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Sommer 2014 / CHF 4.90

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MAGAZIN

KRÄUTERGÄRTEN: WO FÜR ALLES EIN KRAUT WÄCHST ZIMMER MIT AUSSICHT FAIRE FERIEN


23.-27.07.2014 Climbing Festival

www.move-dolomites.it


GESICHT ER/INH ALT

AUFBRUCH

INHALT

mit Elena Runggaldier, 24, Skispringerin

GESICHTER

3 Aufbruch mit Elena Runggaldier: Skispringerin 20 Menschen und Kräuter: Drei grüne Daumen 30 Schlusspunkt: Egon Rusina Moroder Zeichner, Maler, Suchender

Ich werde gerne gefragt, was eine Skispringerin denn im Sommer mache. Die Antwort ist einfach: trainieren. Da wundern sich dann einige… Ferien haben wir im März nach den Wettkämpfen und bevor das Training beginnt. Ich fahre gerne in die Wärme und ans Meer. Und wo man sicher nicht ans Skispringen denkt. Abschalten ist wichtig. Jetzt aber ist für uns Vorbereitungszeit auf die Wintersaison. Eigentlich war ich ja ursprünglich Langläuferin. Und dann bin ich manchmal so zum Spass mit den Buben über ein paar kleine Schanzen gesprungen, ja, halt mit den Langlaufskiern. Eines Tages hat mich der Trainer Mored Moroder gesehen und gefragt, ob ich Skispringerin werden möchte. Das war am 1. April 2002, und ich war zwölf. Also sagte ich locker zu, weil ich dachte, es wäre ein April-Scherz. Entsprechend überrascht war ich, als mich der Trainer drei Monate später anrief und fragte, wo ich denn sei. Da stand ich ziemlich am Berg! Nach zwei Jahren musste ich mich entscheiden: Langlaufen oder Springen. Wir waren die erste Frauenmannschaft Italiens, Frauen sind im Skispringen überhaupt erst seit der WM 2009 im tschechischen Liberec international dabei. Springen ist vielleicht weniger anstrengend als langlaufen, körperlich gesehen, aber vom Kopf her ist es Höchstleistung. Die Konzentration muss einhundertprozentig sein, sonst kanns gefährlich werden. Wir springen auf denselben Schanzen wie die Männer, bei uns ist lediglich der Anlauf länger, damit wir die Höchstgeschwindigkeit erreichen.Wenn ich früher Skispringen am Fernsehen schaute, fand ich das langweilig. Oh ja, das hat sich geändert. Und wie! Jetzt gehts an unser nächstes grosses Ziel: die nordische Ski-WM 2015 in Falun in Schweden.

WEITERE INFOS Elena Runggaldier wurde am 10. Juli 1990 in Bozen geboren und ist bei St. Christina im Grödental aufgewachsen. Sie hat ihr Architekturstudium abgebrochen, um sich ganz ihrem Sport zu widmen. Die sechssprachige Athletin konnte an der Juniorenweltmeisterschaft 2010 in Hinterzarten die Goldmedaille gewinnen. Ihr erstes ganz grosses Erfolgserlebnis feierte sie an der Nordischen Skiweltmeisterschaft 2011 in Oslo, wo sie VizeWeltmeisterin wurde. Diese Medaille ist historisch: Noch nie hatte eine Athletin oder ein Athlet des italienischen Wintersportverbandes bei einer Skisprung-WM eine Medaille geholt.

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SHORT CUTS

Neues aus Gröden: Kultur- und Genusstermine 17 Südtirol Aktuell: Was Sie nicht verpassen sollten 27 Preisrätsel, Anreise 6

UNTERWEGS

Zimmer mit Aussicht: Die schönsten Weitblicke 14 Faire Ferien: Nachhaltigkeit im Grödental 24 Männerwallfahrt: Eine Wanderung zwischen Dichtung und Wahrheit

GENIESSEN

18 High Noon in der Teestube: Um 12 Uhr öffnet sich das Paradies 28 Wein: Familie Vogel, Brückenbauer zwischen der Schweiz und dem Südtirol

Impressum: Redaktion: Gaby Labhart, Pressebüro, Zollikon · Gestaltung, Konzept und Realisation: GEYST AG, Zürich · Druck: Swissprinters AG · Fotos: Alex Filz, Bozen Kontakt: info@suedtirolmagazin.ch Titelbild: Fabrizio Cucchiaro, Gröden

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NEUES AUS GRÖDEN

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ERDGESCHICHTLICHES Der Geotrail bei Pufels (ladinisch Bula) hoch über St. Ulrich ist ein Vergnügen für Körper und Kopf. In knapp drei Gehstunden lernt man dank acht Schautafeln die Geologie der Gegend kennen. Und die fantastische Aussicht auf die umliegenden Gipfel macht diese Einsichten unvergesslich. Auch ein Abstecher zu den restaurierten Mühlen lohnt sich. www.valgardena.it/dl/geotrail

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Auf der Seiser Alm hoch über dem Grödental, der grössten Alp Europas, steht ein besonders naturnah gebautes Hotel: das Tirler. Die pollen- und milbenfreie Umgebung garantiert auch Allergikern ruhige und erholsame Ferien. Dazu gehört unbedingt auch die eineinhalbstündige Barfusswanderung zu den Hexenquellen. www.tirler.com www.hexenquellen.it

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ZURÜCK ZUR NATUR

WUNDER AM BODEN Nach den majestätischen Dolomiten erlaubt der Pilzweg bei Kastelruth, nur wenige Fahrminuten vom Grödental entfernt, Einblicke in eine weniger spektakuläre, aber ebenso einmalige Welt, die uns sonst verborgen bleibt. In einer dreissigminütigen Wanderung entdeckt man einen winzigen, aber wichtigen Teil der rund 1,5 Millionen Pilzarten. www.seiseralm.it/pilzeweg

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AUF ZU DEN HEILIGEN Der Legendenweg führt von der Kirche von St. Christina zum alten Wallfahrtskirchlein St. Jakob mit seinen Heiligenfresken – in rund zwei Stunden hin und zurück. Schülerinnen und Schüler von St. Christina haben 16 Tafeln am Wegrand aufgestellt, welche die Entstehungslegende des Kirchleins erzählen, die bis nach Spanien reicht. www.valgardena.it/de/wandern-bike/wandergebiet/spazierwege

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CRÈME DE LA CRÈME Am Sonnenhang über Wolkenstein auf Daunëi steht der Valinhof. Ruhe und Natürlichkeit hat er zu bieten und hervorragende Milchprodukte. Neben verschiedenen Käsesorten hat sich die Familie Mussner vor allem mit ihrem cremigen Naturjoghurt aus Vollmilch einen guten Namen gemacht. Das gibts übrigens auch mit Preiselbeeren, Himbeeren und Marillen verfeinert. www.valin.it


ZIMMER MIT AUSSICHT

TEXT: Gaby Labhart FOTOS: Alex Filz

Aussicht und Freiheit liegen nahe beieinander. Wo der Blick in die Unendlichkeit schweifen kann, sind die Niederungen des Alltags in weiter Ferne. Konzentration auf das Wesentliche ist angesagt.

Schutzhütte Raschötz, St. Ulrich: Der spektakuläre Blick aus einem der beiden Gästedoppelzimmer auf Sellastock, Langkofel und Plattkofel.


