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16. Januar 2012 CHF 4.50

Lauberhorn-Held

Beat Feuz Seine Katrin macht ihn stark!

s e r h a J s e d SchwDeieigzlaemorurรถse Party: So fetie&rteCon.

Jen s il N r, e lv u P o il L Didier Cuche, 14 Seiten


Inhalt

HEFT 3, MONTAG, 16. Januar 2012

Titel 12

Beat Feuz Die Schweiz feiert ihren neuen Abfahrtshelden. Wen er liebt, wie er lebt, warum sein Herz auch für Österreich schlägt

Titelbild Kurt Reichenbach (2); Inhalt Geri Born

Leute

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u Ganz schön stark Zehn Jahre lang prägte sie die TV-Gala des Jahres. Jetzt sagt Swiss-Award-Moderatorin Sandra Studer: «Ich höre auf, wenn es am schönsten ist.»

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Editorial von Stefan Regez Leute Lea Lu, Heidi Happy, Jaël Krebs, Nadine Vinzens, Heinrich Villiger, Ueli Kestenholz Moritz Leuenberger Gier nach Geld und Grenzen des Anstands. Das Interview der Woche zu Philipp Hildebrand & Co.

Swiss Award 22 32

Lilo Pulver, Carl Elsener, Freddy Nock Glamouröse Gala im Hallenstadion Zürich Didier Cuche Schweizer des Jahres! Was den Abfahrtsstar so einzigartig macht schweizer illustrierte

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Inhalt Schiffsdrama 18

Costa Concordia Albtraum vor der Toskana: Jähes Ende einer Kreuzfahrt

Schöne Schweiz 38 42

Neue Serie Mit den Skistars auf die Piste! Roland Collombin zeigt sein Verbier Top Ten in Verbier Hotels, Après-Ski, alles für Kids, kulinarische Highlights, Preise

Leute

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u Ferien

in der Schweiz! Vor 40 Jahren war er einer der weltbesten Abfahrer im Skizirkus. Heute arbeitet Roland Collombin da, wo andere Ferien machen – in Verbier. Auf und neben den Pisten gibt er immer noch mächtig Gas.

Joos Sutter 100 Tage im Amt: Mit dem neuen Coop-Chef auf Filialentour Hanspeter Müller-Drossaart Er gibt Dällebach Kari auch im Film ein Gesicht Muhammad Ali Die Hommage zum 70sten

Shopping 65

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 73 74 76

Tele-Medizin Der Arzt in der Apotheke Gesundheits-Check! Mit welchen Tests Sie Krankheiten früh entdecken können Vorsorge Männer, achtet auf die Signale!

Die Besten 77

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend Fotos Kurt Reichenbach, Thomas Buchwalder, Marcel Nöcker

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Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Und … 64 98 92 96

Notabene von Helmut Hubacher Auf einen Espresso mit Frank A. Meyer und Marc Walder Horoskop Leserbriefe/Impressum

u Klar «Das scheinheilige Moralisieren im u reif Hanspeter Müller-Dros­ Fall Hildebrand hatte Züge einer Hexenjagd», saart zeigt seiner Frau Franziska, wo in sagt alt Bundesrat Moritz Leuenberger. Sarnen er seine Bühnenkarriere startete.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 259 86 22, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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editorial

Eine Nation von Abfahrern Die Mischung machts aus – das gilt als oberstes Gebot für jeden Blattmacher. In der aktuellen Ausgabe erfüllen wir diesen Anspruch nicht ganz: Abfahrer Didier Cuche wird Schweizer des Jahres, Abfahrer Beat Feuz gewinnt am Lauberhorn, Abfahrer Roland Collombin zeigt uns sein Verbier. Doch alles der Reihe nach.

Didier Cuche Im Vorfeld der Swiss-Award-Gala 2011

Stefan Regez, Chefredaktor a. i.

dis­kutieren wir auf der Redaktion die Kandidaten, die Schweizer des Jahres werden könnten. Nils Jent ist unser Favorit. Seit einem Töffunfall blind und schwer körper- und sprechbehindert, kämpft sich der heute 49-Jährige mit grosser Willenskraft ins Leben zurück – und wird Professor an der HSG! Auch den Solar- und Flugpionieren André Borschberg und Bertrand Piccard, der St. Galler Politikerin Karin Keller-Sutter sowie Eisprinzessin Sarah Meier räumen wir grosse Chancen ein. Und wir sind uns einig: Gewinnt Didier Cuche am Samstagmittag das Lauberhorn-Rennen, wird er am Abend auch Schweizer des Jahres. Cuche fährt auf Rang 15, wir reduzieren unseren Favoritenkreis um einen Namen und werden um 22.35 Uhr eines Besseren belehrt. Der populäre Neuenburger ist der Publikumsliebling. Egal, ob er ein Rennen gewinnt oder 15. wird. Ein Jahrzehnt-Skifahrer. Ein würdiger und verdienter Schweizer des Jahres 2011! PS: Sonntagmorgen, 11 Uhr. SI-Redaktor Thomas Renggli und Fotograf Kurt Reichenbach treffen Cuche in Wengen. Von hier wurde er am Samstagabend ins Hallenstadion zugeschaltet, seine Siegertrophäe hat er noch nicht erhalten. Was tun? René Prêtre, Schweizer des Jahres 2009, leiht uns fürs Fotoshooting mit Cuche in der Nacht auf Sonntag seine Auszeichnung, Yvonne Zurbrügg, unsere skibegeisterte Redaktorin aus Grindelwald, liefert sie am frühen Morgen in Wengen ab. «Didier national» – ab Seite 32.

Beat Feuz

Sonntagmorgen, 11 Uhr SI-Redaktor Thomas Renggli (l.) mit dem Schweizer des Jahres, Didier Cuche, im «Belvédère» in Wengen.

Der Emmentaler ist unser neuer Ski-Star. Der Held von Wengen. Der zurzeit beste Abfahrer der Welt. Zweiter in Lake Louise, Zweiter in Beaver Creak und nun Sieger am Lauberhorn. Beat Feuz entzückt die Schweizer Ski-Fans. Wir haben ihn in Wengen mit Freundin Katrin Triendl getroffen. Und verraten Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, was ihn stark macht, wo er daheim ist und weshalb er Österreich als seine zweite Heimat bezeichnet. «Triumph der Liebe» – ab Seite 12.

Roland Collombin

Fotos Kurt Reichenbach (2)

Neue Serie Wir gehen mit den Ski-Stars auf die Piste: heute mit Roland Collombin in Verbier. Rechts: SI-Redaktor Thomas Kutschera.

Ein Lauberhorn-Wochenende wie aus dem Bilderbuch: Sonnenschein, tiefblauer Himmel, beste Pisten­ verhältnisse und Schnee, Schnee, Schnee! Es gibt keine bessere Werbung für die Jungfrau-Region, für die Schweizer Skigebiete. Und doch sind die Sorgenfalten der Hoteliers und Bergbahnbetreiber nicht verschwunden. Der starke Franken schwächt ihre Position im Wettbewerb der Destinationen. Die Schweizer Illustrierte engagiert sich fürs Ferienland Schweiz: erst mit einem grossen Schneereport auf 20 Seiten (SI 1/2012), nun mit unserer neuen, 10-teiligen Serie «Ferien in der Schweiz – mit den Ski-Stars auf die Piste». Auf 8 Seiten und mit einem grossen Service-Teil. Insgesamt 100 Seiten für die Schweizer Skigebiete! Den Auftakt macht Roland Collombin. Der Abfahrts-Crack der 1970er-Jahre zeigt uns sein Verbier! Für SI-Redaktor Thomas Kutschera, Jahrgang 1960, ein besonderes Erlebnis: «Die Herren-Abfahrten mit dem Kampf zwischen Roland Collombin, Bernhard Russi und Franz Klammer waren Kult. Mein Herz schlug für Collombin! Seine wilde Fahrweise imponierte mir.» Auch 40 Jahre nach seinen grossen Triumphen ist Collombin im Wallis ein Volksheld. «Bombastisch» – ab Seite 38. Collombin, Cuche, Feuz – drei Generationen, drei grosse Abfahrer, drei gute Gründe, um für einmal die Mischung in der Schweizer Illustrierten ein wenig anders zu gewichten. Ich wünsche Ihnen dabei viel Spass! schweizer illustrierte

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leute

nachgefragt bei

Die schönsten Stimmen der Schweiz: die Sängerinnen Lea Lu, Heidi Happy und Jaël Krebs (v. l.) in der «Miles Davis Lounge» im Kulm Hotel in St. Moritz.

Nadine Vinzens

Fotos Giancarlo Cattaneo / fotoswiss.com, David Biedert / tilllate.com, Werner Roux

Spielt eine Miss Im Jahr 2002 wurde Nadine Vinzens, 28, zur Miss Schweiz gekürt. Als Schauspielerin verkörpert sie nun eine Kandidatin der Schönheitswahl.

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Nadine Vinzens, Sie haben eine Rolle als Miss-Kandidatin im Film «Das Schweizer Missen Massaker» ergattert. Üben Sie schon das Schreien? Ich übe alles Mögliche, und schreien musste ich schon öfter. Wovon kriegen Sie denn Angst und Schrecken? Vor der Dunkelheit habe ich sehr grossen Respekt. Höhe mag ich auch nicht, und Spinnen sind sowieso der Horror. Davon wird es in Thailand reichlich geben. In den nächsten Tagen beginnen dort für Sie die Dreharbeiten. Wie haben Sie sich vorbereitet? Wir haben sehr viele Coachings und Trainings absolviert. Es ist beinahe wie das Drill-Camp vor den Miss-Schweiz-Wahlen. Ich freue mich auf das Team und auf ­Michael Steiner als Regisseur. Das kann nur cool werden. Ziehen Sie als ehemalige Miss Schweiz nicht die Grundlage Ihres eigenen Erfolgs ins Lächerliche? Ich finde das lustig, und in meinem Fall hat es auch mit Selbstironie zu tun. Miss Schweiz ist ein grosses, bekanntes Thema. Ich finde es sehr interessant und spannend, dass darüber ein Film entsteht. Es ist eine Abrechnung mit dem Schönheitswahn. Sind Sie diesem verfallen? Schönheit ist doch relativ. Aber vor allem in Hollywood geht für mich das Streben nach dem Perfekten oft an die Grenze. Bei Ihnen munkelt man immer wieder, dass nicht alles echt ist … Ich weiss, und darüber muss ich Tränen lachen. Ich bin wirklich noch von Kopf bis Fuss Nadine Vinzens. Ich habe zu grosse Angst vor Spritzen. Wohnen Sie noch in Los Angeles? Ja, nach Thailand drehe ich dort, und im März stehe ich wieder in der Schweiz auf der Theaterbühne. Es fädelt sich momentan alles perfekt ein. Ist eine Miss sein eigentlich ein Horror? Für mich war das Amtsjahr eine schöne Zeit. Ich erlebte Dinge, die mich stark machten, und sammelte viele Erfahrungen. Dann wissen Sie aus Erfahrung, dass noch die Frage nach dem Liebesleben folgt. Ich bin ein «Happy Single»! Interview aurelia forrer schweizer illustrierte

Lea Lu, Heidi Happy & Jaël krebs

Bühne statt Piste u Drei

Sängerinnen in St. Moritz: Lea Lu, 27, Heidi Happy, 31, Jaël Krebs, 32, sind für die Eröffnung der neuen Konzertreihe des Festival da Jazz in der «Miles Davis Lounge» extra in den Winterort gereist. Wer denkt, dass sie die Bühne auch mal gegen die Skipiste tauschen, irrt. Singen, Schnee und Skifahren sind nicht die bevorzugte Komposition der drei Musikerinnen. «Ich spaziere lieber und geniesse die verzauberte Winterlandschaft», sagt Jaël Krebs. Heidi Happy braucht für ihr Glück ein bisschen mehr Geschwindig­keit als Schritttempo. «Schlittel-Spass mit Freunden und Heissgetränk in der Thermoskanne sind interessanter als am Skilift anstehen.» Kleine Disharmonie im musikalischen Trio: Genau da findet Lea Lu nach einer Pistenfahrt ihre Erholung. «Das Spannendste ist, in der Schlange die Leute zu beobachten.» aurelia forrer Exklusiv: So wohnt Lady Gaga! Und was sonst in der internationalen VIP-Welt abgeht.


Zigarrenpatron Heinrich Villiger auf der Tour seines Lebens. Geraucht wurde nur abends.

heinrich villiger

Born to be wild!

u Es ist die längste Tour seines Lebens. Fast 3000 Kilometer legt Zigarrenfabrikant Heinrich Villiger, 81, auf dem Rücken einer Enduro zurück. Die achttägige Töff-Fahrt durch die Wüste Namibias strapaziert sowohl Sitzfleisch als auch Nerven. Die Strassen sind unbefestigt, Flugsand und Hitze erschweren den Trip von Windhoek nach Kapstadt. «Bei der Landschaft jedoch geraten solche Strapazen schnell in Vergessenheit», versichert der Easy Rider. Diese ausschweifende Reise war für den rüstigen Senior aber voraussichtlich die letzte. Er würde ja schliesslich nicht jünger, scherzt er. Nadine bauer

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leute

Ueli Kestenholz

ExtremFamilie u An verschneiten Berghängen einsame Spuren hinterlassen – das ist der Alltag von Freerider Ueli Kestenholz, 36. «Angst kenne ich nicht, nur Respekt.» Denn die Natur zeigte ihm schon auch Grenzen auf. Etwa bei einem 150-MeterSturz auf einem Gletscher in Alaska. Der Unfall ist Bestandteil der multi­ medialen Freeride-Reportage, mit der der Thuner derzeit durch die Schweiz tourt. Für seine Freundin Petra, 38, war das Video ein Schock. «Ich vertraue Ueli. Und weiss oft lieber nicht so genau, was er gerade macht.» Auch Sohn Kalani, 2, hat bereits abenteuer­ liche Ambitionen und spricht genauso gern darüber wie der Papi: Aktuell zeigt er allen seine Schramme, die er sich beim Tollen mit einem Spielzeug-Delfin geholt hat, und kommentiert: «Das war ein Hai!» SK

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Rose

kaktus

Patrick Mayer Rollstuhlfahrer und Erfinder u Der frühere Profi-Snowboarder Patrick Mayer ist seit einem Unfall querschnittgelähmt. Es ärgert den Aroser, wenn die Vorderräder seines Rollstuhls im Schnee stecken bleiben. Statt zu ­hadern, hat Mayer erfunden – kleine Kufen (Wheelblades), die sich mühelos montieren lassen. Und – das freut viele Eltern – Mayers Erfindung (er sucht noch Sponsoren) funktioniert auch bei Kinderwagen. Unsere Rose ist unterwegs zu Ihnen nach Arosa, Herr Mayer. Und sollte der Pöstler mit seinem Töff im Schnee stecken bleiben, dann machen Sie aus ihm doch gleich einen neuen Kufen-Kunden.

Roland Bonzon Direktor der Genfer Verkehrsbetriebe u Rien ne va plus – nichts geht mehr. Oder besser: Nichts fährt mehr im Genfer Tram- und Busnetz. Die Stadt hat einen riesigen Fahrplanwechsel hinter sich, 70 Prozent des öffentlichen Verkehrs wurden umgestellt. Die Verantwortlichen der Genfer Verkehrs­ betriebe sprachen erst ziemlich vollmundig von einer grossen Zufriedenheit der Kunden. Von wegen, Chaos herrscht, die Pendler sind genervt. Wir schicken Ihnen, Monsieur Bonzon, unser Tadel-Geschenk. Aber per Privatkurier, denn mit dem Genfer ÖV, so befürchten wir, käme unser Kaktus wohl nie bei Ihnen an.

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Fotos Marcel Nöcker, Stefan Hunziker, HO, Keystone

Auf Tour: Der Snowboarder erzählt diese Woche in Spiez, Münsingen, Visp, Basel und Buchs von seinen Abenteuern (www.explora.ch).


Halten zusammen Seit fast fünf Jahren sind Beat Feuz und Katrin Triendl ein Liebespaar. Gemeinsam haben sie die Höhen und Tiefen seiner Karriere durchgestanden.

Er ist unser neuer Skistar! beat feuz gewinnt das Heimrennen am Lauberhorn. Das Herz des Emmentalers aber schlägt auch für Österreich. Bald zieht er zu Freundin Katrin nach Innsbruck.

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Triumph de schweizer illustrierte


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r Liebe

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Fotos Fabienne Bühler, Kurt Reichenbach (3), EQ Images (2), Reuters

«Österreich ist meine zweite Heimat – obwohl ich dort ­vermutlich nicht so viele Fans habe» beat feuz

privatsache: der engste kreis

u Die Eltern Hans und Hedi (oben) betreiben in Schangnau BE einen Bauernhof mit Milch- und Fleischwirtschaft. Beat ist gelernter Maurer. Seit fünf Jahren ist er mit der ehemaligen österreichischen Slalomfahrerin Katrin Triendl, 25, liiert. Beat gilt als bodenständig und gesellig. Seine besten Kollegen im Weltcup sind der Schwede Hans Olsson, der Italiener Dominik Paris und der Österreicher Joachim Siegerkuss Freundin Katrin Puchner. Triendl ist sein grösster Fan.


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Die Ursprünge Beat am elterlichen Skilift Roseggli im Skigebiet Bumbach (9 km Piste).

Text Thomas Renggli Fotos Kurt reichenbach

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Allround-Talent In der Freizeit spielt er gern Tennis und Unihockey – ebenfalls mit Feingefühl!

spieler-natur u «Beat ist ein Bewegungstalent», sagt Mutter Hedi. «Und ein Gambler», ergänzt Freundin Katrin. «Egal ob beim Pokern oder im Tennis – Beat will immer spielen, und ich muss als Spar­ringspartnerin zur Verfügung stehen.» Das Skifahren lernte er freilich vor der Haustür: Un­weit des eigenen Bauernhauses betreibt seine Familie seit 50 Jahren den Skilift Roseggli, der neu über eine Beschneiungsanlage verfügt.

Vom talent zum champ u Beat Feuz gilt schon früh als Riesentalent. Doch Verletzungspech bremst ihn: Nach Knieoperationen verpasst er zwischen 2007 und 2009 zwei komplette Saisons. In dieser Zeit realisiert er auch, dass ohne seriöse Arbeit nichts zu gewinnen ist. Im März 2011 holt er in der Abfahrt von Kvitfjell den ersten Weltcup-Sieg. Diese Saison startet Feuz durch: In Wengen holt er bereits den sechsten Podestplatz des Winters.

Früher Höhepunkt Dreimal Gold und einmal Bronze an der Junioren-WM 2007 in Altenmarkt (Ö).

Ein Star hebt ab Freundin Katrin begleitet Beat auf dem Heli-Flug vom Ziel­ gelände zur Pressekonferenz.

iger, Mönch und Feuz. Ein Emmentaler katapultiert sich im Berner Oberland auf den Ski-Olymp und in die Herzen der Fans. «Fööz, Fööz, Fööz!» Der 24-jährige Bauernsohn macht die 82. Lauberhorn-Abfahrt zu seiner persönlichen Triumphfahrt und die abend­ liche Siegerehrung im Dorfzentrum zur Feuz-Gala. «Dieses Rennen ist für jeden Schweizer das Grösste. Als Kind sass ich fasziniert vor dem Fernseher. Dass ich nun selber gewonnen habe, ist die Erfüllung eines Traums.» Feuz träumt nicht. Der Zinnbecher, den er gereicht bekommt, ist echt – die Uhr als Siegespräsent tickt richtig. Der Schweizerpsalm ertönt nur zu seinen Ehren. Die süsseste Gratulation erhält er aber bereits im Zielgelände – einen Kuss von seiner langjährigen Freundin Katrin Triendl. «Ich bin schon glücklich, wenn Beat gesund im Ziel ankommt. Aber dieser Sieg übertrifft alles», sagt die Österreicherin mit einem verklärten Lächeln. Beat und Katrin – eine Liebes­ geschichte wie aus einem Sportmärchen. Er aus Schangnau, einem Dörfchen im Emmental mit 930 Einwohnern und (angeblich) den besten Meringues. Sie aus dem 3000-Seelen-Ort Oberperfuss in Tirol; dort lebt man nicht auf grossem Fuss. Fast auf den Tag genau sind sie gleich alt. Beide gehören zu den grössten Nachwuchshoffnungen ihrer Länder und räumen in jungen Jahren die Medaillen im grossen Stil ab. An der Junioren-WM 2006 in Quebec lernen sie sich kennen, sind einander auf Anhieb sympathisch. Doch weil im Skirennsport Männer und Frauen selten am selben Ort starten, muss die Liebe warten. 2007 kommt es am Junioren-Championat in AltenmarktZauchensee zum folgenreichen Wiedersehen, auf wie neben der Piste: Feuz rast zu drei Goldmedaillen und erobert das Herz seiner österreichischen Kollegin im Sturm – sein wichtigster Sieg. «Da hat es richtig gefunkt», erzählt Katrin. Beat Feuz ist auf der Überholspur – und droht in eine Sackgasse zu geraten. 2007 reisst im Sommertraining das Kreuzband. Im Jahr darauf die nächste Hiobsbotschaft: Meniskusschaden. Operation. Wieder ist eine Saison futsch, noch bevor sie richtig begonnen hat. Dass er gleich zweimal zum Schweizer Nachwuchssportler des Jahres gekürt wird, ist ein schwacher Trost. Das Supertalent, das eine gesellige Pokerrunde mehr schätzt als die Plackerei im Kraftraum, stellt seine Perspek- u schweizer illustrierte

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«Beat besitzt enorm viel Gefühl für den Schnee und einen überragenden Renninstinkt»

u tiven als Sportler ernsthaft infrage: «Wer

zwei Jahre lang fehlt, beginnt darüber nachzudenken, ob der Körper die Belastungen des Spitzensports noch mitmacht.» Auch seine Freundin Katrin kennt das Gefühl des Schmerzes. Nach einem Kreuzbandriss muss sie ihre Karriere 2010 beenden. Beat Feuz am Scheideweg. Mit einer abgeschlossenen Maurerlehre besässe er als Handwerker eine Alternative. Doch sein goldener Boden liegt auf den Skipisten. Seriös wie nie trainiert er für sein Comeback, arbeitet sich Schritt für Schritt an sein altes Niveau heran. Rückblickend gewinnt er dieser Zeit sogar etwas Positives ab: «Ich habe da eine solide Basis geschaffen, physisch und technisch, davon profitiere ich nun.» Solid ist auch sein Umfeld. Die Eltern Hans und Hedi geben ihm den

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Rückhalt, den es für eine erfolgreiche Sportkarriere braucht. Als begeisterte Skifahrer haben sie ihm auch das Sportlergen vererbt: «Das Tempo hat er vom Vater, die Technik von mir», sagt seine Mutter schmunzelnd. Tatsächlich erhält Feuz das Geschwindigkeitsgefühl quasi mit der Muttermilch eingeflösst. Der familieneigene Skilift Roseggli bietet ihm eine Startvorgabe, von der die meisten seiner Alterskollegen nur träumen können. Hedi Feuz erinnert sich gut an die ersten Fahrversuche ihres Sohnes: «Vom Stemmbogen hielt er nichts. Er fuhr einfach hinunter. Zum Bremsen setzte er sich auf den Boden.» Am Lauberhorn bremst Feuz erst im Ziel. Hier verfolgen seine Eltern das Rennen mit angespannter Miene und zusammengepressten Lippen. Hans Feuz: «Beat ist erst 24 – aber er hat schon sehr

viel durchgemacht. Diesen Erfolg hat er sich redlich verdient.» Daneben steht Freundin Katrin und drückt sich vor Nervosität fast die Daumen ab. Als der Sieg feststeht, muss sie so viele Hände schütteln wie vermutlich noch nie in ihrem Leben. Dabei stünde sie lieber im Hintergrund. «Ich bin ja nicht selber gefahren. Dieser Sieg gehört nur Beat.» Ganz korrekt ist diese Aussage allerdings nicht. Denn es ist auch die Liebe, die Beat Feuz so schnell macht. Trainer Jörg Roten sieht in der Beziehung seines Schützlings zu Triendl sogar den Schlüssel zum momentanen Erfolg: «Katrin wirkt extrem positiv auf Beat. Weil sie als Sportlerin sehr ehrgeizig war, wurde auch Beat im Training viel fleissiger.» Ab nächstem Sommer wird Feuz permanent von diesem positiven Einfluss profitieren können. Für seine Herzdame verlässt er

Foto EQ Images

Bernhard russi


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Adolf Ogi (l.) mit Axpo-Chef Heinz Karrer und dessen Cousine Daniela Bär, einer Cuche-Verehrerin. Premiere, Derniere: Bundes­rätin Doris Leuthard war erstmals am Lauberhorn – Fredy Fuchs geht nach 42 Jahren im OK. Ski-Boss Urs Lehmann und Gattin Conny Kissling mit Tochter Nina, 7.

Geschafft! Nach 2 Minuten, 35 Sekunden und 31 Hundertsteln ist Beat Feuz im Ziel. Keiner wird in diesem Jahr schneller sein.

Stammgäste in Wengen: Töff-Star Tom Lüthi (r.) und Marco Büchel, der fürs ZDF kommentiert.

Regierungsrat Bernhard Pulver (l.), Bundeskanzlerin Corina Casanova, Armeechef André Blattmann.

Drei Generationen Molitor: der elffache LauberhornSieger Karl, 91, mit Sohn Rico und Enkel Thomas.

«Immer wieder einmalig» das elterliche Bauernhaus und zieht nach Innsbruck. Noch ist der Skicrack aber im Bernischen zu Hause. Und kostet in seinem Heimatkanton seinen süssesten Sieg aus. Bernhard Russi, der selber die Lauberhorn-Abfahrt nie gewinnen konnte: «Das war perfekt. Beat besitzt enorm viel Gefühl für den Schnee und einen überragenden Renninstinkt.» Der Sieger selber streicht nach der längsten Abfahrt der Welt eine andere Qualität hervor: «Jetzt hat sich die Frage nach meiner Fitness für immer erledigt», sagt «Kugelblitz» Feuz strahlend. Und falls ihm die Gesundheit doch nochmals einen Strich durch die Rechnung machen sollte, steht Katrin bereit. Sie absolviert ein Studium der Physiotherapie – für die Partnerin eines Skistars eine lohnende Branche. 

