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SPORTFISI@ Ausgabe 01 / Mai 2017

photo: Andy Schmid


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INHALTSVERZEICHNIS

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Editorial mit Lara Allet (Vorstandsmitglied SVSP)

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Facts & Figures mit Séverine Vogel Sportphysiotherapeutin der Schweizer Herren-Nationalmannschaft

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Sportphysio @ work mit Conny Anderes Sportphysiotherapeutin der Lakers Stäfa

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Behind the scene mit Grethe Myklebust und Stig Andersson Oslo Sports Trauma & Research Center

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BEHIND THE SCENE MIT GRETHE MYKLEBUST UND STIG ANDERSSON

Im Gespräch mit Andy Schmid Schweizer MVP in der Bundesliga Deutschland, Rhein-Neckar Löwen

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sport-handicap mit Julien Antoine Entraîneur-joueur du hand en fauteuil au club Sélestat Alsace Handball (SAHB)

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Sportmed- Corner mit Markus Waldén Doctor of the UEFA Study Group, member on the medical committee of the Swedish football & handball association

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BJSM- Corner Nützliche Links zu verschiedenen Studien und ein Gespräch mit Martin Asker, Sweden

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BEHINDERTENSPORT MIT JULIEN ANTOINE

People mit Arthur Yapo Préparateur physique du renommé club de handball de Paris Saint-Germain

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special mit Gábor Császár Member of the Hungarian National Team during the World Championship in Paris 2017


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REDAKTION

ANITA ZWAHLEN Vorstandsmitglied SVSP Autorin sportfisi@

MARIO BIZZINI Vize-Präsident SVSP Autor sportfisi@

PATRIZIA ZANETTI Sportphysiotherapeutin Autorin sportfisi@ Termine 15. Sportfisio-Symposium, Bern, 24. November 2017 Special Edition «Tendons» with Jill Cook (AUS), Ebonie Rio (AUS) and Craig Purdam (AUS) 2nd World Congress of Sports Physical Therapy, Belfast, 6-7 october 2017

Preview sportfisi@ 02/2017

CONRAD VON GREBEL Founder of VGM - von Grebel Motion AG & Dreicast GmbH Layouter sportfisi@

SANDRA GEIGER Lektorin deutsche Texte

SABINA DIETHELM Lektorin englische Texte

Sportart: Volleyball

NICOLAS MATHIEU Lektor französische Texte follow us www.facebook.com/sportfisioswiss www.twitter.com/SportfisioSwiss redaktion@sportfisio.ch

instagram.com/sportfisioswiss goo.gl/rCaqmg

Der Einfachheit halber wird im Text teilweise nur die männliche Form verwendet. Die weibliche Form ist selbstverständlich immer mit eingeschlossen.


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SPORTPHYSIOTHERAPIE UND HANDBALL Als eigentliche Geburtsstunde des heutigen Handballs gilt offiziell der Oktober 1917. Mit der Festlegung des ersten Regelwerks und des Spielnamens «Handball» schuf der Berliner Max Heiser (1879–1921) die Grundlagen für das Spiel, wie wir es heute kennen. Ein Blick auf die Entstehungsgeschichte des Handballs lohnt sich, denn das Spiel hat so manchen Wandel erlebt. Handball-ähnliche Spiele wurden bereits in der Antike gespielt. Als Vorläufer in der jüngeren Geschichte können das Turnspiel «Torball», das in Dänemark gespielte «Haandbold» und das in der Tschechei gespielte «Ceska hazena» angesehen werden. Bis vor noch nicht allzu langer Zeit wurde Handball auf grossen Rasenplätzen gespielt, ähnlich wie beim Fussball. Erst in den 50erJahren verlegte man den Spielort unter das Dach. Bereits 1936 wurde das Spiel in Berlin in den Olympiakalender aufgenommen – damals als Feldhandball auf Rasen mit elf Spielern. 1948 in London entfiel Handball, 1952 in Helsinki war Feldhandball Demonstrationssportart. 1972 in München kam Handball wieder ins Programm, nun aber als Hallenhandball, und gehört seitdem zum festen Programm der Olympiade. Das Spiel hat sich zu einem Schlager in den olympischen Wettkämpfen entwickelt und ist aus diesen nicht mehr wegzudenken. Seit den Spielen 1976 in Montreal wird auch ein Frauenturnier ausgetragen – also seit sieben Olympischen Spielen. Hochburgen des Handballs sind die skandinavischen Länder, der ehemalige

Ostblock sowie Deutschland. In neuerer Zeit haben sich auch Spanien und Frankreich zu Hotspots der Szene entwickelt und mischen an der Weltspitze mit. Ein Highlight der aktuellen sportfisi@Ausgabe ist sicherlich das Interview mit dem Sport-Superstar Andy Schmid. Andy Schmid, geboren in Horgen am Zürichsee, wurde nach der letzten Saison in Deutschland von einer Fachjury mit grosser Mehrheit zum wertvollsten Spieler (MVP – Most Valuable Player) der Handball-Bundesliga gewählt. Das macht ihn offiziell zum aktuell besten Spieler in der besten Liga der Welt. Schade, dass er in der Schweiz nur Handballfans und Insidern ein Begriff ist. Ausserdem konnten wir Arthur Yapo, Fitnesstrainer von Paris Saint Germain, für einen Bericht in der Rubrik «People» gewinnen. Für das klinische Interesse findet Ihr unter der Rubrik «Behind the Scene» Informationen zu aktuellen Studien über ACT und Schulterverletzungen in Bezug auf Handball. Ich wünsche Euch spannende Unterhaltung mit der dritten Ausgabe von sportfisi@! Lara Allet, Vorstandsmitglied SVSP

Lara ALLET


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PHYSIOTHÉRAPIE DU SPORT ET HANDBALL Le Handball d’aujourd’hui a vu le jour officiellement en octobre 1917. En mettant sur pied les premières règles et le nom «Handball», le berlinois Max Heiser (1879 – 1921) a posé la première pierre de ce jeu qu’on pratique encore aujourd’hui. Un coup d’oeil sur l’historique du handball en vaut la peine. Des jeux similaires au handball se pratiquaient déjà dans l’antiquité. On le nommait dès lors «Torball», au Danemark «Haandbold» et en Tchèquie «Ceska hazena». Jusqu’à pas si longtemps, le Handball se pratiquait sur de grandes places en pelouse comme le football. Ce sport jadis pratiqué en extérieur trouve refuge dans des salles depuis ces 50 dernières années. Cette activité sportive fut acceptée comme sport dans le calendrier olympique en 1936 à Berlin, à l’époque, sur un terrain en herbe avec 11 joueurs. À Londres, en 1948, il revient et en 1952 à Helsinki, le handball en plein air est sport de démonstration. En 1972, à Münich, il est à nouveau au programme comme sport de salle et appartient depuis au programme olympique. Le jeu en valait la chandelle car ce fut un succès qui n’est plus à défendre. Depuis les jeux de Montreal en 1976, un tournoi féminin a vu le jour et est présent depuis 7 jeux olympiques. Les fers de lance de ce jeu sont les pays scandinaves et les pays de l’ancien bloc de l’Est tout comme l’Allemagne et récemment l’Espagne et la France sont considérés comme les pays les plus performants au niveau mondial.

