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3. September 2009 touring 15 www.touring.ch AZA 1214 Vernier

Die Zeitung für den mobilen Menschen

4쎹4 Spezial

Kompakte SUVs liegen im Trend

20–41

Tankstellenshops

Rote Köpfe wegen Öffnungszeiten 4 TCS Aus- und Weiterbildung

Jährlich über 3000 Kurse für jedes Niveau 54 Wettbewerb: Wellness-Weekend am Langensee Kritisch hinterfragt Prof. Weidmann (ETH) zur Verkehrsfinanzierung 9

China on the Road Mit dem Geländewagen das Reich der Mitte entdecken 42

61 Vorteile dank TCS Kultur und Vergnügung günstiger geniessen 57


3. September 2009 | touring 15 | Editorial und Inhalt

Denn sie wissen nicht, dass sie andere gefährden

42 China einmal anders

Der Volvo XC60, ein edler Mix von Geländewagen und Kombi, besticht durch seinen Komfort, gute Fahrleistungen und viel Sicherheit.

Es braucht ein bisschen Abenteuerlust, um den Süden Chinas per Fahrzeug zu entdecken. Belohnt wird man mit unbekannten Landschaften.

Fokus 4 Tankstellenshops: Bestrebungen sind im Gange, 24 Stunden offen zu halten.

Mensch und Mobilität 9 Verkehrsfinanzierung: ETH-Professor Ulrich Weidmann differenziert. 12 Kult-Modelleisenbahn: Märklin geht es schlecht. Besuch am Krankenlager.

Test und Technik 20 SUVs im Trend: Dank kleineren Dimensionen steigen die Verkaufszahlen. 24 David gegen Goliath: Der Toyota Urban Cruiser im Vergleich mit dem Infiniti EX37.

Freizeit und Reisen 48 Für Abenteurer: Auf der Grimsel lockt die steilste Standseilbahn der Welt. 49 Bonjour Greyerzerland: Hier gilt es, die Route des Käses zu entdecken.

Club und Mitglied 54 Diego Tomasini: Der Chef der Aus- und Weiterbildung des TCS in der Zange. 57 Rabatt für Mitglieder: Dank dem TCS günstiger in attraktive Freizeit-Stätten. 13 59 61 62

Ratgeber Verkehr TCS-Adressen, Standpunkt: Niklaus Lundsgaard-Hansen, Zentralpräsident TCS Leserbriefe, Wettbewerb, Impressum Nachgefragt: Kurt Schär, Geschäftsführer der Elektrovelomarke Flyer

Mathias Wyssenbach

Szene 1: Stau in einer Innenstadt mit stehender Kolonne, die Autos halten vor einem Fussgängerstreifen an, Passanten sind daran, den Zebrastreifen zu überqueren, als ein Motorradlenker die stehende Kolonne links überholt und nur mit Mühe einen Zusammenstoss mit den Fussgängern vermeiden kann. Zur Erinnerung: Motorräder dürfen stehende Kolonnen weder links noch rechts überholen, sondern sollten sich in der Kolonne einordnen. Szene 2: Stau vor einem Kreisel in der Stadt, ein paar Velofahrer können nicht rechts überholen, verlieren die Geduld und weichen auf das Trottoir aus. Fatal ist nur, dass sich just bei der Kreiselausfahrt, wo mehrere Autos abbiegen, direkt vom Trottoir auf die Strasse fahren, was beinahe zu einer Massenkarambolage geführt hätte, weil der abbiegende Autolenker brüsk bremsen musste, um eine Kollision mit den Velofahrern zu vermeiden. Solche und noch haarsträubendere Szenen trefffen alle Verkehrsteilnehmer täglich zuhauf an. Leider reichen klare Verkehrsregeln, Sicherheitstrainings und Kurse nicht aus, solche gefährliche Situationen zu unterbinden. Viele sind sich offenbar nicht bewusst, was für Gefahren sie mit ihrem unbedachten Verhalten provozieren. Nebst den klaren Regeln brauchts eben auch noch eine Portion Vernunft und Rücksichtsnahme. Felix Maurhofer, Chefredaktor

28 Der etwas andere Schwede

Zweiphasen-Ausbildung des TCS ist A-klassig Titelbild Fotograf: Raphael Forster (7Pictures)

Die Test & Training TCS AG hat 20 Mercedes der A-Klasse erhalten. Damit üben auch die Absolventen der Zweiphasenausbildung. Unser Bild zeigt den Chef der Aus- und Weiterbildung TCS, Diego Tomasini (rechts) und Marcel Guerry, Mercedes Schweiz.

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Fokus | touring 15 | 3. September 2009

Gezänke um die Tankstellenshops In der Schweiz gibts 3600 Tankstellen, 1300 mit Shops. Weil einige davon an Hauptverkehrsachsen nicht mehr rund um die Uhr das ganze Sortiment sollen anbieten dürfen, regt sich Widerstand.

Tankstellen werden dank ihren Shops immer mehr zum Anziehungspunkt für Einkäufe ausserhalb der gängigen Ladenöffnungszeiten; wie lange, wird diskutiert.


3. September 2009 | touring 15 | Fokus

› Das

Einkaufsverhalten hat sich in den letzten Jahren markant geändert. Immer mehr decken sich Konsumentinnen und Konsumenten in Randzeiten und an Wochenenden mit Gütern des täglichen Bedarfs ein. Nebst grossen Bahnhöfen und Flughäfen sowie Autobahnraststätten sind es vorab die Tankstellenshops, welche oft aus der Patsche helfen: Seis ein Brot, ein Fertiggericht, ein Getränk oder gar ein Sack Holzkohle – mit dem Auto oder zu Fuss ist der nächste Shop meist im Nu erreichbar. Doch gemäss eidgenössischer Tradition gibts bei Öffnungszeiten, Sortiment und in der Praxis punkto Alkohol enorme Unterschiede: Tendenziell sind solche Shops so zwischen 6 und 22 Uhr geöffnet, wobei je nachdem auch die Gemeinden und der Kanton zuständig sind. Im Freiburgischen etwa ist der Verkauf von Alkoholikas verboten, im Nachbarkanton Bern dagegen kann man sich ab 18 Jahren mit harten Wassern eindecken (gilt nicht für Autobahnshops).

Spezialfall | Vorab im Raum Zürich/Winterthur gibts noch einen anderen Spezialfall, der für rote Köpfe sorgt und mit dem sich nun gar das Bundesverwaltungsgericht beschäftigt: Zahlreiche städtische Tankstellenshops an Hauptverkehrswegen mit starkem Reiseverkehr sind seit Jahren gar 24 Stunden geöffnet und bieten das ganze Sortiment an. Das soll plötzlich nicht mehr möglich sein: Gemäss eidgenössischem Arbeitsgesetz ist dies laut Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) zwischen 1 und 5 Uhr morgens nicht rechtens, da in dieser Zeit kein Personal für den Verkauf von Lebensmitteln angestellt werden darf.

Nebst Treibstoff können aber die Tankstellenshops rund um die Uhr Kaffee und Snacks verkaufen, wie Antje Baertschi vom Seco dem «Touring» erklärte. Der restriktive Entscheid wurde angefochten und ist beim Bundesverwaltungsgericht hängig; aufgrund eines Zwischenentscheids bleiben besagte Shops noch uneingeschränkt offen.

Bewegung ausgelöst | Die Diskussion um die primär zürcherischen Tankstellenshops beziehungsweise deren Sortiment und Öffnungszeiten kam Tankstellenbetreibern und Politikern gerade recht: Unter der Schirmherrschaft der Interessengemeinschaft (IG) Freiheit wurde eine Unterschriftensammlung für eine Petition «24 Stunden Lebensqualität – Ja zu offenen TankstellenShops» lanciert. Danach sollen diese auch weiterhin 24 Stunden geöffnet sein können, wo ein besonderes Bedürfnis besteht. Der Bundesrat solle darauf hinwirken, dass der entsprechende Entscheid des Seco rückgängig gemacht wird. Die IG ist ein überparteilicher Zusammenschluss «von Persönlichkeiten, die sich für die Freiheitsrechte der Bürgerinnen und Bürger und gegen den Erlass unnötiger staatlicher Regulierungen einsetzen». Dazu gehört besagtes Korsett für Tankstellenshops: Im Nu kamen – auch via Facebook – 26 000 Unterschriften zustande. Nationalrat Peter Spuhler, Präsident der IG Freiheit, verlangt auch für die Tankstellen-Shops «grösstmöglichen unternehmerischen Freiraum: «Wie wollen die Bundesbeamten beurteilen, ob ein Bedürfnis besteht oder nicht? Dies müssen die Fortsetzung auf Seite 7

Tankstellenshops kurbeln Umsatz an

Bilder Raphael Forster (7Pictures)

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Die Anzahl Tankstellen hat laut Erdölvereinigung per 1. Januar 2009 mit 3637 gegenüber dem Vorjahr leicht abgenommen, aber die Anzahl der Tankstellen mit Shop nahm um 2,2% auf 1301 zu. Damit kann die Kundschaft an mehr als jeder dritten Tankstelle kleinere Einkäufe tätigen. Dies wirkt sich auch auf den Treibstoffverkauf aus: Rund 70% des gesamten Benzin- und Dieselabsatzes wurde an Tankstellen mit Shop erzielt. Auch der Trend hin zu grösseren Ladenflächen setzte sich fort: So verfügten 70,3% (Vorjahr: 68,2%) der Shops über Flächen von mehr als 50 m2. Im Mittel wurden an Shoptankstellen mit Ladenflächen über 50 m2 durchschnittlich rund 72,3% mehr Treibstoff abgesetzt als bei solchen mit kleinerer Fläche. Bei den Betreibern von Tankstellenshops gibts Bewegung: Coop hat mit seinen 164 Pronto-Shops die Nase vorn, verzeichnet eine zweistellige Umsatzsteigerung und expandiert weiter. BP macht Schritt für Schritt seine 170 Shops mit «Wild Bean Cafés» attraktiver. Migrol, welche sich von Valora/avec trennte, lancierte 2008 «Migrolino» und ist damit bereits an 84 Tankstellen vom neuen Partner Shell präsent. hwm


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Fortsetzung von Seite 5

Unternehmen selber beurteilen.» IG-Geschäftsführer Gregor Rutz, ehemaliger Generalsekretär der SVP Schweiz, weist darauf hin, dass es nicht bei der Bittschrift bleibt: Nationalrat Christian Lüscher (Liberale, GE) hat namens der IG eine Parlamentarische Initiative zur Änderung des Arbeitsgesetzes eingereicht. Danach soll eine Spezialregelung für Tankstellenshops an Autobahnen und an Hauptverkehrsachsen geschaffen werden, wonach Angestellte auch sonntags und nachts beschäftigt werden können. Die Branche unterstützt mehrheitlich dieses Ansinnen, allen voran Rolf Hartl, Geschäftsführer der Erdöl-Vereinigung. Aber keine Regel ohne Ausnahme: Simon Jossi von der Migrol: «Von Einzelfällen abgesehen lohnt sich ein Betrieb rund um die Uhr nicht, weshalb unsere Tankstellenshops Migrolino nur bis 22 Uhr geöffnet sind.» Balsam auf die Wunden der Gewerkschaften, die gegen Öffnungszeiten rund Heinz W. Müller um die Uhr Sturm laufen.

Kommentar Heinz W. Müller

Was meinen Sie zur Thematik? Schreiben Sie kurz und bündig an touring@tcs.ch, Redaktion «Touring», Maulbeerstrasse 10, 3001 Bern. Online-Umfrage: www.touring.ch

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In grösseren Tankstellenshops ist das Sortiment riesig und die Kundschaft langt trotz nicht selten höheren Preisen zünftig zu.

Die Diskussion um die Offenhaltung von Tankstellenshops erinnert an eine seit Jahrzehnten andauernde politischgesellschaftliche Auseinandersetzung: Beim Thema Ladenöffnungszeiten scheiden sich die Geister: Da der Ruf nach Liberalisierung und gegen staatliche Bevormundung, dort der scheinbare Kampf für die Arbeitnehmer, damit diese am Sonntag und in der Nacht nicht oder nur beschränkt arbeiten dürfen. Eines ist sicher: Die Einkaufsgewohnheiten ändern sich und wenn einige (Tankstellen-)Shops rund um die Uhr offen halten dürfen, bedeutet dies kaum den Weltuntergang, zumal es durchaus Personal gibt, das gerne in Randzeiten arbeitet. Viel wichtiger ist, dass sich in solchen Kleinläden vorab jüngere Semester nicht mit Wassern für Saufgelage eindecken können und Shops nur dort geöffnet bleiben dürfen, wo sie Quartierbewohner nicht stören.


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Folgekosten im Auge behalten ETH-Professor Ulrich Weidmann kommt zwar von der Bahnseite her, bei der Diskussion über die Finanzierung der Verkehrsträger nimmt er aber eine differenzierte Haltung ein.

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Wie beurteilen Sie die aktuelle Verkehrsplanung beim öffentlichen und privaten Verkehr?

Ulrich Weidmann: Gegenüber früher ist das Denken integrierter und pragmatischer geworden. Das Bewusstsein für die Folgen der Mobilität – negative und positive! – ist gewachsen und beeinflusst das Handeln. Täuscht der Eindruck, dass seit geraumer Zeit vorwiegend in den öffentlichen Verkehr investiert wird?

Er täuscht: Der öffentliche Verkehr erhält zwar seit Bahn 2000 und AlpTransit klar mehr Mittel als früher, insbesondere vom Bund, und er realisiert gegenwärtig die prominenteren Bauwerke. In der Summe ist es aber sicher nicht mehr als bei der Strasse, denn die Investitionsbeiträge von Kantonen

und Gemeinden sind weniger bedeutend. Zudem wird mit den aktuellen Projekten ein grosser Investitionsrückstau aus den Fünfziger- bis Achzigerjahren abgetragen. Schliesslich sind die Neat-Investitionen auch stark europapolitisch motiviert. Halten Sie einen weiteren Ausbau des öffentlichen Verkehrs für gerechtfertigt?

Dort, wo der öffentliche Verkehr seine klaren Stärken hat, ist ein Weiterausbau auch längerfristig gerechtfertigt. Dies gilt vor allem für die schnellen Städteverbindungen, den Agglomerationsverkehr oder den Güterverkehr über mittlere und lange Distanzen. Gleichzeitig müssen wir uns aber auch die Folgekosten aus diesen Ausbauten vergegenwärtigen und uns fragen, was wir uns leisten können und wollen. Kurz: Weiterausbau ja, aber nicht grenzenlos.

Zur Person

Wie stehen Sie zum heutigen Finanzierungsmodus des öffentlichen Verkehrs?

Prof. Ulrich Weidmann (46), dipl. Bauingenieur ETH/SIA, leitet an der ETH Zürich das Institut für Verkehrsplanung und Transportsysteme. Ordnungsrahmen und Verkehrspolitik, Innovationsmanagement und Technische Normierung sind seine Schwerpunkte. Das Interesse gilt auch der Finanzierung des öffentlichen Verkehrs. Weidmann arbeitete zuvor zehn Jahre bei den SBB.

Der öffentliche Verkehr erbringt Leistungen für den Verkehrsmarkt, aber auch für die Grundversorgung des Landes. Die Finanzierung ist daher auch weiterhin eine Verbundaufgabe von Kunden, Bund, Kantonen und Gemeinden. Die Finanzierungsmechanismen sind jedoch unübersichtlich geworden und sind dringend zu reformieren. Einfachheit und Transparenz sind gefragt, historische Gegebenheiten sind zu eliminieren.

Was halten Sie von der Idee, dass sich auch die Benützer des öffentlichen Verkehrs an dessen Finanzierung beteiligen sollen?

Die Fahrgäste bezahlen ja heute schon für Ihre Leistungen, und nicht wenig! Ich bin allerdings der Meinung, dass zur raschen Behebung der Engpässe auf dem Schienennetz ein zusätzlicher Beitrag im Umfang von etwa 1 Rappen pro zurückgelegtem Kilometer oder etwa 6% angebracht wären.

«Weiterausbau des öffentlichen Verkehrs ja, aber nicht grenzenlos.» Zusammen mit einer ähnlichen Massnahme beim Güterverkehr würde dies rasch über 200 Mio. Fr. einbringen. Wo sehen Sie wirklichen Bedarf für einen Ausbau auf dem Strassennetz?

Das ist letztlich eine Frage der politischen Prioritätensetzung. Der dringendste Bedarf scheint mir aber bei den Umfahrungen der grossen Städte gegeben zu sein. Halten Sie den Bau der zweiten Gotthardstrassenröhre für notwendig, nicht zuletzt im Hinblick auf die geplante Totalsanierung?

Ich sehe diese Frage undogmatisch: Sollte sich diese als zweckmässigste Sanierungsvariante erweisen, so ist sie zu wählen. Um den Alpenschutzartikel nicht zu verletzen, wären beide Röhren nach Abschluss der Bauarbeiten nur einstreifig zu betreiben. Momentan befinden sich in der Strassenkasse rund 2,7 Mrd. Fr. Wäre es nicht sinnvoll, angesichts dieses Bodensatzes die Sanierung von neuralgischen Stellen auf dem Autobahnnetz zu forcieren?

Auch diese Frage muss ich der Politik zurückspielen, denn es ist letztlich kein fachlicher Entscheid. Nur soviel: Die Behebung der neuralgischen Stellen wird dazu führen, dass andere Stellen zu neuen Engpässen werden. Wir müssen damit leben lernen, dass es auf unseren Verkehrsnetzen immer irgendwo kritische Abschnitte Interview: Raoul Studer gibt. Keystone

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Investitionen in den öffentlichen Verkehr sind das eine, die Konsequenzen das andere.

