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Miss Schweiz 2006 Christa Rigozzi und Giovanni Marchese heirateten am Samstag in Monte Carasso TI.

Traumhochzeit

Christa im Glück «Ich liebe Giovanni jeden Tag etwas mehr» 10 Seiten

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6. September 2010 CHF 4.50


Inhalt

HEFT 36, MONTAG, 6. September 2010

Titel

Titelbild Thomas Buchwalder; Inhaltsfoto Thomas Buchwalder

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7 8 12 32 36 42 50

Christa Rigozzi & Giovanni Marchese «Privat trage ich nun seinen Namen.» Alles zur Traumhochzeit im Tessin!

Leute

Tagebuch von Nik Niethammer Abschied von Radiolegende Ueli Beck Leute Anna Maier, Dieter Meier, Lea Wyler, Josh Holden, Kilian Wenger Michel Renggli Happy! So lebt der FC-Luzern-Star mit seiner jungen Familie Mathias Gnädinger Witzig! Die fünf Brüder aus Ramsen beim Sonntagsbrunch Cecilia Bartoli & Andreas Caminada Mit Charme und Italianità! Ein Gourmetgipfel Qual der Wahl Die 15 schönsten Babys!

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u Gipfeltreffen Die Königin des Belcanto gibt dem Kochfürsten von Schloss Schauenstein eine kleine Gesangsprobe. Das hohe C erreichte 19-Punkte-Star Andreas Caminada nicht. Dafür verrät er, welche kulinarischen Highlights er mit Opernstar Cecilia Bartoli in seiner Küche ausheckte.

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Inhalt Politik 26

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Wer folgt auf Hans-Rudolf Merz? Karin Keller-Sutter, Johann Schneider-­ Ammann: Wie sie leben, wen sie lieben! Pius Segmüller Er war Chef der kleinsten Armee – jetzt fährt der CVP-Politiker dem Chef der «besten Armee der Welt» an den Karren. Grosses Interview der Woche

Rose d’Or

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u Happy Birthday! Wenn er ruft, kommen alle: Oscar-Gewinner Arthur Cohn brachte vergangene Woche viel Glamour ins Zürcher Sihlcity. Das Publikum war begeistert und bot Schauspielstar Iris Berben gar ein Ständchen zum 60.!

Alles zur Jubiläumsshow im KKL Luzern! Das 50. Rose d’Or Festival vom 18.–22. 9. Die Awards Ceremony. Showtime. Tickets. Anreise. Grosses Stelldichein der Stars!

Check-up 53

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Unheilbar! Was die schlimme Diagnose bedeutet. Wie wichtig die Hilfe der PalliativPflege und die Stiftung Onko Plus sind Krank nach Sex! So schützen Sie sich vor den gefährlichen Lustseuchen

Weekend 57

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Shopping 71

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Die Besten 85

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Fotos Hervé Le Cunff, Bruno Voser, Kurt Reichenbach

Party

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u Feinfühlig «Als Fussballprofi kann ich viel Zeit zu Hause verbringen»: Besuch bei FC-Luzern-Star Michel Renggli.

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100 Arthur Cohn Klein Hollywood in Sihlcity Eden Roc «Hotel des Jahres», Ascona

Und … 105 Notabene von Peter Scholl-Latour 66 Horoskop 106 Leserbriefe/Impressum

u Charakter «Uns gibts in dünneren und kräftigeren Ausführungen»: Mathias Gnädinger über sich und seine Brüder.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Abschied von einer Legende Ueli Beck

Nik Niethammer, Chefredaktor

Porträt im Wald SI-Reporter Lukas Egli (l.), FDP-Bundesrats­ kandidat Johann Schneider-Ammann mit den Labrador-Hunden Bajo, Dino und Durga. Ab Seite 26.

Am 27. August ging sein langer Leidensweg zu Ende: Die berühmteste Radiostimme der Schweiz ist verstummt. «Ueli war so lange krank, der Tod war für ihn eine Erlösung», sagt seine Witwe Marianne Beck-Angst. Der Mann mit der sonoren Stimme und der markanten Nase hat mich schon als Kind fasziniert. Als Zehnjähriger erstand ich für 100 Kaugummi-Bildli und CHF 9.90 in Briefmarken ein kleines Taschenradio mit Kopfhörer. Fortan lag ich jeden Freitagabend mit pochendem Herzen unter der Bettdecke und hörte mit meinem Kaugummi-Apparat den «Nachtexpress». Mit ­Elisabeth Schnell und Ueli Beck am Mikrofon. Ulrich Beck stiess Anfang der 1960er-Jahre als freier ­Mitarbeiter zum Radio. Zum Moderieren? Nein, er wollte nicht. Sepp Renggli – damals Sportchef und Studioleiter – war anderer Meinung und «beförderte» ihn zum Präsentator von «Autoradio Schweiz». Das war Ueli Becks Durchbruch bei Radio Beromünster. Sepp Renggli und Ueli Beck arbeiteten über 30 Jahre zusammen. Neben dem Beruf verband sie die grosse Leidenschaft für Fussball – allerdings auf unterschiedlichen Seiten der Zürcher Gleise (Ueli Beck schwärmte für GC, Sepp Renggli für den FCZ). Für die Schweizer Illustrierte erinnert sich Renggli an seinen treuen Freund und Weggefährten. Die Welt ist klein. So will es der Zufall, dass Sepp Rengglis Sohn Thomas, ebenfalls Journalist wie sein Vater, seit Kurzem für die Schweizer Illustrierte schreibt. Renggli junior ist mit den Beck-Söhnen freundschaftlich verbunden. Als E-Junior des FC Witikon war Stefan «Stöps» Beck, 46, sein Trainer. Aber nicht nur das: Stöps gab in einem Kinderhörspiel den Huckleberry Finn. «Für mich war er deshalb Huck», so Renggli. Später lernte er beim FC Witikon auch die anderen Beck-Brüder kennen, Christian, 49, und Dani, 45. Mit Dani und Stöps spielte er in der ersten Mannschaft (3. Liga). Heute sind Thomas Renggli und Dani Beck eng befreundet, sie besuchen zusammen Konzerte und Fussballspiele, sehen sich regelmässig im Zürcher ­Letzigrund. Sepp und Thomas Renggli nehmen Abschied von Ueli Beck – ab Seite 8.

Fotos Marcel Nöcker, Kurt Reichenbach

Christa Rigozzi

Familie Renggli nimmt Abschied Der frühere Studioleiter von Radio Beromünster, Sepp Renggli, entdeckte das Talent von Ueli Beck. Am Freitag erwies er mit Ehefrau Annemarie und Sohn Thomas ­seinem Freund die letzte Ehre.

Wenn Prominente heiraten, sind wir Journalisten oft nervöser als das Brautpaar. Da geht es zu wie auf dem Basar: Wer erhält den Zuschlag für die ­exklusiven Bilder? Wer ist bereit, den höchsten Preis zu zahlen? In den Monaten vor der Hochzeit von Christa Rigozzi und Giovanni Marchese blieb ich tiefenentspannt. Ich wusste seit Mai, wann und wo die Miss Schweiz 2006 heiratet. Und ich hatte mich mit ihr längst darauf verständigt, dass unser Thomas Buchwalder als offizieller Hochzeitsfotograf für die Schweizer Illustrierte den schönsten Tag der beiden Verliebten ­dokumentieren darf – übrigens ohne dass wir auch nur einen Franken Bildhonorar bezahlen. Christa und Giovanni: Amore per sempre – ab Seite 16. Ich wünsche Ihnen eine gute Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

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Prägnant Ueli Beck (1930–2010) besass eine unverwechselbare Stimme – und einen grossen Sinn für Humor.

Eine Abdankung mit einer Prise Lebensfreude Es war ein trauriger Anlass. Und trotzdem gabs heitere Momente. In der reformierten Kirche Witikon in Zürich wurde Radiolegende Ueli Beck in die Ewigkeit verabschiedet.

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Text Thomas renggli Fotos marcel nöcker

D

reissig Jahre habe ich mit Ueli gearbeitet, mich mit ihm gestrit­ten und mich wieder versöhnt. Es gäbe so viel zu erzählen. Aber jetzt mag ich nicht», sagt Elisabeth Schnell nach der Abdankungsfeier gerührt. «Wir sind traurig, aber nicht himmeltraurig. Weil Ueli das Leben geliebt hat», so Pfarrer Gerhard Traxel in seiner feinen, aber

nie pathetischen Predigt, in der es sogar für einen von Uelis Lieblingswitzen Platz hat (Der Pfarrer zu einem Kirchgänger: «Soll ich dich in meinem Gebet einschlies­ sen?» – «Und wie komme ich da wieder raus?»). In der reformierten Kirche in Zürich Witikon darf eben auch gelacht werden, wenn es einem ums Weinen ist … Organist Bruno Reich spielt Jazz und Stücke aus der «Kleinen Niederdorfoper», die illustre Trauer­gemeinde er­ innert sich mit einem ­melancholischen u


Abschied

Wie aus Ulrich Ueli wurde Beck Ulrich, geboren am 15. De­ zember 1930, lernte Buchhändler, fühlte sich aber von den Brettern, die die Welt bedeuten, mehr angezogen als vom Bü­ cherverkauf. Deshalb nahm er Schauspiel­ unterricht und träumte von klassischen Rollen bis hinauf zu Hamlet. Als das Zürcher Schauspielhaus jedoch Quadflieg und Biberti statt Beck verpflichtete, wandte sich Ulrich der leichten Muse zu und verwandelte sich in den amüsanten, schlagfertigen, Sprüche klopfenden, Witze erzählenden, den Plauderton pfle­ genden Radiomoderator, Volksschau­ spieler, Katzenmagazin-Autor und Hans­ dampf in allen Gassen Ueli. Ueli Beck wurde populärer als Ulrich Beck. Da unsere Medien seit seinem Tod ausführlich über die Radio-, TV- und Theateraktivitäten des Mannes mit der markanten, stets etwas verrauchten Stim­ me orientierten, begebe ich mich nach dreissig gemeinsamen Radiojahren auf Uelis Nebenschauplätze. Da war zum Beispiel der Kinderzirkus Robinson. Mari­ anne und Ueli (Ulrich nur noch für das Steueramt) engagierten sich jahrelang gemeinnützig für diese Manege. Ihre drei Söhne Chrigel, Stöps und Dani brillierten als Jungartisten, ehe sie statt beim Circus Knie bei den Fussballjunioren des FC Wi­ tikon landeten. Dort hatte sich einst auch

ihr Vater versucht, bevor er im Schauspie­ ler-Chaotenteam FC Schnauz zusammen mit dem Torhüter Ruedi Walter, den Ver­ teidigern Jörg Schneider und Paul Bühl­ mann, dem Auf- und Abbauer Inigo Gallo und dem diskreten Rechtsaussen Walter Roderer Landschaden verursachte. Doch Ueli Beck wollte mehr als Land­ schaden und wechselte behufs dessen 1977 vom Plauschfussball in die National­ liga A. Zum FC Young Fellows. Als Präsi­ dent! Wer Uelis gute Laune nicht gefähr­ den wollte, unterliess fortan die Frage, ob die Young Fellows während seiner Amtszeit von der obersten Schweizer Fussballklasse in die Anonymität der eid­ genössischen Kickerei getaucht seien. Mehr Fortune hatte der Präsident i. R. anschliessend als Hardturm-Platzspeaker und GC-Protagonist. Allerdings versagte in dieser Phase der Pädagoge Beck: Zwei seiner drei Söhne wurden FCZ-Fans. GC, FCZ oder YF, schliesslich fand Ueli wieder zurück zu seinen Wurzeln. Beim Quartierverein FC Witikon beendete er seine Fussballkarriere. Als ehren­amt­licher FCW-Linienrichter. Uelis unbe­ stechliche Fähnrich-Methode: im Zweifel nie gegen den FCW winken. So war Ueli – dieser liebenswerte Freund und Kumpel. Und noch viel, viel mehr. Denn da gab es auch den aufrech­

Trauerfamilie Ehefrau Marianne Beck (Mitte rechts) an der Seite ihrer Schwester Ursi auf dem Weg zur Kirche. Die Söhne Christian (vorne mit Gattin Christine), Stefan (verdeckt, mit Ehefrau Liliane) und Dani. Dahinter folgen die Enkel.

ten, aber kaum rechten Zünfter Ueli Beck. Trotz seiner Radiosendung «Frisch vom Beck» marschierte er am Sechse­ läuten für die Metzgerzunft. Die Herzen und Blumen seiner 20- bis 80-jährigen Verehrerinnen flogen ihm auf Zürichs Strassen en gros zu, sodass mancher Politiker angesichts der beckschen Flora am Stellenwert der Popularität zu zwei­ feln begann. Weil das Zürcher Frühlings­ fest für die ausdauerndsten Zünfter jeweils bis zum Morgengrauen dauert, musste Uelis ­Sekretärin am folgenden Dienstag jahrzehntelang alle Anrufer und Besucher enttäuschen: «Herr Beck ist den ganzen Tag an einer Sitzung und darf nicht gestört werden.» Seit dem 27. August ist Ueli Beck nicht nur am SechseläutenDienstag unerreichbar. Wir vermissen diesen wertvollen, hilfsbereiten Men­ schen und talentierten Entertainer an allen Ecken und Enden. «Dem Mimen flicht die Nachwelt keine Kränze.» Wir tun es trotzdem. Schiller irrte.  Sepp Renggli, 86, war langjähriger Sportchef und Studioleiter in Zürich von Radio DRS. Er machte Ueli Beck zum Moderator.

Fotos Gaetan Bally / Keystone, RDB

Ueli Beck war nicht nur als Radiomann und Schauspieler legendär. Seine Liebe gehörte auch dem Fussball und dem Sechseläuten. Weggefährte Sepp Renggli erinnert sich.

Einfühlsam Der Witiker Pfarrer Gerhard ­Traxel trifft exakt den richtigen Ton. schweizer illustrierte

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abschied Lächeln an die vielen Anekdoten um den populären Radio- und Theatermann. Roger Schawinski erlebte Beck als «immer unglaublich interessierten Menschen – mit der perfekten Radiostimme». Auch als er zum Konkurrenten wurde, habe sich daran nichts geändert: «Ich bin nie ein Pirat für ihn gewesen. Ueli hat gemerkt, dass ich das Radio genauso liebe wie er.» Musiker Pino Gasparino verband eine andere Gemeinsamkeit mit dem Verstorbenen: «Ich habe mit ihm über Gott und die Welt gesprochen. Aber am Schluss ging es immer um Katzen. Er mochte Katzen über alles – wie ich auch.» Charles Clerc lernte Ueli Beck 1970 am Anfang seiner Karriere im Radio­ studio Zürich kennen: «Ueli ist immer ein guter Kollege gewesen. Er war ein Star ohne Allüren. Die Lücke, die er hinterlässt, ist nicht zu schliessen.» Jürg Randegger, der als Moderator des «Samschtig-Jass» und Mitglied des Cabaret Rotstift selbst ein Stück Schweizer Kulturgeschichte geschrieben hat, be­ zeichnet Beck als «grosses Vorbild und Mentor». Fifa-Boss Sepp Blatter teilte mit Ueli Beck die Leidenschaft für den Fussball: «Wir haben uns seit 30 Jahren immer wieder getroffen – und oft zusammen Fussball gespielt.» Das Spiel des Lebens ist für Ueli Beck vorbei. Die Frage, ob die ewige Verlängerung «oben oder unten» stattfindet, will Pfarrer Traxel nicht beantworten. «Aber Sie ahnen, in welche Richtung es geht», sagt er. «Über unserer Traurigkeit soll das Licht des Lebens strahlen.»  

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Nachdenklich Für Jürg ­Randegger war Ueli Beck Mentor und grosses Vorbild.

Nachbarin Schauspielerin ­Stephanie Glaser lebt wie die Familie Beck in Witikon.

Tieftraurig Erich Vock, Elisabeth Schnell und Hubert Spiess (v. l.), den Tränen nahe.

Hoher Besuch Fifa-Chef Sepp Weggefährte Heini von Grüni- Ein Star ohne Allüren Das war Blatter trauert an der Seite von gen (mit Ehefrau Vreni) war für Ueli Beck für den Ex-FernsehMonika Kälin. Beck Chef und Kollege zugleich. mann Charles Clerc.

«Die perfekte Stimme» Roger Gerührt Bernard Thurnheer Schawinski, mit Ehefrau Gabri- kam alleine und trauerte im ella Sontheim, über Ueli Beck. Stillen.

Farbenfroh Schauspielerin Yvonne Kupper (mit Suzanne Klee, r.) hält nichts von Schwarz.


wer liebt wen

Zwei Babys und viel Herzklopfen u Eine Bilderbuch-Geburt erlebte Gwendolyn Rich: Am 27. August brachte die 31-jährige Schau­ spielerin Söhnchen Liam (3650 Gramm, 52 Zentimeter) zur Welt. «Es dauerte nicht mal zwei Stunden», schwärmt Gwendolyn über die Geburt im Spital Zollikerberg ZH, «nur die Plazenta liess etwas auf sich warten.» Gwendolyn wird nun Babyboy Liam sowie ihre Tochter Loïs, 6, alleine aufziehen. «Meine Mutter hilft mir aber, sie ist sogar zwischenzeitlich zu mir gezogen.» u Ein 46-jähriger Italiener lässt ihren Puls schneller schlagen: «Puls»-Moderatorin Nicole Westenfelder, 41, ist endlich verliebt: «Wir kennen uns seit 25 Jahren. Neulich haben wir uns wiedergesehen und nicht verstanden, wieso wir uns je aus den Augen verloren haben», verrät Westen­ felder gegenüber dem «Blick». Momentan führe sie eine Fernbeziehung. u Erst im Juni haben

Star-Auktionator Simon de Pury, 58, und die Kunst­ historikerin Michaela Neumeister, 39, in London ihr Hochzeitsfest gefeiert – mit einer legendären Party in der Saatchi Gallery. Anstelle von Tischen gab es 68 leinenbezogene Betten. Das hat nicht nur bei den 600 Hochzeitsgästen eingeschlagen: Michaela soll bereits schwanger sein.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Adolf Ogi u René Rindlisbacher u Stephan Schmidlin u Katy Perry u Fürst Albert von Monaco

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dieter meier

Der Avantgardist he

u Mit Yello haben Dieter Meier, 65, und sein Partner Boris Blank, 58, Musik­ geschichte geschrieben. Ihre allerersten Musikexperimente waren Aufnahmen von Motorengeräuschen, einer ihrer grössten Hits heisst «The Race». Was hat Dieter Meier also in einem Auto ohne Benzinmotor verloren – und ohne je­g­ liche Fahrgeräusche? Das neue Elektro­ mobil sieht zwar äusserlich aus wie ein normaler Smart, wer jedoch den Tank­ deckel öffnet, findet eine Steckdose. «Ich war schon immer an den neusten Tech­ nologien und Innovationen interessiert», sagt Meier. Doch er ist nicht nur Multi­ media-Künstler, sondern auch Bio-Bauer – mit eigener Farm in Argentinien: «Logisch, dass ich von diesem Auto begeistert bin, weil es so ökologisch wie nur möglich ist – ohne Abgase, ohne Gestank.» Und wie fährt man eigentlich damit? «Wie auf einem Teppich. Nur Fliegen ist schöner.» Einen Nachteil hat der Elektro-Zwerg aber: Für einen neuen Yello-Hit wäre er ungeeignet – da un­ hörbar. (www.smart-urban-stage.com)

andrea vogel

Lea Wyler, die Rokpa-­ Gründerin in Zürich.


Leute Gut zwei Jahre nachdem sie sich auf einem Flug nach Kreta kennengelernt hatten, feierten Anna Maier und Urs Bruggisser jetzt auf der Insel ihren Bund fürs Leben.