Le «clou» de la revue actuelle sporfisi@ est assurément l’interview de la star sportive Andy Schmid. Andy Schmid, né à Horgen au bord du lac de Zürich, a été élu, lors de la dernière saison en Allemagne, par un jury de spécialistes du domaine le joueur le plus talentueux (MVP – Most Valuable Player) de la 1ère division allemande de handball. Ce qui fait de lui de manière officielle, le meilleur joueur actuel du meilleur championnat du monde ! Dommage, qu’en Suisse, c’est une notion appréciée pour les seuls fans et spécialistes du domaine. De plus, nous avons pu obtenir un contact pour la rubrique «people» avec Arthur Yapo, préparateur physique du Paris St-Germain. Pour la partie «clinique», vous trouverez sous la rubrique «Behind the screen», des informations sur une étude actuelle sur l’ACT et les blessures d’épaule en handball. Je vous souhaite un bon divertissement à la lecture de cette 3ème édition du sportfisi@ - magazine! Lara Allet, membre du comité SVSP


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FACTS & FIGURES TEXT: Séverine Albini- Vogel

Mein Name ist Séverine Albini-Vogel. Seit 2015 arbeite ich im Swiss Sportmed Center Altius in Rheinfelden (AG) und gehöre zum Betreuerstab der Herren-Handball-Nationalmannschaft. 2010 kam ich über meine frühere Stelle in der Rennbahnklinik Muttenz (BL) zur Nationalmannschaft. Zu Beginn betreute ich die Damen sowie die Junioren. Letztere habe ich rund 5 Jahre betreut und durfte viele Inland- sowie Auslandeinsätze begleiten. Da Handball eine sehr intensive, schnelle und körperbetonte Sportart ist, sind die Aufgaben des Physiotherapeuten sehr vielfältig. Dies ist nebst der grossen Kollegialität mitunter der Grund, weshalb ich die Betreuung von Handballspielern sehr schätze.

Séverine Albini-Vogel


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HANDBALL KURZ GEFASST: •

Zwei Mannschaften mit je 6 Feldspielern und einem Torwart spielen gegeneinander.

Ziel ist es, mittels Würfen möglichst viele Tore zu erzielen.

Das Spielfeld misst 40x20 Meter (siehe Skizze).

Vor den Toren befindet sich jeweils der Torraum bestehend aus zwei verlängerten Viertelkreisen (Radius 6 Meter). Der Torraum darf von Feldspielern nicht betreten werden. Der Ball darf nur über den Luftraum im Torraum gespielt werden, also im Sprung. Der Ball muss dabei die Hand des Spielers verlassen haben, bevor der Spieler den Boden wieder berührt. Wird der Torraum ohne Ball betreten, führt dies zum Ballverlust an die gegnerische Mannschaft.

Die reguläre Spielzeit beträgt 2x 30 Minuten.

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Handball-Masse:

Grösse

Mannschaft

Umfang in cm

Gewicht in g

III

Männer und Knaben ab 16

58-50

425-475

II

Frauen und Knaben ab 12 sowie Mädchen ab 14

54-56

325-375

I

Jugend ab 8

50-52

290-330

Spielerpositionen:

Wurfarten:

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Schlagwurf, auch Kernwurf (Hauptwurf): Beide Füsse haben Bodenkontakt oder Stand auf Sprungbein (Wurf über Kreuz)

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Fallwurf: Schlagwurf aus der Fallbewegung heraus

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Laufwurf: ähnlich wie Schlagwurf, jedoch ist das seitengleiche Bein beim Abwurf vorne (Wurf somit nicht über Kreuz)

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Sprungwurf: Anlauf, Absprung, Wurf, Landung

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Schlenzwurf, auch Hüftwurf: Ball verlässt die Hand auf Hüfthöhe

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Dreher: Ball verändert in der Luft seine Flugrichtung

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Heber: Ball wird in einer steilen Flugkurve über den Torwart gespielt

»»

Knickwurf: der Spieler knickt beim Wurf zur Wurfarmgegenseite ab

»»

Flieger, auch Kempa-Trick: Spieler A wirft Ball, Spieler B fängt ihn in der Luft und schiesst vor der Landung auf Tor


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Wurfgeschwindigkeit beim Schlagwurf:

• 1. Bundesliga Damen: Mittelwert 86 km/h, Maximum 96 km/h (Quelle SportBild 2007) •

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• 1. Bundesliga Herren: Mittelwert 109 km/h, Maximum 122 km/h (Quelle SportBild 2007)

• Ein Wurf mit 100 km/h aus 9 Metern Entfernung landet in nur 0,32 Sekunden im Tor.

Laufdistanz:

Eine durchschnittliche Laufdistanz lässt sich kaum berechnen, da sie sehr von der Spielerposition und der individuellen effektiven Spielzeit abhängt. Verteidigungsspieler absolvieren kürzere Distanzen als Angriffsspieler. Jeder Spieler sollte in der Lage sein, 60 Minuten laufen zu können (Grundlagenausdauer). •

Reaktionszeit Profi-Torwart:

Die durchschnittliche Reaktionszeit eines Profi-Torwarts beträgt lediglich 0,18 bis 0,2 Sekunden. Zum Vergleich: Die mittlere Reaktionszeit bei einer Notbremsung im Strassenverkehr liegt bei 0,45 Sekunden. •

Einsatzbereich Physiotherapeut:

Bevor der Physiotherapeut das Spielfeld betreten und einen Spieler versorgen darf, muss er das Zeichen des Schiedsrichters abwarten. Nebst der Spielfeldbetreuung kümmert sich der Physiotherapeut um die Bedürfnisse der Spieler auf der Bank und sorgt unter anderem dafür, dass immer genügend Getränke vorhanden sind. Am meisten hat der Physiotherapeut vor und nach dem Spiel zu tun. Vor dem Spiel werden oftmals Spieler getapet und die Muskulatur vorbereitet. Nach dem Spiel steht die Behandlung und Versorgung der akuten und bereits bestehenden Verletzungen und Beschwerden im Vordergrund. Eine gute Zusammenarbeit und der ständige Austausch mit dem behandelnden Mannschaftsarzt ist hierbei unerlässlich. An manchen Spieltagen arbeitet der Physiotherapeut bis spät in die Nacht. •

Häufige Verletzungen beim Handball:

Durch die schnellen Stop-and-go-Belastungen, die Zweikämpfe und die raschen Richtungswechsel sind vor allem die unteren Extremitäten (Sprunggelenk und Kniegelenk) anfällig für akute Verletzungen wie Distorsionen (Kapsel-Band-Verletzungen). Die akuten Verletzungen machen je nach Auswertung 79 bis 93 Prozent aus, Überlastungsschäden 7 bis 21 Prozent. Bei den Überlastungsschäden gilt das Augenmerk der Wirbelsäule und der Schulter. Die Schulter ist oftmals von chronischen Problemen betroffen. Ausgelöst durch die vielen Wurfbewegungen erleidet die ventrale Kapsel Mikrotraumen und ist, im Gegensatz zur verkürzten dorsalen Kapsel, instabil. Es besteht meist eine muskuläre Dysbalance der Rotatorenmanschette zum Pectoralis Major und zum Deltoideus. Ebenso findet sich meist ein Defizit der (dynamischen) scapulo-thorakalen Stabilität. Diese Faktoren führen zu einer schlechten Schulterzentrierung und somit zu Beschwerden. Für die Rehabilitation ist es daher von äusserster Wichtigkeit, die dorsale Kapsel aufzudehnen und die ventrale Kapsel durch gezielte Übungen zu stabilisieren. Dabei ist es elementar, die zentrierende Rotatorenmanschette sowie die gesamte scapula-thorakale Muskulatur in unterschiedlichen Positionen (wurfspezifisch) zu trainieren. (Quelle: http://www.schulterinfo.de/handball_schulter.html)


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Motorische Grundeigenschaften und Energiesysteme:

Die Kenntnis über die benötigten motorischen Grundlagen bildet den Grundpfeiler für die Rehabilitation. Das Ausmass der Verletzung (konservativ/operativ) und die aktuelle Wundheilungsphase gibt die Indikation, wann welche motorische Grundeigenschaft prioritär behandelt wird. Beweglichkeit: Fussgelenk, Knie, Hüfte, Rumpf inklusive Kopf sowie Schulter Koordination: Es müssen alle koordinativen Fähigkeiten berücksichtigt und Defizite therapiert werden. Am Ende der Rehabilitation muss der Sportler mittels Shaping ausbelastet werden. Ausdauer: Der Handballer benötigt durch die kurzen Laufdistanzen, die unterschiedlich langen Einsatzzeiten und je nach Spielerposition folgende Energiesysteme: •

aerobe und anaerobe Kapazität für die Grundlagenausdauer (Basis)

anaerob alaktazide Kapazität: Training im Bereich des Kreatinphosphatpools durch eine anaerobe Belastung von 10 bis 13 Sekunden

anaerob laktazide Kapazität: Training für eine erhöhte Laktattoleranz. In der Rehabilitation z.B. mittels intensiver Intervallmethode, wobei Kurzzeit-, Mittelzeit- und Langzeit-Intervalltraining möglich sind. Wichtig dabei ist, die Belastung auf die persönliche Laufdistanz (z.B. zwischen 9 bis18 Meter) abzustimmen.

