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Ausgabe 2 | 2012

kompakt Jeden Monat neue Infos aus der Welt der Ingenieure Thema: Wolkenkratzer

»» H O C H - U N D S T A H L B A U

Mit ’nem Pulsschlag aus Stahl an den Wolken kratzen © philipus, Fotolia · Foto oben © Leungchopan, Fotolia · Foto ganz oben © Rido, Fotolia

Wolkenkratzer prägen die Skylines weltweiter Metropolen und erreichen ungeahnte Höhen – aber ohne Ingenieur-Know-how wächst kein Koloss gen Himmel

findet das verrückte Rauflaufen auch in diesem Februar wieder im Empire State Building in New York statt. 86 Stockwerke und 1.576 Stufen müssen die Treppenhaus-Athleten dabei unter die Sohlen nehmen. Der aktuelle Rekord liegt bei 9 Minuten und 33 Sekunden.

»» P O R T R Ä T One World Trade Center In New York entsteht am Ground Zero ein neues Wahrzeichen der Stadt: das One World Trade Center. Auch deutsches Ingenieur-Know-how sorgt dafür, die Lücke im „Big Apple“ wieder zu schließen. »» weiter S. 3 + 4

Um so eine Leistung zu bringen, ist ein Pulsschlag aus Stahl die beste Voraussetzung. Und den haben schließlich auch die Gebäude, in denen solche exotischen Laufwettbewerbe ausgerichtet werden: Hochhäuser und Wolkenkratzer. »» weiter S. 2 © 2010 Capital Gate

© Jürgen W, Photocase

Dank Thomas Dold und Matthias Jahn ist Deutschland die Vorzeige-Nation in einer ziemlich exotischen Sportart: Die beiden jungen Herren zählen zu den Top-Treppenläufern und rennen im Inneren der höchsten Häuser der Welt um die Wette. Wie in jedem Jahr

»» I N T R O Im Reich der Giganten Ab 150 Metern Höhe wird für ein Hochhaus üblicherweise die Bezeichnung Skyscraper verwendet. Früher meinte man mit dem Begriff den höchsten Mast auf Segelschiffen. Heute geht das, was da in den Himmel ragt, weit über maritime Größenordnungen hinaus. Nahezu schwindelerregend durchbricht das aktuell höchste Bauwerk der Welt ganze Wolkenschichten – der Burj Khalifa in Dubai mit einer atemberaubenden Höhe von 828 Metern. Doch auch bei diesem Rekord ist noch Luft nach oben. Mögliches Höhen-Wachstum kann man rein theoretisch recht einfach berechnen. Der Wert nennt sich „Quetschgrenze“ und gibt das Verhältnis von Druckversagen zu Eigengewicht an. So leicht lassen sich StahlbetonGiganten allerdings nicht bauen. Damit Wolkenkratzer weiter wachsen, starken Winden und Erdbeben trotzen, fest stehen wie der Mount Everest und zu den sichersten Gebäuden überhaupt zählen, müssen sich Fachleute aus dem Bau-, Architektur- und Ingenieurwesen immer bessere Konstruktionen, Werkstoffe und Technologien einfallen lassen. Denn ein Skyscraper ist nicht nur riesig – er ist auch ein riesiges Spielfeld für Innovationen und Hightech. Eine Welt für sich. //

»» W I S S E N S W E R T E S Himmelstürmende Visionen Skyscraper werden als Wohntürme oder Bürohochhäuser genutzt. Die geplanten Projekte sind visionär: Über 1.000 Meter hoch, Platz für 1 Million Menschen, Hunderte von Etagen und Aufzüge, die 10 Meter pro Sekunde in die Höhe rasen. »» weiter S. 5 + 6