Neu, frech & öko: Dieter Meier im Elektromobil «Smart Fortwo ed» am Smart Urban Stage im Zürcher Puls 5.

bt ab lea wyler

u Unter dem Motto «Kultur in der Kirche» feiert das Hilfswerk Rokpa in Küsnacht seinen 30. Geburtstag. Die Zürcherin Lea Wyler, Mitbegründerin von Rokpa, unterhält in Nepal und Tibet Suppenküchen, Schulen, Kinderheime. Und weil es ein rundes Fest ist, bieten Schweizer Stars und Rokpa-Botschafter einen grossen Kultur- und Konzertabend: Grammy-Gewinner Andreas Vollenweider, 57, spielt Harfe, Schauspielerin Maria Becker, 90, rezitiert mit ihrem Sohn, dem Schauspieler Benedict Freitag, 58, Kurzgeschichten, und Moderatorin Sandra Studer, 41, führt durch den Abend. «Nur geben macht wirklich glücklich», sagt Wyler. SR

Benefizabend am 11. September, 19 Uhr, Ev.-ref. Kirche Küsnacht, Eintritt kostenlos, der Gesamterlös geht an Rokpa

Fotos Nico Schaerer, Malu Barben, Mike Gut, RDB, Star-Press, Fabienne Bühler

Die Nächstenliebe hat Geburtstag

Anna Maier & urs bruggisser

Griechische Hochzeit

u «Wir träumten von einer aussergewöhnlichen Feier als Start in unsere Ehe», sagt Anna Maier, 33. Gut acht Monate nach der zivilen Hochzeit gab die Moderatorin ihrem Herzbuben, dem Piloten Urs Bruggisser, 43, vergangenen Samstag auf der griechischen Insel Kreta das Ja-Wort. Das Paar liess sich bei Sonnenuntergang am Strand der Bucht von Elounda trauen. Als Hochzeitsessen für die 45 Gäste gabs ein Barbecue und als süssen Abschluss eine dreistöckige Torte aus Schokoladen-Mousse. «Diese Hochzeit war genau richtig für uns: stressfrei und unkompliziert», sagt Anna, die ein Traumkleid mit neun Lagen Tüll und einem smaragdgrünen Gürtelband trug. Tags darauf gings ab zum Flittern nach Santorini. sandra casalini

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Leute

We are Family! Hockey-Star Josh Holden in der neuen Bossard Arena mit seinen Töchtern Noa, Maren und Kapri (v. l.), seiner Frau Janie und ihrem Sohn Cody (l.).

Josh Holden

Heiss aufs neue Eis

Fotos Fabienne Bühler, Kurt Reichenbach, SF, Davids

u «Fantastic!» und «Unbelievable!» sagt Hockey-Star Josh Holden, 32, über die neue Bossard Arena in Zug. «Unser Stadion hat NHL-Niveau, auch wenn es kleiner ist.» Der gebürtige Kanadier muss es wissen: Schliesslich hat der Star-Stürmer des EV Zug in allen Top-Arenen Nordamerikas gespielt. Am 10. September startet die Schweizer ­Hockey-Liga. Erster Gast im Zuger Eispalast: der Meister aus Bern. ­«Natürlich wird auch die Familie auf der Tribüne sitzen.» Drei Töchter hat Josh mit seiner Janie: Noa, 9, Maren, 8, und Kapri, 5. Den 18-jährigen Cody, der beim EVZ bei

der Junioren-Elite spielt, hat seine Frau aus erster Beziehung mitgebracht. «Wir sind eine tolle Truppe, auch wenns zu sechst immer mal drunter und drüber geht.» Zu Hause in Rotkreuz ist Englisch die «Amtssprache». Deutsch zu lernen, sei schwierig, sagt der Hockey-Profi. «Aber keine Sorge, die Schimpfwörter der Gegenspieler verstehe ich bestens.» In der vergangenen Saison wurde der begeisterte Hobby-Fotograf zum «MVP», zum wertvollsten Spieler, gewählt. «Eine tolle Auszeichnung. Doch noch wichtiger ist, für meine Kinder der wertvollste Vater zu sein.» alejandro Velert

kilian wenger

Des Königs Kutsche u 265 PS, Allrad, V6-Turbo – ein starkes Auto für den starken Mann. Die Garage Wenger in Interlaken und Opel Schweiz übergaben Kilian Wenger, 20, fürs erste Amtsjahr als Schwingerkönig einen brandneuen Opel Insigna. «Mein Auto muss praktisch und stark sein», sagt Kilu. Nur halbernst die Befürchtungen von Garagist Wenger: «Bei seinem Fahrstil schwant mir Böses für die Pneus.» ini

Rose

kaktus

Thomas Grond Leiter Kinderprogramm SF und DRS u Auf dem Internetportal von «Zambo», dem neuen Jugendprogramm von SF und Radio DRS, können Kinder Sendungen mitgestalten und sich austauschen. Damit sich keine pädophilen Grüsel in den Chat einschleichen, haben sich die Verantwort­ lichen etwas einfallen lassen: Jedes Kind, das sich registriert, wird persönlich angerufen! Allein am ersten Sendetag wurden tausend Telefonate geführt. Ein Riesenaufwand der Sicherheit zuliebe – und darum alles andere als ein Kinderspiel! Dafür, lieber Herr Grond, schenken wir Ihnen unser Lieblingsspielzeug – die Rose!

Stefan Raab Moderator «TV total» u Nella Martinetti eine kleine Dicke, die aussieht wie Dirk Bach. Maja Brunner eine miserable Playbacksängerin. Yasmine-Mélanie ein «GummiFace». Und der Grand Prix der Volksmusik eine «Paralympics-Variante des Eurovision Song Contest». Raabenschwarzer Humor hat ja durchaus seinen Reiz. Aber beim Verriss unserer Volksmusikhelden ist Stefan Raab etwas zu weit gegangen. Wer stichelt, lieber Herr Raab, der wird gestochen: Wir geben «TV total» den «Kaktus brutal» – mit den besten Wünschen der «behinderten» Musiknation.

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Titel

Bunt, fröhlich und voller Amore: So sagten christa rigozzi und giovanni ­marchese «Sì» ­zueinander. Seine Traumhochzeit feierte das Paar ausgelassen – und leicht chaotisch.

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«Amore mio» Das Hoch­ zeitspaar zeigt sich individuell: Bräutigam Giovanni fuhr auf der Vespa seines Onkels vor. Christa trägt ihr selbst entworfenes Brautkleid aus acht Metern Seidenmousse­ line, besetzt mit 500 SwarovskiSteinen.

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Titel

Samstag, 4. September, 17.15 Uhr tauschen Christa und Giovanni ihre Weissgold-Ringe von Tiffany, besetzt mit winzigen Diamanten 18

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«Sì!» Pater Don Matteo erklärt das Brautpaar in der Kirche San Bernardino vor 110 Gästen zu Mann und Frau.

«Auguri!» Vor der Kirche bewerfen Gratulanten die Frischgetrauten mit Reis. Der Brauch symbolisiert Fruchtbarkeit.

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Foto Andreas Gemperle

«Ti amo!» Christas Jugendliebe «Gio» ist zu Tränen gerührt: «Ich liebe dich wie am ersten Tag.»

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Titel «Pst» Ihre Hochzeit sollte geheim bleiben. Trotzdem erschien fast das ganze Dorf vor der Kirche in Monte Carasso TI.

Aussergewöhnlich: Christas und Giovannis Liebe überdauerte ihr Jahr als Miss Schweiz. Jetzt soll sie für immer halten


«Sposa bella!» Die schöne Braut schenkt ihrem Liebsten rasch einen innigen Kuss. «Jetzt werde ich privat seinen Namen tragen.»

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Titel

Süsse Versuchung Christa und Giovanni beim Anschneiden der siebenstöckigen Hochzeitstorte. Ein Kunstwerk! Mit viel Rahm – und Alkohol.

Zum dreiwöchigen Honeymoon gehts jetzt nach Australien. Stationen sind Sydney, Brisbane und Cairns. Christa: «Abenteuer pur!» 22

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Foto Andreas Gemperle

Frisch verheiratet Nach der Trauung chauffiert sie ein Rolls-Royce nach Magadino, wo eine Jacht auf das Brautpaar wartet.

Explosiver Start ins Eheleben: Auf dem Steg des Hotels des Jahres Eden Roc in Ascona geniessen die Frischvermählten ein eigens für sie gestaltetes Feuerwerk.


Text René Haenig Fotos Thomas Buchwalder

C

hrista Rigozzi, 27, dreht sich noch einmal kurz zu ihrem Vater, lächelt ihm zu. Fausto Rigozzi, 55, erwidert ihren Blick, nickt leicht mit dem Kopf und lächelt zurück. Er steht in der vordersten Kirchenbank, die Brille hat er zusammengeklappt vor sich abgelegt. In seiner Linken knüllt er sein weisses Taschentuch, die Hände zu Fäusten geballt. Wenige Schritte ­trennen ihn von seiner Tochter. Gerade noch führte er Christa am Arm durch die Kirche SS. Bernardino e Girolamo im Dorfkern von Monte Carasso TI vor den Altar. Hier wartete der Bräutigam bereits auf seine Braut. Während ­Giovanni Marchese, 32, ihren Schleier lüftete, hielt Christa immer noch die Hand ihres Vaters. Auf dem Weg zu seinem Platz hatte sich Papa Fausto erstmals verstohlen das Taschentuch über Augen und Stirn gewischt. Seine Frau Lorenza, 52, streicht ihm be­ruhigend über den Rücken. Als Pater Don Matteo mit der Trau­ zeremonie beginnt, schmiegt Fausto seine Schulter an die seiner Lorenza. Die beiden lächeln sich an. Tochter Christa blickt jetzt gebannt nach vorn. Am Vorabend der kirchlichen Hochzeit war Christa noch lange mit ihrem Vater zusammengesessen. Mutter Lorenza war bereits im Bett, während Vater und Tochter bis tief in die Nacht mit­einander redeten. Christa, Sie verbrachten die Nacht vor Ihrer Hochzeit bei Ihren Eltern, obwohl Sie und Giovanni bereits in Monte Carasso zusammenwohnen? Ja, ich wollte noch einmal zu Hause bei ihnen sein. Zu meinem Vater habe ich ein inniges Verhältnis. Dabei heisst es immer, dass sich Mütter und Töchter näherstehen. Nicht nur! Als Kind streifte ich oft mit meinem Vater, der Jagd- und Fischereiaufseher ist, durch die umliegenden Wälder. Gestern Abend tranken wir gemeinsam eine Flasche Rotwein und tauschten Erinnerungen aus. Ausserdem sagt man ja, dass Rotwein einen gut schlafen lässt. Und? Ich ging um ein Uhr morgens ins Bett, schlief aber schlecht. Ich wachte immer wieder auf. Christa sitzt auf einem kleinen, hölzer­ nen Gartenstuhl auf der Terrasse bei ihren Eltern. Den Kopf hat sie gesenkt, u schweizer illustrierte

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Titel Coiffeur Nhut macht sich gerade an ihren Haaren zu schaffen. Um 16 Uhr findet die kirchliche Trauung statt. Jetzt ist es ein Uhr mittags. Christa schluchzt leise, Tränen kullern ihr auf die Jeans. Sie hat einen Brief in den Händen, orangefarbenes Papier, schwarze Handschrift. Christas beste Freundin Manuela hat ihn geschrieben. Manuela sitzt auf der Bank neben Christa und beobachtet ihre Freundin. Die beiden kennen sich seit 27 Jahren, schrieben sich als Teenager schon Briefe. Es ist ein kleiner Satz, der Christa so weinen lässt: «Wenn Du springst, springe ich auch.» Er stammt aus «Titanic», Leonardo DiCaprio sagt ihn im Melodrama zu Kate Winslet. Auch Manuela wird bald heiraten.

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Christa, was wird bei Ihnen und Giovanni das Fundament Ihrer Ehe sein? Das, was unserer Beziehung bereits in den vergangenen elf Jahren Halt ge­geben hat: gegenseitiger Respekt, Ehrlichkeit und Vertrauen. Sie und Giovanni absolvierten einen

Ihre Liebsten Das Brautpaar mit Trauzeugin Manuela Perna (v. l.), Christas Eltern Lorenza und Fausto, Giovannis Eltern Francesca und Francesco sowie sein Trauzeuge Volkan Uzakgoeren.


«Wir wollen jederzeit miteinander reden können und nicht vor Pro­blemen flüchten, sondern versuchen, sie gemeinsam zu lösen» Ehevorbereitungskurs. Ihre wichtigste Erkenntnis daraus? Dass unsere Ehe für immer bestehen soll. Wenn ich mir heute die Realität anschaue, ist es leider so, dass sich jedes sechste Ehepaar schon wegen kleiner Probleme scheiden lässt. ­Giovanni und ich wollen jederzeit miteinander reden können und nicht vor Problemen flüchten, sondern versuchen, sie gemeinsam zu lösen. Sie liessen sich vor drei Wochen standesamtlich trauen, sind also bereits Mann und Frau. Was bedeutet Ihnen diese kirchliche Hochzeit heute? Giovanni und ich treffen uns vor Gott und bitten ihn um seinen Segen für unsere Verbindung. Für mich ist es ausserdem ein Versprechen ewiger

Liebe vor Gott – und zwar sowohl vor als auch nach dem Tod. In der Kirche in Monte Carasso hört man während der Trauung immer wieder Kinder tuscheln. Christa legt den Zeigefinger beschwörend auf ihren Mund: «Pst!» Sie hat keinen Erfolg. Erst als sie und Giovanni vor Pater Don Matteo knien, den Kopf gesenkt, die Augen andächtig geschlossen, wird es für ein paar Sekunden ruhig. Das Brautpaar betet. Für sich. Für seine Ehe. Giovanni wird später auf die Frage, was ihn so sicher sein lässt, dass Christa die richtige Frau für sein Leben ist, antworten: «Weil sie mich ergänzt. Weil sie bei mir ist und zu mir hält, wenn ich schwere Momente erlebe. Ich

liebe sie so wie am ersten Tag.» – «Und ich liebe Giovanni jeden Tag etwas mehr», ergänzt Christa keck. Um 17.15 Uhr besiegeln die beiden mit ihrer Unterschrift ihre Ehe. Stürmisch küsst Giovanni Christa. Einmal. Zweimal. Ein drittes Mal. Dann legt er seinen Kopf an ihre Wange. Sie blickt zu ihrem Vater. Fausto hält immer noch die Hand seiner Frau. Seine Augen sind gerötet. Tränen. Stolz steht er auf. Und geht nach vorn. Drückt seine Tochter, seinen Schwiegersohn. Jetzt kommen auch Giovanni die Tränen. Die Männer stehen sich gegenüber, schluchzen. Daneben eine Braut, die übers ganze Gesicht strahlt. Giovanni, was lieben Sie an Christa, wenn Sie sie jetzt so dastehen sehen? Ihre Spontanität, diese fröhliche Art, wie sie jetzt lacht. Sie macht mich glücklich, wenn ich traurig bin, sie schenkt mir Zuversicht, wenn ich nicht weiterweiss. Mit ihr wird mir nie langweilig werden. Sie ist mein Stern! 

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Gewinnend Die erste Hürde hat die St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter, 46, souverän gemeistert. Letztes Wochen­ende setzte die FDPFraktion sie auf Platz eins für die Bundesratswahl.

Lady oder L

Sie ist die bekannteste Politikerin der Ostschweiz, er das S sie das Zeug zum Bundesrat – aber nur einer kann ge


Politik

adykiller?

chwergewicht der Schweizer Industrie. Beide haben winnen. schweizer illustrierte

Fotos Fabienne B端hler, Kurt Reichenbach

Favorit Der Berner Johann Schneider-足Ammann, 58, ist Unternehmer mit Haut und Haar. Er ist auf Platz zwei, gilt aber als Favorit f端r die Nachfolge von Bundesrat Hans-Rudolf Merz.

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Politik

Persönlich Karin Keller-Sutter

Unabhängig Sie ist Sicherheits- und Justiz­direktorin in St. Gallen, ihr Mann Morten Rechtsmediziner in Zürich. Karin Keller-Sutter, Regierungsrätin SG

Die Gradlinige

Klare Sprache, klarer Kompass: Mit der St. Gallerin Karin Keller-Sutter schickt die FDP eine Frau mit Ecken und Kanten ins Rennen um den Bundesratssitz.

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rimis funktionieren nach dem Prinzip: zur falschen Zeit am ­falschen Ort. Beim Bundesratswahlkrimi ists umgekehrt: Wer zur richtigen Zeit am richtigen Ort steht, wird gewählt. Die St. Galler Regierungsrätin Karin Keller-Sutter, 46, beispielsweise: Monatelang war sie klare Favoritin für die Nachfolge von Hans-Rudolf Merz, doch jetzt kommt die Wahl zur Unzeit. Denn der frei werdende FDP-Sitz wird erst nach dem SP-Sitz besetzt, da Moritz Leuenberger amtsälter ist. Die Sozial­ demokraten treten mit einem Frauen-­ Ticket an. Eine FDPlerin wäre also die fünfte Frau im Gremium. «‹Fünf Frauen sind zu viel!› Diese Aussage höre ich derzeit oft», erzählt der St. Galler CVP-Nationalrat Köbi Büchler. Eigentlich hält er die Regierungsrätin für eine überaus fähige Kandidatin. Doch nun sei ihr Geschlecht zum Handicap geworden, bedauert er. Dabei sei der Alternativkandidat – Johann SchneiderAmmann – doch etwas gar brav. Karin Keller-Sutter hat alles richtig gemacht: Zehn Jahre ist sie nun Regierungsrätin, steht in ihrem Sicherheits­ departement 1500 Mitarbeitern vor und wurde zweimal vom Volk mit Glanzresultaten wiedergewählt. «Sie packt heisse Eisen an, ist verlässlich. Und trotz ihren Erfolgen ist sie

mit beiden Beinen fest auf dem Boden geblieben.» Beni Würth, CVP-Fraktionschef im Kantonsrat, geizt nicht mit Komplimenten für die politische Konkurrentin. Doch in den Medien spriessen plötzlich die Vorurteile: Als «eiserne Lady», als «kühle Blonde» wird die Kandidatin dargestellt. Wie geht sie damit um? «Morton hat etwas Angst um mich», erzählt Keller-Sutter. Für ihren Mann, der in Zürich als Rechtsmediziner arbeitet, sind die Zerrbilder seiner Frau schwer zu ertragen. Als Politikerin kann sie besser mit Kritik umgehen, sie könne das einordnen, sich allenfalls wehren. Ihr persönliches Rezept gegen Kritik: «Was berechtigt ist, muss man annehmen. Ausserdem braucht man die innere Ruhe, sich zu sagen: Ich machs nach bestem Wissen und Gewissen.» Kalt! Forsch! Hart! Die Vorurteile bleiben nicht ohne Widerhall. Dazu sind sie zu passend. Denn eigentlich sind die negativen Etiketten nur andere Begriffe für das, was ihre Anhänger als zupackend loben. «Die Kritik ist überzeichnet», meint Würth. «Sie hat eine klare Linie, aber eisern ist sie sicher nicht.» Klare Linie bei: Asylmissbrauch, Fussballrowdys, Gewalt in Beziehungen und Hooligans in Nadelstreifen. Frauenanliegen, Härte in der Ausländerpolitik

und Einstehen für gesellschaftliche Werte – normalerweise braucht es für diese Themen drei verschiedene Parteien. Liegts an ihrer Herkunft? Politisiert wurde die heutige Regierungsrätin buchstäblich am Stammtisch. Die Eltern betrieben in Wil SG ein Wirtshaus. Klein Karin war fasziniert von all den Menschen, die da zusammenkamen – vom Fabrikdirektor bis zum Büezer. Das Resultat ist eine Politikerin, die ein klares Weltbild hat, die zuhören kann, die sich verständlich ausdrückt. Etwa zur Finanzkrise. «Liberal heisst nicht: alle Freiheiten nur für mich und möglichst viel Geld in die eigene Tasche! Die wenigen, die die Freiheit überbeanspruchen, gefährden die Tragfähigkeit der Gesellschaft.» Ob sie im Bundesrat bestehen könnte? Vor Jahren hat Keller-Sutter eine aufschlussreiche Anekdote aus ihrer Kindheit erzählt: In Wil treiben an der Fasnacht die Tüüfel Schabernack. Weil sie genug davon hatte, die Gejagte zu sein, verkleidete sich Karin als Teufel. Was sie nicht wusste: Die Teufel treffen sich regelmäs­ sig in der Tüüfelhöli, und da fallen die Masken: «Es wurde brenzlig. Ich wurde dann aber toleriert, weil ich beim Rennen mithalten konnte.» «Sie hat alles, was es braucht: Sie ist mutig und pflichtbewusst», meint Rita Fuhrer. Vor zehn Jahren hat Fuhrer selbst als SVP-Bundesrätin kandidiert. Heute drückt sie Keller-Sutter «ganz fest die Daumen!». Weil die Kandidatin eine Eigenschaft habe, die in der Politik selten sei: «Bei ihr kann man sich 150-prozentig darauf verlassen, dass sie Wort hält.» Vielleicht ist sie am Ende doch zur richtigen Zeit am richtigen Ort? Text Sascha Buchbinder schweizer illustrierte

Foto Privat / HO

Geboren in Wil SG am 22. 12. 1963 u Karriere Ausbildung zur Konferenz­ dolmetscherin und Mittelschullehrerin. Gemeinderätin mit 28, Kantonsrätin mit 32, Regierungsrätin mit 36. Landesweit bekannt wird sie für ihr Durchgreifen gegen häusliche Gewalt u Familie Verheiratet mit dem Rechtsmediziner Morten Keller-Sutter u Freizeit Spazier­ gänge mit Mann und Hund – ein JackRussell-Terrier – sind ihr wichtig

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Politik Persönlich Johann SchneiderAmmann

Mann mit Vorbild Der Industrielle bewundert seine Ehefrau Katharina, eine «Tiernärrin». Johann Niklaus Schneider-Ammann, Nationalrat FDP

Der Unfreiwillige

Die Kandidatur als Pflicht: Der Langenthaler Nationalrat ist passionierter Unternehmer. Ihm kommt der Ruf ins Bundeshaus eigentlich ungelegen.