Schluss der Serie zur Verkehrsfinanzierung. Siehe auch Standpunkt von Zentralpräsident Niklaus Lundsgaard-Hansen auf Seite 59.


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Mensch und Mobilität | touring 15 | 3. September 2009

«Papa Märklin», der ehemalige Firmensprecher Roland Gaugele, mit einer prestigeträchtigen Krokodillokomotive von Märklin.

Das grosse Zittern um Märklin Zuerst stellte die Firma Märklin Puppenküchen her. 150 Jahre später ist sie der Inbegriff des Glücks für jeden Modelleisenbahner. Doch das Traditionsunternehmen ist pleite. Ein Besuch am Krankenbett in Göppingen (D).

› Es war die Langeweile, die mich an regnerischen Sonntagen in den Dachstock unseres Hauses trieb. Zu Vater und Bruder, die sich dort, inmitten von Transformern und Weichenkästchen eingerichtet hatten und eine Sprache sprachen, die das kleine Mädchen nicht verstand. «Die Ae 6/6 kannst du nicht aufs 2 reinlassen, dort habe ich schon die Re 4/4.» Doch ich brauchte nicht zu verstehen. Ich sah nur etwas. Diese kleine Welt bewaldeter Hügel, glitzernder Bergseen und schmucker Häuser. Was die Menschen hier wohl machten, wenn sie nicht gerade Zug fuhren? Zack, da ging das Deckenlicht an. Vorbei die Phantasterei, vorbei auch die Männerspielstunde. «Schluss für heute», sagte Vater, die Züge wurden ins Depot befördert und die Lämpchen der kleinen Welt im Massstab 1:87 gelöscht. Und jetzt, Jahrzehnte später, das: «Mit Beschluss des Amtsgerichts Göppingen ist heute, 4.2.2009, über das Vermögen der Gebr. Märklin & Cie. GmbH die vorläufige

Insolvenzverwaltung angeordnet worden.» Das Telefon bei der Firma Märklin läutet lange. Die Stimme, die sich endlich meldet, verweist an die Pressebeauftragte des Insolvenzverwalters. Diese schreibt per EMail: «Bitte haben Sie Verständnis, dass wir derzeit keine Journalisten empfangen. Das Unternehmen befindet sich in einer schwierigen Lage, da knapp 400 Kündigungen ausgesprochen wurden. Was wir anbieten können: eine geführte Besichtigung des Märklin-Museums in Göppingen.» Wir nehmen an.

Auf Spurensuche | «Märklin?» ruft der Hotelier und schüttelt seine Hand, als hätte er sie verbrannt. «Schlecht! Keine Löhne im Januar, dafür eine Menge Entlassungen.» Später beim Fabrikgebäude finden wir die Pforte geschlossen. Ab und zu verlassen ein paar Mitarbeiter das Gebäude. Rund 500 sind hier noch beschäftigt, vor 40 Jahren waren es 2200. Einer überquert die Strasse

und geht zur Bushaltestelle. «Alles ist gut», sagt er, ein Türke. Er habe Angst gehabt, seine Stelle zu verlieren. Doch es habe ihn nicht getroffen. «Aber du weisst nie, was morgen ist.» Es war 1859, als Theodor Friedrich Wilhelm Märklin das Unternehmen gründete. Zuerst wurde Zubehör für Puppenküchen fabriziert. 1888 übernahmen Märklins Söhne als «Gebrüder Märklin» die Firma. Drei Jahre später stellte Märklin das erste Bahnmodell vor, eine Lokomotive mit Uhrwerkantrieb. In der Folge gelang es der Firma, die Gleissysteme zu vereinheitlichen, so dass sich einzelne Teile verschiedener Modellbahnen kombinieren liessen. Das Angebot wuchs, Dampfmaschinen kamen hinzu, Autos, Flugzeuge, Metallbaukästen und 1926 die elektrische Modellbahn mit 20 V Wechselstrom. Mitte der 30er Jahre präsentierte Märklin eine Tischeisenbahn mit der Spurweite 00 – heute H0 – im Massstab 1:87. Die Absatzzahlen stiegen, die Fir-


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ma wurde weltweit zum grössten Anbieter der Modelleisenbahnbranche. 1972 kam die kleinste Spur Z hinzu, 1984 die digitale Mehrzugsteuerung, 1997 die Firma Trix aus Nürnberg. Dann ging es bergab. Die Umsätze sanken, nicht zuletzt, weil der Computer in den Kinderzimmern Einzug hielt, und die Firma wurde 2006 von den Familiengesellschaftern verkauft. Der britische Finanzinvestor Kingsbridge Capital übernahm, doch die Manager gaben sich die Klinke in die Hand und drei Jahre später kam das Aus.

Papa Märklin | Eine wichtige Auskunfts-

Regula Tanner

Die Angst vor dem Verkauf nach China Hag, Roco, Fleischmann und Bemo sind andere bekannte Modellbahnfirmen; sie sind nicht Pleite, aber das Schicksal von Märklin ist für sie letztlich ebenfalls wegweisend. Täglich werde er gefragt, wie es mit Märklin weitergehe, sagt Richard Steckler, Inhaber eines Berner Modellbahngeschäfts. Einige Kunden hätten aus Angst vor dem drohenden Ende Hamsterkäufe getätigt. Doch Steckler ist überzeugt, dass es weitergeht. Die Frage ist nur wie. Seine grösste Befürchtung: «Dass die Firma nach China verkauft wird.» rt

Bilder Hansueli Trachsel

person ist Roland Gaugele, während 25 Jahren Pressesprecher. Er wurde entlassen. Er habe kaum Zeit, sagt dieser am Telefon, seither werde er von Anrufen überhäuft. Am Abend werde er vom Klub der «Privaten Modellbahner in Nattheim» zum Ehrenmitglied ernannt, als Ausdruck von Solidarität. «Wenn Sie möchten, dürfen Sie mich begleiten.» Im Dachstock des alten Schulhauses erwartet uns eine Handvoll Männer, allen voran ihr «Kopf», Fritz Giemulla. Bald hebt dieser zur Rede an, greift zu einer Urkunde: «Hiermit ernennen wir Herrn Roland Gaugele zu unserem 1. Ehrenmitglied.» «Für die Modellbahn braucht es genau vier Dinge», sagt einer der Freunde später. «Zeit, Geld, Platz und eine verständnisvolle Frau.» Schallendes Gelächter. Eine Entspannung sei das Spielen, sagen die Männer, eine Erfüllung das Bauen. «Deshalb darf eine Modellbahn nie fertig sein.» Am nächsten Morgen werden wir im Märklin-Museum begrüsst. Es ist kurz vor zehn Uhr, ein Mitarbeiter beginnt, die Züge der angrenzenden «Erlebniswelt» zu starten. Das Gedränge im Museum ist gross, und wenn man dem bunten Treiben zuschaut,

lässt einen nichts an Märklins Schwierigkeiten denken. Und auch der Tenor der Besucher ist eindeutig: «Natürlich geht es weiter!», antworten die Gefragten, und einer sagt: «So etwas Schönes kann doch gar nicht zu Ende sein.» Und wie sehen es die Insolvenzverwalter? Auch da ist man zuversichtlich. «Das Unternehmen wird weitergeführt und verkauft.» Nach einer ersten Runde gibts noch fünf Interessenten. «Wir suchen einen Käufer mit Herzblut. Zudem erwarten wir, dass er in der Lage ist, mindestens 100 Mio. Euro aufzubringen und langfristig dabei zu bleiben.» Ginge es nur um das Herzblut, dann hätte bestimmt einer schon das Rennen gemacht: Der kleine Knabe, der sich letzthin bei Märklin meldete. Er bot sein gesamtes Taschengeld, um die Firma zu retten.

Der Schweizer Markt war für Märklin immer sehr wichtig, weshalb das nun gefährdete Unternehmen auch immer wieder Schweizer Loks, hier die RE 460 (rot), herstellte.

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Ratgeber Verkehr Urs-Peter Inderbitzin

Kein höheres Schmerzensgeld für Raser-Opfer In den letzten Jahren gab es immer wieder schwerste Unfälle, weil unverbesserliche Raser unter Missachtung von Verkehrsregeln Rennen auf öffentlichen Strassen durchführten. Ein krasses Beispiel solchen Verhaltens war das spontane Rennen zweier Kosovaren im Alter von 18 und 22 Jahren, die vor vier Jahren innerorts auf der Wallisellerstrasse in Kloten mit mehr als 100 km/h an mehreren Fussgängerstreifen vorbeirasten. Auf einer Kreuzung geschah dann der Horror-Unfall. Der 18-jährige Kosovoalbaner konnte am Rotlicht nicht mehr anhalten und raste mit mindestens 105 km/h in einen korrekt fahrenden Personenwagen. Ein damals 34-jähriger Mitfahrer des gerammten Fahrzeuges erlitt beim Unfall schwere Hirn- und Halsverletzungen und kann heute nur noch stark reduziert arbeiten. Weil seine Halswirbelsäule verschraubt werden musste, ist er in seiner Beweglichkeit stark eingeschränkt. Die Zürcher Justiz sprach dem Unfallopfer ein Schmerzensgeld von 100 000 Fr. zu. Für das schwer angeschlagene Unfallopfer war dies inakzeptabel. Umgerechnet und unter Berücksichtigung seiner Lebenserwartung seien das gerade mal 6 Fr. am Tag, rechnete er dem Bundesgericht vor. Angesichts seiner Schmerzen und seiner massiv verschlechterten Lebensqualität und dem schweren Verschulden des Rasers forderte er ein Schmerzensgeld von 50 Fr. pro Tag bzw. 1500 Fr. im Monat. Das Bundesgericht schützte jedoch das Urteil der Zürcher Justiz. Eine Summe von 100 000 Fr. entspreche dem Betrag, der in vergleichbaren Fällen bisher zugesprochen worden sei. Wollte man auf die Forderung des Unfallopfers eingehen, müssten künftig in solchen Fällen Schmerzensgelder zwischen 300 000 und 500 000 Fr. ausbezahlt werden. Für eine radikale Änderung der Rechtsprechung waren die Bundesrichter nicht zu haben.

Der Autor ist Jurist und Bundesgerichtskorrespondent.


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Alternativ-Autos sind Nischenprodukte Motor bestimmt die umweltrelevanten CO2Emissionen. Die Offroader-Verbotsinitiative betreffe daher nicht nur die effektiv grossen Offroader, sondern auch Kleinwagen mit starker Motorisierung. Für Konsumenten sei der umweltbewusste Autokauf deshalb so schwierig, weil es vom selben Automodell Motoren mit Energieeffizienz A (sparsam) bis G (wenig sparsam) gebe.

Die konventionell betriebenen Autos sind heute so effizient, dass speziell auch die Elektroautos erst viel später als angenommen den grossen Durchbruch schaffen werden. Diesen Standpunkt vertrat zumindest Umweltexperte Peter de Haan.

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zvg

An einer Veranstaltung des Auto Gewerbe Verbands Schweiz (AGVS) warnte ETH-Dozent Peter de Haan vor allzugrosser Euphorie bezüglich der Verbreitung von Elektroautos: «Abgesehen von einigen Nischenanwendungen für sogenannte alternative Antriebe werden es Verbrennungsmotoren mit Benzin und Diesel sein, mit denen wir in 20 bis 30 Jahren fahren», zitierte er Reinhard Kolke vom Umweltbundesamt Berlin. Laut de Haan sind die traditionell angetriebenen Personenwagen «enorm effizient geworden». Der Neuwagenkauf sei deshalb die wichtigste Umweltentscheidung eines Haushalts. Bis 2030 werden 60% der Öleinsparungen via effizientere Fahrzeuge erzielt. Was laut Peter de Haan viele nicht wissen: Nicht die Autogrösse, sondern der

Die elektrisch angetriebenen Autos werden die Strassen noch lange nicht dominieren.

Umwelt als Anliegen | Die 4000 im AGVS organisierten Mitglieder mit 31 000 Mitarbeitenden sind laut Verbandspräsident Urs Wernli bei dieser Thematik immer mehr «à jour»: Im Rahmen der Kampagne «Garage und Umwelt» sind sie sensibilisiert worden und Käufer werden von den Garagisten auch entsprechend beraten. Reissenden Absatz fand der AGVS-Guide mit wichtigen Umwelt-Facts rund ums Auto. Im Gang ist eine Studie, wie sich die Themen Umwelt und Energie auf die künftige Rolle der Garagen auswirken. «Damit zeigen wir, dass es uns auch ernst ist mit diesem Thema», hwm sagte AGVS-Präsident Wernli.


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Wenn es um Minuten und Sekunden geht Wer an einen Unfall gerät oder mit einer akuten Krankheit konfrontiert ist, wählt in der Schweiz die Nummer 144. In Europa muss man sich die Nummer 112 merken.

› Viele ausländische Touristen fragen immer wieder, ob denn die Nr. 112 in der Schweiz nicht gelte: «Doch, selbstverständlich», erklärt Martin Gappisch, Rettungssanitäter und seit 2005 Geschäftsführer des Interverbandes für Rettungswesen: «In der Schweiz gelangt man über die 112 zur Notrufzentrale der Polizei, die den Anrufer oder die Anruferin an die Sanitätsnotrufzentrale 144 weiterverbinden kann.» Der Nachteil: «Dadurch gehen einige Sekunden an Zeit verloren, und die Abläufe sind teilweise nicht mehr ganz so einfach, wie wenn man direkt im ersten Anlauf mit den gut geschulten Rettungsleuten von 144 verbunden ist.»

Kein Sonderfall Schweiz | Gappisch

Tödliches Blättern im Telefonbuch | Martin Gappisch weist darauf hin, dass die 144 die Telefonnummer für alle medizinischen Notfälle rund um die Uhr ist. Eine Umfrage des Schweizerischen Samariterbundes habe gezeigt, dass heute noch viele Menschen diese drei Ziffern (sie gelten seit 10 Jahren flächendeckend in der ganzen Schweiz) nicht kennen: «Viele greifen zum Telefonbuch und suchen – oft mitten in der Nacht – die Telefonnummer des Hausarztes oder des Spitals.» Jeder Zeitverlust könne einem verunfallten oder akut erkrankten Menschen das Leben kosten. Man dürfe keine falschen Hemmungen haben: «Die 144 kann immer gewählt werden, wenn man das Gefühl hat, schnell medizinische Hilfe zu benötigen und insbesondere auch, wenn man sich nicht sicher ist, ob man wirklich eine Ambulanz benötigt», sagt der Geschäftsführer des InterverKurt Venner bandes für Rettungswesen.

Keystone

gibt zu bedenken: «Würde man jetzt die 144 in der Schweiz zugunsten der zentralen europäischen Notrufnummer 112 aufgeben, so wäre das unter anderem mit hohen zusätzlichen Kosten und vielen organisatorischen Problemen verbunden.» Zudem sei die 112 keineswegs die einzige Notrufnummer in den Ländern der EU: «Lediglich in sechs der 27 Mitgliedsstaaten ist die 112 die einzige Notrufnummer.» In Frankreich, Deutschland und im Vereinigten Königreich

gelten weitere oder ganz andere national gültige Notrufnummern, wie in der Schweiz. Aber wichtig sei: «Mit der 112 kommt man immer in ganz Europa zu einer Notruforganisation.»

Eine einzige Notrufnummer würde im Notfall Unsicherheiten vermeiden helfen.

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Das den Offroadern anhaftende Image von Asphalt-Monstern bekommt Risse. Im ersten Semester belegten nämlich kompakte SUVs (Sport Utility Vehicles) und deren Oberklasse-Ableger die Top-Ten der Schweizer Zulassungen dieser Kategorie. Überdies erzeugen die kleineren Freizeit-Geländeautos, deren Aussenmasse sich besser für den Stadteinsatz eignen, Nachahmer aus dem unteren Segment. Diese bisher nur von den kleinen Daihatsu und dem Duo Fiat/Suzuki belegte Klasse erfährt mit dem Toyota Urban Cruiser (3,93 m) eine Bereicherung,

City-SUVs sind auf dem Vormarsch In der Geschichte der Geländeautos wird ein neues Kapitel eingeläutet: Angereichert durch kleine Fahrzeuge mit urbanem Charakter sind die kompakten SUVs im Aufwind.


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und ab September folgt der 4,22 m lange Skoda Yeti. Das Rezept ist in beiden Fällen das Gleiche: Es sind Alternativen für Liebhaber von Stadtautos und Mikrovans, die sich von der Masse abheben wollen und zusätzliche Traktion für Abstecher aufs Land oder auf verschneiten Strassen wünschen. Ab Ende 2010 wird auch der Nissan Qazana dieses Publikum ansprechen. Obschon sehr kompakt, fehlt es diesen Modellen nicht an Polyvalenz, wie das erstaunliche Verhältnis Aussenmasse/Platzangebot/Kofferraum beim Toyota Urban

Cruiser belegt. Ausserdem resultieren bescheidene Verbräuche (5 l/100 km im Gesamtzyklus), was zur Beruhigung der CO2Debatte beiträgt. Abgesehen davon pflegt der Skoda Yeti mit Motoren von 140 bis 170 PS auch den dynamischen Aspekt. Punkto Geländetauglichkeit sollte man eher von Allroadern sprechen, besonders beim Urban Cruiser mit seiner beschränkten Bodenfreiheit (14 cm). Bis zum Eintreffen dieser vielseitigen kleinen SUVs spielen die Fortsetzung auf Seite 22

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Bilder Raphael Forster (7Pictures), zvg

SUVs im Crashtest

Zugleich kompakt und lebendig: Für den Yeti kündigt Skoda Motoren mit 140 bis 170 PS an.

