0,45

0,92% 0,55 2538,19

Amundi Öko Sozial Rent T AT0000A0FM79 122,86 –0,49% 123,50 122,24 0,57% 1,69 0,16% 2,44 227,73 ∧ Allianz Invest Nachhaltigkeits-Rentenfd. AT0000A19NT8

97,70 –0,34%

98,15

97,65

0,57% 0,71 0,51% 1,41 73,14 ∧

Erste Responsible Bond T AT0000686084 170,01 –0,68% 171,40 169,61 0,39% 1,20 0,60% 2,17 106,92 ∧ LIGA-Pax-Rent-Union DE0008491226 25,75 –0,54% 25,95 25,67 0,27% 1,40 0,63% 1,61 187,30 ∧ SSgA Euro Sustain.Corp.Bond Index I(A) LU0579408914

11,65 –0,46%

11,75

11,61

0,22%

3,65

n. a.

n. a. 1007,56

JSS Su.Bond EUR Corporates P EUR D LU0045164786 160,55 –0,84% 162,16 160,34 0,16% 1,61 1,91% 2,31 72,74 ∧ ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

Quelle:

42

www.rcb.at


Rendite Kurse

Volumen Fondsname ISIN Kurs YTD % YTD High YTD Low 1 J % 1 J Vola 3J % 3 J Vola (Mio. Euro)

Gutmann Euro Anleihen AT0000A15Q63 109,16 –0,63% 109,91 108,74 0,12% 1,65 0,20% 2,54 0,00 ∧ UniInstitutional Gl.Cor.Bond Sustainable LU1089802497

99,91

–1,26% 101,35

99,74

0,11%

1,73

n. a.

n. a.

156,83

JSS Su.Bond EUR P EUR D LU0158938935 112,91 –0,59% 113,71 112,34 0,03% 1,98 –0,70% 2,91 73,85 ∧ MEAG EM Rent Nachhaltigkeit A DE000A1144X4 49,87 –1,93% 51,11 49,76 0,02% 1,58 2,37% 2,22 0,00 ∧ KEPLER Ethik Rentenfonds R T AT0000642632 161,40 –0,85% 162,72 160,35 0,01% 1,71 0,33% 2,34 161,53 ∧ SUPERIOR 1 – Ethik Renten A AT0000855606 71,71 –0,68% 72,25 71,59 –0,01% 1,51 0,28% 1,71 155,18 ∨ LO Funds – Euro Resp.Corp.Funda.PA LU0095725387 18,71 –0,89% 18,92 18,68 –0,17% 1,57 –0,04% 2,20 75,24 ∨ Candriam SRI Bond Euro S.T.C EUR Acc LU1434521826 99,97 –0,24% 100,23 99,95 –0,18%

n. a.

n. a.

n. a.

141,58

Erste Responsible Reserve R01 T AT0000A03969 115,79 –0,16% 116,03 115,75 –0,29% 0,42 0,16% 0,57 183,99 ∨ Ecology Bond AT0000A0J7J1 108,78 –0,65% 109,62 108,64 –0,34% 0,99 –0,70% 1,68 9,06 ∨ Raiffeisen-Nachhaltigkeit-ShortT.T AT0000A190X3 98,51 –0,20% 98,74 98,50 –0,34% 0,19 –1,22% 0,30 35,00 ∨ LBBW Nachhaltigkeit Renten R DE000A0X97K7 52,75 –0,52% 53,10 52,67 –0,36% 1,07 –0,69% 1,45 35,15 ∨ Deutsche Invest ESG Global Corporate LU0982744301 102,62 –3,06% 105,82 102,40 –0,36% 2,13 2,24% 2,81 46,56 ∨ SUPERIOR 5 – Ethik Kurzinvest T AT0000A01UR5 117,39 –0,53% 118,03 117,22 –0,40% 1,47 –1,44% 1,06 45,51 ∨ Gutmann Euro Short Term AT0000A15Q89 100,96 –0,38% 101,39 100,94 –0,44% 0,43 –0,37% 0,52 0,00 ∨ TerrAssisi Renten I AMI DE000A0NGJV5 96,05 –0,34% 96,39 96,03 –0,47% 0,39 –0,34% 0,52 18,84 ∨ Steyler Fair und Nachhaltig Renten R DE000A1WY1N9 54,46 –0,33% 54,88 54,36 –0,68% 1,49 –1,43% 1,99 61,81 ∨ KBC Renta Decarenta C LU0058484741 31434,00

–0,87% 4252,26 4151,83

–0,72% 3,29 –2,60% 5,10 12,77 ∨

Sarasin-FairInvest-Bond DE0006623077 50,77 –0,14% 51,06 50,20 –0,76% 2,58 –2,16% 3,77 13,92 ∨ Raiffeisen ÖsterreichRent R A AT0000859533 7,49 –0,27% 7,52 7,48 –0,79% 1,21 –2,28% 1,44 299,97 ∨ DPAM L Bds.Gov.Sustainable A EUR LU0336683411 1282,07 –0,96% 1293,01 1271,24 –0,86% 2,14 –1,92% 3,21 156,70 ∨ SEB Green Bond Fund LU0041441808 53,01 –0,67% 53,37 52,99 –0,86% 0,83 –1,72% 1,30 73,41 ∨ s Ethik Bond T AT0000681184 132,06 –0,83% 133,16 131,25 –0,90% 1,67 –1,22% 2,67 52,37 ∨ Apollo Nachhaltig Global Bond (T) AT0000A13JW3 10,48 –0,85% 10,56 10,40 –0,94% 2,08 –1,20% 2,40 194,03 ∨ DPAM L Bds.Em.Mkts.Sust.B EUR LU0907927338 122,81 1,04% 124,20 120,59 –0,96% 5,66 ESPA Bond Euro Mündelrent A AT0000858220

8,18 –0,49% 8,22

6,49%

8,17 1216,39

8,13 –0,97% 2,47 –3,07% 3,95 383,42 ∨

Oppenheim Ethik Bond AT0000707393 117,81 –0,37% 118,32 117,56 –1,00% 0,91 –0,19% 1,13 11,02 ∨

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at

Pictet Gl.Sustainable CreditH P EUR LU0503630153 142,92 –2,20% 146,56 142,73 –1,10% 2,15 –0,26% 2,59 101,30 ∨ CS(Lux)Green BF EUR BH LU0230911603 149,75 –1,25% 151,69 149,50 –1,16% 2,75 –0,78% 3,35 12,49 ∨ Erste Responsible Emerging Corporate AT0000A13EG7 108,86 –2,69% 112,13 108,86 –1,34% 1,16 1,90% 1,79 0,00 ∨ Raiffeisen-GreenBonds R VA AT0000A1VGG8 100,45 –1,26% 101,77 100,30 –1,37%

n. a.

n. a.

n. a.

74,42

AXA World Fd.Planet Bd.A C.EUR LU1280195881 99,68 –1,45% 100,91 99,37 –1,47%

1,96

n. a.

n. a.

92,41

Swisscanto Green Invest Income LU0288148447 138,68 –1,81% 140,86 138,21 –1,93% 2,69 –2,76% 4,28 14,25 ∨ LGT Sustainable Quality Bond LI0183909782 1014,55 –1,20% 1026,81 1014,15 –2,09% 0,66 –2,65% 0,92 493,92 ∨ JAR Capital Sustainable Income UI R LU1231245298 95,28 –1,39% 97,01 95,21 –2,15%

1,64

n. a.

n. a.

57,53

JSS Sustainable Green Bond Global LU0288930356 135,22 –2,06% 138,03 135,01 –2,48% 2,36 –4,09% 3,73 34,71 ∨ CROWD – Green Bond Impact Fund A LU1300281794 96,49 –1,09% 97,51 96,37 –3,18%

1,37

n. a.

n. a.

5,58

Convertibles Europe Resp.AC EUR Acc FR0011315787 1242,25 –1,66% 1281,62 1227,16 –3,65% 4,52 –4,81% 6,28 0,00 ∨ KBC Renta Nokrenta C LU0166237098 6345,52

0,64% 667,46 648,47 –3,82% 6,37 –12,41% 7,28 294,24 ∨

Erste Responsible Bond Global AT0000A1EK48 95,48 –2,00% 97,45 95,05 –4,69%

2,53

n. a.

n. a.

46,58

KBC Renta NZD Renta C LU0099233149 2583,90 –2,41% 1557,53 1501,92 –5,77% 8,61 –10,38% 10,53 LO Funds Global Climate Bond P LU1490631295 10,59 –2,32% 8,93

8,61 –6,38%

n. a.

n. a.

n. a. Quelle:

43

9,24 ∨ 237,33

ZERTIFIKATE CHAMPION SEIT 2007

www.rcb.at


© Nordsee One GmbH

finanzplatz finanzen

Kurs auf ­ Klimaschutz Themen wie Energieeffizienz, erneuerbare Energien und nachhaltige Wassernutzung rücken bei den Anlegern ­zunehmend in den Fokus. Die Investmentchancen sind deutlich vielfältiger als noch vor ein paar Jahren. text Raja Korinek

44


#grünesGeld

Windpark. Der ­Offshorewindpark „Nordsee One“ erstreckt sich über 45 Kilometer an der Küste Deutschlands.


finanzplatz finanzen

© nvidia

trägt durch die Änderung des Lebensstils

„Ressourcen­ verbrauch wird mit bewussterer Ernährung reduziert.“

zu einer Gesundheitsprävention bei. Zudem werden aufgrund einer bewussteren Ernährung Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen deutlich reduziert“, sagt Funk. Auch

der

US-Heimwerkermarkt

Alexander Funk

Home Depot hat es in den Fonds geschafft. Der Konzern bietet unter ande-

se LUX – Sustainable Real Estate Secu-

rem Holzersatzprodukte auf Basis von

rities Fonds (LU1586242650, währungs­

Sekundärrohstoffen an. Der Grafikkar-

gesicherte Tranche für Großanleger). Da-

tenhersteller Nvidia – eine weitere Top-

bei werden nicht nur die aussichtsreichs-

Fonds-Position – stellt hingegen we-

ten Immobilienfirmen gewählt. Wichtig

sentliche Bausteine für energieeffizien-

ist auch, wie sehr ökologische Aspek-

er jüngste Aktionsplan der Euro-

tere Produkte in der Informations- und

te in den Immobilien beachtet werden,

päischen Union hat allen voran

Kommunikationstechnologie her. „Da-

etwa Dämmung oder Energiesparlam-

Green Bonds (Seite 32) verstärkt

mit wird der Energieverbrauch gesenkt“,

pen. Die größten Positionen sind der Ein-

resümiert Funk.

kaufszentrumsbetreiber Simon Property

Unternehmenszentrale. Die 245 Fenster auf dem Dach des Headquarters von Fondsfavorit Nvidia regeln­ durch Winkel und Tönung den Lichteinfall.

D

ins Rampenlicht gerückt. Es gibt aber

Group sowie Avalonbay Communities.

noch weitere zahlreiche Möglichkeiten,

Letzterer Titel ist im LBBW Global

in den Klimaschutz zu investieren. Allein

Warming Fonds (DE000A0KEYM4) der

Das

in der Welt der Investmentfonds gibt es

LBBW Asset Management sogar die größ-

investiert in Wohnimmobilien.

unterschiedliche Portfolios, die mit ih-

te Einzelposition. Auf die vergangenen

rem Ansatz den Klimawandel kontern

fünf Jahre konnte der Fonds gut 70 Pro-

Passiver Wandel

wollen. Womit nur die Frage bleibt, wer

zent zulegen. Auch die Aktien von Infi-

Auch anhand von Indexinvestments

die Herausforderung am erfolgreichsten

neon haben eine hohe Gewichtung. „Der

können Anleger auf Klimastrategien set-

meistern kann.

Konzern ist wesentlicher Komponenten-

zen, etwa in die wachsende Elektromobi-

Ein Kandidat ist der Ökoworld Klima

lieferant für Hybrid– und Elektrofahr-

lität. Sie erfordert eine Menge Batterien,

(ISIN LU0301152442) der Fondsgesell-

zeuge, die in ihrer Umweltbilanz weit

und das bietet Chancen. So setzt etwa der

schaft Ökoworld, der auf fünf Jahre einen

vor Verbrennungsmotoren stehen“, un-

ebenfalls neu lancierte ETFS Battery Va-

Wertzuwachs von rund 85 Prozent erziel-

terstreicht LBBW-Fondsmanager Chris-

lue.Chain Go Ucits ETF (IE00BF0M2Z96)

te. Der Fokus des Fonds liegt auf der Be-

toph Keidel.

von ETF Securities auf den Solactive Bat-

hebung der Ursachen des Treibhausef-

US-amerikanische

Unternehmen

tery Value Chain Index. Dieser umfasst

fekts. Themen wie Energieeffi­zienz, er-

Auch Banken tragen bei

27 Anbieter elektrochemischer Energie-

neuerbare Energien, nachhaltige Land-

Selbst Bankentitel wie die Credit Suisse

speichertechnologien sowie Bergbauun-

und Forstwirtschaft, aber auch die nach-

Group sind im LBBW-Portfolio enthal-

ternehmen, die Metalle für die Batterie-

haltige Wassernutzung zählen zu den

ten. Wie Banken dem Klimawandel ent-

herstellung fördern. Japanische Konzer-

Anlageschwerpunkten. Heraus kommt

gegenwirken? „Sie spielen für umwelt-

ne wie Sony und Nidec haben die größte

ein breitgefächertes Portfolio, danach

freundliche Projekte eine wichtige Rol-

Gewichtung, gefolgt vom US-Batterie-

müssen es die Aktien noch durch das in-

le. Man denke an die stark fremdkapi-

hersteller Enersys.

terne Nachhaltigkeitsresearch schaffen.

tallastigen Finanzierung von erneuerba-

Abseits der Fondswelt locken Zerti-

„Wir haben strenge Negativ- und Aus-

ren Energieanlagen“, meint Keidel. Und

fikate mit interessanten Chancen, etwa

schlusskriterien“, betont Senior Port­

auch hier gilt freilich: Alle Titel müssen

das Solactive China Solar Index Zertifikat

foliomanager Alexander Funk. Bran-

ein strenges Nachhaltigkeitsscreening

(DE000DB2CSL4) von der Deutsche Bank

chen wie Atomenergie oder Erdölindus-

passieren, das von einer externen Agen-

AG. „Die ersten großen Innovationen bei

trie werden kategorisch ausgeschlossen.

tur durchgeführt wird. Insgesamt sollten

der Solarenergie kamen aus Europa so-

die Unternehmen einen möglichst nied-

wie aus den USA. Mittlerweile stammt

Hungern für das Klima

rigen C02-Ausstoß aufweisen und deren

ein Großteil der weltweiten Produktion

Unter den größten Fondspositionen be-

Produkte der globalen Erderwärmung

aus dem Reich der Mitte“, zeigt Chris­

finden sich Titel wie Weight Watchers,

entgegenwirken.

tian-Hendrik Knappe, Zertifikateexper-

die man im ersten Moment nicht mit Kli-

Durchwegs fokussierter ist der Zu-

te der Deutsche Bank AG, auf. Der Index

maschutz verbindet. „Das Unternehmen

gang bei dem neu lancierten La Françai-

umfasst bis zu 15 der größten chinesi-

46


Entgeltliche Einschaltung

A1 Telekom Austria Group

„Die digitale Reise geht weiter“: A1 Telekom Austria Group veröffentlicht für 2017 erstmals kombinierten Geschäftsund Nachhaltigkeitsbericht

Kompaktes 360-Grad-Unternehmensbild für Stakeholder Die A1 Telekom Austria Group hat für das Geschäftsjahr 2017 erstmals einen kombinierten Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht und zählt damit zu den Vorreitern in Österreich. Mit dem Titel „Die digitale Reise geht weiter“ unterstreicht der Konzern seine Rolle als zentraler Wegbereiter und -begleiter sowie bevorzugter Partner bei der Digitalisierung. Der Geschäftsbericht wurde mit dem Nachhaltigkeitsbericht verschränkt, wobei die Nachhaltigkeitsaspekte in den einzelnen Kapiteln eingearbeitet wurden. Dies erlaubt nun eine integrierte, verdichtete und gleichzeitig kompakte Sicht auf das Unternehmen. Unternehmens- und Nachhaltigkeitsziele gehören untrennbar zusammen und sind integrale Bestandteile einer Unternehmensstrategie. Das neue verschränkte Berichtsformat verdeutlicht diese Zusammenhänge, erlaubt einen effizienteren Informationsgewinn und bietet ein zeitgemäßes 360-Grad-Unternehmensbild für unsere Stakeholder. Der neue kombinierte Jahresbericht orientiert sich an den GRI-Standards (Global Reporting Initiative) sowie den Vorgaben des UN Global Compact für einen Fortschrittsbericht. likation erscheint ausschließlich online und präEin weiterer Pluspunkt ist das frühere Erschei-

sentiert sich nach dem Rebranding der A1 Tele-

Der Online Report ist unter

nen von Nachhaltigkeitskennzahlen. Die Pub-

kom Austria Group mit neuem Corporate Design.

https://report2017.a1.group abrufbar.


finanzplatz finanzen

schen Unternehmen, die in China in der

„Fokus auf nachhaltige Start-ups und Wachstumsprojekte.“

Solarenergieindustrie tätig sind, wie etwa Jinkosolar und Xinyi Solar. Auf fünf Jahre liegt das Zertifikatplus 50 Prozent zu viel. Auch insgesamt steht das Thema Umwelt in Asien verstärkt im Fokus. Auf die aktuellen Entwicklungen können Anleger

Wolfgang Deutschmann

ein qualifiziert partiarisches Nachrangdarlehen. Einzig im Fall einer Pleite bekommen etwa die Banken, also die vorrangigen Gläubiger, ihr Geld zuerst zurück. Erst dann sind die nachrangigen Gläubiger dran. Aber auch nur, wenn die Auszahlung der Zinsen oder des Kapitals keine

mit dem Solactive Asien­Umwelt Index Zertifikat (DE000DB1UMW8) der Deut-

cen. 2013 wurde die Crowdfundingplatt-

Insolvenzeröffnung beim Unternehmen

sche Bank AG setzen. „Der Index bildet

form Green Rocket etabliert. „Sie ist aus-

auslöst.

die Wertentwicklung von aktuell 15 Un-

schließlich auf nachhaltige Start-ups und

Überdies sollte man beachten, dass

ternehmen ab, die als Hauptgeschäfts-

Wachstumsprojekte von Unternehmen

ein vorzeitiger Ausstieg nicht vorgesehen

tätigkeit moderne Umwelttechnologien

fokussiert, konkret mit Schwerpunkt

ist. „Ein Crowdinvestment ist ein Risiko-

und Produktionsweisen entwickeln oder

auf die Sektoren Energie, Mobilität, Er-

investment. Anleger sollten nur so viel

einsetzen“, erklärt Knappe. Diese liegen

nährung und Gesundheit“, erklärt Ge-

investieren, wie sie während der Laufzeit

vor allem im Bereich erneuerbare Ener-

schäftsführer Wolfgang Deutschmann.

nicht benötigen“, mahnt Susanne Ha-

gien, Wasseraufbereitung und Müllver-

senhüttl, Sprecherin bei Crowd­4climate.

wertung. Zu den größten Positionen zäh-

Die Masse als Ansporn

len der chinesische Infrastruktur- und

Grundsätzlich werden aktuelle Projekte­ Bei dieser Plattform hat man unlängst

Versorgerkonzern Guandong Investment

auf der Webseite vorgestellt. Dazu zählt

zum Beispiel einen „Mobilen Solarcon-

sowie China Conch Venture Holdings.

die CO2-neutrale und pestizidfreie Wasa-

tainer“ für ein Dorf in Mali in Westafrika

Das Unternehmen stellt unter anderem

biproduktion im Burgenland, für die man

finanziert, aktuell wird über neue Projek-

Dämmmaterial her und bietet Abfalllö-

bei der Phytoniq Wasabi derzeit Geld ein-

te verhandelt. Das Besondere bei Crowd-

sungen an. Allerdings ist hier das Plus

sammelt. Haben sich einmal genügend

4climate: Die Darlehensnehmer setzen

auf fünf Jahre mit zehn Prozent weitaus

Gläubiger gefunden, die dem Unterneh-

den Zinssatz selbst fest, bisher waren es

bescheidener.

men Geld für dessen Idee zweckgebun-

sieben Prozent. Eines müssen Anleger bei

Mit dem HVB Open End Index Zerti-

den leihen, ist ein Projekt ausfinanziert.

Crowdfunding aber noch beachten: Die

fikat bezogen auf den FAZ Erneuerbare

Im Fachjargon wird die Geldleihe „qua-

Zinsen sind nicht mit der Kapitalertrag-

Energien-Index (DE000HV5CW35) setz-

lifiziertes Nachrangdarlehen“ genannt.

steuer endbesteuert. Das heißt, sie müs-

ten Anleger hingegen auf Innogy, das die

Bekommen Gläubiger dabei eine erfolgs-

sen in der Einkommenssteuererklärung

größte Gewichtung hat, sowie auf Nordex

abhängige Verzinsung beziehungswei-

angegeben werden. n

und SMA Solar. Abseits der Börse gibt es

se eine Gewinnbeteiligung anstelle fixer

etwa im Bereich Crowdfunding Chan-

Zinsen, handelt es sich stattdessen um

Diese beträgt meist fünf bis acht Jahre.

 crowd4climate.org

 greenrocket.com

#Investoren

Eher im Verborgenen wuchs bisher mit den Vorsorgekassen in Österreich ein Pflänzchen in Sachen nachhaltige ­Investitionen, das mittlerweile zu Wachstum bei anderen Investorengruppen geführt hat. text barbara ottawa

Vorsorgekassen:

Da kann man das Gras wachsen hören

I

m Zusammenhang mit Investitio-

tige Veranlagung. Das Thema war vor

nen soll man ja nicht von Glücks-

nunmehr 15 Jahren noch ein Nischen-

spiel sprechen, schon gar nicht bei

ansatz, die Vorsorgekassen integrierten

langfristigen Anlegern wie Vorsorge-

es als Differenzierungsmerkmal in ih-

kassen, die Abfertigungsgelder verwal-

ren Anlagestrategien. Mit Erfolg. Mitt-

ten. Aber tatsächlich haben sie bei ih-

lerweile verwalten die acht Anbieter in

rer Entstehung ab 2002 auf das richti-

Österreich schon mehr als 10,6 Milliar-

ge Pferd gesetzt: vollständig nachhal-

den Euro.

48


finanzplatz finanzen

„Die Praxis hat ­gezeigt, dass es funktioniert.“ Günther Herndlhofer

„Pensionskassen haben keinen hohen Handlungsdruck.“ Reinhard Friesenbichler

„Zum Teil kam die Motivation aus

Performance hat“, erläutert Günther

den Kassen selbst heraus, zum Teil war

Herndlhofer, Leiter Veranlagung bei der

es der ausdrückliche Wunsch von Ge-

VBV Vorsorgekasse AG. Außerdem habe

werkschaftsvertretern“, sagt Reinhard

man die Vorteile wie etwa „ein zusätz-

Friesenbichler, Geschäftsführer des Be-

liches qualitatives Risikomanagement“

ratungsunternehmens für Nachhaltig-

gesehen. Darüber hinaus wirke sich

keit RFU. Heute sind „zwei Drittel der

„die Berücksichtigung von ESG-Fak-

Investoren im Nachhaltigkeitssegment

toren für die gesamte Analyse einer In-

Vorsorgekassen und Pensionskassen,

vestitionsentscheidung positiv aus“.

dann kommt lange nichts, und es folgen kirchliche Anleger“, so Friesenbichler.