Kraft: In der Rehabilitation ist es wichtig, einen grundlegenden Aufbau beginnend mit der Koordination zu verfolgen und schrittweise unter Berücksichtigung der Wundheilungsphasen die Intensität zu steigern. Da Handball als Explosivsportart gilt, ist das Ziel, sowohl bezüglich Kraft wie auch bezüglich Geschwindigkeit die Typ IIx Muskelfasern zu rekrutieren (Transfersystem). Je nach Leistungsniveau soll die gesamte Kraftpyramide erarbeitet werden. Die Rekrutierung der Kraft gilt im Handball als Basis für die Geschwindigkeit einer Wurfbewegung und der Sprungkraft. Dabei spielen das exzentrische Training, das Schnellkraft-Training, das konzentrische Beschleunigen, das exzentrische Bremsen und schlussendlich das Training im Pre-Stretch und die Plyometrie eine entscheidende Rolle.


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Kraftpyramide nach Van den Berg 2005

KRS Rekrutieren in Kilogramm

Rekrutieren in Geschwindigkeit

KRS 7: 1–2 WH KRS 6: 3–4 WH KRS 5: 5–7 WH KRS 4: 8–15 WH KRS 3: 16–20 WH KRS 2: 21–30 WH

konzentrisch Beschleunigen exzentrisch Bremsen Prestretch Plyometrie

KRS 1: 10–15 WH Wiederholungen

Geschwindigkeit

Schnelligkeit: Da hier das grösste Rückfall- beziehungsweise Verletzungsrisiko besteht, findet das Training der Schnelligkeit am Ende der Rehabilitation statt. Trainiert werden die kognitive Antizipation (Spiel lesen), die kognitive Entscheidung (schnelle Handlungsentscheidungen fällen), die motorische Reaktion, die maximale Beschleunigung und die Schnelligkeitsausdauer. Das Programm wird abgerundet von einem spezifischen Training. Da der Handballer durch die Täuschungen (seitliche Verschiebungen), die kurzen Reaktionszeiten, das Beschleunigen und Abbremsen maximal schnellen Stop-and-go-Belastungen ausgesetzt ist, müssen diese Elemente sehr gut aufgebaut und trainiert werden. Nebst dem Wiedererlangen der körperlichen Fähigkeit muss der Handballer das Vertrauen in seine Fähigkeiten zurückgewinnen.


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SPORTPHYSIO @ WORK TEXT: Anita Zwahlen fotos: Conny Anderes

CONNY ANDERES, SPORTPHYSIOTHERAPEUTIN DER SCHULTHESS KLINIK IN ZÜRICH BETREUT NUN SCHON DIE ZWÖLFTE SAISON IN FOLGE DIE LAKERS STÄFA. HIER EIN BERICHT AUS IHREM ALLTAG ALS SPORTPHYSIOTHERAPEUTIN.


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Bereits ihre zwölfte Saison bestreitet die passionierte Sportphysiotherapeutin Conny Anderes (34) mit dem Handballclub Stäfa. Bereits während ihrer Ausbildung zur Physiotherapeutin am Universitätsspital Zürich machte sie in der Saison 2005/06 ihre ersten Erfahrungen in der physiotherapeutischen Betreuung des NLB-Ligisten. Die Thurgauerin, welche ihre Freizeit ihrer grossen Leidenschaft, dem Surfen, widmet, gehörte sehr schnell zur Stäfa-Familie und ist aus dieser nicht mehr wegzudenken. Aktuell ist Conny zu 90 Prozent als Sportphysiotherapeutin bei der Schulthess Klinik in Zürich angestellt. Durch ihr grosses Netzwerk in der Fussballszene, behandelt sie dort neben zahlreichen Athleten aus dem Handballbereich auch viele professionelle Fussballspieler. Zweimal wöchentlich wohnt sie zirka dreieinhalb bis vier Stunden dem Training der Lakers Stäfa bei. Je nach Saison kommt noch etwa ein Match pro Woche hinzu. «Ohne Leidenschaft zum Sport, wäre dieses Pensum nicht möglich», so Anderes. Auch ihre Arbeitskollegen kennen sie nicht anders: «Die Athleten fühlen sich absolut wohl bei ihr. Sie fiebert und leidet gleichermassen mit ihren Schützlingen mit und setzt alle Hebel in Bewegung, um sie so professionell wie möglich in ihrer Reha-Phase zu betreuen», so eine Arbeitskollegin. Etwa eine halbe Stunde vor dem Training schaut sich Anderes die angeschlagenen oder verletzten Spieler an und entscheidet über deren Trainingsfähigkeit. Je nach Notwendigkeit werden die Athleten vorbehandelt oder getapet. Das zweieinhalbstündige Training setzt sich aus einer Stunde Athletik und eineinhalb Stunden Hallentraining zusammen. Die Sportphysiotherapeutin hat während des Trainings eine beratende Funktion. «Die Zusammenarbeit zwischen Coach und Sportphysiotherapeut ist sehr

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gut», so Anderes. Diese so wichtige Zusammenarbeit funktioniert in vielen Sportmannschaften leider noch nicht optimal. Anderes geniesst grosses Ansehen im Club, wodurch sie bei wichtigen medizinischen Entscheidungen nebst dem Clubarzt Dr. Stefan Sannwald die wichtigste Ansprechperson für den Headcoach ist. Während des Athletik- und Hallentrainings behandelt die Sportphysiotherapeutin vor Ort die angeschlagenen Athleten, begleitet Rehatrainings und beurteilt notfallmässig die Verletzungen der Junioren des HC Stäfa. In sehr seltenen Fällen hat sie auch einmal nichts zu tun und verfolgt dann einfach das Training. Nach dem Training verbringt sie noch etwa eine Stunde in der Halle, um sich um jene Spieler zu kümmern, welche nun eine Behandlung benötigen. Anderes betreute ebenfalls bereits die Mitglieder des aktuellen Staffs, als diese noch aktive Spieler waren. Dadurch weiss jeder Einzelne des Teams um ihr Können und vertraut ihr vorbehaltslos. Die unmittelbare Vorbereitung auf ein Spiel verläuft nach einem geregelten Ablauf. Auf diese Weise kommt keine Unruhe im Team auf und jeder Spieler kann sich in Ruhe mental vorbereiten. Fast zwei Stunden vor Anpfiff versammelt sich die Mannschaft. Man begrüsst sich, plaudert – es herrscht eine lockere Atmosphäre. Das Team beginnt nun mit einem zehn bis fünfzehnminütigen Footing. Falls nötig werden bereits jetzt erste Spieler von Anderes für den Match vorbereitet. Bis spätestens 55 Minuten vor Spielanpfiff muss sie alle Spieler getapet und vorbereitet haben. Nach einer kurzen Teambesprechung wärmt sich die Mannschaft eine halbe Stunde in der Halle auf.