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stark von der Rezession profitierenden Kompakten die Hauptrolle. Dank ihnen hat der 4҂4-Marktanteil im ersten Semester sogar weiter zugenommen. Zu diesem Resultat tragen vor allem die guten Verkäufe der authentischen Kompakten bei. So ist der VW Tiguan (4,45 m) die Nummer 1 im SUV-Segment, aber als neuen Trend stellt man den anhaltenden Aufschwung hochwertiger Modelle fest. Dies heisst im Klartext: Besitzer grosser SUVs beginnen auf kompakte bis mittelgrosse Premium-Typen umzusteigen. Davon zeugt etwa die Einführung des BMW X1 (4,45 m) im Herbst. Statt grosse Schlitten sind nun SUVs und elegante Crossover gefragt, die dank knapperen Abmessungen fast sportliches Temperament entwickeln. Der Volvo XC60 (4,63

m), Zweiter in der SUV-Hitparade, ist einer der grossen Nutzniesser dieser Bewegung und in diesem Jahr hierzulande sogar der meistverkaufte Repräsentant der Marke.

Diesel für die Grossen | Die unter Beschuss geratenen grossen SUVs suchen ihr Heil in der Verbrauchsreduktion oder in der Umstellung auf Diesel. Letzteres hat Porsche beim Cayenne praktiziert, und Infiniti folgt im kommenden Jahr. Eine Alternative bildet der Hybridantrieb des Lexus RX 450h. Diesem Pionier werden ab 2010 weitere Modelle wie der BMW X6 (mit total 485 PS!) folgen. Eine weitere Konsequenz des Kampfs gegen das CO2 sind SUVs mit Zweiradantrieb, etwa der Volvo XC60 DRIVe, der mit 6 l/100 km auskommen soll. Auch wenn aus dem 4҂4 ein 4҂2 im SUV-Look wird, ist Marc-Olivier Herren die Ehre gerettet.

Die zwei Offroader (Kia Sorento, Skoda Yeti) und der Allrad-Pw (Subaru Legacy) haben beim jüngsten Euro NCAPCrashtest das Maximum von 5 Sternen erreicht. Dies trotz der in diesem Jahr eingeführten strengeren Kriterien. Die künftig in Prozent (Maximum ist 100%) formulierten Gesamtnoten lauten wie folgt: Yeti 78%, Sorento 76%, Legacy 73%. Erfreulich ist, dass beide SUVs Fortschritte beim Fussgängerschutz verzeichneten, auch wenn die Ergebnisse nicht das Niveau der besten Limousinen erreichen. Die übrigen Resultate. 5 Sterne erhielten: Hyundai i20 (82%), Renault Grand Scénic (79%), VW Polo 78%), Peugeot 3008 (75%) und Honda Jazz (74%). Der Citroën C3 (67%) musste sich mit 4, der Suzuki Alto (47%) mit 3 Sternen begnügen. MOH Detaillierte Ergebnisse des Crashtests findet man in den TCS-Geschäftsstellen oder unter www.tcs.ch>auto-moto>tests>autos.

Der im Herbst erwartete Kia Sorento bestand den Crashtest problemlos.

Das Kriterium ist das CO2 »

Ist das Aufkommen von SUVs mit geringerem Status ein Zeichen für einen Wandel der Mentalitäten? Jean-Luc Barbier: Grösse oder Marke verlieren als Statussymbol an Bedeutung. In Europa ist das Preis/LeistungsVerhältnis in den sechs letzten Monaten zum wichtigsten Kaufkriterium vor dem Design geworden. Dieser Trend gilt auch für die SUVs. Kompakte sind im Trend. Ja, die durchschnittliche Grösse der SUVs ist merklich geschrumpft und liegt nun bei 4,30 bis 4,40 m. Ursachen für diese Entwicklung sind die europäi-

schen Vorgaben zur CO2-Reduktion und die verstopften Grossstädte. Die heutige Verkehrsinfrastruktur kommt grossen Fahrzeugen nicht entgegen. Welche Rolle spielt das CO2? Das CO2 stellt logischerweise das Bindeglied zwischen der Grössenreduktion und dem Überleben der SUVs dar. Das SUV-Segment hat keine Zukunft, wenn wir nicht eine aggressive CO2-

«Wir müssen eine aggressive CO2Politik betreiben.»

Politik betreiben beziehungsweise die Grenzwerte nicht beinahe so streng sind wie bei den Personenwagen. Die SUVs können nicht mehr beliebig lang mit 170 g CO2 pro km herumfahren. Hängt der Erfolg der SUVs von der Variabilität ihres Innenraums ab? Überraschenderweise wird die Variabilität noch nicht besonders häufig als Kaufgrund erwähnt. Wir sind jedoch überzeugt, dass sie früher oder später zu einem entscheidenden Kriterium wird.

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Der Franzose Jean-Luc Barbier (52) ist Chef des Produktmarketings bei Skoda.


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4쎹4 Spezial | touring 15 | 3. September 2009

Musterknabe gegen Macho Wir verglichen für einmal zwei gegensätzliche 4҂4-Modelle: den kleinen City-SUV Toyota Urban Cruiser und den üppigen Infiniti EX37, einen typischen Crossover.

Wegen des von der Wirtschaftskrise angeheizten Kampfs gegen das CO2 werden die Karten bei den Freizeit-4҂4 neu gemischt. Es wird sich zeigen, ob die an den auffälligen Auftritt der grossen SUVs gewohnten Autofahrer ihre Haltung ändern. Mit 3,93 m und seinem Allerweltsdesign vollzieht der kleine Toyota Urban Cruiser als sogenannter City-SUV einen radikalen Wechsel. Den Gegenpol zu dieser ganz von Vernunft geprägten Lösung bildet der extrovertierte und sportliche Premium-Crossover Infiniti EX37, immer bereit für eine Nacht der langen Hauben. Angesichts der unterschiedlichen Kategorien ist auch das Ambiente im Innern nicht vergleichbar. Dennoch sind das Armaturenbrett und die billigen Kunststoffe beim Urban Cruiser eine Enttäuschung. Dafür überrascht dieser durch grosszügiges Raumgefühl und die Bewegungsfrei-

heit auf den hinteren Sitzen. Das leicht kitschige Interieur des Infiniti wird geprägt von Leder und hochwertigen Materialien, völlig normal für die Luxusmarke von Nissan. Zudem bieten sich die Sitze mit guter Seitenführung und das viel Feedback liefernde Fahrwerk für lange Autobahnfahrten an. Auch der geräuschvollere kleine Toyota macht dank hoher Richtungsstabilität in dieser Disziplin eine gute Figur.

Gleich grosser Kofferraum | Bei diesem Vergleich gibt es also kaum Überraschungen, … bis man sich dem Gepäckraum zuwendet. Der durch die hohe Ladekante und die stark geneigte Heckklappe beeinträchtigte Kofferraum des Infiniti fasst 340 l, verglichen mit den 305 l des rund 70 cm kürzeren Urban Cruiser. Der extrem kompakte SUV macht wirklich das Beste aus seinen geringen Aussenmassen. Der auf Exklusivi-

tät getrimmte Infiniti schert sich nicht um solche Lappalien, sondern setzt auf Sinnlichkeit. So beschleunigt der 320 PS starke V6 vehement, gleitet aber auch mühelos dahin. Der Urban Cruiser mit seinem 90PS-Diesel bewegt sich willig, aber nie souverän. Natürlich sind die sportlichen Kraftausbrüche des Crossovers aufregender, dafür wird man beim Tanken zur Kasse gebeten: 6,4 l/100 km (Werksangaben) braucht der V6-Benziner mehr als der 1.4l-Diesel. Ganz zu schweigen vom CO2-Ausstoss, nimmt doch der Toyota Urban Cruiser mit 130 g/km die Spitze unter den SUVs ein. Diese Umweltverträglichkeit bezahlt man allerdings recht teuer, besonders weil der Infiniti selbst bei einem Preis von über 70 000 Fr. attraktiv positioniert ist. Diese Bilanz zeigt die Gewissensfrage auf, die sich der Schweizer Autofahrer stellen MOH muss.

Crossover à la americaine

Toyota Urban Cruiser 1.4 D Für einen Vertreter des neuen Trends von ultrakompakten SUVs ist das Platzangebot erstaunlich gross. Trotz bescheidenem Temperament bleibt der Fahrspass nicht auf der Strecke. Vorteile: Verhältnis Platzangebot/Aussenmasse, Kofferraum und Ablagen, sicheres und recht agiles Fahrverhalten, angenehmer und sparsamer Diesel, Sicherheitsausstattung Nachteile: Respektabler Preis, sichtbare Qualität der Materialien, beim Manövrieren unhandlich, spürbares Turboloch (Autobahn).

Infiniti EX37 GT Er ist das Musterbeispiel eines luxuriösen Crossovers mittlerer Grösse. Die Europaversion überzeugt durch vehemente Kraftentfaltung und Langstreckenqualität. Das zu einem attraktiven Preis/Leistungsverhältnis. Vorteile: Auffälliges Styling, Motor mit Charakter und Temperament, sehr stabiles Fahrverhalten, kräftige Bremsen, Fahrkomfort, umfassende Ausstattung Nachteile: Kofferraumvolumen, Zugang zu den Rücksitzen, Wendekreis, träg ansprechendes Automatikgetriebe.

Technik: SUV; 5 Plätze; Länge 3,93 m; Kofferraumvolumen 305 l; 1,4 l Diesel, 90 PS, 205 Nm bei 1800/min; Allradantrieb, 6-GangGetriebe; 0 bis 100 km/h in 12,5 s Testverbrauch: 6,0 l/100 km, Reichweite 700 km Preis: Fr. 35 400.– (1.4 D-4D Linea Sol).

Technik: Crossover; 5 Plätze; Länge 4,64 m; Kofferraumvolumen 340 l; V6 3,7 l, 320 PS, 360 Nm bei 5200/min; Allradantrieb, 7Stufen-Automat; 0 bis 100 km/h in 6,4 s; Testverbrauch: 12,3 l/ 100 km, Reichweite 650 km Preis: Fr. 75 200.– (EX37 GT).

Der eher unauffällige Urban Cruiser besticht durch innere Werte.

Auffallen um jeden Preis heisst die Devise des Infiniti EX37.

Bilder 7P, mw

Der City-SUV von morgen


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4쎹4 Spezial | touring 15 | 3. September 2009

Test Audi A4 Allroad Was bringt es, einen SUV zu kaufen, denn ausser einem durchschnittlichen Platzangebot bietet ein höher gelegter Kombi mehr als ein Offroader. Zumal seine Bodenfreiheit (18 cm) es erlaubt, einen schwierig passierbaren Weg zu befahren. Auch wenn das Fahrwerk nicht verstellbar ist, passt sich das ESP ans Gelände an. Der vom A4 Kombi abgeleitete Audi Allroad behält dank verlängerter Federn einen ausgezeichneten Fahrkomfort. Und das ohne, dass es dem Fahrverhalten schadet, das sich, abgesehen von der beim getesteten 3-l-Diesel etwas schwerfälligen Vorderachse, nicht aus der Ruhe bringen lässt. Dieser Motor sorgt, unterstützt von einem spontan arbeitenden Doppelkupplungsgetriebe, für sportliche, progressive Fahrleistungen. Wie bei Audi üblich, ist die Materialanmutung perfekt, die Ausstattung hingegen kärglich. Zu diesem Preis hätten ein Tempomat und Rückfahrsensoren diesen etwas üppigen Klasse-Kombi vervollständigt. MOH Positiv: Ausgezeichneter Fahrkomfort, fehlloses Fahrverhalten, hohes Drehmoment und gute Fahrleistungen, ausgezeichnete Anmutung Negativ: Aufpreispolitik, Ausstattungsmängel, Abmessungen (Breite), Platzangebot hinten. Technik: höher gelegter Kombi; Kofferraum: 490 l; 3-l-V6-Diesel, 240 PS, 500 Nm bei 1500/min; permanenter Allradantrieb, 7Gang-Doppelkupplungsgetriebe; 0–100 km/h in 6,4 s; Anhängelast: 1900 kg Testverbrauch: 8,6 l/100 km, Reichweite 744 km; Preis: Fr. 71 800.– (3.0 TDI S Tronic).

Der Audi A4 Allroad: Ein sportlicher Kombi der bereit ist für Abwege.

Bilder zvg, mw

Er deklassiert die Offroader

Der Saab ist mit mehr Bodenfreiheit der Prototyp eines höher gelegten Kombis.

Der Kombi im Offroad-Outfit Höher gelegte Offroad-Kombis wollen vom grossen SUV-Rückgang profitieren. Wie der Saab 9-3X, der auch den Trend zu kleineren Abmessungen symbolisiert.

Höher gelegte Kombis liegen zwar seit Jahren auf der Lauer, hatten aber bisher Mühe, ihren Platz unter den Offroadern zu finden. Nach Marten Wahlstedt, Direktor von Saab Schweiz, könnte das ändern: «Das ist alles eine Frage des Trends. In den letzten Jahren waren grosse SUVs Mode. Aber die Nachfrage verlagert sich auf polyvalentere und handlichere Fahrzeuge, wie die höher gelegten Kombis.» Und wie zufällig wird das Angebot, das sich auf die Oberklasse (Audi A6 Allroad, Volvo XC70) und günstigere Modelle (Skoda Octavia, Subaru Outback) beschränkte, um den Audi A4 Allroad und den Saab 9-3X reicher. Das Rezept ist bei beiden Produkten ähnlich. Man ändert einen Kombi durch höhere Bodenfreiheit und verpflanzt ihm einen Allradantrieb, damit er auch unbefestigte Strassen bewältigen kann. Mit dem Unterschied, dass die höher gelegten Kombis weniger sperrig sind und ihr Fahrverhalten nahe beim Basisfahrzeug liegt. Man gewinnt Komfort und Dynamik. Mit sportlichen Fahrleistungen gesegnet, liefert der Audi A4 (siehe gegenüber) ein Paradebeispiel. Hinzu kommt eine Anhängelast, die sich mit einem SUV vergleichen lässt. Bis jetzt hatten diese wichtigen Argumente der

martialischen Gestalt der SUV nicht viel entgegen zu setzen. Aber der Wind hat sich gedreht und bei Saab zählt man auf den 9-3X, um einen ersten Pflock beim bevorstehenden Neuanfang zu setzen.

Der Fall Saab | Als höher gelegte Version unterscheidet sich der Saab 9-3X vom herkömmlichen Kombi durch seine um 3,5 cm erhöhte Bodenfreiheit und Verstärkungen im Alu-Stil zum Schutz des Unterbodens. Der Allradantrieb erfolgt über eine Mehrscheibenkupplung, welche das Drehmoment zwischen Vorder- und Hinterachse verteilt. Die beispielhafte Traktion profitiert auch von einem elektronischen Differential (+ 750 Fr. als Option) an der Hinterachse. Obwohl weniger sportlich als der Audi, sind seine Fahrleistungen doch beachtlich. Mit einem Gesamtverbrauch von 5,5 l/100 km erreicht die Dieselversion einen CO2-Ausstoss von 144 g/km. Und das alles mit Komfort und Geräumigkeit im gleichen Rahmen. Die höher gelegten KomMOH bis werden zu Unrecht verkannt.

Saab 9-3X: Höher gelegter Kombi; Länge: 4,69 m; Kofferraum: 477 l Motoren: Benzin und Bioethanol 210 PS, Diesel 180 PS; Permanenter Allradantrieb (Haldex) Preis: ab Fr. 54 400.– (1.9 TTiD) und Fr. 57 600.– (2.0T).


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4쎹4 Spezial | touring 15 | 3. September 2009

Der Günstling unter den Crossovern Der Volvo XC60 liegt voll im Trend. Das elegante Design und der Komfort des Crossovers locken reuige Besitzer grosser SUVs an. Test der Version D5 Summum Automatic. richtigen Riecher oder ganz einfach Glück haben. Dies ist der Fall bei Volvo, dessen XC60 in der Schweiz voll einschlägt. Dieser Crossover, der gekonnt Stilelemente von Geländewagen und Kombis kombiniert, kommt wie gerufen, um jene Freunde grosser SUVs abzuholen, die ein kompakteres und sparsameres Modell suchen. Sie sind an der richtigen Adresse, denn mit seinem raffinierten Ambiente ist der XC60 Leader bei den mittelgrossen 4҂4. Bei knapp zwei Tonnen in der Dieselversion ist er allerdings kein Federgewicht. Und während die Länge von 4,63 m im Rahmen bleibt, muss man mit einer Breite (1,89 m) und einem Wendekreis klarkommen, die eher an grosse als an kompakte SUVs erinnern.

Edles Ambiente | Liebhaber grosser SUVs werden sich schnell heimisch fühlen. Nobel anmutende Materialien und Einlagen im Alulook sind ein hübsches Beispiel skandinavischen Designs. Wählt man das perfekt zum Crossover-Stil passende Lederpolster im Espresso-Ton, ist das Ambiente sogar ausgesprochen trendy. Ebenfalls der Norm eines derartigen Fahrzeugs entspricht das Platzangebot. Die eher für zwei Personen ausgelegte Rücksitzbank ist nicht verschiebbar, sie erweist sich aber als bequem und bietet genügend Beinraum. Der geschickt geformte und recht geräumige Kofferraum ist ausgesprochen gepflegt verarbeitet. Zudem entsteht beim extrem einfachen Abklappen der Lehnen eine ebene Ladefläche. Alle Bedingungen sind erfüllt, um in erstklassigem Komfort zu reisen. Nicht zuletzt weil der typische Sound des 205 PS starken Fünfzylinder-Diesels effizient vom Interieur ferngehalten wird. Da die Federung die Unebenheiten der Strasse sehr gut ausbügelt, ist der XC60 auch auf langen Auto-

bahnfahrten im Element. Mit Ausnahme des aufpreispflichtigen Navigationssystems, dessen Bedienelemente hinter dem Lenkrad verborgen sind, lässt die Ergonomie des Cockpits nichts zu wünschen übrig.