10,6 milliarden euro

nachhaltig verwaltetes Vermögen in den heimischen Vorsorgekassen per Ende 2017.

Mittlerweile hat die VBV Pensionskasse AG wie auch die VBV Vorsorgekas-

In der Liste der Unterzeichner der

se AG 2017 die Montreal-Pledge unter-

Prinzipien für verantwortungsbewuss-

zeichnet, was sie zur Veröffentlichung

te Geldanlagen der Vereinten Nationen

des CO2-Fußabdrucks ihres Portfolios

finden sich drei Vorsorgekassen: die

verpflichtet. Die VBV Pensionskasse AG

eines Umweltzeichens für Immobilien-

Niederösterreichische

Vorsorgekasse

hat darüber hinaus ihren größten Akti-

fonds angestoßen. „Viele Nachhaltig-

AG, Fair Finance Vorsorgekasse AG und

enspezialfonds gänzlich auf „Low Car-

keitszertifikate können nur auf Neu-

die VBV Vorsorgekasse AG sowie die VBV

bon“ umgestellt.

bauten angewendet werden, da passt das

Vorsorgekasse AG, hat die Entwicklung

Friesenbichler glaubt, dass auch an-

‚Altwiener Zinshaus mit Mischnutzung‘

Vorreiter unter den Pensionskassen

dere Pensionskassen dem Beispiel der

nicht ins Schema“, so Friesenbichler.

in Sachen Nachhaltigkeit war die Bo-

Vorsorgekassen, die oft in derselben

„Aber genau solche Objekte haben mit

nus Pensionskasse AG, die schon lan-

Unternehmensgruppe

Nachhaltigkeit viel zu tun“ – das wurde

ge als Einzige eine Veranlagungs- und

„Dadurch, dass Portfoliobausteine ge-

Risikogemeinschaft (VRG) von der Ös-

teilt werden, gelangen Umwelt- und

Für Herndlhofer bleibt die spannen-

terreichischen Gesellschaft für Umwelt

Sozialkriterien auch in die Pensions-

de Frage, wie es Managern von Alter-

und Technik (Ögut) zertifizieren lässt.

kassen.“ Eine vollständige Umstellung

natives gelingt, „ESG-Faktoren in die

Sonst messen sich nur die Vorsorgekas-

ist bei Pensionskassen schwer, weil

Strategien zu integrieren“. In traditio-

sen mit diesem Gütesiegel. Mittlerweile

auf Wünsche einzelner Mitglieder, also

nellen Anlageklassen sieht er „mittler-

haben es übrigens alle zum Silber- oder

Unternehmen, in Sachen Veranlagung

weile ein breites Produktangebot“.

Gold-Standard geschafft.

eingegangen werden muss. Außerdem

Die steigende Nachfrage merken

Das Nachhinken der Pensionskas-

„sehen die Pensionskassen noch kei-

auch ausländische Anbieter, die auf den

sen habe einen einfachen Grund. „Als

nen Vorteil und haben deshalb keinen

österreichischen Markt kommen. „Sie

die Pensionskassen in den 1990er-

großen Handlungsdruck“, sagt Frie-

lassen ihre Produkte mit dem heimi-

Jahren aufkamen, gab es den Baustein

senbichler. Der Durchbruch könne nur

schen Umweltzeichen zertifizieren“,

Nachhaltigkeit noch nicht“, sagt Frie-

gelingen, wenn eine große Pensions-

bestätigt Friesenbichler. Hintergrund

senbichler. Nach und nach werde jetzt

kasse sich eindeutig deklariert. „Dann

dafür seien nicht zuletzt die Vorsor-

ein „Zecherl ins Wasser gesteckt. Fürs

werden die anderen nachziehen.“

gekassen, die gern auf extern geprüfte

Pensionskasse AG als Einzige ihrer Art.

sind,

folgen:

im Umweltzeichen mitberücksichtigt.

Konzepte zurückgreifen.

Ganzkörperschwimmen reicht es noch nicht“, meint der RFU-Geschäftsfüh-

Mit der Größe wächst der Einfluss

rer. Es helfe aber, dass Produkte ge-

Die Vorsorgekassen müssen für ihre

der Vorsorgekassen wird deren Rolle als

meinsam verwendet werden. „Die Pra-

ständig wachsenden Vermögenstöpfe

gewichtige Marktteilnehmer im Nach-

xis hat gezeigt, dass es funktioniert

neue Assetklassen ausloten. Diese An-

haltigkeitsbereich weiter steigen und

und keinerlei negativen Einfluss auf die

legergruppe, besonders die Fair Finance

damit sicher auch die Vorbildwirkung. n

49

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Rendite Glossar

Nachhaltigkeitsbegriffe

Glossar

CSR

Corporate Social Responsibility beschreibt gesellschaftliche

Anlagekriterien Die Auswahl von Unternehmen, die die festgelegten Anforderungen hinsichtlich bestimmter ökologischer und sozialer Aspekte besonders gut erfüllen, wie etwa Leistungen im Umweltbereich und bezüglich der Gleichberechtigung.

Unternehmensverantwortung. Darunter wird verantwortliches unternehmerisches Handeln verstanden, das ökologisch relevante Aspekte ebenso wie die soziale Beziehung des Unter­ nehmens zu seinen Mitarbeitern und Mitmenschen umfasst.

Ausschlusskriterien Definierte Ausschlusskriterien schließen bestimmte Investments oder Investmentklassen aus. Häufig genannte Ausschlusskriterien sind Waffen, Tabak und Tierversuche. Best-in-Class Bei dieser Anlagestrategie, basierend auf ESG-Kriterien, werden die besten Unternehmen innerhalb einer Branche, Kategorie oder Klasse ausgewählt.

SRI

Carbon-Bubble Die Kohlenstoffblase ist eine Investitionsblase, die sich aus der Unvereinbarkeit des Zwei-Grad-Ziels mit dem Abbau und der Nutzung weiter Teile der bekannten Ressourcen an fossilen Brennstoffen wie Erdöl, Kohle und Erdgas ergibt. Cop 21 Von 30. November bis 12. Dezember 2015 fand die 21. UNKlima­konferenz (Cop 21) in Paris statt. Am 4. November 2016 trat das damals beschlossene Klimaabkommen in Kraft, das die Begrenzung der globalen Erwärmung auf unter zwei Grad Celsius, möglichst 1,5 Grad Celsius, im Vergleich zu vorindustriellen Levels in den kommenden Jahrzehnten vorsieht.

Englisch für Socially Responsible Investment, also

ethisches oder nachhaltiges Investment. Zeichnen sich dadurch aus, dass sie neben den Renditezielen auch den ethischen Wertvorstellungen des Anlegers entsprechen.

Corporate Governance Corporate Governance ist die Verantwortung von Vorständen hinsichtlich der sozialen und ökologischen Performance ihres Managements und der Unternehmenskultur. Dekarbonsierung Dekarbonisierung ist die Abkehr der Energiewirtschaft von der Nutzung kohlenstoffhaltiger Energieträger. Handlungen, durch die Kohlenstoffdioxid (CO2) freigesetzt wird, sollen durch Prozesse ersetzt werden, bei denen diese Freisetzungen ausbleiben oder kompensiert werden.

Climate Action Plan So lautet der Fachjargon für den „Aktionsplan: Finanzie-

Diversität Diversität steht für die Unterscheidung und Anerkennung von sozialen Gruppen – und individuellen Merkmalen. Meist werden sechs Bereiche unterschieden: Alter, Geschlecht, Kultur, sexuelle Orientierung, Behinderung und Religion. Vielfaltsmanagement zielt darauf ab, die Diversität der Mitarbeiter konstruktiv und gewinnbringend zu nutzen.

rung nachhaltigen Wachstums“, der von der EU-Kom­ mission am 8. März 2018 veröffentlicht wurde. Der Aktionsplan soll helfen, eine nachhaltigere und umweltverträglichere Wirtschaft zu schaffen. Gütezeichen für nachhaltige Finanzprodukte sind dabei ein Aspekt.

52


Rendite Glossar

Der Börsianer erklärt wichtige Begriffe aus der Welt der Nachhaltigkeit.

GRI

EGSS

Die Global Reporting Initiative dient als Leitfaden für Nachhaltigkeitsberichte. Tätigkeiten und Leistungen sollen in Hinblick auf eine nachhaltige Entwicklung untersucht werden. Transparenz ist dabei oberstes

ist die englische Abkürzung für Environ-

Gebot.

mental Goods and Services Sector. Das Kürzel steht für eine umweltorientierte Produktion und Dienstleistung. Diese befasst sich mit der Gesamtheit der Tätigkeiten zur Messung, Vermeidung oder Behebung von Umweltschäden.

Engagement Der Dialog zwischen Investoren und Unternehmen mit dem Ziel, die Unternehmensführung für die Berücksich­ tigung von sozialen, ethischen und ökologischen Kriterien zu gewinnen.

ESG

Eurosif Das European Sustainable and Responsible Investment Forum ist ein europaweiter Zusammenschluss, der Nachhaltigkeit über den Weg der Finanzmärkte fördert. Greenwashing PR-Maßnahmen von Unternehmen, die das Ziel haben, sich selbst in der Gesellschaft ökologisch und sozial verantwortungsbewusst darzustellen.

Englische Abkürzung für Environmental, Social and Governance. Diese Abkürzung findet in der Nachhaltigkeitsszene breite Verwendung und steht für die Begriffe Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung.

Impact-Investment Investments in Unternehmen, Organisationen und Fonds, die das Ziel haben, neben dem finanziellen Ertrag auch sozial und ökologisch zu wirken. Die Investoren halten die Eigentumsrechte an den Assets. Microfinance Mikrofinanzierung ist die Bereitstellung von verschiedenen Finanzdienstleistungen für arme und einkommensschwache Kunden. Nachhaltige Gütesiegel Sie sollen Verbrauchern eine Orientierung innerhalb der zahlreichen regionalen, nationalen und internationalen Siegel sowie der Herkunftszeichen, Symbole und Codierungen und der Auswahl von Finanzprodukten geben.

Ökologischer Fußabdruck

PRI Die Principles for Responsible Investment sind von den Vereinten Nationen entwickelte Grundsätze für verantwortungsbewusstes Investieren. Unterzeichner verpflichten sich, festgelegte ESG-Kriterien zu beachten.

Der ökologische Fußabdruck verdeutlicht, wie viel

SDGs Die Sustainable Development Goals sind 17 konkrete Ziele, die die größten Herausforderungen unserer Zeit adressieren. 193 Staaten der Vereinten Nationen bekennen sich zur Umsetzung dieser Ziele bis 2030.

Land- und Wasserfläche notwendig ist, um die Produktions- und Konsumaktivitäten einer Stadt oder eines Landes dauerhaft aufrechtzuerhalten. Der gemessene Verbrauch in Hektar kann auf

Triple Bottom Line Das TBL-Konzept bezieht sich auf die drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Umwelt und Soziales. Gemäß dem TBL-Konzept messen Unternehmen ihre Leistung in allen drei Bereichen und erstatten darüber Bericht.

die Produktion eines Unternehmens oder den Lebensstil eines Menschen übertragen werden.

53


#Banken

Kolumne

Wilhelm Celeda Vorstands­ vorsitzender Raiffeisen Centrobank AG

Moderne Nachhaltigkeit

Hypo Vorarlberg und BKS Bank emittieren grüne Anleihen Zwei österreichische Banken haben im

Bank ist Teil des Klimaneutralitätsbünd-

Auch wenn für viele Nachhaltigkeit

Herbst 2017 je einen Green Bond begeben.

nisses 2025, das mittlerweile 113 Mitglieder,

ein Trend der jüngeren Vergangen-

Vorreiter war die Hypo Vorarlberg Bank AG,

vor allem Vorarlberger Unternehmen, zählt.

heit ist, der für faire Geschäfts-

die 300 Millionen Euro von institutionel-

In sieben Jahren wollen die Teilnehmer der

len Investoren einsammeln konnte. Der

Initiative ihre unternehmerischen Aktivi-

Green Bond mit einer Laufzeit von fünf Jah-

täten klimaneutral gestellt haben. Die BKS

Friedrich Wilhelm Raiffeisen in

ren und einem Zinssatz von 0,625 Prozent

Bank AG finanzierte mit ihrem Green Bond

die Wiege gelegt. Schon vor mehr

war mit einer Nachfrage von 425 Millionen

eine Kleinwasserkraftanlage der Hasslacher

als 160 Jahren dachte Raiffeisen­

Euro deutlich überzeichnet. Die Hypo Vor-

Energie in Spittal an der Drau. Der Bond

arlberg Bank AG finanziert mit dem Kapital

wurde mit einer Laufzeit von 5,5 Jahren und

energieeffizientes Wohnen und nachhal-

einem Zinssatz von 0,85 Prozent ausgestat-

Denken zu verbinden. Heute um-

tige Gewerbeimmobilien. Fünf Millionen

tet. Das Emissionsvolumen mit drei Millio-

fasst der Nachhaltigkeitsbericht der

Euro soll während der Laufzeit der Anlei-

nen Euro war zwar überschaubar, die Nach-

Raiffeisen Bank International AG

he für Neugeschäfte investiert werden. Die

frage war aber auch bei dieser Anleihe groß.

praktiken in Bezug auf soziale und ökologische Anliegen und Diversität steht, wurde der Gedanke bereits

nachhaltig und gründete die erste Genossenschaft, um soziale Verantwortung mit wirtschaftlichem

160 Seiten und geht auf alle Aspekte moderner Nachhaltigkeit ein. Er zeigt, dass soziale Verantwortung in jeder Beziehung als fester Bestandteil unternehmerischen Handelns in keinem Widerspruch zu wirtschaftlichem Wachstum steht, sondern eine wertvolle Basis bildet, um als Unternehmen attraktiv zu sein für

Bank für Gemeinwohl gibt nicht auf Die Genossenschaft für Gemeinwohl hält

offene, moderne, innovative und

an dem Traum fest, eine ethische Bank

selbstbewusste Menschen ohne

zu gründen. Die angestrebte Säumnisbe-

rein monetären Interesse. Das wird

schwerde gegen die Finanzmarktaufsicht

auch von Investoren so bewertet

FMA wurde Mitte April 2018 vom Bundes-

wie anhand von Tesla ersichtlich ist: Nachhaltigkeitsfantasie, auch ohne gegenwärtigen Profit, wird

verwaltungsgerichtshof zurückge­wiesen. Jetzt liegt der Antrag für eine Zahlungs-

als Versprechen für die Zukunft

instituts-Konzession wieder bei der FMA,

gesehen und ähnlich wie sehr profi-

Mitte Mai gibt es voraussichtlich eine

table deutsche Peers bewertet. Sich

Entscheidung. Den ersten Antrag vom

der Genossenschaft an die Behörde da­

September 2017 hatte die FMA noch mit

raufhin im Februar 2018 übermittelt. Die

Hinweis auf notwendige Verbesserun-

Genossenschaft hält vier Millionen Euro

gen zurückgewiesen. 227 Fragen inklusi-

an gezeichnetem Kapital und hat mehr als

ve 58 Anlagen auf 500 Seiten wurden von

6.000 Genossenschaftsmitglieder.

nachhaltig mit Nachhaltigkeit zu beschäftigen ist kein Luxus, sondern der Weg zu nachhaltigem Erfolg.

w.celeda@derboersianer.com

54


Branche Banken

Ticker

Heinrich Spängler mit Wirtschaftspreis Wikarus für Lebenswerk geehrt

+++ BKS Bank AG erhält Prime-Rating von Oekom Research

+++ Hypo NOE platziert erfolgreich 500-MillionenEuro-Anleihe

ÖSPV-Generalsekretär Franz Portisch mit Vorstand ­Martin Bergerweiß (Lienzer Sparkasse) und Wilhelm Kraetschmer (ÖSPV) bei der Preisverleihung des Civitas-Awards.

+++ RBI startet zweite Runde

Die Privatstiftung Lienzer Sparkasse gewann mit ihrem Projekt „Zukunft stiften

des Fintech-Accelerators Elevator Lab

für Osttirols Jugend“ den Civitas-Award 2017 der Sparkassenstiftungen Österreichs (ÖSPV). Der Civitas-Award prämiert jährlich die vielversprechendsten

+++ Exporthaftungen bei

Gemeinwohlprojekte.

Kontrollbank steigen um mehr als 50 Prozent

+++ Raiffeisen Centrobank ist

Unicredit Bank Austria fördert soziale Innovation

größter Market-Maker an der Wiener Börse

Kampf der Finanzkriminalität STUDIE. Die meisten Großbanken leiden unter zu komplexen und fehleranfälligen Prozessen bei der Bekämpfung von illegalen Finanztransaktionen. Das ergab die Studie „How Banks Can Excel in Financial

Die Unicredit Bank Austria AG vergibt

des Programms ist die Unicredit Found-

heuer zusammen mit dem Kompetenz-

ation. Im Mai werden in einem ersten

zentrum

Auswahlverfahren

für

Nonprofitorganisationen

zwölf

Finalistinnen

Crimes Compliance“ der Managementberatung Bain & Company Germany. Viele Regelprozesse bei Finanzbetrug seien veraltet und

und Social Entrepreneurship der Wirt-

und Finalisten gekürt. Eine fünfköpfige

schaftsuniversität Wien zum ersten Mal

Jury, der unter anderem Unicredit-KMU-

erneuert, wichtig sei ein System

einen Preis für soziales Unternehmer-

Profi Martin Bachl, Gabriele Tatzberger

für alle Daten. Banken sollten

tun. Der sogenannte Next Award richtet

von der Wirtschaftsagentur und Sozial-

sich an alle in Österreich tätigen Organi-

unternehmerin Hanna Lux angehören,

sationen, die sozialunternehmerische In-

kürt im Oktober drei Gewinner, die sich

novation leben. Der Träger und Initiator

damit je 30.000 Euro sichern.

55

viel zu kompliziert. Diese gehören

Compliance-Prozesse an Regtechs auslagern, also an technologisch versierte Unternehmen, und mit ihnen eigene Antibetrugseinheiten etablieren.


#Versicherungen

Fair Finance legt Retailfonds auf ­ igenes Portfolio auf e

Vorsorgekassen wie die Fair Finance Vorsorgekasse AG (Fair

Investoren, die ihren Schwerpunkt auf ethische Investments

­Finance) haben sich zu 100 Prozent der nachhaltigen Geldan-

gelegt hat. 27 Ausschlusskriterien, die einmal im Jahr über-

lage verschrieben. Bis jetzt war es nicht möglich, als Privat-

prüft werden, gilt es zu beachten. Das Portfolio wird über den

anleger in „grüne“ Fonds der Vorsorgekassen zu investieren,

Dachfonds so gut wie möglich nachgebaut. „Held to Maturity“-

da Eigentümerinteressen oft dagegensprechen. Mit dem Dach-

Anleihen finden sich allerdings nicht im Retailfonds wieder,

fonds Fair-Finance Multi Asset Stable (ISIN AT0000A1Z6J2) er-

dafür mehr Immobilien. „Unser Immobilienspezialfonds ist

möglicht die Fair Finance AG nun Retailanlegern an der Veran-

der einzige in Österreich, der mit dem österreichischen Um-

lagungsstrategie zu partizipieren. „Wir haben diese Idee schon

weltzeichen ausgestattet ist“, sagt Zeilinger, der für den Dach-

lange immer wieder durchdiskutiert. Wir wollen mit dem Re-

fonds ebenfalls das österreichische Umweltzeichen beantragt

tailfonds faire Finanzdienstleistung in Österreich betreiben

hat. Die laufende Verwaltungsgebühr von 0,70 Prozent ist im

und eine Vorreiterrolle übernehmen“, sagt Fair-Finance-Vor-

Vergleich zu anderen Mischfonds gering. Eine institutionelle

standschef Markus Zeilinger. Die Fair Finance gehört zu jenen

Tranche ist für das nächste Jahr geplant.

Versicherer engagieren sich sozial Die heimischen Versicherungsunternehmen zählen zu den größten Geldgebern im sozialen Bereich. Das beweisen mehrere Versicherer wie etwa die Donau Versicherung AG, die im Oktober 2017 eine Partnerschaft mit dem Nationalpark Hohe Tauern abgeschlossen hat. Fokus der Kooperation liegt auf den Bildungsangeboten des Nationalparks, die Kindern Werte des nachhaltigen Wirtschaftens und Übernehmens von Verantwortung für die Umwelt vermitteln sollen. Das Caritas-Projekt „Lebensmittel und Orientierung“ wird seit Ende Dezember von der Wiener Städtischen mit einem Kastenwagen unterstützt. Bei dem Projekt werden abgelaufene Lebensmittel, die noch genießbar sind, an Notleidende in Wien und Niederösterreich verteilt. An der Universität für Bodenkultur Wien

schaftliche Arbeiten. Ein Schwerpunkt der prämierten Arbei-

vergab die Österreichische Hagelversicherung AGzum mitt-

ten lag bei der Erforschung von Optimierungsprogrammen für

lerweile fünften Mal den Förderpreis für besondere wissen-

die Landnutzung.

56


Branche Versicherungen

Ticker

Uniqa-Vorstand Bockelmann mit Award für digitale Innovation ausgezeichnet

+++ DAS sponsert PromiComedy-Parade der Cliniclowns

+++ Acredia Versicherung präsentiert neues Bonitätszertifikat Helvetia-Vorstand Ingo Reiss (rechts) überreichte den Scheck an das Waldkindergartenprojekt aus Naturns in Südtirol.

+++ VBV kauft sich Zertifikate von Ökoregion Kaindorf

Die Arbeitsgemeinschaft Alpenländischer Forstvereine hat zum zwölften Mal den Alpinen Schutzwaldpreis Helvetia verliehen. Die Gewinner der Kategorien „Schulprojekt“ und „Innovation“ kamen aus Tirol. Das „Erfolgsprojekt“ gewann ein Konsortium aus St. Gallen.

+++ Valida Vorsorge Management sponsert 5.000 Euro an Caritas Socialis

Weniger KFZ-Haftpflicht für E-Autos

Versicherer mit Potenzial bei IT-Sicherheit STUDIE. 40 Prozent der Versicherungsunternehmen im deutschsprachigen Raum setzen eine überholte Standardsoftware ein. Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Versicherungen in der

Die Uniqa Insurance Group AG (Uniqa) und

Eine Ersparnis von mehr als 60 Prozent ist

die Wiener Städtische Versicherung AG

für die Autofahrer daher durchaus mög-

schungsunternehmen Lünendonk

haben sich dazu entschieden, Fahrern von

lich. Weitere Anreize für die Stärkung der

& Hossenfelder in Zusammen-

Elektroautos die Kfz-Haftpflichtversiche-

E-Mobilität setzte die österreichische Re-

arbeit mit dem österreichischen

rung zu einem gewissen Prozentsatz zu er-

gierung gemeinsam mit Automobil- bzw.

lassen. Abhängig vom CO2-Ausstoß des je-

Zweiradimporteuren. Beim Kauf eines rei-

weiligen Kfz sind das bis zu 20 Prozent bei

nen Elektro- oder Brennstoffzellenfahr-

der Wiener Städtischen Versicherung AG

zeugs gibt es eine Förderung von bis zu

nur schwer integrieren lassen.

und bis zu 25 Prozent bei der Uniqa. Hin-

4.300 Euro. Die im vergangenen April neu

Die Versicherer sind jedoch zu 80

zu kommt, dass sich die umweltbewussten

eingeführte grüne Nummerntafel befreit

Fahrzeuglenker die motorbezogene Versi-

die Stromer zusätzlich von Parkgebüh-

cherungssteuer und die Normverbrauchs-

ren in vielen österreichischen Städten wie

abgabe bei einem E-Fahrzeug ersparen.

