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7. Mai 2012 CHF 4.50

Hakan Yakin & Tanja

Heimliche Hochzeit! ! a c u L n e l l o w e Alluperstar daheim bei Mami und

Der S zustand e m h a n s u A im s n a F . y Hund Samm


Inhalt

HEFT 19, MONTAG, 7. Mai 2012

Titel 18

Hakan Yakin & Tanja Micic Der Fussball-Star und seine Prinzessin haben geheiratet. Im engsten Familienkreis

Titel Bruno Voser, Kurt Reichenbach; Inhalt Jonas Mohr

Leute 7 8 26 30 36 50

Editorial von Stefan Regez Leute Sergei Aschwanden, Freddy Nock, Geschwister Weber, The Homestories Luca Hänni Ausnahmezustand in Uetendorf: Der Superstar ist auf Besuch! Michelle Hunziker Die zauberhafte TV-Lady im grossen, privaten Interview Grossfamilie Fischbacher Der ganz gewöhnliche Alltag mit zehn Kindern Wer wird Mister Schweiz? Serie, Teil 2: Hausbesuch bei drei Kandidaten

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u makellos

schön Endlich wieder glücklich verliebt. Und auch ihre Tochter Aurora bringt erste Verehrer nach Hause. Wie Michelle Hunziker ihr Leben als Moderatorin und Mutter managt.

schweizer illustrierte

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Inhalt

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Party 16

Circus Knie Premiere Casinotheater Winterthur Jubiläum

Wirtschaft

u eintracht Still wird es bei der Grossfamilie Fischbacher in Goldingen SG nie. Mit zehn musikalischen Kindern reichts sogar für eine Familienkapelle – und TV-Auftritte.

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Christian Consoni Er führt den grössten «Saftladen» der Schweiz: Ramseier

Olympia-Serie 46

Fabian Kauter Fechter und Rapper in einem. Und in beidem sehr erfolgreich

Gesellschaft 54

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Lea Wyler Ihre Rokpa-Kinder aus Nepal sind mit Schweizer Stars auf Tournee

Shopping 61

u zweigleisig Als Fechter will er an den Olympischen Spielen in London auftrumpfen. Als Rapper Yuri die Hitparade stürmen. Fabian Kauter hat den Erfolg im Blut.

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 73 74 76

Fernsehen kann krank machen! Füsse Wie man sie richtig pflegt Dranginkontinenz nach der Menopause

Die Besten 79

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend

Fotos Katja Lehner-Grossi, Kurt Reichenbach, Marcel Nöcker

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Und … 57 98

u dreitagebart Zu Hause im Tessin loben ihn alle in den höchsten Tönen. Wie Lavdrim Sylejmani und zwei weitere Mister-Schweiz-Kandidaten leben und denken.

ABO-SERVICE 0800 820 920 Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Exklusiv auf dem ipad Wer hat was mit wem? Im PromiFlash gibts den neuesten Klatsch und Tratsch. Und: Sehen Sie sich eMagazin zu Hause um bei Tori Spelling.

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Notabene von Helmut Hubacher Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder Horoskop Leserbriefe / Impressum

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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editorial

Ein Star ohne Starallüren Michelle Hunziker

Stefan Regez, Chefredaktor

Am vergangenen Samstag sass sie in der Jury von «DSDS Kids», am Sonntag erhielt sie in Luzern den Fernsehpreis 2012 von «Blick» und «Tele» in der Kate­gorie «Star». Ein Star ist Michelle Hunziker schon lange. Starallüren hat sie keine. Als SI-Redaktorin Yvonne Zurbrügg vor ein paar Tagen mit ihr telefoniert, freut sie sich spontan: «Ou, endlich wieder mau es Interview uf Bärndütsch!» Und meint: «Fang doch eifach mau a, das geit nämlich schono.» Seit knapp zwanzig Jahren lebt die schöne Moderatorin aus Ostermundigen BE in Italien. In ihrer Wahlheimat und in Deutschland tritt sie bei den grössten Sendern zur besten Sendezeit auf. Michelle Hunziker ist der Inbegriff für Stil und Glamour. Und doch das sympathische Bärner Meitschi geblieben. «Zauberhafte Michelle» – ab Seite 30.

Hakan Yakin Im Herbst 2011 wollten der Fussball-

star und seine Tanja heiraten. Wegen Terminkollisionen wurde die Hochzeit verschoben. Nun fand sie am 1. Mai im engsten Freundeskreis im Park Hotel Weggis statt. Mit dabei – als Freund und Fotograf – war Bruno Voser. Seit 17 Jahren kennt er Hakan Yakin. Aus der anfänglichen Distanz entwickelte sich ein enges Vertrauensverhältnis. Und nur dieses gegenseitige Vertrauen hat auch die wunderbaren Hochzeitsbilder möglich gemacht, die wir Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, in dieser Ausgabe exklusiv präsentieren können. «Hakan kickt sich ins Glück» – ab Seite 18.

Fotos Geri Born, Christian Schmid

Familie Fischbacher

Welch wohltuendes Familienbild hat SI-Redaktorin Aurelia Forrer in Goldingen SG angetroffen: keine von Karriere und Kind gestresste Mutter. Kein von aktuellen gesellschaftlichen Trends verunsicherter Vater. Und keine Kinder, die zwischen materiellem Überfluss und medialer Überreizung, zwischen gut gemeinter Überförderung und effektiver Über­forderung die Orientierung verloren haben. Sondern eine ganz normale, intakte Familie. Bescheiden. Hilfsbereit. Rücksichtsvoll. Ganz normal? Nicht ganz. Anna und Jakob Fisch­ Tiefe Freundschaft Das Hochzeitspaar Tanja Micic und Hakan Yakin mit bacher haben zehn Kinder, fünf Töchter und fünf Söhne ­SI-Fotograf Bruno Voser im Park Hotel Weggis. im Alter von 4 bis 24 Jahren. Den Volksmusik-Freunden sind sie als Familienkapelle Fischbacher bekannt. Die Musik und die Natur geben Fischbachers den richtigen Zusammenhalt. Sie sind sich gewohnt, gemeinsam zu funktionieren. Und jedes schaut zu jedem. Wenn Florina, 4, auf dem Rasen Purzelbäume im weissen T-Shirt schlägt, sagt gleich ein Geschwister: «Pass auf, das gibt Grasflecken.» Wenn Elias, 6, einen Apfel isst, teilt er ihn wie selbstverständlich mit zwei andern: Wer fragt, darf abbeissen. Es ist unsere perfekte Familiengeschichte zum Muttertag! «Ruhig ist es bei uns nie» – ab Seite 36. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte

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Schweizer Raketenmann über Rio

Stadtrundflug

Foto Joe Parker / Reuters

u Er stellt die Bikinischönheiten an der Copacabana in den Schatten: Der Schweizer «Jetman» Yves Rossy überfliegt am 2. Mai Rio de Janeiro. Vorbei am Zuckerhut, den Traumstränden und rund um Rios Wahrzeichen, die Christus-Erlöser-Statue. Der 52-Jährige ist aus einem Helikopter abgesprungen und jettet nun mit seinem Kohlenstoff-Kevlar-Flügel samt vier Triebwerken mit Tempo 300 über die brasilianische Metropole. Nach zwölf Minuten Flug landet er per Fallschirm – wie im berühmten Song von Barry Manilow – an der Copa … Copacabana … HWY


bild der woche

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leute

Grosse Liebe, seltene Ehre: Sergei Aschwanden mit Tochter Mailys und Ehefrau Sonja. Sein rot-weisser Gürtel zeigt an, dass er den 6. Dan besitzt – ein Grossmeister.

sergei aschwanden

Sein schönster Wurf! Foto Nicole Bökhaus

u Olympia-Bronze

im Judo gabs 2008 in Peking. Den Bachelor in Sport und Wirt­ schaft an der Uni Lausanne macht er im Sommer, und in die IOC-Athletenkommission dürfte er im August am Rande der Spiele von London gewählt werden. Sein grösstes Glück aber hat Sergei

Aschwanden, 36, am 1. Dezember 2011 gefunden: Zwei Monate nach der Heirat mit seiner Aargauer Langzeit-Freundin Sonja, 31, ist Tochter Mailys zur Welt gekommen. Und hat Sergeis Leben auf den Kopf gestellt. «Ich fühle mich erstmals verwundbar.» Das Wunschbaby des

sportlichen Paars aus Prilly VD – Fitnesstrainerin Sonja schliesst im September ihr Masterstudium in Sportmanagement ab, Sergei trainiert sozial benachteiligte Nachwuchs-Judokas – soll kein Einzelkind bleiben: «Ich träume von fünf Kindern!» iso niedermann schweizer illustrierte

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leute

Maya, Doris und Sandra Weber (v. l.) im ­Garten daheim in Reigoldswil BL. Geschwister Weber

Keine Sörgeli ums Örgeli

Fotos Hervé Le Cunff (2), HO (2)

u Um die Volksmusik braucht man sich nicht zu sorgen, das hat die Talentshow des Schweizer Fernsehens bewiesen. Gewonnen haben die «Alpenrose 2012» die Geschwister Weber aus ­Reigoldswil BL – zur Freude ihrer Patin Melanie Oesch. «Ich bin sehr stolz! Vor allem weil ich weiss, was es heisst, dreistimmig zu singen.» Dies machen die Weber-Mädels von klein auf – aber

nicht nur: Doris, 15, und Sandra, 16, spielen Schwyzerörgeli, Nesthäkchen Maya, 11, Alphorn. Als Gesangs- und Instrumentaltrio sind sie schweizweit unterwegs. Chefin ist die Älteste. «Meistens benehmen sich die beiden», sagt Sandra. «Nur manchmal können sie einfach nicht ruhig sein.» Kein Problem – solange sie ihre Energie in die Musik umsetzen. Christa Hürlimann

Papa Richard und Mama Bernadette fahren ihr Trio zu den Auftritten. Ab sofort etwas öfter.

Rose

kaktus

Beni Stöckli Chef der Schweizer Skifirma Stöckli u Von den grossen Schweizer Skiherstellern wie Attenhofer, Schwendener oder Authier hat nur Stöckli überlebt. 1935 gegründet, hat sich die Luzerner Skifabrik zu einem Topunternehmen gemausert. Nun landen CEO Beni Stöckli und seine 250 Mitar­beiter einen speziellen Coup: Fünf der acht Schweizer Skinati-Damen fahren nächste Saison auf Stöckli-Ski. Schweizer Skiasse auf Schweizer Brettern – die pure Swissness! Zwar sind Sie sich, Herr Stöckli, wohl eher Eisblumen und Schneeglöggli gewohnt, trotzdem schneit es Ihnen nun unsere Rose ins Haus.

Maja Bühler Gäumann Gemeinderätin von Lyss BE u Als erste Schweizer Stadt führt Lyss einen vegetarischen Wochentag ein. Die Idee: Verzichten die Lysser immer donnerstags auf Fleisch, werden Energieverbrauch und somit Klimabelastung verringert. Es gehe auch mal ohne Bratwurst, sagt Gemeinderätin Maja Bühler Gäumann. Keine Frage, Energiesparen ist erstrebensund lobenswert. Nur: Muss es denn gleich ein behördlicher EssBefehl sein? Ist es wirklich Sache der Politik, Menü-Pläne und Vegi-Verordnungen zu erstellen? Wir schicken Ihnen, Frau Bühler, unseren Kaktus. Und sind gespannt, wie er Ihnen schmeckt. schweizer illustrierte

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leute

wer liebt wen

Erkenntnisse und Geheimnisse u Jetzt ist er wieder der begehrteste ­Singlemann im Land: Rapper Bligg, 35, und seine Freundin Tina Masafret, 25, haben sich nach eineinhalb Jahren Beziehung getrennt. «In aller Freundschaft», wie sie mitteilen. u Eineinhalb Jahre hat es auch bei Sonya

Kraus, 38, gedauert. Aber nicht bis zur Trennung, sondern bis zur zweiten Schwangerschaft. Dabei habe sie nur mal prüfen wollen, ob sie noch fruchtbar sei, sagt die Moderatorin in der «Bild»-Zeitung. Testergebnis: Und wie! Kraus ist inzwischen im sechsten Monat schwanger. Ob es ein Mädchen oder ein Bub ist, will sie erst wissen, wenn «es geflutscht ist». u Dass sein Sternli ein Mädchen ist, gab er

schon nach der Geburt am 12. April bekannt. Den Namen hielten der Aargauer Sänger Adrian Stern, 37, und seine Freundin Mylen Yang, 31, jedoch geheim. Bis jetzt. «Vielen Dank für eure Glückwünsche! Es war ein wunderbares Erlebnis, die Geburt und die ersten Wochen von Leonie Mina nah zu erleben», schreibt er auf Facebook.

Seine Liebsten Ximena und Leo lassen ­Freddy Nock die Schmerzen vergessen. FREDDY NOCK

Für die Ewigkeit u Die Nadel ist erbarmungslos: 20 Stiche pro Sekunde muss Freddy Nock, 47, aushalten, und das bereits seit Stunden! Doch der Hochseilartist aus Uerkheim AG spürt die Schmerzen nicht. Er hat Wichtigeres im Kopf! «Mein Sohn hat eben zum ersten Mal Papa gesagt!» Jetzt betrachtet der knapp halbjährige Leo das Tattoo, das auf Papis Rücken entsteht mit grossen Augen. «Schau, hier steht dein Name.» Mami Ximena, 36, zeigt darauf. Auch ihr Name ist in Freddys Haut geritzt und die von Leos sechs Halbgeschwistern. Die Namen

Fotos Katja Lehner-Grossi (2), Adrian Bretscher, Nicole Bökhaus

Wurden zum «DRS 3 Best Talent» erkoren: The Home­ stories daheim in Winterthur.

Im Aarauer Tattoostudio Kunststich lässt sich Freddy Nock stechen. «Meinem Sohn Leo würde ich das vor 18 nicht erlauben!» bilden einen keltischen Lebensbaum, dessen Wurzeln und Äste ineinander verwachsen sind. Angst, den Schritt einmal zu bereuen, hat Freddy nicht: «Sie alle sind und bleiben Teil meines Lebens.» Sylvie Kempa

The Homestories

Hundert Prozent hausgemacht u Bei

The Homestories passt das Outfit zur Musik, die Instrumente zum Sofa, das Paar in die Wohnungen. Gabriela Krapf aus Speicher AR und Ernst David aus Winterthur ZH leben in einem Haus in zwei Wohnungen. Kennen gelernt haben sie sich an einer Hochzeit. Sie sang «I Just Called to Say I Love You». Er wartete in der Torte auf seinen Auftritt. Und wusste: Die Frau mit dieser Stimme muss er kennenlernen. Längst sind sie verheiratet. Auch musikalisch: Ihr zweites «Baby», die CD «Aha Aha», wird am 11. Mai im Salzhaus Winterthur getauft. Christa Hürlimann

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Swiss-Life-Präsident Rolf Dörig und In der Zirkuswelt zu Hause: ClownLegende Dimitri mit seiner Frau Gunda. Gattin Cornelia feierten ihren Geburtstag.

Zürich-Premiere gelungen? Franco Knie mit seiner Gattin Claudia.

Besuchen den Knie für einmal nicht in Zug: Nik Hartmann mit Gattin Carla.

Ein Duo für Olympia? EiskunstlaufLegende Denise Biellmann mit Kult-Clown Spidi.

Zirkus-Träume werden w Zauberhaft und atemberaubend: Die Knie-Premiere in Zürich

M

anege frei für «Passion Cirque»! Am vergangenen Freitag feiert der Circus Knie seine Zürcher Premiere. Vor der Vorstellung ist Franco Knie etwas nervös: «Man weiss nie, was passiert. Im Zirkus ist alles live. Aber das ist auch Teil der Faszination.» Seine Sorgen sind unberechtigt, das Publikum begeistert. FDP-Nationalrätin Doris Fiala schwärmt für den Komiker Michel Gammenthaler: «Im Gegensatz zu manchen Parlamentariern ist er freiwillig komisch.» Auch Nik Hartmann und Carla wandern extra wegen Gammenthaler nach Zürich. «Er ist ein Freund von uns.» Eine Premiere feiert in dieser Tournee auch Ivan Frédéric Knie: Der 10-Jährige begrüsst im Namen der Familie jeweils das ­Publikum – Chapeau! Der Zirkus erfüllt aber nicht nur Kinderträume, er weckt auch welche. Jürg Marquards Traumjob: «Zirkus-Direktor!» Seine Raquel möchte lieber mit den Elefanten arbeiten. Swiss-Life-Präsident Rolf Dörig träumt davon, den Kinderzoo zu leiten. Pepe Lienhard arbeitet schon im Zirkus – sozusagen. «Als Musiker ist man ebenfalls ein Reisender. Und als Bandleader so etwas wie ein Löwendompteur.» Text Alejandro Velert, Fotos Bruno voser

FDP-Nationalrätin Doris Fiala kam Frank Baumann («freue mich auf die mit ihrer 23-jährigen Tochter Noémie. Zuckerwatte») mit Gattin Gabriella.

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Atemberaubend! Franco Knie junior wagt sich unter den Elefanten.

Blickfang: «g & g»-Moderatorin Vom Formel-1-Zirkus zum richtigen ZirAnnina Frey mit Freund Roger Bächtold. kus. Peter Sauber mit Gattin Christiane.


party

Bühnenpaar: Tonia Maria Zindel, Michael von der Heide.

Liebenslustig: Oswald Grübel, Partnerin Renate Häusler.

Stapi: Ernst Wohlwend mit Ehefrau Kathrin Bänziger.

Gesprächig: Claude Janiak mit Charlotte Heinimann.

Party-Facts Gastgeber Casinotheater Winterthur Unterhaltung Poetry-Slammer, Beat-­ Boxer, Graffiti-Sprayer – in «Alles ist Wunderland» dürfen alle auf die Bühne Hoppla Rampenlicht, ja gern, Blitzlicht, nein danke – Mike Müller fühlte sich vom SI-Fotografen beim Applaudieren gestört. Der Mann im Fokus, der künstlerische Leiter des Casinotheaters, Paul Burkhalter, nicht

ahr

Party-Rating

Mögen Politsatire: Thierry und Maya Lalive d’Epinay.

Familienausflug für Seiltän­ zer David Dimitri und seine Kinder Robin und Noemi.

Auch er ein Aktionär: Roger Schawinski, Tochter Lea.

«Sichere Werte statt grosses Brimborium: Häppli, Cüpli, Theater, Tanz und Poetry»



Macht «Winti» witzig 10 Jahre Casinotheater Winterthur – die Feier

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Starkoch Edgard Bovier (l.) mit Pepe Lienhard und dessen Frau Christine.

Jürg Marquard geniesst den Abend mit seiner Raquel.

inzelne Errungenschaften möchte Viktor Giacobbo in seiner Bilanz zum Zehn­jähri­gen nicht hervorheben – auch wenn es mit Eigenproduktionen oder dem viel diskutierten Damen­pissoir einige gäbe. Am meisten freut den VR-Prä­sidenten, wenn er die «Beiz» voller Leute sieht – «wenn das Haus brummt». Nach zehn Jahren brummt es ganz schön laut. Giacobbo: «Die Frucht einer schönen Teamarbeit unterschiedlichster ­Leute.» Und ganz vieler Aktionäre, die das Haus mittragen. Roger Schawinski zum Beispiel, der die familiäre Ambiance mag. Oder Filippo Leutenegger, der die Unabhängigkeit des Hauses lobt. Und für Schauspielerin Hanna Scheuring ist es noch heute ein spezielles Gefühl, in einem Theater zu sitzen, «von dem dir ein Zentimeter des roten Vorhangs gehört». Ebenfalls beachtenswert, findet Viktor Giacobbo: «Wir sind die einzige Firma, die offen zugibt, dass an ihrer Spitze ein Komiker steht.» Text Christa Hürlimann, Fotos Hervé Le Cunff

Drei Hünen des Casinotheaters: die Gründungs­ mitglieder Patrick Frey, Rolf Corver, Viktor Giacobbo.

Die kühnen drei: Paul Weilenmann, Brigitt Maag, Ernesto Graf, Gründer Karl’s kühne Gassenschau. schweizer illustrierte

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titel

Hakan kickt sich ins Gl체ck Heimlich gab Hakan Yakin Freundin Tanja Micic in Luzern das Ja-Wort. Der ProfiFussballer und seine Pretty Woman feierten am Vierwaldst채ttersee im engsten Kreis.

Aus Tanja Micic wird Tanja Yakin Das Paar lernte sich vor vier Jahren kennen, vor zwei Jahren kam Diego zur Welt. Die Schweizerin mit kroatischen Wurzeln und der Ballakrobat luden am 1. Mai im Park Hotel Weggis zur Hochzeit.

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Da wird sogar Pippa Middleton neidisch Tanjas eng anliegendes Haute-Couture-Kleid hat viel Sex-Appeal. Auch f端r Hakan Yakin der Hingucker des Tages!

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titel

«Wir empfinden sehr viel füreinander. Nun sind wir gebunden. Das gibt Sicherheit für die Zukunft» Hakan Yakin

Text Caroline Micaela Hauger Fotos von Bruno Voser

T

anja läuft, nein, schwebt in einem Traum in Weiss zum exklusiven Fototermin. Ihr figurbetontes Corsage-Kleid von Mery’s ist mit transparenter Spitze durchsetzt. In zwei Stunden wird das Model den Namen Yakin tragen – Tanja Yakin. Überglücklich schliesst sie ihren BaldBräutigam im Park Hotel Weggis am Ufer des Vierwaldstättersees in die Arme. Ihr schönster Tag im Leben ist gleichzeitig ihr 30. Geburtstag. Zwei Gründe, die Liebe und das Leben zu feiern! Verliebt. Verlobt. Und endlich verheiratet. Im April vor einem Jahr gab das Paar bekannt: «Im Herbst 2011 wagen wir nach vier Jahren den Schritt in eine gemeinsame Zukunft.» Wegen diverser Terminkollisionen wurde das Fest verschoben. Nur engste Freunde und Bekannte waren zur Hochzeit am 1. Mai 2012 geladen. Auch Hakan Yakins Mutter Emine freute sich über die frohe Botschaft. Bruder Murat, Erfolgstrainer beim FC Luzern, sass am Tag zuvor noch auf der Tribüne am englischen Meisterschaftsderby Manchester United gegen Manchester City. Er reiste aus London zur Trauung an. «Wir wollten uns im kleinen Rahmen das Ja-Wort geben», sagt BellinzonaMittelfeldstratege Hakan Yakin viel­ sagend. «Unser erstes gemeinsames Weekend im Park Hotel Weggis blieb u schweizer illustrierte

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Foto Christian Schmid

Zeit für Zweisamkeit Hakan und Tanja gaben sich nach der Trauung den finalen Hochzeitskuss – und schwebten auf Wolke sieben.