Man muss sich Zeit nehmen,die weite Welt zu betrachten. Christian Lang, Architekt


Am Horizont glänzen die schneebedeckten Gipfel des Ortlers und der Brentagruppe, hinter dem Haus grasen die zotteligen Galloway-Rinder: Im Berghotel Zirmerhof auf gut 1600 Meter Höhe südlich von Bozen neben dem Dörfchen Radein sind Lage und Ruhe in der Tat majestätisch. Und alles, was der Entschleunigung dient, ist vorhanden. Komfortabel renovierte Zimmer ohne Prunk und Alpenkitsch und ohne Fernseher, ein schlechter Handyempfang, eine Bibliothek aus dem 16. Jahrhundert, ein mächtiges Kaminfeuer in der Halle, wundervolle eigene Weine (Gewürztraminer!) und eine Küche, die Gourmets mehr als glücklich macht. Und nicht unbedingt schlank! «Im Unterland bin ich bedrückt. Die Weitsicht, die den Horizont öffnet: Das ist die Freiheit», sagt Joseph Perwanger, einiges über 80 und ein wacher Zeitzeuge. Seine Grosseltern machten 1890 aus dem historischen Zirmerhof ein Hotel. Jetzt leitet Sohn Seppi mit Schweizer Lebenspartnerin Sandra Baumann das Haus. Und Söhnchen Leo wird dereinst hoffentlich weitermachen…

Zirmerhof, Radein: Über das satte Grün der Wiesen, die auch die schottischen Hochlandrinder schätzen, sieht der Gast auf das Dorf oder über das Etschtal hinweg in die grosse Weite Richtung Schweiz.

Auch Simon Holzknecht ist davon überzeugt, dass die Weitsicht den Menschen glücklich macht. Es geht um die Seele und um die Seelenruhe. «Das ist wie Therapie», sagt der 50-jährige Hüttenwart und schaut in den Sonnenuntergang. Dann schweigt er wieder. Die Touristenströme sind längst talwärts gegangen, auf der Schutzhütte Raschötz kehrt Frieden ein. Die Hütte liegt anderthalb Kilometer westlich der Bergstation der neuen Standseilbahn, die von St. Ulrich auf die Raschötzeralm führt. Nach einem lockeren Kurzwandern erreicht man die Schutzhütte an der Waldgrenze. Das grosse Gepäck darf man zu Hause lassen. Abendgarderobe ist nicht nötig. Vor uns am rosafarbenen Horizont der Langkofel (3181 m) und seine etwas kleineren, scharf gezackten Kumpane, Fünffingerspitze, Zahnkofel, Plattkofel, Rosszähne und wohl noch einige mehr. Es bleiben einem die Spucke und der Verstand weg, bevor man einen Schluck Weissburgunder trinken kann. So viel Schönheit möchte man lieber nicht in Worte fassen müssen. Simon, sagt später seine Frau schmunzelnd, der früher nicht einmal einen


RU BRIK E N TIT E L

Kaffee gekocht habe, hat diese Raschötzer Hochalm über St. Ulrich immer geliebt. Schon damals als hier noch die alte Schutzhütte stand. Als «Klimahaus A» wurde sie im Dezember 2010 neu eröffnet: ökologisch und energetisch korrekt. Jetzt bietet sie zwei komfortable Doppelzimmer mit eigenem Badezimmer und Gemeinschaftszimmer mit Kajütenbetten. Und Simon bekam den Zuschlag. Jetzt ist er Herr der Schutzhütte – und kocht mittlerweile auch Kaffee. Luxese, man glaubt es kaum, steht im Duden und meint «Lebensstil, der Luxus und Einfachheit [Askese] vereint». Dafür gibt es in Südtirol ein Synonym: Pension Briol. Johanna Fink von Klebelsberg empfängt den Gast auf 1310 Metern Höhe mit einem Schnaps. Den kann man brauchen. Schliesslich war die Anfahrt im geländegängigen Taxi auf dem steilen Forstweg über dem Südtiroler Eisacktal ein Abenteuer. Johanna ist die Urenkelin der Johanna Settari, die das Gasthaus 1898 eröffnet hat. Ihr Schwiegersohn Hubert Lanzinger, Maler und Architekt, hatte die einstige Sommerfrische-Villa vor


mehr als 80 Jahren im Stil der Wiener Moderne umgebaut und eingerichtet. Und daran ist bis heute wenig geändert worden. Die Zimmer sind renoviert, schlicht und schön, Dusche und Toiletten befinden sich auf dem Gang, Fernseher und Internetanschluss sucht man vergebens. Beim Glas Wein auf der Terrasse oder beim Bad im kühlen, kreisrunden Swimmingpool schweift der Blick in die Ferne zu den Spitzen der Dolomiten und tief hinab ins Tal. Reduce to the max: Konzentration auf das Wesentliche ist hier das Motto. Briol, hat ein Stammgast gesagt, sei ein Seinszustand. Kein Ort für wellnessfreudige Wochenendtouristen. Und wie gesagt: nicht einfach erreichbar. Gottseidank!

WEITERE INFOS www.zirmerhof.com www.rifugiorasciesa.com www.briol.it


Fernsichten sind sehr inspirierend, sie regen den Geist an, sie heilen Wunden. Christian Lang, Architekt

Pension Briol, Barbian: Bauhausarchitektur mit Blick Richtung Osten, wo sich Villnรถsstal und Grรถdental zum Eisacktal รถffnen, dahinter thronen die Dolomiten.


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U N T E RW E GS Z IM M E R MIT AUS SI C H T

FREIE SICHT AUFS GIPFELMEER VITALPINA HOTEL PFÖSL, DEUTSCHNOFEN Die Wellnessanlage ist unübertrefflich: 6 verschiedene Saunen, Hallenbad, Fitnesscenter, Teichlandschaft. Und das alles in einem gemütlichen Haus, ökologisch gebaut, eingebettet in die Natur und Bergwelt der Dolomiten. www.pfoesl.it MIRAMONTI BOUTIQUE-HOTEL, HAFLING Ja, die weltbekannten Haflingerpferde sind hier zu Hause. Und an einem der schönsten Aussichtspunkte des kleinen Dorfes liegt dieses aussergewöhnliche Haus, das Luxus und Bescheidenheit, Tradition und Moderne perfekt vereint. www.hotel-miramonti.com GASTHOF OBERRAUT, AMATEN Seit 1973 führt Familie Feichter den legendären Slow-Food-Gasthof oberhalb von Bruneck in einem Weiler namens Amaten. Aufgetischt wird in einer der beiden gepflegten Bauernstuben. Oder auf der Terrasse mit der Prachtsaussicht. Alles, was aus der Küche kommt, ist Marke Eigenbau. Und wer nicht mehr weiter will: die Gästezimmer sind bereit. www.oberraut.it BIOHOF UNTERSCHWEIG, ULTEN 2 begehrte Ferienwohnungen auf 1700 m auf der Sonnenseite des Ultentals, gebaut aus unbehandeltem Massivholz aus dem eigenen Wald. Dass auf diesem Biohof auch von Käse bis Kräutertee vieles selbstgemacht wird, ist kein Nachteil! www.uab.it/unterschweig

«Man muss den Blick schärfen.» DER ARCHITEKT CHRISTIAN LANG, 50, HAT DAS LUXUSHOTEL «TROIS ROIS» IN BASEL UMGEBAUT UND IST DAMIT WEIT ÜBER DIE SCHWEIZ HINAUS BERÜHMT GEWORDEN. DAS HOTEL LIEGT DIREKT AM RHEIN MIT EINER PHÄNOMENALEN AUSSICHT. LANG IST ÜBRIGENS EIN BEGNADETER KOCH. Wie wichtig ist die Aussicht beim Bauen? Die sogenannte Situierung, also die Lage des Hauses, ist einer der ­ersten zentralen Grundentscheide. Die Fernsicht war wohl seit je entscheidend. Schauen Sie sich alte Bauten und ihre Lage an. Das heisst: Der Bau orientiert sich klar an der Weitsicht? Ein berühmter Schweizer Architekt etwa hat ein Haus quer zur Aussicht gebaut. Es ist eine Frage der Entscheidung, der Haltung.

