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Die Kunst zum Leben. M AGA Z I N FÜ R E RZG E B I RG ISC H E HA N DWER KS KU N ST AU S GA B E 2 0 1 5 / 2 0 1 6

SCHUTZGEBÜHR 4,50 ¤

Jubiläum: 25 Jahre Kunsthandwerkerverband Klassiker aus dem Erzgebirge Tierisch gut & fein bemalt Das Erzgebirge mit allen Sinnen entdecken


LebensInhalt.

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I N H A LT

LebensBilder. Kaleidoskop

Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freunde der Erzgebirgischen Holzkunst ®,

6

2015

12 Neues aus dem Erzgebirge Von Röhrenfiguren und Schneemann-Iglus

ist für uns ein großes Jahr: Vor 25 Jahren gründeten 17 Unternehmen den Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spiel-

zeughersteller e.V. Heute vertritt er die Interessen von rund 60 Mitgliedsfirmen

und ist im In- und Ausland aktiv. Wie der Verband die Traditionen und Werte der Erzgebirgischen Volkskunst® erhält und welche Vorteile die Verbandsarbeit für

Sie als Käufer unserer Erzeugnisse bringt, lesen Sie auf den Seiten 4/5 und 6 bis 11. Eine tragende Säule der Verbandstätigkeit sind die starken Partner, mit denen wir zusammenarbeiten. Eine wegweisende Kooperation wurde in diesem Jahr be-

kräftigt: In Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband Erzgebirge e.V. präsen-

tieren wir Ihnen im Magazin „Die Kunst zum Leben.“ zukünftig auch touristische Inhalte (Seiten 32 bis 37). Denn das Handwerk im Erzgebirge hat noch mehr zu

bieten als die einzigartige Holzkunst. Folgen Sie uns auf den Spuren der Glockengießer und Räucherkerzenhersteller und entdecken Sie, wie Sie die Handwerks-

kunst des Erzgebirges mit allen Sinnen erleben können! Damit schließt sich ein

Bogen, den wir wohlweislich bereits seit der ersten Ausgabe dieses Magazins im

LebensWert.

25 Jahre Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. 25 Jahre Verband – Werte schützen, Traditionen bewahren, Zukunft gestalten

LebensWandel.

LebensLust.

16 Mit feinem Pinselstrich Wie Ornamente und Muster in meisterlicher Handarbeit entstehen

LebensWerk.

18 Verwandte im Geiste Eine Ausstellung in Dresden zeigt, was die Grünhainichener Engel® mit der Moderne zu tun haben

LebensZeit.

20 Klassiker aus dem Erzgebirge Nussknacker, Pyramiden und Räuchermänner mit langer Tradition

LebensBegleiter.

24 Himmlische Wesen Engel modern und traditionell

LebensErfahrung.

Untertitel gespannt haben: „Die Kunst zum Leben.“ ist Ihr Magazin für Erzgebirgische Handwerkskunst® – in all ihren Facetten.

28 Die Mischung macht’s Martin Buhl-Wagner über die jahrhundertealte Verbindung vom Erzgebirge nach Leipzig

Die berühmte Holzkunst aus dem Erzgebirge steht natürlich auch weiterhin im

30 Hinter den Kulissen Von Krippengestaltern und Figuren mit Herz

LebensWege.

Mittelpunkt dieses Magazins. Freuen Sie sich in dieser Ausgabe auf faszinierende Einblicke in die Kunst des Bemalens, schweben Sie mit den Engeln aus dem Erz-

gebirge in den Deko-Himmel, lernen Sie tierische Erzgebirger kennen und finden

Sie heraus, wie die Schmuckanhänger nicht nur Weihnachtsbäume, sondern auch zarte Damenohren zieren.

LebensPfade.

32 Das Erzgebirge mit allen Sinnen erleben Handwerkern über die Schulter geschaut, Erkundungen per Rad & zu Fuß und wo man im Urlaub drechseln und schnitzen lernt

LebensGestaltung.

Ich danke Ihnen für 25 gemeinsame Jahre und blicke mit Freude in unsere gemeinsame Zukunft!

38 Hübsch geschmückt Bögen zum Selbstgestalten und o(h)rigineller Schmuck – nicht nur für den Weihnachtsbaum

LebensFreude.

40 Tierisch gut Von Rauchschnecken, Faultieren und erzgebirgischen Stubentigern

Mit einem herzlichen Glück auf

LebensForm.

42 Tradition & Form – Preisträger 2015

LebensHunger.

44 Genießen im Erzgebirge Herzhaftes und Süßes aus der Region

Mike Glöckner

LebensPartner.

VORSITZENDER DES VERBANDES ERZGEBIRGISCHER

46 Exklusive Erzeugnisse und Fachgeschäft des Jahres

KUNSTHANDWERKER UND SPIELZEUGHERSTELLER E.V.

LebensTipps.

Nach der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung (von links): Veronika Hiebl (Geschäftsführerin Tourismusverband) und Landrat Frank Vogel (Vorsitzender des Tourismus­verbandes Erzgebirge e.V.) sowie Mike Glöckner (Verbandsvor­sitzender) und Dieter Uhlmann (Geschäfts­führer des Verbandes Erzge­bir­gischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V.).

49 Terminkalender, Gewinnspiel 50 Leserbriefe, Abokarte, Impressum

3


LebensBilder.

Lebensgroße Krippe für den Striezelmarkt 1,80 Meter groß ist Josef, neben ihm sitzt Maria, ebenfalls in Lebensgröße. In minimalistischem Design schmücken die Klassiker von Björn Köhler (s. S. 22) seit 2014 die neue

Riesen-Krippe auf dem Dresdner Striezelmarkt. Dreißig Stunden malte und zeichnete der

Eppendorfer Holzkünstler, um seinen Figuren auch in Lebensgröße den charakteristischen

Ausdruck zu verleihen. Gebaut wurden die Riesen-Figuren, ebenso wie die Bogenkonstruktion der Krippe, von der Erzgebirgischen Holzkunst Gahlenz. 6,10 Meter breit und 2,80 Meter hoch ist die Mega-Krippe – ein wahres Großprojekt!

10 m³ Holz aus dem Schwarzwald wurden extra für die Riesen-Krippe aufbereitet. Trotz teilweise hohl gedrechselter und geböttcherter Körper bringt eine 1,70 Meter große Figur rund 100 Kilo auf die Waage.

Kaleid skop Sonderausstellungen im Spielzeugmuseum Seiffen FASZINIERENDE PERFEKTION „Gesellenstücke im Spielzeugmacherhandwerk“

Meisterstücke/Gesellenstücke der letzten Jahrzehnte Seit 1949 entstehen im Raum Seiffen

Meisterstücke im Spielzeugmacherhand-

werk. Zeitgeist, Modernistisches, Vorlieben

verschiedener Epochen oder gar Experimentelles bestimmen die Eigenart der ausge-

stellten Arbeiten ebenso wie die einmalige Gesamtkonstellation der erzgebirgischen Spielzeugregion.

13. November 2015 bis 20. April 2016

GESPANTES AUS HOLZ Der Holzspan entsteht beim Drechseln oder wird

gezogen und montiert. Die Ausstellung „Gespantes aus

Neuwahlen im Verband

Holz“ zeigt die Vielfalt von Blüten, Bäumen und

Im Juni 2015 wurde der Vorstand des Verbandes Erzgebirgischer

Spänen entsteht.

re wiedergewählt. Bis 2019 werden Mike Glöckner als Vorsitzender,

Schmuck, die in der Erzgebirgischen Holzkunst® aus

22. April 2015 bis 31. Januar 2016

Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. für weitere vier Jah-

Gundolf Berger und Kerstin Drechsel als seine Stellvertreter, Dieter Uhlmann als Verbands­geschäftsführer sowie Thomas Rost, Steffen Lubojanski, Uwe Blank und Gabriele Günther die Geschicke des Verbandes mit Engagement und Sachverstand lenken.

4


LebensBilder.

Best Christmas City(s) Welche deutsche Stadt verzaubert in der Weihnachtszeit mit dem schönsten Flair? Die

Antwort lautet: Dresden! Die Sachsenmetropole ging als Sieger beim deutschlandweiten

Wettbewerb „Best Christmas City“ hervor, der von der Frankfurter Messe „Christmasworld“ 2014 erstmals ausgeschrieben wurde. Dresdens Oberbürgermeister Dirk Hilbert schwärmt: „Wir haben nicht nur den ältesten Weihnachtsmarkt Deutschlands, den Striezelmarkt, zu

bieten. Eine strahlende Lichterkette aus elf thematisch ganz unterschiedlichen Märkten zieht sich durch die gesamte Innenstadt bis auf die andere Elbseite.“

Unter den Gewinnern in vier Kategorien war auch noch eine andere sächsische

Stadt: Chemnitz sicherte sich mit 9.215 Stimmen den Publikumspreis. Das

Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge trägt sowohl in Chemnitz als auch in Dresden wesentlich zum einzigartigen Charme auf den Weihnachtsmärkten bei.

Auf den Spuren alter Glocken Zwischen Seiffen und Deutschneudorf lockt seit Neuestem der erste Glockenwanderweg Deutschlands. Auf einer idyllischen Wanderstrecke von 23 Kilometern erzählen insgesamt 16 Stationen von der Orts- und Kulturgeschichte des Erzgebirges: Feuer­ glocken, Gebetsglocken, Taufglocken, Häuerglocken, Schulglocken, Kunstglocken,

Porzellanglocken – der Glockenwanderweg überrascht mit einer lehrreichen Vielfalt.

Initiator Wolfgang Braun, dessen Holzkunstwerkstatt (s. S. 16) ebenfalls am Wege liegt, hatte die Idee, als die Deutschneudorfer Kirche neue Bronzeglocken bekam. „Was tun

mit den alten, sehr wertvollen Gussstahlglocken von 1869, den ältesten ihrer Art, die in Sachsen noch in Betrieb waren?“, fragte er sich und suchte gezielt nach weiteren

Glockengeschichten in der Umgebung. Auch an der Kapelle am Weg mit einer neu

gegossenen Glocke aus der Kunstgießerei Döhler (s. S. 33) führt der Glockenwanderweg, der übrigens auch gut mit dem Fahrrad zu erkunden ist, vorbei.

Pyramiden in Paris Eine Pyramidenbegegnung der besonderen Art fand im Dezember 2014 in Paris statt: Hier präsentierte sich der Verband zum ersten Mal auf einer Kunsthand-

werksverkaufsmesse im Einkaufszentrum Carousel du Louvre, bei der Sachsen als

Ehrengast dabei war. „An einem Gemeinschaftsstand mit zehn Kunsthandwerkern

aus der Region – darunter Blaudruck aus Aue, Herrnhuter Sterne und Porzellanmaler – boten wir als Verband Erzeugnisse aus der Lehrproduktion sowie weitere

ausgewählte Produkte der Verbandsmitglieder, unter anderem von Wendt & Kühn, an. Die Spanbäume waren am ersten Tag ausverkauft, und auch die traditionellen

Reifentiere waren sehr gefragt“, erzählt Verbandsgeschäftsführer Dieter Uhlmann, der der französischen Ministerin für Handwerk und Tourismus Valérie Fourneyron persönlich einen kleinen Picus überreichte. Auch in Brüssel begeisterten die

Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge – und das bereits zum zehnten Mal. Mehr als 5.000 Brüsseler – das waren noch einmal 1.000 mehr als im Vorjahr – bestaunten

Erzgebirgspyramide trifft Louvre-Pyramide

2014 die Präsentation des Verbandes in der Lobby und im Außenbereich des sächsischen Verbindungsbüros bei der EU.

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LebensWert.

25 Jahre Verband – Werte schützen, Traditionen bewahren, Zukunft gestalten Seit 25 Jahren lenkt und fördert er von Olbernhau aus die Geschicke der Erzgebirgischen Kunsthandwerker: der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. Gemeinsam stark sein und Zeichen des Vertrauens setzen – nach diesem Leitbild werden seit Anbeginn die Interessen der Mitglieder gefördert. Und auch die Käufer können auf jene Werte vertrauen, die der Verband schützt – unter anderem das Warenzeichen „Erzgebirgische Holzkunst®“. In einer Festveranstaltung mit Gästen aus vielen Teilen Deutschlands und bewegenden Momenten feierte der Verband im Mai 2015 sein 25-jähriges Bestehen. Zeit für ein Resümee.

Zeichen des Vertrauens

D

ie Holzkunst ist im Erzgebirge seit Jahrhunderten gewachsen und fest im Leben der Region verwurzelt. Um diese

„Alle Produkte, die vom Verband geschützte Warenzeichen tragen dürfen, sind garantiert vorwiegend in Handarbeit im deutschen Teil des Erzgebirges gefertigt.“ Dieter Uhlmann, Verbandsgeschäftsführer

besondere Stellung zu schützen, macht sich der Verband seit der ersten Stunde stark für Warenzeichen und

Musterschutz. Anerkannte Warenzeichen wie „Erzgebirgische Holz-

kunst®“ und „Erzgebirgisches Kunsthandwerk®“ oder „Erzgebirgischer Nussknacker®“ und „Erzgebirgische Pyramide®“ ließ der Verband

Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. für seine Mitglieder schützen.

„Alle Produkte, die vom Verband geschützte Warenzeichen tragen

dürfen, sind garantiert vorwiegend in Handarbeit im deutschen Teil des Erzgebirges gefertigt“, unterstreicht Verbandsgeschäftsführer Dieter

Uhlmann und ergänzt: „Eine wichtige Grundlage für das Vertrauen, das die Käufer unseren Produkten schenken – und für den hohen Wert der Erzeugnisse, der auch nach vielen Jahren Bestand hat.“ Um diesen Anspruch zu bekräftigen, führt der Verband seit 2007 eine

Zertifizierung durch, bei der alle Hersteller aus dem

Erzgebirge, die den hohen

Anforderungen der Erzgebir-

gischen Holzkunst® genügen,

ihre Produkte als „Zertifiziertes Erzeugnis“ auszeichnen lassen können.

6


LebensWert.

Original statt Plagiat Im Kampf gegen Plagiate, vor allem aus Fernost, rief der Verband 2007 unter anderem die viel beachtete Aktion

„Original statt Plagiat“ ins Leben. Ziel war es, die Verbraucher

für die Vorzüge deutscher Handwerkskunst zu sensibilisieren.

Die Kunst zum Leben. m AgAzi N fü r erzgeb i rgisc h e hAN Dwer kskU Nst AUsgAb e 2012/2013

SCHUTZGEBÜHR 4,50 ¤

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Katrin Huß Moderatorin flirtet mit Picus Feste feiern otipps Erzgebirgs-Dek für jeden Anlass

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Umweltfreundlich & Zukunftssicher:

Ausbildung zum nachhaltigkeit im Erzgebirge cher Holzspielzeugma land Deutsch Eisenbahnromantik & Dynamische Figuren Einmalig in Daserleben Erzgebirge in bewegung Handwerk hautnah Traumengel & Lichterbögen Tipps & Termine

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Rezept-Tipp, Händler & Termine Service rund ums Erzgebirge

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Erstklassiges Image

Dank der vom Verband organisierten deutschlandweiten

Werbekampagnen „Echt Erzgebirge – Holzkunst mit Herz“

(1992–1994) und „Die Kunst zum Leben.“ (2007–2010) wird Holzkunst aus dem Erzgebirge national und international mit Werten wie hohe Qualität aus deutscher Produktion

und geschmackvolle Wohnaccessoires verbunden. Seit 2007 informiert die Kundenzeitschrift des Verbandes, die

ebenfalls den Titel „Die Kunst zum Leben.“ trägt, über

Traditionelles und Neues aus dem Erzgebirgischen Kunsthandwerk®.

Ausbildung zum Holzspielzeugmacher Der Beruf des Holzspielzeugmachers ist heute bundesweit als

Ausbildungsberuf anerkannt. Mit Blick auf die Zukunft ist dies

wohl einer der größten Erfolge der Verbandstätigkeit. Der Verband

verantwortet die Verbundausbildung an der Holzspielzeugmacherund Drechslerschule in Seiffen, einer Einrichtung des Erzgebirgs-

kreises, welche einmalig in ganz Deutschland ist. Seit 1995 wurden hier 328 Holzspielzeugmacher in der Verbundausbildung ausgebildet. Nur an dieser Schule kann man lernen, wie Figuren aus Holz

gedrechselt, geschnitzt, montiert und bemalt werden. Im kommenden Schuljahr werden zwölf junge Menschen die Ausbildung zum Holzspielzeugmacher beginnen – ein schönes Zeichen, dass der

traditionsreiche Beruf wieder auf wachsendes Interesse stößt.

328

holzspielzeugmacher wurden seit 1995 in seiffen ausgebildet.

7


LebensWert.

Gemeinsam stark Die erzgebirgischen Holzkunstfirmen sind zum Großteil kleine

„Gemeinsam können wir viel mehr bewegen, mehr bewirken, als einer allein.“

Handwerksbetriebe, viele davon Familienunternehmen mit wenigen Mitarbeitern. Der Verband fördert und unterstützt die Interessen

seiner Mitglieder. „Gerade deshalb verleiht der Zusammenschluss in einem starken Verband sowohl den einzelnen Firmen als auch der gesamten Branche eine Schlagkraft, die einer allein nie erreichen könnte“, konstatiert der Verbandsvorsitzende Mike Glöckner. Die

geballte Kraft und gesteigerte Wahrnehmung zahlt sich nicht nur bei Messeauftritten, sondern auch bei der Durchsetzung der Verbandsin-

teressen gegenüber Behörden und Wirtschaftspartnern aus. „Darüber

Mike Glöckner, Verbandsvorsitzender

hinaus kann der Verband als wettbewerbsneutrales Organ vieles

bewegen und bewirken, was Einzelfirmen nicht möglich ist“, weiß

Glöckner aus Erfahrung und verweist zum Beispiel auf deutschlandweite Pressearbeit und die Imagekampagnen mit Fördermitteln.