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© ThyssenKrupp AG

© Chang-Chih Liao/Fotolia

»» Fortsetzung von S. 1: Mit ’nem Pulsschlag aus Stahl an den Wolken kratzen

hängt: eine 680 Tonnen schwere, vergoldete und aus einzelnen Scheiben gefertigte Stahlkugel mit einem Durchmesser von 5,5 Metern. Dieses Monsterpendel und seine ölhydraulischen Dämpfungselemente sorgen im Inneren des Riesengebäudes für Ruhe und gleichen Schwankungen aus. Das funktioniert ziemlich effektiv. Bei Stürmen werden die maximal auftretenden Schwingungen durch den Dämpfer nahezu halbiert. Alle Gebäude, die an den Wolken kratzen, sind ein Phänomen. Sie sind einerseits Symbole für wirtschaftliche Macht, Wachstum und Wohlstand, andererseits fordern sie Ingenieurinnen und Ingenieure Mit 508 Metern ist der Taipei 101 der weltweit zweithöchste Skyscraper – er besitzt eine besondere, schachtelförmige Tragstruktur, um den Erdbeben und Taifunen in der Region Taiwan standhalten zu können immer wieder heraus, an noch ausgefeilteren Konstruktionen Ohne das Know-how aus ausschließlich in Stahlbetonbaune über den Inselstaat. Damit und Technologien zu arbeiten. den Bereichen Bauingenieurweise errichtet. Beton hat eine der 508 Meter hohe Taipei 101 Aber gibt es überhaupt eine wesen und Stahlbau, Statik und hohe Druck-, Stahl dagegen eine diesen Belastungen standhält, statische Machbarkeitsgrenze Tragwerksplanung oder Werkhohe Zugfestigkeit. Verklebt man gleicht sein Fundament einem für immer höher fliegende stoff- und Materialwissenschafbeide Komponenten mit dem Pfahlbau aus 9.000 Tonnen architektonische Träume? ten könnten derartige Giganten Bindemittel Zement, erhält man Stahl und 26.000 Kubikmetern Schließlich überragt der aktuell erst gar nicht entstehen. Ihre einen Verbundwerkstoff, der für Beton. 557 bis zu 80 Meter lange höchste Wolkenkratzer, der im Konstruktionsgeschichte war Hochbauten aller Art bestens Pfeiler durchstoßen den sumpfiJanuar 2009 fertiggestellte Burj immer eng mit dem Einsatz von geeignet ist. Neue Werkstoffentgen Untergrund und sorgen für Khalifa in Dubai, seine weltweite Stahl verbunden. Stahlträger wicklungen gehen sogar noch feste Verwurzelung im harten Konkurrenz schon bildeten den ersten Meilenstein einen Schritt weiter: Damit sich Felsgestein. Die Städte mit den meisten um mehr als 300 des Wolkenkratzerbaus. Skelette der Beton bei einer ÜberbelasDie Tragstruktur Gebäuden über 150 Meter Höhe Meter und erreicht aus Stahl wurden errichtet, dann tung nicht schlagartig von seinem des Giganten 1. New York / USA 5.865 eine nahezu folgten Wände und Decken aus inneren Stahlskelett lösen kann ähnelt dabei 2. Toronto / Kanada 1.900 3. Shanghai / China 1.184 magische Endhöhe Stein sowie Beton. Schwarzund große Stücke herausbrechen, dem Prinzip 4. Tokyo / Japan 1.162 von 828 Metern. Weiß-Fotos von Arbeitern, die werden spezielle Mattengeeines Bambus5. Chicago / USA 1.134 6. Hong Kong / China 844 im Manhattan der 20er- und flechte aus rostfreien Stahlfasern rohrs. An jeder 7. Vancouver / Kanada 644 Prof. Dr.