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Auch die Spieler werden in die Pflicht genommen: So füllt jemand die Flaschen auf, jemand bereitet die Snacks vor, jemand ist zuständig für das Harz und jemand kümmert sich um die Musik für das Warm-up. Die Tücher für die Spieler legt Anderes jeweils selber bereit.

im Leistenbereich, Fingerverletzungen, Knie- und Supinationstraumata. Sehr oft zeigen sich OveruseProbleme im Bereich der Patellarsehne, der Achillessehne, der Knochenhaut der Tibia und der Plantarfaszie. Erstaunlicherweise haben die Goalies vergleichsweise selten Verletzungen.»

Seit dieser Saison sind die Einsätze für die Sportphysiotherapeuten in der Handballszene rarer geworden, da es nun eine neue Regelung gibt: Wenn ein Spieler ein medical Timeout nehmen muss, wird er für drei Angriffe aus dem Spiel genommen. Dies hat zur Folge, dass ein Spieler eher die Zähne zusammenbeisst, wieder aufsteht und weiterspielt. Generell darf der Sportphysiotherapeut erst dann zum Spieler auf das Feld, nachdem der Schiedsrichter das medical Timeout genehmigt hat. Falls der Physio ohne Zustimmung des Schiedsrichters auf das Feld stürmt, gibt es eine gelbe Karte für die Bank. Bei zwei gelben Karten hat dies eine Zweiminutenstrafe für einen Feldspieler zur Folge.

Seit dieser Saison hat der HC Stäfa einen Mentalcoach – eine wichtige Unterstützung. Zu Beginn führte er ein Mentaltraining mit der gesamten Mannschaft durch. Mittlerweile führt er sein Coaching nach eigener Einschätzung mit einzelnen Spielern durch oder der Coach entscheidet, wann es bei einem Spieler nötig ist.

Mit welchen Problemen sieht sich Anderes im Handballsport üblicherweise konfrontiert? «Viele Spieler beklagen sich über Schulterschmerzen, haben eine typische Werferschulter, Probleme

In jeder Sportart spielt die Regeneration eine wichtige Rolle für die optimale Sportlerbetreuung. «Allgemein kommt dies bei den Lakers Stäfa etwas zu kurz, da viele Athleten Halbprofis sind und noch zusätzlich 50 bis 90 Prozent einem Beruf oder ihrem Studium nachgehen», so Anderes. «Deshalb investiert der Verein präventiv verhältnismässig viel in eine Sportphysiotherapeutin, um die suboptimale Regeneration etwas abzufangen.»


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BEHIND THE SCENE interview: Anita Zwahlen

fotos: Mario Bizzini

Grethe Myklebust


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GRETHE MYKLEBUST IS AN ASSOCIATE PROFESSOR AT THE OSLO SPORTS TRAUMA RESEARCH CENTER. GRETHE HAS WORKED AS TEAM PHYSIOTHERAPIST FOR THE FEMALE NATIONAL TEAMS IN HANDBALL, SOCCER AND BEACH VOLLEYBALL FOR TWENTY YEARS. SHE HAS MADE A NAME FOR HERSELF WITH THE NUMEROUS RESEARCH STUDIES SHE HAS PUBLISHED ON TEAM HANDBALL AND SOCCER INJURIES, ESPECIALLY ON ACL INJURIES IN HANDBALL.

Is there a greater risk for female players to suffer an ACL injury than for male players? Yes, female players actually rupture their ACL four to five times more often than male players do. Another interesting fact is that most injuries occur in the attacking phase. During the last phase / second half of the play. Moreover, the risk of getting injured is in fact 30 times higher during a match than during training. Most ACL injuries occur in noncontact situations. Is there a correlation between ACL injuries and the different floor types that are played on and/or the footwear of players? Yes, that is right, the two most common injury mechanisms are a cutting movement, making upapproximately 60% of all injuries, and a one-leg landing, making up about 25-30% of allinjuries. The friction between the shoes and the floor is decisive: it must not be too high, because this could increase the risk of ligament injuries, and neither too low (for instance when it is slippery), but we do not have any recent data on ACL risk and floor/shoe friction.

It is available in German as well as in six other languages. What outcome do athletes have 10 years after having suffered an ACL injury?

At which player positions are ACL injuries most likely to happen? The back players are at highest risk. The reason for this could be that this is the position with most cutting movements and most ball contact. What preventive measures do you recommend in order to avoid ACL injuries? I would recommend a warm-up programme consisting of running exercises, technique training (working on a more narrow cut and on two-leg landings), and of strength and balance training. If this programme is used as a regular warm-up routine, it reduces the risk of lower extremity injuries by 50%. The programme is available as an app; «Get Set Train Smarter» and can be downloaded to your phone for free.

It depends on what an athlete does during these 10 years after having suffered an ACL rupture. If they reconstruct their ACL and return to high-level playing, they increase the risk of a re-rupture or a rupture to the opposite side. What is more, ten to fifteen years after their ACL injury, approximately half of the athletes will indeed have osteoarthritis findings on their x-ray.


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BEHIND THE SCENE interview: Anita Zwahlen

fotos: Stig Andersson

Stig Andersson


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STIG ANDERSSON STUDIED PHYSIOTHERAPY AT BERGEN UNIVERSITY COLLEGE. IN SPRING 2014, HE STARTED A PHD AT THE OSLO SPORTS TRAUMA RESEARCH CENTER FOCUSING ON PREVENTION OF SHOULDER INJURIES IN ELITE HANDBALL. HE IS CURRENTLY ALSO WORKING AS A SPORTS PHYSIOTHERAPIST AT THE NORWEGIAN INSTITUTE OF SPORTS MEDICINE (NIMI) AND FOR THE NORWEGIAN HANDBALL FEDERATION.

sportfisi@: What kinds of shoulder problems and shoulder injuries are prevalent among handball players? Do different player positions entail different shoulder problems? Stig Andersson: Handball is a high intensity sport that places great demands on a player´s shoulder due to a high throwing volume and frequent physical contact. There is no doubt that shoulder injuries are common among handball players. Recent studies have highlighted the need for preventive measures, especially in order to avoid overuse shoulder injuries, as a majority of shoulder problems are thought to be related to overuse. At the elite level, we can indeed expect that approximately 50% of players will experience some kind of shoulder problem at some point during the season which affects both their performance and ability to train and compete. Unfortunately, the methods that are used do not provide detailed diagnostic information, which makes it difficult to comment on the numbers on a pathological level. However, based on my clinical experience and expert opinions from the current literature, pathology of the rotator cuff tendons, the glenoid labrum and the long head of the biceps are some of the typical injuries

among handball players. Due to the lack of detailed diagnostic information, however, it is also still unclear whether different player positions entail different shoulder problems. It is reported that back players are more vulnerable to overuse shoulder injuries, though. What are the contributing factors to overuse shoulder injuries among handball players? Based on current evidence, I would highlight reduced glenohumeral total rotational motion, external rotation weakness and scapular dyskinesis as the main internal modifiable risk factors for shoulder problems in handball. In addition, I would call attention to large weekly increases in handball load (>60%), as this has recently been reported as the primary risk factor for shoulder injuries in youth handball, irrespective of given shoulder characteristics. It is important to emphasise that these risk factors are associated with shoulder injuries, but there is not necessarily a causal relationship, which means that we cannot predict which players will actually get injured. However, we generally recommend that handball players avoid large weekly increases in handball load and that they perform

preventative measures in addition, aiming at increasing the total rotational motion, external rotation strength and scapular control. Is there a correlation between thoracic spine mobility and shoulder injuries? Currently there are no available risk factor studies that assess the association between thoracic mobility and shoulder injuries, neither in handball nor in any other throwing sports in general. The most likely reason for this is that valid and reliable methods to measure thoracic spine mobility are lacking. However, the mobility of the thoracic spine has been reported to play a certain role in ensuring optimal technique in baseball playing, due to mobility in both the sagittal and transverse plane. It can therefore be hypothesized that players with reduced mobility must compensate with excessive external rotation and horizontal abduction in the glenohumeral joint during the late cocking phase, which potentially increases the stress on the shoulder. However, this assumption is only hypothetical yet and hopefully, future risk factor studies will be able to address this issue.


