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Der grosse camping-report

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30. Juli 2012 CHF 4.50

Pfarrer Ernst Sieber ÂŤIch war ein Verkehrsrowdy im Auftrag des HerrnÂť

Sandra Boner

Im Hoch mit Nelson & Miles

Wandern in der Schweiz Mit der Wetterfee auf dem Weissenstein


Inhalt 20

u Angekommen Verliebt, verheiratet und jetzt auch Besitzer eines Traumhauses: Musiker Pepe Lienhard und seine Christine zeigen, wie paradiesisch sie wohnen, und sagen, weshalb sie von Zürich in den Thurgau gezogen sind.

HEFT 31, MONTAG, 30. juli 2012

Titel 28

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Sandra Boner Spazieren und bräteln auf dem Weissenstein – das lieben Nelson und Miles, die Buben der Wettermoderatorin Top 5 Tipps in der Region Solothurn

Titelfoto Nicole Boekhaus; Inhaltsfoto Thomas Buchwalder

Leute 7 16

20 34 36 40

Editorial von Stefan Regez Leute Marco Fritsche, Peter Brabeck, Chantal Kammermann, Florian Ast, Mike Schmid, Kilian Wenger, Bastian Baker Pepe Lienhard Der Bandleader und seine Christine zeigen ihr neues Traumhaus Ernst Sieber So geht es dem Pfarrer nach seinem schweren Autounfall Urs Fischer alias Dr Eidgenoss Im Heu mit dem Nidwaldner Volksmusiker Hermann Hesse 50. Todestag: Enkel Silver erzählt, wie sein Opa liebte und lebte schweizer illustrierte

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Inhalt

Olympia 8

London 2012 Die Eröffnungsfeier, Cancellaras Pechmoment, Small Talk mit Sepp Blatter. Und: Rengglis Top Ten

Interview

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Peter Gottwald Der deutsche Botschafter in Bern über die Beziehung zur Schweiz

Gesellschaft 44

u ein wink von oben Er hatte Glück im Unglück: Pfarrer Ernst Sieber ver­ unfallte mit dem Auto schwer. Inzwischen kann er wieder malen. Aber es habe ihm gezeigt, wie schnell das Ende kommen kann. «Das war ganz klar ein Fingerzeig von unserem Jesus.»

Campingplatz Tennwil Viele Stammgäste kommen seit Jahrzehnten. Was sind das für Leute? Grosse Reportage

Shopping 49

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 57 58

Ernährung Fisch schützt Herz und Hirn Frauen und Krebs Spezieller Beauty-Kurs

Die Besten 67

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend

Fotos Christian Lanz, Katja Lehner-Grossi, Alexandra Pauli

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u naturnah Daheim beim Nidwaldner «Huismuisig»-Sänger Urs Fischer, bekannt als Dr Eidgenoss.

ABO-SERVICE 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

86 u bodenständig Auch Roger ist verewigt. Lynette Federer am neuen Basler Walk of Fame.

Exklusiv auf dem ipad Wer hat was mit wem? Im PromiFlash gibts den neuesten Klatsch und Tratsch. Und: Sehen Sie sich eMagazin im Ferienhaus von Mick Jagger um.

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party 86

Walk of Spalebärg in Basel SI-Golfcup in Bad Ragaz

Und … 89 90 78 82 88

Notabene von Helmut Hubacher Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder Impressum Horoskop Leserbriefe

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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editorial

Glück ist nicht selbstverständlich Sandra Boner

Stefan Regez, Chefredaktor

Fotos Nicole Boekhaus, Hervé Le Cunff

Arbeitstag als Familienausflug SI-Redaktorin Sandra Casalini (r.) mit ihren Kindern Gioia, fast 8, und Gian, fast 6, und «Meteo»Moderatorin Sandra Boner (l.) mit ihrer Mutter Louise und ihren Söhnen Miles, 1, und Nelson, fast 3.

Noch guten Mutes Unser Olympia-Reporter Thomas Renggli (l.) mit Radrennfahrer Fabian Cancellara – vor dessen Sturz im Strassenrennen. Renggli schreibt aus London für die SI und bloggt täglich auf SI online: Rengglis Top Ten. Ab Seite 8.

Für unsere Sommerserie «­ Wandern in der Schweiz» sind wir – wie meistens bei Geschichten in der freien Natur – auf gutes Wetter angewiesen. Kurz­fristige Terminverschiebungen müssen da einkalkuliert werden. Nicht so bei Sandra Boner. Als SI-Redaktorin Sandra Casalini mit der TV-Wetterfee abmachen will, schlägt diese für die kurze Wanderung mit ihren Kindern Nelson und Miles auf dem ­Weissenstein den Mittwoch, 25. Juli, vor. «Was ist, wenn es regnet? Wollen wir gleich ein Verschiebedatum bestimmen?», fragt Casalini. «Das brauchen wir nicht. Mittwoch ist schön», sagt die «Meteo»-Moderatorin – mehrere Tage im Voraus. Es könne zwar Schauer geben, aber nicht auf dem Weissenstein. Sandra Boner behält recht. Das Wetter spielt mit. Es ist schön und heiss auf dem Weissenstein. Doch die Solothurnerin weiss: Nicht nur das Wetterglück, auch das Glück mit ihren Kindern ist nicht selbstverständlich … «Zurück in die Kindheit» – ab Seite 28.

Hermann Hesse

Die Deutschen feiern ihn als «ihren» Schrift­steller. Selbst viele Schweizer denken, er sei Deutscher. Dabei hatte Hermann Hesse 46 Jahre lang einen Schweizer Pass. Mit seinem Geburtsort Calw in Süddeutschland verband er nur seine oft unglückliche Jugendzeit. Seine Heimat hingegen war seit 1919 Montagnola im Tessin. Hier schrieb er seine so grossartigen und auch autobiografisch inspirierten Werke wie den «Steppenwolf», «Narziss und Goldmund» oder «Das Glas­ perlenspiel». Mit einer Gesamtauflage von 125 Millionen Exemplaren ist er einer der erfolgreichsten deutschsprachigen Schriftsteller. Pro Jahr werden bis zu 400 000 Hesse-Bücher verkauft. 1946 erhielt Hermann Hesse den Literatur-Nobelpreis für sein Lebenswerk. Danach widmete er sich vor allem der Kor­respondenz mit Freunden und Lesern. Von rund 35 000 Briefen hat er mindestens 17 000 (!) beantwortet. Ein Sekretariat kam für ihn nicht infrage. Antworten war für ihn moralische Verpflichtung und geistige Lust. Hesse verstarb im Alter von 85 Jahren in der Nacht zum 9. August 1962 im Schlaf an einem Gehirnschlag. Auf dem Friedhof Sant’Abbondio in Gentilino bei Montagnola ist er ­beigesetzt. SI-Autorin Stephanie Ringel hat vergangene Woche aus Anlass des 50. Todestages von Hermann Hesse dessen Enkel Silver Hesse zu Hause in Zürich getroffen. Er erzählt über das Leben seines berühmten Grossvaters. Und sagt, warum er selber jahrelang keinen Hesse mehr gelesen hat. «Hesse ist ein Mutmacher» – ab Seite 40. Ich wünsche Ihnen eine sommerliche Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte

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Da gehts lang! Englands Kronprinz William beobachtet mit Ehefrau Prinzessin Catherine den Einmarsch der Nationen.

Audienz Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf im Gespräch mit Königin Elizabeth. «Die Queen ist bei aller Distanziertheit äusserst liebenswürdig.»

Fachleute Fürst Albert von Monaco und Ehefrau Charlène standen schon selbst im olympischen Wettkampf.

Los gehts! Ein gigantisches Spektakel lanciert die 30. olympischen sommerspiele in London. Die Royals und die Welt sind begeistert. Und Fabian Cancellara sorgt schon für ein erstes Olympia-Drama.

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Ein-Ton-Musiker «Mr. Bean» Rowan Atkinson spielt mit dem London Symphony Orchestra – auf einer Taste …

Rasant Per Speedboot wird die olympische Flamme auf der Themse von Nachwuchs-Fussballerin Jade Bailey Richtung Olympiastadion transportiert. Am Steuer steht David Beckham.

Fotos Matthew Lloyd / Getty Images, Abaca / Dukas (2), Dominic Lipinski / Pool / Reuters, Kai Pfaffenbach / Reuters, Sean Kilpatrick / AP / Keystone

Hey Jude Alt Beatle Sir Paul McCartney setzte den musikalischen Schlusspunkt unter die Eröffnungsfeier.


Olympia 2012

«Ich habe die grosse Freude, die Spiele 2012 in Stratford in Ostlondon zu eröffnen» queen elizabeth ii

Amused Prinz Charles und Herzogin Camilla haben neben Londons Bürgermeister Boris Johnson (r.) Spass.

Hup Holland, hup! Prinzessin Máxima und Prinz ­Willem-Alexander feiern ihr Team beim Einmarsch.

Fettnapf US-Präsidentschaftskandidat Mitt Romney, mit Gattin Ann, verärgert England mit Kritik.

Den Dänen gefällts Kronprinzessin Mary und ­Thronfolger Frederik winken ihren Landsleuten zu.

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Bewegend Der grosse Muhammad Ali wird ins ­Stadion geführt, von Parkinson schwer gezeichnet.

Treffen der Beautys US-Präsidentengattin Michelle Obama mit Prinzessin Catherine.


Rengglis Top Ten

Eine Olympia-Eröffnungsfeier ist wie das Vorwort eines Buches oder die Polizeistunde in englischen Pubs. Eigentlich überflüssig, aber nicht wegzudenken. Die Top Ten der grossen Show – von Thomas Renggli.

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Queen Elizabeth II. Fackelt nicht lange und eröffnet die Spiele in royaler Kürze. Wir machen einen Knicks.

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Mr. Bean. Lovely! Inszeniert den olympischen Halbschlaf. Bei einer Showdauer von fast vier Stunden ist er damit kaum allein.

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Vanuatu. Der Inselstaat bündelt die personellen Ressourcen. Tischtennisspielerin Anolyn Lulu ist Fahnenträgerin, Sportbotschafterin und Präsidentin der Athletenkommission.

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Coolness. Im Fussball hadern die Briten neuerdings mit einem usbekischen Schiedsrichter. Im Schlangestehen (Queuing) gewinnen sie an allen olympischen Fronten Gold – sind deshalb als Schlusslicht des Athleten­einmarsches bestens vorbereitet.

Global Vor 62 000 Zuschauern im Stadion und einer Milliarde Menschen weltweit vor den TV-Geräten erklärt die Queen Olympia 2012 für eröffnet.

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David Beckham. Nie Fussball-Weltmeister, aber als Chauffeur der Flamme auch im olympischen Fahrtwind auf der Themse ein stets gut frisierter Captain.

Bradley Wiggins. Muss zur Rennvor­ bereitung früh schlafen gehen, ist aber omnipräsent. Dank dem Tour-de-FranceSieger fährt England Velo und trägt Kotletten.

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Lerneffekt. Wer in der Schule am Fenster sass, ist jetzt wieder up to date. Ins Olympiastadion schreiten 204 Nationen ein. Die Uno hat nur 193 Mitglieder.

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Sir Paul McCartney. Der Beatle tönte «Yesterday» auch schon frischer. Aber als musikalischer Schlusspunkt selbst nach Mitternacht politisch die einzig korrekte Wahl.

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Harry von Wales. Der Partyprinz bleibt sich treu. Er strahlt in die Welt hinaus und deponiert nur für eine Sportart umfassende Ticketwünsche – Beachvolleyball der Frauen.

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Olé! Spaniens Königin Sofia beim Betreten des Olympiastadions.

Royaler Sunnyboy Prinz Harry lässt Vorfreude Das norwegische Thronsich mit der englischen Skeleton-Olym- folger-Paar Haakon und Mette-Marit piasiegerin Amy Williams ablichten. wartet auf die Eröffnungsfeier.

Deutschland. Nervt die Engländer normalerweise erst im Penaltyschiessen. Begeht diesmal aber schon mit der olympischen Tenuewahl eine modische Tätlichkeit.

Mehr zum Thema:

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Fotos John Stillwell / Reuters, Hervé Le Cunff, AP / Keystone (3), Abaca / Dukas (3), Pool / Reuters, Rex / Dukas (2)

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olympia 2012

Brav Die Schweizer Delegation marschiert als eine der letzten ein, angeführt von Fahnen­ träger Stan Wawrinka. Die graue Kleidung erregt zu später Stunde kaum mehr Aufsehen.

Erster Sieg für die Schweiz Zum Fondue ein englisches Bier im House of Switzerland

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ls die Queen die Spiele eröffnet, haben die Fechter Fabian Kauter und Max Heinzer die erste Aufregung schon hinter sich. Der Taxistreik hat sie gestoppt. «Die Fahrer versicherten uns aber höflichst, dass wir nicht der Grund seien.» Die Schweizer Musketiere kämpfen am 1. August um Medaillen. Zusammen mit Wildwasser-Kanute Mike Kurt und – hoffentlich – Zeitfahren-Champion Fabian Cancellara (siehe nächste Doppelseite) können sie den Nationalfeiertag zum Schweizer

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Jubelfest machen. Die Eidgenossenschaft hat in London schon jetzt gewonnen: Das House of Switzerland direkt an der Themse gehört zu den völkerverbindenden Olympia-­ Hotspots. Der Londoner gönnt sich zum Apéro ein Raclette oder Fondue – und spült mit einem Pint of Lager nach. Zu Risiken und Nebenwirkungen frage man Arzt oder Apotheker. Eveline Widmer-Schlumpf be­ fördert das Schweizer Gasthaus mit ihrem Auftritt am ersten Wochenende zur Bundesrats-Exklave in London.

Axel Müller und Nathalie Dielen werden als Bogenschützen selbst von den Hütern des englischen Gesetzes mit offenen Armen empfangen: «Die Schweizer sind unsere Freunde», sagt Polizei-Sergeant Kelly. Unbeeindruckt von Olympia sind die Cricket-Spieler im Regent’s Park. Mit gutem Grund: Im Jahr 1900 gehörte ihr Sport zum Olympia-Programm – Grossbritannien gewann. Und weil die Premiere auch die Dernière war, ist dem United Kingdom dieser Titel auf ewig sicher. Text thomas renggli, Fotos hervé le cunff


small talk

Sepp Blatter

Ausgepackt: Die Schwimmer Yannick Käser (l.) und David Karasek richten sich in ihrem Zimmer im Schweizerhaus des Athletendorfes ein.

Vor dem Wettkampf noch glücklich: Kunst­ turnerin Giulia ­Steingruber vor der Tower Bridge, dem Wahrzeichen Londons über der Themse.

Auftakt gelungen: Die Beachvolley-Spielerinnen Simone Kuhn (r.) und Nadine Zumkehr posieren auf der Anlage mitten in der Innenstadt. Den Einzug in den Halbfinal geschafft: Der Schweizer Schwimmer Dominik ­Meichtry küsst seine Verlobte, US-Schwimmerin Jessica Hardy.

Herr Blatter, trafen Sie die Queen erstmals? Nein, im März 2004 hatte ich schon einmal die Ehre, der Queen anlässlich der 100-Jahr-Feierlichkeiten der Fifa in London zu begegnen, zusammen mit dem Exekutivkomitee. Es war ein recht amüsanter Event, sehr locker. Ergab sich dabei einmal die Gelegenheit, ­persönlich mit der Königin zu sprechen? Bei dem Treffen im Jahr 2004 hatte sie natürlich mehr Zeit für Small Talk. Sie ist eine beeindruckende Persönlichkeit, hat einen guten Humor und ein gutes Gedächtnis. Denn sie erinnerte sich lächelnd an das Treffen von 2004: «I know you – football!» Ist die Queen eigentlich ein Fussball-Fan? Ihre Majestät ist wie überhaupt die gesamte königliche Familie ein grosser Fussball-Fan. Ihr Enkel Prinz William ist der Präsident des englischen Fussball-Verbandes FA. Und sie selbst ist «Patron of the FA», die Gralshüterin des «beautiful game». Und wer ist nun mächtiger, die Queen oder der Fifa-Boss? Wer verbeugt sich vor wem? Was für eine Frage, natürlich sie! Da wir beide aber nicht gross sind, war meine Verneigung nicht sehr bemerkbar. Doch natürlich verneige ich mich vor ihr – allein schon als Gentleman und aus Respekt. Interview: Alejandro Velert

Legenden-Treffen

Herr der Wellen: Kanute Mike Kurt posiert vor einem historischen Segelschiff. «Ich fühle mich auf jeder Art von Boot wohl.»

Top Trio Franco Marvulli, Werner Günthör und Marcel Fischer (v. l.) fiebern bei Olympia aus der Ferne mit.

u Eine glanzvolle Parade an Namen begrüsst das Schweizer Fernsehen im Rahmen der Olympia­ sendung «Moments» am ­Freitagabend. Über dreissig ehemalige Medaillengewinner frischen Erinnerungen auf. Auch Franco Marvulli, 33, Werner Günthör, 51, und Marcel Fischer, 33, haben sich einiges zu erzählen. Lust auf London? Marvulli: «Zu viel Trubel. Ich schaue lieber von zu Hause.» CB

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Fotos Jean-Christophe Bott / Keystone, Keystone (3), Reuters (2), Hervé Le Cunff, Christian Lanz

Gigantentreffen Der Walliser FifaPräsident war als Träger des Olympischen Ordens beim Empfang für die IOC-Mitglieder durch Queen Elizabeth II dabei.

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olympia 2012

Foto Copyright by SRF

Der Sturz des K Ende der Medaillenträume im Strassenrennen: Fabian Cancellara beugt sich im Ziel verzweifelt über seinen Lenker und wird vom Schweizer Teamarzt Dr. Andreas Gösele getröstet (Bild rechts). Wenige Kilometer vor dem Ziel platzen seine Hoffnungen, als er in Führung liegend eine Kurve verpasst und in die Abschrankung kracht (kl. Bild oben). Dabei verletzt sich Cancellara erneut am Schlüsselbein, das er erst im April gebrochen hatte.

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önigs

Text thomas renggli

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er Weg aufs Podest war geebnet – das Feld mit den endschnellen Briten und Deutschen distanziert. 15 Kilometer vor dem Ziel wollte Fabian Cancellara zum entscheidenden Angriff ausholen, die Vorarbeit seiner Team­ kollegen vergolden. Doch was zur grossen Triumphfahrt hätte werden sollen, mün­ det in einer sportlichen Tragödie. Cancel­ lara biegt an der Spitze des Feldes in eine Haarnadelkurve, verschätzt sich, knallt frontal in die Abschrankung – und mit der rechten Schulter auf den Asphalt. Anstatt um den Sieg zu spurten, pedalt der 31-jährige Berner mit rund fünf Minuten Rückstand schwer gezeichnet ins Ziel – unfähig, die rechte Hand am Lenker zu halten, mit leerem Blick. In den Armen Nichts gebrochen, aber stark geprellt Um von Teamarzt Andreas Gösele vergiesst er 21.30 Uhr Ortszeit kehrt Fabian Cancellara bittere Tränen. Die Ambulanz bringt ihn in vom Spital ins Hotel zurück. die Poliklinik des olympischen Dorfs. Den rechten Arm trägt er in der Schlaufe. Via Ausgerechnet vor seiner Parade­ Twitter drückt er seine Enttäuschung aus: disziplin, dem Zeitfahren vom Mittwoch «Ich habe keine Worte übrig. Die Tränen dieser Woche, droht Cancellara die sind schlimmer als der Schmerz. Unsere Zeit davonzulaufen. Im Rennen gegen Taktik war perfekt bis zu meinem Sturz.» die Uhr besässe er – in gesundem Noch am Vortag hatte der Berner voller Zustand – schon fast eine Medaillen­ Zuversicht auf das wichtigste Saisonrennen garantie. Viermal wurde er in dieser geblickt: «Wir haben alles gemacht, was in Disziplin Weltmeister und 2008 in unseren Möglichkeiten liegt – jetzt müssen Peking Olympiasieger. wir es umsetzen.» Cancellara Der Zwischenfall vom trat mit viel Selbstvertrauen vergangenen Samstag wirft zum Rennen an – und mit noch ein bis dahin perfektes Timing mehr privaten Glücksgefühlen. über den Haufen. Lange lief Am 13. Juli war er zum zweiten das «Projekt Titelverteidigung» Mal Vater geworden. Die Ge­ nach Plan. Bevor Cancellara burt seiner Tochter Elina liess die Tour de France (TdF) we­ ihn auch die olympischen An­ gen der Geburt seiner Tochter forderungen relativieren: «Im aufgab, gewann er den Prolog Vergleich zu den Schmerzen, und trug das Maillot jaune bis die meine Frau ertragen muss­ Royal? Vor dem zur siebten Etappe. In England kam er dann te, ist unsere Leistung ein Rennen präsentierte Klacks.» sich Fabian Cancellara ­allerdings schon vor dem Rennen von der Ideallinie Mit der Geburt waren als Radsport-König. ab – zumindest kommuni­ die nervlichen Strapazen nicht ausgestanden. Elina erkrankte an Fieber kativ: Für einen Fernseh­auftritt liess er – und musste nochmals ins Spital: «Es sich in eine Königsschärpe kleiden, tut so weh, wenn man einen kleinen setzte eine Krone auf und sagte zepter­ Menschen leiden sieht, der nicht sagen schwingend: «I’m the king of bike.» kann, was ihm wehtut – man fühlt sich Die britischen Journalisten, die seit absolut hilflos. Aber glücklicherweise war dem TdF-Sieg von Bradley Wiggins den es nicht so schlimm», erzählte Cancellara. Radsport zur nationalen Herzens­ Schlimmer steht es nun um seine angelegenheit er­klärten, rieben sich ver­ kurzfristigen sportlichen Perspektiven. wundert die Augen. Obwohl «nur» eine schwere Schulter­ Cancellara inszenierte seinen Auf­ prellung rechts diagnostiziert wurde, hat tritt am Themse-Ufer direkt neben der Sturz gravierende Auswirkungen – einem Warnschild «Deep water – use vor allem psychologisch. Im April brach decking at own risk» («Tiefes Wasser – sich der Berner in der Flandern­rundfahrt benützen des Steges auf eigenes Risi­ auf der rechten Seite das Schlüsselbein. ko»). Dass man sich nicht zu weit Nun sind Beschwerden und Ungewiss­ aus dem Fenster lehnen sollte, stand heit zurück. dagegen nirgends geschrieben. 

Fotos Phil Noble / Reuters (2), Benjamin Soland / Blick Sport / RDB, Hervé Le Cunff, EPA / Keystone

Er war beseelt von Vaterglück. Trug die Königskrone. Griff nach Gold. Doch dann landete Fabian cancellara auf dem Asphalt der Realität. Und bewirkte ein Schweizer Olympia-Drama.

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leute

bastian baker

Der Platin-Lover

Konzertmarathon, Platinauszeichnung und ein Treffen mit Grace Jones – aber der Lausanner Popstar Bastian Baker bleibt relaxt. Und arbeitet am zweiten Album. Die Fans lassen Bastian Baker, 20, nie im Regen stehen. Mit seinem Charme und ihren Schirmen lässt es sich wunderbar feiern!

Platin für Album und Single: Claude Nobs (r.), Chef Montreux Jazz, gratuliert Bastian Baker. decken. Kürzlich schaute ich mir 77 Bombay Street am Paléo Festival an. Dort würde ich nächstes Jahr am liebsten auch auftreten. Werden Sie bis dann ein neues Album vorlegen? Das Album soll im Herbst 2013 erscheinen, doch einige der neuen Songs spielen wir jetzt schon an Konzerten. Ende Jahr werden wir uns für die Aufnahmen ins Studio begeben. Für das erste Album, «Tomorrow May Not Be Better», haben Sie soeben die Platinauszeichnung für 30 000 verkaufte Exemplare erhalten. Spüren Sie Druck, diesen Erfolg zu toppen? Ja, die Ausgangslage ist jetzt anders. Die Songs des ersten Albums habe ich für mich geschrie­ ben, ohne Ambitionen. Nach diesem Über­ raschungserfolg sind Erwartungen da. Aber das motiviert mich, ich habe eine Sportler­ mentalität. Und ich lasse mich nicht stressen. Werden Sie sich zwischen Festivalsaison und Studioaufnahmen ein paar freie Tage gönnen? Der Zeitplan ist eng, aber ich hoffe, wir können ein bisschen ans Meer fahren, wenn wir im Herbst zwei Monate durch Frankreich touren. Interview Christa Hürlimann und yvonne zurbrügg

Kilian Wenger und Mike schmid

Kilian Wenger trägt Mike Schmid die letzten Stufen hinauf zur Harderbahn.