Graz, Innsbruck oder Klagenfurt.

57

Zeitfalle“, die vom Marktfor-

Wirtschaftsprüfer KPMG erstellt wurde. Das Problem bei den veralteten Systemen ist laut der Studie, dass sich neue, digitale Lösungen

Prozent bereits auf dem Weg zur Vollauto­matisierung ihrer operativen Prozesse. Dies fördert nicht nur die IT-Sicherheit, sondern auch die Effizienz- und Kostenvorteile.


#Fonds

Kolumne

Heinz Bednar Präsident VÖIG

FNG überarbeitet Kriterien für Siegelvergabe Das Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG)

und Ratingagenturen nachvollziehbarer

überarbeitet die Vergabekriterien für sein

zu machen. „Der SRI-Markt ist ein schnell

bedeutendstes Siegel. Im Rahmen der

wachsender Markt, was mit ständigen

jährlichen Anpassung der Methodik wer-

Veränderungen einhergeht. So wurden

Immer mehr Investoren machen

den für das FNG-Siegel 2019 der Kohle-

in den vergangenen Jahren grundlegende

sich Gedanken, wie sie ihr Geld

bergbau, bedeutsame Kohleverstromung

Entwicklungen angestoßen, die erhebli-

Erfolgsstory im AssetManagement

verantwortungsvoll anlegen kön-

sowie Ölsande und Fracking als weite-

che Auswirkungen auf den europä­ischen

Österreich Fonds und Veranlagungs­

re Ausschlusskriterien definiert. Eben-

und internationalen SRI-Markt haben

lösungen, in die finanzielle sowie

falls überarbeitet wurden der Europäische

werden. Mit der neuen Version wollen wir

ökologische und soziale Kriterien

Transparenz-Kodex des FNG. Dieser dient

das Vertrauen der Unterzeichner und der

einfließen, den historischen Höchst-

als Rahmenwerk für nachhaltige Fonds

Nutzer stärken, indem wir die entschei-

und stellt das Mindestkriterium zum Er-

denden Entwicklungen und Änderungen

halt des FNG-Siegels sowie des Österrei-

integrieren“, erklärt Claudia Tober, Ge-

gen: eine der großen Erfolgsstorys

chischen Umweltzeichens dar. Nachhal-

schäftsführerin des FNG, die Überarbei-

der Asset-Management-Branche der

tigkeitsfonds, die diesen unterzeichnen,

tung. Ende Dezember 2017 haben europa-

vergangenen zehn Jahre. Wir stehen

verpflichten sich, die Investmentstrate-

weit 62 Prozent des gesamten nachhalti-

gie eines Fonds sowohl für die breite Öf-

gen Fondsmarkts den Transparenz-Kodex

fentlichkeit als auch für Assetmanager

unterzeichnet.

nen. Ende 2016 erreichten allein in

stand von 12,6 Milliarden Euro. Die demnächst vorliegenden Zahlen für 2017 werden diesen Trend bestäti-

erst am Beginn eines Weges, der den gesamten Kreislauf des Geldes positiv beeinflussen wird. Der Volumenzuwachs bei nachhaltigen Investments wurde primär von in­ stitutionellen Kapitalsammelstellen getragen. Bei privaten Anlegern gibt es noch Luft nach oben. In Österreich und bei der EU-Kommission in Brüssel ist man bemüht, Richtlinien für den nachhaltigen Finanzmarkt zu schaffen. Die Vereinigung Österreichischer Investmentgesellschaften hat das Österreichische Umweltzeichen sozusagen als „Norm“

Webseite überprüft klimafreundlichkeit von fonds

zur Klassifizierung nachhaltiger

Der österreichische Fondsmarkt braucht

Colar, Geschäftsführer von ESG Plus, ei-

Fonds definiert. Das Umweltzeichen

mehr Transparenz. Auf der Onlineplatt-

nem Wiener Sozialunternehmen, das 2015

ist der Dreh- und Angelpunkt für

form WasmachtmeinFonds.at von ESG Plus

als Spin-off des WWF Österreich gegrün-

heimische Fonds. Mindeststandards

lässt sich jetzt ganz einfach feststellen, ob

det wurde. Als Grundlage für die Plattform

nachhaltige Fonds wirklich halten, was sie

gilt der im Jahr 2017 erschienene „Car-

auch versprechen. „Aktuell erhalten An-

bon-Bubble & Divestment“-Report. Von

freulich, dass viele österreichische

leger noch viel zu wenige Informationen

den 100 untersuchten heimischen Fonds

Anbieter die Vorgaben im Hinblick

über konkrete Nachhaltigkeitsaspekte, die

unterstützten dabei 39 Prozent die Förde-

auf Transparenz und Qualität schon

die Grundlage ihrer Investitionsentschei-

rung von Kohle, 90 Prozent investierten in

dung sein sollten. Die steigende Nachfrage

die Förderung von Öl und Gas. 38 der 100

nach Nachhaltigkeitsangeboten zeigt je-

Fonds investierten sogar in Waffen oder

doch auch im Fondsmarkt das grundlegen-

militärische Güter.

für nachhaltige Investments sind wichtig, auch wenn nicht jeder darunter dasselbe versteht. Er-

jetzt erfüllen.

h.bednar@derboersianer.com

de Interesse an dem Thema“, sagt Armand

58

 WasmachtmeinFonds.at


Branche Fonds

Ticker

Deutsche Asset Management gewinnt Nachhaltigkeitspreis

+++ Pimco ernennt Gavin Power zum Leiter des Sustainable Development

+++ Ökoworld Rock ’n’ Roll Fonds mit 55 Million Euro Volumen für reifere Anleger

+++ M&G launcht V. l.: Christian Schön (ehemals Erste Asset Management), Michael Schmidt (Deka), Peter Mooslechner (Austrian Chapter Club of Rome / OENB), Gerhard Rebernig (Umweltbundesamt), Jürgen Schneider (Umwelt­bundesamt) und Roland Mees waren dabei.

Infrastrukturfonds

+++ Swisscanto–Mischfonds mit nachhaltiger

Das Austrian Chapter des Club of Rome veranstaltete in Kooperation mit dem Umweltbundesamt und der Oesterreichischen Nationalbank am 15. März 2018 ein Symposium zum Thema „Green Finance“. Im gutgefüllten Kassensaal der Oesterreichischen Nationalbank lauschte das Publikum den Vorträgen zum Thema „Neue Entwicklungen in Europa. Herausforderungen und Chancen für Österreich“.

co2-bilanz spielt in EU-Nachhaltigkeitsfonds starke rolle

Neuausrichtung

+++ AXA IM erhält EDGEZertifikat für Gleichstellung der Geschlechter am Arbeitsplatz

Pensionskassen sorgen für ETF-Boom STUDIE. Eine „ETF-Investoren­ umfrage“ von Invesco zeigt, dass

Nach einem fast 50-prozentigen Zuwachs

ten sie ein Wachstum von 3,27 Milliarden

die Finanzmarktrichtlinie Mifid

an Volumen verzeichnete die Katego-

Euro. Ein weiterer Trend sind Fonds, die

II zu einer stärkeren Nutzung von

rie der europäischen Nachhaltigkeits-

sich auf Investments mit niedriger CO2-

ETFs durch institutionelle Inves-

fonds im vergangenen Jahr ein Volumen

Bilanz fokussieren. Diese Kategorie hat-

von 32 Milliarden Euro. Damit setzt sich

te 2017 mit 57 Prozent die höchste Zu-

der Trend des nachhaltigen Investments

wachsrate und mit 17,6 Prozent die beste

weiter fort. Seit 2013 verdoppelten sich

Performance unter den Nachhaltigkeits-

Als wichtigsten Grund dafür nen-

die verwalteten Vermögen der insgesamt

fonds. Darüber hinaus zeichnet sich die

nen 72 Prozent der Befragten die

etwa 180 gelisteten Nachhaltigkeits-

Kategorie der Dekarboniesierungsfonds

fonds. Unter ihnen sind besonders jene

durch die hohe Anzahl an passiv gema-

mit umweltbezogenen Investmentstra-

nagten Fonds aus. Fast die Hälfte der

tegien beliebt. Im Jahr 2017 verzeichne-

Fonds mit CO2-Fokus sind ETFs.

59

toren in Europa führen wird. Vor allem die Pensionskassen sollen die neuen Regelungen zum Anlass für Umschichtungen in ETFs nehmen.

niedrigen Kosten und Verwaltungsgebühren. Zweitwichtigster Grund ist die Liquidität (39 Prozent), gefolgt von effizienter Branchen- und Asset-Allokation (26 Prozent).


#Aktien

Kolumne

Bettina Schragl Head of Investor Relations Immofinanz AG

Tendenz steigend Ob die Anfragen von Investoren bezüglich „Nachhaltigkeits“-Themen

Verbund begibt digitalen, grünen Schuldschein Als erstes Unternehmen weltweit begibt

kommunizieren und Informationen aus-

die Verbund AG einen Schuldschein über

tauschen. Zusätzlich bietet die Plattform

eine digitale, blockchainfähige Emis­

Dienstleistungen und Zusatznutzen wie

sionsplattform. Die institutionellen In-

speziell aufbereitete Analysen für Inves-

vestoren vorbehaltene Transak­ tion um-

toren. „Der digitale, grüne Schuldschein

zugenommen hätten, wurde ich vor

fasst ein Volumen von 100 Millionen Euro

spart Zeit und Geld. Die Zeitersparnis be-

kurzem gefragt. Tendenziell ja, so

bei zehn Jahren Laufzeit. Die Mittel flie-

trug rund zwei Wochen. Die Begebungs-

meine Antwort. Insgesamt handelt

ßen in den Netzausbau. Die Abwicklung

kosten lagen um rund 40 Prozent unter

es sich noch um einen vergleichs-

des Schuldscheins erfolgt über die Platt-

denjenigen einer herkömmlichen Trans-

form VC Trade. Diese Handelsplattform

aktion“, erläuterte Peter Kollmann, Fi-

verbindet die beteiligten Marktteilneh-

nanzvorstand der Verbund AG, die Vortei-

ebene zunehmend Initiativen

mer und bildet alle Transaktionsschrit-

le der digitalen Abwicklung. Die Begebung

gesetzt werden. Das heuer in vielen

te digital ab. So können Emittent, Emis­

einer digitalen Verbund-Anleihe für pri-

Geschäftsberichten erstmals inklu-

sionsbank, Investoren und Berater zentral

vate Investoren ist derzeit nicht geplant.

auf Sicht der letzten ein, zwei Jahre

weise geringen Prozentsatz, aber es wird mehr. Klarerweise auch deshalb, weil auf EU- und Gesetzes­

dierte NaDiVeG-Kapitel zum Thema Nachhaltigkeit und Diversität ist ebenso ein Zeichen dafür, wie der kürzlich von der EU-Kommission vorgestellte Aktionsplan für Sus­ tainable Finance und ein Finanzsystem, das nachhaltige Investitionen unterstützt. Und die Kommission drückt dabei aufs Tempo: Bereits

Gelebter Umweltschutz bei Erste, Porr und Raiffeisen

im Mai soll ein erster Regulierungsvorschlag zu mehreren Maßnah-

Raiffeisen Bausparkasse, Erste Group Bank

men vorgelegt werden, darunter

AG und Porr AG setzen sich mit kreativen

die Festlegung einer gemeinsa-

Projekten für den Artenschutz der Bie-

men Sprache für das nachhaltige Finanzwesen, Environmental Social

nen ein. Am jüngsten ist hierbei das En-

Governance (ESG) als Teil der Inves-

gagement

torenpflichten, „größere Transpa-

se. Zwischen März und April 2018 sicher-

renz der Unternehmensbilanzen“

te das Unternehmen zu, für jeden neuen

zu erreichen. Womit wir auch bei

grundbücherlich besicherten Bausparkre-

detaillierteren Vorschriften für die Ausgestaltung der nichtfinanziellen

der

Raiffeisen

Bausparkas-

dit 800 Nistplätze für Wildbienen in Österreich zu errichten. Insgesamt werden so

te eine riesige goldene Biene am obersten

wird spannend zu sehen, wie sich

750.000 Nistplätze entstehen. Etwas älter

Stock des Erste Campus an. Bei der Porr AG

hier die Debatte der Regulierungs-

ist das Engagement von Erste Group Bank

legt man besonderen Wert auf das Wohl-

vorschläge entwickelt. Und wie sich

AG und Porr AG. Auf den Dächern der Un-

ergehen der beflügelten Untermieter. Das

ternehmenszentralen schwirren seit Som-

Unternehmen einen eigenen Bienenbeauf-

mer 2017 zehntausende Bienen. Die Erste

tragten, der sich um die Bienen kümmert.

Group Bank AG ließ darüber hinaus sogar

Außerdem können sich interessierte Mit-

das alte Logo wieder aufleben und brach-

arbeiter zu Hobbyimkern ausbilden lassen.

Informationen landen könnten. Es

Österreich positioniert – schließlich haben wir in dieser Zeit die EURatspräsidentschaft inne.

b.schragl@derboersianer.com

60


Branche Aktien

Manner Waffelofen heizt Wiener Haushalten ein

Ticker

Bästlein bleibt Aufsichtsratsvorsitzender der Lenzing AG

+++ Rosenbauer veröffentlicht erstmals Nachhaltigkeitsbericht

+++ Telekom erfüllt durch Neubesetzung im Aufsichts-

Die Josef Manner & Comp AG erzeugt in ih-

jährlichen Ausstoß von rund 430 Pkws“,

rem Wiener Werk nicht nur süße Köstlich-

erklärt Michael Strebl, Geschäftsführer

keiten, sondern zukünftig auch Fernwärme

der Wien Energie. Nachdem der Probebe-

für 600 Haushalte. Seit Herbst 2016 wird

trieb im vergangenen Jahr erfolgreich von-

Schäffler launcht neue

die im weltgrößten Waffelofen erzeugte

stattenging, soll nun die volle Kapazität der

Wärme in einem Pilotprojekt genutzt, um

„Schnittenheizung“ ausgenutzt werden.

Entwicklungsplattform für

in Kooperation mit der Wien Energie Haus-

So können zukünftig 600 Haushalte in der

halte zu heizen. „Wir nutzen hier ohnehin

direkten Umgebung der Fabrik mit Wärme

+++

vorhandene Wärme effizient und versor-

und Warmwasser versorgt werden. Insge-

Insight Investment setzt

gen damit hunderte Haushalte. Durch die

samt investierte Manner rund 40 Millionen

Klimarisikomodell um

„Schnittenheizung“ werden pro Jahr 1.000

Euro in den Umbau und die Modernisierung

Tonnen CO2 eingespart, das entspricht dem

des Standorts Wien-Hernals.

rat Geschlechterquote

+++

Elektro- und Hybridantriebe

Nachhaltigkeit durch Investorendruck Mit ihrem Abstimmverhalten auf Hauptversammlungen können Investoren die nachhaltige Ausrichtung eines Unternehmens entscheidend beeinflussen. Besondere Verantwortung kommt hierbei professionellen Anlegern zu. „Jeder Vermö-

Industrie 4.0 unter der lupe

gensverwalter oder Investor, der vehement in Gesprächen mit der Unternehmens-

STUDIE. Die heimische Industrie­er-

führung auf Kontroversen hinweist und

wirtschaftet bereits fast ein Drittel ihres Umsatzes mit Industrie-4.0-

auf Hauptversammlungen seine Stimm-

Produkten, zeigt die Studie von

rechte im Sinne von ESG-Kriterien und

Ernst & Young „Industrie 4.0 in

Best Practices gezielt einsetzt, kann ak-

Österreich“. Industrie 4.0 bringt

tiv dazu beitragen, Unternehmen zu mehr

vor allem die Automatisierung

Nachhaltigkeit zu bewegen“, sagt Ophélie

der Produktions­prozesse mit sich,

Mortier, Chefin des nachhaltigen Invest-

künstliche Intelligenz spielt noch kaum eine Rolle. Die meisten

ments bei Degroof Petercam. Mortier ap-

ohne das Ziel, Nachhaltigkeit zu fördern,

pelliert außerdem, Unternehmensinvest-

aus den Augen zu verlieren. Wer mit Un-

ments nicht nach Ausschlusskriterien zu

ternehmen spricht und sich auf Diskussi-

zes in digitale Technologie. Kleine

treffen und so ganze Branchen ins Aus zu

onen einlässt, kann den Prozess zu einem

Industrieunternehmen nutzen di-

schießen. „Best-in-Class-Ansätze lassen

nachhaltigeren Wirtschaften aktiv und er-

gitale Produktion deutlich seltener

Unternehmen deutlich mehr Spielraum,

folgreich mitgestalten“, so Mortier.

61

Unternehmen investieren nur ein bis zwei Prozent des Gesamtumsat-

und investieren weniger als große.


#Immobilien

Nachhaltige Headquarters

Sowohl die Unicredit Bank Austria AG als auch Wirtschafts-

kehrsdrehkreuz vor der Tür hat seit Februar 2018 auch die BDO

prüfer BDO Austria (BDO) sowie PWC Österreich (PWC) ha-

Austria. Sie ist in das Quartier Belvedere Central 4 am Haupt-

ben neue nachhaltige Unternehmenszentralen. Die Bankzen-

bahnhof gezogen. Eine ÖGNI- sowie LEED-Zertifizierung hat

trale am Austria Campus beim Praterstern in Wien besitzt ei-

dieses neue Headquarter ebenfalls. Bei der Innengestaltung

ner der flächenmäßig größten Geothermieanlagen Europas zur

sind zum Großteil Möbel österreichischer Zulieferer installiert

Gewinnung von Erdwärme. Die Einsparungen bei Strom und

worden. PWC Österreich hat sich dazu entschlossen, ihren Sitz

Energie sollen ab 2019 rund 7.000 Tonnen CO2 betragen. Das

in Österreichs höchstes Gebäude, den DC Tower, zu verlegen.

Headquarter ist nach den Richtlinien der Österreichischen Ge-

Dieser wurde nach den Energie- und Nachhaltigkeitserfor-

sellschaft für nachhaltige Immobilien (ÖGNI) zertifiziert als

dernissen der EU-Kommission für ein Green Building gebaut

auch mit dem LEED-Zertifikat (LEED steht für Leadership in

und hat mit dem Platin-Status die höchste Zertifizierung nach

Energy and Environmental Design) ausgezeichnet. Ein Ver-

LEED bekommen.

ÖGNI präsentiert SmartCitys-Positionspapier Die Österreichische Gesellschaft für nachhaltige Immobilien (ÖGNI) hat am 9. Februar 2018 erstmalig ein Positionspapier für Smart Citys veröffentlicht. Das Papier soll als Unterstützung und Anleitung für Stadtentwickler bei der Umsetzung von Smart Citys dienen. Das Ziel lautet, gemeinsam mit verschiedenen Partnerunternehmen das Thema „Nachhaltiges Bauen“ voranzutreiben. Mit Drees und Sommer konnte bereits ein internatio-

Aus Österreich hat sich die ÖGNI die Denkstatt zur Seite geholt.

nal tätiges Beratungsunternehmen für den Bau- und Immobili-

Sie berät Organisationen in Fragen bezüglich der ökonomischen,

ensektor gewonnen werden. Für die Strukturen der komplexen

ökologischen und sozialen Nachhaltigkeit. Durch eine laufende

Smart Citys soll unter anderem das auf Automatisierungssys-

Aktualisierung alle ein bis zwei Jahre wird das Positionspapier

teme spezialisierte Unternehmen Beckhoff Automation sorgen.

im Dialog mit Partnern an die Entwicklungen angepasst.

62


Branche Immobilien

Ticker

S Immo verlängert Partnerschaft mit Caritas um ein weiteres Jahr

+++ Porr baut beim Brenner größtes Tunnelbauprojekt in der Geschichte Österreichs

+++ Fair Finance kauft 51 Prozent­ an Klima Gut Immobilien

+++ Österreichs erstes Passivhaus wird 20 Jahre alt

+++ Delta-Geschäftsführer Wolfgang Kradischnig sprach in seinem Vortrag davon, wie man alten Gebäuden ­neues Leben einhauchen kann.

Hypo NOE First Facility mit Anti-KorruptionsZertifizierung ausgezeichnet

+++ Unter dem Motto „Zukunftsbild: Altbestand“ trafen sich Vertreter der Immo­ bilienwirtschaft am 10. April 2018 im Veranstaltungszentrum Reaktor zum ersten Immo Future Lab. Initiatoren der Veranstaltung waren die Österreichische

ÖGNI erarbeitet Positionspapier für sozial nachhaltige Immobilien

Gesellschaft für nachhaltige Immobilienwirtschaft und Delta Immobilien.

Corporate-GovernanceKodex als mehrwert

Bauen mit Energieeffizienz STUDIE. Österreicher schauen bei

Der

Corporate-Governance-Kodex,

ihren Bau- und Renovierungsplä-

der

Aufsichtsratschef der CA Immo AG klar.

seit 2002 existiert, ist zwar kein Kriterium,

„Es gibt durch Studien belegt einen posi-

um an der Börse erfolgreich zu sein. Er sei

tiven Mehrwert, wenn man mehr als der

aber eine „absolute Notwendigkeit, um

Durchschnitt tut, etwa bei Diversität oder

Österreich AG gemeinsam mit dem

einen Konzern sauber zu steuern“, sag-

beim Risikomanagement.“ Für BKS-Che-

Marktforschungsinstitut IMAS ge-

te Hans Volkert Volckens, Finanzvorstand

fin Herta Stockbauer hat der Kodex eine

kommen. Besonders wichtig ist das

der CA Immobilien Anlagen AG bei einer

wichtige Funktion: „Beim Erstellen des

Veranstaltung des Immobilienunterneh-

Berichts setzt man sich abseits des Tages-

mens. Für Christoph Boschan ist der Kodex

geschäfts mit vielen Fragen kritisch ausei-

„ein wirksames Instrument zur Bekämp-

nander.“ Dem Kodex zu folgen ist für Bu-

umzubauen. Allgemein haben

fung krimineller Handlungen“. Deshalb

wog-Vorstandschef Daniel Riedl, der nun

derzeit 53 Prozent der Österreicher

müssen Themen wie Corporate Gover-

auch in den Vorstand der Vonovia SE ein-

nance und Compliance im Unternehmen

gezogen ist, keine Hexerei: „Es steht nicht

Chefsache sein. Dass die Führungsebene

viel drinnen, was man nicht schon in der

als Vorbild fungiert, ist auch Sven Bienert,

Kinderstube mitbekommen haben sollte.“

63

nen immer mehr auf Energieeffizienz. Zu dieser Erkenntnis ist eine Wohnbaustudie der Erste Bank

Thema den Frauen, von denen 72 Prozent ökologischeres Bauen als relevant sehen. Männern schauen zu 55 Prozent darauf, nachhaltig

Veränderungswünsche bei ihrer Wohnsituation. Der Finanzierungsbedarf bei Bau- und Renovierungsvorhaben beläuft sich auf sechs Milliarden Euro.


