Schweizer Landtechnik 05/2016

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Schweizer Landtechnik

Mai 2016

ENERGIE UND BAUWESEN Radieschen und Solarstrom Viel Komfort trotz wenig Stroh Sanfter Schwerarbeiter von Claas Abstandsauflagen Pflanzenschutzmittel


– . 0 0 0 0 5 CHF ve Landwirte für innovati

2016 Innovations-Wettbewerb Eine Initiative der emmental versicherung

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Haben Sie eine neuartige, überraschende Idee mit Erfolg realisiert? Bieten Sie eine einzigartige Dienstleistung oder ein besonderes Produkt an? Dann bewerben Sie sich. Sie können viel mediale Beachtung und Geld gewinnen. Einsendeschluss ist der 30. Juni 2016. Mehr Infos unter www.agropreis.ch


Editorial • Inhalt Mai 2016   ■

■ Aktuelles 4

Editorial

Kurzmeldungen

■ Markt 8

Robert Aebi Landtechnik AG: Interview mit Daniel Bernhard und Franz Fankhauser

Schwerpunkt Energie und Bauwesen

12 Radieschen und Solarstrom 16 Licht im Fokus der Tierhaltung 20 Das Einstreuen erleichtern 23 Aus Sonnenlicht wird Gas 26 Haupt- und Nebennutzen von Entmistungsrobotern 28 Viel Komfort trotz wenig Stroh

Roman Engeler

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Das instabile Wetter von Ende April bis Anfang Mai hat es wieder einmal gezeigt: Für eine qualitativ hochstehende Ernte – in diesem Fall für die Grassilage – stehen oft nur sehr enge Zeitfenster zur Verfügung, und will man diese nutzen, braucht es entsprechend Schlagkraft, Leistungsfähigkeit, aber auch Einsatzsicherheit.

■ Wissen 31

Ergonomie beim Melken

■ Impression 32 36 38

Sanfter Schwerarbeiter von Claas Schwaden – am laufenden Band Getrieberevolte bei JCB-Teleskopladern

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■ Management 42 44 45

Neue Weisung beim Pflanzenschutzmitteleinsatz 30 km / h – was nun? Praxisfrage: Doppelrad versus Breitreifen

■ Plattform 46 48 50

Technische Innovationen für das Berggebiet Maschinenverbesserer von Beruf DLG-Feldtage 2016

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Feuerwehr fährt mit

■ Passion 54

Alpina «Oekonom»

■ SVLT 56 Auf Wiedersehen im Waadtland 59 Auffrischen: «Erfolgreich silieren» 60 Sektionen 62 Der Nidwaldner Sektionspräsident im Porträt 63 Kurse und Impressum

Doppelspiel von Schatten und Licht – viel Mut und Ertrag auf lange Sicht. Radieschen und Stromproduktion zugleich.

Die Basis dazu ist eine moderne und innovative Landtechnik. Die Vielfalt an Geräten, egal für welche Tätigkeit, ist heute enorm. Das stellt die Redaktion der Schweizer Landtechnik immer dann aufs Neue fest, wenn zu einer bestimmten Maschinenkategorie eine Marktübersicht erstellt wird. Da heisst es jeweils aufpassen, damit ja kein Hersteller oder Importeur vergessen geht. Dies hat aber auch zur Folge, dass solche Übersichten kaum mehr immer eins zu eins im Heft wiedergegeben werden können, sondern über unsere Webseite agrartechnik.ch zum Download bereitstehen. Für einen funktionierenden Wettbewerb braucht es aber diese Vielfalt von Maschinen und Herstellern. Anderseits ist es für den potenziellen Anwender oft nicht einfach, aus dieser Vielfalt die Vor- und Nachteile verschiedener Mechanisierungsvarianten einschätzen zu können. «Leistet die Maschine auf meinen Betrieb auch das, was sie mir verspricht?», ist wohl die Standardfrage, die man sich bei, oder besser vor jeder Investition stellt.

■ Sicherheit 52

Vielfalt

www.youtube.com/ agrartechnikCH

www.facebook.com/ CHLandtechnik

Guter Rat ist bekanntlich teuer – oder in diesem Fall auch nicht. Denn mit der Schweizer Landtechnik erhalten Sie gerade für solche Fragen Monat für Monat Grundlagen, die deren Beantwortung etwas leichter macht. Ausgabe Nr. 6/7 erscheint am 16. Juni 2016

Bild: Dominik Senn

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n  Aktuelles

In Kürze ■  Mitas bietet für alle «Premium»-Reifen, die ab Januar 2014 produziert und / oder in Europa verkauft worden sind, ab sofort ­ eine sechsjährige Gewährleistung ab Produktionsdatum an. Zudem hat der Reifenhersteller die höchste Stufe in der Lieferantenbe­ wertung von John Deere erreicht. ■  Rechtzeitig für die aktuelle Erntesaison ­ hat Lely seinen 100 000. Zettwender vom Typ «Lotus» einem holländischen Kunden übergeben können. ■  New Holland war heuer Partner des dritten europäischen Kongresses der Junglandwirte und dokumentierte so die Bereitschaft, den landwirtschaftlichen Nachwuchs in der effizienten und nachhaltigen Nutzung von Technik zu unterstützen. ■  Der langjährige technische Geschäftsführer bei Weidemann, Hans-Heinrich Schmidt wurde im April in den Ruhestand verabschiedet. Sein Nachfolger ist Klaus Pohl, der bereits seit Februar letzten Jahres im Bereich Technik bei Weidemann tätig ist. ■  Seit Anfang April ergänzt Wolf van Lengerich die Geschäftsführung bei Krone, wo der 43-jährige Jurist die Verantwortung für den kaufmännischen Bereich übernimmt. ■ Die Agritechnica expandiert nach Asien. So wird die organisierende DLG im Frühjahr 2017 in Thailand eine asiatische Version der Messe organisieren. ■  Claas hat mit dem «Lexion 780» ­ den vom amerikanischen Magazin «Diesel ­Progress» verliehenen «Diesel Progress ­E xcellence Award» in der Kategorie «landwirtschaftliche Ausrüstung» gewonnen. ■  Am 14. und 15. September 2016 findet in Villers-Saint-Christophe (F) die nächste ­« PotatoEurope» statt. Auf einem Gelände von 23 ha wird alles rund um den Kartof­fel­ bau zu besichtigen sein. ■  Fendt und Saaten-Union haben ihren traditionellen Feldtag in Wadenbrunn ­aufgrund der angespannten wirtschaftlichen Lage für heuer abgesagt. ■  Kärcher ist 2015 gewachsen und ­erwirtschaftete mit 2,22 Mrd. Euro Umsatz über 5 % mehr als ein Jahr zuvor. ■  Der japanische Reifenhersteller Yokohama Rubber hat verkündet, alle Anteile der Alliance Tire Group (ATG) zu übernehmen. ■  Der tschechische Hersteller Mitas hat speziell für das T­ raktorpulling den PowerpullReifen entwickelt. Jetzt wurde dieser Reifen zum Verkauf in E­ uropa freigegeben.

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Diebstählen vorbeugen Vor dem Hintergrund der Zunahme ­von Landmaschinendiebstählen weist Case IH auf technische Möglichkeiten zum Schutz hin. Mit der Telematik-Lösung «AFS Connect 2.0» können nicht nur alle wichtigen Maschinendaten jederzeit über das Internet abgerufen werden, das System bietet auch innovative Sicherheitsfunktionen. Ein Bewegungssensor informiert beispielsweise per ­E-Mail, wenn ein Traktor oder Mähdrescher nicht in Betrieb ist, aber trotzdem bewegt wird. Erfahrungen zeigen, dass die Maschinen bei Diebstählen häufig

per Tieflader transportiert werden. Ein weiterer Sensor überwacht den Füllstand im Tank. Sobald der Dieselverlust mehr als 5 % beträgt, erfolgt der automatische Versand einer Alarmnachricht. Das System verfügt über eine eigene Stromversorgung und funktioniert auch bei abgeklemmter Batterie. Da­ rüber hinaus können Anwender auch Sperrzeiten oder Zonen definieren, in denen die Maschine stillstehen muss. «AFS Connect» kann auch auf älteren und auf Maschinen anderer Marken installiert werden.

Boden schonen per App Am Feldrand kann ein Blick aufs Smartphone ge­ nügen, um den idealen Reifenfülldruck zu ermitteln: Die kostenlose Luftdruck-App von Michelin trägt ­ zur produktiven und bodenschonenden Arbeit bei. ­ Die Benutzung der App ist denkbar einfach. Lediglich die maximale Achslast des Traktors vorne und hinten ist einzugeben. Anschliessend wählt der Nutzer den auf der Vorder- und Hinterachse montierten Reifentyp und schiesst mit dem Smartphone ein Foto des Traktors. Das in die App integrierte Kameramodul vereinfacht die für die Berechnung der Lastverschiebungen notwendigen Dateneingaben. Auf Basis der Werte errechnet das Programm die Gewichtsverteilung auf ­ den Achsen und den optimalen Luftdruck für die Reifen, je nach gewünschter ­ Beladung und Geschwindigkeit.


Aktuelles   n

Schnell gegen langsam Innert zehn Minuten auf 2,5 ha Schneckenkorn ausgebracht hat René Koch aus Fislisbach AG. Er bietet Quads mit Streuer-Aufbauten an, die er nach in­ dividuellen Wünschen seiner Kunden fertigt. Für solche Arbeiten eignen sich am besten Fahrzeuge mit langem Radstand, 4 × 4-Antrieb und Differen­tialsperre. Wichtig sei ein gut funk­ tionierender Streuer, beispielweise ein «APV ES 100 M3 Special» (Bild), mit dem auf einfache Weise auch Zwischenfrüchte, Untersaaten, Insektizide, Rotations- und Dauerbrachen sowie Dünger ausgebracht werden können. Ein vorne angebrachtes Modul lässt Arbeitsbreite, Saatstärke und Streubild nach Bedarf stufenlos variieren.

Das Gesamtpaket gibt es für unter 13 000 Fr., inklusive Quad, Streuer, Einführung, Beratung, Testfahrten und Homologation, aber ohne Aufbau, weil dieser individuell erfolgt. Die Vorteile liegen gemäss Koch auf der Hand: Kurze schnelle Anfahrt, schnelles Wen­ den, geringer Bodendruck, Streubreiten bis 25 m und Überfahrten auch bei nassen Böden. Wer sich eigenhändig überzeugen möchte, kann dies an der ATV- und Quad-Ausstellung am Samstag, 14. Mai 2016, auf dem Dorfplatz Fislisbach tun und dort einen Termin für Testfahrten vereinbaren. Vorgestellt werden auch weitere landwirtschaftliche Anwendungen dieser Fahrzeuge.

Überlegte Investition Nach reiflicher Überlegung – vor sechs Jahren hatte sich Urs Manser erstmals mit dem Thema «Fütterungsroboter» befasst – entschied sich die Bauernfamilie aus Weissbad (AI) für den Kauf eines vollautomatischen Fütterungs­roboters der Firma Wasserbauer. Anfang April, anlässlich eines Tags der offenen Stalltür, konnte Manser auf eine erfolgreiche Winterfütterungsperiode 2015 / 16 zurückblicken. «Ziel der Investition war es, eine merkliche Entlastung von immer wiederkehrenden Arbeiten und eine bedarfsgerechte Fütterung zu erreichen. Der Fütterungsroboter erfüllt meine Erwartungen voll und ganz», so Manser.

Kabine der Zukunft An der Bauma in München wurde erstmals die einem geschliffenen Diamanten nachempfundene Modellkabine «Genius Cab» gezeigt. Die in dieser Kabine ein­ gebauten Innovationen sollen konkrete Nutzerbedürfnisse mit seriennaher Technik bedienen. So sind beispielsweise in die Rückspiegel Kameras eingebaut, ­die dann in der Kabine auf zwei Bildschirmen die entsprechenden Bilder wiedergeben. Zudem verdeutlicht dieses Konzept, ­wie dank Zusammenarbeit verschiedener Firmen das grosse Potenzial einer effizien­ ten Systemintegration genutzt werden kann. Die integrierten Komponenten setzen hinsichtlich Sicherheit, intuitiver Be­ dienbarkeit, Fahrerkomfort, Wartung und Design neue Massstäbe, sind sie doch alle aufeinander abgestimmt. Das Kabinenkonzept wurde von der Bauma mit einem Innovationspreis prämiert.

Zetor zeigt den «Major» Zetor zeigte kürzlich den Prototyp des «Major», einer neuen Baureihe, die ab Ende Jahr mit zwei Maschinen an den Start gehen soll. Die mit ­4-Zylinder-Motoren bestückten Modelle liegen in einem Leistungsbereich von 75 PS u ­ nd sollen mit verschiedenen Getriebevarianten (12 × 12 oder 24 × 24) inklusive hydraulischer Wendeschaltung ausgestattet werden. In der Kabine kommt eine neue integrierte Bediensäule hinzu.

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n  Aktuelles

«Helios 400» im Ersteinsatz In Sichtweite zur Formel-1-Strecke in Spielberg (Österreich) zog Vogel & Noot nicht n ­ ur die ersten Furchen mit dem neuen, vollhydraulisch bedienbaren Anbaupflug «Helios 400», sondern auch ein positives Fazit (und einen Vergleich zur Formel 1) aus diesem Ersteinsatz. Bei diesem Pflug können mit der neuen Komfortbox sämtliche Hydraulikfunktionen gleichzeitig per Knopfdruck gesteuert werden. Das «Shell-Power-FrameSystem» (Bild) stellt die Verbindung zwi­schen Wendevorrichtung und Rahmenrohr dar, was den Maschinen eine bessere Stabilität verleihen soll. Völlig neu ist das Grindelträgerpaket, das sich leichter, gleichzei­tig aber noch stärker präsentiert. Die Aus­ lösekraft der Scherbolzen-Steinsicherung liegt bei 7,5 t. Neu ist auch der Anbauturm, ­der eine integrierte Werkzeugbox enthält.­­

Vorteile für den Roboter Eine Studie von CRV Niederlande zeigt, dass Milchviehhalter mit einem Lely«Astronaut»-Melkroboter punkto Milchertrag, Lebensleistung und Eutergesundheit bessere Ergebnisse erzielt als andere. Die auf Daten von über einer Million Kühen (14 000 Betriebe) basierende Studie attestiert den «Astronaut»-Robotern durchschnittlich 4 % mehr Milch im Jahr

(im Vergleich mit anderen Melkrobotermarken) und so­gar 10 % mehr Milch (im Vergleich mit konventioneller Melktechnik). Trotz höherer Produktivität gebe es kaum einen Unterschied bei den Fruchtbarkeitsergebnissen, heisst es bei Lely. Die somatischen Zellzahlen der Kühe, die von einem «Astronaut» gemolken werden, sind jedoch nie­driger.

Fliegl «ADS 120» mit DLG-Anerkennung

Über einen zentral positionierten Zylinder am Verstellschlitten erfolgt die hydraulische Spur­ anpassung, die bei Bedarf jederzeit nachgerüstet werden kann. Bei diesem Vario-Pflug verstellen sich mit der Schnittbreite automatisch auch Zugpunkt und Vorderfurchenbreite, was einer der aufwendigsten Konstruktionsaufgaben bei ­der Entwicklung der neuen Pflugreihe gewesen war.

«Your Working Machine» «Clever – kompakt – kraftvoll»: So bezeichnet Valtra die Traktoren der «N»-Serie. Die mit Agco-Power-Motoren ausgerüsteten Traktoren leisten zwischen 115 bis 185 PS, erfüllen die Abgasstufe 4 mit einem SCR-System und waren in den letzten Wochen in der Schweiz zu ­Vorführzwecken unterwegs. Die Probefahrer wurden unterstützt durch ein Valtra-Team, dem Armin Ruh, Verkaufsleiter Valtra bei GVS-Agrar, Timo Mattila, Produkt-Manager Valtra, und Christian Walder, Kundendienst bei GVS-Agrar, angehörten (v. l. n. r.).

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Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft (DLG) unterzog kürzlich den Miststreuer Fliegl «ADS 120» mit dem Streuwerk «Profi VS» einem intensiven Test und konnte danach das Gerät für seine Verteilqualität bei Stallmist mit dem begehrten Prüfzeichen «DLG-­ Anerkannt» auszeichnen. Der Streuer wurde in den Ausstattungsvarianten elektrische Regelung des Abschiebevorschubs über Potentiometer und automatische Regelung mit «VarioSens» getestet. Beim Test erreichte der Streuer beim Ausbringen von 10 und 30 t / ha

sehr gute Verteilqualitäten. Sowohl in der Quer- als auch in der Längsverteilung liegen die berechneten Variationskoeffizienten unter 15 %.


Aktuelles   n

Automatisierte Stückholzfeuerung Schmid Energy Solutions kommt mit zwei neuen Produkten auf den Markt. Zum einen ist es die Stückholzfeuerung «Novatronic», die mit einfacher Bedienoberfläche und moderner Regeltechnik mehrere witterungsgeführte Heizkreise so reguliert,

dass die Ansteuerung von einem bivalenten Heizkessel problemlos möglich ist. Darüber hinaus erlaubt die Anbindung ans Internet eine Überwachung der Heizung via Tablet, Smartphone oder PC. Dank der Unterdruckregulierung wird die Verbrennung im Teillastbetrieb optimiert, der Saugzugventilator kann dadurch mit reduzierter Drehzahl betrieben werden und ­ die Geräuschemission des Kessels sinken. Dann ergänzt «Easytronic» mit wech­ selseitig anschlagbaren und selbstnachstellenden Kesseltüren das Sortiment. Durch diese patentierte Technik werden Undichtheiten und Falschluft vermieden, wodurch sich die Betriebssicherheit und die Lebensdauer erhöhen.

SMSWET TBEWERB Jeden Monat verlost die Schweizer Landtechnik in Partnerschaft mit einem Landmaschinenhändler ein attraktives Traktorenmodell.

In dieser Ausgabe ist es ein John Deere «6210R» von Siku im Massstab 1:32. Hauptstrasse 34 9556 Affeltrangen

Schreiben Sie eine SMS (Fr. 1.–) mit SVLT-Name Adresse an die Nummer 880, und gewinnen Sie mit etwas Glück dieses Modell des Traktors John Deere «6210R». Der glückliche Gewinner des Modells Claas «Xerion 5000», das in der April-Ausgabe der «Schweizer Landtechnik» zur Verlosung ausgeschrieben wurde, heisst Beat Gürber und kommt aus Waltenschwil AG.

«Wieder daheim»

Neue Mittenschwader Rechtzeitig auf die beginnende Futtererntesaison hat Pöttinger mit dem neuen Mittenschwader «Top 962 C» (oben) eine schlagkräftige und kostengünstige Alternative zu den 4-KreiselSchwadern auf den Markt gebracht. Mit einer Arbeitsbreite von 8,90 bis 9,60 m und dem grossen Kreiseldurchmesser von 4,30 m ist die Maschine auf maximale Leistung ausgelegt.

Mit einem Tag der offenen Tür feierte die Stoll Technik in Wilchingen SH die Rückkehr aus der Industriezone weg ins Dorfzentrum. «Damit sind wir noch mehr für unsere Kunden da», sagte Inhaber Werner Stoll, der exklusiver Importeur von KMS Rinklin Weinbaugeräten ist und dazu Sauerburger Weinbaugeräte und Pasquali Weinbautraktoren vertreibt. Sein zweites Standbein ist der Import von Greno-Forstmaschinen, dazu ist er Handelsvertreter des neuen Equus-Rückefahrzeuges. Weiter verkauft Stoll die Programme von Same Deutz-Fahr, ­Lemken, Pöttinger und JCB-Teleskoplader. Was nicht fehlen durfte, waren am Fest der Rückkehr diverse Auftritte der bekannten Alphornsolistin Lisa Stoll (auf dem Bild rechts). Sie ist seine Nichte und lebt bei den Eltern auf dem Bauernhof in Wilchingen.

Bis zu 8 m breit arbeitet der neue Doppelschwader «Andex 804» von Vicon aus der «Proline»-Familie (unten). Mit einer Transporthöhe, die ohne Dazutun unter 4 m liegt, einer Transportbreite von 2,75  m und in Verbindung mit dem aktiv gesteuerten Fahrwerk (Einschlagwinkel von 80°)­ ist diese Maschine ideal für schmale Strassen und enge Feldeinfahrten.

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n  Markt | Aktuell

Aus einer Hand Im letzten Sommer haben sich die Traditionsfirmen Althaus (und Mahler) mit Matra zur Robert Aebi Landtechnik AG zusammengeschlossen. Daniel Bernhard und Franz Fankhauser geben im Interview Auskunft über die Auswirkungen dieses Schrittes. Roman Engeler Schweizer Landtechnik: Franz Fankhauser, mit dem Verkauf Ihrer Firma sind die beiden in der Landwirtschaft bekannten Namen «Althaus» und «Mahler» verschwunden. Spüren S ­ ie nicht ein wenig Wehmut? Franz Fankhauser: Neben «Althaus» und «Mahler» gibt es ja auch «Matra» nicht mehr. Die Wehmut hält sich insofern in Grenzen, weil ich überzeugt bin, dass ­diese drei traditionellen Firmen in einem ­neuen, zukunftsträchtigen Unternehmen aufgehen können und Erfolg haben wer­ den. Regional bleibt jedoch der Name «Althaus» bestehen, als Immobilienge­ sellschaft und Grundeigentümer des Regi­ onalzentrums Ersigen von Robert Aebi Landtechnik. Können Sie kurz zusammenfassen, welche Gründe Sie zum Verkauf der Althaus-Gruppe bewogen haben? Franz Fankhauser: Althaus ist in den letzten zehn Jahren stark gewachsen. Mit der Übernahme und den laufenden Sorti­ mentsergänzungen wurde in dieser Zeit der Umsatz beinahe versechsfacht. Wir haben uns intensiv Gedanken gemacht, wie wir diese Entwicklung nachhaltig be­ wältigen können, ob wir dazu allenfalls Partner brauchen, auch im Hinblick auf die zwar nicht sofort, aber doch in einigen Jahren anstehende Nachfolgeregelung. So wurde im letzten Jahr die Chance ge­ packt, mit der Robert-Aebi-Gruppe die­ sen Zusammenschluss vollziehen zu kön­ nen.

Drei traditionelle Firmen können in einem ­zukunftsträchtigen Unternehmen aufgehen.

Haben Sie auch andere ­Varianten ­geprüft? Franz Fankhauser: Man muss sich immer mit offenen Augen und Ohren in der Bran­ 8

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che bewegen und seine Situation stets überdenken. Wir haben aber schon früh das Gespräch mit der Robert-Aebi-Gruppe gesucht – und letztlich auch gefunden! Daniel Bernhard, was war für Sie an der Althaus-Gruppe interessant? Daniel Bernhard: Ein wichtiger Punkt war das Produktportfolio, das unsere Palette von John Deere ideal ergänzt. Die Kunden wünschen in Zukunft mehr aus einer Hand. Ich bin überzeugt, dass wir mit den Ma­ schinen, die bisher von Althaus und Mahler vertrieben wurden, diesbezüglich auf dem richtigen Weg sind. John Deere pflegt einen klaren, durchgestylten Auftritt. Da wirken doch die neuen Produkte fast ­ wie ein Fremdkörper? Daniel Bernhard: Das wird der Schlüssel­ für eine erfolgreiche Zukunft sein. Der Kunde möchte wie erwähnt mehr aus e­ iner Hand. Er kennt den gepflegten und pro­ fes­ sionellen Auftritt von John Deere und wird dies auch mit dem neuen, nun grös­seren Produktportfolio in Verbindung ­brin­gen.

Die Kunden wünschen ­ ­in Zukunft mehr a ­ us einer Hand.

Das Produktportfolio passte für R ­ obert Aebi, gab es keine Überschneidungen? Daniel Bernhard: Doch, die gab es, da mussten wir uns entscheiden, ob wir das wollen oder nicht. Dann gab es auch Her­ steller, die sich Gedanken machten, ob sie den Schweizer Markt mit uns zusammen bearbeiten wollen. So wollte beispielswei­ se Pöttinger weiter Traktor-unabhängig bleiben, und bei den Forstmaschinen Ko­ matsu gab es eine Überschneidung, sodass diese Zusammenarbeit in gemeinsa­ men Einvernehmen beendet worden ist.

Gab es deswegen ­auch Veränderungen ­im ­Händlernetz? Daniel Bernhard: Der Händler ist ja frei, er muss nicht zwingend alle unsere Pro­ dukte in seinem Sortiment haben, wenn er das nicht will. Mit der neuen Konstellation gibt es sicher punktuell gewisse Gebiets­ überschneidungen bei den Händlern. Es sind aber wenige, was mit ein Grund war, dass eben Althaus gut zu uns passte. Rein aufgrund des Zusammengehens gab es kein aktives Vorgehen unserseits bei der Veränderung des Vertriebsnetzes. Franz Fankhauser: Wir hatten ja für unse­ re Produktlinien unterschiedliche Händler­ netze. Es gab sicher da und dort Befürch­ tungen, wenn plötzlich der Lieferant nicht mehr Traktoren-neutral ist.


Aktuell | Markt   n

Daniel Bernhard: Wir versuchen natürlich mit unseren neuen und besseren Dienst­ leistungen (z. B. Ersatzteilwesen, siehe Kas­ ten), die man früher alleine nicht hätte er­ bringen können, diese Befürchtungen zu zerstreuen. Im Zuge der Übernahme entstand ­ per 1. August 2015 Robert Aebi Land-

Daniel Bernhard, Leiter Geschäftsbereich Landmaschinen bei Robert Aebi. Franz Fankhauser, zuständig für die verschiedenen Projekte im Zusammenhang mit der Übernahme von Althaus und Mahler durch Robert Aebi. Bilder: Roman Engeler

technik AG. Wie weit sind diese Arbeiten abgeschlossen? Daniel Bernhard: Von aussen gesehen könnte man annehmen, die Arbeiten seien abgeschlossen. Das Produktmanagement ist nun in Regensdorf ZH zusammenge­ fasst. Mit dem Zusammenschluss kamen nicht nur drei Unternehmen, sondern auch drei Kulturen zusammen. Da gibt es im ­Tagesgeschäft immer noch das eine oder andere zu regeln.

Mit Übernahme, so wurde das im ­ letzten Jahr kommuniziert, wolle man gleichzeitig auch in den weiteren ­ Ausbau des Vertriebsnetzes und des Sortiments investieren. Wo steht ­ man da heute? Daniel Bernhard: Was das Sortiment be­ trifft, so sind wir heute gut aufgestellt. Wir haben die starken Marken, die wir wollten. Betreffend Vertriebsnetz, vor allem die ei­ genen Standorte von Robert Aebi Land­ technik AG, haben wir einen guten Stand erreicht und wollen diesen konsolidieren. Abgeschlossen sind diese Aktivitäten aber noch nicht. Auch in Zukunft werden unse­ re eigenständigen Händler wichtige Pfeiler unseres Vertriebsnetzes sein.

neuen Räumlichkeiten läuft. Das neue Regionalzentrum soll bis Spätherbst 2016 fertig sein. Der vollständige Bezug soll dann im nächsten Frühjahr abgeschlossen sein. Dann wird auch die Einweihung statt­ finden. Daniel Bernhard: Mir wurde oft die Frage gestellt, wieso Ersigen und nicht Lyss.­ Der bisherige Matra-Standort Lyss ist ­für ein solches Zentrum überdimensioniert. Kommt dazu, dass der Standort in Lyss für die Kunden nicht einfach zu erreichen ist. Diesbezüglich eignet sich Ersigen bes­ ser, auch was die Distanzen zu den beste­ henden Zentren in Lengnau und Schwarz­ häusern betrifft.

Wollen Sie noch mehr regionale ­ Zentren unter eigener Flagge? Daniel Bernhard: Mit unseren eigenen (momentan acht) Zentren verfolgen wir zwei Ziele. Einerseits wollen wir überregio­ nal unsere Kompetenz (technisches Knowhow, Verkaufsinfrastruktur, Vorführgeräte) zum Kunden bringen. Anderseits ist ein ­solches Zentrum auch Anlaufstelle für die Vertriebspartner, wenn es um spezielle Dia­ gnosegeräte, Ersatzteile und weiteres mehr geht, damit nicht jeder Händler diese teu­ ren Anschaffungen tätigen muss. Wir ge­ hen davon aus, dass wir mittelfristig zehn bis maximale 14 regionale Zentren bewirt­ schaften werden. Diese werden aber nicht auf der grünen Wiese entstehen, sondern es werden bestehende Partner sein, die einerseits strategisch günstig liegen und bei denen die Nachfolge ungelöst ist.

Das neue Regionalzentrum soll bis Spätherbst 2016 fertig sein.

Regionale Zentren sind Anlaufstelle für die Vertriebspartner, wenn es um spezielle Diagnosegeräte, Ersatzteile und weiteres mehr geht, damit nicht jeder Händler diese teuren Anschaffungen tätigen muss.

Ein solches neues Zentrum ist ja in ­ Ersigen BE beim (ehemaligen) Sitz von Althaus im Aufbau. Wie weit sind ­diese Arbeiten abgeschlossen? Franz Fankhauser: Die alte Pflugfabrik ist mittlerweile abgerissen, und der Bau der

Wie verändert sich die Situation ­ für die eigenständigen Händler in der ­Zusammenarbeit mit Robert Aebi Landtechnik AG? Daniel Bernhard: Eine grosse Verände­ rung wird sein, dass die Händler, aber auch die Endkunden nun die Möglichkeit haben, ein grösseres Maschinensortiment aus ei­ ner Hand zu bekommen. Generell können sie von einer schlagkräftigeren Organisation (z. B. Ersatzteilversorgung und Kun­ dendienst) profitieren. Wie wird sich der Schweizer Landtechnikmarkt in Zukunft entwickeln? Daniel Bernhard: Ich bin sicher, dass es auch künftig in der Schweiz eine gesunde Landwirtschaft geben wird, die entspre­ chend Landtechnik nachfragen wird. Beim Händlernetz wird sich in den nächsten Jah­ ren wohl einiges verändern. In vielen Be­ trieben zeichnen sich Nachfolgeprobleme ab, was zu Schliessungen führen wird. Mit unserem System, unseren Regionalzentren können wir sicherstellen, dass es eben ­keine Lücken geben wird. Die Kommunaltechnik nimmt ja ­inzwischen eine wichtige Position ein. Welchen Stellenwert wird dieses ­Geschäftsfeld künftig haben? Daniel Bernhard: Der Geschäftsbereich Kommunaltechnik ist für uns jetzt schon wichtig und wird dies bleiben. Landwirte sind vermehrt im öffentlichen Bereich tä­ tig, so gesehen gibt es da sicher positive 5 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Markt | Aktuell

Synergien. Kunden aus den Bereichen der öffent­ lichen Hand sowie der Sport- und Golfplätze werden von uns sogar durch ein spezialisiertes Verkäuferteam betreut. Die Robert-Aebi-Gruppe ist in der ­ Bauwirtschaft stark verankert. Gibt es ­ zwischen den Geschäftsbereichen Landund Bauwirtschaft ­Synergieeffekte? Daniel Bernhard: Ja, solche gibt es, beispiels­ weise in der Ersatzteilversorgung, die wir für die ganze Gruppe nun zusammenführen. Weiter werden auch auf dem Bau Landmaschinen nach­ gefragt. Da kann man als umfassender Anbieter von Maschinen bereichsübergreifend aktiv sein. Zum Schluss: Hat sich der neue ­Name ­ Robert Aebi Landtechnik AG ­bereits ­eingebürgert? Daniel Bernhard: Ich denke, dass der neue Na­ me bei unseren Händlern bereits ein Begriff ist. Bei den Endkunden, in der Landwirtschaft, wird es so sein, dass man den Namen mal gehört hat, aber in Fleisch und Blut wird er wohl noch nicht übergegangen sein. So was geht lange. Wir be­ kommen ja heute noch Briefe, die an «Matra Zollikofen» adressiert sind, obwohl wir vor nun­ mehr zwölf Jahren dort ausgezogen sind.  n

Neue Ersatzteillogistik Momentan entsteht bei Robert Aebi in Regensdorf ein modernes Logistikzent­ rum für Ersatzteile, das von den Bereichen Bau- und Landwirtschaft gemeinsam genutzt werden wird. Ziel ist, die Abläufe effizienter zu gestalten und die bisherigen Ersatzteilstandorte Lyss, Obfelden und Ersigen am Hauptsitz zu vereinen. Bereits heute betreibt Robert Aebi in Regensdorf ein Logistikzentrum für Kleinteile und Paletten. Dieses wird nun um ein kompaktes voll­ automatisches «AutoStore»-System mit

Robotern ­für den Kleinteilebereich (rund 100 000 Teile) ergänzt. Dieses Lagersys­ tem ermöglicht eine bessere Ausnutzung der verfügbaren Lager­flächen und bietet höhere Effizienz an integrierten «Warezur-Person»-Arbeitsplätzen. Die Inbetrieb­ nahme des neuen Lagers ist für Herbst 2016 geplant. Teilprojektleiter Andreas Bürki ist zuversichtlich, mit der neuen Ersatzteillogistik die Prozesse günstiger, schneller und fehlerfreier abwickeln zu können.