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Huckepack beim König u Zwei Exportschlager des Berner Oberlands spannen zusammen. Schwingerkönig Kilian Wenger, 22, und Skicross-Olympiasieger Mike Schmid, 28, sind die neuen Aushängeschilder der Jungfraubahnen, welche in diesem Jahr ihr 100-Jahr-Jubiläum feiern. Die letzten Stufen auf dem Weg zur Harderbahn in Interlaken nimmt Wenger (1,90 m, 107 kg) seinen Kollegen Schmid (1,95 m, 105 kg) kurzer­hand huckepack. Ein Freundschaftsdienst, um die Knie des Frutigers zu schonen. Der hatte sich im März zum vierten Mal in seiner Karriere das Kreuzband gerissen. Wann gibt er das Comeback? «Ich lasse mir Zeit», sagt er. «Aber ich hoffe, ich fahre noch ein paar Jahre weiter.» christian bürge

Fotos HO (3), Splash News, WireImage, Bruno Voser (2), Keystone, SRF

Bastian Baker, Sie erleben Ihre allererste OpenAir-Saison und treten gleich an 25 Festivals auf. Eine wahnsinnige Zahl! Früher ging ich als Besucher an die Festivals, nun stehe ich selber auf der Bühne. Ein Traum! Nur regnet es leider sehr oft, das schlägt auf die Stimmung. Was machen Sie dann, um auf Touren zu kommen? Ich kann mich auf unser Publikum verlassen. Bei schönem Wetter machen alle gern Party, bei Regen kommen nur die echten Fans. Dass sie dann trotzdem mit uns feiern wollen, macht mich besonders stolz und motiviert mich total. Gab es Zwischenfälle wegen des Wetters? Wir mussten zum Glück nie ein Konzert ab­ brechen, aber an einem Festival in Frankreich spielten wir auf einer überdachten Neben­ bühne statt auf der Hauptbühne als Vorband von Charlie Winston. Für zehn Minuten ­Konzert waren wir zehn Stunden gefahren. Wo hat es Ihnen bisher am besten gefallen? In Luzern ist es immer mega cool, ich mag die Stadt und die verrückten Leute dort. Mischen Sie sich nach Auftritten unter die Leute? Ja, sehr gern, so kann ich neue Künstler ent­


wer liebt wen

Babyfreuden & Herzschmerz u Gerüchte machten schon lange die Runde. Nun ist es klar: Topmodel Gisele Bündchen, 31, ist schwanger. An einem Strand in Costa Rica zeigte sie ihren Babybauch. Nach Sohn Benjamin, 2, ist es das zweite Kind für die Brasilianerin und ihren Mann Tom Brady, 34. Aber nicht unbedingt das letzte. «Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass ich mir nicht viele Kinder wünsche.» u Auch Elton John, 65, und sein Ehemann

David Furnish, 49, werden bald zum zweiten Mal Papa. Der Musiker hatte bereits öffentlich verlauten lassen, dass ihr Sohn auf keinen Fall als Einzelkind aufwachsen soll. Die gleiche Leihmutter, die ihnen 2010 schon Zachary auf die Welt brachte, soll den beiden nun ein zweites Mal Vaterfreuden schenken.

Shootingstar trifft Weltstar: es Bastian Baker mit Grace JonNobs. vor dem Chalet von Claude

u Ganz anders zumute ist es Demi Moore, 49. Zwar versuchte ihr Noch-Ehemann Ashton Kutcher, 34, es lange geheim zu halten. Doch aktuelle Bilder beweisen es definitiv: Schauspielerin Mila Kunis, 28, ist seine neue Freundin. Wie Freunde seiner Ex sagen, ist Demi Moore zutiefst erschüttert darüber, dass Ashton so schnell über ihre Trennung hinweggekommen ist. Sie habe noch immer an eine zweite Chance geglaubt.

Rose

kaktus

nick Hayek Swatch-Group-Chef u Das waren ziemlich grosse Worte. Im Februar kündigte Swatch-Chef Nick Hayek an, er wolle bis Ende Jahr 1000 neue Jobs schaffen. 1000? In diesen schwierigen Wirtschaftszeiten? Bei dem starken Franken? Man war skeptisch. Und staunt jetzt umso mehr: Bis jetzt hat Konzernchef Hayek allein in der Schweiz 700 und im Ausland 300 neue Stellen geschaffen. Gut möglich, dass Hayek nach Erhalt unseres Geschenks noch eine Arbeitsstelle mehr schafft – und sich im Swatch-Hauptsitz in Biel bald ein Gärtner um die Chef-Rose kümmert.

Beni thurnheer, Peter Balzli SRF-Kommentatoren in London u Eigentlich war die Eröffnungsfeier grandios und magisch. Wären da nicht die beiden Journalisten von SRF gewesen. Zwar zeigten sie überschwängliche Begeisterung, aber ihre Kommentare waren platt, zielten teilweise gar unter die Gürtel­linie. Sachkundige Informationen zu den Teilnehmern fehlten, zeigten die Kameras Prominente, erkannten die beiden nur einige. Schon den Startschuss verpatzte Balzli. Er schaffte es nicht rechtzeitig an seinen Platz. Für diese Leistung gibts statt Gold einen Kaktus. schweizer illustrierte

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chantal kammermann

u Ein

Ist das nicht Naomi?

Teint wie Ebenholz, die dunkle Mähne, der Körper dazu geschaffen, eine Diva zu sein. Auch wenn das ganz nach Naomi Campbell, 42, aussieht und klingt, es ist sie nicht. Es gibt da eine junge Dame, die dem Supermodel demnächst die Show stehlen könnte. Und die kommt erst noch aus Luzern! Chantal Kammermann, 23, hat Verkäuferin gelernt. Zum Glück erklärte ihr die Zürcher Modelagentur-Inhaberin Zineta Blank danach, dass sie besser auf den Catwalk passt als hinter die Kasse. Mittlerweile ist sie in jeder Modehauptstadt unter Vertrag. Im weissen Wahnsinns-Einteiler eröffnete sie letzte Woche die Fashion Week Swim in Miami. Ein Bild, das die Campbell wieder mal leicht zickig machen könnte. Aber das kümmert kaum eine so wenig wie Chantal, die Gelassene. yvonne zurbrügg

Im Café Schnell: Moderator Marco Fritsche mit Mami Marlis, Schwester Rosmarie und Cousine Mägi (v. l.). Marco fritsche

Brunch beim Bauernverkuppler u Er ist ein Langschläfer. Und zwangsläufig ein Bruncher. Nicht der Gipfeli-, sondern der Zopftyp. «Und zuallererst stürze ich mich auf Rührei und Rösti», sagt Marco Fritsche, 35. Wo, braucht er sich nicht mehr zu fragen. Im Café Schnell in Rorschach SG hat er zusammen mit Geschäftspartner Martin Schildknecht den Sonntagsbrunch zum Programm gemacht. Cousine Mägi ist Tätschmeisterin, Mutter Marlis backt, Schwester Rosmarie hilft aus. Chef Fritsche ist am liebsten Gast – unterhaltender Gast. «Ich lese auch mal laut aus den Sonntagszeitungen vor, am allerliebsten aus dem Horo­skop.» Für den Appenzeller stehen die Liebessterne gerade besonders gut. Ob das auch für die Bauern zutrifft, die er seit Mitte Juli wieder auf 3+ verkuppelt? «Am einen oder anderen Ort knistert es schon», verrät der «Bauer, ledig, sucht …»-Moderator. Mutter Marlis backt auf jeden Fall für jedes Herz, egal ob verliebt oder frei. Anmelden über www.cafeschnell.ch yvonne zurbrügg

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Wie die Campbell – nur vier Zentimeter grösser: Chantal Kammermann auf dem Catwalk in Miami.


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Peter Brabeck

Mit allen Wassern gewaschen u Er könnte sich auf seinem Erfolg ausruhen. Doch Peter Brabeck, 67, hat eine Mission: Unermüdlich warnt er davor, dass uns das Wasser vor dem Öl ausgehen wird. In der neuen Ausgabe von «SI GRUEN» – erscheint nächste Woche zusammen mit der Schweizer Illustrierten – erzählt der Nestlé-­Präsident, dass er seine Liebe zur Natur nun seiner Enkelin weitergibt. Und er verrät, dass sich anderswo sehr wohl Ermüdungserscheinungen bemerkbar machen. «Ich komme langsam in ein Alter, wo die Berge zu hoch werden für mich.» Der Motorradfahrer und Vielflieger nimmt aber auch Stellung zu seiner CO2-Bilanz und zur Verhältnismässigkeit seines Salärs. Und er zeigt, dass er mit gutem Beispiel vorangeht: Im Hause Brabeck wird recycelt! Nina siegrist

Nachhaltige Lektüre: Die neue «SI GRUEN», u. a. mit einem Brabeck-Interview.

florian ast

Fotos Joe Klamar / AFP, Marc Wetli für SI GRUEN, Dick Vredenbregt, Malu Barben

Ausgerechnet Flöru will in den Bundesrat

Michael «Grosi» Grossenbacher, Florian Ast und Jimy Hofer (v. l.) auf dem Bundeshausplatz in Bern.

u «Die anderen sechs würde ich zum Teufel jagen – einer wie ich reicht.» Diese Aussage stammt von Mundart-Junggeselle ­Florian Ast, 37. Aber wovon spricht der Sänger? Es geht um seine neue Single «Bundesrat», die am 20. August erscheint. Beim Videodreh zum Song demonstrierten 50 Statisten für ihren Flöru auf dem Bundesplatz. Sie wollen einen Bundesrat, der «alle Gigle mit einer Rakete auf den Mond schiesst». Wie jeder angehende Politiker braucht auch Ast prominente Unterstützung. Die bekommt er von Stadtoriginal Jimy Hofer, 57, und Michael «Grosi» Grossenbacher, 38. Der Komiker spielt einen Beamten. «Das fägt. In jedem von uns steckt doch ein Bünzli.»

esther meyer schweizer illustrierte

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Im achten Zimmer Pepe und Christine Lienhard geniessen den Sonnenuntergang in ihrem prächtigen Garten vor ihrem neuen Daheim in Frauenfeld TG.

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Sie hat gesucht und gefunden. Er ist hin und weg: Pepe & christine Lienhard sind von Zürich in den Thurgau gezogen – in ein Geniesserparadies im Grünen.

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Text yvonne zurbrügg Fotos thomas buchwalder

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ürde es hier spuken, der Geist hiesse bestimmt Karli. Ein nettes Männlein im weissen Nachthemd mit Spitzensaum. Karli würde durch die alten Holzdecken von Zimmer zu Zimmer huschen. Der neuen Hausbesitzerin beim Streichen zuschau­ en oder dem Hausbesitzer beim Kom­ ponieren über die Schulter schielen. Nur eines würde Karli nie machen: mit dem Schlüsselbund rasseln. Dafür sind die schmiedeeisernen, schweren Dinger, ganz den Originalen aus dem 17. Jahr­ hundert nachempfunden, zu wertvoll. Pepe Lienhard, 66, und seine Frau Christine, 42, sind hier eingezogen. In dieses Haus mit so viel Geschichte. Und so viel Platz. In einer Einbahnstrasse in Frauenfeld TG. Mit Hühnerstall, Scheu­ ne, Rosengarten und Pflastersteinvor­ platz. «‹Das ist es!›, haben wir gesagt, kaum waren wir da!» Ende 2011 haben die beiden ihre Mietwohnung in der Stadt Zürich den zwei Töchtern von Pepe überlassen. Samt Grill und ein paar Möbeln und Bildern. Und sind in die Ost­ schweiz gezogen. Mostindien einfach – es gab Freunde, die tippten sich an die Stirn. Es sind die, die nun liebend gerne zu Besuch kommen ins Grüne. Dass sie Ostschweizer werden, hätten der Band­ leader und seine Frau selbst nicht ge­ dacht. Sie suchten einfach nach einem Haus mit Garten. Schön sollte es sein. Und nicht allzu teuer. Christine durch­ stöberte nächtelang das Internet. Über ein Dutzend Häuser schauten sie sich an. Aber das richtige war nie dabei. «Irgendwann habe ich den Suchradius vergrössert. Und bin auf dieses Haus gestossen», sagt Christine, «und wollte es sofort anschauen.» Pepe kam mit, aber mehr aus schlechtem Gewissen darüber, dass er sich kaum bei der Suche beteiligt hatte. Nur deshalb. Weil. Eben. Thurgau. Vielleicht gibt es Karli tatsächlich. Denn wenn man über die Holzschwelle ins Foyer mit dem alten Ofen tritt, scheint es, als wisse der Hausgeist hier genau, wie Mensch sich wohlfühlt. Im Haus ist es erstaunlich hell. Und irgend­ wie möchte man sich gleich an den Tisch setzen und sich bewirten lassen. Zum Rosengarten hinaus blicken Stube und Esszimmer. Christine hat das Täfer weiss gestrichen. Nur die in die Wand einge­ lassenen Schränkchen blieben vor dem Pinsel verschont. Hier lagern Schnäpse und Liköre. Eingerichtet haben Pepe und Christine mit einer klaren Linie.

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Atelier unter dem Dach Im Licht der Mansardenfenster näht Christine Lienhard Sofakissen. «Meine Mutter ist Schneiderin.»

Musikraum in der Scheune Wo das Vieh übernachtete, probt und komponiert jetzt Pepe Lienhard. «Hier störe ich nicht mal Christine.»

«Wir lassen uns unsere Inseln. Das ist, glaube ich, symbolisch für unsere Liebe» pepe lienhard Landhausstil – ungebrochen, aber nie kitschig. Die Küche liegt zum Vorplatz. Im ersten Stock haben sich Christine und Pepe ihr Schlafzimmer eingerichtet. Ein offener Raum, etwas tief zwar, aber wun­ derbar gemütlich. Die kleinen Zimmer nebenan benutzen sie als Ankleide. Ganz oben unter dem Dach bauen sie noch ein Gästezimmer aus. Und in der Schräge, mit Mansardenfenstern, liegt Christines Atelier. Auf dem grossen Tisch steht ihre Nähmaschine. Der Stoff für die Sofa­ kissen liegt bereit. Christine ist PR-Fach­ frau, hat mit einer Freundin zusammen ein eigenes Büro in Winterthur. Das

Faible für Handarbeit erbte sie von ihrer Mutter, einer gelernten Schneiderin. Am 29. Dezember 2011 haben Pepe und Christine geheiratet. Nach sie­ ben Beziehungsjahren hatte er ihr einen Antrag gemacht. Gefeiert hat das Paar – für ihn war es die zweite, für sie die ­dritte Hochzeit – nebenan am grossen Festtisch in der Scheune. Das Hochzeits­ geschenk pickt draussen gerade Regen­ würmer aus dem Boden. Neun Hühner haben sie bekommen, um dem luxuriö­ sen Hühnerstall mit Kupferboden und Vorhängen wieder Leben einzuhauchen. Die Tiere fühlen sich sichtlich wohl. Ihre


Vom Stall in die Pfanne Die Eier von den eigenen Hühnern schmecken ganz besonders. Für das Paar jeden Tag ein Hochzeitsgeschenk.

Besitzer kommen kaum nach mit Eier­ essen. Pepe beliefert auch seine Töchter. Besonders beliebt sind die pastellgrünen Eier. Nicht, dass Papi seinen Töchtern die Frühstückseier bemalt! «Araucanas legen eben grüne Eier», erklärt er. Pepe ist ein Vogelnarr. Seine grosse Bibliothek hat er neben dem Musikzimmer in der Scheune eingerichtet. Draussen packt das Paar alles selbst an. Er hält die Lei­ ter, sie schneidet die Bäume. Auch ge­ pflanzt haben sie alles gemeinsam. «Wir haben den Garten wild angelegt, sodass er uns nicht jeden Tag vier Stunden Zeit nimmt, sondern täglich Freude macht», sagt Christine. Geister ziehen sich doch gerne an ruhige, kühle Orte zurück. Vielleicht hängt Karli im Weinkeller herum. Ein ­gutes Versteck. Nicht nur um sich ab und zu ein gutes Glas zu gönnen. Sondern auch weil hier keiner reinkommt, ohne

ordentlich Lärm zu machen. Zuerst ne­ ben dem Hauseingang die Treppe runter, dann mit dem grossen Schlüssel die alte Türe aufschliessen. Karli ist längst ver­ duftet, bis ein Störenfried vor dem Fla­ schenlager steht. Im Winter, als Pepe auf Tournee war, verbrachte Christine den Abend gerne lesend auf dem Kachelofen im Esszim­ mer. Die komischen Geräusche aus der Scheune begannen zum Glück erst im Frühling. Ein Scharren. Stundenlang. Dann blitzschnelle Schritte. Eine Art Ge­ wusel. Geister? Pepe machte dem nächt­ lichen Treiben den Garaus. Nein, er ging nicht mit dem Staubsauger auf Geister­ jagd. Er liess auch keinen kommen, der behauptet, er könne den Spuk beenden. Pepe griff zu Hammer, Nagel und Holz und flickte die Fassade, durch die die Nachtruhestörer gekommen waren, um an der Isolation zu nagen. Es waren nicht

Geist Karli und seine Kumpel. Sondern freche Marder. «Die wollten bei uns einziehen!» Bald zieht tatsächlich noch jemand ein. Und zwar bewilligt und vielleicht auch scharrend. Der Zuzug ist schon ge­ boren – und männlich. In ein paar Tagen werden sie ihn empfangen: einen alt­ deutschen Schäfer aus einem G-Wurf. Pepe und Christine nennen ihn Garou – wie den franko-kanadischen Sänger, von dem das Paar so begeistert ist. Christine ist im Seeland mit Hunden aufgewach­ sen. Und Pepe sagt: «Ich hatte schon un­ gefähr jede Rasse einmal.» Kaum hat der kleine Schäfer sein Revier abgesteckt, wird er bestimmt auch Bekanntschaft mit einem Zaungast machen. Im Feld nebenan führt nämlich ein junges Mädel ihr Haustier an der Leine spazieren. Ein zahmes Schwein. Pepe und Christine geniessen das Leben in Frauenfeld. u schweizer illustrierte

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homestory

Zusammen angekommen Nach der Stadtwohnung in Zürich geniesst das Paar den eigenen Garten. Hier auf der Treppe zum Hühnerhaus.

«‹Das ist es!›, haben wir gesagt, kaum waren wir da» christine lienhard

Liebevoll Christine und Pepe haben den alten Rosengarten wieder in Schuss gebracht.

Heimelig Christine Lienhard hat die Räume weiss gestrichen und im Landhausstil eingerichtet.

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Zutraulich Eines der neun Hochzeitshühner frisst Christine aus der Hand.

u Ein

kurzer Einkauf auf dem Markt. Die vielen regionalen Produkte. «Und in dreissig Minuten sind wir mit der Bahn in Zürich», schwärmt er. Sieben Zimmer und dazu noch die renovierte Scheune. Pepe und Christine haben sie sich daran gewöhnt, einander «Schaaatz» zuzurufen und sich im weitläufigen Haus zu suchen. Wenn Pepe in der angebauten Scheune an seinem Piano komponiert und auf dem Saxofon spielt, kann er Christine gar nicht hören. Sie mit ihrem Nähstübchen, er mit seinem Musikzimmer – sie lassen einander ihre Inseln. «Das ist, glaube ich, symbolisch für unsere Liebe», sagt Pepe Lienhard. «Aber nicht, dass man uns falsch versteht: Wir sind sehr gerne zusammen. Und wir haben auch nur ein Schlafzimmer.» Für Marder gibt es keinen Platz im Haus, für einen lieben Geist namens Karli schon. Pepe und Christine werden ihn auch nicht so schnell los. Vermutlich haust er schon seit der Erbauung um 1740 hier. Und eventuell ist er sogar mit dafür verantwortlich, dass der letzte Besitzer das Haus Ende der 80er-Jahre so wunderbar renoviert hat. Karli hat aufgepasst, dass jedes Detail stimmt. Das hat er nun davon: Pepe und Christine werden so schnell nicht wieder aus­ ziehen. Und mit den schönen Schlüsseln wird er nie rasseln dürfen.  


Swisscom TV Live bewegt am meisten Rückkehr Der gebürtige Portugiese Nelson Ferreira spielte schon von 2001 bis 2008 für den FC Thun.

nelson ferreira

«Schade, darf ich nur zuschauen» Fan auf Zeit Thuns alte und neue Identifikationsfigur Nelson Ferreira muss gegen seinen letztjährigen Klub, den FC Luzern, auf die Tribüne. Danach gibt er wieder Vollgas.

Fotos Patric Spani / Berner Zeitung, RDB / SI / Hervé Le Cunff

Nelson Ferreira, am Sonntag gastiert Ihr Ex-Klub Luzern in der Arena in Thun. Für Sie bestimmt ein besonderes Spiel. Ja, das wäre es. Leider muss ich auf der Tribüne sitzen. Die beiden Vereine haben bei meinem Transfer vereinbart, dass ich beim ersten Spiel gegen ­Luzern nicht zum Einsatz kommen darf. Ich hätte sehr gerne gegen meine ehemaligen Kollegen gespielt. Was hat sich in Thun seit Ihrem Abgang 2008 verändert? Vieles ist neu. Das Stadion, das Kader, das Umfeld. Ich bin stolz, dass ich als Identifikationsfigur zurückkommen

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durfte. Es ist auch für meine Familie schön, wieder in der Heimat zu sein. Nach vier Jahren in Luzern brauchte ich eine neue Herausforderung. Sie gehörten zum Thuner Team, das 2005 in der Champions League auftrumpfte. Was ist davon noch zu spüren im Klub? Im Hinterkopf hat man das natürlich immer. Aber ob wir das jemals wieder erleben dürfen, ist fraglich. Für uns ist diese Saison jeder Punkt wichtig und kann am Ende ausschlaggebend sein. Bei Vertragsende 2016 sind Sie 34. Werden Sie dann wie Ihre ehemaligen Team­ kollegen Andres Gerber (Sportchef) oder Mauro Lustrinelli (Assistenztrainer) in die Funktionärsebene des Vereins wechseln? So weit denke ich noch nicht. Aber klar: Ich habe auch einen langfristigen Vertrag als Spieler unterschrieben, damit ich meine Zukunft vorbereiten kann. Wenn ich verletzungsfrei bleibe und fit bin, spiele ich vielleicht noch länger. Danach könnte ich mir vorstellen, im Fussballgeschäft zu bleiben. Aber es müsste ein Job sein, der zu mir passt. Auch eine Rückkehr in meinen alten Job als Bodenleger wäre denkbar. Die Zukunft wird es zeigen.

«Mehr als Fussball geht nicht!» sebastian «Baschi» bürgin Popsänger, Laureus-Botschafter Ich bin FCB-Fan, seit ich denken kann. Der FC Basel – das ist meine Mannschaft, mein Klub! Da stimmt einfach alles: Fans, Stadion, Mannschaft – die ganze Klub­ führung hat in meinen Augen einen hervorragenden Job gemacht. Wenn irgendwie möglich, bin ich auch bei jedem Heimspiel des FCB in Basel im Stadion dabei. Die Stimmung im St. Jakob-Park ist einzigartig in der Schweiz. Neben meinem Lieblingsverein habe ich natürlich auch noch einen Lieblingsspieler: Lionel Messi. Was er auf dem Platz zeigt, wie er mit dem Ball umgeht, das ist einfach unglaublich. Fussball ist für mich die kompletteste Sportart überhaupt. Für guten Fussball braucht es Teamgeist, Kampf, Taktik, Emotionen. Und dies alles in 90 Minuten «verpackt». Ganz ehrlich: Mehr geht nicht! Ausserdem liebe ich am Fussball, dass das Spiel so einfach ist. Das Runde muss ins Eckige! That’s it. So einfach ist Fussball. Was ich am FussballGeschäft hasse, ist die Gewalt, die in der heutigen Zeit von einzelnen Fangruppen ausgeht. Gewalt hat im Fussball nichts verloren! Als Spieler und auch als Fan darf man nach einer Niederlage wütend und traurig sein, dabei muss aber immer der Respekt gegenüber Schiedsrichter, gegnerischen Fans und Spielern gewahrt bleiben. Am Matchtag gibts für mich nur eine Losung: Think positive. Und wenn ich nicht im Stadion sein kann, versuche ich das Spiel des FCB am Fernsehen zu verfolgen. Oder zumindest abends eine Zusammenfassung zu sehen.

Alle Tore live! Mit Teleclub auf Swisscom TV 4. Runde FC Sion – FC Basel

SA 19.45

FC St. Gallen – GC

SA 19.45

FC Zürich – Lausanne

SO 13.45

FC Thun – FC Luzern

SO 13.45

Servette – YB

SO 16.00

www.swisscom.ch/live


Verguckt Der deutsche Botschafter in seiner Residenz in Bern. Er mag die Schweiz – und die Schweizerinnen.

«Die Schweiz ist ein Erfolgsmodell» Trotz Konflikten findet der deutsche Botschafter in Bern, die Schweiz sei ein guter Nachbar. Peter Gottwald über Steuerabkommen, Sprachprobleme und den 1. August. Text Nina Siegrist, Ueli Walther Fotos REMO NÄgeli

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m Treppenhaus der Residenz des deutschen Botschafters in Bern hängt ein Bild des letzten deutschen Kaisers. «Aber nicht, weil ich der Monarchie nachtrauere», sagt Peter Gottwald, 64, sondern weil das herrschaftliche Haus 1912 in der Zeit von Kaiser Wilhelm II. gebaut worden ist. Die gediegenen Räume im Parterre dienen für Empfänge, im Stock darüber wohnen der Botschafter und seine Frau. Ganz hinten im prächtigen Garten gibt es eine kleine, diskrete Gittertüre. Ein Schleichweg führt direkt hinab zur Aare. Frühaufsteher Gottwald benutzt ihn täglich, sei es um 6.15 Uhr zum morgendlichen Laufen oder abends zum «Schwumm» im Fluss. «Ein wunderbares Vergnügen», sagt er dazu.