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Die Braut, die sich traut Tanja wählte ein Kleid von Mery’s. Sie liess ihren Zukünftigen 45 Minuten warten. Aus Liebe: Sie wollte perfekt sein für ihn. schweizer illustrierte

u uns in schöner Erinnerung. Genau der richtige Ort für diesen grossen Tag.» Nach dem Frühstück zieht sich Tanja in ihre Suite zurück. Tags zuvor genossen beide ein Massage-Verwöhnprogramm im Hotel-Spa. Eine Make-up-Spezia­ listin und eine Hair-Stylistin helfen der Braut beim Schnüren des auf den Leib geschneiderten Haute-Couture-Kleides. In der Zwischenzeit spielt Hakan (87 Länderspiele, 20 Tore) mit Söhnchen Diego, 2, Fussball im Hotelpark. Mit zwei Autos geht es aufs Luzerner Standesamt. «Wäre das Wetter besser gewesen, hätten wir gerne das Boot


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Stilvoll, bis dass der Tod sie scheidet Im Standesamt von Luzern tauschte das Hochzeitspaar Bulgari-Ringe.

«Hakan ist sehr aufmerksam, er schenkt mir nicht nur materielle Dinge, sondern auch seine Zeit» Tanja Yakin Hochzeitstorte aus Eis) wechselt die Braut ihr Outfit und erscheint im sexy Glitzerkleid, das sie in Dubai gekauft hat. Nach dem Luzerner Pianisten Urs Kunz gabs heissen Disco-Sound. Auf der Tanzfläche: Murat Yakin und Freundin Anja, Mama Emine, die Trauzeugen Julio Vidal (Hakans SandkastenFreund) und Snezana Micic (Tanjas Schwester). Zwei Tage später treffen wir das Paar in seiner Wohnung in Meggen LU zum Interview. Hakan wirkt glücklich. Er sagt: «Irgendwann merkt man, was im Leben wirklich zählt.» genommen», sagt Tanja. 25 Minuten dauert die feierliche Zeremonie, die von Standesbeamtin Sandra Troxler vollzogen wurde. Dann ein kleiner Zwischenfall: Tanja kann ihrem Star-­ Kicker den Ring nicht überstreifen. Der 35-Jährige verstauchte sich vor zwei Wochen bei einem Meisterschaftsspiel den Finger. Zurück in Weggis, wird das Brautpaar von Freunden und Familie herzlich empfangen. Nach dem Dinner (bunte Sommersalate mit Radieschen, Kalbsfilet am Stück und geschmorte Backe an Kartoffelmousseline, süsse Verführungen vom Dessertbuffet,

Jetzt sind Sie Mann und Frau. Wie war Ihre Hochzeitsnacht in Suite 244? Hakan Yakin: Kurz (lacht). Ich nahm um sieben Uhr den Zug nach Bellinzona, weil ich am Morgen Training hatte. Was ging Ihnen beim Anblick der Braut durch den Kopf? Hakan: Tanjas Kleid war gewagt. Sie schwärmte mir schon seit einem halben Jahr davon vor und sah wunderschön darin aus. Wie kam Hakan im schicken Anzug an? Tanja Yakin: Toll, ihn so elegant zu sehen. Im Alltag ist er meist sportlich

angezogen. Er sollte ihn öfter tragen. Ich war richtig nervös. Hakan dagegen liess sich nichts anmerken. Hakan: Auch für mich war dieser Tag einmalig. Ich war ebenfalls nervös und habe mich ständig gefragt, machen wir alles richtig, fühlen sich die Gäste wohl? Die Anspannung war bis zum Schluss vorhanden. Von welchem Juwelier haben Sie die Ringe? Tanja: Von Bulgari. Hatsch wollte einen dickeren Ring, ich entschied mich für einen schmalen aus Weissgold, passend zum Verlobungsring. Was verändert die Unterschrift auf dem Papier? Tanja: Es schweisst uns noch enger ­zusammen, obwohl wir vorher schon eine Familie waren. Dass Hakan mich zur Frau nahm, macht es noch schöner. Auch Diego trägt nun offiziell den Nachnamen Yakin. Hakan: Wir empfinden sehr viel für­ einander. Nun sind wir gebunden. Das macht es interessant und gibt Sicherheit für die Zukunft. Wie hat Diego darauf reagiert? Hakan: Er war mit seinem Smoking beschäftigt. u schweizer illustrierte

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Beau im Bad Hakan Yakin macht sich für die bevorstehende Hochzeit im Park Hotel Weggis schön.

Yakin-Clan Das Brautpaar mit Anja Müller, Freundin von Murat Yakin, Tanjas Eltern Iva und Drago Micic, die Trauzeugen Julio Vidal und Snezana Micic (v. l.).

Beschwingt in die Zukunft Tanja und Hakan Yakin im Tanzfieber (r.). Mama und Familienoberhaupt Emine schwingt mit ihrem ältesten Sohn Murat das Tanzbein.


Der Segen der stolzen Mutter Emine Yakin mit ihren Söhnen Murat (l.) und Bräutigam Hakan.

u Tanja: Diego war fröhlich und auf­gestellt und hat mit den andern Kindern herumgetollt. Warum haben Sie nicht in der Kirche geheiratet? Tanja: Eine kirchliche Trauung war nie vorgesehen. Es ist kein Geheimnis, dass Hakan Moslem ist. War Konvertieren je ein Thema für Sie? Tanja: Nie. Hakans Familie ist da sehr tolerant. Sie haben im kleinen Kreis geheiratet. Gibt es noch eine grosse Party? Hakan: Die holen wir im Spätsommer nach. Dann wird mit unserer Verwandtschaft aus der Türkei und aus Kroatien gefeiert. Wie hat Ihre Mutter Emine auf die Vermählung reagiert? Sie gab uns ihren Segen. Das war das grösste Geschenk für mich. Tanja, ist Hakan ein grosszügiger Mann? Er ist sehr aufmerksam. Es sind aber nicht nur materielle Dinge. Er schenkt mir auch seine Zeit, kommt regelmässig aus dem Tessin nach Hause. Hakan: Wir haben noch eine Wohnung in Bellinzona. Ich sehe meine Familie oft. Diese Konstanz tut gut. Haben Sie Pläne für die Flitterwochen? Tanja: Wir gehen im Dezember in die Emirate oder nach Asien. Gibts für Diego bald ein Geschwisterchen? Hakan: Jetzt haben wir die Hochzeit hinter uns gebracht. Da ist ein zweites Kind kein Thema. Tanja: Ganz ehrlich? Ich würde mich über ein Geschwisterchen freuen, am liebsten ein Mädchen. Nicht morgen, aber in ferner Zukunft. 


Ruhm trifft auf Normalit채t Zu Hause in Uetendorf BE liest Luca H채nni seine Fanpost. Hund Sammy ist unbeeindruckt. F체r ihn bleibt Luca einfach Luca.

Luca auf


superstar

Blitzbesuch Videodreh, TV-Auftritte, Interviews: Seit einer Woche lebt luca hänni als «Superstar». Der Berner erledigt seinen Job so gut und so schnell, dass er für zwei Tage nach Hause darf. Eigentlich zur Erholung, doch die findet der Sänger nicht. schweizer illustrierte

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Luca-Mania Hastiges Schnaufen ist zu hören: «Luca, ich liebe dich!», stammelt Patrizia, ihr Körper zittert. «Mein Gott, wir reden mit Luca Hänni!», wiederholt Anastasia immer wieder. Eineinhalb Stunden sind die einen mit dem Velo, die anderen mit dem Zug nach Uetendorf gefahren, um Luca zu sehen. «Ihr seid super!», meint er. «Nein, du! Mein Gott!», kreischen sie zurück.

Text aurelia forrer Fotos kurt reichenbach

D

er Besuch hätte «top secret» sein sollen – streng geheim. Marianne Schmid, 50, erfährt telefonisch, dass ihr Sohn Luca nicht erst in drei Monaten, sondern bereits in zwanzig Stunden nach Hause kommt. Grund: Der «DSDS»-Sieger hat im Studio so effizient sein Debütalbum eingesungen – statt vier brauchte er nur zwei Tage –, dass er die gesparte Zeit bei seiner Familie in Uetendorf BE verbringen darf. «Ich habe es niemandem erzählt, damit er sich ausruhen kann», sagt Vater An­dreas Hänni, 50. «Und dann plapperts Luca selber aus. Genial!» «Geplappert» hat der Superstar vergangenen Donnerstag. Luca Hänni ist zu Gast in der RTL-Morgenshow «Punkt 6» und erzählt: «Heute gibts zu Hause einen kleinen Besuch von mir.» Mutter Marianne verfolgt die Sendung: «Ich bin fast aus dem Bett gefallen!» – «Ich habe halt einfach spontan drauflosgeredet», sagt Luca. Bei seiner Ankunft am Nachmittag ist es vor dem Elternhaus noch ruhig. An der Türe hängt ein grosses rotes PapierHerz, das Mutter Marianne noch schnell gebastelt hat. Luca freuts und bedankt sich. Hund Sammy nimmt die Rückkehr des «Superstars» gelassener. Er begrüsst ihn überhaupt nicht stürmisch. «Ver-

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«Mit Dieter Bohlen zu arbeiten, war ganz ‹gäbig›. Er meinte nur, ich soll etwas lockerer werden» luca hänni mutlich hat er mich schon vergessen», sagt Luca. Jetzt sitzt der Cockerspaniel auf seinem Schoss, während Luca Fanbriefe liest. Von Anna, Fabienne, Melanie & Co. Täglich kommen vierzig bis fünfzig Briefe und Päckli an. Und zu­ sätzlich stehen immer wieder Fans vor der Tür. Sie rufen: «Luca, Luca!» «Ein Meitli hat gesagt, sie warte ein Leben lang auf dich», berichtet Vater Andreas.

«Ich gehe schnell raus», sagt Luca. Die angereisten Mädchen beginnen zu kreischen. Die erste Arbeitswoche machte ihm Spass, besonders der Video-Dreh in Dänemark – auch die Aufnahmen für sein erstes Album bei Dieter Bohlen zu Hause in Tötensen (D). «Mit ihm zusammen zu arbeiten, war ganz ‹gäbig›», sagt Luca. «Zu Beginn meinte er nur, ich soll etwas lockerer werden.» Zudem trat Luca in der RTL-Show «Let’s Dance» auf. «Du hast Sylvie van der Vaart ins Dekolleté geschaut», stichelt Vater An­dreas. Am TV sieht er seinen Sohn fast mehr als jetzt während des Blitz­ besuchs. In den zwei Tagen besucht Luca seine Freundin Tamara, 19, bei der Arbeit. Die Hotelfachangestellte in Ausbildung hat tagsüber nur während ihrer Zimmerstunde Zeit. Am Abend geht er «irgend-


superstar

wo ‹nebenusse›» in einer Beiz mit sei­ nem besten Freund Flammkuchen essen. Später kommt Tamara und übernachtet bei Luca. «Die häufigste Frage, die mir gestellt wird, ist, ob wir noch zusammen sind», sagt er. Solche Fragen nehme er aber gelassen. «So läufts halt. Da bleibe ich ruhig.» Lucas Sieg hat auch das Leben seiner Freundin und seiner Familie ver­ ändert. Mutter Marianne ist im Stress. Tagsüber hat sie als Primarlehrerin ge­ arbeitet, nun muss sie sich um den Pa­ pierkram ­ihres minderjährigen Superstars kümmern. Zudem wartet die Wäsche. Luca lebt aus dem Koffer und hat all seine schmutzigen Kleider brav nach Hause gebracht. Die Waschmaschine und der Tumbler laufen ununterbro­ chen. «Der Druck des Weiterkommens in die nächste Show ist zwar weg», sagt Marianne Schmid. «Doch die Neben­

Erstes Anstossen Luca begiesst seinen Sieg sowie die Nachricht, dass seine erste Single in der Schweiz Gold erreicht hat, mit Stiefbruder Cyril, Stiefvater Peter, Mutter Marianne Schmid und Vater Andreas Hänni (v. l.).

erscheinungen des Erfolgs sind enorm gross.» Das Telefon haben sie momentan ausgeschaltet. Immer wieder hat es ge­ läutet. Ging sie ran, hörte sie nur Schnau­ fen. «Die Fans sind so überrascht, dass die Nummer richtig ist, dass sie wieder auflegen – um drei Sekunden später wieder an­zurufen.» Die Fanbriefe sind im Kellerzimmer sortiert und verstaut. «Es ist schon ein wenig belastend», sagt Peter Schmid, 53, Lucas Stiefvater. «Man

möchte aus Fairness jeden einzelnen beantworten.» Am Samstag muss Luca wieder los. Auf Reisen vermisst er noch nichts. Wenn er jeweils alleine im Hotelzimmer ist, fühlt er sich wohl. «Ich durfte ja jetzt nach Hause. Und sonst habe ich immer Leute um mich», sagt er. «Abends tele­ foniere ich ohnehin immer mit Tamara.» Was sie dann besprechen, das will er nicht «ausplappern» – top secret.   schweizer illustrierte

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Zauberha


In Gold und Seide Michelle Hunziker, gerne ganz bodenständig, lässt sich im Fotoshooting mit «Vanity Fair» als Diva inszenieren. In traumhaften Roben von Dior (l.) und Alberta Ferretti.

Privat auf Wolke sieben. Schön und erfolgreich wie nie zuvor. michelle hunziker im Interview über Muttergefühle, Fremdgeher und Verlobungsring.

fte Michelle


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«Ich bin glücklich und will jetzt diese Liebes­geschichte richtig geniessen» michelle hunziker Fühlt sich wohl in ihrer Haut Michelle Hunziker mit nichts weiter als einem Fächer aus Federn. Von Nanà Firenze by Mazzanti.

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Text Yvonne zurbrügg Fotos Giovanni Gastel

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ichelle Hunziker, auf Sie ist Verlass. Warum meinen Sie? Unser Sommer beginnt dann, wenn die ersten Paparazzi-Bilder von Ihnen im Bikini ins Haus flattern. Heute wars so weit. (Lacht.) Ja, ich verbringe gerade eine Woche mit Aurora in Miami. Einmal im Jahr machen wir Mutter-TochterFe­rien. Am ersten Tag, wir waren noch weiss wie Milch, haben wir uns an den privaten Hotelpool gesetzt. Wir dachten, da kommt sicher kein Paparazzo rein. Natürlich hat uns da aber schon einer mit seiner Kamera erwischt. Na ja. Gibt es eigentlich Männer, die sich trauen, Sie zu fragen: Darf ich Ihnen den Rücken eincremen? Neeeei! Das habe ich noch nie erlebt. Dafür ist wohl Ihr tätowierter Bodyguard zu abschreckend. Federico? Nein! Vor zwei Jahren hatte ich ein grosses Problem mit einem mir komplett fremden Mann. Er hat mir aufgelauert, mir richtig Angst ein­ gejagt. Es ist gut, wenn solche Stalker sehen, dass ich jetzt immer einen männlichen Begleiter habe. Werden Sie noch verfolgt? Zum Glück hat das aufgehört. Vor allem zum Schutz meiner Tochter habe ich Federico aber behalten. Eigentlich ist er längst arbeitslos, aber er ist uns wie ein Bruder geworden. Seit vergangenem Samstag sind Sie wieder im deutschen TV. In «DSDS Kids». Ja, ich freue mich total. Für mich war klar, dass ich mit Thomas Gottschalk bei «Wetten, dass …?» aufhöre. Mit ihm ging eine Ära zu Ende. Wir sind Partner geworden, ja gute Freunde. Und an Weitermachen war nach dem Unglück mit Samuel nicht mehr zu denken. Ich hatte mir vorgenommen: So jetzt mache ich meine Sachen in Italien und warte auf eine neue schöne Gelegenheit im deutschen Fernsehen, bei der ich spontan und ich selbst sein kann. Da kam dieses SMS … Sie schliessen Deals via SMS ab? Ich muss von vorne beginnen: Ich war ja mal Moderatorin von «Deutschland sucht den Superstar». Ich kenne die Macher sehr gut. Der RTL-Unterhaltungschef Tom Sänger schrieb mir also die Nachricht: «Dieter und ich haben da so eine Idee … Hättest du Lust, bei ‹DSDS Kids› in der Jury zu sitzen?» Wie lange haben Sie darüber ­nach­gedacht?

Keine zwei Minuten. Ich entscheide gerne aus dem Bauch heraus. Wenn ich spüre, dass etwas gut wird, bin ich sofort dabei. Ich glaube, ‹DSDS Kids› ist die beste Gelegenheit auch wieder etwas mit RTL zu machen und mit Dieter Bohlen zu arbeiten. Deutschland sucht nun also den Kinder-Superstar. Weshalb wird die Show der Renner? Kinder sind magisch, fantastisch. Das Schönste, was man im Leben haben kann. Angenommen, wir drehen die Zeit um zwanzig Jahre zurück: Mit welchem Song hätten Sie sich am Casting versucht? Wahrscheinlich mit «Über sieben Brücken». (Singt:) Über sieben Brücken musst du gehn, sieben dunkle Jahre überstehen … Ihre Tochter wird im Dezember 16. Sie könnte gerade noch mitmachen. Aurora will nicht vor der Kamera stehen. Sie ist lieber hinter den Kulissen, schreibt gerne und inter­ essiert sich sehr für Regie. Aber sie kann doch bestimmt singen? Ja, sie hat Talent. Sie singt sehr gut. Tut das aber nur unter der Dusche und im Wohnzimmer (lacht). Dabei würden ihr doch alle Türen offenstehen. Wir haben sie nie gepusht. Aurora hat eine ganz normale Kindheit gehabt. Ich bekomme heute Komplimente dafür, wie normal sie ist. Wie easy, unkompliziert. Wie haben Sie das geschafft? Indem ich zum Beispiel im Sommer seit Jahren mit ihr in dasselbe kleine Dörfchen in Ligurien fahre anstatt zum Jetset nach Sardinien. Und wir sind nicht die, die nur in den besten Hotels absteigen. Mit Ihrem Freund reisen Sie mondäner. Ja, ab und zu. Auch mal nach Sardi­ nien. Mit Tomaso war ich auch seine Mutter in St. Moritz besuchen. Aber wenn ich in die Schweiz fahre zum Skifahren, dann nach Arosa. Ich suche eher Heimatgefühl anstatt Jetset. Sie sind in Bern und Solothurn auf­gewachsen, leben nun aber seit 19 Jahren in Italien. Wo ist denn Ihre Heimat? Ich bin verliebt in Italien, so wie ganz viele andere Ausländer. Nicht in die Politik des Landes. Oder in die Bürokratie. Sondern in die Mentalität, die Warmherzigkeit der Leute. Und ich muss Italien Grazie sagen. Ich habe dort meine Familie gegründet, die Italiener haben mich damals «adoptiert». Als ich mit 19 Jahren u


showbusiness

u beim Fernsehen angefangen habe, hat man mir eine riesige Chance ge­geben. Ich bekam und bekomme viel Aner­kennung und bin sehr, sehr dankbar. Trotzdem sind meine Wurzeln in der Schweiz. Seit 16 Jahren moderieren Sie in Italien und Deutschland bei den grössten Sendern zur wichtigsten Sendezeit. Haben Sie überhaupt noch berufliche Ziele? Natürlich, jeden Tag neue! Ich mache in Italien zum Beispiel seit zwei Jahren Theater. Das fordert mich heraus, da will ich besser werden. Ich hatte in meinem Leben nie das Gefühl: Jetzt habe ich es geschafft! Am Wochenende bekamen Sie den Schweizer Fernsehpreis verliehen. Wie wichtig ist Ihnen diese Auszeichnung? Sehr. Der Prophet ist im eigenen Land nichts wert, sagt man. Es ist doch normal, dass die eigenen Eltern, die besten Freunde, das eigene Land dir nicht sofort ein Kompliment machen. Deshalb zählt es auch viel mehr, wenn es dann wirklich kommt. Es ist eine grosse Ehre, in der Schweiz einen Preis zu bekommen. Ich bin dort aufgewach­ sen, habe meine ganze Kindheit dort verbracht. Die Schweiz bedeutet mir immer noch sehr viel. Wo werden Sie den Preis aufstellen? Zu Hause. Ich habe ein Zimmer in meinem Haus, in das ich mich zum Arbeiten zurückziehe und in dem ich mich aufs Theater vorbereite. Dort habe ich auch meine Preise aufgestellt. Sie leben mit Ihrer Tochter Aurora in Mailand. Wann wird sie flügge? Aurora geht auf eine englische Schule und ist jetzt im zweiten Gymnasium. Mit 18 oder 19 möchte sie im Ausland

«Ich bin eine, die gut über die Männer spricht. Es gibt nichts, wovor ich Aurora warnen will» Michelle hunziker studieren. Vielleicht in London. Das wird für mich sehr schlimm werden. Wir sind zusammen aufgewachsen, für mich war sie immer das Wichtigste im Leben. Das wird sie auch bleiben, aber für Mütter ist es immer schwierig, wenn die Tochter aus dem Haus ist. Aurora ist eine junge Dame geworden. Was sagt Mama Michelle zu den Ver­ehrern ihrer Tochter? Ich bin froh, wenn sie sie heimbringt und mir vorstellt. Dann weiss ich, mit wem sie ausgeht. Wir haben ein ganz schönes Verhältnis miteinander. Offen, vertrauensvoll. Sie sagten einst, Männer könnten gar nicht treu sein. Und Sie würden deshalb einen One-Night-Stand auch verzeihen können. Was erzählen Sie Ihrer Tochter über die Männer? Natürlich tut Untreue weh. Aber das kann nach zehn, zwanzig Jahren pas­ sieren. Ich denke, wenn man wirklich liebt, kann man auch vergeben. Ich bin eine, die gut über die Männer spricht. Es gibt nichts, wovor ich Aurora war­ nen will. Sie soll ihr Leben geniessen, all ihre Fehler machen.

Sind Sie eine strenge Mutter? Ja. Regeln sind für Kinder wichtig – und für Teenager erst recht. Aurora weiss zum Beispiel ganz genau, wann sie zu Hause sein muss. Sie hat mich noch nie enttäuscht. Sie können bestimmt auch eine sehr coole Mutter sein. Aurora und ich haben ein sehr cooles Verhältnis. Wir tauschen vieles aus dem Kleiderschrank, inzwischen tragen wir ja dieselbe Grösse. Sie kann alles ausleihen. Da bin ich nicht streng. Für mich gibts wichtigere Sachen im Leben als Kleider und Accessoires. Bereuen Sie manchmal, dass Sie und Eros für Ihre Tochter nicht zusammen­ geblieben sind? Natürlich war es eine grosse Ent­ täuschung, dass es nicht funktioniert hat zwischen Eros und mir. Wir waren so jung. Und wie alle normalen Paare hatten wir irgendwann eine Krise. Nach acht Jahren. Wir fanden nicht die Kraft, sie zu überwinden, und hatten nieman­ den, der uns half. Eros und ich haben eine wundervolle Tochter, die uns ein Leben lang verbindet. Er ist jetzt wieder glücklich, ich auch. Ich kann nichts bereuen. Sie träumten in Interviews schon mehrfach laut von Geschwisterchen für Aurora und von einem grossen Haus auf dem Land samt Tieren. An Ihrer Hand deutet was darauf hin, dass Ihre Zukunftswünsche bald in Erfüllung gehen könnten. Hat Ihnen Tomaso Trussardi einen Antrag gemacht? Ich bin glücklich und will jetzt diese Liebesgeschichte richtig geniessen. In Italien sagt man: «Mal schauen, was Gott will.» 