70 000 Ski-Fans feiern in Wengen, dass die Berner Alpen beben

B

undesrätin Doris Leuthard fühlt sich an die eigene Kindheit er­innert: «Ich habe das Rennen immer im Fernsehen geschaut – heute bin ich zum ersten Mal hier.» Auch Eiskunstlauf-Europa­ meisterin Sarah Meier ist eine Lauberhorn-Novizin: «Ich habe mich während der Sports-Awards-Verleihung bei Didier Cuche selber eingeladen.» Wesentlich mehr Erfahrung besitzt Adolf Ogi. Der höchste Berner Oberländer hat seit 1964 keine Austragung verpasst: «Aber es ist immer wieder etwas Einmaliges.» Noch schneller als Shootingstar Beat Feuz ist Motorrad-Champ Tom Lüthi unterwegs – als Passagier in einem Überschalljet der Patrouille Suisse. «Adieu», sagt OK-Vizepräsident Fredy Fuchs – nach 42 Jahren an vorderster Front des populärsten Schweizer Ski-Anlasses: «Ich bin dankbar für diese Zeit und gehe ohne Wehmut.» Sein Abgang wirft Wellen bis in die hohe Politik. Bundesrat Ueli Maurer überrascht den passionierten Hobbymaler mit der Einladung zu einem Abendessen und einer Staffelei. Das rührt selbst ein Wengener Urgestein fast zu Tränen – und macht deutlich: Die Lauberhorn-Abfahrt ist auch gesellschaftlich ein Gipfeltreffen. Text thomas renggli, Fotos kurt reichenbach

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Fotos Giorgio Fanciulli / Giglio News / AP / Keystone, Reuters

In Seenot Die «Costa Concordia», kurz nach dem Unglück. Passagiere stehen auf den Vorderdecks und warten auf Rettung.

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Katastrophe auf dem Kreuzfahrtschiff. Der Mittelmeer-Luxusliner Costa Concordia läuft auf Grund und kentert. Die Rettung der Menschen verläuft chaotisch. Es gibt Verletzte, Vermisste – und Tote.

Verhaftet Kapitän Francesco Schettino (r.) wird fahrlässige Tötung vorgeworfen.

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Wie ein gestrandeter Wal Das Wrack der «Costa Concordia» vor der Insel Giglio.

Überlebt Eine Passa­gierin, halb nackt und nur in Socken, wird von einem Sanitäter betreut.

Gesichter, die Geschichten erzählen Diese Frau und der Bub sind gerettet.

Text Marcel Huwyler

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ine Mittelmeerreise vom Feinsten wird den Gästen versprochen. Eine Woche auf See, vor Marseille, Barcelona, Palma de Mallorca und Palermo will man Anker werfen, 3780 Gäste (darunter 69 aus der Schweiz) sind an Bord des Kreuzfahrtschiffs, umsorgt und verwöhnt von 1100 Besatzungsmitgliedern. Vor fünf Jahren erst lief die «Costa Concordia» vom Stapel, 290 Meter lang, 17 Decks hoch, mit fünf Restaurants, 13 Bars, Casino, Kino und 6000 Quadratmetern Wellness. Der Reiseveranstalter bewirbt seinen Luxuskreuzer als «wahren Tempel des Vergnügens, der Ihnen den Atem stocken lässt». Am vergangenen Freitag um 21.45 Uhr, das Captain’s Dinner ist im Gange, rammt die «Costa Concordia» einen Felsen vor der Küste der Toskana, bei der Insel Giglio, und läuft auf Grund. Der Schiffsrumpf ist auf einer Länge von 70 Metern aufgerissen, Wassereinbruch,

Fotos Carlos Folgoso / Newspictures / Dukas, Gregorio Borgia / AP / Keystone (3), Enzo Russo / EPA / Keystone, Remo Casilli / Reuters

In Sicherheit Gerettete Passagiere werden mit einem Schiff an Land gebracht.


der Luxusliner gerät in Schräglage. An Bord bricht das Chaos aus, die Crew ist überfordert: Panik, Konfusion, Angst, überfüllte Rettungsboote, fehlende Schwimmwesten. Leute werden verletzt, Passagiere springen ins eiskalte Wasser – viele Gerettete werden später von «Titanic-Szenen» sprechen. Kapitän Francesco Schettino, ein 52-jähriger, erfahrener Seebär, seit elf Jahren Kommandant auf Costa-Kreuzern, soll noch vor Abschluss der Evakuierung das sinkende Schiff verlassen haben. Die ganze Nacht über laufen die Rettungsarbeiten, Boote, Fähren und Heli­kopter bergen die Schiffbrüchigen, Taucher schauen in jedes Bullauge, kontrollieren die gefluteten Kabinen des Schiffes, das nun daliegt wie ein gestrandeter Wal. 36 Stunden nach der Havarie wird ein italienisches Crew-Mitglied, das sich mit Klopfzeichen bemerkbar gemacht hat, aus dem schwer zugänglichen Rumpf gerettet, auch ein südkoreanisches Paar in den Flitterwochen wird so geborgen.

Das kleine Wunder Eingeschlossen im Schiff, endlich gerettet Durchfroren, nass – aber überglücklich 24 Stunden nach dem Unglück wird ein südkoreanisches Ehepaar aus dem Schiffsrumpf befreit. Die beiden 29-Jährigen waren dort in einer Kabine eingeschlossen und machten die Retter mit Lärm auf sich aufmerksam. Das Paar hatte eben erst geheiratet und verbrachte auf der «Costa Concordia» seine Flitterwochen. Am Sonntagabend sprechen die italienischen Behörden bereits von fünf Todesopfern, weitere werden befürchtet, über 30 Personen sind noch immer vermisst. Alle Schweizer Passagiere sind wohlauf. Kapitän Schettino wird ver­ haftet und muss sich wohl wegen fahrlässiger Tötung und Verlassens seines Schiffes – in Seeefahrerkreisen eine Todsünde – verantworten müssen. Wenn noch Passagiere im Wrack eingeschlossen sind, müssen sie schnell gefunden werden. Die «Costa Concordia» liegt

derzeit an einer 30 Meter tiefen Stelle, sie könnte aber in tiefere Gewässer abrutschen und vollständig sinken. Nicht auszudenken, was passiert, wenn die 2400 Tonnen Treibstoff in den Tanks auslaufen. Die meisten der Schiffbrüchigen sind zurück in ihre Heimatländer gereist. Was sie erlebt haben, werden sie nie vergessen. Was hatte der Reiseveranstalter geschrieben: «An Bord der ‹Costa Concordia› erwartet Sie ein einmaliger Urlaub mit unendlich vielen Erlebnissen.»   schweizer illustrierte

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Die Nacht der Schweizer Stars: Showgrössen, Künstler, Vorzeigeunternehmer, Sportidole, Entdecker und Politiker geben sich die Ehre. Der 10. Swiss Award – ein glamouröser Abend mit grossartigen Menschen und grossen Gefühlen.

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Comeback des Jahres Der erste Bühnenauftritt von Gotthards neuem Frontmann Nic Maeder (vorne) überzeugt Fans und Kritiker. Der Sänger wird umrahmt von den Bandmitgliedern Freddy Scherer, Marc Lynn, Leo Leoni, Hena Habegger (v. l.). Schweizer Weltstar Schauspielerin Liselotte «Lilo» Pulver erhält den Lifetime Award, den Ehrenpreis für das Lebenswerk. Die Bernerin mit dem ansteckenden Lachen wurde berühmt durch ihre Filmrollen als Piroschka und als Vreneli in «Uli der Knecht».

Starparade


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«Was ich mache, ist nichts Besonderes. Ich mache nur, was mir möglich ist» Nils Jent

Genialität und Willenskraft Nils Jent, Zweitplatzierter bei der Wahl zum «Schweizer des Jahres», ist blind, körper- und sprechbehindert – und Dozent an der Uni St. Gallen. Begleitet wird er von seiner Arbeits­ partnerin Regula Dietsche und von Röbi Koller (l.), der über Jent ein Buch geschrieben hat («Ein Leben am Limit»).


Die Abenteurer und ihre Ladys Bertrand Piccard (l.) und Solar-­ Impulse-Partner André Borschberg neben ihren Gattinnen Michèle Piccard und Yasemin Borschberg. Die Sieger der Kategorie Gesellschaft feiern zusammen mit ihren Assistentinnen Eliane Rasch (l.), Lorraine Dupart Domenjoz (M.) und Isabelle Dublin (r.).

die preisträger Mummenschanz erhalten ihren Preis in Abwesenheit, während eines Auftritts in Lugano. Sie werden zugeschaltet.

Laudatoren Preisträger

tKultur Gregory Knie tgesellschaft René Prêtre tPolitik Franz Steinegger tshow Massimo Rocchi twirtschaft Andreas Meyer tlifetime Kurt Aeschbacher

Mummenschanz André Borschberg/ Bertrand Piccard Karin Keller-Sutter Freddy Nock Carl Elsener (Victorinox) Liselotte Pulver

Gewinnt den Politik-Award Die St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter, begleitet von Ehemann Morten, widmet ihren Preis «allen Polizistinnen und Polizisten, die sich für die Sicherheit in den und um die Fussballstadien einsetzen».

Herr der Sackmesser Victorinox-Chef Carl Elsener, in Begleitung von Ehefrau Veronika, holt sich den Award in der Kategorie Wirtschaft. Sein ganz persönliches Highlight 2011: «Unsere ganze Familie hat den Kilimandscharo bestiegen.» schweizer illustrierte

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Happy Birthday Das Geburtstagskind des Tages ist Moderator Sven Epiney. Er muss als männliches Pendant zu Glücksfee Christa Rigozzi zwar arbeiten, ist aber trotzdem begeistert: «Wer kann seinen Vierzigsten schon im Hallen­ stadion feiern, inklusive Auftritte von Gotthard, Plüsch und Stress.» Vorgefeiert wurde bereits am Morgen mit einem ausgiebigen Brunch mit Freund Michael. Dieser hat seinem Schatz einen selbst gemachten Bildband geschenkt. «Ich wünschte mir von allen etwas Kreatives», erklärt Sven Epiney. Vom Mami gabs eine Collage. «Den Rest habe ich noch gar nicht ausgepackt.»

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Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf in Begleitung ihres Mannes Christoph.

Ex-Mister-Schweiz und Bauer Renzo Blumenthal mit seiner Frau Ladina.


small talk mit

Nationalratspräsident Hansjörg Walter, Gattin Madeleine.

Roter Teppich und rote Nasen. Arktische Temperaturen beim Sehen und Gesehenwerden

Migros-Chef Herbert Bolliger und Ehefrau Beatrice.

Dreifach-Schwingerkönig Jörg Abderhalden und seine Frau Andrea.

Schaulaufen Alles, was Rang und Namen hat, wird mit der Limousine (hier Urs Gredig und Frau) zum roten Teppich vor dem Zürcher Hallenstadion chauffiert und geniesst den Fan-Jubel entlang der Defilierstrecke, wie Linda Fäh (in violetter Robe) und Gregory Knie.

Hatte heute keinen 19.30-UhrDienst: «Tagesschau»-Moderator Urs Gredig mit Frau Marion.

Die Zeit vergeht an diesem Party­ abend wie im Flug: Swiss-CEO Harry Hohmeister mit Gattin Anita.

Walter Roderer. Zuerst vom SRF vergessen, dann doch noch eingeladen.

Lilo Pulver

Grande Dame Lilo Pulver mit SRG-Generaldirektor Roger de Weck (l.) und SRF-Direktor Rudolf Matter. Herzlichen Glückwunsch zum Lifetime Award, Frau Pulver. Vielen Dank. Ich freue mich so, dass mir die Fans über all die Jahre treu geblieben sind. Sie besitzen sechs Bambis und eine Goldene Kamera. Nur mit dem Oscar klappte es nicht. Stimmt. Ich stand mir damals mit meiner Gewissenhaftigkeit selbst im Weg, was die Hollywood-Karriere betrifft. Heute würde ich das anders machen. Welche Schweizer beeindrucken Sie? Ich bin seit je ein Fan von Didier Cuche. Ein grossartiger Schweizer des Jahres. Wie schafft man es, mit 82 noch so fit zu sein? Ich schlafe viel, trinke keinen Alkohol und esse weder Salz noch Zucker. Wirklich? (Lacht.) Quatsch! Ich brauche mein tägliches Stück Kuchen zum Kaffee. Besteht eine Chance, dass wir Sie wieder mal vor der Kamera sehen? Eher nicht. Ich stehe nicht mehr so gern früh auf und mag nicht kilometerweise Text lernen.

Nominiert für den Kultur-SwissAward: Bice Curiger mit Gotten-«Kind» Til Burckhardt.

Der Schweizer des Jahres 2009, Herzchirurg René Prêtre, in Begleitung seiner Tochter Tatiana.


Heidi Tagliavini (in Rot), nominiert für den Politik-Award. V. l.: Peter Maurer mit Tochter Lena (sie ist Heidis Gottemeitli), Heidi Tagliavinis Bruder Marco und dessen Verlobte Andrea Kölliker.

SBB-Chef Andreas Meyer mit Gattin Marie-Theres. Sie findet, er verdiene einen Preis für seine Beharrlichkeit.

Moderatorin Steffi Buchli und ihr Mann Florian Kohler sind aufeinander abgestimmt: Ihr «Korallen»Kleid passt zu seinem Pochettli.

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Ein Abend zum Festhalten: Miss Schweiz Alina Buchschacher (l., im Kleid von Nicolas Aerni) und ihre Schwester Naëla (in Feldpausch) werden in der Limousine zum roten Teppich chauffiert.

Moderator Nik Hartmann und seine Frau Carla. «Unsere Schweizer des Jahres sind unsere Eltern, die uns so unterstützen.»

Für Moderator Sascha Ruefer wird 2012 mit WM und Olympia intensiv. Hochzeit mit Freundin Vera? «Das eilt nicht.»

«Tagesschau»-Moderatorin Béatrice Müller (im Kleid aus Italien) mit ihrem Mann Heiner Hug.


swiss award

Nach vier Jahren Pause stehen Plüsch erstmals wieder gemeinsam auf der Bühne: Roger Meier, Andreas «Ritschi» Ritschard, Alexander Balajew, Andreas Hunziker und Simon Ryf (v. l.).

Partytalk statt «Arena». Die BDP-Dreierrunde, von links: Berner Nationalrätin Ursula Haller, Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf, Parteipräsident Hans Grunder.

Eiskunstlauf-Europameisterin Sarah Meier bescheiden: «Ich bin keine Schweizerin des Jahres.»

small talk mit

Sandra Studer

Rennstall-Besitzer Peter Sauber und seine Gattin Christiane. Er wurde 2005 zum Schweizer des Jahres gekürt.

Frau Studer, der zehnte Swiss Award ist der letzte mit Ihnen als Moderatorin ... Ja. Ich möchte abtreten, wenn die Leute «schade» sagen, nicht «Gott sei Dank». Welches war Ihr persönliches Swiss-AwardHighlight? Ein Höhepunkt war, Tina Turner auf der Bühne begrüssen zu dürfen. Ihre Vorschläge für Ihre Nachfolge? Da enthalte ich mich der Stimme. Er oder sie muss sich wohlfühlen auf der grossen Bühne und vielleicht etwas Französisch und Italienisch sprechen. Was nehmen Sie mit aus diesen zehn Jahren? Ich habe sehr viel gelernt. Und ich habe zehn wunderschöne Kleider im Schrank (lacht). Allerdings passe ich nicht mehr in alle rein, da ich ja immer mal wieder schwanger war.

Familie Swiss Award Sandra Studer (im Kleid von Zoro) mit Ehemann Luka Müller und den Kindern Gian, 13, und Lili, 9. Was sagt Ihre Familie zu Ihrem Entschluss, mit dem Swiss Award aufzuhören? Meine Kinder findens doof. Gian und Lili, die beiden ältesten, durften heute erstmals mit ins Hallenstadion. Sie finden es aufregend, zwischen all den Stars zu sein, und können nicht verstehen, dass ich freiwillig darauf verzichte.  schweizer illustrierte

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Nationalrat Bastien Girod, ungewohnt mit Krawatte. Ob seine Verlobte Ellen Tkatch den Knopf gebunden hat? «Das ist ein Geheimnis!»

Freddy Nock, Gewinner der Sparte Show, mit seiner Ximena. Ihr Kleid trug Freddys Mutter Margrith früher in der Manege.

Shootingstar Bastian Baker kränkelt vor seinem Auftritt und muss Medikamente schlucken. «Ich halte das durch», sagt der Sänger tapfer.

small talk

Die Vorjahressieger Schweizer des Jahres 2010 Dr. Rolf Maibach mit Gattin Raphaela; Marianne BarthelmyKaufmann mit Ehemann Patrick (v. l.). Was war Ihr schönstes Erlebnis im Preisträger-Jahr? Maibach: Der riesige Empfang zu Hause in der Surselva. Ich hatte das Gefühl, ganz Graubünden feiere unseren Sieg. Barthelmy-Kaufmann: Für mich als Bernerin war es toll, am Sechseläuten teilnehmen zu dürfen. Sie waren Ehrengäste ... Maibach: Ja, wir bekamen von den Leuten am Strassenrand zwei Wagenladungen Blumen und unzählige Küsse (lacht). War ein Heiratsantrag dabei?

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Moderatorin Anna Maier mit Ehemann Urs Bruggisser. Ihr langes Kleid von Zoro erweist sich als wenig vorteilhaft beim Treppensteigen.

Nein. Aber Fanpost gabs reichlich. Haben Sie schon Pläne für 2012? Barthelmy-Kaufmann: Ich muss kurzfristig sicher etwas kürzertreten, mein Mann und ich erwarten Ende April unser erstes Kind; grosse Reisen müssen warten. Mädchen oder Bub? Ich bin ein Wunderfitz: Wir wissen es – verraten es aber noch nicht. Was hingegen klar ist: Das Kind wächst dreisprachig auf. Deutsch, Französisch und Kreolisch.


swiss award

Rocken die Tanzfläche: Christa Rigozzi, ExVize-Miss Sabrina Guilloud, Komiker Massimo Rocchi, Sabrinas Gatte Kai Engelhardt (v. r.).

Der 10. Swiss Award – grosse Auftritte, Freudentränen und viele versteckte Talente

A

n einem solchen Anlass hat jeder so seine Rote-Teppich-Strategie: Nicht mit dem falschen Bein aus der Limousine steigen, adrett an den Fans vorbeischweben – und vorsorgen für den Fall, dass man doch stolpert. «Mein Kleid hat die gleiche Farbe wie der Teppich, ich bin unsichtbar, wenn ich hinfalle», verrät Sportmoderatorin Steffi Buchli. Komiker Viktor Giacobbo hat eine andere Taktik, er vergräbt sich in sein Handy: «Bitte nicht stören – ich muss twittern.» SF-Kollege Nik Hartmann lässt sich vor dem Hallenstadion ausgiebig feiern und fühlt sich sichtlich wohl. Kein Wunder: Für einmal trage er Parfum statt «Wanderduft». Und damit er – goldene Galaregel – nicht zu früh über den Teppich schreite, hätten er und Ehefrau Carla extra einen Kaffeehalt in einer Autobahnraststätte eingelegt. Ein bisschen Understatement muss sein, das hat auch Musiker Stress verstanden. «Ich verdiene eigentlich keinen Preis», sagt er bescheiden. Ausserdem bedeute seine Nomination in der Kategorie Show, dass die Leute ihn «nett finden», und das sei als Rapper doch «irgendwie uncool». Sänger Bastian Baker nimmt seine Rolle als Liebling des Abends dankend an. Der 20-Jährige animiert auch doppelt so alte Damen zum Balztanz und überrascht als Westschweizer mit seinem Züritüütsch («Weisch was i meine?»). Ein Gast aber weiss ganz genau, wie man einen grossen Auftritt hinlegt. Lilo Pulver, 82, scheint nur auf den ersten Blick zerbrechlich und schüchtern: Kaum ist sie der Limousine entstiegen, wird klar, warum diese Frau die Filmwelt erobert hat. Sie verschenkt ihr PulverLachen, von dem Kurt Aeschbacher

sagt, man sollte es mit ihr unter Heimatschutz stellen. Dann lässt sie sich filmreif durch Hallenstadion-Küche und -Hintertüren in den Backstage-Bereich führen. Als eine junge Küchenmitarbeiterin fragt, wer denn die adrette blonde Dame sei, erklärt eine ältere Kellnerin entsetzt: «Du kennst Lilo Pulver nicht? Das ist doch der grösste Star, den wir noch haben!» Eveline Widmer-Schlumpf ist nicht gerade in Festlaune und übt sich nach einer turbulenten Woche in Bern in Zurückhaltung: Keine Fragen, bitte! Dem SRG-Generaldirektor Roger de Weck verrät sie dann doch, welche TV-Sendung sie am meisten mag: Es ist tatsächlich «Sternstunde Philosophie». Für die lauten Töne ist an diesem Abend Gotthard zuständig, erstmals tritt die Band mit ihrem neuen Sänger Nic Maeder auf. Der spricht zwar englisch (und heisst nicht «Mäder», sondern «Meider»), kann aber allemal akzentfrei «Chuchichäschtli» sagen. Dann startet die Show. Und aus­ gerechnet der, der sonst Nerven wie Drahtseile hat, gerät aus der Balance: Hoch­seilartist Freddy Nock stolpert nicht nur auf die Bühne, er vergiesst auch hemmungslos Tränen, fragt, den Preis in den Händen: «Isch dä mir? Wow!» Einer der Favoriten, Nils Jent, Dozent an der Uni St. Gallen, blind und körperbehindert, verpasst den Titel Schweizer des Jahres ganz knapp. Er selbst verleiht seinen «persönlichen Swiss Award» all jenen, die wie er «das Leben meistern und dabei positiv denken». Das Rennen macht schliesslich Didier Cuche – und plötzlich wollen ihn alle besonders gut kennen. PlüschSänger Ritschi: «Wusstet ihr, dass

Didier Cuche eigentlich Didier Plüsch heisst?» Einen Preis verdient hätten an diesem Abend viele. Und einige wissen auch genau, für welches (unentdeckte) Talent: SRF-Direktor Rudolf Matter ist ein exzellenter Witzeerzähler – «die kann ich aber nicht öffentlich vortragen …» Alt Bundesrat Joseph Deiss war in jungen Jahren ein begnadeter Hürdenläufer und gewann sogar mal eine Medaille. Victori­nox-Chef Carl Elsener ist auch Hobbymagier und verzauberte mit seinen Tricks einst seine Ehefrau Veronika («Sie war Lehrerin, und ich trat vor ihrer Klasse auf»). Und Migros-Chef Herbert Bolliger bekäme ganz gerne mal einen Preis für seine Gesangskünste, allerdings sieht es schlecht aus: «Als Jüngling wurde ich aus dem Chor ausgeschlossen.» Während sich die einen Talente herbeisehnen, werden anderen welche angedichtet: Herzchirurg René Prêtre erzählt, dass man ihn als «begnadeten Zeichner» betitelt habe, was er nun wirklich nicht sei. An sein Jahr als Schweizer des Jahres 2009 erinnert er sich gerne: «Seither leuchtet mein Leben ein bisschen mehr.» 

party-facts SwisslosMillionärin MarieThérèse. Ständerat Urs Schwaller gratuliert. Sie kommt wie er aus Fribourg. Gastgeber Schweizer Fernsehen Tatort Hallenstadion Zürich Hoppla! Die SecurityMitarbeiter sind übereifrig: Nach der Show darf sich niemand frei bewegen, nicht mal Moderatorin Sandra Studer Diät-Trick «Hier muss man anstehen?», fragt Beni Thurnheer am Fleischbuffet. «Sehr gut, so esse ich weniger» Party-Rating

«Illustre Gäste lassen ein glanzvolles Jahr Revue passieren»

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TextE Lisa Merz, Nina Siegrist, Sandra Casalini, Aurelia Forrer, Christa Hürlimann, Marcel Huwyler, Thomas Kutschera, Alejandro Velert, Yvonne Zurbrügg Fotos Geri Born, Katja Lehner-Grossi, Remo Nägeli, Marcel Nöcker, Alexandra Pauli, Bruno Voser Die grosse Gala verpasst? Kein Problem! Bei uns haben Sie dank 360°-Panorama-Fotos das Gefühl, live dabei gewesen zu sein. schweizer illustrierte

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Gerührt Didier Cuche mit der Auszeichnung zum Schweizer des Jahres. «Dieser Preis ist vielleicht die grösste Ehrung, die ich je erhalten habe.»


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Didier national Ritterschlag für einen grossen Sportler! Das Land wählt Didier Cuche zum Schweizer des Jahres. Der Neuenburger berührt die Menschen mit seinem Willen, seinem Kampfgeist – und seinem Humor.

Text Thomas renggli Fotos Kurt reichenbach

D

idier Cuche auf der Achterbahn der Gefühle. Im Ziel der Lauberhorn-Abfahrt schwingt er als geschlagener Mann ab – 15. Platz. Hat der 37-jährige Routinier die letzte Chance auf einen Sieg in diesem Klassiker verspielt? «Die Enttäuschung sitzt tief. Heute ist kein schöner Tag», kommentiert er seine Fahrt mit leerem Blick. Noch am Abend hadert er mit dem verpassten Auftritt: «Es tut mehr weh als sonst. Denn ich weiss wirklich nicht, ob ich nochmals zurückkomme.» Zehn Stunden nach seinem Lauberhorn-Grounding hat Cuche sein Siegerlächeln wiedergefunden. Vom Fernsehpublikum wird er zum Schweizer des Jahres gewählt. Live aus Wengen zugeschaltet, kämpft er um Fassung: «Dieser Preis ist vielleicht die grösste Ehre, die ich je erhalten habe. Seine Bedeutung geht über den Sport hinaus.» Nach Roger Federer und Schwingerkönig Jörg Abderhalden ist Cuche der dritte aktive Sportler, der zum Schweizer des Jahres gewählt wird. 18 Weltcupsiege. Eine Olympiamedaille. Viermal WM-Edelmetall – davon Gold 2009 im Super-G. Zusammen mit Franz Klammer Rekordsieger auf der berüchtigten Streif in Kitzbühel. 2011 Sieger der Weltcup-Wertungen im Super-G und der Abfahrt sowie WM-Silber in der Abfahrt. «Der vergangene Winter war der konstanteste meiner Karriere.» Das Publikum wählt ihn deshalb zum zweiten Mal zum Sportler des Jahres. Doch allein an Pokalen und Zahlen lässt sich das Phänomen Cuche nicht ablesen. Der Neuenburger berührt die Menschen mit seinem Willen und seinem Kampfgeist. In seiner früheren Karriere­ phase steht er oft im Schatten anderer – droht zum ewigen Zweiten und Dauer- u schweizer illustrierte

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swiss award

«C’est incroyable!» In Wengen, vor dem Fernseher, erfährt Didier Cuche vom Resultat der Publikumswahl – und kann es kaum glauben. auf den Trostpreis zu werden. Cuche – ein Ritter von der trau­ rigen Gestalt. Doch er lässt sich nicht unterkriegen, verfolgt eisern seinen Weg und schafft den grossen Durchbruch in einem Alter, in dem viele seiner Kollegen schon an Rücktritt denken. Diese Un­ nachgiebigkeit und diese Leidenschaft öffnen ihm die Herzen des Publikums. Zum Skifahren kommt Cuche schon in frühster Kindheit ganz automa­ tisch. Sein Elternhaus steht direkt am Skilift von Les Bugnenets. «Ich hatte gar keine andere Wahl», sagt er und schmun­ zelt, «meine älteren Brüder Alain und Bernard haben mich mitgeschleppt. Mein erster Förderer war ein Skilehrer aus der Nachbarschaft.» Bevor Cuche auf die Karte Spitzensport setzt, absol­ viert er eine Lehre als Metzger. «Hätte es mit dem Skifahren nicht geklappt, wür­ de ich vielleicht immer noch in diesem Beruf arbeiten – oder ich hätte das Res­ taurant meiner Eltern übernommen.» Es klappt mit dem Skifahren – und wie! Didier wird zum Speedier und avan­ ciert mit seiner offenen und kommu­ nikativen Art zum Publikumsliebling auf wie neben der Piste. Dass er perfekt schweizerdeutsch spricht, trägt ihm auch diesseits des Röstigrabens grosse Sympathien ein. «Das ist sicher ein Vor­ teil. Aber ohne sportlichen Erfolg hätte das allein nicht gereicht.»