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Herr Botschafter, Ihre Frau ist St. Gallerin. Verstehen Sie Schweizerdeutsch? Relativ problemlos. Vor Kurzem waren wir im Lötschental auf einer Bergtour. Da war es ein bisschen schwieriger (lacht). Mundart rede ich aber nicht, ich finde, das kommt nicht so gut rüber. Gibt Ihnen Ihre Frau Sprachunterricht? Sie hilft mir manchmal bei Ausdrücken, die ich nicht auf Anhieb verstehe. Worüber stolpern Sie? Hier in Bern ist die Sprache stark und breit, das klingt schon etwas fremd. «Wouuche» (Wolke) ist so ein Beispiel. Sie kamen vor einem Jahr in die Schweiz. Sind Sie froh, dass die Nationalbank den Mindestkurs zum Euro von 1.20 Franken so hartnäckig verteidigt? Das ist sicher sehr viel besser als ein Kurs 1:1. Das würde viele Probleme der Schweiz noch verschärfen. Persönlich ist es mir aber nicht so wichtig. Mein Lohn

wird zwar in Euro ausbezahlt, aber man hat als Botschafter gar keine Zeit, schrecklich viel Geld auszugeben. Im Portemonnaie merkt man es aber? Ja, im Dienstleistungsbereich merkt man das. Früher war das ganz anders. Wir sind oft nach Engelberg gefahren und haben häufig in der Schweiz eingekauft, weil es so günstig war. Wo denn? Im ABM, da hat meine Frau in der Kinderabteilung unsere drei Kinder ausgestattet. Aber das Warenhaus gibt es in dieser Form ja nicht mehr heute. ABM hiess ja bei uns «Alles Billiger Mist». Ja, ja – diesen Scherz kenn ich schon. Aber er stimmt nicht. Als «Mist» bezeichnen viele Schweizer und Deutsche auch das Steuerabkommen. Wie sehen Sie das? Da muss ich ausholen. Man hatte unterschiedliche Ausgangssituationen. Deutschland wollte einen freien, offenen Informationsaustausch zwischen den beiden Ländern – wie das ja in der EU Standard werden soll. Für die Schweiz


w e i v r e t n I oche der W t Peter mi Gottwald

Persönlich Geboren in Frankfurt a. Main 15. 3. 1948 u karriere studierte in Konstanz Verwaltungswissenschaften. Nach weiteren Studien in Syracuse (USA) wurde er Chef eines Uno-Büros in Nigeria. Im diplomatischen Dienst ist Peter Gottwald seit 1977. Er ist Experte für Abrüstungsfragen und Rüstungskontrolle u familie verheiratet mit einer Schweizerin, drei erwachsene Töchter (30, 35, 37) u hobbys Radfahren, Schwimmen, Wandern. Liest gerne und viel, vor allem Biografien und Geschichtsbücher

war klar, ohne einen gewissen Schutz der Anonymität von Bankkunden geht es nicht. Die jetzige Lösung wird beiden gerecht. Das Abgeltungssteuerabkommen ist ein Kompromiss. Trotzdem hat Nordrhein-Westfalen erneut eine CD mit Daten von deutschen Bank­ kunden gekauft. Das ist Vertragsbruch. Der Vertrag ist noch nicht in Kraft. Wir sind in einer Zwischenphase. Erwartet wird, dass man sich nicht dem Geiste des Vertrages widersprechend verhält. Jetzt gibt es dieses sehr schöne semantische Problem, was «nicht aktiv vor­gehen» heisst. Deutschland sagt, Werbeanzeigen wie «Wer hat irgendwelche Daten? Bitte kommen, wir zahlen!» sind tabu. Wenn aber jemand anklopft und Daten anbietet, darf man zahlen. Dann war es nicht aktiv. Die Schweizer Regierung sieht das anders. Da könnten wir eine Stunde darüber ­philosophieren. Es geht um eine Güterabwägung zwischen zwei im Konflikt stehenden Prinzipien. Das eine: Steuersünder sollten zur Rechenschaft ge­zogen werden. Das andere: Das Bankgeheimnis

ist zu respektieren. Man hat also nicht eine eindeutige Schwarz-WeissArgumentation. Eine Bankdaten-CD ist auch ein gutes PR-Instrument. Das ist so. Diese CDs, ob sie nun wirklich existieren oder nicht, haben dazu geführt, dass sich viele Deutsche selber angezeigt haben. Und wenn das Abkommen im deutschen Bundesrat scheitert? Nun gut. Das Schweizer Modell mit dem Bankgeheimnis ist ein Auslaufmodell. In fünf bis sieben Jahren ist es ersetzt. Man arbeitet ja schon an einer Weissgeld­strategie, auch bei den Banken. Die Abgeltungssteuer ist ein Versuch, den Übergang harmonischer zu gestalten. Wenn das nicht gelingt, wäre das kein Riesenbeinbruch. Nehmen Sie das Luftverkehrsabkommen, das die Schweiz vor zehn Jahren abgelehnt hat. Da hat es Zeit gebraucht, bis wir jetzt eine neue Lösung gefunden haben. Eine gute Lösung? Das Abkommen stellt eine vernünftige Basis dar, um ein lange schwelendes Problem auf gutnachbarschaftliche Art zu lösen. Der Weg zum Ziel ist aber noch lang. Ich war soeben in Waldshut und habe erlebt, wie knüppeldick das Misstrauen dort ist. In der Schweiz ist die Rede von einem Kniefall vor Deutschland. Wenn Sie mit einem Waldshuter reden, hören Sie genau das Gegenteil. Dort heisst es, die Schweiz habe ein sehr hohes Verhandlungsgeschick. Letztlich wird sich die Vernunft durchsetzen. Man wird erkennen, dass dies ein guter Ansatz ist, der beiden Seiten bis 2020 Zeit gibt, das Notwendige zu tun. Das Bankgeheimnis war lange ein Synonym für die Schweiz. Was finden Sie typisch schweizerisch? Ich glaube, die Schweizer wissen, dass sie gut gelebt haben in den letzten 200 Jahren. Die Schweiz ist ein Erfolgsmodell. Wenn Dinge gut funktionieren, bewegt man sich aber nur sehr zögerlich weg vom Bewährten. Notwendige Veränderungen werden so lange wie möglich hinausgezögert, bis es nicht mehr anders geht – wie beim Frauenstimmrecht oder beim Bankgeheimnis. Was fällt Ihnen sonst noch auf? Die Lage. Wenn ich hier rausgehe, habe ich das wundervollste Alpenpanorama. Gut gefällt mir auch die Kleinräumigkeit, diese feinen Unterschiede zwischen den Kantonen. Das macht den Charme der Schweiz aus. Sind Schweizer zu wenig selbstbewusst? Manchmal kann das ein Problem sein, ja.

Dafür gibt es aber keinen Grund. Die Schweiz darf ruhig stolz sein auf das Erreichte. Man sagt, die Schweizer seien zurückhaltend, weil sie sich auf Hochdeutsch nicht gut ausdrücken könnten. Ich glaube nicht, dass das ein grosses Problem ist, auch wenn die Mundart Teil der Schweizer Identität ist. Die Frage ist doch, ob die Mundart für die Schweiz ein Vorteil oder eine Belastung ist. Peter von Matt vertritt in einem Essay die Meinung, dass es eine Bereicherung sei, weil sich die Schweizer in zwei Sprachen ausdrücken können. Das finde ich auch. Braucht es Integrationskurse für Deutsche? Integration ist primär eine Frage der Einstellung. Man darf nicht glauben, man sei in einem anderen Bundesland. Die Schweiz ist ein anderes Land mit einer eigenen Mentalität. Wer herkommt, sollte sich anpassen. Aber ich glaube, die meisten Deutschen hier sind sich dessen bewusst. Integration braucht einfach Zeit, das hat man auch bei anderen Einwanderern gesehen, etwa aus Italien. Politiker wie die SVP-Frau Nathalie Rickli finden, es gebe zu viele Deutsche hier. In den vergangenen Jahren war die Zuwanderung recht stark. Aber die Personenfreizügigkeit gerät der Schweiz zum Vorteil. Ohne Arbeitskräfte aus dem Ausland wäre die Wirtschafts­ entwicklung nicht so gut. Zutreffend für die Situation ist: «Ich mag die Deutschen nicht – grosse Ausnahme, alle die ich persönlich kenne.» Es ist wie bei den Schweizern, auch da gibt es sympathische und andere. Spasseshalber sage ich immer: Es gibt sicher Unterschiede zwischen den Deutschen und den Schweizern, aber die sind nicht so gravierend wie die zwischen Bernern und Zürchern. Sie sind am 1. August 2011 in die Schweiz gekommen. Wo sind Sie dieses Jahr? Wir feiern ganz urschweizerisch, haben eine Einladung aufs Rütli bekommen. Waren Sie schon mal dort? Ja, im November beim Rütlischiessen. Das war sehr interessant. Ich besuche gerne Anlässe, wo man die traditionelle Schweiz spürt, wie das Unspunnenfest. Was bedeutet Ihnen der 1. August? Ich habe sehr interessante Feiern erlebt, wie jene des früheren Schweizer Botschafters Thomas Borer in Berlin. Die waren klasse. Die haben das Image der Schweiz sehr positiv beeinflusst. Was wünschen Sie der Schweiz zum ­Geburtstag? Ich wünsche ihr, dass sie sich erfolgreich weiterentwickelt. Und dass sie den richtigen Weg zwischen Traditionen-Bewahren und Neues-Annehmen findet.  schweizer illustrierte

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ern Wande in d riz Schwe er

dra Bon Mit Sanf dem au O nstein S e s s i e W

Als Solothurnerin kennt die «Meteo»Moderatorin sandra boner den Weissenstein wie ihre Hosentasche. Wo sie früher als Kind mit ihrer ­Familie wanderte, brätelt sie heute mit ihren Söhnen am liebsten Cervelats.

Zurück in d


u Sandra Boner wurde am 25. November 1974 in Grenchen geboren und ist in Solothurn aufgewachsen. Von 1999 bis 2001 war die ausgebildete Ergotherapeutin Wettermoderatorin beim Lokalfernsehen Intro TV, danach moderierte sie die Nachrichtensendung «Zoom». Seit Oktober 2002 gehört sie zum Team von SF«Meteo». Mit ihrem Partner, dem Architekten Matthieu Haudenschild, und den beiden Söhnen lebt sie in Solothurn.

Foto Fabienne Bühler

Sandra Boner

Auf dem Weg zur Feuerstelle ­Sandra Boner mit Nelson (l.) und Miles. Wenn der Kleinere nicht mehr laufen mag, darf er in Mamis Rückentrage.

ie Kindheit

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Ein Grillfeuer anzünden? Kein Problem für die Moderatorin. Sandra Boner: «Ich war früher in der Pfadi!» Text sandra casalini Fotos nicole bökhaus

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eltlager im Teenager-Alter, Wanderungen mit der Familie, kurvenreiche Fahrten im Postauto. Mit dem Weissenstein verbindet Sandra Boner, 37, unzählige Erinnerungen. «Vor allem das Horn des ‹Poschi› jagt mir richtig Hühnerhaut ein, wenn ich es höre. Dieser Ton gehört für mich genauso zu den Familienausflügen in meiner Kindheit wie ein Fläschli Rivella, das es jeweils im Restaurant gab.» Auch heute noch reist Sandra Boner per Postauto auf den Solothurner Hausberg. Sehr zur Freude ihrer beiden Buben. Zwar hat der Anblick seines Kinderarztes ein paar Sitzreihen vor ihm bei Nelson für einige Verwirrung gesorgt: «Dä ghört doch is Spital, nid is Poschtauto!» Beim Aussteigen ist der Arzt aber längst vergessen. «Tütato», ruft der Knirps, der am 4. August drei Jahre alt wird. «Tato» kommts als Echo aus dem Mund seines kleinen Bruders Miles, 1. Sandra Boner grinst und nimmt ihren Älteren an der Hand. Miles greift nach der Hand seines Grossmami, Sandras Mutter Louise Boner. Zu viert marschieren sie los, in Richtung Aussichtsterrasse des Restaurants Kurhaus. Von hier aus ­bietet sich bei klarem Wetter eine grandiose Aussicht: vom Titlis über Eiger, Mönch und Jungfrau bis zum Mont Vully. Auf dem Dach des «Kurhauses» leuchten drei Lampen – böse Zungen würden behaupten, das seien die drei hellsten Solothurner, meint Sandra Boner lachend. «Für mich bedeuten sie vor allem Heimat. Wenn ich sie nachts blinken sehe, weiss ich, dass ich zu Hause bin.» Als Kind ist die «Meteo»-Moderatorin mit ihrer Familie von dem knapp 1300 Meter hohen Berg oft nach Balmberg runter gewandert. Dafür sind ihre Söhne noch zu klein, ­deshalb gibts heute nur einen kurzen Spaziergang

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Gleich gibts Zmittag Sandra Boner brätelt mit Nelson Cervelats. Weiterer Familien-Favorit: Schlangenbrot.

im rucksack u «Wer mit kleinen Kindern unterwegs ist, muss an alles denken. Immer dabei: Windeln und ein Ersatz-Nuggi für Miles. Als Ausgleich zu einer deftigen Wurst und dem Glace zum Dessert gibts für die Buben Äpfel und Trauben. Auch ein Sackmesser zum Steckenschnitzen darf nicht fehlen. Ganz wichtig: genügend zu trinken und Sonnencreme – Sonnenbrände bei Kindern sind nicht lustig! Da ich im Voraus natürlich das Wetter Praktisch Der blaue Rucksack fungiert auch studiere, weiss ich, obs einen Regenschutz braucht oder nicht.» als Rückentrage für Söhnchen Miles.


Wandern macht durstig Nach einem Spaziergang über Wege und Wiesen gönnen sich Sandra, die Buben und Sandras Mutter Louise (r.) im «Sennhaus» ein Rivella.

mir halten sie zum Glück noch fest», so die ausgebildete Ergotherapeutin. «Ich finde, es hat auch Vorteile, dass ich ­keine studierte Meteorologin bin. Ich denke oft gleich wie mein Publikum.» Nelson und Miles haben ihr Mami noch nie live am TV gesehen. «Dann ist ihre Bettzeit», erklärt Sandra. Aber mit dem Grösseren schaut sie sich selbst ab und zu auf dem Computer an. «So kann ich ihm erklären, was ich tue, wenn ich weg bin, um zu arbeiten.» Umso mehr geniesst die Moderatorin die Zeit mit ihrer Familie. «Es ist unglaublich toll mit den beiden», schwärmt das stolze Mami mit einem Blick auf ihre Söhne, die einträchtig nebeneinander auf dem Spielplatz des Restaurants hocken. Sie weiss: «Glück ist nicht selbstverständlich!» Während der Schwangerschaften musste Sandra beide Male gut vier Monate ­liegend verbringen, da sie wegen einer Gebärmutterhalsschwäche vorzeitige Wehen hatte. Ihr erstes Baby verlor sie im sechsten Schwangerschaftsmonat. «Natürlich frage ich mich manchmal, wie mein erstes Kind heute wäre», sagt sie. «Wenn einem so etwas passiert ist, vergisst man das nie. Das will ich aber gar nicht, es gehört zu mir, zu meinem Leben. Matthieu und ich haben sehr viel gelernt in dieser Zeit. Wir sind heute umso dankbarer für unsere zwei gesunden Buben.» Nelson gleicht sehr seinem Papi, während Blondschopf Miles ganz die Mama ist. «Er ist ein Abziehbild von Sandra in dem Alter», sagt Louise Boner. Ob

sich Sandra ein drittes Kind vorstellen kann? Sie putzt gerade Nelson das Schoggiglace vom Mund, während sich Miles nach einem kleinen Unfall auf dem Spielplatz an ihr Bein klammert. «Ich habe zwei Hände, die reichen für zwei Kinder», meint die «Meteo»-Frau pragmatisch. Hastig nimmt sie ihren Jüngsten auf den Arm und steckt die Feuchttücher zurück in den Rucksack. Das Postauto ist da. Rasch nimmt Sandra Boner den letzten Schluck aus dem Rivella-Fläschli und folgt ihrem älteren Sohn, der bereits begeistert auf das gelbe Gefährt zustürmt: «Tütato, Postauto …» Die Top Five der Region Solothurn, Jura, Drei-Seen-Land: Ausflüge, kulinau rische Highlights, Hotels. 2 Seiten. Die SI-Wanderserie mit Karten und Tipps auf www.myswitzerland.com/si

Nächste folge

Pascale Bruderer an der Aare

• Die SP-Ständerätin und Mutter am Wasserschloss der Schweiz • Die Top Five der Aargauer Wander-

region

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Foto Kurt Reichenbach

zur nächstgelegenen Feuerstelle. Mühelos entzündet die TV-Frau mit dem gesammelten Holz und Zeitungspapier ein Feuer. «Ich war früher in der Pfadi», erklärt sie. Nelson hält seinen Stecken mit dem aufgespiessten Cervelat über die Flamme. Miles knabbert seinen lieber roh. Zu Hause sei sie für den Grill zuständig, erzählt Sandra Boner. «Und fürs Fondue.» Ihr Partner Matthieu Haudenschild, 37, mit dem sie seit vierzehn Jahren «glücklich unverheiratet» ist, kümmert sich um grosse Menüs, wenn Besuch da ist. «Im Alltag koche ich», so Sandra, die mit einem 60-Prozent-Pensum bei «Meteo» arbeitet. «Ein idealer Job als Mutter. Ich ­fange erst nachmittags an, und abends bringt der Papi die Kinder ins Bett, wenn ich nicht da bin.» Dazwischen hüten die Gross­ eltern die Buben. Und das sehr gern. «Wie wird das Wetter am Wochenende?», fragt die Bedienung auf der Terrasse des Restaurants Sennhaus, wo sich die kleine Wandertruppe zum Dessert ein Glace gönnt. «Das werde ich dauernd gefragt», sagt Sandra lachend. «Es stört mich nicht, und ich gebe gern Auskunft, wenn ich kann.» Wenn sie ein paar Tage freihabe, sagt sie, sie sei nicht im Dienst und wisse es nicht. «Da bin ich korrekt.» Nach zehn Jahren als «Meteo»Moderatorin weiss Sandra Boner ziemlich gut Bescheid über ihr Fachgebiet. Auch wenn sie die Letzte ihrer Art beim Schweizer Fernsehen ist: In ferner Zukunft sollen nämlich auf dem SF-Dach nur noch Meteorologen moderieren. «An

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Top Five Destination Solothurn/Weissenstein

Lieblicher See Der Burgäschisee lädt zum Baden, Planschen und Rudern.

Füsse baden

Wild und lauschig Ob Fluss, See oder Schlucht – die Region Solothurn hat auch Wasserfreunden viel zu bieten. Sogar den ­Besuch einer Einsiedelei. u Entlang der Aare führt ein schöner Velo- und Wanderweg. Solothurn, die schönste Barockstadt der Schweiz, ist einer der Höhepunkte entlang der Aare. Auch die Städtchen Wangen an der Aare und Büren an der Aare kann man so gemütlich entdecken. Zwi-

Einkehr auf der Wande­ rung. Die Verena­ schlucht ist wildroman­ tisch. Hier wohnt eine Einsiedlerin, die sich um die Einsie­ delei, die Grotten und Kapellen kümmert.

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schendrin liegen diverse Naturschutzgebiete. Grillstellen und Badeplätze laden zum Verweilen ein. In Altreu kann zudem die Storchensiedlung besucht werden. Wer die Landschaft lieber von der Aare aus geniessen möchte, kann mit dem Schiff von Solothurn bis nach Biel fahren. Nördlich von Solothurn, in der Stille der Verenaschlucht, liegt die Ein­ siedelei. Hier geht noch heute eine Einsiedlerin ihrer Arbeit nach. Die Schlucht mit Kapellen und Eremitenklause ist ein ideales Ausflugsziel für Familien und Gruppen, das zudem mit dem gemütlichen Restaurant Kreuzen zur Rast lädt. Ein schönes Ausflugsziel ist auch der Burgäschisee. Der kleine See liegt in ländlicher Idylle zwischen Solothurn und Herzogenbuchsee. Der Ort ist ideal zum Baden, Picknicken, Spazieren und

Geniessen. Für das leibliche Wohl sorgen ein Restaurant mit Sonnen­ terrasse und verschiedene gemütliche Picknickplätze rund um den See. Am See gibt es ein Strandbad wie auch einen Bootsverleih. u Alle Infos: www.solothurn-city.ch, www.wanderland.ch

Sandra Boners

Geheimtipp u stierenberg Vom Balmberg aus geht man in östlicher Richtung zum Stierenberg. Dort wird man in der Hütte von Hirt Ueli Walker mit Trockenwurst, Speck am Stück und Hobelkäse bewirtet. Er ist ganzjährig auf der Alp, und im Sommer kümmert er sich um die Gusti, die auf dem Stierenberg übersömmern. Dieses Jahr hat er 73. u Infos Gruppen sollten sich anmelden unter Telefon 032 - 637 25 17 oder 079 - 636 40 38.


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Sommer in der Ambassadorenstadt Solothurn: Von hier aus lässt sich der Jura erwandern und geniessen.

Rast Sandra Boner mit Nelson und Miles rasten auf dem Weissenstein. einkehren

Urtümliches für die Rast u Kurhaus weissenstein Das grandiose Alpenpanorama vom Säntis bis zum Mont Blanc, die einmalige Weitsicht über das Berner Mittelland bis zum Neuen­ burgersee: Hier lässt es sich in Ruhe, intakter Natur und Distanz zum Alltag auf andere Gedanken und neue Ideen ­kommen. www.kurhausweissenstein.ch

u Gasthaus Hinter-Weissenstein

u Sennhaus Weissenstein Seit 1983

u Mittlerer Balmberg Der «Mittlere Balmberg» liegt an der alten Säumer­ strasse Balm–Balmberg. Der Balmberg gehörte früher den Solothurner Patri­ ziern. Seit über 80 Jahren ist es ein Restaurant mit schöner Gartenterrasse. www.restaurantmittlererbalmberg.ch

bewirtschaftet Familie Niederberger das «Sennhaus». Sie betreibt auch den Landwirtschaftsbetrieb und sömmert Vieh. Direkt an der Passstrasse Oberdorf– Gänsbrunnen gelegen(Montag Ruhetag). www.sennhaus-weissenstein.ch

Hausgemachte Brote und Zöpfe, ­ eringues und Bärg-Nidle oder FrühM stück mit Speckrösti: Diese währschafte Speisekarte wird von der Familie Stucki zusammengestellt, die den Betrieb seit 50 Jahren führt (Montag und Dienstag Ruhetag). www.hinterweissenstein.ch

Blick aufs wasser u Hotel

an der aare, solothurn Logieren in historischen Gemäuern direkt an der Aare, mit Blick auf den Jura und die Solothurner Altstadt. Eine Nacht im ­Standard-Doppelzimmer inklusive Früh­ stücksbuffet ab CHF 162.–. Webcode: A54499

Biedermeier im Park u ***HOTEL

STERNEN, KRIEGSTETTEN Mit seinem originalen Biedermeierstil ein echtes Hotel-Juwel. Eine Nacht im Doppelzimmer mit Blick auf den idyllischen Park inklusive Frühstück, Kaffee und Kuchen sowie ein Sommer-Menü mit vier Gängen für CHF 340.– (gültig bis 30. 9. 2012). Webcode: x43159

Für Jung und Alt Der Seilpark Balmberg bietet Abenteuer und Spass. familienspass

Fotos Region Solothurn Tourismus

Wie Tarzan, nur besser u Das Universum entdecken Der Weissenstein ist nicht nur Wandergebiet, sondern auch Kinderparadies. Beim Kurhaus befindet sich der Planetenweg, auf dem sich das Sonnensystem im Massstab 1 zu 1 Milliarde erwandern lässt (www.juradreiseenland.ch). Der Seilpark Balmberg ist ab Solothurn mit dem Auto oder Postauto oder zu Fuss in 45 Minuten vom Weissenstein aus erreichbar. Sieben Parcours und fünf Schwierigkeitsgrade (Kinder ab 8 Jahren), für die Jüngsten (4–7 Jahre) zwei Parcours bis 8 Meter Höhe. www.seilpark-balmberg.ch

Aus alt mach neu u Jugendherberge

Solothurn Zu einer modernen Jugendherberge umgebautes Zollhaus aus dem 17. Jahrhundert. Eine Nacht im Mehrbettzimmer inkl. Frühstücksbuffet und dreistündiger Schifffahrt auf der Aare von Solothurn nach Biel ab CHF 54.50 (gültig bis 30. 9. 2012). Webcode: x44567 Angebote buchen mit Webcode auf www.myswitzerland.com schweizer illustrierte

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schicksal

Der Sünder auf Rädern Text Silvan grütter Fotos christian Lanz

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ls Ernst Sieber, 85, wieder zu sich kommt, fühlt er sich, als wäre er in Watte gepackt. Es ist hell, es ist schön, und er hat das Gefühl, dass seine Frau Sonja neben ihm sitzt. Die sieben gebrochenen Rippen schmerzen nicht. Die grosse Platzwunde an seinem Kopf stört ihn nicht. Das demolierte Auto, in dem er immer noch sitzt, nimmt er nicht wahr. Alles ist gut. Bis auf den Polizisten, dem er zuwinkt und den er fragt, ob denn irgendwo ein Verletzter sei, weil hier ja ein Krankenwagen steht. Die Antwort des Polizisten irritiert Ernst Sieber: «Du, Pfarrer, du bist der Verletzte.»

Über ein Monat ist seit dem Unfall vergangen. Drei Wochen lag Ernst Sieber im Spital, ein paar Tage davon sogar auf der Intensivstation. In Euthal SZ, dem früheren Haus seiner Mutter, sammelt er jetzt neue Kräfte. Er malt und blättert in der uralten Bibel, die er als Sekundarschüler im Altpapier gefunden hatte. Aber die Antwort, nach der er sucht, findet er in der Bibel nicht. Was ist an jenem 21. Juni passiert? «Als Letztes erinnere ich mich, wie ich kurz vor dem Radarkasten auf den Tachometer schaue und die Geschwindigkeit überprüfe», sagt Sieber. Und dann, dann seien eben schon die Polizisten um ihn herumgestanden. Fast alles bekannte Gesichter. «Wenn du 30 Jahre lang wie ein grosser

Der Unfall Ernst Sieber prallte ungebremst in einen Lichtmast. Die Feuerwehr musste das Autodach aufschneiden.

