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editorial Mit ganzer Kraft Die Wahl zum Stiftungs­ ratspräsidenten des SNF ist eine Heraus­ forderung, die ich mit Respekt und ganzer Kraft angehe. Ich bin Gabriele Gendotti davon überzeugt, dass Neuer Präsident des Stiftungsrats des SNF Bildung und Forschung jene Grundlagen sind, auf denen wir in einer globali­ sierten Welt des Wandels unsere Zukunft aufbauen können. Nur durch exzellente Forschung ist es möglich, Lösungen für drängende Probleme zu finden und Strategien für ein nachhal­ tiges Wachstum aufzubauen. In welchem Masse uns dies gelingt, hängt stark von den verfügbaren finanziellen Mitteln ab. Es ist daher eine Schlüsselaufgabe des Stiftungsrats, gute Kontakte mit der Politik, den Bundesämtern und Partnerorganisationen zu pflegen und sie von der hohen Bedeutung der Forschung für die Innovationskraft der Schweizer Wirtschaft zu überzeugen. Er muss zudem mit Nachdruck auf die Risiken von Entscheiden hinweisen, welche eine positive Entwicklung des Forschunsgsplat­ zes Schweiz bedrohen. Aktuelle Signale von Bund und Politik sind hier mit einer gewissen Be­ sorgnis aufzunehmen. Sie lassen befürchten, dass der SNF kaum mit der stetig steigenden Nachfra­ ge nach seinen Förderungsmitteln wird Schritt halten können und notwendige Massnahmen für den Forschungsnachwuchs hintan­ gestellt werden müssen. Hier gilt es, Gegensteuer zu geben.

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NR. 15 > März 2012

I n f o r m a t i o n e n d e s S c h w e i z e r i s c h e n N a t i o n a l f o n d s f ü r Fo r s c h e r i n n e n u n d Fo r s c h e r

Die Mobilität und frühe Eigeninitiative von jungen Forschenden stärker fördern Der SNF präsentiert ab 2013 seine Stipendien in leicht modifiziertem Kleid. Zudem führt er ein neues Instrument zur Doktorandenförderung in den Geistes- und Sozialwissenschaften ein und unterstützt auch in der Projektförderung gezielt die Mobilität von Doktorierenden. Marcel Kullin, Abteilung Karrieren

Eine externe Evaluation im Jahr 2010 hat gezeigt, dass die Stipendien des SNF ihre wesentlichen Ziele erreichen. Sie enthielt aber auch Empfehlungen, welche eine moderate Umkonzeption angestossen haben. So werden die bisherigen Stipendien für angehende Forschende ab 2013 in zwei Instrumente aufgeteilt: «Doc.Mobility» für die Doktoratsstufe und «Early Postdoc.Mobility» für die Postdoktoratsstufe. Auch die Stipendien für fortgeschrittene Forschende, neu «Advanced Postdoc.Mobility» genannt, werden leicht modifiziert und besser auf die anderen Instrumente abgestimmt.

Eigenständige Ideen umsetzen Vorgesehen ist zudem das neue Instrument «Doc.CH» zur Förderung von Doktorierenden in den Geistes- und Sozial­ wissenschaften. Damit will der SNF motivierten und talentierten jungen Forschenden in diesen Disziplinen die Möglichkeit bieten, eigenständige Projektideen für Dissertationen innert nützlicher Frist umzusetzen. Voraussetzung ist eine entsprechende Einbindung an einer Schweizer Universität (Doktorandenschule, Dissertationsbetreuer/in). Erste Praxiserfahrungen werden zeigen, wie das Instrument weiter auszugestalten ist. Finanziert wird es durch frei werdende Mittel aus dem auslaufenden ProDocProgramm. Die lokalen SNF-Forschungskommissionen werden bei der Vergabe der Stipendien weiterhin eine wesentliche Rolle spielen.

© Keystone

Das neue Instrument «Doc.CH» wird Doktorierenden in den Geistes- und Sozialwissenschaften ermöglichen, eigene Projektideen für ihre Dissertation umzusetzen.