SPORTFISI@ 01/2017

You are co-author of the 2016 study entitled ÂŤPreventing overuse shoulder injuries among throwing athletes: a cluster-randomised controlled trial in 660 elite handball playersÂť. In this study, you mention the OSTRC (Oslo Sports Trauma Research Center) Shoulder Injury Prevention Programme. Could you elaborate on this for our readers? The OSTRC Shoulder Injury Prevention Programme is a 10-minute warm-up programme designed to reduce the prevalence and risk of shoulder problems among handball players. The content is based on the internal modifiable risk factors mentioned earlier, and on recommendations from an expert panel. The programme consists of five exercises with different variations and levels each, aiming at increasing the glenohumeral internal range of motion, external rotation strength, scapular muscle strength, as well as improving the kinetic chain and thoracic mobility. The effect of the programme was evaluated in a randomized controlled trial including 660 elite handball players and showed a reduction in both the prevalence and risk of shoulder problems. Therefore, we recommend that the programme should be included in the warm-up in handball.

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ANDY SCHMID interview: Patrizia Zanetti

fotos: andy schmid

Andy Schmid (34) wuchs in Horgen ZH auf. Mit sechs Jahren begann er, Handball zu spielen. Seine professionelle Karriere startete er 2004 beim Grashoppers-Club in Zürich. Seit 2010 spielt Schmid bei den Rhein-Neckar Löwen auf der Position Rückraum Mitte. Als Schweizer Nationalspieler bestritt Schmid schon rund 200 Länderspiele. Leider gelang dem Nationalteam unter Nationaltrainer Rolf Brack die WM-Qualifikation im letzten Jahr nicht.

Schmid gilt als einer der besten Handballspieler der Welt und wurde in Deutschland schon zum dritten Mal in Folge zum MVP (most valuable player) und somit zum erfolgreichsten Spieler der Liga gewählt. Zu den schönsten Momenten in seinem Leben zählt er die Geburt seiner beiden Kinder und den Deutschen Meistertitel.


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sportfisi@: Andy, wir freuen uns, dich für dieses Interview gewonnen zu haben. Vielen Dank für deine Zeit. Seit beinahe sieben Jahren spielst du nun in Mannheim bei den Rhein-Neckar Löwen, mit denen du letztes Jahr den Deutschen Meistertitel feiern durftest. 2016 wurdest du zum dritten Mal zum erfolgreichsten Spieler der Liga gewählt. Was bedeutet dir der Titel des MVPs? Andy Schmid: Klar ist das eine coole Auszeichnung und sie macht mich auch stolz, unter anderem deshalb, weil sie zeigt, dass ich sehr konstant gespielt habe. Jedoch ist Handball ein Mannschaftssport und da zählt der Teamerfolg deutlich mehr. Wo siehst du die bedeutendsten Unterschiede zwischen der Schweizer und der Deutschen Liga?

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natürlich auch an den Spielen dabei. Ärzte sind nur an den Spielen dabei, aber sie sind 24 Stunden für uns erreichbar. Wie wichtig ist für dich der Teamphysiotherapeut? Was erwartest du von ihm? Er ist sehr wichtig. Ein Physiotherapeut ist für mich nicht nur für die Gesundheit zuständig, sondern er sollte auch eine Art Psychiater sein. D.h. dass er immer ein offenes Ohr für die Spieler hat. Er steht irgendwo zwischen der Mannschaft und dem Trainerteam. Welche Rolle spielt der Physiotherapeut im Athletikprogramm? Bei uns keine Grosse, da wir einen eigenen Athletiktrainer haben.

Im Zuschauer- und Medieninteresse, in der Professionalität und in der Ausgeglichenheit der Teams. Sport hat in Deutschland generell einen deutlich höheren Stellenwert.

Dein Vertrag bei den Rhein-Neckar Löwen läuft noch zwei Jahre. Verrätst du uns deine Zukunftspläne?

Handball ist eine schnelle Sportart mit intensivem und nicht selten recht hartem Körperkontakt. Hattest du schon Verletzungen, die dich gezwungen haben zu pausieren?

Ich möchte möglichst lange spielen. Natürlich nur, wenn ich gesund bin und es mir weiterhin Spass macht. Danach würde ich sehr gerne im Handball bleiben, da ich das am besten kann und es immer meine Leidenschaft war.

Bis jetzt waren es nur kleinere Sachen: Einmal hatte ich einen Nasenbeinbruch, ausserdem hatte ich auch schon Bänderrisse im Sprunggelenk. Aber ich musste durch diese Verletzungen nie pausieren.

Hast du Heimweh nach der Schweiz, nach der Schokolade und den Bergen?

Wie setzt sich das Medical Team zusammen und welches sind die Aufgaben der Teamphysiotherapeuten? Zwei Physiotherapeuten sind täglich im Training und

Es gibt Momente, in denen ich die Schweiz sehr vermisse – meine Familie oder meine Freunde. Mittlerweile bin ich schon seit acht Jahren im Ausland und die Zeit, nach Hause zu kommen, rückt näher.


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SPORT-HANDICAP interview: Patrizia Zanetti

Photos: Julien Antoine

JULIEN ANTOINE EST SALARIÉ ET ENTRAÎNEUR-JOUEUR DU HAND EN FAUTEUIL AU CLUB SÉLESTAT ALSACE HANDBALL (SAHB). DANS LE QUOTIDIEN, ANTOINE N’EST PAS EN CHAISE ROULANTE. IL JOUE CAR IL A UNE BLESSURE COMPLEXE DU GENOU ET JOUER DEBOUT SURCHARGERAIT BEAUCOUP TROP SON GENOU.


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sportifis@: Pourquoi le hand en fauteuil roulant (Handfauteuil) n’est pas aussi populaire que le handibasket?

2 fois : le mercredi, en fonction des matchs de notre équipe professionnelle (valide), et chaque samedi de 10h à 12h.

Le handibasket a été créé après la 2ème Guerre Mondiale. Il est donc très ancré dans les mœurs de nos jours puisqu’ils ont eu le temps de s’implanter et de se structurer. Le hand-fauteuil n’a été créé qu’il y a une dizaine d’années. C’est un sport encore jeune qui a besoin de temps pour être connu.

Faites-vous des tournois régulièrement?

Quel est le pays le plus connu pour le handfauteuil? Y-a-t-il une ligue? C’est un sport encore trop inconnu. Cependant un championnat d’Europe a été organisé les 3 dernières années. Les Pays-Bas l’ont gagné 2 fois.

Nous sommes engagés dans le Challenge Handi’Amo Tour, un championnat officieux créé par 8 équipes, allant de la Normandie jusqu’en Provence, en passant par l’Alsace. Il est composé de 5 tournois sur l’année. Nous participons aussi à d’autres évènements plus petits de temps en temps, et nous sommes allés 2 fois à Liverpool disputer un tournoi. Les 25 & 26 février derniers, nous avons organisé notre étape du Challenge à Sélestat. Pourquoi êtes-vous passionné pour le handfauteil?

Avez-vous des problèmes pour trouver des joueurs pour votre équipe? Pas vraiment étant donné la taille de notre ville (~20’000 habitants). Nous avons environ 20 joueurs. Parmi eux, 6 sont à mobilité réduite (amputés, paraplégiques, …), 6 autres ont des soucis physiques (problèmes de jambe, de cœur, de rachis, …) et le reste est totalement valide. Nous souhaitons continuer à avoir cette mixité, mais plus de joueurs à mobilité réduite serait vraiment bien. Combien de fois s’entraîne l’équipe de handfauteuil?