Wieder mehr Schub | Angesichts seines Gewichts hat der XC60 keine sportlichen Ambitionen. Im Gegensatz zum eher knapp motorisierten Vorgänger verhelfen ihm jedoch die 20 zusätzlichen PS zu deutlich mehr Schub. Dem Triebwerk fehlt zwar insbesondere bei tiefen Drehzahlen die Laufkultur eines Sechszylinders, dafür hat es einen eigenständigen Charakter. Zudem beschleunigt der Volvo trotz einer eher langsam schaltenden Automatik vehementer als bisher. Das träge Ansprechen des Getriebes wird mehr als kompensiert durch die sanften Schaltvorgänge. Als vorteilhafter angekündigt, bleibt der Verbrauch mit 8,6 l/100 km in einem vernünftigen Rahmen. Natürlich beeinflusst die Masse auch das FahrFortsetzung auf Seite 31

Kurzbilanz

Bilder Raphael Forster (7Pictures)

› Ein Autohersteller muss manchmal den

+ –

Gefälliges Crossover-Design, vielseitiger 4쎹4 mit hohem Komfortniveau, gediegen gestaltetes Interieur, innovative Sicherheitsausstattung, gute Fahrleistungen, kräftige Bremsen, Anhängelast, Serviceleistungen. Erhebliches Gewicht (2 Tonnen), grosse Breite, Lenkung mit wenig Feedback, eher träges Automatikgetriebe, Preis der Optionen, Halt der Ledersitze, Kofferraumvolumen bei abgeklappter Sitzbank, Bedienung des Navisystems.

Der Raum im Fond ist ausreichend.


3. September 2009 | touring 15 | 4쎹4 Spezial

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Als typischer Crossover besitzt der Volvo XC60 eine geneigte Dachlinie. Das Design und zwei Tonnen Anhängelast werden freizeitorientierten Kunden zusagen.

TCS-Vergleich Preis (Fr.) Hubraum (cm3) Leistung (kW/PS) Max. Drehmoment (Nm/min) Verbrauch (l/100 km) Innenlärm bei 120 km/h (dBA) Betriebskosten (Fr./km)3 Wartungskosten4 Test «Touring» 1 4

Volvo XC60 D5 AWD Summum Aut.

Audi Q5 3.0 TDI Quattro DSG

BMW X3 xDrive 3.0d Aut.

Mercedes GLK 350 4Matic

68 600.– 2400 151/205 420/1500 7,8 C2 68 1.10 11111 15/2009

72 350.– 2967 176/240 500/1500 7,51 C2 — 1.15 11111 —

71 100.– 2993 160/218 500/1750 7,71 C2 695 1.14 11111 5/20045

71 600.– 2987 185/224 540/1600 8,41 D2 — 1.19 11133 —

Wert laut Importeur 2 Energieeffizienz laut Importeur 3 Bei 15 000 km/Jahr Gesamtkosten auf 180 000 km bei 15 000 km/Jahr 5 BMW X3 3.0 Aut.

Typisch für Volvo ist das schlichte und funktionelle Cockpit.


3. September 2009 | touring 15 | 4쎹4 Spezial

Fortsetzung von Seite 28

Zahlen TESTFAHRZEUG Volvo XC60 D5 Aut. Summum; 5 Türen, 5 Pl.; Fr. 68 600.–, wie getestet: Fr. 80 550.– Varianten: 2.4 D 4쎹2 (Fr. 47 000.–) bis 3.0 T6 Summum aut.d (Fr. 71 300.–) Optionen Metalliclackierung (Fr. 1500.–), Einparkkamera (Fr. 650.–), Toter-WinkelWarnsystem (Fr. 800.–) Garantien: 3 Jahre Werk, 3 Jahre Mobilität; 12 Jahre Rostschutz (Auflagen) Importeur: Volvo Automobile (Schweiz), 8152 Glattbrugg, www.volvocars.ch TECHNISCHE SPEZIFIKATIONEN Motor: 5 Zylinder Turbo Diesel, 205 PS; Allradantrieb, 6-Stufen-Automatik Gewichte: 1985 kg (wie getestet), zul. Gesamtgewicht 2505 kg, Anhängelast 2000 kg Innenmasse: Innenbreite: vorne 149 cm, hinten 148 cm; Kofferraum: 495–1455 Liter; Reifen: 235/60 R 18, min. 235/65 R 17

verhalten. Der XC60 ist weniger handlich als ein kompakter SUV, wirkt aber nicht schwerfällig. Die durch das hochbeinige Fahrwerk verursachte Seitenneigung ist annehmbar, und Kurven meistert man sogar erstaunlich präzis. Dies ist allerdings nicht der Verdienst der Lenkung, die wenig Fahrbahnkontakt vermittelt. Wie es sich für

einen 4҂4 gehört, ist die Traktion beim XC60 tadellos, im Gelände steht auch eine Bergabfahrhilfe zur Verfügung. Volvo bietet ein eindrückliches Arsenal von Sicherheitskomponenten an, die aufwändigsten gegen Aufpreis. Schliesslich zeichnet sich der XC60 durch grosszügige Service- und Garantieleistungen aus. Auch dies unterstreicht seine Einstufung als PremiumCrossover. Marc-Olivier Herren

Die optionale Rückfahrkamera besitzt eine hohe Auflösung und klare Markierungen. Die Heckpartie ist markant. Dank günstiger Form ist der Kofferraum praktisch und recht geräumig.

TCS-Exklusiv FAHRDYNAMIK Beschleunigung (0–100 km/h): Elastizität: 60–100 km/h (Fahrstufe D) 80–120 km/h (Fahrstufe D) Wendekreis: Innengeräusch: 60 km/h: 58 dB (A) 120 km/h: 68 dB (A)

11113 11111

SICHERHEIT Bremsweg (100–0 km/h): 37,2 m Ausstattung

11111 11111

9,1 s 4,8 s 6,1 s 12,1 m

KOSTEN SERVICE Gratisservice 10 Jahre/100 000 km, danach: Wartung (km/Mte)

Stunden

Arbeitskosten (Fr.)

30 000/12 0,8 116.– 60 000/24 1,4 203.– Gesamtkosten für Wartung auf 180 000 km: 15 000 km/Jahr 20,6 3269.– BETRIEBSKOSTEN km/Jahr

Rp./km

Fr./Monat feste variable

Volvo XC60 D5 Aut. Summum Detailübersicht

15 000 30 000

110 73

921.– 921.–

INNENRAUM 11113 Auserlesene Materialien und schlichtes Design sorgen für ein luxuriöses Ambiente. Zwei Personen reisen hinten sehr bequem. Der ausreichend grosse Gepäckraum ist leicht zugänglich und perfekt ausgekleidet. KOMFORT 11112 Als exzellenter Reisewagen verfügt der XC60 über eine erstklassige Geräuschdämmung und ein progressives Fahrwerk. Vorn bieten die Ledersitze mässigen Halt. AUSSTATTUNG 11111 Die Komfortausstattung ist in der Basisversion korrekt, und die Sicherheitsdotation innovativ. Einparkhilfe und beheizte Sitze gibt es nur bei der Ausführung Summum. Mit Ausnahme der etwas versteckten Navi-Bedienung ist die Ergonomie einwandfrei. FAHRLEISTUNG 11113 Das Drehmoment und die 205 PS garantieren trotz 2 Tonnen Gewicht satte Durchzugskraft. Der Motor dürfte spontaner hochdrehen. Das Automatikgetriebe

TESTVERBRAUCH 11133 8,6 l/100 km Reichweite 814 km Tankinhalt: 70 Liter TCS TUW: Robert Emmenegger

Reklame

105 cm

105 cm

m 3c –11 89

7,8 7,5 207 g/km 175 g/km C

m 8c –8 62

171 cm

Städtisch Ausserstädt. Gesamt

TCS 10,4 6,3 Werk 10,1 6,1 CO2-Emissionen: CO2-Durchschnitt CH 2008: EnergieEtikette (A–G):

NORMVERBRAUCH AUF PRÜFSTAND (80/1268/EWG)

11113 11133 11113

UMWELTASPEKTE Kohlenmonoxid (CO) Kohlenwasserstoffe (HC+NOx) Partikel (PM)

Stundenansatz für TCS-Berechnungen: Fr. 145.– (BFS), Volvo-Händler von Fr. 107.– bis Fr. 156.–

schaltet sanft, reagiert aber träg. FAHREIGENSCHAFTEN 11113 Ungeachtet des Gewichts und leichter Kurvenneigung ist das Handling des XC60 ausgewogen und agil. Die Traktion ist gut, die Bremsen packen kräftig zu. Die Lenkung vermittelt wenig Fahrbahnkontakt. SICHERHEIT 11111 Die ausgeklügelte Ausstattung verkörpert Spitzentechnologie. Hingegen erschwert die Breite des Fahrzeugs das Manövrieren.

450.– 900.–

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쑸 쑸

Radstand 277 cm

Länge 463 cm (Breite 189 cm)


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4쎹4 Spezial | touring 15 | 3. September 2009

Der SUV als Nutzfahrzeug Als Arbeitstier konzipiert, erreichte der Offroader bald die Stellung eines Statussymbols. Dennoch: Eigentlich ist er zum Brauchen da, wie folgende Beispiele zeigen.

› Wie keine andere Fahrzeuggruppe stehen die Sport Utility Vehicles (SUV) in der Kritik: Sie stössen viel zu viele Schadstoffe aus, seien wegen ihres erhöhten Kühlergrills gefährlich für Fussgänger und speziell für Kinder und überhaupt, wer brauche denn schon ein solches Fahrzeug, nur um sich vom Zürcher Bellevue an die Goldküste zu bewegen.

Durch Schnee und Dreck | Über all diesen Diskussionen geht oft vergessen, dass es Käufer gibt, welche wegen ihres Hobbys regelmässig auf die Vorzüge eines zugkräftigen Wagens angewiesen sind. Mögen Taucher ihre Pressluft-Flaschen und Hündeler ihre vierbeinigen Freunde noch in einem

Kombi unterbringen können, so wird es bei Marion Krell, welche ihre beiden 600-Kiloschweren Vierhufer Laurent und Rose immer wieder transportieren muss, schon schwieriger. Wie der Pferdebesitzerin geht es vielen Schweizern: Sie müssen Holz aus einem Wald holen, Töffs transportieren oder führen in der Freizeit noch eine Brocante, für die es sperrige Möbel zu laden gilt. Diese Leute sehen in ihrem Fahrzeug kein Prestigeobjekt, sondern ein Nutzfahrzeug, welches ihnen in schwierigem Gelände und mit schwerer Anhängerlast viele gute Dienste erwiesen hat. Die drei folgenden Beispiele zeigen SUVs dort, wo sie effektiv gebraucht werden: Im Pferdestall, auf dem Segelflugplatz oder im Bootshafen. pam

Fredi Lüdi, Segelflugzeugflieger

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Der Anhänger, in dem ich meinen Segelflieger transportiere, ist elf Meter lang und 2,6 Tonnen schwer. Um diesen Transporter aus aufgeweichtem Terrain zu ziehen, war ich schon manchmal auf den kräftigen Motor sowie das Vierradgetriebe des Mercedes ML 320 angewiesen. In den fünf Jahren, seit ich die Mercedes-M-Klasse fahre, hatte ich noch nie etwas zu bemängeln. Für mich ist es das perfekte Auto.

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Daniel Staffelbach, Bootsführer

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Als Wanderbootbesitzer bin ich auf ein zugkräftiges Fahrzeug wie den Jeep Cherokee angewiesen. Denn da mein Boot keinen festen Standort hat, transportiere ich es zu verschiedenen Schweizer Seen. So fahre ich an Wochenenden auf dem Genfersee, dem Vierwaldstätter-, Murten-, oder Bielersee, allein auf dem Hallwylersee, der gerade vor meiner Haustür liegt, sind Wanderboote nicht erlaubt. Den Jeep Cherokee habe ich erst seit ein paar Monaten. Sein Vorgänger war nicht kräftig genug, den 2,3 Tonnen

schweren Schiffsanhänger zu ziehen. Der Cherokee ist für mich ein Arbeitstier, ich kann mit ihm geschäftlich auch einmal auf eine Baustelle fahren oder einen anderen Anhänger montieren. Dennoch muss ich an Bord auf keinen Luxus verzichten. Trotz seiner Zugkraft hat der Cherokee eine praktische Grösse und benötigt auch nicht mehr Benzin als eine grössere Limousine. Ausserdem ist er nicht protzig und fällt deshalb nicht negativ auf. Und dabei lässt sich mit diesem Auto wunderbar cruisen.

Fredi Lüdi schätzt die Zugeigenschaften des mit Diesel betriebenen Mercedes ML.

Marion Krell, Pferdebesitzerin

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Der Kia Sorento hat uns optisch gefallen und auch mit dem PreisLeistungs-Verhältnis waren wir sehr zufrieden. Überzeugt hat er uns mit seinen Fahreigenschaften. Dank seinem Automatikgetriebe ist er so angenehm zu fahren, dass man darüber fast vergessen könnte, dass man einen Pferdeanhänger zieht. Und bei schwierigen Fahrsituationen lässt sich immer noch manuell Gangschalten. pam

Bilder pam

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Dani Staffelbach ist mit seinem Wanderboot immer auf Achse.

Um ihr Pferd Laurent zu transportieren, benötigt Marion Krell den Kia Sorento.


SÜDTIROL

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3. September 2009 | touring 15 | 4쎹4 Spezial

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Legacy ist volljährig Die Subaru Legacy-Familie feiert ihren 20. Geburtstag mit viel Platz und einem praktisch variablen Innenraum.

Reklame

zvg

In zwei Jahrzehnten ist aus diesem vor allem als Kombi verkauften Modell eine wichtige Allrad-Familie geworden. Die fünfte Generation setzt den mit dem Vorgänger eingeführten, stattlicheren Stil fort, macht aber beim Platzangebot einen grossen Schritt. Mit einer Zunahme von 5 cm in der Länge und in der Breite erweist sich der Legacy als sehr geräumig, insbesondere hinten, wo es auch für drei Personen Platz im Überfluss gibt. Hinzu kommt noch die Variabilität, denn die Lehne der Bank lässt sich verstellen und sie kann mittels eines Hebels umgeklappt werden. Der gut gestaltete und geräumige Kofferraum hat ebenfalls zugelegt. Das mit vorderen und hinteren Hilfsrahmen ausgerüstete Fahrwerk wirkt sehr sicher und ziemlich straff.

Der als Limousine und Kombi angebotene Subaru Lecacy zeigt ein betonteres Design.

Die höher gelegte Version Outback hebt sich durch ihren Federungskomfort und eine beim Überwinden von Hindernissen wertvolle Bodenfreiheit von 20 cm ab. Ausser einem 2,5-l-Turbo mit 265 PS und einem effizienten, stufenlosen Getriebe (Kette) ändert

sich beim Antrieb wenig. Im Gegensatz zur MOH reichhaltigen Ausstattung.

Subaru Legacy/Outback: Limousine, Kombi: Länge: ab 4.73 m; Kofferraum: 486 und 526 l; Motoren: Benziner 150 bis 265 PS, Diesel 150 PS; permanenter Allradantrieb Preis: ca. 35 000 Fr. bis 60 000 Fr.