Die Mobilität von Doktorierenden soll nicht nur im Rahmen von Stipendien gefördert werden. Neu können Doktorierende in vom SNF finanzierten Forschungsprojekten einen Auslandsaufenthalt beantragen, sofern sie vom Projektleiter unterstützt werden. Bereits ab Mai 2012 können damit die Reise- und Aufenthaltskosten für einen Auslandsaufenthalt zwischen sechs und zwölf Monaten finanziert werden. Während des Auslandsaufenthalts bleiben die Doktorierenden über das SNF-Forschungsprojekt angestellt. Der SNF hat in diesem Jahr dafür 2,4 Millionen Franken vorgesehen.

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AKTUELL

Agora: Den Dialog über die Wissenschaft anstossen Der SNF finanziert dieses Jahr im Rahmen von Agora 17 Kommunikationsprojekte, die verschiedene Bereiche der aktuellen wissenschaftlichen Forschung beleuchten. Er möchte damit den Dialog zwischen Forschenden und der Öffentlichkeit fördern. Performance, Spiele, Internetplattformen, interaktive Ausstellungen, Debatten, partizipative Projekte ... es gibt viele Mittel und Wege, den Dialog zwischen Wissenschaft und Gesellschaft anzuregen. Diese können nun im neuen Programm Agora in die Tat umgesetzt werden. Von den 77 in der ersten Ausschreibung eingereichten Gesuchen hat der SNF 17 mit einer Gesamtsumme von 2,1 Millionen Franken bewilligt.

Hohe Qualität, aber ...

© Science et Cité

Die Agora-Projekte sollen die Wissenschaft durch den Dialog einer breiten Bevölkerung näherbringen.

Die internationale Expertenkommission, die die Projekte evaluierte, zeigte sich beeindruckt von der Qualität der Gesuche. Die Forschenden reichten zahlreiche eigenständige Ideen für «ihren» Dialog mit der Öffentlichkeit ein. Interaktive Elemente waren für die Projektauswahl ausschlaggebend. Die Expertenkommission hält denn auch drei Punkte fest, welche von den Forschenden in den nächsten Ausschreibungen vermehrt zu berücksichtigen sind: • Die Kommunikationsstrategie sollte noch konsequenter auf den Dialog bzw. eine «Zwei-Weg-Kommunikati-

on» ausgerichtet sein, welche gemäss Erfahrungen in anderen Ländern am besten geeignet ist, dem Publikum die Wissenschaft näherzubringen. • Die Gesuchstellenden sollten noch detaillierter die Kompetenzen und bisherigen Aktivitäten des Projektteams im Bereich der Kommunikation ausweisen sowie auch den «impact» dieser Aktivitäten beim Zielpublikum. • Wenn Filme oder Bücher vorgesehen sind, müssen sie Teil einer Strategie sein, die zu einer «Zwei-Weg-Kommunikation» mit dem Zielpublikum führt; sonst entsprechen sie nicht den Förderungskriterien von Agora. Eine Liste der bewilligten Projekte ist auf der Webseite des SNF aufgeschaltet. Jedes Projekt wird nach dessen Lancierung in der Forschungsdatenbank P3 aufgeführt. Die zweite Ausschreibung erfolgt am 15. Mai 2012. Gesuche sind bis am 15. August einzureichen. JPO Bewilligte Agora-Projekte: www.snf.ch > Förderung > Wissenschafts­ kommunikation > Agora

Im Fokus

Akademischer Nachwuchs: Ein Leben zwischen Stuhl und Bank?

Dieter Imboden Präsident des Nationalen Forschungsrats des SNF

Forschung ist eine stete Herausforderung, und das gilt ebenso für die akademische Karriere. Erstere mag zuweilen in eine Sackgasse führen – das gehört dazu und lässt sich korrigieren. Schwerer wiegt, wenn die eigene Karriere durch einen Sturz zwischen Stuhl und Bank ein jähes Ende nimmt. Der Stuhl mag eine auslaufende Postdoktorandenstelle an einer Universität sein, die Bank das angestrebte Ambizione-Projekt beim SNF, für das man sich noch nicht ganz fit fühlt. Gut zweihundert junge Forschende haben sich kürzlich am Event «Forschungsnachwuchs: Macht die Schweiz genug?» auf Einladung des SNF darüber Gedanken gemacht, wie solche meist irre-