Rendez-vous mit dem Traummann Tomaso Trussardi soll ihr bereits einen Verlobungsring angesteckt haben.

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schweizer illustrierte

Mutter-Tochter-Ferien Die letzte April-Woche verbrachte Michelle mit Aurora und Bodyguard in Miami, Florida.

u Trussardi zählt zu den klangvollsten Namen der italienischen Modeindustrie. Im Oktober 2011 lernte Michelle Hunziker auf einer Party Tomaso, 28, Sohn des verstorbenen Modepapstes Nicola Trussardi, kennen. Zwei Monate später bestätigte die schöne Schweizerin ihre neue Liebe. Im Januar verbrachten die beiden romantische Tage in St. Moritz. Seit Mitte April wird gerätselt, was der neue Ring an Michelle Hunzikers Hand bedeutet. Die Verlobungsgerüchte kommentiert sie nicht – sagt aber: «Er könnte der Richtige sein für ein weiteres Kind.» Zusammen mit Tochter Aurora, 15, verreiste die TV-Moderatorin gerade nach Miami. Der einzige männliche Begleiter: Bodyguard Federico.

Fotos Dukas (2)

Neue Liebe, Babywunsch und Bikini-Ferien mit Tochter Aurora


Eine grosse Familie Die zwölfköpfige Familie Fischbacher zu Hause vor ihrem Tierli-Stall in Goldingen SG. Vordere Reihe von links: Judith, Elias, Ziege Renzo, David, Daniel, Nesthäkchen Florina und «Mamä» Anna. Hintere Reihe von links: «Dädi» Jakob, ­Sandra, Maja, Severin, Christian und Anita, das älteste Kind in der Familie.

«Ruhig ist es be Zehn Kinder! Bei der grossfamilie fischbacher wirds nie langweilig, es gibt immer viel zu tun. Am Muttertag soll «Mamä» Anna aber mal verwöhnt werden. 36

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Text aurelia forrer Fotos Katja Lehner-grossi

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eute muss es schnell gehen. Jedes Kind soll noch kurz unter die Dusche, zwei, drei Minuten, dann kommt das nächste an die Reihe. Oft stellt Mutter Anna Fischbacher, 44, die drei jüngsten gemeinsam in die Badewanne. «Dann können sie fluten und haben Spass.» Aber eben, heute gehts nicht. Die Schweizer Illustrierte steht vor der Tür. Alle tragen sie ihr Sonntags-

Gewand. Die Älteste der zehn Fisch­ bacher Kinder, Anita, 24, frisiert den kleineren die Haare mit ein bisschen Gel. Seit 21 Jahren wohnen die Fisch­ bachers in ihrem Haus in Goldingen SG. Fünf Schlafzimmer, Küche, Stube, Spielund Badezimmer – «jedenfalls hat jedes genügend Platz», meint Anna. In Eigenarbeit haben sie es renoviert. Ein paar Pokale ihrer Familienkapelle zieren den Wohnbereich. Zwei weitere Preise sind von Tochter Judith, 20, die sie im ­Juchzä gewonnen hat. Und auch einige Möbel,


muttertag

i uns nie» wie den Esstisch, hat sie geschreinert. «Ihr Beruf bedeutet ihr alles», sagt Vater Jakob, 48. «Ausserdem ist sie an unseren Auftritten immer für einen Spass zu haben.» Florina, 4, und Elias, 6, sitzen auf ihren Traktoren. Die Kleinen sind am liebsten im Freien. «Velofahren finden wir besonders toll», meint Daniel, 9. Und Florina lässt es sich nicht nehmen, am Morgen früh bei den eigenen Hühnern die Eier zu holen. «Ruhig ist es nie», sagt Mutter Anna. «Wie es halt ist, u

Ein Haus ­v oller Kinder Anna und Jakob Fisch­ bacher sind Eltern von zehn Kindern. «Wir sind beide selbst in einer Grossfamilie aufge­ wachsen.»

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manchmal lachen sie, manchmal weint ein Kind.» Heute kommen Elias kurz die Tränen. Es geht um das Trampolin, wel­ ches die Jüngsten sich seit Tagen wün­ schen. Anna Fischbacher hat ihre Be­ denken. Es könnte zu gefährlich werden, wenn plötzlich alle miteinander springen wollen. Eine Wunde nähen lassen, das musste schon jedes Kind. Doch auch wenn Mama Nein sagt, bleibt die Hoff­ nung, dass vielleicht Papa Ja sagt. «Sie probierens immer wieder», sagt er. Bis­ her noch erfolglos. Und Elias weint, weil er die Anzahl Trampolins im Einkaufs­ laden ständig verfolgt und zählt. «Es hat nur noch drei!» Katze Felix, mehrere Hasen, die zwei Ziegen – benannt nach Mister Schweiz Renzo Blumenthal und Schwin­ gerkönig Kilian Wenger – und drei ­Hühner gehören ebenso zur Familie Fischbacher. «Wir haben immer jemanden zum Spie­ len», sagt Severin, 12. Zehn reichen auch gut zum «Tschutte». Und hat die ganze Familie frei, gehen sie ­wandern und «brötled» in der Natur Cervelats. «Ferien gibts jedoch nicht», sagt Vater Jakob. Aber das stört niemanden in der Familie. «Schliesslich wohnen wir an einem idyl­

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muttertag

«Ich möchte nichts beschönigen. Manchmal komme auch ich an meine Grenzen» Mutter anna fischbacher

Familiärer Treffpunkt In ihrer Stube halten sich die Fischbachers zum Spielen, Musizieren oder Fernsehen auf – Letzteres nur wenn «SF bi de Lüt» läuft.

lischen Ort, wo wir ­jeden Tag die prächtige Natur erleben können.» Drei Tage waren sie einmal im ­Wirzweli, der Heimat der Wiesenberger Jodler, Ski fahren. Ein einzigartiges Erlebnis, das allen noch in bester Erinnerung ist. Gern hätte das Ehepaar «puured». Aber da das Leben nicht planbar ist, helfen alle bei einem verwandten Bergbauern im Dorf mit. Die älteren Jungs gehen ab und zu melken. Beim Heuen unterstützen sie ihn zu zwölft, selbst Nesthäkchen Florina ist dann dabei. «Sie bringt uns die Getränke. Mag sie nicht mehr, setzt sie sich unter einen Baum», sagt die Mutter. Anna wuchs selbst mit sechs, Jakob mit fünf Geschwistern auf. «Die grösste Herausforderung ist, jedem Kind gerecht zu werden, was fast unmöglich ist.»

Am Sonntag ist Muttertag. Bei der Frage, was sie ihrer Mutter Gutes tun werden, herrscht plötzlich Ruhe. Die geplante Überraschung will keines der Kinder verraten. Sonst im Alltag bewältigt Mutter Anna die grösste Hausarbeit. «Mamä ist einfach die Beste», sind sie sich einig. «Und sie kann sehr gut kochen. Am liebsten esse ich ihre Omelette und Chnöpfli», sagt der jüngste Bub, ­Elias, 6, während er mit seinen Autos spielt. «Sie stellt ihre eigenen Bedürfnisse hinten an», sagt Anita. Mutter Anna ist zu viel Lob unangenehm. «Ich möchte nichts beschönigen», sagt sie. «Manchmal komme auch ich an meine Grenzen.» Im Haus Fischbacher gibt es immer etwas zu tun. Die Waschmaschine läuft täglich. «Wenn nicht, habe ich das Gefühl, ich bin in Verzug», sagt sie. Die u


«Beim Kartoffelnschälen gibts Wettrennen. Aber gegen Mamä verlieren wir immer» David Fischbacher urestliche Hausarbeit verteilt sie vorzug.

Vater Jakob arbeitet tagsüber bei den Sportbahnen Atzmännig. Das Schlimms­ te ist für Anna: Chaos. Sie mag Ordnung. Und wer nicht aufräumt, muss eben länger auf den Znacht warten. Jeder hilft mit. Maja, 18, backt gerne, und die älteren Jungs schälen gelegent­ lich Kartoffeln. «Dann gibts ein Wett­ rennen», sagt Christian, 21. «Aber ge­gen Mamä ver­lieren wir immer», meint David, 16. Alle lachen. Mutter Anna versucht das Lob zu relativieren. «Ich mache es ja auch öfter als sie.» Am 11. August feiert die Familien­ kapelle in der Markthalle Rothenthurm ihr zehnjähriges Bestehen. Zugleich wird ihre erste CD getauft. «Bis dahin gibt es aber noch viel zu organisieren und zu planen», meint die zweitälteste Tochter, Sandra, 23. Sie ist unter ande­

Die Kleinen Daniel, 9, Florina, 4, und Elias, 6, (v. l.) spielen wenn möglich im Freien.


muttertag

Die älteren Jungs Schwyzerörgeli und Akkordeon beherrschen alle drei: Christian, 21, Severin, 12, und David, 16 (v. l.).

rem auch für die Homepage der Fami­ lienkapelle verantwortlich. Angefangen hat alles mit Kind Nummer 6, David, 16. Als er im Kinder­ gartenalter beschloss, Schwyzerörgeli zu spielen, suchten die Eltern nach einem Lehrer. Ein Bauer aus Laupen, der eben­ falls mit seinen Kindern musiziert, brach­ te die Idee auf, eine Familienkapelle zu gründen. So lernten die Geschwister gleich Davids erstes Lied aus der Musik­ stunde: «Musig muess es Bierli ha». Einen Monat später absolvierte die Familienkapelle ihren ersten Auftritt. Seither wird in der Stube jeden Freitag geprobt. Zusätzlich gehen die Kleinen noch in die Musikschule. Die Kinder haben Freude an den Auftritten. In Shows wie «Hopp de Bäse», «SF bi de Lüt» oder «Musik­antenstadl» waren sie schon zu Gast. Fünfmal haben sie bereits am Prix Franz in Luzern teil­ genommen und ihn im vergangenen Jahr sogar gewonnen. Am Samstag, dem 12. Mai, sind sie nun im «Samschtig-Jass» (SF 1, 18.45 Uhr) mit ihrem neuen Lied «Heimat isch» zu sehen. Mutter Anna jasst am Tisch mit. Und 22 Daumen sind für sie gedrückt. 


porträt

Most wante Er führt den beliebtesten «Saftladen» der Schweiz: Christian Consoni ist der neue CEO der Ramseier Suisse AG. Und auch gleich sein bester Kunde: Er trinkt schon mal sechs Liter am Tag. Text Nina Siegrist Fotos Hervé Le Cunff

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ein Lieblingsplatz im Auditorium B110 war rechts aussen. In den mittleren Sitzreihen. Da, wo die Tür nah war und der nächste Getränkeautomat nur ein paar Schritte entfernt. Ganz vorne im Hörsaal, an der St. Galler Eliten-Schmiede HSG, da sassen jene mit frisch gebügeltem Hemd und Krawatte, die, die ihr Studium «managen», als sei es ein Grosskonzern, mit Papas Porsche als Firmenwagen. Christian Consoni aber kam aus Horn TG, dem äussersten Zipfel Mostindiens, er fuhr mit dem Postauto vom Elternhaus an die HSG und besetzte dort dann seinen Lieblingsplatz. Und während er da so sass, rechts aussen, in den mittleren Sitzreihen, ist in ihm die Erkenntnis gereift, dass gesunder Menschenverstand schon immer wichtiger war als irgendwelche «Corporate Governance Guidelines». In der Lagerhalle der Ramseier Suisse AG in Sursee LU stapelt Christian Consoni, 40, scheppernd und stampfend ein paar Apfelsaft-Harassen übereinander. Dann setzt er sich, die Ärmel des aprikosenfarbenen Hemds in SchwingerManier nach hinten gekrempelt, auf ein Palett Elmer Citro, nimmt eine Flasche Schorle und stürzt sie hinunter. Nicht weil er zeigen will, wie gut ihm die eigenen Produkte schmecken. Auch nicht, weil der Chef sowie alle Mitarbeitenden natürlich umsonst trinkten. Nein, er trinke jeden Tag etwa sechs Liter. «Das liegt an meiner Postur», sagt der RamseierCEO, stellt sich neben den Harassenturm, und tatsächlich: Consoni, früher

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d!

Prost! Christian Consoni im Lager der Ramseier Suisse AG in Sursee LU. Der Getränke-Riese zählt 300 Mitarbeiter und gehört zur Fenaco-Landi-Gruppe.


«Mit meinen Kindern bin ich vermutlich strenger als mit meinen Mitarbeitern» Christian Consoni Nati-B-Volleyballspieler, ist ein 1,97 Meter grosses Kraftpaket – da passt halt ganz schön viel rein. In Consonis Büro, einem nüchternen Raum, gibts erst mal einen Nuss­ gipfel. An der Wand hängt ein Bild seiner drei Kinder, in der Ecke steht ein grosser roter Kühlschrank. Ob Sinalco, Elmer Citro, Ramseier Obst- und Fruchtsäfte oder Bier aus der eigenen Brauerei: Der Chef hortet vom ganzen Sortiment etwas in seinem Kühlschrank. Sinalco gabs in seiner Kindheit immer nur im Zirkus, erzählt er. Und Elmer Citro jeweils in der Bergbeiz als Belohnung nach Familienwanderungen. Es klopft, die Bürotür geht auf, und ein Mitarbeiter reicht Consoni ein knittriges gelbes Post-itZettelchen mit den neusten Ergebnissen einer Preisverhandlung. Keine PowerPoint-Folien, keine Excel-Files? Consoni schüttelt den Kopf. Er pflege einen direkten, informellen Führungsstil. Seit er im August 2011 den CEO-Posten übernommen hat, duzen sich bei der Ramseier Suisse AG alle. Bis jetzt habe er den Mitarbeitern noch nie zeigen müssen, «wo der Bartli den Moscht holt». Wer widerspricht schon einem

1,97 Meter grossen Kraftpaket? Christian Consoni lacht. Ja, er sei als Vater vermutlich strenger denn als Chef, sagt er. Und kippt eine Flasche Apfel-Orangen-Schorle in sich hinein. Unterwegs in seinem Ford-Fami­ lienwagen nach Gipf-Oberfrick. «Ich mag Städte nicht, hab immer auf dem Land gewohnt.» Es tauchen immer mehr grüne Hügel und Obstbäume auf und dann, irgendwo ganz hinten, sein Einfamilienhaus. Heute steht mal wieder eine Mountainbike-Tour mit seinen Kindern Flavia, 7, Raffael, 10, und Tobias, 12, auf dem Programm. Zuerst gibts aber Zmittag: Seine Frau Monica, 41, nimmt eine Lasagne aus dem Ofen. Kennen gelernt haben sich die beiden vor zwanzig Jahren bei einem Volleyballspiel, sie übersah ihn übrigens, trotz 1,97 Metern, und jubelte seinem Teamkollegen zu. Er aber blieb am Ball – und entschied das Spiel für sich. Zur Lasagne gibts, logisch, Apfelsaft. Und das bei einer Dentalhygienikerin! Monica Consoni lacht nur. Früher hat ihr Ehemann Fertigpizzas vermarktet, danach bei Frigemo den Verkauf von Pommes frites geleitet – da ist Most vergleichsweise gesund.


Sportlerfamilie Hockey, Golf und Mountainbike. Die Consonis sind immer in Bewegung – am liebsten draussen in der Natur, wie hier oberhalb von Gipf-Oberfrick AG.

Wenig später sitzen alle auf ihren Bikes, strampeln. Der Ramseier-Chef schiebt mit der linken Hand die kleine Flavia an. Als sie oben angekommen sind, gibt es – genau – eine Apfelschorle. Ja, Papa habe halt schon einen ‹SchoggiJob›, sagen die zwei Buben. «Wer sonst hat im Büro einen Kühlschrank. Und muss nichts tun ausser befehlen.» Christian Consoni muss wieder «befehlen gehen». Bald wird das Ramseier-Management aufgestockt. Hat er bestimmte Einstellungskriterien? Christian Consoni schmunzelt. Eines ist klar: Wenn der Bewerber an der HSG war, dann wird er ihn fragen, wo er im Auditorium B110 gesessen hat. Und antwortet dieser dann mit «Mitte, rechts», dann stünden die Chancen schon mal gar nicht so schlecht. 

Mittagstisch Der Ramseier-Chef mit Ehefrau Monica und den Kindern Flavia, Raffael und Tobias zu Hause in Gipf-Oberfrick.


Weisse Weste Fabian Kauter, der WeltranglistenErste im Degenfechten, hat mit Blick auf London gut lachen.

Olympiaserie

Goldrush in Lon Moment der Wahrheit: Fabian Kauter & Co. wollen an den Olympischen Spielen nicht nur mitmachen. Auf dem Weg zum Showdown legen sie in der Schweizer Illustrierten einen Zwischenstopp ein – sprechen über Gefühle, ihr privates Umfeld und ihre Chancen.


u Sven Riederer Der 32-jährige Zürcher will seinen Coup von 2004 wiederholen. Damals gewann er in Athen Bronze.

u Yvonne Leuthold Die erste Schweizer

Handballerin an Olympia – dank einem britischen Pass tritt sie fürs Heimteam an.

u Mike Kurt 2004 gewann er in Athen

die Qualifikation. Nun will der Weltklasse-­ Kanute aufs Podest paddeln.

u Michael Albasini Die Marschtabelle

stimmt. An der Katalonien-Rundfahrt gewinnt er zwei Etappen und die Gesamtwertung. schweizer illustrierte

Fotos Kurt Reichenbach, EQ Images, Getty, freshfocus (2)

ndon

Demnächst

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Kein Gangsta-Style Als ­Rapper Yuri singt Fabian ­Kauter von «Vreni» und trifft im ­Studio von Sandro Durrer die Töne ganz genau.

Er ist ein Künstler auf der Fechtplanche – und ein ­Meister der Tonakrobatik. Der Berner Fabian Kauter träumt von der doppelten Nummer 1. Text thomas renggli Fotos kurt Reichenbach

A

chtung, Terminkollision! Fabian Kauter steht nächstes Wochenende vor einem unlösbaren Problem: Als Sportler tritt er zum DegenWeltcup in Stockholm an, als Rapper bringt er in der Schweiz unter dem Künstlernamen Yuri seine zweite SoloCD, «Kopf über Wasser», auf den Markt. Musketier oder Musiker? Der Sport gewinnt das Duell. Aus pragmatischen Gründen. Seit vorletzter Woche führt der 26-jährige Berner erstmals die Weltrangliste an. «Es gibt nicht viele Sportler, die das von sich behaupten können.» Aber auch der CD-Release steht

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ihm nahe. «Für einen Künstler ist das wie die Geburt eines Babys. Hinter einem Album steckt grosse Arbeit und viel Emotionales.» En garde! Kauter trifft auf der Fechtplanche die Gegner – und daneben seine Herzensdame mitten ins Herz. An der Universiade in Bangkok 2007 lernt er die Lausanner Wasserspringerin Joséphine Rapit, 23, kennen. Seither sind die beiden ein Paar. «Auch wenn sie nur ­selten zu den Wettkämpfen kommt, ist Joséphine eine grosse mentale Unterstützung. Sie weiss genau, wie man mit dem Druck im Sport umgehen muss.» Kauter schlägt sich durch. Im vergangenen Herbst gewinnt er als Dritter im

italienischen Catania mit dem Degen die erste Schweizer WM-Einzelmedaille seit zehn Jahren. Auch musikalisch läufts rund: Mit der Berner Rap-Combo 6er Gascho schafft er es in die Hitparade. Nun ist die doppelte Nummer 1 möglich. Kauter lacht: «Daran habe ich schon gedacht. Aber das ist wohl nur ein Traum.» Konkreter sind seine olympischen Ambitionen. Denn mit seinen konstant starken Leistungen im Weltcup hat er sich für die Direktausscheidung in London in eine privilegierte Position manövriert. «Alles ist möglich», sagt er – um im selben Moment zu relativieren: «In einem Sport, in dem Hundertstelsekunden und Millimeter entscheiden, braucht es auch Wettkampfglück.» Dramaturgisch würde alles perfekt stimmen. Kauter tritt am 1. August zum olympischen Showdown an. Er tut alles, um die National­

Fotos Thomas Buchwalder, Marcel Nöcker, iStockphoto

Der Rap-Fechter


Fabian Kauter Geboren am 22. September 1985 in Bern u karriere-Highlights 2012: Weltranglisten-Erster. 2011: WM-Bronze im Einzel und mit dem Team. 2009: EM-Silber mit dem Team. 2007: EM-Bronze im Einzel. 2004: EM-Gold mit dem Team u familie Vater: Christian, 65. Mutter: Claudia, 59. Geschwister: Michael, 33; Kristina, 31. Freundin: Joséphine Rapit, 23 u hobbys Fabian war als Junior ein torgefährlicher Stürmer von YB

Musketiere Die Brüder Michael (l.) und Fabian Kauter kreuzen mit Vater Christian die Klinge.

feier mit Gold zu veredeln. Seinen Job im Privatbanking hat er gekündigt und ist nun quasi Berufsfechter. Wer es nicht glaubt, dem hält er seine Visitenkarte entgegen: «Fechter» steht unter seinem Namen. Allerdings: Seit es keine Ritter und Hofdamen mehr gibt, ist die edle Kunst des bewaffneten Zweikampfs ein brotloses Gewerbe. Fabian trainiert wie ein Profi – 15 bis 20 Stunden pro Woche – und wird «entlöhnt» wie ein Amateur. Abgesehen von Reise und Unterkunft fallen selbst an der WM die Spesen zu seine Lasten. Ohne Swiss Olympic und Sporthilfe würde er das Messer an der Kehle spüren. Auf dem weissen Wettkampfdress prangt nur das Label eines Sponsors (Amag). Den wichtigsten Support geniesst er aber ohnehin familienintern. Bei den Eltern im Berner Kirchfeldquartier lebt er in einer eige-

nen Wohnung. Dort erhält er auch jederzeit den bestmöglichen sportlichen Rat. Vater Christian gewann in den 1970erund 1980er-Jahren die Medaillen stapelweise, darunter an Olympia Silber und Bronze mit dem Team. «Fechten ist eine extrem komplexe Sportart. Sie erfordert Athletik, taktisches Gespür und eine enorme Körperbeherrschung.» Mutter Claudia ist die Schwester von Christians früherem Mannschaftskollegen Daniel Giger. Bruder Michael, 33, qualifizierte sich als einziger Schweizer für die Olympischen Spiele 2008 in Peking. «Es ist schön, zu sehen, dass die Söhne mit dem gleichen Virus infiziert sind», sagt der Vater. Im Fechtklub Bern im LänggassQuartier ist die Faszination dieses Sports förmlich greifbar. An den Wänden der Trainingshalle hängen die Porträts von alten Meistern – auffällig viele sind mit Fabian Kauter verwandt. Im Hinterzimmer hat Maître Gabriel Nielaba eine stattliche Sammlung alter Waffen und Masken angehäuft. Der gebürtige Pole erklärt den Erfolg der hiesigen Fechter mit der Geschichte. «Die Schweizer waren immer ein kriegerisches Volk – und haben gelernt zu kämpfen.» Nicht ganz so martialisch sieht es aus, wenn sich Fabian Kauter über die Planche bewegt – elegant tänzelnd, mit katzenhafter Gewandtheit und blitzschnellen Bewegungen. Auch als Rapper steht er eher für eingängige Melodien und bernische Harmonie als für aggressive Parolen und brennende Fässer. Fabian Kauter ist kein Mann des GangstaStyles – weder sportlich noch musikalisch. Goldenes Potenzial besitzt er trotzdem. Touché.  