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r würde ja gemächlich durch den Wald gehen. Sein Schritt wäre weder langsam noch forsch, sondern geradlinig und stet. Doch Johann Schneider-Ammans Hunde haben anderes im Sinn. Dino und Durga scheren ständig aus, zerren energisch an den Leinen, graben ihre grossen Schnauzen in den feuchten Waldboden. «So, chömmit!», protestiert der Unternehmer resolut. Die Labradore folgen. Einzig der älteste, Bajo, darf frei gehen. Der Chef? «Der Chef bin ich!», betont der 58-Jährige, während ihn die Hunde fast wieder aus dem Gleich­gewicht bringen. Zumindest das Tempo bestimmen die Vierbeiner. Johann Schneider-Ammann ist ein Alphatier von A bis Z: Der Elek­ troingenieur ist seit 1984 CEO der Ammann-Unternehmungen in Langenthal, seit 1990 auch deren Verwaltungsratspräsident. Er hat das auf Asphaltmischanlagen und Verdichtungsmaschinen spezialisierte Familienunternehmen global ausgerichtet und auf Expansionskurs getrimmt; die 1869 gegründete Firma erwirtschaftet mit 3000 Mitarbeitern weltweit eine Milliarde Franken Umsatz. Schneider-Ammann war Oberst im Generalstab, amtet als Präsident des Indus­ trieverbands Swissmem und Vizepräsident von Economiesuisse. Seit Freitag ist der Berner FDP-Nationalrat auch poli-

tisch auf dem Höhepunkt: «Mister Werkplatz» gilt als Favorit für die Nachfolge von Hans-Rudolf Merz. Echte Freude will ihm ­diese Rolle indes nicht bereiten. «Ich brauche keinen neuen Job», betont er im Wald zwischen Langenthal und Bleienbach. «Ich habe alles erreicht im Leben.» Der rutschige Weg führt hinab zum Sängeli-Weiher, einem Torfsee, aus dem während der Weltkriege Brennmaterial gestochen wurde. Was für andere die Krönung der Karriere wäre, ist für ihn eine Pflicht. «Ich brauche keine Krönung!», wehrt der erfolgsverwöhnte Industrielle ab. Aber wenn er einen Beitrag leisten könne, die Schweizer Errungenschaften zu erhalten, sei er bereit. Schneider-Amman ist keine neue Figur im Schweizer Politschach. Der Multimillionär – seine Familie zählt zu den reichsten der Schweiz – hat die klassische Ochsentour hinter sich. «Ich führe die Firma nach den Prinzipien Unabhängigkeit, Eigenständigkeit und Glaubwürdigkeit», erklärt er, «und ich bin überzeugt, dass diese Grundsätze auch in der Politik angewendet werden können.» Mit solchen holzschnittartigen Sätzen erinnert er an den letzten Berner Bundesrat: Wie der Seeländer Samuel Schmid wirkt auch der gebürtige Emmentaler SchneiderAmmann bedächtig, ja behäbig. Er sei zweifellos sehr ehrgeizig, erzählt ein

Weggenosse, und könne auch energisch werden. Im Umgang aber sei er immer konziliant – «authentisch». Parallelen gibt es auch zum abtretenden FDP-Bundesrat: Wie Hans-Rudolf Merz 2003 gilt Schneider-Ammann heute als Hoffnungsträger einer Partei, die Jahr für Jahr Wähleranteile verliert. «Die Erwartungen sind viel zu hoch», sagt der Patron, als er am Weiher ankommt. Er lächelt gequält. Auch darum hat er sich schwergetan mit der Kandidatur. «Doch wenn man mich will, werde ich mein Bestes geben», sagt er, während Rüde Bajo freudig in den See springt. «Das ­Opfer ist nicht unbeträchtlich.» Das Opfer ist sein Lebenswerk. Im Falle seiner Wahl würde er ein intaktes Unternehmen verlassen – er habe ein funktionierendes Team von Stellvertretern installiert und eine willige Nachfolgergeneration. Sohn Hans-Christian, 31, arbeitet seit einem Jahr in der Firma und wird 2011 in Singapur und Paris ein MBA machen. Es gäbe ein eineinhalbjähriges Interregnum. «Für den Sohn kommt das Ganze zwei, drei Jahre zu früh», sagt der Vater, während er am Uferrand balancierend den Hund aus dem braunen Wasser zieht. «Aber er hat das Gen. Er will zeigen, dass er etwas bewegen kann.» Auf dem Heimweg wünscht ihm ein Spaziergänger Glück. Der unfreiwil­ lige Bundesratskandidat schüttelt ernst nickend die fremde Hand. Die Sorgenfalten auf der Stirn wollen nicht weichen. «Es sind diese Spaziergänge, die mir nicht abhandenkommen dürfen», meint der frühere Orientierungsläufer und Bergsteiger. «Solange ich mit den Hunden rausgehen kann, ist alles gut.» Text Lukas Egli schweizer illustrierte

Foto Sabine Wunderlin / SonntagsBlick / RDB

Geboren in Sumiswald BE am 18. 2. 1952 u Karriere Elektroingenieurstudium an der ETH Zürich, MBA in Paris, seit 1984 CEO der Ammann Maschinenfabrik AG, seit 1990 auch Verwaltungsratspräsident, bis 2002 Oberst im Generalstab, seit 1999 FDP-Nationalrat u Familie Verheiratet mit Katharina Ammann, zwei Kinder (Jahrgang 1979 und 1981) u Freizeit Mit den Hunden laufen gehen, klassische Musik, wandern im Saanenland und im Engadin

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Fussball

Das Schicksal umd Der FC Luzern ist das Fussballteam der Stunde. Daran hat michel renggli wesentlichen Anteil. Sein Gl端ck aber musste sich der Mittelfeld-Renner schmerzlich erdauern. 32

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Room with a view Michel und Jane Renggli in ihrem riesigen Wohnzimmer in Beckenried NW.

Text iso niedermann Fotos bruno voser

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Sensibel Als Caseys Behinderung diagnostiziert wurde, fiel Michel als Fussballer in ein Leistungsloch. Er hat dies nie als Ausrede benutzt.

ribbelt

ürs Publikum bin ich mit meiner teamorientierten Art nicht ge­rade der attraktivste Spieler», steht auf seiner Homepage (www.michelrenggli. ch). Understatement? «Keineswegs. Man muss sich selbst realistisch einschätzen können. Ich bin kein Ronaldo oder Messi», sagt Michel Renggli, 30, nüchtern. Die Wertschätzung seiner Mitspieler und des Klubs ist ihm auch so gewiss. Dass der FC Luzern derzeit Leader der Super League ist, verdankt er nicht nur den Toren Yakins und den Paraden Zibungs, sondern zum grossen Teil auch der fleissigen Aufräumarbeit seines ­Vize-Captains im Mittelfeld. Die «Neue Luzerner Zeitung» gab ihm für die vergangene Erfolgssaison des FCL sogar die besten Noten des ganzen Teams. Realitätssinn ist im Glitzergeschäft Fussball selten. Ein «etwas anderer Profisportler» ist der gebürtige Nidwaldner aus Hergiswil aber nicht nur deswegen. Ehe er sich trotz verlockenden Angeboten für den Fussball als Beruf entschied, hatte Michel am Kollegium St. Fidelis in Stans die Mittelschule mit der LateinMatura beendet. Erst als er beim FC Kriens in der Challenge League feststellte, dass sich die begonnenen Studien der Publizistik an der Uni Zürich und dann der Juristerei an der Uni Luzern nicht mit dem Fussball auf höchster Stufe vereinbaren liessen, unterschrieb er beim FC Wil seinen ersten Profivertrag. Da hatte er bereits den ersten Schicksalsschlag seines jungen Lebens hinter

sich. Papa Erich starb 1998 an einem Hirntumor. «Das stellte mein Leben auf den Kopf. Er war nicht nur mein sportliches und menschliches Vorbild. Plötzlich musste ich Entscheidungen treffen, die ich zuvor ihm überlassen hatte.» Michels Halt in dieser Situation war Jane. In die eineinhalb Jahre jüngere Beckenriederin verliebte er sich Anfang 1998 Knall auf Fall – im Schulhausgang des Gymnasiums. Genau am 20. Mai erwiderte sie dann seine Liebe. «Das Datum kann ich mir gut merken; Jane war meine erste Beziehung», erzählt Michel. «Wir waren beide in einer Gruppe von Kollegen, die gemeinsam zelten gingen. Doch die meiste Zeit waren wir zwei für uns allein. Und als wir zurückkamen, war im Zelt für uns halt kein Platz mehr …» Jane, die das Jurastudium in Luzern mit dem Bachelor abschloss, ist seit Frühling 2006 Michels Frau. Und kennt sich inzwischen im Fussball aus. Das war am Anfang anders: «Ich fuhr einmal mit den Rollerblades von Beckenried nach Luzern, um Michel in einem Spiel der U18-Junioren zuzusehen. Als ich meinen Schatz weder in der gelben noch der orangen Mannschaft ausmachen konnte, fuhr ich frustriert nach Hause. Michel erklärte mir am Abend, dass der FCL in Blau spiele. Ich hatte einen Match auf dem Trainingsplatz gesehen statt seinen im Stadion.» Der Ernst des Lebens aber holte das Paar bald ein. Als Renggli Profi wurde und via Wil, Thun und Grasshoppers (alles Super League) 2008 zum FCL in die Innerschweiz u schweizer illustrierte

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Fussball

zurückkehrte, gehörte zur jungen Familie auch Töchterchen Casey. Ein wunderhübsches Mädchen, das Papis Herz im Sturm eroberte. Eigentlich wäre Familienmensch Michel nun im siebten Himmel gewesen, hätte Casey nicht Bewegungsauffälligkeiten gezeigt. Die Ärzte waren anfangs ratlos, die Auffälligkeiten auch noch wenig ausgeprägt. Doch im Sommer 2008 versetzte ein MRI-Untersuch bei Casey Jane und Michel einen Schock: Bei der Eineinhalbjährigen wurde eine spastische Hemiparese diagnostiziert. Die damit verbundenen Bewegungsstörungen, die bei Casey vor allem den rechten Arm und das rechte Bein betreffen, wurden hervorgerufen durch eine Hirn­ blutung des Mädchens während der Schwangerschaft. Und zwar ganz ohne spezifische Ursache. Dass Jane zu diesem Zeitpunkt bereits mit Brüderchen Sean schwanger war und nun entsprechende Ängste hatte, machte die Sache nicht leichter. Michel litt extrem unter der Situation. Auf dem Spielfeld waren die Leistungen entsprechend. Der Spieler wurde schon als «Fehleinkauf» tituliert. Trotzdem sagt er heute: «Ich hätte nie die Behinderung unseres kleinen Schatzes als Ausrede benutzt. Ich selber war ja nicht krank. Uns tat nur Casey unendlich leid.» Von einem Augenblick auf den

Kein Bedarf an Party Lieber spielt Michel im Kinderzimmer mit Casey und Sean.

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Der Fünfte im Bund Trouble ist ein siebenjähriger Samojeden-Rüde. Anfragen für Zuchteinsätze sind willkommen …

«Als Profi bin ich privilegiert. Ich kann viel Zeit mit meinen Kindern verbringen» michel renggli anderen wird für ihn der Lebenshorizont seines Kindes eingeschränkt. Nur wenige Mitspieler wussten, in welcher Situation Michel steckte. Inzwischen hat der Optimismus gesiegt. Die Eltern gehen mit Casey seit zwei Jahren wöchentlich zweimal in die Ergo- und Physiotherapie. Hinzu kommen diverse alternative Behandlungsmethoden. «Wir freuen uns über jeden Fortschritt, den wir sehen.» Casey soll in ihrem künftigen Leben nicht von ihrer Behinderung behindert werden. «Sie wird auch ganz normal die Schule besuchen können.» Daran besteht kein Zweifel, das herzige Mädchen tollt wie jedes andere Kind mit seinem Bruder herum.

Michel verbringt jede freie Minute mit seiner Familie. Und hat unterdessen in der eigenen Sechszimmerwohnung auf zwei Etagen in Beckenried am See eine wunderschöne Bleibe gefunden. «Ich bin vernarrt in meine drei Liebsten. Und als Fussballprofi habe ich das Privileg, viel Zeit mit meinen Kindern verbringen zu können. Wer weiss, ob ich das nach dem Fussball noch kann.» Ein spezielles Karriereziel gibts bei den Rengglis noch. Als riesige Fans der USA – dort machen sie jedes Jahr Ferien, und deshalb tragen auch ihre Kinder englische Namen – können sie sich vorstellen, dass Michels letzte Sta­tion ein Klub in den USA sein wird. 


Porträt

Otmar, 60

Angelo, 59

Beat, 68

In ihrer Heimat Ramsen kennt man sie «am Modell»: die fünf Brüder um Filmstar Mathias Gnädinger. Sie sind bodenständig und kreativ. Und erzählen hier zum ersten Mal, was sie verbindet.

Die Gnäding


Vom gleichen Schlag Die f체nf Br체der hinter dem Haus von Mathias Gn채dinger in Stein am Rhein SH.

Mathias, 69

ers!

Fritz, 65

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Porträt

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Früher und heute Die Brüder mit ihren Eltern Fritz und Emma: 1 Mathias, Schauspieler, Stein am Rhein. Seit 6 Jahren mit Ursula verheiratet, 2 Kinder 2 Beat, pensionierter Koch und Altersheimleiter, Ramsen. Seit 30 Jahren verheiratet mit Ruth, 2 Kinder 3 Fritz, Unternehmer, Bäch SZ. Seit 40 Jahren mit Lotti verheiratet, 2 Töchter 4 Otmar, Architekt, Winterthur. Seit 6 Jahren liiert mit Rosmarie, 2 Töchter 5 Angelo, bis Ende Juni Generaldirektor beim IKRK, jetzt Mediator, Genf. Seit 25 Jahren verheiratet mit Marina, 2 Kinder Text sandra casalini Fotos kurt reichenbach

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wei Kinderzimmer gabs im Hause Gnädinger in Ramsen SH. Zwei Zimmer für fünf Buben. Dazwischen eine Verbindungstür. Spät abends, wenn alle in ihren Betten lagen, erzählte Mathias, der Älteste, seinen Brüdern selbst erfundene Geschichten. Beat, ein Jahr jünger als Mathias, wiederholte jeweils den Schluss vom Vorabend. «Damit ich wusste, wo ich anknüpfen musste», sagt Mathias. Dabei sei er beim Erzählen regelmässig ein­ geschlafen. Wor­auf Beat nach einer Weile der Stille immer das Gleiche in die Dunkelheit rief: «Und dann …?» Sonntagvormittag bei Mathias Gnä­ dinger daheim in Stein am Rhein. Ge­ meinsam mit seiner Frau Ursula und ­seinem Sohn Gilles lädt der Schauspie­

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ler zum Familien-Brunch. An der langen Tafel auf der Terrasse diskutieren die fünf Gnädinger-Brüder samt Anhang über Gott und die Welt. Und graben in Kindheitserinnerungen. «Die Liebe zwischen Brüdern ist eine starke Stütze im Leben.» Vincent van Gogh Am Kopf des Tisches sitzt Mathias. Der «Silberboss». «Den Spitznamen hat er sich als Chef verschiedener Banden natürlich selbst gegeben», sagt Fritz und knufft seinen ältesten Bruder spielerisch in die Seite. Er selbst bekam den Über­ namen «Goofy» verpasst. «Wegen seiner Zahnlücke», so Mathias. Die Kindheit als Teil dieses «Fünfer­ packs» hat sie alle geprägt. «Wir schwär­ men aus, und kehren immer wieder zu­ einander zurück. Meine Brüder bedeuten

Gastgeber und Gäste Mathias bereitet mit Gattin Ursula und Sohn und Koch Gilles, 18, den Brunch vor. Bild rechts (v. l., im Uhrzeigersinn): Rosmarie, Lotti, Ruth, Angelo, Beat, Mathias, Fritz, Otmar, Gilles und Ursula auf Mathias’ und Ursulas Terrasse.


für mich Wurzeln und Grundvertrauen», sagt Angelo, der als Mitarbeiter des Internationalen Roten Kreuzes jahrelang in der ganzen Welt unterwegs war. «Heimat, das ist für mich immer noch mein Elternhaus.» Dieses wird inzwischen von Beat und Ruth Gnädinger bewohnt. «Beat ist für mich Daheimsein. Seele und Bauch», so Angelo über den Zweitältesten. Lautes Gelächter. «Uns gibts eben in dünneren und kräftigeren Ausführungen», meint Mathias mit einem belustigten Seitenblick auf Beat, den Zurück­haltendsten unter

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«Uns gibts in dünneren und kräftigeren Ausführungen. Aber den Charakterkopf haben wir alle!» mathias gnädinger ihnen. «Aber den Charakterkopf – den haben wir alle.» Nicht nur den Kopf: Ihr Gang, die kräftigen Schritte, verraten jedem «Insider»: Da geht ein Gnädinger! «Ich würde jeden von ihnen von hinten erkennen, wenn er davonläuft», sagt Fritz’ Frau Lotti lachend. «Wer als Vater herrschen will, ehe er als Bruder geliebt hat, der herrscht nicht als Vater.» Johann Heinrich Pestalozzi Vater Gnädinger hiess Fritz, war Gemeindeschreiber, und als solcher sehr präsent im Dorf. «Aber zu Hause hatte Mutter die Hosen an», erzählt Otmar Gnädinger. «Erzkatholisch» sei sie gewesen, die Emma Gnädinger, so Mathias. Ministrieren war ein Muss für die Söhne, genauso der sonntägliche Kirchgang (bei welchem der Älteste jeweils in der Kirchenbank einschlief!). Der Vater hingegen war «radikal gegen jede Art von Dogmen», erzählt Mathias. «Er kämpfte für die Ökumene und verfügte sogar in seinem Testament, dass der katholische und der reformierte Pfarrer an seiner Beerdigung gemeinsam ein Lied singen. Es klang recht gewöhnungsbedürftig!» Stark geprägt wurden die GnädingerFünf nicht nur von ihren Eltern, sondern auch von ihrem Onkel Josef, Künstler, Philosoph, Missionar und Landwirt. Er habe während des Melkens und Heuens auf dem Bauernhof der Grosseltern über Dostojewski referiert oder zur Debatte über die Weltreligionen angesetzt. «Von ihm lernten wir, uns für etwas zu begeistern, zu argumentieren. Und zu denken», sagt Angelo. Sepp Gnädinger war es auch, der Mathias an der Schauschweizer illustrierte

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spielschule anmeldete. «Ich selbst hätte mich nicht getraut», gesteht der ge­lernte Schriftsetzer, der gerade den fünften Teil der «Kommissär Hunkeler»Serie fürs SF abgedreht hat. Dass der Träger des Hans-Reinhart-Rings heute zu den beliebtesten Charakter­ darstellern des Schweizer Films und Theaters gehört, überrascht seine Brüder nicht. «Er inszenierte schon als Kind Stücke», erzählt Otmar. «Er war der Regisseur, Hauptdarsteller und Bühnenbauer. Wir anderen bekamen von ihm unsere Rollen zugeteilt.» «Die Kindheit ist jene herrliche Zeit, in der man dem Bruder zum Geburtstag die Masern geschenkt hat.» Sir Peter Ustinov

«Was die nie begriffen haben, ist, dass es auch nicht immer lustig war, der Kleinste zu sein», meint Angelo Gnädinger, und stützt schmunzelnd das Kinn auf die rechte Hand. Mathias runzelt die Stirn. «Dabei warst du das Engeli! Weil du immer so lieb warst!» (Bis zu dem Tag, als Angelo vom Internat flog. Wegen seines schlechten Einflusses auf seine Mitschüler …) «Ja glaubst du, die Badetage waren lustig für mich?», fragt das «Engeli». Einmal pro Woche wurde die «Brut» gebadet. Einer nach dem anderen musste in den Zuber, schön dem Alter nach. «Bis ich an die Reihe kam, lag bereits eine dicke Fettschicht auf dem Wasser», erzählt Angelo mit einem gespielt gequälten Gesichtsausdruck. Wieder grosses Gelächter in der fröhlichen Runde. Nun wird eine Anekdote nach der anderen erzählt. Wie Mathias, Beat und Fritz zusammen mit zwei Cousins ein Pfadi-Lager angriffen – und gottsjämmerlich verhauen wurden. Wie Klein Angelo am ersten Schultag den Schulranzen weit von sich schmiss. Oder wie die beiden Ältesten unter Eifersucht litten, als Nummer drei geboren wurde. «Wir schlichen uns jeweils nachts an sein Bettchen und flüsterten: ‹En Räuber chunt und holt de Fritzli!› Bis er anfing zu zucken!», erzählt Mathias. «Jetzt wird mir einiges klar», ruft Fritz’ Gattin Lotti. «Zum Beispiel, warum mein Mann heute noch im Dunkeln nicht einschlafen kann!» Alle grölen! Dann wird es ruhig. Und Beat, der Stillste, der bis anhin wenig gesprochen hat, fragt, auf den Stockzähnen grinsend: «Und dann …?» 