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versiblen Stürze künftig zu ver- initiative der jungen Forschenden hindern wären. Um im Bild zu zu unterstützen, spielt dabei eine bleiben: Die Stühle und Bänke zentrale Rolle, z. B. bei der Mobides Forschungssystems – also von lität oder beim Einreichen eigener politischen Geldgebern, Hoch- Projektideen für die Doktoratsarbeit (siehe Titelschulen und vom Ein planbares artikel). Weitere SNF – müssten Massnahmen – so aufeinander Evaluationsverfahren wie z. B. die Einabgestimmt sein, soll über die führung eines dass künftig Karriere entscheiden. Rückkehrstipennicht eine zufäldiums – müssen lig dazwischen auftretende Lücke, sondern ein angesichts der düsteren Finanztransparentes und damit plan- lage leider noch warten. Eines bares Evaluationsverfahren über aber ist klar: Nur wenn mit dem eine Forscherkarriere entschei- SNF auch die anderen Partner det. Der SNF hat sich über die ihre Stühle und Bänke sinnvoll Platzierung «seiner Stühle» für und passend bewegen, lassen sich den Nachwuchs anlässlich der künftig «planlose» Stürze verhinMehrjahresplanung 2012–2016 dern. Nur gemeinsam kommen Gedanken gemacht. Die Eigen­ wir ans Ziel.


www.snf.ch Aktuell SNFinfo Gesuche & Evaluation Förderungspolitik Internationales/Swisscore Nationale Forschungsprogramme Nationale Forschungsschwerpunkte Kommunikation & Transfer

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41 neue SNF-Förderungsprofessuren zugesprochen

Evaluationen für Dritte und Programme mit Partnern: Grundsätze präzisiert

Der SNF hat im Februar 41 Förderungspro­ fessuren an hervorragende Nachwuchsfor­ schende vergeben. Die Geförderten werden ihre Tätigkeit an sieben schweizerischen Universitäten, einer Fachhochschule und an den beiden ETHs aufnehmen. Der Anteil von Forschenden, die mit einer Förde­ rungsprofessur aus dem Ausland in die Schweiz zurückkehren, ist mit 39% dieses Jahr besonders hoch. Der Anteil geförder­ ter Wissenschaftlerinnen beträgt 29%. Der SNF hat gemäss den 2009 implementierten neuen Bedingungen auch zwei Forschende in klinisch orientierten Gebieten gefördert, die über optimale, auf ihre Bedürfnisse zu­ geschnittene Arbeitsbedingungen verfügen werden. Seit 1999 hat der SNF insgesamt 485 Förderungsprofessuren zugesprochen. 72% aller zwischen 2000 und 2008 Geför­ derten sind bereits auf Professuren berufen worden. (08.03.2012)

Der SNF erbringt Evaluationsdienstleistun­ gen zugunsten Dritter und führt mit externen Partnern gemeinsame Program­ me durch. Aufgrund der Erfahrungen mit den bisherigen Mandaten bei den Forschungsinitiativen Nano-Tera.ch und SystemsX.ch, bei den gemeinsamen Pro­ grammen mit dem Bund (u. a. LeadingHouse-Initiativen) sowie bei ProDoc (Dok­ toratsprogramme) hat er im Dezember 2011 die Grundsätze und Voraussetzungen für die Übernahme solcher Aufgaben präzisiert. Die Voraussetzungen, die erfüllt sein müssen, damit der SNF eine Evalu­ ation übernimmt, betreffen neu neben wissenschaftlichen Kriterien auch Aspekte der «Good Governance». Die überarbeite­ ten Grundsätze treten ab sofort in Kraft. Sie gelten für alle neuen Mandate oder Partnerschaften wie auch für die Verlänge­ rung von Verträgen. (08.02.2012)