Serie Rauchmänner, Friedmar Gernegroß (ausgezeichnet 2002)

Preisgekröntes Design

Nur wer Traditionen bewahrt und zugleich mit dem Geist der Zeit geht, wird zukunftsfähig sein. Aus

diesem Grund verleiht der Verband seit 1995 den

Designpreis „Tradition & Form“, der herausragende Gestaltungen der Erzgebirgischen Holzkunst® würdigt (s. S. 42/43).

Christi Geburt mit Stall, Björn Köhler (einer der ersten Preisträger 1995)

Gute Partner

Pyramiden alea und sphaera, Frank Günther (ausgezeichnet 2010)

Noch mehr Kraft erhält der Verband durch starke Partnerschaften, die ihn mit führenden Institutionen des Erzgebirges und darüber hinaus in ganz Europa verbinden – und das seit vielen Jahren. Durch die Kooperationsvereinbarung mit dem Tourismusverband Erzgebirge e.V. wird eine breite Vielfalt traditio-

neller Handwerkstechniken mit Liebe bewahrt und belebt. Um den mehr als 70.000 Lesern unseres Magazins diese handwerkliche und touristische

Bandbreite näherzubringen, bereichern ab diesem Jahr auch touristische Themen und Informationen zu anderen Handwerkstechniken die Seiten dieser Zeitschrift.

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LebensWert.

Seasonal Decoration at its best 29. 1. – 2. 2. 2016

Ihr Platz in der 1. Reihe! Schaufenstergestaltung zur Frühjahrs-CADEAUX 2009

Präsentation auf Messen Unter dem Dach des Verbandes stellen die Kunsthandwerker aus dem

Erzgebirge auf den Leitmessen der Branche in Frankfurt und Leipzig aus. Die Fachmesse CADEAUX in Leipzig bietet zweimal im Jahr die weltweit

größte Präsentation Erzgebirgischer Handwerkskunst® und zeigt Händlern aus ganz Deutschland die neuesten Produkte und zeitlose Klassiker aus dem Erzgebirge. Die wichtigsten internationalen Messen für die Ver-

bandsmitglieder sind die Frankfurter Messen Ambiente und Christmas-

Seien Sie dem Wettbewerb einen Schritt voraus: Erleben Sie aktuelle Trends und Top-Aussteller für Ihr Business von morgen auf internationaler Bühne. Starten Sie auf der Weltleitmesse für Dekoration und Festschmuck in ein erfolgreiches Jahr. Mit dem Besten, was die Branche zu bieten hat. Jetzt Tickets sichern: www.christmasworld.messefrankfurt.com

world. Auf letzterer Messe fanden unter anderem von 2004 bis 2008 umfangreiche Sonderpräsentationen statt.

Christmasworld 2005

Sonderschau zur Herbst-CADEAUX 2007

Unterstützung des Handels 1999 rief der Verband den Fachhandelsring Erzgebirgische Volkskunst ins Leben, in dem sich derzeit circa 100 Fach­ händler aus ganz Deutschland zusammengeschlossen

haben. Unter anderem unterstützt der Verband die Mit-

gliedsgeschäfte mit exklusiven Produkten, die nur in den

Geschäften des Fachhandelsrings zu haben sind (s. S. 46).

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LebensWert.

Liebenswertes Maskottchen

Als „Maskottchen“ des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. weckt seit 2007 die kleine grüne

Holzfigur Picus Sympathien. In nunmehr neun Varianten erfreut Picus mittlerweile seine Fans – ob als Wanderer, Holzspielzeugmacher oder Gratulant.

In diesem Jahr gratuliert Picus dem Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. zum 25. Geburtstag.

Als Geschenk hat er eine Torte mit leuchtend roten Erdbeeren mitgebracht. Gerne erscheint der sympathische Botschafter des Erzgebirges auch zu anderen freudigen Anlässen. Ab sofort steht die aktuelle Jahresfigur 2015 in den Geschäften des Fachhandelsrings Erzgebirgische Volkskunst für Sie bereit.

Aktuelle Picus-Pyramide mit zusätzlicher Bestückung (s. S. 47)

1990

Gründung des Verbandes Erz­gebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. — Schutz wichtiger Warenzeichen — Erster Messeauftritt in Frankfurt/Main

10

1992

Erster gemeinsamer Messeauftritt des Verbandes auf der CADEAUX in Leipzig

1992–94 Deutschlandweite Imagekampagne „Echt Erzgebirge – Holzkunst mit Herz“

1995

Beginn der Verbundausbildung an der wiedereröffneten Holzspielzeugmacherund Drechsler­schule in Seiffen — Auslobung des ersten Designpreises „Tradition & Form“ gemeinsam mit dem damaligen Mittleren Erzgebirgskreis — Kooperation mit dem Tourismusverband Erzgebirge e.V.


LebensWert.

Verbandsgeschäftsführer Dieter Uhlmann (1.v.l.) und Vorsitzender Mike Glöckner (1.v.r.) zeichneten Rolf Steinert, Ehrenmitglied und Gründungsvorsitzender des Verbandes von 1990 – 1994 (2.v.r.), Helfried Dietel, Verbandsvorsitzender 1994 – 2003 (3.v.r.), und Gundolf Berger, Geschäftsführer des Verbandes 1990 – 1993 (2.v.l.), für ihre besonderen Verdienste für den Verband aus.

In einer Festveranstaltung mit über 120 Verbandsmitgliedern und Gästen beging der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. am 8. Mai 2015 sein 25-jähriges Jubiläum im Olbernhauer TIVOLI.

„Die Gründung war wichtig und richtig.“

Zahlen & Fakten Aktuell sind

59 Unternehmen Mitglied im Verband.

Der Verband engagiert sich vor allem für

• die Unterstützung und Interessenvertretung seiner Mitglieder

• die Sicherung von Warenzeichen wie „Erzgebirgische Holzkunst®“

Rolf Steinert, erster Vorsitzender des Verbandes

• die Ausbildung junger Holzspielzeugmacher und Drechsler • die Imagewerbung für die Erzgebirgische Volkskunst®

1997

Zusammenarbeit mit der sächsischen Landeshauptstadt Dresden zur Entwicklung des Dresdner Striezelmarktes

1999

Gründung des Fachhandelsrings Erzgebirgische Volkskunst

2002

Erste Auszeichnung für das Fachgeschäft des Jahres

2004

Verband wird ideeller Träger des Bereichs Kunsthandwerk der Leipziger Messe CADEAUX – Sonderschauen zu jeder CADEAUX

2007

Erste Ausgabe des Kundenmagazins „Die Kunst zum Leben.“ — Zertifizierung der Verbandsmitglieder

2007–10

2009

2008

2015

Deutschlandweite Imagekampagne „Die Kunst zum Leben.“

Gründung des Freundeskreises Erzgebirge

Auflage der ersten Picus-Figur als Botschafter des Verbandes

Erweiterte Kooperation mit dem Tourismusverband Erzgebirge e.V.

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LebensWandel.

Neues aus dem Erzgebirge Mit Ideenreichtum und Esprit entwerfen die Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge immer wieder neue Kreationen, die gelebte Traditionen mit frischem Flair beflügeln. Lassen Sie sich von unserer Neuheitenschau inspirieren!

Handwerk hat goldenen Boden

L

iebe zum Handwerk und Liebe zum Detail – bei der Uhrenfertigung sind diese beiden Tugenden besonders eng miteinander verwoben.

„Mit dem neuen Schwibbogen ‚Uhrmacherwerkstatt‘ möchten wir der Tradition des deutschen Handwerks eine Bühne geben“, sagt Gitta

Heider, Inhaberin und kreativer Kopf der Firma RATAGS aus Langenwolmsdorf. „Zum anderen war da der Wunsch, eine Raumdekoration zu gestalten, welche das ganze Jahr genutzt werden kann. Die echte eingebaute Uhr verbindet

Schönes mit Praktischem. In dem Schwibbogen steckt ein hoher Anteil filigraner Handarbeit, da alle Uhren von Hand zusammengebaut werden.“

Kleine Wichtel im Glück

E

ndlich: Die kleinen Wichtel aus der Drechselwerkstatt Uhlig in Aue

bekommen eine Frau! Darauf haben die wuscheligen Gesellen mit dem

weichen Fellbart schon lange gewartet. Und die Damen des Waldes können sich wirklich sehen lassen: Mit ihren langen Zöpfen und dem fröhlichen Lachen im Gesicht sind die

19 Zentimeter großen Mädels nicht nur richtig schick, sondern können auch backen und braten, was das Zeug hält. Es dampft aus

Kochtopf und Bratpfanne, die Pilzfrau sorgt für köstliche Zutaten und die Reisigfrau

sammelt fleißig Brennmaterial, auf dass der Ofen niemals ausgeht. Nun können sich die

20 Zentimeter hohen Wichtelmänner in aller Zufriedenheit zurücklehnen!

12

Wichtel-Mode: Beim Blick in den Kleiderschrank haben die kleinen Wichtelfrauen die Wahl zwischen Natur-Look und grün gebeiztem Rock.


LebensWandel.

Inhaber Steffen Lubojanski serviert leckeren hausgemachten Kuchen und duftenden Kaffee in seinem modernen Café „Am Stern“.

Auf dem SpezialSchwibbogen finden die KWO-Kantenhocker den richtigen Platz. Im Hintergrund: Schwibbogen mit WagnerSchneemännern.

Bühne für  Lieblingsstücke

P

assionierte Sammler kennen das: Sie besitzen die schönsten Figuren – doch wie arrangiert man sie

am besten, so dass jedes Stück optimal zur Geltung kommt? Eine feine Lösung sind die Schwibbögen

von Holzkunst am Stern aus Neukirchen bei Chemnitz. „Ob

Blank-Engel, Wagner-Schneemänner oder auch die Kanten­ hocker von KWO – hier findet jedes Lieblingsstück die

passende Bühne“, weiß Inhaber Steffen Lubojanski. Bei einer Tasse frisch geröstetem Kaffee und selbst gebackenem

Kuchen im hauseigenen Café macht die Auswahl besonders viel Spaß. Neben den Schwibbögen aus eigener Produktion

Unter den zahlreichen Besuchern des Fachge­ schäfts und Cafés „Am Stern“ war im Mai 2015 auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich (Mitte).

bietet das geschmackvolle Fachgeschäft auch eine Riesenauswahl aller führenden Marken des Erzgebirges.

Zum Dahinschmelzen

I

n diesem Jahr feiern die Schneemänner aus der Drechslerei Wagner ihren 20. Geburtstag.

Ein Hoch auf einen modernen Klassiker! Im Rückblick

erzählt ihr „Erfinder“ Volkmar Wagner, wie alles begann:

„Ich erinnere mich an einen alten Zeichentrickfilm aus den 1930er Jahren, den ich als Kind mit Begeisterung schaute. Darin gab es einen Schneemann, der allerhand Unfug

anstellte. Diesen hatte ich vor Augen, als ich meine Schnee-

männer zum Leben erweckte. Für den richtigen Hüftschwung sorgt eine Verbindung aus Kugel und Pfanne, die den

Schneemännern die gewünschte Dynamik verleiht. So können sie Ski fahren, Eis laufen und unzählige Abenteuer erleben.“ Im Jahr 2000 kamen die „Juniors“ dazu – etwas kleiner als die Großen und mit einem tropfenförmigen Körper, mit

variablen Kugelfüßen und einer feschen Bommelmütze. Und kurz darauf bekam der Schneemann dann auch endlich eine Frau. Nun ist die Schneemannfamilie komplett!

Jubiläums-Edition: Mit Wunschzettel und großem Geschenk gratulieren die Schneemänner zum 20-jährigen Jubiläum. Die rote Farbe des Paketes setzt dabei leuchtende Akzente. Zur besonders stimmungsvollen Deko­ ration gibt es extra einen Bogen, der die Schneemänner in Szene setzt.

13


LebensWandel.

25

Innovative  Ideenschmiede jahre

25

Jahre und kein bisschen

leiser – so könnte man das

Erfolgsrezept von Raum- und Tafel-

schmuck Gabriele Günther beschreiben. Seit im Jahr 2000 Sohn Frank in die Firma einstieg, die zunächst mit

traditionellen Laubsägearbeiten und

filigranen Miniaturen begonnen hatte,

sorgte die von ihm entwickelte

moderne Produktlinie zunehmend für Aufsehen. Und so präsentiert die

Ideenschmiede zum 25. Jubiläum

gleich mehrere Neuheiten, die dem besonderen Anspruch an Form und Design aus dem Hause Günther gerecht werden.

Die Namen der Filzflügel-Engel Elisa und Aron sind von den Holzsorten abgeleitet, aus denen sie gefertigt sind: Elsbeere und Ahorn.

Tradition trifft Moderne

Wie aus der alten Tradition des Röhrenbohrens eine völlig neue Figurenserie entstand

I

nspiriert von der alten Technologie des

Holz-Röhrenbohrens von Wasserleitungen

präsentiert sich das neue kavex®-Ensemble von Marita und Michael Näumann, der Galerie für

Holzkunst & Design in Seiffen. Konvex und konkav gewölbte Formen dominieren die Gestaltung der

vorerst acht Figuren: der Krippe mit Josef, Maria und dem Christkind, zwei Geschenke-Kindern, einem

Hirten und zwei Hirtenjungs. Durch die biegsame

Drahtverbindung zwischen Körper und Kopf lassen sich – mit angemessenem Feingefühl – die Hal-

tungen geringfügig verändern. So führt Beweglichkeit zu emotionaler Bewegung. Ergänzt wird das

Ensemble von naturfarbenen, weißen und schwar-

zen Schafen und einer Gruppe von kleinen Fichten.

14

Für die „Kathrinchen-Pyramide“ stand der Pyramiden-Hubschrauber aus dem 2. Teil des Kathrinchen-ZimtsternBuches Pate. Der frei hängende Figurenteller der von oben gelagerten Pyramide ist eine technische Weltneuheit.

Die erste erzgebirgische Spieldose im minimalistisch-modernen Design, bestimmt durch schlichte Formen und Naturhölzer. Der Figurenteller ist bündig mit dem Klangkörper.


LebensWandel.

Zum Kugeln W

o wohnen eigentlich Schneemänner? Natürlich im Iglu! Und wie sieht ein

erzgebirgisches Iglu aus? Natürlich wie ein Schwibbogen! So tummeln sich die lustigen KugelSchneemänner von

Erzgebirgische Volkskunst Zenker aus Seiffen seit Neuestem im LEDbeleuchteten Iglu nach „Schwibbogen-Art“.

Die schneeweißen Figuren mit den roten Möhrennasen gibt es auch als Baumanhänger in der Schneeflocke sitzend.

Die rechts- und linksdrehenden zerlegbaren Pyramiden ARENA

und AREAL vervollständigen das Startsortiment der Serie kavex® und bieten viel Platz für

individuelle figürliche Dekora­ tionen. Eine Bestückung mit Teelichtern, Stumpen- oder

Pyramiden­kerzen ist wahlweise möglich. Alle hölzernen Teile von kavex® sind aus feinem

Ahorn gefertigt, transparent, weiß und schwarz lackiert.

Metall­elemente aus Aluminium kontrastieren und setzen glänzende Akzente.

Mit seiner Konzeption und dem modern-zeitlosen Design setzt der Gestalter Andreas H.

Fleischer vom Designatelier F erneut Impulse im Bereich

hochwertiger Figurenbildnerei.

Anmutig und elegant spielt die Krippe mit dem Licht des Festes.

15


LebensLust.

Mit feinem Pinselstrich Mit geübter Hand und kunstvollem Strich zaubern die Malerinnen in den erzgebirgischen Holzkunstwerkstätten Gesichter und Borten, Ornamente und Muster. Handwerk in Meisterschaft, das Figuren und Objekten Charme und Seele verleiht.

Detailreich verziert

M

it großen Kulleraugen betrachten die

Kinder die originalgetreue Nachbildung

des Freiberger Doms im Klein-Erzgebirge Oederan. Fast wie echt sieht die Fassade

des ehrwürdigen Bauwerks aus, mit hunderten kleinen Steinen, Verzierungen und Ornamenten bemalt. Darin liegt der Reiz der rund 200 Miniaturen: Mit feinem Pinselstrich und viel Liebe zum Detail bemalen die

Volkskünstler des Vereins in erzgebirgischer Tradition nicht nur die „Häusel“, sondern auch die unzähligen

handgeschnitzten Figuren, die den ältesten Miniaturpark der Welt bevölkern.

Mit Liebe zum Detail verziert die gelernte ­Porzellanmalerin Barbara Wetzel die Fassade eines Modells anhand genauer Vorlagen des Originals

Mit Liebe bemalt

„D

as Bemalen von Hand ist für uns ein Herzensthema“, sagt Wolfgang Braun aus Deutschneudorf mit Blick auf seine Frau Elisabeth und die anderen Malerinnen, die seit 30

Jahren in seiner Werkstatt kunstvoll den Pinsel führen. Und

tatsächlich: Die feinste Bemalung ist ein Markenzeichen der Deutschneudorfer. Alte Maltechniken werden mit Liebe erhalten und verfeinert. So

erinnern die filigran ausgestalteten Landschaften auf den „Drehkasteln“ in ihrem Detailreichtum schon fast an die Kunst der Bühnenmalerei.

Inspirierende Neuentwicklungen wie die farbenprächtige Lasurtechnik bei den Regenbogen- und Wolkenengeln ergänzen das Spektrum der anspruchsvollen kleinen Manufaktur.

16


LebensLust.

Malkunst von  höchster Meisterschaft Leuchtende Farben von faszinierendem Tiefgang. Kunstvolle Ornamente in schönster Vollendung. Filigrane Pinselstriche. Die Meisterschaft der Malerei ist eines der unverkennbaren Markenzeichen der Grünhainichener Manufaktur Wendt & Kühn, die in diesem Jahr ihr 100. Jubiläum feiert.

Reich bemalt

Muster aus fast 70 Kreuzen, 400 Blütenblättern und 2.000 Punkten. Die Bemalung der gelben Spandose zeigt ein Film auf www.wendt-kuehn.de.