3. September 2009 | touring 15 | 4쎹4 Spezial

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4쎹4 und SUV im Überblick Das Angebot an Geländewagen und SUVs zeichnet sich gegenüber kompakteren Fahrzeugen durch seine Vielfältigkeit und sein notorisches Trendbewusstsein aus. Die Palette erstreckt sich von urbanen Mini-SUVs bis hin zu luxuriösen 4҂4. Leistung (PS) 211 bis 240 (d) 240 (d) bis 500 (d) 150 bis 286 (d) 235 (d) bis 355 235 (d) bis 407 258 bis 325 409 136 bis 230 160 (d) bis 170 105 177 (d) bis 260 120 bis 135 (d) 136 (d) bis 200 143 (d) bis 156 (d) 140 (d) bis 150 245 bis 305 398 140 (d) bis 175 155 (d) bis 189 240 (d) 320 320 bis 390 140 (d) bis 170 140 (d) bis 170 177 (d) bis 199 177 (d) bis 205 218 (d) bis 427 218 (d) 141 bis 150 (d) 170 (d) bis 247 152 (d) bis 233 122 (d) 190 (d) 190 (d) bis 390 272 (d) bis 396 277 299 (hybride) 260

Preis in Franken 57 300 bis 72 350 81 500 bis 213 000 52 900 bis 76 200 83 800 bis 108 000 88 900 bis 113 600 59 490* bis 89 740 116 350 32 490* bis 52 290 37 500 bis 49 800 25 490 bis 30 390 42 750 bis 55 850 25 990 bis 31 590 36 500* bis 45 400 31 990 bis 47 140 36 350 bis 48 200 54 240 bis 73 410 101 470 bis 106 570 28 490* bis 39 990 37 950* bis 54 750 62 990 72 400 bis 75 200 86 000 bis 105 500 36 100 bis 42 000 36 800 bis 42 700 41 900 bis 55 400 46 990 bis 56 500 70 990 bis 97 300 73 990 34 490 bis 41 990 49 650 bis 54 650 45 900 bis 68 500 42 750 bis 53 600 60 600 bis 83 200 86 900 bis 118 900 125 100 bis 177 700 74 900 bis 92 900 85 600 bis 103 500 43 850 bis 48 800

Marke/Modell Mazda BT-50 Mercedes-Benz GLK Mercedes-Benz ML Mercedes-Benz GL Mitsubishi Outlander Mitsubishi Pajero Mitsubishi L200 Nissan Qashqai Nissan X-Trail Nissan Murano Nissan Pathfinder Nissan Patrol Nissan pick-up Opel Antara Peugeot 4007 Porsche Cayenne Renault Koleos Seat Altea Freetrack Skoda Yeti Ssang Yong Actyon Ssang Yong Actyon pick-up Ssang Yong Kyron Ssang Yong Rexton Subaru Forester Suzuki Jimny Suzuki SX4 Suzuki Grand Vitara Toyota Urban Cruiser Toyota RAV4 Toyota Land Cruiser Toyota Land Cruiser V8 Toyota Hilux Volvo XC60 Volvo XC90 VW Tiguan VW Touareg Änderungen vorbehalten

Leistung (PS) 143 170 (d) bis 272 190 (d) bis 510 211 bis 388 140 (d) bis 170 200 (d) à 250 136 103 (d) bis 150 (d) 141 bis 173 (d) 256 171 (d) 160 (d) 133 (d) bis 171 (d) 140 bis 227 156 (d) bis 170 240 (d) bis 550 150 (d) bis 173 (d) 140 (d) bis 211 140 (d) bis 170 141 (d) bis 150 141 (d) 141 (d) bis 220 165 (d) bis 220 147 (d) bis 230 85 bis 86 (d) 108 bis 120 (d) 106 bis 233 90 (d) bis 100 150 (d) bis 177 (d) 173 (d) bis 249 286 (d) bis 288 120 (d) bis 171 (d) 163 (d) bis 285 185 (d) bis 315 140 (d) bis 200 174 (d) bis 450

Preis in Franken 29 950 bis 40 170 59 900 bis 71 600 81 900 bis 165 700 108 300 bis 144 200 36 950 bis 52 550 47 900 bis 73 750 32 700 bis 42 900 28 400* bis 46 400 37 940 bis 50 440 65 200 bis 71 200 53 320 bis 64 700 48 300 bis 67 800 31 130 bis 45 300 39 450 bis 52 450 37 500 bis 49 800 79 900 bis 197 500 38 700 bis 49 200 38 950 bis 42 150 29 990 bis 42 990 31 900* bis 43 500 32 900 bis 36 500 34 500* bis 53 800 42 900 bis 58 900 33 300 bis 47 600 19 990 bis 24 990 21 490* bis 31 990 29 990 bis 43 990 25 600* bis 35 400 34 800 bis 49 400 50 960 bis 74 360 107 100 bis 126 700 34 000 bis 51 400 49 000* bis 65 000 65 900 bis 91 900 39 700 bis 47 650 64 700 bis 125 700

*Modelle mit Zweiradantrieb

zvg

Marke/Modell Audi Q5 Audi Q7 BMW X3 BMW X5 BMW X6 Cadillac SRX Cadillac Escalade Chevrolet Captiva Citroën C-Crosser Daihatsu Terios Dodge Nitro Fiat Sedici Ford Kuga Ford Ranger Honda CR-V Hummer H3 Hummer H2 Hyundai Tucson Hyundai Santa Fe Hyundai ix55 Infiniti EX Infiniti FX Jeep Patriot Jeep Compass Jeep Wrangler Jeep Cherokee Jeep Grand Cherokee Jeep Commander Kia Sportage Kia Sorento Land Rover Freelander Land Rover Defender Land Rover Discovery Range Rover Sport Range Rover Lexus RX350 Lexus RX450h Mazda CX-7

Kompakte Geländewagen wie der VW Tiguan, Leader im Segment SUV in der Schweiz, haben Erfolg.


Ferien in Italien

Ferien in Italien

Oberitalienische Seen

Italienische Riviera

Ligurien


Alle Allradantrieb-Modelle Fahrzeuge mit Allradantrieb gibt es in jeder Preisklasse, von kleinen japanischen Stadtflitzern bis hin zu sportlichen europäischen Limousinen. Vergrössert wird das Sport-Angebot durch das Nissan GT-R Coupé und den Porsche Panamera. Leistung (PS) 210 (d) bis 260 260 265 240 (d) bis 333 143 (d) bis 240 (d) 240 (d) bis 354 190 bis 580 190 (d) bis 350 233 (d) bis 450 170 (d) bis 340 420 bis 525 560 bis 610 560 bis 610 177 (d) bis 306 197 (d) bis 272 210 bis 280 311 325 361 91 104 60 bis 75 (d) 295 320 231 560 640 bis 670 367 bis 445 (hybrid) 224 (d) bis 272 231 (d) bis 388 235 (d) bis 388 388 190 (d) bis 388 240 bis 295 485 220 bis 325 345 bis 480 400 bis 500 210 bis 240 180 (d) bis 210 105 (d) 115 (d) 105 (d) bis 160

Preis in Franken 57 000 bis 67 600 59 450 bis 64 450 58 100 bis 59 550 63 250 bis 80 820 56 800 bis 68 800 70 700 bis 95 300 62 100 bis 168 650 80 200 bis 109 200 105 650 bis 185 380 55 400 bis 95 000 165 850 bis 221 400 291 970 bis 359 900 289 500 bis 327 600 53 900 bis 73 600 67 500 bis 77 900 55 390 bis 74 430 75 460 100 725 83 850 20 990 bis 22 750 25 990 18 750 bis 24 800 74 900 66 700 bis 69 200 65 900 bis 68 600 273 000 bis 297 000 446 000 bis 557 000 133 900 bis 165 600 65 600 bis 75 600 82 500 bis 108 100 123 200 bis 168 300 188 400 82 700 bis 115 700 43 990 bis 69 990 119 000 bis 124 200 49 250 bis 65 000 137 000 bis 233 800 159 900 bis 216 100 48 900 bis 59 500 54 400 bis 57 600 32 500 bis 34 400 47 750 33 240 bis 44 900

Marke/Modell Skoda Superb 4쎹4 Ssang Yong Rodius Subaru Impreza Subaru Legacy Subaru Outback Subaru Tribeca Suzuki Swift 4쎹4 Volvo S40/V50 AWD Volvo V70 AWD Volvo S80 AWD VW Golf 4Motion VW Sharan 4Motion VW Passat/CC 4Motion VW Phaeton 4Motion

Leistung (PS) 160 bis 170 (d) 165 (d) 107 bis 300 150 bis 245 150 (d) bis 245 258 92 230 205 (d) bis 285 205 (d) bis 315 105 (d) bis 140 (d) 115 (d) bis 204 140 (d) bis 300 240 (d) bis 450

Preis in Franken 42 150 bis 51 800 49 990 25 800 bis 59 200 29 900 bis 58 300 40 100 bis 57 300 59 000 bis 67 500 19 490 bis 21 990 48 500 bis 50 600 64 300 bis 70 300 60 500 bis 80 700 36 250 bis 39 680 48 600 bis 53 450 39 700 bis 67 550 93 950 bis 173 000

Änderungen vorbehalten

zvg

Marke/Modell Alfa Romeo 159 Q4 Alfa Romeo Brera Q4 Audi S3 quattro Audi A4/S4 quattro Audi A4 Allroad Audi A5/S5 quattro Audi A6/S6 quattro Audi A6 Allroad Audi A8/S8 quattro Audi TT/TTS quattro Audi R8 quattro Bentley Continental GT/GTC Bentley Flying Spur BMW 3 xi/xd BMW 5 xi/xd Cadillac BLS AWD Cadillac CTS AWD Cadillac STS AWD Chrysler 300C Touring AWD Daihatsu Sirion eco-4WD Daihatsu Materia eco-4WD Fiat Panda 4쎹4 Honda Legend Infiniti GS37 AWD Jaguar X-Type Lamborghini Gallardo Lamborghini Murcielago Lexus LS Mercedes-Benz C 4Matic Mercedes-Benz E 4Matic Mercedes-Benz S 4Matic Mercedes-Benz CL 4Matic Mercedes-Benz R 4Matic Mitsubishi Lancer/Evo Nissan GT-R Opel Insignia 4WD Porsche 911 Porsche Panamera Saab 9-3 XWD Saab 9-3X Seat Altea Seat Alhambra Skoda Octavia 4쎹4

Der kraftvolle Porsche Panamera verfügt ebenfalls über einen Allradantrieb.


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Freizeit und Reisen | touring 15 | 3. September 2009

Auf Nebenstrassen durch Südchina Am Steuer eines Geländewagens die Provinz Yunnan im Südwesten Chinas zu erkunden, ist ein einmaliges Erlebnis. Atemberaubende Landschaften, kulturelle Vielfalt und kulinarische Entdeckungen sind nur einige der Highlights.

› Gemütlich

schnurrt der Toyota Prado durch die kurvige Gegend. Ein von der Erde rotgefärbter Fluss schlängelt sich durch das satte Grün der Landschaft. Wir fahren im Tal des Yuan Jiang in Richtung Norden. Nach jeder Flussbiegung wartet eine neue Überraschung auf die Insassen – phantastische Ensembles kultivierter Landschaften. Obstbäume, Mais-, Reis- und Kornfelder, oder auch Gemüsebeete und Bananenplantagen zeichnen ein liebliches Bild und bringen den Betrachter in eine längst vergangene Zeit zurück. China, wie es wohl bereits vor Jahrhunderten anzutreffen war.

Wie Ausserirdische | Die chinesische Provinz Yunnan, Hauptstadt ist das umtriebige Kunming, ist eine ideale Gegend für Autoreisen im Geländewagen. Zahlreiche Traumstrassen und kurvenreiche Passstrecken warten darauf, erkundet zu werden. Lebhafte Städte wie Jinghong oder Chuxiong wechseln sich ab mit unglaublich schönen Landschaften. Auf der ganzen Tour säumen zahlreiche Dörfer mit viel Betrieb den Weg. Überall scheint Markttag zu sein. Je grösser das Dorf, umso vielfältiger das Angebot: Exotische Früchte, ortstypische Gemüse, Kleider und Schuhe, aber auch Hühner in Körben und Schweine an der Leine warten auf Käufer. Und mittendrin immer wieder Garküchen, wo für unser Auge und für unseren Gaumen leckere, aber ungewöhnliche Speisen zubereitet werden. Besucher dieser Idylle aus dem Westen werden von den Einheimischen gelegentlich wie Ausserirdische angeschaut, weil in dieser Gegend kaum je Weisse durchgefahren sind. Zu fürchten braucht man sich aber nicht; alle Leute sind nett, herzlich und haben immer ein Lächeln für die Fremden übrig. Wasser im Überfluss | Kleine und grosse Flüsse mäandern durch die Gegend, wie etwa der Mekong, der später via Laos und Thailand, Kambodscha und Vietnam ins Südchinesische Meer fliesst. Ganz im Süden Yunnans ist die Nähe Thailands gut zu

spüren. Die Dai, wie die den Thai verwandte Minderheit hier heisst, haben in Südchina ihre eigenen Dörfer und Tempel, und selbstverständlich auch ihre eigenen Restaurants. Letzteres stellt für Reisende eine angenehme Abwechslung dar. Wie die chinesische Küche ist auch die «dailändische Küche» lecker und an Vielfältigkeit kaum zu überbieten. Bei Fahrten auf Nebenstrassen in Yunnan trifft man auch auf andere der 55 chinesischen Minderheiten wie die Hanoder die Yi-Chinesen, die durch ihre farbenfrohen Trachten und Hüte auffallen. Damit diese Bevölkerungsgruppen und ihre Kultur erhalten bleiben, sind sie von der chinesischen Ein-Kinder-Regel befreit und dürfen zwei oder gar mehr Kinder haben. In der Provinz Yunnan gibt es für Minderheiten, die weniger als 5000 Personen umfassen, überhaupt keine Beschränkungen. Damit soll verhindert werden, dass ganz kleine Ethnien aussterben.

Reisterrassen von Yuanyang | Eine einmalige Sehenswürdigkeit sind die Reisterrassen von Yuanyang. In mühevoller Arbeit haben hier die Einheimischen im Laufe der Jahrhunderte der hügeligen, teilweise auch sehr bergigen Landschaft kleinere und grössere, der Topografie angepasste Fortsetzung auf Seite 45

300 km

RUSSLAND

CHINA

Kunming

INDIEN

YUNNAN MYANMAR

VIETNAM LAOS

AUSTRALIEN

THAILAND

Schutz vor Sonne, aber kein Kopfschutz.


3. September 2009 | touring 15 | Freizeit und Reisen

Das unbekannte China nach dem Motto «Der Weg ist das Ziel» entdecken: Begegnung mit einer Entenkolonie.

Immer noch häufigstes Verkehrsmittel: Das Fahrrad.

Überall prägen fröhliche Menschen das Strassenbild.

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Ferien in Ă–sterreich


3. September 2009 | touring 15 | Freizeit und Reisen

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Bilder Urs-Peter Inderbitzin, Karte TCS Visuell

Autofahren in China ist keine grosse Hexerei

Begegnung mit einer anderen Welt: Marktfrauen warten auf Kundschaft.

Fortsetzung von Seite 42

Terrassen für den Reisanbau abgerungen. Raffinierte Bewässerungssysteme sorgen für das nötige Wasser. Im Sommer, während der Regen- und kurz vor der Erntezeit, leuchten die Terrassen in satten Grünfarben. Weit spektakulärer sind die Reisterrassen allerdings zur Winterzeit, wenn sie mit Wasser gefüllt sind und sich die Sonne im Wasser spiegelt. Es ist nicht übertrieben, wenn bei diesem Anblick vom «Spiegel Gottes» gesprochen wird. Es lohnt sich, frühmorgens aufzustehen und einen Sonnenaufgang mit Blick auf die Reisterrassen zu geniessen. Ein weiterer Höhepunkt im äussersten Südwesten Chinas, das Gebiet liegt etwa auf gleichem Breitengrad wie die kanarischen Inseln, ist der botanische Garten von Xishuangbanna, der vor 50 Jahren gegründet worden ist. Das Anwesen umfasst auch eine Universität sowie ein Kulturmuseum für ethnische Minderheiten. Die auf einer

Flusshalbinsel angelegte, grosszügige Gartenanlage mit einer Fläche von mehr als 1100 Hektaren beherbergt mehr als 12 000 verschiedene tropische und subtropische Pflanzen und Bäume. Viele Gärten sind einzelnen Pflanzenarten gewidmet, so gibt es etwa einen Bambusgarten, einen Garten mit medizinischen Kräutern oder einen Garten mit tropischen Früchten zu bewundern. Auch wer in einem tropischen Regenwald spazieren will, kommt in diesem Pflanzenparadies auf seine Rechnung. Angesichts der Grösse des Gartens und der hohen Temperaturen sind die Elektromobile, welche die Besucher von Attraktion zu Attraktion bringen, höchst willkommen. Für Autoenthusiasten und Leute, die gerne durch unberührte, urchige und einmalige Landschaften fahren, bietet der Südwesten Chinas eine phantastische Gelegenheit, das «andere, das wirkliche China» kennenzulernen – ein urtümliches China mit Menschen mit einem freundlichen Lachen, das Urs-Peter Inderbitzin ansteckt.

Exklusives Angebot von Reisen TCS Zusammen mit Partnern bietet Reisen TCS erstmals eine solche geführte, individuelle Autoreise in China an. Anreise: Verschiedene Fluggesellschaften fliegen nach China. Kunming (Hauptstadt von Yunnan) ist u.a. über Peking, Guangzhou oder Hongkong erreichbar. Beste Reisezeit: In der Trockenzeit von Oktober bis Mai. Wetter: Temperaturen können bis 40 Grad erreichen, nach Regenfall wieder 18 Grad. Visa: kostet 50 Fr., vor der Reise organisieren. Währung: Renminbi Yuan (100 Yuan = 16 Franken), Kreditkarten nur in den grossen Städten, Geldwechsel (Euro/Dollar, auch Franken) in den grossen Hotels. Sprache: Nur wenige Chinesen sprechen Englisch; ohne Reiseführer wird es schwierig. Spezialisten: Intens Travel (www.intens.ch). Buchungen/Infos: Reisen TCS, Telefon 0844 888 333, www.reisen-tcs.ch. Vgl. Inserat Seite 44.

Selber mit einem Fahrzeug in China durch unbekannte Landschaften kurven und Land und Leute kennenlernen. Ist das realisierbar und nicht gar zu gefährlich? Sind die Hürden nicht unüberwindbar? Es ist möglich, leichter als man denkt. Klar gibt es bürokratische Hürden zur Erlangung des Führerausweises. Die sind aber mit Hilfe örtlicher Helfer innert kurzer Zeit leicht zu nehmen. Den befristeten Ausweis für China gibt es für rund 5 Fr., ärztliches Attest – in Form eines Farbenblindheitstest – inklusive. Der Verkehr in China ausserhalb der grossen Städte ist gering. Die Verkehrsregeln sind unseren Bestimmungen sehr ähnlich. Nur halten sich die Chinesen nicht immer daran. Böse Zungen behaupten sogar, China heisse deshalb «das Reich der Mitte», weil immer aller Lenker mitten auf der Strasse fahren. Insbesondere auf Überlandfahrten muss praktisch immer damit gerechnet werden, dass ein Lenker die Kurve schneidet. Anders als in Europa ist das Hupen in China nichts Unanständiges, im Gegenteil: Fussgänger, Velofahrer und Autolenker vertrauen darauf, dass gehupt wird. Manche Strassen auf dem Land sind neu asphaltiert und unglaublich schön angelegt, andere sind alt, abgenutzt und löchrig, gelegentlich sind alte Wege gar flussbettähnlich. Ab und zu stehen Kühe, Enten, Gänse, Ziegen, Schweine, Hunde oder gar Wasserbüffel auf der Strasse und versperren den Weg. Gelegentlich muss auch ein kleiner Erdrutsch umfahren oder ein kleiner Bach durchwatet werden. Das Motto auf Chinas Strassen lautet deshalb gemächlich und vorsichtig fahren, vor jeder Kurve hupen, nichts erzwingen und – am allerwichtigsten – immer das Unerwartete erwarten. Nachtfahrten sind soweit möglich zu vermeiden. UPI

Gelegentlich müssen kleinere Bäche durchfahren werden.