Forschungsnachwuchs: Macht die Schweiz genug? Zu seinem 60-jährigen Bestehen setzte sich der SNF am 11. Januar 2012 in Bern gemeinsam mit 250 Teilnehmenden aus For­ schung, Hochschulen und Politik mit der zukunftsgerichteten Frage «Nachwuchsförderung: Wo drückt der Schuh?» auseinander. Junge Forschende formulierten in Workshops ihre Anliegen. Die nachfolgenden engagierten und konstruktiven Diskussionen mit Entscheidungsträgern wurden abgerundet durch den ersten Auftritt des neuen Bundesrats Alain Berset an einem öffentli­ chen Anlass. (13.01.2012)

© Severin Nowacki

Die Leistungsvereinbarung 2012 des SNF mit dem Bund liegt vor

Der SNF veröffentlicht ersten Bericht zu Plagiaten in den Gesuchen

Das Staatssekretariat für Bildung und Forschung und der SNF haben im Dezem­ ber 2011 die Leistungsvereinbarung 2012 unterzeichnet. Diese bildet den Rahmen für die Tätigkeit des SNF in diesem Jahr und ist faktisch eine Verlängerung der Periode 2008–2011. Die Leistungsvereinbarung legt u.a. die finanziellen Rahmenbedingungen und die strategischen Leistungsbereiche fest. Zudem hat der Bundesrat das vom SNF erlassene unbefristete Overheadreglement genehmigt. (22.12.2011)

Von Oktober 2010 bis September 2011 ist der SNF insgesamt zehn Fällen möglicher Plagiate bei den Gesuchen nachgegangen. Fünf wurden von Experten entdeckt, fünf weitere von der neu vom SNF eingesetzten Software. Nur in zwei Fällen kam die nach­ folgende interne Untersuchung zum Schluss, dass tatsächlich ein Plagiat vorliegt. Der Bericht «Plagiate in den Gesuchen» stellt die Untersuchungspraxis des SNF dar und beschreibt die behandelten Fälle seit Einfüh­ rung der Software. (09.12.2011)


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Ausschreibung der vierten Serie: Weiterhin grosses Interesse an den NFS

NFP 66 «Ressource Holz»: 28 Projekte bewilligt

Im Rahmen der Ausschreibung der vierten Serie der Nationalen Forschungsschwer­ punkte (NFS) sind 63 Skizzen eingegan­ gen. Die hohe Anzahl zeigt das grosse Interesse von Forschenden und Schweizer Hochschulen an diesem Förderungsins­ trument. 26 skizzierte NFS haben ihren Schwerpunkt in den Bereichen Mathema­ tik, Natur- und Ingenieurwissenschaften, 23 in Biologie und Medizin und 14 im Bereich der Geistes- und Sozialwissen­ schaften; viele sind interdisziplinär. Insgesamt melden die eingegangenen Skizzen einen Finanzbedarf von ungefähr einer Milliarde Franken für die ersten vier Jahre an. Demgegenüber steht ein Finanz­ rahmen von voraussichtlich 100 Millionen Franken. Ende Oktober 2012 informiert der SNF über die Ergebnisse der Begut­ achtung. In die Evaluation fliesst nicht nur die wissenschaftliche Bewertung der Skizzen ein, sondern auch die Beurtei­ lung der geplanten Massnahmen der NFS, um Forschungsstrukturen zu fördern. Der Termin für die Einreichung der Gesuche ist voraussichtlich Ende Februar 2013. (31.01.2012)

Der SNF hat 28 Projekte für das Natio­ nale Forschungsprogramm «Ressource Holz» (NFP 66) bewilligt. Diesen stehen finanzielle Mittel in der Höhe von insgesamt 10,7 Millionen Franken zur Verfügung. In diesen Projekten haben die Forschungsarbeiten ab Januar 2012 begonnen. Der Evaluationsprozess war besonders anspruchsvoll, war doch eine grosse Zahl der beinahe 70 eingereich­ ten Projektskizzen von hoher Qualität. Mit Blick auf die begrenzten finanziellen Mittel hat die Leitungsgruppe einstim­ mig entschieden, etwa die Hälfte der Skizzen auch auf der Stufe der Gesuche weiterzuverfolgen. Mit der nun getrof­ fenen Projektauswahl ist der Evaluati­ onsprozess im NFP 66 einen grossen Schritt weiter. Die bewilligten Projekte decken jedoch nicht alle Aspekte des Programms ausreichend ab. Lücken be­ stehen im Modul 1 zum Thema «Rohholz – Verfügbarkeit, Beschaffungspolitik und -prozesse». Daher hat der Nationale For­ schungsrat auf Antrag der Leitungsgrup­ pe einer im Januar erfolgten Zweitaus­ schreibung zugestimmt. (15.12.2011)