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Schweizer Landtechnik  5 2016

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1 STATT 3 MASCHINEN UND DENNOCH RATIONELLER UND SICHERER

Michael Welz Oberembrach

Ersetzt eine neue Maschine drei Bestehende, dann dürfte ein Teleskoplader im Spiel sein. Genau das ist auf dem Landwirtschaftsbetrieb von Michael Welz in Oberembrach geschehen. Dort ermöglicht ein Giant Tendo 4548 seit zwölf Monaten eine viel rationellere Arbeitsweise und bietet seinen Nutzern deutlich mehr Sicherheit. Wenig überraschend sind zwei bisherige Maschinen bereits verkauft.

reifen Gefahr sich zu überschlagen oder der Heckstapler am Traktor konnte nur mit Bedacht zum Zug kommen. Das Thema Sicherheit beim Arbeiten oder auf Verkehrswegen stand regelmässig im Raum.

Hohe Wendigkeit für zentimetergenaue Manöver

Frau Welz hat keine Berührungsängste mit dem Giant Tendo

Offiziell liegt der Hof von Landwirt Michael Welz im Flachland oder Talgebiet. Aufgrund der zahlreichen Hügel heisst die Region auch «Emmental des Zürichbiets», was erschwerte Bedingungen vermuten lässt. Diese bestätigt Michael Welz. Einsetzbar, aber nicht lückenlos Mit den bisherigen Maschinen stiess Michael Welz immer wieder an Grenzen. Im vielerorts abschüssigen Gelände blieb der Elektrostapler beispielsweise rasch stecken, der hochbauende Hoflader lief ohne Zwillings-

Altgediente Gebäude fordern ihren Tribut Weitere Einschränkungen für den Maschineneinsatz diktiert nach wie vor der Gebäudebestand des Hofes. Dieser ist teilweise älteren Datums und erklärt, weshalb die Durchfahrtshöhen kaum mehr als zwei Meter betragen und in den Gebäuden beengte Platzverhältnisse vorherrschen. Ein Teleskoparm kompensiert das Minus an helfenden Händen Für Michael Welz kristallisierte sich immer mehr heraus, dass der Maschinenpark einer Optimierung bedurfte. Da auch die Unterstützung der Söhne aufgrund ihrer beruflichen Ausbildung wegfallen würde, musste die Bewirtschaftung unbedingt rationeller zu bewerkstelligen sein. Mit dem Giant Tendo 4548 tut sie das nun. Die kompakten Maschinendimensionen von weniger als zwei Metern in der Höhe und Breite erlauben die Einfahrt in jedes Gebäude. Das beschleunigt unter anderem die Bereitstellung von Futter oder erleichtert den Abtransport von Mist. Die Allradlenkung mit drei Lenkungsarten und der geringe Wendekreis bewirken eine enorme Wendigkeit. Zudem schätzt Michael Welz die überdurchschnittliche Hublast gepaart mit den 8-Tonnen-Achsen. Sie erlauben ein

Viel Sicherheit trotz schwerer Maisballen im abschüssigen Gelände

rationelles, stabiles und sicheres Arbeiten. Die Höchstgeschwindigkeit von 25km/h gestattet es darüber hinaus, zügig den Wald zum Holzen zu erreichen oder irgend wo im Gelände das Material zum Hagen zu platzieren. Dank dem Teleskop langt Michael Welz nun locker über die Bordwände von überbetrieblich eingesetzten Maschinen wie zum Beispiel Mistzetter. Diese werden zunehmend grösser und der frühere Hoflader wäre chancenlos. Auch bei den anstehenden Umbauten auf dem Hof wird die gesteigerte Hubhöhe zum Tragen kommen. Noch einen Vergleich gewinnt der Giant klar: Mit der schützenden Kabine und der starken Heizung verliert der Winterdienst viel von seiner Garstigkeit.

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n  Energie und Bauwesen

Radieschen und Solarstrom Doppelnutzen durch Gewinnung von Solarstrom und Gemüse auf ein ­ und derselben Fläche unserer begrenzten Ressource Land – eine bestechende ­ Idee. Einer hat sie umgesetzt: Gemüsebauer Frédéric Bart, Ried FR, ­mittels solardachbestücktem Gewächshaus, das erste in der Schweiz. Dominik Senn «Nach dem ersten Produktionsjahr kann ich sagen: Es ist in der Schweiz möglich, auf derselben Fläche Gemüse und Strom zu produzieren», sagte Frédéric Bart, ­Inhaber des Familienbetriebs Swissradies in Ried bei Kerzers. Der Schweizer Agro­ photovoltaik*-Pionier hat mit dieser Dop­ pelnutzung Neuland betreten, entspre­ chend zahle er Lehrgeld. Und er wünscht sich eine wissenschaftliche Untersuchung bzw. Würdigung der wirtschaftlichen und ökologischen Leistung seiner Schweizer Pilotanlage, denn er hat schlicht selber keine Zeit dazu. Immerhin produziert Swissradies – zumeist in konventionellen Treibhäusern – in 52 Wochen im Jahr zwi­ schen 25 % und 40 % der in der Schweiz verzehrten Radieschen.

Gewächshaus-Photovoltaikpionier Frédéric Bart hat Licht- und Schattenseiten bei der Radieschenproduktion in Ried FR kennengelernt. Bilder: Dominik Senn

Spezialkultur Radieschen Frédéric Barts Vater stellte im Jahre 1971 auf Gemüsebau um und konzentrierte sich auf die Radieschenproduktion, eine Marktnische. Heute bebauen 38 Mitarbei­ tende, davon 15 ganzjährig, knapp ­17 ha landwirtschaftliche Nutzfläche, knapp 12 ha offene Ackerfläche und 5 ha ge­ deckte Fläche. Fünf Gewächshäuser und ein Hochtunnel sind der ganze Stolz von Swissradies. Hauptumsatzkultur sind klar die Radieschen, weiter werden auch Bundzwiebeln, Sellerie, Lauch und Nüssli­ salat produziert.

Photovoltaikmodule ­ spenden Schatten Als Verfechter des Systems Gewächshaus ist Frédéric Bart bestens vertraut mit dem Treibhauseffekt: Die Wärme im Glashaus lässt Blumen und Gemüse auch dann spriessen, wenn die Aussentemperaturen dies im Freiland nicht zulassen würden. Im Sommer wird es im Treibhaus schnell zu * Agrophotovoltaik stellt eine technische Lösung zur optimierten Nutzung der begrenzten Ressource Land dar, da sie für eine gleichzeitige Landnutzung sowohl für die Produktion von Energie (Photovoltaik) als auch von Lebensmit­ teln (Photosynthese) steht.

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heiss. Schattierungsschirme müssen her, um die Hitzeenergie abzuhalten. Und ge­ nau das ist verschenkte Energie. Bart: «Anstelle solcher Schattierungsschirme setze ich Photovoltaikmodule ein, welche diese Energie in elektrischen Strom um­ wandeln.»

Pflanzenwachstum benötigt Licht Allerdings benötigt die Pflanze für ihr Wachstum nicht nur Wärme, sondern auch – und vor allem – Licht. Dieses wird ihr aber von Solarmodulen teilweise ge­ raubt. Wie soll dieser Konflikt gelöst wer­ den? Aus einer anfänglichen «Spinneridee» (O-Ton Bart) erwuchsen in langen Monaten Problemstellungen und immer wieder auch -lösungen: «Ich denke dyna­ misch und lasse mich nicht so leicht von einer Idee abbringen, wenn ich von ihr überzeugt bin.» Den endgültigen Aus­ schlag, eigene Wege zu gehen, habe­ die Diskussion um die Energiewende ge­ geben. Er liess vorerst einmal auf dem Ökonomiegebäude eine Solaranlage mit­

55 Kilowatt Peak (55 kWp) Spitzenleistung aufbauen, um Erfahrungen aus erster Hand zu sammeln. Das habe ihn zum Schritt ermutigt, das Experiment mit dem Doppelnutzen zu wagen.

Glas-Glas-Module Die österreichische Firma PV Products GmbH in Wies konstruierte eigens für ihn Photovoltaik-Gewächshausmodule nach genauen Massvorgaben von rund 1  × 1,6  m. Es handelt sich um Glas-GlasModule, eine Premiumalternative zu herkömm­lichen Glas-Folien-Modulen. Dank der Dop­pelglasausführung sind die­ se Module besonders langlebig und resis­ tent gegen Umwelteinflüsse. Ein Modul besteht aus 54 monokristallinen Photovol­ taikzellen, die zwischen je 2,1 mm dünne Solargläser eingebracht sind.

Kein Hitzestau Diese Glas-Glas-Solarmodule bilden das Dach, was eine stärkere Tragkonstruktion erfordert. Hingegen entfällt der negative


Energie und Bauwesen    n

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Effekt, der durch Hitzestau unter den auf Dächern montierten Solarmodulen entsteht und deren Umwandlungsleistung beein­ trächtigt. Die Module werden vom grossen Luftvolumen über Bodenhöhen von gegen vier Metern des Gewächshauses laufend ab­ gekühlt.

Dachflächen Süd solar Das neue Gewächshaus erstellte die Firma Gysi + Berglas AG in Baar ZG im Jahre 2014. Es ist nach Nord-Süd ausgerichtet. Den Kon­ flikt des Schattenwurfs der Solarzellen löste Frédéric Bart, indem er i­mmer nur die nach Süden geneigten Dachflächen mit Solarmo­ dulen bestücken liess. Die nach Norden ge­ richtete Hälfte der Dachfläche erhielt bloss Isolierglas. ­ So wandert der Schatten im Laufe eines Tages einmal über die Kulturen. Die So­­ larmodule über der neuen Radieschen-­ Produktionsfläche von 60 Aren nehmen insgesamt eine Fläche von 3480 m2 ein. Die Anlage soll 470 kWp erzielen. Ein Novum war für den Hersteller die von Bart gewünschte diffundierende (und damit optimal lichtstreuende) Glasunterseite der Dachseite Nord.

Langsameres Wachstum Nach dem ersten Produktionszyklus von ei­ nem Jahr kam Frédéric Bart zu folgenden Erkenntnissen, was die Gemüseproduktion anbelangt: Die Radieschen erhalten trotz des Lichtverlustes durch die Photovoltaikzel­ len (Bart schätzt ihn auf rund 40 %) genü­ gend Licht zum Wachsen und Gedeihen. Qualitätsunterschiede b ­ ei den beiden Ver­ fahren sind nicht festzustellen. Mit Solar ist eine geringfügige Quantitätseinbusse in Kauf zu nehmen. Das Wachstum geht we­

Swissradies produziert in 52 Wochen im Jahr zwischen 25 % und 40 % der in der Schweiz verzehrten Radieschen.

gen der Solar­beschattung langsamer von­ statten als bei den Vergleichskulturen ne­ benan. Statt achtmal pro Jahr kann nur siebenmal geerntet werden. Gesamthaft beträgt die Ernteeinbusse solar rund 20 % gegenüber konventionell. Entsprechend muss weniger bewässert werden. Als Startschwierigkeit bezeichnet der Schwei­ zer Radieschenproduzent die unerwartet ­hohe Luftfeuchtigkeit mit der Gefahr grosser Krankheitsanfälligkeit der Pflanzen. Dank des installierten Klimacomputers «Hortimax» für Lüftung, Heizung und Schattierung ist das Problem ­inzwischen weitgehend gelöst.

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Grosse Stromproduktion Die Hoffnung Frédéric Barts ruhte ange­ sichts des doch beträchtlichen Produktions­ verlustes auf der Stromerzeugung der Solar­ anlage. Hier wurde er nicht enttäuscht, sondern erlebte sogar eine positive Überra­ schung: Statt der 470 MWh pro Jahr produ­ zierte die Anlage über 500. «Die Effizienz stammt nicht nur von der Abkühlung der

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Agrophotovoltaik auf Freiflächen in der Schweiz nicht zonenkonform Während Agrophotovoltaik auf einem Ge­ wächshaus eine Schweizer Premiere darstellt, stehen offenbar in Österreich, in Südfrank­ reich, Italien und in der Türkei schon länger Gewächshäuser mit Solarmoduldächern für die Produktion von Tomaten im Sommer und Nüsslisalat im Winter, Spargeln und allerlei ­Gemüse im Einsatz. Ungleich intensiver erforscht werden aber Agrophotovoltaik-Projekte auf Freiflächen. So unterhält das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ein kleines Testfeld auf einem Acker der Demeter-Hofgemeinschaft Heggel­ bach im Landkreis Sigmaringen. Ähnliche Projekte sind in Frankreich von der Universität Montpellier, aber auch in Italien und Japan in

Gang gesetzt worden. In der Schweiz ist ge­ mäss einer Mitteilung des Landwirtschaftlichen Informationsdienstes die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften an einer Machbarkeitsstudie und Standortsuche für die Realisierung einer Agrophotovoltaikanlage. In der Schweiz sind gemäss Bundesgesetz über die Raumplanung Bauten innerhalb der Land­ wirtschaftszone nur gestattet, wenn die Stand­ ortgebundenheit dies erfordert, was auf frei­ stehende Solaranlagen nicht zutrifft. In Payerne entsteht nun auf einer freien Fläche in der Industriezone La Boverie die grösste Photo­ voltaikanlage der Schweiz, so gross wie zehn Fussballfelder. Unter den 23 000 Solarzellen weiden Schafe und halten das Gras kurz.

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Module von unten her, sondern auch von der sauberen Oberfläche. Wir haben ei­ gens eine Waschan­lage konstruiert, wel­ che nach Bedarf Dachreihe für Dachreihe blitzblank reinigt und so die Stromerzeu­ gung optimiert», sagte Frédéric Bart. Den produzierten Strom speist er ins Netz des Stromdienstleisters Groupe E ein und bezieht ihn mit dem Ökoaufschlag von 5 Rappen wieder zurück. Für die Anlage auf dem Ökonomiegebäude bezieht er seit diesem Frühjahr 45 Rappen kostendeck­ ende Einspeisevergütung KEV ­pro kWh. Für die Pionieranlage steht er mit rund 30 000 weiteren Anlagen auf einer War­ teliste; immerhin erhält er vorläufig von der Gruppe E den Tagesstrompreis von derzeit etwa 13 Rappen, ergibt inklusive die Zweitanlage einen Erlös im hohen fünfstelligen Frankenbereich.

In 15 Jahren amortisiert? Er hat grob errechnet, die Anlage in rund 15 Jahren amortisieren zu können, weil i­n die Investitionsrechnung nebst den Ein­ nahmen aus den Radieschen auch jene aus dem Solarstromverkauf einfliessen. Es fehlen ihm noch genaue Zahlen und Er­ fahrungswerte hinsichtlich geeigneter Kulturen. So würden bestimmte Feld­ früchte, wie Kartoffeln oder Salate, mit verrin­ gerter Sonneneinstrahlung sogar besser wachsen. Er trug sich sogar mit dem Gedanken, mit dem Pilotprojekt eine Nüsslisalat-Sommerproduktion aufzuzie­ hen, musste jedoch bald einsehen, dass dieser Zweig den übrigen Betriebsabläu­ fen zuwiderlaufen würde.

Dank dieser Eigenbau-Dachwaschmaschine wird die Sonnenstromproduktion optimiert.

Fazit Durch Eigeninitiative hat Gemüsebauer Frédéric Bart mit einer Pilotanlage den Be­ weis erbracht, dass die Produktion von Ra­ dieschen und Solarstrom auf dersel­ ben Fläche in der Schweiz möglich ist. Sie ist dank der Doppelnutzung klimaneutral und gewinnbringend. Er würde es begrüssen, wenn geeignete Forschungsanstalten wis­ senschaftliche Untersuchungen anstellen, um die Eignung weiterer schattentoleran­ ter Ackerkulturen zu prüfen und die Ent­ wicklung noch lichtdurchlässigerer Solar­ module weiter vorangetrieben wird.  n

Oberes Bild: Die Glas-­Glas-Solarmodule bilden das Dach. Das erfordert­ eine stärkere Tragkonstruktion. Unten: Der Unterschied ­der­ diffun­dierenden Glasunter­seite (untere Hälfte) und des K ­ lar­glases (obere­ Hälfte) a ­ n einer ­der Dachseiten Nord.

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n  Energie und Bauwesen

Licht im Fokus der Tierhaltung Licht bestimmt den Tages- und Lebensrhythmus aller Lebewesen. Bei landwirtschaftlichen Nutztieren bestimmt Licht die Gesundheit, das Wachstum und nimmt Einfluss auf die Leistung. Doch Licht wird nicht von allen Lebewesen gleich «gesehen». Umso schwieriger ist es, ein Gebäude optimal für Mensch und Tier auszuleuchten. Ruedi Hunger Licht wird vom Tierhalter oft nur subjektiv wahrgenommen, weil er unbewusst von seinen Bedürfnissen ausgeht. Deutlich wird dies, wenn er beispielsweise beim Verlassen des Stalles das Licht ausschaltet und die Tiere im natürlichen Licht und ­damit oft im Dunkeln verbleiben. In der Geflügel- und Schweinehaltung werden bereits seit vielen Jahren gezielt Licht­ programme eingesetzt. Lichtrhythmen beeinflussen das Wachstum und den Ein­tritt der Geschlechtsreife junger Tiere. Ebenso wichtig für Gesundheit und Leis-

Für eine optimale Aktivität, eine gute Futteraufnahme und hohe Milchleistungen benötigen laktierende Kühe täglich über 16 Stunden eine Lichtintensität von 180 Lux sowie eine achtstündige Dunkelphase. Bild: LemTec

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tung s­ind Lichtrhythmen auch für ältere Tiere. Zusätzliche Beleuchtung wirkt in ­einem b ­ estimmten Bereich leistungssteigernd. Doch auch Lichtprogramme führen nicht zu unbegrenzter Leistungsstei­ gerung, weil für den Organismus auch Erholungspausen notwendig sind.

Sehen ist ein Privileg Die lichtempfindlichen Zellen in der Netzhaut werden als «Zapfen» bezeichnet. Solche Fotorezeptoren ermöglichen zusammen mit Stäbchen das Sehen. Zapfen

sind nicht sehr lichtempfindlich und daher nur bei ausreichender Beleuchtungsstärke aktiv. Da die meisten Wirbeltiere über mindestens zwei Zapfentypen mit unterschiedlicher spektraler Empfindlichkeit verfügen, ist ihnen in der Regel die Farbwahrnehmung möglich. Die kleineren Stäbchen sind in Bezug auf Helligkeit viel empfindlicher und daher schon bei viel geringeren Lichtintensitäten gesättigt. Die Zapfen sind verantwortlich für das ­Tages- und Farbsehen, die Stäbchen für das Sehen bei Dämmerung.


Energie und Bauwesen    n

Rinder gehören in die Gruppe der DiChromaten, sie haben daher Farbrezep­ toren für Blau und Grün, sehen aber schlecht im roten Bereich. Pro Sekunde erkennen sie 40 bis 60 Bilder, insbesondere das Bewegungssehen ist besser als beim Menschen. Die Sehschärfe von Rindern beträgt aber nur rund 30 % jener des Menschen. Das bedeutet, dass sie unscharfe Konturen sehen und Kontraste nur schwer erkennen. Deshalb sind in der Nähe von Rindern hektische Bewegungen zu unterlassen. In der Nacht sehen Rinder besser als der Mensch. Da sich die Pupille aber vier- bis fünfmal langsamer anpasst als beim Menschen, ist diesem Umstand insbesondere beim Treiben und Verladen der Tiere Rechnung zu tragen. Rinder sehen rundum, also nach vorn, oben und hinten. Der Sichtbereich beträgt 330°, aber im Wesentlich nur zweidimensional.

bung so zu erleuchten, damit Mensch und Tier die Umgebung sehen und sich darin ohne Gefahr bewegen können. Den Effekt von Lichtquellen auf den Hormonhaushalt und deren Auswirkungen auf Milchkühe erforscht man seit über vierzig Jahren. Bereits früh wurde klar, dass­ die richtige Beleuchtung im Hinblick auf ­Intensität und Dauer positive Effekte hat. Lichteffekte bzw. die Lichtmenge bestimmen die Menge «Melatonin», die von der Zirbeldrüse im Gehirn ins Blut abgege­ben wird. Kurze Tage und / oder wenig Licht erhöhen den Melatoningehalt. Das auch «Nachthormon» genannte Melatonin reduziert den Appetit, die Produktivität und die Aktivität der Kuh. Umgekehrt steigert die Reduzierung des Melatoningehaltes die Aktivität der Kuh. Folglich i­st eine steigende Lichtintensität wichtig, um die Auswirkungen eines erhöhten Melatoningehaltes zu schwächen.

Licht reduziert Melatoningehalt Die Beleuchtung in einem Rindviehstall dient nicht nur dem Zweck, die Umge-

Künstlich verlängerter Tag Wie erwähnt, beeinflusst Licht den Hormonhaushalt der Rinder und hat Einfluss auf Wachstum, Leistung und Wohlbe­ finden der Tiere. Bei Jungtieren führt ­ein Lichttag mit 16 Stunden Licht und 8 Stunden Dunkelheit zu höheren Tageszunahmen, früherer Geschlechtsreife u ­ nd besserer Entwicklung der Milchdrüse.Während der «Kurztag-Phase» von September bis April kann bei Kühen die Milchleistung erhöht werden, wenn der Tag mit zusätzlichem Licht von 150 – 200 Lux auf 16 Stunden verlängert wird. Der richtigen Lichtverteilung im Stall ist die notwendige Beachtung zu schenken. In erster Linie soll natürliches Licht durch die richtige Anordnung der Lichtplatten optimal genutzt werden. Die Lichtreflexion hängt von der Farbe der Dacheindeckung ab. Dunkle Flächen absorbieren in jedem Fall viel Licht. Um eine passende Stallbeleuchtung auszuwählen, ist es ratsam, verschiedene Licht­ quellen zu vergleichen und ausser der Beleuchtungsstärke auch das Farbspektrum zu berücksichtigen. Im Idealbzw. Bedarfsfall erfolgt die Suche nach einer Lichtquelle, die im Verhältnis mehr kurzwelliges (Blau, Grün, Gelb) als langwelliges (Rot) Licht erzeugt. Bekannt ist, dass die biologische Uhr der Kuh gegenüber rotem Licht relativ unempfindlich ist. Rotlicht ist deshalb die optimale Lichtquelle für den Einsatz als Nachtbeleuchtung.

LED-Industrielampen im Stall? Seit einigen Jahren ist LED-Technologie für Licht und Beleuchtung auf dem Vor-

Was ist Licht? Licht ist jener Teil der elektromagnetischen Strahlung, der für das Auge sichtbar ist. Das für ein menschliches Auge sichtbare Licht hat eine Wellenlänge von zirka 380 nm bis 780 nm (Nanometer). Weil die Empfindlichkeit des Auges an den Wahrnehmungsgrenzen nicht abrupt, sondern allmählich abnimmt, lässt sich eine genaue Grenze nicht angeben. Die angrenzenden Bereiche der Infrarotstrahlung mit Wellenlängen zwischen 780 nm und 1 mm sowie Ultraviolettstrahlung mit Wellenlängen zwischen ­ 10 nm und 380 nm werden häufig ebenfalls als Licht bezeichnet. Das menschliche Auge ist im gelbgrünen Bereich um 555 nm am empfindlichsten. Die Lichtfarbe wird durch die Farbtemperatur beschrieben. Glühlampen erreichen etwa ­ 2700 Kelvin (K), Leuchtstofflampen bis über 6000 K. Eine Lichtquelle mit 3000 K hat einen höheren Rotanteil, eine Lichtquelle mit 6000 K einen höheren Blauanteil.

marsch. Sie zeichnet sich üblicherweise durch geringen Energiebedarf aus. Zudem haben LED-Lampen eine lange Lebensdauer, erreichten nach dem Einschalten gleich die volle Lichtleistung und sind dimmbar. Versuche mit Standard-LED-­ Industrielampen brachten vorerst nicht den gewünschten Erfolg, weil diese Technologie für die geforderte Intensität von 150 – 200 Lux doch sehr viel Energie benötigt. Gegenüber konventionellen Technologien wie Glühbirnen, Leuchtstoffröhren oder Hochdruckentladungslampen, die die Lichtenergie über 360° ausstrahlen, strahlen LED nur in eine Richtung. Der Einsatz von Reflektoren ist nicht möglich. Kommt dazu, dass die Lampen in modernen Milchviehställen relativ hoch montiert werden müssen. Nachfolgend einige neue Produkte die speziell auf Stallbeleuchtungssysteme ausgerichtet sind.

DeLaval: Cow White Das schwedische Unternehmen DeLaval hat den Effekt unterschiedlicher Wellenlängen (Lichtfarbe) und deren Auswirkungen auf Milchvieh untersucht. Eine neue Studie zeigt, dass bei entsprechender Anwendung die hohe Beleuchtungsintensität nicht notwendig ist, um den gleichen Melatonineffekt zu erzielen. Basierend auf diesen Erkenntnissen hat DeLaval eine LED-Leuchte entwickelt, die primär auf die Bedürfnisse der Kuh ausgelegt ist. Diese neue LED-Leuchte teilt sich in drei 5 2016  Schweizer Landtechnik

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Durch bauliche Massnahmen soll in erster Linie das natürliche Licht optimal genutzt werden. Ergänzung durch künstliches Licht erfolgt insbesondere in den Monaten September bis April. Bild: LemTec

Bereiche auf, die unabhängig voneinander betrieben werden. Es sind dies: •  «Cow White»: Licht für die Kuh und deren Hormonhaushalt •  «Farmer White»: Licht für die Kühe zum Sehen und für das Stallpersonal •  «Night Light»: Licht für Kontrollarbeiten während der Dunkelphase Bei dieser Technologie wird jedes Licht entsprechend dem Bedarf genutzt. Durch integrierte Stallsystemsteuerung können alle Bereiche individuell, automatisch oder manuell gesteuert werden. Die automatische Steuerung erfolgt anhand festgelegter Zeitpläne und/oder aufgrund von Messungen der vorhandenen Licht­intensität durch Lichtsensoren. Die Trennung der einzelnen Funktionsbereiche und die damit verbundene individuelle Nutzung führt zu deutlicher Energieeinsparung. Im Vergleich zu bisherigen HID-Systemen konnte bis zu 75 % eingespart werden, dies notabene mit den gleichen positiven

Moderne Stallbeleuchtungssysteme beinhalten auch rotes Licht. Dieses wird von Kühen kaum wahrgenommen und eignet sich daher gut zur Ausleuchtung für Stallkontrollen. Bild: Lely

Auswirkungen auf die Milch­kühe. DeLaval stand Ende 2015 vor der Markteinführung der neuen LED-Lampen. (Quelle: Kröger und Engel, 12. KTBL-Tagung: Bau, Technik und Umwelt 2015)

Lely L4C: Light for Cows Im vergangenen Herbst präsentierte Lely auf der Landwirtschaftsmesse in Rennes (F) erstmals ein neues LED-Beleuchtungssystem mit der Bezeichnung «Lely L4C» (Light for Cows). Die speziell für Kuhställe entwickelte Beleuchtung realisiert ge­ genüber konventionellen Beleuchtungssystemen eine Energieeinsparung von­ 60 Prozent. Die L4C-LED ist geeignet für eine optimale Lichtverteilung im Stall. Sie lässt sich über eine Steuereinheit dimmen und damit individuell den einzelnen Kuhgruppen anpassen. In Verbindung mit ­einem Lichtsensor erkennt das System genau, wie viel Licht zu welcher Tageszeit benötigt wird, und erhöht oder reduziert

die Leistung der Lampen, sobald es dunkel oder hell wird. Die Steuereinheit ist­ in der Lage einen Sonnenauf- und -untergang zu simulieren. Die Lampen verfügen über integrierte rote Arbeitsleuchten und eigenen sich damit als Kontrollbeleuchtung für den Landwirt, wenn er während der dunklen Zeit den Stall betreten muss. Die Lely-L4C-LED ist seit Beginn des Jahres erhältlich.

GEA Farm Technologie: Altus LED und VisiumTM LED Die empfohlenen Beleuchtungssysteme von GEA Farm Technologie bestehen aus Altus-LED- oder VisiumTM-LED- Leuchten. Die Leuchten erzeugen mit bis zu 100 Lumen pro Watt ein leuchtstarkes, kühles Weisslicht. Sie eignen sich für Raumhöhen unter und über sechs Meter. Die VisiumTM LED wurde speziell für schwer zugängliche Bereiche mit anspruchsvollen Umgebungsbedingungen entwickelt. Die

•  «Di-Chromaten» sind Lebewesen, die zwei verschiedene Farbrezeptoren in der Netzhaut haben. Zu dieser Gruppe zählen die meisten Säugetiere. •  Altweltaffen (inkl. Mensch) gehören in die Gruppe ­der «Tri-Chromaten» (3 Farben). Gesunde Menschen ­besitzen rot-, grün- und blauempfindliche Farbrezeptoren. Fällt ein Rezeptor aus, werden die Betroffenen ­ als «Di-Chromaten» bezeichnet. •  Zu den «Tetra-Chromaten» zählen Wirbeltiere wie Vögel, Fische, Reptilien und Amphibien. Sie sehen ­ vier Farben, unter anderem meistens auch ultraviolett.

