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MENSCHEN

Tierisch auf der Jagd Von der kleinen Kompaktkamera zum Profi-Equipment: Levi Fitze ist als selbständiger Naturfotograf durchgestartet.

Mit seinem jungen Alter hat Levi Fitze geschafft, wovon viele nur träumen. Als freiberuflicher Naturfotograf und Filmemacher ist er in den schönsten Ecken der Welt für das perfekte Motiv unterwegs. Am meisten Zeit verbringt er aber dort, wo er aufgewachsen ist: in den Schweizer Alpen. Seit er ein kleiner Junge ist, sucht er die Begegnung mit der heimischen Tierwelt. Eine Art hat es ihm besonders angetan. Kein Wunder, widmet er ihr nun einen Dokumentarfilm.

TEXT: NOEMI BACHOFNER, FOTOS: LEVI FITZE

Welcher 20-Jährige kann schon von sich behaupten, einem Löwen in freier Wildnis von Angesicht zu Angesicht gestanden zu haben? Levi Fitze kann das. Zu verdanken hat er dieses besondere Erlebnis seiner grossen Leidenschaft der Fotografie. Sie brachte ihn von einem St. Galler Fotogeschäft in die Sa­ vanne Südafrikas. Noch am Abend seines letzten Arbeitstags als Fotofachmann packte Levi seine Koffer. Im Gepäck eine Handvoll Kameras. Ein Bekannter hatte ihm angeboten, ihn auf eine Reise nach Südafrika mitzunehmen. Im Gegenzug solle der junge Fotograf ein paar Tierbilder für ihn schiessen. Bis anhin hatte der Ostschweizer vor allem die Tierwelt der Bündner Alpen vor der Linse gehabt. Mit der Reise nach Südafrika ging für den angehenden Naturfotografen ein Traum in Erfüllung. Für den damals 18-Jährigen waren es die ersten Ferien ausserhalb Europas. Auch eineinhalb Jahre später spürt man Levi die Begeisterung noch an, wenn er von diesem Abenteuer erzählt. «Wir installierten Kameras an einem umgelegten Büffel, um das Foto von 18

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weiter weg auszulösen. Nur etwa 15 Meter entfernt von uns lagen vier Löwenbrüder im Gebüsch.» Nachdem er die Fotos geschossen hatte, schnappte sich eine der Raubkatzen eine Kamera und biss das Objektiv kaputt. «Das ist Adrenalin pur, solche Momente kannst du in der Schweiz gar nicht erleben», sagt er lächelnd. Die Glücksgefühle liessen ihn auch den Frust über das defekte Objektiv vergessen. Das tolle Bild, das dabei heraussprang, war nur noch Krönung.

Der frühe Vogel fängt die Fotopreise Inzwischen ist Levi selbstständiger Naturfotograf und Filme­ macher. Sein Beruf lockte ihn an einige der idyllischsten Orte der Welt. Seine Bilder zeigen die schönsten Facetten der Erde. Von Pinguinen und Seelöwen auf den Falklandinseln über Pumas und Guanakos in Patagonien bis zu Papageientaucher und Hirschen in Norwegen. Am liebsten ist er aber in seiner Heimat unterwegs: den Schweizer Alpen. Schon als Kind verbrachte der Appenzeller etliche Sommer auf einer Alp im Bündner Tal Val Lumnezia. Insbesondere die Tiere der Lüfte hatten es dem kleinen Jungen angetan. Deshalb schloss er sich einer Jugendgruppe an, mit der er seine Begeisterung teilen konnte. «Wir waren fast jedes Wochenende unterwegs und machten uns auf die Suche nach spannenden Vögeln», erzählt der Fotograf. «Wir hatten ganze Listen an Vogelarten, die wir sehen wollten.» Begleiterin auf seinen Expeditionen war eine kleine blaue Coolpix-Kompaktkamera. Damit versuchte er die Vögel durch den Feldstecher zu dokumentieren. Wenn der Fotograf heute daran zurückdenkt, muss er schmunzeln. Der frühe Vogel 1/2025

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