#Berater

Kolumne

Peter Bartos Partner und ­Geschäftsführer BDO Austria

Dritte Piste darf gebaut werden

Die Wiederauferstehung des Dritten Marktes? Die Ankündigung von Finanzminis-

Das

erteilte

tiert. Beim Klimaschutz kann man nicht

ter Hartwig Löger, Inhaberaktien

im März 2018 die Genehmigung zum Bau

über Verbote in Einzelfällen agieren wie

österreichischer Unternehmen

der dritten Piste am Flughafen Wien. Da-

bei der dritten Piste. Es braucht andere An-

wieder zum Handel im Dritten

Bundesverwaltungsgericht

mit wurde der ursprünglich negative Be-

sätze und eine umfassende politische Kli-

Einstiegssegment an der Wiener

scheid von Anfang 2017 revidiert. Begrün-

mastrategie.“ Die im aktuellen positiven

Börse zur fördern, hat für Jubel bei

det wurde dieser damals mit dem Luft-

Bescheid enthaltenen zusätzliche Aufla-

Kapitalmarktbeobachtern gesorgt.

fahrtgesetz und dem öffentlichen Interes-

Damit soll ein seit einigen Jahren

gen zum Lärmschutz und zur CO2-Reduk-

se. Schönherr-Partner Christian Schmelz,

tion kommentierte die Flughafen Wien AG

der die Flughafen Wien AG bei der Anfech-

wie folgt: „Aus derzeitiger Sicht sehen wir

tung vertreten hat, sagt dazu: „Wer legt

keine Notwendigkeit zur Beeinspruchung

regulierten Dritten Markt erleichtert

fest, was das öffentliche Interesse ist? Das

der Auflagen.“ Mit einem baldigen Bau-

werden. Ob allein die Wiederzu-

Argument mit dem Klimaschutz war eine

beginn darf dennoch nicht gerechnet wer-

lassung von Inhaberaktien zu einer

rechtsstaatlich unzulässige Begründung

den. Einige Gegner der dritten Piste kün-

und ist verfassungsrechtlich als Willkür zu

digten schon vor dem Entscheid an, die

qualifizieren. Damit haben wir argumen-

Höchstgerichte anrufen zu wollen.

Markt zuzulassen und damit das

virulentes Problem gelöst und österreichischen Unternehmen der Zugang zum weniger streng

Wiederbelebung des Dritten Marktes führt, bleibt allerdings abzuwarten. Eine Reihe von österreichischen Paradeunternehmen hat sich im Jahr 2016 aus dem Dritten Markt zurückgezogen. Häufig genannte Gründe für den Rückzug waren die aufgrund der EU-Marktmissbrauchsverord-

Deloitte unterstützt Social-Start-Ups

nung zusätzlich zum Verbot des Insiderhandels und der Weitergabe von Insiderinforma­tionen sowie der Marktmanipulation geltenden Meldepflichten für Transaktionen von Führungspersonen und ihnen nahestehenden Personen sowie die Ad-hoc-Meldepflicht für Insiderinformationen. Seit Juli 2016 müssen

Deloitte Österreich und Impact Hub Vien-

reich. Zu diesem Zweck werden die sechs

sich auch Vorstände von am Dritten

na fördern mit ihrem Projekt „found!“ So-

von einer Jury ausgewählten Finalisten ein

Markt gelisteten Unternehmen

cial-Start-ups aus Österreich. Der beson-

halbes Jahr bei ihrer Entwicklung begleitet

dere Schwerpunkt des Projekts liegt auf der

und unterstützt. Ins Finale geschafft haben

Schaffung von Arbeitsplätzen und Chancen

es unter anderen das Start-up „More than

beeinflussen - Diskussionen mit der

für anerkannte Flüchtlinge. „Ein erfolgrei-

one Perspective“, das Flüchtlinge gezielt

Finanzmarktaufsicht inklusive. Es

cher Integrationsprozess hängt maßgeb-

auf den Arbeitsmarkt vorbereitet und ver-

spricht also einiges dafür, dass für

lich vom geglückten Start ins Berufsle-

mittelt, sowie das Projekt Habibi & Hawaras

ben ab. Wir unterstützen mit der Initiative

Bazaar, das neben einem etablierten Res-

Projektideen, die anerkannten Flüchtlin-

taurant einen virtuellen Marktplatz plant,

gen diese Chance bieten wollen“, erklärt

um NGOs den Verkauf von eigenproduzier-

Bernhard Gröhs, CEO von Deloitte Öster-

ten Produkten zu ermöglichen.

laufend damit beschäftigen, ob und wann eine Information geeignet ist, den Aktienkurs erheblich zu

eine Wiederbelebung des Dritten Marktes auch auf dieser Ecke etwas getan werden muss.

p.bartos@derboersianer.com

64


Branche Berater

Ticker

Soziale Verantwortung soll laut Deloitte-Studie TopUnternehmenspriorität sein

+++ DLA Piper berät globalen Gesundheitsfonds von Bill Gates

+++ CMS unterstützt Green Source und Core Value Capital

+++ WWF Österreich präsentiert Mobilitätsstudie und fordert Umdenken in Österreich

+++ Oliver Schmerold (ÖAMTC), Robert Machtlinger (FACC), Markus Kreisel (Kreisel Electrics), Wilfried Weitgasser (Porsche Austria), Werner Hoffmann (Wiener Strategie­ forum), Stefan Pierer (KTM Industries AG), Alexander ­Kotouc (BMWi) und Marcus Grausam (A1 Telekom ­Austria) sprachen über die Zukunft.

Oekom Research ist nun Teil von Institutional Shareholder Services

+++ WBCSD veröffentlicht

Beim dreitägigen „4Gamechangers“-Festival für Trends im digitalen Bereich trafen sich Größen aus Wirtschaft, Kunst und Unterhaltung. Auch das Thema

Leitlinien für Unternehmen zur Umsetzung der SDGs

E-Mobilität wurde behandelt. Am zweiten Tag der Messe sprachen Innovatoren aus der Branche über die Zukunft.

„Climate Action Plan“ der EU nimmt Finanzberater in die Pflicht

Internet für Finanzberater keine Bedrohung

Der im März 2018 veröffentlichte „Clima-

berücksichtigen.“ Otto Lucius, Vorstand

STUDIE. Trotz Internets und zahl-

te Action Plan“ der EU-Kommission sieht

des Österreichischen Verbands Finan­ cial

reicher Apps müssen Finanzberater

vor, die Finanzberatung bei der nachhal-

Planners, sagt dazu: „Wenn wie geplant

nicht um ihre Geschäftsgrundlage

tigen Neuausrichtung des Finanzsystems

Nachhaltigkeitspräferenzen erhoben wer-

bangen. Effiziente und leistungs-

in die Pflicht zu nehmen. Unter Punkt 2.4

den müssen und die Frage in die Beurtei-

heißt es: „Unternehmen sollten sich nach

lung einfließen muss, ob ein solches In-

den Präferenzen ihrer Kunden wie Um-

vestment für Kunden geeignet ist, bedeu-

welt-, Sozial- und Governance-Faktoren

tet das einen massiven Mehraufwand. Das

technische Services an Bedeutung.

erkundigen und diese bei der Bewertung

ist zeitlich nicht leistbar und erhöht das

Die Relevanz des digitalen Zugriffs

der verschiedenen zu empfehlenden Fi-

Haftungsrisiko. Zu begrüßen ist aber, dass

nanzinstrumente und Versicherungspro-

die Kommission über ein einheitliches

dukte, das heißt bei der Auswahl der Pro-

Klassifikationssystem für Nachhaltigkeit

dukte und der Beurteilung ihrer Eignung,

bei Investitionen nachdenkt.“

65

orientierte Lösungsvorschläge bei der Altersvorsorge sind nach wie vor für 80,5 Prozent der Kunden wichtig. Allerdings gewinnen

bewerten 44,8 Prozent der Kunden als „hoch“ oder „sehr hoch“. Zu diesem Ergebnis kam eine Studie bezüglich der Altersversorgung von Standard Life.


Rendite Umfrage

Ergebnis 2018

Umfrage: Nachhaltigkeit in der Finanzbranche 2018 Die fehlende Vergleichbarkeit nachhaltiger Produkte in der Finanzwirtschaft wird von heimischen Investoren weiterhin massiv kritisiert. Aufhalten lässt sich der Trend hin zu Nachhaltigkeit nicht. Das ergab eine neuerliche Umfrage­ des Börsianer unter 200 institutionellen Investoren aus Österreich im April 2018, bei der die Teilnehmer schriftlich befragt und persönliche Kommentare eingeholt wurden. text Ingrid Krawarik

N

achhaltigkeit sei keine Modeerscheinung, sondern

ten heißt, langfristig bessere Perspektiven und weniger Risi-

der Megatrend des bisherigen 21. Jahrhunderts, sagt

ken zu haben, so der Tenor. Ein großes Manko herrscht laut

ein Teilnehmer. Die Ergebnisse der vierten Umfrage

den Befragten immer noch in der Definition von Nachhaltig-

des Börsianer geben ihm recht. Und das, obwohl das Thema viel

keit. Hier könnte die EU-Kommission mit ihren Forderun-

zu oft noch aus dem verengten Blickwinkel von Performance-

gen im „Action Plan“ für eine nachhaltigere Finanzwirtschaft

chance oder -risiko gesehen wird. Diese Diskussion gehöre der

(Seite 24) das Zünglein an der Waage sein. Ohne Lenkungs-

Vergangenheit an, sagt ein weiterer Befragter. Das Ziel ist es,

maßnahmen sei der Trägheitsmoment in der Gesellschaft zu

nicht nur vom Trend zu profitieren, sondern in eine in jeder

hoch, meint ein Befragter.

Hinsicht gesündere Wirtschaft zu investieren. Ein großer Teil

Mittlerweile verwalten laut Beratungsunternehmen RFU 16

der Menschen hat genügend finanzielle Ressourcen, um sich

von 19 heimischen Kapitalanlagegesellschaften 7,5 Milliarden

in Bezug auf Ernährung, Mobilität, Kleidung einem nachhal-

Euro an nachhaltigem Fondsvolumen in 82 Publikumsfonds.

tigeren Lebensstil anzunähern. In der Veranlagung ist dieser

Das ist ein Anteil von 8,3 Prozent (2017) am Gesamtmarkt und

Trend ebenfalls zunehmend spürbar. Nachhaltig zu wirtschaf-

im Vergleich zum Jahr 2016 (8,6 Prozent) ein leichter Rückgang.

66


Rendite Umfrage

Renditeeinbußen sind ein Mythos

Unternehmen putzen sich raus

Die Anwendung von Nachhaltigkeitskriterien wirkt sich laut

Da Konsumentenverhalten und Öffentlichkeit unternehmeri-

Studien langfristig positiv auf das Anlageportfolio aus. Durch

sche Aktivitäten zunehmend kritisch hinterfragen, sollte lang-

die Integration von Themen wie Umwelt, Soziales und Unter-

fristig die Wandlung zu einer nachhaltigen Unternehmensstra-

nehmensführung (ESG) werden Risiken schneller erkannt,

tegie wirtschaftlich erfolgreicher sein. Zu diesem Schluss kom-

sind sich 80,82 Prozent der Befragten sicher. Das sind deutlich

men mehr als 72 Prozent der befragten 200 Investoren, 2016

mehr als bei der Befragung im vergangenen Jahr. Das heißt,

waren es nur 55 Prozent. Viele Unternehmen sehen im Streben

Rendite und nachhaltige Kriterien sind kein Widerspruch,

nach Nachhaltigkeit und in der Implementierung der 17 „Sus­

Letztere helfen sogar beim Risikomanagement. Nicht ver-

tainable Development Goals“ (SDGs) der Vereinten Nationen ei-

gessen sollte man auf das ausgewogene Verhältnis zwischen

nen wichtigen Beitrag zur Risikominimierung. Gleichzeitig will

Kosten der und Ertrag aus Nachhaltigkeit und die transparen-

man sich für Investoren damit interessant machen.

te, regelmäßige Publikation der Ergebnisse, warnt jedoch ein

Sind nachhaltige Unternehmen langfristig

Teilnehmer.

­wirtschaftlich erfolgreicher als andere? Befürchten Sie bei nachhaltigen Investments (SRI) ­RenditeeinbuSSen gegenüber klassischen Investments?

Ja: 72,60 %  (70,59 %) Ja: 19,18 %  (2017: 23,53 %)

Nein: 27,40 %  (29,41 %)

Nein: 80,82 %  (2017: 76,47 %)

Großes Interesse an grünen Reportings Die Befürchtung der Unternehmen, dass nichtfinanzielle Kenn-

Fast jeder hat schon mal

zahlen in den Geschäftsberichten oder Nachhaltigkeitsreports

Fast 90 Prozent der Befragten haben in der Vergangenheit bei

nicht gelesen werden, bewahrheitet sich nicht. Fast 75 Prozent

nachhaltigen Finanzprodukten zugegriffen. Die große Her-

der Befragten lesen eifrig mit, wenn es um Daten über Environ-

ausforderung sieht ein Großteil der Befragten allerdings dar-

ment Social Governance (ESG), Corporate Social Responsibility

in, dass es nach wie vor keine einheitliche Definition gibt, an

(CSR), Socially Responsible Investments (SRI) und Diversitäts-

der man die Nachhaltigkeit einzelner Produkte messen kann.

strategien geht. Das sind weitaus mehr als im Vorjahr, und es

Viele Unternehmen sind nur vermeintlich „grün“, Nachhal-

zeigt, dass Nachhaltigkeit keine Modeerscheinung ist, sondern

tigkeitsfonds zu oberflächlich.

ein nachahmenswertes Geschäftsmodell.

Haben Sie schon einmal in ein nachhaltiges Finanz­

Lesen Sie die in Geschäftsberichten integrierten

produkt (Fonds, Anleihen, ETFs etc.) investiert?

­Passagen zum Thema Nachhaltigkeit?

Ja: 88,89 %  (82,69 %)

Ja: 74,29 %  (66,67 %)

Nein: 11,11 %  (17,31 %)

Nein: 25,71 %  (33,33 %)

67


Rendite Umfrage

CSR und SRI als Mantra

Sind nachhaltige Investmentfonds für Sie ausreichend

98,6 Prozent der Befragten beantworten die Frage, ob CSR

vergleichbar?

und SRI ein Wachstumsmarkt sind, mit Ja. Das Megathema um Nachhaltigkeit und sozialer Verantwortung wird im Reporting und der Unternehmensstrategie immer wichtiger. Ein Pro­blem sei allerdings, dass etwa die Fondsindustrie in der Umsetzung hinterherhinke. Nachhaltige Fonds sind bei den meisten Fondsgesellschaften unterrepräsentiert. Die Fonds-

Ja: 40,85 %  (25,49 %)

datenbank Morningstar klassifiziere zwar nach „Wasser“ und „Ökologie“, nicht aber nach „Nachhaltigkeit“, moniert ein Teilnehmer der Umfrage.

Nein: 59,15 %  (74,51 %)

Ist Nachhaltigkeit in den Unternehmen (CSR) und bei Finanzprodukten (SRI) ein Wachstumsmarkt?

Österreich als Profiteur Mit einem Anteil von 8,3 Prozent am Gesamtmarkt gehört Österreich in Europa zu den Spitzenreitern bei nachhaltiger Veranlagung. In Deutschland kommt man laut Forum Nachhaltige Geldanlage derzeit auf nur drei Prozent. In Österreich nehmen

Ja: 98,61 %  (96,15 %)

dabei institutionelle Investoren wie etwa die Vorsorgekassen und Versicherungen eine Vorreiterrolle ein. Wichtig ist, dass sich Unternehmen und Staaten aufgrund europäischer und

Nein: 1,39 %  (3,85 %)

globaler Vorgaben wie etwa den SDGs mit den Themen Umwelt-, Klimaschutz und Governance auseinandersetzen müssen und so gezwungen sind, Strategien zu erarbeiten.

Forderungen nach einheitlichen Standards für V ­ eranlagung

Kann der Standort Österreich von einer

Knapp 60 Prozent der Befragten stehen der Vergleichbarkeit

­„nachhaltigen (grünen) Wirtschaft“ profitieren?

nachhaltiger Investmentfonds kritisch gegenüber. Das sind deutlich weniger als noch im Vorjahr. Trotzdem gab es wegen fehlender Vergleichsstandards gerade bei diesem Thema die meisten Rückmeldungen in der Umfrage. Derzeit setzen Produktanbieter aufgrund von Auffassungsunterschieden den Nachhaltigkeitsfilter nach ihren eigenen Kriterien.

Ja: 91,67 %  (88,0 %)

Ein Teilnehmer wünscht sich eine unabhängige Standardisierung in Europa bezüglich nachhaltiger Vermögensveran-

Nein: 8,33 %  (12,0 %)

lagung ähnlich dem Österreichischen Umweltzeichen. Setzt man das Kriterien-Set zu streng an, bleibt die Gefahr, dass für ein ökonomisch sinnvolles Portfolio zu wenig Emittenten verbleiben.

Die Umfragekriterien Bei der Umfrage des Börsianer wurden im April 2018 200 österreichische institutionelle Investoren aus Branchen wie Banken, Fondsgesellschaften, Versicherungen, Pensionskassen und Vorsorgekassen schriftlich befragt. Sieben Fragen konnten dabei ­jeweils mit Ja oder Nein beantwortet werden. Zusätzlich wurden schriftliche Kommentare eingeholt. Bei falscher oder fehlender Beantwortung einzelner Fragen, wurde die Bewertung der jeweiligen Frage im Ergebnis nicht berücksichtigt.

68


Wir leben Nachhaltigkeit – Erste Asset Management Responsible Investment Strategien Seit über 15 Jahren entwickelt unser Investmentteam ein breites Spektrum an Nachhaltigkeitsfonds, die erfolgreich an den Kapitalmärkten veranlagen und regelmäßig national wie international Auszeichnungen erhalten.

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Hierbei handelt es sich um eine Werbemitteilung. Sofern nicht anders angegeben, Datenquelle: Erste Asset Management GmbH. Unsere Kommunikationssprachen sind Deutsch und Englisch. Der Prospekt für OGAW-Fonds (sowie dessen allfällige Änderungen) wird entsprechend den Bestimmungen des InvFG 2011 idgF erstellt und im „Amtsblatt zur Wiener Zeitung“ veröffentlicht. Für die von der Erste Asset Management GmbH verwalteten Alternative Investment Fonds (AIF) werden entsprechend den Bestimmungen des AIFMG iVm InvFG 2011 „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ erstellt. Der Prospekt, die „Informationen für Anleger gemäß § 21 AIFMG“ sowie die Wesentliche Anlegerinformation/KID sind in der jeweils aktuell gültigen Fassung auf der Homepage www.erste-am.com abrufbar und stehen dem interessierten Anleger kostenlos am Sitz der Verwaltungsgesellschaft sowie am Sitz der Depotbank zur Verfügung. Das genaue Datum der jeweils letzten Veröffentlichung des Prospekts, die Sprachen, in denen die Wesentliche Anlegerinformation/KID erhältlich ist sowie allfällige weitere Abholstellen der Dokumente sind auf der Homepage www.erste-am.com ersichtlich. Diese Unterlage dient als zusätzliche Information für unsere Anleger und basiert auf dem Wissensstand der mit der Erstellung betrauten Personen zum Redaktionsschluss. Unsere Analysen und Schlussfolgerungen sind genereller Natur und berücksichtigen nicht die individuellen Bedürfnisse unserer Anleger hinsichtlich des Ertrags, steuerlicher Situation oder Risikobereitschaft. Die Wertentwicklung der Vergangenheit lässt keine verlässlichen Rückschlüsse auf die zukünftige Entwicklung eines Fonds zu. Foto: iStock/greenaperture


finanzplatz unternehmen

© Dirk Kruell / laif / picturedesk.com

Ein bisschen mehr als Weltveränderung

Die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen ­zwingen K ­ onzernchefs, nachhaltiges Wirtschaften auf ihre Agenda zu setzen. Der Börsianer hat sich Beispiele aus der ­Unternehmenspraxis angesehen. text Ingrid Krawarik

70


#sdgS

PlastikmĂźll. Sauberes Wasser, MĂźllvermeidung und Klimaschutz sind drei der insgesamt 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen.


finanzplatz unternehmen

zwei Jahren nachhaltig die Unternehmenslandschaft: SDG. Sie

stehen für Sustainable Development Goal

spielregeln

und sind ein Megatrend. Da es 17 davon gibt, heißen sie SDGs. Glaubt man dem „Global Opportunity Report 2018“ haben die SDGs, wenn weltweit implementiert, einen Marktwert von zwölf Billionen US-Dollar. Ausgedacht haben sich die 17 Nachhaltigkeitsziele die Vereinten Nationen. Sie reichen von „Keine

Strategie. Wer sich zu den 17 Nachhaltigkeitszielen, kurs SDGs, bekennt, muss seine Unternehmensstrategie nachhaltigem Wirtschaften anpassen.

Armut“ über „Hochwertige Bildung“ zu „Bezahlbare und saubere Energie“ und

Bürger auch regulatorische Vorgaben bei

„Maßnahmen zum Klimaschutz“ (siehe

einigen SDGs begrüßen würde: „Wenn

Infokasten rechts). Da der Begriff Nach-

alles auf Freiwilligkeit basiert, werden

haltigkeit im besten Fall nebulos ist und

wir nicht zum Ziel kommen.“

Die 17 SDGs 1. Keine Armut 2. Kein Hunger 3. Gesundheit und Wohlergehen 4. Hochwertige Bildung 5. Geschlechter-Gleichheit 6. Sauberes Wasser und sanitäre Einrichtung 7. Bezahlbare und saubere Energie 8. Menschenwürdige Arbeit und ­Wirtschaftswachstum 9. Industrie, Innovation und Infrastruktur 10. Weniger Ungleichheiten 11. Nachhaltige Städte und Gemeinden 12. Nachhaltige(r) Konsum und Produktion 13. Maßnahmen für Klimaschutz 14. Leben unter Wasser 15. Leben auf dem Land 16. Frieden, Gerechtigkeit und starke ­Institutionen 17. Partnerschaften zum Erreichen der Ziele

für manche sogar schon ein Reizwort

Während Österreich im Reporting

darstellt, sind die 17 Ziele ein perfekter

auf politischer Ebene zu den globalen

Leitfaden für Unternehmen, die vor der

Schlusslichtern zählt, haben heimische

schwierigen Aufgabe stehen, ihren CO2-

Unternehmen schon Initiativen ergrif-

Verbrauch bis 2030 drastisch zu verrin-

fen. Eine Branche, die mit Argusaugen

gern. „Es war extrem wichtig, dass die

beobachtet wird, sind Immobilienent-

Vereinten Nationen die Wirtschaft mit

wickler, deren Geschäftsmodell sich stark

ins Boot geholt haben. Wir sehen die Un-

auf den Klimawandel auswirkt (Seite 73).

fizienter aufzustellen, um den Ausstoß

ternehmen als wichtige Player, um die

Mittlerweile sind Zertifizierungen der

von Treibhausgasen zu verringern. Der-

Ziele zu erreichen“, sagt Felix Forster von

Immobilien ein Muss, da Zertifikate die

zeit besteht das Portfolio der OMV AG aus

der Plattform Respact, die seit zwei Jah-

Nachhaltigkeit transparent machen und

48 Prozent Erdgas und 52 Prozent Erd-

ren das Bewusstsein für die 17 Ober- und

institutionelle Investoren danach verlan-

öl. Die Ambition sei es, dieses Verhält-

169 Unterziele in Unternehmen stärkt.

gen. „Das ist wie das Pickerl beim Auto“,

nis in den nächsten Jahren umzudrehen.