-Ing. 30er-Jahre in luftiger Höhe auf eingearbeitet, die für besseren Ecke winden 8. Montreal / Kanada 605 9. Mexico City / Mexiko 681 Ingomar Belz von stählernen Konstruktionen baZusammenhalt sorgen. Bei einer sich je zwei 10. Los Angeles / USA 539 der HTWK Leipzig lancieren, illustrieren das perfekt. Explosion lösen sich keine einzelSäulen aus 11. London / Großbritannien 546 12. Sao Paolo / Brasilien 518 meint dazu: „Für nen Brocken mehr ab, sondern stahlumman13. Dubai / Arab. Emirate 503 denkbar halte alle Teile bleiben über Bruchrisse teltem Hoch Da Stahlträger – wie im Falle 14. Bangkok / Thailand 473 15. Ottawa / Kanada 391 ich Bauwerke, hinweg verbunden. Eine zusätzlileistungsbeton des in den 70er-Jahren errichtedie doppelt so che Ummantelung der Pfeiler mit nach oben, ten World Trade Centers – durch (Quelle: skyscraperpage.com, Stand Februar 2012) hoch sind wie der feuerfestem Spezialschaum sorgt die 3 Meter Brände und extreme HitzeentBurj Khalifa, also 1,5 Kilometer, dann noch dafür, das Brandrisiko lang und 2,4 Meter breit sind. wicklung schmelzen können, eventuell sogar 2 Kilometer.“ fast komplett auszuschalten. Für Steifigkeit sorgen je 16 Querwerden moderne Wolkenkratzer Was für Wahnsinns-Aussichten! und Längsstreben, die in jedem Da die Gebäude der Zukunft ja 8. Stockwerk eingezogen sind. Eine weitere wichtige Innovaanscheinend weiterhin dem HöArchitektonisch sehen diese tion für die Freiheit des Immerhenrausch fröhnen, sollte man Segmente aus wie übereinanderHöher-Bauens ist die Verankerung sich bei Gelegenheit mit großer gestapelte Take-away-Pappkarder Gebäude weit unter der Dankbarkeit an den US-Ametons vom China-Imbiss, aber sie Erdoberfläche mit Hilfe von rikaner Elisha Graves Otis erinsorgen dafür, dass sich Taiwans riesigen Betonpfeilern. Das sorgt nern. Der hat nämlich bereits im Höchster bei einem Erdbeben für Erdbebensicherheit und macht Jahre 1853 den „absturzsicheren mitbewegen oder bedenkenweniger anfällig gegen Wind. Ein Personenaufzug“ erfunden. los über einen Meter im Wind gutes Beispiel ist das dritthöchste hin und her schwingen kann. Gebäude der Welt – der Taipei Aber es soll ja Leute geben, Dafür ist auch ein besonderer 101 in Taiwans Hauptstadt. In Ein Hochofen spielt auch für Wolkendie auch in einem WolkenClou verantwortlich, der zwischen dieser Region Asiens treten nicht kratzer eine wichtige Rolle – in ihm wird schließlich der Stahl produziert, kratzer das Treppenhaus dem 88. und 92. Stockwerk an nur unzählige Beben auf, pro Jahr der die Riesen in die Höhe wachsen lässt bevorzugen … // acht armdicken Stahltrossen rasen zudem bis zu vier Taifu-