HOTEL ICARO, KASTELRUTH Aufstehen mit vollem Blick auf das Unesco-Welterbe Dolomiten: Das ist grosser Luxus. Und auch in allen andern Belangen mangelt es dem Gast im Viersternehotel Icaro im Herzen der Seiser Alm an gar nichts. www.hotelicaro.com

Haltung? Man muss dafür sorgen, dass die Aussicht bewusst wahrgenommen wird. Den Aussenraum sozusagen kanalisieren. Vielleicht sind drei kleinere Fenster spannender als ein einzige, übergrosse Öffnung, wo man sich selber mit ausstellt. Riesige Glasflächen sind nicht behaglich.

GASTHOF KOHLERN, BOZEN Schon die Kurzanfahrt mit der Kohlerer Bahn, seit 1908 (!) in Betrieb, ist spektakulär: Schlern, Rittner Horn, Etschtal, Bozen. Auch vom Gasthof Kohlern, auf 1130 Höhenmetern gelegen, ist die Aussicht famos. Der 140 Jahre alte Gasthof ist seit 1966 im Besitz der Familie Schrott. Und wird mit viel Liebe und Aufwand gepflegt. Ein Kleinod! www.kohlern.com

Kann man sich satt sehen? Nein. Aber es kommt darauf an, was man macht. Aussicht hat mit Kontemplation zu tun. Man muss sich Zeit nehmen, dann wird Aussicht auch zur Einsicht. Wenn Sie in die Weite blicken, am Smartphone spielen, überlegen, was Sie gleich kochen werden, bleiben die Details dem Blick verborgen. Wieso die Details? Geht es nicht um den Weitblick? Richtig. Und der fängt im Detail an. Der Ausblick ist die Summe der Details. Sie sehen zum Beispiel einen kleinen Felsvorsprung, der Ihren Blick gefangen nimmt. Den sehen Sie nur, wenn Sie genau hinschauen. Und eines Tages beschliessen Sie, genau zu diesem Felsvorsprung zu wandern. So hat Sie die Sicht inspiriert, hat ihren Geist angeregt. Fernsichten, davon bin überzeugt, haben auch heilende Wirkung.

Schutzhütte Pension Briol Raschötz Bozen Zirmerhof

Sie haben die Hotelwahl zwischen Aussicht oder guter Küche. Wie würden Sie entscheiden? Ach, nur entweder oder? Dann für die Küche.


Bergeweise Wohlgefühl

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Im romantischen Park und nur wenige Gehminuten vom Stadtzentrum entfernt, verzaubert das „Bavaria“ aus der Zeit der Belle Époque seine Gäste mit unverwechselbarem Flair und herzlicher Gastfreundschaft. Die exquisite Küche und idyllische Atmosphäre garantieren erholsame Ferien. Hotel Bavaria**** I-39012 Meran Tel. +39 0473 236 375 info@bavaria.it - www.bavaria.it

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U N T E RW E GS N AC H H A LTIGK E IT

FAIRE FERIEN

TEXT: Michael Lütscher ILLUSTRATION: Hendrik Jonas

Mit der Nachhaltigkeit auf und davon

Mit Bahn und Bus Aus der Schweiz gelangt man auf zwei Wegen per ÖV nach Gröden: Via Innsbruck und Brenner mit dem Zug nach Brixen, von dort aus mit dem Bus. Schöner ist es, insbesondere bei einem Start am frühen Morgen, mit der Rhätischen Bahn ins Engadin, dann mit dem Postauto von Zernez über den Ofenpass nach Mals im Vinschgau, wo es mit der Bahn via Meran nach Bozen weitergeht. Von dort führt ein Bus nach Gröden. Von Zürich aus dauert die Reise im besten Fall sieben Stunden. Doch es empfiehlt sich, eine Stunde mehr Fahrzeit einzuberechnen, da gewisse Umsteigezeiten sehr knapp bemessen sind und nicht jeder Anschluss wartet. Das ist nur halb so schlimm: In den Bahnhöfen von Bozen, Mals und Meran gibt es freundliche Café-Bars. Eile mit Weile eben.

Ökologisches Wohnen

Regionale Küche Nachhaltig ist chic: Reimund Brunner, der Chef des Gourmet-Restaurants Anna Stuben (1 Michelin-Stern) im Fünfsterne-Hotel Grödnerhof in St. Ulrich (www.gardena.it) setzt in erster Linie auf regionale Produkte. Er verwendet Lamm- und Rindfleisch aus dem Tal, verarbeitet Bergweizen, Sauerklee und Bauernspeck zu Gourmet-Gerichten und tischt den fast verschwundenen Erdbeerspinat auf.

Immer mehr Gastgeber achten auf die Nachhaltigkeit ihrer Häuser. Nach dem Klimahaus-A-Standard (der etwas strenger ist als der Schweizer Minergie-P-Standard) und ganz aus Holz gebaut sind die Ferienwohnungen der Mayr Apartments in St. Christina (www.mayr-apartments.com). Nach demselben Standard erstellt ist der Neubau-Teil des Mountain Spa Hotel Albion oberhalb von St. Ulrich, das zudem über den Komfort einer eigenen Haltestelle des Busses von Bozen nach St. Ulrich verfügt (www.albionhotel.net).


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Velo

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Erster Tag

Velofans, die es wissen wollen, fi nden in Gröden jede Herausforderung – die berühmte Sellaronda-Strecke führt über vier Pässe um das mächtige Sella-Massiv herum. Am 22. Juni 2014 ist diese Strecke ausschliesslich den Velofahrern vorbehalten und für den Autoverkehr gesperrt. Aber auch weniger ambitionierte Velofahrer finden in Gröden ihren Weg, nämlich das Trassee der ehemaligen Grödnerbahn. Dieses ist zu einem Spazier- und Radweg umfunktioniert worden. Auf ihm können St. Ulrich, St. Christina und Wolkenstein ohne allzu grossen Kraftaufwand erkundet werden. Wer die ehemalige Bahnstrecke allerdings verlässt, gerät rasch auf steile Strassen. Aber dafür gibt es ja E-Bikes (wie Mountain-Bikes in verschiedenen Hotels oder in Fachgeschäften zu mieten).

Wir fahren von Zürich ins Grödnertal. Gut sieben Stunden dauert die Fahrt, fünfmal steigen wir um. Je näher wir dem Ziel kommen, desto spannender ist der Blick zum Fenster hinaus. Die wilde Landschaft am Ofenpass, die Obstgärten und zahllosen Burgen im Vinschgau. Die restaurierten, grün und rot bemalten Bahnstationen aus der k. u. k.-Epoche der Vinschger Bahn. In Bozen fehlt ein Hinweis auf die Haltestelle des Busses nach St. Ulrich; irgendwann merken wir, dass er direkt vor dem Bahnhof hält. Froh sind wir, dass wir Proviant eingepackt haben – die Anschlüsse sind knapp, und die einzige Möglichkeit, während der Fahrt etwas zu kaufen, besteht im IC zwischen Zürich und Landquart.

Zweiter Tag Wir geniessen die Ruhe im Albion Hotel. Vom Bett aus blicken wir durch die Fensterfront des Neubaus in die Weite. Am Frühstücksbuffet gibt es Butter und Käse aus der Region und für Allergiker glutenfreies Brot. Wir mieten Mountain-Bikes und fahren nach St. Ulrich, dort mit der Gondelbahn auf die Seiser Alm. Das Hochplateau vor der spektakulären Kulisse des Lang- und des Plattkofels ist wie gemacht zum Biken. In der Laranzer Schwaige essen wir vom hausgemachten Buchweizenkuchen mit Preiselbeer-Schokoladen-Füllung.