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Cuche wirkt mit seinem kräftigen Stil und dem robusten Körperbau wie ein Mann, den nichts erschüttern kann. Doch er hat auch eine andere Seite. Wenn es ihm nicht läuft, zieht er sich zu­ rück, wirkt verschlossen und abweisend. Bei kritischen Fragen kann er misstrau­ isch reagieren. Seine Mutter Marlies, 68, die ihren Sohn in Wengen besucht, be­

der Schweizer des Jahres in zahlen

Gibt nie auf Über 140 (!) kleine und grössere Narben «zieren» Cuches Körper.

u Geboren in Le Pâquier NE am 16. 8. 1974, ledig, 174 cm, 89 Kilo u karriere Weltcup-Debüt am 29. 12. 1993 in Bormio. 18 Weltcupsiege (10 Abfahrten, 5 Super-G, 3 Riesen­ slaloms), 4-mal Sieger Abfahrtsweltcup, einmal Super-G-Weltcup. Medaillen: Silber Olympische Spiele 1998 in Nagano,

Super-G. Bronze Ski-WM 2007 in Are, Super-G. Gold und Silber Ski-WM in Val d’Isère 2009, Super-G und Abfahrt. Silber in Garmisch-Partenkirchen 2011, Abfahrt u Sponsoren Head (Ski, Bindung & Schuhe), Leki (Stöcke), Alpina (Brille & Helm), Ovo (Individualsponsor), Audi (Auto), Corum (Uhr)

Foto Valeriano di Domenico/freshfocus

u abonnenten

schreibt ihn als «sehr kräftigen, aber auch sensiblen und verletzlichen Typ». Als er im Zielgelände der LauberhornAbfahrt die Ski auszieht, trifft das zu. «Hätte mich da jemand gefragt, ob ich nach der Saison zurücktrete, hätte es nur eine Antwort gegeben: ja.» Doch mit etwas Abstand sieht die Sache schon an­ ders aus. «Wenn ich wieder erfolgreicher fahre, komme ich vermutlich auf die Idee, noch eine Saison anzuhängen – ob­ wohl die jüngsten Konkurrenten meine Kinder sein könnten.» Die Wahl zum Schweizer des Jah­ res spielt in seiner weiteren Karriere­ planung keine Rolle – obwohl er sie als Wertschätzung für seine gesamte Lauf­ bahn betrachtet: «Diesen Preis kann man nicht mit einer einzelnen Leistung gewinnen.» 2009 wurde er beim Swiss Award schon einmal Zweiter – hinter dem Kinderarzt René Prêtre. «Damals war ich fast froh, dass ich nicht gewon­ nen habe. Denn es hätte komisch aus­ gesehen. Mit Prêtres Verdiensten kann ein Sportler nicht mithalten.» Für die Zeit nach dem Rück­tritt spurt Cuche schon jetzt vor. Ver­ schiedene Engagements als SponsorenBotschafter sind abgemacht. «Ich werde dem Skisport sicher erhalten bleiben.» Die Zukunft hat aber noch nicht be­gonnen – und Cuche denkt bereits über seinen nächsten Auftritt in Wengen nach. «Sollte ich hier doch noch ge­winnen, werde ich Vegetarier.» Wenn sich der Metzger mit diesem Ver­ sprechen nur nicht ins eigene Fleisch schneidet.  


Optimistisch für die Schweiz Moritz Leuenberger in seinem Büro in Zürich.

w e i v r e t n I e h c o W r de Moritz mit erger Leuenb

«Ich beobachte eine rigorose Prüderie» Der Fall Hildebrand hätte auch anders gelöst werden können, sagt Moritz Leuenberger. Der alt Bundesrat über GeldGier, Anstandsgrenzen und sein Ideal von einer Gesellschaft ohne Gesetze. Text Stefan Regez und Alejandro velert, Foto Thomas buchwalder

K

eine Sekretärin, kein Stab, keine Helfer. Moritz Leuenberger hat sich in Zürich in eine Bürogemeinschaft mit drei Designerinnen eingemietet. Der alt Bundesrat hängt die Mäntel seiner Gäste selber an die Garderobe, auch den Kaffee serviert er. Vor dem Fenster mit Aussicht aufs Limmatquai steht eine bronzene CiceroBüste, der Preis für den besten politischen Redner 2003. «Eine Auszeichnung, auf die ich besonders stolz bin.» Philipp Hildebrand, Christian Wulff, Bruno Zuppiger sind unterschiedliche Fälle. Hand aufs Herz, Herr Leuenberger: Verträgt es in öffentlichen Ämtern gar nichts mehr? Gilt Nulltoleranz? Ja, ich stelle eine Tendenz fest, dass Leute in öffentlichen Ämtern inquisi­ torisch beurteilt werden. Dabei geht es nicht nur um eine ehrliche Diskussion darüber, wie sie sich anständig ver­ halten sollen. Sondern das ist oft auch gesteuert von politischen Gegnern und medialen Jägern.

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Plädieren Sie für ein «Alles ist möglich ohne Grenzen»? Natürlich gibt es Grenzen, in erster Linie rechtliche. Daran haben sich alle zu halten. Es gibt auch Grenzen des Anstandes. Diese gelten für alle, un­ abhängig von Amt und Würden. Es ist aber auch nicht so, dass jeder Fehler untolerierbar wäre. Alle Menschen machen Fehler, und es gehört zum Umgang zwischen Menschen, dass man sich solche verzeiht. Nicht jeder Fehler führt zu einer fristlosen Entlassung. Das muss auch für Leute in öffent­ lichen Ämtern gelten. Die übertriebene Erwartung, dass jemand fehlerlos sein muss, ist Heuchelei. Wer die Fehler nicht akzeptiert, akzeptiert auch die Menschen nicht. Hat diese Akzeptanz abgenommen? Ich beobachte eine rigorose Prüderie. Aber Intoleranz und Hetzjagden gegenüber Personen in öffentlichen Ämtern gab es immer. Heute kommt dieses Mobbing durch Internet, Twitter, Blogs und die Medien krasser zum Ausdruck. Wie erlebten Sie die Affäre Hildebrand? Wie alle anderen auch: als Konsument der Medien.

Abgeschnitten von Berner Insider-Infos? Natürlich hätte ich in Bern noch ein paar «Spione», aber das mache ich nicht. Nein, seit meinem Rücktritt war dies das erste Ereignis, das ich nur von aussen beobachtet habe. Bei anderen Geschäften war ich vorher irgendwie noch dabei gewesen. Der Fall Hildebrand hat mich sehr bewegt, und ich habe mich immer wieder gefragt: Hätte man das nicht anders lösen sollen? Besseres Krisenmanagement? Bessere Kommunikation? Kein Rücktritt? Sehen Sie, als alt Bundesrat will ich nicht in die Rolle des Besserwissers kommen und sagen, wie man es hätte machen müssen oder wie ich es gemacht hätte. Was aber klar ist: Die Hildebrand-Affäre hätte auch einen anderen Verlauf nehmen können. Haben Sie als Bundesrat ebenfalls ­Momente erlebt, die für Sie heikel waren? Mehrmals. Mein Rücktritt wurde auch immer mal wieder verlangt, aber das gehört zum politischen Spiel. Ein Beispiel: Ich habe mal eine Parkuhr nicht gefüttert, es wurde öffentlich, und es gab tatsächlich Politiker, die deswegen meinen Rücktritt gefordert haben. Klar war das ein Regelverstoss von mir, aber nicht jede Rechtswidrigkeit führt auch zu einer Unvereinbarkeit mit einem Amt. Waren Sie jemals nahe am Rücktritt?


Kleine Fotos Kurt Reichenbach, AP / Keystone, EQ Images

Nicht wegen eines Fehlverhaltens. Was mich oft beschäftigte: Wenn ich als Fahrer in einen schweren Unfall involviert würde, könnte ich dann mein Amt noch ausführen? Aus solchen Ängsten haben sich auch zwei Bundesräte nicht mehr selber ans Steuer gesetzt. Wie legten Sie als Bundesrat Ihr Geld an? Ich habe nie eine Aktie gehabt. Erst als meine Mutter vor ein paar Jahren gestorben ist, erbte ich einige Aktien. Sie hätten von Insiderwissen profitieren können, bei der Swisscom zum Beispiel. Ja, das wäre möglich gewesen, aber falsch und unanständig. Zählt nur die Eigenverantwortung – oder braucht es auch Reglemente? Meine Idealvorstellung wäre eigentlich eine Gesellschaft ohne Gesetze und Verordnungen. Der Jurist als Anarchist? Als Verkehrsminister habe ich oft gesagt, dass der Strassenverkehr auch ohne Regeln funktionieren könnte. Man definiert, ob Rechts- oder Linksverkehr, der Rest wäre Vertrauensprinzip. Jeremias Gotthelf beschrieb das Ideal einer Gesellschaft, die auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen, auf der Liebe zwischen den Menschen basiert. Aber das ist eben ein Ideal, eine Vision. Es braucht einen Staat, der Recht und Gesetze erlässt und diejenigen bestraft, die sich nicht daran halten. Und alle klagen über immer mehr Gesetze. Ja, eine bedauernswerte Entwicklung. Alle bedauern sie, aber trotzdem kann sie niemand aufhalten. Es ist auch keine Frage von links oder rechts. Es ist eine Folge abnehmender Bindungen, zunehmender Anonymisierung, auch mangelnder sozialer Kontrolle. Das alles hat auch einen Preis. Ist das Führungspersonal in Wirtschaft, Verwaltung und Politik weniger integer als früher? Das würde ich auf keinen Fall sagen. Aber ich sehe eine andere Ebene: Mit dem Fall des Kommunismus und der Globalisierung ist die wirtschaftliche Freiheit immer mehr als absolute Freiheit verstanden worden – ohne das Korrelat von Verpflichtung und ohne nationale Bindungen. Das hat auch zu einer Entfremdung und Entwurzelung geführt. Gerade was die internationalen Finanzmärkte betrifft, müssten daher die Staaten Regulierungen schaffen, weil die Freiheiten grenzenlos missbraucht worden sind. Die Gier der Kapitalisten? Wer am Honigtopf sitzt, kommt in Versuchung! Die Frage ist, wie Kapitalismus praktiziert wird. Jede Freiheit ist immer auch

mit Verantwortung verknüpft. Masslose Boni sind nicht eine notwendige Folge des Kapitalismus, sondern eine ver­ antwortungslose Verirrung, die wir in dieser Form nie akzeptieren dürfen. Was ist Ihre Alternative? Eine nachhaltige Gesellschaft, nicht einfach nur vom Staat verordnet, sondern von Firmen und Konsumenten eigenverantwortlich gelebt. Da gibt es bereits viele positive Beispiele. Sind dabei Finanzkrisen und HildebrandAffären trotz allem heilsam? Sie wären aber nicht etwa nötig und auch zu vermeiden gewesen. Aber wenn sie schon da sind, sollen wir sie wenigstens nutzen. Es ist kein Zufall, dass wir in diesem Gespräch mit dem Nationalbank-Präsidenten angefangen haben und nun bei Kapitalismus und Nachhaltigkeit gelandet sind. Aber nochmals: Den Jägern im Fall Hildebrand ging es nicht um Moral, sondern um scheinheiliges Moralisieren, das Züge einer Hexenjagd annahm. Offenbar wünscht sich die Öffentlichkeit moralisch erhöhte Figuren, erwartet vom Nationalbank-Chef absolute Integrität. Eine ungute Entwicklung. Meine Idealvorstellung ist eine demokratische Gesellschaft, in welcher an der Spitze des Staates ganz normale Menschen wie du und ich sind, die ihre Fehler haben und Fehler machen. Es gab eine Zeit, in der die Pfarrer die Moralträger schlechthin waren. Heute sind auch sie geschieden, und auch ihre Kinder haben Schwierigkeiten. Gerade Politiker reden oft über Werte und Moral. Ja, und ich finde, Moralprediger müssen sich an ihren Predigten messen lassen. Aber die bigotten Moralvorstellungen haben sich geändert. Da haben wir in den letzten Jahren grosse Fortschritte gemacht: Alt Nationalrat Franz Steinegger wurde damals nicht Bundesrat, weil er in Scheidung war. Ich war dann der erste geschiedene Bundesrat und vertrat so viele mit einem gebrochenen Lebenslauf. Heute ist das nicht mal mehr ein Thema. Wir sind turbulent ins 2012 gestartet. Wie schätzen Sie die Lage der Nation ein? Trotz der Hildebrand-Affäre habe ich Vertrauen, gerade auch in den neuen Bundesrat. Und ich stelle fest, dass es die Menschen bewegt, dass hier jemand zu Fall gebracht worden ist, der nicht hätte zu Fall gebracht werden müssen. Das zeigt, dass es Solidarität in unserem Land gibt. Wenn wir zusammenhalten, brauchen wir die Zukunft nicht zu fürchten. 

Moritz Leuenberger

1

Erster Bundesrat mit Zivilstand Geschieden

Als Moritz Leuenberger 1995 in den Bundes­­rat möchte, muss er sich als Geschiedener noch rechtfertigen. Seit 2003 ist er mit der Architektin Gret Loewensberg verheiratet.

2

einsatz für eine bessere umwelt

Leuenberger kämpft gegen CO2-Ausstoss und Klimaerwärmung. Sein Ziel: eine zuverlässige, preisgünstige und klimaverträgliche Energieversorgung für die Schweiz.

3

grosser moment: Der gottharddurchstich

«Das ist ein Symbol für eine nachhaltige Verkehrspolitik», sagt Leuenberger 2010 beim Gotthard-Durchstich. Zusammen mit Vorgänger Adolf Ogi feiert er den historischen Augenblick.

Persönlich

u Geboren in Biel BE am 21. 9. 1946 u karriere Jurist, Anwalt, 1974–1983

SP-Gemeinderat Stadt Zürich, 1979– 1995 Nationalrat, 1991–1995 Regierungsrat des Kantons ZH, 1995–2010 Bundesrat, Vorsteher Uvek, jetziger Beruf: selbstständig u familie Verheiratet mit der Architektin Gret Loewensberg, zwei erwachsene Söhne schweizer illustrierte

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Roland Collombin

u Gestern Acht Siege bei Weltcup-Abfahrten, z. B. Val Gardena 1972 (Bild). 1973 und 1974 Gewinn des AbfahrtsWeltcups. Bei den Olympischen Spielen 1972 in Sapporo Silber. 1975 Karriere-Ende u Heute Getränkehändler in Versegères VS. Hobbyskifahrer. Verheiratet mit Sarah, 50; zwei Kinder: Emmanuelle, 24, und Pierre, 19

Als «Collombe la bombe» wurde er zur Legende. Auch 40 Jahre nach seinen Abfahrtserfolgen gibt Roland Collombin noch mächtig Gas – auf den Pisten von Verbier. Hier ist der Unterwalliser ein Volksheld.

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Frohnatur, aber nicht mehr ganz so wild wie fr端her. Abfahrtslegende Roland Collombin, 60, in der Region La Chaux ob Verbier VS.


Text Thomas Kutschera Fotos Kurt reichenbach

D

ie Ski schleift er am Boden hinter sich her. Doch kaum ist er zur Gondelstation raus, gehts zack, zack. «Allez hop!», ruft Roland Collombin, schnallt sich seine Rossignol an – und ab geht die Post, runter Richtung La Chaux. Rasantes Tempo, weite Carvingkurven, der Pulverschnee stiebt – früher wäre Collombin die rote Piste Gentiane «fadegrad» runtergebrettert. Doch nächsten Monat feiert er seinen 61. Geburtstag … Vor vierzig Jahren war Collombin einer der weltbesten Abfahrer im alpinen Skizirkus. 1972, bei der Olympia-Abfahrt von Sapporo, holte er Silber, nur Bernhard Russi war schneller. Russi – der filigrane Techniker, der Perfektionist. Collombin – die draufgängerische Naturgewalt, immer locker. Der verrückte Querulant im Team. Trainingsfaul, oft über­ gewichtig, konzentrationsschwach – das alles kompensierte Collombin mit phänomenalem Gleichgewichtsgefühl und Wagemut. Die Ski gespreizt vor sich: So kam

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er über die Buckel geflogen. Einen wilderen Abfahrer hatte die Schweiz nie. Im Dezember 1975 ein fürchterlicher Sturz bei der Abfahrt von Val d’Isère, an derselben Stelle wie schon im Jahr zuvor: KarriereEnde! Der Buckel heisst seither «La bosse

à Collombin». Er selbst ging als «Collombe la bombe» in die Geschichte ein. Russi und er sind heute gute Freunde. Collombin schwingt ab, zeigt mit dem Stock hinauf zum Mont Fort. Die Buckelpiste unter dem 3330 Meter hohen

Gut im Saft Das ehemalige Abfahrts-Ass unterwegs. «Buckelpisten sind nichts mehr für mich.»


«Schwarze Pisten fahre ich nicht mehr. Da habe ich Schiss» Roland collombin

Hahn im Korb Collombin mit Gattin Sarah, 50 (r.), und deren Zwillingsschwester Barbara. Sarah lernte er 1985 kennen, als die gebürtige Kanadierin in Verbier Autostopp machte.

Gipfel gehört zu den herausforderndsten Abfahrten in den Alpen. Sie ist so steil, dass sie noch nie von einem Ratrac platt gemacht wurde. «Die fahre ich nicht mehr.» Collombin lacht schallend. Meist ist er auf der gegenüberliegenden Talseite im kleinen Skigebiet Bruson anzutreffen. «Dort ists gemütlich, dort trainierte ich schon als kleiner Bub.» Sagts und steuert Richtung «Cabane du Mont-Fort», einer Berghütte an der Strecke, berühmt für das Potaufeu und die grandiose Aussicht in die Bergwelt rund um den Montblanc. «Salut Roland!» – «Ça va Roland?» – «Bien», kommt die Antwort, Collombin rückt seine Ray-Ban-Sonnenbrille zurecht, er legt sie den ganzen Tag nicht ab. Auf Schritt und Tritt wird «La Bombe» begrüsst. Er ist ein «bekannter Hund» in der Region, ein Held. In geselliger Runde, und die liebt er sehr, und mit einem Glas Weisswein in der Hand – «Bier hab ich nicht gern» – erzählt er gern Geschichten von früher. Wie er drei Stunden vor seinem zweiten Streif-Sieg mit dem Zimmermädchen «beschäftigt» war. Wie er und Teamkollege Philippe Roux in seinem Porsche

Mit seinem EnduroTöff nahm er sie mit, 1993 heirateten sie. Grosses Bild: Nach einem Umtrunk in der berühmten «Cabane du Mont-Fort» wartet die nächste Abfahrt.

Carrera in viereinhalb Stunden von Innsbruck nach Verbier rasten, «mit Tempo 220». Wie er in Morzine bis 4 Uhr becherte und dann das Rennen gewann. Und wie ihn Dölf Ogi vom Skiverband in Sapporo frühmorgens aus der Arrestzelle holte, nachdem er und ein Kollege in eine Schlägerei verwickelt waren. Und wieder gehts auf die Piste! Auf dem Sessellift La Chaux 2 erzählt Collombin von seinem heutigen Leben. So wenig wie möglich arbeiten und möglichst viel

rausholen: Das ist noch immer sein Motto. Nach seinem Rücktritt als Skiprofi übernahm er von seinem Vater dessen Getränkehandlung in Versegères, einem verschlafenen Dorf weiter hinten im Val de Bagnes. Die Firma führt er heute noch. Mit ihr vertreibt er nicht nur Bier und Cola im ganzen Tal, sondern auch seinen Wein Sélection Collombin, aus den Rebbergen von Vétroz bei Sion. Ehefrau Sarah macht die Buchhaltung, der Chef besucht die Kunden, darunter auch die Pistenrestaurants. «Pro Woche bin ich an zwei Tagen in unserem Skigebiet unterwegs, hole Bestellungen rein.» Jeden Sonntagabend geht der ­Patron auf Tour durch Verbiers Bars und In-Clubs. «Ich beliefere praktisch alle. Es fällt mir schwer, nicht mehr zwei Tage hintereinander Party machen zu können.» Verbier-Stammgast James Blunt habe er leider noch nie getroffen. Collombin schmunzelt. 40 Prozent der Gäste in Verbier sind Briten, und die sind ja bekanntlich äusserst trinkfreudig. Es gibt eine Bar, die schenkt in der Hoch­ saison 5000 Liter Bier pro Woche aus. «Das Geschäft läuft wie geschmiert.» Auch in Collombins Carnotzet geht es immer lustig zu und her. Bei Raclette und Wein kommentiert der Hausherr für die Gäste Videos von seinen Ski-Erfolgen. Und wie beurteilt der ehemalige Haudegen seine Nachfolger? «Cuche und Feuz werden ganz vorn mitfahren. Janka rappelt sich wieder hoch, Albrecht nicht.» So, genug erzählt. La Bombe packt seine Ski, wedelt zur Station Les Ruinettes. Dort trifft er seine Frau Sarah und ­deren Schwester Barbara. Ein kurzer Schwatz, dann fahren die beiden Frauen wieder los. Collombin schnappt sich einen Liegestuhl. Wieder klopft ihm ein Kollege auf die Schulter, will wissen, was dran sei am Gerücht, dass Collombins Tochter Emmanuelle mit FC-Sion-Präsident Christian Constantin eine Liaison habe. Collombin: «Ich glaube, sie kennen sich.» Was immer das im Unterwallis heissen mag. Die Top Ten von Verbier: Hotels, Events, u VIP-Gäste, die Preise. Vier Seiten

Nächste Woche

Mit Pirmin Zurbriggen in Zermatt VS

• Die schönsten Pisten mit Blick aufs Matterhorn

• Nirgends gibts so viele gute

Restaurants mitten im Skigebiet

• Auch abends gehts auf die Piste: Wo die Prominenten abfeiern

Skischule Pirmin Zurbriggen mit Frau Moni und Tochter Leonie im Gebiet Sunnegga Paradise.

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Top Ten Destination Verbier

Gediegen Chalets, wohin das Auge schaut. Facts & Figures & Fun-faktor

Mit VIPs auf der Piste Hier geht die Post ab! In Verbier kann man immer auf der Piste sein. Am Tag auf den ­Buckeln am Mont Fort, nachts im Farm Club.

u Prominentendichte hoch Deutschschweizer Jetsetter fahren nach St. Moritz und Gstaad. Doch auch die Welschschweiz bietet einen attraktiven Tummelplatz für VIPs: Verbier im Unterwallis, 1500 m ü. M. James Blunt, Hugh Grant, Michael Schumacher: Sie alle kommen gerne ins Skiparadies im Val de Bagnes. Hier herrscht Diskretion. Quadratmeterpreise von 25 000 Franken sind keine Seltenheit. u Les Quatres Vallées So heisst das Skigebiet, es gehört zu den schönsten und grössten der Alpen. Gute und sehr gute SkifahFun Verbier ist rer finden hier unzähein Mekka für lige Möglichkeiten. Snowboarder.

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BisonSteak Pascal Pouilly, Chef des «Chalet Carlsberg». 412 Kilometer Pisten, für jeden etwas. Der Mont Fort (grandiose Aussicht!) ruft mit seiner legendären Buckelpiste, der Mont Gelé ist der Kultberg für Freerider. In Veysonnaz gehts auf die Weltcup-Strecke Piste de l’ours, Durchschnittsfahrer finden Traum­verhältnisse auf der Gentiane. Und die SnowboardSzene trifft sich in den Funparks von Thyon und Nendaz. u Haute Cuisine Auch Gourmets kommen in Verbier voll auf ihre Kosten, zum Beispiel im «Olympique»: Die feinen Coquilles St-Jacques gibts gleich neben der Piste. Oder man lässt sich mit dem

Pferdeschlitten ins «Table d’Adrien» kutschieren zu Spitzenkoch Marco Bassi. u La Boum! Nach Mitternacht ist auch auf den Tanzpisten gehörig was los. The place to be and to be seen: der Farm Club. Umgangssprache: Englisch. Verbier ist fest in britischer Hand.

Thomas Kutschera, Ramona Schweizer, Esther MeyeR

Die Preise

68.– u Tageskarte für das Skigebiet Les Quatres Vallées (Verbier, La Tzoumaz, Bruson, Nendaz, Veysonnaz, Thyon): Erwachsene CHF 68.–, Kinder CHF 34.– bis 54.– u halbtags ab 13 Uhr: Erwachsene CHF 57.–, Kinder CHF 29.– bis 46.– u Wochenkarte für sieben Tage: Erwachsene CHF 398.–, Kinder CHF 199.– bis 318.– u Saisonkarte Erwachsene CHF 1394.–, Kinder CHF 697.– bis 1115.– Infos unter www.verbier.ch/de


Jetzt buchen!

Tierisch Mit einem Bernhardiner auf gemächlicher Schlittentour.

Eisig Beim Karting Extreme wird rasant gefahren – wie auf der Putschi-Autobahn.

Spielerisch Aufwärmen in der Skischule Adrenaline. Dann gehts ab auf die Piste.