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»» P O R T R Ä T

Skyline von New York erhält neues Wahrzeichen Am 11. September 2001 stürzten die Zwillingstürme in New York durch einen Terroranschlag ein. Der Tag hinterließ eine klaffende Wunde – im kollektiven Gedächtnis und in der Stadt New York. Seit 2006 arbeiten viele Unternehmen und Menschen an der Wiedergeburt des World Trade Centers. Gleich mehrere Hochhäuser sollen die früheren Kolosse ersetzen. Das größte Gebäude ist das One World Trade Center. Es wird in Anlehnung an das Jahr der Unabhängigkeitserklärung Amerikas 1.776 Fuß hoch sein, umgerechnet 541 Meter.

© emporis

Mit 105 Stockwerken wird das One World Trade Center der höchste Wolkenkratzer in den USA und das höchste reine Bürogebäude auf der Welt sein. Ende 2013 sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein. Die Architektur ist dabei einmalig: Das Gebäude dreht sich im Bau bis zur Spitze um 45 Grad, das Fundament aus Beton reicht 60 Meter in die Erde. Die Sicherheitsvorkehrungen übertreffen die gesetzlichen Anforderungen und sollen als Modell für zukünftige Sicherheitsansprüche an Hochhäuser dienen. Auch deutsche Firmen sind intensiv daran beteiligt und damit beschäftigt, am Ground Zero einen neuen, sicheren und hochmodernen Fixpunkt New Yorks entstehen zu lassen.

© ThyssenKrupp AG

One World Trade Center: Bauwerk mit deutscher Beteiligung

, ThyssenKrupp Elevator In dem neuen Wolkenkratzer mitten in Manhatten werden insgesamt 71 Aufzüge zwischen den Stockwerken hoch und hinunter rauschen. ThyssenKrupp Elevator hat dazu den Auftrag bekommen und wird auch die Wartung übernehmen. Innerhalb von gut 45 Sekunden sollen die Besucher vom Erdgeschoss auf die höchste Ebene befördert werden. Dazu steigen die Aufzüge mit einer Geschwindigkeit von bis zu zehn Metern pro Sekunde hinauf, das sind umgerechnet 36 Stundenkilometer. Sie gehören damit zu den schnellsten Fahrstühlen der westlichen Hemisphäre. Sie sind deutlich schneller als im früheren World Trade Center. ThyssenKrupp Elevator verspricht, dass die Aufzüge nahezu ruckelfrei durch das Hochhaus sausen. Man spüre kaum Bewegungen, auch Druck auf den Ohren soll kein Problem sein. Um die Einhaltung der Sicherheitsnormen zu gewährleisten, fertigt ThyssenKrupp Elevator die Hauptkomponenten sämtlicher Aufzüge selbst, unter anderem am Standort Düsseldorf. Von den 71 Aufzügen sind die meisten (64) getriebelos, sechs Stück laufen ohne Maschinenraum; dazu gibt es einen Standardaufzug. Zusätzlich baut die Firma neun Rolltreppen in das Gebäude. Es ist einer der größten Aufträge für ThyssenKrupp Elevator. Das Gesamtvolumen des Hoch hinaus geht‘s mit den AufExklusivvertrags liegt bei rund zügen „Made in Germany“ von ThyssenKrupp Elevator 150 Millionen US-Dollar.

Das One World Trade Center entsteht derzeit auf dem Ground Zero im Herzen von New York – dort stand auch das am 11. September 2001 zerstörte World Trade Center

© Michael Muller/artur

Mit 250 Tonnen Stahl liefert ThyssenKrupp Nirosta eines der wichtigsten Elemente für das neue Monument mitten in der Metropole. Denn das One World Trade Center wird an der nahezu komplett gläsernen Außenfassade mit einem Rahmen aus Edelstahl zusammengehalten. Oberhalb des 60 Meter hohen Sockels werden die Glaselemente von umlaufenden Metallrahmen aus Edelstahl verkleidet. In Zusammenarbeit mit der Christian Pohl GmbH aus Köln fertigte ThyssenKrupp Nirosta an mehreren Produktionsstandorten in Deutschland die jeweils vier Meter hohen Elemente. Die Werkstücke sind deshalb so wichtig für den Wolkenkratzer, weil er sich zwirbelt wie eine Locke. So sind die Ecken am obersten Ende um 45 Grad verdreht zum Grundflächenquadrat. Deshalb mussten alle Eckelemente in einer der axialen Drehung entsprechenden, schräg zulaufenden Form hergestellt werden. Die Fassadenelemente wurden mit einer extra für dieses Objekt entwickelten, sondergeprägten Oberfläche versehen. So soll die Oberfläche immer schatten- und streifenfrei sein. Die Edelstahlpaneele wurden zuerst in Krefeld von ThyssenKrupp Nirosta gefertigt und anschließend im Werk Dillenburg mit einem speziellen Walz- und Wärmebehandlungsverfahren zu Blechen weiterverarbeitet. Von der Christian Pohl GmbH wurden schließlich aus den Blechen komplexe Fassadenelemente für die Außenkanten des One World Trade Centers produziert.