Die glorreichen Fünf Otmar: «Uns kennt man am Modell. Das sagten schon unsere Lehrer, als wir Jüngeren eingeschult wurden.»


kochkunst

Zwei Talente, eine Leidenschaft: Opernstar Cecilia Bartoli trifft den Bündner Starkoch Andreas caminada zum Gourmetgipfel auf Schloss Schauenstein. Die Römerin stellt Familienrezepte aus ihrer Heimat vor – mit Charme und Italianità!

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Feuriges Tê schweizer illustrierte


Kabeljau mit Steinpilzen Der Schlossherr in seiner Junggesellenwohnung in Fürstenau GR beim gemeinsamen Kochen mit Mezzosopranistin Cecilia Bartoli.

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kochkunst Text Caroline Micaela Hauger Fotos Thomas Buchwalder

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enn sich in der kleinsten Stadt der Welt (Eigenwerbung Fürstenau!) der attraktivste Starkoch der Schweiz mit der bekanntesten Mezzosopranistin der Welt zum Gourmetgipfel trifft, ist auch das Resultat Weltklasse! Schloss Schauenstein im bündnerischen Domleschg. Andreas Caminada ist GaultMillaus jüngster 19-PunkteMatador und zweifacher «Koch des Jahres». Der Schlossherr erwartet hohen Besuch: Opernstar Cecilia Bartoli wird mit ihm mehrere Gerichte zubereiten. Für Signora geht ein Herzenswunsch in Erfüllung: «Ich habe schon viel von diesem talentierten jungen Mann gehört – und dass er sehr charismatisch sein soll …» Bis zu zehn Monate pro Jahr jettet die Königin des Belcanto um die Welt, begeistert mit ihrer Gesangskunst, Ausstrahlung und Bühnenpräsenz Millionen Fans. Auch Caminada ist ihrem Charme erlegen: Vor zwei Wochen reiste er nach Gstaad ans Menuhin Festival, um Cecilia

Mamma ist die Beste! Silvana Bartoli und ihre Tochter Cecilia waren fleissig: «Wir haben drei Stunden lang Capeletti vorbereitet.»


«Unsere Familienrezepte wurden von meiner Nonna an mich überliefert. Ich hüte sie wie einen Schatz» Cecilia Bartoli live singen zu hören. In der Kirche Saanen gab sie ein Konzert mit Standing Ovations: «Händel und seine Rivalen» – ein Lieblingskomponist der Sängerin. Caminada: «Ich war berührt von ihrer Stimme, Vitalität und Echtheit.» Auch heute gelingt es der Primadonna, alle Herzen für sich zu gewinnen. Sie strahlt eine unendliche Fröhlichkeit aus und sprüht vor Energie. «Ich esse schrecklich oft auswärts», verrät die 44-Jährige. «Privat zu kochen, entspannt mich total.» Sie hat «Capeletti à la Bartoli» mitgebracht: gefüllte Teigtaschen mit dreierlei Fleischsorten (Rind, Kalb, Huhn), Ei und einer Prise Parmesan. «Ich und meine Mamma bereiteten sie zu Hause drei Stunden lang vor.» Nach einem Rundgang durch Schloss und Garten (das Anwesen wurde 1230 erstmals erwähnt) werden in Caminadas

privater Wohnung die Messer gewetzt. Während der 33-jährige Spitzenkoch Steinpilze rüstet, verrät er, dass er bald aus der Schlosswohnung ausziehen wird: «Ich brauche etwas Distanz. Arbeit und Privatleben unter einem Dach – das wird mir zu eng.» Und – hoppla! Der Sagogner ist frisch verliebt! «Sie ist Schweizerin und lebt im Ausland. Mehr sage ich jetzt aber nicht.» Arrangiert wurde das Gipfeltreffen der kreativen Superstars von den Hightech-Küchen-Profis V-Zug. Seit zwei Jahren ist Caminada ihr Markenbotschafter. Cecilia zieht ihre kreischbunte Schürze an und trällert beim Aufsetzen der Rindsbouillon gut gelaunt durch mindestens drei Oktaven. Die Ouver­türe gehört ihr: «So dünn muss der Capeletti-Teig sein!», zwitschert sie theatralisch. «Viele Rezepte hat meine Nonna, die u


kochkunst

Lustwandeln im Park «Schloss Schauenstein ist eine Oase für die Sinne», schwärmt Cecilia Bartoli.

Muntere Tafelrunde Gastgeber Andreas Caminada stösst mit Cecilia Bartoli, ihrem Freund Oliver Widmer und Mamma Silvana in seiner Privatwohnung an. Bäuerin war, an meine Mamma über­ liefert und diese nun an mich. Ich hüte sie wie einen Schatz!» Cecilia und Andreas haben ihre unterschiedlichen Passionen zum Beruf gemacht. Eines haben sie gemeinsam: Sie sind glückliche Menschen. Das Duo versteht sich auch ohne Worte, sprach­ liche Missverständnisse werden einfach weggelacht. Die Pasta-Vorspeise ist nach drei Minuten al dente. Mutter Silvana und Cecilias Freund, Bassbariton Oliver Widmer, testen sie genussvoll. Wird der Opernsänger auch privat von seiner ­Königin der Nacht verwöhnt? «Ich koche viel öfter als sie», sagt er, «am liebsten Gerichte mit Schweizer Einschlag. Ist Cecilias Mutter zu Besuch, übernimmt sie das Zepter.» Cecilias Eltern, beide Opernsän­ ger, entdeckten das Talent ihrer Tochter früh. «Eigentlich wollte ich Fremdenfüh­ rerin oder Flamencotänzerin werden», erinnert sich «die Bartoli». Mit neun schnupperte sie in Puccinis «Tosca» als Hirtenknabe Bühnenluft. Mit 19 debü­ tierte Cecilia in Rom als Rosina in «Der Barbier von Sevilla». Heute gehört sie zu den kommerziell erfolgreichsten Diven und realisiert auch schwierige Projekte («Maria Malibran», «Sacrificium»).

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Das Solo gehört Caminada. Der Hauptgang wartet: Kabeljau mit Papar­ delle, darüber raspelt der Bündner fri­ sche Steinpilze aus der Gegend. 18 Mi­ nuten bei 55 Grad im Steamer glasig gegart – fertig ist das Traumgericht. «Ich mag weisse Trüffel. Bei Steinpilzen sage ich aber auch ich nicht Nein», scherzt Cecilia Bartoli. Lachen, kochen, geniessen: Nach dem Schoko-Finale aus Caminadas Zuckerbäckerwerkstatt ruft für Cecilia Bartoli wieder die Pflicht. Sie wird in Wien erwartet. Einen Monat lang schlüpft sie am neuen Opernhaus in die Rolle der Semele. «Ich freue mich jetzt schon, bei mir zu Hause diese Gerichte auf den Tisch zu zaubern. Hoffentlich gelingen sie ebenso wie heute!» 

Kochen wie Die Profis Reisen Sie online mit Cecilia Bartoli nach Fürstenau zu Andreas Caminada, und kochen Sie alle Rezepte zu Hause nach! Auf www.vzug.ch/lifestyle finden Sie auch weitere Tipps und Tricks des 19-PunkteStars Philippe Rochat (Crissier) und Stefan Meier (16-GaultMillau-Punkte, Zug), die ihre Gäste mit den HightechGeräten von V-Zug verwöhnen.


Geht auf Nummer sicher Pius Segmüller im Büro seiner Sicherheitsfirma Swissec in Pratteln BL.

w Intervoiceh e W r e d mit Pius r Segmülle

«Unsere Armee ist kein Tubelverein!» Sogar der VBS-Chef spricht vom Chaos in der Armee. «Maurers Gepolter macht mich wütend», sagt Sicherheits­ experte Pius Segmüller. Der CVP-Nationalrat über Krieg, Geld und «faule Eier» in Bern. Text Marcel Huwyler, Stefan Regez, Fotos Kurt Reichenbach

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undesrat Ueli Maurer will die «beste Armee» der Welt, Pius Segmüller war Chef der kleinsten – der Päpstlichen Schweizergarde in Rom. Der 58-jährige Luzerner CVP-­ Nationalrat, Sicherheits- und Armee­ experte sitzt in seinem Büro in ­Pratteln BL. Er ist Chef von Swissec, seine Firma bietet Sicherheitslösungen für Unternehmen an. Auf dem Tisch, zwischen Polizeihut und Znüniapfel, liegt das Magazin «Global Risks 2010». Sicherheit – das ist für Segmüller Profession. Nein, Passion! Selbst seine Homepage lautet www.sicher-segmueller.ch. Herr Segmüller, Sie haben einen 22-jährigen Sohn und eine 20-jährige Tochter. Leisten Ihre Kinder Militärdienst? Meine Tochter hatte nie Militärgelüste.

Und mein Sohn hat eben die RS gemacht, obwohl er ein POS-Kind ist. Er wurde zuerst als untauglich eingestuft, intervenierte aber und durfte die RS schliesslich doch machen: in der Küche, da er von Beruf Koch ist. Und wenn Ihr Sohn Zivildienst gewählt oder den Dienst gar verweigert hätte? Grosse Mühe habe ich, wenn sich einer auf dem «blauen Weg», mit einem an­ geblichen körperlichen oder psychischen Problem, vor dem Dienst drückt. Ich respektiere aber jeden, der aus echten ethischen Gründen keinen Militärdienst leisten will. Als ich in die RS ging, hatte ich auch starke Vor­behalte. Brauchen wir noch eine Armee? Sie haben daheim bestimmt einen Feuerlöscher. Den haben Sie wahrscheinlich noch nie gebraucht, trotzdem lassen Sie ihn regelmässig kontrollieren und warten. Ähnlich ist es mit der Armee: Auch wenn sie derzeit nicht gebraucht wird, worüber wir alle froh sind, muss sie sich bereithalten. Muss stets auf dem neusten Stand sein in Sachen Ausbildung und Technologie. Aber mit der konkreten Bedrohungslage tun wir uns ja offenbar schwer. Stimmt. Bis zum Fall der Berliner Mauer 1989 wusste man, woher die Bedrohung kommt. Ein Blick in die Vergangenheit

zeigt, dass es immer Phasen gab, in denen die Bedrohung unklar war. Ausgerechnet dann entstand oft sehr schnell eine neue, klare Gefährdung. Eine Bedrohungslage ist manchmal nicht konkret greifbar, umso schneller und heftiger ist sie plötzlich da. Was ist denn derzeit das realistischste Bedrohungsszenario? Schwer zu sagen. Bedrohungen sind heute sehr vielfältig, in anderen Ländern sehen wir Probleme durch Terror, Umweltprobleme oder Naturkata­ strophen. Die Geschichte lehrt uns: Die nächste Bedrohung ist meist nicht die gleiche wie die letzte. Unsere Armee muss also offen und flexibel sein. Ist sie das? Mir macht Bauchweh, dass wir uns politisch nicht einig sind, was genau die Aufgaben der Armee sind. Unser Militär hat drei Aufgaben: Verteidigung, Unterstützungseinsätze, Friedenseinsätze. Die Linke will am liebsten nur Friedenseinsätze, die Rechte am liebsten nur Verteidigung. Wir müssen eine gemeinsame Aufgabenstellung finden. Woran krankt unsere Armee sonst noch? Erstens: Es gibt Mängel im Bereich Logistik und Führungsunterstützung. Zweitens: Aufgrund der schnellen Technologie-Entwicklung haben wir in


Dazu braucht es Differenziertheit, Beharrlichkeit und auch Zeit. Hat Maurer gar keinen Grund zu wettern? Doch, hat er. Die Armee ist krank­ gespart worden. 2000 wurde die Armee ausgerichtet auf 4,3 Milliarden Franken, in den letzten Jahren durfte sie aber bloss 3,6 Milliarden ausgeben. Das kann nicht reibungslos funktionieren. Kein anderes Departement musste so viel sparen wie das VBS. Bundesrat Maurer will die Verteidigungsausgaben mit dem Bruttoinlandprodukt koppeln. Er fordert ein Prozent des Schweizer BIP – das wären aktuell 5,3 Milliarden. Das würde ich sehr unterstützen. Maurer ist seit über 600 Tagen im Amt. Wie beurteilen Sie seine Arbeit? Er hat die Übersicht und sieht, wo man Probleme lösen muss. Er hat Mass­ regelungen vorgenommen und kleinere Beschlüsse gefasst. Jetzt aber muss er sich um die ganz grossen Entscheidungen kümmern: Wohin will die Armee? Ich hoffe, er hat den Mut, klar zu entscheiden. Die Zeit ist überreif! Wie wird er entscheiden? So wie der Gesamtbundesrat das ­möchte. Ich hoffe, dass dieser die Armee noch etwas verkleinert – unter 100 000 Mann –, sie mit der Ein-Prozent-BIP-Lösung finanziert und die Leistungen der Armee klar formuliert. Eines will ich betonen: Unsere Armee ist nicht das Konstrukt des jeweiligen Bundesrates. Sie ist vielmehr das Resultat mehrerer Bundesräte und vor allem des Parlaments. Das Parlament hat Mitschuld? Früher wurden Parlamentarier, die man in anderen Kommissionen nicht brauchen konnte, in die Sicherheits­ politische Kommission geschickt. Und heute? Hats auch noch ein paar faule Eier, die von der Sache nichts verstehen. Es ist aber besser geworden. Heute gibt es Sicherheitspolitiker aus allen Parteien, die sich wirklich auskennen. Sie leiten Swissec, eine Firma für Sicherheitslösungen für Unternehmen. Auch der umstrittene Ex-Armeechef Roland Nef arbeitet in Ihrer Firma. Nicht mehr. Ich kannte Nef schon von früher. Als gläubiger Mensch und Christ bin überzeugt, dass jeder eine zweite Chance verdient. Also habe ich ihm Arbeit als sporadischer Projekt­ leiter in meiner Firma verschafft. Vor einem Monat habe ich von ihm allerdings erfahren, dass er nicht mehr bei mir arbeiten will. Seither habe ich keinen Kontakt mehr. 

Pius Segmüller

1

Im Dienste seiner heiligkeit in rom

2

Ehemann und Familienmensch

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der glaube ist ihm sehr wichtig

Von 1998 bis 2002 war Segmüller der 32. Kommandant der Päpstlichen Schweizergarde. «Ich reise noch heute oft nach Rom, um dort einen Teil meiner Seele zu besuchen.»

Pius Segmüller mit seiner Ehefrau Theres und Hund Bärli. Das Foto stammt von 2007, der Luzerner war damals für die CVP in den Nationalrat gewählt worden.

Das Foto von 2000 zeigt Papst Johannes Paul II. und seinen Gardekommandanten Pius Segmüller während des Rückfluges von Kairo nach Rom.

Persönlich u Geboren 8. März 1952 in St. Gallen u karriere Seklehrer, Instruktions­

offizier, Kongressmanager, stv. Vor­ steher Amt für Bevölkerungsschutz Kanton BE, Gardechef, Polizeichef Stadt Luzern, Sicherheitsberater Fifa, Chef Swissec u freizeit Engagement in der Kirche, Musik, Kultur, Triathlon

Fotos Keystone, Kurt Reichenbach, Stefan Egli

letzter Zeit Anpassungen nicht mehr sofort vorgenommen. Und zwar aus Spargründen. Aktuellstes Beispiel: Der auf 2015 aufgeschobene Teilersatz der Tiger-Kampfflugzeuge. Und drittens: Wir müssen uns klar darüber werden, welche Verteidigungen wir noch selber übernehmen können und wo wir auf Fremdleistungen angewiesen sind, allenfalls Allianzen mit anderen Ländern schmieden müssen. Sie meinen damit die Idee von Luftwaffenchef Gygax, die Schweiz brauche ein Lenkwaffen-Abwehrsystem, eingebettet in einen europäischen Verbund. Genau. Im Bereich Lenkwaffen-Abwehrsystem haben wir nichts. Das ist eine sehr kostspielige Sache, die die Schweiz nicht allein stemmen kann. Die Negativ-Schlagzeilen über die Armee häufen sich. Es herrscht Chaos … Moment. Welches Chaos bitte? Bei der Logistik und der Informatik. Dazu kommen Kosten- und Sinnfrage, fehlendes Kader. Sogar VBS-Chef Maurer sagt, bei der Ausrüstung herrsche das Chaos. Das ärgert mich an Maurer, und das habe ich ihm auch gesagt. Wie er seine eigene Organisation, für die er verantwortlich ist, ständig schlechtredet, macht mich wütend. Chaos – das ist einfach nicht wahr! Wer so etwas behauptet, unterstellt damit indirekt jedem Soldaten, er mache bei einem Tubelverein mit. Wir haben Mängel, die wird man beheben. Und fertig. Warum schimpft Bundesrat Maurer denn über sein eigenes Departement? Weil er manchmal noch immer ein wenig als SVP-Parteipräsident ­politisiert. Und das gehört sich nicht. Maurer droht offen: Werde die Armee nicht ausreichend finanziert, wechsle er das Departement. Ist der Mann einfach nur pragmatisch, ehrlich und konsequent? Oder ein Provokateur und Jammeri? Wie gesagt: Maurer war früher Parteipräsident. Die sind halt so. Auch mein CVP-Chef, Christophe Darbellay: markieren, poltern, Paradiesvogel spielen – das gehört zum Gehabe eines Parteipräsidenten. Maurer kann sich noch immer nicht ganz abgrenzen. Vor allem bei SVP-Parteianlässen spielt er manchmal wieder den Feuerteufel und wettert über seinen eigenen Laden. Apropos Feuerteufel: Ihr eigener Parteichef Darbellay sagt: «Heute kommt die Bedrohung nicht aus dem Osten, sondern aus dem Innern des Verteidigungsdepartements.» Stimmen Sie dem zu? Mit populistischen und persönlichen Attacken kann man die Armee und das Vertrauen in die Armee nicht stärken.