Das meint der experte u Seine stärken

Fabian ist ein technisch und taktisch kompletter Fechter. Er besitzt eine schnelle Hand und damit grosses Angriffspoten­ zial. Durch seine kon­ stanten Leistungen hat Premiere Marcel Fischer gewann er sich Selbstvertrauen und Routine angeeignet. 2004 als erster Schweizer Fechter An Olympia kann dies Olympia-Gold. entscheidend sein. Heute arbeitet der u Seine schwächen Es 33-jährige Bieler gilt, die Schwächen durch als Arzt. die Stärken zu kaschieren. Als ich noch mit Fabian trainierte, war er gelegentlich zu wenig aggressiv und mutig. u Erfolgsrezept In der kurzfristigen Vorbereitung geht es darum, ein gutes Gefühl zu entwickeln und das Selbstvertrauen weiter aufzubauen. Mitentscheidend ist auch die Auslosung des ersten Gegners. Und natürlich spielen Tagesform und Wettkampfglück eine Rolle. Aber ein Fechter von Fabians Klasse ist in der Lage, diese scheinbar zufälligen Faktoren auf seine Seite zu ziehen. u Gefahren Die Nervosität! Ich lag in Athen in meinem ersten Gefecht gegen einen schwächer eingestuften Rivalen 6:9 hinten – und fand einen Weg zurück. Diese Reaktion war der Schlüssel zum Sieg.

Die Chancen 0

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75% Alles liegt drin Für Kauter muss eine Medaille das Ziel sein. Doch im Fechten ist der Grat zwischen Top und Flop schmal. schweizer illustrierte

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Misteeirz? Schw 2012 Teil 2 von

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Auch diese drei Mister-Schweiz-Kandidaten kämpfen 2012 um den Titel: Sie wollen ihre eigene Bar, lassen Hunde tanzen oder suchen die Frau zum Kinderkriegen. Text sandra casalini, ramona thommen, vanessa fink, Fotos thomas buchwalder, marcel Nöcker, Hervé le cunff

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Eingeschworenes Team ­Sidney, Sacha und Marianne Lnenicka (v. l.) unterstützen Ronny bei seinem MisterSchweiz-Traum.

Diese Woche Ronny Lnenicka, Ayosha St. Maarten, Lavdrim Sylejmani (v. l.).

Ronny Lnenicka

«Ich sehne mich nach einer Freundin»

winnen

u Er will beweisen, dass man mit Fleiss, Ehrgeiz und Durchhaltewillen alles erreichen kann: Ronny Lnenicka, 25, aus Berikon AG. Nach seiner Lehre als Automechaniker macht er die Handels­ schule und die Weiterbildung zum Kundendienstberater. Sein nächstes Ziel: sich zum Automobilkaufmann ausbilden lassen. Nebenbei bringt er sich selber Französisch bei. Die Leidenschaft für Motoren und Fahr­ gestelle erbt Ronny von seinem Vater. Sidney, 53, arbeitet als Autoverkäufer. Zusammen mit seinem Vater baut Ronny als kleiner Knirps Seifenkisten und fährt damit Rennen. Mit neun Jahren wird er Schweizer Meister. Als Teenager gewinnt er den Vize-Schwei­ zer-Meister-Titel im Modellautorennen. Während zehn Jahren setzen Ronny und sein Bruder Sacha, 23, aufs «Chärele». «Das schweisst zusammen.» Heute sind sie nicht nur Brüder, sie verbindet eine echte Freundschaft. «Ronny und ich sprechen über alles», erzählt Sacha. Vater Sidney und Mutter Marianne, 51, macht das besonders stolz. «Die Familie bedeutet uns alles. Wir sind ein Team, das zusammenhält.» Wichtig sei ihnen bei der Erziehung vor allem gewesen, dass ihre Söhne nicht nur als Kinder, sondern auch als eigenständige Perso­ nen heranwachsen. «Sie durften vieles ausprobieren, sofern sie es dann auch durchzogen», sagt Marianne. Und das tut Ronny bis heute – auch in Bezug auf seinen Traum von der Schönheitskrone: 1998 ist er Mister-Teenie-Kandidat, 2011 meldet er sich selbst zur MisterNordwestschweiz-Wahl an – und gewinnt. Der Entscheid, sich auch noch beim Mister-Schweiz-Casting zu u

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Ronnys Reich In seinem Junggesellen-Zimmer hängt ein Frauenbild: «Auf mich wirkts nicht billig, sondern interessant», erklärt er.

u zeigen, liegt nahe. «Schönheits­ wettbewerbe passen zu Ronny», weiss Marianne. Eitel sei er nämlich schon ein bisschen. «Er pflegt sich gerne und schaut auf sein Äusseres.» Da kann es gut und gerne auch mal 20 Minuten dauern, bis das Badzimmer nach Ronny wieder frei ist. Im Gegensatz zu Bruder Sacha wohnt Ronny noch bei seinen Eltern. Ende dieses Jahres will er sich seine erste eigene Wohnung suchen. «Bisher gefällt es mir hier gut – und ich kann Geld sparen», erklärt Ronny. Die eigenen vier Wände sollen daher auch in der Nähe liegen, eine Wohngemeinschaft kommt für ihn nicht infrage. «Dafür bin ich nicht

Einer Meinung Ayosha und Anna haben sich im «Purpur» kennengelernt, wo er arbeitet. Eine gemeinsame Wohnung wollen beide noch nicht.

Ayosha St. Maarten

«Zusammenziehen wäre noch zu früh» u «Die bleibt geschlossen», sagt Marion St. Maarten, 60, und zieht die Türe zum Zimmer von Ayosha St. Maarten, 23, zu. Sie achtet darauf, die Privatsphäre ihre Sohnes zu wahren. Die beiden leben zusammen mit den Katzen Silly, Kitty

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und Floh sowie mehreren Fischen in Zürich. Vater Edin, 43, wohnt mit seiner neuen Familie und Ayoshas Stiefschwes­ terchen Nayla, 2, ganz in der Nähe. Vor einem Jahr schloss Ayosha die Zür­ cher Schauspielschule mit dem Bachelor

ab – stand seither aber nicht mehr auf der Bühne. Er arbeitet Vollzeit im Zür­ cher Restaurant-Club Purpur, erledigt Administratives, steht hinter der Bar. Und modelt nebenbei. Daheim lässt er es ruhiger angehen: Die Mutter muss ihn


mister schweiz

der Typ.» Das Einzige, was Ronny noch fehlt, ist die richtige Frau an seiner Seite. Diese zu finden, sollte denn auch nicht so schwierig sein, glaubt Marianne. «Eigentlich war er immer ein Mädchenschwarm, er hat es nur nie gemerkt.» Doch Ronny ist anspruchsvoll. Treu und ehrlich soll sie sein. Und Ausstrahlung haben. Es muss einfach funken. «Ronny wünscht sich eine Frau, die die Mutter seiner Kinder sein könnte», weiss Marianne. Und die hat er bisher noch nicht ge­troffen. «Auch wenn ich mich manchmal nach einer Freundin sehne, auf die ich zählen kann», verrät er.

Kuschelstunde Katze Silly liebt die Streicheleinheiten von Ayosha. Seine Armbänder hat der Zürcher selbst gemacht.

oft zweimal bitten, seine Ämtli zu erledigen. Alles in allem sei ihr WG-­Leben aber harmonisch. Doch Ayosha schmiedet Pläne ausserhalb seines «Nests»: Er möchte in Mailand oder London modeln – sein Aus­ sehen könnte dort eher gefragt sein. «In der Schweiz bekomme ich nicht genug Aufträge, um davon zu leben.» Freundin Anna, 22, – sie studiert Jus – nimmt seine Pläne gelassen. «Das kann dauern.» Seit 2009 sind sie ein Paar. Eine gemeinsame Wohnung kommt für beide noch nicht infrage. «Ich möchte erst einmal alleine leben», sagt Ayosha. Es mache viel kaputt, wenn man so jung zusammenziehe. Und überhaupt: Trotz seiner Schauspielausbildung und dem Wunsch, die Laufstege zu erobern, träumt Ayosha noch von etwas anderem: einem eigenen Club oder einer Bar. Dort werden dann alle Türen offen stehen.

lavdrim sylejmani

«Intelligentes Vorbild» u Der Star im Hause der Familie Sylejmani in Pregassona TI heisst Sissi. Das zweijährige Hündchen von Tochter Diana, 21, bekommt massenhaft Aufmerksamkeit und Streicheleinheiten von allen. Aber seit ein paar Wochen hat der Vierbeiner Konkurrenz: Auf MisterSchweiz-Kandidat Lavdrim, 23, ist nämlich die ganze Famiglia «orgogliosissima» – unendlich stolz. «Molto bravo» sei ihr Sohn, sagt Mamma Rifadije, 47. «So ein guter Junge!» Obwohl: «‹Lav› kann richtig stur sein», sagt Diana. Wenn er etwas will, dann kriegt er es auch. Das war bereits als Kind so: «Für meine erste Playstation musste ich eine Woche lang weinen!» Auf der anderen Seite sei er bereits als Teenager sehr reif und zuverlässig gewesen, sagt die Mamma. «Um ihn musste ich mir nie Sorgen machen.» Und Diana ergänzt: «Lavdrim ist immer für mich da, hört mir zu, gibt mir Ratschläge. Er ist ein tolles Vorbild für junge Leute.» Diana hat sofort allen ihren Freundinnen Bescheid gegeben, als ihr grosser Bruder es unter die vierzehn Schönsten im Lande schaffte. Überrascht habe sie das aber nicht. «Er ist hübsch und intelligent, ein super Bruder. Klar wird er Mister Schweiz!» Die Familie Sylejmani stammt aus dem Kosovo. Sie

kamen in die Schweiz, als Lavdrim drei Jahre alt war. «Als Kind habe ich schon erlebt, dass ich wegen meines kosovarischen Namens schräg angeschaut wurde», sagt er. «Aber mittler­ weile passiert das kaum mehr.» Der Wirtschaftsstudent spielt Fussball, Tennis und Beachvolleyball. Seine grosse Leidenschaft aber ist das Foto­ grafieren. «Ich klaute bereits als Knirps meinem Vater immer die Kamera und knipste damit herum.» Sein liebstes Sujet: Freundin Elena, 20. Seit ein paar Monaten sind die beiden nach einer einjährigen Pause wieder ein Paar, zuvor waren sie drei Jahre zusammen. Wie es weitergeht mit den beiden, ist unsicher: Elena möchte gern in Australien studieren. Lavdrim: «Wir werdens aber auf jeden Fall auch weiterhin miteinander versuchen.»

Neue alte Liebe Business-­ Studentin Elena und Lavdrim Sylejmani sind nach einer einjährigen Pause wieder ein Paar.

Harmonische Familie Schwester Diana, 21, Mutter Rifadije, 47, Lavdrim Sylejmani, Vater Reshat, 50, Bruder Perparim, 24, (v. l.) – und Hündchen Sissi, 2. schweizer illustrierte

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GESELLSCHAFT

Sie hat Rokpa gegründet Lea Wyler ist seit 32 Jahren Vizepräsidentin ihrer Hilfsorganisation. Sie lebt in Zürich.

Lachend in die Zukunft Joyti, 8, Sina, 15, Tsering Chödron, 11, und Sabita, 12, im Kinderzimmer von Lea Wylers Familienhaus in Celerina.

Das ist die unglaubliche Geschichte der Bettelkinder von Kathmandu. Die jungen Schauspieler aus Nepal sind in der Schweiz auf Tournee. Zusammen mit Bastian Baker, Sina und Anna Rossinelli.

Diese Mädchen t Text Stephanie Ringel Fotos christian Lanz

W

enn sich drei Kinder in eine nasse Kartonkiste zwängen, um am Strassenrand ein paar Stunden zu schlafen – sicher vor streunenden Hunden, ihrem Prügel-Vater oder dem kalten Wind –, dann bleibt als einziger Trost ein Gefühl, das nicht beschützt und auch nicht wärmt: Sie sind nicht allein in den Strassen von Nepals Hauptstadt Kathmandu. Lea Wyler denkt

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immer wieder an solche Szenen, wenn eines ihrer Kinder plötzlich traurig ist. Dann spürt sie – jetzt kommen die schlimmen Gefühle zurück. Als sie die Arvenholztür zu ihrem ­alten Kinderzimmer aufstösst, ist das ­Leben in Kathmandu weit weg. Durch die schmalen Fenster des Bündner Berghauses in Celerina scheint durch rot karierte Vorhänge ein Sonnenstrahl, in dem Staubkörner tanzen. Zwei schmale Kinderbetten ducken sich in den Ecken unter flauschigen Decken. Decken in

So sieht Nepal aus Farbenprächtige Kostüme, rituelle Tänze. Die Schauspieltruppe probt ihr Bühnenstück.


anzen ins Leben denen sie einst Sommerferiennächte durchträumt hat und in denen sich jetzt ihre Kinder aus Nepal ausruhen. «Sie schlafen heute noch oft zu dritt in einem Bett», sagt Wyler, es reiche ihnen nicht zusammen in einem Zimmer zu sein. «Sie brauchen die Nähe. Das gibt Halt.» Rokpa heisst die Zürcher Hilfs­ organisation, die Lea Wyler 1980 nach ­einer Pilgerreise gegründet hat. Das ­tibetische Wort bedeutet «helfen» und «Freund». Es fasst das Gründungsmot­ to «Helfen, wo Hilfe gebraucht wird» in

fünf Buchstaben zusammen. Die Organi­ sation betreibt in Kathmandu eine Gas­ senküche, einen Frauenworkshop für ehemalige Bettlerinnen, ein Guesthouse mit Café, das frühere Rokpa-Kinder lei­ ten, und ein Kinderhaus, in dem 55 Stras­ senkinder ein Daheim gefunden haben. Daneben hilft Rokpa mit 120 Projekten in Tibet und anderen Ländern. Über 10 000 Kinder erhalten jedes Jahr eine Schulausbildung. 100 000 Menschen bekommen Essen, medizinische Ver­ sorgung, Mietzuschüsse, Kleiderhilfe.

Und – vielleicht das Wichtigste: Liebe, Aufmerksamkeit, Anerkennung. Zehn kleine Schauspieler und Tänzer aus dem Kinderhaus sind in die­ sen Tagen in der Schweiz, im Haus von Lea Wylers Familie. Sie proben dort und im evangelischen Kirchgemeindehaus von Celerina für die bislang grösste Her­ ausforderung in ihrem jungen Künstler­ leben: eine dreimonatige SchauspielTournee durch die Schweiz, Deutschland, Italien, Finnland, England, Schottland und Polen. Alles ehemalige Strassen­ u schweizer illustrierte

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«Schau, was du aus dir gemacht hast!» Die jungen Schauspieler in den Gassen von Celerina GR. kinder. Frühere Bettler, Diebe und Drogenabhängige. «Katé» sei das schlimmste Schimpfwort für ein Stras­ senkind in Nepal. «Sei stolz, dass du ein Katé warst!», sagt Wyler den Kindern, wenn sie sich ihrer Herkunft schämen. «Schau zurück, und sieh, was du aus dir gemacht hast! Du stehst auf einer Bühne und wirst beklatscht.» Da ist Smaila, 22, der von zu Hause weglief, weil ihn sein Vater verprügelte. Als er, gerade mal sechs Jahre alt, vor der Tür von Lea Wylers Kinderhaus stand, hatte er nichts an ausser einem zerrissenen T-Shirt. Heute spricht Smaila fliessend Englisch, er hat einen Collegeabschluss in Sozial­ arbeit und eine Zukunft als talentierter Tänzer vor sich. Joyti, 8, wohnt seit letz­ tem Jahr im Kinderhaus. Sie fand ihren toten Vater, gestorben bei der Feldarbeit. Die hochschwangere Mutter, Joyti und ihre Geschwister landeten schnell als Bettler auf der Gasse. Trauer und Glück – jedes Kind spielt seine eigene Ge­ schichte und erzählt damit auch seine Erfolgsgeschichte. «Alles, was ich tue, ist: ermöglichen. Die Kinder können ent­ wickeln, was in ihnen angelegt ist. Es ist ein Wunder, wie aus verwahrlosten Strol­ chen selbstbewusste, ehrgeizige, liebe­ volle Menschen werden.» Sandra Studer, Daniela Lager, Christine Maier oder Susanne Kunz un­ terstützen die Tournee und moderieren die Auftritte in Zürich, Winterthur, Basel oder Boswil. Die Sänger Seven, Marc Sway, Anna Rossinelli oder Bastian Baker treten im Vorprogramm der jun­ gen Nepalesen auf. «Ich bin sehr ner­ vös!», sagt Lea Wyler, denn die ehemali­ ge Schauspielerin führt zum ersten Mal alleine Regie. Ein lange vergessenes Er­ eignis hilft ihr dabei. Sie sei vielleicht acht Jahre alt gewesen, als ihre eigene Mutter für ein Kinderdorf in Israel das von ihr verfasste Theaterstück «Meine Kinder sind es» inszenierte. Der Zweck: u

Geld sammeln für Kinder in Israel. Die kleine Lea zieht eine löchrige Hose, ein altes T-Shirt an und spielt den tunesi­ schen Strassenjungen Uri. «Viele Kinder, die zu mir ins Kinderhaus kommen, sehen so aus. Das ist das echte Leben.» Vor Kurzem hat sie für 500 000 Fran­ ken das staubige Grundstück neben dem Kinderhaus gekauft. Genauer: Sie hat es reserviert. Eine einmalige Chance, denn Land ist rar. Bekommt sie das Geld nicht in den nächsten zwölf Monaten zusam­ men, muss sie das Gelände wieder abge­ ben. «Ich will darauf neue Frauenprojek­ te planen, einen Spielplatz und eine weitere Gassenküche bauen», sagt sie. Das Geld für Rokpa erbettelt sie unerschrocken von Freuden und Gönnern. Drei Millionen Franken Jah­ resbudget werden ausschliesslich durch Spenden finanziert. Ein Kind kostet im Kinderhaus pro Monat 204 Franken: für Lebensmittel, Kleidung, Schulgebühren. Dazu kommen die Unterhaltskosten für Schulen, Waisenhäuser, Garküchen. Sie mache das seit 32 Jahren und gehe vielen Leuten mit ihrem Lieblings­ wort «Spendet!» auf die Nerven. «Aber an den Kindern sieht man, dass die Hilfe ankommt!» Und daran, dass immer öfter Kartonkisten rund um ihr Haus in Kathmandu leer bleiben. 

Stars und Rokpa u sPENDEN FÜR ROKPA auf folgendes

Postcheck-Konto: 80-19029-5, IBAN CH54 0900 0000 8001 9029 5 u Tourneedaten 13. 5. Premiere in Zürich mit Seven und Sandra Studer; 15. 5. Schaffhausen (Steff la Cheffe), 16. 5. Winterthur (Marc Sway), 17. 5. Bern (Anna Rossinelli), 18. 5. Stans (Bastian Baker), 19. 5. Basel (Jael), 22.5. Boswil (Sina) und 23. 5. Zug (Florian Ast) u Tickets über www.starticket.ch


notabene

Standort Welt Helmut Hubacher

Foto Heiner H. Schmitt

I

ch setze mich in der «Bodega», für Palmöl anzulegen. Die Lunge unseBasler Kultbeiz am Barfüsserrer Erde wir sukzessive zerstört. Wir platz, zu einem Unbekannten. haben ein globales Wirtschaftssystem, «Ich bin der Ruedi», begrüsst er das alles erlaubt, wenns rentiert. Helmut mich. Seit 30 Jahren lebt er Schmidt, legendärer alt Bundeskanzler, auf einer Farm in Südafrika. hat dafür den Begriff gewählt: «Raubtierkapitalismus». 200 Kilometer von Kapstadt entfernt. Vorher hat er in Zürich als Sumatra ist kein Einzelfall. Fotoreporter für Ringier gearbeitet. Regenwald wir seit Jahren vernichtet. Ruedi hört über das Internet jeden Gerade liefert das Parlament von BrasiTag die Radiosendung «Echo der Zeit». lien einen neuen Beweis dafür. Es erliess Und amüsiert sich bei den Verkehrsmeleine Amnestie für illegale Holzfäller. dungen. Über den Tag für Tag gleichen Sie hatten im Regenwald gewildert. Status auf der Autobahn und die VerspäBäume abgeholzt, um Boden für den Sojaanbau freizubekommen. Nach Getungen bei den SBB. «Ein paar Minuten setz ist das verboten. Mit der Amnestie oder mehr Verspätung reichen aus für werden die Mafiosi rückwirkend auf eine Meldung am Radio. Bei mir im Dorf fährt der Bus nach Kapstadt einmal im «Wir erleben die Erde 2008 freigesprochen. Es sei denn, StaatsTag. Wenn überhaupt. Kommt er zwei wie den Film im Kino: präsidentin Rousseff lege noch das Stunden oder so verspätet, ist das nicht Veto ein. Sonst machen die Waldkiller ‹Nur noch ein paar schlimm. Hauptsache, er kommt.» weiter. Spätabends warte ich mit Ruedi Tage im Programm. Beim Wald verdient die Schweiz auf sein Tram Richtung Hotel. «Wahnohne Wenn und Aber die Bestnote. Der sinn, dieses Luxusangebot», meint er. Dann ist Schluss›» ald steht bei uns im wahrsten Sinn des Wortes unter Heimatschutz. Wie das? «Wird es wenigstens geschätzt?» – «Schon, aber es ist halt selbstverständlich geworden.» Vor etwa hundert Jahren hatten Bundesrat und ParlaVor zwei Tagen ist Ruedi nach Südafrika zurückgeflogen. ment ein neues Forstgesetz erlassen. Da verfügten Politiker In sein Dorf, wo der Bus nur alle 24 Stunden verkehrt. Er lebt offensichtlich über einen Weitblick, den wir heute so sehr verin einer anderen Welt als wir. Aber auf derselben Erde. Mit der missen. Dafür genügten zwei Worte: Waldroden verboten! Wird wird umgegangen, als ob es noch eine zweite gäbe. ausnahmsweise eine Rodung bewilligt, muss gleich viel Wald Daran ist nichts zu ändern. Wir haben auf dieser Welt aufgeforstet werden. Damit ist der Schweizer Wald auch nach nur diese eine Erde. Mich dünkt es schon fast makaber, wie einem Jahrhundert intakt geblieben. Er hat flächenmässig soauf allen Bildschirmen an das «Lied des Todes» erinnert gar noch etwas zugelegt. wird. Mit fantastischen Reportagen über den Nordpol, die Was wäre ohne ein solches Verbot geschehen? Das ist Antarktis oder die Fauna. Auf schaurig eindrückliche Art er- leicht auszudenken. An den schönsten Lagen mit prächtigster fahren wir, wie das Polareis schmilzt, die Eisbären aussterben, Aussicht stünden jetzt Villen. Vorwiegend wohl für reiche die Klimafolgen verheerend sein werden. Dieses Naturdrama Ausländer. Wäre das ein Bombengeschäft gewesen! Der Raubbau am Regenwald ergibt mit dem CO2-Aus­stoss zeigt man uns für meinen Geschmack gerne als fatal inszenierte Sensation. Wir werden im bequemen Sessel sozusagen auf einen gefährlichen Giftcocktail. Kann dieser Irrsinn nicht das Abenteuer Weltuntergang eingestimmt. Wir konsumieren gestoppt werden, leidet die Erde immer stärker unter das schrecklich Einmalige bereits mit abgestumpfter Routine. Atemnot. In der Hoffnung, alles sei nicht so schlimm. Anders hält man Eine Partei bei uns hält jeden aussenpolitischen Schritt es sonst kaum mehr aus. als Gefahr für die Unabhängigkeit der Schweiz. In Sachen Das Ganze ist zwiespältig. Einerseits erleben wir Klima und Regenwald sind wir mit dieser Welt auf Gedeih und die Erde wie den Film im Kino: «Nur noch ein paar Tage im Verderb verbunden. Unabhängigkeit hin oder her. Denn der Programm. Dann ist Schluss.» Zugleich gehen wir mit der Zu- Standort Schweiz ist der Standort Welt. Daran führt kein ­Parteiprogramm Marke Heimat vorbei.   versicht schlafen, dass nicht sein kann, was nicht sein darf. Die Realität ist zum Teil ein Horror. Auf der Insel Suma­tra, Indonesien, geschieht Hochverrat an der Natur. Der letzte Rest Helmut Hubacher, 85, ehemaliger SP-Präsident Regenwald soll auch noch abgeholzt werden. Um Plantagen und Buchautor schweizer illustrierte

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Shopping

top ten

Blumen-Elfe Bluse, Sandro, Sandro-Shop. u CHF 299.– Lange Seiden-Hose, Toupy, Zoé, Zürich. u CHF 218.– Beret, Bambus Army Surplus Shop, Zürich. u CHF 15.–

der Woche

Hair & Make-up Brigitte Aeschbach mit Produkten von Nars, Model Tamina/Modelwerk

ZauberGarten u Es sind wohl die aussergewöhnlichsten Blumen, die ein Mensch je gesehen hat: die kunstvollen Blüten auf den Stoffen der Frühling/Sommer­ kollektionen 2012. Ob etwa bei Blu­marine (abstrakte Blütenpracht), Zeitgeist (naturgetreue Zeichnungen), Temperley London (XL-Blüten) oder Valentino (reiche Blumen-Stickereien) – die Modedesigner versetzen uns in einen Blütenrausch. Wenn es nach der Vision von Designern wie Mary Katrantzou oder Erdem Moralioglu geht, sollen wir uns gleich ganz in Blüten­ muster hüllen und dabei auf verschie­ dene Musterungen setzen. Blüten-Träume für mutige Romantikerinnen also.