Je suis ancien handballeur. Je fais partie des 6 qui ont des soucis de jambes. Le hand-fauteuil me permet de retrouver une partie des sensations du handball valide. Aussi, l’ambiance est très bonne et l’apéro après l’entraînement du samedi est très apprécié. Avez-vous beaucoup des joueurs blessés? Quelles sont les blessures typiques? 2/3 des joueurs ont des soucis + ou – graves. Cela va d’opérations au niveau des jambes, à la paralysie jusqu’à la moitié des abdominaux.


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Sportmed-Corner interview: Patrizia Zanetti

fotos: Markus Waldén

MARKUS WALDÉN, MD, PHD, IS A CONSULTANT ORTHOPAEDIC SURGEON AT THE DEPARTMENT OF ORTHOPAEDICS AT THE HÄSSLEHOLM-KRISTIANSTAD-YSTAD HOSPITALS IN SWEDEN. WALDÉN MAINLY WORKS IN THE FIELD OF ARTHROSCOPIC KNEE SURGERY AND HIP JOINT ARTHROPLASTY. HE IS CURRENTLY THE TEAM PHYSICIAN OF THE SWEDISH CHAMPIONS IN HANDBALL (IFK KRISTIANSTAD) AND WAS FORMERLY THE TEAM PHYSICIAN OF THE SWEDISH MALE U-19 NATIONAL FOOTBALL TEAM AND OF A FEMALE ELITE FOOTBALL TEAM (KRISTIANSTAD DFF). WALDÉN IS ALSO ACTIVE IN RESEARCH: HE IS A SENIOR RESEARCHER AT THE FOOTBALL RESEARCH GROUP IN LINKÖPING (SWEDEN) AS WELL AS AT THE DIVISION OF COMMUNITY MEDICINE, DEPARTMENT OF MEDICAL AND HEALTH SCIENCES AT THE LINKÖPING UNIVERSITY. HIS MAIN AREA OF RESEARCH BEING EPIDEMIOLOGY AND INJURY PREVENTION IN FOOTBALL AND HANDBALL, HE HAS PUBLISHED OVER 50 PEERREVIEWED ORIGINAL ARTICLES AS WELL AS A FEW REVIEW ARTICLES AND BOOK CHAPTERS. HE IS ALSO A SENIOR ASSOCIATE EDITOR OF «THE BRITISH JOURNAL OF SPORTS MEDICINE» AND AN ASSOCIATE EDITOR OF «THE SCIENCE AND MEDICINE IN FOOTBALL». ON TOP OF THIS, WALDÉN IS ALSO MEMBER OF THE MEDICAL COMMITTEES OF THE SWEDISH FOOTBALL ASSOCIATION AND OF THE SWEDISH HANDBALL FEDERATION.


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Markus Waldén

Sportifisi@: You are working with athletes on a daily basis, do you still get around to doing sport yourself alongside work? Not as much as I should, I am afraid, but I try to run (jog) indoors or outdoors at least twice a week. I do 4-6 km each time (my knee stops me from doing longer distances), and in periods I do some additional gym training once to twice a week as well. I have kind of a hang-up to run on a daily basis during medical congresses and, of course, I am also playing football during the training session warm-ups when we are travelling with the handball team. In handball, there is a high injury risk. What injuries do the players typically suffer?

If the «big four» in football are groin, thigh, knee and ankle injuries, the corresponding «big four» in handball are hand, shoulder, knee and ankle injuries. For instance, there are many sprains, dislocations and fractures of the fingers or lateral ankle sprains that keep the players out for shorter periods only. At times, such injuries do not even result in time loss for the player at all. However, we also see severe injuries such as those located to the knee (e.g. anterior and posterior cruciate ligament injuries) which require surgery, bracing and long rehabilitation. Finally, the hottest issue in handball at the moment are the shoulder complaints among both young and adult players, especially the non-traumatic ones with gradual onset of pain. These problems rarely lead to time loss initially, but can be chronic or recurrent in their nature and thus lead to

decreased performance or to some kind of adaptation of the throwing movement. With the FRG (Football Research Group), you did research on the anterior cruciate ligament (ACL) injuries. ACL injuries do also occur in handball rather frequently. How long does a handball player commonly need to pause after having suffered an ACL rupture? I think the situation for an ACL-injured handballer is very much the same as for a footballer. Unfortunately, we see too many re-ruptures after ACL reconstruction, especially in the early period after clearance to return to sports, and I am a strong supporter of longer rehabilitation times in order to allow for adequate graft integration and ligamentisation of the tendon and also


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to get the players mentally back on track. From the current literature, it seems that there is a cut-off of around 9 months after surgery and a return to high-level sports before that is associated with an increased risk of re-injury. According to your experience, are there differences between male and female athletes when it comes to the duration of ACL rehabilitation or ACL re-ruptures, respectively? This is an important question which has not been studied sufficiently yet by far. In general, I believe that the rehabilitation regimes and times could be similar for both sexes, but we need to develop more valid and demanding test batteries before sending them back to the sporting arena. Teenage females are those at highest risk for sustaining an index ACL injury and young females going back to high-level sports after ACL reconstruction also seems to be at highest risk for sustaining subsequent ipsilateral or contralateral ACL injury.

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Handball players show an enormously high mobility in the external rotation of their throwing arm. In the long run, this movement can damage neural structures in this area, which can lead to a weakening of the scapulothoracic muscles. This, in turn, impairs the joint stability to a significant extent. How do you handle this problem within your team and what preventive measures are there? Luckily enough, our team physiotherapist is highly interested in the handball-related shoulder pathology and we try to tackle this problem with a variety of measures. For example, we assess all players before signing and routinely during the preseason: Among other measures, we film the throwing movement, measure the shoulder range of motion (including the ratio between the dominant and nondominant arm), and we also measure the shoulder muscle strength with a hand-held dynamometer. During the competitive season itself we are also very

careful with monitoring the overall load of the players, especially the backcourt players, in order for them not to enter a vicious circle of shoulder pain. Would you recommend playing handball to your children? Yes, handball is a fantastic sport with many different dimensions and it is definitely one of the best sports to experience live. I do, however, believe that it is important to monitor and manage the overall load of talented adolescent players and to implement evidence-based neuromuscular training programmes in order to prevent injuries at an early age already. My 7-year-old son started to play handball a year ago, but has now chosen to concentrate fully on football and swimming. Perhaps he wants to play handball again in the future.


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BJSM-CORNER TEXT: Mario Bizzini

PASSEND ZUM THEMA DER AKTUELLEN AUSGABE SIND IN DIESEM BEREICH DES SPORTFISI@ LINKS ZU INTERESSANTEN UND FREI ZUGÄNGLICHEN FORSCHUNGSARTIKELN ZUM THEMA «HANDBALL» AUFGEFÜHRT.

Skandinavien regiert die Sportmedizin und Physiotherapie seit Jahrzehnten und der erste «Scandinavian Congress in Handball Medicine», durchgeführt 2016, untermauert diese Leader-Position. Wissenschaftlich relevante Publikationen sind oft im BJSM publiziert worden, unter anderem von Autoren die auch schon für den sportfisi@ geschrieben haben, so z.B. Grethe Myklebust und Stig Andersson aus dem Oslo Sports Trauma & Research Center. Für diese Ausgabe haben wir die drei vielleicht wichtigsten Arbeiten der letzten Jahre zum Thema Handball ausgewählt. Diese sind frei zugänglich für SVSP-Mitglieder. Handball load and shoulder injury rate: a 31-week cohort study of 679 elite youth handball players. Møller M, Nielsen RO, Attermann J, Wedderkopp N, Lind M, Sørensen H, Myklebust G. Br J Sports Med. 2017 Feb;51(4):231-237. doi: 10.1136/bjsports-2016-096927. Link: http://bjsm.bmj.com/content/51/4/231.long Preventing overuse shoulder injuries among throwing athletes: a cluster-randomised controlled trial in 660 elite handball players. Andersson SH, Bahr R, Clarsen B, Myklebust G. Br J Sports Med. 2016 Jun 16. pii: bjsports-2016-096226. doi: 10.1136/bjsports-2016Link: http://bjsm.bmj.com/content/early/2016/06/16/ bjsports-2016-096226.long ACL injury incidence in female handball 10 years after the Norwegian ACL prevention study: important lessons learned. Myklebust G, Skjølberg A, Bahr R. Br J Sports Med. 2013 May;47(8):476-9. doi: 10.1136/bjsports-2012-091862. No abstract available. Link: http://bjsm.bmj.com/content/47/8/476.long