Das e süssest

y b Ba 2010

15 Wonneproppen

Giulia Friedli

Lenny Kenel

Shawn-Daniel Krumm

Yleo Küng

Levin Lazur

Zoé Moser

Nina Nussbaum

Ayla Nara Postizzi

Jaël Probst

Emily Lynn Rumpf

Noëlle Róisín Sallin

Noah Leon Sanders

Linda Schneider

Galass Stöckli

Joline Zumbühl

Die Jury hatte die Qual bei der Wahl der 15 süssesten Babys. Hier sehen Sie die Bewerbungsfotos ­dieser 15 Sprösslinge. Text Thomas Kutschera

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ir waren völlig baff! Über 2500 Einsendungen gingen bei uns ein. Alle von Eltern, die uns ein Foto ihres Sprösslings schickten, nachdem wir zur Aktion «Die Schweizer Illustrierte sucht das ­süsseste Baby 2010» aufgerufen hatten. Die Jury (unter anderem Wetterfee Sandra Boner und Ex-Miss-Schweiz Stéphanie Berger) hat getagt und die 15 Wonneproppen auserkoren. Heute zeigen wir die Bewerbungsfotos der 15 kleinen Kandidaten, alle Kinder wurden nach dem 1. April 2009 geboren. In der nächsten SI-Ausgabe bringen wir dieselben Babys in voller Grösse und Schönheit – neu fotografiert. Und lassen Sie, liebe Leserinnen und Leser, darüber abstimmen, wer das allersüsseste ist. 

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check-up ftvf i r ati t e b lli e Pa leg Pf

hen, bei Kranke Menscfnung auf of denen keine H fühlen sich ­Heilung besteht, en. Die oft im Stich gelasss hilft ihnen. Stiftung Onko Plu

e s o n g a i D i Was be t f l i h » r a b l i e «unh z Text Lisa mer

gen im Jahr und ist während 365 Ta us Pl e ie W ? ch no n erreichbar. Di ie viel Zeit habe ich hrend 24 Stunde ­ wä Pa e rt­ di fo t en ei ch kh su ersonen be hp weit ist die Kran ac ef eg Pfl e nd ­ te belas he Behand ch nachts, um geschritten? Welc können Ver­ tienten au r sie zu – ir n m el en nd eh ha st n ptome zu be m Sy lungsmöglichkeite er inwei­ le od , ita en Sp unnötige zu Hause bleib so auch zum Teil , fügung? Kann ich chen ei en br ag ra Fr ve les e Al l sterben? rhindern. Si ve en ng su muss ich im Spita ar lb Infusionen, Diagnose «unhei e beim Patienten us Ha zu n die sich bei der g un sionen oder stelle enn keine Hoffn achen Bluttransfu m r krank» stellen. «W de rd wi ng besteht, erztherapien ein. mehr auf Heilu des Lebens Schm tzlich bietet die Stiftung seit it ke ich dl En r de Zusä Mensch mit ss, stunde in ver­ gt Catherine Ba hren eine Sprech Ja ei dr konfrontiert», sa er «D . im Kanton Zürich von Onko Plus edenen Spitälern hi sc t höri­ Geschäftsführerin of t af ch ne und ihre Ange serer Gesells an. Ziel: Betroffe sung Tod wird in un Lö ne ei t.» ng rne verdrä n zusammen lle so n ge tabuisiert und ge h rbleidende Zeit ist es wichtig, sic n, wie sie die ve de fin Gerade deshalb s­ ng uu n. Die kostenlose ege- und Betre besten organisiere am f frühzeitig über Pfl Hausau r Nu eht auch allen informieren. Sprechstunde st nen möglichkeiten zu it tio we sa ni so ga ne Or ffe xen Betro zten, Spite är ch Fa d un diesem Weg könn d e un st bestimmen, wi gen offen. wie möglich selb rin­ und Krebsli rb ve e as Arbeit des Pflege­ ph ns be Le Die anstrengende gibt wo sie ihre letzte traurig – und doch fachpersonals ist i­ Be . gen wollen. m us Pl Zu . ko te en On om ch t au le schöne M vie ch au es n Dieses Ziel verfolg lfe he ia­ ez Menschen e Stiftung für sp wenn Onko Plus l, ie sp er od Die gemeinnützig e eg en id Pfl le erzen e- und Palliativ, die unter Schm lisierte Onkologi schen zu kann en n. «Wenn es dem M be ha ke t an gs kr An er r einfach nu betreut schw d un zt ar en wir, dass us Ha , mit dem besser geht wiss en nt tie Pa ­ Hause, zusammen ss n.» s arbeiten ausschlie re Aufgabe erfülle der Spitex. «Bei un Fach­ wir unse -plus.ch e et ko ild on eb w. sg ww au r r te ehr Infos un M lich speziell dafü ko On . ss Ba t Catherine personen», erklär

W

Laufen gegen Brustkrebs u Zürich Brustkrebs ist die

­ äufigste Krebstodesursache bei h Frauen. Deshalb findet am 2. Oktober zum dritten Mal ein Solidaritätslauf in Zürich statt. Neu sind auf der 2,5 km langen Strecke auch Männer willkommen. Anmeldung unter www.pink-ribbon.ch

Neue Haut dank Thymus u Lausanne Aus Thymuszellen Haut mit Haarfollikeln züchten – das gelang nun Schweizer Wissenschaftern in Zusammenarbeit mit Kollegen der Universität Edinburgh. Der Thymus ist ein Organ im Brustkorb und spielt eine wichtige Aufgabe beim Aufbau der Immunabwehr.

Mangelhafte Prothesen u bern Das Schweizerische

Heilmittelinstitut Swissmedic ruft zwei Arten von Hüftprothesen der Orthopädiefirma DePuy zurück. Bei den beiden Modellen XL Acetabular System und Hip Resurfacing System sollen 12 bis 13 Prozent mangelhaft sein.

tipp

Wer die Herbstferien in den Tropen verbringen möchte, sollte sich jetzt gegen Hepatitis A impfen lassen.

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check-up

Rückkehr der Lustseuchen Sexuell übertragbare Krankheiten er­ leben eine traurige Renaissance. Ursache: Die wirkungsvollen Therapien bei HIV fördern ­ungeschützten Sex, auch beim oralen Verkehr.

Text VERENA THURNER

Prof. Stephan ­L autenschlager ist Chefarzt am ­Dermatologischen Ambulatorium des Stadtspitals Triemli.

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Fotos Natalie Pelosi / Picture Press, Dick Vredenbregt

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efährlicher Trend: Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer erkranken an den vor ein paar Jahren schon fast als besiegt geglaubten Geschlechtskrankheiten Syphilis und Gonorrhö. Das jüngste Bulletin des Bundesamtes für Gesundheit zeigt erschreckende Zahlen: Bis Mitte August wurden in diesem Jahr 758 Fälle von ­Syphilis und 832 Gonorrhö-Fälle re­gistriert. Tendenz steigend. Ende der 80er- und Anfang der 90er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts waren die Zahlen der Erkrankungen rückläufig, sodass 1998 die Meldepflicht für Syphilis sogar aufgehoben wurde. Und das, obwohl laut Prof. Stephan Lautenschlager, Chefarzt am Dermatologischen Ambulatorium des Stadtspitals Triemli in Zürich, schon damals eine Trendumkehr festgestellt werden konnte. Eine starke Zunahme gibt es nicht nur bei Syphilis und Gonorrhö, sondern auch bei der sexuell übertragbaren Infektion mit Chlamydien. Hier sind fast die Hälfte aller Patientinnen junge Frauen bis 20. Syphilis oder die «Franzosenkrankheit», wie sie genannt wird, sorgte seit 1500 für europaweite Epidemien. Kardinal Richelieu, Katharina die Gros­ se, Gustave Flaubert, Franz Schubert, Paul Gauguin, Oscar Wilde oder Heinrich Heine, um nur einige zu nennen, wurden Opfer der Syphilis. Denn heilbar war die Krankheit lange Zeit nicht. Erst 1905 wurden spiralförmige Bakterien als Verursacher entdeckt. Mit der Entwicklung von Penizillin im Jahre 1943 hatten ­Mediziner endlich eine Waffe gegen die tödliche Krankheit in der Hand. «Die Inkubationszeit beträgt bei der Syphilis durchschnittlich drei Wochen, sie kann jedoch zwischen neun und neunzig ­Tagen variieren», erklärt Prof. Lautenschlager. Die Übertragung erfolgt in

Leichtsinn beim Sex mit tödlichen Folgen: Bei Syphilis (oben die verursachenden Bakterien) sind am Schluss Herz, Gefässe und Gehirn betroffen. der Regel durch den sexuellen Kontakt mit einer infizierten Person, die ein Früh­stadium der Krankheit aufweist. «Durchschnittlich gehen wir von einer An­steckungsrate von einem Drittel bei einmaligem Kontakt aus.» Bei einer Spätsyphilis, Jahre nach der An­ steckung, ist das ­Infektionsrisiko nur minimal. Die ersten Symptome sind leicht zu übersehen. «Meist zeigt sich ein schmerzloses Geschwür an der Stelle, wo der Erreger eingetreten ist. Innerhalb von etwa sechs Wochen heilt dieses Geschwür spontan ab, ohne dass aber die Infektion geheilt ist. Wird das Ulkus nicht entdeckt, kann die Krankheit meist im zweiten Stadium anhand von diversen Hautausschlägen diagnostiziert werden. Wird sie auch in diesem Stadium noch übersehen, drohen nach Jahren bis Jahrzehnten ernsthafte Komplikationen an Herz, Gefässen und Gehirn, die bei ­jedem zehnten Patienten zum Tod füh-

ren», sagt Prof. Lautenschlager. Eine weitere ernsthafte Folge ist die Über­ tragung der Krankheit während der Schwangerschaft auf das Kind. «Etwa die Hälfte der infizierten Ungeborenen sterben, bei den übrigen können Missbildungen auftreten. Solche Fälle diagnostizieren wir auch in der Schweiz wieder», erklärt der Dermatologe. 2008 wurde bei acht Babys Syphilis nachgewiesen. Die Gonorrhö ist weltweit eine der häufigsten Geschlechtskrankheiten. Auch in der Schweiz kommt die volkstümlich Tripper genannte Infektion immer öfter vor. «Im Jahr 1998 wurden noch knapp 300 Fälle gemeldet, heute muss mit einer Zunahme von jährlich über 1200 Fällen gerechnet werden. Die Inkubationszeit beträgt durchschnittlich 2 bis 5, selten länger als 14 Tage», erklärt Prof. Lautenschlager. Typisch zeigt sich die Gonorrhö beim Mann durch eitrigen Ausfluss aus dem Penis. Bei etwa jedem vierten Infizierten findet man nur eine


gerötete Harnröhre oder eine schmerzhafte Urinausscheidung. Die Krankheit kann sich aber praktisch auf alle umliegenden Strukturen ausdehnen und Kom­ plikationen an Eichel, Neben­ hoden, Prostata oder Harnröhre hervorrufen. «Die Gonorrhö ist zusätzlich die häufigste Ursache einer Proktitis, einer Entzündung des Enddarms bei vorwiegend ho­ mosexuellen Patienten», sagt der Facharzt. Bei jeder zweiten er­ krankten Frau verläuft die An­ steckung fast ohne Symptome. «Als Komplikation ist vor allem das Aufsteigen der Infektion in Gebärmutter, Eileiter und Eier­ stöcke gefürchtet.» Von der Infektion mit Chla­ mydien sind vorwiegend Frauen betroffen. Heimtückisch ist die Krankheit vor allem, weil sie oft unentdeckt bleibt und in der Folge zu Unfruchtbarkeit führen kann. Die Symptome: Brennen beim Wasserlassen, oft geht sie auch einher mit einem Juckreiz. Bei Männern können Chlamydien ausser der Harnröhre besonders die Nebenhoden betreffen. Die Ursachen der steigen­ den Tendenz bei Geschlechts­ krankheiten sind für Prof. Lau­ tenschlager klar: «Wegen der wirkungsvollen Therapiemöglich­ keiten bei HIV haben die unge­ schützten Kontakte zugenom­ men. Ein ganz wesentlicher Punkt bei Syphilis und Gonorrhö ist je­ doch die Übertragung durch OralSex, der, gerade im Sexgewerbe, teilweise immer noch als unpro­ blematisch angesehen wird», er­ klärt der Leiter des Ambulatori­ ums. Während die Behandlung von Syphilis und Chlamydien

k cheuctz auch ! SchOral-Sex bei Bakteriell bedingte Sexualkrankheiten

 Chlamydien: Entzündung der Harnröhre, Juckreiz und Brennen beim Wasserlassen. Bei Männern können auch Prostata und Nebenhoden infiziert werden. Frauen drohen Entzündungen, Eileiterschwangerschaft und Unfruchtbarkeit. Chlamydien haben in den vergangenen Jahren deutlich zugenommen. Fast die Hälfte der ­Infizierten sind junge Frauen bis 20.  Syphilis: Erstes Symptom ist meist ein schmerzloses Geschwür, das oft übersehen wird. Zweites Stadium: Hautausschläge. Im dritten Stadium sind Herz, ­Gefässe und Gehirn betroffen. ­Unbehandelt kann Syphilis ­tödlich enden.  Gonorrhö: Beim Mann eitriger Ausfluss, Schmerzen beim Wasserlassen. Unbehandelt kommt es zu Entzündungen der Prostata und Nebenhoden. Folge: Unfruchtbarkeit. Bei Frauen verläuft sie häufig unbemerkt. Bei einer Infektion von Gebärmutter, ­Eileiter und Eierstöcken droht Unfruchtbarkeit. Kann bei der Geburt auf das Kind übertragen werden.

mit den korrekten Antibiotika meist unproblematisch ist, besteht bei der Gonorrhö eine grosse Resistenzproble­ matik. Nur eine einzige Antibiotika­ gruppe ist gegen Gonorrhö noch genü­ gend wirksam. Es versteht sich, dass auch Partner und Partnerinnen von Infizierten thera­ piert werden müssen. «Sowohl eine durchgemachte Syphilis als auch eine Gonorrhö hinterlassen keine bleibende Immunität, sodass weitere Ansteckun­ gen möglich sind und auch nicht selten vorkommen», erklärt der Dermatologe. Kondome sind noch immer der ver­ lässlichste Schutz vor Ansteckungen. Die Übertragung von Chlamydien und Gonorrhö ist bei korrekter Anwendung praktisch unmöglich. Doch Prof. Lauten­ schlager schränkt ein: «Das Risiko bei der Syphilis wird mit Kondomen deut­ lich reduziert, jedoch gibt es hier keinen hundertprozentigen Schutz.»  

TV-Tipp

Samstag, 11. Sept., 18.10 Uhr

Burnout Mit dem Stress nicht mehr fertig werden, die Schwierigkeiten des Lebens nicht mehr meistern: Mit der Wirtschaftskrise haben die Burnouts massiv zuge­ nommen. Ein Bauchredner berichtet, wie er mit der Hilfe von Experten aus dem Stress zurückgefunden hat. www.gesundheitsprechstunde.ch


Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

Skydeck auf 412 MeterN Höhe

Höhenrausch in Chicago Attraktion Willis Tower Auf der Besucherplattform gibt es begehbare Glasbalkone, in denen man über der Stadt schwebt.

u Die beiden Liftanlagen gehören zu den schnellsten der Welt. Wer den Aufzug zum Willis Tower in Chicago betritt, landet in 45 Sekunden (!) im 103. Stock. Auf schwindelerregenden 412 Metern Höhe blickt man an schönen Tagen 80 Kilometer weit in vier verschiedene Bundesstaaten. Doch Achtung, die neuen Glasbalkone auf der Besucherplattform sind nur für Schwindelfreie geeignet. In den durch­

sichtigen Kuben an der Westseite schwebt man frei über der Stadt. Seit dem Kollaps des World Trade Centers in New York ist das Skydeck in Chicago die höchste Aussichtsplattform der USA. Sonnenuntergang über der City nicht verpassen! cmh Info Onlinetickets ab CHF 15.–, 365 Tage geöffnet, www.theskydeck.com

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Reisen

weekend

Lago mio! Der Blick von der Kirche Santa Maria del Sasso bei Morcote auf den Luganersee eröffnet ein wunderbares Panorama.

www.weltweit

Das Resort Orselina: Charmant und exklusiv u Das «Orselina» hoch über Locarno ist über 100 Jahre alt – und doch so jung wie noch nie: Das einstige Kurhaus mutierte zum eleganten Resort. Mit 24 gross­ zügigen Suiten, Edel-Bädern, Top-Küche und einem kleinen, feinen Wellness­ bereich. INFO www.orselina.com

«Giardino» bittet in den «Glamourous Garden» u Wettrüsten der Asconeser Fünfsternehotels: Das «Giardino» punktet mit einer neuen Lounge mitten in Ascona. Stararchitekt Matteo Thun steuerte den «Glamourous Garden» bei, Küchenchef Rolf Fliegauf sorgt für Tapas zu den coolen Drinks. INFO www.giardino.ch

Monte Verità: Ein Kraftort für alle u Querdenker, Anarchisten, Vegetarier, Künstler und Philosophen haben bisher die Geschichte des Monte Verità ge­ schrieben. Jetzt sind im neu renovierten Hotel ob Ascona auch Individualgäste willkommen. Zu japanischen Teezeremonien. Und zu kulturellen Veranstaltungen. INFO www.monteverita.org

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Wanderparadies Tessin: im Herbst am schönsten

Ticino, so weit die Entschleunigen ist in. Am besten man tut dies zu Fuss in einer herrlichen Landschaft. Das Tessin bietet dazu viele wunderbare Möglichkeiten.

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ine Szenerie wie aus einem romantischen Film: palmengesäumtes Ufer, tiefblauer See, üppig wuchernde Natur, eine alte Kirche, die im sanften Licht der Nachmittagssonne erstrahlt. Diese zauberhafte Kulisse gibts wirklich: Es ist die Kirche Santa Maria del Sasso bei Morcote. Eines von vielen atemberaubenden Wanderzielen, die das Tessin zu bieten hat. u Der Monte Generoso ganz im Süden wird auch «der Berg für alle» genannt. Er ist dank der Zahnradbahn, die in Capolago losfährt, auch leicht zu erobern. Auf 1704 m ü. M. bieten sich verschiedene Wanderungen an: Naturlehrpfade zur Entdeckung der ortstypischen Flora, ein Planetenweg, ethnografische Wege auf den Spuren der Ver­gangen­heit. Faszinierend die Bärenhöhle, wo


Tessiner Terrassen Der ideale Ort, um HerbstSpeziali­täten wie Marroni, Wild und Wein zu geniessen.

Eine fantastische Aussicht eröffnet die Wanderung von Gola di Lago nach Tesserete in den Hügeln bei Lugano.

Rustikale Gastfreundschaft Landhotel Casa Santo Stefano im Bergdorf Miglieglia im mittleren Malcantone.