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Freizeit und Reisen | touring 15 | 3. September 2009

Prickelnde Grimselwelt Über die längste Hängeseilbrücke Europas wandeln, mit der steilsten Standseilbahn der Welt den Berg runterfahren: Im Berner Oberland wartet das pure Spektakel.

› Ein Kreischen ist schon zu hören, wenn der offene Wagen der Gelmerbahn die steilste Passage des Berges mit unglaublichen 106% Steigung passiert. Tags darauf schiesst einem das Blut nach knapp zweistündiger Wanderung erneut ins Blut: Die höchstgelegene und mit 170 Metern Spannweite längste Hängeseilbrücke Europas wartet zum «Dessert» auf jeden Wanderer. Die Bergwelt im Aare-, Hasli-, Gadmenund Gental, kurz Grimselwelt genannt, ist

ein vernetztes Wanderparadies erster Güte. Zum «Einlaufen» eignet sich etwa eine zweistündige leichte Wanderung um den Gelmersee. Anspruchsvoller ist der Aufstieg von der Tällihütte übers Sätteli rüber auf die Engstlenalp (4 Std.). Keine Sorge, die Hüttenwarte Katrin Zumstein und Heinz von Weissenfluh stärken einen ausgezeichnet. «Es ist einfach super, wie man im Grimselgebiet Wanderetappen und Übernachtungsmöglichkeiten kombinieren kann»,

schwärmt Jrène Stähli von Alpavia, die mehrtägiges lastloses Wandern anbietet.

Der Mix stimmt | Den touristischen Erlebnisraum Grimselwelt rund um die Stromproduktion aus Wasserkraft haben die Kraftwerke Oberhasli (KWO) geschaffen. «Wir wollen auf diesem Weg das Verständnis für diese Art der Energiegewinnung und auch das Investitionsprogramm KWO plus fördern», formuliert Kommunikationschef Ernst Baumberger die Zielsetzung. Christian Bützberger

Touring-Info Die Grimselwelt kann auf einem fünftägigen Trail wandernd entdeckt werden. Telefon 033 650 16 02, www.alpavia.ch. Die KWO bieten ausführliche Infos unter www.grimselstrom und www.grimselwelt.ch. Weitere Infos: www.taellihuette.ch

Kommentar

Bilder Grimselwelt, Bü

Christian Bützberger

Spannung pur im Berner Oberland: Die schwindelerregende Gelmerbahn, Wandern in luftiger Höhe und die 170 Meter lange Triftbrücke sorgt bei manchen für schweissnasse Hände. Reklame

Die Strategie ist so sauber wie das Wasser im Grimselstausee. Die Kraftwerke Oberhasli (KWO) sensibilisieren die Touristen mit dem Zeigen ihrer Arbeit und für ihre Anliegen – dem Produzieren von Strom aus Wasser. Die KWO bieten dazu Führungen durch ihre Produktionsanlagen, auch im Innern des Grimselgranits, und Wanderungen um ihre Stauseen. Gäste nächtigen im generös restaurierten Hotel Handeck, ab nächstem Jahr auch im renovierten Grimselhospiz. Das Unternehmen öffnet sich über Investitionen wie die Triftbrücke und beschert Touristen authentische Naturerlebnisse und Nervenkitzel. Die Stromerzeuger lassen Besucher in ihrem Refugium auf elegante Art und Weise neue Energien auftanken. Clever und nachhaltig.


3. September 2009 | touring 15 | Freizeit und Reisen

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Genuss’09: Zugreifen Regionalprodukte im Fokus Noch bis am 6. September stehen die regionalen Produkte unter der Garantiemarke «Das Beste der Region» in und aus den Kantonen Aargau, Bern und Solothurn sowie der Zentralschweiz im Fokus von Geniesserinnen und Geniessern. An mehr als 140 Anlässen bietet sich in Gasthäusern und auf Märkten die Gelegenheit, die Vielfalt von feinen, gluschtigen, altbekannten und wiederentdeckten, aber auch von innovativen Spezialitäten – Stichwort Würste – zu erleben. Infos: www.regionalprodukte.ch.

Bilder jop, zvg

750 Wandervorschläge

Michel Mottier stellt den berühmten Etivaz AOC in Handarbeit her.

Käse-Wanderung Ein Ausflug von Montreux nach Charmey führt dorthin, wo der Gruyère AOC nach altem Rezept hergestellt wird.

› Das Holzfeuer prasselt unter dem riesigen, 1000 Liter fassenden Kessel. Michel Mottier (unser Bild) zerteilt die milchige Masse gekonnt in Stücke von der Grösse eines Stecknadelkopfes. Dann taucht er ein Leinentuch in die Wanne und holt damit die für einen Laib von 30 Kilo notwendige Menge Flüssigkeit heraus. Dies ist der Anfang des Prozesses, bei dem der Etivaz AOC entsteht, der nach der Tradition des 17. Jahrhunderts von Hand hergestellt wird.

Geschichtsträchtige Orte | Die Besichtigung einer Alpkäserei bildet den Höhepunkt des Chemin du Gruyère, einer Wanderroute, die in sechs Tagesetappen von Montreux nach Etivaz (VD) oder von Montreux nach Charmey führt. Der Weg, der früher von den Käsehändlern für den Export nach Frankreich benutzt wurde, führt durch eine Region mit Charakter, und manches erinnert hier an das goldene Zeitalter der Käsewirtschaft: der Maultierpfad über die Dent de Jaman, das Grand Chalet von Rossinière oder der Brunnen von Lessoc. Die denkwürdigen Orte erzählen viel über Reklame

den Wohlstand der «Käsebarone», wie man sie früher nannte. Mit der Wiedereinführung der althergebrachten Herstellungsmethoden erlebte die Käsetradition einen neuen Aufschwung. Die handwerkliche Art zu arbeiten, die durch das AOC-Zeichen aufgewertet wird, ermunterte eine neue Generation dazu, den Beruf des Alpkäsers zu ergreifen. Die Unternehmer gewähren Einblick in die Kniffe, die ihrem Gruyère zu seinem vollmundigen Geschmack verhelfen. Für den Abend wartet ein charmantes Hotel und ein mit köstlichen lokalen Produkte gedeckter Tisch. Die direkt an den Etappenorten liegenden Unterkünfte bieten den typischen Charakter der Region. Ausserdem sind im Pauschalpreis für sechs Tage Chemin du Gruyère zahlreiche Besichtigungen inbegriffen, so etwa des Espace Ballon in Château-d’Oex oder des Museums von Jacques-Olivier Pidoux Charmey.

Touring-Info Die Pauschalangebote «Chemins du Gruyère» gelten bis im Oktober. Danach erhält man bei Châteaud’Oex Tourisme, Tel. 026 924 25 25, www.chateau-doex.ch, mehr Infos.

Massstab 1:301 000 Dass Wanderer auch bei kleinen Massstäben alles finden, zeigt die neue Karte Schweiz von Kümmerli+Frey: Flüsse, Landschaftsnamen, Sehenswürdigkeiten, Ausflugsstationen – es ist alles zu finden. Die Karte gibts im Handel (ISBN 978-3259-00809-6) oder unter www.swisstravelcenter.ch zum Preis von 19.80 Fr.

Reisen TCS News

Motorhome-Ferien In den USA und Kanada Nach Lust und Laune seine eigene Route zusammenstellen, Übernachten wo es einem gefällt. Motorhome-Ferien, das ist schon seit gut 30 Jahren das «Kerngeschäft» beim TCS. Beim TCS mieten Mitglieder nicht die «Katze im Sack», wir kennen unsere langjährigen Partner in Nordamerika und haben dafür gesorgt, dass die Mietpreise stabil bleiben, sofern man rechtzeitig bucht.

Advents-Flussfahrten Die Broschüren sind da Auf dem Rhein, Neckar oder Main ein bisschen FlussfahrtenRomantik erleben, die attraktivsten Weihnachtsmärkte besuchen, und das schon ab rund 200 Fr. Da kann ja niemand widerstehen. «Es hett solang’s hett» ist für einmal keine Floskel. Infos und Prospekte für alle Angebote unter Telefon 0844 888 333 oder www.reisen-tcs.ch


3. September 2009 | touring 15 | Freizeit und Reisen

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Wo Frankreich Frankreich ist Es lohnt sich in die Auvergne, quasi nach Urfrankreich, zu reisen. Intakte Landschaften, kleine Dörfer und gastronomische Spitzenleistungen erwarten die Besucher.

› Bauernland,

Burgenland, Kirchenland – die Auvergne ist Frankreichs ursprünglichste Region, – «Wasserscheide» zwischen Norden und Süden. Alles ist hier etwas anders: die Menschen sind eigenwillig, die Rinder cognacfarben und selbst die Küche ist rustikaler. Die Auvergne ist eine Region, die zwar hohe Tourismuszuwachsraten verzeichnen kann, aber noch nicht vom Massentourismus verdorben worden ist. Viele fahren auf dem direkten Weg an die Côte d’Azur oder Camarque. Dabei befindet sich auf dem Weg dorthin eine der bezauberndsten Gegenden Frankreichs. Der Weg über Genf nach Lyon weiter ins Herz von Frankreich dauert etwa 3,5 Stunden. Keine Gegend ist so authentisch, französischer geht es kaum mehr.

Die ländliche Region im Herzen Frankreichs bringt auch eine einfache, aber geschmackvolle Küche hervor. Deftige Gerichte werden liebevoll aufgetischt. La Truffade beispielsweise: Das bekannte Regionalgericht wird mit Kartoffeln und einheimischem Käse zubereitet. Käseliebhaber fahren meilenweit für ein Stück Bleu d’Auvergne – unbedingt probieren. In die Auvergne zu reisen, lohnt sich alleine schon wegen den feinen Würsten, Kartoffelspeisen, Eintöpfen und natürlich den

lentilles vertes, den grünen Linsen. Köstlich.

Auvergne für Pilger | Die Hauptstadt der Auvergne, Le Puy-en-Velay, ist Ausgangspunkt vier grosser Pilgerrouten. Dort treffen sich Hunderte von Pilgern und machen sich auf den Weg nach Santiago de Compostela. Eine ideale Variante, die Auvergne zu erkunden. So besteht zumindest nicht die Gefahr, viel zu schnell durch diese reizvolle Gegend zu fahren. Silvia Mettler

Weites Land | «Les espaces ouverts» wird die Gegend auch genannt. Offene, endlos weite Hochebenen, hügelige Waldlandschaften, unberührte Flüsse und Seen oder zerklüftete Vulkanlandschaften bilden ein Wechselspiel der besonderen Art. Die Auvergne bietet dazu auch ein reiches sportliches Angebot: Trekking, Wildwasserfahrten, Kajak, Fahrradfahren und vieles mehr. Der imposante Puy Mary (1787 m) fordert ebenfalls ein paar Schweisstropfen, denn die letzten 200 Meter müssen auf der grössten Vulkanlandschaft Europas (2500 km2) zu Fuss zurückgelegt werden. Fantastisch dafür die Aussicht auf die anderen zahlreichen Gipfel der Cantal-Berge.

Unterkünfte: Die Hotelkette Logis de France (3200 Betriebe in ganz Europa) verfügt über sehr gute Unterkünfte in der Auvergne und garantiert ein gutes Preis/Leistungsverhältnis. Die Betriebe bieten persönliche Betreuung, feine Restaurants. Diese werden vielfach von Familien geführt und verfügen über einen hohen Qualitätsstandard. Die Kategorien werden in ein bis drei Cheminées eingeteilt, symbolisch für die vorwiegend kuschelige Atmosphäre in diesen Betrieben – www.logis-de-france.fr. Infos/Buchungen: Wer eine Reise nach Frankreich plant, kontaktiert mit Vorteil Reisen TCS, Telefon 0844 888 333 oder www.reisen-tcs.ch. sme

Bilder sme

Gut zu wissen

Nebst dem Bleu d’Auvergne bietet die Auvergne eine breite Palette regionaler Käse, sowie heimelige Hotelunterkünfte in charmevollen authentischen kleinen Dörfern.


3. September 2009 | touring 15 | Freizeit und Reisen

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Verführerischer Big Apple Abseits der Trampelpfade überrascht New York City mit unerwarteten Attraktionen. Doch auch Manhattan lockt mit einigen neuen Magneten.

Obamas Präsidentschaft beflügelt den transatlantischen Tourismus und beschert dem brodelnden New York neue Besucherrekorde. Die krisengebeutelte Stadt ist dankbar, dass die Europäer wieder an den Hudson River kommen und revanchiert sich mit zahlreichen überraschenden Sehenswürdigkeiten. Und zwar nicht nur im zentral gelegenen Manhattan, sondern ebenfalls in den andern vier Stadtteilen von New York City, nämlich Staten Island, Bronx, Queens und Brooklyn. Angesagt ist Multikulti.

Vorurteile revidieren | «Wie heisst schon wieder diese typische Bergpflanze aus Europa?» Susan Birnbaum stutzt einen Moment, grübelt erfolglos in ihrem Gedächtnis und schaut erlöst in die Runde, als ein Gast aus Deutschland ihr zuruft: «Das sind Alpenrosen!» Die vor Jahrzehnten aus BadenWürttemberg in die USA übersiedelte Susan engagiert sich als Volunteer und führt die Touristen durch Wave Hill, einen elf Hektar grossen Park in der Bronx, der einen atemberaubenden Blick auf den Hudson River freigibt. Einst eine noble Herrschaftsresidenz, findet man hier Tausende exotischer Pflanzen aus aller Welt und ein zeitgenössisches Museum – alles vom Feinsten. Die Bronx – ist das nicht dieser herunterge-

kommene Stadtteil, denkt man und merkt beschämt, dass das Vorurteil an der Wirklichkeit vorbeizielt. Zu besuchen sind der Bronx Zoo, der New York Botanical Garden mit seinen 48 Gärten sowie die Arthur Avenue, das wahre Little Italy von New York mit erfrischend mediterranem Touch. Das Gleiche gilt für Staten Island. «Wir sind stolz auf unsere Insel» verkündet Larry Ambrosino, der uns zu einigen Sehenswürdigkeiten «seiner» Insel führt. Das Viertel Historic Richmond Town erinnert ans koloniale Williamsburg. Was uns am meisten beeindruckt: Kilometerlange Sandstrände, verträumte Parks sowie der immer wieder faszinierende Blick auf die Freiheitsstatue und Manhattan.

Treffpunkt Eisenbahnlinie | Ebenfalls nicht lumpen lässt sich Manhattan und zaubert mehrere neue Trümpfe aus dem Ärmel. Beispielsweise eine grüne Oase na-

mens High Line, eine stillgelegte Eisenbahnlinie im Meatpacking District und in Chelsea, die auf zehn Meter Höhe über 22 Blocks von West-Manhattan führt und nun zu einer Begegnungszone unter freiem Himmel umgestaltet wurde. Umgerechnet an die 200 Mio. Fr. wurden dafür investiert – in New York wird eben mit grosser Kelle angerichtet. Einiges weniger kostete die kürzliche Errichtung einer Fussgängerzone am Times Square, was bei den New Yorkern unterschiedliche Reaktionen zwischen Belustigung und milder Hysterie auslöste. Gar ein veritabler Sandstrand wurde am so genannten Water Taxi Beach (direkt neben der Brooklyn Bridge) aufgeschüttet. Hier trinkt man ein kühles Bier, verschlingt einen Motz Burger (gibt es!), spielt Volleyball, geniesst ein Konzert, die Manhattan-Skyline oder die Krone der Freiheitsstatue.

Werner Knecht

Allgemeine Infos: www.nycgo.com/ german und www.ilovethebronx.com. Anreise: Swiss fliegt zweimal täglich von Zürich nach New York JFK und einmal täglich nach Newark. Delta und American Airlines fliegen einmal täglich nach New York JFK sowie Continental einmal täglich nach Newark. Unterkünfte: Empfehlenswert sind beispielsweise das Beacon Hotel (www.beaconhotel.com), das Le Parker Meridien (www.parkermeridien.com) und das Peninsula New York (www.peninsula. com). Bronx Tour: www.bronxtrolley. com. Staten Island Tour: Kostenlose Fahrt mit der Staten Island Ferry (20 Minuten) und auf Staten Island mehrere geführte Ausflüge – www.sinewyork. org. Arrangements/Buchungen: Reisen TCS, Telefon 0844 888 333, www. wk reisen-tcs.ch.

Bilder Werner Knecht

Gut zu wissen

Staten Island mausert sich zum Ausflugsziel, auch dank der Gratisfähre von Downtown. Preiswertes Spezialitätenrestaurant und ein japanischer Garten auf Staten Island.


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Club und Mitglied | touring 15 | 3. September 2009

«Ein Leben lang auf der sicheren Seite» Im Strassenverkehr, der zusehends chaotischer wird, ist es unabdingbar, stets gut vorbereitet zu sein. Dies sagt Diego Tomasini, Leiter Ausbildung- und Weiterbildung des TCS.

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Sie leiten eine der «Schlüsselaktivitäten» des Clubs. Worum geht es?

Diego Tomasini: Es gehört zum Engagement des TCS, zugunsten der Verkehrssicherheit dafür zu sorgen, dass Fahrzeuglenker stets über ein bestimmtes Niveau an Fähigkeiten verfügen, unabhängig vom Alter. Der «Beruf» des Fahrzeuglenkers ist der einzige, bei dem man den Fähigkeitsausweis erlangt und während der darauffolgenden 60 Jahre keine Weiterbildung mehr absolviert.