Der SNF schaltet die Forschungsdatenbank P3 auf Der SNF hat im Januar die neu konzipierte Forschungsdaten­ bank P3 auf seiner Webseite (www.snf.ch) aufgeschaltet. P3 löst die bisherige Projektdatenbank ab und enthält u. a. erwei­ terte Informationen zum Inhalt und neu auch zum Output der vom SNF unterstützten Projekte. P3 wird in Deutsch, Französisch und Englisch sowie mit ausgebauten und benutzerfreundlichen Suchmöglichkeiten angeboten. Die Forschungsdatenbank wird täglich aktualisiert. Sobald der SNF einen bewilligten Beitrag für ein Projekt überwie­ sen hat, werden die entsprechenden Daten in P3 publiziert. (10.01.2012)

Kommunikation & Transfer

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Horizonte März 2012: Romantik im Internet

Tag der Forschung: Der SNF in Zürich zu Besuch

Die neue Ausgabe des Schweizer For­ schungsmagazins Horizonte ist er­ schienen. Sie porträtiert eine Fülle von Projekten, die durch den SNF unterstützt werden. Der Schwerpunkt widmet sich dem Thema «Digitalisierung des Lebens». Weitere Themen dieser Ausgabe: Früh­ diagnosen für Frühgeborene – Mein Bein muss weg! – Editionen: stabile Kultur­ träger aus Papier. Horizonte erscheint viermal pro Jahr und richtet sich an ein breites Publikum. Das Magazin kann kos­ tenlos abonniert werden. (01.03.2012)

Am 13. Juni 2012 wird der SNF an der Universität Zürich anlässlich des Tags der Forschung seine Förderungsinstrumente mit Infoständen und Vorträgen vorstel­ len. Ausserdem haben die Teilnehmen­ den Gelegenheit, individuelle Fragen zu stellen, und sie erhalten in Workshops vertiefte Informationen zu den einzelnen Förderungsinstrumenten. Der Tag der For­ schung ist für Forschende aller Schwei­ zer Hochschulen offen. Die Teilnahme ist kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich. (20.03.2012)


AKTUELL

r4d.ch oder: Global forschen mit Entwicklungsländern Die Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit (DEZA) und der SNF starten gemeinsam das «Swiss Programme for Research on Global Issues for Development» (r4d.ch). Für die gesamte Laufzeit des Programms von 2012 bis 2022 stehen 97,6 Millionen Franken zur Verfügung.

© DEZA

Ein vordringliches Thema für Forschungsprojekte mit Entwicklungsländern sind die Versorgungssysteme im Gesundheitsbereich.

Dass sich Schweizer Forschende in der Zusammenarbeit mit weniger entwickelten Ländern engagieren, hat eine lange Tradition. Indem sich die Forschungsgemeinschaft weltweit für eine nachhaltige Entwicklung einsetzt, nimmt sie gesellschaftspolitische Verantwortung wahr. Die DEZA und der SNF haben gemeinsam das «Swiss Programme for Research on Global Issues for Development» (r4d.ch) geschaffen, um in den Entwicklungsländern Kenntnisse und innovative Lösungen zu fördern, mit deren Hilfe globale Herausforderungen bewältigt werden können. Die an wissenschaftlicher Exzellenz, Partnerschaft und Interdisziplinarität ausgerichteten Forschungsprojekte sind in zwei Module unterteilt. Das eine lässt den Forschenden die freie Themenwahl, das andere umfasst fünf vordringliche Themen: • Ursachen und Lösungsmechanismen für gesellschaftliche Konflikte unter schwachen staatlichen Institutionen • Armutsreduktion durch Beschäfti-

gung sowie durch günstige gesellschaftliche und staatliche Rahmenbedingungen • Landwirtschaftliche Produktionssysteme und Ernährungssicherheit • Nachhaltige Nutzung von Ökosystemen • Versorgungssysteme und Finanzierungsmechanismen im Gesundheitsbereich Die ersten Ausschreibungen erfolgen im Frühling 2012.