Füsse tragen Knochen von Bären gefunden wurden, die vor rund 20 000 Jahren am Generoso lebten. u Der Naturlehrpfad im Verzascatal führt durch nahezu unberührte Tessiner Dörfer. Von Gordola gelangt man durch ein mit Reben bepflanztes Hügelgebiet in das weit verzweigte Verzascatal, das mit seinen Seitentälern eine unglaublich abwechslungsreiche Pflanzenwelt be­ heimatet. Ein Besuch des Museums in Sonogno vermittelt einen spannenden Einblick in das einfache, ursprüngliche Leben der Bevölkerung. u Die Stadtwanderung in Bellinzona wird mit dem «Bellinzona ArtKey» zum Genuss. Der Audioführer begleitet die Wanderer auf 22 abwechslungsreichen Etappen durch die Geschichte der Stadt. Er kann von zwei Gästen gleichzeitig

benutzt werden und ist in den drei Burgen sowie im Informationszentrum von Bellinzona Turismo im Stadthaus gegen eine Benützungsgebühr (CHF 7.–) erhältlich. u Auf Walserspuren gehts in Bosco Gurin. Abgelegene Häuser, Ställe auf

Lichtungen, ausgedehnte Tannen- und kraftvolle Lärchenwälder machen die Wanderung von Cerentino nach Bosco Gurin zu einem einzigartigen, unvergesslichen Erlebnis. Besonders interessant ist auf diesem Weg ein Kalkbrennofen. Er wurde kürzlich restauriert und nach gut 90 Jahren erneut in Betrieb genommen. Ein eindrücklicher Zeuge der Selbstversorgung des Walservolkes von Bosco Gurin. zeno van essel

check-in u Emozioni Ticino Zahlreiche Hotels, Verkehrsmittel, Restau-

rants und Museen bieten attraktive Angebote. Gutscheine auf www.emozioni.ticino.ch u Wanderhotels Paladina Pura, über dem Luganersee, mitten im schönsten Wandergebiet. www.paladina.ch Casa Santo Stefano: zwei stilvoll reno­vierte Tessinerhäuser. www.casa-santo-stefano.ch u Herbst­feste Winzerfest «Bacchica» in Bellinzona (2.–5. 9.), Traubenfest Hochgenuss Herbstfeste in Mendrisio (24.–26. 9.) und die Herbstfeste in Lugano bieten kulinarische (1.–3. 10.) und Ascona (2./9. 10.). www.ticino.ch Genüsse vom Feinsten! schweizer illustrierte

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En Guete Frisch aus dem Ofen! Randen-Käse-Küchlein.

Rundum rot und gut

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Die Russen lieben die rote Bete als Borschtsch – wir verwenden Randen oft im Salat. Das feine Gemüse passt aber zu noch viel mehr!

Randen-Käseküchlein

Zutaten (für 8 kleine Backförmchen von ca. 10 cm ∅, gefettet) 2 ausgewallte Kuchenteige (je ca. 32 cm ∅), ¼ Teelöffel Muskat, 200 g Gruyère, 200 g gekochte Randen, 2 dl Milch, 250 g Halbfettquark, 2 Eigelbe, wenig Muskat, ¼ Teelöffel Salz, 2 Eiweisse, 1 Prise Salz Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Backen ca. 25 Min. u Teige mit Muskat bestreuen, leicht einwallen. Rondellen von je ca. 14 cm ∅ ausstechen, in die vorbereiteten Förmchen legen, mit einer Gabel dicht ein­stechen. Käse und Randen grob reiben. Randen und Käse in die Förm­ chen verteilen. Milch, Quark, Eigelbe, Muskat und Salz verrühren. Eiweisse mit dem Salz halbsteif schlagen. Eischnee unter die Quarkmasse mischen. Guss über den Käse giessen. Backen ca. 25 Min. in der unteren Hälfte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens (siehe Tipp).

weekend

mit Köchin Sibylle Sager

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Randensuppe

heiss werden lassen. Hitze reduzieren, beiseite­gestellte Randenscheiben trocken tupfen, portionenweise ca. 1 Min. knusprig braten, heraus­ nehmen, Randenchips auf Haushalt­ papier abtropfen. Servieren Suppe vor dem Servieren nur noch heiss werden lassen. Rahm steif schlagen. Suppe mit dem Mixstab schaumig rühren, in vorgewärmten Suppentassen anrichten, Schlagrahm darauf verteilen, mit Randenchips garnieren.

Tipp

Zutaten (für ca. 1 Liter) 800 g rohe mittelgrosse Randen, geschält, 1 Esslöffel Butter, 1 Schalotte, gehackt, 6 dl Gemüsebouillon, 2 Sternanis, Salz, nach Bedarf, wenig Pfeffer, 2 Esslöffel Bratbutter, 2 dl Rahm Vor- und zubereiten ca. 1 Std. u Von einer Rande ca. 12 dünne Schei­ ben abhobeln, diese auf Haushaltpapier legen, bei­seite stellen. Restliche Randen in Stücke schneiden. Butter warm werden lassen. Schalotte andämpfen, Randenstücke ca. 5 Min. mitdämpfen. Bouillon dazugiessen, aufkochen, Hitze redu­zieren, Sternanis beigeben, zugedeckt ca. 40 Min. köcheln, bis die Randen weich sind. Sternanis ent­ fernen, Suppe fein pürieren, würzen. Bratbutter in einer kleinen Pfanne

Die Küchlein in gefetteten ofenfesten Förmchen von je ca. 10 cm ∅ wie gewohnt ofenfertig zubereiten und zugedeckt tiefkühlen. Die Haltbarkeit beträgt ca. 1 Monat. Die gefrorenen Küchlein in der unteren Hälfte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens ca. 30 Min. backen. Die Backzeit gegenüber frisch zubereiteten Küchlein verlängert sich so um ca. 5 Min. Beachten Sie jedoch, dass sich die Randen-Käse-Küchlein nicht zum Vorbereiten eignen; dazu sind sie zu feucht.

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Risotto mit Randen

Zutaten (für 4 Personen) Risotto 1 Esslöffel Butter, 1 Zwiebel, fein gehackt, 1 Knoblauchzehe, gepresst, 300 g Risottoreis (z. B. Carnaroli), 1 Liter Gemüsebouillon, 150 g Mascar­ pone, Salz nach Bedarf, wenig Pfeffer Karamellisierte Randen 20 g Butter, in Stücken, 2 Esslöffel Zucker, 4 kleine gekochte Randen (ca. 450 g), in je ca. 12 Schnitzen, 1 Esslöffel Aceto bal­ samico, ¼ Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Weiterverarbeiten ca. 15 Min. u Für

den Risotto Butter warm werden lassen, Zwiebel und Knoblauch an­ dämpfen. Reis beigeben, unter Rühren dünsten, bis er glasig ist. Bouillon unter häufigem Rühren nach und nach dazu­ giessen, sodass der Reis immer knapp mit Flüssigkeit bedeckt ist, ca. 20 Min. köcheln, bis der Reis cremig und al dente ist. Mascarpone darunterrühren, würzen. Für die karamellisierten Randen Back­ ofen auf 220 Grad vorheizen. Butter und

Zucker auf einem mit Backpapier belegten Blech verteilen und auf der obersten Rille ca. 5 Min. heiss werden lassen, bis die Butter flüssig ist und der Zucker schäumt. Blech herausnehmen. Randenschnitze darunter­ mischen, ca. 10 Min. auf der obersten Rille heiss werden lassen. Heraus­nehmen, mit Aceto beträufeln, würzen. Servieren Risotto auf Teller ver­teilen, Randen darauf anrichten.

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Soisson-Bohnen beigeben, kurz mitdämpfen, in einen Messbecher geben, Wasser beigeben, pürieren. Petersilie daruntermischen, würzen. Brotscheiben mit dem Bohnenpüree be­ streichen, Randenstreifen darauf verteilen.

Bohnen-Crostini mit Randen

Zutaten (für ca. 12 Stück) 3 Esslöffel Wasser, ½ Schalotte, fein gehackt, 1 kleine Knoblauchzehe, gepresst, 1 Dose Soisson-Bohnen (ca. 430 g), abgespült, abgetropft, 4 Ess­löffel Wasser, ½ Bund glattblättrige Petersilie, fein gehackt, ¼ Teelöffel Salz, wenig Cayennepfeffer, 300 g italieni­ sches Weissbrot, in Scheiben, getoastet, 150 g rohe Randen, in feinen Streifen Vor- und zubereiten ca. 30 Min.

u Wasser in einer Pfanne siedend heiss werden lassen, Schalotte und Knoblauch unter Rühren bei mittlerer Hitze andämpfen.

u «al dente» wöchentlich auf SF 1 ab Herbst 2010 u Das Schweizer Fernsehen hat sich

für eine neue «al dente»-Programmierung ab Herbst 2010 entschieden. Bis Anfang November wird am Montagabend (20.05 Uhr, SF 1) wöchentlich «1 gegen 100» ausgestrahlt. Während dieser Zeit wird «al dente» nicht ausgestrahlt. Wieder aufgenommen wird die «al dente»-Ausstrahlung im Wochenrhythmus ab 8. November. u der «al dente»-Newsletter versorgt sie weiterhin mit «al dente»Rezept-Kreationen. Gratis-Anmeldung unter www.newsletter.aldente.ch u Mehr Infos unter www.aldente.ch


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Auto

SCHON GEFAHREN Mazda 5

Praktischer Familienfreund Optisch sticht Mazdas neuer Familienvan mit seinen fliessenden Linien sofort aus der Masse heraus. Im Innern überzeugt der Mazda 5 mit seinem ausser­ gewöhnlichen Sitzkonzept.

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ir produzierten schon 1963, lange vor der ersten Grossraumlimousine, mit dem Familia 800 Van unseren ersten auf Familien zugeschnittenen Wagen», erklärt Produktmanager Masahiro Maruyama stolz. «Von dieser langjährigen Erfahrung profitiert auch der neue Mazda 5, den wir optisch sportlicher und technisch umweltverträglicher gemacht haben.» Maruyama, selbst Familien­vater, ergänzt: «Von der hohen Funktionalität kann ich mich jeden Tag überzeugen. Ich hatte zwar vor meiner Heirat eine innige Beziehung zum sportlichen RX-7, doch

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schweizer illustrierte

nun schätze ich den Platz und die Funk­ tionalität des Mazda 5.» Als besonders praktisch erachtet der Japaner die beiden grossen Schiebe­türen, die einen bequemen Einstieg ins Innere ermöglichen. Hier weiss der um 8 Zentimeter auf 4,59 Meter angewachsene Mazda weiterhin mit seiner 6+1-Sitz­ konfiguration zu gefallen. Aus den zwei Sitzen in der zweiten Reihe lässt sich mit

Übersichtlich Das Info-Display ist weiter nach oben gerückt. Die Bedienelemente wirken dank Chromeinsatz besser gegliedert.

wenigen Handgriffen ein dritter Sitz hervorzaubern. Da dessen Sitzkissen nun besser gepolstert ist und die Rücken­ lehne anders konturiert wurde, bietet auch der siebte Sitz guten Reisekomfort. Clever: Mit wenigen Handgriffen lassen sich die zweite und dritte Sitzreihe vollständig im Fahrzeugboden versenken. So wird aus dem siebenplätzigen Familienvan blitzschnell ein Transporter mit bis zu 1485 Litern Stauraum. Be­ sonders stolz ist Maruyama neben den fliessenden Designlinien des Mazda 5 auf die sparsameren Motoren: «Der völlig neue, serienmässig mit Stopp-StartAutomatik versehene Zweiliter ist bis zu 13 Prozent sparsamer.» Damit begnügt sich der Kompaktvan mit nur 6,9 l/100 km. Gar noch etwas sparsamer dürfte die Diesel­variante sein, die allerdings frühestens im Frühling 2011 in die Schweiz kommen wird. Jürg A. Stettler


news

Smart Fortwo Durchhalte-Prüfung u In drei Jahren will Smart dank einer weit reichenden Kooperation des Mutterkonzerns Daimler mit RenaultNissan die neue Smart-Generation präsentieren. 2013 soll eine ganze Smart-Familie mit Zwei- und Viersitzer, Cabrio, Roadster und vielleicht auch einem SUV anrollen. Bis dahin muss der aufgefrischte Cityflitzer Fortwo noch durchhalten. Angetrieben wird er wahlweise von vier Benzinern (61 bis 102 PS) und einem Turbodiesel (54 PS), die alle sparsamer wurden. Optisch blieb es bei Retuschen: LED-Tag­ fahrleuchten und geänderte Schweller fallen kaum ins Auge. Dafür wurde der Innenraum schmucker und verfügt nun über ein grosses Multifunktionsdisplay. Die Preise starten ab CHF 20 800.–.

Gewagt Mit seinen fliessenden Designlinien und seitlichen Sicken hebt sich der Mazda 5 optisch deutlich von anderen Kompaktvans ab.

Mazda 5

Keck Vorne markant, hinten mit in die Flanken gezogener Heckscheibe filigran. u Motoren Benzin 115, 150 PS u 0 bis 100 km/h 11,0 bis 12,8 s u Spitze 182 bis 194 km/h u Verbrauch 6,9 bis 7,2 l/100 km u CO2-Ausstoss 159 bis 168 g/km u Energieeffizienz C u Verkauf ab Oktober 2010 u Preis CHF 30 000.– bis 40 000.– u Konkurrenten Citroën C4 Picasso,

Ford C-Max, Opel Zafira, Peugeot

5008, Renault Grand Scénic, Toyota Corolla Verso, VW Touran u. a. u Unser Urteil Durch sein Styling unterscheidet sich der Mazda 5 klar von anderen Kompaktvans. Im Innern überzeugt er mit traditionellen Werten wie viel Platz und hohem Komfort. Dank neuer Motorengeneration inklusive Stopp-Start-Automatik lässt er sich flott und sparsam bewegen.

Peugeot 508 Mit mehr Emotionen u Die Oberklasse bei Peugeot heisst künftig 508. Die 4,79 Meter lange Limousine und die 2 Zentimeter längere Kombiversion SW ersetzen Anfang 2011 die Modellreihen 407 und 607. Optisch eifert der elegante Franzose dem in Genf als Concept-Car gezeigten SR1 nach. Der kleiner ge­wordene Kühlergrill und die weit in die Seiten hineinge­ zogenen Front­leuchten verleihen dem 508 dabei eine sportliche Note. Unterm hübschen Blechkleid steckt modernste Antriebstechnik: neben einem Diesel mit Stopp-StartSystem auch eine 200 PS starke Hybrid-Allradversion. Damit soll der Gleiter mit dem schlichten, aber eleganten Interieur nur 99 g/km CO2 aus­ stossen. Verkaufstart ist im März 2011. schweizer illustrierte

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Hilft Ihnen Venus, sich neu zu verlieben?

woche vom 12. bis 18. September 2010 Eine positive Konstellation weist auf eine leichte Entspannung. Doch sind die Zyklen der langsamen Planeten weiterhin spürbar ­(Jupiter–Uranus, Saturn–Pluto): Die Krise dürfte noch lange nicht zu Ende sein. Harmonische Merkur- und Venus-Aspekte

signalisieren jedoch eine Atempause. Merkur–Saturn unterstützen diplomatische Verhandlungen (am 12. und 15.), Venus–Pluto (12.) und Venus–Saturn (17.) deuten auf inter­ essante Ereignisse in Kunst und Kultur. Günstig auch, um ein Treffen, ein Fest zu organisieren oder um sich zu verlieben!

widder 21.–30. 3. Zwischenmenschliches dürfte weiter in einer Krise sein (Saturn), doch am 12., 15. und 17. könnten sich die Wolken verziehen. Man versteht Ihre Haltung besser, kommt Ihnen entgegen. Kritisch hinge­ gen der 16. 31. 3.–9. 4. Routine, Routine. Am 17. müssen Sie einen Kompromiss eingehen. Besser sollte es am 14. laufen: Ihre gute Laune wirkt ansteckend. 10.–20. 4. Neue Methoden oder eine neue Situation (am Arbeits­ platz?) könnten positiv für Sie sein. Sie sollten sich da­ mit anfreunden (14., 15.), anstatt zu kritisieren (am 17.).

stier 21.–30. 4. Sie stürzen sich kopfüber ins Geschehen (am 14. oder 18.)! Meiden Sie jedes unnötige (körperliche) Risiko! Ihr Charme wirkt, am 12. und 17. erleben Sie Momente voller Leidenschaft. Oder eine auf­ regende Begegnung? 1.–10. 5. Gönnen Sie sich eine kleine Pause, lassen Sie sich am 16./17. verwöhnen! Am 12. hat Ihr Partner gute Karten, hören Sie auf ihn. 11.–20. 5. Sie amüsieren sich im Kreise Ihrer Liebsten (am 12., 13., 17.). Allerdings sollten Sie am 13. nicht alles für bare Münze nehmen und eine Situation oder Person nicht idealisieren!

zwillinge 21.–31. 5. Ihre Kommunikation stockt ab und zu, Sie sind zerstreut und vergesslich (am 13. und 17.). Versuchen Sie, am 12. oder 15. Klarheit zu schaffen. Langfristige Projekte entwickeln sich besser als geplant. 1.–10. 6. Routinewoche. Nur am 13. und 14. sind Sie ­ungeduldig, sollten nicht jedes Wort in die Waagschale legen! Am 18. sind Sie blendender Laune. 11.–21. 6. Sie müssen sich vorwiegend um häusliche oder familiäre Probleme kümmern. Am 15. könnten Sie mit einer Bemer­ kung anecken, sollten aber mehr Verständnis zeigen!

krebs 22. 6.–1. 7. Sie sind kontaktfreudig, gewin­ nen neue Sympathien. Ihr Charme wirkt, man liegt Ihnen zu Füssen (12., 15., 17.). Auch physisch sind Sie in exzel­ lenter Verfassung, können Berge versetzen: eine Traum­ woche! 2.–12. 7. Ruhige Woche. Am 12. kann man Ihnen nur schwer einen Wunsch abschlagen. Am 16. und 17. sollten Sie auf den Partner hören, der die Dinge objekti­ ver sieht. 13.–22. 7. Organisieren Sie Treffen, Besuch oder (kleine) Reise! Sie können sich offen aussprechen, ein Missverständnis der letzten Wochen klären (12., 17., 18.).

löwe 23. 7.–1. 8. Sie treffen langfristige Ent­ scheidungen, möchten Ihr Leben ordnen. Achten Sie auf Ihre Gesundheit, chronische Probleme könnten wieder auftreten (14., 15., 18.). Oder bereitet eine Angehörige Kopfzerbrechen? 2.–12. 8. Sie sind am 12. nicht gerade ­guter Laune, müssen sich um häusliche Probleme küm­ mern. Am 13. und 14. verziehen sich die Wolken wieder. 13.–23. 8. Ihr Hauptaugenmerk gilt derzeit den Finanzen. Am 12. oder 17. freuen sich einige über einen Gewinn, am 15. überziehen Sie Ihr Budget (etwa für Hobbys).

jungfrau 24. 8.–2. 9. Traumwoche! Niemand kann Ihrem Charme widerstehen, Sie erleben Sternstunden (12., 16., 17.). Gleichzeitig sind Sie physisch in Bestform. Ideal für Hobbys und Sport oder wichtige Verhandlungen (15., 16., 17.). 3.–12. 9. Sie sprechen sich am 12. offen aus, klären ein Missverständnis. Am 14. sind Sie ein we­ nig unter Druck. Häusliche Probleme? Differenzen mit Angehörigen? 13.–23. 9. Happy birthday! Am 12. und 17. können Sie Pluspunkte sammeln, sind auf der richtigen Wellenlänge. Ziemlich hektisch hingegen wird der 15.

waage 24. 9.–3. 10. Wer Ende September Geburts­ tag hat, kann langfristig die Weichen stellen. Alle anderen sind am 13. und 14. effizient. Kleine Hindernisse oder Missverständnisse hingegen am 17. 4.–13. 10. Sie sprechen sich am 14. offen aus, knüpfen interessante Kontakte. Am 16./17. sind Sie mit häuslichen Problemen beschäftigt: Panne? Ärger mit Angehörigen? 14.–23. 10. Sie ziehen Bilanz, sammeln am 15. Pluspunkte. Ausser­ dem günstig für Verhandlungen, neue Kontakte. Am 17. ­hingegen sollten Sie mehr Verständnis zeigen.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie stürzen sich ins Gesche­ hen, geniessen das Leben. Stunden voller Leidenschaft, aufregende Begegnungen (Folge von Anfang August?) oder eine Versöhnung (12., 15., 16.). Aus einer Freund­ schaft könnte mehr werden. 3.–12. 11. Routinewoche. Am 14. verbuchen Sie einen Erfolg, am 16. und 17. zeigen Sie eine gute Nase. Nur am 12. sind Sie zu empfindsam. 13.–22. 11. Ihre Projekte haben Rückenwind, auf Freunde ist Verlass (12., 17.). Nach dem 18. Geborene sind mit ei­ ner völlig neuen Situation zufrieden (exzellent der 18.).