Wo finden die Fahrsicherheitstrainings statt?

Es gibt fünf Fahrtrainingszentren – in Betzholz, Stockental, Emmen, Lignières und Plantin –, die von unserer Gesellschaft Test & Training TCS AG geleitet werden und wo wir Standardkurse sowie die obligatorische Zweiphasenausbildung für Neulenker anbieten. Diese und weitere, von lokalen TCSSektionen verwaltete Zentren ermöglichen

Unsere Palette ist sehr umfangreich: Basiskurse für das sichere Lenken von Rollern und von Autobussen des ÖV, Kurse für herkömmliche Autos, Fahrzeuge mit Vierradantrieb und für Lastwagen, Kurse für das Fahren mit Anhänger sowie Kurse für das Lenken von Militär- und Polizeifahrzeugen, Feuerwehrautos oder Sanitätsfahrzeugen. Ausserdem bieten wir «Premium»-Kurse auf fortgeschrittenem Niveau an und, auf einem noch höheren Niveau, Kurse für sportliches Fahren. Letztere vor allem in Lignières (NE), wo wir die schweizweit einzige Rundstrecke, nebst für die Aus- und Weiterbildung, auch für diesen Zweck betreiben. Im Jahr 2008 haben wir 3700 Kurse organisiert, die von zirka 35 500 Personen besucht wurden.

«Es besteht die Gefahr, dass man sich nicht mehr weiterbildet.» es uns, unter angemessenen Sicherheitsbedingungen Extremsituationen aufzuzeigen, was auf der Strasse nicht möglich wäre. Was ist die «Mobile Fahrtraining-Station»?

Zur Person Diego Tomasini (61) lebt in Sulzbach im Zürcher Oberland. Als ausgebildeter Kaufmann hat er die Geschäftsleitung von Test & Training des Touring Club Schweiz seit dem 1. Januar 2008 inne. Vorgängig hatte er bereits während 40 Jahren im Automobilsektor gearbeitet; unter anderem im Marketing und in den Public Relations. Während mehr als einem Jahr arbeitete er für die Formel 1, und zwar für das Sauber-MercedesTeam. Seine Hobbys haben alle mit dem Gebrauch der Hände zu tun: Modellbau, Gartenarbeit – handwerkliche Tätigkeiten ganz generell. ac

Es handelt sich hierbei um einen Lastwagen mit Anhänger, der vollständig ausgestattet ist, um ein Fahrsicherheitstraining «vor Ort» zu organisieren. Zum Beispiel auf Firmenparkplätzen oder jenen von Einkaufzentren. Dieses Angebot wird von vielen Firmen mit einem diversifizierten Wagenpark genutzt. Vor kurzem haben Sie die ISO-9001-Zertifizierung erhalten; was bedeutet dies?

Es handelt sich hierbei um eine Qualitätsgarantie für den Kunden, der sich an einem Test & Training Kurs des TCS einschreibt. Der Kunde weiss, dass er ein «Qualitätsprodukt» erhält, das offiziell nach den strengen ISO-9001-Richtlinien zertifiziert wurde. Er weiss, dass dahinter eine in jeder Phase genau definierte/kodifizierte Arbeit steckt.

Bilder Mathias Wyssenbach, zvg

Können Sie uns einige Kursbeispiele geben?

Zudem war das Zertifizierungsverfahren ein ausgezeichnetes Training für unsere Instruktoren – 30 davon in Festanstellung und weitere 100 im temporären Arbeitsverhältnis. Der TCS engagiert sich sehr in der obligatorischen Zweiphasenausbildung – wie reagieren die Jugendlichen darauf?

Immer besser. Nach einer Anfangsphase des Desinteresses, als der neue provisorische Führerausweis Ende 2005 eingeführt wurde, sind die jungen Lenker heute gerne bereit, die zwei obligatorischen Ausbildungstage in den drei Jahren nach bestandener Fahrprüfung zu absolvieren. Mit einem Marktanteil von 34% ist der TCS Leader. Ein grosses Vertrauensvotum, wenn man bedenkt, dass der nächste Konkurrent einen Marktanteil von 20% erreicht…


3. September 2009 | touring 15 | Club und Mitglied

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Der TCS bietet mit seinen modernen Fahrtrainingszentren Junglenkern wie routinierten Autofahrenden die Möglichkeit, sich aus- und weiterzubilden.

Wie nehmen ältere Menschen Ihre Kurse auf? – gibt es hier ein bestimmtes Alter, ab dem sie zu empfehlen wären?

Ältere Menschen sprechen sehr gut auf die «Refreshing»-Kurse an, da sie hinter dem Lenkrad konzentrierter sind als junge Fahrer. Sie lassen sich während dem Fahren nicht durch Telefonanrufe oder SMS ablenken und sind äusserst stolz darauf, noch «mobil» zu sein. Sie interessieren sich zudem sehr dafür, die eigenen Grenzen zu erkunden, auch dank dem fachkundigen Rat der Ärzte. Ich kann nur unterstreichen, dass es keine «Altersempfehlung» gibt: es wäre ratsam, ab dem 20. Lebensjahr alle drei bis vier Jahre einen Fahrtrainingskurs zu absolvieren. Somit ist man immer auf dem neusten Stand – auch in Bezug auf technische Entwicklungen oder Gesetzesänderungen.

«Ältere Menschen sind hinter dem Steuer konzentrierter als junge.» Aus welchen Gründen lohnt es sich, ein Fahrsicherheitstraining in einem der TCSZentren zu absolvieren?

Man fühlt sich am Steuer sicherer, weil man sich in einem Kurs bewusst wird, wo die eigenen Fähigkeiten und Grenzen liegen. Es gibt aber noch einen konkreteren Vorteil: Einige Versicherungen, wie zum Beispiel Auto TCS, gewähren einen Rabatt oder stellen für den Besuch eines Fahrsicherheitstrainings einen Gutschein aus. Ausserdem übernimmt der Verkehrssicherheitsrat 200 Fr. der Kosten von 350 Fr. für ein Motorrad-

Fahrtraining, wenn man es in den ersten sechs Monaten des Jahres absolviert. Welchen Gefahren sind die Motorradfahrer ausgesetzt?

In einem Land mit einem so hohen Verkehrsaufkommen wie der Schweiz lauern für sie die Gefahren fast überall. Deshalb versuchen wir sie während der 6 bis 7 Stunden Intensivtraining zu sensibilisieren – Gefahren, die leider sehr oft von Autolenkern ausgehen. Es ist zudem ein gutes Training, um sich nach der langen Winterpause zu «entrosten».

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Interview: Antonio Campagnuolo Touring-Info Details zu den Ausbildungs- und Weiterbildungstrainings sowie zur Zweiphasenausbildung und die Liste der anbietenden Zentren, wo sie angeboten werden (inklusive Sektionen) sind auf der Homepage www.tcs.ch (Rubrik Kurse) zu finden.


Club und Mitglied | touring 15 | 3. September 2009

ski-epic.com

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Schön aber nicht ungefährlich speziell für Motorradfahrer sind die Grimselpassstrasse (Bild) sowie andere Alpenpässe.

Passstrassen entschärfen Der TCS engagiert sich seit langem dafür, damit Passstrassen, insbesondere für Töfffahrer, sicherer werden. Auch Autofahrer profitieren letztlich davon.

› Vor kurzem inspizierten Spezialisten des Kantons Bern, der Kantonspolizei, des TCS und der bfu die beiden unfallträchtigen Pässe Susten und Grimsel. Schritt für Schritt wurden heikle Stellen analysiert. «Es ist oft mit kleinen Massnahmen, etwa besseren Markierungen, Signalisationen und Unterfahrschutz bei den Leitplanken, möglich, Stellen zu entschärfen», sagt Verkehrsingenieur Daniel Baumann von der Abteilung Verkehrssicherheit des TCS.

Grosses Risiko | Er, beziehungsweise der TCS, hat den Stein mit ins Rollen gebracht: Im Grundlagenpapier «Passive Sicherheit auf Passstrassen» hatte der TCS-Experte auf Gefahren hingewiesen. Dazu gehören Wehrsteine und Rohrprofile, unnötige Barrieren und Schilder. Der Kanton Bern, der auch schon am Ball war, reagierte auf die Initiative des TCS positiv. Ausgangspunkt war eine Risikokarte, welche der TCS im Rahmen des europäischen Programms EuroRAP (European Road Assessment Programme) regelmässig für die wichtigsten Strassenverbindungen der Schweiz erstellt.

Die Passstrassen Susten und Grimsel kommen in der Schweizer EuroRAP-Risikokarte am schlechtesten weg: Das Risiko, dort schwer zu verunfallen, ist etwa 10 Mal höher als der Durchschnitt aller betrachteter Hauptstrassen oder 30 Mal höher als auf einer Durchschnittsautobahn. Am Sustenpass ereigneten sich von 2000 bis 2005 75 schwere Unfälle, bei denen 93 Personen verletzt wurden und sieben Menschen den Tod fanden. Sämtliche dieser Getöteten waren mit dem Motorrad verunfallt, insgesamt waren an zwei Dritteln der schweren Unfälle Motorradfahrer beteiligt. An der Grimsel wurden in dieser Periode drei Menschen getötet – alles Töfffahrer.

Auch für Autofahrer | Gewiss steht die angemessene Fahrweise der Töfffahrer im Vordergrund – der TCS bietet solche Weiterbildungskurse an. Aber wenn dennoch ein Unfall passiert, verläuft dieser je nachdem glimpflicher, wenn die passive Sicherheit verbessert wird. Dazu gehört laut Daniel Baumann etwa eine bessere optische Führung mit Leitpfeilen: «Auch hier profitieren

die Autofahrer von den Massnahmen.» Welche nun umgesetzt werden, wird der Kanton Bern demnächst entscheiden. Andere Kantone setzen eher auf Präventionskampagnen auf Passhöhen, wo Töfffahrer direkt Heinz W. Müller angesprochen werden.

TCS-Statuten

Mitgliedschaft beenden Mitglieder, die aus dem TCS austreten wollen, können dies gemäss Artikel 7, Absatz 1 der Vereinsstatuten tun. Da steht: «Der Austritt muss spätestens drei Monate vor Ablauf der Jahresmitgliedschaft schriftlich eingereicht werden.» Die Kündigungsschreiben müssen bis 30. September 2009 bei TCS Mitgliedschaft, Postfach 820, 1214 Vernier, eingetroffen sein. Die Statuten können unter www.tcs.ch (Der TCS > Wir über uns) runtergeladen werden. tg


3. September 2009 | touring 15 | Club und Mitglied

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Der TCS machts möglich Auch in diesem Herbst profitieren Clubmitglieder und ihre Familien dank TCS-Partnern von vorteilhaften Rabatten. Kunst im Zentrum Paul Klee, Kunst und Sport im Olympischen Museum und reiner Plausch im Aquaparc.

› Wer schon da war, weiss was ihn erwartet. Wer zum ersten Mal da ist, wird einen nächsten Besuch kaum abwarten können. Die Rede ist vom Aquaparc in Le Bouveret (VS), dem Wasserplausch am Genfersee. Schwindelerregende Rutschbahnen, Bäder, die sich im Nu in Wellenbäder mit Wellen so hoch wie im Meer verwandeln und Wasserstrahlen überall. Da tummeln sich Scharen von jungen und auch weniger jungen Leuten, die den Plausch haben. Zahlreiche Kinder, Jugendliche, Eltern und gar Grosseltern mit Enkeln erklimmen eiligst die Treppe der TobboganRutsche, die runden, farbigen Luftkissen unter den Arm geklemmt. Oben angekommen, setzen sie sich zu zweit oder zu dritt darauf und stürzen sich kopfüber in den Rachen der «Schlange». Mit Tempo wirbeln sie durch die Kurven und werden ins Wasserbecken am Rutschbahnende «ausgespuckt». Ein Schrei ist kaum zu unterdrücken… vor Freude oder vielleicht auch etwas Angst. Ziehen die Eltern eine friedliche und ruhige Atmosphäre vor, kommen

sie im Wellness-Bereich ganz auf ihre Kosten. Bei schönem Wetter lohnt es sich, die Sonne im privaten Strandbad des Aquaac parcs zu geniessen.

TCS-Mitglieder und ihre Familien erhalten 20% Rabatt auf dem Eintrittspreis. Öffnungszeiten und weitere Informationen auf der Homepage www.aquaparc.ch.

Olympische Kunst am Léman › Beim

ersten Besuch im Olympischen Museum in Lausanne-Ouchy rechnet man damit, ganz in die weite Welt des Sports einzutauchen. Vielleicht weiss man noch nicht, dass dort auch die hohe Kunst der Skulptur vertreten ist. Verschiedene Statuen grosser zeitgenössischer Künstler unterstreichen die einzigartige Schönheit

des botanischen Museumsgartens, der sanft zum Genfersee hin abfällt. Viele der grossen Werke hervorragender Künstler wie Botero, Mitoraj, Folon, Nag Arnoldi, Tapiès oder Niki de Saint-Phalle, um nur einige zu nennen, wurden von nationalen Sportverbänden gestiftet. Die Schönheiten lenken die Besucher aber nicht von den Hauptsehenswürdigkeiten im Olympischen Museum ab. Eine unvergleichliche Sammlung von Erinnerungsstücken, Medaillen und Dokumenten belegt die Geschichte der Olympischen Spiele und ihrer Hauptakteure, den Sportlern. Zu bewundern gibt es unter anderem die Laufschuhe von Carl Lewis, die Spikes von Javier Sotomayor und die Skischuhe von Jean-Claude Killy. Am 8. Oktober öffnet zudem eine Ausstellung zu den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver, die erstmals im Zeichen der ökologischen ac Nachhaltigkeit stehen.

Bei Vorweisen der Mitgliederkarte 2009 erhalten TCS-Mitglieder und ihre Familien an der Museumskasse 25% Rabatt. Infos: www.olympic.org.

Paul Klees bedeutendste Stationen › Paul Klees Werk ist eine eigentliche gemalte Autobiografie, obwohl seine Mitteilungen oft verschlüsselt daherkommen. Im Zentrum Paul Klee in Bern zeigt eine neue Ausstellung vom 19. September 2009 bis am 24. Mai 2010 die bedeutendsten Lebensstationen des Künstlers. Die Auswahl von 150 Bildern und Zeichnungen Paul Klees wird begleitet von Fotografien, persönlichen Requisiten, Briefen, musikalischen Kompositionen und Filmen, die aus dem Museumsarchiv stammen und der Öffentlichkeit erstmals zugänglich gemacht werden. Paul Klee ist ausserdem in Porträts von seinen Künstlerfreunden Marc, Kandinsky und Kubin zu sehen. Auch Klees Wirkung auf andere Künstler, Musiker, Schriftsteller und Kreative verschiedener Bereiche wird unterstrichen. Das Museum befindet sich in einem besonderen, vom Architekten Renzo Piano entworfenen Zentrum, in der ländlichen Umgebung an Berns Stadtrand. Ein Ausflug ins Zentrum Paul Klee ist für die ganze Familie interessant. So können sich die Kinder im Kindermuseum «Creaviva» mit Stiften und Farben vergnügen, während sich die Erwachsenen die Ausstellungen ac anschauen.

TCS-Mitglieder erhalten im Zentrum Paul Klee einen Rabatt von 20%. Weitere Informationen unter www.paulkleezentrum.ch.