Dritter Tag

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Val Gardena Mobil Card In Gröden gibt es die Val Gardena Mobil Card, die auch für die Bergbahnen gilt und für einen oder sieben Tage zu haben ist. Im übrigen Südtirol reist man günstig mit der Mobilcard (www.mobilcard.info), einem Generalabonnement für Regionalzüge und Busse. Die Karte ist für einen, drei oder sieben Tage erhältlich. Kunstsinnige lösen die Museumobil Card und damit zusätzlich den Eintritt in rund 80 Museen und Sammlungen im Südtirol. Die Bikemobil Card schliesslich erlaubt das Mitnehmen eines Velos. Kaufen kann man die Karten an Automaten, Bahnhöfen, in Tourismusbüros, aber leider (noch) nicht in der Schweiz.

Vom Frühstückstisch aus blicken wir auf die schroffen Felsen der Seceda. Wir fahren mit dem Bus nach St. Christina, dann mit der Gondel auf Col Raiser, von wo wir Richtung Seceda wandern. Wir sehen den Bauern beim Heuen zu und staunen, wie viel sie mit menschlicher Kraft ausführen: die Mähmaschine zu Fuss führen, das Heu mit der Gabel zetten und mit dem Rechen zu Maden anhäufen. In der Curona-Hütte verspeisen wir eine hausgemachte «Kaminwurz» (Wurst) und geräucherten Speck. Auf der Seceda angekommen, geniessen wir einen fantastischen Rundblick. Mit der Luftseilbahn geht es über den Felsabbruch zurück ins Tal.

Vierter Tag Unsere geliehenen E-Bikes geben erstaunlich Schub. Den können wir brauchen, als wir in St. Ulrich ins Dorf hinauf fahren. Später gehts auf das sanft geneigte ehemalige Trassee der Grödner Bahn gemütlich bis nach Wolkenstein und etwas schneller wieder zurück. Abends speisen wir im Restaurant Anna Stuben im Grödnerhof – und sind begeistert, was Küchenchef Reimund Brunner mit Einfallsreichtum und aus regionalen Produkten zaubert. Zum Schluss gibts den hausgemachten grünen Grappa. Der soll besonders gut sein für die Verdauung. Jawohl, ist er.


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U N T E RW E GS N AC H H A LTIGK E IT

Ist das Essen entscheidend in Sachen Nachhaltigkeit? Reifer: Nachhaltigkeit basiert auf mehreren Faktoren. Die Regionalität und Saisonalität der Produkte in der Küche sind zwei davon. Andere Faktoren sind die Herkunft und der Verbrauch der Energie. Die Bauweise eines Gebäudes ist wichtig, auch die Herkunft der Baumaterialien – kommt das Holz aus der Gegend? Schliesslich zählt auch der Umgang mit den Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen zur Nachhaltigkeit, die soziale Verantwortung also. Alle sollen Freude haben. Darum geht es ja. Südtirol ist schon heute eine vorbildliche Region: Der Verbrauch an Energie ist vergleichsweise niedrig, und diese stammt überdurchschnittlich aus erneuerbaren Quellen. Wieso? Reifer: Gewisse Vorkehrungen wurden hier schon vor langem getroffen. Nicht zuletzt ist der Energieverbrauch auch eine Kostenfrage. Trotzdem ist noch sehr viel Potenzial da. Was kann noch verbessert werden? Reifer: Generell muss die Zusammenarbeit zwischen Landwirtschaft und Tourismus besser werden. Noch kommt der Grossteil des Lammfleisches aus Neuseeland. Da sollte man mehr auf die Regionalität achten. Einheimische Produkte mögen teurer sein – aber sie sind auch besser. Man kann sich auch fragen, ob es wirklich so viele Bergbahnen braucht. Manchmal wäre weniger mehr. Ich wünschte mir, der Slow-Food-Gedanke spielte im Tourismus eine wichtigere Rolle. Inwiefern? Reifer: Ein Beispiel: Die sogenannten Gemeinwohlhotels in Südtirol haben einen fleischlosen Freitag eingeführt. Da fehlt dann auch der Speck auf dem Frühstücksbuffet. Auf diese Weise wird die Ernährung auch zum Gesprächsthema unter den Gästen. Das finde ich gut.

«Alle sollen Freude haben» DER NACHHALTIGKEITSEXPERTE GÜNTHER REIFER ÜBER DAS, WAS ÖKOLOGISCHE FERIEN AUSMACHT. Umweltschützer kritisieren den Tourismus als generell nicht besonders ökologisch. Sollen wir alle zu Hause bleiben? Reifer: Auf keinen Fall. Man soll einfach ökologisch reisen – zu uns am besten per Bahn. Südtirol verfügt über ein gut ausgebautes öffentliches Verkehrsnetz. Wichtig ist auch, wie man sich am Urlaubsziel selbst bewegt – am besten zu Fuss oder mit dem Velo. Was raten Sie Gästen, die nachhaltige Ferien im Grödnertal machen wollen? Reifer: Gröden ist jene Gegend Südtirols, die touristisch am stärksten industrialisiert ist. Aber auch hier gibt es Hoteliers, die umdenken. Die auf Produkte mit regionalem und saisonalem Charakter setzen. Die Kürbissuppe im Oktober und Spargelcrème im Juni servieren und nicht umgekehrt.

Wo haben Sie Ihre letzten Sommerferien verbracht? Reifer: Auf einem Berg, 25 Kilometer von Brixen weg. Wir sind mit dem ÖV dorthin gefahren, zumindest bis an den Fuss des Berges. Dann hat uns ein Auto hinaufgebracht – wir hatten einfach zu viel Gepäck zum Schleppen. BIOGRAFIE Günther Reifer ist Mitbegründer des Terra-Institutes in Brixen, das Unternehmen in Sachen Nachhaltigkeit berät und den Kongress «Think More About» im Kloster Neustift mitorganisiert.


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SÜDTIROL AKTUELL

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KUNSTSTÜCKE Handwerk spielte eine wichtige Rolle im bäuerlichen Leben. Ganz besonders in den Wintermonaten wurde die Stube zur Werkstatt. Um das fast vergessene Wissen wieder zu beleben, hat sich «Roter Hahn», die Organisation für Urlaub auf dem Bauernhof des Südtiroler Bauernbundes (SBB), auf die Suche nach Traditionellem aus Holz, Wolle & Co. gemacht. www.roterhahn.it/de/handwerk

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KLIMAPIONIER Dass Weinbauern mit der Natur leben, ist nicht neu. Aber dass sie es so konsequent tun wie auf dem Weingut Pfitscher in Montan, das ist jetzt zertifiziert und bestätigt: Als erster Betrieb erhielten die Pfitschers für ihr neues, ebenso modernes wie nachhaltiges Gebäude das Prädikat «KlimaHaus Wine». Damit wird ihr besonders schonender Umgang mit der Umwelt ausgezeichnet. www.pfitscher.it

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EVA VERFÜHRT Mitten im Vinschgau, im Herzen des Apfellandes und der Ortschaft Latsch, steht ein uralter Wehrturm, schön und schonend restauriert. Hier kultivieren drei Generationen Oberhofer die Vinschgauer Apfeltradition. EVA heissen ihre wunderbaren Bioapfelsäfte: eine köstliche Verführung, bei deren Genuss – anders als in der Bibel – auch keine Vertreibung aus dem Paradies droht. www.eva-bio.com

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GRÜNER TREND In diesem Namen steckt alles drin: die Rebellion gegen eine Mode, die sich nicht um die Herkunft ihrer Rohstoffe kümmert, «Bello», das Schöne, und «re», die Rückbesinnung auf das Echte, das in der Mode oft verloren geht. Drei junge Südtiroler haben das grüne Modelabel gegründet und verkaufen ihre Produkte bereits bis nach Deutschland und in die Niederlande. www.re-bello.it