Besonders betont wird die Fassade des Wolkenkratzers von einem Rahmen aus Edelstahl. Die Edelstahlpaneele sind von der Kölner Firma Pohl mit Material von ThyssenKrupp Nirosta (Krefeld) gefertigt worden

Bild Hintergrund © adimas, Fotolia

, ThyssenKrupp Nirosta und Christian Pohl GmbH


© ThyssenKrupp AG

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, HighTech Design Products

© ThyssenKrupp AG

, Siemens Der Münchner Konzern gehört ebenso zu den deutschen Firmen, die auf der Baustelle und rund herum tätig sind. Siemens lieferte die Pumpen für das große Brunnen-Mahnmal nebenan: die zwei Abdrücke der früheren Zwillingstürme. Hier schießt das Wasser des Hudson Rivers an den stählernen Wänden in die Tiefe. An verschiedenen Stellen sind die Namen der Opfer von 9/11 zu lesen. Die Pumpen befördern 30.000 Gallonen pro Minute und zugleich achtet Siemens auf die optimale Stromnutzung, um CO2 einzusparen und Kosten zu senken. Siemens sorgt auch für die Stromversorgung für das gesamte Areal, die selbst im Notfall noch funktionieren soll. Rund 1.500 Meter Kabel helfen dabei. Beim Neubau ist auf jeden Fall für höchste Sicherheit gesorgt: Wo die Anlagen für die Energieversorgung stehen, ist streng geheim. Es ist nur klar, dass sie tief unter der Erde liegen. Notstromaggregate erhalten das System aufrecht, wenn in der Metropole vorübergehend das Licht ausgeht. Denn das passiert selbst im Alltag von New York immer wieder. Während der So wird das 1WTC aussehen, wenn es fertig ist. Bauzeit arbeiten bis zu 16 Arbeiter Der offizielle Baubeginn erfolgte am 27. April 2006. Die Eröffnung ist für 2013 geplant allein an der Stromversorgung des Gebäudes.

, Vallourec & Mannesmann Tubes Die Spitze des künftigen Wahrzeichens New Yorks wird von Vallourec & Mannesmann Tubes gefertigt. Der Stahlrohrhersteller liefert Stahlbau-Hohlprofile mit einem Gewicht von rund 480 Tonnen. Mit dieser Masse soll die 124 Meter lange Antenne des One World Trade Centers gebaut werden. Die deutsche Produktion ermöglicht es, dass die Spitze auch bei Wind und Wetter stabil bleibt. Denn nahtlos warmgewalzte Hohlprofile eignen sich besonders für anspruchsvolle Bauprojekte wie diese, da sie überaus stabil sind. Außerdem sollen sie ästhetischer sein, weil sie ohne Übergänge daherkommen. „Es macht uns stolz, einen deutschen Beitrag zu einem der wichtigsten Bauwerke der Welt zu liefern“, sagt Norbert Keusen, Vorsitzender der Geschäftsführung der V & M Deutschland GmbH. Das Beispiel belege, wie vielseitig einsetzbar die Rohre seien und höchsten Anforderungen standhielten. Hergestellt wurden die Hohlprofile größtenteils in Düsseldorf und Mülheim an der Ruhr.