3. September 2009 | touring 15 | Standpunkt

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Nützliche Adressen

Geschäftsstellen mit Reisen TCS 5001 Aarau: Rathausgasse 2, 062 838 21 00; 6460 Altdorf: Bahnhofstrasse 1, 041 870 47 41; 5400 Baden: Theaterplatz 3, 056 203 79 79; 4010 Basel: Steinentorstr. 13, 061 205 99 99; 3006 Bern: Thunstr. 63, 031 356 34 34; 2501 Biel-Bienne: Aarbergstrasse 95, 032 328 70 50; 7002 Chur: Grabenstrasse 34, 081 258 73 73; 1700 Freiburg: rue de l’Hôpital 21, 026 350 39 39; 8750 Glarus: Hauptstrasse 20, 055 645 33 76; 9100 Herisau: Oberdorfstr. 24, 071 353 30 35; 8280 Kreuzlingen: Hauptstr. 39, 071 677 49 49; 6000 Luzern 7: Burgerstr. 22, 041 229 69 29; 4600 Olten 3: Dornacherstr. 10, Postfach 1011, 062 207 36 36, 9000 St. Gallen: Poststrasse 18, 071 227 19 60; 8200 Schaffhausen: Vordergasse 32, 052 630 00 00; 6430 Schwyz: Bahnhofstrasse 3, 041 817 46 00; 1951 Sitten: rue des Cèdres 3, Case postale 1374, 027 329 28 28; 4500 Solothurn: Westbahnhofstr. 12, 032 625 90 60; 6370 Stans: Bahnhofstrasse 2, Postfach 345, 041 618 35 35; 3601 Thun: Aarestrasse 14, Postfach 2614, 033 225 76 76; 8622 Wetzikon: Bahnhofstr. 184, 044 931 13 13; 8400 Winterthur: Bahnhofplatz 18, 052 224 04 04; 6300 Zug: Baarerstr. 21, 041 729 47 47; 8021 Zürich: Uraniastrasse 14, 044 217 30 70 Geschäftsstellen ohne Reisen TCS 3900 Brig: Bahnhofplatz 1, 027 924 23 00; 5505 Brunegg: Unterm Schloss, 056 464 48 48; 4414 Füllinsdorf: Uferstr. 10, 061 906 66 66; 2540 Grenchen: Kirchstrasse 10, Postfach 1104, 032 653 24 18; 4901 Langenthal: c/o Aare Seeland Mobil AG, Marktgasse 13, 062 923 12 30; 8640 Rapperswil (SG): Seestr. 6, 055 221 88 88, 6060 Sarnen: Hofstrasse 2, 041 662 09 91, 3322 Schönbühl: Bahnhofstrasse 5, Postfach, 031 852 69 69; 9015 St. Gallen-Winkeln: Zürcher Strasse 475, 071 313 75 00; 8604 Volketswil: Geissbüelstrasse 24/26, 044 286 86 86 Rechtsdienste ASSISTA (ASSISTA-Versicherten vorbehalten) 4414 Füllinsdorf: Uferstr. 10, 061 906 66 55; 3322 Schönbühl: Bahnhofstrasse 5, Postfach, 031 852 66 66; 9000 St. Gallen: Poststrasse 18, 071 227 19 50; 8027 Zürich: Gotthardstrasse 62, 044 286 85 85 Technische Zentren / Technische Beratung 2500 Biel-Bienne: route de Longeau 7, 032 341 41 76, 5505 Brunegg (Birr): Unterm Schloss, 056 464 48 48; 7002 Chur: Mobile Prüfstation, 081 258 73 73; 6032 Emmen: Buholzstrasse 40, 041 229 69 29; 4414 Füllinsdorf: Uferstrasse 10, 061 906 66 66; 3900 Gamsen: Alte Landstrasse 1, 027 923 72 72; 3063 Ittigen: Ey 15, 031 356 34 56; 4702 Oensingen: Nordringstr., 062 396 46 80; 9015 St. Gallen-Winkeln: Zürcherstr. 475, 071 313 75 00; 9475 Sevelen: Gonzenstr. 7, 081 750 17 69; 3608 Thun-Allmendingen: Zelglistrasse 8, 033 225 76 76; 8604 Volketswil: Geissbüelstr. 24/26, 044 286 86 36 Verkehrssicherheitszentren 4614 Hägendorf: Mobile Fahrtraining-Station, 062 216 89 66; 8340 Hinwil (ZH): Verkehrssicherheitszentrum Betzholz, 043 843 10 00; 3632 Niederstocken/Thun: Verkehrssicherheitszentrum Stockental, 033 341 83 83. www.2phasen.tcs.ch TCS Hotels 7310 Bad Ragaz: Hotel Schloss Ragaz, 081 303 77 77; 6574 Vira Gambarogno: Hotel Bellavista 091 795 11 15

Keystone

Nächste Geschäftsstelle Clubdienste Tel. 0844 888 111, Fax 0844 888 112; Reisen TCS Tel. 0844 888 333; Auto TCS Agenturen Tel. 0800 801 000, Fax 0800 802 000; Auto TCS Schadenbüro Tel. 0848 848 800; INFORMATIONSZENTRALE Tel. 022 417 24 24 (24 Stunden); INFOROUTE 163 (50 Rp./Anruf + 50 Rp./Min.); STRASSENHILFE 140; Unfallassistance Tel. 0800 140 140; Zentralsitz 1214 Genève/Vernier, Ch. de Blandonnet 4, CP 820, Tel. 022 417 27 27, Fax 022 417 20 20

Die Bedeutung des Individualverkehrs muss auch bei den Investitionen berücksichtigt werden.

Strasse und Schiene sind gemeinsam stark

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In der Zeit der Finanz- und Wirtschaftskrise gewöhnen wir uns an grosse Zahlen. Trotzdem bleibt es eindrücklich, wie viele Milliarden Franken für Zukunftsinvestitionen im Verkehr der Schweiz allein auf Bundesebene nötig sind oder beantragt werden: 쐽 31,5 Mrd. Fr. für den bestehenden FinöVFonds (Neat, Bahn 2000, Anschluss Hochleistungsnetz Bahnen, Lärmschutz Bahnen, …) 쐽 20 Mrd. Fr. für den bestehenden Infrastrukturfonds (Vollendung Autobahnnetz, Beseitigung von Engpässen Nationalstrassen, Agglomerationsverkehr) 쐽 12–21 Mrd. Fr. für zusätzliche Projekte des öffentlichen Verkehrs («Bahn 2030») 쐽 5–15 Mrd. Fr. für zusätzliche Engpassbeseitigungen auf Nationalstrassen und für Projekte im allenfalls erweiterten Nationalstrassennetz. Erheblich sind auch die regelmässigen Ausgaben für den Verkehr: ungefähr drei Mrd. Fr. pro Jahr machen beim Bund die laufenden Infrastruktur- und Betriebskosten des öffentlichen Verkehrs aus, um die zwei Mrd. Fr. betragen die Bundesausgaben für National- und wichtige kantonale Hauptstrassen. Auf der Einnahmenseite fallen jährlich gegen fünf Mrd. Fr. Mineralölsteuern ins Gewicht. All diese Projekte sind beschlossen oder werden beantragt, damit die Qualität der Mobilität in der Schweiz hoch und die Sub-

stanz der bestehenden Infrastrukturen gut bleibt. Die Herausforderungen der Zukunft sind gewaltig. Deshalb ist es unverantwortlich, dass der Verkehrsclub der Schweiz (VCS) Schiene und Strasse gegeneinander ausspielt. Seine Volksinitiative «für den öffentlichen Verkehr» möchte fast drei Viertel der von den Automobilisten erwirtschafteten Gelder aus Mineralölsteuern dem öffentlichen Verkehr zuschanzen. Das Verursacherprinzip wird ausgehebelt. Die Schienen würden vergoldet, die Strassen verlottern. Der VCS will die Konfrontation. Der Touring Club Schweiz dagegen will eine starke Allianz aller Kreise, welche für eine hochwertige Mobilität in der Zukunft einstehen. Wir wollen gemeinsam die für Wirtschaft und Gesellschaft entscheidenden Mobilitätsinfrastrukturen von Strasse und Schiene pflegen und wo nötig ausbauen. Ich stehe dazu: auch der öffentliche Verkehr hat dringende Vorhaben, die eine zuverlässige Finanzierung benötigen. Doch die Strasse braucht die Einnahmen der Automobilisten dringend – diese zur Schiene zu verschieben, kommt nicht in Frage. Wir werden beim Bundeshaushalt für grössere Wachstumsraten zugunsten aller Verkehrsinvestitionen kämpfen.

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Niklaus Lundsgaard-Hansen, Zentralpräsident des Touring Club Schweiz (TCS)


3. September 2009 | touring 15 | Leserseite

Leserbriefe

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Wettbewerb mehr als nur abenteuerlichen Fahrmanövern negativ ins Auge stechen. Gegenseitige Rücksichtnahme, Toleranz und vorbildliches Verhalten, auch bezüglich dem Einhalten von Verkehrsvorschriften, würde der Verkehrssicherheit nur nützen. Peter Baumann, Bern Leserbrief Fahren im Alter «Touring» 13/2009

Editorial «Touring» 14/2009

Heinz Müller bestätigt es: Mit Geschwindigkeiten bis zur Kriechgeschwindigkeit bewegte sich der Verkehr im ganzen Land durch kilometerlange, gefährliche, enge, verstopfte und überlastete Strassenabschnitte. Dies sorgte vor Jahren für so viel Unmut und Kosten, dass die Idee reifte, Autobahnen und Schnellstrassen zu bauen, damit sich der Verkehr wieder sicher, flüssig und schnell bewegen könne. Aber unsere Autobahnen und Schnellstrassen werden durch die Bauwirtschaft umfunktioniert und wir fahren nun wieder wie vorher in Kriechgeschwindigkeit. Hannes Deetlefs, Lütisburg-Station Tourismus-Hinweisschilder nicht konform «Touring» 12/2009

Ich empfinde es als einen angenehmen Impuls, wenn ich auf der Autobahn die grossen, kunstvollen Hinweisschilder über die Region, z.B. zusammen mit einem symbolträchtigen Tier oder Gebäude, vorfinde. Es wirkt gegen das Einschlafen auf Autobahnen, bringt Abwechslung und Spannung, und man freut sich über ein «Herzlich willkommen»-Schild. Lisbeth Lobsiger, (@)

Ich ziehe den Hut vor Menschen wie Walter Kocher, die freiwillig einen Kurs für das sichere Fahren im Alter besuchen. Wenn sich viel mehr Autofahrer so verhalten würden, wäre der Konflikt zwischen den Generationen auf der Strasse viel geringer. Manchmal braucht es Mut, sich etwas einzugestehen. Darum an alle ein herzliches Dankeschön, die einen Schritt vorwärts machen! Leonie Facchin (@)

Im Esplanade Hotel Resort & Spa geniessen die Gewinner ein Verwöhn-Wochenende inmitten eines exotischen Parks mit Aussicht auf den Langensee. Der Preis für zwei Personen im Wert von 1218 Fr. umfasst nebst zwei Übernachtungen im Doppelzimmer mit Halbpension (5-Gang-Menü im Restaurant Belle Epoque) einen Besuch im Sprudelbad, eine Rückenmassage, eine Gesichtsbehandlung und die Benützung des Wellness & Beauty-Zentrums Le Palme.

Die Strasse als Milchkuh «Touring» 13/2009

Ihre Aufstellung ist eindrücklich und das Zahlenmaterial spricht klar – nur wurden ganz entscheidende Faktoren überhaupt nicht berücksichtigt: Die durch die Lärmund Abgasemissionen verursachten Folgeschäden bringen immense Gesundheitskosten mit sich. In diesem Sinne belastet der Strassenverkehr die Gesundheit und das Portemonnaie um ein Mehrfaches.

Preissponsor: Esplanade Hotel Resort&Spa, Locarno-Minusio www.esplanade.ch

Claudia Platon, Gempen

Auch Töfffahrer verdienen Rücksichtnahme Standpunkt «Touring» 13/2009

Als Fahrlehrer liegt mir die Verkehrssicherheit aller Verkehrsteilnehmer ganz besonders am Herzen. Insbesondere in beruflicher Funktion bewege ich mich täglich auf der Strasse. Leider kann ich keinen Hehl daraus machen, dass mir Motorradfahrer aufgrund ihrer oft haarsträubenden und

Relax-Wochenende in Minusio

Bilder mw, zvg

Von allen guten Geistern verlassen

In dieser Rubrik gilt: Je kürzer der Leserbrief, desto grösser die Chance für den Abdruck. Die Redaktion behält sich Kürzungen vor und führt keine Korrespondenz. Zuschriften sind auch via E-Mail (touring @tcs.ch) möglich. Leserbriefe erscheinen ebenfalls in der Online-Ausgabe des Touring (www.touring.ch).

Impressum touring Zeitung des Touring Club Schweiz (TCS). Redaktion: Felix Maurhofer (fm, Chefredaktor); Heinz W. Müller (hwm, stv. Chefredaktor); Marc-Olivier Herren (MOH, stv. Chefredaktor); Christian Bützberger (Bü), Antonio Campagnuolo (ac), Pascale Marder (pam), Jacques-Olivier Pidoux (jop), Peter Widmer (wi). Art Director/Bildredaktion: Martin Lobsiger (mlo). Layout: Andreas Waber (Leitung), Stephan Kneubühl, Mathias Wyssenbach (mw). Redaktionsassistentinnen: Sabine Rothacher (D), Michela Ferrari (I), Sylvie Fallot (F), Irene Mikovcic-Christen (Chefredaktion). Korrespondenzadresse: Redaktion Touring, Maulbeerstrasse 10, 3001 Bern, Tel. 031 380 50 00, Fax 031 380 50 06. E-Mail: touring@tcs.ch. Herausgeber: Touring Club Schweiz, Postfach 820, 1214 Vernier (GE). Auflage: Deutsche Ausgabe: 839 252, Totalauflage: 1 355 061. Verlag/Medienmarketing: Reto Kammermann (Leitung), Gabriela Amgarten. Inserate: Publicitas Publimag AG, Seilerstrasse 8, 3011 Bern, Tel. 031 387 21 16, Fax 031387 21 00. Herstellung: St. Galler Tagblatt AG, Basler Zeitung AG, CIE Centre d’impression Edipresse Lausanne S.A. Adressänderungen: Unter Angabe der Mitgliedernummer direkt an: TCS-Zentralsitz, Postfach 820, 1214 Vernier, E-Mail: service@tcs.ch, oder bei Ihrer nächsten Geschäftsstelle (Tel. 0844 888 111, Fax 0844 888 112). Abonnement: Für Mitglieder im Jahresbeitrag inbegriffen. Der «Touring» erscheint 20-mal jährlich. Für unverlangte Manuskripte wird jede Haftung abgelehnt.

Die Fragen: 1. Wo befindet sich der Neubau der Biketec AG? 2. Wo ist das Märklin-Museum angesiedelt? 3. Wieviele Fahrtrainingszentren besitzt Test&Training TCS AG? Antworten können per Post (nur Postkarten), SMS, E-Mail und im Internet www.touring.ch abgegeben werden. Wettbewerb 13/09: Die 3 Halbtaxabos gehen an: Hans Huber, Kloten, Tania Chiesi, Giubiasco, Yvette Weibel, Anières Teilnahmebedingungen: Zur Teilnahme am «Touring»-Wettbewerb ist jedermann zu gelassen. Ausgenommen sind alle TCS-Mitarbeiter und deren Familienangehörige. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Die Preise werden nicht bar ausbezahlt. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Redaktion Touring, Leserwettbewerb, Postfach, 3024 Bern, SMS «Touring» plus Antworten an 9988 (1.–/SMS), touring@tcs.ch (subject: Wettbewerb) Einsendeschluss: 20. Sept. 2009


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Nachgefragt | touring 15 | 3. September 2009

Elektrovelo fahren ist «Lustradeln»

Das Wechseln des Akkus ist auch keine Affäre mehr. Werden die noch stärker optimiert?

Mit seiner Firma Biketec und seinen Elektrovelos, den Flyern, prägt Kurt Schär den Boom stark mit. Und der Selfmademan prognostiziert den E-Bikes eine blühende Zukunft. Wann haben Sie realisiert, dass Elektrovelos den Markt aufmischen werden?

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Können Sie mit einem konkreten Beispiel aufwarten?

Kurt Schär: Seit 2001 verkaufen wir E-Bikes, wie sie die Kunden wünschen, etwa einen Flyer mit Kinderanhänger. Unser Angebot umfasst alle marktgängigen Fahrräder, einfach in elektrifizierter Form. Wir haben auch entschieden, jedes Jahr eine neue Zielgruppe anzusprechen, also mit innovativen Produkten jüngere Kunden zu gewinnen.

In diesen Tagen wird in Friedrichshafen am Bodensee an der grossen Zweiradmesse das erste vollgefederte Mountainbike vorgestellt, das höchste Ansprüche erfüllt. Zu wievielen Prozent steuert ein E-Bike am Berg zur eigenen Tretkraft bei?

Es gibt drei Stufen: 50, 100 und 150%.

Wir setzen Lithium-Ionen-Batterien ein, die sehr leicht und leistungsfähig sind. Mit diesen konnten in den letzten fünf Jahren die Leistungen um 60% gesteigert werden. Wir erwarten weitere Verbesserungen der Akkus, und dass sie auch kompatibel für bestehende Flyers sind. Gibt es den typischen E-Biker? Wie sieht die Altersspanne von Elektrovelofahrern aus?

Das ist der Mensch, von 14 bis 85 Jahren, der genussvoll Velofahren will. «Das ist Lustradeln», hat mal ein Kunde gesagt. Mit ihrer Biketec haben Sie 2008 gut 17 000 E-Bikes verkauft und damit einen Umsatz von mehr als 40 Mio. Fr. erzielt. Wie sieht es dieses Jahr aus?

Wir haben bereits mehr als 20 000 Flyer verkauft. Ende des Geschäftsjahrs (30.11.) sollten es 25 000 sein. Pro Tag verlassen mehr als 200 E-Bikes unser Werk in Huttwil. Ein gutes E-Bike kostet 3000 bis 6000 Fr. Wer sind ihre Kunden?

Alle. Von der Raumpflegerin bis zum Manager. Menschen, die rechnen. Die Energiekosten belaufen sich auf 100 Kilometer pro Kilowattstunde Strom. Soviel kostet heute ein Deziliter Benzin, zirka 20 Rp. Ist der Schweizer Markt gesättigt oder hält der Boom weiter an?

2008 hatten die Elektrovelos einen Marktanteil von 3,7%, 2009 waren es 10%. In den nächsten fünf bis zehn Jahren werden rund ein Drittel aller Velos Elektrovelos sein. Wie sehen ihre Expansionspläne aus?

Unsere Hauptmärkte sind die Schweiz, Deutschland und Holland. Ab nächstem Jahr beliefern wir weitere Länder in Europa und einzelne in Übersee. Sie sind ja auch im Velotourismus aktiv.

In mehreren Ländern, regional mit der Herzroute. Zusammen mit dem TCS sind wir am 13. September auch am slowUp Emmental engagiert. An diesem Wochenende haben wir Tag der offenen Tür bei Biketec. Wie mobil sind Sie?

Ich bin mit dem Flyer, dem Auto, dem Mobilhome und auch dem Zug unterwegs.

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Fabian Unternährer

Interview: Christian Bützberger

Kurt Schär, Geschäftsführer Biketec AG, auf dem Gelände des Neubaus in Huttwil.

Zur Person Der 44-jährige Kurt Schär ist verheiratet, hat vier Kinder und wohnt in Roggwil (BE). Der selbstdeklarierte Reisemobilist aus Passion ist liebend gerne mit seinem Motorhome unterwegs und auch das Flyer-Biken kommt nicht zu kurz. Seine freie Zeit widmet er aber auch der Philatelie und der Politik.


Touring 15/2009 deutsch  

Die Zeitung für Mobilität, Ausgabe vom 3. September 2009 // TCS Touring Club der Schweiz

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