Ein Meisterwerk der Malkunst: der reich bemalte Engel aus dem Hause

Wendt & Kühn. In mustergetreuer Gestaltung wird der Entwurf aus den 1930er Jahren bis heute unverändert gefertigt. Der Schimmer des Kleides entsteht durch die Lasur, aufgetragen in sechs Schichten und ohne

Trockenzeit, so dass die Töne natürlich ineinander laufen. Erst nach einer Woche bekommt der Rock dann sein detailreiches Dekor. Wie seit eh und

Kunstvolle Ornamente

jeden Tag frisch, damit die Farbe ihre volle Leuchtkraft entfaltet. Um die

kehrt eine Produktgruppe ins Sortiment zurück, die die

je wird die goldene Farbe aus Goldstaub-Puder mit Bronzeöl angemischt – Mittelpunkte ordnet die Malerin über 500 Strahlen an – genau nach Vorlage. Mustertreue mit jedem Pinselstrich.

Die reich bemalten Engel waren Olly Wendts Lieblingsfiguren. Bis zu ihrem letzten Arbeitstag im April 1983 ließ sie es sich nicht nehmen, die Engel selbst zu bemalen.

Anlässlich des 100-jährigen Jubiläums von Wendt & Kühn Anfangsjahre der Grünhainichener Manufaktur prägte:

kunstvoll verzierte Spandosen. Punkt für Punkt, Strich für

Strich werden die filigranen Ornamente von Hand aufgetragen – 2015 genauso präzise und liebevoll wie vor einem Jahrhundert.

Die Muster bestechen in ihrer Vielfalt und Detailtiefe. Das

Kreuzmuster setzt sich aus fast 70 Kreuzen zusammen, über 2.000 Punkte zieren allein die Seitenflächen der großen

Dosen, und die Blumen der gelben Schachtel erblühen aus

über 400 Blütenblättern. Handwerkliche Meisterschaft, die exklusive Einzelstücke entstehen lässt.

6 Farbschichten und mehr als 500 Strahlen Typisch für Olly Wendt ist das üppige Dekor in intensiven Goldtönen – eine Reminiszenz an die baltische Heimat der aus Riga stammenden ­Gestalterin. Die Form des Engels entwarf Grete Wendt.

17


LebensWerk.

E

Verwandte im Geiste

ine Ausstellung der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden wirft anlässlich des 100-jährigen Firmenjubiläums einen völlig neuen Blick auf die weltberühmten Figuren aus der Grünhainichener Manufaktur Wendt & Kühn. Die Erkenntnisse der begleitenden Forschungsarbeit gleichen einer kleinen Revolution: Als Teil der Reformkunst­bewegung spiegelten die beiden Gründerinnen Grete Wendt und Grete Kühn das Konzept der Moderne. Im Gespräch vor Ort erläutern Kuratorin Dr. Cordula Bischoff und Dr. Igor Jenzen, Direktor des Museums für Sächsische Volkskunst in Dresden, was die kindlichen Engel mit moderner Kunst zu tun haben.

Wie beflügelte der Geist der Moderne die Entstehung der kleinen, kindlichen Engel? Igor Jenzen: Der unverstellte kindliche Blick, mit

dem Grete Wendt die Welt ihrer Figuren entwarf, ist – auch wenn es auf den ersten Blick wie ein

Widerspruch erscheint – eine Errungenschaft der Moderne. Das, was wir heute als „Reformkunst“ bezeichnen, hatte in Dresden um die vorletzte

Jahrhundertwende eine wichtige Heimat. Die Stadt war mit München und Berlin ein führendes

Zentrum der Reformkunst. Als Reaktion auf die

damals vorherrschende Kunstrichtung des Historismus brodelte in Dresden eine lebendige Künstlerszene, die dem Althergebrachten neue Ideen

entgegensetzte. In Zeitschriften, Netzwerken,

Ausstellungen sowie an der Kunstgewerbeschule

und an der Kunstakademie wurden in Dresden drei Richtungen der Reformkunst diskutiert: der

Jugendstil, die Moderne, aus der Bauhaus und

Sachlichkeit hervorgingen, und als dritte Sparte die Volkskunst. Grete Wendt und Grete Kühn, die beiden Gründerinnen der Grünhainichener

Werkstätten Wendt & Kühn, waren Teil dieser Bewegung.

Wie kam es, dass die beiden jungen Frauen in Dresden eine geistige Heimat fanden?

Cordula Bischoff: Grete Wendts Vater Albert war der erste Direktor der Grünhainichener Gewerbeschule,

die Ende des 19. Jahrhunderts ebenso wie die Schule in Seiffen auf königlichen Erlass gegründet wurde, um die Spielzeugherstellung im Erzgebirge durch neue Ideen und Methoden konkurrenzfähiger zu

machen. Somit war Albert Wendt ein Kollege Oskar Seyfferts, Professor an der Königlich-Sächsischen

Die Ausstellung zeigt die Breite des frühen Entwurfsspektrums von Wendt & Kühn – von Rauchutensilien über Dosen bis hin zu figürlichen Gestaltungen. „Dass heute vor allem die Engel im Rampenlicht stehen, ist die Entscheidung der Käufer“, konstatiert Igor Jenzen.

18

Kunstgewerbeschule in Dresden und Gründer des Museums für Sächsische Volkskunst. Die beiden standen in regem Briefwechsel und verfolgten

gemeinsame Ziele und Projekte. Oskar Seyffert

kannte Grete Wendt schon als Kind und förderte das Talent der jungen Frau – unter anderem als

Professor an der Dresdner Kunstgewerbeschule, an der Grete Wendt zusammen mit Grete Kühn in der ersten Damenklasse studierte. Grete Kühn war die

Tochter des Dresdner Stadtbaurats Kühn, der unter anderem zusammen mit Karl Schmidt, dem


LebensWerk.

Vorsitzenden des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz, architekturorientiertes

Igor Jenzen: Grete Wendt hatte nichts zu

Reformspielzeug wie Bauernhöfe, Ställe und

tun mit der Rhetorik des Erzgebirges –

erzgebirgische Dörfer entwarf. Albert Wendt

„schroffe Winde, karge Böden, trocken

testete dann in der Grünhainichener

Brot“. Sie verstand sich als Entwerferin.

Gewerbeschule die Herstellbarkeit der

Auch heute gibt es im Erzgebirge

Entwürfe. So schließt sich der Kreis.

Hersteller, die auf der gleichen Basis

Erfolg haben. Sie verstehen sich nicht als bemitleidenswerte „Männelma-

Was veranlasste die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden, eine Ausstellung über Wendt & Kühn ins Programm zu nehmen?

cher“, sondern als Künstler und

Gestalter. Menschen mit eigener

Igor Jenzen: Das Museum für Sächsische

Handschrift werden immer Erfolg haben.

Volkskunst bewahrt und erforscht als Teil der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden den

Was macht Wendt & Kühn bis heute so besonders?

geistigen Nachlass unseres Gründers Oskar

Seyffert. Er war der Erste, der die Volkskunst

aus dem Erzgebirge als solche definierte. Im

Erzgebirge gab es damals lediglich Spielzeughersteller. Dass das, was sie schufen, als

Volkskunst eingeordnet wurde, ist Oskar

Mit den Beerenkindern gewann Grete Wendt 1913 den zweiten Preis beim Wettbewerb des Landesvereins Sächsischer Heimatschutz. Zum 100. Firmenjubiläum sind sie wieder im Sortiment.

Seyffert zu verdanken, der dies als Kunstrichtung im Gegenkonzept zum Historismus

Igor Jenzen: Wendt & Kühn ist es gelungen,

das Geheimnis zu bewahren. Sie waren nie zu „laut“ und haben Wertigkeit und Anspruch

durch Krieg und DDR-Zeit hindurch behütet.

Noch heute fertigt das Unternehmen mustergetreu nach den Originalentwürfen. Das ist

erfand. Die Volkskunst ist also keine Erfin-

Was hat Oskar Seyffert mit seinem Konzept der Volkskunst für das Erzgebirge bewirkt?

einzigartig.

Großstadt.

Konzepts Volkskunst auf die Erzeugnisse des

„Der unverstellte kindliche Blick ist eine Errungenschaft der Moderne.“ Igor Jenzen

dung des Erzgebirges, sie ist ein Kind der

„Es hat uns überrascht, wie viele Sammler es gibt. Das Feedback ist ausschließlich positiv.“ Cordula Bischoff

Igor Jenzen: Durch die Anwendung des

Erzgebirges wertete Oskar Seyffert diese

Produkte auf, ohne etwas daran zu verän-

dern. Wie ein moderner Marketingmanager

hat er der Erzgebirgischen Spielzeugproduk­ tion ein „Branding“ verschafft, von dem die Marke Erzgebirge bis heute profitiert.

Igor Jenzen: Die Geschäftsleitung von

Die Ausstellung betont, dass Wendt & Kühn von zwei Absolventinnen der Dresdner Kunstgewerbeschule gegründet wurde. Inwiefern unterscheidet sich Wendt & Kühn dadurch bis heute von anderen Herstellern aus dem Erzgebirge?

wertvolle Chance eröffnet, in Vorbereitung

in direkter Linie auf das Gedankengut der

Wie erfolgte die Zusammenarbeit mit dem Unternehmen? Wendt & Kühn hat dem Museum die überaus auf das 100-jährige Firmenjubiläum einen

tiefen Blick in das umfangreiche Archiv des

Unternehmens zu werfen. Das Archiv ist wie eine Zeitkapsel, die den Aufbruchgeist der Reformkunst bewahrt.

Cordula Bischoff: Bei der Digitalisierung von Briefen und Fotos, Figuren, Mustern und

Zeichnungen in einer modernen Datenbank

Igor Jenzen: Der Erfolg von Wendt & Kühn ist Reformkunst zurückzuführen. Bis heute

begeistert der unverstellte kindliche Blick der der Kinder. Grete Wendt hat vielleicht am

besten die Ideen von Oskar Seyffert umgesetzt und das Konzept unseres Museums-

gründers in Produkte gegossen. Museum und Unternehmen sind Verwandte im Geiste. Cordula Bischoff: Somit ist die weltweite

der Dresdner Moderne auf die Gestaltungen

wunderbarer Beweis für den Erfolg des

von Wendt & Kühn konnte im Rahmen dieser

Forschungen mit wünschenswerter Deutlichkeit belegt werden.

Cordula Bischoff: Die Besucher entdecken

Wendt & Kühn in einem völlig anderen Licht. Sie erhalten einen Blick hinter die Kulissen

und sehen Dinge, die sie so nie wieder sehen werden. Herausragend ist die einzigartige Zusammenstellung von Objekten und die

Präsentation der Entwürfe vor dem Hinter-

grund der Dresdner Reformkunstbewegung.

Künstlerinnen auf das unbeschwerte Spiel

ergaben sich spannende Querverweise und

überraschende Einsichten. Der starke Einfluss

Warum lohnt es sich, die Ausstellung „100 Jahre Wendt & Kühn – Dresdner Moderne aus dem Erzgebirge“ zu besuchen?

Fangemeinde von Wendt & Kühn auch ein Konzepts der Reformkunst – bis heute. Die

einfachen Formen, leuchtenden Farben und

100 Jahre Wendt & Kühn

Dresdner Moderne aus dem Erzgebirge Ausstellung im Museum für Sächsische Volkskunst Dresden bis 15. November 2015

100 Jahre Wendt & Kühn erleben

Am 3. Oktober 2015 um 11 Uhr öffnen sich in Grünhainichen die Türen der neugestalteten Wendt & Kühn-Welt (fortan täglich von 10 bis 17 Uhr geöffnet). Bis zum 11. Oktober wird der Geburtstag in Grünhainichen und der Figurenwelt in Seiffen gefeiert. Alle Besucher sind herzlich eingeladen.

klar strukturierten Linien sind zeitlos.

19


LebensZeit.

Die Holzkunst ist im Erzgebirge seit Jahrhunderten verwurzelt. In dieser Zeit entwickelte sich ein unerschöpflicher Fundus an Figuren und Ausdrucksformen, von denen viele bis heute das Gesicht der Region prägen. Nussknacker, Pyramiden, Räuchermänner, Krippen und Engel – ohne dieses Kulturgut wäre das Erzgebirge unvorstellbar, nicht nur zur Weihnachtszeit. Wir stellen einige dieser Klassiker in Wort und Bild vor – in traditioneller Form ebenso wie in modernen Interpretationen.

Klassiker

aus dem

In den vergangenen Jahren wurden unter anderem der Schwebeengel von Heiner Stephani und die Striezelkinder der Seiffener Volkskunst eG mit dem Preis für Hervor­ragende Traditionspflege ausgezeichnet. Mit dem traditionellen Schwebe­engel griff Heiner Stephani 2002 eine klassische Figurenserie auf und gestaltete diese nach alten Vorlagen. Die Striezelkinder wurden 1930 von Max Auerbach und Max Schanz nach einem Holzschnitt von Ludwig Richter gestaltet und erhielten auf der Pariser Weltausstellung 1937 eine Goldmedaille. Seit 1966 werden die Striezelkinder unverändert in der ehemaligen PGH und heutigen Seiffener Volkskunst eG produziert.

Weihnachtsmann mit Profil

D

er Gahlenzer Weihnachtsmann wurde in diesem Jahr mit dem

Preis für Hervorragende Traditi-

onspflege beim Gestaltungswett-

bewerb Tradition & Form geehrt. Um für den

Preis nominiert zu werden, muss ein Produkt seit mindestens 30 Jahren und in (fast)

unveränderter Form auf dem Markt sein. Die Weihnachtsmänner aus Gahlenz haben das

geschafft – und sind heute so beliebt wie eh

und je. Besonderes Plus: Aus der Urform, dem Weihnachtsmann-Räuchermann, sind viele weitere Varianten hervorgegangen, die in

verschiedenen Größen und Ausführungen

Schwibbögen und Pyramiden schmücken. Auch als Deko-Objekt macht der rot bemäntelte Klassiker eine gute Figur.

20


LebensZeit.

Faszinierende Lichtspiele

E

nde der 90er Jahre verhalf Holzspielzeugmachermeister Torsten Unger einer alten Tradition aus dem Erzgebirge zu neuem Leben: der Decken­ pyramide. Magisch zieht sie alle Blicke auf sich, wenn sie sich an ihrem

Deckenlager gemächlich um die eigene Achse dreht. Dieses so genannte

„Venetel-Lager“ ist eine uralte, echt erzgebirgische Erfindung. Angetrieben

werden die Pyramiden durch die aufsteigende Wärme der Kerzen oder Teelichte.

Durch die Bewegung wird ein faszinierendes Lichtspiel an die Decke projiziert, das jedem Raum sofort eine ganz besondere weihnachtliche Stimmung verleiht.

Erzgebirge

Unverkennbares Gestaltungsmerkmal aller Unger’schen Deckenpyramiden sind die einzigartigen Holzkettenstäbe, die die Kerzenhalter mit dem Motivteller tragen.

Knackige Klassiker

D

er Nussknacker ist der wohl typischste Vertreter der

Erzgebirgischen Holzkunst®. Ein Großteil der pracht-

vollen Klassiker stammt aus der Seiffener Volkskunst eG, wo die beliebtesten Modelle seit 1958 fast

unverändert nach traditionellen Herstellungsmethoden gefertigt werden. Ein 40 cm hoher Nussknacker besteht aus ca. 35 Teilen,

hergestellt in 150 Arbeitsschritten, größtenteils in Handarbeit. Wie die grimmigen Gesellen montiert werden und mit bemalter

Lackfarbe ihr typisches Aussehen erhalten, können interessierte Besucher in der Seiffener Schauwerkstatt hautnah miterleben.

Der Rote König (2.v.l.) und der Blaue Husar (Mitte) sind seit Jahrzehnten die Publikums­lieblinge.

Der bekannteste Nussknacker: der Polizist aus den 20er-Jahren wird heute noch von der Seiffener Volkskunst eG hergestellt.

Wussten Sie schon, … … warum die Nussknacker immer so grimmig gucken? Als Vertreter der Obrigkeit mussten sie Macht und Größe zeigen. Und der „kleine Mann“ machte sich seinen Spaß daraus, den respekteinflößenden, strengen Typen so manche harte Nuss knacken zu lassen.

NEU AB 2016

12 CCM H HO

21


LebensZeit.

Märchenhaft

S

echs Märchen auf einen Streich: Die

Märchenpyramide von Holzkunst Müller

Klingenthal entführt Kinder und Erwachsene auf eine zauberhafte Entdeckungsreise.

Die charakteristischen Züge jedes Märchens

führten zu der außergewöhnlichen Form: Der

gestiefelte Kater stapft durch die Burg bis in die Stadt, gegenüber vom Rapunzelturm. Auch die

Bremer Stadtmusikanten und Rotkäppchen sind mit von der Partie, während Frau Holle von ganz

oben ihre Betten ausschüttelt. Das 1,54 Meter hohe Kunstwerk entsteht in reiner Handarbeit. Susanne Müller schnitzt alle Märchenfiguren selbst. „Ich liebe Märchen“, sagt sie – und das sieht man!

Kunstvoll schnitzt Susanne Müller aus Klingenthal auch Figuren für traditionelle Lichterbögen.

Klassiker des modernen Designs

M

oderne Klassiker – als solche kann man die Figuren des

reduziert sind und dadurch eine enorme Kraft zum Ausdruck bringen.

Recht bezeichnen. Denn er war es, der den Weg ebnete

Detailreichtum als vom Weglassen lebt. So ausgereift ist seine

Eppendorfer Holzkünstlers Björn Köhler mit Fug und für eine Formensprache, die völlig anders ist als die

traditionellen Gestaltungsgrundsätze der Erzgebirgischen Holzkunst® und doch auf bedachtsame und sehr gekonnte Weise darauf aufbaut. Das bewusste Spiel mit Traditionen, die stilsichere Neuinterpretation,

die den Geist der Zeit trifft und dennoch Zeitloses schafft – Björn Köhler gelingt dies mit minimalistischen Figuren, die auf das Wesentliche

Die Figuren von Björn Köhler sind moderne Klassiker. Mit seiner Krippe setzte der Eppendorfer Meister vor über 20 Jahren ein ausdrucksstarkes Zeichen in der Erzgebirgischen Holzkunst®.