Mit unterschiedlichem Erfolg.

sagt UBM-Vorstand Martin Löcker.

„Unser Fokus liegt auf den SDGs Nummer sieben und 13, also bezahlbare und

Wobei die SDGs nicht Neuland sind, sondern vielmehr eine Weiterführung

Energiekonzerne mit größtem Hebel

saubere Energie, sowie auf Maßnahmen

der

Development

Den größten Hebel auf die Klimaziele

zum Klimaschutz“, erklärt der OMV-AG-

Goals“, die im Jahr 2000 für das Jahr 2015

haben laut der Studie „Better Business

Nachhaltigkeitschef.

als Entwicklungsziele festgelegt wurden.

Better World“ die Energie- und Indus­

„Der Fokus auf nachhaltiges Wirtschaf-

trieunternehmen. „Wir gelten von Haus

Aus Plastikmüll wird wieder Öl

ten ist dazugekommen“, sagt Forster,

aus nicht unbedingt als die nachhaltigs-

So unterstützt die OMV die „Zero Routi-

der darauf hinweist, dass die SDGs ein

te Branche“, sagt Bernhard Heneis. Als

ne Flaring by 2030“-Initiative der Welt-

geeignetes Hilfsmittel für Unternehmen

Chef für Nachhaltigkeit und Reporting

bank zur Beendigung des Abfackelns von

sind, eine Chancen-und-Risiko-Analyse

bei der OMV AG arbeitet er für ein Un-

Erdölbegleitgas bis 2030. „Wir werden

durchführen zu können. Ins gleiche Horn

ternehmen, das wegen seiner endlichen

von Stakeholdern auf jeden Fall stren-

stößt Markus Bürger, Geschäftsfüh-

Rohstoffe mit scheelem Blick von Nach-

ger kontrolliert, Glaubwürdigkeit ist ex-

rer der Lobbyingplattform Zentrum für

haltigkeitsaposteln beäugt wird. Viel-

trem wichtig, das Reporting muss trans-

Nachhaltigkeit. „Man muss nicht gleich

leicht engagiert sich die OMV AG gerade

parent und nachvollziehbar sein“, sagt

alles niederreißen. Entscheider sollten

deshalb schon seit 2003 im Global-Com-

Heneis. Ressourcenschonende Techno-

wie bei einer Menükarte die fürs Unter-

pact-Netzwerk, der weltweit größten Ini-

logiepilotprojeke der OMV AG gibt es be-

nehmen relevanten SDGs identifizieren

tiative für unternehmerische Verantwor-

züglich Bioanteilen im Raffinerieprozess,

und in die Unternehmensstrategie ein-

tung und nachhaltige Entwicklung. Hen-

vielversprechend ist das Forschungspro-

fließen lassen. Das oberste Führungsgre-

eis ist laufend damit beschäftigt, den Be-

jekt, bei dem aus Plastikmüll wieder Roh-

mium muss voll dahinterstehen.“ Wobei

trieb des Erdöl- und Erdgaskonzerns ef-

öl gewonnen wird. „Es ist gut und rich-

acht

„Millennium

72

© united nations

D

rei Buchstaben beherrschen seit


finanzplatz unternehmen

allem in Wintertagen mit kalter Dunkel-

„Die SDGs sind ­omnipräsent. Mehr geht immer.“

flaute, das heißt ohne Sonne, Wind und bei Kälte, thermische Kraftwerke immer öfter zur Stabilisierung gebraucht“, erklärt Zach das Dilemma.

Am Riemen reißen

Irene Jacobi

„Man muss nicht gleich alles ­niederreißen.“ Markus Bürger

Mit dem enormen Stromverbrauch der tig, erneuerbare Energie auszubauen“,

Infrastruktur muss sich auch die Tele-

Ohne Überprüfung der Fortschritte

sagt EVN-Sprecher Stefan Zach zum

kom Austria Group AG (Telekom) aus-

haben die SDGs wenig Sinn, meint Lob-

Börsianer. Schwierig bleibt es allemal.

einandersetzen. Der Konzern will sei-

byist Bürger. „Ich empfehle, eine Wert-

Die EVN AG kommt aus der alten Tradi-

nen Kunden die schnelle Infrastruktur

schöpfungsanalyse zu machen und jähr-

tion der thermischen Erzeuger und hat

zur Verfügung stellen, aber den Strom

lich zu messen, welche Maßnahmen grei-

sich in den vergangenen 25 Jahren mas-

so effizient wie möglich verbrauchen.

fen.“ Was die heimischen Unternehmen

siv in Richtung CO2-Neutralität entwi-

„Wir nutzen dafür, wo es möglich ist,

in zahlreichen Projekten bereits jetzt zum

ckelt. Bis 2025 soll der letzte, verblie-

100 Prozent nachhaltige Energiequellen

Klimaschutz beitragen, fehlt auf politi-

bene Kohleblock abgeschaltet sein, wei-

und innovative Kühlsysteme. Die SDGs

scher Ebene. „Wichtig ist, dass die rele-

ters betreibt die EVN AG noch zwei Gas-

sind omnipräsent. Wir haben 60 Prozent

vanten Akteure aus Wirtschaft, Politik

kraftwerke. Ansonsten ist die EVN AG

der CO2-Emission eingespart. Mehr geht

und Zivilgesellschaft eine Struktur fest-

Niederösterreichs größter Betreiber von

immer“, sagt Irene Jacobi, CSR-Chefin

legen. Daraus kann man ein zukunfts-

Windrädern und unterhält 70 Biomas-

der Telekom Aus­tria AG. Ein Riesenpro-

fähiges Modell gestalten. Derzeit fehlt

seanlagen, in denen pro Jahr zwei Mil-

jekt, das indirekt mit Klimaschutz zu tun

es noch immer an einer gesamten Stra-

lionen Schüttraummeter Hackgut ver-

hat, ist auch die Digitalisierung der Ar-

tegie für den Standort Österreich, an der

heizt werden. Den Fokus legt der Kon-

beitsprozesse. „In Meetings schreiben

man sich orientieren kann“, sagt Bürger.

zern auf die Nachhaltigkeitsziele Num-

Mitarbeiter jetzt auf dem Laptop mit,

Auch die OMV AG wünscht sich mehr Si-

mer sechs, sieben, neun, zwölf und 13.

alles findet in der Cloud statt. Das spart

cherheit von der Politik. „Wirtschaftliche

Versorgungssicherheit als Verantwor-

viel Ressourcen“, sagt Jacobi, die ein-

Rahmenbedingungen sind wichtig, damit

tung gegenüber den Kunden wird ganz

räumt, dass sich trotzdem jeder immer

Unternehmen bereit sind zu investieren

oben angesiedelt. „Derzeit werden vor

wieder am Riemen reißen muss.

und zu forschen“, sagt Heneis. n

#Immobilien

Die Wohlfühl-Immobilie Zertifizierte Immobilien sind mittlerweile Standard. Nachhaltiges Bauen, insbesondere bei Headquarters, umfasst aber weitaus mehr.

könne man aber sehr wohl CO2-ärmer

müssen wir die Treibausgasemissionen

bauen. „Jeder Baustoff hat einen ökolo-

stärker berücksichtigen und die Nahver-

gischen Ressourcenrucksack und bringt

sorgung dementsprechend mitplanen“,

,graue Energie‘ ins Gebäude. Beton und

erklärt Rhomberg. Je mehr Nahversor-

Stahl verursachen bei der Herstellung

gung, desto verkehrsärmer und desto kli-

viel CO2. Klimafreundlicher ist Holz-Hy-

mafreundlicher ist das Begehr.

brid. Das hat derzeit einen Marktanteil

Die UBM Development AG (UBM) er-

von drei Prozent, in 20 Jahren vielleicht

richtet derzeit in Berlin die neue Unter-

auen ist ein ganz wesentlicher Trei-

15 bis 20 Prozent“, sagt der Vorarlberger,

nehmenszentrale von Zalando. Das The-

ber für den Klimawandel“, sagt Hu-

der das Familienunternehmen in vierter

ma Nachhaltigkeit war für den Online-

bert Rhomberg. Der Vorstandsvorsit-

Generation führt und ein großer Verfech-

versandhändler ein zentrales Kriterium

zende der Rhomberg Holding redet nicht

ter des nachhaltigen Bauens ist. Und er

bei der Auswahl. „Das Gebäude soll so

lange um den heißen Brei. Gebäude ha-

wird auch regelmäßig dafür ausgezeich-

gebaut werden, dass sich alle wohlfüh-

ben nun einmal einen hohen Energie-

net. „Wir errichten nicht nur Gebäude,

len. Neben dem aktiven Energiemanage-

verbrauch.

sondern planen ganze Stadtviertel. Da

ment stand die Behaglichkeit der Mitar-

B

Als

Immobilienentwickler

73


finanzplatz unternehmen

sagt Schmauss. „Jede Immobilie hat ei-

„Jeder Baustoff hat einen ökologischen Energierucksack.“

nen Lebenszyklus. Es ist besser, am Anfang mehr zu investieren. Wer das nicht tut, gibt für die Nutzung einer Immobilie wesentlich mehr aus als die ursprüng-

„Recyclingkette muss auf Baustelle installiert sein.“

lichen Investitionskosten.“ UBM-VorHubert Rhomberg

stand Löcker beziffert die Investitions-

martin löcker

kosten einer nachhaltigen Immobilie beiter im Vordergrund“, sagt UBM-Vor-

aufgrund der intensiveren Planung auf

trale Punkte, die sich auf den Klimawan-

stand Martin Löcker. Das Wohlfühlkrite-

fünf bis zehn Prozent höher als für ein

del auswirken. Auf den Baustellen sollen

rium der Mitarbeiter wird bei Neuerrich-

gewöhnliches Gebäude. Das Thema Kli-

sich wegen Fehlplanungen manchmal

tungen oft zu wenig beachtet, weil Archi-

maschutz ist bei der UBM allgegenwär-

Dramen abspielen, was auch zu steigen-

tekten ab und an auf den Faktor Mensch

tig, der Immobilienentwickler hat eine

den Abfallkosten führt.

vergessen. Vor allem dann, wenn Fens-

eigene Green-Building-Abteilung auf-

ter nicht mehr geöffnet werden können

gebaut. Bei den UBM-Hotels wird euro-

Recyclingketten installieren

und Jalousien nur noch zentral gesteuert

paweit der Energie- und CO2-Verbrauch

„Da muss eine Recyclingkette instal-

rauf- und runterfahren. Auch das selbst-

überwacht. „Die gesetzlichen Anforde-

liert werden, damit die Baustoffe richtig

reinigende Glas funktioniert nach einem

rungen werden strenger, Deutschland

entsorgt werden“, sagt Löcker. Die Ent-

halben Jahr oft nur noch bedingt, die Rei-

nimmt mit der regelmäßig novellierten

scheidung, ob auf Grünland oder auf be-

nigungskosten explodieren.

Energieeinsparverordnung hierbei eine

reits entwickeltem Gebiet gebaut wird,

Vorreiterrolle ein“, sagt Löcker.

trägt ebenfalls zum Klimaschutz bei.

Extreme managen

Der klassische Bauprozess stehe vor

Landverbrauch und Bodenversiegelung

Die Zalando-Zentrale spielt bezüglich

einer großen Veränderung, meint indes

sollten nicht überstrapaziert werden.

Ökologie alle Stückerln. Von denen kann

Rhomberg. „Es ist viel effizienter, wenn

Bei der Planung der Materialien liegt viel

auch Alexander Schmauss ein Lied sin-

man in die Vorfertigung geht, da techni-

CO2-Einsparungspotenzial. Die UBM gibt

gen. Er ist Facilitymanager der Hypo NOE

sche Bausteine wie Wände und Decken

regionalen und mitteleuropäischen Pro-

Landesbank AG und für die Infrastruk-

meist nicht architekturrelevant sind. Wir

dukten den Vorzug. „Die Frage ist, ob ich

tur, die Zentrale in St. Pölten, die Fili-

wollen ein transparentes Produkt, das in

eine Lärchenschalung aus den Kalkalpen

alen und den Fuhrpark verantwortlich.

der Hälfte der Zeit fertig ist und bei dem

verwende oder einen tropischen Holz-

„In Wahrheit funktioniert ein neues Ge-

der Kunde nicht das Gefühl hat, dass er

belag. Das Gleiche gilt für Naturstein.

bäude, wenn es vollbesiedelt ist, frühes-

in der Wertschöpfungskette irgendwie

Kommt der aus Europa oder wird der in

tens nach einem Jahr. Am Anfang feh-

ineffizient bezahlt.“ Bei der Errichtung

Südamerika gebrochen, in Indien ge-

len Erfahrungswerte, vor allem bei Küh-

einer Immobilie gibt es vier bis fünf zen-

schnitten, in China poliert und in Mittel-

lung, Gebläse und Heizung. Das muss

europa eingebaut?“, zählt Löcker auf. Bei

erst alle Jahreszeiten und ein paar extre-

der Kühlung und Beheizung der errich-

me Temperaturschwankungen durchge-

teten Immobilien setzt man bei der UBM

macht haben.“ Die Unternehmenszen-

mittlerweile vermehrt auf Grundwasser

trale in St. Pölten ist für ihre funkelnde

zur Kühlung wie etwa beim Hyatt-­Projekt

Fassade bekannt. 1.000 sonnenstandge-

in Amsterdam, das die bis jetzt höchste

steuerte Lamellen sorgen für das richti-

Punkteanzahl bei der Zertifizierung ei-

ge Licht im Innenraum und verhelfen im

ner nachhaltigen Immobilie erreicht hat.

Winter dazu, dass der Wärmeverlust ge-

Auf Geothermie verlässt sich auch die

ring bleibt. In der Garage gibt es mittler-

Unicredit Bank Austria AG in der neu-

weile sechs E-Ladestationen, der Fuhr-

en Unternehmenszentrale am Austria

park wurde im Sinne der CO2-Einsparung

Campus in Wien (Seite 62).

massiv reduziert. Die Landesbank ver-

Bei Hubert Rhomberg, der eine neue

lässt sich auf 100 Prozent Ökostrom hei-

Unternehmenszentrale plant, muss es

mischer Anbieter und produziert selbst

ein Holz-Hybrid sein. Mit dem Bau des

emissionsfreien Strom. Der größte Kostenblock sei nach Personal und IT bereits die Infrastruktur,

Headquarters in Bregenz will der UnterHeadquarter. Die Zentrale der Hypo NOE Landesbank AG zieren sonnenstandgesteuerte Lamellen.

74

nehmenschef 2019 beginnen. Das Ziel: Nachhaltigkeit vom Feinsten. n


Raiffeisen Bank International setzt auf Nachhaltigkeit Die Raiffeisen Bank International (RBI) integriert umfassende Nachhaltigkeitsmaßnahmen in ihre Geschäftstätigkeit. In ihren Grundprinzipien geht sie dabei auf die Ideen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück. Für ihn waren gesellschaftliche Solidarität, Selbsthilfe und Nachhaltigkeit Leitlinien für das wirtschaftliche Handeln. Mitgliedschaft beim United Nations Global Compact Der Relevanz von Nachhaltigkeit in der Geschäftstätigkeit wird auch durch die – seit 2010 bestehende – Mitgliedschaft beim United Nations Global Compact Ausdruck verliehen, dem größten Netzwerk für Unternehmensverantwortung und Nachhaltigkeit. Umfassende Nachhaltigkeitsstrategie Die Nachhaltigkeitsstrategie der RBI baut auf den drei Rollen als „verantwortungsvoller Banker“, „fairer Partner“ und „engagierter Bürger“ auf. Die größte Hebelwirkung ist im Kerngeschäft durch die Vergabe von Krediten und die Veranlagung von Geldern möglich. Als fairer Partner wird ein aktiver, transparenter und offener Dialog mit allen Stakeholdern gepflegt. Durch pro-

fessionelles Diversitätsmanagement mit Initiativen wie „Vielfalt 2020“ soll die Vielfalt im Unternehmen bestmöglich genützt werden. Als engagierter Unternehmensbürger wird Verantwortung gegenüber der Gesellschaft und der Umwelt übernommen. Dies erfolgt etwa durch Corporate-Volunteering für Finanzbildung. Nachhaltigkeitsratings und -indizes Eine Bestätigung des bisherigen Engagements zeigt sich z.B. im PrimeStatus beim Nachhaltigkeitsrating von oekom research, der Listung der RBI AG im Nachhaltigkeits-Index VÖNIX, in den STOXX® Global ESG Leaders Indizes und den FTSE4Good Index Series sowie der Auszeichnung beim CDP für die CO2-Reduktion. Nachhaltigkeitsbericht 2017 erschienen Der kürzlich publizierte Bericht wurde gemäß den international anerkannten GRI Standards der Global Reporting Initiative für Nachhaltigkeitsberichterstattung und dem national geltenden Nachhaltigkeits- und Diversitätsverbesserungsgesetz (NaDiVeG) erstellt. Mit dem Berichtsmotto „SDGs meet RBI“ soll der Beitrag der RBI zu den globalen Entwicklungszielen – den Sustainable Development Goals – hervorgehoben werden.

© T. Preiss

Entgeltliche Einschaltung

„Unser jährlicher Nachhaltigkeitsbericht ist ein wichtiger Bestandteil unseres etablierten Dialogs und der umfassenden Einbindung unserer Stakeholder. Wir informieren darin über unsere Ansprüche im Hinblick auf Nachhaltigkeit und wie wir diese umgesetzt haben bzw. fortführen wollen. So werden die Nachhaltigkeitsstrategie und entsprechende Managementansätze dargelegt wie auch konkrete Nachhaltigkeitsmaßnahmen beschrieben.“ Mag. Andrea Sihn-Weber Leitung Group Sustainability Management Der Nachhaltigkeitsbericht ist online abrufbar unter: www.rbinternational.com/ nachhaltigkeitsbericht2017

© S. Klimpt

Facts & Figures per 31.12.2017:  rd. EUR 135 Mrd. Bilanzsumme  Heimmarkt: Österreich sowie Zentral- und Osteuropa  rund 2.400 Geschäftsstellen  rund 50.000 Mitarbeiter  rund 16,5 Mio. Kunden Rückfragen: Mag. Andrea Sihn-Weber Tel.: +43 1 71707-6069 andrea.sihn-weber@rbinternational.com


Rendite CSR-Porträts

Klimaschützer

Umwelt- und Klimaschutz sind längst keine ­exklusiv politischen Themen mehr. Der Börsianer hat sich auf die Suche nach Unternehmen gemacht, die dem Klimawandel den Kampf erklärt haben,

text Florian Gartler

76

© swimsol

und stellt einige spannende Konzepte vor.


Rendite CSR-Porträts

Forschungspreis. Swimsol ­wurde Ende April 2018 für das erste meerestaugliche, schwimmende Solarsystem ­Solar Sea von der B&C Privatstiftung mit dem Houskapreis aus­ gezeichnet.

Swimsol Branche: Umwelttechnik Umsatz: 1,4 Millionen Euro Mitarbeiter: 23

W

ährend die EU-Kommis­sion und

die

„Ich wollte ­etwas umsetzen, das ­keiner macht und ­etwas Gutes bringt.“

Bundesregierung

noch über die nachhaltige

Neuausrichtung des Wirtschaftssystems diskutieren, zeigen heimische Pioniere vor, wo der Weg in Sachen Klimaschutz

Spielten CSR-Überlegungen Gründung

bei

der Ihres

Unternehmen­s eine Rolle? – Absolut, ich wollte etwas

hinführen kann. Der Börsianer hat es sich

Martin Putschek

deshalb zur Aufgabe gemacht, fünf in-

nen Unterschied macht und Menschen etwas Gutes bringt.

novative Unternehmen mit einem Herz

Mehr durch Zufall bin ich dann auf die Fotovoltaik gestoßen.

für die Umwelt ins Rampenlicht zu stel-

Mit unseren schwimmenden Solaranlagen, die wir in Entwick-

len. Im Interview berichten sie über ihre

lungsländern vertreiben, ersparen wir den Menschen vor Ort

individuelle Klimastrategie, deren Um-

nun Kosten und tun gleichzeitig etwas für die Umwelt.

umsetzen, das ei-

setzung, Evaluierung und über ihre Stra-

Auf welche innovativen Ideen sind Sie besonders stolz? – Neben

tegie. Der Unternehmensgründer Mar-

unserem weltweit einzigartigen Produkt bin ich besonders stolz

tin Putschek vereint Klimaschutz und

auf unsere gerade laufende Crowdinvesting-Kampagne, mit der

wirtschaftliche Rationalität. Mit seinen

wir unsere neueste Anlage finanzieren. So können auch Men-

schwimmenden Solaranlagen erspart er

schen mit einem etwas kleineren Budget mit ihrem Kapital Gu-

Kunden Kosten und tut gleichzeitig et-

tes bewirken und gleichzeitig von unseren, wie ich finde, recht

was Gutes für die Umwelt. Ulli und Her-

attraktiven Konditionen profitieren.

mann Retter sind Pioniere der Biobewe-

Profitiert Ihr Unternehmen vom zunehmenden Nachhaltigkeits­

gung. In ihrem Hotel profitieren davon

trend? – Ja und nein: In den Ländern, in denen wir aktiv sind,

nicht nur Mitarbeiter und Gäste, son-

spielt Nachhaltigkeit kaum eine Rolle. Dort müssen wir vor al-

dern auch die Umwelt. Peter Bartsch,

lem ökonomisch argumentieren. In Österreich profitieren wir

Leiter der Nachhaltigkeitsabteilung bei

allerdings massiv von Förderungen und spüren auch vermehr-

der Lenzing AG, strebt mit seinem Un-

tes Investoreninteresse.

ternehmen nach einem Gleichgewicht

In welcher Form beschäftigt sich Ihr Unternehmen mit dem The-

zwischen den Bedürfnissen von Gesell-

ma Klimawandel? - In den Ländern, in denen wir unser Pro-

schaft, Umwelt und Profitabilität. Der

dukt vertreiben, wird zur Stromerzeugung vor allem Diesel

EVN-AG-Sprecher Stefan Zach versteht

verbrannt. Man kann sich vorstellen, welche Erleichterung

nachhaltige Entwicklung als Prozess, der

es da für die Umwelt bedeutet, wenn die Generatoren zumin-

alle Unternehmenseinheiten betrifft.

dest tagsüber ruhen und der CO2-neutrale Strom aus unse-

Sein Unternehmen ist mit dem stetigen

re schwimmenden Solaranlagen zum Einsatz kommt. Darüber

Ausbau der erneuerbaren Produktion

hinaus ziehen wir mit unserer Unternehmensphilosophie auch

sowie der Stromnetze beschäftigt. Ikea-

Mitarbeiter an, die für den Umweltschutz brennen. Darum tut

Nachhaltigkeits-Chef Matej Hargas be-

man sich schwer, im Eingangsbereich unseres Büros nicht über

zeichnet den Klimawandel als eine der

die vielen Fahrräder zu stolpern.

größten Herausforderungen, mit denen

Welche Tipps können Sie Unternehmen geben, die vermehrt

sein Unternehmen zu kämpfen hat. Es

nachhaltig wirtschaften wollen? – Nicht abschrecken lassen! Wer

ist ihm besonders wichtig, nicht nur auf

nachhaltig wirtschaftet und das auch ernst meint, wird Schwie-

Profit, sondern auf eine positive Auswir-

rigkeiten überwinden müssen. Ich bin aber davon überzeugt,

kung auf Menschen und den Planeten zu

dass Produkte und Dienstleistungen, die nachhaltig sind und

achten.

funktionieren, sich auf Dauer durchsetzen werden.