Spezifische Handball-Rehabilitations- und Trainingsübungen sowie die bekannten Präventionsprogramme «Knie» von G. Myklebust und «Schulter» vom S. Andersson sind auf http://www.skadefri. no/ (bisher nur in Norwegischer Sprache) und auf der «GET SET – Train Smarter»-App zu finden. Link: https://itunes.apple.com/no/app/get-set-train-smarter/ id894609112?mt=8 Das British Journal of Sports Medicine (BJSM) ist in den letzten Jahren, unter der Leitung von Chief Editor Karim Khan, zur einer der renommiertesten wissenschaftlichen Zeitschriften im Bereich Sportmedizin und Sportphysiotherapie geworden. Die Mitglieder von 25 internationalen Sportmedizin- und Sportphysiotherapie-Gesellschaften und Verbänden profitieren vom kostenlosen Zugang zur Website des BJSM – und somit auch die SVSP-Mitglieder! Der SVSP und das BJSM haben seit 7 Jahren einen Partnerschaftsvertrag und arbeiten im Rahmen zahlreicher Kooperationen zusammen (u.a. am Weltkongress «Return to play 2015» in Bern). Auf der Website des BJSM findet man neben zahlreichen Fachartikeln (ein Teil davon ist frei zugänglich) auch Blogs, Podcasts und vieles mehr. Der gesamte Inhalt der Website ist über die offizielle BJSMApp abrufbar. Über Updates und Neuigkeiten kann man sich bequem via Twitter (über 38.000 Followers) informieren lassen.


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There has been research on injury registration and prevention, on rehabilitation strategies, on youth players and senior players, and there have also been studies investigating the biomechanics of throwing mechanisms and injury mechanisms in the lower limbs.

Martin Asker sportfisi@: You were the Organizing Committee Chair of the 1st Scandinavian Congress in Handball Medicine which took place in Gothenburg last December. Could you tell us how the idea to realise this congress was born? Martin Asker: Two years ago, Markus Waldén (Scientific Committee Chair) and I started talking about organising an international handball medicine conference. We wanted a conference with a high-quality scientific programme, with worldleading experts participating, and with a social programme that would be worth remembering. We also wanted it to be a multidisciplinary conference open to speakers and delegates coming from different professions related to handball. We presented the idea to the Swedish Handball Federation (SHF) during the final weekend of the Women’s EHF Euro championship. The SHF endorsed the idea and the Medical Board of the SHF, which both Markus and I are members of, got the assignment to organise the conference. Shortly after that, we also got the patronage from the European Handball Federation (EHF) and the European Society of Sports Traumatology, Knee Surgery and Arthroscopy (ESSKA). In summary, the conference was a success with sixteen invited speakers and 150 delegates from fourteen different countries, representing eight different professions. We are now planning the 2nd conference, which is due to take place in Denmark towards the end of 2018.

It is hard to point out one specific area that stands out most. In the past, we often had to look at research in other throwing and cutting and contact sports and then try to transfer this evidence to handball. Recently, there has been an increase in high-quality research targeting handball. Consequently, we also see an increased interest in handball medicine in general; there have been more events and projects these past few years. For example, there were the international handball medicine conferences during the Women’s EHF Euro and during the IHF Men’s World Cup and a handball medicine symposium at the IOC world conference on prevention of injuries and illness in sport in Monaco. Also, a handball medicine textbook will soon be published. The specific focus on handball medicine in the sportsfisi@ magazine is another example among many other projects, publications and events. In which area(s) of handball-related sports physiotherapy have you seen most development(s) over the last couple of years? There has been more and more focus on injury prevention, and especially on the prevention of overuse injuries, which have been slightly neglected in the past. Today we have better tools to monitor the players’ health and workload and are therefore able to detect overuse injuries at an earlier stage. We also now have more knowledge regarding the physical demands in handball, be this youth players or senior players. This knowledge not only helps us performance-wise but it is also needed to compose adequate rehabilitation plans. I think that in the near future, we will witness even more developments in this area. What are the top 3 new clinically-relevant findings of these last couple of years?

In which area of handball sports medicine have you seen the greatest development over the last couple of years?

Well, I am probably a little bit biased here, since I mainly work with shoulders myself. I would say that those studies identifying modifiable risk factors and evaluating prevention strategies for shoulder injuries are crucial, as there has really been a lack of research in these domains in the past years. If we look at recent studies, the most common finding is that reduced external rotational strength is associates with shoulder problems.

Even though compared to other sports, handball is lagging behind when it comes to producing evidence-based medicine, I would say that we have seen an overall increase in research in handball medicine these past years, covering different areas.

Another highly relevant finding is from a recent study by Møller et al., which showed that a large increase in the weekly handball load increases the injury rate in elite youth players, especially in the presence of reduced external rotational strength and


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1ST SCANDINAVIAN CONGRESS IN HANDBALL MEDICINE GOTHENBURG, DECEMBER 17-18 2016

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traumatic and overuse injuries, but only if you do them on a regular basis. So the question is; how do we get the players to do them regularly?! Perhaps we should not only focus on the injury prevention effects but also evaluate the performance effects of such training programmes, since seeing these effects could potentially be more motivating for the players. Secondly, we need to keep evaluating and developing return to play criterions, especially for the upper limb area. As a clinician having been working with handball players for more than 17 years, I would say that this is still a struggle today. We have some criterions for the lower limbs today, especially regarding ACL injuries, but for the upper limb injuries, such as shoulder and elbow injuries, there is still a lot of work to be done.

SPEAKERS Lior Laver, Romain Seil, Rod Whiteley, Grethe Myklebust, Lars Bojsen Michalsik, Markus Waldén, Tron Krosshaug, Martin Asker, Merete Møller, Kajsa Johansson, Martin Hägglund, Fredrik Johansson and more

Finally, handball is one of the most injury-prone team sports, both in youth and senior handball. Yet, many clubs do not have the financial resources to engage full-time professional players or to have a full-time medical and strength and conditioning team, especially in the younger age teams. This is a challenge since this will clearly affect everything from basic training, workload management and injury prevention strategies up to rehabilitation and return to play decisions. This also raises the very important question: Who is actually responsible for the players’ health and safety; especially of the youth players? What are your current research projects?

scapular dyskinesis. This highlights that monitoring the handball workload and avoiding large increase is extremely important. This is probably also true for injuries other than shoulder injuries. Similar results have recently been yielded in other sports as well. Also, it has recently been shown by Andersson et al. that an in-season shoulder-training programme that is done on a weekly basis reduces the burden of shoulder problems in senior elite players.

My current research mainly focuses on adolescent elite players. We have just finished a prospective cohort study with the aim to identify risk factors for shoulder injuries in youth elite players. This is part of my PhD-studies, and we are currently planning an RCT to evaluate prevention strategies for such injuries in this population. Further, I am very interested in handball throwing biomechanics and the relevance of throwing techniques with respect to both performance and injuries, so I am doing some research in this area as well.