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AUSGEZEICHNET Auf der verkehrsfreien Seite des idyllischen Kalterer Sees liegt das Seehotel Ambach: 40 Jahre jung und unlängst zum «historischen Gastbetrieb des Jahres» erkürt worden. Othmar Barth, der 2010 verstorbene Meister der Südtiroler Moderne, habe mit dem Seehotel ein Stück Architekturgeschichte geschrieben, das Haus verbinde Natur und Architektur auf einzigartige Weise, so die Laudatio. www.seehotel-ambach.com


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G ENI E S S E N T E E S T U BE

HIGH NOON IN DER TEESTUBE

TEXT: Michael Lütscher FOTOS: Alex Filz

Wo die Grosseltern einst frisches Brot buken, zaubert heute Daniela Comploj Kuchen und Torten aus ihrer Backstube, die scharfe wie süsse Herzen höher schlagen lassen. Pünktlich um 12 Uhr mittags geht das Paradies auf. Ein Buffet mit zehn verschiedenen Kuchen und Torten ist die Hauptattraktion der Villa Frainela in Wolkenstein. Da locken beispielsweise ein Apfel-Topfen-Kuchen oder ein Schoko-Mandel-Ring. Auf der Schiefertafel steht das Salzige: eine Quiche mit Zucchini, Schinken und Brie. Und dann die Suppen und die Salate und die dickflüssige heisse Schokolade… Am besten, man kommt gleich als Gruppe vorbei, dann kann man alle ausprobieren. Bitte nicht vergessen: das selbstgemachte Glacé. Jeden Morgen steht Daniela Comploj, eine energische Frau mit wachem Blick, in ihrer Backstube: um fünf oder halb sechs Uhr im Sommer, um halb vier Uhr in der Höchstsaison um Weihnachten. Bis um halb acht bäckt sie die «schmackhaften» Sachen, wie sie die salzigen Wähen und Kuchen nennt. Um halb elf sind auch die zarten Süssen fertig – rechtzeitig für die Öffnung des Lokals um punkt zwölf. Einladend sieht es aus, alte Holzmöbel dominieren den alten Teil, helles Holz und Glas den neuen Anbau, in dem das Office und die Theke untergebracht sind. Der Neubau ist das Erstlingswerk des mittlerweile bekannten Architekten Rudolf Perathoner aus Wolkenstein. Die Einrichtung gestaltete die Hausherrin als Autodidaktin. So, wie sie 1990 das Lokal startete, einfach mit dem Wissen einer Hobbyköchin und der Bestimmung im Blut: Ihr Vater war Konditor, der Grossvater Bäcker. Und die nach einer Wiese getaufte Villa Frainela ist das Werk des Grossvaters ihres Mannes, des renommierten Bergführers Hermann Comploj.

Einfach ein Ort für Gäste sollte es sein. «Ich wollte und will das anbieten, was ich meiner Familie und meinen Freunden auftischen würde», sagt Daniela Comploj. «Ah, du eröffnest eine Sala da Té», sagte ihr eine Freundin. Seither nennt Comploj ihr Lokal Teestube. Und der Tee ist neben den Backwaren die zweite Attraktion des Hauses. 44 Sorten stehen auf der Karte. Comploj zieht zwei Schubladen auf der Rückseite der Theke auf: Fach an Fach liegen da die getrockneten Blätter – aus Indien, Sri Lanka und von den Südtiroler Alpen. WEITERE INFOS Villa Frainela Strasse Dantercepies 66 I-39048 Wolkenstein Tel. 0039 0471 794339 www.villafrainela.it


T E E S T U BE GENIES S E N

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REZEPT FÜR DANIELA COMPLOJ´S SCHOKO-MANDEL-RING Ringform 25 cm Durchmesser FÜR DEN RÜHRTEIG: 200 g Bitterschokolade aus Belgien, 50 % Kakaoanteil 180 g Zucker 3 Eigelb 5 Eiweiss 180 g Butter 100 g fein geriebene Mandeln 40 g Kartoffelmehl 30 g Vanillezucker Saft einer halben Zitrone 1 Prise Salz FÜR DEN SCHOKOLADENGUSS: 50 g Schokolade ¼ dl Rahm AUSSERDEM: 25 g Mandelscheiben Die Schokolade im Backofen schmelzen. Den Zucker mit dem Eigelb schaumig rühren. Das Eiweiss steif schlagen. Die weiche Butter zu der Eigelb-ZuckerMischung beifügen. Die geschmolzene Schokolade und den Saft der Zitrone ebenso dazugeben und die Mischung gut verrühren. Nun das Eiweiss unter die Schokoladenmischung heben. Die geriebenen Mandeln, das Kartoffelmehl, Vanillezucker und Salz beimengen. Den Ring mit Butter einfetten und mit Kartoffelmehl bestäuben. Die Mandeln auf den Tortenboden geben. Die Schokoladenmasse beifügen und bei 170 Grad etwa 40 Minuten backen. Den Schoko-Mandel-Kuchen erkalten lassen, auf einen Tortenteller stürzen und mit dem Schokoladenguss dekorieren.


FABRIZIO CUCCHIARO, CHEFKOCH GOURMETHÜTTE COMICI, WOLKENSTEIN «Eine unserer Spezialitäten hier oben ist ein Risotto aus zwölf Kräutern. Ohne Kräuter läuft in meiner Küche gar nichts. Und drum war es klar, dass wir einen Kräutergarten brauchten. Es ist der höchste Kräutergarten Südtirols und mittlerweile eine Attraktion. Nur mit einheimischen Pflänzchen bestückt, selbstverständlich alle essbar.»


K R Ä U T E RG Ä RT E N GESICH T E R

WO FÜR ALLES EIN KRAUT WÄCHST

TEXT: Gaby Labhart FOTOS: Alex Filz

Einer kann ohne Kräuter nicht kochen und hat es drum auch nicht lassen können, auf 2154 Metern alpiner Höhe einen Kräutergarten anzulegen. Die andern machen Wiesenkräuter zu den Stars ihrer Anwendungen. Die dritten bauen ihren Kräutern ein Schlösschen. Alle drei sind Quereinsteiger.

Fabrizio Cucchiaro, ein paar Jährchen über 50, ist an der Adria aufgewachsen. Mit Kräutern. «Wir waren eine Familie von Gemüsevertilgern, wir waren nicht reich.» Er hat schon bei seiner Mutter gelernt, wie man mit Kräutern kocht, auch mit wilden wie Brennnesseln. Cucchiaro ist seit Jahren für die Küche der Comicihütte im Schatten des mächtigen Langkofels verantwortlich. Hier assen schon Staatspräsidenten, Skilegenden, Motorsporthelden. Alle an der Wand verewigt. Die Comicihütte ist eine der exquisitesten Einkehrdestinationen der Dolomiten für Wanderer und Skifahrer. Ein Lieblingskräutchen hat der Küchenchef nicht, ist aber mit Exoten sehr vorsichtig, und Koriander mag er nicht. Viel zu dominant. Auch Maria Kompatscher pflegt lieber das Milde als das Wuchtige. Die Inhaberin des traditionsreichen Hotels Heubad in Völs am Schlern gilt als Pionierin des «Heubadls», sie hat es aus der urchigen Gruppendynamik befreit und in die Moderne geführt. Seit Generationen haben sich die Kompatschers mit dem heilsamen Heubaden beschäftigt. Ihr Rohstoff kommt von ungedüngten Wiesen rund um die Murmeltierhütte unterhalb des Plattkofels aus luftiger Höhe. «Unser Bergheu»,

sagt Maria Kompatscher, die gelernte Masseurin, «wird einmal geschnitten, zur Zeit der Blüte, es beinhaltet über 40 verschiedene Arten von Gräsern und Blumen und Blattpflanzen». Speik, Quecke, Lolch und Schwingel sind auch darunter. Man versteht kein Wort, aber legt sich begeistert hinein. Kräuter für alle Lebenslagen bieten die Gluderers in Goldrain im Vinschgau an. In ihrem sonnengelben Kräuterschlössl und drum herum dreht sich schon in dritter Generation alles um Kräuter und «nach den strengsten Biovorschriften», sagt Annemarie Gluderer, 53, auch schon als «Mutti Natur» bezeichnet, was sie mit ihrem grossen Lachen locker wegsteckt. Die ehemalige Sekretärin ist eine Freundin von Edelweiss, dessen Schlichtheit und Anmut sie bewundert. Und aus dem sie eine Gesichtscrème macht, die Fältchen wegzaubert.