77


Hotel Retter Bio-Restaurant

Lenzing AG

Branche: Tourismus, Hotellerie Umsatz: 7,8 Millionen Euro Mitarbeiter: 95

Branche: Faserproduzent Umsatz: 2,6 Milliarden Euro Mitarbeiter: 6.488

„Hoffen als nachhaltiger touristischer Leitbetrieb auf viele Nachahmer.“ Ulli und Hermann Retter

Welche Nachhaltig-

„Streben Gleich­ gewicht von Gesellschaft, Umwelt und ­Profitabilität an.“

keitsstrategie verfolgen Sie in Ihrem Hotel? - Von Jahr zu Jahr nachhaltig besser zu werden

Peter Bartsch

und als der touris-

Welche Nachhaltigkeitsstrategie

ver-

folgen Sie als Faserhersteller? – Die Fasern von Lenzing werden aus Holz

hergestellt.

tische Leitbetrieb in der Hotellerie mit Bio-Restaurant viele

Sie sind aufgrund der verantwortungsvollen Rohstoffbeschaf-

Nachahmer bei unseren Kunden und im Tourismus zu moti-

fung sowie unserer modernen Zellstoff- und Faserproduk-

vieren.

tionstechnologien für die Textil- und Vliesstoffindustrie als

Wie wirkt sich die CSR-Tätigkeit auf den Unternehmenserfolg

ökologische Produkte besonders interessant. Wir streben ein

aus? – Im Seminarbereich ziehen wir hauptsächlich nachhal-

Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen von Gesellschaft,

tig agierende Firmen an. Diese nutzen unser vielfältiges An-

Umwelt und Profitabilität an. Wie messen Sie den Erfolg dieser Maßnahmen? – Die Erfolge

gebot im Event- und Seminarbereich und werden durch unser Engagement selbst inspiriert.

der Maßnahmen aus dem Bereich Soziales oder Umwelt mes-

Auf welche Nachhaltigkeitsmaßnahme sind Sie besonders stolz?

sen wir anhand entsprechender Performanceindikatoren,

– Dass unsere Landwirtschaft seit 1992 und unser Hotel-Bio-

diese finden sich auf Bewertungsplattformen wie Ecovadis.

Restaurant seit 2004 Bio-zertifiziert sind und wir nur im Frei-

Auf welche innovativen Ideen sind Sie besonders stolz? - Len-

en lebende glückliche Bio-Freiland-Tiere im Ganzen verar-

zing produziert den Zellstoff in einer Bioraffinerie. Dabei

beiten. Auf unsere nachhaltige Bauweise und Energieopti-

wird das Holz zu 100 Prozent verwertet: als Zellstoff, als bio-

mierung mit Fensterkontakten, Niedrigtemperatur, Regen-

basierte Materialien wie Essigsäure und Xylose und als Bio-

wassernutzung und Biomasseheizung im ganzen Hotel und

energie. Im Bereich der Fasern sind wir besonders stolz auf

im Bio-Gut. Auf die Ausstattung ausschließlich mit Vollholz,

die Refibra-Technologie, die es uns erlaubt, Zuschnittreste

Lehm, Glas, Holz und viel Tageslicht. Sowie auf unseren neu-

aus der Produktion von Baumwollbekleidung zu Zellstoff und

en Öko-Disc-Golf-Parcours und auf unser Bio-Gut mit ge-

Fasern zu verarbeiten. Eine weitere innovative Idee ist unser

schlossenem Lebensmittelkreislauf, das wir Anfang Septem-

Endlosgarn Tencel Luxe, das eine komplett neue Fasertech-

ber eröffnen werden.

nologie voraussetzt, sowie Ecovero, die derzeit nachhaltigs-

Wie profitieren Ihre Hotelgäste und Mitarbeiter davon? – Sie

te Viskose, die in der fertigen Kleidung identifiziert werden kann.

sind von einer intakten Natur umgeben, genießen Bio-zertifizierte Lebensmittel und die absolute Stille rund um das Ho-

Wie spüren Ihre Kunden und Mitarbeiter die CSR-Maßnah-

tel. Unsere Mitarbeiter sind von unserer Vision dermaßen be-

men? – Bei den Kunden sorgen sie für mehr Transparenz und

seelt, dass sie mit uns das Angebot permanent weiterentwi-

helfen ihnen, ihre Risiken aus der Lieferkette besser zu be-

ckeln und langjährig im Unternehmen bleiben.

werten und zu minimieren. Unseren Mitarbeitern wollen wir

Welche Maßnahmen ergreifen Sie für den Klimaschutz? – Un-

das Gefühl geben, für einen verantwortungsvollen Arbeit-

sere Mitarbeiter fahren umweltfreundlich mit sechs E-BMW

geber zu arbeiten, der ein sicheres Arbeitsumfeld, faire Be-

I3, ein Großteil kommt aus der direkten Nachbarschaft und

schäftigungspraktiken und Zukunftsperspektiven bietet.

Region. Wir bieten Gästen, die mit dem Zug anreisen, eine

Welche Maßnahmen ergreifen Sie für den Klimaschutz? – Un-

kostenlose Abholung vom Bahnhof oder von der Bushalte-

ser Beitrag zum Klimaschutz umfasst unter anderem den

stelle Hartberg an. Ab einer Buchung von 25 Personen und

Einsatz von Holz als Rohstoff in der Zellstoff- und Faserpro-

zwei Nächtigungen bieten wir Seminarkunden eine kostenlo-

duktion, die Verwendung biogener Brennstoffe und den effi-

se Abholung von der Firma zum Hotel mit einem unserer mo-

zienten Energieeinsatz sowie die Bedachtnahme auf Emissi-

dernen umweltfreundlichen Retter-Reise-Bussen an.

onen in die Luft und ins Wasser.

78


EVN AG

Ikea Österreich

Branche: Energieversorgung und Umweltdienstleistungen Umsatz: 2,2 Milliarden Euro Mitarbeiter: 6.840

Branche: Einzelhandel Umsatz: 722,8 Millionen Euro Mitarbeiter: 2.841

„Unser Fokus liegt auf dem Ausbau der ­erneuerbaren ­Energien.“ Stefan Zach

Welches CSR-Kon-

„Wollen positive ­Auswirkungen auf Menschen und den Planeten haben.“

zept setzen Sie als Energieversorger konkret um? – Wir verstehen haltige

nach-

Entwick-

Matej Hargas

lung als Prozess,

Welche Nachhaltigkeitsstrategie

ver-

folgen Sie im Einzelhandel?

Im

Rahmen der Nachhaltigkeitsstrategie geht es Ikea um

der alle Unternehmenseinheiten betrifft und klare Zielsetzun-

eine langfristig positive Balance zwischen Wirtschaftswachs-

gen verlangt. Unsere Verantwortung für Umwelt und Klima

tum, sozialen Auswirkungen und Umweltschutz. Wir denken

und unsere Werte sind in unserem Umweltleitbild definiert. Es

dabei immer langfristig, damit wir nicht nur den aktuellen Be-

enthält Vorgaben wie die Minimierung der Umweltbeeinflus-

dürfnissen der meisten Menschen gerecht werden, sondern

sung und für die Ressourcenschonung.

dass auch nachfolgende Generationen die Chance haben, ihre

Auf welche Initiativen sind Sie in Ihrem Unternehmen besonders

Bedürfnisse zu erfüllen.

stolz? – Unser Fokus liegt auf Versorgungssicherheit und auf

Hebt Sie diese Strategie von der Konkurrenz ab? – Ja. Wir er-

dem Ausbau erneuerbarer Energien. Die EVN ist in den letz-

möglichen Millionen von Kunden und Mitarbeitern, zu leistba-

ten Jahren zu einem großen Windstromproduzenten und zum

ren Konditionen nachhaltig zu agieren, sei es bei Leuchtmit-

größten Naturwärmelieferanten auf Hackschnitzelbasis in Ös-

teln, die 85 Prozent weniger Strom brauchen, oder Baumwolle,

terreich geworden. Aber auch die Belieferung unserer Kunden

die mit geringerem Pestizid-, Düngemittel- oder Wasserver-

mit hochwertigem Trinkwasser ist uns sehr wichtig. In fünf

brauch deutlich nachhaltiger angebaut wird, oder bei der Tatsa-

Naturfilteranlagen enthärten wir Wasser aus den Regionen

che, dass Ikea bis 2020 komplett energieunabhängig sein wird. Wie spürt der Kunde den CSR-Fokus? – Am stärksten natürlich

Niederösterreichs und bringen es so auf Quellwasserqualität. Wie profitieren Mitarbeiter und Kunden davon? - Nachhal-

durch unser Produktsortiment. Damit zeigen wir den Kunden,

tigkeit bei Kunden, Mitarbeitern und im Kerngeschäft sichert

dass nachhaltiges Leben eine wünschenswerte, attraktive und

die Zukunft der EVN. Die EVN-Wesentlichkeitsmatrix liefert

vor allem bezahlbare Alternative ist.

eine systematisierte Darstellung der wesentlichen Nachhal-

Wie wirkt sich die CSR-Tätigkeit auf den Unternehmenserfolg

tigkeitsthemen. Sie zeigt die Wünsche der jeweiligen Stake-

aus? – Wie bereits erwähnt, es geht uns in erster Linie um eine

holder an „ihre“ EVN. Diese Anforderungen fließen in unse-

langfristige Balance zwischen nachhaltigem Wachstum, posi-

re Strategie ein. Dadurch bieten wir unseren Kunden die ge-

tiven sozialen Auswirkungen und Umweltschutz. Unser Erfolg

wünschten Angebote und können weiterhin ein interessan-

wird stark davon abhängen, dass alle zusammenarbeiten. Welche Rolle spielt der Klimaschutz für Ihr Unternehmen? – Der

ter Arbeitgeber bleiben, der Zugriff auf Topmitarbeiter hat. Welche Maßnahmen ergreifen Sie in Ihrem Unternehmen im

Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen, mit de-

Kampf gegen den Klimawandel? – Wir sind stetig mit dem Aus-

nen wir kämpfen. In unserer Nachhaltigkeitsstrategie ist Kli-

bau der erneuerbaren Produktion sowie der Stromnetze be-

maschutz daher ein zentrales Thema. Einerseits machen wir

schäftigt, um sauberen Strom zu den Haushalten zu bringen.

natürlich unsere Hausaufgaben, wenn es um Produktion, Res-

Wir werden aber auch intern aktiv und setzen zum Beispiel

sourcenverbrauch und vor allem auch um Energienutzung

alternative Fahrzeuge im EVN-Fuhrpark ein, um den Diesel-

geht, etwa mit Milliardeninvestitionen in erneuerbare Ener­

verbrauch zu minimieren.

gien. Andererseits nutzen wir die Kraft unseres Unterneh-

Welche Klimaschutz-Tipps können Sie anderen Unternehmen

mens, um auch politisch ganz klare Standpunkte zu vertreten,

geben? – Man muss Produktionsprozesse analysieren und ge-

nicht umsonst ist der Ikea-Konzernchef regelmäßiger Gast bei

gebenenfalls optimieren. Ein Ansatz könnte etwa der Einsatz

Klimagipfeln. Auch in Österreich arbeiten wir, etwa im Rah-

von alternativen Fahrzeugen sowie modernen Klimageräten

men der WWF Climate Group, zu deren Gründungsmitgliedern

und Lichtanlagen sein.

Ikea zählt, intensiv an diesem Thema.

79


Finanzplatz Dimensionen

Auf Sparflamme

Zukunftsmusik. Wasserstoffbetriebene Fahrzeuge sind die große Hoffnung für ein saubereres Klima.

Ressourcenschonender Energie­verbrauch ist das große Ziel. Energieversorger und die Industrie gehen mit Wasserstoff als Energieträger neue Wege. text Thomas Müller

N

ur wenn wir konsequent Ener-

ein Mangel an verfügbarer Energie da-

gie sparen, ist die Energiewen-

für gesorgt, dass sparsam mit ihr um-

de zu schaffen“, mahnte schon

gegangen wurde. Mit dem fossilen Zeit-

2012 der damalige E-Control-Vorstand

alter hat die Großzügigkeit in den Fabri-

Walter Boltz. An diesem Befund hat sich

ken und den Haushalten Einzug gehal-

nichts geändert, und dass die beste Ki-

ten. Doch spätestens, wenn mit Öl und

lowattstunde jene ist, die gar nicht ver-

Gas Schluss ist, muss auch die Knaus-

braucht wird, leuchtet auch dem Laien

rigkeit wieder in Mode kommen, da wa-

ein. Wenngleich die beheizten Schani-

ren sich die Expertinnen und Exper-

gärten im Spätherbst nicht unbedingt

ten der vergangenen grünen Börsianer-

dafür sprechen. Die längste Zeit hat

Ausgaben einig. Lebensstilwechsel in-

80


Finanzplatz Dimensionen

„Windräder in der Landschaft ­stoßen irgendwann auf ­Ablehnung.“

Idee, aber von einem solchen Systemwechsel ist auch die aktuelle Bundesregierung weit entfernt. Selbst das Steuerprivileg auf den fossilen Dieseltreibstoff wurde entgegen allen Expertenempfehlungen nicht infrage gestellt. Ein noch größeres Tabu ist derzeit noch das Ke-

Gerhard Bayer

rosin für den Flugverkehr, das gänzlich und Wasserkraftanlagen auszubauen

steuerbefreit ist. Im Zeitalter der Billig-

und gleichzeitig den Gesamtverbrauch

flieger sind die weltweiten Steigerungs-

durch Energieeffizienz zu verringern.

raten hier enorm und machen die Effi-

Bei der Frage, wo genau die Einsparun-

zenzgewinne anderswo wieder teilweise

gen passieren sollen, wird es schwierig.

zunichte.

Große Einzelverbraucher finden sich in der Industrieproduktion, doch die ener-

Schöne neue Wasserstoffwelt

gieintensivsten Bereiche wie Stahl-,

Indessen greifen große Industrie- und

Aluminium- oder Zementproduktion

Energieunternehmen auch in Öster-

seien bereits relativ optimiert. „Grö-

reich das Thema Wasserstoff als Ener-

ßeres Potenzial sehen wir bei den klei-

gieträger auf und schließen sich in Joint

nen und mittleren Unternehmen, de-

Ventures zusammen. Denn Wasserstoff,

ren Energiekosten unter fünf Prozent

durch Elektrolyse mit „grünem“ Strom

der Gesamtkosten liegen. Zum Beispiel

gewonnen, lässt sich kompakter spei-

im Handel oder in der Hotellerie. Unse-

chern als etwa Strom in Batterien. Das

re Studien habe gezeigt, dass bei vielen

würde das volatile Angebot an Sonnen-

Unternehmen bis zu 20 Prozent Ener-

und Windstrom in Europa entschärfen.

gieeinsparung möglich sind, ohne gro-

Ganz konkret errichten die Voestalpi-

ße Umbauten vorzunehmen“, sagt Bay-

ne AG, die Siemens AG, die Verbund AG,

er. Am meisten zu holen sei hier im Ge-

die Austrian Power Grid AG und die wis-

bäudebereich bei Heizung und Küh-

senschaftlichen Partner K1-MET und

lung. Im Ögut-Forschungsprojekt Sefi-

ECN derzeit eine Pilotanlage zur Was-

pa werden derzeit Lösungen erarbeitet,

serstoffproduktion in Linz. Die Verbund

wie solche Maßnahmen auch finanziert

AG liefert den Ökostrom und die Voest­

werden können.

alpine AG kann den Wasserstoff für die Stahlerzeugung einsetzen. Im Frühjahr 2019 geht die Pilotanlage in Betrieb,

Doch hier kommt wieder ins Spiel, was

die Energiewende beim Stahl ist frei-

wir bereits 2017 an dieser Stelle fest-

lich ein Jahrhundertprojekt. Der Ver-

stellen

rückläufigen

brauch des Sektors ist jedenfalls enorm

Strom- und Gaspreise haben in den ver-

und liegt bei rund 30 Terawattstunden

gangenen Jahren wenig Anreiz für Pri-

pro Jahr, derzeit noch fossil. Zum Ver-

klusive. „Einfach auf Sonne, Wind und

vate und Unternehmen geboten, um in

gleich: Insgesamt werden in Österreich

Wasserkraft umzusteigen wird politisch

Energieeffizienz zu investieren. Zu den

derzeit rund 70 Terawattstunden Strom

nicht durchsetzbar sein. Das Aufstellen

Überkapazitäten beim Strom haben ku-

verbraucht. Und damit wären wir wieder

von Fotovoltaikflächen und Windrädern

rioserweise ausgerechnet die erneuer-

beim Ausgangspunkt: Wenn sich mit

in der Landschaft wird irgendwann auf

baren Energiequellen beigetragen. Wie

der Zeit Heizungen, Klimaanlagen, E-

Ablehnung stoßen“, sagt Gerhard Bay-

also aus diesem Dilemma ausbrechen?

Autos, Stahlwerke und andere Betriebe

er von der Österreichischen Gesell-

„Wir sehen eine ökosoziale Steuerre-

an die Ökosteckdose anhängen, kommt

schaft für Umwelt und Technik (Ögut).

form als realistischen Weg. Das würde

einiges zusammen. Für die heute noch

Um in Zukunft CO2-neutral zu werden,

bedeuten, dass Energie stärker besteu-

energiefressenden Gesellschaften wird

sei es wesentlich einfacher und kos-

ert wird und Arbeit dafür entlastet“, so

es also in jeder Hinsicht heißen müs-

tengünstiger, einerseits Wind-, Solar-

der Energieexperte. An sich keine neue

sen: Runter vom Gas. n

© OMV AG

Steueranreiz fehlt

mussten:

Die

81


Finanzplatz Dimensionen

Leise surren die Motoren

Langsam, aber doch kommen Elektroautos in Österreich auch in den Fuhrparks an. Für Unternehmen bieten sie bereits handfeste Vorteile abseits der Ökobilanz. text thomas müller

D

er Briefträger war an sich im-

produziertem Strom betreiben. Doch

ternehmens über Klimaprojekte im In-

mer

und Ausland kompensiert werden.

ob

wie schlagen sich die Investitionen in

zu Fuß oder mit dem Fahrrad.

schon

CO2-neutral,

der Bilanz nieder? „Alle getätigten In-

Heute ist die Österreichische Post AG

vestitionen tragen zum wirtschaftlichen

E-Fuhrpark flächendeckend

(Post) ein großes Logistikunterneh-

Erfolg des Unternehmens bei. Natürlich

Durch die verbesserte Ladeinfrastruk-

men. Seit einiger Zeit legt man wieder

machen es der niedrige Energiepreis

tur sei die E-Mobilität inzwischen auch

Wert darauf, ressourcenschonend zu-

und die hohen Kosten für E-Fahrzeuge

für viele andere Unternehmen eine Op-

zustellen. Ein Teil des Weges dorthin

nicht einfacher“, sagt Post-AG-Spre-

tion, meint Peter Kokaroski, E-Mobili-

war die Anschaffung von E-Fahrzeugen

cher David Weichselbaum. Freilich sto-

ty-Experte des Fuhrparkmanagers Lea-

und dreier Fotovoltaikanlagen. Die mit

ßen 84 Prozent des Fuhrparks nach wie

se Plan Österreich gegenüber dem Bör-

1.400 Fahrzeugen größte E-Flotte Ös-

vor Abgase aus, und so müssen 70.000

sianer: „Im urbanen Raum könnte schon

terreichs kann die Post daher mit selbst

Tonnen Kohlendioxidausstoß des Un-

jeder Firmenfuhrpark ein E-Fuhrpark

82


Finanzplatz Dimensionen

Fuhrpark. Mit 1.400 Fahrzeugen ist die E-Flotte der Österreichischen Post AG die größte im Lande.

schneller auf die Straße, da die Pool-

„Sharing ­Economy reduziert teure ­Stillstandzeiten.“

Fahrzeuge in wesentlich kürzeren Zyklen durch nachhaltigere Modelle getauscht werden können.“ Bei allen Vorteilen, die die Autos mit Steckdose haben, ist die Reichweite derzeit immer noch ein Thema. Sobald das

Peter Kokaroski

Tempo auf 130 zugeht oder die Heizung dentin des Bundesverbands Nachhalti-

aufgedreht wird, reduziert sich diese bei

ge Mobilität. Die Vorteile liegen für die

den Mittelklassemodellen erheblich.

passionierte E-Auto­fahrerin klar auf der Hand: „Sie haben geringe Wartungs-

Potentere Akkus in Reichweite

und Energiekosten. Die Mitarbeiter kön-

Eine Hoffnungstechnologie ist hier die

nen die Fahrzeuge nutzen und zahlen

mit Wasserstoff betriebene Brennstoff-

keinen Sachbezug.“

zelle, die ungleich länger Strom erzeu-

© Österreichische post AG

gen kann als heutige Lithium-Akkus.

Tesla statt Audi

„Bei den Privat-Pkws sehe ich diese

Die Investitionskosten seien noch eine

Entwicklung derzeit nicht“, so Micha-

Nuance höher, aber diese würden sich

el-Viktor Fischer, Geschäftsführer des

nach wenigen Jahren amortisieren: „Ich

Konsortiums Smartrics, bei einer Podi-

kenne ein Beispiel, wo ein Unternehmer

umsdiskussion. Das gemeinsame Un-

seinen Fuhrpark von Audi A4 auf Tesla

ternehmen der OMV AG, der Verbund

umgestellt hat, also relativ teure Fahr-

AG und der Siemens AG errichtet Lade­

zeuge. Dennoch war er nach zweieinhalb

infrastruktur für E-Fahrzeuge. „Die

Jahren pari und spart jetzt Kosten.“ Die

Entwicklung verläuft rasant. In wenigen

Produktion hinke bereits der Nachfra-

Jahren werden auch die Elektroautos mit

ge hinterher: „Derzeit gibt es ein halbes

Akkus die gleiche Reichweite haben wie

Jahr Wartezeit für Neufahrzeuge. Darum

dieselbetriebene.“ Am ehesten werde es

haben wir eine Initiative gestartet und

in Zukunft Plug-in-Hybride mit Was-

gemeinsam gebrauchte E-Autos aus den

serstoff geben, um die Reichweite um

Niederlanden importiert“, so Holler-

einige Hundert Kilometer auszudehnen.

Bruckner.