Licht wird vom Tierhalter oft nur subjektiv wahrgenommen, weil er unbewusst von seinen Bedürfnissen ausgeht. ­ So beispielsweise dann, wenn er beim Verlassen des Stalles das Licht ausschaltet und die Tiere damit im Dunkeln ­verbleiben. Bild: Lely

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Die Stalllampen werden optimal gekühlt, sodass laut Hersteller eine Haltbarkeit von 30 Jahren erreicht wird. Ein Wärmeschutz dimmt d ­ ie Leuchten automatisch, wenn die Temperatur zu hoch wird. Bild: Lely

Lampen erreichen eine höhere Lichtnutzung bereits bei 75 Prozent der Leistung, zudem sind sie für eine präzise Lichtsteuerung ausgelegt. Der Dimmbereich liegt zwischen 0 und 10 V. Beide Lampentypen sind in verschiedenen Modellen erhältlich. Das Gehäuse aus Strangguss-Alu­ minium hat dank vertikaler Kühlkörper eine bis zu 40 Prozent höhere Wärmeableitung gegenüber anderen Modellen.

Fazit Licht bestimmt bei Nutztieren Gesundheit, Wachstum und Leistung. Licht wird aber unterschiedlich wahrgenommen. Neuste LEDTechnologie, die sich an der Lichtfarbe orientiert, ist auch für die Stallbeleuchtung wirt­schaftlich und energiesparend nutzbar.  n

Verschiedene Stallbeleuchtungssysteme von namhaften Anbietern werden automatisch durch Lichtsensoren und optimierte Beleuchtungs­ programme gesteuert. Bild: Lely

Glossar •  Lux (lat. Licht) bzw. Beleuchtungsstärke ist ­ das wichtigste Mass für die Beleuchtung im Stall. L­ ux misst den Lichtstrom auf die zu ­beleuchtende Fläche (m2). •  Lumen (lm) ist die SI-Einheit für den ­ Lichtstrom. •  Vollspektrumlicht ist künstliches Licht mit ­ den Eigenschaften von Tageslicht. •  Natürliches Sonnenlicht hat einen Farbwieder­ gabe-Index (CRI) von 100 und eine Farbtem­ peratur zwischen 5000 und 5500 K (Kelvin). •  Xenon ist das seltenste nicht radioaktive ­Element auf Erden. Trotz seiner Seltenheit wird ­ es als Füllgas von Xenon-Gasentladungslampen verwendet. •  LED (engl. light emitting diode): Bezeichnung ­

für Leuchtdioden aus lichtemittierenden ­Halbleiter-Bauelementen. Die elektrischen ­Eigenschaften entsprechen einer Diode. ­ LED wurden nach ihrer Erfindung vorerst als ­Leuchtanzeige und zur ­Signalübertragung ­ genutzt. Seit Ende der 1990er-Jahre finden LED-Leuchtmittel Anwendung im Alltag­ gebrauch. •  Die Lichtfarbe einer Glühlampe wird als ­warm, wohltuend, gemütlich usw. empfunden. ­ Das Licht einer Leuchtstofflampe in einem ­Ope­rationsraum wird als hell, kalt und steril empfunden. Je tiefer die Farbtemperatur, ­­ desto mehr ­orange / gelbe Farbanteile sind ­vorhanden. ­Je höher die Farb­temperatur, desto mehr weisse Lichtanteile sind vorhanden.

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Dieses Einstreugerät verfügt optional über einen Strohhäcksler, der sich an die verschiedenen Anforderungen der Strohausbringung bzw. Schnittlängen anpassen lässt. Bild: Lucas G.

Das Einstreuen erleichtern Der zeitliche Aufwand für das Einstreuen bewegt sich in einer grossen Bandbreite und kann, gemessen am Haltungs- und Aufstallungssystem, bis 20 Prozent der Arbeitsstunden betragen. Ruedi Hunger Je nach Tierkategorie besteht beim manuellen Einstreuen neben der körperlichen Belastung auch ein nicht zu unterschätzendes Unfallpotenzial, insbesondere durch übermütige Tiere. Mit Automatisierung oder Teilmechanisierung einzelner Arbeitsschritt werden die Arbeitszeit und die körperliche Belastung reduziert. Entsprechend fallen aber Installations- oder Betriebskosten an, die nach einer entsprechenden Auslastung rufen.

Abrollgeräte Stroh(ballen)-Abrollgeräte für 3-PunktAnbau sind einfach im Aufbau. Sie legen das Stroh seitlich in Fahrrichtung des Trägerfahrzeuges fünf bis sechs Meter breit ab. Ballen mit einem Ø von 150 cm sind möglich. Optional gibt es den Ladearm. 20

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Abroll- und Verteilgeräte Die einfachen Stroh(ballen)-Abrollgeräte können zusätzlich mit einer Walze (Streuvorrichtung) ausgestattet werden. Auf einem Drehkranz montiert, kann das Stroh nach Wunsch auf drei Seiten abgelegt werden. Einzelne Hersteller bieten optional statt einer Streuwalze Streuteller an. Damit vergrössert sich die Wurfweite auf sieben bis neun Meter. Silofarmer offeriert zu den Abrollgeräten ein «Einstreu-Kit mit Scheiben».

Einstreugeräte Für Häckselstroh, Sägemehl, Kalk oder Steinmehl gibt es tragbare Akkugeräte oder entsprechend handgeführte Streuer mit 2-Rad-Fahrwerk (RMH).

Übersicht Einstreugeräte Unter www.agrartechnik.ch (Download) findet sich eine Übersicht zu den Firmen und ihren Fabrikaten von Einstreugeräten.

Verschiedene Hersteller sind mit Anbaugeräten für Frontlader, Hoflader oder 3-Punkt-Anbau auf dem Markt (AP, BvL, Mehrtens, Sauerburger). Die 700 bis 1500 lt fassenden Behälter werden zur Selbstaufnahme in Fahrrichtung gekippt. Auflösewalzen legen das Streugut auf das darunter liegende Austragband. Je nach Hersteller und Verwendungszweck kom-


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Angebaut an der Heckhydraulik, ist die Austragshöhe beschränkt, reicht aber für den «Normalfall» aus. Bild: BVL

men eine oder mehrere Auflöse- und Messerwellen zum Einsatz. Durch den seitlichen Austrag eignen sich die Geräte besonders für Liegeboxen. Sie verarbeiten alle feinen Streumaterialien inkl. Stroh (< 2 cm).

Einstreu- und Verteilgeräte Universalgeräte zum Einstreuen und Verteilen von Stroh sind mit einer oder mehreren Auflösewalzen und einem nachfolgenden Turbinenrad oder Fördergebläse ausgestattet. Verarbeitet werden sowohl Rund- wie Quaderballen. Diese Maschinengruppe umfasst angebaute und gezogene Geräte. Grössere getragene Einstreu- und Verteilgeräte eignen sich gut für den Anbau an Teleskoplader. Hergestellt werden sie unter anderem von Jeantil, Kuhn, Kverneland, Lucas G, Silofarmer, McHale und Teagle / Te-

Das Befüllen erfolgt rasch und übersichtlich in Rückwärtsfahrt. Bild: BVL

lehawk. Es sind vielfach Selbstfüller mit hydraulischer Heckklappe. Der Antrieb erfolgt über die Zapfwelle, und der Auswurf ist hydraulisch in bestimmten Sektoren oder bis ca. 300° drehbar. Die Wurfweite beträgt laut Herstellerangaben bis 15 m. Einzelne dieser Geräte sind mit Messer, Gegenschneiden und Häckselstrohsieb zum Mahlen, Auflösen und Häckseln ausgerüstet (Kuhn Primor Cut, Lucas C-Kator, Teagle / Tomahawk).

FMW-Anbaugebläse Herkömmliche Vertikal-Mischwagen von BvL können optional mit einem Strohgebläse ausgerüstet werden. Der Anbau ist sowohl vorne wie hinten möglich. Die Auflösefunktion übernimmt eine vertikale Mischwalze (mit Zusatz «Strohglocke»). Die Wurfweite reicht nach Angaben des Herstellers bis 20 m.

Das Auflösen und Einblasen mittels getragenen Auflöse- und Verteilgeräten erfolgt vielfach vom Futtertisch aus. Dabei kann nicht verhindert werden, dass sich Staub- und Einstreupartikel im Fell der Tiere festsetzen. Bild: Kuhn

Da für den Traktor keine Hubkräfte entstehen, können gezogene Auflöse- und Verteilgeräte auch mit kleineren Traktoren betrieben werden. Bild: Jeantil

Boxenplaner Unter dem Begriff «Boxenplaner» werden Geräte verstanden, mit denen Liegeboxeneinstreu mechanisch aufgelockert und /

Angebaute Auflöse- und Verteilgeräte bewältigen auch Quaderballen. Entsprechend schwer muss aber der Traktor sein. Bild: Kverneland

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Ein unten offenes Gerät ohne seitliches Austragband überdeckt die Liegefläche streifenweise mit frischer Einstreu. Bild: Mehrtens

oder planiert wird. Sie sind üblicherweise für den Anbau an Hoftrac oder Frontlader gedacht. Kräftezehrende Handarbeit entfällt und manuelle Arbeitszeit wird eingespart (Mehrtens und andere).

Automatische Einstreusysteme Bei den automatischen Einstreusystemen ist der Automatisierungsgrad unterschiedlich hoch. Sie unterscheiden sich grundsätzlich von den in der Tabelle aufgeführten Geräten und sind deshalb dort nicht aufgeführt. Einstreusysteme – ob schienengeführt oder fest eingebaut – verursachen Anschaffungs- und Installationskosten ab 10 000 bis über 30 000 Franken. Es liegt daher auf der Hand, dass sie sich nur für grosse Viehbestände bzw. Gebäude

Angebaut am Frontlader hat der Fahrer zum Befüllen und Austragen gute Übersicht. Bild: Sauerburger

kostendeckend nutzen lassen. Wenn die Voraussetzungen stimmen, kann die kombinierte Nutzung, zusammen mit automatisierter Fütterung, interessanter sein. •  Schienengeführte Einstreugeräte Automatische, schienengeführte Einstreugeräte hängen an der Decke und können sowohl Liegeboxen als auch Tiefstreuflächen einstreuen. Entsprechende Anlagen werden von GEA-Mullerup (NL), Limbacher Maschinen & Anlagenbau (D), V. D. Brink Technik (NL) und JH-Agro (DK) installiert. •  Fest eingebaute Einstreusysteme Ein automatisches Einstreusystem mit Auflösestation, Strohmühle, Gebläse Rohrleitungen und Mehrfachverteile, wird von

Schauer-Agrotronic (A) angeboten. Das System eignet sich nach Angaben des Herstellers für Rinder- und Schweineställe. Es verfügt über eine Entstaubungsanlage und ein Funkenlöschsystem. •  Kombinierte Lösungen Automatische Fütterungssysteme von Triolett und Pellon können zum Teil mit einem Einstreusystem ausgerüstet werden. Damit ist eine Doppelnutzung der Infrastruktur gegeben. Vor dem Einbau von automatischen, schienengeführten Einstreusystemen sind insbesondere in bestehenden Stallbauten statische Überprüfungen vorzunehmen.

Schlussfolgerungen Der Aufwand für das Einstreuen ist, abhängig vom Aufstallungssystem und dem Streumaterial, mit unterschiedlich hohem Aufwand verbunden. Sobald mechanisiert wird, entstehen Kosten! Diese belaufen sich auf wenige Tausend Franken für einfache Anbaugeräte und steigen mit entsprechender Gerätegrösse auf über 25 000 Franken. Angebaute oder gezogene Auflöse- und Verteilgeräte sind sinnvollerweise auch für die Fütterung einzusetzen.  n

Boxenplaner sind hydraulisch angetriebene Geräte. Sie dienen zum Auflockern und Planieren der Liegeboxen-Einstreu.

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Das Auflösen und Einblasen von Stroh kann zu erheblicher Staubbelastung führen. Mittels eines Düsenkranzes wird Wasser direkt ins Stroh eingespritzt und damit der Staub zum Teil gebunden.


Energie und Bauwesen    n

Aus Sonnenlicht wird Gas Solar- und Windstrom sollen zunehmend Atom- und Kohlestrom ersetzen. Dazu braucht es aber mehr als nur neue Kraftwerke. An der Hochschule für Technik Rapperswil wird an einem Verfahren geforscht, mit dem Strom in Form von Methangas gespeichert und so transportiert werden kann. Ruedi Burkhalter Die «Energiewende» ist in aller Munde. Doch die Realität läuft (noch) in eine andere Richtung: Der Biotreibstoff-Boom ist im Ölpreis-Kampf etwas untergegangen, viele Produktionsanlagen wurden wieder geschlossen. Auch die tiefen Strompreise schaffen alles andere als Anreize, um gross alternative Energien in Betracht zu ziehen. Trotzdem wird in der Forschung fleissig an der Energieversorgung der Zukunft gearbeitet: «Wir wollen zeigen, dass technisch schon heute vieles möglich ist», sagt Boris Meier. Er arbeitet an der Hochschule für Technik in Rapperswil SG (HSR) am Projekt «Power-to-Gas» («Aus Strom wird Gas») mit. An diesem Verfahren forscht und entwickelt die Gruppe seit rund zwei Jahren. Das Herzstück ist

eine kleine Pilot- und Demonstrationsanlage, die das Institut für Energietechnik der HSR vor gut einem Jahr erstmals der Öffentlichkeit vorstellte.

Methangas als Stromspeicher Die Forscher betreiben die erste Anlage in der Schweiz, die aus Solarstrom, Wasser und Kohlendioxid einen vollständig erneuerbaren Treibstoff herstellen kann. Dieses Methangas kann entweder direkt als Fahrzeugtreibstoff verwendet, ins Erdgasnetz eingespeist oder als Stromspeicher genutzt, das heisst, später bei Stromknappheit wieder in Strom umgewandelt werden. Das Verfahren könnte dereinst zu einem wichtigen Baustein der Energiewende werden: Um Strom aus

nicht erneuerbaren Quellen wie Atomstrom oder Kohlestrom durch solchen aus erneuerbaren Quellen wie Wind oder Solarstrom zu ersetzen, genügt es nicht einfach, neue Kraftwerke zu erstellen. Wind- und Solarstrom fällt nämlich nicht immer dann an, wenn er gerade gebraucht wird, sondern vor allem in unregelmässig auftretenden Spitzen.

Erdgasnetz statt neue Masten Solch überflüssiger Spitzenstrom müsste in einem Energiespeicher zwischengelagert und später bei Strommangel (bei schlechtem Wetter oder nachts) wieder abgerufen werden können. Grosse Leistungsspitzen sind nicht nur wegen der fehlenden Speichermöglichkeiten proble-

Das erzeugte Methangas wird mit Kompressoren verdichtet und in Gasflaschen bis zur Betankung gelagert.

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n  Energie und Bauwesen

matisch. Zunehmend gelangt auch die Kapazität des bestehenden Stromnetzes an ihre Grenzen, was dazu führt, dass­ in Deutschland bereits heute in gewissen Regionen mit grosser Windstromdichte die maximal mögliche Leistung kaum mehr «abgeführt» werden kann. Das Paradoxe daran: Bei besten Bedingungen müssen teilweise Wind- und Photovol­ taikanlagen abgeschaltet werden, um das Netz nicht zu überlasten. Mit Batteriespeichern werden diese Probleme nach heutigen Erkenntnissen nur beschränkt lösbar sein, beispielsweise indem die Batterien von Elektrofahrzeugen als kurzfristiger Speicher genutzt werden. Die Speicherung in Pumpspeicher-Wasserkraftwerken ist aufgrund der zu kleinen Netzkapazität auch nur beschränkt möglich. Um Solar- und Windstrom in grossen Mengen und über längere Zeit speichern zu können, sind also neue Technologien

Günstige CO2 -Quellen gesucht Der im Zusammenhang mit dem «Powerto-Gas» verwendete Begriff «vollständig erneuerbar» bedeutet, dass beim Prozess der Treibstoffproduktion der Atmosphäre genau gleich viel Kohlendioxid (CO 2) entnommen wird, wie das Auto später während des Fahrens wieder ausstösst. Ein Knackpunkt ist die Bereitstellung des erforderlichen CO 2. In einer ersten Versuchsphase wurde in der Pilotanlage Rapperswil ein Adsorptionsverfahren der Firma Climeworks getestet, mit dem das CO 2 direkt aus der Umgebungsluft abgetrennt werden kann. In der Pilotanlage ist dies noch mit einem hohen Energieverbrauch verbunden. In einer grossen industriellen Anlage könnte der Energieverbrauch durch die Nutzung der Reaktorabwärme gesenkt werden. Trotzdem wird nach alternativen Quellen gesucht, die das nötige CO 2 möglichst günstig und mit geringem Energieaufwand liefern könnten. Dafür kommen beispielsweise Kläranlagen, Kehrichtverbrennungen oder andere grosse Feuerungen infrage, die grosse Mengen an CO 2 freisetzen.

Synergien mit Biogasanlagen Aus Sicht der Landwirtschaft könnte es interessant sein, dass auch Biogasanlagen als CO 2 -Quellen infrage kommen. Rohbiogas besteht zu einem Anteil von über 40 %

Reaktor: In zwei isolierten Reaktoren wird aus Wasserstoff und Kohlendioxid Methan.

Pilot- und Demonstrationsanlage Leistungsaufnahme elektrisch: 31 kW Methanproduktion: 1 m3 pro h Betriebszeit für eine ErdgasfahrzeugBetankung: 20 h Verbrauch für eine Erdgasfahrzeug-Betankung: – 620 kWh elektrischer Strom – 100 l entmineralisiertes Wasser – 40 kg CO 2 Partner: Audi AG; Erdgas Obersee AG; Erdgas Regio AG; Elektrizitätswerk Jona-Rapperswil; Climeworks AG; Etogas AG

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gefragt. Überschüssiger Strom sollte dazu nahe am Produktionsort in eine andere Form umgewandelt werden können. Dank «Power-to-Gas» könnte der Energietransport über die Nutzung des bereits bestehenden Erdgasnetzes wesentlich einfacher und effizienter realisiert werden als über einen in der Bevölkerung oft ­auf Widerstand stossenden, massiven Aus­ bau des Stromnetzes. Das ganze Gasnetz kann zudem dank seinem grossen Volumen auch als Speicherbehälter genutzt werden. Eingebunden in die Schweizer Energieversorgung hat die «Power-toGas»-Technologie das Potenzial, als eine riesige Batterie für das ganze Land und darüber hinaus zu fungieren.

Zuerst Wasserstoff, dann Methan Das Verfahren ist an sich keine Neuerfindung. Viele dürften sich aus der Schulzeit noch an das «Knallgas-Experiment» erinnern. Dabei wird mithilfe von zwei Elektroden elektrischer Strom durch ein mit Wasser gefülltes Gefäss geleitet. So wird Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Genau so funktioniert auch der

aus CO 2. Mit dem «Power-to-Gas»-Verfahren lässt sich der Methananteil im Biogas von 50 bis 60 auf gegen 96 % erhöhen, was dieses entsprechend aufwertet. In Norddeutschland wird vom Autohersteller Audi seit 2013 eine solche Anlage betrieben, die mit einem Input von 6 MW Windstrom bis zu 325 m3 Methan pro Stunde produziert. Es handelt sich dabei um die weltweit erste Anlage dieser Art. In den nächsten Jahren soll in einem Forschungsprojekt auch in der Schweiz eine solche Anlage in Betrieb gehen. Kürzlich wurde ­in Zuchwil SO das «Hybridwerk Aarmatt» ­ in Betrieb genommen, das im Wesentlichen aus drei Energiewandler- und zwei angegliederten Speicherkomponenten besteht. Alle Komponenten sind mit dem Energienetz (Strom, Erdgas, Fernwärme) und ­zusätzlich untereinander verbunden, sodass Energie flexibel und je nach Bedarf umgewandelt, gespeichert oder direkt ins Netz eingespeist werden kann. In einer ersten Phase wird mit Strom Wasserstoff produziert und direkt ins Erdgasnetz eingespeist (ist bis zu einem Gehalt von 2 % möglich). In einer zweiten Phase soll im Rahmen des erwähnten Forschungsprojekts auch der zweite Schritt «Methansynthese» eingebaut werden, bei dem das CO 2 aus einer nahe gelegenen Biogasanlage bezogen wird.

erste Schritt des «Power-to-Gas»-Verfahrens. In einem zweiten Schritt w ­ ird der Wasserstoff zusammen mit Kohlen­dioxid (CO2) in einem Reaktor bei einer Temperatur von 280 ° C und bei einem Druck von unter 7 bar mithilfe eines Kataly­sators zum Reagieren gebracht – dabei entsteht ein Gas mit 96 % Methangehalt, das direkt als Fahrzeugtreibstoff verwendet, in Flaschen gespeichert oder ins Erdgasnetz eingespeist werden kann. Die Anlage in Rapperswil ist nur zeitweise zu Forschungs- und Demonstrationszwecken in Betrieb. Das erste Jahr hat gezeigt, dass das Verfahren grundsätzlich funktioniert, dass es aber für eine breite Anwendung noch Forschungs- und Entwicklungsbedarf gibt. Eine erste Herausforderung ist die möglichst kostengünstige Bereitstellung des benötigten Kohlendioxids (siehe Kasten).

Explosionsgefahr erschwert Handhabung Ein zweites Problemfeld ist die relativ anspruchsvolle Handhabung einer solchen Anlage. So darf der Wasserstoff auf kei-


Energie und Bauwesen    n

nen Fall mit Sauerstoff in Kontakt kommen, da das sonst entstehende Knallgas eine grosse Explosionsgefahr mit sich bringt. Die Handhabung ist deshalb deutlich anspruchsvoller als bei einer Biogasanlage. Aus Gründen der Arbeitssicherheit ist eine relativ komplexe und teure Überwachungstechnik erforderlich. Für den halbautomatisierten Betrieb der Anlage muss geschultes Personal vor Ort sein. Insbesondere ist das Hoch- und Herunterfahren der Produktion (solche Anlagen sollen nur bei Stromüberproduktion laufen) anspruchsvoll und heikel, da beispielsweise die Leitungen vor jeder Inbetriebnahme mit Stickstoff durchgespült werden müssen, um mit Sicherheit allen Sauerstoff aus der Anlage zu bringen. Nach heutigen Erkenntnissen wird die «Power-to-Gas»-Technologie deshalb eher in grossindustriellen Anlagen als in kleinen, dezentralen Anlagen zum Einsatz kommen. Ein weiteres Argument für gros­ se Anlagen besteht darin, dass Skalen­ effekte in Grossanlagen einen deutlich höheren Wirkungsgrad ermöglichen als in Kleinanlagen. So weist der Prozess vom Solarstrom zum Methan in der Pilotanlage Rapperswil einen Wirkungsgrad von 40% auf. In Grossanlagen soll dieser Wert über 55% gesteigert werden können.

Die Demonstrationsanlage in Rapperswil zeigt alle Schritte vom Solarkraftwerk (1) über die CO2 -Gewinnung (2), die Elektrolyse (3), die Methanisierung (4) bis hin zur Betankung des Erdgasfahrzeugs (5).

Fazit Die «Power-to-Gas»-Technologie könnte aus technischer Sicht das ÖkostromSpeicherproblem zumindest teilweise lösen. Damit diese Technologie sich jedoch auch wirtschaftlich lohnen würde, müsste der Erdölpreis auf ein Mehr­ -

faches des heutigen Stands steigen. Ziel der Forschung ist es, das Verfahren effi­ zienter und wirtschaftlicher zu machen. Auch die Politik ist gefordert und muss entsprechend günstige Rahmenbedingungen schaffen.  n

Drei Mobilitätsverfahren im Vergleich Verfahren

Elektromobilität

Wasserstoff als Treibstoff

Power to Gas (Methan)

Beschreibung

Strom wird direkt benutzt, um die Batterien von Elektrofahrzeugen aufzuladen.

Strom wird in Wasserstoff und Sauerstoff gespalten. Wasserstoff als Treibstoff wird im Fahrzeug mittels Brennstoffzelle in Strom umgewandelt.

Strom wird zuerst in Wasserstoff, dann in Methan umgewandelt, das als Treibstoff für Verbrennungsmotoren genutzt wird.

Wirkungsgrad *

ca. 70 %

ca. 30 %

15 – 25 %

Vorteile

+ höchster Wirkungsgrad + kann dezentral ohne Grossanlagen genutzt werden

+ einfache Treibstoffherstellung + Wirkungsgrad höher als bei Methan

+ höchste Reichweite + einfache Speicherung + bestehendes Tankstellennetz

Nachteile

–g eringe Reichweiten – hohe Anschaff­ungs­kosten – problematische Entsorgung von Batterien

– benötigt neues Tankstellennetz – anspruchsvolle Handhabung des Treibstoffs

– tiefer Wirkungsgrad – Verbrennungsmotor mit hohen Wärmeverlusten

Treibstoff aus Biomasse Nicht zu verwechseln ist das «Powerto-Gas»-Verfahren mit einem weiteren Hoffnungsträger, der «Biomass-toLiquid»-Technologie (BtL). Bei diesem Verfahren wird alle Art von trockener Biomasse (Holz, Stroh, Mähgut usw.) oder auch Abfall zu einem flüssigen Treibstoff für Dieselmotoren verar­ beitet. Der wichtigste Schritt des Herstellungsverfahrens ist die Vergasung der Bio­masse (Pyrolyse), bei der ein sogenanntes «Synthesegas» erzeugt wird. Aus diesem Gas wird dann mithilfe des Fischer-Tropsch-Verfahrens ein synthetischer Biotreibstoff der zweiten Genera­tion (Sun Diesel) hergestellt. ­ Im Jahr 2009 wurde von der deutschen Firma Choren eine solche Anlage in Betrieb genommen. Zwei Jahre später musste das Unternehmen jedoch Insolvenz anmelden. Gerüchte besagen, dass mit der Anlage nicht die erwünschten Treibstoffmengen erzielt werden konnten. Trotzdem befinden sich weltweit mehrere Pilotanlagen mit diesem Verfahren in Planung.

* Wirkungsgrad vom Netzstrom zur Leistung des Fahrantriebs

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Haupt- und Nebennutzen von Entmistungsrobotern Während planbefestigte Laufflächen in der Rinderhaltung vielfach durch fest installierte Entmistungssysteme gereinigt werden, kommen auf Spaltenböden personengeführte Entmistungssysteme zum Einsatz. Das Abschieben von Laufflächen gehört jedoch zu jenen Tätigkeiten, die oft als Erstes vernachlässigt werden, wenn nicht genügend Arbeitszeit zur Verfügung steht. Ruedi Hunger Weniger Handarbeit, gesündere Klauen, sauberere Euter, so das Fazit von Untersuchungen zum Nutzen der Entmistungs­ roboter. Zur Frage, wie viel Arbeitszeit­ sich mit einem Entmistungsroboter einsparen lässt, gab es bisher kaum Unter­ suchungsresultate oder Literaturangaben. Anlässlich des 20.  Arbeitswissenschaftlichen Kolloquiums Anfang März 2016 in Hohenheim (D) wurden unter anderem auch Fragen zur Auslastung von Entmistungsrobotern diskutiert. Wissenschaftler der Technischen Universität München (TUM) kommen aufgrund ihrer Untersuchungen zum Schluss, dass durch den Einsatz eines Entmistungsroboters ­ im Wesentlichen jene Arbeitszeiten ein­ gespart werden, die benötigt werden, um d ­ie Laufflächen von Hand oder mit ei­nem personengeführten Gerät zu reinigen ­( Tab. 2). Neben der Arbeitszeiteinsparung wirkt sich die regelmässige Reinigung d ­ er Laufflächen positiv auf die Klauengesundheit aus, da die Laufflächen vermehrt trocken und sauber sind (Grafik). ­In der Regel werden die Flächen häufiger gereinigt als beim Einsatz personengeführter Entmistungsgeräte (drei- bis zehnmal).

Roboter, Hersteller und Herstellerkontakt SRone

GEA Group

www.gea.com/ global/de

RS-420/450

DeLaval AG

www.delaval.ch

ENRO

Schauer Agrotronic GmbH

www.schaueragrotronic.com

Tech-200

Joz-Tech

www.joz.nl

Discovery

Lely

www.lely.com

PriBot

Prinzing Maschinenbau

www.prinzing.eu

Im Moment bauen sechs Hersteller Entmistungsroboter. Alle Produkte sind elektrisch angetrieben und suchen selbstständig eine ­L adestation auf. Vor ihrem Ersteinsatz werden sie programmiert, anschliessend sind sie autonom unterwegs.

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Das Arbeitsprinzip der Entmistungsroboter ist in etwa dasselbe: Die elektrisch angetriebenen Roboter sind programmierbar, freibeweglich und reinigen die Spalten mittels Gummilippe. Nach einer bestimmten «Arbeitszeit» suchen sie selbstständig die Ladestation auf.


Energie und Bauwesen    n

Tabelle 1: Übersicht der heute möglichen / üblichen Entmistungssysteme Fest installierte ­Entmistungssysteme

Mobile Entmistungs­ systeme

Entmistungsroboter

Klappschieber Kombischieber Faltschieber Tretmistschieber

Personengeführt (Schieber) Handschieber Einachser / Motormäher Hoftrac oder Traktor

Autonomes Entmistungssystem Entmistungsroboter

Hygiene

Klauenpflege

Einflussfaktoren auf die Klauenge­sundheit

Tabelle 2: Arbeitszeitbedarf mit unterschiedlichen Verfahren bei verschiedenen Bestandesgrössen Arbeitszeitbedarf für das täglich zweimalige Abschieben der Laufflächen (ohne Übergänge) mit unterschiedlicher Technik (Albrecht; Macuhovà; Simon; Haidn; Bernhardt TUM & LfL) 60 Kühe

120 Kühe

5,05 Akh / Kuh

5,05 Akh / Kuh

Schiebeschild 100 cm; Einachser oder Hoftrac

4,44 Akh / Kuh

3,47 Akh / Kuh

88 – 69 %

Schiebeschild 200 cm; Hoftrac oder Hoftraktor

3,53 Akh / Kuh

2,49 Akh / Kuh

70 – 49 %

Handschieber 80 cm breit

Aufwand für den Roboter Die eigentliche Arbeitszeit, die für ­Entmistungsroboter aufgewendet werden muss, betrifft das Ein- und Umprogrammieren neuer Strecken, die Gerätereinigung und -wartung sowie die Behebung von Störungen. Die wöchent­liche Reinigung beansprucht zwei bis ­fünf Minuten (1,73 – 4,33 Akh / Roboter und Jahr). Die allgemeinen Wartungsarbeiten werden mit 20 Minuten alle ein ­bis zwei Monate beziffert (2,0 – 4,0 Akh /Roboter und Jahr). Das Ein- oder Um­­ pro­ grammieren neuer Strecken dauert j­e nach Erfahrung und Stallgrösse eine bis mehrere Stunden. Bei optimaler Programmierung treten selten Störungen auf, die ein Eingreifen des Landwirts notwendig macht.