Kids Day

Eldorado für die Jüngsten u Kartfahren Höllenspass! Bei Karting Extreme Verbier können Kinder Kart fahren. Auf Eis oder im Schnee, ohne Elternbegleitung. Voraussetzung: mindestens sieben Jahre alt und 1,20 Meter gross. Ab CHF 25.–/Fahrt. www.kartingextremeverbier.com u Schlitteln Die grösste Schlittelbahn

der Westschweiz in La Tzoumaz ist 10 Kilometer lang, die Höhendifferenz beträgt 850 Meter. Regelmässige Mond­ scheinfahrten mit Fondueplausch. Schlittenmiete CHF 10.–, Kinder-Tages­ karte CHF 12.–.

u hundeschlitten In der Region Champex-Lac ziehen Bernhardiner Schlitten durch den Schnee. Kinder ab sechs Jahren: CHF 9.–. www.saint-bernard.ch

Alpiner Luxus im Chaletstil. Wir haben für Sie eine Auswahl zum Übernachten zusammengestellt.

fünf-sterne-komfort u «Chalet

d’Adrien» Einziges Fünf-Ster­ ne-Hotel. Mitten im Skigebiet, Aussicht auf die Berge, hervorragende Küche (16 GaultMillauPunkte). Zwei Nächte im Doppelzimmer mit Gourmet-Frühstücksbuffet und Spa-Eintritt: CHF 780.– pro Person. Angebot gültig bis 11. Februar 2012. www. chalet-adrien.com

u skiSchule Die Schweizer Ski- und

Snowboardschule bietet fünf Vormittage für CHF 280.– an, fünf Tage für CHF 540.–. Die Skischule Adrenaline gibt Gruppenunterricht für maximal sechs Kinder ab vier Jahren. Fünf Halbtage kosten dort CHF 360.–, fünf Tage CHF 710.–. www.schweizer-skischule.ch, www.adrenaline-verbier.ch

Luxuriöse suiten

u «King’s Parc» Vier-Sterne-Hotel im Zent­

rum. Siebzehn stilvoll eingerichtete Suiten mit Balkon und Sicht auf die Alpen. King’s Lounge mit Kamin, sehr gutes Restaurant. Vier Nächte im Doppelzimmer, Halbpension: ab CHF 1840.– pro DZ. Angebot gültig bis 15. April 2012, Anrei­ se Sonntag. www.kingsverbier.ch

The Place to be

90 000 Franken die Woche

u Sie ist meist ausgebucht, trotz einer Wochen­ miete von 90 000 Franken: The Lodge, das Chalet des britischen Unternehmers Sir Richard Branson. Dafür gibts: 10 Zimmer für 18 Erwachsene und 6 Kinder, Innenpool, Whirlpools, Fitnessraum, private Eisbahn, Hausbar, Billardraum, exzellente Küche, alle Getränke gratis. 13 Angestellte: u. a. Wellnesstherapeut, Aktivitätenkoordinator, Chauffeur. Und Haushund Bam Bam. The Lodge, Unscheinbar Das Chalet liegt Chemin de Pléndazeu 3. www.thelodge.virgin.com nahe der Station Médran.

Alpines Flair

u Hotel nevaÏ Vier Sterne, modern ein­ gerichtet, zentral gelegen. Zwei Bars, Spa, Konferenzraum, Grill-Restaurant, Parking. Ab einer Nacht im Doppelzimmer mit Früh­ stücksbuffet: ab CHF 680.– pro Doppelzim­ mer. www.hotelnevai.com

Infos auch unter www.myswitzerland.com schweizer illustrierte

Fotos Kurt Reichenbach (2), HO (5), Yves Garneau (2), dpa / Picture Alliance

Luxuriös Eine der beiden MasterSuiten: ­stylische Einrichtung, Cheminée, grossartige Aussicht.

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events

Fotos HO (3), Majid Boukamel / Alpimages, Dick Vredenbregt, Getty Images (2), Colourpress, Keystone, A-way

21. januar Verbier: Verbier Ride, FreestyleSkirennen. Auf dem speziell kreierten Parcours im Gebiet La Chaux messen sich die besten europäischen Freeskier. 26. februar La Tzoumaz/Savoleyres: Volksschlittelrennen auf der mit zehn Kilometern längsten Schlittelbahn der Westschweiz. 16. märz Nendaz: Freeride-Pre-Races für das Verbier-Extreme. Die Piste am Plan du Fou ist extrem steil. Spektakulär! 23.–25. märz Verbier: Verbier-Extreme. Berühmtester Freeride-Event in den Alpen. Zuschauen kann man von oben auf dem Col des Gentianes. 14.–21. april Verbier: X Speed, Hochgeschwindigkeits-Skirennen in der fast senkrechten Steilwand am Mont Fort. Mit Geschwindigkeiten von weit über 200 km/h. 25.–28. april Verbier: Patrouille des Glaciers. Kultanlass! Grosses Finale bei der Zielankunft in Verbier. Informationen über alle Anlässe unter: www.myswitzerland.com

Farbig Der Shop von Peak Performance.

Aus der aktuellen Winterkollektion von Peak Performance. Frauen­ modelle Wendy Zip (l.) und Anni. u je CHF 198.– Shopping

Wintermode, feiner Käse u Für Schneehasen Verbier bietet viele

Shops mit cooler Ski- und SnowboardBekleidung. Von Quiksilver (Tel. 027 771 58 31) bis hin zu Peak Performance an der Rue de Médran 4. Tel. 027 - 771 13 93. u Für Fashionistas Sie werden mit Freude die edlen Mode-Accessoires von Coccinelle an der Place Centrale entdecken. Tel. 027 - 771 31 88. u Für Geniesser In der Fromagerie La Chaumière an der Rue de Médran 2 können über 200 Käsesorten degustiert und gekauft werden. Im Angebot auch leckeres Brot, Konfitüren und viele weitere Köstlichkeiten. Ein Muss für Gourmets!

Délicieux Käseladen La Chaumière, Chef Philippe Blanc.

James Blunt, 37, Popsänger, seit Jahren Stammgast.

Marthe Keller, 66, Basler Schauspielerin, Stammgast.

Kronprinz Frederik von Dänemark, 43, mit Familie.

David Beckham, 36, britischer Fussballstar.

Sarah Ferguson, 52, Hugh Grant, 51, Herzogin von York, britischer Stammgast. Schauspieler.

Er wohnt im Chalet seiner Grossmutter, ist Taufpate des JamesBlunt-Lifts. «Die Leute sind sehr warmherzig. Sie vermitteln mir ein Heimatgefühl.»

Besitzt ein Chalet, in dem sie auch schon HollywoodGrösse und Filmpartner Al Pacino zu Gast hatte. Geniesst den Ort vor allem im Sommer.

Er und Kronprinzessin Mary kommen seit Langem nach Verbier, in den letzten Jahren mit den Kindern Christian und Isabella.

Genoss die frische Luft des riesigen Skigebiets. «A great place!»

Schon oft in Verbier. Sie verewigte sich in einem Gästebuch: «Merci pour un delicieux déjeuner. Mon français c’est Terrible!!»

Am 21. 12. 2006 kehrte er im Skirestaurant L’Olympique ein. Auch Diana Ross, Justin Timberlake und Albert von Monaco genossen dort das Panorama.

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Night Life

Blunt und Bowie waren hier u Auch im Nachtleben gehts wild zu und her.

Den ersten Après-Ski-Shot gibts im Pub Mont Fort: www.pubmontfort.com Um 22 Uhr öffnet der Club Public, die 350 Plätze sind schnell besetzt. Direkt davor auf der Place Centrale feierten James Blunt und Prinz Harry ins neue Jahr. http://verbier.­ public.uk.com Sehen und gesehen werden ist auch im Urgestein der Partyszene angesagt, im Farm Club. Die Brüder Berardi führen den glamourösen Klub für die Schönen und Reichen seit über vierzig Jahren. Auch schon da gewesen: David Bowie, Diana Ross. www.kingsverbier.ch

British Style Eine Dom Pérignon Vintage kostet im Club Public CHF 6500.–.

Tom Lüthi, 25

Motorrad-Rennfahrer aus Linden BE und Freundin Fabienne Kropf, 26, Kommunikationsfrau.

Farm Club Die Wodkaflaschen sind mit den Namen der Stammgäste angeschrieben.

Der Kleine nachbar

Ruhe im Val d’Anniviers

Fotos Thomas Buchwalder, Mark Shapiro, Yves Garneau, Andy Selinger / Prisma, Bernard van Dierendonck / Look-f, Getty Images

Mein Verbier

u Das Tal mit seiner malerischen Landschaft und den pittoresken Bergdörfern liegt südöstlich von Sierre VS und ist rund 70 Kilometer von Verbier entfernt. Es umfasst die vier Skigebiete Grimentz, St-Luc/Chandolin, Zinal und Vercorin – teilweise sind sie miteinander verbunden. In Zinal können Schneeschuhwanderer das Innere des Zinalgletschers entdecken. Varianten-Skifahrer finden ihr Paradies im hundert Hektar grossen Freeride-Areal zwischen Zinal und der Staumauer des Lac de Moiry. Familien kommen im Gebiet von Grimentz auf ihre Kosten, auch dort gibts anspruchsvolle Pisten. Die längste Langlaufloipe gibts in Vercorin, Nordic Walking auf Winterwegen in Grimentz und Zinal. Tipp für Après-Ski: Die «Cabane Bella Tola» im Skigebiet von St-Luc bietet ein echtes Hüttenfeeling; exzellenter Blaubeerkuchen. Die schönste, kaum befahrene Abfahrt im Tal: die Piste du Chamois. www.sierre-anniviers.ch/de

Idyllisch Das Ortsbild von Grimentz wird von sonnengegerbten Chalets geprägt.

Action! Ein Freeskier am Staudamm von Moiry. Links: Skifahrer und Snowboarder beim Woopy-Jump nahe Zinal.

«Ich liebe Verbier! Wunderschöne Bergwelt, steile Skiabfahrten und ein tolles Nachtleben – auch wenn ich James Blunt noch nie getroffen habe. Fabienne wartet noch immer auf diesen Augenblick! Seit sechs Jahren verbringen Fabienne und ich regelmässig Ferien in Verbier. Wir wohnen immer in einem anderen Chalet oder Appartement. Patrick Fellay, Chef der Immobilienfirma VFP, stellt uns jeweils etwas zur Verfügung, seine Firma gehört zu meinen Sponsoren. Letztmals weilten wir Silvester dort, mit Fabiennes Zwillingsschwester. Wir feierten im privaten Rahmen bei einem feinen Raclette. Letzten Sommer war ich einmal zum Gleitschirmfliegen in Verbier. Doch meistens fahren wir zum Skifahren hin. Das ist mir wichtig, das geniesse ich sehr. Zum Glück erlaubt mir mein Vertrag mit dem InterwettenMoto2-Team dieses Hobby. Meine Lieblingsstrecken sind die Abfahrten vom Mont Fort und vom Mont Gelé. Vor allem die erste ist extrem steil, voller Buckel, sie dauert 20 Minuten. Ich fahre sie möglichst ohne Stopp – ein super Beintraining. Die Carvingpisten nehme ich relaxt, ich bloche nur auf den Töff-Pisten. Manchmal erkunden wir das Ski­ gebiet Les Quatres Vallées, da fährt man einen Tag lang nie dieselbe Piste. Am Abend gehen wir nicht gross in den Ausgang. Ich bin nicht der Halligalli-Typ, angesagte Clubs sagen mir nicht viel. Am liebsten kehren wir im Nelson Pub ein, da haben wir schon ein paar gute einheimische Bekannte. Am vergangenen Wochenende besuchten wir und meine Familie die LauberhornAbfahrt. Nun hängen wir ein paar Ferientage in Verbier an. Relaxen ist angesagt, aber auch die eine oder andere steile Abfahrt. Das gibt mir den totalen Kick! 

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«Und dann einfach hier drücken» Verkäuferin Pascale Bernhard erklärt Coop-Chef Joos Sutter in einer Filiale in Uettligen BE die Kasse.

C(r)ashkurs für


Wirtschaft

Die ersten 100 Tage im Amt sind geschafft. Jetzt nimmt sich Joos Sutter Zeit, sein Unternehmen noch besser kennenzulernen. Auf Filialen-Tour mit dem neuen Coop-Chef. Text Nina Siegrist Fotos Kurt Reichenbach

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den Chef

ie Damen an der Kasse sitzen etwas aufrechter als sonst auf ihren Stühlen, der Mitarbeiter, der die Regale auffüllt, schielt neugierig zwischen ein paar Weinkisten hervor, und der Filialleiter hat sich am Eingang zur Begrüssung postiert: Heute kommt der neue Chef vorbei. Joos Sutter, 47, seit September CEO von Coop, betritt den Megastore im Ber­ ner Wankdorf Center. Es heisst, der Bündner sei bodenständig wie sein Vor­ gänger Hansueli Loosli, ein stiller Schaf­ fer und schneller Analytiker, allerdings auch ein «Berggrind», hart im Verhan­ deln, aber nicht ohne Alpencharme. Jetzt, auf seinen ersten kleinen «Tourne­ en» durch die Filialen der Schweiz, ist er vor allem zurückhaltend, er möchte die Mitarbeiter kennenlernen, hinsehen, zu­ hören – und «auf keinen Fall den norma­ len Betrieb stören». Natürlich. Das woll­ te Vorgänger Loosli jeweils auch nicht, nur um dann Minuten später, umringt von aufgekratzten Mitarbeitern und schmunzelnden Kunden, eigenhändig ein Verkaufsplakat umzuplatzieren. Sutter aber wird noch kaum erkannt von den Kunden, als er mit interessier­ tem Blick durch die Regale streift. Hin und wieder komme es schon vor, sagt Sutter – mittlerweile bei den Früchten angelangt –, dass jemand «Grüezi, Herr Loosli» oder halt auch «Grüezi, Herr Joos» sage, aber egal, «Hauptsache, es hat irgendwo zwei o im Namen». Er nimmt ein paar Orangen in die Hand, überprüft ihren Reifegrad. Den Familien­ einkauf – die Sutters wohnen in Schüp­ fen BE – macht der Coop-Chef selbst eher selten. Seine Frau sage immer, er kaufe viel zu viel ein. Die drei 11- bis 15-jährigen Söhne aber würden sich zum Glück stets über einen prall gefüllten Kühlschrank freuen. Weiter geht es zum Gemüse. Seine früheste Einkaufserinnerung? Ganz klar, sagt Sutter, der Duft im Konsum in Thusis GR, ein heimeliges schweizer illustrierte

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Wirtschaft

Gemisch aus Früchten und TiefkühlAbluft. In Thusis ist er aufgewachsen, mit zwei älteren Schwestern, Sohn eines Notars und – ja, wirklich – einer ehe­ maligen Konsum-Filialleiterin, 1956 aus dem Dienst getreten «wegen Heirat». Joos Sutter, er steht gerade neben seinen ovalen Lieblings-Cherrytomätchen («ideal für jeden Apéro»), reicht einem Mitarbeiter die Hand, fragt, ob er beim Auffüllen helfen könne. Etwas unsicher schiebt der Mitarbeiter dem Chef ein Palett mit Salatköpfen hin. Sutter greift sich den ersten Frisée. Er habe vor einigen Monaten ein viertägiges Praktikum in der Früchte- und Gemüseabteilung einer Coop-Filiale gemacht. Solche Dinge, sagt er, kämen aber leider im Moment noch viel zu kurz. Sein Einstieg war hektisch; nach dem überraschenden Tod von Finanzchef Hans Peter Schwarz musste er in die Bresche springen, hat seither nicht nur die Geschäftsleitung, sondern auch die Finanzen und den Retailbereich unter sich – ein ziemliches Pensum. Dann kamen Ende Jahr, ohnehin schon geplagt vom starken Franken, auch noch die Vorwürfe zum Offenverkauf von Fleisch hinzu. Sutter musste

Beweise suchen, wo es keine Beweise gab, sich für allfällige Verfehlungen entschuldigen und Sicherheitsmassnahmen einführen. Alles in allem der denkbar dümmste Moment, um Chef zu werden. «Es war definitiv kein ganz einfacher Start.» Über Arroganz könne er sich aufregen, ansonsten bleibe er meist ruhig, sagt der Mann, der Pilzesammeln und Fliegenfischen als Hobbys aufführt. Ein Langweiler sei er aber bestimmt nicht: «Sie waren vermutlich noch nie fliegenfischen, da gibt es richtig viel Action!» Der Coop-Chef nimmt den letzten Frisée, und der Mitarbeiter im blauweiss karierten Hemd erklärt, fast schon entschuldigend: «Wir haben nichts mehr, es ist alles aufgefüllt.» Im Auto geht es weiter aufs Land, vom 5000-Quadratmeter-Megastore in den 500-QuadratmeterDorfladen in Uettligen BE. Eine Verkäuferin erklärt dem Big Boss die Kasse – der «Kassenkurs», auch eine Pendenz, die Sutter bald abarbeiten will. Aber man kann ja schon mal einen Versuch wagen: Konzentriert schiebt er eine Packung Nüssli über das Scanfeld, drückt ein-, zweimal auf den Touchscreen – und, hurra, es rattert und klickt,

Sutter, Loosli oder Joosli «Mir ist egal, wie ich angespr Namen», sagt Coop-Chef Joos Sutter, hier im Wankdorf


«Meine Frau sagt, ich kaufe immer viel zu viel ein» Joos Sutter

ochen werde – Hauptsache, es hat irgendwo zwei o im Center Bern.

die Quittung kommt raus, die Kasse öffnet sich. Joos Sutter war immer ein guter, aber kein Musterschüler. Während seines HSG-Studiums leitet er «nebenbei» das Skischulbüro Flims mit 150 Angestellten. «Ich gebe zu, ich war nicht in jeder Uni-Vorlesung», sagt er, als er aus dem Kassen-Kabäuschen steigt. Den Unternehmergeist spürt Sutter aber schon früh. Während der Zeit in seiner St. Galler Studenten-WG bietet er ­Firmen in Eigenregie eine ProjektmanagementSoftware und entsprechende Kurse an, berät Hotels bei der Kundenpflege. Novica Stevanovic hat nur noch schnell das Brot aus dem Ofen genommen. Jetzt schüttelt der Filialleiter des Coop-Dorfladens in Uettligen dem neuen Chef die Hand. Er habe sich vom

Lagerarbeiter hochgearbeitet bis zum Filialleiter, erzählt Stevanovic nicht ohne Stolz. Seit sechzehn Jahren ist er bei Coop. «Wow, noch länger als ich», entgegnet Sutter, der vor fünfzehn Jahren zu Coop kam. Zuvor hat Sutter sechs Jahre als Wirtschaftsprüfer bei Coopers & Lybrand in Zürich gearbeitet, dort auch seine Ehefrau Daniela, ebenfalls Wirtschaftsprüferin, kennengelernt. 1996 wechselt er als Finanz- und Personalchef zur damaligen Coop-Tochter Import Parfumerie, später zu Interdiscount, wo er drei Jahre lang die Leitung innehat, bevor ihn Loosli 2010 als TradingDirektor in die Coop-Geschäftsleitung beruft. Wer denn dieser nette Mann sei, der da fotografiert werde, fragt eine ältere Dame im Dorfladen und schwenkt ihren Schirm in Richtung Joos Sutter. Der Coop-Chef? Wirklich? Aber sei das denn nicht dieser, äh, wie hiess der Herr noch mal – Joosli? Wie auch immer, der junge Mann hier, das sei ein flotter, erklärt sie, als Joos Sutter, der Heim­weh-Bündner mit Alpencharme, schon wieder in sein Auto gestiegen ist und losfährt. Zur nächsten Coop-Filiale.  


porträt

Privat hat er seine grosse Liebe gefunden, im Film endet sie tragisch. Hanspeter Müller-Drossaart gibt Dällebach Kari ein Gesicht. Als näselnder Barbier mit Hasenscharte berührt der Obwaldner im Film des Jahres.

Coiffeur der

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Perfekte Symbiose Hanspeter Müller-Drossaart ist seit zwölf Jahren mit Theaterfrau Franziska verheiratet. Beim Besuch in Sarnen zeigt er ihr, wo im Kollegitheater seine Bühnenkarriere startete.

Nation


porträt

Profi am Herd MüllerDrossaart in der Küche des Restaurants ­Jordan in Sarnen. Im 1. Stock des Hauses kam er 1955 zur Welt. Später jobbte er als Küchenbursche und Kellner in noblen Hotels.

Text Caroline Micaela Hauger Fotos MarceL Nöcker

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s ist, als ob einem gleich mehrere alte Bekannte gegenüberstehen. Mario Corti, der das SwissairGrounding im Alleingang verhindern wollte. Der kiffende Bundesrat Alois Mummentaler. Oder das Berner Stadt­ original Dällebach Kari. Das fasziniert so an Hanspeter Müller-Drossaart: Der 56-Jährige hat ein Allerweltsgesicht und zeigt doch viele Seiten, ein Verwandlungskünstler und Sprachvirtuose, ein Doktor Jekyll und Mister Hyde der heimischen Schauspielkunst. Heute ist er ganz er selber. Beschwingt klettert der Obwaldner auf die alte Holzbühne im Kollegitheater Sarnen. Der Prospekt erstrahlt in frischem Glanz, so nennt man in der Fachsprache den gemalten Vorhang. «Hier begann ­alles», sagt er zu seiner Frau Franziska Drossaart van Dusseldorp, 44, und küsst im Scheinwerferlicht galant ihre Hand. Müller-Drossaart kommt in Sarnen im Innersten der Schweiz zur Welt. Er

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wächst in Erstfeld UR auf und kehrt mit zwölf Jahren ins Internat nach Sarnen zurück. Das Gymnasium besucht er aus eigenem Antrieb, was den Vater, einen Fliesenleger, und die Mutter, eine Hotelköchin, stolz macht. Die Erinnerung bringt seine Augen zum Leuchten. Brecht, Goldoni, Molière, Kleist – zweimal pro Jahr stehen die Schüler, die von Benediktiner-Mönchen unterrichtet werden, auf diesen Brettern, die die Welt bedeuten. «Ich wuchs in einem wortkargen Bergler­ milieu auf. Zu Hause wurde wenig gesprochen. ‹Wirsch de scho gsee … ›, lautete eine Allerweltsantwort. Die Schauspielerei war für mich eine Be­freiung ins Reich der Worte.» Die Flucht macht ihn glücklich. Er spielt sich in «Lüthi und Blanc», «Brandnacht», «Grounding», «Die Herbstzeit­ losen», «Sternenberg», «Marmorera», «Nordwand» und «Sennentuntschi» in die Herzen seiner Fans. Und findet im Theater am Neumarkt in Zürich seine grosse Liebe. Kostümbildnerin Franziska Drossaart van Dusseldorp schickt ihrem Idol einen Brief. Fast ein Jahr lang bleibt

«Irgendwie steckt in jedem von uns ein Stück Dällebach Kari» er unbeantwortet. «Ich konnte ja nicht ahnen, dass es sich nicht um eine alte Dame handelt», verrät Müller-Drossaart schmunzelnd. Schon beim ersten Treffen funkt es. Der Schauspieler lässt sich scheiden, heiratet die Schweizerin mit holländischen Wurzeln und ergänzt seinen Nachnamen, «um den Müller etwas exotischer aussehen zu lassen». Seit neun Jahren lebt das Paar mit den Kindern Daphne, 11, und Livius, 6, in einer «Villa Kunterbunt» mit grossem Garten in Dietikon ZH. Jetzt erobert Hanspeter MüllerDrossaart an den Solothurner Filmtagen in Xavier Kollers Liebesdrama «Eine wen iig» die Leinwand. Schon die erste Szene


Elternhaus Hanspeter Müller-Drossaart liebt die Kraft seiner Urschweizer Heimat Sarnen.

Uife, aabe! Wiedersehen mit dem Landsgemeindeplatz auf Burg Landenberg ob Sarnen. des Dällebach-Remakes rührt zu Tränen: «Für so einen ist das Leben nicht gemacht», sagt der Pfarrer. Mit einer Hasenscharte wird Kari, das jüngstes von acht Kindern, in eine mausarme Bauernfamilie hineingeboren. Der Vater ist gerade dabei, das Baby im Brunnen zu ertränken. 1970 wurde das Leben des Karl Tellenbach (1877–1931) ein erstes Mal von Regisseur Kurt Früh mit Walo Lüönd in der Titelrolle verfilmt und von Mani Matter besungen. Mit seiner Schlagfertigkeit lenkte Dällebach von der Tragik ab, die ihn zeitlebens umgab. Die Liebe zur Bürgerstochter Annemarie Geiser scheiterte am Standesdünkel. In Xavier Kollers Neuauflage wird die aussichtslose Verbindung in Rückblenden erzählt. Müller-Drossaart lebt die Figur des alten, an Magenkrebs erkrankten Kari mit Haut und Haar, Hasenscharte und Näseln. Grandios mimt er dessen Zerrissenheit und zeigt, wie der arme Teufel dem falschen Freund Alkohol aufsitzt. Kari beendet sein Leben mit einem Sprung von der Kornhausbrücke – und wird zur Schweizer Legende. MüllerDrossaart hat den «truurige Chutz» schon

auf der Musical-Bühne verkörpert. «Die Doppelrolle ist ein Glücksfall. Irgendwie steckt in jedem von uns ein Stück Dällebach Kari.» Auch der Vater des Schauspielers erzählte einst, wenn er gut gelaunt war, Dällebach-Witze. Im ersten Stock des Restaurants Jordan in Sarnen kam Hans­ peter Müller am 21. September 1955 zur Welt. Bei einem Poulet im Chörbli gibt er jetzt in der Gaststube eine kleine Kostprobe. Alle lachen. Müller-Drossaart wird oft von Fremden angesprochen. Nichts

Überhebliches, Elitäres haftet ihm an. Blitzschnell kann sich das Dialektgenie in Situationen hineinversetzen. Mit seinem dritten Mundart-Programm «Menu 3» feiert er Mitte Februar Premiere. Weil man sich an den Kari-Witzen kaum satthören kann, gibt Müller-Drossaart noch einen zum Besten. Beim Dessert und einem Kafi Schnaps: «Dr Kari chunnt um Mitternacht mit em Velo d Nydeggbrügg abe z fahre. Do möögget vo wit vore ä Tschugger: ‹Haut, Kari, ke Liecht!› Dr Kari rüeft zrügg: ‹Achtung, ke Bräms!›» 

Film- & Bühnenreif

«Eine wen iig, dr Dällebach Kari» von Xavier Koller («Reise der Hoffnung») eröffnet die 47. Solothurner Filmtage (19. bis 26. 1.). Müller-Drossaart spielt den alten Dällebach (links), Nils Althaus den jungen Kari, Carla Juri seine grosse Liebe Anne­ marie. Am 15. 2. feiert Müller-Drossaart mit seinem 3. Solo-Abend im Casinotheater Winterthur Premiere. In «Menu 3» erzählt er die skurrilen Begegnungen von Ober­ kellner Hansueli Schlussmann mit seinen nächtlichen Traumgestalten. schweizer illustrierte

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hommage

Ali

Er kam von ganz unten. Und tänzelte als Cassius Clay auf den Box-Olymp. Als Muhammad ali wurde er zur Kultfigur. Am 17. Januar wird «der Grösste aller Zeiten» 70 Jahre alt. Die Hommage in Bildern. Mit einem Text von Mario Widmer.