Redaktion Kristina Köhler Fotos Geri Born Styling Terry Parrella schweizer illustrierte

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Shopping top ten he der Woc

«Es gibt überall Blumen für den, der sie sehen will» Henri Matisse

Ein Stück Paradies Seiden-Top mit Kettchen, Maison Scotch, Jelmoli. u CHF 149.– CocktailKleid Karen Millen. u CHF 295.– Plateau-Sandalen, See by Chloé, Globus. u CHF 399.– Vergoldeter Ring und Armspange aus Silber, Rochenleder, Fé’s. www.fe-s.ch u CHF 358.–, CHF 635.–

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Ranken-Schleifen Seiden-Overall, Max & Co., Globus. u CHF 379.– Leder­ gürtel zum Binden, Miss June, Zoé, Zürich. u CHF 144.– Necessaire/Clutch, Fin Ros, Coop City, solange Vorrat. u CHF 39.50

Wie von Monets Hand Baumwollbluse, Diesel, Jelmoli. u CHF 139.– Shorts Sandro. u CHF 229.– Peeptoes, See by Chloé, Globus. u CHF 379.– Hut, Military Megastore. www.militarymega store.ch u CHF 29.–

Sommer-Boten Seiden-Bluse, Maison Scotch, Jelmoli. u CHF 199.– Lederjupe Sandro. u CHF 469.– Sandalen, Friis Company, Manor. u CHF 89.90 Beret, Bambus Army Surplus Shop, Zürich. u CHF 15.– Armband Zoé, Zürich. u CHF 98.– Clutch Caiman, Picard, Coop City. www. picard-lederwaren.de u CHF 229.–

Blüten-Meer Hose, Tasche, Pieces, Big. u CHF 34.90, CHF 29.80 Seidentop Karen Millen. u CHF 180.– Vergoldete Halskette, Zoé, Zürich. u CHF 149.– Sandalen, Friis Company, Manor. u CHF 89.90

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objekt der begierde

Ökologisch wertvoll u Auf die Multitalente aus Jeans möchte kaum jemand verzichten. Der Nachteil: die grosse Menge an Wasser, die für die Herstellung einer Jeans verbraucht wird – allein der Bleichungsprozess benötigt 100 Liter Wasser! Dies nahmen Gil Richardière und sein Sohn Lylian zum Anlass, eine neue Methode zu ent­ wickeln, um Jeans ökologisch und ohne Wasserverschwendung zu bleichen. Für ihre Jeans Japan Rags Zero ver­wenden sie 0 Liter Wasser für den Bleichungsvorgang. Sauerstoff (O2) wird während des Bleichungsprozesses in Ozon (O3) umgewandelt und bleicht die Jeans in einer Trommel, ähnlich wie das Sonnenlicht sie verbleichen lässt. Am Ende des Vorgangs wird das Ozon wieder in Sauerstoff umgewandelt – ohne einen Tropfen Wasser zu verschwenden. nina lienhard

Veranstaltungs-Tipp

Montagsmarkt im «Rimini» u Pünktlich zu Beginn der Badesaison wird im «Rimini» am Zürcher Schan­ zengraben wieder gesucht, gefeilscht und gefunden: Jeden Montag findet im geschichtsträchtigen Männerbad von 18 bis 23 Uhr bei schönem Wetter der Mercatino Rimini statt. Der Markt ist eine Plattform für junge Designer,

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Läden und Labels, die ihre Stücke in der entspannten Atmosphäre der Frei­ luftbar inmitten von Zürich präsentieren. Infos unter www.montagsmarkt.ch nina lienhard

mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Nina Lienhard

Cool Die Jeans von Japan Rags sind in Zürich bei Bluejeans an der Theaterstrasse 4 erhältlich (Tel. 044 - 251 13 92). www.japan-rags.com u ab CHF 169.–


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Laufsteg

Ab in die Berge u Wandern liegt im Trend. Und zwar nicht mehr nur bei der Generation 50+. Sucht man bei Facebook, findet man diverse Wandergruppen, die Routen austauschen oder neue Ausflüge planen. Anstatt sich im Fitness-Studio abzustrampeln, macht man sich bei schönem Wetter lieber auf in die Berge. Wichtig ist da gutes Schuhwerk. Viel zu schnell ist der Knöchel verstaucht, und die Rega (www.rega.ch) muss kommen. Eine Regenausrüstung gehört immer mit dazu, da das Wetter schnell umschlagen kann. Und natürlich ein bequemer Rucksack für den Pro­ viant. Mittlerweile gibts sogar schon digitale Wander­karten oder die Outdoor-Uhr von Suunto mit GPS und Herz­frequenzmessung. Wer noch Inspiration braucht, schaut sich das Jubiläumsprojekt 150 Jahre Mammut an (www.mammut.ch).

Gut zu Fuss Leichtwanderschuh Andermatt von Helvesko wird in der Schweiz gefertigt. www.integra-ag.ch u CHF 319.–

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Beflügelnd Red Bull The Red Edition mit herbsüssem Cranberry-Geschmack. Redbull. www.redbull.ch/ editions u CHF 1.90

Wegweisend Suuntos erste echte GPS-Uhr, Ambit, für Abenteurer. www.suunto.ch u ab CHF 499.–

Moderner Sherpa Tenzing Rucksack Lithium Z von Mammut Modischer Begleiter Handgemachter Schal von La gibts als 8-, 15- oder 20-Liter-Modell. u ab CHF 90.– Palausa in Lenzerheide. www.lapalausa.ch u CHF 59.–

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Sonnenplatz

Kokett Das Schweizer Model Valerija Sestic bei Marc by Marc Jacobs.

Kristina Köhler, Redaktorin SI Shopping, ist in Gedanken weit weg. u Ich sehe sie schon vor mir. Die Kulisse eines sommerlichen Hideaways im 50er-Jahre-Hollywood-Stil. Aber alles nigelnagelneu mit türkisem Endlos-Pool und (m)einem Schattenplätzchen auf einer EdelSommer-Liege. Dieser Film spielt sich automatisch ab, sobald ich Badeanzüge wie diesen von Marc by Marc Jacobs sehe. Er ist ­eigentlich simpel, aber mit hübschen verspielten Details, relativ züchtig (gut für die Problemzonen!), und dennoch vermittelt er viel Glamour à la Old Hollywood. Aber: An einem Traumkörper wie dem des Thuner Topmodels Valerija Sestic, 16, sieht das auch besonders adrett aus!

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born (Porträt), Paul Seewer (Stills), Imaxtree

Trend: wandern


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Lieblinge der redaktion

Cool Sneakers mit Sternenprint und zweifarbigen Schnürsenkeln. u CHF 24.95

Buntes Highlight Die 33. NewYorker-Filiale im Zentrum Polygon an der Bahnhofstrasse 140 in Wetzikon. Tel. 044 - 930 40 20.

Sexy Triangel-BikiniTop und Bade-Shorts von Censored. u je CHF 16.95

New yorker, wetzikon

Trends zu coolen Preisen u Bereits von aussen ist der schwarze Kubus von New Yorker im neuen Zentrum Polygon in Wetzikon ein cooler Hingucker. Drinnen wirds dann richtig bunt. Auf 600 Quadratmetern und zwei Etagen verbreiten Blumenprints auf Foulards, Schnürschuhen und Taschen im Nu gute Laune. Neonfarbene Sneakers, Bikinis und Körbe machen Lust auf Sommer, und Stars & Stripes auf T-Shirts und Jacken versprühen eine Prise American Way of Life. Spätestens

beim Blick aufs Preisschild wird man schon fast euphorisch, und Ladys werden kurzfristig wieder zu Girlies. PS: Auch die Jungs kommen nicht zu kurz. ursula borer Öffnungszeiten Mo bis Fr, 9 bis 20 Uhr, Sa 9 bis 17 Uhr, www.newyorker.de weitere shops im shopping-guide:

Nostalgisch Plastikkorbtasche wie damals in den 80ern. Gibts in diversen Farben. u CHF 8.95

Praktisch Süsser Bikini-Beutel hält die Handtasche trocken. Gibts in diversen Farben. u CHF 12.95

www.schweizer-illustrierte.ch

Sportlicher High Heel Rustikal Braunes Ledermodell von See by Chloé. www.net-a-porter. com u ca. CHF 415.–

Hip Sneaker mit Liberty-Print von Nike, erhältlich im Jelmoli oder bei Titolo. www. titolo.ch u CHF 150.–

Cool Schlichtes Modell in Weiss von Ash. Online erhältlich bei www.asos.com u CHF 238.–

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u An den Fashionweeks überraschte die Modeszene diese Saison mit einem Accessoire: dem Hightop-Sneaker Willow mit verstecktem Keilabsatz von Isabel Marant (www.net-a-porter. com). Der Hype um diesen Schuh ist so gross, dass er online innert wenigen Stunden ausverkauft war und Wartelisten geführt werden. Zum Glück haben auch andere Labels den Trend erkannt und bieten güns­ tigere Modelle in vielen Farben an.

Nina lienhard

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Dick Vredenbregt

1 trend, 3 varianten


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Shocking Pink Gloss Color Show von Catrice. Coop City, Fachhandel. 9 Farben. u je CHF 7.50

Bunte BEAUTY

Farbe her!

u Einen Tag am Pool, Sonne, Kurzferien: Da müssen auch die neuen Frühlingsfarben mit ins Gepäck. Ob auf Mallorca, Ibiza oder zu Hause, die frechen kräf­tigen Pastellfarben verschönern das Leben. Kobaltblau, Zitronen- oder Vanillegelb, Korall- oder Signalrot

Kardinalrot Lippenstift in Rebel Red von L’Oréal. Fachhandel, Waren­ häuser. u CHF 20.90

Aprikose Befeuchtender Gloss Superbalm von Clinique. Fachhandel. u CHF 27.–

setzen Akzente und machen aus dem neuen Bikini ein echtes Show-Teil. Wichtiger Styling-Tipp: Nie Ton in Ton kombinieren, das wäre allzu «matchymatchy», wies im Fachjargon heisst. Also allzu harmonisch und ergo lang­ weilig. Besser zum Bikini oder Kleid-

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Katie Holmes: Dukas

Azurblau Lack Koliary, Thakoon-Linie von Nars, z. B. Douglas Basel. www.narscosmetics.com u CHF 32.– Lidschatten: Lollipops bei Marionnaud. u ca. CHF 29.90


Pastell Palette Swimming Pool von Dior, Croisette Collection. Fachhandel. u CHF 92.–

Limonengelb Modischer Nagellack von Manhattan. Fachhandel. Div. Farben. u je CHF 5.90

Tolles Girl

Glamourös Special Edition Vinyl Candy von YSL. Fachhandel, Jelmoli. u CHF 99.–

Pink! Lack Lucky von Dior ist ein perfekter Sommer-Begleiter. Fachhandel. u CHF 37.–

chen in Pink das freche Kobalt wählen, zum zitronengelben T-Shirt Korall oder Shocking Pink. Denn der farbliche Kontrast machts aus. Braucht etwas Übung, macht aber Spass. Highlight bei den neuen Lidschatten-Paletten: 4erSet Vinyl Candy von YSL, mit einem

star-geflüster

leuchtend pinken Deckel und dekora­ tiven Farben, die man übrigens nicht bloss flächig auftragen kann, sondern auch mit einem feinen Pinsel als Lidstrich. Kräftig am Wimpernrand auf­ tragen, und ab an die Party am Pool! beatrice schönhaus

u Die amerikanische Schauspielerin (und Ehefrau von Tom Cruise) Katie Holmes unterstützt das afrikanische Hilfsprojekt Millennium Promise von Tommy Hilfiger. Toll, finden wir.


Shopping

Elegante Löwenmähne, gesehen an der Pariser Modeschau vom Label Chloé.

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kolumne

Alexandra Kruse, 33, Stylistin, setzt auf Gold.

styling-tipp

Blondinen bevorzugt u Vom blondem Gift bis zu Blondinenwitzen: Der Mythos Blond zieht sich von der Antike bis heute – von der schönen Helena bis zu Daniela Katzenberger. Wer von Natur aus keine hellen Haare hat, kommt nicht um die Geheimwaffe Wasserstoffperoxid herum. Das wusste schon Marilyn Monroe im Film «Blondinen bevorzugt». Der Schutz­ patron der unechten Blondinen müsste daher Louis Jacques Thénard sein. Der

französische Chemiker entdeckte das Bleichmittel bereits 1818. Ob Strähnchen oder die ganze Haarpracht: Wer seine Haare bleicht, braucht eine be­ sondere Pflege. Sonst werden sie ganz schnell stumpf und spröde. Vom reichhaltigen Shampoo (Ei-Öl-Shampoo von Rausch) bis zu praktischen Schutz-­ Fluids (Okara von René Furterer), die man nach dem Waschen im Haar gleich drin lassen kann. ursula borer

produkte zum look

Schutz Haarfluid Okara von René Furterer pflegt mit Sojamilch-Extrakten. Apotheken. 100 ml u CHF 25.90

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Highlight Auf­ hellungsspray Sheer Blonde Go Blonder von John Frieda mit Citrus und Kamille. Coop City. 100 ml u CHF 12.50

Pflege Ei-ÖlShampoo von Rausch pflegt trockenes Haar mit Ei-Öl. Manor. 200 ml u CHF 13.90

Im April werden angeblich besonders viele Lebensversicherungen abgeschlossen. Meiner Ansicht nach liegt das am Stier, also dem Sternzeichen. Der ist voll in seinem Element, wenn es darum geht, beständige Werte aufzubauen und zu bewahren. Erich Bauer, der Astrologe meiner Träume, findet das übrigens auch. Und ja, ich habe die Astro-Woche im Abo und lasse nicht nur meine Haare nach dem Mond schneiden. Ich würde auch nie im «rückläufigen Merkur» eine wichtige Unterschrift leisten oder in einer Mondpause an ein Business-Meeting gehen. Jedenfalls hatte mich der Stier fest bei seinen Hörnern (gut, es mag an meinem roten Kleid gelegen haben), und ich befand mich in einem Besprechungszimmer namens «Venus» der Finanzberatung meines Vertrauens. Mir gegenüber sass eine nette Finanzfachmegasachbearbeiterin und bemühte sich redlich, mir den Unterschied zwischen 3. Säule und 2. Standbein zu erklären. Sie verwechselte dabei ständig «freiwillig» mit «selbstständig». Sagte dabei Sätze wie: «Für Sie als Freiwillige ist eine angemessene Altersvorsorge ja besonders wichtig.» Tippte dabei fleissig in ihren Taschenrechner, strich sich das Haar glatt und prophezeite mir eine halbe Million garantiertes Auszahlungskapital bei guter Führung. Dazu Steuerprivile­ gien im Rentenalter, Todesfall als Zusatz­option und transparenten Index­bonus. Dann fiel mir ein, dass sie recht hatte. Ich bin eine Freiwillige! Völlig freiwillig unterschrieb ich nichts und ging aus noch freierem Willen zu Cartier. «Gold, müssen Sie wissen, ist eine besonders stabile Wertanlage.»

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born (Porträt), Paul Seewer (Stills), Imaxtree

Wertstabil


Check-up Botox gegen Depression

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u HANNOVER/BASEL Bereits eine

Zu viel TV kann tödlich sein! Das Risiko für Diabetes, Herz-Kreislauf-Krankheiten und Depressionen steigt proportional mit dem täglichen Fernseh-Konsum. Wissenschaftliche Studien kommen zum gleichen Schluss. Text DR. MED. SAMUEL STUTZ

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ernsehen macht krank. Das muss einmal deutsch und deutlich gesagt sein. Dabei gibt es eine klare Dosis-Wirkung-Beziehung: Je mehr Stunden jemand pro Tag vor der Glotze sitzt, desto höher ist sein Risiko für schwerwiegende Krankheiten mit oft sogar tödlichen Folgen. Die gravierendsten Krankheiten, für die Fernsehen einen unabhängigen, eigenen Risikofaktor darstellt, sind Diabetes, die grosse Epidemie des 21. Jahrhunderts, und Herz-Kreislauf-Krankheiten, sprich Angina Pectoris und Herzinfarkt. Das untermauern gleich mehrere Studien. In einer sogenannten Metaanalyse wurden acht wissenschaftliche Unter­ suchungen zum TV-Konsum ausgewertet. Das Resultat gibt zu denken: Pro zwei Stunden Fernsehen täglich war das Diabetes-Risiko um 20 Prozent, die Gefahr, eine Herzerkrankung zu bekommen, um 15 Prozent und das Sterbe­ risiko um 13  Prozent erhöht. Oder in absoluten Zahlen ausgedrückt: Bei einem täglichen Fernsehkonsum von mehr als zwei Stunden pro 100 000 Menschen und Jahr kam es zu 176 zusätzlichen

Diabetes-Erkrankungen, 38 tödlich verlaufende Herzerkrankungen und total 104 zusätzlichen Todesfällen. Gemäss einer Analyse einer der berühmtesten Studien, die jemals gemacht wurde, der «Nurses Health Study», führt stundenlanger TV-Konsum auch zu einer erhöhten Rate an Depressionen. Von den 50 000 untersuchten Frauen erkrankten im Laufe von zehn Jahren insgesamt 6500 an einer Depression. Bei einem TVKonsum von mehr als 20 Stunden pro Woche war im Vergleich zum sehr niedrigen TV-Konsum von maximal einer Stunde pro Woche das Depres­ sionsrisiko um 13 Prozent erhöht. Am schlimmsten ist übrigens eine Kombination von Dauerfernsehen und dem Konsum von Snacks und hochkalorischen Getränken. Alle Studien zeigen: Je länger jemand vor dem Fernseher sitzt, desto mehr ungesunde Nahrungsmittel isst er. Dabei hat die Bildung der Eltern einen grossen Einfluss. Jugend­ liche von bildungsfernen Eltern kon­ sumieren dreimal so viel Snacks und Softdrinks vor dem Fernseher wie Jugendliche von gebildeten Eltern.

einzige Injektion in den Muskel zwischen den Augenbrauen verbesserte bei Patienten mit einer Depression die Symptome. Die Untersuchung wurde in Hannover und Basel durchgeführt und im «Journal of Psychiatric Research» publiziert.

Ginkgo auch bei Demenz! u KÖLN Nicht nur bei Alzheimer,

sondern auch bei vaskulärer Demenz scheint sich der Ginkgo-biloba-Extrakt EGb 761 zu bewähren. Dies geht aus den Resultaten einer aktuellen Placebo-kontrollierten Doppelblindstudie hervor. www. journalofpsychiatricresearch.com

Zucker: eine legale Droge

u SAN FRANCISCO Laut Forschern der University of California kann Zucker die Gesundheit ähnlich schädigen und die Sucht fördern wie Alkohol und Tabak. Sie fordern für Zucker eine ähnliche Besteuerung und Kontrolle wie bei diesen Genussmitteln. www.nature.com

tipp

Lassen Sie sich wieder mal massieren! Massagen sollen bei schmerzenden Muskeln genauso gut wirken wie Schmerzmittel.

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Check-up PFLEGE

Die Füsse in gute Füsse haben es nicht leicht. Oft sieht man ihnen das auch an. Eine fachliche Behandlung und Pflege sorgen nicht nur dafür, dass die Füsse wieder vorzeigbar werden, sie helfen auch, schmerzhaften Problemen vorzubeugen oder sie zu beseitigen – von Hühneraugen bis zu eingewachsenen Zehennägeln. Text CHRISTOPH BAUMGARTNER

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ach den langen Winter-Monaten in geschlossenen Schuhen, zeigen sich entblösste Füsse im Frühsommer bleich, leicht lädiert und mit übermässiger Hornhaut. Spätestens jetzt brauchen sie Pflege. Wer seinen Füssen etwas Gutes tun will, gönnt sich zu Hause ein 37 Grad warmes Fussbad. Hornhaut und Nägel lassen sich danach besser bearbeiten. Menschen mit Schweissfüssen sollten kalt baden. Dann Füsse trocknen und mit Bimsstein oder einer Feile behandeln. Rasiermesserscharfe Spezialhobel oder

Hä Schöne Füsse sind auch gesunde Füsse und schützen damit vor schmerzhaften Fussproblemen.

spitze Scheren gehören aber nur in die Hand von Profis. Die Nagelhaut sollte mit einem speziellen Spatel bearbeitet, niemals aber mit der Schere beschnitten werden. Sonst drohen Folgeschäden, ähnlich wie beim Nagelschneiden. Wer nichts falsch machen will, sollte deshalb einen Besuch bei einem professionellen Pediküre-Salon planen. Dort weiss man, wie man die Nägel nicht zu kurz und nicht zu lang und auf keinen Fall zu stark abgerundet schneidet. Sonst besteht die Gefahr, dass sie einwachsen. Wenn die Füsse mehr als nur Kosmetik brauchen, ärztliche Hilfe aber noch nicht nötig ist, empfiehlt sich der

«Öfter die Schuhe wechseln!» Marianne Caslani ist staatlich diplomierte Podologin und Lehrmeisterin, Mitglied SPV.