© picsy, Fotolia

Der Grundriss des Turms des One World Trade Centers besteht aus zwei ineinander gelegten Quadraten. Das obere wurde in einem Winkel von 45 Grad gedreht, so dass das obere in das untere hineinpasst

Im gesamten Gebäude werden SpezialArmaturen in den Waschbereichen und Toiletten unter dem Qualitätssiegel „Hightech made in Germany“ montiert. Die iqua SOLino-Armaturen der HighTech Design Products AG aus München gewährleisten die Wasserversorgung. Sie sind berührungslos zu bedienen und somit besonders hygienisch. Außerdem arbeiten die Wasserspararmaturen mit Solarenergie. Durch diese Funktionen sparen diese Armaturen im Vergleich zu herkömmlichen Waschtischarmaturen bis zu 70 Prozent Wasser ein. Das Solarenergie-Modul wandelt Tages- und Kunstlicht in nutzbare Betriebsenergie um. So wird die Lebensdauer der Batterien auf bis zu acht Jahre verdoppelt.


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Links für Studierende

Weitere Studiengänge in der IngenieurStudiengangSuche von THINK ING. unter: www.search-ing.de

Gigantische Prestigeprojekte wie Wolkenkratzer sind ein unerschöpflicher Fundus für Kuriositäten, Rekorde und technische Höchstleistungen beeindruckende 634 Meter hoch und auch der zurzeit höchste Sendemast der Welt im US-amerikanischen Bundesstaat North Dakota bringt es auf 629 Meter, aber beide zählen nicht zu den Skyscrapern, denn sie sind keine Nutzbauten im eigentlichen Sinn.

© www.raisdorf-inside.de

© www.raisdorf-inside.de

die es bis zur Dachkante auf 300 bis 499,99 Meter bringen, und die absoluten Giganten schließlich, die in der Dimension von über 500 Metern bis zur Spitze rangieren, hören auf den Namen Hyperhoher Wolkenkratzer (hyper tall skyscraper).

Wolkenkratzer in Chicago

Der Begriff Hochhaus gilt allgemein für Gebäude mit einer Höhe von mehr als 40 Metern oder mehr als 12 Stockwerken. Hoch ist aber nicht gleich hoch. Ab 100 bis 150 Metern spricht man erst von Wolkenkratzern. Da in den letzten Jahren vor allem im asiatischen Raum immer mehr dieser architektonischen Riesen entstanden sind, wurden sogar Untergruppen eingeführt, die die Höhe der turmartigen Gebäude noch exakter kategorisieren sollen. So gilt die Bezeich-

Die US-Metropole Chicago besitzt über 1.100 Wolkenkratzer

Wichtig ist auch zu wissen, dass diese städtebaulichen Leuchttürme nur dann als Wol-

Dass Menschen in Bezug auf Gebäude schon immer hoch hinaus wollten, ist seit dem

850 m 800 m 750 m 700 m 650 m 600 m 550 m 500 m 450 m 400 m 350 m 300 m 250 m 200 m 150 m 100 m 50 m Burj Khalifa (Dubai)

One World Trade Center Pentominium (New York) (Dubai)

nung Wolkenkratzer (skyscraper) nun für Bauten, die sich 150 bis 299,99 Meter vom Boden erheben, Superhoher Wolkenkratzer (super tall skyscraper) dürfen dann all jene genannt werden,

Taipei 101 (Taipeh)

Petronas Towers (Kuala Lumpur)

kenkratzer bezeichnet werden dürfen, wenn sie von Menschen zum Wohnen und Arbeiten genutzt werden. So ist der Fernsehturm Tokyo Sky Tree in der japanischen Hauptstadt zwar

Willis Tower (Chicago)

Empire State (New York)

biblischen Turmbau zu Babel bekannt. Der höchste jemals vorgeschlagene WolkenkratzerEntwurf kam aus Japan. Er stammt aus dem Jahre 1980 und nannte sich X-Seed 4000.