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Foto Neil Leifer /Sports Illustrated/Getty Images

«Komm hoch, du Penner!» Am 25. Mai 1965 schlägt Muhammad Ali in Lewiston, Maine, seinen Kontrahenten Sonny Liston k. o. Als sich dieser nicht mehr regt, schreit Ali ihn wutentbrannt an: «Get up, you bum!»


hommage

Grossmaul mit Biss Ali provoziert und demütigt seine Gegner. Während der Kämpfe lässt er seine Arme gerne neben den Hüften hängen, anstatt sich zu decken. Fans und Kontrahenten verblüfft er mit seinen tänzerischen Beinkombinationen, «Ali Shuffle» genannt. Bild links: Am 14. November 1966 bejubelt Ali in Houston seinen Sieg gegen Cleveland Williams.

«Schwebe wie ein Schmetterling, stich wie eine Biene» Fotos Neil Leifer /Sports Illustrated/Getty Images

Kampfmotto von Muhammad Ali u 61 Profikämpfe bestreitet Muhammad Ali während seiner Laufbahn, 56 davon ge­ winnt er, 37 davon durch K. O. Dreimal erkämpft er sich den Titel des Schwer­ gewichts-Weltmeisters. 1967 wird ihm der Titel aberkannt, weil er sich weigert, den Wehrdienst anzutreten. Sport­geschichte schreiben vor allem drei seiner Kämpfe: der Titelkampf 1971 («Fight of the Century») gegen Joe Frazier, der Ali als Erster

überhaupt besiegen kann. Weltweite Beach­ tung findet 1974 der Kampf gegen George Foreman («Rumble in the Jungle») in Kinshasa, den Ali durch K. O. gewinnt. Sein insgesamt dritter Kampf gegen Frazier in Manila 1975 («Thrilla in Manila») gilt bis heute als einer der besten Schwer­ gewichtskämpfe. Ali siegt, weil Fraziers Augen zugeschwollen sind und sein Trainer das Handtuch wirft. schweizer illustrierte

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Legendäre Rivalität Jahrelang bekriegen sich Joe Frazier und Muhammad Ali (l.) im und neben dem Ring. Erst im Alter ver­söhnen sich die beiden. An Fraziers Beerdigung im November 2011 (Bild links) nennt Ali seinen einstigen Gegner einen «grossen Champion».

«Cassius Clay ist ein Sklavenname. Ich weigere mich, ihn zu tragen. Mein Name ist nun Muhammad Ali» u Muhammad Ali kam am 17. Januar 1942 als Cassius Marcellus Clay Jr. zur Welt. Seinen Namen ändert er 1964 mit dem Beitritt in die religiöse Organisation Nation of Islam von Malcolm X. Danach kämpft Ali gegen den Vietnamkrieg, unter­ stützt die Emanzipationsbewegung der Afroamerikaner und verweigert den Wehr­ dienst. Dafür entzieht man ihm die Box­

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lizenz, weswegen er drei Jahre nicht boxen darf. Mit seinen vier Frauen hat Ali sieben Kinder, dazu kommen zwei aussereheliche. Nach seiner Karriere diagnostizieren die Ärzte bei Muhammad Ali 1984 das Parkinson-Syndrom. Geistig davon kaum beeinträchtigt, setzt er sich nach wie vor für den interreligiösen Dialog und wohl­ tätige Zwecke ein.

Fotos Neil Leifer/Sports Illustrated/Getty Images, Walter Iooss Jr./Sports Illustrated/Getty Images, Jessica Kourkounis/NYT/Redux/laif

hommage


Der Grรถsste aller Zeiten gibt nicht auf Muhammad Ali am Sandsack in seinem speziell errichteten Sportstudio in Berrien Springs, Michigan.


hommage

Von Mario Widmer Der frühere Sportchef und Chefreporter schrieb 34 Jahre lang für «Blick» und «SonntagsBlick».

Happy Birthday, Champ!

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Fotos Geri Born, Siegfried Kuhn

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nd plötzlich ist der Grösste, vollständig begriffen, was er selber ist, lud er mich in seine bescheidene BehauSchönste 70 Jahre alt. Happy war, was Mache. Er hat ein unglaubliches sung an der South Shore ein. Seine zweiBirthday, Champ, an diesem Charisma, das er auch hätte missbrau- te Frau Belinda Boyd, eine Karate-Meis17. Januar 2012, Happy Birthday, chen können, wenn er jemals wirklich terin, die sich bereits Khalila nannte, begriffen hätte, wie sehr er Menschen servierte süssen Tee. Dabei auch Bruder ­Muhammad Ali. Rahman und ein paar finster blickende Gar nicht so einfach, dem Mann mit manipulieren konnte. Ich war ihm sehr ferne, wenn er ­seine Leute von der Nation of Islam, die Ali ein paar Worten gerecht zu werden. Denn jedes Klischee, jede Phrase wäre Gegner im Ring dank seinen physischen jetzt im Griff hatten. eine Beleidigung für ihn. Er hat wirklich Fähigkeiten quälte, erniedrigte. Wie die Natürlich war ich auch dabei, eine besondere Würdigung verdient. Sonny Listons, Ernie Terrells, Big Cat Wil- als Muhammad Ali in Zürich um viel Gewiss ist dies: Der Sport dieser Welt liams und natürlich Joe Frazier und sogar Geld betrogen wurde (gegen Jürgen Blin war vor ihm anders, er hat fast im Allein- George Foreman. Er hatte so überlegene 1971), er war mir deswegen nicht einmal gang den Sport verändert. Qualitäten, dass viele seiner Kämpfe böse. Am nächsten war ich Muhammad Ali Es gab nie einen besseren nicht Wettkampf waren, sondern schiere im späten September 1975 im Manila ­Athleten als Muhammad Ali. Er war Abstrafungen. Ich war ihm sehr nahe, als es ihm Hotel vor seinem dritten Fight gegen Joe 1,92 Meter gross mit einem Idealgewicht von 100 Kilo, und er bewegte diese zwei schlechter ging. Er seine Lizenz verlor, Frazier, den Ali gewann und der beide Zentner mit der Eleganz und der Boxer die Gesundheit kosten Behändigkeit eines Nurejews. sollte. Sein engster Freund, Hofnarr Ein deutscher Amateur-­ und Motivator Drew Bundini Boxer, der bei verschiedenen AliBrown, ein Jude, dichtete dazu Fights als grosser Fan präsent war, kam mit einem echten Leoein Wort: «Schwebe wie ein parden-Mantel an. Erklärte, er Schmetterling, stich wie eine Biene.» habe das Ding günstig mit seinem Zu erwähnen, dass Drew letzten Geld gekauft, wolle den Bundini Brown ein Jude war, ist Mantel jetzt Ali verkaufen. Ob ich wichtig. Alis Vater Cassius Clay ihm helfen könne. senior sagte von sich, dass sein Wir wurden zu Ali in seine Suite gebracht. Er lag mit dem Talent als Klavierspieler und ­Maler seine Religion sei, Alis Kindermädchen der Familie, Mutter, Odessa Clay, war eine Veronica Porche, im Bett. Sie natürlich bis zum Hals zugedeckt. tiefgläubige Baptistin mit iri- Nah dran Mario Widmer (r.) mit Ali 1967 in Houston, Texas. Sie mochte den Mantel. Als schen Grossgrosseltern, er selber wurde durch seinen Bruder Rahman weil er erst den Draft in die US-Armee ich Ali fragte, ob sie den Mantel nicht Muslim, auch, um nicht in den Krieg wegen Schreib- und Leseproblemen nicht doch schnell probieren wolle, fand er ­ziehen zu müssen. Sein Trainer Angelo schaffte, dann den Schritt nach vorne bei dies gar nicht lustig. Veronica wurde später Alis dritte Dundee hatte italienisch-katholische, der zweiten Aushebung aus Gewissenssein Leibarzt Ferdie Pacheco spanisch- gründen nicht tat. Dazu ­sagte: «Ich wer- Frau, gebar 1977 mit Laila auch jenes kubanische Wurzeln. Ali war immer de nicht nach Vietnam gehen. Kein Viet- Töchterchen, das Box-Weltmeisterin einem ganzen Strauss von religiösen cong hat mich jemals Nigger geschimpft, werden sollte. Und Ferdie Pacheco, der Einflüssen ausgesetzt, doch er verstand ich habe keinen Zoff mit denen.» spanische Doktor aus Ybor City bei Tames, ganz gut damit zu leben. Finanziell ging es ihm damals pa, riet Ali schon in den späten 70er-JahVor Cassius Clay verdienten die gros- nicht gut, die 10 000 Dollar Honorar, die ren, mit dem Boxen aufzuhören, da seisen Stars des bezahlten Sports bessere er als «Blick»-Kolumnist bekam, muss- ne Reflexe sich verschlechtert hätten. Erdnüsschen, nach dem Star der Stars ten wir im April 1968 gemeinsam einen Ali hörte nicht auf Pacheco. Hat unkassierten die Superstars Millionen bis ganzen Nachmittag in Chicago in Por­ gefähr zehn Kinder. Erkrankte an Parfast Milliarden in ihren Karrieren. Ob das tionen zu 1000 Dollar mit Traveller- kinson. Lebt heute mit seiner vierten eine gute oder schlechte Entwicklung Checks auf den Banken einsammeln. Nix Frau Lonnie Ali in Scottsdale, Arizona. war, ist nicht die Frage. Muhammad Ali VIP-Behandlung. Ali sollte und würde Hat für sein Leben, seine Karriere, seine instrumentalisierte die Medien zur Ver­ mit mir darüber schreiben, wie sein vielen karitativen Einsätze, seine Bemüänderung der Welt ins Zeitalter der Sparringpartner Jimmy Ellis in Oakland, hungen um Ausgleich zwischen den RasUnterhaltung. Auch dank Typen wie mir. Kalifornien, seinen Weltmeistertitel sen und Religionen und für vieles andeIch begleitete Ali durch seine Zeit, gegen Jerry Quarry gewann. re, was ihm angedichtet wurde, zahllose manchmal war ich im sehr nahe, manchAls wir die 10 000 Dollar zusammen- Medaillen, Ehrungen bekommen. mal sehr fern. Ich habe bis heute nicht hatten, nicht verhaftet worden waren, Happy Birthday, Champ!


notabene

Ein bitterer «Sieg» Helmut Hubacher

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Foto Heiner H. Schmitt

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as gab es bei der SchweiSeit über einem Jahr attackiert zerischen Nationalbank Blocher Hildebrand. Dessen Politik passt noch nie. Ihr Direktionsder SVP nicht. Hildebrand verlangte von präsident Philipp HildeUBS und Credit Suisse harte Auflagen. brand musste wegen DeVor allem mehr Eigenkapital. Für die ausvisengeschäften seiner ser Rand und Band geratenen Finanzmärkte brauche es mehr Regulierung. Frau zurücktreten. Sie Da war er auch international aktiv. Mehr wechselte am 15. 8. 2010 Franken in über 500 000 Dollar. Und erzielte dann staatliche Kontrolle ist genau das, wogeeinen Gewinn von 75 000 Franken. gen Blocher allergisch ist. Ein schöneres Unter Beschuss geriet ihr Mann. Der Geschenk als Hildebrands Bankunter­ Notenbankchef habe sein Insider­lagen konnte sich Blocher gar nicht wünwissen für persönliche Vorteile aus­ schen. Damit kann man Politik machen. genützt. Das verstosse gegen Anstand Fachlich zeigte der Notenbankchef kaum und Moral. Schwächen. Dafür ist er einfach zu gut gewesen. Mit einem internationalen ReRechtlich wäre Hildebrand aus nommee, wie es nur Ausnahmekönner dem Schneider gewesen. Das vom Bankhaben. Dagegen prallte Blochers Kritik rat erlassene Reglement verbietet dem ab. Der Datendieb hat die Spielregeln Direktionspräsidenten Devisengeschäfauf den Kopf gestellt. Nun stimmte die te nicht. Da liegt der Hund begraben. «Es ist keine Bosheit Der Bankrat als Aufsichtsbehörde hätte ausgelassen und mit SVP-Spitze die Verleumdungsarie an. So das längst ändern können. Zum Beispiel funktioniert halt Politik. mit der Verfügung, Devisengeschäfte keiner Beleidigung Hildebrand reagierte widerseien allen drei Mitgliedern des Direkto- gespart worden» sprüchlich. Er habe vom Devisen­ riums untersagt. Punkt. geschäft seiner Frau nichts gewusst. Später hat er das korrigiert. Auf eine Ich denke an eine Regelung wie beispiellose Art. Hildebrand stellte alle für den Bundesrat. Wer gewählt ist, hat Auflagen zu akzeptieren. Nello Celio musste alle 67 Verwal- Dokumente ins Internet. Und belastete sich damit selbst. tungsratsmandate abgeben. Kaspar Villiger überschrieb Indem auskam, dass er zwar das Devisengeschäft nicht in seinen ­Firmenanteil dem Bruder. Christoph Blocher übergab Auftrag gab, aber es billigte. Dafür entschuldigte er sich die Ems-Chemie AG der Tochter. Damit werden Interessen­ öffentlich. konflikte vermieden. Meines Wissens gab es denn auch kaum Die «Weltwoche» weiss das besser. Ihre Darstellung: je Probleme, geschweige denn einen Rücktritt. «Es gibt keinen Zweifel: Nicht Hildebrands Frau steckt hinter Wie sind die Privatgeschäfte der Hildebrands über- der Transaktion. Der Spekulant ist Hildebrand.» Er sei ein haupt publik geworden? Das ist eine dubiose Geschichte. «Lügner», «Vertuscher», «Währungsspekulant», «Gauner». Es Philipp Hildebrand ist Kunde bei der Bank Sarasin in Basel. ist keine Bosheit ausgelassen und mit keiner Beleidigung Ein Angestellter, nebenbei SVP-Mitglied, klaute seine Daten. ­gespart worden. Und übergab sie einem Anwalt. Er ist SVP-Kantonsrat. Der Für die SVP ist das Bankgeheimnis sakrosankt. Sie informierte Christoph Blocher. Zudem bediente er die SVP- wollte es sogar in der Bundesverfassung festgeschrieben nahe «Weltwoche» mit den Unterlagen. ­haben. Ausgerechnet diese Partei verbündet sich mit einem Für Steuerflüchtlinge, die ihren Fiskus betrügen wol- Datendieb, um Hildebrand zu killen. Mit einem, gegen den eine len, musste das Bankgeheimnis aufgegeben werden. Der in- Strafuntersuchung läuft. Wegen Verletzung des Bankgeheimternationale Druck war zu stark geworden. Im Nachgang räu- nisses. Das ist doch eine ziemlich schäbige Art. men die USA und andere Staaten auf dem Finanzplatz Schweiz Devisengeschäfte gehören nicht ins Direktorium der auf. Es gibt Banker, die reisen nicht mehr in die USA. Zum Bei- Nationalbank. Das hat Hildebrand eingesehen. Eine zweite spiel Konrad Hummler, Bank Wegelin, St. Gallen. Aus Angst, Chance für ihn gabs nicht. Um die Glaubwürdigkeit der Nationalbank wiederherzustellen, trat er ab. Mit Stil und verhaftet zu werden. Für das schweizerische Bankgeschäft bleibt das Grösse. Aufrecht und nicht als «Gauner». Schade, das hätte  Bankgeheimnis. Wer es verletzt, macht sich strafbar. Wer dazu nicht sein müssen. anstiftet, ebenfalls. Wasserdicht ist es nicht. In der Bank Sarasin hätten, hört man auf Umwegen, zehn bis zwölf Leute Helmut Hubacher, 85, ehemaliger SP-Präsident vom Hildebrand-Konto gewusst. und Buchautor


Shopping

top ten der Woche

Hair & Make-up Angela Kaeser mit Produkten von Kevin.Murphy. Model Barbara H. @ Time

Gut im Strumpf u Im 14. und 15. Jahrhundert haben ausschliesslich Männer Strumpfhosen getragen – und dies auch nur in ­wohl­habenden Kreisen. Der grosse Durchbruch ist erst in den 60er-Jahren ge­lungen, und zwar mit der Weiter­entwicklung der Textilmaschinerie und der Herstellung der ersten Feinstrumpf­hosen. Heute sind Strumpf­ hosen in vielen Varia­tionen erhältlich – von transparent bis blickdicht, gepunktet, mit Spitze und in Knallfarben. Eine Stolperfalle bleibt: Mode-Profis kombinieren bunte Strumpfhosen stilsicher zu farbenfrohen Outfits. Anfänger sollten sich bei knalligen Strumpfhosen lieber für ein dezentes Outfit entscheiden.

Redaktion nina lienhard Fotos geri born Styling melanie albisser

Verspielt Hüftgürtel Agent Provocateur. u CHF 235.– Rock in Schwarz und Nude, American Apparel. u je CHF 108.– Strumpfhosen H & M (solange Vorrat). u CHF 12.90 Schuhe, Melissa, Monadico. u CHF 229.– Kommode (Unikat) von Pourtoujours, Zürich. www.pourtoujours.ch u CHF 690.– schweizer illustrierte

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«Dank Strumpfhosen warm und stilsicher durch die kalte Jahreszeit» Gemütlich Pullover New Yorker. u CHF 44.95 Strumpfhosen, Hudson, Coop City. u CHF 24.– ­Sandalen-Stilettos, Chloé, Brunello. u CHF 898.– Lampe Kare. www.kare-­design.com u CHF 49.– Kommode Pourtoujours. u CHF 690.–

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Schillernd Bodybluse, Dress Gallery, Glam. u CHF 230.– Strumpfhosen (rechtes Bein) Falke. u CHF 32.– Strumpfhose (linkes Bein), Trasparenze, BIG. u CHF 25.– Krug, IB Laursen, Pourtoujours. u CHF 36.–

Wild Kleid Karen Millen. u CHF 445.– Strumpfhosen Fogal. u CHF 59.– Söckchen Wolford. u CHF 110.– Pumps Max Shoes. u CHF 99.90 Sessel Ektorp und Kissen, Ikea. www.ikea.com u CHF 299.–, ab 19.95

Spitze Jupe, Étoile Isabel Marant, BIG. u CHF 429.– Rechts: Strumpfhose, Dim, Coop City. u CHF 19.90 Links: Strumpfhose, Avant Première, Manor. u CHF 14.90 Schuhe, Yves Saint Laurent, Lovers Lane. u CHF 619.–

Femme fatale Bluse American Apparel. u CHF 85.– Nudefarbene Pantys, Manor. u CHF 39.90 Schwarzer Miederslip, Agent Provocateur. u CHF 230.– Stayups Wolford. u CHF 65.– Pumps Max Shoes. u CHF 79.90 Schirm Glam. u CHF 150.– Stuhl (Unikat) Pourtoujours. u CHF 580.– schweizer illustrierte

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Objekt der bEGIERDE

Beutel für die Zukunft u Das Symbol der 1933 gegründeten Marke Lacoste, das Krokodil, ziert Kleider, Schuhe, Parfum, Brillen, Uhren, Schirme und Lederwaren. Lacostes neuer Creative Director Felipe Oliveira Baptista geht allerdings sehr subtil damit um und erntete für seine Kollektionen Frühjahr/Sommer 2012 viel Lob. Die Entwürfe sind futuristisch und urban. Genauso wie die Tasche namens Cathy: luxu­ riös, funktional, mit einer Prise RockChic – perfekt für den Alltag eines Citygirls. Bei uns gibt es sie in der uni Version, im Ausland auch in andern Varianten. Der Bag ist eine gute Investition, wird er doch wie damals das Poloshirt von Firmengründer und Tennisspieler René Lacoste seine Relevanz lange behalten. Denn er wirkt, als würde man ihn 2020 noch immer mögen. Beatrice Schönhaus

online-tipp

www.lemon-and-mint.com u Der Online-Shop Lemon & Mint funktioniert wie ein Concept-Store: Eine handverlesene Auswahl an Pro­ dukten aus aller Welt überzeugt durch Individualität und Kreativität. Unter den Rubriken «Beauty», «Fun» oder «Must Have» findet man ein ständig wechselndes Sortiment. Zu den Kassen­

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schlagern in diesem Winter zählen die «Touchies»: Handschuhe mit Finger­ kuppen aus wärmeleitendem Material, das die Bedienung von TouchscreenHandys ermöglicht. nina lienhard mehr online-tipps: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus, HO

Prunkstück Bag Cathy aus der neuen Kollektion von Lacoste: aus echtem Leder, zukunftstauglich. Fachhandel. www.lacoste.com u ab CHF 700.–


Shopping top ten der Woc he

Speck weg!

Laufsteg

So was bleibt

Sportlich ins neue Jahr u Nach der Schlemmerei in der Weihnachtszeit lässt viele das schlechte Gewissen nicht mehr los – und der Vorsatz fürs neue Jahr ist gefasst: Überflüssige Kilos müssen weg! Für viele ist der Gang ins Fitness-­ Studio oder zur wöchentlichen PilatesStunde eine Hürde, dazu wäre meist (zu) viel Überwindung nötig. Sport­ muffeln mit Startschwierigkeiten bietet der Fitnesstrend Newmoove einen guten Einstieg: So stellt sich jeder Benutzer ganz einfach sein persönliches Fitness-Programm mit Kursen wie Six-Pack-Drill oder Power-Yoga online zu­sammen, was zum gewünschten Trainingserfolg führen soll. Die Videos können zu Hause abgespielt werden – so oft und wann immer man will (Infos unter www.newmoove.com).

nina lienhard

Modisch Double-Layer-Top Easytone für Training und Alltag von Reebok. www.reebok.com u CHF 110.–

Knallig Sporttasche mit kurzem und langem Henkel von Topshop. www.topshop.ch u ca. CHF 50.–

Praktisch Trailmate von Timex liefert Angaben zu Geschwindigkeit und Distanz. www.timex.com u CHF 119.90

Durstlöscher Trinkflasche Traveller mit 0,6 Litern Inhalt von Sigg. www.sigg.com u CHF 20.–

Innovativ Turnschuh Gel-Excel 33 von Asics sorgt für optimalen Laufkomfort. www.asics.com u CHF 200.–

70er reloaded Und äusserst spannend. Wie das Londoner Girl beweist.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Paul Seewer, iMaxtree, HO

Beatrice Schönhaus, Ressortleitung Shopping, freut sich auf die neue Saison. u Ein Schlapphut aus gewalkter Wolle, wie ihn schon Topmodel und Muse Veruschka von Lehndorff trug (das neuste Buch über sie, «Veruschka. Mein Leben», ist soeben bei DuMont in Köln erschienen). Ein grosser Modeschmuck, in Neudeutsch Statement-Jewelry. Eine capeähnliche Jacke und ein Shopper im Chanel-Stil: Die Siebziger sind noch länger hip. Was das Girl aus London auf dem Bild stilsicher beweist. Wir LifestyleMenschen sind ja schon viel weiter, befassen uns mit den nächsten Saisons. Möchten aber anhand dieses Frühlingsvorboten zeigen, wie schön die neu gemixten Siebziger aussehen! Beatrice schönhaus

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Orange Lippenstift Nr. 316 von Shiseido, Fachhandel. u CHF 41.–

Wasserfarben Palette Les Aqua Nr. 12 von Guerlain. Fachhandel, z. B. Marionnaud. u CHF 76.90

Frühlingshaft Nagellack May aus der Trilogie von Chanel. Fachhandel. u CHF 35.–. Blume: Blumen Kenner, Zürich.

Bunt Palette mit fünf Lidschatten aus der Garden Edition. Dior. Fachhandel, ab Februar. u CHF 90.–

Irisierend Nagellack Diamond Life von Nars, ab Feb. Osswald Zürich, Fachhandel. u CHF 32.–

Meerblau Nagellack Topaz Teal von Estée Lauder. Fachhandel. u CHF 34.–

Glanzvoll Lipgloss Prodigé in Papaya von Clarins. Fachhandel. u ca. CHF 30.–

Bonbonfarben LipShine-Set von Benefit, Globus. Solange Vorrat. 6 Stk. u CHF 48.–

Duft dazu So hooked on Carmella. Benefit bei Globus, solange Vorrat. u ca. CHF 57.70

Frische Farben

u Für Frühlingsgefühle ist es noch ein bisschen kalt, zugegeben. Aber da in den Boutiquen teilweise bereits Vor­ boten der neuen Saison hängen, kriegt man Lust, mitten im Winter in Ge­ danken ein bisschen in die Frische des Frühjahrs einzutauchen. Eines der ganz grossen Themen: Pastellfarben. Von Mimosengelb über Flieder bis hin zu allen Blautönen des Meeres: Herrlich weiblich und herrlich poetisch sind sie, die neuen Farben der Mode. Da kann man sich schon mal vorstellen, im zartrosa Flatterkleidchen im Strassen­

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café zu sitzen, mit in Lila getauchten Nägeln und einem Hauch von lachsrosé Gloss auf den Lippen. Dazu einen Milchshake oder Smoothie in Vanille zu geniessen, ein bisschen zu flirten und sich einfach wieder so richtig lebendig zu fühlen. Natürlich gehört zu zarten Frühlingsgefühlen auch ein neuer Duft. Dafür müssen wir uns zwar noch etwas gedulden, bis die Neuheiten auf den Markt kommen. Aber ein Hauch eines Benefit-Parfums lässt uns die kommen­ de Jahreszeit schon mal ganz gut er­ahnen. beatrice schönhaus

Duft zum Girl

u Die amerikanische Sängerin und Schauspielerin Taylor Swift, 22, hat ihren ersten Duft, Wonderstruck, lanciert, ein tolles Mitbringsel aus den USA (zu haben z. B. bei Macy’s).

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, HO, babiradpcture/Fam-UK

Ganz andere Töne

star-geflüster


Shopping Glamouröses Ambiente an der Zürcher Bahnhofstrasse 38. Infos Tel. 044 - 211 45 15.

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Lieblinge der redaktion

Romantisch Foulard «Portofino» aus reiner Seide. u CHF 350.–

Rustikal Gestrickter Cardigan «Bali» aus reinem Kaschmir. u CHF 1550.– Fogal, Zürich

Neue Masche u Hört

man den Namen Fogal, denkt man von New York über Paris bis Tokio sofort an Strümpfe. Kein Wunder, denn als Léon Fogal 1923 in Zürich sein erstes Strumpfgeschäft eröffnete, standen die Damen Schlange, um sich einen kostbaren Nylonstrumpf zu ergattern. Und nur allzu oft waren die kostbaren Accessoires ausverkauft. 2009 übernahm Philippe Gaydoul das Steuer. Seit Kurzem setzt man im Schweizer Traditionsunternehmen neben den klassischen

Modisch Cardigan «Bali» in Dip-dyed-Optik aus reinem Kaschmir. u CHF 795.–

Strumpfhosen in allen Farben ganz neu auf luxuriösen Strick – und das frisch umgebaute Geschäft an der Zürcher Bahnhofstrasse bietet dafür den idealen, glamourösen Rahmen. ursula borer Öffnungszeiten Mo–Fr 9.30–19 Uhr, Sa 9–17 Uhr, www.fogal.com

Knallig Kaschmir-­ Pullover «San Mateo» mit Rundausschnitt gibts in diversen Farben. u CHF 540.–

weitere shops im shopping-guide: www.schweizer-illustrierte.ch

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, dick Vredenbregt, HO

Design-Objekt

Schöner träumen

Traum aus Seide und Spitze Die Schlafmasken von Sisu Mask. www.sisu-mask.com u CHF 129.–

u Ihr Name? Fleurette de Nerac. Die Edel-Schlafmasken Sisu Mask mit Adelsnamen lassen uns im wahrsten Sinne träumen – etwa von einem Prinzessinnen-Leben, das wir ausschliesslich in Seide, Samt und Spitze bestreiten. Die Masken werden von der Zürcher Designerin Susanne von Känel, 36, handgefertigt. Bei Grieder in der Dessous-Abteilung, in ausgesuchten Globus-Filialen und über www.sisu-mask.com.