Foto newspictures.ch

Vor fünf Wochen verunfallt der Zürcher Obdachlosenpfarrer ernst sieber mit dem Auto schwer. Nach seiner Genesung hadert er nicht mit dem Schicksal. Aber damit, dass er kein Auto mehr steuern darf.

Die «Auferstehung» Fünf Wochen nach dem Unfall ist Ernst Sieber wieder fit. Er malt und will sich in Zukunft noch stärker für seine Projekte einsetzen.

Der Trost Ernst Sieber arbeitet das Erlebte auch mithilfe der Bibel auf. Den Unfall sieht er als Fingerzeig von oben.

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Sünder durch die Welt fährst, dann hast du mit fast jedem Polizisten schon Kontakt gehabt», sagt er. Und tatsächlich ist der umtriebige Pfarrer kein unbeschriebenes Blatt. Bei den Behörden existiere ein Zeugnis, dass ihm einen «höchst zweifelhaften automobilistischen Leumund» attestiere. Die Folge dieses Treibens

waren mehrere Fahrausweisentzüge. «Ich war tatsächlich oft wie ein Rowdy unterwegs», beichtet der Pfarrer. «Aber immer im Auftrag des Herrn. Es war immer notwendig und immer dringend.» Zeugen hatten nach dem Unfall berichtet, dass der rote Renault schnurgerade und ungebremst in die Strassen-

laterne gedonnert war. Die Ursache für den Unfall auf der Zürcher Birmensdor­ ferstrasse ist bis heute nicht restlos geklärt. «Wahrscheinlich war es ein Blackout», sagt Sieber. Und gleichzeitig war es seine Offenbarung. «Ich habe dadurch die Christusbotschaft ganz real erlebt. Das zeigt mir, dass Christus in Menschenform erscheint.» Für den Pfarrer sind «Christus in Menschenform» nicht nur die Feuerwehrleute, die ihn aus dem Wagen geschnitten hatten. Und nicht nur die Schwestern und Ärzte, die ihn so liebevoll medizinisch versorgt hatten. Es sind auch die Menschen, die ihn am Krankenbett besuchten. «Manch einer von ihnen hatte vor dem Spital wohl noch schnell die Schnaps- oder Wein­ flasche versteckt», sagt der Obdach­ losenpfarrer. Es folgten schwierige Tage und Wochen. Er, der immer geholfen hatte, musste plötzlich Hilfe annehmen. Und plötzlich standen nicht mehr seine Arbeit, sein Werk, sein Schaffen im Mittelpunkt. Sondern er selber. «Jeder wollte wissen, was passiert war und wie es mir geht. Ich hatte noch nie so viel über mich selber gesprochen. Es war fast unerträglich, so im Zentrum zu stehen.» Viel lieber spricht Sieber darüber, wie er sich jetzt noch stärker einsetzen wolle. Für eine bessere Welt, für ein besseres Leben, für die, die es am nötigsten haben. «Der Unfall hat mir gezeigt, wie schnell das Ende kommen, wie schnell man abberufen werden kann. Das war ganz klar ein Fingerzeig von unserem Jesus», sagt Sieber. Und er hat ihn verstanden, den Fingerzeig von ganz oben. Den Fahrausweis gab der «Rowdy im Auftrag des Herrn» ab. Freiwillig. Oder fast freiwillig. Seine Frau Sonja, mit der er seit über einem halben Jahrhundert verheiratet ist, habe ihm halb scherzhaft gedroht, dass sie ihm sonst davonlaufe. Und das wollte er dann doch nicht riskieren. Und so geht der Pfarrer heute halt zu Fuss, lässt sich fahren oder nimmt die Bahn. Auch wenn Letzteres schwierig ist. «Auf dem Bahnhof haben mich so viele Menschen umarmt und nach meiner Gesundheit gefragt, dass ich bei­nahe den Zug verpasst hätte.» Der Unfall hat Spuren hinterlassen. Nicht nur am Unfallort, den der Pfarrer jetzt als Beifahrer sieht, wenn er sich an seinen Wohnort Uitikon-Waldegg fahren lässt. Sondern auch beim Pfarrer selber. «Aber ich hadere nicht mit dem, was passiert ist. Ich hadere nur damit, dass ich jetzt kein Auto mehr steuern darf. Das schmerzt wirklich.»   schweizer illustrierte

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Tief verwurzelt Volksmusiker Urs Fischer alias Dr Eidgenoss mit seiner Mutter Maria. Mit dem B채hndli gehts vom Familienhof in Obb체rgen NW hinauf zum Aupeli.

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Luftige


VOLKSMUSIK

Er singt von seinen Nidwaldner Wurzeln und steht für das neue Cabrio-Feeling im Kanton: Urs fischer, besser bekannt als dr eidgenoss. Die Geschichte eines Pöstlers, der sich eines Tages wieder auf die Musik besann.

«Huismuisig»


Text yvonne zurbrügg Fotos katja lehner-grossi

J

a, chum, miär gend morn ufs ­Stanserhorn mit dä Standseilbahn und äm Gaberiolee, denn das isch nid nur Wäutneihäit, sondern Noschtalgie, ja fir auwi gross und chley.» So beginnt das neue StanserhornLied. Komponiert und gesungen von Urs Fischer, 32. Sohn des ehemaligen Käsers Urs, 60, von Obbürgen NW. Und der Jodlerin Maria, 59. Familie Fischer hat, als die vier Buben noch klein waren, in der ganzen Schweiz gespielt. Bis zu hundert Mal im Jahr: an Hochzeiten, Taufen, Geburtstagen. Den Nissan Kombi mit

«Urs hat das Talent. Das Gehör. Und er kann die Leute begeistern» patrick fischer

Familie Fischer Dr Eidgenoss mit Vater Urs und Mutter Maria – und seinen drei Brüdern Daniel, Patrick und Stefan (v. l.). Trachten und Schwyzerörgeli, Akkordeon, Alphorn, Fahnen, Klarinetten und Büchel bis unter die Decke gefüllt, quer durchs Land gefahren. «Das war eine wunderbare Zeit», erinnert sich Urs. Ihm und den Brüdern Stefan, 33, Patrick, 29, und Daniel, 26, reichte es, wenn die Mutter als Gage abends daheim Pommes frites auf den Tisch stellte. Das war das Höchste. «Und jede Mühe wert», sagen die vier im Gleichklang. Die Buben lernten alle einen ­Beruf. Nur Käser ist keiner geworden. Auf die Frage weshalb, sagt Daniel, der Jüngste: «Dr Dädi hat es schon geschafft, dass einer Urs heisst.» Urs jun. erfüllte sich einen Bubentraum und wurde Pöstler. Sein Vorbild: der Mann, der seinen Eltern jahrelang die Post brachte und für seine Brüder und ihn immer ein Schokolädli dabeihatte. So düste Urs zehn Jahre lang pfeifend von Briefkasten zu Brief-

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kasten. Bis er dem Ziehen und Reissen nachgab. Diesem inneren Gefühl, noch etwas anderes zu können. Mit der Musik hat er ja eigentlich schon vor zehn Jahren das gefunden, was ihn am glücklichsten macht. Ende 2011 gab er unter seinem Künstlernamen Dr Eid­genoss sein erstes Album heraus: «Nidwaldner Wurzlä». Für seine Brüder war es kein Wunder, dass ausgerechnet Urs es doch noch mit der Musik versuchte. «Ich unterstütze ihn voll. Er hat das Talent. Das Gehör. Und er kann die Leute begeistern», sagt Patrick. Jetzt begeistert Urs die Ausflügler für eine Fahrt mit der Cabrio-Bahn aufs Stanserhorn. Der ersten Gondel der Welt mit offenem Dach. Das Gefühl vom Wind im Haar kennt er. Vom Aupeli-Bähndli zu Hause in Obbürgen. «Auch eine Art ­Cabriolet-Bahn», scherzt er. Seit 1958 transportiert das Gondeli Milch, Mist,

Heu und Stroh zwischen dem Aupeli und dem Familienhof hin und her. Das Tragseil stammt sogar von der ehemaligen Stanserhornbahn. Urs’ Haar übrigens ist schon seit der Schulzeit so lang – gibt aber noch immer zu reden. Für Urs bedeutet die Mähne Freiheit. «Wenn das

Das Lied zur Bahn Dr Eidgenoss liefert den Song zur neuen CabrioBahn aufs Stanserhorn: «Ja chum miär gend morn ufs Stanserhorn».


VOLKSMUSIK

Packt gerne an Urs Fischer im Aupeli ob Obbürgen NW, das er in seinem Song «Eysi Häimat» besingt. der grösste Fehler ist, dann lass ihm die Haare», sagte Onkel Otti, der den Hof in Obbürgen führt, einst zu Maria. Seither ist das Thema gegessen. Die vier Buben teilten sich ein Kinderzimmer. Viel Platz gab es nicht. Gefehlt hat es ihnen aber an nichts. «Wir

durften alle die Instrumente lernen, die wir wollten.» Urs lernte das Spiel auf dem Alphorn. Patrick Schwyzerörgeli. Dann haben sie einander gezeigt, wies geht. So spielen die Mannen heute allesamt verschiedene Instrumente. Urs mit über einem halben Dutzend am meisten. Einmal, da waren sie noch klein, erfuhren sie, dass Luxus sowieso nicht zwangsläufig gut schmecken muss. Die Familie trat in Genf an einer grossen Geburtstagsparty auf. Schöne Menschen in ganz ­elegantem Kleid. «Da haben wir erstmals Kaviar gegessen», erinnert sich Daniel lachend. «Schwarze Böhnli, die wir nicht kannten. Ui, das war ein Erlebnis!» Heute tritt Familie Fischer noch zwei- bis dreimal im Jahr vollzählig auf. Wenn Urs sich bei einem seiner Auftritte begleiten lassen möchte, springt meist Mutter Maria ein. Zum Jodeln. Das hat sie ihren Buben schon beigebracht, be-

vor die Familie von Obbürgen ins Luzernische gezogen ist. Da war Urs erst sechs Jahre alt. Aber die Nidwaldner Wurzeln vergisst man nicht so schnell. Und am schönsten singen von der Heimat kann doch, wer sie, einmal weggezogen, erst recht schätzen gelernt hat. Urs kommt regelmässig nach Obbürgen zurück. Zum Heuen. «Träichänä abärächä und de auwäs i obärä Gadä … Chum miär nämid s Bähndli is Aupeli uifä», singt Urs in seinem Lied «Eysi Häimat». Wenns nichts zu heuen gibt, besucht er Onkel Sepp, der die Käserei vom Vater übernommen hat. Und bevor er wieder hinunter nach Luzern fährt, wandert er gern kurz hoch auf den Bürgenstock. Es ist hier wie im Leben: «Man muss ein paar Schritte gehen, um den Weitblick zu kriegen.»  Dr Eidgenoss: am 2. August im «Donnschtig-Jass» auf SF 1 schweizer illustrierte

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literatur

Bücherhöhle In seinem Wohnzimmer in Zürich stapelt Silver Hesse die Werkausgaben seines Grossvaters Hermann Hesse.

«Hesse ist ein Mu Text Stephanie Ringel Fotos marcel Nöcker

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ine schattige Dachwohnung in Zürich. Silver Hesse klappt die grüne Kartonmappe auf und schiebt mit dem rechten Zeigefinger ein paar Fotos und Aquarelle auseinander, bis er auf eine kleine Tuschezeichnung stösst: Bäume im Garten. Eine Land­ schaft aus Hermann Hesses Wahlheimat Montagnola im Tessin. Er schaut das

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Blatt mit einem Lächeln an und legt es wieder weg. «So persönliche Erb­ stücke von ihm hebe ich in Umschlägen auf. Ich mache keinen Aufwand darum.» Das Wohnzimmer – eine Bücher­ höhle. Stapel auf dem Couchtisch, neben dem Bananenbaum, in Regalen. Der Fernseher steht, aus Platzmangel, unter dem schwarzen Flügel. Altes Parkett knarrt unter jedem Schritt von Silver Hesse, er sinkt ins Sofa. Während

wir ­reden, lässt er eine 10-RappenMünze zwischen Daumen und Zeige­ finger kreisen. Silver Hesse, am 9. August vor 50 Jahren ist Ihr Grossvater gestorben. Was ist Ihre zärtlichste Erinnerung an Ihn? Sie fragen etwas, was jetzt bald 60 Jahre zurückliegt. Meine Eltern und er haben sich beim Wiedersehen ge­ küsst. Ich mag mich an so etwas mit uns Enkelkindern nicht erinnern. Seine


kel in ann Hesse und sein Ente alt. na Zä rtl ich er Bl ick Herm Mo s r Hesse ist sech Montagnola TI. Silve

tmacher» Zärtlichkeit war eher, uns die Hand auf die Schulter zu legen. Haben Sie ihn oft gesehen? Vielleicht ein Dutzend Mal. Ich bin in Zürich aufgewachsen. Montagnola war eine Tagesreise entfernt. Aber ich hatte ein spezielles Erlebnis mit ihm, als ich etwa 17 Jahre alt war und er 82. Fast einen Tag lang hatte ich ihn für mich allein. Das gabs vorher nie. Wir sind durch die Wälder gestreift, an seine Lieblingsorte gegangen, und er hat mir gezeigt, wo er malt.

Worüber haben Sie denn an diesem Nachmittag gesprochen? Im Einzelnen ist mir das nicht in Erinnerung. Aber seine Stimme klingt mir noch im Ohr. Er fragte, hörte zu und ging auf mich ein. Ich fühlte mich von ihm ernst genommen. Er war keiner, der einem sagte, was richtig und was falsch ist. Er wollte jungen Menschen mitgeben: Sei du selbst, finde deine innere Stimme. Lerne, dein Leben in die Hand zu nehmen. Er ist für viele ein

Der Schweizer Hermann hesse starb vor 50 Jahren. Sein Enkel silver hesse erzählt, wie der Schrift­ steller gelebt und geliebt hat. Und warum seine Bücher so beliebt sind. Mutmacher gewesen. Hesse wird vor allem im Gymnasium gelesen. Er trifft die Aufbruchstimmung der Jugendlichen. Ich hatte kein Lieblingsbuch. Auch habe ich nie spirituelle Weisheiten gesucht, wie man sie in «Siddhartha» findet. Die erotischen Abenteuer in «Narziss und Goldmund» fand ich als 15-Jähriger interessant, mehr nicht. «Unterm Rad» war für mich kein Thema, da ich die Schule nicht als u schweizer illustrierte

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literatur

strenge Erziehungsanstalt erlebt habe. Und im «Steppenwolf» geht es um eine Midlife-Crisis. Wenn mir heute Jugendliche sagen, das sei genau ihr Buch, dann frage ich mich: Wo sehen sie darin Probleme, die mit ihnen zu tun haben!? Was erfährt man heute noch Neues über Hermann Hesse? Vor Kurzem ist das Buch «Hesses Frauen» von Bärbel Reetz erschienen. Darin werden die Beziehungen zu seinen drei Ehefrauen, aber auch zu ­seinen Schwestern, Schwiegertöchtern und andern wichtigen Frauen in seinem Umfeld beschrieben.

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sozusagen gezwungen, die Beziehung mit seiner Tochter zu legalisieren. Er war etwas über 40, sie Anfang 20. Eine richtige Ehe haben die beiden nie geführt! Jeder hat in seiner Wohnung gelebt, mal waren sie näher, mal eher auseinander. Stimmt denn, dass seine dritte Frau Ninon ihn radikal von seiner Familie und den Freunden abgeschirmt hat? Radikal nicht, aber Ninon Dolbin hatte selber keine Kinder, und sie war der Meinung, Kinder stören den Hermann. Deshalb haben meine Eltern die beiden oft ohne mich und meine Schwester Eva besucht.

«Sich wegwerfen können für einen Augenblick, Jahre opfern für das Lächeln einer Frau, das ist Glück» Hermann Hesse Ihr Grossvater hat mal gesagt: «Sich wegwerfen können für einen Augenblick, Jahre opfern für das Lächeln einer Frau, das ist Glück.» Er pendelte sein ganzes Leben zwischen Nähe und Distanz. Mia Bernoulli war die Mutter seiner Söhne. Er wollte eigentlich nie heiraten, aber sie, neun Jahre älter als er, hat den jungen, scheuen Dichter an die Hand genommen und mit ihm eine Familie gegründet. Sie war lebenstüchtig und mutig, hat die Wohnung in Gaienhofen am Bodensee gefunden und mit dem Bauer den Mietzins vereinbart. Aber das Leben mit Hesse hat sie auch überfordert. Immer wieder war Mia in psychiatrischen Anstalten hospitalisiert. Ich habe meine Grossmutter Mia ­häufiger als ihn gesehen und sie nie krank erlebt. Die Umstände hatten sie in Krisen gestürzt. Er brauchte zum Schreiben Ruhe und fühlte sich schnell eingeengt. Mein Vater Heiner Hesse hat erzählt, dass es den Kindern erst nach dem Abendessen erlaubt war, den Vater im Arbeitszimmer zu besuchen. Für ihn waren die Bedingungen entscheidend, unter denen ihm künstlerisches Schaffen möglich war. Beide litten unter den zeitweise schwierigen Umständen, fühlten auch Depressionen. In der Berner Zeit hat sich mein Grossvater sogar in psychotherapeutische Behandlung begeben. Und kaum ist er ins Tessin umgezogen … … verliebte er sich in die viel jüngere Ruth Wenger. Auch sie wollte er nicht heiraten! Aber Ruths Vater hat ihn

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War er der Schriftsteller-Eremit, der nur seine Rosen liebte und die Malerei? Ach, Blödsinn! Er war zeitweise sogar gesellig, liebte Gespräche über Kunst, Politik und die Zeitumstände. Zwar hat er mit Thomas Mann, Romain Rolland und andern Autoren literarische Gespräche geführt. Ich erzähle lieber von den Freunden, die nicht berühmt waren und die er gerne sah oder ge­ sehen hätte. Es gab solche, die am Gartentor die Tafel «Bitte keine Besuche» lasen, sich daran gehalten haben und nach Deutschland zurückgereist sind – ausgerechnet jene, die er gerne gesehen und gesprochen hätte. Ninon hat viele Besucher abgehalten. Leider

hermann Hesse hautnah Erleben u ausstellung Das Kunstmuseum Bern

Hesse an der Haustür Hermann auf dem Plakat, Enkel Silver in seiner Wohnung.

zeigt «… die Grenzen überfliegen. Der Maler Hermann Hesse» noch bis zum 12. August 2012. Am 31. Juli um 19 Uhr wird dort Hesses politisches Engagement in einer szenischen Lesung dargestellt. u Neuausgaben Von Bärbel Reetz ist vor Kurzem das Buch «Hesses Frauen» im Insel-Verlag erschienen. Der Suhrkamp Verlag hat Essays und Erzählungen neu verlegt (je zehn Bände). u Stiftung Die Stiftung sucht neue Mitglieder für ihren Förderkreis, www. hessemontagnola.ch; am 5. August Lesung und Musik in der Kirche Sant’Abbondio, Gentilino TI, aus Anlass des 50. Todestages.


In Erinnerungen blättern Silver Hesse ist Vizepräsident der Hermann-Hesse-Stiftung Montagnola. Hier steht er in seiner Küche. nicht immer die richtigen. Nur wenn es offiziell wurde, zog er sich zurück. Hat er deshalb 1946 den Literatur-Nobelpreis nicht persönlich entgegengenommen? Ja. Aufsehen um seine Person war ihm zuwider. Da fühlte er sich fremd. In welchen Ländern wird Hesse heute neu entdeckt? In China, Korea, Lateinamerika. Seit dem Ende der Sowjetunion auch in den vielen ehemaligen Sowjetstaaten. Kleinverlage veröffentlichen seine Romane und Erzählungen auf Tadschikisch, Lettisch oder Estnisch. Hesses Gedanken und Werte passen offenbar ins neue Lebensgefühl. Für mich sind seine zahllosen Briefe, die auto­bio­grafischen Schriften, Essays und ­Betrachtungen mindestens ebenso spannend und lehrreich. Wie erklären Sie sich, dass Hesse in der

Schweiz oft als deutscher Autor wahr­ genommen wird, obwohl er 46 Jahre den rot-weissen Pass besass? Es ist mir unerklärlich. Als ich im Frühjahr in Bern in einer grossen Buchhandlung nach Hermann Hesse suchte, habe ich ihn bei den Schweizer Buchautoren nicht gefunden. Auf meine Frage «Haben Sie keine Bücher von Hermann Hesse?» hat die Mitarbeiterin geant­ wortet: «Doch, ganz viele! Sie finden sie bei den internationalen Autoren!» Sie sagen, er sprach Baseldeutsch mit schwäbischem Akzent. Wie hätte er sich wohl zur Deutschen-Debatte in der Schweiz geäussert? Er hat nicht in nationalen Kategorien gedacht. Nationalitäten waren nie ein Kriterium, für ihn gab es nur Menschen. Die Schweiz ist seine Heimat geworden, auch wenn er im schwäbischen Calw

geboren wurde und seine Jugend­ erinnerungen ihm wichtig waren. Ist es Lust oder Last, das Familienerbe zu verwalten? Für mich ist es Lust und eine schöne Aufgabe. Seit ich vor drei Jahren meine mit Partnern geführte Planungsfirma übergab, habe ich die nötige Zeit dafür! Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch? Keines. Ich lese nicht im Bett. Aber seit ich ‹Rentner› bin, entdecke ich Hesse neu. Während meines Berufslebens habe ich ihn sträflich ausgelassen und Fach­ literatur und Autoren wie Günter Grass, Hans Magnus Enzensberger oder Max Frisch gelesen. Kannten Sie Max Frisch eigentlich ­persönlich? Durch meine Eltern. Wir haben mit ihm öfter Boccia gespielt als ich mit meinem Grossvater. Der war aber mindestens so geschickt!  schweizer illustrierte

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Text Silvan Grütter Fotos remo nägeli

Ehefrau Andrea, Tochter See tüc hti g Papa Levent mit (vorne) und Cam. Leyla und den Zwillingen Cem seit sieben Jahren stammgäste

«Wir leben hier im Paradies»

Foto reportair.ch

u Familie Bas findet man auf dem Campingplatz Tennwil AG ganz einfach: Sie sind dort, wo es etwas zu feiern gibt. Und das gibt es hier am Hallwilersee fast immer. Ein Geburtstag, eine Pensionierung, ein Enkelkind. Und schon rücken sie Stühle und Tische zusammen. Und öffnen ein Fläschchen. Oder zwei oder drei. Mutter Andrea, 47, Vater Levent, 41, Tochter Leyla, 9, und die Zwillinge Cem und Cam, 10, haben sich vor sieben Jahren hier installiert. Mit Wohn­wagen, Yorkshire-Terrier aus Keramik und mehreren Paella-Pfannen. Seither verbringen sie die Ferien und Wochenenden in Tennwil. «Hier fühlen wir uns wie kleine Könige», sagt Andrea, die lange in Spanien gelebt hat und seither eine Paella einem Cervelat vorzieht. Den Wohnwagen haben sie als Occasion gekauft, den Stammplatz auf dem Camping würden sie um kein Geld der Welt mehr hergeben. «Was sollen wir ans Meer reisen, wenn wir das Paradies vor der Wohnwagen­ türe haben?», sagt Levent, der in einer Glaswolle-Fabrik in der Gegend arbeitet. Legendär ist Andreas Durchhaltewille: Vor zwei Jahren hatte sie während einer Schlechtwetter­ periode als Einzige auf dem Platz ausgeharrt.

Aargau Hallwilersee mit Campingplatz Tennwil (l.).

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Die Royals Campieren liegt im Trend. Die Stamm vor Jahrzehnten. Auf einem der ältesten


reportage

Im Reich der Bas Andrea und Levent Bas mit Sohn und Keramikhund vor ihrem Wohnwagen. Die Paella reicht für die fünfköpfige Familie.

von Tennwil

gäste von Tennwil entdeckten diese Faszina­tion schon Campingplätze der Schweiz. Hier fühlen sie sich wie Könige. schweizer illustrierte

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Wohnen auf Rädern Ruth Stocker am Staubsaugen im Vorzelt. Die kleine Welt bietet alles: TV, Kühlschrank, Kaffeemaschine. Hausarbeit leider auch.

Rä der sin d sei ne We lt Der pensionierte Damencoiffeur Willy Eichen­ berger radelt in guten Jahren 8000 Kilometer. Nach den Aus­ fahrten ruht er sich gerne aus. Natürlich in ­seinem Häus­ chen auf Rädern.

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reportage

Seit über 30 Jahren stammgäste in tennwil

«An uns kommt keiner vorbei»

u Die Wohnwagen der Familien Stocker und Marti stehen strategisch perfekt: genau in der Mitte der sogenannten Baslerstrasse. Von hier aus haben sie den perfekten Überblick über den Platz. «Inzwischen bin ich zwar fast der einzige Basler hier», sagt Heinz Marti, 69. «Aber die Aargauer sind ja auch ganz flotte Cheibe.» Das erste Mal nach Tennwil gekommen ist Marti mit seinem Schwager. Das war vor 39 Jahren. Vier Jahre später bezogen Ruth, 68, und Walter Stocker, 69, die Parzelle nebenan. Seither leben die

Familien den Sommer über Tür an Tür. «Streit gibt es auf dem Platz praktisch nie», sagt Walter Stocker. «Und wenn, dann wird das schnell gelöst und nachher eins zusammen getrunken.» Nur einmal, da musste einer seinen Stammplatz ­räumen – er hatte seine Frau geschlagen. «Und mit dem haben wir dann auch keins mehr getrunken», sagt Heinz Marti. Der grösste Unterschied zum Leben daheim? «Die Freundschafen, die man hier pflegt», sagt Walter Stocker. Die Gemeinsamkeit? «Die Hausarbeit», ergänzt Ehefrau Ruth.