Die Elektrifizierung aller Pkws in Öster-

Dennoch gilt bei aller Begeisterung

reich würde neun Terawattstunden Ver-

für die leisen Gleiter: Das beste Elek­

brauch zusätzlich bedeuten, so Fischer.

troauto ist jenes, das gar nicht erst ge-

Derzeit liegt der Gesamtverbrauch bei

baut werden muss, auch wenn die Um-

rund 70 Terawattstunden. Die Energy

weltbedenken bei den Akkus inzwi-

Economics Group der Technischen Uni-

schen relativiert werden müssen. Heute

versität Wien geht von 13 Terawattstun-

ist die Herstellung und der Betrieb eines

den Mehrverbrauch aus.

sein. Der einzige Bereich, bei dem die

Diesel-Pkws viermal schädlicher für die

Für den großen Bereich der Lastkraft-

Elek­tromobilität noch an ihre Grenzen

Ökobilanz als jener eines Elektro-Pkws,

wagen spielt Strom derzeit noch kei-

stößt, ist jener der Nutzfahrzeuge. Aber

selbst wenn dieser mit einem konventi-

ne Rolle. Mit verbesserten Akkus und

auch hier wird sich in den kommenden

onellen Strommix betrieben wird, so die

leistbaren Wasserstoffspeichern könnte

Jahren viel bewegen.“

Berechnung des Umweltbundesamtes

sich aber auch hier einiges tun. Zunächst

Neben der Elek­trifizierung sei auch

von 2016. Sowohl bei Strom als auch bei

muss aber das Wachstum des Transport-

die Modernisierung der konventionel-

Diesel liege die Sharing Economy, also

sektors insgesamt wieder gebremst wer-

len Dieselflotte eine Möglichkeit, die

Teilen statt Besitzen, bei Fuhrparks im

den. Die Post AG kann davon ein Lied

Emissionen zu reduzieren. Dass in ganz

Trend, sagt Peter Kokaroski: „Das re-

singen: Die Einsparungen bei den Emis-

Österreich das Interesse der Unterneh-

duziert teure Stillstandzeiten, die Fahr-

sionen wurden 2017 durch die Steigerung

men an E-Mobilität rapid wächst, be-

zeuge werden effizienter genutzt. Um-

der Paketmenge und der Kilometerleis-

obachtet Doris Holler-Bruckner, Präsi-

weltfreundliche Technologien kommen

tung wieder aufgefressen. n

83


Finanzplatz Dimensionen

Der Klimawandel wird sich vor allem auf die ­Wintersportregionen auswirken, sagt die Klima­ forschung. Tiefer gelegene Gemeinden werden sich schon sehr bald neu orientieren müssen, andere setzen weiterhin auf Kunstschnee. text Thomas Müller

Alternativen gesucht

R

obert Steiger forscht zwar am In-

zwar in der Tourismuswirtschaft ange-

wurde der Gastrobetrieb auf dem Gipfel

stitut für Finanzwirtschaft der

kommen, aber die Reaktionen darauf

ausgebaut. Nun ist das Stockhorn belieb-

Universität Innsbruck, aber sein

seien unterschiedlich, beobachtet Stei-

tes Ausflugsziel für unterschiedlichs-

Hauptinteresse gilt dem Schnee. Ge-

ger: „Die Bandbreite reicht hier von In-

te Aktivitäten wie Sport, Kulinarik oder

nauer gesagt dem Schnee von morgen,

fragestellen der Erkenntnisse der Wis-

Genuss der Sonne über dem Nebelmeer.“

der auf den heimischen Skipisten liegen

senschaft bis hin zu aktiver Auseinan-

wird. Der Geograf errechnet anhand der

dersetzung mit dem Thema und Berück-

Der Sommer ist kein Ersatz

Klimamodelle für den Alpenraum, wie

sichtigung möglicher Folgen in der stra-

Mario Gerber muss sich darüber noch

viel es in 20 oder 30 Jahren in den jewei-

tegischen Ausrichtung. Der Tourismus

keine Gedanken machen, sein Hotelbe-

ligen Skigebieten schneien wird und ob

tut sich allerdings immer noch schwer,

trieb im Tiroler Kühtai liegt am höchst-

dort ein wirtschaftlicher Wintersport-

in der Öffentlichkeit mit dem Thema

gelegenen Skigebiet des Bundeslandes.

betrieb aufrechterhalten werden kann.

umzugehen, da kaum positive Nachrich-

Im Sommer hält der Hotellerieobmann

Dazu braucht es mindestens 100 Tage

ten verwertet werden können.“ Er emp-

der Tiroler Wirtschaftskammer seinen

Schnee und vor allem verschneite Weih-

fiehlt den Gemeinden, mehr in Richtung

Betrieb geschlossen. „Der Wintertouris-

nachtsferien, denn auf diese Wochen

schneeunabhängiger Angebote zu ge-

mus ist der Motor des Tiroler Tourismus,

konzentrieren sich 25 Prozent des Jah-

hen, also Winterwandern, Wintermoun-

und dieser macht wiederum 26 Prozent

resumsatzes. Eines der Ergebnisse der

tainbiken kulturelle Attraktionen, die

des Landes-BIPs aus“, betont Gerber.

Berechnungen: Bereits in den 2030er-

heute noch ein Nischendasein fristen.

„Natürlich ist der Sommer auch inter-

Jahren wird ein Drittel der Skigebiete in

Ein Best-Practice-Beispiel sei die Stock-

essant und hat Potenzial: die Rückbesin-

Österreich unrentabel sein, selbst mit

hornbahn im Berner Oberland: „Der Ski-

nung auf die Sommerfrische, die Kulina-

Beschneiungsanlagen. Das Thema sei

betrieb wurde komplett eingestellt, es

rik und die Pollenfreiheit in den höheren

84


Finanzplatz Dimensionen

Schneearmut. Kleine Skigebiete sollten sich umorientieren und ­im Winter verstärkt Wandern und Mountainbiken anbieten.

„Der Return on ­Invest ist im ­Winter einfach am ­höchsten.“ Mario Gerber

„Es geht um zwei Drittel der Tourismuserträge in ­Tirol.“ © Börsianer

Hubert Siller

Lagen.“ Den Skitourismus ersetzen kön-

Bevölkerung ändert. Der gesellschaft­

nicht mehr rentabel ist. Es geht immer-

ne das alles aber auch in Zukunft nicht,

liche Wandel erfordert ebenfalls Strate-

hin um zwei Drittel der Tourismuser-

schätzt der Hotelier. „Der Return on In-

gien.“ Dazu gehöre auch der Komfort auf

träge in Tirol, die der Wintertourismus

vest ist im Winter einfach am höchsten,

den Pisten, der durch die Beschneiungs-

bringt.“

es kann mehr Dienstleistung an die Gäs-

anlagen gewährleistet werden kann. Den

Die öffentliche Hand ist zumindest

te verkauft werden.“ In bestimmten Re-

Verbrauch an Wasser und Energie da-

punktuell bereits aktiv geworden. Der

gionen werde daher auch die künstliche

bei müsse man relativ betrachten: „Res-

Klima- und Energiefonds des Bundes hat

Beschneiung weiter ausgebaut werden,

sourcenverbrauch haben wir im Touris-

im Vorjahr ein Förderprogramm für Tou-

allein schon deshalb, um gut präparierte

mus überall, da ist der Wintertourismus

rismusregionen aufgelegt, das in einer

Pisten bieten zu können. „Das hängt sehr

tendenziell nachhaltig. Ein Flug in die

ersten Phase 23 anpassungswillige Regi-

stark von der jeweiligen Region ab. Aber

Karibik verursacht so viel CO2-Emissio-

onen mit jeweils bis zu 40.000 Euro un-

auf jeden Fall müssen wir in Qualität in-

nen wie 14.000 Tage Skifahren.“

terstützt. Am prominentesten ist die Re-

vestieren“, weiß Gerber.

Dass sich kleinere Skigebiete die In-

gion Großglockner, die durch den Rück-

vestitionen irgendwann nicht mehr

gang der Gletscher und des Permafrosts

Gesellschaftlicher Wandel

leisten können werden, wie Steiger be-

unter anderem mit Hangrutschungen zu

Eine andere Frage wirft der Tourismus-

fürchtet, sieht Siller weniger drama-

kämpfen hat.

forscher Hubert Siller von der Fachhoch-

tisch: „Die Frage ist, was ich alles in

Die Klimaerwärmung dürfte übrigens

schule Management Center Innsbruck

meiner Berechnung berücksichtige. Für

nicht nur nachteilig für den heimischen

auf: „Möglicherweise wird die größere

die gesamte regionale Wertschöpfung

Tourismus sein: Der Seentourismus in

Herausforderung für den Skitourismus

kann sich eine Investition auszahlen,

Kärnten zum Beispiel darf mit einigen

sein, dass sich die Winteraffinität in der

auch wenn es rein betriebswirtschaftlich

zusätzliche Saisontagen rechnen. n

85


Seitenblicke Pro & Kontra

E-Mobilität: Wie nachhaltig ist der Trend? steuer­lichen Vorteile für Elektroautos

Pro

„Das 21. Jahrhundert ist das Jahrhundert der erneuer­baren Energien.“

erachtet er „als wichtiges Instrument um den Anlauf zu pushen“. „Die E-Mobilität ist der richtige Pfad“, davon ist auch Heimo Aichmaier, Geschäftsführer von Austrian MobiWilli Nowak

„Die weltweit geforderten CO2-Grenz-

le Power, überzeugt. Mit seiner Platt-

werte sind ohne einen wesentlichen

form will er die Elektromobilität in Ös-

Anteil an voll- und teilelektrischen

terreich vorantreiben und Bewusst-

der E-Mobilität an und geht sogar einen

Antrieben wie Hybridfahrzeugen nicht

sein für das Thema schaffen. Wichti-

Schritt weiter. „Klar ist jedenfalls, dass

zu erfüllen“, sagt BMW-Austria-Ge-

gist für ihn, daraufhin zu weisen, dass

das Zeitalter des Verbrennungsmotors

schäftsführer Christian Morawa und

es sowohl teil- als auch vollelektri-

zu Ende geht“, sagt Geschäftsführer

wiederholt damit, was spätestens seit

sche Fahrzeugantriebe gibt, nicht nur

Willi Nowak. Helfen müsse dabei die

dem Pariser Klimaabkommen 2015 für

reine Batterieelektroautos. „Interna-

Regierung, die vermehrt in energie-

alle Autohersteller klar ist. Ohne Groß-

tionale Definitionen von E-Mobilität

effiziente Verkehrsmittel investieren

investitionen in die Forschung ist das

zeigen explizit, dass Fahrzeuge nicht

soll. „Das heißt konkret, den Schie-

freilich nicht möglich. Die Auswir-

ausschließlich eine Batterie als Ener-

nenverkehr bis zum Jahr 2030 zur Gän-

kungen dessen sieht man aber nicht

giespeicher an Board haben müssen,

ze zu elektrifizieren, so wie das in der

nur in der Erfüllung von Emissions-

um als E-Fahrzeug zu gelten, sondern

Schweiz bereits heute der Fall ist, und

werten, sondern auch in den Vortei-

auch mit anderen erneuerbaren Ener-

die Radverkehrsinfrastruktur ausbau-

len für die Endkunden. So „fallen bei

giequellen zum Beispiel mit Wasser-

en, denn Elektrofahrräder sind die am

diesen Auto­mobilen in der Regel auch

stoff oder synthetischen Kraftstoffen

häufigsten gekauften E-Fahrzeuge.“

geringere Wartungs- und Servicekos-

extern aufgeladen oder aufgetankt re-

Bei den Batterien sehen die befrag-

ten an“, führt Morawa weiter aus. Die

spektive elektrisch angetrieben wer-

ten Experten zwar noch Probleme in

den können. Für den täglichen elektri-

der Produktion, weisen aber auch auf

schen Verwendungsbereich der Durch-

die bereits guten Möglichkeiten des

schnittsösterreicher reicht zudem ein

Recyclings der Speicherzellen hin. Die

Plug-in-Hybrid locker.“ 95 Prozent

Stromspeicher „können nach rund

der Fahrten heimischer Lenker sind

zehn Jahren im Auto weitere zehn Jah-

kürzer als 50 Kilometer, wie der Ver-

re als stationäre Zwischenspeicher in

kehrsclub Österreich herausgefunden

Gebäuden verwendet werden“, erklärt

hat. Der schließt sich den Befürwortern

etwa Willi Nowak.

„Elektromobilität ist ein Marathon und kein Sprint.“ Christian Morawa

86


Seitenblicke Pro & Kontra

Elektroautos sind derzeit das Top-Thema in der Automobilbranche. Klimaabkommen verlangen neue Antriebsmöglichkeiten weg vom Verbrennungsmotor. Was spricht dafür, wo gibt es noch große Probleme? Der Börsianer hat sich bei Verkehrsclubs, Umweltorganisationen, Automobilherstellern und Vertretern von E-Mobilität-Fördervereinen umgehört. Text Paul Trautendorfer

„Elektromobilität allein kann die großen Probleme unserer Zeit nicht lösen.“ Alexander Egit

den.“ Als einen relevanten Punkt erachtet er dabei auch die Erhöhung der Recyclingrate. Die große Menge an benötigten Strom gilt es „unbedingt“ aus erneuerbarer Energie zu gewinnen.

Kontra

Ansonsten ist die Klimabilanz nur geringfügig besser als bei Fahrzeugen mit

treiben. Zu den steuerlichen Vorteilen

Verbrennungsmotoren. Allgemein klar

für Elektroautos steht Kumnig prinzi-

Auf der Gegenseite befinden sich keine

ist, dass auch die Automobilfertigung

piell positiv gegenüber, erklärt aber,

wirklichen Gegner, sondern vielmehr

eines Elektroautos nicht emissions-

dass es einige Änderungen geben muss:

„Watchdogs“, welche die Vorgänge im

frei vonstattengeht. Denkt man an die

„Wenn wir den Individualverkehr um-

E-Mobilitätssektor genauestens beob-

Nachhaltigkeit, soll laut Greenpeace

weltfreundlich gestalten wollen, darf

achten. Sie haben einen Überblick über

der öffentliche Verkehr immer an ers-

nicht eine Technologie bevorzugt wer-

die Vorgänge und weisen mit ihrer Kri-

ter Stelle stehen.

den, sondern dann müssen technolo-

tik auf die vorhandenen Probleme in der Branche hin.

Einen ähnlichen Zugang hat der Verkehrsclub ARBÖ. Geht es nach Ge-

gieoffene Maßnahmen und Entwicklungen getätigt werden.“

Alexander Egit, Geschäftsführer von

neralsekretär Gerald Kumnig sollen

Die „Watchdogs“ sehen in den an-

Greenpeace in Zentral- und Osteuropa,

sich Kaufinteressenten vor der An-

gesprochenen Punkten Potenzial nach

steht grundsätzlich für eine verstärkte

schaffung eines Neuwagens gründlich

oben. Dennoch blicken auch sie posi-

Nutzung von E-Fahrzeugen, weiß aber,

Gedanken über ihr Fahrprofil machen.

tiv in die Zukunft und glauben an eine

dass es in einigen Bereichen noch gro-

„Wer mehrmals pro Woche weite Auto-

stetige Weiterentwicklung der Techno-

ßes Aufholpotenzial gibt. Ein großes

bahnstrecken zurücklegt, für den wird

logien. Der Trend hin zur E-Mobilität

Defizit sieht Egit beispielsweise in der

eher ein Auto mit Verbrennungsmotor

scheint zu wichtig zu sein, um sich ge-

Infrastruktur, „denn bislang gibt es nur

oder ein Hybrid-Fahrzeug passen. Die

gen ihn zu stellen.

rund 3.000 Elektroladestationen in Ös-

große Herausforderung im Alltagsbe-

terreich. Das klingt vielleicht viel, sind

trieb von E-Autos ist nämlich die La-

allerdings erst 1,5 pro Gemeinde.“ Bei

deleistung, die noch nicht ausreichend

der Herstellung von Batterien sieht er

ist.“ Dafür ist auch die Batterietechno-

ebenfalls Probleme. „Für die Rohstoff-

logie noch ausbaufähig. Diese „Haus-

gewinnung muss dringend auf umwelt-

aufgaben“ müssen die Energieliefe-

freundliche Verfahren und bessere Ar-

ranten und die Autoindustrie erledigen,

beitsbedingungen hingearbeitet wer-

will man die E-Mobilität weiter voran-

87

„Es dauert noch zu lang, die Batterien vollständig aufzuladen.“ Gerald Kumnig


Seitenblicke Politik

Klimapolitik: Wie holt man die ­Wirtschaft ins Boot? Johannes Schmuckenschlager Nachhaltigkeitssprecher ÖVP

U

mweltministerin Elisabeth Köstinger hat im April

Was können die staatsnahen Unternehmen tun, um in Sachen Kli-

2018 ihre vorläufige Klimastrategie „Mission 2030“

maschutz mit positivem Beispiel voranzugehen? – Staatsnahe wie

veröffentlicht. Ziel des Papers ist es, eine ganzheit­

private Unternehmen können Investitionen in erneuerba-

liche Strategie zur Umsetzung der Pariser Klimaziele vorzu-

re Energien, thermische Sanierung oder in energieeffizientere

geben. Während die Regierung von der Einleitung einer „ech-

Prozesse tätigen, die zur Erreichung der österreichischen Kli-

ten Wende“ spricht, hagelt es von Opposition und NGOs mas-

maziele beitragen.

sive Kritik. Die Umweltstrategie sei eine populistische Wort­ hülse, so der Tenor. „Wir befürchten eine jahrelange Durst-

Wie kann man die Realwirtschaft ins Boot holen? – Förderungs­

strecke für den Klimaschutz statt der dringend notwendigen

instrumente spielen in der österreichischen Umweltpolitik eine

Investitionen in eine nachhaltige Zukunft“, äußerte sich dazu

wesentliche Rolle. Es ist aber zu hinterfragen, ob dies in allen

etwa Johannes Wahlmüller, Klima- und Energiesprecher von

Fällen zielführend ist. Das Setzen von Standards, insbesonde-

Global 2000. Auch der Anfang März 2018 veröffentlichte „Ak-

re bei EU-rechtlich einheitlicher Vorgabe, kann oftmals einen

tionsplan: Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ der EU-

effektiveren und gleichzeitig wettbewerbsneutralen Innovati-

Kommission (Seite 24), der sich mit der nachhaltigen Aus-

onsschub auslösen.

richtung des Finanzsystems beschäftigt, sorgte für viel GeInwiefern sollen nachhaltige Investments gefördert werden? –

sprächsstoff unter den Marktteilnehmern. Der Börsianer nimmt dieses aktuell heiß diskutierte Thema

Nachhaltige Investments sind ein effektiver Hebel zur Verbrei-

zum Anlass, um bei den österreichischen Parlamentspartei-

tung und Marktdurchdringung klimafreundlicher Technologien.

en nachzufragen, wie Wirtschaftsinteressen und Klimapoli-

Im Regierungsprogramm ist die Forcierung von Green Finance

tik in Einklang gebracht werden können. ÖVP und Neos sind

verankert. Ein Meilenstein im Bereich nachhaltiger Finanzen

sich hierbei einig, dass ein Mix aus Förderungen und Regula-

war die kürzlich stattgefundene Veröffentlichung des „Aktions-

rien der richtige Weg sei. Neos betonen aber auch, dass den

plan: Finanzierung nachhaltigen Wachstums“ der Europäischen

staatsnahen Unternehmen eine wichtige Innovations- und

Kommission. Darin wird der Handlungsrahmen zur Stärkung

Vorbildrolle zukomme. Die FPÖ spricht sich für private In-

nachhaltiger Geldanlagen für die nächsten Jahre festgelegt.

vestitionen in Energieeffizienz und sorgfältig geprüfte Public-Private-Projekte aus. Gegen diese Form der Zusammen-

Sollen Public-Private-Projekte im Bereich Klimaschutz gefördert

arbeit zwischen Privatwirtschaft und Staat sprechen sich die

werden? – Die Verknüpfung öffentlicher Aufgaben mit der fach-

SPÖ und die Liste Pilz aus. Für die SPÖ sind vor allem kla-

lichen Kompetenz von Privatunternehmen ist die vordringliche

re staatliche Vorgaben für die Erreichung der Ziele entschei-

Motivation für die Gründung einer Public-Private-Partnership.

dend. Die Liste Pilz ist der Meinung, eine CO2-Verursacher-

In Österreich gibt es dazu auf Bundes-, Länder- wie Gemeinde-

Steuer sei der richtige Weg.

ebene positive Beispiele.

88


Seitenblicke Politik

Der Börsianer wollte von den Parlamentsparteien wissen, wie Wirtschaftsinteressen und Klimapolitik in Einklang gebracht werden können, um die Klimaziele 2030 zu erreichen. text florian gartler

Uwe Feichtinger Umweltsprecher SPÖ

Walter Rauch Umweltsprecher FPÖ

Was können die staatsnahen Unternehmen tun, um in Sachen Kli-

Was können die staatsnahen Unternehmen tun, um in Sachen Kli-

maschutz mit positivem Beispiel voranzugehen? – Gerade (teil-)

maschutz mit positivem Beispiel voranzugehen? – Sei es in der

öffentliche Unternehmen wie die ÖBB AG oder die Post AG

Digitalisierung, im Verkehr oder in anderen Bereichen. Es

haben in der Vergangenheit bedeutende Beiträge zum Klima-

gäbe zahlreiche Sektoren, in denen die staatsnahe Wirtschaft

schutz geleistet und gezeigt, was alles möglich ist, zum Bei-

mit positivem Beispiel vorangehen könnte.

spiel bei der Umstellung auf CO2-neutrale Flotten. Wie kann man die Realwirtschaft ins Boot holen? – EnergieeffiWie kann man die Realwirtschaft ins Boot holen? – Was für öf-

zienzpotenziale sind auf allen Ebenen, vor allem im Gebäu-

fentliche wie auch für private Unternehmen gleicht gilt, ist,

debereich, im Verkehr sowie bei Industrie und den Klein- und

dass es klare und verlässliche Rahmenbedingungen hinsicht-

mittleren Unternehmen zu heben, wobei den Unternehmen

lich der Klimaschutzziele braucht. Hier sind Politik und auch

Freiheitsgrade für Innovation gewährt und weitere Kosten-

die Interessenvertretungen gefordert, ein gewisses Maß an

belastungen vermieden werden müssen. Bei allen zu treffen-

Übersetzungsleistung zu erbringen. Was bedeuten etwa mi-

den Maßnahmen ist zu berücksichtigen, dass der Standort für

nus 36 Prozent Kohlendioxid-Emissionen bis 2030 und eine

die energieintensive Industrie gesichert und wettbewerbsfä-

nahezu völlige Dekarbonisierung ab 2050 für die jeweiligen

hig bleibt.

Branchen? Welche teilweise langlebigen Investitionen sind im Rahmen dieser Zielsetzung noch sinnvoll? Diese Verdeut-

Inwiefern sollen nachhaltige Investments gefördert werden? – Die

lichung steht in weiten Teilen noch aus und hindert die Un-

erfolgreiche Dekarbonisierung des Energiesystems erfordert

ternehmen daran, rechtzeitig Veränderungsprozesse einzu-

Preisanreize, die Energieeffizienz und die Nutzung erneuer-

leiten.

barer Energieträger unterstützen.

Inwiefern sollen nachhaltige Investments gefördert werden? –

Sollen Public-Private-Projekte im Bereich Klimaschutz gefördert

Das Generationenprojekt Kampf gegen den Klimawandel wird

werden? – Public-Private-Projekte spielen künftig eine große

nicht allein durch Anreize aus dem öffentlichen Haushalt fi-

Rolle in der Umwelt- und Klimapolitik. Hierbei kommt aber

nanzierbar sein. Privates Kapital wird dazu beitragen müssen.

der Prüfung der Umsetzbarkeit von klima- und energiespezifischen Maßnahmen eine zentrale Bedeutung zu. Hierzu

Sollen Public-Private-Projekte im Bereich Klimaschutz gefördert

werden Instrumente der Förderlandschaft von den zustän-

werden? – Der konkrete Nutzen von nationalen PPP-Model-

digen Ressorts und dem Finanzministerium ab September

len lässt sich nicht erkennen. Erfahrungen aus anderen Be-

2018 analysiert. Erst dann können seriöse Aussagen über die

reichen zeigen eher, dass solche Modelle für den Staat teurer

Förderungen im Bereich der Public-Private-Projekte getätigt

kommen.

werden.