Kristina Köhler

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kolumne

Alexandra Kruse, 33, Stylistin, ist abergläubisch.

Gern privat Der britisch-amerikanische Oscar-gekrönte Filmstar Rachel Weisz, 40, lebt trotz Starrummel privat ein leises Leben.

interview mit Rachel Weisz

«Ein Schauspieler ist ein Athlet» Rachel Weisz, Sie führen ein engagiertes Berufsleben mit dichtem Terminkalender. Wofür bleibt dennoch immer Zeit? Für meine «Lebens-Stimulanzien»: meine Familie, meinen Sohn und für Freunde und Freundinnen, mit denen ich mich stets rege austausche. Zeit finde ich auch für meine «Laster»: schwarze Schokolade, Grüntee und Rotwein. Und für Schönheits-Rituale? Ich würde am liebsten jeden Tag ein heisses Bad nehmen und genügend schlafen. Was sind Ihre Beauty-Lieblinge? Eine gute Pflege, etwa Revitalift Perfect Repair 10 und für einen ausgeglicheneren Teint die Perfect-Match-Founda­ tion, beides von L’Oréal Paris. Was ich zudem immer benütze: Mascara. Die verlängert meine Wimpern und macht meine Augen im Nu viel auffälliger. Gutes Aussehen ist ein Kapital in Ihrem Beruf. Was bedeutet Ihnen Schönheit?

Ein Schauspieler ist ein Athlet. Dein Körper ist dein Instrument, und du musst gut auf ihn achtgeben. Schönheit ist für mich eine Mixtur aus Selbst­ sicherheit, Verletzlichkeit und Imperfektion. So finde ich auch Dinge, die leicht aus dem Rahmen fallen, die nicht perfekt sind, reizvoller. Was eine Frau für mich besonders attraktiv macht? Offenheit. Freimütigkeit halte ich für eine besonders weibliche Eigenschaft. Haben Sie ein Vorbild? Charlotte Rampling. Warum sind Sie Schauspielerin ge­worden? Mir fiel nichts anderes ein! Seit dem College wollte ich Schauspielerin werden. Dennoch würde ich jedem raten, etwas anderes zu tun. Ich glaube, 98 Prozent aller Schauspieler haben keine Arbeit. Ich hatte echt ein riesiges Glück. Daran erinnere ich mich täglich. Redaktion Kristina Köhler

Rachel Weisz’ Lieblinge

Grüne Energie Bio-Matcha-Tee, Matcha Hikari, Pure Tea, über www.puretea.ch. u ab CHF 45.50

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Schwarzes Glück Extra dunkle ZartbitterSchokolade Suprême Noir, Frey. Migros. u CHF 2.50

Helle Freude Foundation Perfect Match in N4 Beige von L’Oréal Paris. u CHF 23.90

Sagen Sie mal, sind Sie abergläubisch? Ich persönlich bin ja der Typ, der seinen Partner noch zehn Minuten vor der theoretischen Fahrprüfung mit dem Lichtjuwel «Glück», einem Raumspray, das der jeweiligen Laune entsprechend eine Mischung passender ätherischer Öle verbreitet, besprüht. Der findet das in etwa so wirksam wie ein Kleeblatt in der Tasche, aber lässt mich meinen Talisman-Wahn komplett ausleben. Auch wenn es zur Folge hat, dass seine Familie mich schon für esoterisch hält. Nur weil ich in jedem Zimmer Regenbogen­ spiralen für besseres «Chi» aufgehängt habe. Aber auch sie akzeptieren meinen Wahn. Der sogar so weit reicht, dass ich mitten in der Nacht darauf bestehe, das komplett eingerichtete Babyzimmer wieder um-einzurichten. Weil ich die Vermutung hatte, die Möbel seien eventuell Formaldehyd-belastet. Das Ganze noch in Verbindung mit den Recherche-Kapazitäten einer Journalistin. Halleluja. Jedenfalls, die Möbel kamen raus. Und dass 2012 kein einfaches, aber spannendes Jahr voller Wandel sein wird – wie ich darauf komme? Das habe ich mit meinem neuen Tarotkarten-Set herausgefunden. Die einzelnen Karten sind von Karl Lagerfeld, Marc Jacobs, Vivienne Westwood, dem Schuhmacher Christian Louboutin, dem Fotografen Terry Richardson und andern Lifestyle-Göttern gestaltet. Wie war das noch mal: Ein Trend entsteht dann, wenn mehrere Menschen auf dem Planeten dasselbe denken? So ganz allein kann ich also nicht sein. Ob es wohl demnächst Kristallkugeln von Chanel gibt?

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer (Stills), Geri Born, HO, Todd Heisler / The New York Times

EsoHipster!


Check-up Dialog über Arthrose!

ft f i r ele t e b T zin i d e M

Der Arzt wartet in der Apotheke

Die Vorstellung ist gewöhnungsbedürftig: Man steht in der Apotheke und spricht mit einem Arzt. Auge in Auge, und dennoch ist er weit weg. Das neue Angebot Net-Care machts möglich. Text Christoph Baumgartner

M

an stelle sich Folgendes vor: Jeder Schritt wird zur Qual. Der Rücken schmerzt. Doch statt zum Arzt geht man in die Apotheke. Dort guckt man in eine Kamera, blickt auf einen Bildschirm: Man konsultiert den Doktor per Videokonferenz. Vergleichbar mit Skypen, also Telefonieren im Internet. Bei schweren Erkrankungen oder Leiden ist das keine Lösung. Aber wenns zwickt im Kreuz, bei Sodbrennen oder Blasenentzündung müsste man oft gar nicht zum überlasteten Hausarzt, um dort lange im Wartezimmer ausharren zu müssen, nur um endlich ein Rezept zu kriegen, das man dann in der Apotheke einlösen muss. Bis jetzt ging das nicht anders, weil nur Ärzte Diagnosen stellen und rezeptpflichtige Medikamente verschreiben dürfen. Deshalb ist ein Video-ArztTermin in der Apotheke eine echte Alternative. Auch für Personen, die keinen Hausarzt haben. Darum starten der schweizerische Apothekerverband Pharmasuisse, das Schweizer Zentrum für Telemedizin

Medgate und der Kranken- und Unfallversicherer Helsana am 19. Januar das Projekt Net-Care. «Wir bieten einen unkomplizierten Zugang zur medizinischen Erstversorgung», sagt Dominique Jordan, Präsident von Pharmasuisse, «der Apotheker steht wie bisher zur Verfügung, wenn es keinen Arzt braucht.» In der Startphase ist das Angebot auf Rückenschmerzen beschränkt und steht in rund hundert Top-Pharm-Apotheken in der Deutschschweiz zur Verfügung. Danach folgen hundert weitere Apotheken. Ab diesem Zeitpunkt untersucht der digitale Doktor nicht nur Rückenweh, sein Aufgabenbereich umfasst dann weitere Krankheiten. Insgesamt sind es zwanzig – alles häufige Beschwerden, die nicht unbedingt einen persönlichen Besuch beim Arzt erforderlich machen. Kostenpunkt: 15 Franken für das Angebot der Apotheker, 48 Franken für den Arzt auf dem Bildschirm plus das Medikament. Für Helsana-Kunden übernimmt die Kasse die Kosten. Mehr Informationen über das Pilotprojekt unter www.netcare-apotheke.ch

u DAVOS Wissenschafter des AO Forschungsinstitutes Davos suchen Arthrose-Patienten aus dem Raum Zürich, mit denen sie an vier ­Wochenendtagen im März über neuartige Therapien diskutieren können. Detaillierte Informationen dazu unter www.aofoundation.org

Brustkrebs durch Deos?

u GENF Genfer Forscher weisen nach, dass der Deo-Inhaltsstoff Aluminiumchlorid Brust­zellen schädigt. Das wirft die Frage auf, ob Deos mitverantwortlich für Brustkrebs sein könnten. Die Forscher kultivierten für die Studie Modelle menschlicher Brustzellen.

Gestörter Schlaf

u BERN Tagsüber müde und nachts

am Schnarchen? In der Schweiz sind etwa 150 000 Menschen von der Krankheit Schlafapnoe betroffen. Die nächtlichen Atemstillstände bedeuten Stress für den Körper. Machen Sie den Online-Risikotest unter www.schlafapnoe-test.ch

tipp

Zwei Portionen Milchprodukte pro Tag im Schulalter reduzieren laut «Nurses’ Health Study» das Diabetesrisiko um 38 %.

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Check-up Vorsorge

Höchste Zeit für einen Ge Unsere Autos bringen wir regelmässig zur Generalüberholung. Mit der Gesundheit gehen wir oft weniger sorgfältig um. Dabei ist eine gute Prävention besser, als einfach die Schäden zu re­parieren. Doch welche Untersuchungen sind neben etablierten Kontrollen wie denen beim Frauenarzt sinnvoll? Wann ist der beste Zeitpunkt dafür? Die wichtigsten Tests im Überblick. Text lisa merz

1. Gewicht ab Geburt

2. Herz-Kreislauf ab 40 Jahren

u Übergewicht schränkt nicht nur die Bewegung ein, sondern ist auch der Grund für zahlreiche Krankheiten wie Bluthochdruck, Diabetes oder erhöhtes Cholesterin. Experten empfehlen deshalb, den Body-Mass-Index (BMI) und den Bauch­umfang bereits bei Kindern regelmässig zu messen. Der BMI wird berechnet, indem man das Gewicht durch das Quadrat der Grösse (in Metern) teilt (kg/m2). Bei Frauen gilt ein Wert zwischen 19 und 24 als normal, bei Männern von 20 bis 25. Der Bauchumfang sollte bei Frauen idealerweise nicht mehr als 80 cm und bei Männern nicht mehr als 94 cm messen.

u Die vier B: Bauchumfang, Blutdruck, Blutfett (Cholesterin) und Blutzucker sind die wichtigsten Faktoren für ein gesundes Herz-Kreislauf-System. Ab 40 Jahren sollte es auf jeden Fall von einem Arzt untersucht werden. Denn Kreislaufkrankheiten sind in der Schweiz die häufigsten Erkrankungs- und Todes­ ursachen. Bei einem Check wird der Blutdruck gemessen und ein Belastungs-EKG erstellt. Ein normaler Blutdruck liegt unter 140 (oberer Wert) zu 90 (unterer Wert) mm Hg. Bei leichtem Bluthochdruck reichen meist schon Veränderungen des Lebensstils. Bei mässigem bis schwerem braucht man Medikamente.

3. Dickdarm ab 50 Jahren u Ab 50 sind regelmässige Darmspiegelungen absolut sinnvoll, da Darmkrebs eine sehr häufige Krebserkrankung ist. Die Darmspiegelung ist eine der wenigen Untersuchungen, bei der man Krebs sogar verhindern kann. Denn wenn der Arzt allfällige Polypen (Krebsvorstufen) entdeckt, kann er diese während der Untersuchung entfernen. Zur Darmkrebs-Früherkennung

gibt es auch die Möglichkeit der Stuhluntersuchung. Ist der Befund positiv, folgt eine Darmspiegelung. Aber Achtung: Ein negatives Ergebnis bedeutet nicht, dass man keinen Darmkrebs hat – denn eine 100-prozentige Sicherheit gibt es nie. Wenn in der Familie Fälle von Dickdarmkrebs bekannt sind, kann man auch schon ab 40 regelmässig zur Untersuchung.

4. Knochenbau ab 40 Jahren

5. Hören ab 50 Jahren

u Ab 30 Jahren beginnt der Abbau der Knochen. Ab 40 Jahren sollte man deshalb alle drei Jahre einen Osteoporose-Risikotest machen lassen. Bei dieser Krankheit werden die Knochen löchrig und instabil. Sie gilt noch immer als Frauenleiden, dabei sind zunehmend auch Männer betroffen. Die beste Vorsorge: Früh­ erkennung und eine ausgewogene Ernährung mit genügend Kalzium. Zudem braucht es zusätzlich die Einnahme von VitaminD-Präparaten (unter 60 Jahre 600 Einheiten pro Tag, über 60 Jahre 800 Einheiten pro Tag). Damit erleichtert man die Aufnahme von Kalzium und verbessert zugleich die Muskelkraft.

u Die beste Prävention gegen Hörschäden: ein guter Gehörschutz! Denn im schlimmsten Fall droht ein Tinnitus (ständiges Geräusch im Ohr). Auch mit zunehmendem Alter kann die Hörfähigkeit abnehmen. Hier hilft es, sich rechtzeitig um Hörhilfen zu kümmern, weil das den Verschlechterungs-­ Prozess verlangsamen kann. Ab 50 sollte das Gehör alle drei Jahre routinemässig getestet werden. Bei dem Hörtest wird ­gemessen, bei welcher Lautstärke verschieden hohe Töne wahrgenommen werden. Den Test kann man bei einem Ohrenarzt oder in einem Akustik-Fachgeschäft machen lassen.

6. Sehen ab 40 Jahren u Spätestens ab dem 40. Lebensjahr sollte man seine Augen alle drei Jahre vom Augenarzt kontrollieren lassen. Je nach familiärer Krankengeschichte schon früher. Bei einem Sehtest werden falls nötig Korrekturen ermittelt. Dank Brillen, Kontaktlinsen oder Lasereingriffen können die meisten Fehlsichtigkeiten behoben werden. Wichtig ist auch, den Augendruck messen zu

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lassen. Er ist ein Indikator für den grünen Star. Allgemein gilt: Wenn sich das Gesichtsfeld verändert, sofort zum Arzt! Um die Augen zu schonen, sollte man bei hoher Lichteinstrahlung (in den Bergen oder am Wasser) eine Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen. Das gilt ganz besonders für Kinder. Zudem tut eine vitaminreiche Ernährung auch den Augen gut.


sundheits-Check!

k n ch ec te l l o s Da s w is sen! Sie

Empfohlene Gesundheitstests Alter 20

30

40

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Körpergewicht, BMI und Bauchumfang einmal jährlich messen / berechnen Ab 20: eigene Werte der vier B kennen

Ab 40: Kontrolle der vier B (Herz-Check) jährlich durchführen Ab 50: regelmässig Darmspiegelungen

80+ Gewicht und Bauchumfang Herz und Kreislauf

Hilfe im internet

Darm Ab 40: Osteoporose-Risikotest alle drei Jahre Knochenbau Ab 50: Gehör alle drei Jahre testen

Hören

Ab 40: Augendruck alle zwei Jahre messen Sehen Risikopatienten (mehr als 50 Muttermale) sollten jährlich zur Kontrolle SI Grafik

Haut Generell gilt: Bei Auffälligkeiten sofort zum Arzt

7. Haut ab Geburt u In der Schweiz erkranken so viele Menschen an Hautkrebs wie sonst nirgends in Europa: Jährlich sind es 15 000. Der Grund ist das zunehmende Alter und vermutlich auch die Höhenlage der Schweiz. Zu den Risikopatienten gehören Menschen mit mehr als fünfzig Muttermalen und solche mit heller Haut, rotblonden Haaren, blauen Augen und Sommersprossen. Auch Mela-

nome in der Familie gehören dazu. Risikopatienten sollten jährlich zur Kontrolle beim Dermatologen. Für alle anderen gilt, die Muttermale nach der ABCD-Regel zu beobachten: Asymmetrie, Begrenzung, Color (Farbe) und Dynamik. Für Menschen mit mehr als hundert Muttermalen gibt es auch die Möglichkeit der digitalen Fotodokumentation beim Dermatologen.

Knochenbau  Um sein Osteoporose-­ Risiko zu ermitteln, kann man einen Test auf www.osteoswiss.ch ausfüllen. Auf der gleichen Seite kann man auch seine KalziumBilanz berechnen. Herz und Kreislauf  Ermitteln Sie Ihr Risiko für Herz- und KreislaufErkrankungen auf www.swissheart.ch/risikotest BMI  Berechnen Sie Ihren Wert auf www.diabetesernaehrung.ch Mehr Infos zum Thema unter  www.womenshealth.ch  www.krebsliga.ch  www.pro-audito.ch


Check-up

«Männer, nehmt Symptome ernst!» Was passiert während eines Checks? Und was ist dabei besonders wichtig? Dr. Marlene Jelonek berät jeden Tag Menschen und gibt ihnen Tipps, welches die beste Vorsorge ist.

F

rau Dr. Jelonek, warum braucht es überhaupt einen Check? Weil Vorsorge besser ist, als Krankheiten zu behandeln. Ich merke auch, dass immer mehr Leute einen Check wünschen. Man ist generell gesundheitsbewusster geworden. Meinen Sie damit vor allem die Frauen? Es stimmt, Frauen sind an regel­ mässige gynäkologische Kontrollen gewöhnt und achten meist mehr auf ihre Gesundheit. Aber gerade Männer, die nie zum Arzt gehen, haben ab 40 Jahren oft den Wunsch eine Gene­ raluntersuchung machen zu lassen.

Foto HO

TV-Tipp

Samstag, 21. Januar, 18.10 Uhr

Was müssen Männer beachten? Sie müssen lernen, auf ihren Körper zu hören. Viele schlucken den Schmerz runter und merken nicht, dass etwas nicht stimmt. Das führt manchmal dazu, dass Krankheiten wie Herz­ infarkte unerwartet auftreten können. Was genau geschieht bei einem Check? Bei uns wird der Klient ausführlich befragt und untersucht. Danach wer­ den alle nötigen Tests gemacht. Bei einem zweiten Termin bespreche ich die Ergebnisse. Und besonders wichtig: Der Klient bekommt Tipps vom Arzt und anderen Spezialisten, was er in

Zukunft für seine Gesundheit machen kann. Das Ganze dauert vier Stunden. Wie viel kostet eine solche Unter­suchung? Wir bieten verschiedene Angebote ab 980 Franken an. Je nach Versicherung übernimmt auch die Krankenkasse einen Teil. 

Dr. med. Marlene Jelonek Allgemeinärztin am Checkup-Zentrum ­Hirslanden in Zürich. www.hirslanden.ch

Juckreiz Wenn es richtig beisst und juckt, könnte man aus der Haut fahren. Warum juckt es? Und warum kratzen wir uns dann? Der Chefarzt Dermatologie vom Kantonsspital Aarau klärt auf. www.gesundheitsprechstunde.ch


Die Besten 10 Kultur- und Eventtipps

Bruce Springsteen

The Boss is back

Foto Danny Clinch

u Die coolste Erfindung seit es Amerikaner gibt: Bruce Springsteen, 62, auch genannt The Boss. Mit weltweit über 130 Millionen verkauften Alben gehört der Rockmusiker aus New Jersey zu den erfolgreichsten Performern weltweit. Nach neun Jahren kommt der Superstar mit seiner E-Street Band erstmals wieder in die Schweiz. Seine Konzerte sind grosses Kino und Hochleistungssport zugleich und dauern in aller Regel drei Stunden. Mit im Gepäck: die Songs seiner neuen, im Frühling erwarteten CD. rea

Superstar Rockmusik und Autos sind seine grossen Leidenschaften: Bruce Springsteen.

Letzigrund stadion Zürich 9. 7. um 19 Uhr, Ticketcorner Tel. 0900 800 800, (CHF 1.19/Min. ab Festnetz), www.ticketcorner.ch schweizer illustrierte

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Die Besten kultur

juliane banse, opernsängerin

Vielseitig & viel gefragt

Die Sopranistin Juliane Banse singt am Zürcher Opernhaus die Eva in Richard Wagners «Meistersinger von Nürnberg». Ein Heimspiel für die in der Limmatstadt aufgewachsene Deutsche.

Stark Juliane Banse in der Rolle der Tochter in «Cardillac» von P. Hindemith.

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u Juliane Banse, 42, hat keine Starallü­ ren. Die Sopranistin mit den rehbraunen Augen ist seit zwanzig Jahren auf den Opernbühnen dieser Welt zu Hause. Ihren Beruf empfindet sie als Handwerk. Und als Leistungssport. «Die Ins­ zenierungen sind viel aktiver als noch vor fünfzig Jahren, die Oper ist visueller geworden.» Auch liegt die Messlatte bei der gefragten Sängerin recht hoch. «Mich würde es langweilen, mit nur fünf Rollen durch die Welt zu gehen.» Eigentlich wollte Juliane Banse Tänze­ rin werden. Bis zur Matur tanzte sie in der Ballettschule des Zürcher Opern­ hauses und trat in vielen Ballett- und Opernproduktionen des Hauses auf. Parallel dazu nahm sie ab dem vierzehn­ ten Lebensjahr auch Gesangsunterricht. «Ich habe immer gewusst, dass ich eine

Stimme habe.» Klick im Kopf machte es, als sie in München bei Brigitte Fassbaender vorsang. Die grosse Opern­ diva, bekannt für ihre Strenge, ermun­ terte sie weiterzumachen. So verliess Juliane Banse nach neunzehn Jahren die Schweiz und zog nach München. Den Schritt hat die Sopranistin nicht bereut, auch wenn ihr das Tanzen fehlt. Halb lachend, halb ernst meint sie: «Ich hole es im nächsten Leben nach.» In diesem Leben ist Juliane Banse zwischen Beruf und Familie voll aus­ gelastet. Ihr drittes Kind ist vor sieben Monaten auf die Welt gekommen. Da die Premiere der «Meistersinger von Nürnberg» von Richard Wagner vor der Tür steht – und die Sängerin noch stillt –, ist die kleine Nuria nun auch in Zürich und manchmal gar bei den


diese woche in den galerien

Gutes Gefühl Die deutsche Sopranistin Juliane Banse freut sich auf jeden Auftritt im Zürcher Opernhaus.

Sammlungswerke. ­Skulpturen. Lithografien Winterwelten u Verschneite

Landschaften und Gebirge, grau-gelb leuchtende Stadthimmel, kahle Wälder, eine gemütliche Stube mit knisterndem Kaminfeuer, Hotelbalkone in Skigebieten – passend zur kalten Jahreszeit zeigt das Kunsthaus aus seiner Sammlung Werke, welche die Facetten des Winters ästhetisch aufgreifen oder vertraute Winterstimmungen hervorrufen. Zu sehen sind Gemälde, Fotografien und Skulpturen u. a. von Steiner/Lenzlinger (Bild: Bergunfall). rea Kunsthaus Aarau AG. Bis 22. 4. Di–So 10–17 Uhr, Tel. 062- 835 23 30, www.aargauerkunsthaus.ch

Porzellanfiguren u Porzellan

ist eines der kostbarsten Materialien für künstlerisches Gestalten. Die Wienerin Gundi Dietz arbeitet hauptsächlich mit dem in der Gegenwartskunst höchst selten vorkommenden Medium. Die Skulpturen der ausgebildeten Maskenbildnerin ziehen den Betrachter sofort in ihren Bann. Ob kraftvoll oder in sich ruhend, anziehend oder irritierend – die wohlproportionierten Figuren der Künstlerin sind nicht gefällig, sondern strahlen eine berührende Würde aus.  rea Kunstforum Solothurn. Bis 4. 2. Do/Fr 15–19, Sa 14–17 Uhr, Tel. 032 - 621 38 58, www.kunstforum.cc

Fotos Sophie Stieger, HO (3), Ismael Lorenzo

Sonnensystem

Proben dabei. Der Rest der Familie ist zu Hause am Ammersee (D) geblieben. Mit der Rolle der Pamina aus der «Zauberflöte» von W. A. Mozart hat Juliane Banse an der Komischen Oper in Berlin debütiert. Regisseur war damals – wie auch jetzt in Zürich – Harry Kupfer, ihr Entdecker und Förderer. Inzwischen ist Juliane Banse eine vielseitige Sopranistin geworden. «Ich bin offen für Neues und bereit, über Grenzen zu gehen – sofern es meine Stimme mitmacht.» Tatjana in «Eugen Onegin» sei gegenwärtig ihre Lieblingsrolle, die Mimi in «La Bohème» würde sie gerne eines Tages singen. Juliane Banse feiert nicht nur als Opernsängerin Erfolge. Auch in zahlreichen Konzerten und CD-Einspielungen hat sie ihr Können unter Beweis gestellt. Für «Per Amore», eine Sammlung von Opernarien, die sie unter der Leitung ihres Mannes, des Dirigenten Christoph Poppen, einstudierte, erhielt sie prompt den Echo Klassik 2011. kati moser opernhaus Zürich, Premiere 22. 1., weitere Daten 28. 1. sowie 3./5./11./14. und 18. 2., www.opernhaus.ch

u Grundlage für viele von Roman Signers Performances sind die Elemente Feuer, Wasser und Luft. Auch wenn er vor allem für seine spektakulären Sprengungen bekannt ist, der St. Galler macht auch stille Werke. Für die Lithografie «Schwarze Sonnen» (Bild) hat der Künstler mit gezielten Luftstössen Schleifstaub vom Lithografiestein weggeblasen. Die freigelegten Stellen wurden mit Fetttusche besprenkelt. Sie symbolisieren die Energie der Luft auf Papier.  rea

Verein für originalgrafik Zürich. Bis 1. 2. Mi 15–20, Sa 14–17 Uhr, Tel. 044 - 241 53 00, www.vfo.ch

Ballett

«The Fairy Queen» u Gesang,

kombiniert mit Szenenspiel und viel Tanz: Das ist Musiktheater im wahrsten Sinne des Wortes. «The Fairy Queen» von Henry Purcell entstand 1692 und ist ein barockes Spektakel auf der Grundlage von Shakespeares «Sommernachtstraum». Liebe, Lust und Eifersucht wird in der Semi-Opera auf die Spitze getrieben. Der Basler Ballettdirektor Richard Wherlock kreiert daraus einen überbordenden choreografischen Reigen. Für die Musik verantwortlich zeichnet das Basler Barockorchester La Cetra unter der Leitung von Andrea Marcon. Gesang: StudentInnen der Musik Akademie Basel.  rea theater Basel, Premiere 19. 1. Weitere Daten: 21./23./27./29./31. Jan., 1./4./12./17./24./26. Feb. Infos und Tickets Tel. 061 295 11 33, www.theater-basel.ch

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Die Besten kultur

Ehrgeizig J. Edgar Hoover (Leonardo DiCaprio), Gründer des FBI.