WEITERE INFOS www.rifugiocomici.com www.hotelheubad.com www.kraeuterschloessl.it

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MARIA KOMPATSCHER, HOTEL HEUBAD, VÖLS AM SCHLERN «Wenn man es nicht versteht, auf die Natur zu hören, geht es nicht. Vielleicht ist es eine Begabung, aber es muss aus dem Bauch heraus geschehen. Ich bin ein naturnaher Mensch. Bei uns spielt das Heu eine Hauptrolle und das seit 110 Jahren. Darauf sind wir stolz. Ja, wir pflegen unser Heu, trocknen und lagern es behutsam. Alles braucht Hingabe.»


ANNEMARIE GLUDERER, KRÄUTERSCHLÖSSL, GOLDRAIN «Mitten im Vinschgau, im Tal der Äpfel, ein Kräuterschlössl zu bauen und sich mit essbaren Blumen, Gewürzsalzen und Naturkosmetik zu beschäftigen, wird gerne etwas belächelt. Wir sind dann halt die Närrischen. Aber mit Erfolg! Für uns ist es der schönste Arbeitsplatz der Welt: in der freien Natur, umgeben von Düften und Farben.»

RU BRIK E N TIT E L


DAS WANDERN IST DER MÄNNER LUST

TEXT: Christina Gubler FOTOS: Alex Filz

Auf der Männerwallfahrt der Gadertaler nach Säben soll es besinnlich zugehen – und sinnlich. Eine Wanderung zwischen Dichtung und Wahrheit. Zanser Alm

Kreuzjoch

Pares Alm


GADERTALER MÄNNERWALLFAHRT Kreuzjoch

Zanser Alm Pares Alm

0 km

4.2 km

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Strecke:

8.4 km

Höhenmeter:

683 m

Attraktionen:

6

Bussfaktor:

4

Bartholomäus Borstel betet. Ganz in sich versunken lässt er den Rosenkranz durch die Finger gleiten. Gottseidank. So nimmt er unser Getuschel nicht wahr – und sich später die Mühe, mit uns auf Deutsch radezubrechen, als wir ihn vor der Heilig-Kreuz-Kirche auf die Männerwallfahrt der Gadertaler hierher nach Säben ansprechen. In jungen Jahren sei er selber oft mitgepilgert, erfahren wir von dem 82-Jährigen aus Wengen, einer der fünf Gadertaler Gemeinden, in denen noch Ladinisch gesprochen wird. Seit er einen Unfall überlebt habe, komme er wieder regelmässig, um vor dem verehrten Kruzifix zu danken. Allein. Und nicht auf Schusters Rappen, sondern mit dem Bus. Verständlicherweise. Der Fussweg vom Gadertal über die Jöcher und durchs Villnösstal bis Klausen und hinauf auf den Heiligen Berg des Benediktinerinnenklosters Säben ist gut 50 Kilometer lang und beschwerlich. Viel Asphalttreten. Auch wir haben ihn deshalb auf die einfache Tour gemacht, respektive für unsere Wanderung auf den Spuren der Männerwallfahrt das schönste Teilstück herausgepflückt. Unser Ausgangspunkt: der Parkplatz bei der Alm Pares oberhalb von St. Martin in Thurn. Hier, am Eingang des Naturparks Puez-Geisler, pflegen die Wallfahrer aus dem Obergadertal, die bereits in den frühen Morgenstunden Haus und Hof verlassen, kurz zu rasten. Wir stiefeln sofort los. Die Route folgt fast durchwegs einem Schottersträsschen und führt durch eine grüne, südlich durch die grauen Flanken des Puez-Massivs begrenzte Almlandschaft. Am Schluss schnauft man steil hinauf aufs Kreuzjoch, wo sich der Blick Richtung Villnösstal öffnet. Der Abstieg am Fusse der markanten Geisler-Spitzen zur Zanser Alm, unserem Ziel, gestaltet sich wiederum sehr komfortabel. Es ist offensichtlich: Der Pfad wurde für die Männerwallfahrt gut ausgebaut. Alle drei Jahre, meist im Juni und das nächste Mal 2015 findet sie statt

– und wohl auch im Zuge des allgemeinen Pilgerbooms erfreut sich der dreitägige Kreuzgang immer grösserer Beliebtheit. Weit mehr als tausend Gadertaler, Väter wie Söhne, schliessen sich jeweils singend und betend dem rituellen Umzug an. Um innere Einkehr zu finden. Und der Geselligkeit wegen. Die Stunde für letztere naht, wenn die Obergadertaler am späten Nachmittag unten im Villnösstal bei der Kirche St. Magdalena auf die Untergadertaler treffen, die über das Würzjoch anmarschiert sind. Die Kolonne strebt nun dem Hauptort St. Peter zu, wo nach einer Messe im brechend vollen «Dom der Dolomiten» Quartier in Hotels und unter privaten Dächern bezogen und zum gemütlichen Teil übergegangen wird. Da geht es scheinbar lustig zu, weshalb die Priester «in diskreter Form einen abendlichen Rundgang durch die

Ein Wallfahrer am Ziel: Bartholomäus Borstel in der Heiligkreuzkirche auf Kloster Säben


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U N T E RW E GS M Ä N N E R WA LLFA H RT

Hält Ausschau nach Pilgern: Eine Nonne auf Kloster Säben.

Gaststätten der Gemeinde unternehmen, um etwas Kontrolle über den Durstpegel der Wallfahrer zu haben», wie der Südtiroler Sprachforscher und Historiker Lois Craffonara in seinem Buch «Jì en Jeunn» berichtet. Nicht verbürgt ist hingegen, dass in Villnöss neun Monate nach dem Besuch der Gadertaler die Geburtenrate wundersam ansteigt. Klaus Messner, Direktor des Tourismusvereins Villnöss, dementiert dieses Gerücht entschieden: «Alles ganz anders.» In den Anfängen der Wallfahrt im späten Mittelalter seien die Gadertalerinnen mitgepilgert und oft zu zweit heimgekehrt. Deshalb zögen die Gadertaler nur noch alleine los. «Ich weiss jedoch nicht», so Messner verschmitzt, «was unsere Männer machen, wenn die drüben sturmfrei haben». Solche Hintergedanken liegen den Säbener Benediktinerinnen fern. «Für uns sind die Tage der Ladinerwallfahrt gewiss ein Höhepunkt des Jahres», hält Schwester Marcellina Pustet im Bildband «Nach Säben» unverfänglich fest. Die Nonnen schmücken die Pilgerkreuze am Klosterberg mit Rosensträusschen und schneiden unzählige Buchsbaumzweige, die die Pilger auf den Hut oder an den Rucksack stecken, wenn sie sich nach der Messe in der Heilig-Kreuz-Kirche auf den Rückweg machen. Früher haben die Klosterfrauen die Gadertaler zudem mit Getränken versorgt. Das übernehmen heute die Dorf bewohner unten in Klausen. Dort treffen wir erneut auf Bartholomäus Borstel. Er sitzt vor einem Restaurant und prostet uns vergnügt zu mit einem Glas Bier.