Bild Hintergrund © MaxX, Fotolia

Bauingenieurwesen, Bachelor und Master an der RheinischWestfälischen Technischen Hochschule Aachen: s.think-ing.de/bau-aachen Konstruktiver Ingenieurbau, Master an der Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover s.think-ing.de/konstruktiveringbau-hannover Konstruktiver Hoch- und Ingenieurbau, Master an der Beuth Hochschule für Technik Berlin s.think-ing.de/hochbau-berlin Bauingenieurwesen, Bachelor Dual an der Universität Siegen s.think-ing.de/bau-siegen Bauingenieurwesen, Master an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig s.think-ing.de/bau-leipzig Bauingenieurwesen, Bachelor an der Bauhaus-Universität Weimar s.think-ing.de/bau-weimar Bauingenieurwesen, Bachelor an der Fachhochschule Lübeck s.think-ing.de/bau-luebeck

Geplante Viertausender und Skyscraper in Schieflage

© Theanphibian, Wikimedia Commons (CC BY-SA 3.0, creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0)

So hart wie der in Wolkenkratzern eingesetzte Stahl ist die Jobsuche für Ingenieurinnen und Ingenieure ja beileibe nicht, aber für das Studium der geeigneten Fachrichtungen Bauingenieurwesen, Stahl- oder Hochbau sowie Konstruktiver Ingenieurbau benötigt man schon eine gute Portion Fleiß, Interesse für Werkstoffe und Konstruktionen sowie ein belastbares mathematischphysikalisches Wissen. Dann stehen einem viele Berufsfelder offen, denn Einsatzgebiete und Bauten mit stahlharten Tatsachen gibt es überall: Brückenkonstruktionen und Hochhäuser, Industrie- und Gewerbebauten, Hallen, Bahnhöfe, Türme und Stadien oder Spezialbereiche wie Seilbahnen, Tunnel- oder Pipeline-Röhren. Eins steht fest: Ohne die traditionsreiche, aber hochmoderne metallische Legierung Stahl ist stabiles Bauen überhaupt nicht mehr denkbar.

»» W I S S E N S W E R T E S


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»» W O L K E N K R A T Z E R IN DEUTSCHLAND „Mainhattan“

Der Burj Khalifa ist mit 828 Metern der höchste Wolkenkratzer der Welt und steht in Downtown Dubai – umgeben von Wüste

© 2010 Capital Gate

Die Gebäudespitze des 828 Meter hohen Burj Khalifa ist bei klarer Sicht aus über 100 Kilometern Entfernung zu erkennen. Wie man es auch betrachtet, Dubai wird noch lange den Rekord des weltweit höchsten Bauwerks innehaben. Daneben gibt’s noch die Rekorde für die

Nicht das höchste, aber das schiefste Gebäude der Welt: Capital Gate in Abu Dhabi – 160 Meter hoch mit einer Neigung von 18 Grad

weltweit meisten Stockwerke geraten – einen Kirchturm im sowie die höchste genutzte ostfriesischen Ort Suurhusen, Etage und Aussichtsplattform. der eine Neigung von über fünf Sieger in allen Disziplinen – so Grad aufweist. Was der Wüslieben es die Scheichs. Aber tenstaat Abu Dhabi aber im gerne auch luxuriös: In den Jahre 2010 mit voller Absicht unteren 37, der nutzbaren 163 aus dem Boden hat wachsen Etagen, residiert man im Giorgiolassen, ist ein wahrer Gigant, Armani-Hotel, Stockwerk 38 bis wenn es um schräge Konstruk108 verfügt über 700 Appartionen geht. Der Wolkenkratzer tements und darüber wird in Capital Gate Tower ragt 160 43 Büroetagen gearbeitet oder Meter in den Himmel und in exklusiven Suiten relaxed. weist eine 18-Grad-Neigung Für den Bau des Riesen waren auf, die ihn zum schiefsten insgesamt 330.000 Kubikmeter Skyscraper der Welt macht. Beton und Unmengen von Stahl Ein Anblick, bei dem so mannötig. Sogar die Bundesrepublik hat ihren Anteil am Rekordgebäude: einige tausend Tonnen Stahl, die in den oberen Geschossen des Burj Khalifa verbaut wurden, sind RecyDas Pentominium in Dubai soll 2014 fertig werden und eine Höhe von 516 Metern erreichen. Für geringe Windanfälligkeit sorgen cling-Stahl sechs – wie halb geöffnete Schubladen wirkende – Fassadeneinaus dem schnitte. Sie machen das Riesengebäude windschnittiger und sind gleichzeitig gigantische hängende Gartenanlagen. abgerissenen Berliner Palast der Republik. chem schon von außen das Herz in die Hose rutscht. Steht Der schiefe Turm von Pisa hat man aber erstmal im Gebäusich ja im Laufe der Geschichte de, kann man sich nach einer selbst zur Seite geneigt – exakt möglichen Schwindelattacke um vier Grad. Und Deutschland schnell wieder erholen: Das besitzt sogar den Rekordhalter Innere des Betongiganten im Hinblick auf Gebäude, die beherbergt ein 189 Zimmer von selbst auf die schiefe Bahn umfassendes Hyatt-Hotel. // © Aedas/CTBUH