5 Fragen an ein buch

Adriana Altaras

Aus der Optik der Tochter Worum geht es? Nach dem Tod ihrer Eltern sieht sich Adriana mit der Geschichte ihrer jüdischen Familie konfrontiert. Mit Witz und grosser Wärme verwebt sie in dem autobio­ grafisch geprägten Roman Episoden aus ihrem Alltag mit längst vergesse­ nen Erinnerungen.

Die Gier nach Macht Alles dreht sich um die Ehre eines Mannes – und um den Ruf einer Institution: Bei J. Edgar Hoover ist das untrennbar miteinander verbunden. 48 Jahre steht er dem FBI als Direktor vor, überlebt in seinem Amt acht Staats­ präsidenten und kämpft unermüdlich gegen reale, aber auch eingebildete Bedrohungen. Hoover liebt die Wahr­ heit, ist jedoch jederzeit bereit, sie zu seinen Gunsten zurechtzubiegen. Er bringt den Entführer des Lindbergh-­ Babys hinter Gitter, fasst Staatsfeind Nr. 1 John Dillinger und legt unzählige geheime Dossiers über einflussreiche Politiker und Staatsmänner an. Nicht von ungefähr wird J. Edgar Hoover bald als mächtigster Mann Amerikas bezeich­ net. Doch auch er hat eine schwache Stelle: Special Agent Clyde Tolson.

u Der Plot

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u Die Schauspieler Längst

hat er be­wiesen, wie gut er ist. Der Oscar für Leonardo DiCaprio ist überfällig. u Die Regie Clint Eastwood, 81, setzt mit «J. Edgar» einem der einflussreichsten, umstrittensten und rätselhaftesten Männer seiner Zeit ein Denkmal. u Der Rat der Mutter «Welke nicht wie ein Blümchen, sei stark.» u Der Hingucker Leonardo DiCaprio mit dunklen Augen und als über 70-Jähri­ ger. Wirklich beeindruckend ist, wie er seine Rolle als alter Mann spielt. Da stimmt jede Bewegung. u Das Fazit Faszinierende Charakterstu­ die eines Mannes, der alles dafür getan hat, bewundert zu werden. anina rether 8 8 8 8 8 Länge: 137 Min. Regie: Clint Eastwood. Kinostart 19. 1.

Die wichtigsten Sätze? «Mein Vater repariert Titos Brille. Die Partisanen gewinnen den Kampf. Mein Vater wird zum Helden ernannt und bleibt es fortan. Und: Meine Eltern waren einfach gestorben. Alle möglichen Dinge kamen zum Vorschein und tun es noch: Geheimnisse, Neurosen, Müll.» Wem gefällt es? Allen, die witzige, rasant geschriebene und leicht neurotische Geschichten mögen. Was gefällt? Der humorvolle Umgang mit einer strapaziösen Familie. kati moser

adriana altaras Titos Brille ­(Kiepenheuer & Witsch)

Fotos HO (3), Paul Seewer

«J. Edgar» (USA)

Wer ist die Autorin? Adriana Altaras, 51, wurde in Zagreb geboren, sie lebt heute in Berlin. Seit den 90er-Jahren inszeniert sie regelmässig an deut­ schen Schauspiel- und Opernhäusern. Erhält zahlreiche Auszeichnungen, u. a. den Bundesfilmpreis.


Die Besten

Powerplay UB40 gehören seit über drei Jahrzehnten zu den Superstars der Reggae-Szene.

event demnächst

Mantras. Crossover. Stomp

klangdach der welt

u Eintauchen in die geheimnisvolle Welt der

Mantras? Die tibetisch-schweizerische Sängerin Dechen Shak-Dagsay und ihre Musiker machens möglich und beflügeln so die Sinne. Auch der Dalai Lama war angetan. hv dechen shak-dagsay Lachen, Zürich, Basel und weitere ab 5. 3., www.daszelt.ch

UB40 bringen Reggae aus England nach zürich

Sonnen-Sound

cd-Tipp jazz

entspanntes duo

u Aufgeregt ist die Musik der US-stämmigen Vokalistin und des Schweizer Bassisten nicht. Das soll sie auch nicht sein, das Duo will einen bloss an seinen balladesken Zwiegesprächen teilhaben lassen. Und das ist eigentlich ziemlich aufregend. hanspeter vetsch

painting jazz Vol. II Sandy Patton & Thomas Dürst (Unit Records)

schen Industriemetropole Birmingham gegründet. Die Instrumente bezahlten sie mit dem Schmerzensgeld, das Sänger Ali nach einer Schlägerei in einer Bar zugesprochen wurde. Und der Name der Band leitet sich vom britischen Antragsvordruck für Arbeitslosengeld ab. Dass es die Band aus dem regnerischen England trotzdem auf die Sonnenseite des Musikgeschäfts geschafft hat, verdankt sie ihrem Talent, Reggae mit süffigem Pop zu mixen und so einen unverkennbaren Indie-Sound zu schaffen. Sie schrieb Hits wie «Kingston Town», «Can’t Help Falling In Love» oder «Red Red Wine», verschwand nach personellen Querelen in der Versenkung – und ist jetzt wieder da. Wetten, dass die Nebelschwaden an ihren Konzerten auch heute noch nicht nur vom ­Trockeneis herrühren? hanspeter vetsch

Flügel statt synthie u Die

Synthie-Band Depeche Mode zählt seit drei Jahrzehnten zu den einflussreichsten ihres Genres. Auch der Klassik-Pianist Lars Arnold ist ihrer Faszination erlegen, er interpretiert ihre Musik auf dem Flügel. hv classic & depeche Kulturcasino Bern, 14. 4., www.veranstaltungen-hausdorf.de

rhythmus über alles

u Fingerschnippen, Besenschwingen, Müll-

ub40 Volkshaus Zürich 1. 2. um 20 Uhr, www.starclick.ch tickets für die besten events!

tonnenscheppern: Bei Stomp ist alles Rhythmus. Die furiose Show hat weltweit bereits zehn Millionen Menschen zum Staunen­ gebracht. Jetzt ist Zürich dran. hv stomp Theater 11 Zürich, 24.–29. 1., www.musical.ch schweizer illustrierte

Fotos HO

u Auf dem Kopf kringeln sich die Dreadlocks, in den Augen spiegeln sich der blaue Himmel und das tiefblaue Meer, und im Mundwinkel hängt ein Joint: Das ist Jamaika, das ist das Reggae-Feeling. Ausgesprochen schlecht in dieses Klischee passen UB40, die mit mehr als 50 Millionen Tonträgern zu den erfolgreichsten Bands gehören, die die Musik spielen, die Bob Marley und Peter Tosh einst von der Karibikinsel in die Welt hinausgetragen hatten: UB40 wurden 1978 von den Brüdern Robin und Alistair «Ali» Ian Campbell in der engli-

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publireportage

E-Team Da warens nur noch sechs

Das Interesse für das Volvo E-Team ist riesig. Viele möchten als Neulenker, Umdenker oder Trendsetter zum Botschafter für eine emissionsfreie Zukunft im VOLVO C30 ELECTRIC werden.

V

on den fast 2000 Bewerbern, die ein Jahr gratis den Volvo C30 Electric fah­ ren möchten, wurden achtzehn Kan­ didaten zum grossen Ausscheidungs­ tag ins Winterthurer Technorama aufgeboten. Dort bewiesen die E-Team-Aspi­ ranten bei einem spannenden Wett­bewerb ihre körperliche Fitness, Geschick, schnelle Reaktion und bei einem Jury-Interview mit

ELEKTRISIEREND UND DYNAMISCH Der neue Volvo C30 Electric – für eine emissionsfreie Zukunft.

Volvo-Botschafterin Melanie Winiger, Spea­ ker Chris Bachmann und Volvo-PR-Direktor Sascha Heiniger auch ihre Kommunika­ tionsfähigkeit. Obwohl es für die Teilnehmer um viel ging, war die Stimmung hervor­ ragend. Man unterstützte sich und feuerte sich gegenseitig an. Schade, musste am Abend die höchste Punktzahl über die sechs Finalisten entscheiden. «Alle hätten ein Weiterkommen verdient», bedauerte VolvoSchweiz-Präsidentin Anouk Poelmann. Für die sechs Finalisten gehts ab dem 27. Januar in die letzte Runde: Dann kann im Internet jeder für seinen Favoriten voten und so die letzten drei E-Team-Mitglieder be­stimmen. Mitmachen lohnt sich: Unter den Voting-Teilnehmern werden drei «Volvo Edition»-E-Bikes von Stromer und weitere tolle Preise verlost. u VOTEN SIE ab dem 27. Januar

www.e-team.ch

ERSTE HÜRDE GESCHAFFT Die sechs glücklichen Fina­listen und E-Team-Anwärter mit den Juroren Melanie Winiger (2. v. l.) und Chris Bachmann (r.).

INTERVIEW Die Kandidaten standen dem Jury-Trio Red und Antwort und erklärten, warum sie ins E-Team möchten.

BLICKTECHNIK Mit verzögerter Reaktion galt es, auf dem Mo­nitor die Silhouette eines Volvo C30 Electric nachzuzeichnen.

MUSKELKRAFT Eine Minute musste mit voller Kraft auf dem Hometrainer gestrampelt werden, um so Wasser zu erhitzen.


Weekend Reisen, geniessen, rätseln!

Unterwegs im Eis in Ostgrönland: die «Antarctic Dream». Das Forschungsschiff hat Platz für 84 Passagiere.

EXPEDITIONSREISE AUF DER «ANTARCTIC DREAM»

Mit dem Forschungsschiff Grönland entdecken E Attraktion an Bord Tierbeobachtungen!

igentlich ist die «Antarctic Dream» ein Forschungsschiff, eisverstärkt und damit gerüstet für die abenteuerliche Fahrt nach Ostgrönland. Die Route führt vorbei an weitläufigen Fjorden und einsamen Siedlungen. Mit etwas Glück können die maximal 84 Passagiere von der Reling aus Buckelwale, Moschusochsen und Polarhasen beobachten. Hotelplan

schreibt eine 16-tägige Polarreise aus (26. August bis 10. September). An Bord natürlich ein Polarexperte. Auf dem Programm auch zwei Nächte in einem Trapper-Hotel im norwegischen Longyearbyen und ein Ausflug zur Isfjord Radio Station mitten in der arktischen Tundra. Ab CHF 9530.– inkl. Flug. HE INFO www.travelhouse.ch/oceanstar

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Reisen Gourmet-Gipfel in St. Moritz Der Berg ruft, die (Spitzen-) Köche kommen: Das 19. St. Moritz Gourmet Festi­ val ist erstklassig besetzt. u Corviglia-Patron Reto

Mathis ist ein erstklassiger Netzwerker. Ruft er seine Kollegen zum Gourmet Festival ins Engadin (30. Januar bis 3. Februar), sagt kaum einer Nein. Die Stars diesmal: Die Drei-Sterne-Köche Enrico und Roberto Cerea (Bergamo, im «Carlton), Régis Marcon (SaintBonnet-le-Froid, im «Badrutt’s Palace») und Christian Bau (GaultMillaus «Koch des Jahres 2011», Perl-Nennig, im «Suvretta House»). Die Schweiz ist mit zwei der grössten Talente vertreten: Zürichs Nummer 1 Marcus G. Lindner («Mesa») kocht bei seinem langjährigen Weggefährten Bernd Schützelhofer im «Kronenhof» Pontresina. Tanja Grandits («Stucki», Basel) gastiert im ehrwürdigen «Waldhaus» in Sils Maria. Dreimal kochen alle Chefs zusammen: bei der «Welcome Party» im «Carlton». Bei der wilden (Küchen-)«Party Night» im «Palace». Und bei der ultimativen Abschlussparty auf Corviglia. Frühzeitig reservieren! INFO www.stmoritz-gourmetfestival.ch

Glas und Eis Vom «Carlton» in St. Moritz ist der Blick auf den St. Moritzersee und die Alpen ungetrübt.

Sylt im Engadin Im «Paradiso» auf der Corviglia-Piste wird in Strandkörben Wintersonne getankt. Top of Engadin: «CARLTON», «KRONENHOF», «EL PARADISO», «MUOTT

Fotos Alexandra Pauli, Toini Lindroos / Blick / RDB

Chillen mit spekt

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Reto Mathis auf Corviglia Trüffel-König und OK-Chef mit glänzenden Beziehungen. Tanja Grandits Frauenpower und Aromaküche am St. Moritz Gourmet Festival. schweizer illustrierte

Gut eincremen, in die Sonne blinzeln, sich ins wärmende Fell wickeln. Im Engadin ge­ niessen nicht nur die Schönen und die Reichen das Hoch­ gefühl beim Après-Ski. Auf diesen Sonnenterrassen im Dorf, auf der Piste und dem Gipfel erlebt jeder sein eigenes Wintermärchen.

E

ines vorweg: Mit Selfservice und Schnipo in schummrigen Ka­ schemmen kann man in St. Moritz nicht mehr trumpfen. Die schönsten Sonnenterrassen sind liebevoll ein­ gerichtet und richten sich eher an den Geniesser als an den eiligen Skifahrer. Kaum verwunderlich in einer Region mit 485 GaultMillau-Punkten und vier Miche­ lin-Sternen. Der kulinarische Ehrgeiz in den Gipfeltreff-Lounges ist geweckt. u «Carlton»: Bijou mit Seesicht Eine der schönsten Terrassen liegt unten im Dorf, im Suitenhotel Carlton. Der italie­


Wie im Bond-Film Im historischen «Kronenhof»-Pavillon in Pontresina würde sich auch 007 wohlfühlen.

100 Plätze, jeder top Währschaftes auf der Panorama-Terrasse des Romantik Hotels Muottas Muragl. AS MURAGL»

akulärer Aussicht nische Küchenchef Salvatore Frequente gibt auch draussen Gas: Spaghetti alle Vongole, Ceasars Salad mit Black Tiger, und für anspruchsvolle Gaumen gibts Hummer mit Vanillesauce oder Tagliatelle mit Trüffel an gemütlichen Tischchen. Info: www.carlton-stmoritz.ch u «Kronenhof»: Idylle am Eisfeld Der «Pavillon» des Grand Hotel Kronenhof in Pontresina bietet entspannte Stimmung ohne Fünf-Sterne-Allüren. Serviert werden Salsiz und Alpkäse, pikantes Tatar, Kartoffelrösti mit Speck und Spiegelei – und ein herrliches «Gletscher-Fondue»

aus der nahen Sennerei. Nach dem Dessert die Schlittschuhe nicht vergessen. Info: www.kronenhof.com u «El Paradiso»: Ski-Treff für Kenner 99 Gäste haben es im «Paradiso» im Corviglia-Skigebiet besonders gut. Sie sind Mitglieder im «Tropix»-Club, kriegen immer einen Platz. Auch NichtMembers fühlen sich bei coolem Sound und einem breiten Angebot wie im Paradies: z. B. bei Hatecke-Hirschsalami (mit Spreewald-Gurken aus der Büchse), Älpler-Maggronen oder süssen «Schlabbereien». Info: www.el-paradiso.ch

u «Muottas

Muragl»: Chillen und Schlitteln Das neu umgebaute Berg­hotel auf 2456 Metern mit seinen sechzehn romantischen Zimmern (DZ ab CHF 109.–) erreicht man mit der historischen Standseilbahn. Das kulinarische (Mittags-) Angebot: hausgemachte Wildterrine, Quarkspätzli mit Zwiebeln und Apfelmus, «Heubergers Haus­wurst­schnecke» auf einer knusprigen Rösti – und eine gross­ artige Weinkarte. Runter gehts auf der 4,2 Kilometer langen Schlittelpiste, eine Sausefahrt mit zwanzig Haarnadelkurven. Info: www.muottasmuragl.ch  C. M. H. schweizer illustrierte

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En Guete

Raffiniert Der Belag schenkt der Omelette viel Geschmack.

Omelette à gogo

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Italienisch oder japanisch, mit Apfel oder Poulet: Eine feine Eierspeise kennt keine Grenzen. Darum wird es auch nie langweilig, wenn sie auf den Tisch kommt.

Blech-Omelette

Zutaten (für ein rechteckiges Backblech von ca. 30 × 35 cm, gefettet; siehe Hinweis) Omelettenteig 200 g Mehl, 1/2 Teelöffel Salz, 4 dl Milchwasser (1/2 Milch, 1/2 Wasser), 2 frische Eier, 2 frische Eigelbe, 2 Eiweisse, 1 Prise Salz, 2 Teelöffel Oregano, fein geschnitten Belag 200 g Lattich, in Blättern, dicke Blattrippen flach geschnitten, Rest in ca. 2 cm breiten Streifen (siehe Tipp), 100 g Rohschinken, in ca. 1 cm brei­ ten Streifen, 200 g milder Tilsiter, grob gerieben, 50 g entsteinte schwar­ ze Oliven, in Scheibchen, 2 Esslöffel Kapern, 3 Esslöffel Kräuter (z. B. Majoran, Rosmarin, Thymian), fein geschnitten, 3/4 Teelöffel Salz, Pfeffer aus der Mühle Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Ruhen lassen ca. 30 Min. Backen ca. 20 Min. u Für

den Omelettenteig Mehl und Salz in einer Schüssel mischen. Die Hälfte des Milchwassers dazugiessen, glatt rühren. Eier, Eigelbe und restliches Milchwasser beigeben, zu einem glatten Teig rühren. Zugedeckt bei Raum­ temperatur ca. 30 Min. ruhen lassen.

Eiweisse mit dem Salz steif schlagen, unter den Teig ziehen, Oregano sorg­ fältig darunter­mischen, Teig in das vorbereitete Blech giessen. Vorbacken 15 Min. in der unteren Hälfte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens (siehe Hinweis). Herausnehmen. Temperatur auf 250 Grad erhöhen. Für den Belag alle Zutaten bis und mit Kräutern auf der Blech-Omelette verteilen, würzen. Fertigbacken ca. 5 Min. in der Mitte des vorgeheizten Ofens. Hinweis Bei einem grösseren Backblech verkürzt sich die Vorbackzeit um ca. 5 Min.

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Crespelle mit Poulet

Zutaten (für eine weite ofenfeste Form von ca. 2 Litern, gefettet; ergibt 4 Stück) Omelettenteig 80 g Mehl, 2 Prisen Salz, 11/2 dl Milchwasser (1/2 Milch, 1/2 Wasser), 2 frische Eier, Öl zum Backen

Tipp Statt Lattich gebleichten Löwenzahn verwenden. Bei im Handel erhältlichem Löwenzahn handelt es sich meist um Kultursorten. Sie sind weniger bitter als wilder Löwenzahn. Gebleichter Löwenzahn ist noch milder, er ist von November bis März im Angebot. Grüner ­Löwenzahn ist herb und gehört zu den Frühlingsboten.

Füllung 150 g Ricotta, 50 g Appen­ zeller, gerieben, 1 Knoblauchzehe, gepresst, 250 g Pouletbrüstli, 100 g Wirz, in feinen Streifen, 1 Ess­ löffel Oregano, fein geschnitten, 1/4 Teelöffel Salz, 1/2 Esslöffel Olivenöl Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Quellen lassen ca. 30 Min. Gratinieren ca. 20 Min. u Für den Omelettenteig Mehl und Salz in einer Schüssel mischen, die Hälfte des Milchwassers dazugiessen, glatt rühren. Eier mit dem restlichen Milch­ wasser beigeben, zu einem glatten Teig rühren. Zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 30 Min. quellen lassen. Backen Wenig Öl in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen. So viel Teig in die Pfanne geben, dass der Boden dünn überzogen ist. Hitze reduzieren. Ist die Unterseite gebacken und löst sie sich von selbst, Omelette wenden, fertig backen. Omelette auf einen flachen Teller gleiten lassen. Vorgang dreimal wiederholen. Für die Füllung Ricotta, Appenzeller und Knoblauch in einer Schüssel gut mischen. Pouletbrüstli längs in Streifen, dann quer in Würfel schneiden. Mit einem scharfen Messer durch Hin-und-her-Wiegen der Klinge hacken, zum Ricotta und Käse geben. Wirz und Oregano beigeben, mischen, salzen. Je 1/4 der Füllung in die Mitte einer Omelette geben. Päckli formen, mit dem Verschluss nach unten in die vorbereitete Form legen, mit wenig Olivenöl beträufeln.

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En Guete Gratinieren ca. 20 Min. in der Mitte des auf 200 Grad vorgeheizten Ofens. Tipp Als Hauptgericht für 4 Personen doppelte Menge zubereiten.

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Okonomiyaki (japanische Omeletten) Zutaten (ergibt ca. 10 Stück) 200 g Mehl, 50 g Weisskabis, in feinen Streifen (z. B. am Hobel), 1 Teelöffel Salz, 3 dl Wasser, 3 frische Eier, verklopft, Erdnussöl zum Backen, 30 g Shiitake-Pilze, in feinen Streifen, 60 g Lauch, in feinen Streifen, 1 kleine Dose Thon im Salzwasser (ca. 100 g), abgetropft, zerzupft, 1 Esslöffel Aonori (siehe Hinweise), OkonomiyakiSauce (siehe Hinweise), Mayonnaise Vor- und zubereiten ca. 40 Min.

u Ofen auf 60 Grad vorheizen, Platte und Teller vorwärmen. Mehl, Kabis und Salz in einer Schüssel mischen. Wasser und Eier beigeben, zu einem glatten Teig rühren. Wenig Öl in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen.

Ca. 1 dl Teig in die Pfanne geben und zu einer Omelette ausstreichen (ca. 15 cm ∅), Hitze reduzieren. Wenig Pilze, Lauch und Thon auf der Eimasse verteilen. Okonomiyaki erst wenden, wenn die Unterseite genügend gebacken ist und sie sich von selbst löst. Die belegte Seite nur ca. 1 Min. backen. Auf die vorgewärmte Platte gleiten lassen, wenig Aonori darüberstreuen. Mit dem restlichen Teig gleich verfahren. Servieren mit Okonomiyaki-Sauce und Mayonnaise. Hinweise Aonori ist getrockneter, gemahlener Seetang. Aonori und Okonomiyaki-Sauce sind in asiatischen Spezialitätenläden erhältlich.

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Karamellisierte Apfel-Omeletten Zutaten (für 4 Personen) Teig 100 g Mehl, 1/2 Teelöffel Salz, 11/2 dl Milchwasser (1/2 Milch, 1/2 Wasser), 6 frische Eier, verklopft 6–8 säuerliche Äpfel (z. B. Graven­ steiner, Boskop), 11/2 Esslöffel Zitronensaft, Bratbutter zum Braten,

1 Ess­löffel Butterflöckli, 3 Esslöffel Zucker Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Ruhen lassen ca. 1 Std. u Für den Teig Mehl und Salz in einer Schüssel mischen, Milchwasser dazu­ giessen, gut verrühren, Eier beigeben, glatt rühren, den Teig zugedeckt ca. 1 Stunde ruhen lassen. Äpfel schälen, in feine Scheiben ­schneiden, sofort mit dem Zitronensaft mischen. Bratbutter in einer beschichteten Bratpfanne heiss werden lassen, Teig aufrühren, die Hälfte in die Pfanne giessen, ca. 2 Min. backen, Hitze re­ duzieren. Wenn sich die Omelette vom Boden löst, oben aber noch flüssig ist, die Hälfte der Apfelscheiben auf dem Teig verteilen. Je die Hälfte Butter und Zucker darüber verteilen. Pfanne zudecken, Äpfel bei kleinster Hitze ca. 4 Min. dämpfen. Die Omelette auf einen Teller stürzen, wenig Bratbutter in die Pfanne geben, Omelette zurückgleiten lassen, offen bei mittlerer Hitze fertig backen, bis die Äpfel leicht karamellisiert sind. Omelette auf eine Platte stürzen, warm stellen. Mit den restlichen Zutaten die zweite Portion zubereiten.


GaultMillau Restaurant Kuhstall Corvatsch Station Sils (Furtschellas) 7514 Sils Maria Tel. 079 - 937 79 19 Bis Ende April 2012 täglich geöffnet Alle Kreditkarten ausser Diners EC-Direct und Postcard www.corvatsch.ch/gastronomie/ restaurants/kuhstall

Gourmet-Restaurant mitten auf der Piste: der «Kuhstall» im FurtschellasGebiet. Freddie Zwimpfer (r.) und sein Chef Steven Müller sind die Gastgeber.

Coquille und Blutwurst im Kuhstall

«Kuhstall», Sils Maria GR Im Sommer stehen hier Kühe im Stall, im Winter übernimmt Freddie Zwimpfer das Kommando. Und fährt jetzt die Ernte ein. Der «Kuhstall» ist Kult im Engadin.

Der «Kuhstall-Freddie» ist kein Kind von Traurigkeit. NEU getestet Und fehlendes Selbstvertrauen ist auch nicht auszumachen: «Ich bin ein Hotspot», lautet die Eigendeklaration, und entsprechend bezeichnet er auch sein Revier: «The Gourmet Stall of Fame». Das Überraschende dabei: Kein Wort ist übertrieben! Der junge Küchenchef Steven Müller arbeitet unter schwierigsten Bedingungen hervorragend, die Weinkarte ist spannend, und auf dem «Gifttischli» warten zwanzig verschiedene Grappa. Der Weg zum Ziel ist unterschiedlich lang: drei Minuten per Ski, dreissig Minuten zu Fuss, ab Talstation Furtschellas.

Wo Kühe übersommern, erstrahlt im Winter alles blitzsauber, cool gestylt, magisch-einladend. Kein Wunder, steigt im «Kuhstall» Abend für Abend eine heisse Gourmet-Party, sind mittags drinnen und draussen die Designtische heiss begehrt. Der Küchenchef hat uns verblüfft. Erst mit kräftigen Salametti aus dem Puschlav, mit Büffelmozzarella und Guacamole. Dann mit dem «Hammergang» des Tages: wunderbare Coquille Saint-Jacques, mit weissen MoscatoTrauben, Macadamia-Nüssen und Estragon. Die unglaubliche Harmonie im Teller adelt den Koch! Der nächste Gang war so rustikal wie die Umgebung: Rösti und Blut­-

wurst, mit Zwiebeln und karamel­lisierten Äpfeln. Die Kalbskopfwürfel mit Puy-Linsen und Kartoffelstock löffelten wir aus einem kleinen Einmachglas. Beim Hauptgang bewunderten wir den Koch gleich nochmals: für sein Puschlaver Rindsentrecôte, wunderbar gebraten, wunderbar gewürzt – und mit einem Serviettenknödel serviert. Freddie Zwimpfer, der beim legendären Hans Stucki in Basel als Koch gearbeitet hat, entlässt uns nicht so schnell wieder ins Schneetreiben. Käse (Gruyère, Trüffelbrie) und Dessert (Milchschnitten-Variation) müssen sein. Enorm freundlicher Service! 