22

Mit diesem Anspruch entwarf er 1991 eine Krippe, die weniger vom

Formensprache, so makellos die Verarbeitung in feinstem Holz, dass

gerade das Wenige eine berauschende Wirkung erzielt – getreu seinem Credo: „Sich auf das Wesen der Dinge konzentrieren.“ Mit seiner Krippe schuf Björn Köhler einen Klassiker, der diesem ehrenvollen Titel schon nach wenigen Jahren gerecht wird. Und der als Wegbereiter des modernen Designs in der Erzgebirgischen Holzkunst® gilt.


LebensZeit.

Gekrönter

Klassiker

E

in großer Klassiker wird 30: die Krönchenpyramide aus dem Hause Kleinkunst aus dem

Erzgebirge Müller in Seiffen. „Mein Vater hat

dieses Design 1985 entworfen“, erzählt Ringo

Müller, in der 4. Generation Inhaber des Seiffener

Familienbetriebes. „Seitdem wurde die Grundform

immer wieder behutsam weiterentwickelt, erfreut sich

aber auch in ihrer ursprünglichen Gestaltung bis heute ungebrochener Beliebtheit.“ Mittlerweile gibt es diese Pyramiden auch elektrisch betrieben und beleuchtet.

Die Krone aus halbierten Ringelementen ist eine traditionelle Überlieferung aus der Volkskunst des Erzgebirges, erinnert aber ebenso an das Kronentor des Dresdner

Zwingers. Das berühmte Bauwerk stand auch Pate für die Zaungestaltung des Pyramidenklassikers.

„Traditionelle Produkte sind bei aller Innovationskraft die Träger unseres Sortiments“, bekräftigt Ringo Müller. „Die

hohe Wertigkeit unserer Produkte manifestiert sich unter anderem in der detailreichen Gestaltung und im Einsatz hochwertiger und zertifizierter Naturhölzer. Ein Anspruch, den unsere Kunden im In- und

Ausland seit Generationen zu schätzen wissen.“

Schwungvoll dreht sich das Leben im Erzgebirge: Die modernisierte Variante des Klassikers lässt typische Seiffener Häuser, Spielzeugmacher und Wintersportler Geschichten aus dem Alltag erzählen.

Traditionelle Gestaltung: Der Klassiker spricht mit zeitlosen Formen und einer dezent abgestimmten Farb­ gebung viele Generationen von Käufern im In- und Ausland an.

23


LebensBegleiter.

Wohl keine andere Figur ist so eng mit dem Erzgebirge verbunden wie der Engel. Als Begleiter des Bergmanns erleuchtet er zur Weihnachtszeit die Fenster des Erzgebirges und sorgt für das einzigartige Strahlen, das in der Adventszeit den gesamten Landstrich in ein geheimnisvolles Licht hüllt. Damit wird der Erzgebirgsengel noch heute seinem Ursprung gerecht: Er entstand vor Hunderten von Jahren, geboren aus der Sehnsucht der Bergleute nach dem Licht. Es heißt, dass der Engel die Frau des Bergmanns verkörpert. Wenn dieser nach langer Schicht aus dem dunklen Schacht, wo er der Erde wertvolle Erze wie Silber, Kobalt oder Zinn abgewann, nach Hause zurückkehrte, erwartete ihn dort – engelsgleich – seine liebende Frau. Sie war für ihn Lichtblick und Hoffnungsschimmer, Hüterin des wärmenden Lichts. In künstlerischer Gestaltung gab er ihr Kerzen, eine Krone und ein edles Kleid. So ist es bis heute geblieben – auch wenn die Kerzen jetzt manchmal elektrisch sind, die Krone ein Blütenkranz oder funkelndes Diadem sein kann, und das Kleid bisweilen ein Faltenrock ist oder die modischen Strömungen der modernen Zeit spiegelt. Für zauberhafte Klänge im Weihnachtshimmel sorgen die kleinen Musikantenengel, die mit unterschiedlichsten Instrumenten ganze Orchester füllen.

Eine Erfolgsgeschichte in Zahlen Kunstgewerbe Frieder & André Uhlig aus Seiffen feiert 120-jähriges Jubiläum

120

Jahre. Familienbetrieb in der 4. Generation, gegründet 1895.

Mehr als 600 verschiedene Engel sind seither entstanden –

stehend, schwebend, sitzend und hängend, 5 bis 9,5 Zentimeter groß, mit blauen oder roten Flügeln oder in Natur. Sie spielen

55 Instrumente, begeistern als Sonderkollektionen mit Stern, Laterne oder Kerze und sind auf Wunsch sogar individualisierbar. Eine himmlische Geschichte!

24

120

jahre


LebensBegleiter.

60 jahre

Ewig junge

S

Engel

echzig Jahre und so jung und frisch wie eh und je: Die Faltenrock­engel aus dem Hause Blank in Grünhainichen feiern in diesem Jahr ihren

60. Geburtstag. Passend zum großen Ereignis erscheint am 30. Oktober 2015 der zeitlich limitierte Jubiläumsengel mit Violine, „MADE

WITH SWAROVSKI ELEMENTS®“. „Schon mein Großvater Georg Bayer hatte bei den naturbelassenen Engeln mit Strasssteinen experimentiert“, erinnert sich Uwe Blank, der die Geschicke der Firma in dritter Generation lenkt. „Daher

kommt übrigens das Loch im Diadem der Engel, hier war von Anfang an ein schmückender Stein vorgesehen.“ Anlässlich des 55. Engelgeburtstages erschien im Jahr 2010 der erste Harfen-Engel „MADE WITH SWAROVSKI

ELEMENTS®“ in Saphirblau, weitere Engel dieser Serie folgten, so der Engel mit Violoncello und der neue Engel mit Violine.

„Den Jubiläumsengel zum 60. Geburtstag wird es auch in 20 Zentimeter

Größe geben“, kündigt Uwe Blank an, „allerdings streng limitiert auf 300 Stück.“ Und warum spielt der Geburtstagsengel Violine? „Die Violine ist

Wie kommen die Falten in den Rock? Der Faltenrock aus Holz ist weltweit einzigartig, das Verfahren zur Herstellung wurde vom Großvater des heutigen Inhabers Uwe Blank entwickelt und zum Patent angemeldet. So erhalten die Engel auch heute noch ihr unverwechselbares Markenzeichen.

neben der Harfe das beliebteste Instrument bei den Sammlern unserer insgesamt 74 Faltenrockengel“, verrät Uwe Blank.

Die Engel in Zahlen • Mehr als 80 verschiedene Faltenrockengel gibt es bisher in der stehenden Ausführung in den einzelnen verschiedenen Sorten Kurzrock und Langrock Naturholz oder auch farbig bemalt. • 17 Einzelteile • 120 –150 Arbeitsschritte

Neuheiten 2015: 60 Jahre und kein bisschen leiser – der Engel mit E-Gitarre und der Engel mit Alphorn halten Einzug in das moderne Orchester.

1955 entstand die heutige Form der Engel, die seitdem nur leicht verändert wurde. Auch die Herstellung verläuft heute noch genauso wie vor 60 Jahren. Mehr als 90 Prozent sind Handarbeit.

25


26


Starke Termine 5. ‒ 7. September 2015 27. – 29. Februar 2016

>> weltgrößte Präsentation des erzgebirgischen Kunsthandwerks >> TrendAreal – im Zentrum NEU! der modernen Halle „Wohnambiente“ >> noch mehr Angebot – 450 Aussteller und Marken >> „Double Trouble“ – gemeinsamer Messeabend für Fachhandel und Industrie am Eröffnungstag >> „Guten Morgen Leipzig“ – täglich von 9 – 9:30 Uhr

Wir gratulieren dem Verband erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. anlässlich des 25-jährigen Bestehens. Das Team der CADEAUX Leipzig

g: egistrierun R e n li n O Eintrit t bei ipzig.de r le ie e x r u f a n e e t d s a Ko www.c


LebensErfahrung.

Die Mischung macht’s Die Leipziger Messen feiern 2015 ihr 850-jähriges Jubiläum. Seit Jahrhunderten ist das Kunsthandwerk aus dem Erzgebirge eng mit dem Messestandort Leipzig verbunden. Martin Buhl-Wagner, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Messe Unternehmensgruppe, untermauerte in seiner Festrede anlässlich des 25-jährigen Verbandsjubiläums die starke Beziehung zwischen Handwerk und Handel. Im Gespräch erzählt er, welchen Einfluss das Erzgebirge auf die Vorreiterrolle von Leipzig als Erfinder der Mustermessen hatte und warum Handgefertigtes gerade in Zeiten des Internets noch an Wert gewinnen wird.

Martin Buhl-Wagner: Das Konzept

Kunsthandwerk® eine wichtige

Welchen Anteil hatte das Erzgebirge am Wandel zur Mustermesse?

der Leipziger Messen, die in

die erzgebirgischen Spielzeug-

hatte Leipzig seine Bedeutung als

Welche Rolle spielte die Erzgebirgische Holzkunst® für die Ent­­wicklung der Leipziger Messe?

Spielwarenmesse – insofern

Erzgebirgische Holzkunst® war

Martin Buhl-Wagner: Die

bereits im 16. Jahrhundert auf

den Messen in Leipzig präsent. Mit dem Aufschwung der

spielte das Erzgebirgische

Rolle für die gute Entwicklung diesem Jahr ihr 850-jähriges Jubiläum feiern.

messen. 1895 führte Leipzig die

wurden bald auch erste Seiffener

weltweit erste Mustermesse

Spielwaren in Leipzig vorgestellt,

durch – eine Revolution des

die zahlreiche Aufträge ein-

globalen Messewesens. Dass

brachten. Jedoch herrschte bis

diese Idee also bereits um 1840

1835 eine Arbeitsteilung – nur

von den erzgebirgischen

drei von sieben Händlern aus

Ausstellern in Leipzig entwickelt

dem Raum Grünhainichen

und vor allem umgesetzt wurde,

stellten in Leipzig aus. Das

beweist deren sinnstiftende

änderte sich erst, als der

wurde damals zur führenden

28

direkt zu beliefern und nur noch

wurden so zunehmend Muster-

stellung in Seiffen ab 1750

Leipzig auszustellen. Leipzig

übergingen, ihre Abnehmer

auszustellen, aus Warenmessen

einhergehenden Spielzeugher-

die Empfehlung gab, nur noch in

verleger, die ab 1840 dazu

Warenmuster zur Messe

Nürnberger Raum und der damit

Jahrhunderts seinen Mitgliedern

Martin Buhl-Wagner: Es waren

Musterbücher beziehungsweise

Spielwarenproduktion im

Spielwarenverband Mitte des 19.

Martin Buhl-Wagner

Martin Buhl-Wagner bei der Festveranstaltung zum 25-jährigem Jubiläum des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V.

Wirkung.

Welche Schwierigkeiten gab es nach der politischen Wende, wie wurden sie gemeistert?

der Universalmessen hatte sich nach dem Fall des Eisernen

Vorhangs überlebt und somit Tor zum Osten verloren. Die

westdeutschen Messeplätze

waren besser für die Anforderungen des Marktes aufgestellt. Hinzu kam ein gealtertes

Messegelände, das durch seine

Innenstadtlage kaum ausgebaut werden konnte. Die Leipziger

Messe musste sich neu erfinden.

1991 fand die letzte Universalmesse statt, man begann mit der

Entwicklung eines Konzeptes aus

Fach- und Publikumsmessen. 1993 wurde zudem der Grundstein für ein neues, architektonisch

zukunftsweisendes Messegelände im Norden der Stadt gelegt, das nach einer Rekord-Bauzeit im

April 1996 eingeweiht wurde. Inzwischen hat die Leipziger

Messe mehr als 30 Veranstal-


LebensErfahrung.

rung gilt es, Marktverände-

rungen genau zu beobachten und passgenaue Konzepte zu entwickeln.

Leipziger Frühjahrsmesse 1968, Altes Gelände der Technischen Messe, Westeingang

tungen selbst entwickelt und gehört zu den Top Ten der

Zusammenarbeit mit dem Erzgebirge?

Martin Buhl-Wagner: Ich bin

und den Top 50 weltweit.

semännchen, das übrigens vom

auch althergebrachte Traditi-

deutschen Messegesellschaften

Noch heute zeugt das hölzerne Messemaskottchen von der engen Verbindung zwischen dem Erzgebirge und der 1.000 Jahre alten Handelsstadt Leipzig.

Wie kann es gelingen, im Zeitalter des Internets den richtigen Weg für die erzgebirgischen Traditionen zu finden? Wo sehen Sie diesen Weg?

Martin Buhl-Wagner: Unser MesPuppengestalter des Sandmänn-

Welche Bedeutung hat der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. als Partner der Leipziger Messe? Was bewirkt der Verband im Messegeschäft, was einzelne Unternehmen nicht könnten?

chens – Gerhard Behrend – ge-

Partnerschaft mit dem Verband

dem Erzgebirgischen Kunst-

Martin Buhl-Wagner: Die

Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. ist gewissermaßen ein Quali-

tätsindikator der CADEAUX. Auch

schaffen wurde, ist seit über 50 Jahren das Maskottchen der

Leipziger Messe. Die hölzerne

Replik aus dem Erzgebirge, die in unserem Foyer die Besucher in Lebensgröße begrüßt, ist ein

„holzgewordenes Sinnbild“ für die enge Beziehung zwischen handwerk® und der Leipziger Messe.

davon überzeugt, dass reale,

handgefertigte Produkte und onen in einer zunehmend

virtuell geprägten und schneller werdenden Welt sogar noch an Wert gewinnen. Entscheidend dabei ist, die Kommunikation

und den Vertrieb der virtuellen

Welt anzupassen und die neuen

Möglichkeiten für die Marktpräsenz der Produkte zu nutzen.

Wie ist Ihre persönliche Beziehung zum Erzgebirge?

Martin Buhl-Wagner: Ich bin in Annaberg-Buchholz geboren

durch die Sonderschau wird das

Wo sehen Sie die Herausforderungen der Zukunft?

und genieße es häufiger, Zeit im

ergänzt. Andererseits wirbt der

modernen Messestandort werden hohe Ansprüche

Haben Sie selbst erzgebirgische Figuren?

Standortbedingungen, geht über

werden jedes Jahr mehr.

dargebotene Portfolio großartig Verband ja auch bei seinen

Mitgliedern für die CADEAUX –

es ist also eine im besten Sinne partnerschaftliche Beziehung,

von der beide Seiten profitieren.

Wie widerspiegelt das Messemännchen als Maskottchen die

Martin Buhl-Wagner: An einen

gestellt – das beginnt bei den

den Service vor Ort und verlangt

Erzgebirge zu verbringen.

Martin Buhl-Wagner: Ja – und es

auch, sich mit den aktuellen

Was ist Ihre Lieblingsfigur?

Branchen auseinanderzusetzen.

ich mich nicht festlegen –

Entwicklungen einzelner

Gerade in Zeiten der Digitalisie-

Martin Buhl-Wagner: Da möchte die Mischung macht’s.

29


LebensWege.

Figuren mit Herz Im Herzen des Erzgebirges, im kleinen Ort Grün­ hainichen, der liebevoll auch das „Dorf der Engel“ genannt wird, entwerfen und fertigen seit einigen Jahren die Designer Romy und Dirk Hobler mit Herzblut und Witz ihre „Figuren mit Herz“.

A

m Anfang stand die Idee, das Erzgebirge mit einer modernen und zeitlosen Engelserie zu bereichern. „Wir wollten etwas Besonderes und Individuelles schaffen, das die Freude am

Erzgebirgischen Kunsthandwerk® in eine neue Generation

weiterträgt. Wir wollten die Menschen zum Schmunzeln bringen und glücklich machen. So entstanden viele Ideen – und es blieb nicht nur bei den Engeln. Noch heute haben wir einen Musterschrank voller

Entwürfe, die auf ihre Umsetzung warten“, erzählt Dirk Hobler. Die Liebe zum Holz ist in der Familie tief verwurzelt – wie schon der

Familienname Hobler verrät. Bereits der Urgroßvater fertigte liebevoll gestaltetes Kinderspielzeug, und auch die Großeltern blieben dieser

Tradition treu. Gemeinsam mit seiner Frau Romy gründete Dirk Hobler 2008 seine eigene kleine Werkstatt in Grünhainichen. „Mit Hilfe eines

erfahrenen Meisters aus dem Ort machten wir die ersten Schritte und erhielten viele wertvolle Ratschläge mit auf den Weg“, erinnert sich

Himmlische Glücksbringer: Gemeinsam geht das Engelpärchen „Hans & Lotte“ auf Reisen. Ob als Weihnachtsfigur, als Dankeschön, Liebesbote, Glücksbringer oder einfach als Geschenk für einen lieben Menschen.

Romy Hobler. Mit der eigenen Werkstatt erfüllten sich die beiden einen Lebenstraum. „Unsere Werkstatt ist eine Manufaktur, bei der alles aus unseren Händen kommt. Vom Design über die Fertigung bis zum Marketing – alles stammt von uns. Selbst bei der Verpackung in

Holzwolle legen wir großen Wert auf Qualität und Individualität. Man

kann sagen: Die Figuren sind der Mittelpunkt unseres Lebens geworden. Wir lieben und leben sie mit ganzem Herzen“, so das Designer-Ehepaar. Dieses Herzblut und die Liebe, die in jeder der Figuren vom Entwurf bis zur Fertigstellung stecken, symbolisiert das kleine silberne Herz am

linken Fuß einer jeden Figur. Denn, so Romy Hobler: „Wenn eine Figur unsere Werkstatt verlässt, ist sie mehr als ein Stück Holz – sie ist ein kleines, einzigartiges Liebhaberstück, das sein eigenes Herz trägt.“

Schnee von heute: Seit Neuestem sorgt das lustige Schneemannpärchen „Fritz  & Otto“ für frischen Wind im Erzgebirge und gewann damit auf Anhieb den Publikumspreis des Design­wettbewerbs „Tradition & Form“ 2013.

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Kleine Frühlingsboten: Das zauberhafte Kaninchenpaar „Max & Emma“ hoppelt mit fröhlich-frischem Charme durch den Frühling und bringt viel Freude – nicht nur zum Osterfest.