schütze 23. 11.–2. 12. Merkur nervt. Es kommt zu Verzögerungen, Verspätungen, die häufig auf Anfang August zurückgehen. Am 12., 15., 16. können Sie Klarheit schaffen. Ein Freund will helfen. 3.–12. 12. Sie können sich auf Ihren Lorbeeren ausruhen. Ruhige Woche ohne grosse Veränderungen. Am 14. sollten Sie auf Ihre innere Stimme hören, am 16. und 17. kommen Sie einen Schritt weiter. 13.–21. 12. Es ist nicht einfach, berufliche Ver­ pflichtungen und Privatleben unter einen Hut zu bringen (12., 15.). Am 17. und 18. stossen Sie auf Widerstand.

steinbock 22.–31. 12. Traumwoche! Ihr Charme öffnet Tür und Tor. Sie gewinnen neue Freunde, machen aufre­ gende Begegnungen, entdecken neue Horizonte. Am 12., 15., 16. und 17. sind Sie strahlender Mittelpunkt, erleben unvergessliche Momente. 1.–10. 1. Routine, Routine! Am 12. sollten Sie eine Einladung annehmen. Am 17. folgen Sie Ihrem Instinkt, sind aber empfindsam wie eine Mimose. 11.–20. 1. Sie entdecken neue Horizonte, freuen sich über eine Nachricht (Ausland?). Günstig auch für schriftliche Arbeiten oder Kulturelles (speziell der 12. oder 17.).

wassermann 21.–30. 1. Stress! Mars verleitet Sie zu voreiligen Reaktionen (14., 15., 18.), seien Sie auf der Hut (Vorsicht bei Sport, im Umgang mit scharfen Gegen­ ständen!). Langfristige Vorhaben hingegen haben Rückenwind (13.). 31. 1.–9. 2. Neutrale Einflüsse. Nur am 12. müssen Sie nachgeben. Am 14. hingegen bereiten Ihre Projekte Freude. 10.–19. 2. Grössere Veränderungen sollten langfristig gesehen positiv für Sie sein. Gehen Sie am 12. oder 17. Schritt für Schritt vor, am 15. werden Ihre Bemühungen unterstützt (Hilfe von Freunden?).

fische 20. 2.–1. 3. Superwoche! Venus und Mars signalisieren schöne Momente, steigern Ihre Libido. Ihr Charme wirkt Wunder (12., 16., 17.). Begegnungen und Projekte von Anfang August entwickeln sich besser als erhofft. 2.–10. 3. Der 12. ist exzellent für Kontakte oder eine Reise. Sie entdecken neue Horizonte, freuen sich über eine Nachricht. Am 14. hingegen sind Sie unter Druck. 11.–20. 3. Diskussionen mit dem Partner könnten (am 13. oder 17.) sehr fruchtbar sein, Sie sollten die Rat­ schläge befolgen. Am 15. sollten Sie nichts überstürzen!

ihr tages-horoskop 66

Dr. Elizabeth Teissier

Mit dem Astro-Telefon haben Sie einen direkten Draht zu Elizabeth Teissier. Fr. 2.50/Min. + Fr. 2.50/Anruf

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Illustrationen Michael Husmann Tschäni; bearbeitet und übersetzt von Gerhard Hynek

weekend

Horoskop


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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die ersten und die vierten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL �

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Wer häts – ohä lätz Die nebenstehenden Zeichnungen unterscheiden sich durch zehn Abweichungen. Kreisen Sie bitte diese Abweichungen auf der unteren Zeichnung ein. SO KÖNNEN SIE 20 FRANKEN GEWINNEN: Unter den richtigen Lösungen bei «Wer häts – ohä lätz» verlosen wir jede Woche 5 × 20 Franken. Bitte schneiden Sie Ihre Lösung aus, kleben Sie sie auf eine Postkarte (Briefe sind leider ungültig) und schicken Sie die Karte an: Schweizer Illustrierte, Postfach, 8099 Zürich. Bitte schreiben Sie Ihren Namen und Vornamen deutlich, damit Verwechslungen bei der Gewinnauszahlung vermieden werden. Einsendeschluss Sonntag, 12. September 2010

Kreuzwort-Chaos

LÖSUNGSWORT

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schweizer illustrierte

Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


Spiele Sudoku

mittel

3 9 1

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Gewinnen Sie 1 × ein Wochenende für zwei Personen im Hotel Ascot**** in Zürich im Wert von 1050 Franken!

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8 5 Conceptis Puzzles

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Gehören Sie zu den ersten Gästen, die das Hotel Ascot neu entdecken. Nach einer kompletten Renovation präsentiert sich das Hotel modern, edel und dennoch mit dem gewohnt klassisch-britischen Touch. Verbringen Sie zwei Nächte in einer Junior Suite im neuen Design inkl. ChampagnerFrühstück und Dreigang-Dinner. Einlösbar am Wochenende, nach vorheriger Reservierung. www.ascot.ch

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06010002048

schwer

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Und so nehmen Sie teil:

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Conceptis Puzzles

Rebus

Auflösung aus Heft 35 WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Pirando, 2. Makrele, 3. Basilea, 4. Iridium, 5. Audienz, 6. Hundwil, 7. Meissel, 8. Zuerich, 9. Klimbim, 10. Langnau, 11. Erdteil, 12. Genetik, 13. Stieren, 14. Lostorf, 15. Gangway, 16. Huefter, 17. Ungenau, 18. Viamala, 19. Elritze, 20. Siffert Lösungssatz: Fragen sind nie indiskret, Antworten bisweilen.

REBUS

1 2 3 =

G (P) R A S BLUME BIENE PRALINE

5 6 8 3 4 9 1 7 2

9 2 3 6 7 1 8 5 4

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KREUZWORTRÄTSEL

Lösung: SPUELBECKEN schwer

4 5 1 2 6 7 3 9 8

8 7 2 1 9 3 5 4 6

2 3 7 5 1 4 6 8 9

1 8 5 9 2 6 4 3 7

6 4 9 7 3 8 2 1 5

7 9 6 3 1 1 8 3 4 2 4 5 2 6 9 2 6 1 5 8 8 3 7 2 6 9 4 5 1 7 8 3 6 7 9 685 Lösung: 3 2 4 7 5 5 1 8 9 4

Lösung: 869

8 5 7 4 9 3 2 1 6

5 9 8 3 4 2 1 6 7

4 7 3 9 1 6 5 8 2

2 6 1 7 5 8 4 9 3 06010002542

06010002047

Lösung: RENNEN

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

LÖSUNGSWORT

SUDOKU mittel 7 1 4 8 5 2 9 6 3

06010002543

Lösung: 163

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

Gewinnen Sie 2 × einen Gutschein von SwissWellness im Wert von je 400 Franken! SwissWellness-Gutscheine sind in über 100 Wellnesshotels wie Bargeld einlösbar. Suchen Sie sich Ihr Wellnesshotel selber aus. Die Gutscheine werden in über 100 Wellnesshotels an die Hotelrechnung akzeptiert und sind in der Schweiz, Österreich, Deutschland und im Südtirol einlösbar. Weitere Infos: www.swisswellness.com Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 140 (CHF 1.–/Anruf vom Festnetz) SMS Schicken Sie ein SMS mit REBUS, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel REBUS ABFAHRT an 530 Chancengleiche WAP-Teilnahme ohne Zusatzkosten http://wapteilnahme-online. vpch.ch/SCH24525 (über das Handynetz) Teilnahmeschluss Sonntag, 12. September 2010

weekend

Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus

Objekt der begierde

Farbe aufs Green! Gibts in 5 Farben, mit jeweils 2 Paar Schnürsenkeln: Schuh Golf Street Women von Ecco. www.golfequipment.ch, www.ecco.com u CHF 179.–

Super Performance

u Dem dänischen Schuhhersteller Ecco gelang im Bereich Golfschuhe für Ladys ein Produkt mit Wow-Effekt. Die charmanten Schuhe namens Golf Street sind funktionell, formschön, sexy. Sie bestehen den Härtetest auf der PGA-Profitour genauso wie bei den Fashionistas. Denn auch an der Bar, im Klublokal oder beim Shopping können sie sich sehen lassen. Zu haben in neutralen Farbtönen oder kunterbunt, aus­gerüstet mit einer Sohle mit gutem Grip, werden sie auf dem Green und danach für Furore sorgen. beatrice schÖnhaus

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shopping

Look

Western-Stil

Roadmovie

u «Komm, Baby, lass uns zusammenhalten, dann finden wir einen Weg», singen Countrystar Alison Krauss und Rock­musiker Robert Plant ganz zärtlich. Die langsamen, hypno­tischen Gitarrenklänge passen dabei perfekt zu einer Wild-West-Kulisse. So eine müssen auch Modemacher Domenico Dolce und Stefano Gabbana für ihre D & GCowgirl-Kollektion vor Augen gehabt haben. Denn mit ver­waschenem Jeanshemd, umgekrempelten Jeans, Ledergürtel, hohen Lederstiefeln, Nickituch und XL-Aviatorbrille scheint eine Westernlady, zumindest was die Kleider angeht, bestens für die Prärie gewappnet. Im Alltag sorgen auch Lederaccessoires mit Fransen oder filigraner Schmuck mit Federn für Country-Flair. Die Stücke lassen zudem von Herbstferien auf der Ranch träumen, von Freiheit, einem einfachen, aber guten Leben. Oder einem abenteuerlichen Roadtrip, etwa auf der Route 66 … Kristina Köhler

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Ein Country-Song zum Träumen Westernhemd, Levi Strauss. u CHF 98.– Ledergürtel, Ana Blum. u CHF 198.– Westernboots, Frey. u CHF 449.– Ledertasche, Bolso Paseo. u CHF 400.– Stoffshopper, Warehouse. u CHF 498.– Alle Produkte: VMC. Jeans-Shorts Fishbone, New Yorker. u CHF 44.95 Hut, Stetson. u CHF 98.– Nickituch u CHF 49.– Beides von: Kahoona, Zürich.


Fremde Federn Federschmuck mit Lederband, Clockhouse, C & A. u CHF 14.90

Kunsthandwerk Ohrringe mit zartem gewobenem Muster, Clockhouse, C & A. u CHF 9.90

Hallo, Rodeo! Edles Westernhemd von Just Cavalli, Grieder. u CHF 395.–

Pferdeflüsterin Wunscharmband mit Pferdeanhänger, Lua, bei Corner 8 & Wink, Zürich. u CHF 29.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Stills Paul Seewer, Auswahl Janette Gloor, Hair & Make-up Brigitte (Time) mit Produkten von Nars. Model Isabelle (Time)

Pferde stehlen Baumwoll­ trägershirt mit Sattelmotiv, Maje. u CHF 229.–

Wilde Fransen Ledertäschchen mit Fransen von H & M. u CHF 49.90

Schönes Landleben Baumwollbustier mit verstellbaren Trägern, Clockhouse, C & A. u CHF 19.90

Wärmender Kumpel Baumwolltuch mit Zierzotteln, Nulu, Coop City. u CHF 39.90

Naturbursche Nietengürtel von La Breg, Dee Cee Style, Zürich. u CHF 298.–

Dauerläufer Bikerbooties von Vic Matié, Brunello. u CHF 579.–

Gezielter Tritt Offene LederStiefelette von Givenchy, Grieder. u CHF 998.–

Amerikanischer Traum Klassische Bluejeans von Killah, etwa bei Manor. u CHF 179.90 schweizer illustrierte

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Mode

Für das Büro Tailliertes Kleid mit schmalem Gürtel von Mango. u CHF 99.90

Für die Ferien Ladylikes Kleid von Diane von Fürstenberg bei Grieder, Fachhandel. u CHF 560.–

Für den Cocktail Satinkleid von Bruuns Bazaar bei Maud. Fachhandel. u CHF 286.–

Der Pumps dazu Glamouröse Plateau-Pumps von Geox. Ab Ende September. u ca. CHF 210.– Karamell: Vollenweider.

Für den 5-Uhr-Tee Entwurf von Fidelio 1 in Zürich. www.fideliokleider.ch u CHF 229.–

Feuer & Flamme

u Stilikone Alexa Chung hat schon eins, Jasmin Le Bon liebt die Farbe seit je, und für uns ist es ein Herbst/Winter-Must-have: das rote Kleid. Ob zum Cocktail, zur Teestunde oder an die kleine Party: Es passt immer. Mit einer luftigen Lauren-Bacall-Mähne und hohen Plateau-Schuhen – am besten in Rot – ergibt es das festliche Outfit schlechthin. Haben wir es dann ein paarmal getragen und etwas amortisiert,

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kann mans in den Balmain-Look einbauen: zur Jacke mit Gold­ besatz und goldenen Knöpfen. Auch zu Steingrau passt es gut. Aber Achtung: nur wenig Schmuck und wenig Make-up dazu, sonst wirkt man leicht überstylt. Auch die Lippen sollten besser nudefarben als feuerrot sein. Beim Schreiben fällt auf: Das kleine Rote will gut kombiniert sein. Also aufpassen! beatrice schönhaus

Für verspielte Momente Playsuit aus Jersey von Kiss Kiss bei Manor. u CHF 39.–

Für festliche Momente Schmales Kleid von Hugo. Globus, Fachhandel. u CHF 669.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Auswahl Janette Gloor

Das kleine rote


shopping

Hotspot

Alpiner Chic in der Stadt Aussen coole Architektur, innen Mode: Boutique Edelbunt an der Bahnhofstrasse 2 in Heerbrugg lohnt einen Besuch. Tel. 071 723 10 00, www.edelbunt.ch

Edelbunt, Heerbrugg SG

Von Idolen, Mode & mehr u Er hat mir direkt in die Augen gesehn: das Idol meiner Mutter, der Bergsteiger Luis Trenker. Inspiration für die gleichnamige Modelinie, die enorm Aufwind hat. Beim Besuch in der Boutique Edelbunt in Heerbrugg begegnet er einem überall, der rechte Teil des Ladens ist ganz diesem Label gewidmet. Bücher, Hirschund andere Geweihe aus den Bergen – und natürlich Mode. Voll alpinem

Charme, schön gefertigt, und dies nicht in China, sondern in Europa. Was trendy Männer freuen wird: Hier findet man auch die kultige RL-Linie und Polo-Jeans von Polo Ralph Lauren. Sowie SonderEditionen von Converse-Sneakers. Einfach hingehen! beatrice schönhaus Öffnungszeiten Di–Fr 9–12/13.30–18, Sa 9–16 Uhr

Der Kuschlige Beim Kauf des Bären geht Geld an ein Hilfs­projekt in Äthiopien. u CHF 149.–


Die Zeitlose Karobluse namens Berlinda mit Schriftzug. u CHF 189.–

Das Kultige Beispiel aus der Linie des charmanten Tiroler Nussöls. u ab CHF 9.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

Das Modische Karo-Top für Ihn namens Hannes. u CHF 229.–

Das Must-have Jersey-Mantel Lynn mit dekorativen Knöpfen. u CHF 449.– Der Solide Loden-Jackett mit liebevollen Details namens Samuel. u CHF 699.–

Die Robusten Trendy Schnürschuhe Stoffel aus echtem Leder. u CHF 599.–

Das Idol Schon unsere Mütter schwärmten für den Look von Luis Trenker. Buch antiquarisch.


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Beauty

Milde Reinigung Die sanfte Cleansing Milk Anti-Age von Lubex schont den Hydro-Lipid-Mantel. Apotheken. 120 ml u CHF 22.80

Wellness fürs Gesicht Tiefenreinigende Maske mit Heilerde von Dr. Kitzinger gibts bei Marionnaud. 50 ml u CHF 63.90

Erneuert das Hautbild Reinigt sanft und intensiv: Gesichtspeeling von Louis Widmer. In Apotheken. 50 ml u CHF 19.50

Entfernt Wimpern­t usche Eye Make-up Remover von Marionnaud pflegt mit Provitamin B. 50 ml u CHF 5.90

Sorgt für matten Teint Die mattierende Lotion Zero Oil mit Pflanzenextrakten von Origins wirkt wie ein Löschblatt. 18 ml u CHF 24.–

Saubere Sache Milde Reinigungspads mit Lilien- und Jojoba-Extrakt von I am gibts bei Migros. 30 Stück u CHF 5.90

Gleicht den Teint aus Highly Efficient Skin Tone Corrector mit AHA-Säure von Kiehl’s. 50 ml u CHF 76.–

Sorgt für leuchtenden Teint Capital Lumière Jour von Clarins korrigiert Glykation. 50 ml u CHF 128.–

Strahlende haut

u Die Rote-Teppich-Saison wurde eben mit der Verleihung der Emmy-Awards eröffnet. Hochsaison für Beauty-Docs, um die Stars auf Hochglanz zu polieren. Wer auch im Alltag einen HollywoodTeint anstrebt, setzt vor allem auf regelmässige Pflege. Schön, dass neuar­ tige Produkte das Ganze verein­fachen. Für einen matten Teint sorgt etwa Zero Oil Lotion von Origins mit Zaubernuss

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und Kampfer. AHA-Säuren korrigieren ein unregelmässiges Hautbild (HighlyEfficient Skin-Tone Corrector von Kiehl’s), und die neue Creme Capital Lumière von Clarins bringt die Haut mit Hightech und Löffelkraut von innen zum Leuchten. Wer sich einmal in der Woche ein Peeling und eine tiefenreinigende Maske gönnt, strahlt schon bald mit den Stars um die Wette. ursula borer

Eliminiert Pickel Die Tri-Activ Anti-Imperfection Hydrating Care von Vichy beugt unreiner Haut vor. Apotheken. 50 ml u CHF 26.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

Hollywood-Teint


Electronics

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shopping

Speditiv

Kreativ u Sony beschreitet mit der NEXVG10E völlig neue Wege. Als erste digitale Videokamera verfügt sie über eine Wechseloptik. Dies bedeutet, dass ein ganzes Arsenal an Objektiven an den Camcorder passen. Von der Makrobis zur Super-Tele-Linse ist alles dabei. Für Resultate wie Tiefenschärfe-Effekte, die selbst Profis verblüffen, sorgt der Bild­sensor, der fast 20-mal grösser ist als bei herkömmlichen Videokameras. Der Ton kommt ebenfalls nicht zu kurz und kann sich dank Raumklang-Mikrofon wirklich hören lassen. www.sony.ch Stephan Gubler

u Wer Bilder von Digitalkameras schnell und einfach ausdrucken will, findet mit dem Canon Selphy CP800 das ideale Gerät. Der in Schwarz und Weiss erhält­ liche Fotodrucker hat dank einge­ bautem Bildschirm keinen Computer nötig. Die Speicherkarte kann einfach ein­ gesteckt oder die Kamera via Kabel verbunden werden. Nach 47 Sekunden ist das Foto im Postkartenformat bereits ausgedruckt. Auch kleinere Bilder im Kreditkartenformat oder Passfotos lassen sich problemlos auf das bis zu 100 Jahre farbstabile Papier bringen. www.canon.ch SG

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Do it yourself Schnell und unkompliziert druckt der Canon Selphy CP800 Fotos im Postkartenformat aus. u CHF 158.–

Innovativ u Wer kennt das Problem nicht: Braucht man nach längerer Zeit wieder mal eine Taschenlampe, ist die Batterie leer. Solches kann mit der LED-Taschenlampe nicht passieren. Ihre Akkus lassen sich ganz einfach an der nächsten Steckdose aufladen. Die drei weissen Leuchtdioden schaffen eine Leuchtweite von 10 Metern. Für einen guten, sicheren Halt sorgt eine Handschlaufe. Die innovative Leuchte ist nicht nur praktisch, sie spart auch Geld. Ihr Anschaffungspreis ist nämlich nicht höher als drei Batterien-Sets für ver­ gleichbare Lampen ohne Ladefunktion. www.varta-consumer.ch SG

Lichtblick Die Varta-LED-Taschen­lampe für die Steckdose spart Geld und Ärger mit leeren Batterien. u CHF 23.90

Premiere Sonys NEX-VG10E ist der erste High-Definition-Camcorder mit Wechseloptik. u CHF 2699.–

uhr der woche steckbrief AUS DESIGNERHAND u Die neue Clipper

von Hermès macht ihrem Erfinder und Designer Henri d’Origny alle Ehre. Ganz in der handwerklichen Tradition des Familienunternehmens gefertigt, überzeugt dieses Modell auch optisch. Das 1837 von Thierry Hermès in Paris gegründete Unternehmen ist zwar in erster Linie für Seidenschals und Lederwaren berühmt, doch Montre Hermès stellt am Bielersee bereits seit über 80 Jahren Uhren her. Und die Uhrenlinie Clipper erfand Henri d’Origny schon vor 30 Jahren. Seither wird sie Jahr für Jahr mit neuen Modellen ergänzt. Gutes Design und perfektes Handwerk haben eben Bestand. sarah Rieder