Neue Partnerschaften gewinnen Mit dem Programm r4d.ch sollen nicht nur bestehende Forschungskooperationen unterstützt werden. Ziel ist es, auch neue Forschende aus der Schweiz und den Entwicklungsländern für grenzüberschreitende Forschungspartnerschaften zu gewinnen und damit die Forschung zu globalen Problemen sowohl in der Schweiz wie in Entwicklungsländern zu stärken. Mehr Informationen sind zu finden unter www.r4d.ch. ES

BFI-Botschaft 2013–2016: Das Glas ist halb leer Gemäss der im Februar vom Bundesrat verabschiedeten BFI-Botschaft stehen dem SNF für 2013–2016 total 3,65 Milliarden Franken für seine Förderungstätigkeit und Overhead-Beiträge zur Verfügung. Dies stellt ihm nur einen Mittelzuwachs von jährlich durchschnittlich 3,7% in Aussicht. Für eine «gesunde» Finanzierung der Forschungsförderung sollten sich Nachfrageentwicklung und Mittelwachstum in etwa die Waage halten. Die nun verabschiedete Botschaft zur Förderung von Bildung, Forschung und Innovation (BFI-Botschaft) zeichnet diesbezüglich nun aber für den SNF ein eher düsteres Bild: Obwohl das durchschnittliche jährliche Wachstum in der Projektförderung (inkl. Netzwerk-Projekte «Sinergia») von 2008 bis 2011 8 Prozent bei den Gesuchen und gar 13 Prozent bei den verlangten Beiträgen betragen hat, sieht der Bundesrat für 2013 bis 2016 lediglich ein durchschnittliches Mittelwachstum von jährlich 3,7% vor. Dieses im Vergleich geringe Wachstum in den kommenden

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Jahren wiegt umso schwerer, als verschiedene Faktoren darauf hindeuten, dass die Nachfrage beim SNF auch künftig noch weiter zunehmen wird.

Abstriche unumgänglich Gemäss BFI-Botschaft werden dem SNF für seine sämtlichen Aktivitäten im Bereich der Forschungsförderung für 2013 bis 2016 3,65 Milliarden Franken zur Verfügung gestellt. Dies sind rund 900 Millionen weniger, als der SNF in seinem aktuellen Mehrjahresprogramm beantragt hat und als zur integralen Umsetzung der darin vorgesehenen Massnahmen notwendig gewesen wären. Damit ist klar, dass wichtige Massnahmen zur Optimierung der Rahmenbedin-

gungen der Forschenden in der Schweiz nicht finanzierbar sein werden. Um ein weiteres Absinken der Bewilligungsquote bei den Gesuchen so weit wie möglich zu vermeiden, sind zusätzliche Mittel in der Projektförderung und für Sinergia absolut vorrangig. Angesichts der weiterhin zu erwartenden stark steigenden Nachfrage nach Förderungsbeiträgen erachtet der SNF die vom Bundesrat in der BFI-Botschaft vorgesehenen Mittel für die kommenden vier Jahre als nicht ausreichend. Ohne eine Korrektur besteht die Gefahr, dass der SNF seine Aufgabe der kompetitiven Forschungsförderung nicht mehr den Bedürfnissen der Forschenden entsprechend erfüllen kann. HOC


Bild der Forschung

Optomechanische Interaktionen: Eine Quantenverbindung zwischen Licht und Mechanik

© K-Lab/EPFL

Der gläserne Oszillator, kleiner als der Durchmesser eines Haares, ist über vier Speichen mit dem Trägerchip verbunden. So kann die Struktur über einen langen Zeitraum wie eine gute Stimmgabel vibrieren.