LebensWege.

Auf den Spuren der Heiligen Familie Besuch bei Günter Schwoboda, dem Gestalter der Schalling-Krippefiguren

E

s ist ein herrlicher Pfingsttag, an dem wir uns auf den Weg

zur Werkstatt von Günter Schwoboda nach Mulda machen,

dem Gestalter der Krippefiguren der Emil A. Schalling KG aus Seiffen. Günter Schwoboda steht mit Matthias Schalling an

der Drechselbank. „Sie müssen ä bissl lauter reden, ich hab meine

Ohren ni drinne“, begrüßt uns der über 80-Jährige. Überall im Haus sind kleine Kunstwerke zu entdecken, jedes erzählt seine eigene,

meist humorvolle Geschichte – alles selbst gemacht, wie seine Frau

Romy verrät: von der Garderobe bis hin zu einer riesigen Pyramide, die uns musikalisch begrüßt. Auf dem Tisch stehen die Krippefiguren,

umgeben von vielen Skizzenblättern. Matthias Schalling erinnert sich: „Im Herbst 1996 hat alles angefangen“. „Ja“, antwortet der ehemalige Kunsterzieher Schwoboda. „Ich wollte Glockenengel und Glockenbergmann für meine Familie anfertigen und mir fehlte spezielles

Zubehör. Also bin ich nach Seiffen zu Schallings, die machen doch

Glockenengel.“ Joachim Schalling, der damalige Geschäftsführer, war von Schwobodas Können begeistert, und „so hat es gar nicht lange gedauert, bis wir wieder zusammengekommen sind.“

Viele Skizzen sind den heutigen Krippefiguren vorausgegangen, denn

„jede Sache muss ihre Grundlage in einer Skizze haben“, ist Schwoboda überzeugt. Matthias Schalling zeigt alte Entwürfe und erinnert sich an die ersten Produktionsversuche. „Günter Schwoboda hat auf alle

Details geachtet, z. B. bei den Königen. Diese sollten sich majestätisch vor dem Jesuskind verneigen. Deshalb war es erforderlich, die Köpfe

etwas nach vorn zu neigen.“ Eine besondere Herausforderung waren die Tiere. Schwoboda und Joachim Schalling waren sich einig, dass

diese aus gedrechselten Formen bestehen sollten. „Ehe das Kamel ein Kamel war, das hat gedauert“, wirft Schwobodas Frau Romy ein.

1999 wurden die Krippefiguren erstmals als Pyramidenbestückung angeboten. Einige Kunden waren skeptisch, weil die Figuren keine

Gesichter hatten. „Warten wir’s erstmal ab“, entgegnete Matthias

Schalling und sollte Recht behalten. Auch heute noch wirken die aus Ahornholz gedrechselten Figuren zeitlos elegant und zählen inzwischen zum Stammsortiment der 111-jährigen Fima.

Als wir gehen, hat es sich Günter Schwoboda auf seiner Gartenbank

vor dem Haus gemütlich gemacht. Er hat die Arbeitsschürze noch um und sich ein Bierchen geöffnet. Versonnen sieht er über die grünen

Felder ins Tal. „Gestalterisch sind die Figuren schon eine Wucht“, sagt er. „Für mich war das eine echte Herausforderung!“

muss n sache „jede rundlage i n, e g b e a r h ih egt, skizze einer form festl gen n e i u d er die eränd aber v zulässt.“

Immer wieder zeichnen, besprechen, Muster fertigen sowie begleitende Produktion – so entstand Schritt für Schritt die Schalling-Krippe. Es gibt nichts, was man nicht noch besser machen könnte. Ganz links der Rohentwurf von 1997 und rechts die heutige Figur.

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LebensPfade.

Sehen, Staunen, Mitmachen Das einzigartige Kunsthandwerk lockt Jahr für Jahr zigtausende Besucher ins Erzgebirge. Kein Wunder, dass Tourismus und Handwerk in dieser schönen Region Hand in Hand gehen. Eine breite Vielfalt traditioneller Handwerkstechniken wird hier mit Liebe bewahrt und belebt, stets in enger Verbindung zur Natur und zu den Menschen, die diesen Landstrich prägen.

Tag des traditionellen Handwerks im Erzgebirge Altes Handwerk neu erleben – mit der ganzen Familie zum Aktionstag immer am 3. Oktobersonntag in die Erlebnisheimat Erzgebirge

F

ilzen und Glasbläserei, Töpfern und Schmieden, Weben und Sticken, die Herstellung von Likör oder Räucherkerzen und

vieles mehr – Handwerk im Erzgebirge ist mehr als Drechseln, Schnitzen, Klöppeln. Jedes Jahr am dritten Sonntag im

Oktober können Besucher und Einheimische am Tag des traditionellen Handwerks mehr als 50 unterschiedliche Gewerke hautnah erleben.

Gewinnen Sie spannende Einblicke

in uralte Handwerkskünste wie das

sehen, wie unter den geschickten Händen des Meisters so manches

Kunstwerk entsteht. Wer Ausdauer und Geschick mitbringt, kann sich selbst in verschiedenen Handwerkstechniken versuchen: ob beim Formen von glühendem Eisen am Amboss, der Bearbeitung von

Schmucksteinen oder dem Wickeln einer Kerze. Wertvolle Tipps aus Meisterhand gibt es gratis dazu. Vielerorts lädt ein besonderes

Rahmenprogramm aus Vorträgen, Ausstellungen, musikalischer

Unterhaltung und künstlerischen Darbietungen zum Verweilen ein.

Kulinarische Angebote sorgen für das leibliche Wohl. Ein Gewinnspiel, an dem ausschließlich die Besucher der Werkstätten

teilnehmen können, rundet das Angebot ab. Dabei gibt es zahlreiche wertvolle Preise zu gewinnen, die von den Handwerkern zur Verfügung gestellt werden.

Zahlen & Fakten Der „Tag des traditionellen Handwerks im Erzgebirge“

ist ein in Deutschland einmaliges Angebot.

Der Tourismusverband Erzgebirge e.V. führt ihn seit

2000 jedes Jahr am 3. Sonntag im Oktober durch.

2014 nutzten rund 55.000 Besucher das Angebot

Handschöpfen von Büttenpapier, die Posamentenherstellung, das

Federnschleißen, die Herstellung von Lederhandschuhen und Zigarren

von circa 50 unterschiedlichen Gewerken in über

120 Werkstätten.

oder den Aufbau eines Köhlermeilers.

Beim Blick hinter die Kulissen wird die bunte Vielfalt der erzgebir-

gischen Handwerkstraditionen lebendig. Die zahlreichen Arbeitsgänge, die dem Käufer, Sammler oder Bewunderer der erzgebirgischen

Handwerkskunst in der Regel verborgen bleiben, werden beim Blick in die Werkstätten sichtbar und offenbaren den Wertschöpfungsprozess vom Rohmaterial bis zum veredelten Verkaufsartikel. Oft kann man

nur erahnen, wie viel Zeit, Mühe und Arbeit in dem fertigen Produkt

steckt – am Tag des traditionellen Handwerks wird aus dieser Ahnung staunende Gewissheit.

Seit 2000 verfolgen Jahr für Jahr zigtausende große und kleine

Besucher das bunte Treiben in über 120 teilnehmenden Schauwerkstätten, Manufakturen und Familienbetrieben zwischen Altenberg

und Schönheide. Für die Besucher ist es immer wieder faszinierend zu

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Kontakt & Infos Alle Informationen zu Teilnehmern und Programm immer ab Mitte Juli unter: www.erzgebirge-tourismus.de/handwerk-weihnachten/ tag-des-traditionellen-handwerks Alle Mitwirkenden mit dem von ihnen vorgeführten Handwerk und das Programm sind auch im Teilnehmerverzeichnis aufgeführt. Die Broschüre kann ab August beim TVE bestellt werden. Zahlreiche Handwerker öffnen bereits am Samstag ihre Werkstätten, sodass die Besucher ein ganzes Wochenende Handwerk erleben können. Ansprechpartner Tourismusverband Erzgebirge e.V. Annaberg-Buchholz Regionalbüro Freiberg-Augustusburg Birgit Drechsler Albertstraße 4 · 09618 Brand-Erbisdorf Telefon/Fax 037322 2550 b.drechsler@erzgebirge-tourismus.de · www.erzgebirge-tourismus.de


LebensPfade.

Kunstguss individuell

W

underschöne Motivhausnummern, Thermometer, Briefkästen, Sonnenuhren und Wandreliefs, selbst exklusive Schwibbögen für den Garten aus Aluminium sowie

Gedenktafeln und Glocken aus Bronze gegossen und mit

viel Liebe kunstvoll bemalt – dies sind die Spezialitäten von Kunstguss

Döhler. 1993 gründete Claus Döhler seine Kunstgießerei, die sich mittler-

weile zu einem beliebten Ausflugsziel unweit des größten Wasserfalls Sachsens und

der Talsperren Eibenstock und Sosa entwickelt hat. Die große Ausstellung in Eibenstock/Blau-

enthal gibt einen Einblick in die Bandbreite der individuell gestalteten Produkte. Aus glühendem Metall werden die von Hand modellierten Motive in einer Natursandform gegossen. Später werden sie detailreich in Handarbeit

Öffnungszeiten Montag – Freitag: 9 bis 18 Uhr Samstag: 9 bis 12 Uhr

coloriert, sodass sie in den schönsten Farben erstrahlen – jedes Stück ein persönliches

Kunstwerk, jedes Stück ein Unikat. Aus der

Kontakt Kunstguss Döhler, „Das Original aus dem Erzgebirge“ Am Muldenufer 5 · 08309 Eibenstock OT Blauenthal Telefon 037752 8227 info@kunstguss-doehler.de · www.kunstguss-doehler.de

Kunstgießerei Döhler stammt auch die

Glocke in der Kapelle am Weg in Oberloch-

mühle, die am neu eröffneten Glockenwanderweg liegt (s. S. 5).

Rauchzeichen aus dem Erzgebirge Besuch in der Schauwerkstatt „ZumWeihrichkarzl“

Karzls Geheimtipp: Duft oder Rauch? Es liegt in Ihrer Hand – je nachdem, wie herum Sie das Räucherkerzchen abbrennen! Spitze nach oben heißt: wenig Rauch, viel Duft. Dreht man die Spitze beim Abbrennen nach unten – das geht am besten im Original Huss Räucher­ ofen – entwickelt sich richtig viel Rauch! Das Huss-Karzl im Video:

W

issen Sie eigentlich, wie die schwarzen Kegel für die erzgebirgischen Räuchermänner entstehen? In der Schauwerkstatt des wunderschön restaurierten

Dreiseitenhofes „Zum Weihrichkarzl“ in Sehmatal-Neudorf erfahren Sie alles

rund um das „Weihrichkarzl“, wie die Erzgebirger die Räucherkerzen nennen.

In uriger Umgebung lassen sich hier erzgebirgische Tradition und Geschichte zum Anfassen

erleben. Besucher kneten und formen ihre eigenen Räucherkerzen wie zu Großvaters Zeiten

mit der Hand – natürlich darf man sich dabei auch mal so richtig schmutzig machen! Und auch sonst hat der gemütliche Dreiseitenhof eine Menge zu bieten: Für den kleinen Hunger gibt es belegte Brote, selbst gebackenen Kuchen und selbst gemachtes Eis aus frischen Früchten. Im

Garten finden Kinder einen Spielplatz zum Toben und Erwachsene Momente der Entspannung. Wer möchte, kann im stilvoll eingerichteten Ladengeschäft auch die eine oder andere

Kostbarkeit erstehen – zum Beispiel die witzigen original Huss Räucheröfen und natürlich die herrlich duftenden Weihrichkarzle in vielen einzigartigen Wohlfühl-Düften.

Öffnungszeiten Montag – Freitag: 10 bis 18 Uhr, Samstag: 10 bis 17 Uhr Sonn- und feiertags bleibt die Schauwerkstatt geschlossen. Ausnahmen zum Feiertag: Am 1. Mai und 3. Oktober geöffnet, wenn diese auf einen Werktag fallen. Kontakt Schauwerkstatt „Zum Weihrichkarzl“ Karlsbader Str. 187-189 · 09465 Sehmatal-Neudorf Telefon 037342 149391 · Fax 037342 8115 laden@juergen-huss.de · www.juergen-huss.de

Hmm, was riecht denn hier so gut? Das kann doch nur eine Duftkerze von Huss sein! Damit bekommt jeder Raum seine ganz individuelle Note – nach Wunsch auch fast ohne Rauch.

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LebensPfade.

Kreativurlaub im Erzgebirge Mit dem Taschenmesser kreativ

I

m Erzgebirge steht das Wandern im Wald hoch im Kurs. Das

mitgebrachte Taschenmesser ist dabei oft ein wichtiger kleiner Helfer. Probieren Sie doch einmal aus, was man mit dem

Taschenmesser alles machen kann und wie es sich zur kreativen

Holzgestaltung eignet!

In speziellen Workshops unter dem Motto „Kreative Holzgestaltung mit dem Taschenmesser“ werden unter Leitung des Holzgestalters

Andreas Schmidt verschiedene Anwendungsmöglichkeiten erprobt, wie mit dem Taschenmesser Naturmaterialien kreativ bearbeitet werden können. Der Kurs ist sowohl für Kinder als auch für Erwachsene geeignet!

Klöppel- und Schnitzurlaub 2016

U

rlaub, das ist die Zeit des Jahres, in der man sich wieder einmal dem eigenen Ich widmen kann, in der man Zeit hat, sich aktiv und kreativ zu betätigen. Wie wäre es

einmal mit einem Klöppel- oder Schnitzurlaub in der

Volkskunstschule des Erzgebirgskreises?

Neulinge und Fortgeschrittene erhalten von fachkundigen Anleitern individuelle Hilfe und freundliche Unterstützung. Termine Klöppelkurs und Schnitzkurs: 23.–27. Mai 2016, 10.–14. Oktober 2016

Dekorativer Kerzenschein

O

lbernhau ist nicht nur ein Zentrum der Drechselund Schnitzkunst, auch die Gestaltung in Wachs

hat hier eine lange Tradition. Noch heute schöpfen im Erzgebirge Manufakturen aus dieser alten

Tradition und führen sie mit Kreativität und handwerklichem Geschick in die Zukunft.

Die Vielfalt der kunsthandwerklich gefertigten Kerzen aus dem Erzgebirge reicht dabei von klassisch-traditionell über modern

und anspruchsvoll bis hin zu figürlichen

Gestaltungen. Lustige Tiere, kunstvoll

gefertigte

Figurenkompositionen, modern

geformte Kerzen

oder Stumpenkerzen mit individueller Beschriftung bieten Dekorations- und Geschenkideen für jeden Anlass. In den

meisten Kerzenmanufakturen kann man den Kunsthandwerkern bei ihrer Arbeit sogar über die Schulter schauen!

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Termine

Taschenmesserkurs: 8., 9., 15. und

16. Februar 2016 Kontakt Volkskunstschule des Erzgebirgskreises Obere Schlossstr. 36 08340 Schwarzenberg Telefon 03774 178673 www.volkskunstschule-erz.de volkskunstschule.erz@t-online.de


LebensPfade.

Im Urlaub drechseln lernen Sie lieben die Holzkunst aus dem Erzgebirge und würden gern selbst das Drechseln, Schnitzen oder Bemalen erlernen? Die Ferienkurse in der Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule Seiffen bieten dazu Gelegenheit. Anfänger erlernen in einer Woche von erfahrenen Lehrmeistern die Grundfertigkeiten, Fortgeschrittene können ihre Fertigkeiten ausbauen und eigene Projekte mit fachlicher Hilfe verwirklichen. Und das Beste ist: Nach dem Kurs lädt der idyllische Landstrich zu Erkundungen mit dem Rad, zu Fuß oder auf Skiern ein.

A

n der einzigen Schule dieser Art in Deutschland erlernen das ganze Jahr über junge Holzspielzeugmacher und Drechsler ihr einzigartiges

Handwerk. Außer in den Ferien – und das ist Ihre Chance! Denn in dieser Zeit nehmen sich die Lehrausbilder gerne Zeit für interessierte Men-

schen, die sich die Holzkunst zum Hobby machen möchten. Dabei steht ihnen die

„Viele Teilnehmer kommen immer wieder. Die Anfänger können viel von den Fortgeschrittenen lernen.“ Reinhard Friedemann, Kursleiter

gesamte hochwertige Ausstattung der Schule zur Verfügung – und natürlich das

International

seine Erfahrung gerne weitergibt. Zum Beispiel an Severin Seidel. Oft hatte der

der Kurse teil. Auch Schweizer und Norweger erlernen

geballte Fachwissen und Können von Lehrmeistern wie Reinhard Friedemann, der

Ein Österreicher nimmt bereits zum 27. Mal an einem

Banker das schöne Seiffen in der Weihnachtszeit besucht. Und langsam wuchs in

in diesem Jahr in Seiffen das Drechseln. Eine Japanerin

ihm der Wunsch, solche Figuren einmal selbst herzustellen. Also nahm er vor drei

Jahren das erste Mal an einem Ferienkurs teil. „Beim Drechseln kann ich abschalten

reist extra für den Kurs aus Asien an!

und muss mich nur auf das Holz konzentrieren – der ideale Ausgleich zu meinem

Tipp

eigene Werkstatt eingerichtet hat.

kurs für junge Menschen, um herauszufinden, ob

sonst eher stressigen Job“, sagt der Hobbydrechsler, der sich auch zu Hause eine

Ein Ferienkurs eignet sich auch super als Schnupper-

Drechslermeister Reinhard Friedemann legt großen Wert darauf, in den Kursen

vielleicht eine Ausbildung zum Holzspielzeugmacher

individuell auf Wünsche einzugehen: „Die Teilnehmer finden es sehr angenehm,

dass Anfänger zusammen mit Fortgeschrittenen in einem Kurs arbeiten. Dadurch

das Richtige wäre!

unterscheiden sich unsere Ferienkurse von anderen Anbietern, welche meist

Themenkurse durchführen. So kann jeder vom anderen abgucken, was immer als sehr ‚befruchtend‘ empfunden wird.“ Manche Teilnehmer

kommen auch gerne im

Was Drechseln Preis pro Woche und Teilnehmer 420, - Euro, Mindestalter 16 Jahre Schnitzen Preis pro Woche und Teilnehmer 220, - Euro, Mindestalter 12 Jahre

Doppelpack: „Während der Mann einen Drechselkurs

besucht, belegt die Ehefrau

Bemalen Preis pro Woche und Teilnehmer 290, - Euro, Mindestalter 12 Jahre

den parallel stattfindenden Mal- oder Schnitzkurs“,

verrät Reinhard Friedemann.