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ie pflegen Sie Ihre Füsse? Ich creme sie täglich ein, damit die Haut nicht rissig wird, schneide die Nägel richtig, gönne mir ab und zu ein Fussbad und alle sechs Wochen besuche ich eine Podologin. Aber Fusspflege beginnt eigentlich schon im Schuhgeschäft. Ich persönlich kaufe nur Schuhe aus Leder, die gut verarbeitet sind. Das hilft, Probleme erst gar nicht ent­stehen zu lassen. Warum haben so viele Menschen Pro­blem mit ihren Füssen?

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Weil wir nicht mehr barfuss gehen. Männer tragen zwar mehr oder weniger artgerechte Schuhe, aber sie pflegen die Füsse eher weniger. Bei den Damen ist es umgekehrt. Ich stelle zudem fest, sowohl Frau als auch Mann wechseln das Schuhwerk zu wenig regelmässig. Wie meinen Sie das? Die Absatzhöhe bei Damenschuhen sollte möglichst oft variieren. Das beugt Druckstellen und eingewachsenen Nägeln vor. Baumwollsocken und regelmässiges Wechseln mindern bei Männern beispielsweise Fussschweiss und reduzieren Bakterien und Pilze. Worin unterscheiden sich Pediküre und Podologie? Podologinnen und Podologen spezia­ lisieren sich während einer dreijährigen Lehre auf die Anatomie des Fusses. Dies beinhaltet das Behandeln von Hühneraugen, eingewachsenen

­Nägeln, Schwielen und Hornhaut sowie die Behandlung von Durch­ blutungsstörungen bei Diabetikern. Kosmetikerinnen hingegen haben nur die Ästhetik des Fusses im Auge. In der Podologie wird das Kosmetische aber auch berücksichtigt. Füsse sehen nach einer podologischen Behandlung nicht nur schöner aus, viel wichtiger: Beschwerden und Schmerzen werden gelindert. Muss ich also nicht zum Arzt, sondern zum Podologen, wenn die Füsse schmerzen? Für eine Erstabklärung ist das sicher nicht der falsche Schritt. Podologinnen haben das Wissen, um abzuklären, wann und ob man einen Orthopäden beiziehen muss. Bei Nagelpilzen kann letztlich nur ein Hautarzt die Diagnose stellen. Aber man muss nicht erst zur Podologin, wenn die Füsse schmerzen. Gute Pflege hilft, Problemen vorzubeugen. 

Fotos iStockphoto, Dick Vredenbregt

Was ist der Unterschied zwischen Pediküre und Podologie? Wann gehören Fussprobleme in die ärztliche Praxis? Eine Fachfrau sagt, wer für welche Probleme zuständig ist.


nde legen Besuch bei einem Podologen oder einer Podologin. Das sind Fachleute, die sich ausschliesslich mit der medizinischen Fusspflege befassen. Die Ausbildung besteht aus einer dreijährigen Vollzeit-Berufslehre, die mit einem eidgenössischen Fähigkeitszeugnis (EFZ) abschliesst. Die Tätigkeit einer Podologin umfasst insbesondere folgende Behandlungsmethoden: 1. Nagelbehandlungen Darunter ­fallen richtiges Schneiden der Nägel, Behandlungen von eingewachsenen Nägeln (Onychogrypthose), Nagel­ pilzen (Nagelmykosen) oder verdickten Nägeln (Onychauxis). 2. Hyperkeratosebehandlungen Abtragen von übermässiger Hornhaut oder Schwielen. 3. Fachgerechtes Abtragen von Hühneraugen (Clavi), verursacht

durch einengende Schuhe, die einen dauernden Druck meist auf die Aussenseite des kleinen Zehs ausüben. 4. Allgemeine und individuelle Beratung zu Schuhen oder orthopädischen Hilfsmitteln. Der Besuch bei einer Podologin empfiehlt sich für Menschen, die in irgend­ einer Form Probleme oder Schmerzen an ihren Füssen haben. Diabetiker und Rheumapatienten sind sozusagen Stammkunden. Aber auch Patienten mit Durchblutungsstörungen oder nach einer Operation sind bei den Spezialisten am richtigen Ort. Die Behandlung eignet sich auch für Personen, die ihre Füsse selber nicht mehr pflegen könne. Viele Podologen und Podologinnen machen auch Hausbesuche. In Altersheimen gehören sie oft zum Betreuungsteam. Nach einem entspannenden Fussbad zu Be- u

k checs ten Wus, dass … Sie …

der Fuss aus 26 Knochen, 27 Gelenken, 32 Muskeln und Sehnen, 107 Bändern, 1700 Nerven-Endigungen besteht.  … die Füsse einer 70 Kilogramm schweren Person pro Tag gegen 2500 Tonnen Gewicht tragen müssen – dies entspricht in etwa vier ICE-­ Zügen.  … beim Tragen von hohen Absätzen eine 60 Kilogramm schwere Frau ihre Ferse einem 28-mal so hohen Druck aussetzt wie ein Elefant jedes seiner Füsse.


Check-up

TV-Tipp Samstag, 12. Mai, 18.10 Uhr Multiple Sklerose Die Autoimmunerkrankung des zentralen Nervensystems prägt ganz unterschiedliche Krankheitsbilder. In der Sendung zeigen drei Patien­ ten, wie sich ihr Leben verändert hat und wie sie gegen das Schicksal an­ kämpfen. Ein Neurologe erklärt, was von neuen Therapien zu erhoffen ist. www.gesundheitsprechstunde.ch

Der Fall Menopause

und Dranginkontinenz

«Seit ich in den Wechseljahren bin, leide ich unter häufigem Harndrang. Könnte das bereits Zeichen einer Inkontinenz sein?» Dr. Reto Stoffel, Gynäkologie und Geburtshilfe FMH, in Richterswil ZH.

Inkontinenz ist ein von Frauen häufig beklagtes Pro­blem. Darunter versteht man unkon­ trollierten Urinabgang, was sehr störend sein kann und den Alltag einschränkt. Grundsätzlich gibt es zwei verschiedene Inkontinenzformen, die zu unterscheiden wichtig ist, da deren Behandlung gänzlich verschieden ist. Urinverlust bei Belastungen wie Husten, Niesen, Hüpfen, Abwärtsgehen, Treppensteigen oder Wandern gehört zur Belastungsinkontinenz. Der plötzliche Harndrang mit unkontrollierbarem Urinabgang, fällt unter die Dranginkontinenz. Man nennt das auch Reizblase. Die Symptome der Belastungs­ inkontinenz finden sich praktisch nur bei Frauen, die geboren haben. Bei weichem Bindegewebe kann die Dehnung des Scheiden-/Blasenbereichs, unter ­anderem bei schweren Babys oder langwierigen Geburten, zu einer bleibenden starken Dehnung des Blasenhalses und damit zu einer Belastungsinkontinenz führen. Die Dranginkontinenz macht sich bei allen Frauen drei bis fünf Jahre nach

Beginn der Menopause, das heisst nach dem Absinken des Östrogenspiegels und dem Ausbleiben der Periode bemerkbar. Durch den Rückgang der weiblichen Hormone wird das Gewebe weniger durchblutet, was am ganzen Körper zu einer Trockenheit und im Genitalbereich zu einem massiven Rückgang des Schleimhautaufbaus führt. Die Scheide wird überempfindlich, was sich beim Intimverkehr als sehr störend bemerkbar macht. Der Blasenmuskel wird über­aktiv und kann sich zusammenziehen, was zu plötzlichem, starkem Harndrang und unkontrolliertem Urinabgang führt. ­Deshalb wagen sich viele ältere Frauen nicht mehr ausser Haus und tragen Inkontinenzeinlagen. Die Behandlung der Dranginkontinenz ist im Gegensatz zur Belastungsinkontinenz medikamentös und nicht operativ! Es ist wichtig, dass Frauen beim Auftreten der oben genannten Symptome ihren Gynäkologen darauf ansprechen, damit frühzeitig durch eine lokale Östrogenbehandlung mit Scheidencremen oder Zäpfchen die Schleimhäute stabilisiert und auf­ gebaut werden. Diese Behandlung muss kon­sequent und dauerhaft er­ folgen, da der Körper selber den Hormonmangel nicht mehr ausgleichen kann. Bei bereits stärkeren Beschwerden ist zu Beginn zusätzlich eine medikamentöse Behandlung zur Stabilisierung des Blasenmuskels angezeigt.

Foto Dick Vredenbregt

ginn der Behandlung untersuchen sie die Füsse gründlich nach Merkmalen, die allenfalls einer Behandlung bedürfen. Sie schneiden die Nägel fachgerecht und entfernen unschöne und schmerzhafte Nagelverdickungen, Hornhaut, Hühneraugen oder Warzen. Häufig ist die Podologin die erste Person, die Hautveränderungen an den Füssen erkennt – damit spielt sie eine entscheidende Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Erkrankungen wie beispielsweise Fuss- oder Nagelpilz. In solchen Fällen muss häufig ein Dermatologe, also ein Hautarzt, beigezogen werden. Aber auch wer gesund und beschwerdefrei unterwegs ist, muss seine Füsse pflegen. Entweder selber oder  beim Profi. u


promotion bei der Kontrolle Der Dermatologe Alexander Just entdeckt auffällige Hautver­änderungen sofort.

fünf Fragen an den Experten u Herr Dr. Schänzle, was ist der Unter­ schied zwischen schwarzem und weis­ sem Hautkrebs? Schwarzer Hautkrebs ist gefährlicher, weil er sich schnell im Körper ausbreiten kann. Er entwickelt sich oft aus Muttermalen. Weisser Hautkrebs dagegen bleibt meist an Ort und Stelle. Er zeigt sich häufig als hautfarbenes Knötchen oder nicht abheilende raue Stelle.

Dr. Christoph Schänzle, Chefarzt Derma­ tologie an der Klinik uWie oft muss man seine Muttermale Artemedic in Olten untersuchen lassen? Als allgemeine und Grenchen. Empfehlung gilt alle ein bis zwei Jahre. Patienten mit sehr vielen Muttermalen sollten den Hautarzt häufiger aufsuchen. Die Häufigkeit hängt davon ab, wie viele Muttermale man hat und ob man zu einer Risikogruppe gehört. Der Dermatologe kann das bestimmen. uWer zählt zu den Risikopatienten? Zum einen diejenigen

mit empfindlicher Haut. Indizien dafür sind zum Beispiel, wenn man schnell einen Sonnenbrand bekommt. Auch ­Patienten, die viel an der Sonne sind, haben ein höheres ­Risiko. Aber Achtung: Schwarzer Hautkrebs entsteht nicht nur dort, wo die Sonne hinscheint, sondern auch an nicht besonnten Stellen, zum Beispiel an den Fussohlen oder ­Po-Backen. Man sollte also nicht nur die Sonne als Indikator betrachten, obwohl sie eine wichtige Rolle spielt.

uWie lange dauert es, bis sich der Hautkrebs zeigt? Wer als

Die Haut vergisst nichts!

Kind oft Sonnenbrand hatte, hat ein höheres Risiko, später schwarzen Hautkrebs zu entwickeln. Beim weissen Hautkrebs ist die chronische Lichtbelastung über das ganze Jahr entscheidend.

uWelche Behandlungen gibt es? Das Therapiespektrum

reicht von der Creme bis zur Chemotherapie. Die zentrale Behandlung für beide Hautkrebsarten ist die chirurgische Entfernung. Eine Sonderstellung nehmen die Vorstufen des weissen Hautkrebses ein, die unter anderem mit fotodynamischer Therapie schonend behandelt werden können.

Sommer, Sonne, Sonnenbrand – und Hautkrebs. Dabei liesse sich dieser oft vermeiden. Wer Sorge zu sich und seiner Haut tragen will, sollte regelmässig den Dermatologen aufsuchen.

D

ie Schweiz hält einen traurigen Rekord: In der europäischen Hautkrebs-Statistik steht sie an erster Stelle. Die Zahl der Neuerkrankungen mit schwarzem Hautkrebs hat in den vergangenen 20 Jahren um 50 Prozent zugenommen. Eine noch höhere Zahl erkrankt jedes Jahr am weis­sen Hautkrebs. Dabei liessen sich beide HautkrebsTypen durch frühzeitige und regelmässige Untersuchungen oft verhindern. «Die Haut vergisst nichts», sagt Alexander Just, Facharzt für Dermatologie und Oberarzt in der Arte­medic. «Gerade an sonnigen Tagen ist ein guter UVSchutz sehr wichtig, um die Haut vor frühzeitiger Alterung zu bewahren und das Hautkrebsrisiko zu vermindern. Wer sich gut schützt, kann den Sommer auch sicherer und unbeschwerter geniessen.» Nur etwas SonnenCrème aufzutragen, reicht oft nicht. Um sich richtig vor den UV-Strahlen zu schützen, ist es wichtig, den eigenen Hauttyp zu kennen und

andere beeinflussende Faktoren wie Tages- Laien nicht sichtbar ist. «Lieber besucht man und Jahreszeit zu beachten. Schon alleine des- den Dermatologen einmal zu oft als zu wenig – halb lohnt sich der Besuch beim Hautarzt: Der zu früh ist es nie!», sagt Alexander Just.­­ Dermatologe kann die Hauttyp-Bestimmung vornehmen und den geeigneten Sonnenschutz uKostenloser Muttermalcheck empfehlen. Zur Prävention gehört aber auch am Mittwoch, dem 9. Mai 2012 die regelmässige Kontrolle der Haut. Behalten Anlässlich der nationalen Hautkrebs­ Sie Ihre Muttermale im Auge: Haben sich die woche 2012 führen die Ärzte der Artemedic Muttermale verändert oder sich neue gebildet? in Olten und Grenchen am 9. Mai von Typische Merkmale für gefährlich veränderte 15 bis 17.30 Uhr kostenlose MuttermalMuttermale sind: asymmetrische Verformung, checks durch. Eine Anmeldung ist nicht Ausläufer, unterschiedliche Verfärbung und erforderlich. Male, die über einen halben Zentimeter gross uWeitere Informationen: Artemedic – sind (sogenannte ABCD-Regel). Typische Symp­ Klinik für Dermatologie und Plastische tome von weissem Hautkrebs sind oberfläch- Chirurgie in Olten (062 - 286 62 70) lich sichtbare Hautveränderungen. Diese ent- und Grenchen (032 - 654 64 20). wickeln sich jedoch erst nach und nach, da www.artemedic.ch, info@artemedic.ch diese Form von weissem Hautkrebs sehr lang- uÖffentlicher Vortrag «Sonne: Segen sam wächst. Stellt man Veränderungen fest, oder Fluch für die Haut?» in der sollte man nicht zögern, den Hautarzt aufzu­ Artemedic Grenchen am 9. Mai, 19 Uhr suchen. Er kann auch erkennen, was für den


publireportage

publireportage

Nachhaltig Pfarrer Andreas Wahlen widmete dem Elektroauto gar einen sonntäglichen Gottesdienst.

Volvo Umdenken ist angesagt Dank der erfolgreichen Volvo-Leseraktion fährt Andreas Wahlen, 49, für ein Jahr Volvo C30 Electric. Der Pfarrer aus Ober­entfelden AG Start-Stopp Neu für Automaten ist begeistert vom lautlosen Elektro-Schweden. Mehr Effizienz dank

W

as würde Jesus zu einem Elektroauto sagen?» Mit dieser Frage eröffnete Pfarrer Andreas Wahlen kürzlich seinen Gottesdienst. Der 49-Jährige, der im Dorf oft mit dem Velo unterwegs ist, verwendet nun für längere Strecken mit dem Volvo C30 Electric kein herkömmlich motorisiertes, sondern ein

Fragen Sie das E-Team! Der Volvo C30 Electric ist doch ein Elektroauto, wieso hat er trotzdem einen Tankdeckel? Hans Muggli Zum einen wurde beim Elektro-Volvo die fast unveränderte Karosserie des herkömmlichen C30 verwendet. Zum anderen verbirgt sich unterm Deckel tatsächlich ein 12-Liter-Tank. Der fasst jedoch nur Bioethanol, das nicht zum Antrieb, sondern im Winter zum Heizen verwendet wird. Dies ist effizienter und tangiert die Reichweite nicht. Haben auch Sie Fragen? Dann stellen Sie diese unter www.e-team.ch

elektrifiziertes Auto. Der moderne Umdenker ist darob so fasziniert, dass er die Elektromobilität gleich in seiner sonntäglichen Predigt thematisierte. «Es steckt viel Symbolkraft dahinter», argumentiert Wahlen, der den schonenden Umgang mit der Natur nicht nur predigen, sondern auch leben möchte. Zum Beispiel: «Um den Volvo effizient zu bewegen, empfiehlt sich das Lesen der Betriebsan­ leitung.» Beim Menschen sei das ähnlich, schlägt der reformierte Pfarrer eine Brücke: «Um das Leben zu meistern, braucht auch der Mensch eine Betriebsanleitung – nämlich die Bibel.» Beistand von oben benötigte Wahlen bei seinen Fahrten mit dem Volvo C30 Electric bislang nicht. «Es macht Spass, so flüsterleise über die Strassen zu gleiten», berichtet Wahlen. Sogar seine anfängliche Reichweitenangst ist über­wunden. «Beim Besuch meiner 50 Kilometer entfernt wohnenden Eltern war ich noch ­un­­sicher, doch wieder zu Hause hatte ich immer noch eine Restreichweite von 30 Kilometern!» uInfos zum C30 Electric und weiteren Volvo-Modellen unter www.volvocars.ch

Start-Stopp-System

Bereits seit mehreren Jahren reduziert Volvo drastisch die CO2-Emissionen seiner verschiedenen Modelle. Erstmals erreichen nun dank der Einführung eines Start-Stopp-Systems mit Powershift-Doppelkupplungsgetriebe auch die Automatik-Versionen die tiefen CO2-Werte der Schalt-Varianten. Der schwedische Premium-Hersteller bietet neu die Modelle S60, V60, V70 und S80 mit dem dynamischen 2-Liter-­ Diesel (163 PS) in Kombination mit einer SechsgangAutomatik und Start-Stopp-System an, die nur noch zwischen 5,4 und 5,7 l/100 km verbrauchen und erstmals unter 150 g/km CO2 emittieren.

Öko-Klassiker Dank verbessertem Start-StoppSystem und Sechsgang-Automatik begnügt sich der 163 PS starke Volvo V70 mit nur noch 5,7 l/100 km und lediglich 149 g/km CO2!


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

DramaQueen open air St. Gallen

u Florence Welch, stimmgewaltige Frontfrau der britischen Band Florence + the Machine, ist seit ihrem Platz-1-Debüt­ album «Lungs» ein aufkommender Superstar. Wer fette Streicherklänge, eine Stimme im Dramamodus und melancholische Liedtexte mag, kann die Britin demnächst am Open Air St. Gallen hören (29. 6.). Weitere Highlights im Sitter­ tobel: Gossip, Deadmau5, Mars Volta (30. 6.), Paul Kalkbrenner, Züri West, Incubus (29. 6.) oder Mumford & Sons, The Kooks und Paolo Nutini. Der Sommer kann kommen! rea

Fotos Universal Music, HO

Open air St. Gallen, 28. 6.–1. 7., Ticket­ corner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.ticketcorner.ch

Stimmwunder Florence + the Machine in Aktion.

Highlight im Festivalsommer: Open Air St. Gallen. schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

Tony cragg, Bildhauer und zeichner

Rätselhafte Wesen

Amorphe Formen, ungewöhnliche Porträts, überraschende Materialien: In der schönen Villa Ciani in Lugano sind Arbeiten des in Deutschland lebenden Engländers Tony Cragg zu sehen.

Bunt Was wie ein Schmuckstück aussieht, trägt den Titel «Chromosomes» (2005).