Die 4000 im Namen steht wirklich für die geplante Höhe dieses unglaublichen Projekts. Ähnlich einem Vulkankegel sollten in diesem gigantischen Wohnpalast – errichtet auf einer künstlichen Insel in der Bucht von Tokio – in 800 Stockwerken etwa eine Million Menschen Platz finden. Rund 30 Jahre Bauzeit, 500 Millionen Tonnen Stahl und bis zu 712 Milliarden Euro wären für die Verwirklichung dieser kühnen Vision nötig gewesen. Eine Fahrt bis zur Spitze mit den 200 Personen fassenden Aufzügen, die in riesigen Stahlrohren innerhalb des Gebäudes hoch und runter gleiten sollten, hätte 30 Minuten gedauert.

Während in den Emiraten, asiatischen Ländern und in den USA Skyscraper weiterhin wie Pilze aus dem Boden sprießen, gibt es in Deutschland gerade einmal 13 Gebäude, welche die Marke von 150 Metern übertreffen. Vorreiter-City ist Frankfurt am Main mit zwölf dieser Wolkenkratzer. Da viele deutsche Städte von Kirchtürmen und Kuppeln geprägt sind, wehrt sich die lokale Politik zumeist gegen solche Bauvorhaben, um das klassische Erscheinungsbild zu erhalten. Frankfurt am Main, die Ausnahme, ist auch bekannt als „Mainhattan“. Hier steht das höchste Gebäude Deutschlands: Der Commerzbank Tower wurde 1997 fertig gestellt und misst 259 Meter bis zum Dach, und sogar 300 Meter inklusive Antenne. Außerhalb der Bankenmetropole steht in Deutschland nur noch in Bonn ein Wolkenkratzer. Der Post Tower in der ehemaligen Bundeshauptstadt erreicht eine Höhe von 163 Metern. Auch im europäischen Vergleich braucht Frankfurt als Hochhausstadt nur wenige Vergleiche zu scheuen. Höhere Gebäude finden sich allein in Russland und der Türkei. In London sind derzeit zwei Wolkenkratzer im Bau, die in diesem Jahr eröffnet werden und den Commerzbank Tower überragen sollen. // Impressum Herausgeber: GESAMTMETALL Gesamtverband der Arbeitgeberverbände der Metall- und Elektro-Industrie e. V. Voßstraße 16 10117 Berlin Objektleitung: Wolfgang Gollub (verantw.) Druck: color-offset-wälter GmbH & Co. KG, Dortmund Redaktion und Gestaltung: concedra gmbh Bochum

Wolkenkratzer - THINK ING. kompakt 02/2012  

Städte wie New York oder Toronto beeindrucken mit ihrer atemberaubenden Skyline. Wolkenkratzer sind imposante Zeugnisse schwindelerregender...