Wann In den sächsischen Winter-, Sommer- und Herbstferien

„Oft bemalen die Frauen dann die Werke, die ihre

Drechseln, Schnitzen und Bemalen Woche vom 12.10. – 16.10.2015 Woche vom 19.10. – 23.10.2015 Woche vom 08.02. – 12.02.2016 Woche vom 15.02. – 19.02.2016

Männer gedrechselt haben.“ Eine runde Sache!

„Im Job kann ich zwar jeden Tag nach Hause gehen und weiß, dass ich zehn Probleme gelöst habe. Aber es ist einfach schön, etwas in den Händen zu halten, das man selbst geschaffen hat.“ Severin Seidel, Banker

Weitere Infos und Termine im Internet: www.erzgebirge.org/ferienkurse.aspx Wo Holzspielzeugmacher- und Drechslerschule Seiffen Buchung über den Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. (Anschrift s. Impressum S. 50) Unterkunft individuell buchbar Gern vermitteln wir Kontakte

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LebensPfade.

Paradies für Radfahrer Sanfte Hügel, bewaldete Berge, blühende Wiesen, idyllische Dörfer – das Erzgebirge bietet alles, was das Herz von Radlern höher schlagen lässt. Dabei kann man vielerorts das berühmte Kunsthandwerk ganz hautnah erleben. Mountainbiker Andi Weinhold verrät seine schönsten Tipps für Freizeitradler und Familien – denn der ehemalige Deutsche Meister im Mountainbike Cross-Country und VizeEuropameister im Mountainbike-Teamsprint 2004 ist auch selbst gern in Familie entspannt im Erzgebirge unterwegs.

durch einen ca. 300 m langen beleuchteten Tunnel. Dann

verläuft die Strecke vorbei an Sachsens größtem Wasserfall durch das wildromantische Tal der Großen Bockau bis nach

Wildenthal. Ebenfalls ganz gemütlich radeln lässt es sich auf dem Würschnitztalradweg, der vom Wasserschloss Klaffen-

bach bis zum Waldbad Oelsnitz führt. Oder wie wäre es mit einer Tour, deren Mittelpunkt die denkmalgeschützte Talsperre Klingenberg ist, auch „das Wasserglas von

Dresden“ genannt? Entlang der Strecke warten zahlreiche

Einkehr- und Erlebnismöglichkeiten wie die Korbflechterei in Beerwalde, die Modellrennsportanlage in Ruppendorf oder die Höckendorfer Heide mit dem Tiergarten und dem

malerischen Ortskern um das Hoteldörfchen „Zum Erbge-

Radfahren im Erzgebirge – das klingt zunächst nach Anstrengung und schweißtreibenden Berg- und Talfahrten. Ist denn die Region auch für Freizeitradler geeignet?

richt“ in Höckendorf.

natürlich spannende Routen mit anspruchsvollem Höhen-

Apropos Sehenswürdigkeiten: Wo kann man denn bei einer Radtour im Erzgebirge Original Erzgebirgisches Kunsthandwerk® erleben?

Besonders idyllisch und angenehm zu befahren sind die

allen Orten unserer Region wertvoll Geschaffenes zu

Andi Weinhold: Auf jeden Fall! Wer möchte, findet hier

profil. Doch das Erzgebirge besteht nicht nur aus Bergen!

vielen Täler mit malerischen Flüssen und Bächen, in denen

nur geringfügige Steigungen zu überwinden sind. So führt

zum Beispiel die Karlsroute vom Stadtzentrum Aue entlang des Mulderadweges bis zum Eibenstocker Ortsteil Blauen­ thal. Im Muldental ist man auf einer zum Radweg umge-

bauten ehemaligen Bahntrasse unterwegs und fährt dabei

Andi Weinhold: Auf Schritt und Tritt! Im Prinzip gibt es in

erleben. Ein besonderer Tipp für alle Holzkunstfans ist die Rad-Tour „Rotes Reiterlein“. Start und Ziel liegen in der

Spielzeugstadt Olbernhau, wo neben zahlreichen Kunst-

handwerkern auch die historische Saigerhütte, wo früher Kupfer verarbeitet wurde, zu einem Besuch einlädt. Über Sayda führt die Tour dann ins berühmte Spielzeugdorf Seiffen mit dem wunderbaren Spielzeugmuseum und

unzähligen Werkstätten und Geschäften. Da sollte man

schon einen größeren Rucksack dabei haben, um den einen oder anderen Schatz zu verstauen, den man unterwegs erwirbt!

Gibt es auch grenzüberschreitende Rad-Erlebnisse?

Andi Weinhold: Natürlich, und das alles für Rennräder,

Trekkingräder und Mountainbikes! Durch die unmittelbare

Nähe zur Tschechischen Republik bieten sich immer wieder Anknüpfungspunkte für grenzenloses Radvergnügen. So

lässt sich die Fahrt entlang der Karlsroute auf der tschechischen Seite bis nach Karlovy Vary (Karlsbad) verlängern.

Auch der Radrundweg „Annaberger Landring“ im oberen Erzgebirge, der zahlreiche idyllische Orte zwischen den

Bergstädten Annaberg-Buchholz und Marienberg miteinander verbindet, ermöglicht aufgrund der Nähe zu mehreren

Grenzübergängen immer wieder Abstecher ins benachbarte

Tschechien. Ein besonderes Highlight auf dieser Tour ist eine Fahrt durch das Schwarzwasser-Preßnitztal – entweder mit dem Rad oder mit der Museumsbahn Steinbach-Jöhstadt.

Und auf die Ambitionierten unter uns wartet dann ja auch noch der „Stoneman Miriquidi“.

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LebensPfade.

Das Erzgebirge mit allen Sinnen erleben Das Erzgebirge auf eigene Faust entdecken und dabei spannende Ein- und Ausblicke gewinnen – mit diesen Vorschlägen für individuelle Tagestouren erleben Sie die Region mit allen Sinnen.

Erlebnistour 3: Wandern auf dem Kammweg (ca. 22 km)

Erlebnistour 1: Familientour im westlichen Erzgebirge

Erlebnistour 2: Naturverliebt im östlichen Erzgebirge

Entdecken Sie rund 5.500 verschiedene

Besucher können selbst kreativ werden und

Die Mühle mit Bäckerei ist die älteste ihrer

Station 1: Heyde-Keramik Jahnsdorf

aus Ton kleine Figuren oder Töpfe gestalten. Die Keramikausstellung bietet Anregungen

für eigene Arbeiten oder liebevolle Geschenkideen. Köstliches und Erfrischendes serviert die angeschlossene Gaststätte.

Station 2: Technisches Museum Papiermühle Niederzwönitz

Station 1: Historische Mühle Bärenhecke Art in Deutschland und zeigt, wie Korn zu

Mehl gemahlen wird. Bei Kaffee und Kuchen können Besucher den Weg vom Getreide bis zur Torte verfolgen.

Station 2: Deutsches Uhrenmuseum Glashütte

Erleben Sie die

Faszination der

Zeitmessung. Seit

mehr als 165 Jahren ist Glashütte ein bedeutendes

Zentrum deutscher Uhrmacherkunst.

Entdecken Sie rund 450 Exponate: von Die älteste noch funktionstüchtige Papiermühle Deutschlands ist das perfekte

Ausflugsziel für Familien. Erfahren Sie alles über Holländer, Kugelkocher und andere

Kuriositäten der Papierherstellung. Schauen

Taschen- und Armbanduhren bis hin zu

Station 1: Nussknackermuseum Neuhausen

Nussknacker aus aller Welt, darunter den

weltgrößten seiner Art. Nach Anmeldung

werden alte Handwerkskünste wie Klöppeln, Spinnen oder Drehen vorgeführt.

Station 2: Der Röhrenbohrer in Friedebach

Hans-Jürgen Wenzel ist der letzte Röhrmeis­ ter Europas. Mit über 100 Jahre alten, zwei

Meter langen Metallbohrern treibt er Löcher in riesige Baumstämme. Heute kommen diese hölzernen Röhren, die früher zu Wasserleitungen verbaut wurden, in

historischen Gebäuden und Denkmalen zum Einsatz. In Schauvorführungen gibt Wenzel Einblicke in sein Können.

Tipp: Die neue Figurenserie kavex® (s. S. 12) basiert auf der alten Kunst des Röhrenbohrens.

Station 3: Mittagessen in der Kreuztanne

Marinechronometern. Eine Schauwerkstatt

macht die heutige Uhrenherstellung erlebbar.

Station 3: Deutsches Stuhlbaumuseum Rabenau

Sie dem Papiermüller über die Schulter, wenn er Wasserzeichen in die Bögen zaubert. Oder versuchen Sie es einfach selbst!

Station 3: Schloss Schlettau

Kinder verbringen bei Schatzsuche, Kräuterkundekursen oder Nachtführungen unver-

Genießen Sie echt erzgebirgische Küche im

Schloss mit romantischem Park. Die

die Anfahrt mit der Kutsche!

gessliche Stunden auf dem mittelalterlichen Posamentenschauwerkstatt gibt Einblicke in

die Herstellung von Bändern, Borten, Fransen und Schnüren.

idyllischen Waldgasthaus. Am schönsten ist

Das Museum zeugt von den Handwerkskün-

sten, die in Deutschlands ältester Stuhlbauerstadt seit 400 Jahren gepflegt werden. Die

Vielfalt der ausgestellten Stühle, historischen Werkzeuge und Holzbearbeitungsmaschinen ist einmalig. Wer möchte, kann sich selbst

einen kleinen Puppenstuhl zusammenbauen! Tipp: Danach mit der Weißeritztalbahn von Freital-Hainsberg bis Dippoldiswalde durch den Radenauer Grund mit seiner herrlichen Natur. An der Strecke lockt die Talsperre Malter zum Baden.

Station 4: Zu Besuch beim Sauensäger

Wunderliche Gestalten bevölkern den Wald zwischen Mulda und Dorfchemnitz: Hier

lauern dank Sauensäger Andreas Martin von Blockhausen Jäger, Hexen und Drachen.

Baden im Zuber, Lagerfeuer, Schlafen im Heu und ein Bierchen am längsten Tisch der Welt – klingt das nicht verlockend?

Hinweis: Bei den Vorschlägen handelt es sich nicht um buchbare Touren, sondern um Anregungen für individuelle Ausflüge. Der Tourismusverband Erzgebirge stellt gern weiterführendes Informationsmaterial zur Verfügung.

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LebensGestaltung.

Hübsch

 geschmückt

Was gibt es Schöneres, als zur Weihnachtszeit das ganze Haus stimmungsvoll zu schmücken? Die Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge bieten dafür nicht nur die passenden Figuren, sondern auch das „Drumherum“ – von dekorativen Bögen zum Selbstgestalten bis hin zu fantasievollem Weihnachtsbaumschmuck.

Wussten Sie schon, … … dass der geschmückte Weihnachtsbaum eine deutsche Erfindung ist? Von Deutschland aus eroberte diese schöne Tradition im 19. Jahrhundert die ganze Welt. Im Erzgebirge schmückte man schon immer gern mit hölzernen Figuren – probieren Sie es doch auch einfach mal aus! Die Auswahl ist riesig – von naturbelassenen Holzfiguren, die wunderbar mit Strohsternen harmonieren, bis hin zu funkelnden Holz-Kreationen in strahlenden Farben und fantasievollen Materialkombinationen von Filz bis Glas.

Ganz in Weiß anz in Weiß, mit einem Weihnachtsbaum … oder auch zwei oder drei oder vier: So

sieht er in unseren schönsten Träumen aus, der weihnachtliche Wintertraum aus der Werkstatt von Björn Köhler in Eppendorf. Unter dem Sternenfunkeln warmer LED-

Lichter, dezent versteckt im kunstvoll geschwungenen Bogen, gleitet der Weihnachts-

mann ganz cool durch den verschneiten Winterwald, gezogen von einem fleißigen Rentier (sehr

vorbildlich, denn es gibt auch ziemlich faule Vertreter dieser Art, wie das Bild auf Seite 40 zeigt!).

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LebensGestaltung.

Schwebende  Schneeflöckchen

W

itzig, zart und weiß – so lieben Sammler die kleinen Schneeflöckchen aus der Drechslerei Kuhnert in Rothenkirchen. Mit Instrumenten oder anderen süßen Accessoires machen die

winzigen Winterboten auch am Weihnachtsbaum eine gute

Figur. Dafür schwingen sie sich in glitzernde Wolken oder Sterne, schaukeln auf Glöckchen oder Mondsicheln oder lassen sich auf eigens für sie kreierten

metallenen Baumbögen nieder. Ein ganz besonderes Highlight sind die fili-

granen Glastropfen aus mundgeblasenem Thüringer Glas, jeder ein kunstvolles Unikat, in denen die Schneeflöckchen ein überaus geschmackvolles Zuhause finden. Im Fenster oder am Tannenbaum ein zauberhafter Hingucker!

Erzgebirgische

E

O(h)riginale

ngel und Bergmann, Weihnachtsmann und Osterhase,

seit 2012 Geschäftsführerin der Dregeno Seiffen. „Dann habe ich sie

Erzgebirge nicht nur Weihnachtsbaum und Co., sondern

dass wir beschlossen haben, daraus eine Dregeno-Schmuckkollek­

Nussknacker und Sterntaler – damit schmückt man im

seit Neuestem auch schmucke Ohren! „Ursprünglich hatte

ich die Sternsinger zu Ohrringen für meine Kinder umfunktioniert,

weil ich sie so süß fand“, erzählt Diplom-Designerin Juliane Kröner,

selbst bei der Messe getragen und bekam so viel positives Feedback, tion aufzulegen.“ Im Vertrieb der Dregeno kommen die Klassiker der Erzgebirgskunst nun erstmals in großem Maßstab als Ohr-

schmuck auf den Markt – echte O(h)riginale aus dem Erzgebirge!

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LebensFreude.

Tierisch gut

Verschmust wie ein Stubentiger? Nur im Schnecken­ tempo vorankommen? Mal richtig das Faultier raushängen lassen? Die Tierwelt bietet nicht nur jede Menge Stoff zum Schmunzeln, sondern auch Ideen und Anregungen für die Kunsthandwerker aus dem Erzgebirge – meist gewürzt mit einer Prise tierischem Humor.

Sinnliche Kätzchen

Verträumt: Das „Träumerle“ ist die neueste Ergänzung der Sinnlichen Kätzchen aus Gahlenz

M

al verspielt, mal vorwitzig, mal verträumt: Die

Sinnlichen Kätzchen aus Gahlenz bezaubern mit minimalistischem Design und individuellem

Charme. Dem Gestalter Frieder Weisflog ist es

gelungen, mit einfachsten Formen eine unglaubliche Aus­

druckskraft in die Figuren zu legen. Jedes Kätzchen hat seinen

eigenen Charakter, verkörpert durch winzige, aber aussagekräfti-

ge Details: ein spannungsvoll gebogener Katzenbuckel, ein hoch

aufgestellter Schwanz oder ein neugieriger Blick um die Ecke. In

t eichne ausgez dem mit reis p design & form n io it d tra 2005

immer neuen Arrangements sind die frechen Stubentiger von

der Erzgebirgischen Holzkunst Gahlenz bereit zu spannenden

Abenteuern mit Schnurr-Effekt!

Faul.Tier.

Z

iemlich faul, dieses Tier: Während sich seine

Kollegen zur Weihnachtszeit mit schweren Lasten

und Gabensäcken abrackern, spielt dieser Elch selbst den faulen Sack. Seinen Chef lässt er buckeln und

macht es sich auf seinem heißen

Schlitten bequem. Klasse Geschenk­

Tierisch gut, diese Idee für den Rollentausch: Björn Köhler aus Eppendorf gibt dem Elch die Chance, mal alle fünfe gerade sein zu lassen.

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idee für alle, die hier vielleicht die eine oder andere Parallele zur Menschenwelt entdecken. Auf jeden Fall eine verschmitzte Deko-Variation mit tierischem Humor!


LebensFreude.

Im Schneckentempo mit Volldampf voraus

S

ie heißen Harry Haus, René Speed, Bodo Post und Florian

Feuerwehr: die neuen Rauchschnecken aus der Drechslerei

Kuhnert. Mit einem Augenzwinkern nehmen sie dabei ihre sprichwörtliche Langsamkeit aufs Korn. „Wir wollten

bewusst mit den Gegensätzen spielen“, erzählt Frank

Kuhnert, Inhaber der Rothenkirchener Drechslerei und geistiger Vater der witzigen Schnecken. „Warum kann eine Schnecke kein Rennfahrer sein? Oder Feuerwehrmann?“ Dafür machen sie aus ihrem Schneckenhaus

ordentlich Dampf. Und wie kam er auf die Schnecken als Rauchfiguren? „Mit unseren Eulen und Bücherwürmern sind uns in den letzten Jahren erfolgreiche Sortimente gelungen, die besonders bei jungen Leuten super

ankommen und das ganze Jahr über witzige Geschenk­

ideen zu verschiedensten Anlässen abgeben“, sagt Frank

Kuhnert. „Also haben wir einfach geschaut, was auf dieser

Welt noch so kreucht und fleucht – da sind uns die Schnecken

sozusagen über den Weg gekrochen.“ Na dann, ihr Schnecken: Mit Volldampf voraus!

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LebensForm.

Tradition & Form 2015 Zum 21. Mal vergab der Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. gemeinsam mit der Erzgebirgssparkasse, dem Erzgebirgskreis und der Tageszeitung „Freie Presse“ die Auszeichnung „Tradition & Form“ für herausragende Gestaltungen und Errungenschaften der Erzgebirgischen Volkskunst®.