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u Auf den ersten Blick erinnern die filigranen Türme an Aufsätze auf Pago­ dendächern. Sie sind jedoch sehr bunt und bestehen aus gebrauchten Indus­ triematerialien («Minster», oben links). Noch farbiger ist der rennende Mann, ein moderner Harlekin auf weissem Hintergrund. Seine Gestalt ist ausgelegt mit Fragmenten von Plastikobjekten und kleinen Spielzeugen («Runner»). Zwei Beispiele aus vierzig Objekten und Skulpturen, die in Lugano das Werk von Tony Cragg, 63, beleuchten. Der Engländer, der seit 1977 in Wupper­ tal (D) lebt und nach einer Professur an der Kunstakademie in Düsseldorf heute das gleiche Amt an der Universität der Künste in Berlin ausübt, gehört zu den

bedeutendsten Künstlern unserer Zeit. Die Ausstellung soll keine Retrospektive sein, betont Tony Cragg. Vielmehr ein Innehalten und Zurückschauen. Der Rahmen für die teilweise riesigen Werke könnte nicht schöner sein. Einige Gross­ skulpturen wurden im idyllischen Park aufgestellt, andere in den neoklassizisti­ schen Sälen der Villa Ciani, wo sie einen spannenden Kontrast zu den elegan­ ten Räumlichkeiten abgeben. Der grossformatige «Runner» empfängt den Besucher und gibt einiges über die Arbeitsweise des international erfolg­ reichen Bildhauers preis. «Es hat keinen Sinn, zu kopieren, was bereits vorhan­ den ist», sagt Tony Cragg in einem Filmporträt von Anne Linsel. So schafft


diese woche in den galerien

Tiere. Landschaften. Menschen

Tierisch

u Seit der Steinzeit sind Abbildungen von Tieren beliebt. Im 17. Jahr­ hundert entstand eine eigene Sparte, das Tierstück. In dieser Tra­ dition sind die gezeigten Werke zu finden. Die Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, Holzschnitte, Radierungen, Lithografien und Plastiken zeigen fabelhafte Tierwelten. Ob porträtiert, abstrahiert, stilisiert oder in Bronze gegossen – die Arbeiten zeigen umfassend die Auseinan­ dersetzung mit dem Thema seit 1908 bis heute.  rea

Galerie Henze & Ketterer & Triebold Riehen BS. Bis 2. 6. Di–Fr 10–12, 14–18, Sa 10–16 Uhr, Tel. 061 - 641 77 77, www.henze-ketterer-triebold.ch

Raritäten

u Mit über hundert Werken zeigt die Schau «Au fil des collections de Tiepolo à Degas» selten ausgestellte Bestände der Fondation de l’Hermitage. Meisterwerke von Bocion, Sisley, Degas, Vuillard, Barque, Magritte werden anderen, oft noch nie gezeigten Kleinoden aus öffentlichen und privaten Schweizer Sammlungen gegenüber­ gestellt und treten so in einen innovativen Dialog. Leitmotiv bilden Ansichten, die in der Hermitage entstanden sind.  rea

Fondation de l’hermitage Lausanne VD. Bis 20. 5., Di–So 10–18, Do 10–21 Uhr, Tel. 021 - 320 50 01, www.fondation-hermitage.ch

Existenziell

Grenzenlose Kreativität des mehrfach ausgezeichneten Künstlers. Links: «Minster», 1992. Mitte oben: «Secretions», 1998. Mitte: «Group», 2011. Rechts: «Runner», 1985.

u Momente von Leben und Tod sind in der mexikanischen Kunst zen­ tral vertreten. Sie verweisen oft auf die Landesgeschichte, aber auch auf soziale Missstände, politische Landschaften und gesellschaft­liche Verhältnisse. José Guadalupe Posadas (1852–1913) ist einer der wichtigsten Künstler Mexikos. Seine grafischen Blätter werden zeitgenössischen Künstlern wie Carlos Amorales, Teresa Margolles und Francis Alÿs (Bild) gegenübergestellt. rea

Kunsthaus Zürich. Bis 20. 5. Sa/So/Di 10–18, Mi–Fr 10-20 Uhr, Tel. 044 - 253 84 84, www.kunsthaus.ch

Fotos Christer Hallgren (1), Dave Morgan (2), Michael Richter (1), HO (5)

Musikfestival Takto er unbekannte Wesen, amorphe Formen, organisch anmutende Plastiken aus Kunststoff, Holz, Glas oder Bronze. «Secretions» (Mitte oben) ist mit Hunderten von Würfeln übersät, «Group» (Mitte) stellt menschliche Antlitze dar, die je nach Blickwinkel wechseln. Den Plastiken werden in der Schau hundert Zeichnungen und ­Grafiken gegenübergestellt. Für den Betrachter sind sie nebst ihrer hohen Qualität willkommene Ergänzungen zu den oft überraschenden Werken. kati moser

villa ciani Lugano TI. Bis 12. 8. Di–So 10–18, Do 10–21 Uhr, Tel. 058 - 866 72 14, Katalog CHF 30.–, www.mda.lugano.ch

Die Monty Pythons der Musik u Sie

sind witzig, schräg, laut. Sie hüpfen, singen und tänzeln über die Bühne. Das klingt fürchterlich? Im Gegenteil! Mnozil Brass aus Österreich (Bild) zeigt Musikthe­ ater vom Feinsten. Die hochkaräti­ gen Musiker sorgen regelmässig für Begeisterungsstürme. Am Pfingst­ montag feiert die Schweizer Jazz­ grösse George Gruntz mit der NDR Bigband auf der Bühne seinen 80. Geburtstag. rea Takto Solothurn, 25./26./28. 5., Tel. 032 - 588 55 64, www.takto.ch

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Die Besten kultur 5 Fragen an ein buch

Nicci French

Realität oder Einbildung?

Zeit zum Aufstehen Nach 200 Jahren im Sarg ziemlich durstig: Vampir Barnabas Collins (Johnny Depp).

Worum geht es? In London verschwindet der fünfjährige Matthew. Merkwürdig, dass Patient Alan seiner Psychotherapeutin Frieda Klein zuvor den vermissten Jungen exakt beschrieben hat – als den Sohn, den er sich in seinem tiefsten Innern wünscht. Vor 20 Jahren verschwand unter ähnlichen Umständen die kleine Joanna. Frieda Klein geht den beiden Fällen nach – der Beginn einer packenden neuen Thriller­reihe.

Blut ist dicker als Wasser Barnabas Collins, Spross eines reichen Fischerei-Clans ist ein sympathischer, aber etwas leichtsinniger Charmeur. Dummerweise bricht er der feurigen Angelique das Herz: Aus Rache treibt sie erst Barnabas Geliebte in den Tod, dann verwandelt sie ihn in einen Vampir und verscharrt ihn bei leben­ digem Leib. Knapp 200 Jahre später – in den wilden 1970ern – klopft Barnabas erneut an die Pforten seines Schlosses Collinwood und sinnt auf Rache. u Die Stars Michelle Pfeiffer als HippieGruftimutter, Helena Bonham Carter als schrullige Psychotante und Eva Green als fiese Hexe bereiten grosses Vergnügen. Johnny Depp ist als Vampir Barnabas einiges bleicher als Jack Sparrow, dafür hat er weitaus bessere Manieren. Gastauftritt des berühmtesten Draculas u Darum gehts

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der Filmgeschichte: Christopher Lee. u Das Detail Unschlagbar: Michelle Pfeiffers Uhu-aus-Bast-sitzt-auf-einemAst-Ohrringe beim Dinner! u Die Hammerszene Deren gibt es viele. Ziemlich lustig: Barnabas an der Hammond-Orgel. Oder: die Sprüche der bekifften Hippies am Lagerfeuer. u Der Regisseur Tim Burton, bekannt für seine schrägen, bizarren Filme («Mars Attacs», «Big Fish», «Alice im Wunderland») ist mit «Dark Shadows» wieder ein Wurf gelungen. u Das Fazit Amüsante, mit herrlichen Details und Reminiszenzen gespickte Grusel-Komödie mit hammermässigem Soundtrack. anina rether 8 8 8 8 8 Länge: 113 Min. Regie: Tim Burton. Kinostart 10. 5.

Wer ist der Autor? Das britische Autoren-Ehepaar Nicci Gerrard und Sean French verfasst seit Jahren erfolgreiche Psychothriller. Der wichtigste Satz? «Jeder Mensch braucht Geheimnisse, sogar in einer ganz engen Beziehung.» Was macht das Buch besonders? Die Ebenen verschieben sich – was ist Realität, was Einbildung? Die Pro­tagonistin Frieda Klein hat den richtigen Sensor für die Verirrungen der Seele und die spannende Ver­strickung der beiden Fälle. Nach der Lektüre? Man ist darüber im Bild, was man von einer Psychotherapie erwarten kann. Und was nicht. ingrid Schindler

Nicci french Blauer Montag (Bertelsmann Verlag)

Fotos HO (3), Geri Born

«Dark Shadows» (USA)


Die Besten event demnächst

Aufsteiger Seven hat als einer der wenigen Schweizer Musiker internationales Format.

Oper. Tina Dico. Rock-Söhne

immer im dialog

uDrei europäische Barockmusiker und zwei

arabische Musiker (Oud, Perkussion) ­spielen Barock-Arien aus orientalischen Opern: Im Ensemble «Oper im Orient» begegnen sich ­klingende Welten zum Zwiegespräch. hv oper im orient Bern, Saanen, Nidau, Spiez, ab 7. 6., www.operimorient.ch

Seven mit neuem Album auf tournee

Sieben gewinnt Zeilen wechseln im Sekundentakt: 200 000 CDs verkauft – 6 Alben veröffentlicht – 65 Wochen in den Charts – über 600 Shows gespielt – mehr als 500 000 Tickets verkauft. Und dann: «He is back!» Die Art, wie Seven auf Youtube sein Album «Taik» und seine Tournee ankündigt, ist unschweizerisch selbst­ bewusst. Das passt zum Singer-Songwriter, dem das Mittelmass nie genügt hat, seit er als Teenager mit seinem Bruder die Gruppe Natural A Cappella gründete, die es mehrfach ins Schweizer Fernsehen brachte. Sehr schweizerisch

cd-Tipp jazz

luftiges gewicht

u «Eingängig» hat im Jazz einen schalen Beigeschmack. Nun denn, die melodiöse Musik von Hans Feigenwinter (Piano), Wolfgang Zwiauer (E-Bass) und Arno Troxler (Schlagzeug) ist eingängig – und trotzdem voller Raffinesse. Chapeau! hanspeter vetsch

feigenwinter 3, Vanishing Point (Unit)

dagegen hat es Seven, 1978 als Jan Dettwyler in Wohlen ge­boren, nie bei seinem Talent bewenden lassen, sondern sich mit enorm viel Fleiss ein inter­ nationales Format erarbeitet. «Mein Traum wäre es, mit etwa 80 Jahren am Jazz Festival Mon­treux bei einem Konzert am Flügel zu sterben», hat er gesagt. Noch ruft zwar Montreux nicht, doch sein am 21. September erscheinendes neues Album soll ihn nochmals einen grossen Schritt weiterbringen. Nicht nur, weil der Sänger, der mühelos zwischen erdigem Funk und zart schmelzendem Soul mäandert, musikalisch gereift ist. Sondern auch, weil seine Lieblingszahl 7 im Spiel ist: «Taik» ist sein siebtes Studioalbum, er wird am 18. Oktober 34 (Quersumme 7). Genau an dem Tag also, an dem er seine Tournee startet. Die Glückskäfer werden Schlange ­stehen. hanspeter vetsch

stets bei Stimme uIn

ihrer Heimat Dänemark ist die SingerSongwriterin längst ein Star, hier gilt es, ihre grosse Stimme und ihre eingängigen Songs noch zu entdecken. Ein Fingerzeig: Wer Sophie Hunger mag, wird Tina Dico lieben. hv

tina dico & band Kaufleuten Zürich, 13. 10. um 20 Uhr, www.allblues.ch

ewig im schuss u Manches

seven Tournee ab 18. 10. Lenzburg, Bern, Chur, Zürich, Basel, www.allblues.ch tickets für die besten events!

kommt, manches geht – doch dieses kunterbunte Musikerkollektiv scheint sich für die Ewigkeit eingerichtet zu haben. Dass ihnen dabei der Schnauf nicht ausgeht, belegen ihre turbulenten Shows. hv söhne mannheims Volkshaus Zürich, 8. 10. um 20 Uhr, www.goodnews.ch schweizer illustrierte

Fotos Marco Grob, HO (4)

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Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

Das «Saint-Tropez der Türkei» Bodrum! Auch die Stars haben die faszinierende Stadt an der Ägäis längst entdeckt.

«KEMPINSKI BARBAROS BAY», BODRUM

Hanks und Jennifer Lopez S

«Barbaros Bay» Alle Zimmer mit Meersicht.

aint-Tropez? Sylt? Die Stars sind weitergezogen und haben Bodrum als neue TrendDestination entdeckt. Ihr Hotspot? Das Kempinski Hotel Barbaros Bay, gelegen an einer privaten Bucht. 148 Zimmer und Suiten, alle mit fantastischem Blick auf die türkische Ägäis. Fünf Restaurants gibts im Resort; «La Luce» ist der Favorit – dank Terrasse auf der Klippe und italienischer Küche inklusive

Show-Grill. Das Bodrum-Gästebuch lässt sich sehen: Tom Hanks, Mick Jagger, Dustin Hoffman, Paul Newman und Jennifer Lopez waren auch schon da. Fix im Touri-Programm: das Mausoleum in der kleinen Stadt, die vielen Shops und die Hektik in den Basars. Tolle Golfplätze. DZ im «Barbaros Bay» ab EUR 376.–. UH INFO www.kempinski.com/bodrum schweizer illustrierte

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Reisen

Was für eine Lage! Wer im «Trois Couronnes» in Vevey wohnt, schlemmt und wellnesst direkt am Lac Léman.

Das Lavaux entdecken

concierge-tipp!

Unvergessliche Stunden am Genfersee? Vorschläge von «Trois Couronnes»Concierge Philippe Pohu. u Reben-Wanderung Mit dem Regionalzug von Vevey nach Rivaz. Dann auf kleinen Wegen durch die Weinberge von Epesses, Riex und Cully spazieren («Le chemin de Dézaley»). Mit dem Schiff zurück nach Vevey. Oder Schlemmen im berühmten «Raisin» in Cully.

Auf 1600 Metern über Meer: Col de Chaude. Den Etivaz von der Alp degustieren! u Auf

den Col de Chaude Die 90-Minuten-Wanderung vom Rochersde-Naye lohnt sich: Auf dem Col de Chaude kann man Etivaz-Käse degustieren, Älplermakkaronen essen und auf besonderen Wunsch im Stroh schlafen. u Tee-Time in Lausanne Der Golf de Lausanne, 1921 gebaut, gehört zu den elegantesten und angesehensten Klubs der Schweiz. Gäste dürfen auch spielen (ab CHF 120.–). Einfacher: Golf de ­Montreux in Aigle.

Golf de Lausanne Elegante, traditions­ reiche Adresse, anspruchsvoller Kurs.

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WELLNESSEN UND SCHLEMMEN IM «TROIS COURONNES», VEVEY

Entspannen in de Wellnessen, schwimmen, kuren? Oder doch lieber schlemmen und geniessen? Das «Trois Couronnes» in Vevey ist für alle Disziplinen eine erstklassige Adresse.

S

tille am Lac Léman. Ein betörender Blick über den glitzernden Genfersee rüber zu den französischen Bergen. Der mächtige Grammont hat schon Ferdinand Hodler verzaubert; das millionenschwere Bild, gemalt 1906, hängt heute in der Privatsammlung von Thomas Schmidheiny. Das Hôtel des Trois Couronnes in Vevey, eine imposante neobarocke Dreiflügelanlage mit beeindruckender Halle, ist noch älter (Baujahr 1842). Das Haus mit seinen 71 Zimmern und Suiten ist rundum renoviert, präsen-

tiert sich heute mit jugend­lichem Schwung. u Die «Küche des Südens». Den Gast ziehts magisch ins Restaurant und vor allem auf die unglaubliche PanoramaTerrasse. Vor allem seit der jugendliche Chef Lionel Rodriguez aus Toulouse das Kommando übernommen hat. Er hat für Alain Ducasse gekocht und die letzten sieben Jahre bei Edgard Bovier im «Lausanne Palace». Also ist die mediterrane Küche sein Ding. Mit Produkten natürlich auch aus der Umgebung. Wir waren begeistert von den kleinen «Filets de


Magisch! Der Blick über den Genfersee ist beeindruckend.

Puressens Destination Spa Massgeschneiderte Kuren!

Was für eine Halle! Das «Trois Couronnes» wurde 1842 erbaut. Heute präsentiert sich das Hotel in jugendlicher Frische.

Nur 71 Zimmer Und jedes verblüfft mit einem eigenen Design.

r Stille des Lac Léman ­ erche», die der Berufsfischer am p Morgen aus dem Léman geholt hat. Wir schwärmen von den Gambas mit Capo­ nata und vom butterzarten «Côte de veau» für die ganze Tischrunde. u «Bien-être» im ganzen Haus. Bereits beim Blick auf die Karte wird klar: Im «Trois Couronnes» hat man nicht nur die Schlemmer im Visier. Wer eher auf pures Wohlbefinden setzt, findet auch sehr ausgewogene, sehr gesunde Gerichte. Im Restaurant, an der Bar, im Room­ service. «Ob Gourmand, ob Bien-être – es muss einfach immer sehr gut sein», verlangt der smarte Direktor Jay Gauer von seiner Brigade, «wir wollen unsere Gäste verwöhnen, nicht bestrafen.» u Die Vier-Tage-Kur. Herzstück des edlen Puressens Destination Spa ist ein 24-Meter-Hallenbad mit Steinbögen

und Säulen. Spa-Managerin Stéphanie Des Arts-Loup bietet auch fünf sehr zielgerichtete Packages an. Massgeschnei­ derte Kuren für Entschlackung, Gewichts­

regulierung, Schönheit, Entspannung und Revitalisierung. Mindestens vier Tage sollte man dafür investieren. 

URS HELLER

Check-in u Das

Hotel *****Hôtel des Trois Couronnes, Vevey VD. Oase der Ruhe direkt am See. 71 individuell gestaltete Zimmer. Grossartige Präsidentensuite. DZ inkl. Frühstück CHF 480.– u Das Restaurant Chef Lionel Rodriguez serviert im Sommer auf der Pano­rma-Terrasse: 50 % Gourmet-, 50 % Spa-Küche! u Spa Elegantes 24-Meter-Hallenbad. Fünf besondere Kuren: Pure Detox, Pure Beauty, Pure WellBeing, Pure Weight Control, Pure Energy for Entspannen in Vevey Frühstück auf der Man u Infos www.hoteltroiscouronnes.ch Zimmerterrasse.

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En Guete Herzhaft Ein Süppli zum Start.

Ein Herzli fürs Mami Den Müttern dieser Welt einfach danken: Am 13. Mai ist Muttertag – und Gelegenheit für ein feines, fröhliches und geselliges Essen.

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Herzli-Suppe

Zutaten (für 4 Personen, ergibt ca. 8 dl und 20 Rotweinherzen, für eine Cakeform von ca. 25 cm, mit Öl bestrichen und mit Klarsichtfolie ausgelegt) Rotweinherzen 1 dl Rotwein (z. B. Dôle), 11/2 dl Wasser, 1 Schalotte, halbiert, 1 Rüebli, längs halbiert, 1 Prise Zucker, 1 Lorbeerblatt, 5 schwarze Pfefferkörner, 1 Päckli Sulzpulver (für ca. 21/2 dl) Suppe 8 dl Gemüsebouillon, essbare Blüten zum Garnieren (siehe Tipp)

Vor- und zubereiten ca. 25 Min. Ziehen lassen ca. 30 Min. Kühl stellen ca. 2 Std. u Für die Rotweinherzen Rotwein mit allen Zutaten bis und mit Pfefferkörnern aufkochen. Zugedeckt ca. 30 Min. ziehen lassen. Flüssigkeit nochmals aufkochen, Sulzpulver unter die heisse Flüssigkeit rühren, absieben, leicht abkühlen. Flüssigkeit in die vorbereitete Form giessen, im Kühlschrank ca. 2 Std. fest werden lassen. Sulz auf ein Brett

TIPP

Bunte Blüten sind nicht nur dekorativ, sie schmecken auch fein. In Gartencentern gibt es Samenmischungen zum ­Selberziehen. Essbare Blüten sind auch in der Natur zu ­finden, achten Sie beim Pflücken aber darauf, dass sie abseits von Strassen auf ungedüngten Böden wachsen. Niemals essen sollte man Blüten aus Blumengeschäften, da diese meist chemisch behandelt werden. Beliebte Blüten zum Essen sind Ringelblume (1), Lavendel (2), Salbei (3), Tagetes (4), Stiefmütterchen (5), Gänseblümchen, Kapuzinerkresse, Borretsch, Duftveilchen, Schnittlauch.

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stürzen. Mit einem Ausstecher in Herzform (ca. 21/2 cm ∅) ca. 20 Herzen ausstechen. Je 5 Herzen auf je einem kleinen Teller anrichten. Für die Suppe Bouillon aufkochen, in Suppenteller verteilen, Blüten auf die Bouillon streuen. Rotweinherzen am Tisch in die Bouillon geben. Lässt sich vorbereiten Herzen einen Tag im Voraus zubereiten, zugedeckt im Kühlschrank aufbewahren.

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Pikanter Apfelsalat mit Lauch-Rahm

Zutaten (für 4 Personen, für 4 Gläser von je ca. 11/2 dl) 1 Esslöffel Butter, 1 rotschaliger Apfel (z. B. Braeburn), in Würfeli, 1 Teelöffel Zucker, 3 Esslöffel Weisswein, wenig Butter, 100 g Lauch, in feinen Streifen, 1 dl Gemüsebouillon, 1 dl Halbrahm, flaumig geschlagen, schweizer illustrierte

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En Guete Salz, Pfeffer, nach Bedarf, wenig Muskat Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Butter in einer Pfanne warm werden lassen. Äpfel kurz andämpfen, Zucker darüberstreuen, ca. 1 Min. karamelli­ sieren, Wein dazugiessen, zugedeckt ca. 4 Min. köcheln, die Würfeli sollten nicht zerfallen. Auskühlen, kühl stellen. Butter in derselben Pfanne warm werden lassen. Lauch andämpfen, Bouillon dazugiessen, zugedeckt ca. 10 Min. köcheln. Lauch pürieren, auskühlen, kühl stellen. Schlagrahm mit dem Lauchpüree mischen, würzen. Servieren Apfelwürfeli in Gläser ver­ teilen, Lauch-Rahm auf den Äpfeln anrichten. Muskat darüberreiben, sofort servieren.

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Filets mignons

Vorbereiten Fleisch ca. 1 Std. vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen. Ofen auf 80 Grad vorheizen, Platte und Teller vorwärmen. Zutaten (für 4 Personen) 2 Stück Rindsfiletspitz (je ca. 400 g) Kräuterfüllung 1 Esslöffel Paniermehl, 1 Esslöffel Olivenöl, 4 Esslöffel Kräuter (z. B. Rosmarin, Salbei und Thy­ mian), fein geschnitten, 1 Knoblauch­ zehe, gepresst, Bratbutter zum An­ braten, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 40 Min. Niedergaren ca. 20 Min.

u Paniermehl und alle Zutaten bis und mit Knoblauchzehe mischen. Filets mit einem scharfen Messer der Länge nach ca. 2 cm tief einschneiden. Die Kräuterfüllung darin verteilen. Fleisch mit Küchenschnur im Abstand von ca. 2 cm binden. Fleisch mit dem Messer zwischen den Schnüren zu Filets mignons schneiden. Bratbutter in einer Bratpfanne heiss werden lassen, Fleisch rundum ca. 4 Min. anbraten. Fleisch würzen, auf die vorgewärmte Platte legen. Niedergaren ca. 20 Min. in der Mitte des vorgeheizten Ofens. Kerntemperatur: ca. 55 Grad (a point). Warm halten ca. 30 Min. bei 60 Grad. Dazu passen Nudeln.

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RosmarinKaramelLköpfli Zutaten (für 4 Personen, für 4 Förmchen von je ca. 11/2 dl, kalt ausgespült) Karamellsirup 100 g Zucker, 3 Esslöffel Wasser, 3 Esslöffel Wasser Creme 3 frische Eier, 60 g Zucker, 3 dl Milch, 1 Zweiglein Rosmarin, 1/2 Vanillestängel, längs auf­ge­schnitten, Samen ausgekratzt Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Garen ca. 30 Min. Kühl stellen ca. 2 Std.

u Für den Karamellsirup Zucker und Wasser in einer weiten Pfanne ohne Rühren aufkochen. Hitze reduzieren, unter gelegentlichem Hin-und-her-­Be­wegen der Pfanne köcheln, bis ein hellbrauner Karamell entsteht. Pfanne von der Platte

nehmen, Wasser beigeben. Karamell zugedeckt weiterköcheln, bis er sich aufgelöst hat. Offen sirupartig ein­ köcheln. Karamell in die vorbereiteten Förmchen verteilen. Förmchen auf einen Lappen in eine ofenfeste Form stellen. Für die Creme Eier und Zucker in einer Schüssel gut verrühren. Milch mit ­Rosmarinzweig und Vanillestängel aufkochen, Pfanne von der Platte nehmen, zugedeckt ca. 15 Min. ziehen lassen. Milch nochmals aufkochen, unter Rühren mit dem Schwingbesen zur Eimasse giessen, durch ein Sieb in einen Krug giessen. Creme in die Förmchen verteilen, diese einzeln mit Alufolie bedecken. Siedendes Wasser bis 2/3 Höhe der Förmchen einfüllen. Garen im Wasserbad ca. 30 Min. in der unteren Hälfte des auf 170 Grad vorgeheizten Ofens (siehe «Garprobe»). Form herausnehmen, Förmchen ca. 10 Min. im Wasser stehen lassen, herausnehmen, Folie entfernen. Karamellköpfli aus­ kühlen, zugedeckt ca. 2 Std. kühl stellen. Garprobe Die Karamellköpfli sind gar, wenn die Eimasse auf Fingerdruck nur noch wenig nachgibt oder beim Einstechen mit einem dünnen Holzspiesschen nichts daran haften bleibt. Sind die Karamellköpfli noch nicht gar, diese nochmals zudecken und weitere 5 Min. garen. Dampfgartipp Förmchen in der Lochschale ohne Alufolie 10 Min. bei 95 Grad im Dampfgarer garen; im Gerät ca. 5 Min. nachgaren. Haltbarkeit Karamellköpfli lassen sich bis zu einer Woche zugedeckt im Tiefkühler aufbewahren. Herausnehmen, auf einem Gitter auftauen, stürzen.