Positive Nebeneffekte Wenn in der Praxis die Laufflächen aus Zeitmangel nicht zweimal abgeschoben werden, wird durch den Einsatz eines ­Entmistungsroboters zwar nicht sichtbar Arbeitszeit gespart, jedoch sind die Lauf­ flächen sauberer. Dieser positive Effekt bestimmt auch die Liegeboxen-Sauberkeit, da weniger Mist durch die Klauen in die Liegeboxen getragen wird. Was wiederum Arbeitszeit in anderen Bereichen einspart, beispielsweise beim Melken, d ­ a der Aufwand für die Euterreinigung vor dem Melken stark von der Sauberkeit in den Liegeboxen abhängt. Letztendlich vermindert die verbesserte Laufflächenhygiene die Entstehung von wirtschaftlich bedeutsamen Klauenerkrankungen.

Arbeitsbreite beeinflusst Arbeitszeit Abhängig vom jeweiligen Ausbaustandard fallen bei der Laufstallhaltung von Milchvieh, inkl. der Kälber- und Jungviehaufzucht, jährlich 50 bis 60 Akh / Kuh an. Vier

Fütterung

Abwehrkraft

Genetik

100 %

Laufund Liegefläche

Zahlreiche Einflussfaktoren bestimmen die Klauengebis sieben Prozent davon wersundheit. Neben Genetik, Fütterung, Abwehrkräfte u ­ nd den ­für Boxenpflege, EinstreuKlauenpflege spielt die Hygiene der Lauf- und Liege­ en und Entmisten beansprucht. flächen eine entscheidende Rolle. Die wiederholte Der Einsatz eines EntmistungsReinigung (3–10 x) durch den Roboter unterstützt die Hygienebemühungen entscheidend. roboters reduziert den Arbeitszeiteinsatz im Wesentlichen um den Zeitaufwand, der Fazit benötigt wird, d ­ ie Laufflächen von Hand Mit einem Entmistungsroboter wird jene oder mit einem personengeführten Gerät Zeit eingespart, die sonst für das manuelle zu reinigen. Berechnungen beim Roboter oder das personengeführte Entmistungszeigen, dass der Zeitbedarf für das Zu­ rücklegen bestimmter Strecken nicht nur system beansprucht wird. Da die Sauberin Abhängigkeit der grösser werdenden keit der Laufflächen mitbestimmend ist für Ent­fern­­un­gen steigt, sondern ebenfalls,­ die Entstehung und Verbreitung von Klauje mehr Kurven gefahren werden. Die enerkrankungen sowie für den ReiniStreckenführung bzw. die Anzahl Fahrten gungsaufwand vor dem Melken, gibt es werden entscheidend durch die SchiebeVorteile für den Entmistungsroboter die schildbreiten bestimmt. nicht erfasst wurden. Der ArbeitszeitbeDer Arbeitszeitbedarf für die manuelle darf für die Liegeboxenpflege bleibt unLiegenboxenpflege bleibt in jedem Fall, ­ verändert. n auch beim Einsatz eines Entmistungsro­ (Quellen: Jahrbuch Agrartechnik 2015; 20. Arbeitswissenboters konstant. schaftliches Kolloquium 2016 in Hohenheim)

Tabelle 3: Technische Daten, Ausmasse und Reinigungsleistung ausgewählter Entmistungsroboter (TUM & LfL) Fabrikat

DeLaval RS 420

GEA SRone

Lely Discovery

PriBot 100

Orientierungssystem im Stall

Transponder / Boden Sensor im Schild

Kartensensor, entlang Führungsschiene

horizontales Führungsrad, Encoder, Gyroskop, Ultraschall

Sensoren im Schild, Ultraschall

Breite o. Schieber (Länge × Breite × Höhe)

143 × 73 × 64 cm

105 × 85 × 56 cm

128,5 × 86 × 57,5 cm

111 × 125 × 53 cm

Eigengewicht

460 kg

500 kg

303 kg

380 kg

Schiebe-Schildbreite

100 – 190 cm

140 / 170 / 200 cm

86 cm

120 cm

Max. Fahrdauer / Ladedauer

18 Std / 6 Std

18 Std / 6 Std

4 Std (ohne Zwischenladung) / 6 Std

18 Std / 4 – 6 Std

Fahr- bzw. Räum­geschwindigkeit*

4,0 bzw. 5,5 m / min

3,0 bis 5,0 m / min

10,8 m / min

3,0 m / min

Reinigungsleistung laut Hersteller

396 m2 / h (120 cm) 528 m2 / h (160 cm)

536 m2 / h (86 cm)

216 m2 / h (120 cm)

Reinigungsleistung gemessen*

375 m2 / h (120 cm) 520 m2 / h (160 cm)

690 m2 / h (86 cm)

174 m2 / h (120 cm)

Differenz Leistung Herstellerangabe / gemessen*

+ 5,57 % + 1,48 %

– 22,21 %

+ 23,97 %

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n  Energie und Bauwesen

Viel Komfort trotz wenig Stroh Sandbettwaben sind ein neues Liegemattensystem, bei dem eine intelligente Kombination von Sand gefüllten Gummiwaben und darüberliegender Strohschicht viel Komfort verspricht. Nach den ersten Erfahrungen von Stefan Muff mit dem Delaval-System «Blister» scheinen sich die hohen Erwartungen zu erfüllen. Ruedi Burkhalter Es geht nichts über ein gutes Bett. Das Liegen der Kuh nimmt in der Milchviehhaltung bezüglich Leistung, Gesundheit und Wirtschaftlichkeit einen hohen Stellenwert ein. Das weiss auch Stefan Muff. Der Landwirt aus Gunzwil LU hat die Liegeboxen seines im August 2015 bezogenen Neubaustalls mit «Blister»-Sandbettwaben von Delaval ausgerüstet. «Geringer Strohbedarf, kleiner Arbeitsaufwand und bessere Tiergesundheit»: So fasst Muff die Hauptvorteile des neuen Systems zusammen.

Anfänglich wurden dafür noch alte Autopneus verwendet. Nun scheint man mit den Sandbettwaben eine Form gefunden zu haben, die laut DLG-Tests kaum mehr Wünsche offen lässt (siehe Kasten). Die Bauweise, mit der Sand verdichtet in Gummiwaben festgehalten und oben durch Häckselstroh abgedeckt wird, ermöglicht es, dass kaum mehr Sand die Liegeboxen verlässt. Ein Sandabscheider erübrigt sich also.

Resistent gegen Pilze und Säuren Kein Sand in der Güllegrube Sand wird als Einstreumaterial in vielen Regionen der Welt bereits seit Langem genutzt. Da es sich um anorganisches Material handelt, weist Sand erwünschte antimikrobielle Eigenschaften auf und bietet dank Verformbarkeit einen Untergrund, der insbesondere wenig Druckstellen und Verletzungen an den Gelenken der Tiere verspricht. Die klassische Sandbox hat sich allerdings in unseren Breitengraden aus verschiedenen Gründen nicht etabliert. Der hohe Materialbedarf und die entsprechend notwendige Installation zum Abscheiden des Sands aus der Gülle sind nur zwei der Gründe. Der Ansatz, die Vorteile des Sandes dank einer «Haltestruktur aus Gummi» ohne obige Nachteile nutzen zu können, wird in Italien schon seit einiger Zeit verfolgt.

Die Grundstruktur besteht aus Waben mit 35 quadratischen Öffnungen. Das Material stammt aus einer Verbindung von rezykliertem Gummigranulat und Polyurethan mit einer Dichte von rund 1000 kg / m3. Die Wandstärke der Waben beträgt 2,2 cm, die Höhe 11 cm. Gemäss DLG-Test ist dieses Material elastisch und bleibt, auch bei dauerhafter Trittbelastung, trotzdem formfest. Zudem ist Gummi resistent gegenüber «Angriffen» von Pilzen, Insekten und Mikroben sowie Säuren und verspricht deshalb eine lange Lebensdauer. Die Installation des Systems ist einfach und kann mit viel Eigenleistung erfolgen.

Exakt arbeiten bei der Montage Als Untergrund wird eine Betonplatte empfohlen, idealerweise mit zwei bis drei

1

2

Die Wabenelemente aus Gummi werden genau ausgerichtet und mit je zwölf Schrauben fest mit dem Betonuntergrund verbunden.

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Grad Neigung nach hinten. Pro Liegeplatz montiert man eine Sandbettwabe mit den Standardabmessungen von 154 cm Länge, 114 cm Breite und 11 cm Höhe. Links und rechts einer Sandbettwabe, also unterhalb der Liegeboxenbügel, verbleibt ein gleichmässiger Abstand zur nächsten Sandbettwabe, der von der jeweilig vorgegebenen Boxenbreite bestimmt wird. Nach hinten bleiben rund 14 cm Abstand zum Abschlusselement, nach vorne rund 22 cm zur Bugschwelle. Jedes Wabenelement wird danach mit zwölf 8-mm-Schrauben fest mit dem Untergrund verschraubt, damit die Waben auch langfristig nicht verrutschen oder aufstehen können. Die entsprechenden Löcher sind in den Wabenelementen bereits vorhanden. Nach Montage aller Elemente werden die Waben mit ungewaschenem Flusssand gefüllt und etwa 3 – 5 cm überdeckt. Die Räume zwischen den Elementen sowie zwischen Abschlusselement und Bugschwelle werden ebenfalls mit Sand befüllt. Ein Kubikmeter Sand reicht für drei Sandbettwaben. Anschliessend wird der Sand mit einem Plattenvibrator verdichtet bis er fest und mit der Oberkante der Waben auf gleichem Niveau ist. «Der Verwendung des richtigen Sands kommt eine Schlüsselrolle zu», betont Philipp Meier von Delaval. Als Sand soll verdich-

Schweizer Landtechnik  5 2016

Der Sand wird auf eine Höhe von 3 – 5 cm über die Wabenkanten aufgefüllt und anschliessend fest verdichtet.

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Energie und Bauwesen    n

DLG-Test Die «Blister»-Sandbettwaben wurden auf Anmeldung des Schweizer Importeurs Delaval im Juli 2014 in einem DLG-Fokus-Test geprüft und in der Folge für das BTS-Programm in der Schweiz zugelassen. Im Test wurde die Verformbarkeit und Elastizität der Liegefläche mit Kugeleindruckversuchen ermittelt. Für die Messung der Dauertrittbelastung wurden Tests mit 100 000 Wechselbelastungen auf einem Prüfstand mit einem runden Stahlfuss und 1000 kg Last simuliert. Dabei wurde nur ein geringer Verschleiss festgestellt. Weiter wurden auf drei Betrieben die Sprunggelenke von 105 Kühen durch eine Fachperson beurteilt und das Verhalten der Tiere beim Aufstehen und Abliegen beobachtet. Die festgestellten Veränderungen (Krusten, offene Wunden) waren in allen Bereichen deutlich weniger häufig aufgetreten, als dies die Anforderungen an die BTS-Konformität verlangen. Unter den festgestellten Gelenksveränderungen waren 2,6 % geringgradig (haarlose Stellen) und 1,0 % mittelgradig (kleinere Hautabschürfungen). Dabei wurden diese Veränderungen fast ausschliesslich an den hinteren Sprunggelenken der Tiere festgestellt. Wie das DLG-Testzentrum berichtete, konnten die Sandbettwaben als erstes Produkt die Bewertung «++ – deutlich besser als der Standard» erreichen. Zusätzlich sind die Sandbettwaben gegen Belastungen durch Futter- und Exkrementsäuren sowie durch übliche Desinfektionsmittel im Stall beständig. Die Sandbettwaben werden von New Farms in Remedello (Italien) hergestellt. Die Details der Untersuchung können im DLGPrüfbericht Nr. 6222F unter www.dlg-test.de/ stalleinrichtungen kostenlos heruntergeladen werden.

Stefan Muff zeigt die unter rund 7 cm Häckselstroh verborgenen Wabenelemente. Bild: Ruedi Burkhalter

teter Flusssand, auf keinen Fall gewaschener Sand verwendet werden. Gewaschener Sand wäre zu rieselfähig und würde sich entsprechend schlechter verdichten und fixieren lassen. Weiter sollte kein Sand mit einer Korngrösse von über 1 mm verwendet werden. Dies würde dazu führen, dass die Kühe weniger gerne abliegen. Einzelne, zu grosse Körner auf dem Gummirand könnten die Kühe gar stechen.

Immer mit Stroh Die fertigen Liegeflächen werden so einge­streut, dass normalerweise weder Sand noch Waben sichtbar sind. Bilder: zvg

Über den gefüllten Sandbettwaben ist eine konstante, lockere und saubere,

8 – 12 cm dicke Schicht aus Häckselstroh. Der Aufwand dafür ist laut Stefan Muff gering: «Wir verbrauchen pro Liegeplatz und Tag nur etwa 360 g Stroh.» Das ist weit weniger als die Hälfte des Bedarfs einer herkömmlichen Tiefbox. Muff gibt das Stroh nur einmal pro Monat in den Kopfbereich der Boxen. In der Zwischenzeit muss er lediglich zweimal täglich einen Durchgang mit der Mistgabel machen, wobei wenige Kuhfladen entfernt werden und die Strohschicht ausgeglichen und aufgelockert wird. «Der Zeitaufwand dafür ist mit zweimal zehn Minuten pro Tag, gemessen an den 80 Liegeplätzen, gering», berichtet der Betriebsleiter. Ein Vorteil für Liegekomfort und Stallarbeit sei zudem, dass das Stroh immer in einer gleichmässigen, planierten Schicht liegen bleibe und die lästige «Wannenbildung» wegen des festen Un5 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Energie und Bauwesen

Bewilligungsauflagen Das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen hat für die Sandbettwaben folgende Auflagen verfügt: 1. Die Sandbettwaben dürfen in Boxenlaufställen für Milchvieh, Mutterkühe und weibliche Jungtiere eingesetzt werden. 2. Die Sandbettwaben dürfen nicht in Hochboxen eingesetzt werden. 3. Die Waben selbst, die Freiräume zwischen der Sandbettwabe und der Kotkante beziehungsweise dem Bugholz sowie die Freiräume zwischen den Sandbettwaben sind mit Flusssand auf die gleiche Ebene wie die Oberkante der Sandbettwaben zu befüllen. Die Wabenkanten dürfen nicht vorstehen. 4. Die Sandbettwabe muss mit einer Einstreu aus Strohhäcksel so dick bedeckt sein, dass es an keiner Stelle des Liegebereichs zu einer direkten Berührung des Tierkörpers mit der Wabenmatte kommt, d.h., das Tier steht oder liegt immer auf der Einstreu.

tergrunds nicht mehr möglich sei. Erfahrungen zu Lebensdauer und Unterhaltskosten des Systems gibt es noch nicht. «Wir rechnen damit, dass frühestens nach zwei

bis drei Jahren eventuell etwas Sand nachgefüllt werden muss.» Übrigens gilt die ­Zulassung für BTS nur, wenn die Sandbettwaben mit Sand und Stroh eingesetzt werden. Für Kompost und andere Materialien ist die Zulassung nicht gültig.

Tiefe Zellzahlen, kaum Abschürfungen Was die Hygiene und Tiergesundheit anbelangt, sieht Muff ebenfalls Vorteile im neuen System. «Die Zellzahlen liegen bisher in einem Bereich von 34  000 bis 90 000 und sind auch ohne den Einsatz von Kalk tiefer als mit dem alten System. Zudem habe ich festgestellt, dass es praktisch keine sichtbaren Scheuerstellen oder gar offene Wunden an den Gelenken mehr gibt und die Kühe jederzeit sauber sind, ohne geputzt worden zu sein». Diese Vorteile dürften der intelligenten Kombination von Sand, Gummi und Stroh zu verdanken sein. «Da ich aus hygienischen Gründen keinen Kalk mehr einsetzen muss, liegt das Stroh viel lockerer und weicher als früher in der herkömmlichen Tiefbox.» Dies habe zu

einer deutlichen Veränderung des Tierverhaltens geführt: «Ich sehe kaum je eine Kuh in der Liegebox stehen. Die Tiere legen sich sofort hin und liegen auch deutlich länger, was nicht zuletzt eine Verbesserung der Milchleistung begünstigt», ist Muff überzeugt. Als positiven Nebeneffekt hat Muff festgestellt, dass aufgrund der Beschaffenheit des Liegebetts auch deutlich weniger Fliegen auftreten.

Gut muss nicht teuer sein Nach rund acht Monaten zieht Stefan Muff eine überaus positive Bilanz. Der Anschaffungspreis pro Liegeplatz ist mit einem Bruttopreis von rund 210 Franken für ein Wabenelement bereits günstiger als beispielsweise eine herkömmliche Komfortmatte. Zieht man in die Betrachtung auch das eingesparte Einstreumaterial, den reduzierten Zeitbedarf sowie eine Verringerung der Tierarztkosten mit ein, dürften sich die Sandbettwaben bereits nach kurzer Zeit auszahlen. Zurzeit befindet sich laut Delaval eine weitere Version der Sandbettwabe für Anbindeställe im Prüfungs- und Zulassungsverfahren.  n

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Schweizer Landtechnik  5 2016

AGRAR GARANTIE by Quality1 Garantie


Technisch | Wissen   n

ergonomische günstige Arbeitshaltung resultiert. DIN-Normen wurden genutzt, um die Haltung der einzelnen Gelenkwin­ kel zu bewerten. Diese Koeffizienten können innerhalb einer Formel genutzt werden, mit der sich die ideale Standflächenhöhe ableiten lässt. Diese ergibt sich aus der Körpergrösse des Melkpersonals × Melkstandspezifi­ schem Koeffizient – durchschnittliche Eu­ terbodenhöhe der Herde.

. . . Erhärtete Schlussfolgerungen

Ein Melker mit CUELA-System bei der Arbeitsroutine «Anrüsten».

Auf der Suche nach mehr Ergonomie Agroscope (Standort Tänikon) untersuchte die Einflussgrössen von Melkstandtyp, Standflächenhöhe, Euterhöhe und Personengrösse auf die Ergonomie während des Melkens. Die Studie ist im «Agroscope Transfer 102»* dokumentiert. Ueli Zweifel Im Vergleich zu Melksystemen in Anbin­ deställen erlauben Melksysteme in Melk­ ständen ein ergonomischeres Arbeiten in aufrechter Körperhaltung. Dennoch kla­ gen Melkerinnen und Melker über Mus­ kel- und Gelenkschmerzen, besonders in den Unterarmen und Handgelenken so­ wie im Bereich des Nackens und der Schultern. Die Belastungen sind dabei beim Melkzeuganhängen am grössten. Agroscope hat speziell zu dieser Arbeits­ sequenz exakte Messungen durchgeführt und kommt zum Schluss, in der Praxis eher geringere Standflächenhöhen als bislang zu empfehlen.

* www.agroscope.ch/Publikationen

Abschliessend heisst es im Agroscope Transfer 102: Die Studie zeigt deutlich, dass die optimale Körperhaltung der Mel­ kerin und des Melkers sehr stark von den Parametern Melkstandtyp und Körper­ grösse abhängt. Dies führt zu erheblichen Unterschieden in der ergonomisch opti­ malen Standflächenhöhe. Die Ergebnisse der vorliegenden Studie ergeben tiefere Höhen, als sie bisher in der Praxis emp­ fohlen wurden. Eine tiefere Arbeitshöhe führt zu einer Entlastung insbesondere der Schulter und des Nackens. In Anbe­ tracht des relativ hohen Anteils von Schweizer Melkerinnen und Melkern mit Beschwerden in diesen Bereichen des Muskel-Skelett-Systems (Kauke et al., 2010) ist eine tiefere Arbeitshöhe zu empfehlen, allerdings sollte die Sicht auf das Euter beziehungsweise auf die Zitzen während der Euterkontrolle gewährleistet werden. Wo sich in grossen Milchviehbeständen mehrere Personen beim Melken abwech­ seln, kann sich bei Neubauten die Ver­ wendung eines Hubbodens als sinnvoll erweisen.  n

Komplexe Berechnungen . . . Für die Messungen wurde die «Computerunterstützte Erfassung und Lang­ zeitanalyse (CUELA)» eingesetzt, um Körperbewegungen genau zu registrieren und anschliessend zu bewerten. Auf 15 Schweizer Milchviehbetrieben wurden dazu während der Arbeitserledigung beim Melkpersonal (4 Melkerinnen und 26 Melker) die Flexionswinkel an 35 ver­ schiedenen Gelenken gemessen. In die Untersuchungen wurden die Melkstand­ typen «Autotandem», «Fischgräte 30°», «Fischgräte 50°», «Side by Side» und «Karussell» einbezogen. Mathematische Modelle kamen zur An­ wendung, um jene Koeffizienten (aus Standflächen- und Euterbodenhöhe divi­ diert durch die Körpergrössen des Melk­ personals) zu berechnen, bei denen eine

Definierte Winkelbereiche (günstig: grün; bedenklich: gelb; ungünstig: rot) für die Bewertung der Körperhaltung des Rumpfes in Flexion und Extension (Bewegungsrichtungen). 5 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Impression | Testbericht

Sanfter Schwerarbeiter Mit der «CMatic»-Version ist Claas mit den Traktoren der Baureihe «Arion 500 / 600» seit Mitte 2014 auch mit einem stufenlosen Getriebe im Markt. Dieses von Claas selbst entwickelte Getriebe war Grund genug, einen «Arion 550 CMatic» vor allem bezüglich Getriebeeigenschaften in der Praxis zu testen. Ruedi Burkhalter

Die Bauweise des «Arion 550» ­ bietet durch eine kurze Gesamtlänge bei relativ langem Radstand eine Kombination von Standfestigkeit mit guter Wendigkeit. Bilder: Roman Engeler, Ruedi Burkhalter

Die Baureihen «Arion 500» und «600»­­ im Leistungssegment von 145 bis 184 PS stellte Claas bereits 2012 vor. Der «Arion 550» ist mit maximal 163 PS der leistungsstärkste 4-Zylinder-Traktor von Claas. In der Schweizer Landtechnik 2 / 2014 pu­ blizierte man den Testbericht über den «Arion 550» mit «Hexashift»-Schaltge­ triebe. Für einen direkten Vergleich wurde nun die Variante mit stufenlosem, leistungsverzweigten «CMatic»-Fahrantrieb einem Test unterzogen und dabei das Augenmerk vorwiegend auf die Eigen­ schaften des Getriebes gerichtet.

Video zum «Arion 550 CMatic» Weitere Filme zu landtechnisch interessanten Themen auf unserem Youtube-Kanal «Schweizer Landtechnik».

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Schweizer Landtechnik  5 2016

Lang und doch ­wendig Die Bauweise des «Arion 550» soll durch eine kurze Gesamtlänge bei relativ langem Radstand eine Kombination von Standfestigkeit sowie guter Wen­­digkeit bieten und somit ein vielseitiges Einsatzprofil ermöglichen. Der subjektive Eindruck der Testfahrer bestätigte eine für diese PS-Klasse gute Wendigkeit. Die Messung des äusseren Wendekreises ergab mit 11,7 m sogar einen etwas kleineren Wert als in den Unterlagen von Claas angegeben. Entscheidend für die gute Wendigkeit ist das WespentaillenDesign der Frontpartie. Auch die Standfestigkeit hat sich als gut erwiesen, was allerdings bei einem für einen Vierzylinder beachtlichen Leergewicht von 7630  kg (gewogen mit vollem Tank) nicht erstaunt. Das hohe Eigengewicht ergibt sich vor ­allem auch dadurch, dass das Testfahr-

Herzstück der Bedienung ist die Armlehne mit integriertem «C-Motion»Multifunktions-Fahrhebel.

zeug viele Bauteile wie Getriebe und Achsen mit den grösseren 6-ZylinderModellen ­gemeinsam hat. Zudem trägt der relativ hohe Anteil von 45  % des Gewichts­ auf der Vorderachse zur Standfestigkeit­ bei. Das Testfahrzeug war mit dem für Fronthubwerk und Frontlader empfohlenen, zusätzlichen Halbrahmen zwischen Vorderachsträger und Getriebe entlang des Motors ausgerüstet. Der Rahmen nimmt die entstehenden Kräfte auf und dient gleichzeitig als Koppelpunkt für­ die Frontladerkonsolen. Die Hinter­ achs­ abstützung ist auch ohne Frontkraft­­ he­ber oder Frontlader an jedem «Arion» serienmässig vorhanden.


Testbericht | Impression   n

Beste Verbrauchswerte Angetrieben wird der «Arion 550 CMatic» von einem 4,5-l-Motor von Deere P­ ower Systems (DPS). Dieser Motor erfüllt die Abgasstufe 3b dank einer CommonrailEinspritzung, Vierventiltechnik, Turbolader mit variabler Geometrie, gekühlter Abgasrückführung und einer Abgasnachbehandlung mit Dieseloxydationskataly­ sator (DOC) und Dieselpartikelfilter. Auf einen SCR-Katalysator und somit einen zweiten Tank mit AdBlue konnte daher verzichtet werden. Die Nennleistung gibt Claas mit 158 PS an, die Maximalleistung mit 163 PS. Im bereits erwähnten früheren Test der Schweizer Landtechnik erreichte der geschaltete «Arion 550» mit identischer Motorisierung auf dem Prüfstand der ART Tänikon gute Werte, insbesondere günstige Verbrauchswerte. Wie sich der stufenlose Fahrantrieb auf den Verbrauch in der Praxis auswirkt, kann an dieser Stelle nicht genau defi­niert werden, da zurzeit noch keine entsprechenden Verbrauchsmessungen vorliegen. Der subjektive Eindruck aus den gemischten Testeinsätzen weist jedoch ­ ebenfalls auf einen günstigen Treibstoffverbrauch hin.

Steckbrief Claas «Arion 550 CMatic» Motor: 4-Zylinder-Motor von Deere Power System mit 4,5 l Hubraum, Stufe 3b, 158 PS (max. 163 PS), 597 Nm bei 1500 U / min. Getriebe: stufenlos, leistungsverzweigt mit zwei Fahrbereichen, hydrostatische Reversierung. Zapfwellen: 540/540E/1000/1000E. Hydraulik: Load-Sensing, Axialkolbenpumpe mit 110 l / min. Hubkraft: maximal 6770 daN, durchgehend 4120 daN. Gewichte: Leergewicht: 7630 kg; zulässiges Gesamtgewicht: 11 000 kg. Abmessungen: Höhe: 2980 mm; Länge: 5400 mm; Breite: 2700 mm. Treibstofftank: 242 Liter. Preis: ab CHF 158 112 (inkl. MWST) (Herstellerangaben)

lich bestimmt der Fahrer die Motordrehzahl und die Getriebeübersetzung, ähn­lich wie bei einem geschalteten Getriebe. Die automatische Regelung ist nicht aktiv. Der jeweils aktive Modus wird auf dem Terminal angezeigt.

Von sanft bis leicht aggressiv

In den beiden automotiven Fahrmodi hat der Fahrer verschiedene Möglichkeiten, die Reaktionsweise im Getriebe zu be­ einflussen. Die «Aggressivität» der Getriebereaktion kann in einem ersten Unter­menü auf dem «Cebis» eingestellt werden. Vom Wert 0 (sanft) bis zum Wert 3 (hart) wird die Aggressivität beim Beschleunigen und Reversieren geregelt. Der höchste Wert dürfte vor allem beim Manövrieren mit einem Frontlader noch eine etwas schnellere Reaktion bieten. Schade ist, dass sich die Aggressivität nicht für jeden Fahrbereich unterschiedLeistung durch das Stufenplanetengetriebe lich regeln lässt. Dies soll jedoch laut nicht nur geteilt, sondern hinter den HydClaas durch eine neue, nachrüstbare Softrostaten auch wieder summiert wird.­ ware bald möglich sein. Über ein zweites Untermenü der Getriebesteuerung lässt Diese Bauweise ermöglicht es, die Vorteile sich der Wert der «Motordrückung» von der Grosswinkel-Hydrostat-Technik über 10 bis 40 % einstellen. Je höher dieser den ge­samten Geschwindigkeitsbereich zu Wert ist, desto sparsamer wird eine Arnutzen, ohne dass dafür eine zusätzliche beit ausgeführt, desto geringer ist aber mechanische Untersetzung nötig wäre. Getriebe mit einfacher Bauweise die Leistung. Die Motordrückung lässt In den «CMatic»-Varianten dieser Bau­ Drei Bedienungen zur Wahl sich für die einzelnen Fahrmodi und die beiden Drehzahlspeicher separat festgereihe kommt erstmals das von Claas sel­bst Das Herzstück der Bedienung des «Arion 550» ist die Armlehne mit integriertem entwickelte, stufenlose Getriebe «EQ 200» legen. Mit nur einem Knopfdruck wird sie «C-Motion»-Multifunktions-Fahrhebel. zum Einsatz. Vorher hatte Claas während rund zehn Jahren alle Stufenlosgetriebe Die­ se Ausstattung zusammen mit dem von ZF bezogen. Als Begründung für die «Cebis»-Terminal ist Standardausrüstung. Eigenentwicklung gab Claas damals an, Das «CMatic»-Getriebe verfügt über die ein Getriebe mit «überlegener Leistungsdrei Fahrmodi «Auto», «CMotion» (Fahrcharakteristik» in diesem Leistungsbe­ hebel) und «manuell». In den beiden ersreich anbieten zu wollen. Das «EQ 200» ten Modi kann die Fahrgeschwindigkeit zeichnet sich einmal durch den einfachen wahlweise über das Fahrpedal oder den Aufbau in «Compound»-Bauweise und »CMotion»-Fahrhebel beeinflusst wermechanisch gesehen durch die zwei Fahrden. Motordrehzahl und Übersetzung des bereiche aus. Die beiden Weitwinkel-HydGetriebes werden so automatisch gererostateinheiten tauschen nämlich beim gelt, dass unter dem aktuellen LeistungsWechsel des Fahrbereichs ihre Rollen: Die bedarf ein optimaler Wirkungsgrad und ein geringstmöglicher Verbrauch resultieren. Pumpe wird zum Hydromotor und um­ gekehrt. Vom Fahrbereichswechsel bei­ Im Modus «Auto» wird vorwiegend mit 20 km / h merkt der Fahrer sowohl gedem Fahrpedal gearbeitet. Der Fahrhebel wird in erster Linie zum Abbremsen mit räusch- als auch kraftmässig nichts. Während der Traktor beschleunigt, nähern sich dem Motor benutzt. Dazu mehr später. Im die Drehzahlen der beiden Kupplungs­ «Fahrhebel»-Modus erhöht der Fahrer die wellen immer weiter an, bis sie übereinGeschwindigkeit durch eine Bewegung stimmen. Beim Gleichlauf der beiden Welnach vorne, reduziert sie durch Zurück­ len wird der Schaltvorgang mit Doppel­ziehen des Fahrhebels. Die gewählte Fahrkupplungstechnik durchgeführt, weshalb geschwindigkeit wird beibehalten, wenn keine Kraftspitzen auftreten. der Fahrer am Handgashebel die Dreh­Das Stufenplanetengetriebe ist über die zahl verändert und so beispielsweise das Die Hydraulikausstattung ist gut und bietet Streuverhalten eines Miststreuers veränKupplungen so mit den Hydrostaten vereinen Load-Sensing-Kreislauf mit Axialkolbenschaltet, dass die vom Motor kommende dern will. Im Modus «manuell» schliesspumpe und bis zu 110 l / min Förderleistung. 5 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Impression | Testbericht

so an die Anwendung angepasst, beispielsweise beim Wechsel von der Strasse auf das Feld.