89


Seitenblicke Politik

2030

Umweltministerin Elisabeth Köstinger (ÖVP) will mit ihrer ­Umwelt- und Klimastrategie „Mission 2030“ einen ­„konstruktiven Weg der Mitte“ wählen, der ohne neue Steuern und Belastungen bis 2030 eine Reduktion der ­CO2-Emissionen um 36 Prozent bewirken soll.

Sepp Schellhorn Wirtschaftssprecher Neos

Bruno Rossmann Finanzsprecher Liste Pilz

Was können die staatsnahen Unternehmen tun, um in Sachen Kli-

Was können die staatsnahen Unternehmen tun, um in Sachen

maschutz mit positivem Beispiel voranzugehen? – Staatsnahe

Klimaschutz mit positivem Beispiel voranzugehen? – Eine Vor-

Unternehmen können die Partner in einer ersten Testphase

bildrolle können die staatsnahen Unternehmen nur bei

für neue Technologien sein. Auch bei der Etablierung von um-

Maßnahmen einnehmen, in denen ihnen private auch fol-

weltfreundlichen Technologien im eigenen Haus können die-

gen können. Dies reicht von Gebäudesanierungen über Ener-

se Unternehmen Vorreiter sein, sei es durch E-Autos im Fuhr-

gieaudits bis hin zu Aktionen, die den Mitarbeitern und Mit-

park, durch die Unterstützung von Fahrgemeinschaften oder

arbeiterinnen die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln

bei der Durchsetzung von Nachhaltigkeitsstandards entlang

oder gar dem Fahrrad attraktiv gestalten, von der Zuzahlung

der Lieferkette.

zu Jahreskarten bis zur Schaffung der notwendigen Infrastruktur.

Wie kann man die Realwirtschaft ins Boot holen? – Wenn man die Klimaziele ernst nimmt, wird man auf Förderungen, aber auch

Wie kann man die Realwirtschaft ins Boot holen? – Die aufkom-

Regularien nicht verzichten können. Vieles passiert aber auch

mensneutrale Ökologisierung des Steuersystems ist seit lan-

durch den Markt, Österreich darf diesen nicht ignorieren.

gem ein großes Anliegen von mir. Mittels Steuern lassen sich externe Kosten des Klimawandels ihren Verursachern ver-

Inwiefern sollen nachhaltige Investments gefördert werden? – Es

rechnen und somit langfristige Anreize zugunsten sauberer

kann auch gefördert werden, indem man eine entsprechende

Technologie und Energieeffizienz setzen.

Investmentstrategie wählt. Der Sustainable-Finance-Markt ist aktuell einer der am schnellsten wachsenden Märkte. Ein

Inwiefern sollen nachhaltige Investments gefördert werden?–

wichtigstes Zeichen in diesem Zusammenhang war die An-

Nachhaltige Investitionen, die von privaten aufgrund von

kündigung des weltweit größten Investment-Funds Black-

Marktversagen nicht geleistet werden, sind eine Kernkom-

rock, in Zukunft stärker auf Nachhaltigkeitsratings zu achten.

petenz des Staates. Leider droht die inszenierte Panik vor Staatsschulden diese Kernkompetenz immer weiter in den

Sollen Public-Private-Projekte im Bereich Klimaschutz gefördert

Hintergrund zu drängen, mit nachhaltig negativen Folgen.

werden? – Ja klar, aber nicht zwangsweise monetär. Das Eingehen eines PPPs an sich sollte schon eine Förderung darstel-

Sollen Public-Private-Projekte im Bereich Klimaschutz gefördert

len. In Österreich ist es jedoch meist so, dass vor allem staats-

werden? – Die Weltbank riet zwar schon vor fünf Jahren zu

nahe Unternehmen die Seite des „Privaten“ übernehmen, da

PPP-Modellen im Klimaschutz. Empirische Erfahrungen zei-

ist oft nicht so klar, ob das dem Charakter der ursprünglichen

gen indes aber, dass die Kosten privater Investitionsfinan-

Idee des PPPs entspricht.

zierung über den öffentlich finanzierten liegen.

90


„Die Presse“

Hotelgutschein „Luxury“

Hotel Weißes Rössl ****S in St. Wolfgang, Oberösterreich Schenken Sie 3 unvergessliche Tage (2 Nächte) inklusive Halbpension für 2 Personen im Doppelzimmer zum Vorzugspreis. Zur Wahl stehen ausgewählte Luxushotels in der 5-Sterne- und 4-Sterne-Superior-Kategorie.

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Seitenblicke Börsentalk

Ausgezeichnete Forschung

Wolfgang Hofer und Erich Hampel (­ beide B&C Privatstiftung) genossen den Abend mit Laudator Claus Raidl.

B&C Privatstiftung 13. Houskapreis 26. April 2018 Museumsquartier, Wien

Susanne Kalss (WU Wien) mit SBO-­Aufsichtsrätin ­Brigitte Ederer und dem Holzindustriellen ­Gerald Schweighofer in guter Laune.

Zauberhaftes Lichtambiente bei der Houskapreis-Party in der Halle E im Museumsquartier.

Der Houskapreis der B&C Privatstiftung lockte 350 Topentscheider aus Wirtschaft und Forschung zur Preisverleihung ins Museumsquartier nach Wien. Der mit 400.000 Euro dotierte Forschungspreis wurde bereits zum 13. Mal verliehen. Gewinner waren die Österreichische Akademie der Wissenschaften und das KMU Swimsol.

Treffpunkt City-Changer

Stadt Wien City-Changer par excellence: Leslie P. C. Zech ( Zech Group), Søren Aschenbach (Urban Future), Wolfgang W ­ inter (TU Wien), Kouros Adib (Universität Wien), Gerald Babel-Sutter (Urban Future), Robert Schild (Saint Gobain), Birgit Hölzl-Zech (MBA) und Günter Lang (Passivhaus Austria).

Urban Future Global Conference 2018 28. Februar – 2. März 2018 Messe Wien Die Stadt Wien war heuer erstmals Gastgeber der seit 2014 stattfindenden Urban Future Global Conference. 3.000 Teilnehmer aus mehr als 400 Städten strömten zur weltgrößten Konferenz für City-Changer. Über 230 Speaker sprachen in 57 Sessions­über die vier Kernthemen Mobilität, Stadtplanung, Kommunikation und Ressourcenschonung. Das Ziel lautet, Strategien gegen die Auswirkungen des Klimawandels zu entwickeln.

Urban-Future-CEO Gerald Babel-Sutter im Gespräch mit Gil Friend, Nachhaltigkeitschef der Stadt Palo Alto.

Eugen Antalovsky (Urban Innovation Vienna) mit Jennifer Keesmaat, ehemalige Stadtplanerin von Toronto.

92


Seitenblicke Börsentalk

Nachhaltige Unternehmenspraxis

Respact 12. CSR-Tag

Respact-Geschäftsführerin Daniela Knieling g ­ efiel es bei Wolfgang Eder (Voestalpine AG) in der Voestalpine-Stahlwelt.

11. Oktober 2017

Tinna Christiansen Nielsen gab in ihrer Keynote praktische Tipps fürs Zusammenarbeiten.

Voestalpine-Stahlwelt, Linz Beim Gipfeltreffen der Nachhaltigkeit stand diesmal eine Frage im Mittelpunkt: „Was braucht es, um die unternehmerische Zukunft nachhaltig zu gestalten?“ 280 Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft suchten am CSRTag nach Antworten. Die Plattform Respact feierte passend dazu das 20-Jahr-Jubiläum für verantwortungsvolles Wirtschaften in Österreich. Daniela Knieling (Respact) mit CSRChef Hermann Pamminger (Casinos Austria AG) im Gespräch.

Günther Rabensteiner (Verbund AG) mit Respact-Präsidentin Ursula Simacek und Herbert Schlossnikl (Vöslauer Mineralwasser AG) genossen den gelungenen Tag.

NachhaltigkeitsSieger

ASRA BDO-Partner Peter Bartos und PWCÖsterreich-Chef Aslan Miller zeigten sich gut gelaunt.

18. Austrian Sustainability Reporting Award 2017 13. November 2017 Industriellenvereinigung Bereits zum 18. Mal wurde die Auszeichnung des besten Nachhaltigkeitsberichts an österreichische Unternehmen vergeben. Die Siege in den fünf Kategorien holten sich die Wienerberger AG, Kranhersteller Palfinger AG, die VBV Vorsorgekasse AG, die Innsbrucker Kommunalbetriebe AG und Lidl Österreich für seinen Erstbericht.

Alle Preisträger auf einem Bild versammelt samt ihren Trophäen.

Wienerberger-CEO Heimo Scheuch war stolz auf seinen Preis.

93


Seitenblicke Marktgezwitscher

@A1Telekom

@voestalpine

#EarthHour 2018: Machen auch Sie mit, wenn überall auf dem #Globus die Lichter ausgeschaltet werden. Ein #Zeichen für den #Schutz unseres #Planeten und der Forderung nach mehr #Klimaschutz. Wir sind wieder dabei!

#H2FUTURE on track: construction starts at the Wir freuen uns über die Nominierung in der Kategoworld’s largest #hydrogen pilot facility with @voestalrie Corporate Social Responsibility! Danke @immopine, @verbund, @Siemens_Austria and @fch_ju. manager #immobilien #Award #nominated Read more https://bit.ly/2vhMuRk

@omv

@simmoag

#OMV is delighted to be recognized by Ethibel ­Sustainability Index Excellence Europe for its #CSR performance: http://bit.ly/2oq1gND #ESI #ESG

Wir freuen uns über die Nominierung in der Kategorie Corporate Social Responsibility! Danke @immomanager #immobilien #Award #nominated

@WienEnergie

@vERBUND

@ErsteGroup

Konkretes Projekt für den digitalen grünen Schuldschein: Revitalisierung im Hochspannungsnetz in Oberösterreich für den Transport von Strom aus #Wasserkraft und #Windkraft

Green, practical and smart: our Romanian bank @ infoBCR has just launched eGo, a car-sharing service using a fleet of electric #BMWi3‘s in Bucharest. BCR customers will only need a contactless debit or credit card and a mobile app to use eGo. #TheErsteWay

In der Seestadt Aspern erforschen wir gerade die zukünftigen Energielösungen für den urbanen Raum. Zum Beispiel, wie sich der Energieausstoß und der -verbrauch verringern und die Energieeffizienz erhöhen lässt

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@wienerberger

Impressive feedback at the forum on resource ­efficient industries and cities: „Wienerberger is per­ ceived as a role model for excellent #strategy and #teamwork in the field of #sustainability.“


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Meinungen Kommentar

  Vita Michael Haller Vorstandsvorsitzender Hypo Vorarlberg Bank AG

Grüne Investments Aus Emittentensicht empfiehlt es sich, bereits vor der offiziellen Roadshow ausgewählte potenzielle Green-Bond-Investoren zu treffen.

Aller Anfang ist schwer. So hat sich auch

„Hatten einige Hürden zu nehmen.“

der Weg zum ersten öffentlichen österreichischen Green Bond einer Bank mit-

Michael Haller

Der studierte Betriebswirt (46) ist seit dem 1. Jänner 2017 Vorstandsvorsitzender der Hypo ­Vorarlberg Bank AG. Die Bank kennt er aus verschiedenen Blickwinkeln, war der gebürtige Bregenzerwälder doch von 1995 bis 2002 für Kommerzkunden, im Treasury und als Geschäftsführer der Hypo KAG tätig. Sein Rückzugsort ist seine Familie.

chen Nachhaltigkeit ist und bereits 2015 ihren ersten Green Bond emittierte, hat uns überzeugt. Ein kompetenter An-

unter steinig gestaltet, da grüne Anlei-

sprechpartner ist insofern wichtig, da es

hen für heimische Banken ein noch un-

auch um die Wahl des richtigen metho-

bekanntes Terrain waren.

dischen Ansatzes ging. Hilfreich hier-

Eine große Unbekannte zu Beginn war

identifiziert werden, was für Transpa-

bei war beispielsweise, dass ABN Amro

das Ausmaß dieser Emission: Kurz nach

renz sorgen sollte. Diese Vorgehenswei-

sich bereits intensiv mit energieeffizien-

dem internen Startschuss zum Projekt

se blieb uns aus Datenschutzgründen je-

ten Gebäuden beschäftigt, einen eigenen

„Green Bond“ wurden bereits umfang-

doch verwehrt. Nach intensiver Ausein-

Green-Bond-Spezialisten hat und Kon-

reiche Arbeiten für Oekom Research AG

andersetzung mit den Bundes- und Lan-

takte zu wichtigen strategischen Markt-

erforderlich. Dabei war unsere Nach-

desgesetzen sowie den Richtlinien der

teilnehmern pflegt.

haltigkeitskoordinatorin sehr gefordert,

Wohnbauförderung wurde klar: Die Um-

Aus Sicht der Emittenten empfiehlt es

denn dieses Thema verlangt vor allem

setzung in den Vorarlberger Landesge-

sich, bereits vor der offiziellen Roadshow

eines: das Engagement und den Rückhalt

setzen war immer schon ambitioniert,

ausgewählte potenzielle Green-Bond-

aller Abteilungen. Basierend auf langjäh-

was der Qualität des Green Pools sehr zu-

Investoren zu treffen. Die Quintessenz

rigem, nachhaltigem Wirken konnten wir

gutekam.

aus diesen Terminen war, dass es neben

durch weitere Umweltmaßnahmen so-

Ein Green Bond erfordert unserer An-

der jeweiligen Umsetzung des „Green

wie Offenlegung von Informationen un-

sicht nach ausführliches Verständnis von

Bond Frameworks“ besonders wich-

ser Rating verbessern und schafften den

Energiethemen, daher eignete sich das

tig ist, dass die Bank in Sachen Nach-

Sprung in den Prime-Bereich. Insgesamt

Energieinstitut Vorarlberg als Partner,

haltigkeit ein glaubwürdiges Gesamt-

wurde in dieser Zeit nicht nur der Green

dessen Expertise bis über die Grenzen be-

bild abgibt: So darf es keine Kontrover-

Bond, sondern auch die Verankerung des

kannt ist, besonders gut. Man kann sich

sen im Unternehmen geben, zudem sind

Themas Nachhaltigkeit in unserem Un-

jedoch auch vorstellen, dass beim Auf-

schriftlich festgehaltene ethische und

ternehmen weiter vorangetrieben.

einandertreffen von Energie- und Kapi-

nachhaltige Grundsätze für Finanzierun-

Im Laufe des Umsetzungsprozesses

talmarktexperten gewisse Diskrepanzen

gen und Anlagegeschäfte ein Muss.

warteten weitere Hürden. Der Emissi-

entstehen können, bevor sich ein ge-

onserlös wird zur Re- und Finanzierung

meinsames Verständnis entwickelt.

Das Potenzial in diesem Marktsegment ist aus unserer Sicht jedenfalls

energieeffizienter Immobilien verwen-

Im Rahmen des Vorbereitungsprozes-

groß und kommt der zunehmenden An-

det. In Vorarlberg sind deren Energie-

ses gilt es auch, einen „Structuring Ad-

zahl von Anlegern mit Verantwortungs-

ausweise zwar digital verfügbar und kön-

visor“ für die Emission zu suchen. Die

bewusstsein für Umwelt- oder Sozialthe-

nen anhand eines Schlüssels eindeutig

ABN Amro, die einer der Vorreiter in Sa-

men sehr entgegen. n

96


seitenblicke index

unternehmen in dieser ausgabe

Impressum Chefredakteur/Herausgeber: Dominik Hojas, d.hojas@derboersianer.com Stv. Chefredakteurin (CvD): Ingrid Krawarik, i.krawarik@derboersianer.com Redaktion: Hans-Jörg Bruckberger, Florian Gartler, Julia Kistner, Raja Korinek, Martin Kwauka, Thomas Müller, Lukas Sustala, Paul Trautendorfer, Barbara Ottawa, Robert Winter

Firmenindex

Austrian Mobile Power B&C Privatstiftung BDO Austria

86

LBBW Asset Management

46

92

Lease Plan Österreich

82

62, 64

Lenzing AG

78

Liste Pilz

90

BKS Bank AG

34, 36, 54, 63

BMW Austria

86

Lyxor 37

BNP Paribas Investment Partners

37

Matejka & Partner

28 35

Bundesministerium für Nachhaltigkeit & Tourismus 19

Metis Invest

Bundesumweltamt 25

Neos 90

Bundesverband Nachhaltige Mobilität

83

Nordea Bank

31

Buwog AG

63

Oesterreichische Post AG

82

CA Immobilien Anlagen AG

63

Ögut 81

Climate Change Center Austria

26

Ökoworld 46

Credit Suisse

37

Österreichische Hagelversicherung

18, 56

Crowd4Climate 48

ÖVP 88

Degroof Petercam

61

OMV AG

72

Deloitte Österreich

64

Porr AG

60

Deutsche Bank AG

46

PWC Österreich

Deutsche Energie Agentur Dena

18

Raiffeisen Capital Management

Donau Versicherung AG

56

Raiffeisen Centrobank AG

Eidgenössische Technische Hochschule

17

Raiffeisenbank Bausparkasse

Erste Asset Management

25

Respact

72, 93

Erste Group Bank AG

60

RFU

34, 49

ETF Securities

46

Rhomberg Holding

73

Europäische Investitionsbank

34

Schönherr Rechtsanwälte

64

EVN AG

73, 79

Fachhochschule Management Center Innsbruck

54 60

Schroders 30 Smatrics 83

26, 49, 56

SPÖ 89

Finanzmarktaufsicht 25

Swimsol 77

Flughafen Wien AG

Swisscanto Asset Management

FNG

64

26

23, 58

Telekom Austria Group AG

73

FPÖ 89

Tiroler Wirtschaftskammer

84

Genossenschaft für Gemeinwohl

UBM Development AG

72

Greenpeace

54 26, 87

Unicredit Bank Austria AG

62, 74

Green Rocket

48

Universität Innsbruck

Hotel Retter

78

Uniqa Insurance Group AG

57

Hypo NOE Landesbank AG

74

Valida Plus AG

98 49

Hypo Vorarlberg Bank AG

34, 36, 54, 96

VBV Pensionskasse AG

Ikea Österreich

79

VBV Vorsorgekasse AG

Immofinanz AG

60

Verbund AG

84

Wayne Geschäftsführer: Michael Berl, Dominik Hojas Produktion: Grafik: Martin Jandrisevits, Titanweiß Werbe­ agentur GmbH; Fotos: Dieter Brasch, Barbara Ster, von Unternehmen beigestellt; Illustration: Jelio-Anton Stefanov; Lektor: Armin Baumgartner; Kursdaten: TeleTrader Software GmbH, Schlusskurse vom 26. 04. 2018, keine Gewähr für die Richtigkeit der Daten; aus Gründen der Text­ökonomie verzichten wir auf geschlechts­ spezifische Formulierungen. Druckerei/Nachhaltigkeit: Das Magazin wurde nach Richtlinien des Österreichischen Umweltzeichens bei der Druckerei Ferdinand Berger und Söhne GmbH (10.000 Stück) auf nachhaltigem Papier (Umschlag: Graufeinkarton 350 g, Kern: Furiso 100 g) gedruckt.

49

Verkehrsclub Österreich

Josef Manner & Comp. AG

61

Voestalpine AG

81

Kepler Fonds KAG

31

Wiener Börse AG

63

34, 37

Wirtschaftsuniversität Wien

18

46

Zentrum für Nachhaltigkeit

72

La Francaise

Verlag/Medieninhaber: Wayne Financial Media GmbH (FN: 399197 f, HG Wien), Bösendorferstraße 4 / 25, A-1010 Wien, Telefon: +43 (0) 1 920 523 4, Fax: +43 (0) 1 954 4332, E-Mail: office@waynemedia.at, Web: www.waynemedia.at

34, 60, 81

iShares 37

Kreditanstalt für Wiederaufbau

Anzeigenverkauf: Michael Berl (Leitung), m.berl@derboersianer.com; Miriam Haider, m.haider@derboersianer.com; e ­s gilt die Anzeigenpreisliste 2018!

62 25, 37

85

Fair Finance AG

Leserbeirat: Heike Arbter, Peter Bartos, Mathias Bauer, Edi Berger, Stefan Böck, Stefan Brezovich, Diana Klein, Bernhard Grabmayr, Fritz Mostböck, Wilhelm Rasinger

86

97

Das Österreichische Umweltzeichen für Druckerzeugnisse, UZ 24, UW 686 Ferdinand Berger & Söhne GmbH.

Unbenannt-1 1

07.07.2009 13:28:58


Seitenblicke Porträt

Leserpost redaktion@ derboersianer.com

Zehn Fragen an Beate Wolf Vita Beate Wolf Vorstand Valida Plus AG

Die begeisterte Outdoorsportlerin Beate Wolf ist seit 2018 einziger weiblicher Vorstand einer österreichischen Vorsorgekasse. Dorthin gebracht haben sie laut eigenen Angaben Leidenschaft, Ehrgeiz und Flexibilität. Neben ihrer Karriere gelang es der zweifachen Mutter, sowohl ein berufsbegleitendes Studium als auch das Familien­ leben unter einen Hut zu bringen.

1. Welche Eigenschaften haben Sie dorthin gebracht, wo Sie heute

liebsten mit? – Meiner Familie, in den Bergen, am Fahrrad, am

stehen? – Leidenschaft, Ehrgeiz und Flexibilität.

Tennisplatz, mit Freunden!

2. Welchen Beruf würden Sie ausüben, wenn Sie nicht in der 6. Bei welchem Investment haben Sie sich so richtig verzockt? – Finanzbranche tätig wären? – Hotelmanagerin auf einer Insel in der Südsee oder Hüttenwirtin!

3. Von welchen Quellen beziehen Sie Ihre Fachinformationen? – Fachliche Plattformen für Vorsorgekassen in Österreich und

Ein Vintagemantel, den ich noch nie getragen habe!

7. Um CSR-Aktivitäten bei Unternehmen zu fördern, braucht es? – Offene Augen und Umsetzungsstärke.

Wirtschaftsmedien wie das „Handelsblatt“, und natürlich

8. Was assoziieren Sie mit Gordon Gekko und dem Film „Wall

auch der Börsianer.

Street“? – „There is no free lunch.“

4. Auf diese Applikation kann ich im Alltag nicht verzichten? – 9. Dieser Investor ist für mich eine Legende? – Warren Buffett! Whatsapp!

5. Wenn ich nicht gerade arbeite, verbringe ich meine Zeit am

10. Champagner und Austern oder „a Eitrige und a 16er-Blech“? – Beides sehr gern, allerdings nicht gleichzeitig!

Termin jetzt vormerken! www.boersianer-messe.com

Trend-Kongress nachhaltigkeit am 19. September 2018 um 16.00 UHR Hofburg Wien

98 Die nächste Ausgabe erscheint um den 9. Juli 2018. Bis dahin täglich: derboersianer.com


Rahofer. PALFINGER AG · 5101 Bergheim, Österreich · E-Mail d.werdecker@palfinger.com

WIR MÖCHTEN DER NACHWELT MÖGLICHST VIEL UND MÖGLICHST WENIG HINTERLASSEN.

Unser Anspruch ist es, wirtschaftlichen Erfolg ökologisch möglichst spurlos zu erreichen. Deshalb verfolgen wir schon seit Jahren ein umfassendes Nachhaltigkeitsprogramm, das uns täglich motiviert die richtigen Maßnahmen zu setzen. Als verantwortungsbewusster Arbeitgeber, mit öko-effizient nachhaltigen Produkten und fairem Wirtschaften. Mehr auf www.palfinger.ag/de/nachhaltigkeit

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Börsianer 26. Ausgabe, Edition grün  

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