Forschende der EPFL in Lausanne stellen ein mikroskopisches System vor, das Licht in mechanische Schwingung und umge­ kehrt umwandeln kann. Diese Interaktion ist so stark, dass damit die Bewegung eines Oszillators auf einer quantenmechanischen Ebene beeinflussbar wird. Zum ersten Mal erfolgt die Umwandlung von Licht und Be­ wegung innerhalb so kurzer Zeit, dass die Quanteneigenschaften des ursprünglichen Lichtimpulses während des Vorgangs nicht verloren gehen. So wird es möglich, die Quanteneigenschaften der Oszillatorbewe­ gung zu steuern und die seltsamen Gesetze der Quantenmechanik in Objekten aus Men­ schenhand zu beobachten. www.snf.ch > Medien > Medienmitteilungen

SNF intern Gabriele Gendotti neu an der Spitze des SNF

Martin Vetterli wird neuer Forschungsratspräsident des SNF

Der Stiftungsrat des SNF hat Ende Januar den Tessiner Rechtsanwalt Gabriele Gendotti für die Amtsperiode 2012–2015 zu seinem Präsi­ denten gewählt. Er ersetzt Hans Ulrich Stöck­ ling an der Spitze des SNF. Gabriele Gendotti gehört dem Stiftungsrat bereits seit 2003 als Bundesvertreter an und kennt den SNF somit bestens. Als ehemaliger Nationalrat ist er mit der Bundespolitik und als langjähriger Erziehungsdirektor speziell mit bildungs- und forschungspolitischen Fragen vertraut. Von 2000–2011 war Gabriele Gendotti Mitglied der Schweizerischen Universitätskonferenz (SUK) und der Schweizerischen Konferenz der kan­ tonalen Erziehungsdirektoren (EDK), in der er während acht Jahren als Vizepräsident wirkte.

Der Ausschuss des Stiftungsrats des SNF hat am 2. März Martin Vetterli für die Amtsperiode 2013–2016 zum Präsidenten des Nationalen For­ schungsrats gewählt. Der Ingenieurwissenschaftler ist ordentlicher Professor für Kommunikationssys­ teme und Dekan der «School of Computer and Communication Sciences» an der ETH Lausanne (EPFL). Er tritt die Nachfolge von Dieter Imboden an, der diese Schlüsselposition Ende 2012 nach acht Jahren abgeben wird. Als langjähriger Vize­ präsident der EPFL (2004–2011) und ehemaliges Mitglied des Schweizerischen Wissenschafts- und Technologierats (2000–2004) kennt Martin Vetterli die Schweizer Hochschul- und Forschungspolitik bestens. Zudem ist er als Gründungsdirektor des NFS MICS gut mit dem SNF vertraut. Für seine eigene Forschung in den Bereichen

Elektrotechnik, Compu­ terwissenschaften und Angewandte Mathema­ tik wurde er mehrmals national und internatio­ nal ausgezeichnet, u.  a. 1996 mit dem Natio­ nalen Latsispreis. «Mit der Förderung qualita­ tiv hochstehender For­ schung durch den SNF investiert die Schweiz mit Weitblick in die Zukunft unseres Landes. Es ist ein Ehre für mich, eine solch anerkannte und wichtige Institution zu führen und die Tradition von exzellenter Forschung in der Schweiz auf­ rechtzuerhalten», betont Martin Vetterli.

Impressum SNFinfo print erscheint dreimal jährlich • Auflage: 14 200 (9200 Deutsch, 4000 Französisch, 1000 Englisch) Herausgeber Schweizerischer Nationalfonds zur Förderung der wissenschaftlichen Forschung (SNF) Wildhainweg 3, Postfach 8232, 3001 Bern Tel. 031 308 22 22 • Fax 031 301 30 09 • E-Mail pri@snf.ch • Homepage www.snf.ch Produktion Abteilung Kommunikation des SNF / Leiter: Philippe Trinchan

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Redaktion Alan Knaus (verantwortlicher Redaktor) Corinne Ammann, Célia Francillon, Daniel Höchli (HOC), Juliette Pont (JPO), Elisabeth Schenker (ES), Omar Solanki Übersetzung Textra, Pfäffikon (SZ) • Korrektorat Birgit Roth, Galgenen (SZ) Gestaltung Agence Symbol, Granges-Paccot (FR) Druck Imprimerie Saint-Paul, Fribourg


SNFinfo print, März 2012