Fam ilie n­ ans chl uss Walter und Ruth Stocker (l.) mit den Enkeln Colin und Devin sowie Heinz und Brigitte Marti mit den Enkeln Maiko und Yuki.

seit 45 Jahren stammgast in tennwil

«Ich habe die schönsten Beine hier» u Fast ein halbes Jahrhundert hat Willy Eichenberger, 76, in Seon AG den Frauencoiffeursalon geführt. Seit er das Geschäft aufgegeben hat, verbringt er jede freie Minute auf dem Campingplatz. Und im Sattel. Eichenberger strampelt in guten Jahren immer noch 8000 Kilometer auf dem Rennvelo ab. Und er denkt nicht ans Aufhören. «Wenn ich 99 Jahre alt bin, dann kaufe ich mir einen Motorroller und fahre die Strecke halt so. Aber gefahren wird, bis ich vom Sattel falle.» Drei Tage Training, ein Tag Ruhe und dann wieder drei Tage Training. Das ist der Lebensrhythmus von Willy Eichenberger. «Aber ich bin nicht so ein Vergifteter», sagt Willy. Gerade heute

zum Beispiel habe er zwei jüngere Kollegen auf der Rundfahrt getroffen. Und da sei er halt auch ein bisschen langsamer gefahren. In Tennwil schätze er vor allem die Ruhe, und dass er hier die schönsten Beine habe. Nur einmal, da habe es fast ein bisschen Tumult auf dem Platz gegeben. Damals, als die Parzellen für die Stellplätze der Wohnwagen neu verteilt wurden. «Da waren plötzlich alle ganz aufgeregt», sagt Eichenberger. Und das, obwohl die meisten Stammgäste ihre Wohnwagen nur um ein paar Meter verschieben mussten. Wann das war? «Ach, erst grad», sagt Eichenberger. «Das muss etwa vor vier Jahren gewesen sein.» schweizer illustrierte

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reportage

zelten seit 20 Jahren in tennwil

«Schnarcher sind schlimm» Bruhin, 45, kam erstmals vor 20 Jahren zum Campieren nach Tennwil. Damals mit ihrem Mann kurz nach der Hochzeit. Inzwischen ist der Mann weg, die Zeltferien in Tennwil sind geblieben. Mit von der Partie: Tochter Gina, 11, die Söhne Mirco, 17, und Ronny, 19, und Nico Liechti, 16, ein Kollege von Mirco. Übernachtet wird in zwei Zelten. Eins für Gina und eine Freundin, die sie eingeladen hat. Und eins für den ganzen Rest der ­Familie. «Das u Cornelia

Routiniert Nach jahrelanger Zeltplatz­ erfahrung weiss jeder, wo er anzupacken hat. Das neue Zelt der Bruhins stand in rekordverdächtigen 25 Minuten.

ist kein Problem. Wir sind uns Nähe gewohnt», sagt Ronny. «Schlimm sind nur die Schnarcher. Die hörst du in der Nacht über den ganzen Platz.» Am Tag hat sich das Problem mit der Nähe sowieso gelöst. «Die Kinder siehst du eigentlich nur zweimal am Tag. Das erste Mal beim Frühstück und dann am Abend wieder, wenn sie Hunger haben.» Was die Kinder dazwischen so treiben? «Das möchte ich bei den Grösseren gar nicht so genau wissen», sagt Cornelia.

der chef vom platz u Betriebsleiter Daniel Leuenberger, 53, hat den Campingplatz Tennwil vor 13 Jahren übernommen. Heute ist er Herr über 100 Dauerplätze, 5 Saisonplätze und 36 Zelt-Parzellen. Ins Leben gerufen hatte den Platz der sozialdemokratische Oberrichter Fritz Baumann. 1934 hatte er zusammen mit ein paar Freunden 10 000 Quadratmeter Land am Hallwilersee gekauft. «Den kleinen Leuten am See ein Heimrecht schaffen, bevor es zu spät Gute alte Zeit Nach vier Monaten Bauzeit wurde der Campingplatz für die ist», sagte er damals. Ein Jahr später eröffnete der Arbeiterstrand Tennwil mit «kleinen Leute» eröffnet. Im Rekord­ angeschlossenem Campingplatz. Es war sommer 2003 wurde ein Umsatz eine der ersten Anlagen der Schweiz. von einer Million Franken erreicht.

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Shopping

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Hair & Make-up Brigitte Aeschbach, Inga @ Visage

SommerBeauty u Für die Hitzezeit wird das Make-up bunt wie ein tropischer Regenbogen. Orange, Pink, Violett, Blau, Grün und Gelb passen perfekt zu gebräunter Haut. Wem das nicht genug ist, setzt zusätzlich auf schimmerndes Körperöl. Wichtig für die Pooltauglichkeit: wasser­ fester Mascara. Maybelline hat sogar eine Lidschattenserie (Color Tattoo) entwickelt, die locker einen Kopfsprung ins kühle Nass überlebt. Bei Temperaturen über 30 Grad verzichtet man auf den klassischen Lippenstift und greift zum Lipgloss. So wirken die Lippen grösser und erinnern an ein Sorbet.

Redaktion ursula borer Fotos geri Born Styling melanie albisser

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Süsse Lolita Parfümiertes Schimmerfluid Pearly Water für Gesicht und Décolleté, Yves Rocher. 30 ml u CHF 14.90 Lipgloss Ultra-Gloss Flash Nr. 542 Orange Pareo, Dior Addict. u CHF 44.– Parfümierter Nagellack La Laque Nr. 29 Doré Orfèvre, YSL. u CHF 40.– Corsage H & M. u CHF 79.90


«SommerMake-up ist knallig und glossy» Sommer-Engel Mascara Hypnôse Star Strass Black, Lancôme. u CHF 44.– Lipglass Morage Limited Edition, Mac. u CHF 24.– Nagellack A Roll In The Hague, O.P.I., Douglas, Amavita-Apotheken. u CHF 23.90 Sonnenbrille, Chanel, Burri Optik. u CHF 389.– Kleid Mango. u CHF 49.95 schweizer illustrierte

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Smartes Schnäppchen 46-Zoll-LED-Fernseher UE-46EH5300 von Samsung mit WLAN und Smart-TV. u CHF 666.–

Multimedia, Vision & Sound, Games und Software sowie Haushalt sind hell und in verschiedene Farben gegliedert. Ein Samsung- und Apple-Store komplet­tieren das elektronische Shopping-­Paradies.

Speicher-Riese 2,5-Zoll-Festplatte von Verbatim mit Terabyte-Kapazität und schnellem USB 3.0. u CHF 111.–

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Poppig Das Damenmodell des Asics Gel-Excel 33. www.asics.ch/stores u ca. CHF 230.–

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Farbiges am Fuss u Bei der Wahl des richtigen Laufschuhs bietet sich eine grosse Auswahl an verschiedenen Designs. Ein Modell, welches Optik und Funktionalität gekonnt vereint, ist der Asics GelExcel 33. Ein natürliches Lauferlebnis wird durch eine spezielle Sohlen-Technik garantiert. Die Kombination von GelElementen mit einer weichen und einer härteren Sohle sorgt für Komfort und ein direktes Bodengefühl – die knalligen Farben für den modischen Auftritt beim nächsten Training. nina lienhard

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt, HO

Design-Objekt


Shopping top ten der Woc he

hawaiianische prints

Laufsteg

Sexy Vorhang

Aloha aus dem Paradies u Hula-Tänzerinnen in Baströckchen mit Blumenkränzen um den Hals und farbigen Blüten im Haar versprühen diesen Sommer das Feriengefühl von Hawaii in der Mode. Gleich mehrere Designer liessen sich diese Saison von der amerikanischen Inselkette im Pazifik inspirieren, wie etwa Joseph Altuzarra, der Looks von Kopf bis Fuss in floralen Prints kreierte oder Highlights mit farbenfrohen Accessoires setzte. Die Britin Stella McCartney läutete den hawaiianischen Sommer Anfang Jahr mit einer Cruise-Collection (Zwischenkollektion) ein: Surfer-Prints auf Seidenshirts, Hawaii-Blumen auf langen Röcken und goldfarbene Broschen in Palmenform lassen Daheimgebliebene von Hawaii träumen. nina lienhard

Süss Ohrringe mit Hula-Tänzerinnen von Claire’s. Solange Vorrat. www.claires.com u CHF 12.90

Atemberaubend Modern, sexy und mit einer Prise Humor: die StellaMcCartney-Show.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born (Porträt), Imaxtree

Ursula Borer, Redaktorin SI Shopping, liebt Retro-Muster. u Lange dachte man beim Namen McCartney nur an den Ex-Beatle Paul. Mittlerweile läuft ihm seine Tochter Stella den Rang ab. Für die Olympiade in London kreierte sie für Adidas 900 Wettkampf-Outfits des britischen Teams. Auch ihre Sommerkollektion erntete viel Lob. Wie viele setzte sie auf Retro-Muster, die an Vorhänge, Sofakissen oder Tischdecken erinnern. Die meisten setzten auf einen coolen Pyjama-Look. Nicht so Stella McCartney. Die vierfache Mama zauberte aus den biederen Stoffen asymmetrische Mini-Dresses, die einem den Atem verschlagen. Wer hätte gedacht, dass ein Vorhangstoff so sexy sein kann? ursula borer

Frisch Canvas-Shopper von Stella McCartney, erhältlich bei www.mytheresa.com. u CHF 265.–

Stilsicher Plateau-Sandalen von River Island, erhältlich bei www.asos.com. u ca. CHF 60.–

Strandnixe Bandeau-Bikini mit abnehmbarem Träger von Topshop. www.topshop.com u ca. CHF 40.–

Fruchtig Jersey-Sweatshirt von Juicy Couture, erhältlich bei www.net-a-porter.com. u ca. CHF 110.– schweizer illustrierte

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Shopping top ten he der Woc

objekt der begierde

Hommage an eine Ära u Einem Nagel nachempfunden sind die Ringe und Armreife der «Juste un Clou»-Kollektion von Cartier, seit diesem Frühling als Re-Edition wieder zu haben. Der italienische Designer Aldo Cipullo kreierte die Stücke in den 70er-Jahren als Hommage an die Ära des «Studio 54» und seine legendären Partys. Im New Yorker Club feierten einst illustre Gäste wie Andy Warhol, Liz Taylor und Mick Jagger die Nächte durch. Wie der Name schon sagt, sind die Stücke aus «nur einem Nagel» geformt, welcher sich um den Finger oder das Handgelenkt schmiegt. Die «Juste un Clou»-Ringe und Bracelets sind in Gelb-, Rot- und Weissgold erhältlich, einige Modelle sind zudem mit Diamanten bestückt. nina lienhard

ONLINE-NEWS

www.hossintropia.com u Wer mehr über das spanische Fashion-Label Hoss Intropia, das es in der Schweiz über www.stylebop.com und unter anderem in den Geschäften Fidelio 3, Glam.in und Globus zu kaufen gibt, wissen will, macht sich mal auf www.hossintropia.com schlau. Da findet man Inspirationen zum Look des

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schweizer illustrierte

Labels im Ganzen, einen Blog und viele andere Trend-Infos. Sehr fantasievoll, finden wir. Und gut gemacht. Unbedingt regelmässig checken! BEATRICE SCHÖNHAUS

mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Stilllife Nina Lienhard, HO

Schmuck mit Geschichte Die Fingerringe der «Juste un Clou»-Kollektion von Cartier. www.cartier.com u ab CHF 2000.–


Für die Lippen SOS Lip Repair von Labello mit Pro-Vitamin B5. Gibts bei Manor. u CHF 5.20

Für den Body Nutri Care Body Milk von Dove mit Nutri-Serum. Coop. 400 ml u CHF 5.95

Zarte Reinigung Sensitive Reinigungsmousse von Zoé. Migros. 150 ml u CHF 13.50

Nach der Sonne SOS-RepairBalsam Capital Soleil von Vichy. Apotheken. 100 ml u CHF 26.–

Leichte Pflege Aquaporin Active Light von Eucerin. Apotheken. 40 ml u CHF 28.90

Über Nacht Gel Aquasource Nuit von Biotherm wird vom Gel zum Balsam. 50 ml u CHF 60.–

Mit Sofortwirkung Maske Hydraphase Intense von La Roche-Posay. Apotheken. 50 ml u CHF 26.–

Intensiv-Pflege Super Aqua Serum von Guerlain mit Aquakomplex. 30 ml u CHF 156.–

© Fotostudio Schweizer Paul Seewer, iStockphoto. Alle Produkte sind im Parfümieriefachhandel erhältlich, wenn nicht anders angegeben

Sprühregen zwischendurch Spray von Vichy mit Thermalwasser. Apotheken. 150 ml u CHF 12.–

Tagsüber Tagespflege Anti-Falten Sofort-Feuchtigkeit von Olaz. Coop City. 50 ml u CHF 15.90 feuchtigkeits-pflege

Durstlöscher u Ferienzeit ist für Kopf, Herz und Seele Erholung pur. Aber ob Sonnen-, Salzoder Chlorwasserbad, die Haut trocknet dadurch aus, spannt und altert schneller. Darum gehört eine Extraportion Feuchtigkeitspflege in den Koffer. Den einen reicht ein Sprühregen aus der Dose, die anderen setzen auf Intensivpflege mit einem Serum (z. B. Super Aqua Serum von Guerlain). Direkt nach dem Sonnenbad pflegt man strapazierte Haut mit einer kühlenden Après-SoleilLotion. Bei Vichy setzt man dabei auf die heilende Wirkung des Thermalwas-

sers aus der Lukasquelle. Dem Gesicht gönnt man zusätzlich eine IntensivMaske, z. B. von La Roche-Posay (Tipp: 10 Minuten vorher in den Kühlschrank legen). Da die Haut in der Nacht viermal mehr Feuchtigkeit verliert als am Tag, wählt man eine besonders reichhaltige Pflege. Biotherm setzt auf einen Wirkstoff aus der Antarktis. Angenehm: Das Gel verwandelt sich beim Auftragen in einen reichhaltigen Balsam. Hält man sich auch noch daran, mindestens zwei Liter Wasser zu trinken, erwacht man morgens taufrisch. ursula borer

star-geflÜster

Starkes Stück

u Die

US-Sängerin Beth Ditto, deren üppige Kurven und Styling im Gothic Look auffallen, lancierte für das Make-up-Label Mac eine limitierte Linie. Jelmoli, Manor, solange Vorrat.

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kolumne

Alexandra Kruse, 33, Stylistin, sinniert über Trennungen.

Im Wet Look Das Schweizer Model Valerija Sestic backstage bei BCBG Max Azria in New York. styling-tipp

Als ob es Nixen wären u Der Wet Look ist zurück. Denn bei den Frühling/Sommer-Shows der Fashion-Gilde gab es viel feuchtes Haar. Giambattista Valli, Alexander Wang oder Max Azria (BCBG) etwa schickten ihre Models mit Nixen-Mähnen über den Laufsteg. Bei Chanel waren die Frisuren nass und zusammengebunden, und Donna Karan wiederum setzte auf einen sommerlich-sleeken Ponytail mit an­gefeuchtetem Ansatz. Ebenfalls auf

einen befeuchteten Ansatz setzten der Couturier Elie Saab und Modemacherin Stella McCartney, was den Frisuren eine schicke Lässigkeit verlieh. Wer den Wet Look nachstylen möchte, greift am besten zu Pflegeprodukten, welche die «Nässe» imitieren wie etwa Haar-­ Pflegeöle. Das Gute daran: Die hoch­ wertigen Öle (wie etwa neu von Kiehl’s) können so länger einwirken! Kristina Köhler

Produkte fürs Sommer-Haar

Flüssiges Gold Leave-in-Öl-­ Kuren mit oder ohne UVSchutz, Kiehl’s. u je CHF 42.–

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Sanfter Helfer Milde Pflegespülung mit Kamille von Kneipp. Etwa bei der Migros. u CHF 7.90

Honig-Reflexe Lichtreflex-­ Serum mit Honig-Extrakt und Vitaminen, René Furterer. u CHF 25.90

Erst Demi und Ashton, Heidi und Seal, dann Johnny Depp und Vanessa Paradis – Trennungen scheinen einer der grossen Trends im 2012 zu sein. Und nur zu einer kann man wirklich gratulieren: Liebe kleine Suri, Du kannst so stolz auf Deine Mutter sein! Katie Holmes hat nämlich ihre Sechsjährige an die Hand genommen, Schauspieler Tom Cruise kurz entschlossen verlassen, dadurch für sehr schlechte Stimmung in der Sekte gesorgt. Nun darf sie als Belohnung endlich Hauptrollen spielen und alleine ihre Handtaschen einkaufen. Und doch ist es traurig, wenn Menschen, die einst der Illusion erlagen, bis an den Rest ihres Lebens gemeinsam Brötchen zu schmieren – plötzlich keine Marme­lade zum Draufstreichen vorfinden. Auch wenn sich für jeden wieder neue Türen öffnen. Denn eine Trennung schmerzt. Der beste Ort für Trennungsopfer ist übrigens: Knies Kinderzoo. Auch ohne Kinder. Meine herzgebrochene Freundin konnte da gar nicht mehr traurig sein – wenn Elefanten als Parade durch den Park ziehen, Giraffen-Kinder x-beinig umherstaksen und versuchen, einen Schluck Wasser aus dem Eimer zu trinken, ohne vornüber zu kippen. Von kleinen Eseln und grossen Kamelen ganz zu schweigen! Am Ende unseres Ausflugs stand fest: Sie würde es noch einmal ver­ suchen. Nein, nicht mit ihm. Aber mit einem Top aus feinem Kaschmir/ Seidenstrick. Mit Allover-Leopardenmuster. Animal-Prints seien nämlich nie wirklich aus der Mode. Meint sie lakonisch dazu. Und die von Yves Saint Laurent erst recht nicht!

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Geri Born (Porträt), Imaxtree

Bye-bye, Tomkat


Check-up Stress legt Hirn lahm

ft f i r nde t e b esu ng G hru ä Ern

u Bochum Wer gestresst ist,

Fisch schützt Herz und Hirn

Die neuen europäischen Leitlinien zur Herz-Kreislauf-­ Prävention empfehlen zwei Fischmahlzeiten pro Woche. Neben dem Herz nützt das auch dem Gehirn und dem Immunsystem. Text Dr. Samuel Stutz

D

ass Omega-3-Fettsäuren gut fürs Herz und die Gefässe sind, weiss man schon seit 30 Jahren. In der Folge brachten Studien die ersten Beweise, andere widerlegten die These. Doch nach neueren Studien herrscht jetzt Gewissheit, sodass die neuen Präventionsrichtlinien auf sicheren Füssen stehen. Fisch liefert neben reichlich Omega3-Fettsäuren einen hohen Anteil an Vita­ min D, Selen und Jod. Am besten ist es, wenn eine von zwei wöchentlichen Fischmahlzeiten aus einem ganzen Meeresfisch besteht. Wer keinen Fisch mag, sollte auf Fischöl in pharmazeutischer Qualität zurückgreifen, da nicht alle Präparate genügend Fettsäuren enthalten. Ob gesund oder herzkrank, die Menschen profitieren von regelmässigem Verzehr von fettem Fisch, heisst es in den neuen Empfehlungen. Wertvoll sind vor allem die langkettigen, mehrfach ungesättigten Fettsäuren EPA und DHA in Lachs, Makrele, Hering, Forelle oder Sardine. Neben dem Herz nützen Omega-3-Fettsäuren auch dem Gehirn und dem Immunsystem.

Die Vorbeugung von Herz-KreislaufErkrankungen sei ein lebenslanges Unterfangen, das im Mutterleib beginne und erst mit dem Tod ende. Sie müsse dringend verbessert werden. Das beweise die Statistik. Die grosse Mehrzahl der HerzKreislauf-Todesfälle sei durch verhält­ nismässig einfache Massnahmen wie bes­sere Ernährung, das heisst vor allem mehr Obst und Gemüse, mehr Bewegung und Verzicht aufs Rauchen verhinderbar. 90 Prozent aller Herzinfarkte seien ein direktes Resultat eines ungesunden Lebensstils und könnten verhindert werden. Es sei nie zu spät, den Lebensstil zu ändern, selbst nach einem Infarkt nicht. Wie dramatisch sich ein gesunder Lebensstil auswirkt, zeigen in Dublin vorgestellte Studien über den Zeitraum von 35 Jahren, welche den Einfluss des Joggens auf die Gesundheit untersucht haben. Ein moderates wöchentliches Laufpensum erhöht die Lebenserwartung im Schnitt um volle sechs Jahre. Das Bewegungsoptimum lag bei zwei- bis dreimal pro Woche für die Dauer von insgesamt einer bis höchstens zweieinhalb Stunden.

handelt weniger zielgerichtet und verfällt gerne in alte Gewohnheiten. Das zeigt eine deutsche Studie mit 69 Teilnehmern. Der Grund: Körpereigene Botenstoffe hemmen die Hirnregion für zielgerichtetes Verhalten. www.netdoktor.de

Solarium ist gefährlich

u Lyon Jährlich sterben in Europa 800 Menschen an den Folgen von Solarienbesuchen. Das haben französische Wissenschafter herausgefunden. Denn wer ins Solarium geht, hat ein um 20 Pro­ zent erhöhtes Hautkrebsrisiko. www.aerztezeitung.de

Grippewelle in Australien u Düsseldorf Wer nach Austra­

lien reist, sollte über eine Grippeimpfung nachdenken. Nach Anga­ ben des Centrums für Reisemedizin in Düsseldorf wurden dieses Jahr bereits mehr als 9000 Fälle gemeldet. Davon etwa 5000 allein im Juni. www.aerztezeitung.de

tipp

Jetzt ist es wissenschaftlich bewiesen: Wer Angst vor Spritzen hat, sollte nicht hinschauen. Das verstärkt die Schmerzempfindung.

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Check-up Frauen und krebs

Ein Schminkkurs, der auch die Seele verwöhnt Eine Krebserkrankung beeinflusst Körper und Psyche. Nicht nur das Aussehen verändert sich, auch das Selbstvertrauen leidet oft darunter. Ein spezieller Beauty-Workshop möchte Krebs­patientinnen helfen, sich wieder besser zu fühlen, und gibt dazu konkrete Tipps. Text lisa merz Fotos nicole bökhaus

S

o beginnt kein gewöhnlicher Schminkkurs: Nacheinander neh­ men einige Frauen ihre Kopf­ tücher oder Perücken ab. Alle haben einen runden Spiegel und ein Necessaire vor sich auf dem Tisch. Noch ein wenig verhalten packen sie die verschiedenen Cremes, Lidschatten und Lippenstifte aus. Als die Kursleiterin fragt, wer mehr Haarspangen brauche, geht ein erstes Mal ein Lachen durch die Runde. «Nein, im Moment nicht», sagt eine Frau um die vierzig und streicht sich über den kahlen Kopf. Madeleine Bächtold, 56, sitzt neben ihr und weiss genau, was ihre Nachbarin im Moment durchmacht. «Letztes Jahr hatte ich Brustkrebs und verlor wegen einer Chemotherapie auch meine Haare», erzählt sie. Während dieser Zeit besuchte Madeleine Bächtold den Schminkkurs «Look Good … Feel Better», der spe­ziell für Frauen mit einer Krebserkrankung konzipiert ist. Das Motto: «Gut aussehen … Sich besser fühlen.» «Den meisten Teilnehmerinnen geht es in der Zeit der Therapie – sei es Chemo­therapie oder

Schön glücklich Madeleine Bächtold und Esther Keller merkten im Kurs, dass sie nicht alleine sind.


Wangenrouge ist besonders wichtig. Denn bei einer Krebstherapie ist die Haut fahler als üblich.

Mit etwas Übung sitzt auch der Lidstrich. Wichtig: Die Produkte nie teilen, das kann Infekte auslösen.

Kosmetikerin Mio Rauch-Morohara gibt Tipps. Sie und ihre Kolleginnen arbeiten alle ehrenamtlich.