KNote für eine wegweisende, überragende Küchenleistung J Note für ausserordentliche Kochkunst und Kreativität I Note für beste HG Hoher Grad an Kochkunst und Qualität FE Sehr gute Küche, die mehr als das Alltägliche bietet 12/20 Herkömmliche, gute Küche ohne besondere Ambitionen

20/20 Idealnote, bis heute in der Schweiz nie vergeben Qualität und hohe Konstanz

Foto Marcel Nöcker

Wein-Tipp Merlot vom Castello Der Name Castello di Morcote ist mit der Tessiner Kellerei Tamborini verbunden. Claudio Tamborini hat 1994 den ersten Cru Morcote auf den Markt gebracht – eine Assemblage aus Merlot und Cabernet

Franc. Seit dem 2009erJahrgang ist aber wieder die Besitzerfamilie Gianini für die Produktion des Spitzenweins verantwortlich. Das Weingut (über 172 Hektaren) besitzt sie bereits in der vierten Genera­ tion. Der Castello di Morcote 2009 (13,5 %) ruhte zwölf

Monate in Barriques und präsentiert sich zurzeit noch relativ jung. Aber seine Eleganz und Kraft ist bereits zu erkennen. Wer den Wein jetzt schon geniessen will, sollte ihn dekantieren. Ein perfekter Wein zu Fleisch, vor allem zu gebratenem Lamm.

Tamborini Vini, Lamone, Tel. 091 935 75 45, www. tamborini-vini.ch Kann ruhig noch etwas gelagert werden. Bis 2015 gut. Trinktemperatur: 16 bis 18 Grad. u CHF 41.50 schweizer illustrierte

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Auto

schon gefahren FIAT PANDA

Quadratisch, praktisch, gut Der Fiat Panda bleibt sich treu: Auch die dritte Auflage des Kleinstwagens will kein edles Lifestyle-Objekt sein, sondern einfach ein praktischer Stadtflitzer – nur jetzt mit mehr Charme.

Z

ürich ist nicht Neapel. Während man in der Heimat des Panda ganz unbekümmert auf Kontakt parkiert, führt bei uns jeder Kratzer zu Nervenzusammenbrüchen und Polizei­ protokollen. Vielleicht deshalb fasziniert es uns, als Fiat-Boss Olivier François im Fiat-Werk im Schatten des Vesuv die dicken Stossleisten des erneuerten Kleinstwagens anpreist und «im Stadt­ verkehr besser geschützte Leuchten». Dieser pragmatische Ansatz zieht sich wie ein roter Faden durch die Geschich­ te des Panda. Schon für die erste «tolle Kiste» anno 1980 hätte Fiat ruhig auch mit dem Ritter-Sport-Slogan «Quadra­ tisch, praktisch, gut» werben können; der Panda von 2003 setzte die Idee fort. Glücklicherweise haben die Italiener

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schweizer illustrierte

auch bei Panda-Generation Nummer drei nun der Versuchung widerstanden, ihn zum Lifestyle-Objekt umzubauen: Er bleibt praxisbetont. Die Linie erinnert an den Vorgänger, wird aber neu mit herzigen Kulleraugen kombiniert. Dank

Aromatisiert Die graue Plastiklandschaft ist Vergangenheit. Nun sieht alles frech und hochwertig aus – und fasst sich gut an.

zurückhaltendem Wachstum um 11 Zentimeter auf 3,65 Meter Länge bleiben die famosen Parkierqualitäten erhalten. Auch sonst wirkt der Kleine handlich und wendig wie eh und je. Nur federt er endlich auch reisetauglich gut. Aber nicht nur deshalb hält man sich in ihm jetzt viel lieber auf: Statt der trost­ losen grauen Plastikwüste erwartet uns innen künftig ein hübsches, farben­frohes und prima verarbeitetes Cockpit. Die hohe Sitzposition ist zwar nicht jeder­ manns Sache, wohl aber genug Platz für zwei Erwachsene im Fond und pfiffige Details. Wie der deckellose Tankstutzen etwa oder das Notbremssystem – das als Option bis Tempo 30 notfalls selbst in die Eisen tritt. Ideal passt der quirlige 0,9-Liter-«TwinAir» mit 85 PS und 4,2 Litern Verbrauch. Zumal er im nostal­ gischen Zweizylindersound tönt. Übrigens folgen noch 2012 eine Erdgas- und eine Allradvariante. Timothy Pfannkuchen


News

PORSCHE 911 CABRIOLET NEUER OFFENER ELFER MIT SIEBEN GÄNGEN u Kaum ist der neue 911er gestartet, folgt schon die offene Version der von Fans 991 genannten neuen Baureihe. Das Stoffverdeck soll dafür sorgen, dass die Dachlinie geschlossen fast jener des Coupés entspricht. Wie das Coupé bietet das Carrera Cabriolet ab diesem Frühjahr zwei Boxermotoren: Der 3,4-Liter des Carrera leistet 350, der 3,8-Liter im Carrera S 400 PS. Beiden ist als Premiere das Siebenganggetriebe (optional Doppelkupplung) gemein. Der Durchschnitts­ verbrauch beträgt ab 8,4 l/100 km. Abgespeckt hat die siebte 911-Genera­ tion beim Gewicht, zugelegt bei Radstand und Komfort. Die Preise des neuen Elfers starten bei CHF 135 100.–.

Kulleraugen Der «Blick» des neuen Fiat Panda wirkt nun deutlich sympathischer.

FIAT PANDA Stossfest Die Lampen sind gegen allfällige Parkrempler besser geschützt platziert. u Motoren Benzin 69, 85, Diesel 75 PS u 0 bis 100 km/h 11,2 bis 14,2 s u Spitze 159 bis 168 km/h u Verbrauch 3,9 bis 5,2 l/100 km u CO2-Ausstoss 99 bis 120 g/km u Energieeffizienz A u Verkauf ab Februar 2012 u Preis ab ca. CHF 16 000.– u Konkurrenten Chevrolet Spark, Citroën

C1, Hyundai i10, Kia Picanto, Peugeot 107, Suzuki Alto, Toyota Aygo u. a.

u Unser Urteil Der Panda kann alles, was

ein Kleinstwagen können muss – und das sogar richtig gut und obendrein noch zu einem kleinen Tarif. Der kleine Fiat bleibt seinen Stärken, Wendigkeit und gute Raumausnutzung, treu und legt dafür seine Schwächen ab. Nun ist die Qualität richtig prima, das Cockpit sehr peppig und der Komfort für diese Liga tadellos. Statt lifestyliger oder teurer ist er also einfach besser geworden.

MERCEDES SL DIE SIEBTE GENERATION DER ROADSTER-LEGENDE u Mit dem Mercedes SL geht ein klassischer Luxusroadster in die neue Generation. Die siebte Auflage startet im Frühjahr und setzt auf Leichtbau. Dadurch kommen der SL 350 BlueEfficiency mit einem 306-PS-V6 und der SL 500 BlueEfficiency mit einem 435PS-V8 auf Normwerte von nur 6,8 bzw. 9,2 l/100 km. Weitere Modelle wie ein SL 63 AMG folgen noch. Treu bleibt der SL dem «Variodach», also dem faltbaren Hardtop statt eines Stoffverdecks – und einem Fahrwerk, das neben höchster Sportlichkeit auf exzellenten Komfort setzt. Die generelle Senkung der Listenpreise für alle Modelle von Mercedes seit dem 1. Januar 2012 resultiert beim SL in neuen Tarifen ab CHF 124 800.–. schweizer illustrierte

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Horoskop

Jetzt gehen viele Wünsche in Erfüllung

neue Schritte im Verkehrswesen usw. Planen Sie deshalb wichtige Termine, schriftliche Arbeiten (Gesuche), Examen etc. möglichst um den 23., denn gegen Ende der Woche ziehen Wolken auf: Saturn in Spannung zu Venus (26.) und Merkur (27.) könnten auf Probleme in der Kommunikation deuten.

widder 21.–30. 3. Eine positive Wende – beruflich oder privat. Neue Projekte (mit Freunden?) haben am 22. und 23. (Neumond) Rückenwind. Nur am 21. sind Sie kurz angebunden, die Stimmung ist angespannt. 31. 3.–9. 4. Am 22. ist in Ihrer Kommunikation etwas Sand im Ge­triebe, Sie sind ungeduldig oder dickköpfig. Die Wol­ ken verziehen sich am 24. 10.–20. 4. Missverständnisse! Sie sind vergesslich und können sich nicht konzentrieren (speziell am 22. und 26.). Die Geburtstage vom Ende (nach dem 17. geboren) kommen ihren Idealen näher.

stier 21.–30. 4. Am 21. sind Sie der Hahn im Korb. Danach sind Sie ziemlich übermütig, der Neumond am 23. verleitet Sie zu Exzessen (zu viele Drinks, üppige Ernährung?). Oder nervt Papierkram? 1.–10. 5. Sie entdecken neue Horizonte (am 22. und 26.), freuen sich über eine Nachricht (Ausland?). Venus verwöhnt Sie. Am 24. legt man Ihnen Steine in den Weg, und Sie sind im Druck. 11.–20. 5. Sie knüpfen wertvolle neue Kontak­ te, sind scharfsinnig und schlagfertig. Günstig für Rei­ sen, Examen, Schreibarbeiten usw. (22., 23. und 27.).

zwillinge 21.–31. 5. Exzellente Woche für Kontakte, Reisen. Manchmal kommt es zu einer positiven und überraschenden Veränderung am 22. und 23. (Neu­ mond). Eine Begegnung? Ein verlockendes Angebot? Hektisch: der 25. 1.–10. 6. Sie kommen gut voran, bewei­ sen am 24. Fingerspitzengefühl. Folgen Sie Ihrer Intui­ tion! Am 26. aber sind Sie zerstreut und nicht grad bes­ ter Laune. 11.–21. 6. Sie wollen mit dem Kopf durch die Wand, sollten am 27. nichts überstürzen. Achten Sie auf Ihre Gesundheit! Spass und gute Laune am 24./25.

krebs 22. 6.–1. 7. Am Wochenende erliegt man Ihrem Charme, Sie amüsieren sich blendend (am 21). Angenehm auch der 25.: Sie entdecken neue Horizonte, gewinnen Sympathien. 2.–12. 7. Sie geniessen das Leben, Ihr Charme bezaubert. Stunden voller Romantik zu zweit oder mit Freunden (am 26.). Am 22. aber sind Sie nicht auf gleicher Wellenlänge (mit dem Partner?). 13.–22. 7. Es kommt zu hitzigen Debatten, Ihre Schlagfertigkeit bringt Pluspunkte (am 23.). Ausserdem günstig für sportliche Aktivitäten und Hobbys. Hektisch: der 22.

löwe 23. 7.–1. 8. Hören Sie mehr auf Ihren Partner! Am 23. (Neumond) sind Sie nervös, eine unerwartete Wende (beruflich oder privat) sorgt aber für Rückenwind. 2.–12. 8. Sie dürfen sich auf ihren Lorbeeren ausruhen. Nur am 24. könnte man Sie aus der Reserve locken. Oder Sie haben das Gefühl, das fünfte Rad am Wagen zu sein (schrecklich für einen typischen Löwen!). 13.–23. 8. In finanzieller Angelegenheit lassen Sie nicht locker, Ihre Haltung wird am 25. belohnt. Geburtstage vom Ende (nach dem 20. geboren) kommen ihren Idealen näher.

jungfrau 24. 8.–2. 9. Ende Woche sind Sie in Flirt­ laune, Ihr Charme zeigt Wirkung (21.). Danach neutrale Einflüsse. Nur am 25. sind Sie unzufrieden mit der Hal­ tung eines Nahestehenden. 3.–12. 9. Eine Woche im Zei­ chen der Liebe und Freundschaft. Niemand widersteht Ihrem Charme, die Stimmung ist harmonisch (26.). Am 22. verbringen Sie schöne Stunden mit dem Nachwuchs. 13.–23. 9. Merkur verspricht interessante Kontakte, Sie überzeugen bei Verhandlungen. Die um den 15./16. Ge­ borenen sollten sich gesundheitlich schonen (am 27.)!

waage 24. 9.–3. 10. Sie schalten den Turbo ein, gewinnen einen Vorsprung. Der Neumond am 23. ist ex­ zellent, die Stimmung im Familienkreis harmonisch. Nur am 21. stehen Sie mit dem linken Fuss auf. 4.–13. 10. Sie legen eine kleine Pause ein, lassen sich verwöhnen (am 24.). Am 22. bekommen Sie eine Bemerkung in die fal­ sche Kehle und schmollen. 14.–23. 10. Merkur-Störfelder sorgen für Verzögerungen. Lassen Sie bei Verhandlungen oder auf Reisen kein Detail ausser Acht, speziell am 26. und 27.! Besser (für ein klärendes Gespräch): der 25.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie amüsieren sich blendend. Am Wochenende liegt man Ihnen zu Füssen. Venus ver­ doppelt Ihren Charme (am 21.), danach wirds ruhig. Nur am 23. sind Sie ungeduldig und nervös: der Neumond? 3.–12. 11. Venus verwöhnt Sie mit Streicheleinheiten, Ihr magischer Charme bezaubert (26.). Sie amüsieren sich glänzend, Sie sollten aber nicht zu viel erwarten! 13.–22. 11. Sie knüpfen wertvolle Kontakte, sind redegewandt und geistreich. Exzellent für Verhandlungen, Examen, Schreibarbeiten (22., 25. und 27.). Oder eine Reise?

schütze 23. 11.–2. 12. Exzellenter Neumond (am 23.): für Treffen, (kleine) Reise oder Aussprache. Sie finden die richtigen Worte, einigen winkt eine schöne Überraschung (am 22.). Neuer Boss? Umzug? Angebot? 3.–12. 12. Ruhige Woche mit meist neutralen Einflüssen. Am 24. sollten Sie auf Ihre innere Stimme hören, am 26. nach­ sichtiger sein! 13.–21. 12. Geburtstage vor dem 15. sollten kein unnötiges physisches Risiko eingehen (im Verkehr, auf den Pisten). Nach dem 15. Geborene beginnen ein grösseres Vorhaben (mit guten Resultaten im Sommer).

steinbock 22.–31. 12. Sie amüsieren sich am Weekend glänzend, am 21. erleben manche Sternstunden. Oder lässt eine Begegnung Ihr Herz schneller schlagen? Danach wirds ziemlich ruhig. 1.–10. 1. Sie sind strahlender Mittelpunkt, erleben Momente voller Romantik (26.). Ge­ hen Sie aus, nehmen Sie eine Einladung an, oder organi­ sieren Sie selbst ein Dinner! Am 22. sind Sie zu sensibel. 11.–20. 1. Sie sind sehr aktiv und vital, ideal für sportliche Aktivitäten und Hobbys. Merkur verspricht interessante Kontakte, erfolgreiche Verhandlungen (23., 27.).

wassermann 21.–30. 1. Der Neumond in Ihrer Dekade (am 23.) und der günstige Aspekt zwischen Uranus und Sonne deuten auf eine tolle Überraschung. Neuer Pos­ ten? Begegnung? Angebot? Am 22. sollten Sie aber nicht zu weit gehen! 31. 1.–9. 2. Meist neutrale Einflüsse lassen ein ruhige Woche erwarten. Nur am 24. fällt es Ihnen schwer, Ihre Gefühle zu kontrollieren. 10.–19. 2. Am 24. und 25. agieren Sie instinktiv richtig. Nach dem 16. Gebo­ rene machen Nägel mit Köpfen und stellen langfristig die Weichen. Oder erweitern neue Interessen Ihren Horizont?

fische 20. 2.–1. 3. Venus verwöhnt Sie am Wochen­ ende, Sie sind strahlender Mittelpunkt. Stunden voller Zärtlichkeit, ein lang erwarteter Besuch? Vor dem 23. Geborene erleben eine Sternstunde (21.). Am 25. lassen Sie sich zu sehr beeinflussen. 2.–10. 3. Sie feiern die Feste, wie sie fallen. Gehen Sie aus, oder laden Sie Ihre Freunde ein! Am 26. sind Sie im siebten Himmel. 11.–20. 3. Exzellen­ te Woche für Kontakte, Studien, Reisen, Termine. Sie agieren clever, man hört auf Ihre Vorschläge. Allerdings sollten Sie auch auf Ihren Partner hören!

ihr tages-horoskop 92

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

woche vom 21. bis 27. Januar 2012 Der Neumond am 23. in der 1. Dekade Wassermann steht ganz im Zeichen grosser Reformen (Sonne–Mond in Harmonie zu Uranus). Ausserdem bildet Merkur einen positiven Winkel zu Mars, was Fortschritte auf diplomatischem Gebiet bedeuten könnte oder

Dr. Elizabeth Teissier


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ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die vierten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL �

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 22. Januar 2012

KREUZWORT-CHAOS

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


SUDOKU Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen. mittel

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2 6

4 9 1 9 4 8 5 7

1 9 2 8 2 5 5

Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 120 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit SUDOKU, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel SUDOKU 512 an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://m.vpch.ch/SCH24524 (gratis übers Handynetz)

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Conceptis Puzzles

6

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KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Liestal, 2. Umarmen, 3. Allemal, 4. Vernier, 5. Abbitte, 6. Herisau, 7. Andress, 8. Oktober, 9. Forclaz, 10. Umbrail, 11. Amnesie, 12. Stecken, 13. Habicht, 14. Glorios, 15. Blocher, 16. Gerecht, 17. Asepsis, 18. Zweimal, 19. Diskont, 20. Benevol Lösungssatz: Im Leben kommt alles wie vom Schicksal bestimmt.

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SUDOKU mittel 9 2 4 7 5 1 3 8 6

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Conceptis Puzzles

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LÖSUNGSWORT

Gesamtwert: 1050 Franken!

Lösung: GEMUESEBEET schwer

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Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

KREUZWORTRÄTSEL

K A P E L L (F) E K I N D (B) E R (I) SONNE ELFENBEIN

5 1 6 9 8 3 4 7 2

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WER HÄTS – OHÄ LÄTZ

8 3 7 2 4 6 1 9 5

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1 2 3 =

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2 4 1 6 3 7 9 5 8

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3 1 9 8 7 8 5 2 4 9 6 4 7 2 3 9 6 3 7 5 5 7 8 1 4 4 2 1 6 8 2 3 5 9 6 5 2 1 9 4 685 Lösung: 7 8 6 3 1

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6 1 5 2 9 3 7 8 4

4 6 9 8 2 7 1 3 5

5 7 8 1 3 9 4 6 2

2 3 1 4 6 5 8 7 9

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Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt. Automatisierte Teilnahmen sind nicht gewinnberechtigt.

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W I E ST E H E N I H R E ST E R N E H E UTE? S TA R - A S T R O L O G I N

ELIZABETH

TEISSIER

leser

«Das Fondue-Bild ist einfach super»

absolute Maximum an Ausdruckskraft, das ich je in einer Zeitschrift gesehen habe, vielen Dank.» Erika Dürr, per E-Mail

HAT D I E ANT WO RTE N

«Ich mag Jahresrückblicke. Sie erlauben es, die vergangenen Monate nochmals zu durchleben. Und man kann sich dabei auch Gedanken zu seinem eigenen Jahr ­machen. Danke für die traurigen, schönen, berührenden und schicksalhaften Momente in Bildern.»

Fondue-Plausch im Pulverschnee Tanja Frieden und Stefan Abplanalp bei ihrem Ferienhüttli am ­Hasliberg BE.

Brigitte Erler, per E-Mail

willi

u Olympiasiegerin Tanja

Frieden, «Ich will ein Baby», SI 02/2012 «Tanja Frieden und Stefan Abplanalp scheinen das ganz grosse Glück gefunden zu haben. Die Fotos zeigen herrlich, wie schön es das Power-Paar hat. Das Fondue-Bild ist einfach super. Ein bisschen neidisch kann man schon werden, wenn man sieht, in was für einem schönen Holzhüttli das Paar wohnt. Bald soll also Hochzeit sein. Ich wünsche Tanja und Stefan viel Sonnenschein im Leben, und falls man noch einen Namen für das Hüttli sucht, wie wärs mit ‹Plämpu›?»

Senden Sie eine SMS mit ASTRO* an die Nummer 9988. Sie werden dann per SMS nach Ihren Geburtsdaten gefragt und erhalten einen persönlichen

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«Mir hat die Reportage über Tanja Frieden sehr gut gefallen. Ich weiss noch, wie ich 2006 bei den Olympischen Spielen von Turin vor dem Fernseher sass, mitfieberte und zuschaute, wie sie auf sehr spektakuläre und auch glückliche Art Olympia­ siegerin im Snowboard-Cross wurde. Jetzt freut es mich, dass die hübsche Blondine mit ihrem Stefan auch ihre private Er­ füllung gefunden hat. Die Fotos im Bericht sind übrigens traumhaft schön.»

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MIT ASTROSCHLÜSSEL Senden Sie eine SMS mit STERNE* an die Nummer 9988. Nach dem Senden Ihres Astroschlüssels erhalten Sie

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Das Maximum an Ausdruckskraft u Jubiläum/Jahresrückblick/Interview mit Oswald Grübel, SI 50, 51/2011 «Ich finde das Interview mit Oswald Grübel sehr interessant und aufschlussreich. Und die Fotos von den 100 Menschen sind das

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«Wenn Blocher jetzt gehört hätte, was du über ihn gesagt hast, müsstest du damit rechnen, dass er dafür sorgt, dass du als Nationalheld zurücktreten musst.»

impressum Nr. 3, 101. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 259 86 22, info@schweizer-illustrierte.ch Geschäftsführer Zeitschriften Urs Heller Chefredaktor a. i. Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Betty Bossi AG; Energy Schweiz Holding AG; Energy Bern AG; Energy Zürich AG; ER Publishing SA; Eventim CH AG; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; Goodshine AG; GRUNDY Schweiz AG; Infront Ringier Sports & Entertainment Switzerland AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R MEDIA SA; media swiss ag; Original S.A.; Previon AG; Presse TV AG ; Qualipet Digital AG; Ringier Africa AG; Ringier Studios AG; Rose d’Or AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; The Classical Company AG; Ringier Axel Springer Media AG; Ringier France SA (Frankreich); Ringier Publishing GmbH (Deutschland); Juno Kunstverlag GmbH (Deutschland); Ringier (Nederland) B.V. (Holland); Ringier Kiadó Kft. (Ungarn); Népszabadság Zrt. (Ungarn); Ringier Pacific Limited (Hongkong); Ringier Print (HK) Ltd. (Hongkong); Ringier China (China); Ringier Vietnam Company Limited (Vietnam); Get Sold Corporation (Philippinen). Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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Auf einen Espresso

Frank A. Meyer und Marc Walder

Über Banker, Politiker und Skorpione Was heisst das? Sie finden also: zu Recht? Philipp Hildebrand hat als Präsident der Schweizerischen Nationalbank zwar keine Gesetze oder Vorschriften verletzt, aber die Devisengeschäfte seiner Gattin haben ihn in eine unmögliche Situation gebracht. Was er von den Aktivitäten seiner Frau wusste, ist nicht abschliessend festzustellen, unterliegt also der Unschuldsvermutung – wenn denn von Schuld überhaupt die Rede sein kann. Sein Rücktritt zeugt jedenfalls von Einsicht in das, was diesem hohen Amt zuträglich ist und was nicht. Regeln hin oder her. Gut, Hildebrand hat also Einsicht gezeigt. Aber wie konnte er es überhaupt so weit kommen lassen, dass in seiner engsten familiären Umgebung mit Devisen gehandelt wurde? Dazu gibt es die erhellende kleine Geschichte vom Skorpion und vom Frosch. Erzählen Sie! Der Skorpion wartet am Ufer eines Teichs. Er muss unbedingt hinüber. Denn am anderen Ufer wartet ein Weibchen. Er bittet einen Frosch, ihn huckepack hinüberzubringen. Der Frosch lehnt ab: «Wenn ich das tue, dann stichst du mich.» Darauf der Skorpion: «Das mache ich auf keinen Fall. Denn sonst ertrinken wir ja beide.» Der Frosch nimmt also den Skorpion auf den Rücken und schwimmt los. Sie haben die Mitte des Teichs erreicht, als der Skorpion zusticht. In seinem Todeskampf stöhnt der Frosch: «Warum hast du das getan? Jetzt sterben wir beide!» Der Skorpion erwidert: «Weil ich ein Skorpion bin.» Und der Sinn der Geschichte … … so sind sie, die Banker und Börsianer und Zocker des globalen Finanzkapitalismus – sie können nicht anders.

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Schon vorher hatten Christoph Blocher und «Die Weltwoche» Stimmung gegen Hildebrand gemacht. Seit Monaten. Letztlich haben sie die Lawine der Medienberichte erst richtig losgetreten. Lieber Marc Walder, lassen Sie uns das Gespräch doch bitte auf unserem gewohnten Niveau weiterführen. Der Bundesrat stellte sich lang hinter Philipp Hildebrand. Allzu lang? Eveline Widmer-Schlumpf verteidigte und lobte ihn sogar in der «Arena»– wenige Tage vor seinem Rücktritt. Es gab auch gute Gründe, an ihm festzuhalten. Welche? Die Leistungen von Philipp Hildebrand sind doch erheblich. Er hat die Frankenaufwertung gestoppt. Er hat – Stichwort «Too big to fail» – eine höhere Eigenkapitaldeckung für die Grossbanken bewirkt. Er vertrat die Finanzmacht Schweiz international mit Bravour. Warum soll man so jemanden blitzartig fallen lassen – bloss wegen eines Politikers, der die Wahrheit gern zurechtbiegt, wie wir seit Langem wissen? Dieser Politiker ist übrigens Intim-Freund des gescheiterten UBS-Präsidenten Marcel Ospel, der den weltweit grössten Crash der Finanzkrise hingelegt hat. Was lernen wir aus dem Fall Hildebrand, was bleibt zu tun? Die Deregulierung des globalen Finanzkapitalismus seit den 90er-Jahren muss zurückbuchstabiert werden. Es braucht wieder griffige Regeln unter demokratischer Kontrolle, also verordnet durch die Politik. Und zwar bis hinein ins Kleine und Kleinste, also bis hinein ins Reglement der Schweizerischen Nationalbank für ihre Direktoriumsmitglieder. Denn: Skorpione bleiben Skorpione.  MARC Walder, 46, ist CEO Ringier Schweiz und Deutschland Frank A. Meyer, 68, arbeitet als Journalist im Hause Ringier. Er lebt in Berlin

Foto Thomas Buchwalder

Sagen Sie mal, Frank A. Meyer, ist Nationalbank-Chef Philipp Hildebrand zu Recht oder zu Unrecht zurückgetreten? Mit guten Gründen.


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