Finally, the value of using screening tests to try to identify specific players that should get an injury prevention programmme, rather than assigning the same programme to all players, has been questioned during the last years. Since the evidence today shows that none of the current screening tests are accurate enough to predict which player will actually get injured, injury prevention strategies should target all players rather than individual players. And what are the top 3 challenges ahead in the management of handball athletes? Firstly, the implementation of injury prevention strategies is still a challenge. We know that many of the injury prevention programmes specifically developed for handball work, both for

Kontakt: http://bjsm.bmj.com/ https://twitter.com/bjsm_bmj APP: https://itunes.apple.com/us/app/bjsm/id943071687?mt=8


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PEOPLE interview: Anita Zwahlen fotos: Arthur Yapo

sportfisi@: Sur quel déficits athlétiques typiques, vous vous concentrez lors de votre travail quotidien avec les athlètes de haut niveau? Arthur Yapo: Les déficits athlétiques que nous avons sont très aléatoires en fonction des joueurs. Personne a le même problème physique. Certains vont travailler sur de la proprio et de l’équilibre, d’autres sur le renforcement musculaire profond d’une zone particulière, d’autres sur de l’explosivité, etc. On pourrait dire qu’il y autant de point à travailler, que de joueurs.

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SPORTFISI@ A RÉUSSI À OBTENIR UNE INTERVIEW D’ ARTHUR YAPO - LE PRÉPARATEUR PHYSIQUE DU RENOMMÉ CLUB DE HANDBALL DE PARIS-SAINTGERMAIN, UNE PERSONNE TRÈS INTÉRESSANTE ET SURTOUT EXPÉRIMENTÉE QU’ON GAGNE À CONNAÎTRE DANS LE MONDE DU HAND. NOUS LE REMERCIONS D’AVOIR PARTAGER SES CONNAISSANCES ET COMPÉTENCES.

Notre activité nécessite beaucoup d’engagement sur le plan physique, donc les joueurs sont obligés de travailler et de maintenir leurs états de forme au quotidien. Comment se déroule la collaboration avec les coaches, préparateur physique et physiothérapeute chez vous? Les relations sont très bonnes. Beaucoup de communication, des réunions toutes les semaines afin de s’accorder sur les différents cas que nous avons en fonction des exigences du calendrier.

Et une étroite collaboration entre le préparateur physique et les physios au quotidien pour réguler la prophylaxie en rapport avec la récupération et les soins. Comment intégrez-vous la prévention des blessures dans l’entraînement? La prévention des blessures s’organise au quotidien avec les physios et le travail prophylactique personnalisé (les routines: avant les séances de hand. Et les protocoles en fin de séances de hand). Mais aussi avec les soins réalisés par les


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physios, et/ou les protocoles de récupération: vélo, stretching ou encore cryothérapie.

masculin, foot féminin, centre de formation foot, handball professionnelle et centre de formation handball).

Les joueurs de handball doivent, en plus de la maitrise des mouvements complexes atteindre une bonne mobilité. Quelle méthode ont fait leur preuve dans votre pratique?

Cet outil qui ne cesse d’évoluer en fonction des besoins de chaque section, nous permet d’obtenir une carte d’identité physique du joueur, sa planification et les séances individualisées ; de plus le RPE (Rate of Perceived Exhaustion) qui est une évaluation quotidienne subjective, nous permet d’avoir un retour sur le ressenti de l’effort des joueurs.

Nous travaillons la mobilité en renforçant les muscles profonds et les articulations avec des exercices fonctionnels destinés à cet effet. Ce qui va nous permettre d’être fondamentalement plus fort, de gagner en tonicité et de pouvoir mettre ce gain au service de la coordination, des appuis spécifiques et de la vivacité.

Nous disposons d’un appareil de télémétrie (Firstbeat) que nous utilisons principalement en début de saison. Celui-ci nous permet d’obtenir la pulsation cardiaque, la consommation de VO2, la difficulté de la séance sur une échelle de 1-5, et la consommation d’O2.

Enfin, nous mettons en place du stretching en autonomie afin de conserver une souplesse et une élasticité musculaire optimales.

Quelle autre méthode de récupération appliquez-vous auprès des joueurs?

Quels instruments de monitoring utilisez-vous pour surveiller de manière individuelle la charge d’entrainement interne et externe des joueurs?

Nos méthodes de récupérations sont les soins physios, la récupération active (vélo, stretching…), la cryothérapie, et les bains de froid.

Nous avons un outil mis en place par notre service informatique à destination de toutes les sections (foot


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special GÁBOR CSÁSZÁR (AGED 33), IS A HUNGARIAN HANDBALL PLAYER IN THE HUNGARIAN NATIONAL TEAM AND CURRENTLY THE MOST VALUABLE PLAYER (MVP) OF SWITZERLAND. THE START INTO THE NEW YEAR WAS NOT EASY FOR HIM, HOWEVER. IN THE IHF MEN’S WORLD CHAMPIONSHIP WHICH TAKES PLACE EVERY OTHER YEAR, HUNGARY LOST AGAINST NORWAY IN THE QUARTER-FINALS AND FINALLY CAME IN 7TH. FRANCE, WHO WAS HOST AND TITLE HOLDER, THEN BEAT NORWAY AND THUS WON THE WORLD CUP TROPHY FOR THE SIXTH TIME. interview: Patrizia Zanetti

fotos: Gábor Császár


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The centre back player has been playing for the Hungarian national team since 2004 and with over 220 international matches and several other successes in the Champions league he has made a name for himself in whole Europe. Since 2015, he’s been under contract with the Kadetten Schaffhausen with whom he won the Swiss Championship in 2015 and 2016 and became also the MVP in the Swiss League. Before he came to Switzerland, he had been playing for several European teams in Denmark, Spain, and most recently in France, where he won the French Cup with Paris Saint-Germain in 2014. sportfisi@: What did the participation in the World Championship in France mean to you? Gábor Császár: It meant a lot to me! I have played so many matches and tournaments in my career so far and each one was different. In the WC, I wanted to show a good performance because the last couple of years of my handball career have been hard. Besides, I obviously also wanted to prove that I am a great player. How often do you train with the national team? We actually do not have that much time to train with the national team. We train together for one week every third month, and in January we train 2-3 weeks in addition (depending on the World or European Championships). During this time, training sessions are usually held twice per day and once the day before the game. What is more important to you personally, success with the national team or the club championship? This is a hard question! My club is my future and my present, my daily job. Of course, I am highly motivated to win everything we can with them. Playing in the national team, on the other hand, is also a matter of prestige. It is a good market to show yourself and your skills internationally. If I didn’t play well enough with my club, however, I would probably not be in the national team. Therefore, I cannot really say what is more important.

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You have already played handball with much success in several countries. How does the Swiss League compare to this and what makes you stay here? First of all, me and my family feel good here in Switzerland, which is the most important thing. I do not have to travel very long distances, so I can spend more time with my family. I also think that the league is strong and interesting enough. An interesting fact is that the league is not 100% professional, so many players are indeed working or studying besides. Nevertheless, the league and the national team are getting better and better. The last two seasons, we have played in the Champions League, which is just great because it allowed us to play against the best teams...so I actually have many good reasons to be here I guess. What memories do you keep of the World Championship 2017? I have certainly learned a lot during the WC 2017; It is always at tournaments like this that I am learning the most about myself. It was a pleasure to see that I had improved again. I have probably mainly improved mentally, but this is at least as important as physical improvement. You have already achieved a lot in your career; you have won numerous National Championships and achieved a lot with the national team. A great international success, for instance in the Champions League, at the World Championship or the Olympic Games is still missing, though. How do you deal with this? Maybe I’m somewhat special when it comes to this because for me, it is most important to just be happy - and I am. Handball has given me so much and taken away also. I have an amazing family and I feel that I am not missing anything in my life. I’ve learned from every victory and from every defeat likewise. And I’m lucky because I could be living in so many different countries, which is a great privilege also.


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BIS ZUM NÄCHSTEN MAL PREVIEW SPORTFISI@ 02/2017

Termine

Sportart: Volleyball

15. Sportfisio-Symposium, Bern, 24. November 2017 Special Edition «Tendons» with Jill Cook (AUS), Ebonie Rio (AUS) and Craig Purdam (AUS)

2nd World Congress of Sports Physical Therapy, Belfast, 6-7 october 2017

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