Radiotherapie – nicht besonders gut», er­ klärt Astrid Biedermann, Pflegefachfrau und MAS in Oncological Care in der gynäkologischen Onkologie der Frauen­ klinik am Stadtspital Triemli in Zürich. Dieser Workshop bietet eine gute Mög­ lichkeit, die Erkrankung und die Thera­ pie für eine kurze Zeit zu vergessen. Das dachte sich auch Esther Keller, 65, als sie in der Radiologie die Broschüre ent­ deckte. «Ich wollte mir einfach etwas Gutes tun.» Der Kurs wird immer von einer medizinischen Fachperson beglei­ tet, welche die gesundheitsspezifischen Fragen der Teilnehmerinnen beant­ wortet. Die Kosmetikerinnen leiten an und geben Tipps, worauf man beim Schminken während einer Krebstherapie besonders achten muss. Den ersten von zwölf Schritten, den Kursleiterin Mio Rauch-Morohara erklärt, ist das Abschminken. «Es ist wichtig, dass man die Haut immer gut reinigt», sagt die Kosmetikerin. Denn damit könne man Hautausscheidungen entfernen, die bei erhöhter Medikamen­ teneinnahme von der Haut verstärkt ausgeschieden werden. Besonders viel Zeit nimmt auch das Kapitel Augenbrau­ en ein. Mio Rauch-Morohara zeigt, mit welchen Techniken man sie am besten nachzeichnen kann. «Die grösste Angst der Patientinnen in Bezug auf das Aussehen ist, ihre Haare unter der ­Chemotherapie zu verlieren. In dieser Phase können auch Augenbrauen und Wimpern ausfallen. Damit wird die Er­ krankung für jeden sichtbar», sagt Astrid Biedermann. Hinzu kommen die möglichen anderen Folgen einer Krebs­ therapie wie trockene Haut, stumpfes Haar, brüchige und verfärbte Nägel oder allgemein trockene Schleimhäute und eine fahle Gesichtsfarbe. Kosmetikerin Mio Rauch-Moroha­ ra betont immer wieder, wie wichtig die Hygiene ist. «Nehmen Sie die Creme im­ mer mit dem Spatel aus der Dose, nie u

Infos zur Stiftung u Look good ... Feel better

ist ein gemeinnütziges Engagement führender Schweizer Kosmetikunternehmen in enger Zusammenarbeit mit Kranken­ häusern, Pflegenden und Ärzten. Ziel ist es, mit kostenlosen Beauty-Workshops das Selbstvertrauen und Selbstwert­ gefühl von allen Krebspatientinnen, die

sich einer medizinischen Behandlung unterziehen, wiederherzustellen. Die Workshops werden an 25 Spitälern in der Schweiz angeboten und von professionel­ len Kosmetikerinnen betreut, die dafür ehrenamtlich arbeiten. Das ­Programm ist nicht medizinisch sowie produkt- und markenneutral. www.lgfb.ch

k n ch ec te l l o s Da s w is sen! Sie Drei Tipps Für die pflege während der Krebstherapie 1. Hautpflege  Verwenden Sie lieber schützende und pflegende als aktivierende, stark wirkende Produkte. Denn obwohl eine starke Wirkung bei gesunden Per­ sonen einen positiven Einfluss haben kann, können bei immun­ geschwächten Personen Irritationen auftauchen. Daher besser eine sanfte, feuchtigkeits­ spendende Pflege benutzen. Feuchtigkeit ist auch wichtig als Basis eines jeden Make-ups. Ver­ wenden Sie keine Peeling-Mittel. 2. Sonnenschutzmittel  Während einer Behandlung sollten Sie sich so wenig wie mög­ lich der Sonne aussetzen. Gehen Sie nicht ins Freie, ohne Ihre Haut zu schützen. Tragen Sie das Sonnenschutzmittel vor der Feuchtigkeitspflege auf. Patien­ tinnen, die sich einer Strahlentherapie unterziehen, sollten vor der Verwendung jegli­ cher Cremes auf dem behandelten Bereich ihren Arzt befragen. 3. Hygiene  Eine Krebstherapie kann das Immunsystem schwächen, was empfänglicher für Infektionen macht. Daher gilt: Immer saubere Applikatoren, Stäbchen, Schwämmchen und Bürsten benutzen. Make-up nicht teilen.

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Check-up sie sich heute etwas stärker schminke. «Da braucht es einfach etwas mehr Farbe im Gesicht», sagt sie und lacht. Im Kurs haben Madeleine Bächtold und Esther Keller aber nicht nur Schön­ heitstipps erfahren. «In einem normalen Schminkkurs wären wir uns fehl am Platz vorgekommen. Aber in diesem Rahmen fühlten wir uns wohl und merk­ ten, dass wir nicht alleine sind.» 

Astrid Biedermann, Pflegefachfrau und MAS in Oncological Care in der gynäkologischen Onkologie der Frauenklinik am Stadtspital Triemli in Zürich.

Weisse Zähne

Ebener Teint

u gegen verfärbungen Weisse Zähne ohne aggressive Bleichmethode – das verspricht die Zahncreme Swissdent Nano­whitening. Besonders sanft beseitigt sie leichte Zahnverfärbungen, die vor allem von Kaffee, Tee und Tabak verursacht werden. Dank der patentierten Mikrotechnologie reinigt die Zahnpasta die Zähne, ohne sie zu zerkratzen. Denn der RDA-Wert liegt bei 25. (Die meisten Whitening-­ Cremes sind stark abrasiv mit einem RDA-Wert über 100.) Die Swissdent Nanowhitening kostet CHF 29.–. Das ganze Sortiment der Schweizer Linie findet man unter www.swissdent.ch

u gegen Pigmentflecken Vor allem

TV-Tipp

bei übermässiger Sonneneinstrahlung zeigen sich die hellbrauen Flecken im Gesicht. Weitere Auslöser: genetische Veranlagung, hormonelle Veränderungen oder die Einnahme von Medikamenten. Eucerin bietet die neue Pflegelinie Even Brighter gegen die störenden Flecken an. Die Tagescreme (CHF 42.90) mit Sonnenschutzfaktor 30 schützt am Tag, die Nachtcreme (CHF 42.90) verhindert die Neubildung in der Regenerationsphase. Beide enthalten einen Wirkstoff, der die Melaninproduktion stark hemmt und somit den Hautton ausgleicht. www.eucerin.com

Samstag, 4. August, 18.10 Uhr

Schlafstörungen Sie ist Lehrerin. Am Morgen rasseln, klingeln, piepsen in ihrem Schlafzimmer zwölf Wecker. Weil ihr Schlaf gestört ist, hat sie extrem Mühe mit dem Aufstehen. Ein Schlafexperte erläutert in der Sendung, wie es dazu kommt und was man dagegen tun kann. Zum Beispiel Wecken mit einem Lichtwecker (Wiederholung). www.gesundheitsprechstunde.ch

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mit den Fingern. Brauchen Sie beim Abschminken für jedes Auge ein eigenes Wattepad. Teilen Sie Ihre Kosmetik­ produkte nicht mit anderen.» Grund: Während einer Krebstherapie ist das Immunsystem stark angegriffen, und es kommt schneller zu Infektionen. Im Laufe des Kurses getrauen sich immer mehr Frauen Fragen zu stel­ len. Mio Rauch-Morohara erklärt, wie man mit einem Lidstrich optisch fehlen­ de Wimpern ersetzt, dass es die Haut zu­ sätzlich austrocknet, wenn man Puder benutzt, oder wo das Wangenrouge die besten Wirkung zeigt. Für Madeleine Bächtold tat sich mit dem Kurs eine ganz neue Welt auf. «Vorher schminkte ich mich nicht so oft. Aber jetzt habe ich dar­an Gefallen gefunden.» Auch die kurzen Haare seien ein Grund, warum u


Dölf Ogi: Talk- und Lese-Tournee 2012 Der charismatische Schweizer Staatsmann Dölf Ogi präsentiert auf seiner aktuellen Buchtournee seine exklusive Biografie «Dölf Ogi – So wa(h)r es!». Im Gespräch mit dem Autor Georges Wüthrich und dem Chefredaktor der Schweizer Illustrierten, Stefan Regez, erlangen Sie unmittel­bare Ein­blicke in das facettenreiche Lebenswerk des alt Bundesrats.

Öffentliche veran­staltung

Veranstaltungskalender Eintritt: je nach Veranstaltung zwischen CHF 10.– und CHF 15.– Thun

21. August 2012, 19.30 Uhr

Bern

3. September 2012, 18 Uhr «Mäntig-Apéro», Hotel Bern Zeughausgasse 9 Moderation: Roland Jeanneret

Luzern

4. September 2012, 18 Uhr Buchhaus Stocker, Hertensteinstr. 44 Moderation: Stefan Regez

Basel

5. September 2012, 20 Uhr Thalia, Freie Strasse 32 Moderation: Stefan Regez

St. Gallen

11. September 2012, 20 Uhr

Brig

19. September 2012, 20 Uhr

Zürich

26. September 2012, 20 Uhr

Olten

29. Oktober 2012, 19.30 Uhr «Weltbild-Event», Weltbild Verlag, Industriestr. 78 Moderation: Stefan Regez

Krebser, Bälliz 64 Moderation: Stefan Regez

Orell Füssli Rösslitor, Multergasse 1–3 Moderation: Stefan Regez ZAP Zur alten Post, Furkastr. 3 Moderation: Stefan Regez Orell Füssli Kramhof, Füsslistr. 4 Moderation: Stefan Regez

meet & greet nur für Abonnenten: 80 Tickets zu gewinnen! u Gewinnen Sie Meet & Greet-Tickets zur Lesung «Dölf Ogi – So wa(h)r es!»: Treffen Sie Adolf Ogi zusammen mit unserem

Chefredaktor Stefan Regez beim exklusiven Abonnenten-Apéro. Die Gewinner der Tickets erhalten gratis das Buch und haben die Möglichkeit, dieses persönlich signieren zu lassen. Für die Standorte Thun, Luzern, Basel und Zürich verlosen wir je 10 x 2 Tickets. Wählen Sie eine Lesung in Ihrer Nähe aus, und mit ein bisschen Glück sitzen Sie und Ihre Begleitperson bald in der ersten Reihe! jetzt mitmachen

Lesung «Dölf Ogi – So wa(h)r es!» Coupon ausfüllen und bis 12. August 2012 einsenden an: Schweizer Illustrierte, Meet & Greet, Abteilung ZWE, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich Vorname Name

Abonnentennummer

Adresse

PLZ Ort

E-Mail

Telefon

Standorte q Thun q Luzern q Basel q Zürich

C

Jeder Coupon nimmt an der Verlosung teil. Teilnahmeschluss ist der 12. August 2012. Die Gewinner werden schriftlich benachrichtigt. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Die Teilnehmer erklären sich mit diesen Bedingungen einverstanden. Mitarbeiter der Ringier AG und deren Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind an dieser Verlosung nicht teilnahmeberechtigt.


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Nicki Minaj im hallenstadion

Paradiesvogel

u Sie ist schrill, kurvenreich und weltklasse: Nicki Minaj, 29, das It-Girl aus Trinidad und Tobago, ist zurzeit der «heisseste Act auf dem Musikparkett». Die Rapperin mit den ausgefallenen Perücken (rosarot, blond, türkis) landete 2010 mit ihrem Debütalbum «Pink Friday» einen Hit, der einen Rekord um den anderen brach. So war Nicki Minaj die erste Künst­ lerin, die mit sieben Singles gleichzeitig in den Billboard-Charts vertreten war. Im Hallenstadion tritt der Weltstar mit seinem kürzlich erschienenen Album «Pink Friday: Roman Reloaded» auf. kati moser

Foto Desmond Muckian / Contour by Getty Images

hallenstadion Zürich, 17. 10. um 20 Uhr, Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.ticketcorner.ch

Setzt sie gekonnt ein Nicki Minaj geizt nicht mit ihren Kurven. schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

Fantasiebegabt Der Zeichner Winsor McCay (l.) schuf den ersten Trickfilm überhaupt und hinterliess ein umfassendes Werk: Details aus den beliebten Serien «Little Nemo in Slumberland» und «Dream of the Rarebit Fiend». Der Urvater des Comic: Winsor McCay

Die Welt der Träume u Im Traum ist alles möglich. Mit den Fischen in den Tiefen des Ozeans um die Wette schwimmen, auf dem Mond spazieren gehen, Wolkenkratzer hoch­ klettern oder mit einem wandernden Bett die Stadt erkunden. Der geniale Zeichner Winsor McCay (1869–1934) macht sich die unbegrenzten Mög­ lichkeiten der Traumwelt zunutze und kreiert mit «Little Nemo in Slumber­ land» einen Klassiker der frühen Comic­ geschichte. Die Serie erschien von 1905 bis 1911 in einer New Yorker Tages­ zeitung. Das Zeitungspapier ist vergilbt, die Farben sind verblasst, doch die nächtlichen Abenteuer des kleinen Nemo haben bis heute nichts von ihrer Strahlkraft verloren.

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Zurzeit zeigt das Cartoonmuseum Basel in einer wunderbaren Schau das viel­ fältige Schaffen des amerikanischen Zeichners. Die ausufernde Darstellung surrealer Szenarien und unge­ wöhnliche Perspektiven machen Winsor McCays umfangreiches Werk einzigartig. Neben den vielen über 100-jährigen Zeitungsseiten sind auch 30 Originalzeichnungen und Objekte ausgestellt. Im obersten Stock sind drei Trickfilme von McCay zu sehen, die der Pionier über 17 Jahre vor Walt Disneys ­erstem Zeichentrickfilm, «Steamboat ­Willie», schuf. Einen Raum widmet die Ausstellung dem Schweizer Zeichner Daniel Boss­

hart, 41, dessen Werk viele Parallelen zu McCay aufweist. So zeichnet sich der Winterthurer auch durch die Darstel­ lung von in Einzelbilder zerlegten Verwandlungen aus. Seine dem Film verwandten Bildergeschichten kommen ohne Text oder Sprechblasen aus, dafür ist die Gestaltung umso opulenter und farbenprächtiger. Daniel Bossharts letzte Comic-Alben, «Geteilter Traum» und «Alberto», stiessen auf grosses Interesse. Nun ist mit «Metamor­ phosis» der dritte und letzte Band der Trilogie erschienen. anina rether CartoonMuseum Basel. Bis 28. 10. Di–Fr 14–18, Sa/So 11–18 Uhr, ­Tel. 061 226 33 60, www.cartoonmuseum.ch

Fotos Martin Benz (1), © Lindsey Hoshaw, HO (8)

Das Cartoonmuseum Basel widmet dem legendären Comiczeichner Winsor McCay die erste umfassende Schweizer Schau und entführt die Besucher in eine fantastische Traumwelt.


diese woche in den museen

Innovation. Endstation. Vielfalt frauenkunst

u Die elegante Dame ist in die Lektüre ihres Buches vertieft. Sonnen-

strahlen drängen durch den dichten Baumbestand. Das idyllische Bild stellt Albertine von Rappard dar und wurde von ihrer Tochter Clara gemalt. Im Mittelpunkt der Ausstellung «Innovationen in der Kunst der Schweiz» steht das Œuvre der Malerin Clara von Rappard (1857 bis 1912), das durch Werke von Marianne von Werefkin, Meret Oppenheim, Leiko Ikemura und Pipilotti Rist ergänzt wird.  km kunsthaus Interlaken BE. Bis 19. 8. Mi–Sa 15–18, So 11–17 Uhr, Tel. 033 - 822 16 61, www.kunsthausinterlaken.ch

plastikmüll

u Erst wenn wir uns über die Folgen unseres Handelns bewusst sind,

können wir etwas unternehmen. «Endstation Meer?» ermöglicht den Besuchern, sich aktiv mit dem Thema Plastikmüll in den verschiedenen Weltmeeren auseinanderzusetzen. Denn seit Massenpro­dukte aus Plastik unser Leben erleichtern, hat sich das Meer in eine immense Plastiksuppe verwandelt, mit schwerwiegenden Auswirkungen auf unsere Nahrungskette.  km museum für gestaltung Zürich. Bis 23. 9. Di–So 10–17, Mi 10–20 Uhr, Tel. 043 - 446 67 67, www.museum-gestaltung.ch

holzbaukunst

u Das Mitte des 19. Jahrhunderts erbaute Artillerie-Zeughaus in ­ eufen wurden nach einer umfassenden Renovierung seiner neuen T Bestimmung übergeben: Es soll als multifunktionales Begegnungs­ zentrum dienen. In der Sonderausstellung «Ausgewogen» zeigen elf Künstler (Jürg Rohr / Christian Kathriner, r.) Werke, die mit der Holzbaukunst und der Geschichte der Teufener Baumeister Grubenmann (18. Jhr., Holzbrücken, Dachstühle) in enger Verbindung stehen. km

zeughaus Teufen AR. Bis 30. 9. Mi/Fr/Sa 14–17, Do 14–19, So 12–17 Uhr, www.zeughausteufen.ch

theater am see

Freie Bahn für die letzte Kugel u Carl Maria von Webers Oper «Der Freischütz» basierte auf der Volkssage des Freischützen, genauso wie Tom Waits’, William Burroughs’ und Robert Wilsons Musical «The Black Rider». Da geht es um Liebe, um teuflische Machenschaften und um eine Kugel, die dem Schützen nicht gehorchen will. Regie führt Leopold Huber, den Stelzfuss gibt Giuseppe Spina, das Kätchen Lotti Happle, und ihren Liebsten spielt Florian Steiner. km

Verschlungen Daniel Bosshart, Ausschnitt aus «Geteilter Traum» aus dem Jahre 2000.

see-burgtheater Kreuzlingen TG. Aufführungen bis 18. 8., Tickets: Kreuz­ lingen Tourismus, Tel. 071 - 670 14 00, www.see-burgtheater.ch

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Die Besten kultur 5 Fragen an ein buch

Rachel Joyce

Laufen gegen den Tod

Ehestreit Christian möchte seine Frau zurückgewinnen. Die will was ganz anderes: ihren Lover heiraten.

Worum geht es? Als Harold erfährt, dass seine frühere Bekannte Queenie im Sterben liegt, schreibt er ihr einen letzten Brief. Doch auf dem Weg zum Briefkasten wird ihm klar, dass er die Dame selbst besuchen muss. Sie hat ihm vor langer Zeit einmal sehr geholfen, und Harold hat ein schlech­ tes Gewissen, weil er sich bei ihr nie dafür revanchiert hat. So geht er immer weiter, trifft auf allerlei Ge­ stalten, die ihm auf seiner Pilgerreise quer durch England gute Worte, nützliche Ratschläge und allerlei Lebensgeschichten mitgeben.

Wenn die Ehefrau heiratet Anna macht in Argentinien Karriere als Fussballmanagerin, wäh­ rend sich ihr Mann Christian zu Hause in Dänemark um Sohn Oscar und den Weinladen kümmert. Dann plötzlich landen die Scheidungspapiere auf seinem Tisch. Das will sich Christian nicht gefallen lassen und reist mitsamt Oscar nach Buenos Aires, um seine Frau zur Raison zu bringen. Doch die denkt nicht dran, einzulenken. Im Gegenteil. Frisch verliebt in einen argentinischen Fussballstar will sie sogar wieder heiraten. Derweil sich die Erwachsenen wie Kinder aufführen, wird Oscar zum Mann. Auf seinen Streifzügen durch die Stadt begegnet er Veronica, seiner ersten Liebe. u Die Schauspieler Paprika Steen («Idio­ ten», «Adams Äpfel») und Anders W. u Darum gehts

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Berthelsen («Italienisch für Anfänger») gehören zu den Superstars in Skandina­ vien. Sebastián Estevanez als Lover Juan zeigt komödiantisches Talent. u Die besondere Szene In Buenos Aires tanzen selbst die Kakerlaken im Hotel­ zimmer Tango. u Lieber wegschauen Bei der Bade­ zimmer-Szene mit Fernanda und Christian kann einem wahrlich das Gruseln kommen. u Das Fazit Auch wenn in «Superclásico» so ziemlich alle Klischees abgeklappert werden – immer wieder passiert etwas Unvorhergesehenes. Die Komödie strotz vor Lebenslust und ist höchst vergnüglich. anina rether 8 8 8 8 8 Länge: 99 Min. Regie: Ole Christian Madsen. Kinostart 2. 8.

Wer ist die Autorin? «Ich wollte das Unwahrscheinliche wahrscheinlich machen», sagt Rachel Joyce über ihren ersten Roman. Die Britin ist Schauspielerin und schreibt Hör­ spiele für die BBC. Die bleibenden Zeilen? «Ich werde dich retten, du wirst schon sehen. Ich werde laufen, und du wirst leben.» Wem gefällts? Verfechtern des weisen Satzes: Der Weg ist das Ziel. Nach der Lektüre? Denkt man häufi­ ger darüber nach, was den Menschen zu dem gemacht hat, was er heute ist. anina rether Rachel Joyce Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry (Krüger)

Fotos Geri Born, HO (3)

«SuperclÁsico» (DK)


Die Besten

Ab die Post Tower of Power bringen jeden Saal zum Brodeln – selbst in der notorisch kühlen Schweiz.

event demnächst

Show. Festival. Crossover

Rock in der manege uEine

Mixtur der besonderen Art: KrokusFrontmann Marc Storage röhrt Klassiker wie «Born to Be Wild» oder «T. N. T.». Dazu gibts Spitzenartistik, Stunts, Multimedia-Illusio­ nen und Gastgeberin Christa Rigozzi.  hv rock circus ab 18. 9. (Interlaken), www.daszelt.ch abheben mit tower of power

Power-Gebläse für Funky Time

cd-Tipp jazz

klang-zauberer

u Der englische Multiblas­ instrumentalist John Surman hat auf grossen Alben mit­ gewirkt. Doch seine wahre Grösse entfaltet er oft solo. Wie jetzt wieder, wenn er mit elektroni­ schen Tönen in einen spielerisch-zarten Dialog tritt. Grosse Musik – zum Zuhören und zum Tagträumen. hanspeter vetsch

john surman Saltash Bells (ECM)

bewegen. «Wenn es die Fans aus den Sitzen reisst, dann ist das jeweils eine fast übersinnliche Erfahrung», sagt Castillo. Er macht sie immer wieder, seit er die Band 1968 mit dem Baritonsaxofonisten Stephen «Doc» Kupka gegründet hat. Auch der steht noch immer auf der Bühne, wenn das saftwurzelige Gebläse von einer schweisstreibenden Rhythm-Section angetrieben wird und jenen funky Groove entfesselt, der im Vergleich zu Power of Tower bis heute die meisten jungen Bands im Dreieck Jazz-Funk-Soul alt aussehen lässt. Eine mögliche Erklärung für den Tower-­Spirit liefert Sänger Larry Braggs: «Für mich ist ein Auftritt nie einfach ein Auftritt. Ich drehe immer so auf, als wäre es der letzte Abend meines Lebens.» Das dürfte Emilio Castillo auch so sehen. Zur Abwechslung gibt es ja das häusliche Alter Ego. hanspeter vetsch tower of power Volkshaus Zürich, 6. 11. um 20 Uhr, www.allblues.ch tickets für die besten events!

stars auf dem land

uEinmal im Jahr macht 4325 Schupfart AG mit einem Festival von sich reden, das sich gewaschen hat. Im Jubiläumsjahr gibts drei statt vier Tage Sound – und ein Line-up von Gotthard über Boney M. bis Status Quo. hv

schupfart festival Flugplatz-Halle, 20.–23. 9., www.schupfartfestival.ch

zeitloses im club

uJazz? Pop? Soul? Rock? Blues? Country? Der Sänger und Saxofonist Curtis Stigers kümmert sich seit Jahrzehnten nicht um derlei Stilschubladen, sondern einfach um gute Musik. Mit dabei: seine neue CD. hv

curtis stigers Moods Zürich, 1. 10, Volkshaus Basel, 2. 10., www.actnews.ch schweizer illustrierte

Fotos Getty Images, HO (4)

u So stellt man sich das Leben eines glücklichen Kaliforniers vor, der spät nochmals Vater geworden ist: «Ich bin ein häuslicher Mensch. Ich verbringe die Zeit mit meiner Frau und meinen drei Kindern.» Doch wenn Emilio «Mimi» Castillo mit seinem Tenorsax auf der Bühne steht, ist er ein ganz anderer. Dann dirigiert er die messerscharfen Bläsersätze, die den Namen seiner Band rechtfertigen und sie legendär gemacht haben. Es sind tatsächlich Tower of Power, die da über die Rampe branden und das Publikum im Wortsinn

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Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

Malediven-Premiere! Golfen am Indischen Ozean im «Shangri-La’s Villingili Resort». «SHANGRI-LA’S VILLINGILI RESORT & SPA»

Golfen auf den Malediven S

Klein und fein 9-Loch-Platz im «Shangri-La».

chnorcheln und tauchen kann man auf den Malediven überall. Golf spielen nur im «Shangri-La’s Villingili Resort» auf der Südseite des Äquators. Seit wenigen Wochen ist der 9-Loch-Platz offen. Das Angebot ist klein, aber fein: sieben Par 3, zwei Par 4, angelegt vor der traumhaften Kulisse des Indischen Ozeans und des AdduAtolls. Meerwind und natürliche ­Wasserhindernisse (je nach Gezeiten!)

erschweren das Spiel. General Manager René D. Egle: «Der Spass steht im Vordergrund. Strenge Etikette muss nicht sein.» Für 80 Dollar pro Tag gibts Set, Bälle und unbegrenzte Runden. Auf der Insel der 17 000 Kokospalmen ist alles elegant. Die tropischen «Shangri-La»-Villen, der Spa und natürlich auch das Klubhaus. HE Info www.shangri-la.com schweizer illustrierte

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Reisen Traveldesk

Emirates «fliegt» über die Themse u Neue Attraktion in der Olympiastadt London: die «Emirates Air Line», eine Sightseeing-Gondelbahn über die Themse! City, Canary Wharf, Greenwich und Olympiapark aus 90 Metern Höhe! CWA Olten hat die 34 Kabinen gebaut – mit WLAN-Internetzugang. INFO www.emirates.com

Outdoor-abenteuer und wanderlust in Tirol (A) Berns neuer In-place: Die «Sky Terrace» Der «Schweizerhof» in Bern wird noch attraktiver: Die edle «Sky Terrace» ist eröffnet, eine mediterrane Lounge mit Blick auf Bundeshaus und Berge. Das Programm: coole Cocktails, leichte Mezze-Gerichte, sanfter Sound. Tipp: Reservieren, die Plätze sind begehrt! INFO www.schweizerhof-bern.ch

Spiel, Spass und Sport

Das Ötztal ist auch im Sommer eine Reise wert. Die Area 47 ist der weltweit grösste Outdoor-Freizeitpark. In ­Sölden locken Wanderwege mit herrlichem Bergpanorama.