Einfaches Verstellen ­ des Tempomaten Das Getriebe erlaubt es, die Maximalgeschwindigkeit für beide Fahrtrichtungen und die drei Geschwindigkeitsbereiche ­separat einzustellen. Der jeweils aktive Bereich wird angezeigt, während der Fahrt kann der aktive Bereich über zwei Taster auf dem Multifunktionsgriff einfach gewechselt werden. Je niedriger der eingestellte Maximalwert des Fahrbereichs, desto präziser lässt sich die Geschwindigkeit dosieren. Für alle drei Geschwindigkeitsbereiche kann je ein Tempomatwert vorwärts und rückwärts gespeichert werden. Positiv aufgefallen ist, dass eine aktive Tempomatgeschwindigkeit jederzeit über den Fahrhebel verstellt werden kann und diese dann auch automatisch bis zur nächsten Aktivierung gespeichert wird. Mit «CMatic» hat jeder Fahrer die Möglichkeit, je nach Anwendung sein eigenes Profil zu erstellen. Das Getriebe bietet im Fahrpedal-Modus verschiedene Möglichkeiten, die Verzögerung an den Einsatz anzupassen. Wird das Fahrpedal losgelassen, ist die Verzögerung durch Motor und Getriebe relativ gering. Soll mehr abgebremst werden, kann der Fahrer den Fahrhebel leicht bis ganz zurückziehen und so das Fahrpedal «übersteuern». Hier haben die Testfahrer eine Schwäche der Getriebesteuerung lokalisiert: Wird bei Talfahrt der Fahrhebel zur Geschwindigkeitsverringerung zurückgezogen, wird die Abbremswirkung zeitverzögert wirksam, wodurch ein kurzfristiges Wegrollen mit anschliessender Überreaktion auftreten kann. Die Abbremswirkung ist zudem relativ schwierig zu dosieren, auch weil sie je nach Fahrgeschwindigkeit unterschiedlich stark ausfällt. Insgesamt ist der Eindruck entstanden, dass die Abbremswirkung des Motors bei gewissen Geschwindigkeiten eher schwächer ist als bei einem Fahrzeug mit Schaltgetriebe. Die Problematik ist bei Claas bekannt und soll demnächst mit einem Software-Update verbessert werden. Positiv aufgefallen ist hingegen die Getriebesteuerung, wenn zum Abbremsen das Bremspedal benutzt wird. Fussbremse und Getriebe sind gut auf­einander abgestimmt und ermöglichen beispielsweise an einem Kreisel ein präzises Abbremsen und eine Wiederbeschleunigung. 34

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Angetrieben wird der «Arion 550 ­CMatic» von einem John-Deere-Motor ­mit 4,5 l Hubraum.

In Zusammenhang mit dem Abbremsverhalten ist zudem die Möglichkeit der «Streckbremsung» zu erwähnen. Muss beispielsweise in Hanglage mit einem Anhänger bergab eine Kurve gefahren werden, besteht die Gefahr des Überschiebens durch den Anhänger. Um dies zu verhindern, kann der Fahrer durch leichtes Antippen des Bremspedals und gleichzeitiges Nach-vorne-Bewegen des Fahrhebels bewirken, dass der Anhänger stärker abbremst als das Zugfahrzeug. So wird das Gespann unter Zug gehalten. Diese Funktion ist leider zurzeit nur bis zu­ einer Fahrgeschwindigkeit von maximal

10 km / h aktivierbar. Ein Update soll diesen Wert demnächst erhöhen.

Sanftes Reversieren Das Reversieren lässt sich auf zwei Arten bewerkstelligen: Für den eher traditionellen Fahrer steht der bekannte Wendeschalthebel unter dem Lenkrad zur Verfügung. Dieser muss zum Aktivieren einer Fahrtrichtung aus der Neutralstellung leicht angehoben werden und bleibt dann in der vorderen oder hinteren Position. Die zweite Reversiermöglichkeit befindet sich in Form eines Druckknopfs auf dem Fahrhebel. Um diese Art der Rever-

Schematischer Kraftfluss im Getriebe in der ersten Fahrstufe Hohes Anfahrmoment dank rein hydrostatischem Anfahren. H1– Pumpe

Stufenplanetengetriebe

Eingang

Ausgang Stufe 2

Stufe 1 Kupplungen

H2 – Motor


Testbericht | Impression   n

Kurzbewertung + Hohe Traktion für schwere Zugarbeiten + Sparsame Motorisierung + Sanfte Getriebesteuerung mit vielen Einstellmöglichkeiten – Steuerung des Abbremsverhaltens – Hohes Gewicht bei Strassenfahrten – Schwerfälliges Reversierverhalten ­ für Frontladerarbeiten

Die Kabine bietet in Verbindung mit der Vorderachsfederung und der 4-Punkt-Kabinenfederung einen guten Fahrkomfort.

sierung zu aktivieren, muss der Wendeschalthebel in Neutralposition stehen. Bei der ersten Aktivierung muss gleichzeitig der Knopf gedrückt und der Fahrhebel ganz nach vorne (Aktivierung vorwärts) oder nach hinten (Aktivierung rückwärts) bewegt werden. Dies ist nur einmal erforderlich, anschliessend genügt für den Richtungswechsel eine Betätigung des Knopfes. Das «EQ 200» ist eines der wenigen leistungsverzweigten Getriebe, bei denen der Fahrtrichtungswechsel nicht unter Last mit Kupplungen (PowerShuttle) erfolgt, sondern durch Umschwenken der Hydrostateinheit (Pumpe im ersten

Fahrbereich). In Rückwärtsfahrt steht folg­ lich nur der erste Fahrbereich bis 20 km / h zur Verfügung. Die Schwenk-­ reversierung hat den Vorteil, dass auch noch bei der härtesten Einstellung der Aggressivität und in allen Bedingungen der Fahrtrichtungswechsel sehr sanft, ja sogar völlig ruckfrei erfolgt, was sowohl für die Antriebstechnik als auch die Bandscheiben des Fahrers angenehm und schonend ist. Den Nachteil spüren ungeduldige Fahrer bei gewissen Einsätzen wie Frontladerarbeiten: Das Umschwenken der Hydrostateinheit nimmt tenden­ ziell etwas mehr Zeit in Anspruch als das Reversieren über zwei sich überschneidende Kupplungen. Wird das Fahrzeug angehalten, sorgt der aktive Stillstand auch auf steiler Strasse und mit schwerer Last für einen sicheren Stand. Wird der Reversierhebel in Neu­ tralstellung gebracht, bleibt der aktive Stillstand bis zum Anziehen der Handbremse aktiv. Die Feststellbremse wirkt auf ein separates Bremspaket mit fünf Scheiben auf der Kegelritzelwelle, über eine zusätzliche mechanische Verriegelung verfügt das Getriebe nicht.

Hydraulik mit genug Leistung Die Hydraulikausstattung ist gut und bietet einen Load-Sensing-Kreislauf mit Axialkolbenpumpe und bis zu 110  l  /  min Förder­leistung. Die maximale Hubkraft an den Koppelpunkten gibt Claas mit 6770 kg, d ­ ie durchgehende mit 4120 kg an. Positiv aufgefallen ist die grafische Darstellung des Hubwerks auf dem Bildschirm. Durch unterschiedlich farbige Balken lassen sich jederzeit die wichtigsten Einstellungen wie die aktuelle Position sowie die Tiefen und Hubbegrenzung auf einen Blick ablesen. Der Test-

Schematischer Kraftfluss im Getriebe in der zweiten Fahrstufe Änderung des Kraftfluss-Layouts (Pumpe wird Motor, Motor wird Pumpe).

Grafik: Claas

H1– Pumpe

Stufenplanetengetriebe

Eingang

Ausgang Stufe 2

Stufe 1 Kupplungen

H2 – Motor

traktor war mit vier elektronisch bedienten Steuergeräten ausgerüstet, deren Durchfluss einfach über den Terminal verstellt werden können. Auch hier ist wieder die übersichtliche Darstellung ­ auf dem Bildschirm positiv aufgefallen: Die aktuellen Einstellungen (Menge, Zeit) kann der Fahrer auch in der Standardansicht ablesen, ohne dafür in das Steuer­ gerätemenuü gehen zu müssen. Alle acht Hydraulikkuppler im Heck sind mit prak­ tischen Entlastungshebeln versehen. So kann auch unter Druck an- und abgekuppelt werden, ohne an den Schläuchen reissen zu müssen. Die farbige Kennzeichnung von Ein- und Auslassseite erleichtert den fehlerfreien Anbau der Arbeitsgeräte.

Komfort der Kabine Die Kabine bietet in Verbindung mit der Vorderachsfederung und der einzigar­ tigen 4-Punkt-Kabinenfederung einen guten Fahrkomfort. Mit den Bedienungsmöglichkeiten inklusive Vorgewendemanagement kommt der Fahrer schnell zurecht. Die Bedienung wurde spürbar auf die Bedürfnisse des Praktikers ausgerichtet. Als Beispiel hierfür kann die Schnellzugangstaste genannt werden, über die, ähnlich dem Verlauf beim PC, die jeweils zuletzt benutzten Menüfunktionen mit nur einem Tastendruck wieder aufgerufen werden können. Die Ergonomie am Arbeitsplatz des Fahrers ist gut, allerdings ist der freie Platz vor allem vor den Pedalen zu finden und kaum rund um dem Sitz, sodass der Arion bezüglich Abla­ gemöglichkeiten, beispielsweise für eine grössere Tasche, neben dem Beifahrersitz nicht viel zu bieten hat. Positiv aufgefallen ist auch die Beleuchtung bei Nacht­ arbeit. Sowohl die zweckmässig ange­ ordneten Arbeitsscheinwerfer als auch die sogar bei abgeschaltetem Licht aktive ­Beleuchtung vieler Bedienungselemente erleichtern dem Fahrer die Nachtarbeit.

Fazit Die «nur» vier Zylinder dürfen aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass es sich beim «Arion 550» um einen echten Schwerarbeiter handelt: Mit 7630 kg Leergewicht bringt das Fahrzeug mehr auf die Waage als mancher Sechszylinder in dieser Leistungsklasse. Deshalb kann der Testtraktor vor allem bei schweren Zugarbeiten seine Stärken ausspielen. Das neue Getriebe ist insgesamt positiv aufgefallen, wenn auch noch einzelne Kinderkrankheiten mit einer Verbesserung der Software auszumerzen sind.  n 5 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Impression | Einsatzbericht

Am laufenden Band Seit den Sechzigerjahren ist der Kreisler die dominierende Schwadmaschine. ­ Was als Einkreiselschwader begonnen hat, entwickelte sich zum Mehrkreiselschwader mit Arbeitsbreiten über zwölf Meter. Ernsthafte Konkurrenz gibt ­ es nicht – oder doch? Ruedi Hunger Bilder und Reportagen über «Bandschwader», die angebliche Konkurrenz zum Kreiselschwader, gibt es schon seit einigen Jahren. Doch bisher konnten Bandschwader in der Schweiz nicht wirklich Fuss fassen. Zu gross die Flächenleistung respektive zu klein die Felder oder zu umständlich, zu schwer und zu teuer – so richtiges Interesse kam nicht auf.

Ob Breitablage oder mehrere Schwaden: Der Bandschwader ist flexibel bei Aufnahme und Ablage des Ernteguts.

Was der Bauer nicht kennt … … das kauft er nicht! Hand aufs Herz,­ so wirklich für jeden Bauernbetrieb ist­ ein Bandschwader mit acht, zehn oder zwölf Metern Arbeitsbreite und einem Preis zwischen 70 000 und 100 000 Fr. nun wirklich nicht. Das ist aber bei ­den Mehrkreiselschwadern nicht anders. Grös­se und Leistungsfähigkeit des Bandschwaders sprechen eindeutig für eine Lohnunternehmermaschine. Während von Kuhn «Merge-Maxx»-Bandschwader im grenznahen Deutschland im Einsatz stehen, sind erstmals drei Maschinen des italienischen Herstellers Roc in die Schweiz geliefert worden.

Zur Freude der Luzerne Bei der Frage nach den Gründen dieser Anschaffung werden unisono Argumente wie weniger Schmutz und Steine im Futter, schonende Behandlung des Erntegutes und kaum Bröckelverluste erwähnt. In der Tat, die mit einem Pick-up als Aufnahmevorrichtung ausgerüstete Maschine nimmt das Futter schonend auf (Pickup-Drehzahl kann eingestellt werden). Kaum Erde oder Steine im Erntegut, ­das wirkt sich positiv auf die Standzeit der Häckslermesser aus. Die Tiefenführung erfolgt über verstellbare, breite Kunststoffrollen und / oder zusätzliche Gleitkufen. Nach der Aufnahme über den Pick-up hat das Erntegut keinen Bodenkontakt mehr bis zur Ablage. Darüber «freut» sich die Luzerne und alle anderen Leguminosen mit ihren kleinen und feinen Blättern. Und wenn etwas abfällt, dann liegt es auf dem Band und wird seitlich in die 36

Schweizer Landtechnik  5 2016

Schwad abgelegt, bleibt folglich bis zur Bergung mit Feldhäcksler, Presse oder Ladewagen erhalten.

Ablage nach Wunsch Der einzige «Wermutstropfen» ist, dass bei Breitablage oder gezettetem Grünfutter das Erntegut mit dem Traktor überfahren wird. Das ist beim Kreiselschwader aber nicht anders und generell bei gezogenen Maschinen mit grossen Arbeitsbreiten nicht zu verhindern. Roc baut auch einfache, schmale Bandschwader für den Front- und Heckanbau (mit RFV). Die Arbeitsbreite ist von der Baugrösse abhängig. Die Hersteller rechnen bei der Arbeitsbreite üblicherweise die Schwadbreite mit ein (Ausnahme, mittige Ablage). Mit dem hydraulisch angetriebenen, dreiteiligen Band wird das Erntegut je nach Bedarf links oder rechts, links und

Die Lohnunternehmer Herbert und Josef Binder betreiben in Forchheim (Breisgau, D) eine Biogasanlage und bewirtschaften einen eigenen Landwirtschaftsbetrieb. ­ Seit 2010 arbeitet das Lohnunternehmen mit dem Bandschwader Kuhn «MergeMaxx 900». Für die Biogasanlage ernten sie Ackerkulturen wie Gras, Grünschnittroggen und Sorghum. «Mit dem Bandschwader können wir vier bis fünf Stunden nach dem Mähen mit dem Schwaden beginnen und anschliessend häckseln. Das wäre zwar auch mit dem Kreiselschwader möglich, der hat aber ­ den Nachteil, dass er das Futter über den Boden schiebt. Weil dieser dann noch feucht ist, gelangen auch Steine und Erde ins Schwad, das wollen wir nicht.» Für Binder war dies das ausschlaggebende Argument, einen Bandschwader zu kaufen. Binder hat Vergleiche zu den Vorjahren gezogen und kommt zum Schluss: ­ «Seit wir den Bandschwader einsetzen, haben sich die Verschleisskosten ­ an H ­ äckslermessern etwa halbiert.»


Einsatzbericht | Impression   n

rechts (2 ∕ 3   + 1 ∕ 3) oder mittig abgelegt. ­Dem Fahrer stehen alle Möglichkeiten der Ablage offen. Damit kann er je nach Futteranfall die passende Doppel- oder Ein­ fachschwad für Feldhäcksler, Ballen­pres­se oder Ladewagen ablegen. Pick-up und Bandgeschwindigkeit können unabhängig voneinander eingestellt und der Fahr­ geschwindigkeit beziehungsweise dem Futteranfall angepasst werden.

bei Roc aufwendiger, dies weil der Pickup an Ort und Stelle bleibt und das Transportband entfernt werden muss. Daraus resultiert aber auch ein Vorteil, alles Futter wird aufgenommen und hinter dem Pick-up wieder abgelegt, folglich wird­ kein Erntegut unbearbeitet zugedeckt. Das garantiert ein wirklich gleichmässiges Abtrocknen der ganzen Schwad.

Fazit Unterschiedliche Mittenablage Beim «Merge-Maxx» von Kuhn wird für die Mittenablage das mittlere Segment komplett nach oben geschwenkt und damit Platz geschaffen für den zusammengeführten Schwad. Die Umstellung auf die Mittelschwad-Konfiguration ist

Neuer Ansatz Einen radikal neuen Ansatz verspricht ein Bandschwader, der sich zurzeit ­ in Österreich (Reiter – Innovative Technology) in der Endphase der Entwicklung befindet und demnächst in der Schweiz von Sepp Knüsel (Küssnacht SZ) vertrieben werden soll. Dieser Bandschwader weist ein ­Pick-up auf (Grafik), das mit wesentlich kleinerem Durchmesser auskommt, als dies bei anderen Herstellern der Fall ist (Grafik rechts). Dies, und ein mit elastischen Zinken bestückter Rotor sollen dazu beitragen, dass das Futter noch schonender und selbst kurzes Erntegut noch effektiver auf das Querband befördert wird.

Aufgrund seines Aufbaus und des flexiblen Antriebskonzepts ist der Bandschwader eine interessante Alternative zum Krei­selschwader – wäre da nicht der Preis. Dieser und das grosse Leistungsvermögen machen den Bandschwader zur typischen Maschine für Grossbetriebe und Lohnunternehmen. Jährliche Einsatzflächen von 250 Hektaren – besser sogar mehr – sind schon Voraussetzung.  n

Kompakt gebaut und 4,5 t schwer. Dieser Band­schwader ist mit Druckluftbremsen ausgerüstet und bietet daher auch auf der Strasse ein hohes Mass an Sicherheit.

Dieser Bandschwader verfügt über drei Einzelsegmente, die sich trotz neun Metern Arbeitsbreite (mit Schwad) gut dem Boden anpassen können.

Zwei Schweizer Lohnunternehmer haben sich entschlossen, den Band­ schwader «RT 870» von Roc zu ­kaufen. Was hat sie dazu bewogen? Felix Horni, Lohnunternehmer, Bad Ragaz (SG). «Von diesem, robust gebauten Bandschwader erwarte ich, dass weniger Schmutz ins Futter gelangt. Damit schaffen wir die Voraussetzungen für gute Gärqualität der Silage, sei dies im Hoch- oder Flachsilo. Zudem gehe ich davon aus, dass mit dem Schwaden am Morgen viel früher begonnen werden kann. Bei den Häckslermesser gibt es im Gras immer viel Verschleiss, da hoffe ich natürlich auf weniger Verschleiss bzw. weniger Kosten».

Entsprechend dem Arbeitsprinzip wird das Erntegut mit e ­ inem Pick-up aufgenommen und dann quer ­zur Fahrrichtung seitlich abgelegt.

Daniel Haffa, Maschinenbetrieb und Lohnunternehmen, Andwil (TG): «Mir ist es wichtig, dass die kleinen feinen Blätter – beispielsweise der Luzerne – nicht in Form von Bröckelverlusten verloren gehen» und weiter betont der Thurgauer Lohnunternehmer: «Das Arbeitsprizip des Bandschwaders ohne Bodenkontakt des Futters hat mich überzeugt». Haffa sieht sich gegenüber seinen Kunden in der Pflicht, qualitativ gutes Futter auch möglichst verlustlos zu schwaden.

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n  Impression | Fahrbericht

JCB «Agripro» mit «Dualtech-VT»-Getriebe: Wenn die Geschwindigkeit von 19 km / h überschritten wird, entkoppelt sich der Hydrostat, und bis zur Endgeschwindigkeit stehen drei automatisch lastgeschaltete Gänge zur Verfügung. Bilder: Roman Engeler

Getrieberevolte JCB lanciert seine aus drei Modellen bestehende, neue «Agripro»-Baureihe von Teleskopladern mit einem in diesem Maschinensegment neuen Getriebe. Unter der Bezeichnung «Dualtech-VT» verbirgt sich die innovative Kombination eines reinen Hydrostaten mit einem Lastschaltgetriebe. Roman Engeler Schnell auf der Strasse, agil im Feld und leistungsstark beim Güterumschlag auf dem Hof: Anforderungen, welche die Praxis an einen Teleskoplader stellt und deren Erfüllung stets zu einem Kompromiss führt. Die JCB-Ingenieure wollten nun diesem stetigen Kompromiss ein Schnippchen schlagen und haben dabei getriebeseitig den Hebel angesetzt. Entwickelt haben sie im JCB-Werk Wrexham (North-Wales) ein Hybridgetriebe, das eine hydrostatische Komponente mit einem Lastschaltgetriebe kombiniert. Bis zu einer Geschwindigkeit von 19 km / h ist ausschliesslich der Hydrostat aus dem Hause Bosch Rexroth aktiv, ab 19 km / h kommt dann automatisch nur noch das JCB-eigene 3-Gang-Lastschaltgetriebe ohne Drehmomentwandler zum Einsatz.

Das beste aus zwei Welten Bei der Präsentation der neuen Baureihe an seinem Hauptsitz im englischen Roces38

Schweizer Landtechnik  5 2016

ter betonte JCB, man habe beim «revolutionären Dualtech-VT» das Beste aus zwei Getriebewelten kombinieren können. Eine ähnliche Aussage hörte die Fachwelt zwar bereits vor zwei Jahren, als der österreichische Berglandtechnik-Spezialist Reform seinen Transporter vom Typ «Muli T10 X HybridShift» präsentierte. Beim Reform Transporter entscheidet aber der Fahrer, in welchem der beiden Modi – hydrostatisch oder mechanisch geschaltet – er jeweils fahren möchte. Beim Ansatz von JCB sind diese beiden Komponenten 531-70

Motor

nun in einem Getriebeblock vereinigt und eine intelligente Steuerung übernimmt diese Entscheidung. Der Wechsel von hydrostatisch auf lastgeschaltet (mit drei Gängen, automatisch oder von Hand geschaltet) passiert bei einer Geschwindigkeit von 19  km  /  h – automatisch und ohne, dass man als Fahrer dies gross merkt. Sowohl bei der Beschleunigung als auch beim Abbremsen: Stets ist die Marke von 19 km / h entscheidend, in welchem der beiden Modi man fährt. Beim Abbremsen und vor dem Übergang in den 536-70

Drehmoment (Nm)

560

Hydraulik Hubkraft (t)

541-70

JCB Ecomax, 4,8 l, 145 PS, SCR + DOC 140 l / min Hauptkreis, 110 l / min Zusatzkreis 3,1

3,6

4,1

Hubhöhe (m)

7

7

7

Vorwärtsreichweite (m)

3,7

3,7

3,7


Fahrbericht | Impression   n

hydrostatischen Modus wird auf den kleinsten Gang gewechselt, sodass bei der Beschleunigung der entsprechende Übergang feinfühlig moduliert erfolgt.

Hydrostat Im normalen Modus wirkt sich der Druck auf das Gaspedal auf die hydrostatische Leistung und die Motordrehzahl aus. Die Steuerelektronik gleicht beide Werte aus. Das Bremspedal bietet in diesem Modus eine Inch-Funktion. Dadurch wird beim Bremsen der hydrostatische Antrieb unterbrochen, was den Bremsenverschleiss reduziert. Weiter wird ein «Flexi-Modus» offeriert, der die unabhängige Kontrolle von Motordrehzahl und Fahrgeschwindigkeit ermöglicht – interessant für den Materialumschlag, weil die Motordrehzahl auf optimale Hydraulikleistung des Auslegers eingestellt wird. Der Fahrer muss sich dann nur noch um die Regelung der Fahrgeschwindigkeit mittels Gaspedals kümmern sowie auf Lenkung und Auslegerbetrieb konzentrieren. Die hydrostatische Höchstgeschwindigkeit kann beschränkt, und die Fahreigenschaften können so für kurze Ladezyklen auf kurzen Strecken optimiert werden, sodass nicht kurzzeitig in den Lastschaltmodus und wieder zurück gewechselt wird. Der erwähnte «Flexi-Modus» umfasst auch die Funktion «Varispeed». In diesem Fall wird die Motordrehzahl so eingestellt, dass die Zusatzhydraulik die erforderliche Ölmenge von 110 l / min liefert. Die (niedrige) Fahrgeschwindigkeit wird dann über den Drehknopf separat eingestellt.

ter für Druckentlastung in der Kabine lässt sich der Wechsel von Anbaugeräten einfach erledigen. Das automatische Schwingungsdämpfungssystem des Auslegers wird deaktiviert, wenn der Fahrer langsam fährt, um beispielsweise die präzise Positionierung einer Kartoffelkiste zu ermöglichen, und wird automatisch wieder aktiviert, wenn eine Fahrgeschwindigkeit von 4 km / h überschritten wird. Die Schaufel-RüttelFunktion simuliert wiederholte Bewegungen mit dem Joystick zum Auskippen von anhaftendem Material in einem Anbaugerät.

Was sonst noch auffällt Äusserlich lassen sich die Lader an den «Agripro»- und «Dualtech-VT»-Schriftzügen erkennen. Serienmässig gibt es einen sitzmontierten Servo-Joystick mit proportional angesteuerten Daumenschaltern zum Aus- und Einfahren des Auslegers. Rückseitig ist auf diesem Hebel ein Kippschalter für die Fahrtrichtungsänderung (in Ergänzung zum bekannten Hebel am Lenkrad) positioniert. Vorne wie hinten ist ein umfangreiches LED-Scheinwerferpaket verfügbar. Die Maschinen sind nun mit Servobremsen ausgestattet, die bislang nur den Modellen «550-80» und «56080» vorbehalten waren. Sie garantieren eine Bremsleistung mit reduziertem Pedaldruck bei schwerem Anhängerbetrieb. Als Motor wird ein «Ecomax»-Aggregat von JCB mit 4,8 l Hubraum, 145 PS Leistung und einem Drehmoment von 560 Nm verbaut. Die aktuelle Emissionsnorm der Stufe 4 erreicht man mit einem SCR- und Dieseloxidationskatalysator.

Weitere Neuheiten •  An der Agritechnica 2015 wurde der Teles­ koplader «525-60 AgriPlus» vorgestellt und erhielt nach den ersten Praxiseinsätzen gute Noten. Nun gibt es diese Maschine auch in der etwas abgespeckten Variante «Agri», aber mit gleichen Ladeeigenschaften (2,5 m Hubhöhe, 6 t Hubkraft). •  Mit dem kompakten Teleskoplader «527-58 AgriPlus» präsentiert JCB ein Modell, das speziell für die Arbeit rund um Geflügelställe (Abmessungen, Staubfilter) konzipiert worden ist. •  «427 Agri» und «437 Agri» heissen zwei Radladermodelle, die mit «CommandPlus»Kabine und 6,7-l-Cummins-Motor (179 und 183 PS) auf den Markt kommen. •  Als «König auf dem Fahrsilo» beschreibt JCB den neuen, 230 PS starken Radlader «435S», der sich mit 6-Gang-Lastschaltgetriebe und Wandlerüberbrückung optimal für die Schubarbeit auf dem Silo eignet. •  Seit 1977 produziert JCB Teleskoplader. Im vergangenen April erreichte der englische Hersteller nun einen Meilenstein, konnte man doch bereits das 200 000. Modell produzieren.

Fazit Die drei Modelle «531-70», 536-70» und «541-70», wobei die erste Ziffer auf den jeweiligen Bautyp hinweist (5 gleich Teleskoplader), die beiden folgenden die Hubkraft in Dezitonnen (31 gleich 3,1 t) und die letzte Zahl die Hubhöhe (70 gleich 7 m) angibt, hinterlassen nach einem ersten Probeeinsatz einen äusserst soliden Eindruck. Die Maschinen tragen den veränderten Bedürfnissen von Farmern Rechnung, die vermehrt effiziente Transporte mit Ladefahhrzeugen, die hohe Geschwindigkei-

Smarte Technologie Die Hydraulikanlage arbeitet mit einer 140-l / min-Axialkolbenpumpe und einer Load-Sensing-Steuerung. Der regenerative Hydraulikkreislauf für die Hub- und Ausfahrzylinder soll gemäss JCB dazu führen, dass sich der Ausleger erheblich schneller als gewöhnlich und trotzdem unter voller Kontrolle senken kann. Ein direkter Vergleich von Teleskopladern mit und ohne dieses System habe eine Verringerung der Ladezykluszeiten bis zu 20 % oder die Verringerung des Kraftstoffverbrauchs von 15 % beim Umschlag einer gleichen Materialmenge ergeben, argumentiert JCB. Ein neuer Zusatzhydraulikkreislauf liefert einen Ölstrom von bis zu 110 l / min bei einem Druck von 190 bar. Dieser (optionale) Kreislauf kann für den Antrieb von hydraulisch angeschlossenen Anbaugeräten verwendet werden. Mit einem Schal-

Der regenerative Hydraulikkreislauf für die Hub- und Ausfahrzylinder führt dazu, dass sich der Ausleger schneller als gewöhnlich und trotzdem unter voller Kontrolle senken kann.

5 2016  Schweizer Landtechnik

39


n  Impression | Fahrbericht

Serienmässig gibt es einen sitzmontierten Servo-Joystick mit proportional angesteuerten Daumenschaltern zum Aus- und Einfahren des Auslegers sowie mit rückseitigem Kippschalter für die Fahrtrichtungsänderung.

Das JCB «Ecomax»-Aggregat mit 4,8 l Hubraum, 145 PS Leistung und einem Drehmoment von 560 Nm erfüllt die Abgasnorm der Stufe 4 mit einem SCR- und Dieseloxidationskatalysator.

ten erlauben, ausführen wollen. Ob dies allerdings reicht, um die wohl teurere Baureihe im Markt erfolgreich platzieren zu können, bleibt abzuwarten. Denn letztlich hat sich der Teleskoplader trotz vielen Versuchen und Adaptationen nie als wirklicher Ersatz für den Traktor durchsetzen können. Das Lastschaltgetriebe ist bei höheren (Transport)-Geschwindigkeiten die effi­ zientere Lösung, und der nun für geringe-

re Tempi ausgelegte Hydrostat bewegt sich in einem für dieses Aggregat optimalen Bereich. Die Durchzugkraft des Lastschaltgetriebes in Kombination mit den Vorteilen der präzisen Fahrkontrolle eines Hydrostaten bei geringer Geschwindigkeit ist eine interessante Kombination, die zu einem angenehmen Fahrgefühl führt. Es ist interessant, abzuwarten, ob sich die versprochenen Effizienz- (Treibstoffeinsparungen) und Produktivitätsgewin-

Integriert ist eine Servobremse. Das Bremspedal bietet zusätzlich eine Inch-Funktion.

ne in der Praxis dann auch tatsächlich realisieren lassen.  n

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n  Management

Grosse Tropfen der Injektor­ düsen vermindern die Abdrift. Injektordüsen sind heute Standard, sie gehören an jede Spritze! Bild: Amazone

Abstandsauflagen: überarbeitete Weisung ab sofort gültig Die Weisung zu den Abstandsauflagen für Pflanzenschutzmittel ist überarbeitet. ­ Sie gilt ab sofort. Ein Punktesystem beschreibt, wie sich diese Abstände durch Wahl der Düsen, Geräte oder weiteren Massnahmen reduzieren lassen. Stephan Berger, Markus Hochstrasser Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ohne Abstandsauflagen ist im ÖLN ein Pufferstreifen von 6 m zu Oberflächenge­ wässern einzuhalten. Beim Einsatz von Pflanzenschutzmitteln mit Abstandsauf­ lagen zu Biotopen oder zu Oberflächen­ gewässern Infolge Drift oder Abschwem­ mung muss eine unbehandelte Puffer­zone eingehalten werden. Die Breite die­ ser Pufferzone wird auf der Etikette mit der Bezeichnung «SPe 3» (6 m, 20 m, 50 m und 100 m Abstand) aufgeführt. Mit der neuen Weisung können die Abstände zu Oberflächengewässern anhand eines Punktesystems durch den Einsatz ver­ schiedener driftreduzierenden Massnah­ men um eine bis drei Stufen reduziert werden. Ziel ist es, mit optimaler Technik

* Stephan Berger und Markus Hochstrasse arbeiten beim Strickhof in Lindau. Stephan Berger ist Vorstandsmitglied beim SVLT-ZH

42

Schweizer Landtechnik  5 2016

und guter landwirtschaftlicher Praxis zu verhindern, dass Pflanzenschutzmittel via Drift / Abschwemmung in Oberflächenge­ wässer gelangen können.