Hauptpreise

NÄUMANNS – GALERIE FÜR HOLZKUNST &

HORATZSCHECK KUNSTHANDWERK,

CULTFORM-DESIGN, GLAUCHAU / HOLZ-

DESIGN, SEIFFEN; FIGURENENSEMBLE

THERMALBAD WIESENBAD; PYRAMIDEN-

DRECHSLEREI GÜNTHER SPIEGELHAUER,

„KAVEX®“ MIT BÄUMEN UND SCHAFEN

LEUCHTER „HARMONIE“

HALLBACH; „DIE STEREOTYPEN / DIE

GESTALTER: ANDREAS H. FLEISCHER

GESTALTER: GUNNAR HORATZSCHECK

ARMLEUCHTER“

Vom traditionellen Bohren von Holzrohren

Die Pyramidenleuchter, welche als reine

mente zu mantelartigen Grundkörpern,

Abstraktionsform bei den Erzgebirgischen

inspiriert, werden die aufgesägten Rohrsegwelche die Form des zeitlosen Figurenensembles „kavex®“ prägen. Klare Drehformen strukturieren die einzelnen Figuren und

werden zu beweglichen Köpfen und Händen. Das feine Ahornholz und die weiße Lackierung setzen in Verbindung mit Metall

glänzende Akzente. Dem mehrfach ausge-

zeichneten Holzgestalter Andreas Fleischer gelingt es mit dem Figurenensemble

Kegelform gestaltet sind, verkörpern eine neue

Erneut gelingt es der Gestalterin Kathleen

Pyramiden. Herausgearbeitete Strukturen auf

Grundformen eine Serie von vielseitig

der Kegeloberfläche und den Edelstahlflügeln ermöglichen eine Vielfalt, welche die strenge Grundform teilweise wieder auflöst. Mit den

modernen Pyramidenleuchtern setzt Gunnar

Horatzscheck in seiner vorwiegend traditionell

geprägten Figurenpalette interessante Akzente für seine Werkstatt.

„kavex®“ erneut, im vielfältigen Krippensortiment Akzente zu setzen.

Publikumspreis der Leser der „Freien Presse“ DR EC H S LE R E I KU H N E RT G M B H, STEI N B ERG  /  OT ROTH E N KI RC H E N ; F IGU R E NSE R I E „RÄU C H ERS C H N EC K EN“ GESTALTE R I N: SIMON E KÜ F F N ER

Bereits zum zweiten Mal erhält die Drechslerei Kuhnert GmbH den

Publikumspreis. In diesem Jahr entschieden sich 549 von 2.231 Lesern der Tageszeitung „Freie Presse“ für die „Räucherschnecken“. Die witzigen Tiere eignen sich hervorragend zum Verschenken – und das über das ganze Jahr.

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GESTALTERIN: KATHLEEN SCHEURER

Scheurer, auf Basis einzelner geometrischer kombinierbaren, minimalistischen Figuren zu gestalten, welche durch den Austausch des Oberteils auch erzgebirgische Figuren wie

Bergmann und Engel verkörpern können. So wird aus einem STEREOTYPEN ein ARM-

LEUCHTER. Angenehme Haptik und hand-

werkliche Qualität sowie spielerischer Reiz

aufgrund der Kombinierbarkeit zeichnen die Figuren aus.


LebensForm.

Preis für Hervorragende Traditionspflege ERZGEB I RGISC H E HOLZ KU NST GAH L ENZ G M B H RUT, RÄUC H E R M A N N „WE I H NAC HTSM AN N, 1 5 C M“

Seit 1984 wird der Räuchermann „Weihnachtsmann – 15 cm“ am gleichen Ort unverändert hergestellt und ist mit seinem unverwechselbaren Design und der aufwendigen Bemalung, welche heute wie vor

30 Jahren in Handarbeit erfolgt, zu einem Erken-

nungszeichen der Firma geworden. Er ist sowohl die

Preis des Landrates des Erzgebirgskreises

Grundfigur für verschiedene Größen von 10 bis 220 cm.

V E R BA N D E RZG E B I RG I S C H E R KU N STH A N DWE R KE R U N D

Basisfigur einer ganzen Räuchermannserie als auch die

S P I E LZ E U G H E RSTE L L E R E .V. ; „ P I CU S - PYRA MI D E “ MIT ZU B EH Ö R GESTALTER: ANDREAS H. FLEISCHER

Preis des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. F R EI LIC HTMU SE UM DE S ERZG EB I RG IS C H EN S PI ELZ EUG ­ MUSEUMS SE I FFE N

Das Freilichtmuseum Seiffen ist ein lebendiger Magnet für

Freunde des Erzgebirges und ein Brückenbauer vom Gestern ins

Heute. Durch die hervorragende Präsentation und Bewahrung der historischen Gebäude, die Darstellung alter Fertigungstechniken und des dörflichen Lebens sowie die Herstellung von Seiffener

Die gelungene vielfältige Produktpalette des „Picus“, Markenzeichen des Verbandes Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V., wird durch die „Picus-Pyramide“ komplettiert und ent­-

spricht dem Trend, Sammler- bzw. Liebhaberstücke in Szene zu setzen. Dem Landrat des Erzgebirgskreises dient der Picus in seinen verschiedenartigen Designs seit Jahren als Repräsentationsgeschenk. Die

Wirkung des Maskottchens mit seinem erzgebirgischen Charme ruft

beim Überreichen stets den berühmten Aha-Effekt hervor und fördert Freude und Bewunderung für die erzgebirgische Holzkunst.

Reifenvieh® im alten Drehwerk wird die hohe handwerkliche

Wertigkeit der erzgebirgischen Erzeugnisse sichtbar gemacht.

Sonderpreis zum 100-jährigen Firmenjubiläum WE N DT & KÜ H N KG , G R Ü N H A I N I C H E N

Sonderpreis für hervorragendes Engagement bei der Erzeugnisentwicklung

Als Wendt & Kühn vor 100 Jahren gegründet wurde, war wohl noch

ERZGEB I RGISC H E VOLKS KU NST K N UTH N EU B ER, S EI F F E N ;

prägten. Beispielhaft wird dies an den Engeln mit den grünen Flügeln

JAH R ESZE ITE N BAUM „FRÜ H L I NG S ERWAC H EN“ GESTALTER: MICHAEL RAMM

Der Jahreszeitenbaum „Frühlingserwachen“ steht beispielhaft für die Erzeugnisentwicklung des Seiffener Familienunternehmens, welches 1892 gegründet wurde und in fünfter Generation von Knuth Neuber geführt wird. In

Zusammenarbeit mit dem Holzgestalter

Michael Ramm gelang es mit dem Jahreszei-

nicht abzusehen, in welch einzigartiger Weise die Erzeugnisse der Firma die Entwicklung der Erzgebirgischen Volkskunst im 20. Jahrhundert und den elf weißen Punkten deutlich. Das 1923 von Grete Wendt

entworfene Figurenensemble gewann 1937 auf der Pariser Weltausstellung eine Goldmedaille und einen Grand Prix. Damit gelang erstmals

einer Erzeugnisgruppe der Erzgebirgischen Volkskunst internationale Beachtung, von der bis heute Unternehmen der Branche profitieren.

Von Beginn an erweisen sich höchste Ansprüche an die Fertigungsqualität, konsequente Sortimentspflege und in jeder Gesellschaftsform zielgerichtete Vertriebs- und Marketingkonzepte nicht nur als zeitgemäß, sondern vor allem als zukunftsfähig.

tenbaum, das her-

kömmliche Flügelrad

der Pyramide optisch

aufzulösen und einen

Preis der Erzgebirgssparkasse H O LZ B I L D H AU E R J E S KO L A N G E

Laubbaum zu assoziie-

Jesko Lange (geb. 1971) ist gelernter Bildhauer und arbeitet als

lich unabhängige

der Künstlergruppe „exponArt“ nahm er an verschiedenen Ausstel-

ren, der eine jahreszeitBestückung mit

wechselbaren Miniaturen ermöglicht.

Holzbildhauer und Figurenschnitzer in Zschorlau. Als Mitbegründer lungen und Bildhauersymposien teil, u. a. in Berlin, Potsdam und Köln. Seit 2004 ist er Vorstandsmitglied der Sächsischen Holzbildhauerinnung. Neben zeitgenössischen Werken hat sich Jesko Lange auf

Portraitdarstellungen sowie erzgebirgische, bergmännische und

sakrale Skulpturen spezialisiert. Überregional bekannt wurde er durch seine Mitwirkung am Annaberger Krippenweg.

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REZEPT-TIPP

Schöner Schein

Tscherperhäppchen Tscherper hieß das Messer der Bergleute, mit denen sie auch ihre Brotzeit aßen. Aus dieser Tradition heraus entwickelte Ronny Weiß, Inhaber des Hotels Weißes Roß Marienberg und selbst gelernter Koch mit internationalen Referenzen, eine moderne Variante der Bergmanns-Brotzeit. Die klassische Variante mit rustikalem Brot und deftigen einheimischen Wurstsorten – stilecht serviert auf Naturschiefer und natürlich mit einem echten Tscherpermesser – können Sie im Gewölbekeller Roßtunnel genießen.

So viele Figuren, so viele Kerzen. Welche ist die richtige für Ihre Lieblingsfigur? Experten-Tipps rund ums richtige Licht. Klassiker: Die Pyramiden­kerzen aus Wachs treiben seit Jahrzehnten

zuverlässig und stilvoll Erzgebirgische Weihnachts­pyramiden an.

Elektrisch: Schwibbögen und

Pyramiden leuchten sicherer mit elektrischen Kerzen (s. S. 22).

❶ ❷

❶ Mini-Kalbsbällchen auf zweierlei Rübenspänen

30 g Zwiebelwürfel in etwas Butterschmalz andünsten. 1 Toastbrotscheibe fein zerkrümeln. 200 g Kalbshack mit 30 g Sauerrahm, 1 Ei, Zwiebelwürfeln und Brotkrümeln vermengen und mit Salz und Pfeffer würzen. 10 Bällchen formen, in Semmelmehl wälzen und in Öl braten. Von einer Mairübe und einer Roten Rübe (gegart) mit dem Sparschäler rundherum einen Span abschälen, mit Salz, Pfeffer, Zucker, Essig und Öl anmachen und in Gläschen abfüllen. Fleischbällchen aufsetzen, mit der Gabel fixieren und mit Petersilie garnieren.

❷ Heringshäckerle mit Löwenzahn in der Kartoffel

10 kleine Kartoffeln gut waschen, kochen und zur Hälfte aushöhlen. Die Unterseite für einen festen Stand begradigen. 1 Matjesfilet, 1 kleine Zwiebel, 30 g Salatgurke und 2 Radieschen fein würfeln, alles gut vermengen und mit Pfeffer, grobem Senf, Zitronensaft und frischem, gehacktem Löwenzahn abschmecken. Häckerle in die Kartoffeln verteilen, Gabel einstechen und mit frischem Löwenzahn garnieren.

Bergmännisch genießen Stilvoll übernachten und gediegen speisen im Stadt- und Businesshotel Weißes Roß in der Bergstadt Marienberg.

D

ie Bergstadt Marienberg ist die bekannteste Renais-

sance-Stadt des Erzgebirges. Von hier aus lassen sich die Reize des Erzgebirges wunderbar entdecken. Für die

stilvolle Übernachtung empfiehlt sich das Stadt- und

Businesshotel Weißes Roß im Herzen der Stadt. Geschäftsreisende wissen die zentrale Lage und die Nähe zur Tschechischen Republik ebenso zu schätzen wie Familien und Erzgebirgsurlauber. Ein

besonderes Highlight ist die exquisite regionale Küche, die die Gäste

in verschiedenen Räumen und Restaurants genießen können – unter anderem die Tscherperhäppchen aus dem Rezept-Tipp.

❸ Gebackenes Wellfleisch mit karamellisiertem Kohlrabi und Brunnenkresse

100 g Wellfleisch (gekochter Schweinebauch) in 10 gleiche Rechtecke schneiden, mit Mehl, aufgeschlagenem Ei und Semmelmehl nachein­ ander panieren, in Butterschmalz ausbacken und auf Küchenpapier abtropfen lassen. Kohlrabi in 20 gleich große Rechtecke schneiden. 2 EL Zucker in einer Pfanne karamellisieren lassen, 10 g Butter einrühren und mit 50 ml Apfelsaft ablöschen. Kohlrabistücke zugeben und im Karamell bissfest dünsten. Gebackenes Wellfleisch zwischen je 2 Kohlrabistücke legen, mit einem Spieß befestigen und mit Brunnenkresse garnieren.

Urig-rustikal: die Stülpnerstube

❹ Gebratene Blutwurst und Kartoffelkäse auf Brotränftel

Für den Kartoffelkäse 100 g geschälte Pellkartoffeln fein reiben, mit 50 g Sauerrahm vermengen, mit Salz und Pfeffer würzen und mit Schnittlauchringen verfeinern. 10 „Brotschiffchen“ schneiden und in Butterschmalz knusprig anbraten. 100 g Blutwurst in 10 Stücke schneiden, in Mehl wenden und ebenfalls anbraten. Brot und Blutwurst auf Küchenpapier lagern, damit dieses das überschüssige Fett aufnimmt. Blutwurst auf das Brot und Kartoffelkäse als Nocke aufsetzen, alles mit einem Spieß befestigen und mit frischem Majoran garnieren.

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Atmosphärisch-warm: die Schwemme

Erzgebirgisch-gemütlich: der Gewölbekeller Roßtunnel

Edel-elegant: die Rote Stube


LebensHunger.

Praktisch: Die praktischen

Magnetisch: Was man schon lange vom

ner. Sie setzen Figurenarran-

für Engel, Bergmann & Co: Lumix heißen

Teelichte sind wahre Allesköngements stimmungsvoll in Szene und treiben auch

moderne Pyramiden an.

Pyramidenteelichte entwickelt in Kooperation mit dem Verband: Dank optimiertem Docht geben die Pyramidenteelichte etwa 30 Prozent mehr Wärme ab. Eine große, gleichmäßig brennende Flamme bringt Teelichtpyramiden sicher zum Laufen. Mini: Klein aber fein sind die Puppenkerzen aus

dem Erzgebirge, die mit einem Durchmesser von

nur 0,7 bzw. 1 cm kleine Kerzentüllen schmücken.

Weihnachtsbaum kennt, gibt es jetzt auch die batteriebetriebenen LED-Kerzen mit

Fernbedienung, die per Magnet perfekt in

die Kerzenhalter verschiedener Erzgebirgsprodukte passen. Vertrieb exklusiv über Dregeno Seiffen.

Energiesparend: Seit einigen Jahren sind LED-Lichter immer mehr auf dem Vor-

marsch. Besonders bei Schwibbögen sorgen

sie für romantischen Schimmer, oft auch als verdecktes Licht. (s. S. 12, 38)

Gebacken mit Engelsgeduld Wie schmeckt Weihnachten im Erzgebirge? Nach saftigen Rosinen, samtig-weichem Hefeteig und einer knusprigen Zuckerkruste ... hmm! So schmeckt nur original erzgebirgischer Stollen. Wir haben uns auf den Weg zu Mühlen und Bäckern gemacht, um das Geheimnis des Erzgebirgsstollens ein kleines Stück zu lüften. zusammengeschlossen, die meisten von

Geboren zum Genießen

betriebe. Die Mitglieder sind sich einig:

zuckersüß und zum Anbeißen! Eine „Geburtsur-

ihnen Traditionsbäckereien und Familien„Wir leben für den und mit dem Stollen.“

Ein Qualitätssiegel verrät die Herkunft aus dem Erzgebirge und bürgt für den hohen Anspruch: „Mit dem Stollen möchten wir

Köstliche Vielfalt

Ausgezeichneter Geschmack

eigene Note. So bewahren wir die Beson-

führt in jeder Saison anonyme Stollenprü-

derheiten und Traditionen der Familienbetriebe“, verrät Karin Seifert von der

Bäckerei Seifert aus Leukersdorf, Präsidentin des Stollenverbandes Erzgebirge. Eine

Mindestrezeptur sorgt für gleichbleibende

kunde“ verrät, in welcher Bäckerei der Mandeloder Rosinenstollen aus dem Erzgebirge das Licht der Welt erblickte.

ein Stück Erzgebirge verkaufen.“

Individualität wird im Erzgebirge groß geschrieben. „Jeder Stollen hat seine

Sie heißen Mandy oder Rosi – und sind einfach

Der Chef der Bäckerfachschule Dresden fungen durch und bewertet Form,

Geschmack und Gesamtbild. Die besten

Stollen werden mit einem Qualitätssiegel in Gold, Silber und Bronze ausgezeichnet.

Qualität und geschmackliche Wiedererken-

Geduld zahlt sich aus

Tipp: Handwerk erleben

Erzgebirgsstollen sorgt gute Hefe dafür,

frühestens ab September in den Bäcke-

Bäckerei Nönnig in Ehrenfriedersdorf seinen eigenen

nung. Wichtig ist: In jedem original

dass er schön aufgeht. Das Mehl stammt

meist aus der Rolle-Mühle in Waldkirchen,

der einzigen Mühle im Erzgebirge, die noch mit Wasserkraft betrieben wird.

Back-Traditionen bewahren

Im Stollenverband Erzgebirge haben sich

Der original Erzgebirgsstollen steht

reien. So müssen keine Konservierungs-

stoffe verwendet werden. Traditionell wird der erste Stollen im Erzgebirge am 1. Advent angeschnitten.

1. Am Tag des traditionellen Handwerks kann man in der Stollen backen und Einblicke in die handwerkliche Herstellung gewinnen.

2. Am 1. Adventswochenende finden zum Annaberger

Stollentag im Erzhammer Annaberg-Buchholz öffentliche Stollenverkostungen statt. Dort kann man die Vielfalt des Erzgebirgsstollens selber erschmecken! www.originalstollen.de und

www.erzgebirgischer-weihnachtsstollen.com

seit 2010 rund 20 Handwerksbäcker aus dem Erzgebirge von Aue bis Glashütte

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LebensPartner.