WALLFAHRTEN IM SÜDTIROL KLOSTER MARIA WEISSENSTEIN Vor fast 500 Jahren liess Bergbauer Weissensteiner nach einer Marienerscheinung bei Petersberg in Deutschnofen eine Kapelle errichten. Heute erhebt sich dort auf grüner Wiese das Kloster Maria Weissenstein mit barocker Kirche, Südtirols bedeutendster Wallfahrtsort. Der historische Pilgerweg führt von Leifers südlich von Bozen zum Kirchlein Peterköfele (hier herrliche Aussicht übers Etschtal), dann das Brantental entlang. Er ist waldig, dafür bei heissem Wetter schön schattig. Strecke:

10 km

Höhenmeter:

1280 m

Attraktionen:

6

Bussfaktor:

4

JAKOBSWEG SÜDTIROL Gehört zum europäischen Wegnetz, auf dem Kreuzgänger Richtung Santiago de Compostela pilgern. Die abwechslungsreiche Mehrtageswanderung zieht sich von Winneberg im Hochpustertal hinunter via Innichen und Bruneck bis Franzensfeste und wieder hinauf auf den Brennerpass. Natürlich lassen sich auch einzelne Etappen bestreiten. Strecke:

130 km

Höhenmeter:

2700 m

Attraktionen:

5

Bussfaktor:

6

WALLFAHRTSKIRCHE RIFFIAN, PASSEIERTAL Einst gingen Bauern aus Riffian einem Licht in der Passer nach, fanden so das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter Gottes und bauten ihm eine Kapelle. Das Bild schmückt heute den Hochaltar in der schönen barocken Kirche nebenan, ein eindrucksvoller Kreuzweg führt zu dem Heiligtum. Strecke:

2.5 km

Höhenmeter:

130 m

Attraktionen:

6

Bussfaktor:

2


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SCHWEIZ – SÜDTIROL RETOUR Das Südtirol ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln gut erreichbar. Mit Schweizer ÖV (den SBB, der Rhätischen Bahn, dem Schweizer Postauto) und der modernen Vinschgerbahn im Südtirol gelangen Sie bequem ans Ziel. Von Landquart fahren Sie per Bahn nach Zernez und im Postauto über den Ofenpass nach Mals zur Vinschgerbahn. Die Bahn bringt Sie in rund fünfviertel Stunden nach Meran. An den bedienten SBB-Schal tern können die Tickets von der Schweiz aus direkt gelöst werden. Ihre besten Verbindungen ins Südtirol finden Sie unter www.suedtirolmagazin.ch Fahrpläne unter www.sbb.ch, www.rhb.ch, www.sii.bz.it www.vinschgerbahn.it

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2. – 10. PREIS Mobilcards für zwei Personen und sieben Tage. Gültigkeit frei wählbar. Mit einem einzigen Ticket durchs Südtirol: Mit der Mobilcard können Sie alle öffentlichen Verkehrsmittel des Südtiroler Verkehrsbundes an sieben aufeinander folgenden Tagen im ganzen Südtirol unbegrenzt nutzen. Wenn Sie in der Schweiz wohnen und volljährig sind, geben Sie einfach bis zum 31.06.2014 das Lösungswort auf der Website des Magazins ein. Die Preise werden unter den richtigen Einsendungen ausgelost. Wie üblich ist der Rechtsweg ausgeschlossen, und es findet keine Korrespondenz über das Gewinnspiel statt. Die Gewinner werden direkt benachrichtigt.

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1. PREIS Ein Wochenende für 2 Personen mit Halbpension im Sporthotel Monte Pana ****, welches sich auf dem sonnigen Hochplateau Monte Pana (1600 Höhenmeter) inmitten grüner Wiesen und Wälder befindet. Die schönsten Wanderwege führen direkt vom Hotel in die atemberaubende Bergkulisse der Dolomiten. Im Wellnessbereich können Sie nach einem aktiven Wandertag Ruhe und Erholung geniessen. Im Wert von ca. Fr. 1000.– www.montepana.it

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Spezieller Freitag der Südtiroler Gemeinwohlhotels. o2 Ladinisch: rot. o3 Berg der Dolomiten. o4 Königin der Backstube. o5 Pass mit Blick aufs Villnösstal. o6 Trainer von Elena Runggaldier. o7 Hausgemachte Wurst.

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G ENI E S S E N W E IN

EIN STÜCK WELTUND WEINGESCHICHTE

TEXT: Andreas Keller FOTOS: Alex Filz

Seit mehr als hundert Jahren hält die Zürcher Weinimportfamilie Vogel trotz Kriegen und Krisen dem Südtiroler Wein die Treue. «Für mich war dies die erste St. Magdalener-Vertikalverkostung. Ich habe so in dieser Art und Weise noch keine gemacht, und ich bin begeistert, weil ich mir nicht vorgestellt hätte, dass der Jahrgang 1964 in noch so perfektem Zustand ist», meinte Helmuth Köcher, Chef des Merano Wine Festival, und Paul Zandanell, Marketingleiter der Export Organisation Südtirol und Vizepräsident der Sommeliervereinigung Südtirol, doppelte nach: «Es war sensationell. Vor allem der Magdalener 1964 hat mich wirklich vom Stuhl gerissen.» Verkostet wurden bei der denkwürdigen Degustation im Weingut Hans Rottensteiner in Bozen 13 Jahrgänge des St. Magdaleners Premstallerhof, der sich seit 1962 in den Händen der Familie Vogel befindet.

Marco und Gertrud Vogel heute.

Seit 2002 wird der hoch über dem pittoresken Kirchlein von St. Magdalena bei Bozen gelegene Hof von Seniorchef Marco Vogels Frau Gertrud selbst bewirtschaftet und dabei auf biodynamischen Anbau umgestellt. «Die Rottensteiners geben dann ihr Bestes, um aus den Trauben jedes Jahr einen der besten St. Magdalener überhaupt zu gewinnen», schreibt der seit 2007 voll im Geschäft integrierte Sohn Sebastian auf der von ihm sorgfältig gepflegten Webseite. Die über fünfzig Jahre alte südtirolisch-schweizerische Kooperation auf dem Premstallerhof ist tatsächlich eine einzigartige Erfolgsgeschichte, wie die Vertikalverkostung aufzeigte. Doch die ganze Geschichte der «Weinvögel» ist eigentlich mehr als doppelt so alt. Begonnen hat alles mit Grossvater Oskar, wie uns Marco Vogel in seiner gemütlichen Tiroler Stube an der Weinbergstrasse (!) in Zürich bei Speck, Brot und Wein erzählt. Der 1877 im vorarlbergischen Hohenems geborene Oskar Vogel arbeitete nach dem Abschluss der Handelsschule in St. Gallen zuerst in einer Holzhandlung in Banja Luka (heute Bosnien-Herzegowina). Darauf war er bei einem Onkel in einer Weinhandlung in Mezzolombardo (heute Provinz Trento) tätig. Nach einigen Jahren in diesem Betrieb, wo er vielfältige Kontakte mit der damaligen Tiroler Weinwirtschaft knüpfen konnte, übernahm er 1907 die Schweizer Vertretung der Bozner Weinhandelsfirma Cembran und liess sich zwei Jahre später mit Frau Irma und Sohn Georg in Buchs SG nieder. Vergessen wir nicht, dass zu dieser Zeit noch Kaiser Franz Joseph an der Macht war und ganz Tirol, also Nord-, Ost- und Südtirol mit dem italienischsprachigen Welschtirol, aber auch einzelne Balkanstaaten zur Doppelmonarchie Österreich-Ungarn gehörten. Oskar Vogel bewegte sich also stets im riesigen Reich der Habsburger, das erst nach dem 1. Weltkrieg endgültig unterging, und was seine Kunden in der Schweiz tranken, war österreichischer Wein. Bis zum Kriegsende funktionierte der Bahntransport auf der Brenner-ArlbergLinie erstaunlich gut. Da Liechtenstein damals österreichisches Zollgebiet war, wurden insbesondere die