O Auf Shopping-Trip durch Manhattan City-Hopper und City-Shopper wissen: Günstige Flüge nach New York gibts viele. Dafür ist die Hotelsuche schwierig. Das Angebot bei Travelhouse: «Ink 48», ein 41/2-Sterne-Hotel, ideal für ausgedehnte «Feldzüge» durch Manhattan. Ab CHF 193.– pro Person. INFO www.travelhouse.ch

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utdoor-Fans und AdrenalinJunkies aufgepasst: Am Eingang des Tiroler Ötztales wartet der weltweit grösste Abenteuerspielplatz auf Wagemutige. Auf 66 000 Quadrat­ metern schlägt einem das Herz bis zum Hals. Unerschrockene fliegen am Seil des Flying Fox quer über die 7000 Quadratmeter grosse Water Area. Snowboarder, Free­skier und Mountainbiker springen über eine riesige Schanze ins Wasser. Und auf der steilsten Rutschbahn Europas rast man fast senkrecht hinunter. Bei einem Tempo von bis zu 80 km/h rutscht das Herz garantiert in die Badehose! u Klettergurt und Neopren Wer lieber in einen kalten Bergbach taucht und sich dem Wasserfall entlang abseilen lässt, ist

beim Canyoning richtig. Schwindelfreien sei der Hochseilgarten empfohlen. Mit seinen 27 Metern der höchste der Welt, wird er gern auch von Profisportlern als Konzentrations- und Fitnessübung genutzt. Ein Top-Erlebnis für alle Rafting-Freaks ist die Europameisterschaftsstrecke auf der Ötztaler Ache. Und wem das noch nicht genug ist: Beim Mega Swing pendeln Mutige aus 30 Metern Höhe von Brückenpfeiler zu Brückenpfeiler. u Wanderparadies Weitaus gemächlicher geht es auf den 1300 Kilometern markierten Wanderwegen zu, die sich durch die Ötztaler Alpen ziehen. Wer in Sölden mit der hochmodernen Gondelbahn auf den Gaislachkogl (3058 Meter)


Sommerparadies Umgeben von herrlichen Bergen lockt die Area 47 im österreichischen Ötztal Sport­ begeisterte wie Wasserratten an.

Zeltstadt Die Tipis aus Holz sind vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt. hochfährt, geniesst nicht nur ein spektakuläres Bergpanorama; von dort gehen auch schöne Wanderwege ab. Stilvoll übernachten lässt es sich im Bergland Hotel in Sölden. Das Designhotel besticht durch einen Mix von Alpenchic und Tradition – viel Glas, Stein, einheimisches Holz und Filz aus der hoteleigenen Schafzucht (!). u Für Feinschmecker In der Alphütte Gampe Thaya (2000 Meter) oberhalb Sölden kommen nur regionale Produkte und einheimische Spezialitäten auf den Tisch. Also keine Pommes frites! Dafür herrlicher Siedfleisch-Salat, Kaiserschmarrn mit Ötztaler Granten oder Kasspatzlan. Nicht verpassen! www. gampethaya.riml.com  anina rether

Sport und Spass Kletterwand, Rutschbahn, Trampolin und Wasserkanone locken.

Alpenchic Natürliche Materialien prägen den Stil der Einrichtung im Hotel Bergland.

Check-in u Anreise

über Feldkirch, Richtung Insbruck bis zum Eingang des Ötztals u Outdoor-An­gebote der Area 47 RaftingCanyoning-Kombi inkl. 2 Nächte ab EUR 154.– p. P., «Stairway to Heaven»: Hochseilgarten, Flying Fox und Mega Swing, Buffet, Water Area ab EUR 88.– p. P., www. area47.at u Hotel Area 47: Holz-Tipis, Lodges und DZ ab EUR 44.– p. P. Sölden: 4-Sterne-Hotel Bergland, DZ ab EUR 186.–, www.bergland-soelden.at u Ausflugstipp Aqua Dome in Längenfeld, die modernste Therme Österreichs. Tägl. 9–23 Uhr, Tel. +43 (0)525 36 400, www.aqua-dome.at

Panoramablick Die Alp Gampe Thaya ist bei Wanderern und Gourmets sehr beliebt.

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En Guete

Symbolisch Semmeln mit Schweizerkreuz.

Zur Feier der Nation

Der Tag hat Tradition. Also darf am 1. August auch ein Nationalgericht auf den Tisch. Zum Beispiel Cervelat – in der feinen De-luxe-Version.

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CH-Semmeli

Zutaten (für 4 Personen) Kräuterbutter 50 g Butter, weich, 1 Bund glattblättrige Petersilie, fein geschnitten, 1 Bund Schnittlauch, fein geschnitten, 1 Knoblauchzehe, gepresst, 1/4 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer aus der Mühle 4 Semmeli, 1/2 Esslöffel Tomatenpüree, 1/2 Esslöffel Öl Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Für die Kräuterbutter Butter mit Kräutern und Knoblauch in einer Schüssel gut verrühren, würzen. Aus den Semmeli ein Schweizerkreuz herausschneiden (siehe Tipp). Kräuter-

TIPP Mit einem spitzen Messer oben in

die Semmeli ein Kreuz einschneiden. Kreuze mit dem Messer vorsichtig herauslösen, beiseitelegen.

butter durch die Kreuzöffnung in die Semmeli verteilen, gut hineindrücken. Tomatenpüree mit dem Öl mischen, Semmeli auf der Oberseite damit bestreichen. Die beiseitegelegten ­(unbestrichenen) Kreuze wieder in die Semmeli drücken. Grillieren Holzkohlegrill ca. 10 Min. auf einer gelochten Aluschale über schwacher Glut. Gas- oder Elektrogrill Semmeli zuge­deckt ca. 10 Min. auf mittlerer Stufe (ca. 160 Grad) grillieren. Lässt sich vorbereiten Semmeli 1/2 Tag im Voraus grillfertig zubereiten, zu­ gedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

2

Cervelats de luxe Zutaten (für 4 Personen) 1 Knoblauchzehe, gepresst, je 1 Ess­ löffel Petersilie und Rosmarin, fein geschnitten, 1 Teelöffel Thymian, fein geschnitten, wenig Pfeffer, 12 Tran­ chen Rohschinken, 1 Zucchini, in ca. 12 cm langen Stängelchen, 1 Esslöffel Öl, 3 Cervelats, quer und längs halbiert, 12 Cherry-Tomaten Vor- und zubereiten ca. 25 Min. Braten im Ofen ca. 10 Min.

u Knoblauch, Kräuter und Pfeffer mischen. Rohschinken-Tranchen aus­ legen, mit der Kräutermischung bestreuen. Zucchini quer auf den Rohschinken verteilen, mit Öl bestreichen. Cervelats darauflegen, alles aufrollen. Je eine Cherry-Tomate mit einem Zahn­stocher auf den Päckli fixieren.

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En Guete Braten im Ofen ca. 10 Min. in der Mitte des auf 240 Grad vorgeheizten Ofens.

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Cervelat-Kranz Zutaten (für 4 Personen) 40 g Butter, weich, 1 Esslöffel Senf, 1 Krustenkranz (ca. 300 g), quer halbiert, 4 Essiggurken, längs in Scheiben, 1 kleine Zwiebel, in feinen Ringen, 1 Ei, 3 Esslöffel Mehl, 80 g geriebener Gruyère oder Em­ mentaler, 1/2 Bund Schnittlauch, fein geschnitten, wenig Pfeffer, 3 Cer­ velats, geschält, längs in je 4 Scheiben geschnitten Vor- und zubereiten ca. 20 Min.

u Butter mit Senf mischen, Brot damit bestreichen. Brotboden mit Essiggurken und Zwiebelringen belegen. Ei in einem tiefen Teller verklopfen. Mehl, Käse und Schnittlauch in einem tiefen Teller mischen, würzen. Cervelatscheiben im Ei, dann in der Käsepanade wenden,

impressum

Panade gut andrücken. Cervelats por­tionenweise in einer beschichteten Bratpfanne bei mittlerer Hitze beidseitig je ca. 3 Min. braten, herausnehmen, sofort in den Krustenkranz geben, Brotdeckel darauflegen und servieren.

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Schweizer Tätschli

Zutaten (für 4 Personen, ergibt 4 Stück) Füllung 40 g kleine Teigwaren (z. B. Hörnli, fein), Salzwasser, siedend, 1 kleiner Apfel, geschält, in Würfeli, 50 g Gruyère, in Würfeli, 600 g Hack­ fleisch (Rind), 1 Zwiebel, fein gehackt, 2 Esslöffel Paniermehl, 1 Ei, verklopft, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 40 Min.

u Teigwaren knapp al dente kochen, Apfelwürfeli beigeben, ca. 1 Min. mit­ kochen, Teigwaren und Apfelwürfeli abtropfen, auskühlen. Käse beigeben, mischen. Tätschli füllen und formen: Hackfleisch und alle Zutaten bis und

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F-75005 Paris, Tel. +33-1-42 60 34 61, Fax +33-1-42 60 54 69 Nr. 31, 101. Jahrgang. Erscheint montags BÜRO USA SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Beglaubigte Auflage 198 660 Exemplare Riverside, Connecticut 06878, USA, Tel. +1-203-637-6866, Fax +1-203-637-8392, swisspress@swisspress.tv ISSN 0036-7362 Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 11, Fax 044 - 259 68 44 EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen Anzeigenleiterin Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Zeitschriften Claudia Dippel Product Manager Claudia Zweifel internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Produktionsleiter Roland Winkler Anzeigenverkauf Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor Stefan Regez International Tel. +41-44-259 65 11, sales@ringier.ch stv. Chefredaktor Ueli Walther MITGLIED der Chef­redaktion Monique Ryser Syndication und Nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula creative Director Jean-Robert Schaffter Unter­h altungschefin Bettina Bono Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 60, Nachrichtenchef Ueli Walther wirtschaftschefin Nina Siegrist Sportchef Fax 044 - 259 86 69 Iso Niedermann Bildchef Markus Schnetzer Textchefs Natascha Knecht, Druck Swissprinters AG, 4800 Zofingen, Tel. 058 - 787 30 00 Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel Nachrichten Marcel Huwyler (stv. Nachrichtenchef), Silvan Grütter, Thomas Kutschera, Alejandro Velert, Eva Bünter Vertrieb im Ausland Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex; Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz (Volontärin) Unter­h altung Sandra Casalini (stv. Unter­haltungs­chefin), Aurelia Telefonnummer für Ausland-Abonnenten +41-62-746 40 84 Forrer, Christa Hürlimann, Yvonne Zurbrügg (People), Esther Meyer (Volontärin), Auslands-Abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten Ramona Schweizer (Volontärin) Sport Christian Bürge, Thomas Renggli kunst Caroline Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Shopp­ing Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler, Nina Lienhard Betty Bossi AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Bern AG; Energy Zürich AG; Gesundheit Lisa Merz (Leitung), Verena Thurner kulinarik / al dente Isabel ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Notari Bildredaktion Ulli Glantz (stv. 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Thommen, Joëlle Weil, Javier Vázquez (Web-Engineer) iPad René Haenig (Leitung Redaktion), Samuel Bosshard, Ueli Johner, Renée Sylvia Schauecker Sekreta­riat Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen Sara Schrepfer (Assis­tentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen Verlags­direktors), Beatrice Pisciottano Buchhaltung Mirella Vignoni übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

mit Ei in eine Schüssel geben, gut mischen, würzen. Von Hand sehr gut kneten, bis sich die Zutaten zu einer kompakten Masse verbinden. Hack­ fleischmasse in vier Portionen teilen. Eine Portion in eine kalt ausgespülte, kleine Schüssel drücken. Füllung in vier Portionen teilen. Eine Portion in die Mitte geben, mit Fleisch bedecken, aus der Schüssel stürzen. Sorgfältig zu einer Kugel drehen, etwas flach drücken. Grillieren Holzkohlegrill Tätschli beid­ seitig je ca. 3 Min. über starker Glut anbraten. An den Rand schieben oder den Rost höher stellen, ca. 8 Min. bei mittlerer Hitze fertig grillieren, bis der aus­tretende Fleischsaft klar ist, dabei ein- bis zweimal wenden. Gas- oder Elektrogrill Tätschli zu­­ge­deckt beidseitig je ca. 3 Min. auf höchster Stufe (ca. 240 Grad) anbraten, ca. 8 Min. auf mittlerer Stufe (ca. 200 Grad) fertig grillieren. Lässt sich vorbereiten Tätschli 1/2 Tag im Voraus grillfertig zubereiten, zu­ gedeckt im Kühlschrank aufbewahren. Ca. 30 Min. vor dem Grillieren aus dem Kühlschrank nehmen.

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GaultMillau Il Canvetto di Silvio Galizzi B & B Vallombrosa Holidays & Wine 6980 Castelrotto Tel. 091 - 608 18 66 Mittags Dienstag bis Freitag sowie Freitag- und Samstagabend geöffnet, Sonntag und Montag geschlossen, auf Anfrage auch abends geöffnet Visa, Mastercard, Amexo und Diners, EC-Direct, keine Postcard www.vallombrosa.ch

Glücklich am neuen Ort Die herzlichen Gastgeber Sabrina Migani und Silvio Galizzi.

Wunderbares im abgelegenen Paradies «Il Canvetto di Silvio Galizzi», Castelrotto TI Die Pacht fürs «Portone» in Lugano stieg unverschämt hoch an. Jetzt kocht Silvio Galizzi in den Weinbergen rustikal im gehobenen Stil.

Silvio Galizzi wagte einen grossen Schritt: Vom ele­ NEU ganten «Portone» in Luga­ getestet no in die Hügel der Tenuta Vallombrosa von Wein­ produzent Tamborini. Mit fröhlichen Gesichtern begrüssten uns die Gastgeber; ganz offensichtlich sind Silvio Galizzi und Sabrina Migani glück­ lich an ihrem neuen Wirkungsort. Auf einer grossen Schiefertafel präsentiert sich das Angebot immer wieder neu, abhängig vom Markt. Wir wählten als erste Vorspeise ein wunderbares Rinds­ tatar, handgeschnitten und rund ab­ geschmeckt. Es folgten Spaghetti mit Bärlauch und Olivenöl. Apropos Oliven­ öl: Hier verwendet man natürlich für

vieles das hauseigene Tessiner Oliven­öl. Die Pasta schmeckte nicht nach viel, es war der schwächste Gang des Abends. Weltmeisterlich gut und sämig war der Risotto, vor dem Servieren noch aufgemischt mit einem guten Schluck Spumante. Herrlich war auch ein grosses Stück Thunfisch, knapp gebraten und in­ nen schön rosa, dazu drei Riesenscampi, alles serviert auf einem rassig gewürzten Couscous. Perfekt gebraten war das Fohlen-Filetsteak, die Bratkartoffeln dazu gut, doch das gemischte Saison­ gemüse leider total verkocht. Drei Desserts standen zur Auswahl. Wir nahmen frische Ananas, schön reif und aromatisch, dekoriert mit Beeren.

Die Birnentorte hatte der Chef persön­ lich gemacht, und sie war ein Ereignis: Lagen von Biskuit, Karamellcreme und Birnenstückchen wechselten ab, zu­ oberst eine Schicht Creme, karamelli­ siert wie eine Crème brûlée. Wir tranken eine Flasche Castelrotto 2009, natürlich von Tamborini, einen tollen roten Merlot aus dem Barrique. Logisch, dass vor allem Weine von Eigner Tamborini an­ geboten werden. Galizzi versucht in die­ sem abgelegenen Paradies eine rustikale Küche gehobenen Stils zu etablieren. Das gelingt ihm gut, jedenfalls finden das auch viele ehemalige «Portone»-Gäste. Für den Start am neuen Ort geben wir Silvo Galizzi 14 Punkte und freuen uns auf mehr.  

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Fotos Bruno Voser

Wein-Tipp Sherry zu Tapas Ein En-Rama-Sherry unterscheidet sich von anderen Sherrys dadurch, dass er weder filtriert noch geschönt worden ist. Der En Rama von Tio Pepe (15 %) stammt aus den besten Sherry-Fässern des Produzenten González Byass und wurde zu

100 Prozent aus der Sorte Palomino Fino vinifiziert. Es ist eine limitierte Spezial­ abfüllung zu Ehren des 200sten Geburts­tages des Firmen­ gründers Manuel María González. Der Sherry wurde nicht stabilisiert, deshalb soll er jung genossen werden – in

den nächsten drei Monaten. Er ist kräftig, mit nussigen, hefigen Aromen. Und er ist trocken und passt so perfekt zu Tapas, Kalbfleisch mit Morcheln, Krustentieren oder Fisch. Nächstes Jahr gibts übrigens erneut eine limitierte En-Rama-Edition.

Haecky Drink & Wine Reinach Tel. 061 - 716 82 60 www.haecky.ch u CHF 11.50 (37,5 cl)

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Auto

schon gefahren SMART FORTWO ELECTRIC DRIVE

Hayeks Vermächtnis Was der vor zwei Jahren verstorbene Nicolas Hayek mit seinem Swatchmobil schon vor über zwei Jahrzehnten andachte, findet jetzt endlich als Elektro-Smart auf die Strasse.

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rinnern Sie sich noch? Ein kleiner, erschwinglicher Zweisitzer mit Elektro-Antrieb für die Stadt – das war Ende der 80er-Jahre Nicolas Hayeks Vision. Um sein Swatchmobil in die Tat umzusetzen, benötigte er aber einen renommierten Partner aus der Autoindustrie. Doch für diese war der vor Ideen sprühende Hayek um Lichtjahre zu weit voraus. Jedenfalls scheiterte eine erste Kooperation mit dem VW-Konzern. Später stieg Mercedes ein, übernahm Hayeks Konzept und lancierte 1998 das Smart-City-Coupé. Dieser Zweisitzer war ein pfiffiger Stadtflitzer – aber mit konventionellem Benzinantrieb. Und es dauerte 14 weitere Jahre, ehe der Daimler-Konzern nun endlich Hayeks

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Vision als Smart Fortwo Electric Drive auf die Strasse bringt. «Der Smart Fortwo war von Beginn weg für ElektroAntrieb konzipiert», gibt Smart-Chefin Annette Winkler zu. «Doch um auch wirklich ein ausgereiftes Produkt auf die

Der Bordcomputer zeigt die Reichweite an, zwei Zusatzinstrumente den Ladezustand der Batterie sowie die rekuperierte Energie.

Strasse zu bringen, wollten wir erst Erfahrungen sammeln. So ergaben unsere Flottenversuche, dass nicht mehr Reichweite, sondern mehr Power gewünscht wird.» Und so wurde nochmals mit einem kräftigeren Motor und einer leistungsfähigeren Batterie nachgerüstet. Mit dem gewünschten Effekt. So spurtet der Fortwo Electric Drive nun in 4,8 Sekunden auf Tempo 60 und braucht 11,5 Sekunden bis 100 km/h. Zuvor dauerte dies 6,5 bzw. 26,7 Sekunden. Gleichzeitig wird die Spitze nicht wie zuvor schon bei 100, sondern erst bei 125 km/h begrenzt. Die Reichweite liegt bei 145 Kilometern, und die Ladedauer variiert je nach Ladestation von einer Stunde (Schnellladung) bis sieben Stunden (normale Steckdose). Und der Preis? Ab CHF 29 900.– für das komplette Fahrzeug oder CHF 24 500.– für das Auto und CHF 99.– Miete pro Monat für die Batterie. Raoul Schwinnen


News

Mitsubishi Outlander NACH KLEINER DIÄT NOCH STilvoller u Dank filigranem Kühlergrill ist der neue Mitsubishi-SUV richtig hübsch geworden. Noch wichtiger sind die Modifika­ tionen im Innern des Out­landers. Dort haben die Japaner auf­geräumt. Der Geländewagen ist bei gleichen Aussenmassen 100 Kilogramm leichter geworden. Und er bietet mit der neuen Sitzkonfiguration mehr Raum. Ebenfalls wichtig: Die verarbeiteten Materialien fühlen sich deutlich besser an als im Vorgänger. Geblieben ist der Allradantrieb, der je nach Modus die Kraft auf die beiden Achsen verteilt. Zum Verkaufsstart im Januar 2013 stehen zwei Motoren zur Auswahl: ein Benziner und ein Diesel mit jeweils 150 PS. Die Preise stehen noch nicht fest.

Flotter Stromer Den Smart Fortwo Elec­tric Drive gibts entweder als Coupé oder für 4000 Franken Aufpreis auch als offenes Cabrio.

SMART FORTWO ELECTRIC DRIVE Geladen Der Akku ist je nach Steckdose in einer bis sieben ­Stunden wieder voll. u Motor Synchron-E-Motor mit 55 kW

(75 PS), Batteriekapazität 17,6 kWh u 0 bis 100 km/h 11,5 s u Spitze 125 km/h u Reichweite 145 km u CO2-Ausstoss 0 g/km u Energieeffizienz-Kategorie A u Verkauf ab sofort u Preis ab CHF 24 500.– plus CHF 99.– Akku-Miete pro Monat oder CHF 29 900.– für Fahrzeug inkl. Batterie

u Konkurrenten Renault Twizy,

Tazzari Zero, Think City u Unser Urteil Über zwei Jahrzehnte

nach Hayeks Swatch-Mobil-Idee findet ein Smart mit E-Antrieb auf die Strasse. Der kleine Elektro-Zweisitzer ist hart gefedert, überzeugt dafür mit munteren Fahrleistungen und aus­reichender Reichweite – ideal für Pendler oder Kleingewerbler in der Stadt. Der Preis ist aber doch recht hoch.

BMW Active Hybrid 3 Flotte MITTELKLASSE MIT SPARERHERZ u Faszinierend, was moderne Technik für Möglichkeiten bietet. So weiss die Hybridversion des BMW 3ers im Voraus, was kommt. Sprich: Merkt das Navisystem, dass eine 30er-Zone folgt, lässt es den Akku möglichst voll laden. Damit dort bis zu vier Kilometer rein elektrisch gefahren werden kann. 340 PS leistet die Kombination aus Sechszylinder-Benziner und Elektro­ motor. Damit beschleunigt der BMW in 5,3 s auf 100 km/h – und das bei einem Werksverbrauch von 5,9 l/100 km. Im September startet der Active Hybrid 3 ab CHF 62 300.–. Zusätzlich gibts luxuriöse Extras wie eine fernbedien­ bare Klimaanlage oder das berührungslose Öffnen der Heckklappe. schweizer illustrierte

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Horoskop

«Eine Woche im Zeichen der Liebe und Harmonie»

(Krebs, Skorpion und Fische sowie Stier, Jungfrau und Steinbock) aufatmen. Der August sollte für sie unbeschwerte Stunden bereithalten. Diese Woche sind vor allem die 1. Dekaden dieser Sternzeichen betroffen. Singles könnten sich verlieben, in bestehenden Beziehungen herrscht Harmonie.

widder 21.–30. 3. Ruhige Woche! Vor dem 25. Ge­ borene haben Merkur auf ihrer Seite: günstig für Aus­ sprachen, Verhandlungen, Reisen usw. Besonders am 6. und 9. treffen Sie den richtigen Ton. 31. 3.–9. 4. Sie haben exzellente Karten und amüsieren sich blendend, stehen (am 7.) im Mittelpunkt. Vor allem vor dem 4. Ge­ borene sind auf Erfolgskurs, können sich bestens entfal­ ten. Finanzielle oder private Highlights? 10.–20. 4. Neue Freundschaften sind solide, bestehende Beziehungen sehr dauerhaft. Am 7. und 8. sind Sie ziemlich einsilbig.

stier 21.–30. 4. Venus beschert schöne Momente und gute Laune. Einige schweben auf Wolke sieben und kommen ihren Idealen näher. Denkwürdige Begegnung, Versöhnung, künstlerische Projekte? 1.–10. 5. Probleme mit Angehörigen (oder Wohnung?) könnten am 9. Ihre Planung stören. Bleiben Sie gelassen, ab dem 10. geht es bergauf. Am 4. erleben Sie schöne Stunden im Freundes­ kreis, fühlen sich wohl. 11.–20. 5. Der 5. wäre ideal, um etwas mit Freunden zu unternehmen. Sie gewinnen neue Sympathien, sollten (am 10.) Ihrer Intuition folgen!

zwillinge 21.–31. 5. Sie können ein Problem (von Ende Juni?) lösen. Dank exzellenten Argumenten und Taktik kommen Sie schneller ans Ziel als geplant (6., 10.). Am 4. könnten Sie ins Fettnäpfchen treten. 1.–10. 6. Sie sind kaum zu bremsen, sehr schlagfertig und sam­ meln neue Kontakte (am 6., 7.). Vor dem 5. Geborene verdanken Jupiter eine Glücksserie: Aufstieg, Gewinn? Oder privat geht ein Wunsch in Erfüllung? 11.–21. 6. Man zeigt Ihnen, wie sehr man Sie mag. Schöne Stunden zu zweit oder mit Freunden (7.). Ansonsten eher neutral.

krebs 22. 6.–1. 7. Venus verspricht (ab dem 6.) viel Spass und gute Laune. Harmonie mit dem Partner und Freunden, aufregende Begegnungen für Singles (8., 9.). Vor dem 26. Geborene könnten eine Sternstunde er­ leben, sind im 7. Himmel. 2.–12. 7. Am Wochenende soll­ ten Sie sich körperlich nicht zu viel zutrauen, kein Risiko eingehen (Verkehr?). Eine gute Nachricht bringt am 4. gute Laune. Etwas hektisch der 7. 13.–22. 7. Sie sollten sich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, sich physisch mehr schonen (am 7. und 8.)! Besser läuft es am 10.