JKI-Tabelle in Punktesystem integriert Bei den Düsen gibt es neu zwei Möglich­ keiten, die Abstände zu reduzieren: • Einerseits kann die Düsentabelle des Julius-Kühn-Instituts (JKI) benutzt wer­

den. In dieser Tabelle sind die Düsen und deren prozentuale Abdriftminderung in Funktion des Betriebsdruckes dargestellt. Die üblichen Düsentypen werden von der JKI geprüft und in Abdriftminderungs­ klassen 50 %, 75 %, 90 % und 95 % ein­ geteilt. Je nach Wasseraufwandmenge­ (l / ha), Fahrgeschwindigkeit und Druck­ einstellung der jeweiligen Düse kann die Abdriftminderungsklasse aus der Tabelle herausgelesen werden.

Punktzahl

Reduktion um ...

Düse

Reduktion des Gewässerabstandes

1

1 Stufe

Injektordüse bei max. 3 bar Druck oder Driftreduktion 75 % gemäss JKI

100 m  50 m oder 50 m  20 m oder 20 m  6 m

2

2 Stufen

Injektordüse bei max. 2 bar Druck oder Driftreduktion 90 % gemäss JKI

100 m  20 m oder 50 m  6 m

3

3 Stufen

Driftreduktion 95 % gemäss JKI

100 m  6 m


Management   n

• Anderseits wird nicht mehr die Grösse (Farbe) der Düse vorgeschrieben, sondern es muss zwingend eine Injektordüse be­ nutzt werden, wobei je nach Druck ein oder zwei Punkte erreicht werden können. Grundsätzlich sollte mit der JKI-Tabelle gearbeitet werden, ausser bei Düsen, die auf der JKI-Tabelle nicht ersichtlich sind. Da das Tropfenspektrum und somit ­die Abdrift nicht nur vom Druck abhängig sind, ist die JKI-Tabelle für die meisten Anwendungen die optimale Grund­lage. Zudem sind auch zukünftige Entwicklun­ gen mit der JKI-Tabelle berücksichtigt.

Neben den aufgelisteten Massnahmen bei den Düsen enthält die Weisung noch weitere Möglichkeiten zur Reduktion der Abstände wie Spritzbalken mit Luftunter­ stützung, Unterblattspritzung (Dropleg), Bandspritzung oder vertikale Barrieren. Durch die Kombination mehrerer bezie­ hungsweise durch die Auswahl besonders wirkungsvoller Massnahmen wird eine erhöhte Driftreduktion erreicht. Im Punk­ tesystem können Massnahmen von ver­ schiedenen Kategorien kombiniert und deren Punkte addiert werden.  n

Auf den Punkt gebracht Armin Gantner bringt es als Praktiker und Experte rund um den Pflanzenschutz und den Geräteeinsatz auf den Punkt: «Aus heuti­ ger Sicht gibt es für den Landwirt eigentlich nur den Griff zur Injek­ tordüse, die die biologische Wirksamkeit sichert und gleichzeitig die Lösung für umweltrelevante Auflagen darstellt. Aufpassen sollte man jedoch weiterhin, dass man nicht nur in Sachen Abdriftredu­ zierung optimiert und die biologische Wirkung dabei vergisst. Auch die Bedingungen für eine gute und sichere Applikation wie Wind­ stille, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, usw. müssen eingehalten wer­ den und gehören zur guten landwirtschaftlichen Praxis.» Bild: Strickhof

Tipps für die Praktiker Bei der Anwendung dieser Weisung wird folgendes Vorgehen empfohlen: 1.  Gibt es ein Feld, bei dem ein Gewässer beispielsweise 100 m vom Feldrand ­ entfernt liegt? 2.  Überprüfen, ob das gewählte Pflanzen­ schutzmittel eine Abstandsauflage hat ­ (Pflanzenschutzmittelverzeichnis BLW, ­Mittelheft Strickhof, Etikette) oder ob ein Mittel ohne Auflagen gewählt werden kann. 3.  Überprüfen der Düsen und der techni­ schen Möglichkeiten, die zur Erreichung des vorgeschriebenen Abstandes notwendig ­ sind. Oder ob allenfalls eine Kultur oder ein Pufferstreifen, die bzw. der ebenso hoch ­ ist wie ­die zu behandelnde Kultur dazwischen liegt, um den Abstand um eine Stufe zu verringern. Bei Neukauf von Düsen empfehlen wir vor­ gängig mit der landtechnischen Beratung oder mit der Pflanzenschutzfachstellen der entsprechenden Kantone Kontakt aufzunehmen. Die neue Weisung sowie die JKL-Tabelle können heruntergeladen werden auf www.agrartechnik.ch unter Download / Schweizer Landtechnik.

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5 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Management

30 km / h – was nun? Wie häufig ein älterer Anhänger genutzt wird, hat keinen Einfluss auf die technische Ausrüstung, höchstens auf die Intensität der Wartung. Der Anhänger muss stets dem Strassenverkehrsgesetz genügen. Stephan Berger * An älteren, in der Landwirtschaft eingesetzten Anhängern fehlt oft das Typenschild. Ob es bewusst abgeschlagen wurde, um mit dem gemäss Gesetz erlaubten Höchstgewicht fahren zu können, oder ob gar nie ein Herstellerschild angebracht worden ist, ist vielfach unklar. Klar ist jedoch, dass jeder Anhänger eine Identität mittels eines Typenschilds aufweisen muss. Gemäss der Verordnung über die technischen Anforderungen an Strassenfahrzeuge (vts) muss dieses aus dauerhaftem Material bestehen und an leicht zugänglicher Stelle angebracht sein. Bei älteren Anhängern (vor 1985) ist laut Josef Enk, Strassenverkehrsexperte im Kanton Thurgau, das Baujahr zwecks Identifikation des nötigen Bremssystems zu empfehlen. Anhänger vor 1985 können mit dem Farmerstopp gebremst werden. Ist das Baujahr nicht aufgeführt, liegt die Beweislast bei einer Fahrzeugkontrolle beim Fahrzeughalter. Fahrzeughalter sollten ihren Händler oder den Importeur kontaktieren, um die Angaben zu erhalten. Kann die Identität nicht herausgefunden werden, so kann der Landmaschinenmechaniker aufgrund der erbrachten Bremsleistung, der Tragfähigkeit der Reifen oder des Zustands der Zugöse das selbst zu verantwortende Gewicht definieren. Das Gewicht muss so definiert werden, dass es auch gebremst werden kann.

Eigenverantwortung Je nach Baujahr und Geschwindigkeit sind bei Anhängern verschiedene Bremsverzögerungen vorgeschrieben. So muss beispielsweise ein 30er-Anhänger je nach Baujahr eine Abbremsung von mindestens 34  % erreichen, bei einem 40er-Anhänger ist eine Abbremsung von 38 % gefordert. Anhänger, die nur für die Geschwindigkeit bis 30 km / h gebaut sind und die Breite von 2,55 m nicht überschreiten, müssen nicht eingelöst werden. Das heisst aber nicht, dass hier keine Bremsvorschriften einzuhalten sind. Auch bei 30er-Anhängern gibt es gesetzliche Mindestanforderungen an die * Stephan Berger arbeitet bei der Fachstelle für Landtechnik am Strickhof in Lindau und ist Vorstandsmitglied beim SVLT-ZH.

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Schweizer Landtechnik  5 2016

Auch die Bremsen von 30-km/h-Anhängern müssen Mindestanforderungen erfüllen.

Bilder: SVLT-ZH

Fehlt das Herstellerschild, so ist der Hersteller zu kontaktieren. Ist dieser nicht mehr auffindbar, kann aufgrund der erbrachten Bremsleistung, der Tragfähigkeit der Reifen oder des Zustands der Zugöse das selbst zu verantwortende Gewicht definiert werden.

Bremsen. Obwohl diese grundsätzlich nicht kontrolliert werden, sollten auch diese Bremsen je nach Auslastung hin und wieder geprüft werden. Gemäss Josef Enk gibt es für ältere Anhänger bis Baudatum 31. 12. 1992 eine Erleichterung. Die Betriebsbremse muss mit jener des Zugfahrzeugs verbunden sein oder unabhängig von ihr vom Führersitz aus betätigt werden können. Die Zugfahrzeuge, die ab 1. 10. 92 eingeführt oder in der Schweiz hergestellt wurden müssen, mit einer durchgehenden Bremse, entweder hydraulisch oder Druckluft, ausgerüstet sein.

Drehbarkeit der Zugöse Seit dem 1. 10. 1992 muss das Zugmaul neuer Traktoren um 90° drehbar sein. Bei älteren Traktoren muss entweder das Zugmaul oder die Zugöse des Anhängers drehbar sein. Keinesfalls dürfen beide starr oder beide drehbar sein. An einem landwirtschaftlichen Transportanhänger mit maximal 30 km / h können vor-

Zusatzinformationen Zu diesem Artikel ist auf www.agrartechnik.ch ein umfassendes Tabellenwerk verfügbar (Download > Schweizer Landtechnik > Ausgabe 2016/5).

übergehend angebrachte Doppelbereifungen oder Zusatzgeräte wie beispielsweise ein Schleppschlauchverteiler oder Doppelräder bis zu einer Breite von 3 m angebracht werden, ohne dass es dazu ein Kontrollschild braucht. Achtung: In diesem Fall muss die Breite des Anhängers am Zugfahrzeug auffällig markiert sein. Wird die Grundbreite von 2,55  m beim Transportanhänger wegen Breitreifen und beim Arbeitsanhänger überschritten, ist eine Zulassung notwendig. Das Strassenverkehrsamt schreibt die erforderlichen Auflagen betreffend die Fahrzeugausrüstung wie beispielsweise notwendige Markiertafeln oder Abdeckung von Fahrzeugteilen vor und erteilt ein braunes Kontrollschild.  n


Frage aus der Praxis | Management   n

Doppelrad versus Breitreifen Bei der Anschaffung von einem Traktor stellt sich für viele Landwirte immer wieder die Frage: Kann man diesen mit Breitreifen ausstatten und sich somit die Anschaffung eines Doppelrades einsparen? Urs Rentsch und Dominik Senn

höheres Zugvermögen, reduzieren den Reifenschlupf und führen zu einem geringeren Kraftstoffverbrauch bei gesteigerter Produktivität. Das funktioniert im Flachland gut, wo die grössere Auflagefläche der Breitreifen die erwünschte Reduktion des Bodendrucks möglich macht. In Hanglagen reduziert das Doppelrad durch die gesteigerte Aussenbreite auch die Kippgefahr. Beim Traktor mit Breitreifen ohne Doppelrad erreicht man eine gesteigerte Aussenbreite nur durch eine Verbreiterung der Traktorspur. Hier gilt es zu beachten, dass ab einer Aussenbreite von 2,55 m der Traktor als Ausnahmefahrzeug mit brauner Nummer immatrikuliert werden muss.

Auf die Spurbreite der Werksbereifung achten Traktoren mit über 100 PS Leistung sind in den meisten Fällen mit einer Bereifung von 600 / 65R38 ausgerüstet. Für diese gängige Grösse benötigt man ein Doppelrad mit der Dimension 270 / 95R48. Wenn nun die Spur der Werksbereifung bei über 1,8 m liegt, summiert sich die Aussenbreite bei montierten Doppelrädern mit einem Reifenabstand von 5 cm (kleiner sollte er nicht sein) je nach Reifenmarke auf 3,05 bis 3,10 m.

Spurverstellfelgen oder Felgen nach Mass Somit ist es faktisch unmöglich, die maximale Aussenbreite von 3 m einzuhalten, ausser der Kunde kauft Spurverstellfelgen oder bestellt Felgen nach Mass. Das minimale Zwischenradmass hängt von der Breite der Kabine ab. Wird ein Traktor mit Reifen der Grösse 650 / 65R38 ausgerüstet, ist die Verwendung eines Doppelrades gänzlich ausgeschlossen, will man sich noch im Rahmen der Legalität bewegen. Das Fahren auf der Strasse mit nur einseitig montiertem Doppelrad ist zulässig, solange die maximale Aussenbreite von 3 m nicht überschritten wird. Hingegen ist das Mitführen des demontierten Doppelrades an der Fronthydraulik nicht gestattet.

Es ist angezeigt, die mögliche Verwendung von Doppelrädern bereits beim Kauf zu berücksichtigen.

Fazit Beim Kauf eines Traktors sind für viele Landwirte und Lohnunternehmer die Grösse, das Gewicht und die Leistung zumeist wichtiger als die Bereifung. Oftmals entscheiden sie sich für das Aufziehen von Breitreifen und hoffen, damit die Doppelräder ersetzen zu können.

Druckschäden minimieren Sowohl durch den Einsatz von Breitreifen als auch durch den Einsatz von einem Doppelrad können unliebsame Druckschäden auf dem Feld vermindert werden. Neben dem markant kleineren Bodendruck bringen beide Systeme ein

Abhilfe schaffen würde, die Verwendung von Doppelrädern bereits beim Kauf zu berücksichtigen und neue Traktoren anstelle mit 600er- oder 650er-Reifen bloss mit 580er-, 540er- oder 520er-Reifen auszustatten. Dann bliebe genügend Platz für Doppelräder unter 3 m Aussenbreite.  n 5 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Veranstaltungen

Technologische Herausforderungen Technische Innovationen, die die Bewirtschaftung von Hanglagen ­ weiter erleichtern und effizienter gestalten, gleichzeitig aber die sensible ­ alpine Umwelt nicht zu sehr beeinträchtigen, sind nach wie vor gefragt. Roman Engeler Mit 128 Teilnehmenden aus sechs Län­ dern war die Tagung «Landtechnik im Alpenraum» auch bei ihrer dreizehnten ­ Austragung gut besucht. Die Referate zu den technologischen Herausforderungen hinsichtlich Steigerung von Leistung, Ef­ fizienz und Qualität der landwirtschaft­ lichen Produktion deckten ein breites Spektrum ab. Firmenvertreter zeigten ih­ rerseits auf, was sie bereits an realisierten Lösungen dazu auf den Markt gebracht haben.

Trends in der Hangmechanisierung Die Modernisierung der im Alpenraum eingesetzten Landtechnik hält unvermin­

dert an. Seit geraumer Zeit stehen auch für die Transporter stufenlose Getriebe bereit, die einerseits den Fahrkomfort ­erhöhen, anderseits durch permanenten Kraftschluss die Sicherheit verbessern. Lücken bestehen punktuell bei Spezialkul­ turen, beispielsweise bei den im Südtirol typischen, kleinparzellierten TerrassenRebbergen. Ein Prototyp, konzipiert und entwickelt an der Universität Bozen (I),­ soll zumindest diese schliessen. Das Fahr­ zeug wird hydraulisch über die vier Räder angetrieben, weist eine Knicklenkung ­auf und ist mit einem ROPS-basierten Fahrer­ schutz ausgestattet, der dank klapp­baren und teleskopischen Bügeln den jewei­li­gen

Gegebenheiten angepasst werden kann. Einen weiteren Prototypen (oder eine Kon­zeptstudie) hält die Firma Brielmaier bereit. Der bekannte Hersteller hydrau­ lisch betriebener Mäher mit der typischen Stachelbereifung präsentierte eine funk­ gesteuerte, selbstfahrenden Ballenpresse, die Ballen im Format 1 × 1 m pressen kann.

«Precision Farming» für alle Den Begriff «Precision Farming» verbin­ det man landläufig mit grossdimensio­ nierten Ackerparzellen und entsprechend leistungsstarken Maschinen. Eine Gruppe um die Berner Fachhochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissenschaften

Innovative Technik soll auch­ im Berggebiet zur Steigerung von Leistung, Effizienz und Qualität­ der landwirtschaftlichen Produktion beitragen. Bilder: Roman Engeler

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Schweizer Landtechnik  5 2016


Veranstaltungen | Plattform   n

und Lohnunternehmer Hanspeter Lauper zeigten auf, wie man die unproduktive ­Arbeitszeit beim Säen, vor allem hervor­ gerufen durch viel Wendezeit auf klein­ strukturierten Betrieben, mit einer um­ gebauten, gezogenen 4 m breit arbeiten­ den Sämaschine (GPS-gesteuerte Knick­ deichsel, Isobus, Section-Control, auto­ matische Fahrgassenschaltung) beinahe halbieren konnte. Darüber hinaus er­ reichte man eine merkliche Steigerung der Saatgenauigkeit in Hanglagen. Im Gegensatz zum Ackerland werden ­im Grünland kaum Daten digital erfasst. For­ scher der Technischen Universität Mün­ chen warfen aber die Frage auf, ob dies nicht vermehrt gemacht werden sollte, damit man alle Prozesse rund um die ­Bewirtschaftung dieser Flächen effektiver angehen kann. So sieht man Optimie­ rungspotenzial bei der Fernerkundung des Aufwuchses, bei der Planung von Fahrstrecken und Maschineneinstellun­ gen, bei der Ertrags- und Qualitätserfas­ sung, bei einer qualitätsorientierten Zu­ gabe von Siliermitteln oder bei der teilflächenspe­zifischen Güllegabe.

Mähsysteme und Futter­ konservierung Die Technik der Futterkonservierung nimmt gerade im Berggebiet eine zentrale Stellung ein. Derzeit erfährt die Heu­ belüftung – im Heustock oder bei gela­ gerten Rundballen – in unseren Nach­­­bar­ländern erhöhte Beachtung, da Qualitäts­ milchprogramme wie Heumilch bei den Konsumenten steigende Beliebtheit ge­ nies­sen und die Produkte entsprechend stark nachgefragt werden. So bemüht sich die bayrische Landesan­ stalt für Landwirtschaft zurzeit mit dem Projekt «effiziente Heubelüftung», her­ stellerunabhängige Angaben zur Konzep­ tion, zum Energieverbrauch und zur Effi­ zienz verschiedener Belüftungstechniken zu erhalten, um so fundierte Vergleichs­ werte zur Fütterungsstrategie «Grassila­ ge» zu erhalten. Aktuell wird deshalb am ­­ Standort Hübschenried (Bayern) eine­­ Ver­suchsanlage gebaut. In Österreich hat man Grundlagen erarbeitet, wie Rundbal­ len auf dem Hof leistungsfähig und wirt­ schaftlich effizient nachgetrocknet wer­ den können.

Strassenverkehr Allgemeiner Natur und nicht speziell auf das Berggebiet ausgerichtet war der The­ menblock rund um den landwirtschaft­ lichen Strassenverkehr. Die neue Typenge­

Programmkomitee mit Franz Handler (BLT Wieselburg), Georg Wendl (LfL Freising), Heinrich Prankl (BLT Wieselburg), Thomas Anken (ART Tänikon), Fabrizio Mazzetto (Freie Universität Bozen), Robert Kaufmann (ART Tänikon) und Günther Hütl ­ (BLT Wieselburg, v. l. n. r.).

Landtechnik im Alpenraum Spezialisten der Bergmechanisierung des deutschsprachigen Alpenraums treffen ­sich alle zwei Jahre in Feldkirch (A) zu einer Fachtagung «Landtechnik im Alpenraum». Agroscope (Standort Tänikon) war dieses Jahr Hauptorganisator der Veranstaltung. Die langjährige Kooperation mit der Bun­ desanstalt für Landtechnik (BLT) in Wiesel­ burg (A) und der landwirtschaftlichen Beratungszentrale Agridea wurde heuer erweitert um Experten der Hochschule für Agrar-, Forst- und Lebensmittelwissen­

nehmigung für die land- und forst­wirt­schaftlich eingesetzten Maschinen be­ ­ schert den Herstellern erheblichen Mehr­ aufwand, führt in der Praxis derzeit zu ­einer gewissen «Investitionsunsicherheit» und verbessert die Verkehrs- und Arbeits­ sicherheit sowie den Umweltschutz – die eigentlichen Ziele der Reform – kaum oder höchstens marginal. Aktuell in diesem Zusammenhang ist­ die neue Bremsenrichtlinie, die nur ­noch Zweileitersysteme (hydraulisch oder pneu­­matisch) vorsieht, was entsprechen­ de Anpassungen am Zugfahrzeug und /  oder bei den Anhängern bedingt. Ne­ben diesem Thema gibt es jedoch wei­tere Problem­ felder wie Ladungssiche­ rung, Achslasten, Geräteüberstände oder auch Fahrzeug- und Gerätebreiten. Ge­ rade für die Praxis ist es wünschenswert, wenn man bei diesen oder ähnlichen Fra­

schaften (HAFL), der bayerischen Landesan­ stalt für Landwirtschaft (LfL), der Techni­ schen Universität München (TUM), der Universität für Bodenkultur Wien (Boku) und der Freien Universität Bozen (I). ­ Damit wird der zentrale und östliche Teil des Alpenraums mit vergleichbarer Produk­ tionssituation und Umweltbedingungen fachlich abgedeckt. Die nächste Tagung soll dann in zwei Jah­ ren, am 11. und 12. April 2018, wiederum in Feldkirch stattfinden.

gen gemeinsam Lösungsansätze mit kla­ ren und nach­vollziehbaren Regeln erar­ beitet könnte. I­n Österreich gibt es dazu eine ständige Arbeitsgruppe, die sich in solchen Fragen intensiv mit den Behörden und dem Gesetzgeber austauscht. Generell werden Fahrten und Transporte mit Grosstechnik heute zunehmend kri­ tischer angesehen. Eine gewisse Öffent­ lichkeitsarbeit, um damit mehr Verständ­ nis zu erreichen, wird nötig sein. Aber schon freiwillige Einschränkungen kön­ nen einen Beitrag dazu leisten. So sensi­ bilisieren deutsche Lohnunternehmer und Maschinenringe seit einiger Zeit ihre Mit­ glieder und erstellten bereits Leitlinien im Sinne eines «Fahrerknigge». In einer kom­ pakten Broschüre sind die wichtigsten ­Regeln zusammengefasst, die helfen sol­ len, Unfälle und Probleme mit Anwoh­ nern zu vermeiden.  n 5 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform

Maschinenver­besserer von Beruf Weltverbesserer gibts zuhauf, Maschinenverbesserer eher selten; gemeint sind Versuchsingenieure, die dafür sorgen, dass wir Maschinen für alltägliche Arbeiten gerne in die Hand nehmen. Dominik Senn

Staub setzt sich überall ab und kann den Motor belasten, daher baut Stihl Geräte so, dass er kaum eine Chance hat; in der Staubkammer prüft Stihl die Filterleistung unter extremer Staubatmosphäre.

Das perfekte Produkt gibt es wahrschein­lich nicht. Immer gibt es von irgendeiner Seite her Optimierungswünsche. Kleider von der Stange sind dem einen Träger­ zu eng und dem anderen zu weit oder­ zu kurz, es zwickt hier und dort. Genauso ist es bei Geräten und Maschinen, von der Gartenschere über den Fotoapparat und das Auto bis zur Motorsäge und zum Freischneider: Hier tritt der Versuchsingenieur auf den Plan, man könnte auch sagen: der Maschinenverbesserer.

Produkte, die in der Entwicklung stecken Der 29-jährige Simon Haug ist Versuchs­ ingenieur bei Stihl in Waiblingen D. Er tes­tet und verbessert Produkte, die in der Entwicklung stecken. Aktuell sind das Freischneider, die für den Profieinsatz gedacht sind, um Gras und Gestrüpp an Weg­ rändern zu mähen und Waldungen zu pflegen. Was optimiert wird, liegt auf der Hand oder besser gesagt in der Hand: an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. «Eine direkte Schnittstelle sind die Griffe», sagte Haug. Sie übertragen Vibrationen des Freischneiders auf den ­ Menschen. Das sei aber nur ein Teilaspekt. 48

Schweizer Landtechnik  5 2016

Zu berücksichtigen sei auch die Übertragung der Schallleistung auf das menschliche Gehör. Die zweite Schnittstelle sei der Freischneider-Traggurt: Sitzt er komfortabel. Hält er? Klemmt er? Verteilt er die Lasten auf angenehme Weise auf den Träger? Fühlt sich der Träger wohl?

Versuchsingenieur als Schnittstelle Messwerte am Prüfstand zeigen zwar­ die Unterschiede auf, aber ebenso wichtig ist es, herauszufinden, ob die gemessenen Verbesserungen, die Laborwerte, auch spürbar sind. Das geschieht auf freiem Feld, auf dem Haug an alten und neuen Geräten arbeitet und die Unterschiede auslotet: «Der Versuchsingenieur muss dabei ein feines Gespür für die Maschine entwickeln.» Haug schätzt, dass der Anteil an Versuchen und Testmessungen etwa die Hälfte seiner Arbeit als Versuchsingenieur ausmacht und etwa gleich viel die Erprobung im Feld. Der Versuchsingenieur ist auch Schnittstelle, und zwar zwischen der Konstruktion einer Neuentwicklung, dem Kunden, dem Marketing und dem technischen Service: «Ich erhalte Feedbacks, Wünsche und Anregungen, die ich in neue Anwendungen und Produkte umwandle.» Zu seinen Aufgaben gehören die selbstständige Durchführung von Untersuchungen, der Aufbau von Messsystemen, statistische Auswertungen, Erarbeitung von Messmethoden, Zusammenarbeit mit unterschied­ lichen Fachabteilungen, Prüfung der Funktionalitäten, Versuchskonzeptionen und Aus­wertungen.

Dauernd im Kundenkontakt

Die Premiummarke Stihl unterhält eigens eine Abteilung, die sich bei der kompletten Produktpalette um die Themen Schall und Schwingung kümmert und dadurch die anderen Versuchsabteilungen unterstützt. Am Prüfstand und im Feld Mit einigen Vorteilen: Weniger Vibrationen Wie Haug erläuterte, sollten die Vibrationen bedeuten weniger Lärm, weniger Veram Griff verringert werden, damit die Hand schleiss, bessere Leistung und längeres Leben der Produkte. Das gilt auch für die nicht zu schnell ermüdet und länger am Stück gearbeitet werden kann bzw. darf. Schnittstelle Traggurt bzw. die Ergonomie. Das geschieht durch Feinabstimmungen­ «Ein Forstgurt muss nicht bloss gut pols­tern und Lasten verteilen, sondern auch der Gummilager im Antivibrations­system, lange halten und nicht schon nach kurzer durch Federn und andere Dämpfungselemente, was in eine «Gesamt­ab­stimmung Zeit verschleissen. Auch hier sind erhebliche des kompletten Systems» mündet. Ein ZuUnterschiede zu erkennen, was durch den Profianwender bei guten Produkten entviel an Dämpfung hat wieder­um negative Auswirkungen: Das System wird zu weich, sprechend honoriert wird.» Ein weiterer die Haptik ist gestört. Die Auswirkungen Bereich sind die Materialien, deren Einsatzwerden sowohl in Simula­ tio­ nen errech­ fähigkeit und Haltbarkeit. Stihl verlässt sich net als auch mit sensorischer Messtechnik nicht bloss auf seine Ingenieure, sondern gemessen. Haug macht sich anschliessend steht im dauernden Kontakt mit Anwenim Handhabungstest daran, konkret her­ dern, Forstleuten, Landschafts- und Garauszufinden, wie viel die Schwin­ gungen­ tenbauarbeitern. Haug: «Unsere Freischneiam neuen Modell im Vergleich zum alten der werden rund um den Globus von nachgelassen haben und wie sich das in­ Kunden getestet. Es ist eine meiner Aufgader praktischen Anwendung auswirkt. ben, deren Erkenntnisse und Feedbacks zu ­­


Plattform   n

Versuchsingenieur Simon Haug beim Testen eines Stihfreischneiders für Profianwender. Bilder: Stihl

deuten und auszuwerten. Qualität zeigt sich, wenn Produkte extreme Einsatzbedingungen in aller Welt – Hitze, Kälte, Feuchtigkeit, grosse Höhen – aushalten.» Auch hier müsse man ein Gespür entwickeln, was die Anwender beschäftigt, wie sie Kritik anbringen und wie diese in technische Anfor­ derungen übersetzt werden können.

Wie wird man Versuchsingenieur? Michael Hocquel, Leiter der Versuchsabteilung Dauererprobung Motorgeräte bei Stihl und «Herr» über rund 20 Versuchsingenieure, definierte den Beruf folgendermassen: «Versuchsingenieure übersetzen subjektive Rückmeldungen von Kunden und ihre eigenen Erfahrungen in technische Anforderungen.» Den Beruf könne man so nicht erlernen. Das Maschinenbaustudium sei der typische Ausbildungsweg dazu. Die Fachrichtungen Elektrotechnik und Mechatronik seien aber stark im Vormarsch, denn Maschinen würden zunehmend mit intelligenten Steuergeräten ausgestattet und elektrisch angetrieben. Als Versuchsingenieur müsse man ausserdem über solide Grundkenntnisse in den Gebieten Schwingungslehre, Akustik und Messtechnik verfügen sowie Praktiker sein, der selber gerne ein Werkzeug in die Hand nimmt. Wichtig sei die Fähigkeit zu selbständiger analytischer und strukturierter Arbeitsweise.

Rund 150 000 Stunden laufen Stihlgeräte jährlich in der Dauererprobung.