GaultMillau Hotel Villa Honegg Honegg 6373 Ennetbürgen Tel. 041 - 618 32 00 Täglich geöffnet Alle Kreditkarten ausser Diners EC-Direct und Postcard www.villa-honegg.ch

Juwel über dem Vierwaldstättersee Direktor Peter Durrer und Küchenchef Thomas Amstutz empfangen und verblüffen in der «Villa Honegg» auf dem Bürgenstock.

Das kleine Paradies am Bürgenstock «Honegg», Ennetbürgen NW Eine verblüffende Adresse: Die «Villa Honegg» ist klein, aber fein, die Aussicht von Zimmer und Pool atemberaubend – und Chef Thomas Amstutz hochbegabt.

Den Kataris sei Dank. Sie haben von der Villa NEU Honegg auf dem Bürgengetestet stock nur die Grundmauern aus dem Jahr 1905 stehen lassen und dafür 25 Millionen Franken in einen Umbau investiert. Das Ergebnis ist fantastisch: Ein kleines Hotel der Luxusklasse, mit einer verblüffenden Sicht auf den Vierwaldstättersee mit einem Pool mitten auf der Kuhweide und einem Kino im Keller. Ausgesprochen billig ist es nicht auf der Honegg – aber dafür paradiesisch schön! Den Wohlfühlfaktor steigert ­Küchenchef Thomas Amstutz (vorher «Mirage», Stans) ganz erheblich. Der

Gast beobachtet, wie er frühmorgens in seinem Kräutergarten unterwegs ist, beim Frühstück (bis 14 Uhr!), beim Lunch auf der Terrasse und beim Diner keinen Aufwand scheut. In bester Erinnerung bleiben uns ganz viele Gerichte: der exzellente geräucherte Lachs, den es erst zum Frühstück, dann in der Kressesuppe gibt. Die perfekt abgestimmte KokosCurry-Schaumsuppe. Die BierrettichCannelloni mit Tunatatar. Die raffiniert in «Engelshaar» verpackten Scampi. Die Wachtel mit dem Wachtelei in der Kräuterkruste. Die sautierten Felchen­ filets direkt aus dem Vierwaldstättersee mit den etwas dickwandigen Morchel­ ravioli. Das perfekt gebratene Nidwald-

ner Kalbssteak mit tiefem Jus und einer fantastischen tiefgrünen, aber nicht zu wuchtigen Bärlauchkruste. Deftiger gehts auch auf dem schönen Berg: raffinierter «Caesar Salat», den Sbrinz, den Kalbfleischspeck und die Sardellen separat serviert. Und dann den wunderbaren Honegg-Hackbraten von der nur wenige Minuten entfernten Holzen! Einziger etwas schlaffer Gang: sautiertes Heilbuttfilet mit Absinth – wenig los im Teller … Der junge Direktor Peter Durrer schart nur freundliche Mitarbeiter um sich. Auch das wissen wir zu schätzen. PS: Via Ennetbürgen (Ausfahrt Stans Süd) anreisen! 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Fotos Bruno Voser

Wein-Tipp Schaumwein von Dieter Meier Wie alle Weine vom argenti­ nischen Weingut des YelloMusikers Dieter Meier ist auch der Extra Brut des Andes (13 %) biologisch produziert. Ein Schaumwein, der aus den Traubensorten Torontes, Pedro

Jimenez und Chenin Blanc vinifiziert worden ist. Wie beim Sparkling Wine üblich, fand die zweite Gärung in der Flasche statt. Schon in der Nase duftet er charmant blumig, verführerisch. Im Gaumen süffig und finessenreich. Die Mousse prickelt delikat. Aromen von

Walderdbeeren, Lilien und Ginger sind auszumachen. Der Extra Brut des Andes ist kräftiger als ein Prosecco und verspielter als ein Cham­ pagner. Ein unkomplizierter Schaumwein, der gut zu grilliertem Fisch, Antipasti oder einfach so zum Apéro passt.

Weinkontor, Zürich www.ojodeagua.ch Tel. 044 - 210 47 00 Jetzt geniessen. Trinktemperatur: 8 bis 10 Grad. u CHF 34.–

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Horoskop

«Venus sorgt für harmonische Momente»

mehrere Male die gleichen Punkte auf dem Tierkreis passiert und mehrere Wochen im Zeichen Zwillinge verweilt. Dadurch sollten speziell die Luft- und Feuerzeichen (Zwillinge, Waage, Wassermann sowie Widder, Löwe, Schütze) eine Menge Abwechslung und meistens harmonische Momente erleben.

widder 21.–30. 3. Sie sind in einer Warteschleife, können am 16. eine neue Situation klug ausnützen. Gesundheitlich am 14. vorsichtig sein, nicht übertreiben! 31. 3.–9. 4. Sie beschäftigen sich am 13./14. vorwiegend mit finanziellen Fragen, eine Entscheidung fällt schwer. Am 12. bieten Freunde Hilfe an, am 17. sind Sie etwas lustlos. 10.–20. 4. Venus signalisiert Herzklopfen, Ihr Charme wirkt. Am 13. und 17. erleben einige unvergess­ liche Momente (Versöhnung, Konsolidierung einer bestehenden Beziehung, neue solide Freundschaften?).

stier 21.–30. 4. Sie haben bis 15. die Lage unter Kontrolle, agieren clever. Am 13./14. gelingt einigen ein schöner Treffer, neue Vorhaben kommen gut voran (u. a. Verhandlungen, Examen, Reisen usw.). 1.–10. 5. Sie kön­ nen ab dem 14. Pluspunkte sammeln, sind schlagfertig und kontaktfreudig. Merkur begünstigt schriftliche Arbeiten, Termine, Bewerbungen etc. (17.). Mittelmässige Laune am 12. 11.–20. 5. Sie sind auf Erfolgskurs: Jupiter symbolisiert Angebote, manchmal einen Gewinn (am 13., 15.). Am 16. und 17. kein (finanzielles?) Risiko eingehen!

zwillinge 21.–31. 5. Geduld! Mars nervt und verleitet Sie zu voreiligen Schritten (am 14., 16.). Dies bessert sich, ab dem 17. verziehen sich die Wolken. 1.–10. 6. Sie kom­ men gut voran. Am 12. freuen Sie sich über eine Nach­ richt, am 14. müssen Sie mit Komplikationen rechnen. Günstig für ein Treffen wird der 17. 11.–21. 6. Venus in Ihrer Dekade verspricht aufregende Begegnungen oder harmo­ nische Beziehungen (am 13., 17.). Aus einer Freundschaft könnte mehr werden, neue Kontakte sind solide und dauerhaft. Am 14. Sie möglichst objektiv bleiben!

krebs 22. 6.–1. 7. «Gesagt, getan» lautet Ihre Devise, und am 13. und 14. nützen Sie eine neue Situation geschickt und schnell aus. Nach dem 15. wird es ruhiger, aber mit dem Partner gewinnen Sie einen Vorsprung. 2.–12. 7. Sie sind ab dem 15. am Drücker: gut für wichtige Termine, Bewerbungen, Kontakte, eine Reise, Examen usw. Nur am 17. sind Sie zu sensibel. 13.–22. 7. Sie schalten den Turbo ein, können Jupi­ ter schöne Chancen und interessante Angebote verdanken. Erfolge am 13. und 15., aber am 16. und 17. müssen Sie auf der Hut sein und sollten Ihre Kräfte nicht überschätzen!

löwe 23. 7.–1. 8. Bis 15. läufts nicht immer nach Wunsch. Sie sind zerstreut, oder Termine werden ver­ schoben (Vorsicht z. B. auf Reisen!). Ab dem 16. bessert sich die Lage, sie holen auf (am 17./18.) 2.–12. 8. Sie kom­ men bis 15. gut über die Runden, danach sind Missver­ ständnisse möglich, oder Ihre Haltung wird falsch ausge­ legt (17.). 13.–23. 8. Sie sind der strahlende Mittelpunkt (am 13., 14., 17.). Singles sind in Flirtlaune, bereits Liierte vertiefen eine bestehende Bindung. Vor dem 18. Gebore­ ne sollten aber in finanziellen Dingen vorsichtig agieren!

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie haben derzeit gute Karten für ein neues, grösseres Vorhaben. Speziell bis 15. agie­ ren Sie sehr klug, setzen Ihre Kräfte gezielt ein. Ab dem 16. sollten Sie sich physisch schonen! 3.–12. 9. Merkur begünstigt neue Kontakte, Reisen, Ihre Weiterbildung usw. Nur am 14. mehr auf den Rat Ihres Partners hören, der die Dinge objektiver einschätzt. 13.–23. 9. Abgesehen von (kleinen) Problemen auf dem Gefühlssektor, läuft alles nach Wunsch. Jupiter verspricht Erfolg und stärkt Ihr Selbstvertrauen. Nur am 17. nichts überstürzen!

waage 24. 9.–3. 10. Sie ruhen sich auf Ihren Lor­ beeren aus. Nur am 16. kann es zu hitzigen Diskussionen kommen (u. a. mit dem Partner), Sie sind nicht gerade tolerant. 4.–13. 10. Ruhige Woche. Am 12. sind Sie glänzender Laune, haben auch im Spiel ein glückliches Händchen. Am 17. könnten Sie mit einer Bemerkung anecken. 14.–23. 10. Venus verspricht Frühlingsgefühle. Am 13. oder 17. liest man Ihnen jeden Wunsch von den Augen ab. Alleinstehende finden Anschluss, bestehende Bindungen sind harmonisch und dauerhaft.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie kommen schneller voran als geplant, vor allem im Team. Bis 15. sind Verhand­ lungen von Erfolg gekrönt, speziell am 13./14. (u. a. mit neuen Ideen, Argumenten). Zudem sind Sie physisch gut in Schuss. 3.–12. 11. Sie haben nach dem 15. gute Karten, landen gemeinsam mit Ihrem Partner einen Treffer. Günstig für Reisepläne, schriftliche Arbeiten usw. (am 17.). Am 12. häusliche Probleme. 13.–22. 11. Sie könnten zur Kasse gebeten werden, u. a. Ärger mit Behörden oder Vorgesetzten, speziell am 16./17. Besser wird der 15.

schütze 23. 11.–2. 12. Mars-Störfelder verleiten Sie zu voreiligen Schritten, ab dem 17. bessert sich die Lage. Nur vor dem 27. Geborene müssen vorsichtig sein, man könnte Ihnen etwas vormachen (13.). 3.–12. 12. Günstig für ein aufklärendes Gespräch oder ein Treffen wird der 12., für ein Dinner zu zweit der 17. Am 14. ist Ihre Laune mittelmässig (wegen Angehörigen?). 13.–21. 12. Sie sind einem Flirt nicht abgeneigt, und Ihr Charme wirkt. Interessante Begegnungen (am 13. und 17.), aber am 14. und 16. schlagen Sie ein wenig über die Stränge.

steinbock 22.–31. 12. Sie haben Rückenwind, gewin­ nen Vorsprung. Durch schnelle Entscheidungen sichern Sie sich einen Erfolg, oft mit neuen Methoden (z. B. am 13./14.). Hektisch dagegen der 16. 1.–10. 1. Vorwiegend neutral. Am 14. können Sie ein Missverständnis aufklären, einige lernen neue Freunde kennen. Hektisch hingegen der 17. (u. a. häusliche Probleme). 11.–20. 1. Sie sind auf Glückskurs. Jupiter bringt Super-Angebote, manchmal einen Gewinn, eine Beförderung oder auch privat ein High­ light (am 13., 15.). Am 17. nicht alle Trümpfe ausspielen!

wassermann 21.–30. 1. Am Wochenende könnte es zu Missverständnissen oder Verzögerungen kommen, Ter­ mine werden verschoben. Ab dem 15. läufts besser, am 16. können Sie einen Fehler ausbügeln. 31. 1.–9. 2. Sie sind vergesslich und zerstreut (ab dem 15.). Vorsicht, wenn Sie eine Reise planen oder wichtige Termine anstehen! Am 17. finden Sie die richtigen Worte. 10.–19. 2. Sie amü­ sieren sich und stehen im Mittelpunkt. Venus signalisiert Sternstunden: interessante Begegnungen für ­Singles, romantische Momente für bereits Liierte (am 13., 17.).

fische 20. 2.–1. 3. Dank Ihrer klugen Haltung kön­ nen Sie ein Problem (u. a. Partner) aus der Welt schaf­ fen (13., 14.). Mars lässt Sie (nach mehreren Wochen!) endlich wieder in Frieden. 2.–10. 3. Sie kommen zügig voran, sind sehr schlagfertig und handeln klug. Günstig auch für Examen, Kontakte, Verhandlungen, eine Reise usw. 11.–20. 3. Sie sind auf Erfolgskurs, einigen gelingt ein schöner Treffer. Beruflich geht es bergauf, finanziell ebenfalls, privat erwartet Sie ebenfalls eine Hochphase (13., 15.). Nur am 16. nicht alles auf eine Karte setzen!

ihr tages-horoskop 92

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 12. bis 18. mai 2012 Venus wird «rückläufig», das heisst, von der Erde aus gesehen wandert sie auf dem Tierkreis scheinbar rückwärts. Dies ist aufgrund der elliptischen Planetenbahnen aber nur eine optische Täuschung. In der astrologischen Tradition hat dies eine Bedeutung, da Venus

Dr. Elizabeth Teissier


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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosung wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt. Teilnahmeschluss Sonntag, 13. Mai 2012

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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, und die fünften Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 13. Mai 2012

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Sekunde, 2. Bichsel, 3. Laengst, 4. Neurose, 5. Metzler, 6. Basilia, 7. Ginseng, 8. Chiasso, 9. Plessur, 10. Muttenz, 11. Ausrede, 12. Episode, 13. Kuebler, 14. Kommerz, 15. Pianist, 16. Panixer, 17. Morchel, 18. Naegeli, 19. Federer Lösungssatz: Der Name ist ein Stueck des Seins und der Seele.

REBUS

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LÖSUNGSWORT

Wert: 750 Franken!

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Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

WOLKE ROSE T U R (E) M KOSTUEM

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REBUS

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Und so nehmen Sie teil:

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schwer

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Die Oral-B Pulsonic SmartSeries mit SmartGuide ist die Premium-Schallzahnbürste von Oral-B. Ihr kabelloses Display gibt Feedback beim Putzen und fördert damit bessere Putzgewohnheiten.

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Lösung: HEIMATROMAN

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Das familiär geführte Verwöhnhotel liegt am sonnigsten Platz von Pertisau mit Panoramablick auf Rofan und Karwendel. In einer der schönsten Regionen Österreichs, im Naturparadies Achensee, sorgt Familie Rieser für perfekten Urlaub mit Herzlichkeit, Verwöhnküche und wunderbaren, neuen 1000 m2 Spa und Wellness. www.kristall-pertisau.at

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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 140 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit REBUS, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel REBUS ABFAHRT an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24525 (gratis übers Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 13. Mai 2012

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leser

«Unser Schweizer Schnügel hat gewonnen» u Luca Hänni gewinnt bei

«DSDS», SI 18/2012 «Unser Schweizer Schnügel hat gewonnen. Yeahhhh. Ich mag es Luca Hänni gönnen, dass er den Sieg bei ‹Deutschland sucht den Superstar› geholt hat. Er hat es verdient, er hat gerackert, prima gesungen und eine wundervolle, powervolle Bühnenshow gezeigt. Luca ist superherzig, total relaxed und cool. Ich bin gespannt, wie seine Karriere weitergehen wird. Luca, ich drücke dir meine Daumen und denke ganz fest an dich.» Amanda Küfer, per E-Mail «Für einmal war bei ‹DSDS› sogar Dauermiesmacher Dieter Bohlen erträglich. Denn Luca überstrahlte die ganze Sendung. Seine unbekümmerte, sympathische Art hat alle, Zuschauer und Jury, verzaubert und überzeugt. Luca hat auch tatsächlich eine Wahnsinnsausstrahlung, bewegt sich bereits jetzt wie ein Profi auf der Bühne, und er kann sehr gut singen. Der Richtige hat gewonnen.» Tanja Hodler, per E-Mail

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@ schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

«Wir sind Mega-Fans von Luca. Er ist sooo süss. Wir sind total glücklich, dass er gewonnen hat. Nun hoffen wir auf ein Konzert, damit wir ihm mal live zujubeln können und nicht immer nur vor dem TV.»

impressum

Lisa und Emma, per E-Mail

Nr. 19, 101. Jahrgang. Erscheint montags

willi

Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Monique Ryser

«Vater, ich fürchte mich viel weniger vor dem Apfelschuss, seit ich eine Volumenshampoo verwende.»

Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Betty Bossi AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Bern AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; Goodshine AG; GRUNDY Schweiz AG; Infront Ringier Sports & Entertainment Switzerland AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; media swiss ag; Original S.A.; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Ringier Africa AG; Ringier Studios AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.


Näher bei den Stars. Täglich. www.schweizer-illustrierte.ch Babyfieber

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Barry Watson

Der «Eine himmlische Familie»-Star wird wieder Papa. Welche Stars sonst noch in freudiger Erwartung sind, finden Sie auf SI online.

Erfahr ngs-Stars, u bli ck Ihre Lie en Sie Ihr Glü . h versuc sen Quartett im gros

Tipps

Beatrice Bolliger Jeden Dienstag gibt die Ernährungs­ beraterin spannende Ratschläge. Thema diese Woche: «Der Weg zur Bikinifigur» – mit Merkblatt.

arabella kiesbauer Sie war die Talk-Queen der 90er, dann verschwand sie von der Bildfläche. Wir verraten, wo sie die letzten Jahre gesteckt hat – und was sie heute macht.

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Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über Probleme mit Ausländern – und der Schweiz

Die Frage ist aber akut. Und die Diskussion über die Deutschen in der Schweiz tobt gerade wieder besonders heftig. Ich weiss nicht, ob sie wirklich tobt. Eine Umfrage von «SonntagsBlick» ergab das Gegenteil. Die Mehrheit mag die Deutschen. Es gibt aber Dummköpfe, die auf der Flamme dieser Frage ihr politisches Süppchen kochen. Und wenn es überkocht, liest man davon in deutschen Zeitungen. Die Schweiz wird dann als fremdenfeindlich wahrgenommen, als europafeindlich, als ewig quengelnde Nation. Die Frage ist: Was strahlen wir in unsere Umwelt aus? Und die Antwort lautet: mehr und mehr negative Signale. Die Schweiz ist ein hoch attraktives Einwanderungsziel. Und wir müssen uns fragen, wie viele Ausländer wir wollen. Die Schweiz ist auch deshalb attraktiv, weil die Ausländer, die zu uns kommen, in unseren Restaurants und Hotels bedienen, in den Spitälern helfen, an den Universitäten lehren, in der Forschung Spitzenleistungen erzielen, in der Industrie höchste Qualität ermöglichen. Wir haben also Ihrer Meinung nach gar kein Problem mit den Ausländern? Doch. Wir haben das Thema auf dieser Seite bereits be­ handelt: Mit den Zuwanderern kommen auch Kriminelle in unser Land, und zwar ganz oben in der Gesellschaft wie ganz unten. Die einen bringen ihr ergaunertes Geld auf Schweizer Banken in Sicherheit. Die anderen wandern in unser Sozialsystem ein. Allerdings gibt es da einen Unterschied: Vor den reichen Gaunern stehen die Behörden stramm. Die Banker verneigen sich. Und die Bijoutiers reiben sich die Hände. Gegen die armen Gauner hetzt die Schweizerische Volkspar-

tei und lenkt damit – ganz gezielt – von den reichen Gaunern ab. Beide müssen wir bekämpfen. Aber doch bitte nicht die tüchtigen Menschen, die bei uns ordentliche Arbeit leisten! Was halten Sie eigentlich von der Ventilklausel? Sehen Sie, auch wieder so ein negatives Signal, das die Schweiz aussendet. Ausgerechnet die Zuwanderer aus den neuen Mitgliedsländern der EU sollen jetzt gebremst werden. Diese Menschen haben vierzig Jahre unter dem Kommunismus gelitten. Bis 1989 waren sie eingesperrt. Erst dann durften sie in den Westen reisen. Nun bauen sie nach unserem Muster Rechtsstaaten auf; manche kämpfen noch immer um die Demokratie. Tschechen und Ungarn und Slowaken und Polen suchen Zukunft – auch bei uns. Und wir sagen ihnen: «Euch wollen wir nicht.» Wir sagen ihnen: «Wir verkraften nicht so viele von euch!» Was übrigens gar nichts bringt. Statt Arbeitsuchende von dort stellen die Firmen einfach mehr Griechen, Spanier oder Portugiesen ein. Von der Ventilklausel bleibt also kaum etwas. Ausser dem schlechten Bild, das wir abgeben. Trotz allem: Ein Unbehagen an der Zuwanderung bleibt. Als ich begann, journalistisch zu arbeiten, galt dieses Unbehagen den Italienern. Sie waren den Schweizern zu laut, und sie sangen zu viel. Heute erinnern wir uns voller Nostalgie an die ersten Eissalons, die erste Pizza, das Spaghetti-Rezept, das uns ein italienischer Freund verriet. Die Italiener haben unser Leben auf wunderbare Weise verändert – verlebendigt! So wird es uns auch mit den anderen europäischen Kulturen ergehen. Wenn wir dort hart bleiben, wo es sein muss: kein Lohndumping, kein Gesetzesbruch, Bereitschaft zur Integration. Übrigens, lieber Marc Walder: Auch den Espresso brachten uns die Italiener.  MARC Walder, 46, ist CEO der Ringier AG Frank A. Meyer, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

Ihre Meinung interessiert uns: Diskutieren Sie mit – auf www.schweizer-illustrierte.ch

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Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, hat es zu viele Deutsche in der Schweiz? Wenn Sie mich fragen würden: «Hat es zu wenig Deutsche in der Schweiz?», dann wüsste ich es auch nicht. Es gibt nun mal Deutsch-Deutsche und Schweiz-Deutsche. Die leben eng nebeneinander. Sie leben mitten in Europa. Und in Europa sind die Grenzen gottlob gefallen.



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