löwe 23. 7.–1. 8. Eine Woche im Zeichen neuer Kontakte, neuer Horizonte. Im Beruf günstig für Termine, Verträge usw., im Urlaub für Reisen oder Begegnungen. Am 6. haben Sie den richtigen Riecher, am 8. sind Sie ungeduldig. 2.–12. 8. Sie sind in Superform, kommen schneller voran als geplant. Vor allem vor dem 6. Gebo­ rene sind auf Erfolgskurs. Jupiter signalisiert Entfaltung und Optimismus, es geht (finanziell?) bergauf (am 6. und 9.). 13.–23. 8. Mars stimuliert Sie zu Glanzleistun­ gen: ideal für Sport oder für eine Diät (7.).

jungfrau 24. 8.–2. 9. Venus verdoppelt Ihren Charme, nach dem 7. geht es bergauf, am 8. und 9. erle­ ben Sie unvergessliche Momente, sind auf der gleichen Wellenlänge mit dem Partner. Gehen Sie aus (Konzert?), nehmen Sie eine Einladung an! 3.–12. 9. Nach einigen hitzigen Diskussionen am 4. sollte es ruhiger werden. Am 9. stehen Sie im Mittelpunkt. 13.–23. 9. Abgesehen von kleinen Missverständnissen oder Verspätungen am Wochenende (5.) eine angenehme Phase. Sie gönnen sich eine Pause, am 10. entdecken Sie neue Horizonte.

waage 24. 9.–3. 10. Sie müssen Zugeständnisse machen und mehr Verständnis zeigen. Eine neue Situa­ tion könnten Sie als belastend empfinden, aber dank einer klugen Entscheidung (am 6.?) finden Sie eine Lösung. 4.–13. 10. Exzellent für neue Projekte. Dank Ihrer Vitalität – und mit der Hilfe von Freunden – können Sie schneller als erwartet Ihr Ziel erreichen, speziell am 7. 14.–23. 10. Schöne Momente und unbeschwerte Stunden am Wochenende. Bestehende Beziehungen werden tiefer und fester. Sie konzentrieren sich aufs Wesentliche.

skorpion 24. 10.–2. 11. Eine Woche im Zeichen neuer Freunde, schöner Stunden zu zweit. Man zeigt Ihnen, wie sehr man Sie mag. Vor allem vor dem 28. Geborene sind im 7. Himmel, erleben wahre Sternstunden (am 8./9.). Manchmal Erfolg mit Kunstprojekten. 3.–12. 11. Leichter Gegenwind: Verspätungen (beruflich?) oder Missver­ ständnisse (am 9.). Am 4. klappt alles nach Wunsch. 13.–22. 11. Eine Routinewoche. Sie erledigen Ihr Pensum, kommen ohne grosse Probleme über die Runden. Am 5. sind Sie der Hahn im Korb, verbreiten gute Laune.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie haben Rückenwind, sind sehr kontaktfreudig und agieren clever. Günstig für Ver­ handlungen, Studien, Reisen usw. Ein Projekt oder eine Begegnung von Anfang Juni bringt – nach Verspätun­ gen – gute Resultate (6., 10.). 3.–12. 12. Eine neue ­Partnerschaft beginnt unter guten Vorzeichen (am 6.). Zudem sind Sie sehr vital, können den Vorsprung der letzten Woche halten. 13.–21. 12. Sie sind sehr dyna­ misch, verdanken Mars zusätzliche Energie. Ein guter Zeitpunkt für mehr Sport? Oder gesündere Ernährung?

steinbock 22.–31. 12. Sie sind charmant und einem Flirt nicht abgeneigt. Am 8./9. gewinnen Sie im Hand­ umdrehen alle Sympathien. Am 6. aber könnte es zu hitzigen Diskussionen mit dem Partner oder Angehörigen kommen. 1.–10. 1. Achten Sie auf Ihre Gesundheit, speziell am 6./7. (Nieren, Gelenke, Rücken?). Am 4. amü­sieren Sie sich blendend. 11.–20. 1. Sie können sich aus­ruhen. Am 5. und 10. sind Sie der Mittelpunkt des Geschehens. Nur vor dem 15. Geborene stehen unter Druck und überschätzen ihre Kräfte (Stress am 7./8.).

wassermann 21.–30. 1. Legen Sie eine Pause ein, lassen Sie sich verwöhnen! Exzellent der 6., (kleine) Kompli­ kationen am 8. Um den 21./22. Geborene können mit dem Partner den Erfolg eines Projektes (von Anfang Juni?) feiern. 31. 1.–9. 2. Sie sind in Bestform, können einen ­Erfolg verbuchen (am 7.). Vor dem 4. Geborene können einen Volltreffer landen: Beförderung, neue Partner­ schaft? Resultate im November! 10.–19. 2. Superwoche! Schöne Stunden privat, neue solide Freundschaften. Am 7. können Sie die Weichen für die Zukunft stellen.

fische 20. 2.–1. 3. Venus verspricht Herzklopfen und Romantik. Schicksalhafte Begegnung, grosse Ent­ scheidungen? Am 8./9. schweben Sie auf Wolke sieben, kommen Ihren Idealen näher. 2.–10. 3. Angenehm (z. B. für eine Aussprache) wird der 9. Am 4. sind Sie nervös und zerstreut. Um den 3./4. Geborene geben ihr Geld mit vollen Händen aus (4., 9.). Vorsicht bei juristischen Fra­ gen, finanziellen Entscheidungen! 11.–20. 3. Die Wolken der letzten Wochen (Gefühlssektor) verziehen sich, Sie sehen klarer (am 5.). Spass und gute Laune am 10.

ihr tages-horoskop 82

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf (vom Festnetz)

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 4. bis 10. august 2012 Venus, der ­Planet der Liebe, der Freundschaft, der Gefühle, aber auch Symbol für Schönheit und Kunst, wandert nach mehr als drei Monaten im Zeichen Zwillinge weiter in den Krebs. Dadurch können die Sternzeichen der Elemente Wasser und Erde

Dr. Elizabeth Teissier


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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die vierten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL �

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KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

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8 6 9 1 7

7 3 5

1

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Conceptis Puzzles

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2

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1 5 9 6 4

Teilnahmeschluss Sonntag, 5. August 2012

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7

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Fuegung, 2. Cailler, 3. Goeldin, 4. Panixer, 5. Gazette, 6. Hornuss, 7. Saastal, 8. Extrakt, 9. Schritt, 10. Jecklin, 11. Origami, 12. Mineral, 13. Tornado, 14. Flaeche, 15. Magisch, 16. Torheit, 17. Seerose, 18. Ausguss, 19. Vescoli, 20. Liestal, 21. Gebeine Lösungssatz: Besser gar nicht Arzneien als sich damit kasteien. Lösung: SAMT

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SUDOKU mittel 4 1 2 7 9 3 5 6 8

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Lösung: 786

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Conceptis Puzzles

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LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 700 Franken!

Lösung: TAGELOEHNER schwer

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Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

W O (L) L (O) K (R) E LIBELLE WASSER LORBEER

3 5 6 2 1 8 9 4 7

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2 9 4 6 1 8 3 6 5 9 5 1 7 4 3 1 4 8 7 6 7 2 5 9 8 3 6 9 1 2 9 5 1 3 4 8 5 4 7 2 685 Lösung: 6 8 3 2 7

Lösung: 963

7 2 8 5 3 4 6 1 9

3 4 6 2 1 7 8 9 5

8 1 2 9 6 5 7 3 4

5 7 9 3 4 8 2 6 1

06010014443

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small talk mit

Lynette Federer Frau Federer, fahren Sie nicht nach London, um Ihrem Sohn Roger die Daumen zu drücken? Bis jetzt habe ich das nicht geplant. In London herrscht ohnehin jeweils ein grosses Gedränge. Jetzt an den Olympischen ­Spielen wirds kaum besser sein. Verfolgen Sie die Spiele am Fernsehen? Natürlich, da fiebere ich gerne mit. Und am TV habe ich die viel bessere Übersicht über all die Ereignisse als vor Ort. Die Olympischen Spiele bieten ja viel mehr als nur das Tennis-Turnier. Für welche Sportarten können Sie sich ­begeistern? Uff, vielleicht sollten Sie eher danach ­fragen, was mich nicht begeistert. Ich schaue gerne Leichtathletik, Kunstturnen, Schwimmen, die Bike-Wett­ bewerbe oder Rudern. Und als Baslerin habe ich auch eine grosse Affinität zum Fechten. Und wer gewinnt das olympische Tennis-Turnier? Einen Namen werden Sie mir jetzt nicht entlocken. Es ist im Prinzip ganz einfach: Der Beste wird gewinnen. 

Lynette Federer am Basler Walk of Fame. Ihr Sohn Roger wurde 2008 zum Ehrenspalebärglemer ernannt.

Ein Hauch von Hollywood Feierliche Eröffnung des Walk of Spalebärg in Basel

A

m Walk of Fame in Los Angeles ist Filmproduzent ­Arthur Cohn «nur» einer von 2473 Prominenten. In ­Basel ist der illustre Kreis exklusiver. Am neuen Walk of Spalebärg sind seit Freitagabend vergangener Woche die Namen von 34 prominenten Baslern und Baslerinnen auf Platten verewigt. «Klein, aber fein» lautet hier das Motto. «Wir brauchen in Basel keine Triumphbögen oder Säulen», sagt Regierungsrat Hans-Peter Wessels. Der Ehrenspalebärglemer von 2008, Roger Federer, lässt aus London beste Grüsse ausrichten, Mutter Lynette (sie fotografiert mit dem Handy die Platte ihres Sohnes) vertritt ihn. Roger Brennwald, Turnier-Direktor der Swiss Indoors und honorierter Basler seit 2001, findet den Walk of Spalebärg toll, jetzt fehle der Stadt nur noch eine beleuchtete Rhein-Promenade, «aber mir hört ja niemand zu». Peter ­Blome, Präsident des Sperber-Kollegiums, das den Walk initiiert hat, ist rundum zufrieden. «Aber um Hollywood einzuholen, brauchen wir noch fast 2500 Jahre!» Text Alejandro Velert, Fotos Alexandra Pauli

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schweizer illustrierte

Es ist vollbracht: Regierungsrat Hans-Peter Wessels (l.) und Ober-Sperber Peter Blome.

Legenden an der Münzgasse: Johann und Ursel Wanner vor ihrem Weihnachtshaus.

Filmproduzent Arthur Cohn hat sowohl in Hollywood wie auch in Basel eine Namensplatte.


party

Hotelier im Dauerhoch! Christian Lienhard («Hof Weissbad») mit Ehefrau Damaris und den Töchtern Sophia und Lorena.

Der Turnier-Direktor der Swiss Indoors, Roger Brennwald, vor seiner Platte.

Cuche und der Gipsy-Geiger Spass & Spiel: Der Golfcup der Schweizer Illustrierten

W Sein Name wird erst im September eingemeisselt: der Zoologe Jörg Hess.

Die Bühnenkünstlerin Colette Greder (r.) mit Gisela Kutter, Kultur-Mäzenin.

eltstars waren auch dabei am Golfcup der Schweizer Illustrierten in Bad Ragaz. ­Didier Cuche, «Schweizer des Jahres» und SkiWeltcup-Champion, besuchte die Gäste beim Nachtessen und verriet: «Mir fehlen noch zwei Zehntel, dann bin ich ­Single-Handicapper!» Mitspielen konnte der ehrgeizige Golfer nicht. «Ich habe eine Sponsorenverpflichtung: Grillmeister bei Ovomaltine.» Roby Lakatos, von Yehudi Menuhin entdeckt und der beste Gipsy-Geiger der Welt, hatte an der Gala seinen grossen Auftritt: Standing Ovations für seine virtuose Performance! Geschäftspartner und Gäste der Schweizer Illustrierten zeigten in Bad Ragaz gutes Golf. Zum Beispiel Swisscom-Managerin Alexandra Reich (im Flight mit Orange-CEO Thomas Sieber). Die Wienerin spielte 20 Jahre in der österreichischen ­Nationalmannschaft, mit Turniereinsätzen auf der ganzen Welt. Mit seinem Spiel aufgefallen ist auch ­Charles-Vögele-CEO Frank Beeck: erstmals dabei und bei der Siegerehrung bereits weit vorne. Der Appenzeller Top-Hotelier Christian Lienhard («Hof Weissbad») erschien zum Dinner (mit fantastischem Dessertbuffet!) mit drei schönen Frauen. Ehefrau Damaris und die Töchter Lorena und Sophia begleiteten ihn. Fotos Bruno Voser

Golf meets Formel 1: Werber Fredy Collioud (r.), Alex Sauber.

Golf statt FCL: Ex-Präsident Walter Stierli, Nicki Nussbaum.

Der neue Boss von Charles Vögele: Frank Beeck, ­Partnerin Sandra Krückel.

Keine Ferien ohne Golf: Orange-CEO Thomas Sieber, Ehefrau Lydia.

Begeistert am Ball: Golfte lange für Österreich: Alexandra Reich (Swisscom), Manuela und René Stocker (GL-Mitglied Helvetia). Ehemann Andrea.

Gemeinsam am Ball: Golf statt YB: Unternehmer Investor Claudio Benno Oertig, Ehefrau Yolanda. Cisullo, Tamara Raich. schweizer illustrierte

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leser

Paradiesische Heimat Die Mutter von Miss Schweiz Alina Buchschacher stammt aus der Karibik. Mit ihrem Freund Fabien und der Familie feiert Alina ihren 21. Geburtstag auf der Insel Tobago.

«Bei diesen Fotos bekomme ich Fernweh»

Federer und Schwedens Kronprinzenpaar u Die Federers, SI 28 und 29/2012 «Ein Sprichwort besagt: Hinter jedem erfolgreichen Mann steht eine tüchtige Frau. Darum finde ich es grossartig, dass die Schweizer Illustrierte Mirka Federer eine Titelseite und eine Titelgeschichte widmet. Das hat sie wirklich verdient. Als ehemalige Leistungssportlerin weiss sie, wie man sich nach Sieg oder Niederlage fühlt und kann ihrem Mann darum den Rücken frei halten, damit er sich optimal auf seine Wettkämpfe vorbereiten kann. Ein Löwe steht gern im Licht und könnte keine Konkurrenz ertragen. Eine perfekte Verbindung sind die beiden. Beim Kronprinzenpaar von Schweden ist die Kon­stellation ähnlich – nur umgekehrt.» M. Bösiger, per E-Mail

«Wieder die Nummer 1! Endlich wieder ein tolles Sportprogramm im Fernsehen. Mir hat Roger Federer den Sonntag verschönert. Danke, Roger. Grandios!» Renate Scheller, Thalwil ZH

in ihrer Heimat Tobago, SI 30/2012 «Jeden Sommer verreise ich in die Karibik. Nur dieses Jahr kann ich wegen einer Krankheit meine Lieblingsdestination leider nicht besuchen. Umso mehr freut mich Ihr Bericht über Miss Schweiz Alina Buchschacher in Tobago. Bei diesen wunder-

schönen Fotos bekomme ich natürlich grosses Fernweh. Einfach schön, zu sehen, wie Alina mit ihrem Freund und ihrer Familie die Karibik geniesst und ihren Geburtstag feiert. Auch von mir die besten Glückwünsche. Und nächstes Jahr werde auch ich wieder im kristallklaren, warmen Wasser des karibischen Meeres relaxen dürfen.» L. Moser, per E-Mail

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

«Solche beiträge braucht es dringend mehr» u Check-up, SI 30/2012 «Die Doppelseite ‹Essen Sie sich gesund› ist etwas vom Besten, das ich seit Langem gelesen habe. Solche Beiträge bräuchte es dringend mehr, sie gehören nicht nur in Gesundheitszeitschriften, sondern müssen für die breite Masse zugänglich sein. Es wäre interessant, wenn Frau Doktor Karin Pohl auch zu anderen Krankheiten Er­nährungstipps abgeben könnte.» Betty Amrein, per E-Mail

willi

«Schiess zu, Vater. Ich fürchte mich nicht.»

Foto Christian Dietrich

u Miss Schweiz macht Ferien


notabene

Generation Hoffnungslos Helmut Hubacher

Foto Heiner H. Schmitt

A

us dem Tagebuch einer Es ist die Finanz- und Wirtschaftskrise, die sie zusammenbringt. Um AbwehrZwölfjährigen: «Noch massnahmen zu beschliessen. Der Befreibin ich klein und schlaungsschlag ist bisher nicht gelungen. fe allein, doch bald bin ich gross und dann Angefangen hat die Krise 2008 gehts los.» in Amerika. Banken haben sich im globaDa wird kindliche len Spielcasino verspekuliert. Um einige Ungeduld spürbar. Die Zuversicht auch, Hundert Milliarden Dollar. UBS und erwachsen zu werden, müsse etwas weitere europäische Banken hatten Wunderbares sein. Die Kleine kanns sich gleichermassen «verrechnet». Josef kaum erwarten, bis es so weit ist. Ackermann, Ex-Chef der Deutschen Für Millionen Kinder wird der Bank, gab vor ein paar Wochen zu: «Wir standen im Höhepunkt der Krise kurz Traum zum Albtraum. Nicht nur in vor der Kernschmelze.» Afrika oder Bangladesch. Nun auch in Urs Birchler, Zürcher Uni-Professor Europa. Für Spanier und Griechinnen. für Banking, klärt uns auf: «Das Wort Die Hälfte der unter 25-Jährigen in diesen Ländern ist arbeitslos. Wir Griechenlandhilfe ist eigentlich eine nehmen das zur Kenntnis wie andere KaLüge. Es geht darum, die europäischen Banken zu retten.» Die EU bewilligte tastrophenmeldungen auch. Die Dürre Spanien denn auch Mitte Juli 100 Milliin den USA etwa, den Bürgerkrieg in «Gier und Syrien, Waldbrände in Südeuropa, Rücksichtslosigkeit arden Euro. Zur Sanierung von maroden Überschwemmungen in Russland. Sie Banken. haben sich ins Herz sind Alltag. Wie die Lottozahlen. Manager von Investmentbanken Überlegen wir, wie das bei uns in der der Banken und fuhren auf Crash-Kurs. Mit zu riskanten Schweiz aussähe: Von 700 000 jüngeren Geschäften für ihre unverschämten Frauen und Männern hätten 350 000 kei- Märkte gefressen» Boni und Abgangsentschädigungen. Die sie noch immer kassierten, als bereits nen Job. Sie suchten verzweifelt Arbeit. Und müssten die bittere Erfahrung machen, in dieser Gesell- Riesenverluste verbucht werden mussten. schaft nicht mehr gebraucht zu werden. Nein, das können Betrügereien habe es immer etwa mal gegeben, hält wir uns überhaupt nicht vorstellen. Professor Birchler fest. Als Ausnahme von der Regel. Heute Schule, Ausbildung, Studium absolviert und keine Per­ allerdings «sind das nicht mehr Taten von Einzelnen, das ist spektive zu haben, nimmt den Betroffenen noch das Letzte: Kultur. Gier und Rücksichtslosigkeit haben sich ins Herz der die Hoffnung. Banken und der Märkte hineingefressen.» Wir notieren für die Schweiz 3,2 Prozent Arbeitslose. Damit nicht genug. Der Professor legt noch einen Zacken zu. Das gilt heutzutage schon als Vollbeschäftigung. Ist aber Die Bankiers von einst seien Gentlemen gewesen. Gewisse Banjeder Zweite ohne Arbeit, bleibt die Chance, aus diesem Elend ker von heute «sind zu einer kriminellen Vereinigung mutiert». bald einmal herauszukommen, nahezu null. Fredmund Malik leitet in St. Gallen das ManagementÜber Sinn und Wert der Arbeit wird ausgiebig philo­ Zentrum mit 250 Leuten. Bis vor Kurzem lehrte er an der sophiert. Helmut Schmidt meint dezidiert, ohne Arbeit ver­ Hochschule St. Gallen Betriebswirtschaft. 99 Prozent der liere ein Mensch Würde und soziale Sicherheit. Damit auch die Unternehmer führten ihre Firma gut, lobt er. Anders die Finanzbranche. «Sie ist ein sich selbst zerstörendes System.» persönliche Freiheit. Mitsamt der Lebensfreude. Wer im Laufe seines Leben die Stelle verloren und früher Im deutschen «Handelsblatt» lesen wir von ihm, der Kapitaoder später wieder eine gefunden hat, dem bleibt die arbeits- lismus sei gescheitert. «Das System bringt sich selber um», lose Durststrecke in schmerzlicher Erinnerung. Nicht einmal doppelt Malik in der hiesigen «Handelszeitung» nach. Eine Gesellschaft, die glaubt, auf die Jugend verzichten zu zum Start ins Berufsleben zugelassen zu werden, wohl die schlimmste Lebenserfahrung, die ein junger Mensch machen können, bestätigt Maliks These. Die «Generation Hoffnungsmuss. Mit der Ungewissheit, ob es für ihn jemals bessere Zei- los» ist das Opfer dieses Systems. Sie wird diese Rolle nicht mit endloser Geduld hinnehmen. Zu verlieren hat sie ja nichts ten geben wird.  Griechenland und Spanien sind die extremen Beispie- mehr. le. Irland, Portugal, England, Italien, selbst Frankreich sind nur bedingt besser dran. Nicht von ungefähr treffen sich die Helmut Hubacher, 86, ehemaliger SP-Präsident Regierungschefs der EU immer häufiger zu Krisensitzungen. und Buchautor schweizer illustrierte

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Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über Beschneidung, Rechtsstaat und Religion Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, was halten Sie vom Beschluss, dass das Kinderspital Zürich keine religiös motivierten Beschneidungen bei jüdischen und muslimischen Buben mehr durchführt? Ich habe Verständnis dafür.

der bei den Juden als Zeichen für Gottes Bund mit dem Volk Israel gilt, nicht mehr oder nur noch in symbolischer Form vollzogen sehen. Nach Jahrtausenden der Religions­ geschichte darf man sich in unserer modernen Zivilisation wohl Gedanken über eine religiöse Überlieferung machen.

Ich meinerseits bin sehr erstaunt über den Beschluss. Dann sind Sie, lieber Marc Walder, erstaunt darüber, dass sich Ärzte Gedanken machen über eine religiös begründete Körperverletzung an Kindern. Sachlich betrachtet handelt es sich um nichts anderes.

Zurück zu meiner Frage: Sind Sie nun dafür oder dagegen? Es gibt sowohl ein Dafür wie ein Dawider. Mir scheint die Beschneidung im Säuglingsalter unproblematischer als die Beschneidung im Kindesalter, wenn der Bub den körper­ lichen wie auch den seelischen Schmerz voll mitbekommt, auch seine eigene Wehrlosigkeit. Das ist für ein Kind mit Sicherheit eine traumatische Situation.

Nein, ich bin erstaunt darüber, dass diese Mediziner sich in einen jahrtausendealten, tief verankerten religiösen Brauch einmischen. Erstens ist ein religiöses Ritual oder ein religiöser Brauch, wie Sie sagen, nicht die Angelegenheit von Ärzten – und berechtigt diese auch nicht zu einer Operation. Zweitens geht es um das Wohl der Kinder, die durch ihre Eltern diesem Brauchtum unterworfen werden, ohne dazu Ja oder Nein sagen zu dürfen. Den Entscheid des Kinderspitals erachte ich als ein sinnvolles Innehalten, das uns endlich eine Debatte über diesen Archaismus ermöglicht. Auch Deutschland diskutiert dieses Thema intensiv. Das Kölner Landgericht hat die Debatte mit einem Urteil gegen die Beschneidung von Knaben ausgelöst. Aber darf ein Gericht sich anmassen, über religiöse Rituale zu richten? Das Recht steht auf jeden Fall über der Religion. Körper­ verletzung ist ein Delikt. Das Wohl eines Kindes ist schutz­ würdig. Die Justiz hat geradezu die Pflicht, hier einzu­greifen. Die Frage stellt sich aber: Brauchen wir ein Gesetz, das die religiöse Beschneidung ausdrücklich zulässt? In Deutschland will die Regierung noch in diesem Jahr ein solches Gesetz vorlegen.

Das ist alles nachvollziehbar, lieber Frank A. Meyer. Aber ich stimme André Bollag, dem Co-Präsidenten der Israelitischen Cultusgemeinde Zürich bei, wenn er sagt: «Dies ist ein schwerwiegender Eingriff in die Glaubensfreiheit.» Ich schätze André Bollag. Und er weiss, wie sehr mir die jüdische Kultur am Herzen liegt. Aber ich möchte ihn darauf aufmerksam machen, dass zur Glaubensfreiheit auch der freie Entscheid eines jungen Mannes für oder gegen die Beschneidung gehören müsste. Bollag sagt, man könne einer Religion ein derart wichtiges Ritual «doch nicht einfach wegnehmen». Vorerst nimmt man niemandem etwas weg. Sondern man setzt sich mit dem Konflikt zwischen Knabenbeschneidung und Körperverletzung auseinander. Religionskritik ist nicht nur erlaubt, manchmal ist sie sogar nötig. Religionen wandeln sich. Das beweist nicht zuletzt die Geschichte: Jüdische Schriftsteller, Intellektuelle und Politiker haben grosse Verdienste im Kampf um die ­demokratische und rechtsstaatliche Zivilisation.

Warum? Längst findet diese Debatte ja auch unter Juden und Muslimen statt. Immer mehr Gläubige möchten den Akt,

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MARC Walder, 46, ist CEO der Ringier AG Frank A. Meyer, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

Foto Thomas Buchwalder

Sind Sie für oder gegen die Beschneidung? Ich bin unentschlossen.


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