Haug beispielsweise studierte, nach seiner Ausbildung zum Industriemechaniker, Maschinenbau mit Bachelor-Abschluss, Schwerpunkt Konstruktion und Entwicklung. Erste Berufserfahrungen sammelte er als Bauteilekonstrukteur bei Porsche in Weissach, um anschliessend an der Fachhochschule in Esslingen den Master in «Design and Development for Automotive and Mechanical Engineering» zu machen. Seine Master-Thesis schrieb er über den technischen Entwurf eines Spezialernters für Oliven bei Stihl. Seine spezifische Weiterbildung zum Versuchsingenieur bestritt er durch fachspezifische Schulungen, wie beispielsweise in der Anwendung von Prüfstandsoftware.  n 5 2016  Schweizer Landtechnik

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n  Plattform | Veranstaltungen

Zukunftsforum DLG – Feldtage 2016 Die DLG-Feldtage der Deutschen landwirtschaftlichen Gesellschaft finden vom 14. bis 16. Juni auf dem Gut Mariaburghausen bei Hassfurt (zwischen Schweinfurt und Bamberg) statt. Sie gelten bekanntlich als wichtige Innovationsplattform des modernen Pflanzenbaus. Ueli Zweifel Die Sortendemonstrationen von den Pflan­zenzüchtungsunternehmen der Mittelpunkt des überaus breiten Ausstellerspektrums. Im Feld werden bewährte und neue Sorten sowie Saatgut aller marktrelevanten Kulturpflanzen gezeigt. Darüber hinaus stellen zahlreiche Unternehmen und Institutionen weitere Einzelbausteine der Pflanzenproduktion vor, zum Beispiel die Düngung, den Pflanzenschutz und unterschiedliche Anbauverfahren sowie neueste Lösungen in Bezug auf Precision Farming. Auch für den ökologischen Landbau halten die Aussteller zahlreiche Informationsangebote bereit.

Extenso Der Strickhof nimmt als einzige Schweizer Institution am Europäischen Weizenanbauvergleich teil. Die eine Wettbewerbsvariante hat zum Ziel, den höchsten kostenbereinigten Erlös zu erreichen. Hinzu kommt eine Experimentalvariante, wo es darum geht, eine spezielle Art der An­ bautechnik des Landes zu zeigen. «Wir bauen in dieser Variante den Weizen extenso an, was in Deutschland unbekannt ist», sagt Markus Bopp vom Strickhof. Mit der Höheren Fachschule wird übrigens eine Fachreise an die DLG Feldtage durchgeführt, und die Studierenden werden die eigenen Feldparzellen präsentieren.

Europäische Raps- und Winterweizen-Anbauvergleiche Mit beiden Vergleichen bei diesen Kul­ turen erhalten die Besucher der DLGFeldtage die einzigartige Gelegenheit, unterschiedlichste Anbaustrategien kenn­en­­zulernen, diese mit den Experten direkt am Pflanzenbestand zu diskutieren und Schlussfolgerungen für den eigenen Weizen- und Rapsanbau abzuleiten. In diesem Jahr beteiligen sich 19 Pflanzen50

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Ende April: Die ausstellenden Firmen und Organisationen sind emsig daran, ihre Parzellen zu trimmen, damit sie bis im Juni zur Höchstform auflaufen. Bilder: Ueli Zweifel

bau­ex­perten aus acht Ländern. Das Zürcher landwirtschaftliche Bildungszentrum ist auch wieder mit dabei (siehe Kasten).

Maschinenvorführungen auf zwei Schienen Grundsätzlich sind die grosszügigen Areale für die Maschinenvorführungen rund um das 14 Hektaren grosse Gelände mit den Versuchsparzellen und den Ausstellerständen angelegt. An allen drei Ausstellungstagen finden zwei zentrale Vorführungen statt zu den Themen: •  «Pflanzenschutzspritzen» sowie zu •  «Mineraldüngstreuer inklusive Sen­sorechnik für Precision Farming» Bei beiden Vorführungen absolvieren die Geräte einen harten Parcours, auf dem die Maschinen- und Sensortechnik nach neuesten Erfordernissen getestet wird. Dabei geht es zum Beispiel um Federungsund Dämpfungseigenschaften bei Spritz-

Die DLG-Feldtage 2016 werden von der Deutschen landwirtschaftlichen Gesellschaft in Zusammenarbeit mit dem Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten ­(München), der BayWa AG (München) und der Vereinigten Hagelversicherung VVaG (Giessen) durchgeführt. Hassfurt liegt an der Autobahn A70 (Ausfahrt Hassfurt) zwischen Schweinfurt und Bamberg. Hassfurt ist auch mit der Deutschen Bahn via Frankfurt und Würzburg erreichbar. Siehe auch dlg-feldtage.de


Veranstaltungen | Plattform   n

Hohe Schule des Pflanzenbaus Die Schweizer Landtechnik hat Gelegenheit sich mit Diplom-Agraringenieur (FH) und Agrarökologe Klaus Merkel, dem Betriebsleiter des Guts Mariaburghausen, zu unterhalten. Die DLG-Feldtage finden auf dem Gut Mariaburghausen, 1,5 km südlich von Hassfurt statt. Das Ackerland des ehemals klösterlichen Gutsbetriebs umfasst 260 ha und ist mit mehrheitlich schweren Böden von mittlerem Gütegrad. Hinzu kommen 20 ha Grünland und 10 ha Verkehrsflächen. Die Betriebsschwerpunkte sind Zuckerrübenanbau und Saatgutvermehrung. Als Abnehmer von ­Kompost und Biogasgülle ist der Betrieb an einem Kompostierwerk sowie an einer ­regionalen Biogasanlage beteiligt. Das Gut Mariaburghausen, seit dem 16. Jahrhundert im Besitz der Universität Würzburg, wird von Klaus Merkel in der fünften Generation bewirtschaftet. Zur Zeit seines Vaters ­ war die Milchviehhaltung mit 200 Kühen noch ein tragender Betriebszweig. Inzwischen wird der Betrieb viehlos geführt. Die langfristige Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit bei sehr guten Erträgen hat dabei höchste Priorität. K. Merkel setzt diesbezüglich konsequent auf eine konservierende Bodenbearbeitung und sagt in einem Nebensatz, dass er nicht versteht, dass es Tendenzen gibt, sogar professoral abgesegnet, wieder verstärkt die Pflugfurche zu wählen. Richtig gemacht, gelinge es mit agronomischen Massnahmen und einem gezielten Mitteleinsatz die Unkrautproblematik in den Griff zu ­bekommen. Auch das Vergraben von Fusa-

geräten oder um Rand- und Grenzstreueinrichtungen auf den Düngerstreuern. Getestet werden auch automatisierte Teilbreitenschaltungen. Bei den Feldspritzentests nehmen folgenden Unternehmen bzw. Marken teil: AGCO (D) mit Challenger / Agrifac, (N) /  Agrio (Tschechien), Amazone, Berthoud, Bräutigam, Gudensberg / Dammann, Buxtehude / Hardy GmbH / Horsch / John Deere /  Kverneland / Lemken / Vogel&Noot Bei den Düngerstreuer machen folgen­de Unternehmen bzw. Marken mit: Amazone / Bogballe, Bredal, Kverneland, Rabe, Grgoire Besson, Rauch, Sulky Burel Hinzu kommen Unternehmen, die Sen­sortechnik anbieten: Agricon, Claas, Farm Facts GmbH, Fritzmeier Umwelttechnik GmbH und Topcon precision Agriculture Europe Zum ersten Mal kommen Vorführungen hinzu, die die Aussteller zu drei

rium verseuchtem Pflanzenmaterial sei kein Argument für den Pflug. Vor einigen Jahren zeigten die Beobachtungen und Messungen ein deutliches Absinken der Humusgehaltes. K. Merkel reagierte darauf mit der Zufuhr von Kompost aus dem Kompostierwerk und auch mit der organischen Düngung mittels Gülle aus der regionalen Biogasanlage. Der Humusgehahlt betrage heute gute 3 %, und er beobachtete eine hohe Aktivität der Bodenorganismen, vor allem indiziert durch die überdurchschnittlich hohe Zahl an Regenwürmern pro Fläche. Absolut zwingend seien die Einhaltung einer geregelten Fruchtfolge und das Abwechseln zwischen Halm- und Hackfrüchten. Nach der Raps- oder Getreideernte sät Merkel unverzüglich, d.h. ohne das Auflaufen der Ausfallkörner abzuwarten, eine Zwischenfrucht ein, wobei er nicht zögert, hochwertige und entsprechende teure Mischungen zu verwenden. Ein ganzes Konzept besteht diesbezüglich auch hinsichtlich der Förderung der Bio­ diversität. Klaus Merkel hat auf seinem Betrieb ein breites Arsenal an passiven Bodenbearbeitungsgeräten wie Grubber, Scheiben- und Zinkeneggen. Über deren Einsatz entscheidet er aufgrund der professionellen Beobachtung des Bodenzustandes. Direktsaat hat Klaus Merkel auch versucht – allerdings nur mit mässigem Erfolg. Im Übrigen ist er stolz darauf und wertet es als Auszeichnung, dass die DLG seinen Betrieb als Austragungsort für die DLG-Feldtage 2016 ausgewählt hat. Er verbindet dies mit der Hoffnung, selbstverständlich zusammen mit

Themenbereichen selber verantworten und durchführen: 1.  Saatechnik für Getreide: Immer mehr Elektronik und Sensortechnik kommen für die präzise und rapide Aussaat zum Einsatz. Das Spektrum reicht von verbesserten Fahrgassenschaltungen und Ab­ drehvorrichtungen über variable elektrische Dosierantriebe und Sensoren zur Kontrolle des Saatgutflusses bis hin zur GPS gestützten teilflächenspezifischen Aussaat. Unternehmen und Marken: Pöttinger, Amazone, Claydon, Farmet (Tschechien), Great Plains, Güttler, Horsch, Kerner, Köckerling, Kverneland, Kuhn, Lemken, ­ Rabe / Gregoire Besson, Sulky, Väderstad, Vogel & Noot 2.  «Lenk- und Datenmanagement auf Traktoren» Die Rede ist von automati­sierten Lenksystemen. Diese beschränken sich in Zukunft

Klaus Merkels kritischer Befund als ­ Folge einer zu tiefen Bodenbarbeitung ­ zum falschen Zeitpunkt.

allen Beteiligten, auf gutes Wetter an den Feldtagen. Andernfalls macht er sich schon ein wenig Sorgen um seinen geliebten ­Ackerboden.

nicht nur auf Grosstraktoren, sondern finden auch in einem mittleren Leistungs­ segment Eingang. Die Systeme sind kombiniert mit Datenmanagement-Systemen zur Steuerung der Arbeitsprozesse und zur Dokumentation. Beteiligte Unternehmen sind: Agco Deutschland mit all seinen Marken, Claas, geo-konzet GmbH, John Deere, Müller Elektronik, CNH mit allen Marken, Reichhardt GmbH, SDF-Deutschland und Topcon 3.  Injektionstechnik für flüssige Wirtschaftsdünger Es geht darum Gülle und Gärreste aus Biogasanlagen punktgenau auf und besser in den Boden zu bringen. Gezeigt werden Maschinen mit Schleppschuhverteiler und Schlitzverteiler: Beteiligte Unternehmen sind: Duport, Fliegl, Kverneland, Vogelsang,  n

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n  Sicherheit

Feuerwehr fährt mit Zahlreiche Brandschäden bei Quaderballenpressen haben die Schweizer Lohnunternehmer zu einem proaktiven Vorgehen bewogen. So wurden Löschanlagen für den Traktorfrontanbau entwickelt und mit den Versicherungen Gespräche geführt. Roland Müller*

Eine schnelle Internetrecherche bringt es in Sekundenschnelle an den Tag: In den letzten Jahren waren immer wieder zahlreiche Brandschäden bei Quaderballenpressen zu verzeichnen, vor allem im Einsatz bei Stroh und in Verbindung mit einem Vorbauhäcksler. Beim Zerkleinern des Strohs vor dem eigentlichen Pressvorgang können sich nämlich Funken bilden, die zu einem solchen Brand führen können. Doch auch überhitzte Lager sind in der Lage, einen Brand zu provozieren. Weiter kann sich beim Überfahren der Strohschwade das Stroh unter Umständen an heissen Stellen, beispielsweise am Auspuff, entzünden. Von solchen Ereignissen sind insbesondere die Lohnunternehmer mit ihren Grossballenpressen betroffen. Dieses Phänomen beschränkt sich nicht nur auf die Schweiz, auch im Ausland kennt man diese Problematik. Dort sind gar Versicherungen nicht mehr bereit, Ballenpressen gegen Brand zu versichern. Die Schweizer Lohnunternehmer haben nun dieses Problem aufgegriffen und führten bereits Gespräche mit verschiedenen, in der Land­wirtschaft besonders aktiven Versicherungen, auf dass beim Einsatz neuer Technologien und Löschmitteln bessere Versicherungskonditionen ausgehandelt werden können.

Wasser und Schaum

Das Löschsystem «Alligator 130» verfügt ­­ über 129 Liter Löschwasser und 1 ­Liter Schaummittel. Bild: Ruedi Hunger

So hat Lohnunternehmer Res Fiechter aus Kappelen BE ein Löschsystem entwickelt, das – unabhängig vom Traktorantrieb – eingesetzt werden kann. Wird ein Glimmbrand oder ein schon offener Brand früh­zeitig entdeckt, so kann dieser bereits mit wenig Wasser und einem beherzten Einsatz des Maschinenführers gelöscht oder die Gefahr wenigstes eingedämmt werden. Fiechters Löschanlage nennt sich «Alligator 130» und setzt auf Wasser in Kombination mit Schaum. Die Anlage wird an der Fronthydraulik des Traktors angebaut und kann so beim Pressen einfach mit-genommen werden. Der Wassertank weist ein Volumen von 129 Liter auf. Parallel dazu wird 1 Liter Schaummittel mitgeführt. Ein Druckluftsystem sorgt für­ den notwendigen Löschdruck von 8 bar. Der Löscheinsatz erfolgt dann über einen­ 20 m langen Druckschlauch (DN 32) und ein Hohlstrahlrohr vom Typ «Turbokador 150», mit dem die Wassermenge mittels Stellring variiert werden kann.  n

* Roland Müller ist freier Journalist aus Benken ZH.

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Aus eins mache zwei Rolf Troxler in Kleinwangen LU suchte für die Restauration seines AlpinaOekonom-Traktors von 1956 verchromte Lampen und fand einen zweiten mit Jahrgang 1957. Den will er seiner Frau schenken. Dominik Senn Den «Alpina-Oekonom» von 1956 sah Rolf Troxler mit Jahrgang 1982 als zehnjähriger Knirps. Die Maschine bzw. das, was von ihr noch übrig geblieben war, steckte in jämmerlichem Zustand unter einer Holzbeige beim Nachbarn des elterlichen Bauernbetriebes in Risch ZG. Der Nachbar, «Mösi» genannt, hatte sie erworben, weil er die Hinterräder für seinen Hürlimann benötigte. Rolfs älterer Bruder Armin erhielt 1992 den Rosthaufen von Mösi geschenkt und brachte ihn auf den Milchviehbetrieb seiner Eltern.

Überraschung beim Motorstarten «Mein Bruder schraubte zuerst die Zylinderköpfe weg, säuberte die sichtbaren Teile von Rost, nahm einen Töfftank anstelle des undichten Benzintanks und setzte das Ganze zusammen. Der Motor

sprang zu aller Überraschung auf Anhieb an.» Es war Vater Ernst Troxler, der einem Landmaschinenmechaniker den Auftrag erteilte, den ganzen Motor in seine Einzelteile zu zerlegen und zu revidieren.

Fast ein Zoo Inzwischen hatte sich Rolf Troxler zum Baumaschinenmechaniker ausbilden lassen; er arbeitet heute bei der Gurtner Baumaschinen AG in Langenthal BE. Daneben ist er Ausbildner am Ausbil­ dungszentrum des Schweizerischen Baumeisterverbandes. Zusammen mit seiner Gattin Bianca konnte er in Kleinwangen LU an der Horbenstrasse ein passendes Eigenheim mit An- und Nebenbauten ­ sowie viel Umschwung erwerben. Das Ehepaar ist tierliebend. Es hat sich und Sohn Dani mit insgesamt drei Ponys,

Alpina-Oekonom-Traktorenproduktion 1952 bis 1963 Aus der 1870 eröffneten Huf- und Wagenschmiede von August Hoegger in Gossau SG erwuchsen durch nachfolgende Generationen eine Fabrik für landwirtschaftliche Maschinen mit Giesserei in Wil SG, 1976 die Hoegger AG in Flawil und die in Gossau verbliebene ­ C. Hoegger & Cie. AG, die nebst Metzge­ reimaschinen, Käserei- und Molkereieinrichtungen rund 1230 Traktoren herstellte. Weil die Gossauer Firma 1951 die Konstruktions- und Produktionsrechte des Oekonom-Traktors ­von Hans Bodmer in Winterthur erworben hatte, verkaufte sie die ersten Traktoren unter ­ dem Namen «Alpina-Oekonom». Der Betrieb ­ der Alpina Hoegger wurde Ende der Neunzigerjahre eingestellt und die Firma im Jahre ­ 2000 an die US-amerikanische Tipper ­­Tie verkauft, ein zur Dover Corporation gehörendes Traditionsunternehmen der fleisch- ­und geflügelverarbeitenden Industrie. 1952 begann die eigentliche Traktorenpro­ duktion mit 103 Stück des Typs 1, ist in «Schweizer Traktorenbau», Band 3, nachzulesen. ­ Die Typen LB 1 / 2 und LB 1 / 4 besassen ­ US-­amerikanische Wisconsin-Benzinmotoren, ­ beim Modell LP 1 / 4 stellte der Hersteller ­ den 4-Zylinder-V-Motor auf Benzin / Petrol um. ­ ­Die Zapfwelle besass eine Drehzahl von 1080 U / min. Diese wurde meistens mittels

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Kettenuntersetzung auf dem hinteren ­­Trittbrett versehen, um die Drehzahl von ­540 zu erreichen. Den Typ 2 ab 1953 bestückte man mit einem moderneren 5-Gang-Getriebe und erstmals auch mit luftgekühlten 20-PS-Dieselmotoren von Hatz D. Ab 1954 kam die Dreipunkthydraulik dazu; ausgeliefert wurde der Traktor meist ­­in Grün, einige mit roten Felgen. Ab 1957 gab es den Typ 3, mit luftgekühltem 33- oder 35-PS3-Zylinder-Dieselmotor von Hatz und mit einem Doppel-H-Getriebe aus eigener Konstruktion; die sechs Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge waren in einen Gelände- und in eine Strassengruppe unterteilt. Das Modell 4 von 1959 besass ein 8-Gang-Getriebe mit Kriechgangund Strassengruppe, vermutlich der erste Schweizer Traktor mit Kriechgängen. Konstrukteur Cornel Hoegger konstruierte für diesen Typ eine Ratschkupplung am Mähwerk von Rasspe Solingen, als Bruchsicherung. Weitere Typen folgten, 1958 bis 1963 der LD 1, ab 1960 der D3L und der D4L, alle mit Dieselmotoren der MWM (Motoren-Werke Mannheim). 1963 kam – wie bei der übrigen Schweizer Traktorenproduktion früher oder später auch – das Ende. Von den rund 1230 hergestellten luftgekühlten Traktoren besassen 439 Wisconsin-Motoren, 320 2- und 3-Zylinder-Hatz-Motoren und 470 1-, 3- und 4-Zylinder-MWM-Dieselmotoren.

Rolf, Bianca und Dani Troxler inmitten ihres Kleinzoos.

einem Esel, zwei Ziegen, zwei DexterMutterkühen mit Nachwuchs, zwei Hunden, Meerschweinchen, Enten und Katzen heimelig eingerichtet.

Ein Jahr lang restauriert Im Jahre 2011 beschloss Rolf Troxler den Alpina-Oekonom komplett zu restaurieren. «Die Einzelteile waren in alle Himmelsrichtungen zerstreut», sagte er. Er hatte alle Mühe, den passenden Ampe­ remeter und die Zündverteilerkappe zu ­finden. Fehlende Teile liess er nachbauen und richtete in einem Scheunenanbau eine Werkstatt ein. Er zerlegte Getriebe, Hinterachse und Bremsen, konstruierte selbst einen Tank. Den Auspuff liess er von der Firma Resa Technik AG in Root neu herstellen. Bremsgeber und -nehmer kaufte er neu ein. Das Sandstrahlen vergab er auswärts. Alles andere verrichtete er selbst: Grundieren, Schleifen, Lackieren mit Lastwagenlack sowie Revidieren von Getriebe und Lenkstock. «Ein Jahr lang habe ich zumeist an den Abenden gewerkt, bis alles fertig war», sagte Rolf Troxler.

Zweiten Alpina-Oekonom entdeckt Ein kleines Glückserlebnis hatte er auf­ der Suche nach originalen verchromten Lampen. Er fand sie bei Sammler Rölli­ in Holzhäusern, wo er einen weiteren ­sanierungsbedürftigen Alpina-Oekonom entdeckte und ihn erwerben konnte. E­ r


Passion   n

Rolf Troxlers Alpina-Oekonom auf Horben in Kleinwangen LU. Bilder: zVg/Dominik Senn

will ihn nicht etwa ausschlachten, sondern restaurieren und seiner Bianca z­ um Geschenk machen. «Sie hat ebenso Freude an diesem Traktor wie ich und wird­ ihn für manche Besorgungen gut ge­ brauchen können.» Beide Traktoren verfügen über den gleichen Motorentyp. Es handelt sich um Wisconsin 4-Zylinder-­ V-­Ben­zinmo­toren, der zweite von 1957. Was beiden fehlt, ist ein Stundenzähler. Weil keine originalen Papiere mehr vorhanden sind, kann Troxler nur ungenau abschätzen, wie viele Stunden der Traktormotor gelaufen ist. Immerhin hat er

ihm inzwischen an die dreihundert Stunden Laufzeit verpasst.

setzt Rolf Troxler nicht mehr auf dem ­Betrieb ein. Er verwendet ihn zu Schönwetterausfahrten in der Umgebung d ­ es Bal­degger- oder Zugersees, zu HochzeiSchönwetter-Ausfahrten Es wäre übertrieben zu behaupten, der ten, ­­­ für Umzüge und für Traktorenrestaurierte Alpina-Oekonom würde für treffen, ­die ­ihn schon bis in den Tessin Hofarbeiten benötigt. Denn Troxlers verführten. fügen über eine verhältnismässig grossAls hundertprozentig auswärts Berufs­ zügige Mechanisierung. So besitzt er für tätiger, Ausbildner und mit dem Betrieb die Futterernte nebst einer Reform-Heuzu Hause bleibt ihm vorläufig keine Zeit­ raupe einen Rapid «Spezial» mit Kreiselfür eine Mitgliedschaft bei den Freun­ heuer. Als Transporter dient ein Rapid den alter Landmaschinen. Und da harrt­ ­ja noch ein Alpina-Oekonom von 1957 «Alltrac» und als Mäher ein Aebi «AM 70». Den Alpina-Oekonom von 1956­ seiner Restauration …  n Der Wisconsin VF4D auf ­ dem restaurierten Chassis – der Alpina-Oekonom nimmt Formen an. Blick in den Getriebeblock.

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Auf Wiedersehn im Waadtland

Intensiver Ackerbau auf Topniveau: abdecken von Frühkartoffeln bei St.  Prex (La Côte). Bild: Ueli Zweifel

Zur SVLT- Delegiertenversammlung 2016 hat die Waadtländer Sektion an den (Lac) Léman eingeladen. Saint Sulpice bei Lausanne heisst der Tagungsort. Die Devise des vorbereitenden Sektionsvorstandes: «Comme c’était à l’époque». Ueli Zweifel «Wie es damals war»: Das OK unter der Leitung des Waadtländer Sektionsprä­ sidenten Michel Luegon will an der Dele­ giertenversammlung also nicht nur die guten Voraussetzungen für die Abwick­ lung der Verbandsgeschäfte garantie­ren, sondern auch einen festlich-gesellschaft­ lichen Rahmen anbieten. Eine Carrund­ fahrt durch die landschaftlich und land­ wirtschaftlich ausserordentlich vielfäl­tige Gegend unterstreicht diesen An­spruch.

äusserst rührige Landmaschinen- und Landtechnikpionier Charles Boudry, erster Sekretär des Waadtländer Traktorenver­ bandes. Weitsichtig sah er damals schon voraus, dass die «Traktoren dem Pferdezug nach kurzer Zeit den Rang ablaufen wer­ den». Boudry sah dabei den wachsenden Bedarf an gut geschulten Maschinenbera­ tern, Unfallverhütern und Landmaschinen­ mechanikern voraus. Wohl Schweizweit einmalig wurde im Kanton Waadt die In­ verkehrsetzung von landwirtschaftlichen Mit dabei seit der ersten Stunde Fahrzeugen bis Anfang der 50er-Jahre Die Waadtländer Sektion gehört mit­ administrativ an den noch jungen Ver­ etwas mehr als noch 1600 Mitgliedern­ band, d.h. an Charles Boudry, delegiert. Er prägte als Geschäftsführer die Ge­ zu den grossen Sektionen des SVLT, schicke der Sektion und des Schweize­ ­gegründet 1924 und also auch im Grün­ rischen Verbandes für Landtechnik bis dungsjahr der schweizerischen Dachor­ 1952 massgeblich mit. Damals ging die ganisation. Nach gewissen Anlaufschwie­ Geschäftsführung an den Notar Marc rigkeiten erhielt die Entwicklung der Emery über (bis 1973). Von diesem Zeit­ Sektion enormen Aufschwung und ver­ zeichnete in den 50er-Jahren ihre Mit­ punkt an wurde die Geschäftsführung im gliederrekorde. Zum Sonderfall, nicht ­nur Mandat von der Landwirtschaftskammer für die Waadtländer Sektion, sondern mit beziehungsweise von Pro­mé­terre ausge­ prägender Ausstrahlung auch für die übt. Mittlerweile wird die Geschäftsschweizerische Organisation, wurde der führung wiederum von der Sektion sel­ 56

Schweizer Landtechnik  5 2016

ber besorgt. Auf Anne-Lise Amez-Droz folgte 2013 Virginie Bugnon, St. Prex, in dieser Funktion. Eine ganze Reihe von Persönlichkeiten prä­ sidierte im Laufe der Jahre die Waadtlän­ der Sektion. Interessierte finden dazu die genauen Angaben in der Septemberausga­ be der Schweizer Landtechnik von 1996. Damals präsidierte Charly Roulin die Sekti­ on. Auf ihn folgten Francis Jaquet (von 1997 – 1999) und Willy ­Bachel­ard, der den Stab 2011 an Michel Luegon aus Daillens weitergegeben hat.

Aktualitäten In der Gründerzeit, war es die unverhält­ nismässige Besteuerung von landwirt­ schaftlichen Motorfahrzeugen, die die Trak­ torenhalter auf die Palme brachte, heute sind es die für Grossmaschinen hin­ derlichen Verkehrsberuhigungsmassnah­ men, die sauer aufstossen. Es sei eine der ­­ Hauptaufgaben, diesbezüglich Gegensteu­ er zu geben, betont Michel Lugeon. ­Es ge­ he darum, sich gegen schlecht geplante und wenig durchdachte Verkehrsberuhi­


Berichte | SVLT   n

Der Waadtländer Sektionspräsident Michel Lugeon betreibt in Daillens Bezirk Gros-­ de-Vaud einen gemischtwirtschaftlichen Betrieb. Zusammen mit der Geschäftsführerin Virginie Bugnon und den Vorstandskollegen heisst er die Delegierten und Gäste zur DV 2016 Anfang September herzlich willkommen … Bild Ueli Zweifel

Im Vorstand mit dabei sind von links nach rechts: Steve Bugnon, Geschäftsführerin Virginie Bugnon, Michel Lugeon, Laurent Vernez, Laurent Doudin, Pascal Marendaz, Jean-Luc Mayor und Didier Amez-Droz. Bild: Catherine Schweizer

gungs- und Sicherheitsmassnahmen zu wehren. Gute Beispiele seien angeschräg­ te Profile bei den Strassenbegrenzungen

und Kreiseln statt Randsteine, die kein oder kaum ein Ausweichen erlauben. Sehr positiv sei übrigens die Mitwirkungsmög­

lichkeit der Sektion beim Masterprojekt «Urbanisation et agriculture du ­­ Nord lau­ sannois». Im Projekt sei es möglich, früh­

Das letzte Mal im Herbst Die einmalige Landschaft an den Gestaden des Genfersees bzw. d ­ es ­ «Léman», wie das wasserreichste Binnengewässer Europas b ­ ei den Waadt­ ländern heisst, bietet das ideale Umfeld für die nächste Delegiertenver­ sammlung in St. Sulpice bei Lausanne. Eine kom­mentierte Carfahrt durch die Weinberge des Lavaux und die fruchtbare Region des «Gros de Vaud» bis zum Jurasüdfuss in Montricher. Hier findet im Festsaal der Gemeinde der Galaabend statt. A ­ uf dem Programm steht auch eine Führung ­ durch die Altstadt ­von Morges, entlang der Gestade und über den Markt. Die Delegiertenversammlung 2016 findet am Wochenende am ­­­ 2. / 3. September statt. Es lohnt sich daran teilzunehmen und den Charme

der ein­ladenden Waadtländer Kolleginnen und Kollegen z­ u geniessen, ­ umso mehr als es sich bei der DV im Waadtland um die letzte handelt, ­ die traditionellerweise erst in der zweiten Jahreshälfte stattfindet. ­ Nachher w ­ ill man die Delegiertenversammlung laut ­Beschluss des SVLTVorstandes ins Frühjahr vorverlegen, um die ­ordentlichen Traktanden von Rechnung und Budget sachdienlich über die Bühne zu bringen. Auch ­ in Zukunft möchte man aber dabei das von der einladenden Sektion vor­ bereitete Rahmenprogramm ­keinesfalls missen. Diesem wird dann aber generell am zweiten Tag, also am Samstag, der gebührende Platz ein­ geräumt.

Die Weinregion des Lavaux mit dem sensationellen Ausblick über den Léman zu den Savoyer Alpen ist Teil der Carfahrt am Rande der Delegiertenversammlung im Waadtland. Bild: Michel Lugeon

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n  SVLT | Berichte

zeitig die landwirtschaftlichen Verkehrsin­ teressen ein­zubringen und zu ­verhindern, dass bis dato übliche Parzellenzu- und -ausfahrten wegen der Aus­dehn­ung des Siedlungsgebietes wenn nicht unterbun­ den, so doch massiv erschwert werden. Traditonellerweise gehören die Kat-F / ­GKurse und die Spritzentests zu den Dienst­­leistungen der Sektion. Im Übrigen würden sehr gute Kontakte zum Stras­ senverkehrsamt und zur Polizei gepflegt. Beliebt seien diesbezüglich die Maschi­ nenvorführungen, an denen am Rande der Jahresversammlungen jeweils recht­ liche und sicherheitsrelevante Aspekte an den bereit gestellten Fahrzeugen disku­ tiert würden.

Die Landwirtschaft im Kanton Waadt hat sehr viele Gesichter: Zuckerrüben abbunkern in der Nähe von Payerne. Bild: Ueli Zweifel

Maschinenkosten senken Was die Erzielung einer guten Maschi­ neauslastung zwecks Kostensenkung be­ trifft, sei man im Kanton Waadt gut unter­ wegs, ist Michel Luegon überzeugt: Nebst der Arbeitserledigung durch Lohnunter­ nehmen spielen dabei die Maschinenge­ nossenschaften eine sehr wichtige Rolle. Nicht nur Güllefässer und Mistzetter, son­ dern auch aufwendige Technik wie Mäh­ werke oder Sämaschinen würden dabei vermittelt. Aber klar die Chemie unter den Beteiligten muss stimmen, sonst geht das nicht. Im Waadtland sind aber auch die Lohnunternehmer stark vertreten und in einer Westschweizer ­Vereinigung zusam­ mengefasst, wobei ­es auch gute Kontakte zu «Lohnunternehmer Schweiz» gibt.