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LebensPartner.

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LebensPartner.

Mit Herzblut und Gänsehaut Im Herzen von Dresden, nur wenige Schritte vom prachtvollen Neumarkt mit der wiedererrichteten Frauenkirche entfernt, lockt in einer schmalen Gasse ein Juwel der Einkaufskultur: „Tradition & Form“, das Fachgeschäft des Jahres 2015.

S

chon von weitem grüßt ein Herrnhuter Stern und schürt die Neugier

auf das kleine, aber feine Geschäft. Inhaber Mario Somplatzki hat ein sicheres Gespür für Stil und Geschmack, wie seine treffsichere

Produktauswahl und die elegante Präsentation beweisen. In edlen

Glasvitrinen verführen farblich und thematisch abgestimmte Deko-Welten die Augen zum Schauen und das Herz zum Staunen. Klassische Musik begleitet

den Einkäufer und man spürt, dass hier alles mit Liebe und Herzblut geschieht. Die Liebe war es auch, die Mario Somplatzki nach Dresden führte – und zwar

die Liebe zur Barockstadt und zum Erzgebirge. „Meine Großmutter, die ebenso

wie meine Mutter aus Dresden stammt und hier aufwuchs, führte mich schon als 4-Jährigen an die Erzgebirgskunst heran“, erzählt der gebürtige Mönchengladbacher, der Anfang der 2000er Jahre ein Geschäft für Erzgebirgische Volkskunst® in seiner

Heimatstadt betrieb. Um immer das beste

Angebot für seine Kunden zu besorgen, fuhr er mehrmals im Jahr ins Erzgebirge,

„Ehrliche Beratung ist für mich Herzens­ sache. Ich verkaufe nur Produkte, hinter ­denen ich voll und ganz stehe und von denen ich 100 %-ig weiß, dass sie original aus dem Erzgebirge stammen.“ Mario Somplatzki

besuchte die Werkstätten und setzte sich mit der Geschichte und den Traditionen auseinander. Es entwickelten sich enge Kontakte, viele Freundschaften zu den

Familien entstanden. Vor sieben Jahren dann verbrachte er längere Zeit in Dresden und

lernte das Elbflorenz kennen und lieben. „Immer, wenn ich Dresden

Zertifikat für Exzellenz aus. Viele treue Stammkunden kommen aus

erinnert er sich lächelnd. „Und das ist heute noch so.“ Es entstand die

Europa, den USA und Kanada, Australien, Japan und Korea, ja sogar

von der Autobahn kommend wiedersah, hatte ich Gänsehaut“, Idee, seine beiden Leidenschaften zusammenzuführen und ein

Geschäft für Erzgebirgisches Kunsthandwerk® in Dresden zu eröffnen. Allerdings gab es dort bereits einige davon … Eines war klar: Sollte

sein Geschäft Erfolg haben, musste es sich grundsätzlich von anderen unterscheiden. Durch ausgesuchte Hersteller. Durch eine anspruchs-

volle Präsentation und durch gelebten Service, der dem Kunden alles

bietet, was möglich ist. Mario Somplatzki ist genau dies gelungen. Die Reiseplattform TripAdvisor zeichnete das Geschäft 2015 mit dem

Immer gut beraten

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Dresden, dem Umland und den alten Bundesländern, aus ganz aus Tasmanien. Und die

meisten kommen immer

wieder. So wie der isländische Sammler, der gleich beim

ersten Besuch einen kom-

pletten 6-stufigen Engelberg mit Madonna und Orgel

erstand. Oder die Kunden aus Australien, die ihm am

nächsten Morgen als Dank für den wunderbaren Einkauf

Die Geschäfte des Fachhandelsrings

einen kleinen Buddha vor die

empfangen ihre Kunden mit einer stilvollen

dass die Menschen mit Freude

ehrlichen, fachkundigen Beratung und

lächelt Mario Somplatzki. Wer

Erzgebirgische Volkskunst (siehe Liste S. 47)

Ladentür legten. „Ich möchte,

Atmosphäre, freundlichem Personal, einer

in meinen Laden kommen“,

einem breiten, gut sortierten Angebot.

einmal hier war, kann diesem Angebot nicht widerstehen.

Gelungene Kombination aus Alt und Neu: Ein kleiner Verkaufs­ bereich ist antiken Sammler­ stücken gewidmet, die weltweit heiß begehrt sind.


LebensTipps. E R Z G E BI RGI S C H E VOL K SK U NS T ® E R L E BE N – T E R M I N K A L E N DE R 24. /25. OKTOBER 2015, 10 –17 UHR

13. SEPTEMBER 2015, 10 –17 UHR

31. OKTOBER BIS 1. NOVEMBER 2015

Herbstfest in der Schauwerkstatt „Zum Weihrichkarzl“ der Firma Huss in Sehmatal-Neudorf

Verkaufsausstellung im Erlichthof Rietschen der Firma Kunstgewerbe Frieder & André Uhlig

Tag des offenen Denkmals auf dem Rittergutshof in Neuhirschstein bei der Firma Raum- und Tafelschmuck Gabriele Günther 10 Uhr Wecken des Weihnachtsmanns

„Vorfreude“ in der Spielzeugschachtel bei Dregeno in Seiffen

26. /27. SEPTEMBER 2015, SA 10 –18 UHR, SO 10 –17 UHR Herbstmarkt im Kunsthandwerkerhaus mit großer Sonderpostenaktion bei der Firma RATAGS in Stolpen

3. OKTOBER 2015 MIT ANSCHLIESSENDER FESTWOCHE BIS 11. OKTOBER 2015, TÄGLICH 10 –17 UHR 11 Uhr: Eröffnung der Wendt & Kühn-Welt in Grünhainichen anlässlich des 100. Geburtstages von Wendt & Kühn Anschließende Festwoche bis 11. Oktober 2015 in der Wendt & Kühn-Welt Grünhainichen und in der Figurenwelt in Seiffen

14. /15. NOVEMBER 2015, 10 –17 UHR

Weihnachtsverkauf im Albstift in Aalen der Firma Kunstgewerbe Frieder & André Uhlig 19. BIS 22. NOVEMBER 2015

Erzgebirgischer Weihnachtsmarkt in Sachsens EU-Verbindungsbüro, Brüssel 26. NOVEMBER BIS 24. DEZEMBER 2015, TÄGLICH 10 –21 UHR 581. Striezelmarkt in Dresden

28. /29. NOVEMBER 2015, 10 –18 : 30 UHR

16. OKTOBER 2015, 17 UHR

Tage der erzgebirgischen Folklore, Stadthalle Chemnitz

Preisübergabe „Tradition & Form“ Erzgebirgssparkasse in Annaberg-Buchholz

28. /29. NOVEMBER 2015, 10 –17 UHR

Advents-Schautage in den Grünhainichener Werkstätten Wendt & Kühn

18. OKTOBER 2015, 10 –17 UHR

Tag des traditionellen Handwerks Dem Meister über die Schulter geschaut – zahlreiche Handwerksbetriebe im Erzgebirge öffnen ihre Pforten.

ALLE 4 ADVENTSWOCHENENDEN, JEWEILS FREITAG, SAMSTAG UND SONNTAG

Teilnehmer (Auswahl):

„Glanzlichter – Der besondere Weihnachtsmarkt“ im Klein-Erzgebirge Oederan

Werkstätten Flade, Olbernhau (17./18. Oktober) Wendt & Kühn-Figurenwelt, Seiffen (17./18. Oktober) Hobler – Figuren mit Herz aus Grünhainichen (17./18. Oktober) Blank, Grünhainichen Björn Köhler Kunsthandwerk, Eppendorf Drechslerei Volkmar Wagner, Riechberg Schalling Erzgebirgisches Kunstgewerbe, Seiffen Kunstgewerbe Uhlig, Seiffen Huss Räucherkerzenherstellung, Sehmatal-Neudorf Klein-Erzgebirge, Oederan

27. /28.11., 04. /05.12. UND 11. /12.12.2015, FREITAGS : 14 –19 UHR, SAMSTAGS/SONNTAGS 9–18 UHR Wichteltage in der Drechslerei Kuhnert in Rothenkirchen 28. NOVEMBER BIS 13. DEZEMBER 2015 MO –FR 13–18 UHR, SA/SO 11–18 UHR Handwerkerschau im Rittergut Olbernhau 29. NOVEMBER 2015, 10 –17 UHR

16. BIS 18. OKTOBER 2015

10. Lichtelfest im Schneemannland bei der Drechslerei Volkmar Wagner, Riechberg

4. Verkaufspräsentation Erzgebirgischer Volkskunst® in Bad Vöslau, Österreich

5. /6. DEZEMBER 2015, 10 –17 UHR

10. BIS 25. OKTOBER 2015

„HERBST IM MINIATURPARK“ im Klein-Erzgebirge Oederan

Pyramidenfest bei Blank in Grünhainichen 5. /6. DEZEMBER 2015, 10 –18 UHR

24. /25. OKTOBER 2015, 10 –17 UHR

Tage der offenen Tür bei Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz

Kathrinchen Zimtsterns Weihnachtswerkstatt in den Werkstätten Flade, Olbernhau

12. DEZEMBER 2015, 13–17 UHR

Pyramidenfest auf dem Dresdner Striezelmarkt

2016 12. /13. MÄRZ 2016, 10 –17 UHR

Tage der offenen Tür bei Erzgebirgische Holzkunst Gahlenz 18. MÄRZ 2016, 13–19 UHR UND 19. MÄRZ 2016, 9–18 UHR

Ostermarkt bei der Drechslerei Kuhnert, Rothenkirchen 26. MÄRZ 2016, 14 –17 UHR OSTERSONNABEND

8. Osterfest bei der Drechslerei Volkmar Wagner, Riechberg 7. /8. MAI 2016, 10 –17 UHR

Frühling unterm Apfelbaum in den Werkstätten Flade, Olbernhau TÄGLICH

Die Schauwerkstatt der Seiffener Volkskunst hat täglich geöffnet. ADVENTSWOCHENENDEN UND FERIEN

Basteln in der Schauwerkstatt Seiffen Die Schauwerkstatt der Seiffener Volkskunst lädt freitags und samstags sowie an den Adventswochenenden und täglich in den sächsischen Ferien zum Basteln ein. FERIENKURSE IN DER HOLZSPIELZEUGMACHERUND DRECHSLERSCHULE SEIFFEN Kurstermine siehe Seite 35

WEIHNACHTSMÄRKTE 2015 IM ERZGEBIRGE (AUSWAHL) : 24.11.–22.12.2015 27.11.–20.12.2015 27.11.–23.12.2015 27.11.–23.12.2015 28.11.–20.12.2015 28.11.–20.12.2015 04.12.–13.12.2015 06.12.2015

Freiberger Christmarkt Marienberger Weihnachtsmarkt Annaberger Weihnachtsmarkt Chemnitzer Weihnachtsmarkt Schneeberger Weihnachtsmarkt Seiffener Weihnachtsmarkt Schwarzenberger Weihnachtsmarkt Lichtelfest Schneeberg

BERGPARADEN 2015 IM ERZGEBIRGE (AUSWAHL) : 28.11.2015 14:00 Uhr 05.12.2015 17:00 Uhr 05.12.2015 17:30 Uhr 06.12.2015 16:30 Uhr 12.12.2015 15:30 Uhr 12.12.2015 17:00 Uhr 13.12.2015 14:00 Uhr 20.12.2015 13:30 Uhr

Chemnitz Olbernhau Freiberg Schneeberg Seiffen Schwarzenberg Marienberg Annaberg-Buchholz

G E W I N NSPI E L Sie möchten gern attraktive Preise aus dem Erzgebirge gewinnen? Beantworten Sie einfach folgende Fragen und sichern Sie sich Ihre Gewinnchance! Einsendeschluss: 30. April 2016 · Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. 1. Was kann man in den Ferienkursen in Seiffen lernen? A

2. Welche Stadt wurde 2014 zur „Best Christmas City“ in Deutschland gewählt?

Drechseln, Schnitzen und

A

Bemalen

B

Änderungen vorbehalten!

C

B

Häkeln und Stricken

C

Kräuter- und Pilzkunde

Nürnberg Lübeck

Dresden

3. Was verkörpert der Engel in der Tradition des Erzgebirges? A B C

die Frau des Königs

die Frau des Bergmanns die Frau des Nachbarn

PR E I S E

25 hölzerne Boten „Picus“

machen sich schon bald auf die Reise zu den glücklichen Gewinnern.

Vielen Dank für die zahlreichen Einsendungen zu unserer letzten Ausgabe. Die richtigen Antworten lauteten: 1C, 2B, 3A

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Änderungen vorbehalten!

12. SEPTEMBER 2015, AB 10 UHR


LebensTipps. L E SE R BR I E F E

I M P R ES S UM Die Kunst zum Leben. Magazin für Erzgebirgische Handwerkskunst 9. Jahrgang Heft 9 2015/2016 Erscheinungstermin: 14.8.2015 Schutzgebühr 4,50 Euro

Vielen Dank an alle Leser für die wundervollen Zeilen, Bilder und Zeichnungen!

V.i.S.d.P. Dieter Uhlmann, Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V.

Es ist ein Genuss, die Seiten voller Träume anzuschauen und sich so z. B. auf die Weihnachtszeit zu freuen. In Zeiten von „made in China“ ist es beruhigend zu wissen, dass es noch echte deutsche Handwerkskunst gibt. 

Herausgeber Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. Albertstraße 15 · 09526 Olbernhau Telefon 037360/72442 · Fax 037360/3048 service@erzgebirge.org · www.erzgebirge.org

ANGELIKA SOMMER, BAD ROTHENFELDE

Lieber Picus! Weißt Du, was mir an Weihnachten gefällt? Du! Vor allem wenn du bei mir daheim einziehen würdest, da würde ich Dir immer ein Lichtlein im Advent anzünden. 

HENRIK SARTINI (6 JAHRE) , CHEMNITZ

Bereits im Sommer kommt damit wieder die Lust auf die kleinen und großen Männchen auf, die sich auf unserem Dachboden verstecken. Auch lockt uns die Zeitschrift öfter einmal zum Fachhändler unseres Vertrauens, wo wir unserem zum Glück absolut unschädlichen Laster nachgehen können.

Ich freue mich immer wie ein kleines Kind auf Ihre Zeitschrift und lese sie mit Begeisterung meist in einem Zuge durch.





JANETT PEZENKA, MITTWEIDA

Wo bekomme ich das Magazin? Das Magazin „Die Kunst zum Leben.“ wird einmal jährlich, immer im August, vom Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. herausgegeben. Sie erhalten es bei Ihrem Fachhändler oder im Abonnement.

Abokarte

GÜNTER VIEWEG, RASCHAU

Zwergen POST

aus dem Erzgebirge

25 JAHRE

verband erzgebirgischer kunsthandwerk spielzeughersteler und ler e.v.

Liebe Kinder, habt ihr schon die Zwergenpost entdeckt? Picus hat sie extra für euch gestaltet und diesem

zum Die Kunst M AGAZI

ERZGEB N FÜ R

I RGISC

DWER H E HAN

KSKU NST

AUSGAB

Magazin beigelegt.

Leben.

E 2015/2016

SCHUTZGEBÜHR

4,50 ¤

Redaktion & Text Sternkopf Communications Dr. Sylva-Michèle Sternkopf Telefon 03726/7929190 · Fax 03726/79291910 contact@sternkopf.biz · www.sternkopf.biz Layout, Satz schech.net | Strategie. Kommunikation. Design. Telefon 0351/8361445 · Fax 0351/8361446 kontakt@schech.net · www.schech.net Fotonachweis Kristian Hahn, Fotoatelier Hermann Schmidt: S. 8, S. 10 (außer unten Mitte), S. 11, S. 20 Mitte und oben, S. 28 unten, S. 42/43 Sylvio Dittrich: S. 4 oben Eva Schalling: S. 5 Mitte, S. 35 oben, S. 44 Rezept-Tipp oben Stefanie Hartmann: S. 7 unten, S. 35 unten Christian Lorenz: S. 10 unten Mitte, S. 48 Stefanie Flechsig: S. 5 unten Studio2-Media: S. 45 unten rechts Landeshauptstadt Dresden: S. 5 oben links Museum für Sächsische Volkskunst Dresden: S. 18 Leipziger Messe: S. 28/29 Titelfoto Fotolia, Kristian Hahn Die Rechte an allen anderen Fotos liegen bei den jeweiligen Firmen und Einrichtungen bzw. beim Herausgeber. Anzeigenleitung und Vertrieb Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e. V. Druck Möller Druck und Verlag GmbH Ahrensfelde Nachdruck und Vervielfältigung, auch auszugsweise, nur mit Genehmigung des Herausgebers.

Kunsthandwerkerverband 25 Jahre Erzgebirge Jubiläum: aus dem bemalt Klassiker gut & fein Sinnen entdecken Tierisch mit allen Das Erzgebirge

Kinderbeilage zu „Die Kunst zum Leben.“ Magazin für Erzgebirgische Handwerkskunst Ausgabe 2015/2016

Einfach ausfüllen und ab der nächsten

Ausgabe „Die Kunst zum Leben.“ zugeschickt bekommen!

Ja,

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50

Verband Erzgebirgischer Kunsthandwerker und Spielzeughersteller e.V. Albertstraße 15 09526 Olbernhau


FleischereiRichter.de

Herzhafte

Grüße aus dem Erzgebirge. Richterfrisch – Leckeres von hier.

Die Handwerksregion Erzgebirge lebt nicht zuletzt von der Lebensmittelkompetenz, welche die Fleischerei Richter als Erzgebirgisches Spezialitätenhaus auszeichnet. Mit unserer Original Erzgebirgischen Rostbratwurst stehen wir zur Qualität und Herkunft unserer Produkte.


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Die Kunst zum Leben Ausgabe 2015/2016  

Die Kunst zum Leben Ausgabe 2015/2016 Magazin für Erzgebirgische Handwerkskunst

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Die Kunst zum Leben Ausgabe 2015/2016 Magazin für Erzgebirgische Handwerkskunst

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