W E IN GENIES S E N

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ENTDECKEN SIE DIE SPITZENWEINE DES PREMSTALLERHOFS UND DES WEINGUTES HANS ROTTENSTEINER 1 Weissburgunder Carnol 2013, Südtirol-Alto Adige DOC

Familie Vogel damals (v.l.n.r.): Oskar, Georg und Marco bei der Einweihung der neuen Kesselwagen, Buchs SG 1947. Sausertrauben dort gepresst und der Most anschliessend zur Verzollung in die Lagerkeller der SBB in Buchs gebracht. 1924 zog die Familie Vogel an ihren heutigen Wohnort in Zürich, und damit beginnt eine neue Ära. Trotz der Wirtschaftskrise wurde der nunmehr italienische Tiroler Wein in der Deutschschweiz immer beliebter. 1934 gründete Georg Vogel auf Anraten seines Vaters eine eigene Weinimportfirma in Zürich. Doch dann kam der 2. Weltkrieg und legte ab 1943 den Güterverkehr zwischen dem Südtirol und der Schweiz lahm. Georg Vogel wusste sich zu helfen und fuhr 1944, als der Bahnverkehr im Rhonetal nach dem Rückzug der Deutschen wieder ins Rollen kam, ins südfranzösische Sète, wo er einen ganzen Eisenbahnzug mit Wein aus Algerien aufkaufte. Ein Jahr später war es dann auch wieder möglich, Wein aus dem Südtirol zu importieren. Die Nachkriegszeit ist geprägt vom Boom des Südtiroler Vernatschs in den 1950er- und dessen Krise in den 1980erJahren . Mit letzterer wurde Georg und Irma Vogels Sohn Marco, der 1969 ins väterliche Geschäft eingestiegen war, hart konfrontiert. Nachdem eine ganze Generation von Schweizern Kalterer und Magdalener in rauen Mengen getrunken hatte, brach der Markt plötzlich ein. Offensichtlich entsprach der unkomplizierte Wein nicht mehr dem Zeitgeist. Doch Marco blieb dem Südtirol treu. Er kämpfte oft allein auf weiter Flur für ein Stück flüssiges Kulturgut, das zeitweise unterzugehen drohte. Es ist ihm und seiner Familie zu gönnen, dass ihr Lebenswerk nach über vierzig Jahren harter Arbeit endlich die verdiente Anerkennung findet.

ÜBER 50 JAHRE SÜDTIROLISCHSCHWEIZERISCHE KOOPERATION: EINZIGARTIG.

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2 St. Magdalener Classico Premstallerhof 2013 Südtirol-Alto Adige St. Magdalener DOC (Vernatsch, Lagrein). Mittleres, jugendliches Rot; Aromen von roten Beeren, Amarenakirschen, Mandeln; mittelgewichtig, präsente Säure, feines, strenges Tannin; frischer, süffiger Wein. 16,5 Punkte Spezialpreis Fr. 63.– pro Sechserkarton (statt Fr. 78.60), zuzüglich Versandkosten

3 Select Prem 2012, Vigneti delle Dolomiti Rosso IGT (Vernatsch, Lagrein). Dunkleres, jugendliches Rot; Aromen von dunklen Beeren und Steinfrüchten, Lakritze; mittelgewichtig, saftige Säure, kräftiges, gut integriertes Tannin, lang; strenger, charaktervoller Wein. 17 Punkte Spezialpreis Fr. 84.60 pro Sechserkarton (statt Fr. 105.60), zuzüglich Versandkosten Probierangebot Sechserkarton mit je zwei Flaschen der drei Weine Spezialpreis Fr. 71.90 (statt Fr. 89.80), zuzüglich Versandkosten Bestellen bei Georg Vogel Weine, Weinbergstrasse 69, 8006 Zürich, Tel. 044 362 36 50, info@weinvogel.ch. Bitte bei Ihrer Bestellung den Vermerk «Südtirol Magazin» angeben. Angebot nur solange Vorrat bis 31. Juli 2014 für Personen ab 18 Jahren in der Schweiz gültig.

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G ES I C HT E R IN T E R V IE W

SCHLUSSPUNKT mit Egon Rusina Moroder, Zeichner, Maler, Suchender Egon Rusina Moroder, ist Gröden Ihre Heimat? Ich bin ein echter Grödner, im Zentrum von St. Ulrich geboren, ja, sicher, das ist meine Heimat. Aber genau genommen habe ich mich immer oben auf dem Berg am wohlsten gefühlt, im Tal ist es mir zu unruhig, zu betriebsam. So gesehen ist eigentlich die Natur meine wahre Heimat. Die Stille, die Ruhe, die Unendlichkeit, ja, auch die Einsamkeit, immer aber auch die Freiheit. Wohin zieht Sie denn Ihre Freiheitsliebe? Ich habe mir einen Platz in der entlegensten und wildesten Gegend von Gröden auf 1900 Meter ausgesucht. Mein Sommerrevier von Mai bis Oktober, das ich mit meinen paar Ziegen und Hühnern teile, liegt im Cuecenes-Gebiet am Fuss des Secedagebirges im Naturpark PuezGeisler. Cueciun heisst auf Ladinisch rot. «Cuecenes» ist das Gebiet, wo die Erde rot ist. Die Farbe kommt vom roten Sandstein. Ja, dort male und zeichne ich, versuche, mich selber zu erkennen, mich in mich zu versenken, damit ich die Welt erkenne. Haben Sie eine Lieblingssaison? Der Winter ist etwas ganz Besonderes, da zeichne ich viel mit dem Bleistift. Vor allem Schnee. Schnee ist der Inbegriff der Vergänglichkeit. Sommer und Herbst sind die Jahreszeiten, in denen ich male, das sind so viele intensive Farben in der Bergwelt: ein sinnliches Erlebnis. Und besonders intensiv sind die Nebeltage im Herbst, wenn diese wunderbare, geheimnisvolle Leere über die Dolomiten zieht. Klingt mystisch! Es ist mystisch, die Natur ist mystisch. Dürfen wir Sie in Ihrem Versteck besuchen? (Lacht herzlich). Sie würden es nie finden! Es gibt keine Hütte weit und breit und keinen markierten Weg dorthin. Die nächste Alm ist Raschötz, sie ist mehr als eine Stunde entfernt. Ab und zu kommt meine Frau vorbei und bringt mir ein paar Lebensmittel. Aber Sie sollten unbedingt auf die Raschötzer Alm oder die Brogles Alm wandern. Beide sind noch erstaunlich unberührt und authentisch, und die Hütten sind offen und laden zur Einkehr.

BIOGRAFIE Egon Rusina Moroder wurde am 15. Juli 1949 in St. Ulrich in Gröden geboren, in der Cësa Rusina, wo schon seine Mutter und seine Grossmutter lebten. Seine Frau und seine Tochter leben in St. Ulrich. Der viel begabte Künstler hat die Holzschnitzkunst erlernt, später Zeichnen studiert. Der kritische Geist ist von seiner ladinischen Heimat geprägt.


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Tradition neu gelebt Manni Nössing Weinbauer, Brixen. Es war Manni Nössing zu wenig, seine reifen Trauben einfach in der Kellerei abzuliefern. Also begann er, selber Wein herzustellen – so, wie er zu ihm passte. Siebzehn gleichgesinnte Bauern machen es wie er. Aus der Idee ist inzwischen eine Erfolgsgeschichte geworden, die zusammenschweisst: jeder für sich und alle gemeinsam.

Mehr von Manni Nössing, weitere Geschichten und Raum für eigene Ideen auf: www.wasunsbewegt.com


Südtirol Magazin Schweiz Sommer 2014