Ausblick Könnte man sich Zusammenschlüsse un­ ter Westschweizer Sektionen vorstellen? Michel Lugeon winkt ab: «Die Interessen­ lagen und die Traditionen sind zu unter­ schiedlich, und man würde von der Basis abrücken. Das Interesse und das Engage­ ment würde somit abnehmen.» Die Regionalseminare seien in der Westschweiz hingegen fest verankert und zu einem willkommenen Instrument des gegensei­ tigen Informationsaustausches zwischen den Sektionen geworden. Auch sei die «Antenne romande de l’ASETA» bei der Agrilogie in Moudon ein wichtiges Zei­ chen für die starke Präsenz des SVLT in der Westschweiz. An der letzten Kader­ konferenz in Riniken wurde im Übrigen darüber informiert, dass die Redaktion der Schweizer Landtechnik und der Tech­ nique Agricole durch einen Redaktor aus der Westschweiz verstärkt werde. Michel Lugeon: «Das sind sehr gute Perspektiven für die Romandie.»  n 58

Schweizer Landtechnik  5 2016

Landwirtschaft im Kanton Waadt Anzahl Betriebe 4047 (Angaben 2011, gemäss Landwirtschaftskammer Kanton Waadt) Hektaren Landwirtschaftliche Nutzfläche 108341 Hauptfutterfläche 48078 Rebfläche 3813 Obstanlagen 835 Gemüsebau 1500 Ackerfläche 54280 – Getreide (inkl. Körnermais) 30953 – Hackfrüchte 6592 – Ölfrüchte 7948 Ökologische Ausgleichsflächen (% von LN) 12,2 % Anzahl Nutztiere Rindviehhaltung GVE 44451 Pferdehaltung 6804 Hühnerhaltung 912480 Schweinehaltung 42342 Die Landwirtschaft im Kanton Waadt weist eine sehr grosse Vielfalt auf, wobei die Produk­ tionseinheiten im Vergleich zur Schweiz generell überdurchschnittlich sind. Die landwirt­ schaftliche Nutzfläche hat von 1980 um ca. 10 000 ha abgenommen. Der Getreidebau ­war mit rund 7000 ha davon am stärksten betroffen. Sehr stark zugenommen hat in der Zeit­ spanne der Anbau der Ölfrüchte (Raps, Sonnenblume, Soja). Vergössert haben sich auch die Rebfläche und vor allem die Fläche für den Gemüseanbau. Im Weinbau liegt das Waadtland mit fast 4000 ha an zweiter Stelle hinter dem Wallis. ­ Es werden sechs Ursprungsbezeichnungen unterschieden: Bonvillars (5 %), Côtes-de-l’Orbe (4,5 %), Vully (1,3 %) Chablais (15,4 %), Lavaux 21,3 %) und La Côte 52,5 %). In der Tierhaltung schlägt seit 1980 der Rückgang beim Rindvieh mit rund 25 % zu Buche. Die verbleibenden Milchviehhaltungsbetriebe, oft als Betriebsgemeinschaften geführt, haben sich dabei wesentlich vergrössert. Die Schweineproduktion hatte in der Zeitspanne einen Aderlass von rund einem Drittel, während die Hühnerhaltung und Pouletmast um fast einen Drittel zugenommen hat.


Berichte | SVLT   n

Erfolgreich silieren «Silierstrategien für Rindviehbetriebe» – so w ­ enig spektakulär der Kurs betitelt war, so hochspannend waren die vermittelten Inhalte dieser Weiterbil­dungsveranstaltung in Hohenrain LU.

Tipps für die Herstellung von guter ­ Silage in Theorie und Praxis bekamen die Teilnehmer am Kurs «Silierstrategien ­ für Rindviehbetriebe» zuhauf geboten. Bild: Roman Engeler

Roman Engeler Das Wetter passte, die Lokalität stimmte und die Referenten waren top: Der von den Schweizer Lohnunternehmern, der Arbeitsgemeinschaft zur Förderung des Futterbaus, der Silo-Vereinigung und ­­des Berufsbildungszentrums Hohenrain LU ge­meinsam organisierte Kurs beleuchtete die wichtigsten Aspekte in Theorie und Praxis, wie man wirtschaftlich und qua­ litativ einwandfreie Silagen produziert, lagert und letztlich dem Tier als wertvolles Futter vorlegt.

Regeln beachten Ueli Wyss, Spezialist für die Futterkonservierung an der Forschungsanstalt Posieux FR, orientierte über die wichtigsten Grundsätze beim Silageprozess. «Es sind eigentlich immer noch die gleichen Regeln, man muss sie nur anwenden», meinte er und rief diese in Erinnerung. So sei hochwertiges Ausgangsmaterial stets ­die wichtigste Voraussetzung für eine quali­tativ gute Silage. Weiter müsse man beim Ernten auf das optimale Stadium (ab Ende April bis Mitte Mai) sowie auf Sauberkeit (in der

Erde lauern Sporen von Buttersäurebakterien) und korrekte Schnitt­ höhe ­ (8  cm anpeilen) achten. Die Zielgrösse beim Anwelkgrad liege bei 35 – 45 % TS und punktuell sei es ratsam, ein (passendes) Siliermittel zu verwenden. Bei der Ernte, so Wyss weiter, sei es wichtig, das Siliergut zu zerkleinern, zügig einzusilieren, gut zu verdichten und den Silo dann vier Wochen in Ruhe zu lassen. Fahrsilo und Siloballen müssten luftdicht sein, da anaerobe Bedingungen für eine optimale Gärung entscheidend seien. Bei ­der Entnahme sei im Flachsilo ein Vorschub von 1 – 1,5 m pro Woche im Winter und 2 – 3 m im Sommer ratsam, beim Hochsilo lägen die entsprechenden Werte bei 5 cm im Winter und 10 cm im Sommer.

Gülle in den Boden Ein weiteres Thema betraf die Düngung, insbesondere das Güllen. Gülle gehöre un­ter und nicht auf das Gras, war eine vielleicht etwas gar pointierte Aussage. Jedenfalls sollte das Gras im frühen Stadium begüllt werden. Gar nicht so schlecht

schneide der Schleppschlauch ab, fol­gerte Wyss aus einem Versuch hinsichtlich des Aufkommens von Buttersäurebakterien. Der Schleppschuh sei zwar besser, doch in den Folgejahren könnten daraus entstehende Lücken zu einer erhöhten Futterverschmutzung beitragen.

Verfahren optimieren Die Dinge richtig tun, aber auch die rich­ tigen Dinge machen, das führe letzt­lich­ zur gewünschten Produktivität, meinte Matthias Schick von der Forschungsanstalt Tänikon TG als Schlusspunkt seines Referats über verschiedene Mechanisierungsverfahren beim Silieren hinsichtlich Arbeitszeitbedarf und Verfahrenskosten. Der Einsatz des Aufbereiters als quali­ tätssichernden Faktor, der Einbezug des ­Lohnunternehmers bereits ab Mähen, ­die Abstimmung der Kette, vor allem wenn ein teurer Feldhäcksler im Spiel ist, oder das Wickeln von Ballen auf dem Hof waren nur einige Punkte, bei denen Schick vielerorts Optimierungspotenzial ortete.

Maschinendemo Zu Beginn der kursbegleitenden Maschinenvorführung stand ein Selbstfahrmäher im praktischen Einsatz, der mit Schnitt­ höhen von 5,5 und 8 cm arbeitete, sodass man die unterschiedlichen Schnitthöhen im weiteren Verlauf beurteilen konnte, beispielsweise beim Schwaden mit einem Bandschwader (Arbeitsbreite 8,50 m), m ­ it einem 2-Kreisel-Mittenschwader (6,30 m) oder bei der Ernte in den Varianten «Häck­s­ler und Erntewagen» und «Ladewagen». Beim Einbringen in den Fahrsilo wurde die notwendige, hohe Punktverdichtung anhand verschiedener Verteil- und Walzgeräten erläutert. Gross war die Vielfalt auch bei den Entnahmegeräten, von der günstigen Krokodilzange über den scharfschnittigen Siloblockschnei­der bis hin zum teuren Mischwagen mit Entnahmeschild. Interessant war die elektrische Variante einer Fräse mit integrier­tem Elevator zur direkten Befüllung in einen Mischwagen (ebenfalls elektrisch betrieben).  n 5 2016  Schweizer Landtechnik

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n  SVLT | Sektionen

16. Ruedertaler Traktoren-Geschicklichkeitsfahren 21. / 22. Mai Samstag / Sonntag, 21. / 22. Mai, beim Schulhaus Walde

Nächstens gesucht: «dr bescht Bärner Traktorfahrer 2016» und «dr bescht Aargauer Traktorfahrer 2016».

BE Ersigen, 29. Mai: kantonales Traktoren-Geschicklichkeitsfahren

FR

Sonntag, 29. Mai 2916, Areal der Rösseler Porzellan AG

Bremsenkontrolle 2016

Die Landjugendgruppe untere Emme organisiert unter dem Patronat des Bernischen Verbands für Landtechnik das kantonale Traktoren-Geschicklichkeitsfahren 2016 in Ersigen. Die ersten drei Ränge der zwei Kategorien Junioren (Jahrgang 1998 – 2002) und Aktive (Frauen und Männer, Jahrgang 1997 und älter) qualifizieren sich für die Schweizer Meisterschaft vom 11. September 2016 im Kanton Freiburg. Startberechtigt sind Frauen und Männer ab dem 14. Altersjahr, die mindestens im Besitz des Führerausweises der Kategorie G sind. Es gilt, einen Parcours mit sieben praktischen Posten und einem Theorieposten zu absolvieren. Eine Festwirtschaft sorgt für Speis und Trank. Titelverteidiger aus dem Jahr 2012 bei den Aktiven ist Thomas Stettler. Bei den Junioren gibt es mit Sicherheit einen neuen kantonalen Meister, weil der damalige Sieger David Liechti altershalber in der Kategorie der Erwachsenen starten muss. Anmeldung unter bvlt@bluewin.ch, s.liechti@hotmail.ch. Nachmeldungen am Wettkampftag möglich, letzte Startblattausgabe 13 Uhr. Fragen an Stefan Liechti unter 079 688 66 71.

Der Freiburgische Verband für Landtechnik (FVLT) erhält im Jahre 2016 die Bremstestkampagne aufrecht. Dieser Test ist gedacht für Karren und Anhänger aller Art, 30 oder 40 km / h, die während des ganzen Jahres im Einsatz stehen und deren Wartung leider oft vernachlässigt wird. Am Ende der Kontrolle werden die Eigentümer im Besitz einer genauen ­Diagnose ihrer Fahrzeuge sein, die von akkreditierten Spezialisten der Schweizerischen Metall-Union erstellt wird. Wo: in der Nähe Ihres Wohnortes in dafür ausgerüsteten Ateliers (die Liste der Werkstätten ist auf der Website unter www.smu.ch­zu finden). Wichtig: Für die Prüfung müssen die Anhängerzüge mit pneumatischen oder hydraulischen Betriebsbremsen ausgerüstet werden. Vorteil: Für seine Mitglieder gewährt der FVLT einen Rabatt von Fr. 50.– pro Achse bei Vorlage der Rechnung. Dazu genügt es, eine Kopie der Rechnung an folgende Adresse zu senden: AFETA / FVLT, Laurent Guisolan, route de Grangeneuve 31, 1725 Posieux. Dieses Angebot gilt nicht für den Kauf von neuen Geräten oder für ein später folgendes Aufgebot zur Expertise.

AG Aktionstag Anhängerbremsen Donnerstag, 2. Juni 2016, 9 – 16 Uhr Bachmann Agrotech AG, Herdmattenstrasse, 5636 Benzenschwil Nach dem Test erhält jeder Teilnehmer ein Prüfprotokoll und Tipps, wie er die Bremsleistung des Anhängers verbessern kann. Zeitbedarf für einen Anhänger mit zwei Achsen ca. 30 Minuten. Jede Achse wird einzeln überprüft. Die Fahrzeuge werden ohne Ladung geprüft, die zulässige Achslast wird hydraulisch simuliert. Kursleitung: Hansjörg Furter, Landwirtschaftliches Zentrum Liebegg Kosten: Fr. 50.– / Achse für Nichtmitglieder AVLT. Mitglieder AVLT bezahlen Fr. 25.– / Achse. Anmeldung bis 22. Mai 2016 an AVLT-Geschäftsstelle, Thomas Vögeli, 079 77 44 715, sektion.ag@ agrartechnik.ch

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Die besten Traktorenpiloten der Schweiz werden sich am 21. und 22. Mai 2016 wieder beim Schulhaus Walde im Ruedertal treffen. Zum 16. Mal werden in den Kategorien Damen (ab 14 Jahren), Herren Junioren (14 bis 17 Jahre) und Herren Senioren (ab 18 Jahren) um die wertvollen Preise gekämpft. Auf der Wippe und bei weiteren sieben Posten können die Teilnehmer ihr Geschick mit dem Traktor beweisen. Die Anmeldung erfolgt vor Ort (keine Voranmeldung), bitte Führerausweis mitbringen. Der Anlass beginnt am Samstagnachmittag um 15 Uhr und dauert bis um 21 Uhr. Am Sonntag ist der Beginn auf 9 Uhr festgelegt, die Rangver­kündigung auf 18 Uhr. Eine Ausstellung von Oldtimer-Traktoren wird den Anlass umrahmen. Attraktionen, eine Festwirtschaft und der traditionelle «SpaghettiPlausch» am Samstagabend werden die Teilnehmer und Gäste jeden Alters unterhalten, teilte der Präsident des organisierenden Männerchors Schmiedrued Erwin Schmid mit. Bei Fragen steht er unter 079 405 03 57 oder info@mc-schmiedrued.ch zur Verfügung.

Schweizer Landtechnik  5 2016

LU Aktuelles Kursangebot Mofa- und Traktorenprüfung: Die Vorbereitungskurse für die Mofaund Traktorenprüfung finden jeweils mittwochnachmittags statt. Kurskosten, inkl. Lernplattform im Internet (Theorie-24-Kärtli): für Mitglieder Fr. 70.–, für Nichtmitglieder Fr. 90.– Nächste vorgesehene Termine: 22. Juni 2016 in Hochdorf, 13.15 – 17.30 Uhr 6. Juli 2016 in Sursee, 13.15 – 17.30 Uhr Roller- und Autoprüfung: Theorieprüfung online lernen für Fr. 29.–. Grundkurse für Roller und Motorräder finden jeweils samstags in Büron und Sursee statt. Für Mitglieder Fr. 300.–, für Nichtmitglieder Fr. 320.– Nächste vorgesehene Termine: 4. + 11. Juni 2016, 7.45 – 11.45 Uhr 18. + 25. Juni 2016, 7.45 – 11.45 Uhr


Sektionen | SVLT   n

Verkehrskundeunterricht in Sursee, Willisau, Schüpfheim und Hochdorf: für Mitglieder Fr. 220.–, für Nichtmitglieder Fr. 240.–. Nächste Termine: 17. / 18. / 23. / 24. Mai 2016 in Sursee, 19 – 21 Uhr 25. / 26. Aug. + 1. / 2. Sept. 2016 in Schüpfheim, 19 – 21 Uhr Kombipaket für Rollerfahrer nochmals günstiger als im Einzelpreis. Theorie online lernen / Grundkurs 1 + 2 (8 Lektionen) / VKU (4 × 2 Lektionen). Der Lastwagentheoriekurs umfasst 32 Lektionen, während vier Wochen jeweils einen Tag pro Woche. Der Kurs ist modular aufgebaut und der Einstieg jede Woche möglich. Der nächste Kurs beginnt am 18. Mai 2016, jeweils in Luzern. Infos und Anmeldung (Änderungen, z. B. Kursort, -inhalt, -preis, -zeit, bleiben vorbehalten): LVLT-Fahrschule, Sennweidstrasse 35, 6276 Hohenrain, 041 467 39 02, Fax 041 460 49 01, info@lvlt.ch

Traktoren-Geschicklichkeitsfahren Hinweis: Ranglisten vom Traktoren-Geschicklichkeitsfahren vom 1. Mai 2016 in Hohenrain sind auf der Website www.lvlt.ch einsehbar.

SH Anhängerbremstest Samstag, 4. Juni, 8 – 12 Uhr, GVS Agrar, Schaffhausen Ist die Anhängerkombination sicher? Antwort gibt der Anhängerbremstest auf dem Areal der GVS Agrar am Majorenacker 11 in Schaffhausen; die Kosten betragen Fr. 30.– je Achse. Anmeldung bei Martin Müller, 079 656 74 58, Fax 052 681 12 85 oder sektion@vlt-sh.ch.

Theoriekurse Kategorie F / G Im Theoriekurs Kat. F / G werden die Grundlagen aufgezeigt und erklärt. Die bestandene Prüfung berechtigt zum Lenken von landwirtschaftlichen Motorfahrzeugen bis 30 km / h. Siehe auch www.fahrkurse.ch

AG Kursorte und -daten: Muri: Mi., 9. + 16. Nov., 18.30 – 20.30 Uhr. Riniken: Mi., 26. Okt. + 2. Nov., 18.30 – 20.30 Uhr. Liebegg: Sa., 12. + 19. Nov., 9 – 11 Uhr. Frick: Mi., 31. Aug. + 7. Sept., 18.30 – 20.30 Uhr. Kontakt: Yvonne Vögeli, Strohegg 9, 5103 Wildegg, 062 893 20 41, sektion.ag@agrartechnik.ch BE Kontakt: Peter Gerber, 031 879 17 45, Hardhof 633, 3054 Schüpfen, bvlt@bluewin.ch BL, BS Kursort und -daten: Sissach: 17. August und 3. September, 2. November und 19. November Kontakt: Susi Banga, 061 411 22 88, Gruthweg 103, 4142 Münchenstein, s.banga@bluewin.ch FR Kontakt: FVLT, Laurent Guisolan, rte de Grangeneuve 31, 1725 Posieux, laurent.guisolan@fr.ch, 026 305 55 58 GR Kursorte: Landquart, Ilanz, Thusis, Davos, Scuol, Samedan Kontakt: Luzia Föhn, 081 322 26 43, 7302 Landquart, foehn@ilnet.ch, www.svlt-gr.ch NE

SO Hofladerfahren für Frauen Mittwoch, 14. September, 9 – 16.30 Uhr, Wallierhof Auf geeignetem abgesperrtem Gelände das Fahren und Aufladen mit Hoflader, Teleskoplader, Stapler und Frontlader lernen. Die Kursleiter des Kurses Nr. 57L sind Fritz Ziörjen und Beat Ochsenbein, die Kurskosten betragen 190 Franken, inkl. Mittagessen. Anmeldung bis 31. August 2016 unter https://formulare.so.ch.

Kursdaten: in den Herbstferien Kontakt: M. Bernard Tschanz, ch. du Biolet, 2042 Valangin, bernardtschanz@net2000.ch SG, AI, AR, GL Kontakt: Hans Popp, 071 845 12 40, Karrersholz 963, 9323 Steinach, hanspopp@bluewin.ch SH Kursort und -daten: Herblingen (GVS Agrar AG): Sa., 17. Sept. Kontakt: VLT-SH Geschäftsstelle, Martin Müller, Haldenhof 286, 8213 Neunkirch, 079 656 74 58, www.vlt-sh.ch SO Kontakt: Beat Ochsenbein, 032 614 44 57, ochsebeis@bluewin.ch SZ, UR

TG

Kontakt: Florian Kälin, Geschäftsstelle VLT Schwyz und Uri, 055 412 68 63, 079 689 81 87, info@glarnernbeef.ch TG

Reise ins Burgund Vom 17. bis 24. September führt der VTL / Landtechnik eine Reise ins Burgund durch. Der Preis pro Person im Doppelzimmer beträgt 1490 Franken, im Einzelzimmer 1790 Franken (Detailprogramm auf www.tvlt.ch). Anmeldeschluss ist am 31. Mai. Anmeldung an Markus Koller, Weierhofstr. 9, 9542 Münchwilen, 071 966 22 43.

Aktion Bosshard AG Nutzen Sie die Gelegenheit und besuchen Sie den Shop der Bosshard AG in Frauenfeld oder unsere Website mit dem interessanten Aktionsan­ gebot unter www.tvlt.ch.

Kursort und -daten: Uesslingen 21. Mai + 1. Juni; Münchwilen 8. + 15. Juni; Altnau 18. + 29. Juni; Bürglen 27. August + 3. September; Müllheim 29. Oktober + 9. November Kontakt: VTL / Landtechnik, Markus Koller, 071 966 22 43, Weierhofstrasse 9, 9542 Münchwilen VD Kursorte: Moudon, Oulens-s / Echallens; Kursdaten: Juni 2016 Kontakt: ASETA-Section vaudoise, Virginie Bugnon, chemin de Bon-Boccard, 1162 Saint-Prex, v.bugnon@bluewin.ch ZG Kursort: Zug; Kursdaten: 10. Oktober + 13. Oktober Kontakt: Beat Betschart, 041 755 11 10, beatbet@bluewin.ch ZH Kursorte: Strickhof, Lindau; Kursdaten: 11. Juni, 17. Sept., 12. Nov. Kontakt: SVLT ZH, Eschikon, 058 105 98 22, Postfach, 8315 Lindau, www.svlt-zh.ch

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n  SVLT | Porträt

Am Puls der Landwirtschaft Als Bauernsohn kam Ruedi Achermann schon als Kind in Kontakt mit Land- und Hoftechnik. Da sein älterer Bruder den elterlichen Milchwirtschafts-­ betrieb in Buochs NW übernahm, war es für ihn schnell klar, dass er Landmaschinenmechaniker werden möchte. So machte er die Lehre bei der Firma Odermatt + Zimmermann, heute BAB Technik AG. Nach der anschliessenden Rekrutenschule werkte er vier Jahre bei Schiltrac Fahrzeugbau, dann vier Jahre in einem Baugeschäft als Maschinist und Betriebsmechaniker, heiratete Veronika, geborene Windlin, und baute sich ein Mehrfamilienhaus. Seine Familie ist inzwischen um einen Sohn und zwei Töchter gewachsen. Und soeben hat er das Dach mit einer Solaranlage zur Stromproduktion bestückt. Aus Buochs ist er nie weg gekommen. Dort kennt man ihn und seine Vorliebe für alles, was mit Landwirtschaft zu tun hat. So klopfte vor 17 Jahren Bruno Christen, DeLaval-Gebietsvertreter für Nidwalden und Uri, um Mithilfe in der Regionalservicestelle bei ihm an. «Das Jobangebot war ganz nach meinem Geschmack», sagte Ruedi Achermann. «Es geht um Landwirtschaft, um Techniken der Hofeinrichtungen, Fütterungs- und Entmistungsanlagen, Milchkühlungen und Melkanlagen, dazu ist es abwechslungsreich, ich habe direkten Kundenkontakt und bin weitgehend selbstständig. Diese Tätigkeit ist kein eigentlicher Beruf, den man erlernt. Die Voraussetzungen sind eine technische Ausbildung, Kenntnisse der Landwirtschaft, Arbeitswille, Beweglichkeit und Vielseitigkeit.» Auf dem elterlichen Hof las er von Kindsbeinen an mit Interesse die Schweizer Landtechnik. Als er ins Eigenheim zog, merkte er, wie ihm das Monatsheft fehlte, und er beschloss sich bei der Sektion Nidwalden anzumelden. Es währte nicht lange, drängten ihn die Verantwortlichen dem Vorstand beizutreten, ein Servicetechniker mache sich gut unter all den Landwirten. «Erst beim zweiten Mal sagte ich zu und wurde an der GV 2008 zum ­Vorstandsmitglied gewählt. Seit drei Jahren bin­ ich jetzt Präsident.» «Beim SVLT bin ich aus Interesse an Technik und wegen der Verbundenheit mit der Landwirtschaft», sagte er. Er spürt den Puls der Landwirtschaft in besonderem Masse: «Der fallende Milchpreis dämpft die Investitionsfreudigkeit direkt, das bekomme ich in meiner Berufstätigkeit zu spüren. Auf der anderen Seite werden Betriebe grösser, bei gleichzeitig sinkender Zahl Familienarbeitskräfte, was wiederum nach Automatisierung der Hofund Stalltechnik und somit Investitionen zur Arbeitserleichterung ruft.» n Aufgezeichnet von Dominik Senn

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Schweizer Landtechnik  5 2016

Ruedi Achermann, Buochs, im Auftrag der Landwirtschaft für den Einsatz bereit. Bild: Dominik Senn


Kurse | SVLT   n

Aus- und Weiterbildungskurse des SVLT CZV – Weiterbildungskurse

Fahrkurs G40 Kursorte 1260 *Nyon VD 1315 *La Sarraz VD 1510 *Moudon VD 1562 *Corcelles-près-Payerne VD 1630 *Bulle FR 1890 *Saint-Maurice VS 1964 *Conthey VS 2208 *Les Hauts-Geneveys NE 2720 *Tramelan BE 2852 *Courtételle JU 3186 Düdingen FR 3250 Lyss BE 3267 Seedorf BE 3421 Lyssach BE 3510 Konolfingen BE 3550 Langnau i.E. BE 3770 Zweisimmen BE 3792 Saanen BE 3800 Interlaken BE 3930 Visp VS 4222 Zwingen BL 4415 Lausen BL 4702 Oensingen SO 5040 Schöftland AG 5505 Brunegg AG 6056 Kägiswil OW 6130 Willisau LU 6210 Sursee LU

6276 Hohenrain LU 6430 Schwyz SZ 6472 ***Erstfeld UR 6702 **Claro TI 7130 Ilanz GR 7302 Landquart GR 7430 Thusis GR 7524 Zuoz GR 7550 Scuol GR 8180 Bülach ZH 8200 ***Schaffhausen SH 8303 Bassersdorf ZH 8460 Marthalen ZH 8500 Frauenfeld TG 8836 Biberbrugg SZ 8856 Tuggen SZ 8867 Niederurnen GL 8932 Mettmenstetten ZH 9133 Sitterdorf TG 9200 Gossau ZH 9436 Balgach SG 9465 Salez SG 9602 Bazenheid SG

Kursart

Kursdatum

Ladungssicherung

Fr.

AED / BLS, Erste Hilfe

Mo. 21.11.2016

ARV 1 und digitaler Fahrtenschreiber

Fr. 25.11.2016

Hebegerätekurse

11.11.2016

Kursort: Wildegg AG

SUVA-anerkannt: Gegengewichts- und Teleskopstaplerkurs; Instruktion Hoflader Kursart

Kurstag 1

Kurstag 2

Grundkurs für Staplerfahrer

Mo. 07.11.2016

Di. 08.11.2016

Grundkurs für Staplerfahrer

Mi. 09.11.2016

Do. 10.11.2016

Grundkurs für Staplerfahrer

Mo. 14.11.2016

Di. 15.11.2016

Grundkurs für Staplerfahrer

Mi. 16.11.2016

Do. 17.11.2016

Schweisskurse * Sprache Französisch ** Sprache Italienisch *** neue Kursorte

Kursort: Riniken AG

Kursort: Riniken AG

Weitere Kurse für Herbst 2016 in Planung

Unterstützt durch den Fonds für Verkehrssicherheit (FVS)

Detailliertes Kursprogramm, Teilnahmebedingungen und Kurskosten: www.fahrkurse.ch und www.g40.ch

Weitere Auskünfte: 056 462 32 00 oder zs@agrartechnik.ch

n   Impressum   78. Jahrgang

Herausgeber Schweizerischer Verband für Landtechnik Werner Salzmann, Präsident Aldo Rui, Direktor Redaktion Tel. 056 462 32 50 Roman Engeler: roman.engeler@agrartechnik.ch Ueli Zweifel: ulrich.zweifel@agrartechnik.ch Dominik Senn: dominik.senn@agrartechnik.ch Ruedi Hunger: hungerr@bluewin.ch Ruedi Burkhalter: r.burkhalter@agrartechnik.ch Mitglieder- und Abodienste, Mutationen Postfach, 5223 Riniken Tel. 056 462 32 00, Fax 056 462 32 01 www.agrartechnik.ch

Verlagsleitung Roman Engeler, Postfach, 5223 Riniken Tel. 079 207 84 29 roman.engeler@agrartechnik.ch Inserate / Anzeigen Stämpfli AG Vanessa Ciglar, Anzeigenleiterin Wölflistrasse 1, Postfach, 3001 Bern Tel. 031 300 63 87 E-Mail: inserate@staempfli.com Anzeigentarif Es gilt der Tarif 2015. Kombinationsrabatt: 25 % bei gleichzeitigem Erscheinen in «Technique Agricole» Herstellung und Spedition Stämpfli AG, Wölflistrasse 1, 3001 Bern Erscheinungsweise 11-mal jährlich

Abonnementspreise Inland: jährlich CHF 110.– (inkl. MwSt.) SVLT-Mitglieder gratis. Ausland: CHF 135.– (exkl. MwSt.) Nächste Ausgabe Schwerpunkt: Transport-Logistik Impression: Hürlimann «XM.K 120» im Testeinsatz Wissen: Bohrer stumpf – was nun? Plattform: Abgas-Stufe 5 steht bevor Markt: Was bringt die neue EU-Typenprüfung? Nr. 6 / 2016 erscheint am 16. Juni 2016. Anzeigenschluss: 2. Juni 2016

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Armin Ruh

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GVS Agrar AG Im Majorenacker 11 CH-8207 Schaffhausen info@gvs-agrar.ch www.gvs-agrar.ch

1716 PLAFFEIEN, Rappo Gebrüder AG 3232 INS, GVS Agrar Ins AG 3400 BURGDORF, Hess Durs GmbH 3538 RÖTHENBACH I.E., Schüpbach Reparaturwerkstätte 3555 TRUBSCHACHEN, Zaugg Forst- u. Landtechnik AG 4312 MAGDEN, Damann Maschinen AG 5324 FULL-REUENTHAL, Heinz Kämpf Landmaschinen AG 5502 HUNZENSCHWIL, Odermatt Landmaschinen AG 5618 BETTWIL, Mosimann Paul 5734 REINACH, Hauri Allround Service GmbH 7006 CHUR, Mehli Andreas

8207 SCHAFFHAUSEN, GVS Agrar AG 8340 HINWIL, Grimm Forst- und Maschinenbetrieb GmbH 8468 GUNTALINGEN, Heller Baumaschinen & Landtechnik GmbH 8564 WÄLDI, Reusser AG 8730 UZNACH, Technikcenter Uznach AG 8834 SCHINDELLEGI, Schuler Maschinen und Fahrzeuge AG 8842 UNTERIBERG, Lüönd & Co. AG 8934 KNONAU, Hausheer & Sidler 9056 GAIS, Koch Maschinen AG 9205 WALDKIRCH, Steiner Service und Reparaturen GmbH