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Sportliche Eleganz Der neue Chrono Clipper von Hermès. u CHF 3450.–

Werk Quarzchrono­ grafenwerk von ETA Gehäuse Edelstahl, Saphirglas, wasserdicht bis 100 m Armband Oranges Kautschukband, Faltschliesse Varianten Auch mit Brillanten, verschiedene Armbänder Wer trägt sie? Anspruchsvolle Kennerinnen Bezugsquelle HermèsBoutiquen, Tel. 032 - 366 71 00


Lernspass Mit dem Buch «Was wimmelt da auf Bahnhöfen, Flughäfen und Baustellen» lernen Kids spielerisch. Knesebeck Verlag. u CHF 18.90

Chalet-Chic Satin-Bettwäsche-Glamour im Alpen-Look entdeckt bei Esprit. Gibts für Kissen, Decken und als Plaids. u ab CHF 25.–/129.–/159.–

Der Berg ruft Grosser Trend dieses Herbstes sind geschnürte Stiefel, z. B. das stylische Herrenmodell Raul, entdeckt bei Geox. u 270.–

Duftende Grüsse aus der Schweiz Ein echter Duftklassiker, neu aufgelegt: Parfum White Musk Collection. Import Parfumerien. 50 ml u CHF 34.–

Flagge zeigen Mit den Swiss Shirts von Zauberschön zeigt man seine Heimatliebe. Gibts im Heimatwerk. www.zauberschoen.ch u CHF 179.–

Grün ist das neue Rot Fashionistas setzen auf grüne Nägel, z. B. mit Green Genie von Alessandro. Gibts bei Manor, Marionnaud. 5 ml u CHF 6.90

Swiss made Die coolen und hochwertigen Ledertaschen des Schweizer Labels Griesbach sind absolut kultverdächtig, z. B. bei Leder Locher. u CHF 770.–

Urchiges Bad Lust, das Bad herbsttauglich zu dekorieren? Kein Problem mit dem Wäschekorb Simav, entdeckt bei Interio. u CHF 34.90

Alpen-Charme Süsses Armband mit Herzanhänger von Nulu passt nicht nur zur Lederhose im Wiesn-Stil. Entdeckt bei Coop City. u CHF 19.90

experten-fragen

Kilian Hennessy, 38, Parfumeur, By Kilian gibts bei Osswald, Zürich. www.bykilian.com

«Jasmin-Essenz ist eine Herausforderung» u Herr Hennessy, Ihre neue Duft-Kreation

Love & Tears – Surrender (Liebe & Tränen – Hingabe) ist Ihr erstes JasminParfum. Warum Jasmin? Als ich durch Indien reiste, besuchte ich einen HinduTempel. Die Gottheiten werden dort mit Jasminkränzchen geschmückt. Die Betenden versuchen, möglichst wenig des betörenden Jasminduftes einzuatmen, da

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dieser ganz den Göttern geweiht ist. Das hat mich berührt und zu meinem neuen Duft inspiriert. Jasmin als Liebesgeschenk an das Göttliche. u Jasmin gilt in der Parfümeriekunst jedoch als schwieriger Inhaltsstoff. Das stimmt, er ist komplex, dominant und deshalb eine Herausforderung. Aber das passt genau zu meiner Idee des Duftes. Love & Tears –

Surrender soll die höchste Form der Liebe darstellen, die bedingungslose Liebe und Hingabe. u Was begleitet das wertvolle Jasmin Absolue aus Indien? Die aufhellend wirkenden Düfte Bergamotte und Petitgrain stehen symbolisch für Freude und Glück, Orangenblüten und Ylang Ylang verleihen dem Duft seine erotische Komponente. Interview Kristina Köhler

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, By Kilian

shopping best buys

neu


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

Qualle oder Atompilz? Print aus der Werkgruppe «Persian Gulf Incubator», 2008, des Schweizer Künstlers Marco Poloni.

Marco Poloni «The Majorana Experiment»

Eine Spurensuche Mysteriös Der italienische Physiker Ettore Majorana verschwand 1938 auf einer Bootsfahrt von Palermo nach Neapel. Für den Künstler Marco Poloni ist dessen Schicksal ein spannender Stoff.

u Das Verschwinden des Wissenschafters begreift Marco Poloni, 48, als Parabel auf die «versteckte Erfindung nuklearer Waffen». Hat der 31-jährige Majorana das atomare Wettrüsten erahnt und ver­zweifelt den Tod gesucht, oder ist er in ein anderes Land abgetaucht? Poloni greift letztere

Möglichkeit auf. Sein «Majorana Experiment» umfasst heute drei Filme, Foto­ grafien und ein historisches Dokument. IsW Kunsthalle Bern Bis 10. 10. Di–Fr 11–18, Sa/So 10–18 Uhr, Tel. 031 350 00 40, www.kunsthalle-bern.ch

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bücher & cds Regisseur Dani levy

die besten

Karussell der Eitelkeiten Film im Film Mit «Das Leben

Filmreif Regisseur Dani Levy (M.) und sein Alter Ego Alfi Seeliger (Markus Hering, r.) am Set.

ist zu lang» wagt der Basler Dani Levy eine Komödie über das Filmgeschäft. Und wie immer bei Levy ist der Film auch persönlich geprägt.

u Die

Ähnlichkeit ist frappant. Die Retrobrille, das Strubbelhaar, die Mundpartie. Beide sind Regisseure, beide um die 50, Juden, verheiratet, haben zwei Kinder. Und beide sind sie auf der Suche: Dani Levy, Filmemacher, und Alfi Seeliger, Protagonist in dessen neuer Komödie «Das Leben ist zu lang». Alfi, mitten in einer Sinn-, Lebens- und Schaffenskrise, sucht sein Glück in der Umsetzung eines hart erarbeiteten Drehbuchs über den Mohammed-KarikaturenStreit. Und Dani Levy? Er, der sein Alter Ego Alfi von einer Katastrophe in die nächste taumeln lässt? Wonach sucht er? «Nach einem Befreiungsschlag.» Filme seien oft ein hermetisches Produkt, eine Art Gefängnis, in dem er sich als Filme­ macher nur beschränkt bewegen könne. Das Leben jedoch sei viel sprunghafter, unberechenbarer und geheimnisvoller als die Filme darüber. «Ich wollte das ­Rätselhafte des Lebens zeigen. Dem Zuschauer die Sicherheit nehmen, zu wissen, wohin Alfis Weg führt.» Dass sich der Basler Dani Levy in seinen Filmen aus dem Fundus des eigenen Lebens bedient, ist nicht neu. Seit «Du mich auch», seinem ersten Film aus dem Jahre 1985, nehmen eigene Gedanken und Befindlichkeiten in Levys Dreh­ büchern einen zentralen Platz ein. Er habe Filmemachen nie anders verstanden, als dass man die Geschichten, die man erzählt, subjektiv und individuell durch-

dringt. «Einerseits ist der Film eine Liebeserklärung ans Kino. Andererseits zeigt er, in welch seltsamer Welt ich mich seit vielen Jahren bewege.» Auch wenn er betont, dass der Film mehr persönliche als autobiografische Züge trägt, warum gibt Dani Levy so viel von sich preis? «Mir bringt das Klarheit in mein Leben. Da ich Komödien drehe, kann ich auf diese Weise über meine Schwächen lachen und Schwierigem eine neue Leichtigkeit verpassen.» Das hat, sagt er, bei «Mein Führer» (2007) ganz gut funktioniert. Und auch bei der mehrfach prämierten Komödie «Alles auf Zucker» (2005), in der Levy seine jüdische Identität thematisierte, «gelang es mir danach, mich davon zu lösen, immer

Der Film u Seit Jahren hat Alfi keinen Film mehr zustande gebracht. Nun hat er endlich wieder ein Projekt, schöpft Hoffnung und – stürzt ins Bodenlose: Seine Tochter pubertiert, seine Frau verlässt ihn, sein Drehbuch wird verstümmelt, und der Arzt diagnostiziert einen Darmkrebs. Das bringt das Fass zum Überlaufen: Alfi versucht, sich umzubringen. Nicht mal dies gelingt ihm. Doch danach scheint das Leben nicht mehr dasselbe. Im Kino.

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Gefangen in einem Leben aus Wahn und Witz: Alfi, der Protagonist in «Das Leben ist zu lang» von Dani Levy.

Licht am Ende des Tunnels? Nach Alfis verpatztem Selbstmordversuch besucht ihn seine Familie im Spital. in dieser beschwerten jüdischen Ver­ gangenheit zu schmoren». Filmemachen als eine Art Therapie? Sinnigerweise spielen Psychologen in Levys Filmen immer wieder eine tragende Rolle. Auch der gebeutelte Alfi schüttet einem Seelen­ doktor sein Herz aus. Dieser verschreibt dem verzweifelten Patienten kurzerhand ein «Wahrheitsserum». In homöo­ pathischen Dosen verabreicht, bringt es Alfi der lang ersehnten Wahrheit ein gutes Stück näher. Hätte Dani Levy selbst den Mut, sich eines solch radikalen Mittels zu bedienen? «Vermutlich nicht», gibt er zu. «Ich neige sowieso schon dazu, alles zu hinterfragen. Ein wenig Illusion muss ich mir schon noch erhalten», sagt der 53-Jährige. Sonst wäre das Leben vielleicht tatsächlich plötzlich zu lang. anina rether


bücher & cds Sammelausstellung

Festival

u «Für den Maler sind nur die Farben wahr.» Der Satz von Paul Cézanne ist das Motto der Schau. Am Anfang ist Farbe. Doch wie wird daraus Kunst? Wie werden die verschiedenen Farben von den Künstlern verwendet? Welche Wirkung haben sie auf den Betrachter? Zu sehen: Assemblagen und Bildkästen von Dieter Roth, monochrome Farbtafeln von Piero Ruggeri, flimmernde Schichtungen von Stefan Davix, Minima- Ausdrucksstark «Spazio giallo su listisches von Ferdinand Arnold.  rea fondo verde» von Alfredo Chighine.

STiftung Akku Emmen LU Bis 3. 10. Mi 14–19, Do/Fr 14–17, Sa/So 11–17 Uhr, Tel. 041 - 260 34 34, www.akku-emmen.ch Arcangelo Sassolino

Kraftstrotzend

u Langsam, aber unaufhaltsam scheint die Skultptur – ein Fleischwolf? – den Knochen zu zermalmen. Der Knochen eines Ochsen ist massiv, doch gegen das Gebiss aus Stahl hat er keine Chance. Aus industriellen Prozessen und Materialien schöpft Arcangelo Sassolino seine Inspiration. Die Objekte des 43-jährigen Italieners, der auch schon als Spielzeug-Designer gearbeitet hat, untersuchen mechanische Abläufe und Bissig «Figurante», 2010, von Kräfteverhältnisse. Bedrohlich, aber faszinierend.rea Arcangelo Sassolino.

Galerie Nicola von Senger Zürich Bis 16. 10 Di–Fr 11–18, Sa 11–17 Uhr, Tel. 044 - 201 88 10, www.nicolavonsenger.com

Internationales Cartoon Festival Langnau

Humor ist, wenn man trotzdem lacht

u Wir lachen aus Schadenfreude, aus Verlegenheit, wenn uns jemand kitzelt oder einfach, wenns lustig ist. Am Cartoon Festival in Langnau gibts alle Sorten Humor. Unter dem Motto Wahnsinn präsentieren 93 Satiriker aus ganz Europa ihre gezeichneten und gemalten Cartoons. Mit dem Wiener Manfred Deix und Rudi Hurzlmeier aus München werden in separaten Kabi­ netten zwei der prominentesten Meister des Cartoons präsentiert. Ergänzt wird die Ausstellung durch ein vielfältiges Rahmenprogramm von Comedy über Lesungen bis zu Konzerten. Gegen den realen Wahnsinn ist eben kein besseres Kraut gewachsen als der Humor. rea

die besten

Kunterbunt

Internationales Cartoon festival Langnau BE Bis 12. 9. Tägl. 10–21 Uhr, Tel. 034 - 402 70 90, www.cartoonfestival.ch

Hinter den Kulissen

Bitte anfassen

Foto Frenetic Films

u Das Museum ist ein Ort der Augen. Was über die Werk-

betrachtung hinausgeht, bleibt dem Besucher jedoch verborgen. Das ist bei der Ausstellungsreihe «Im Herzen des Museums» anders. Der zweite Teil widmet sich dem Bewahren, der Geschichte und der Zukunft des Museums. Durch den Umbau des Kunst­ depots kommt Ungesehenes ans Licht. Öffnen Sie Grafikschränke, verschieben Sie Bilderwände und er­ Idyllisch «Sertigtal im Herbst», fahren Sie, wie wertvolle Gemälde erhalten werden. rea 1925/26, von Ernst Ludwid Kirchner.

Das Buch zum Festival 112 Seiten geballte Cartoon-Kunst. Wer hier nicht lacht, dem ist nicht zu helfen.

Kirchner Museum Davos GR Bis 21. 11. Di–So 10–18, ab 19. 10. 14–18 Uhr, Tel. 081 - 410 63 00, www.kirchnermuseum.ch

«Mine vaganti» Ein explosives Familientreffen u Homosexualität im Süden Italiens? Undenkbar! Als der Pastafabrikant Vincenzo Cantone

Familienfest Die Freude am Zusammensein wird durch Antonios Geständnis getrübt. Die Bombe platzt: Ein Sohn des Hauses ist schwul.

(Ennio Fantastichini) bei einem Familientreffen erfährt, dass sein ältester Sohn Antonio (Alessandro Preziosi) schwul ist, erleidet der Patron prompt einen Herzinfarkt. Antonio muss das Familienunternehmen in Lecce fluchtartig verlassen. Seinem Bruder Tommaso (Riccardo Scamarcio), der in Rom angeblich Wirtschaft studiert, sich in Wirklichkeit jedoch als Schriftsteller versucht, bleibt keine Wahl. Er muss Antonios Platz einnehmen. Dabei hatte auch Tommaso das Treffen dafür nutzen wollen, um sich endlich etwas von der Seele zu reden. Dem italo-türkischen Regisseur Ferzan Özpetek («Il bagno turco») ist mit «Mine vaganti» eine brillante, feinfühlige und zuweilen auch kritische «commedia all’italiana» gelungen. Kati moser 8 8 8 Länge: 110 Min., Regie: Ferzan Özpetek. Im Kino schweizer illustrierte

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bücher spezial

Blick ins Privatleben von Max Frisch & Co.

Der forscher August Forel Rückblick auf mein Leben (Römerhof Verlag) u Er war der Mann auf unserer letzten 1000-Franken-Note. Forels Biografie ist ein Füllhorn an Wissen. Schreibt der Vater der Schweizer Psychiatrie doch über Sexual- und Hirn­ forschung, Alkoholismus und über Ameisen, die ihn sein Leben lang begeisterten.

Der Schriftsteller jetzt nicht die wut verlieren I. Gleichauf (Nagel & Kimche) u Max Frisch umkreiste in seinen Romanen die menschliche Identität, der Ausbruch aus festgefahrenen Mustern, die Selbstbestimmung. Genau dies macht die Autorin nun mit der Biografie des Dichters. Eine spannende Rekonstruktion.

Die Provokateurin Nina Hagen Bekenntnisse (Pattloch) u Die Autobiografie ist wie ein Roadmovie, das in Ostberlin begann und noch immer spielt. Gerüchte über die Rockröhre und Punklady gibt es Tausende. In diesem Buch redet Nina Klartext. Auch wie sie zu Gott fand. Ihre Sprache ist rasant und ungeschminkt.

Die Schöne angelina jolie Andrew Morton (Droemer) u «Wenn ich einmal gross bin, werde ich Schauspielerin. Eine grosse Schau­spielerin.» Angelina Jolie hat es geschafft. Wer sich wirklich hinter dieser charismatischen Persönlichkeit verbirgt, enthüllt der Celebrity-Biograf im haut­nahen Porträt mit ungewöhnlichen Fotos.

die kämpferin 3096 Tage Natascha Kampusch (List) u «Ich fühle mich nun stark genug, die ganze Geschichte meiner Entführung zu erzählen.» Über acht Jahre lebte Natascha Kampusch in Gefangenschaft. Offen, schonungslos und sensibel schreibt sie nun aus eigener Sicht – auch über ihre Kindheit. Ab 9. 9. erhältlich.

Der Extremist Der Magier Fernando Morais (Diogenes) u Der «Alchimist» machte Paulo Coelho zum erfolg­ reichen Schriftsteller. Seinem Biografen vertraute er 200 Tagebücher und 100 Tonbänder an. Entstanden ist ein Porträt über einen Menschen, der sein Leben durch Grenz­ erfahrungen immer wieder in Gefahr brachte.

DeR Freidenker Wenn ich an meine Jugend denke Fritz Schwarz (Synergia) u Fritz Schwarz (1887 bis 1958) war Journalist, Verleger und Politiker. Er kämpfte für das Frauenstimmrecht, kritisierte das Geld-System, reformierte die Schule. Eindrückliche Jugend-Erin­ nerungen des engagierten Emmentalers.

Die Menschliche monika hauser Ch. Louis (Rüffer & Rub) u Sie wurde 2008 für ihr Hilfswerk Medica mon­diale mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Die Südtiroler Ärztin reiste 1992 spontan ins bosnische Kriegsgebiet, um ver­ge­waltigten und traumatisierten Frauen in Zenica zu helfen. Porträt einer Kämpferin.

Die legende John lennon: wendepunkte Nicola Bardola (Römerhof Verlag) u Am 9. Oktober wäre er 70 geworden, im Dezember jährt sich sein 30. Todestag. Der Autor beleuchtet die komplexe Persönlichkeit des Musikers und Polit­ aktivisten von mehreren Seiten und zeigt, wie präsent Lennons Mythos bis heute ist.

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die besten

Ob Wissenschafter, Dichter, Musiker, Kultfigur oder Wohl­täter: Sie alle hinterlassen einen besonderen Fussabdruck in unserer Gesellschaft. Während die einen im Leben für Schlagzeilen sorgen, wirken andere im Stillen. Eine Auslese faszinierender Biografien von Isolde Schaffter-Wieland.

der geizhals Onkel Dagobert: Sein Leben, seine Milliarden Don Rosa (Ehapa Comic Collection) u Der US-Disney-Zeichner hat die Biografie des Grosskapitalisten aus Entenhausen akribisch recherchiert und leuchtet Dagoberts Leben auf über 500 Seiten bis ins letzte Detail aus. Ein Genuss für Comic-Fans.

drei neue cds

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pop/rock kate perry Teenage Dreams (EMI)

Ihre unbeschwert-freche Art machte die kalifornische Pastorentochter zum Idol von Boys und Girls. So trällerte sie mit «I Kissed a Girl» auch keck über die Liebe zwischen Mädchen. «California Girls» mit Rapstar Snoop Dogg ist der Titelsong der CD, aber auch weitere spritzige Lieder haben Hit-Potenzial: Top! h. elias fröhlich

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jazz anat fort And If (ECM)

Ihr Debüt beim Prestige­ label ECM liess aufhorchen. Drei Jahre später legt die israelische Pianistin nun die Nachfolge-CD vor. Auch diese ist herausragend. Mit ihrem Trio gelingt es Anat Fort, betörend schöne, melodische Musik mit einem nahöstlichen Touch zu spielen, ohne dabei in Kitsch abzugleiten. hanspeter vetsch

Klassik till fellner spielt Beethoven (ECM)

Jeden Ton auskostend und frei von historischem Pomp spielt Fellner Beethovens berühmte Klavierkonzerte 4 und 5. Flüssig perlende Modulationen wechseln mit gebändigter Kraft. Unterstützt durch den Dirigenten Kent Nagano und das Sinfonie­ orchester Montréal ist es eine Aufnahme mit Referenzpotenzial. uli von erlach


publireportage

PRAKTISCH Mit dem Mercedes-Benz C 250 CDI 4MATIC BlueEFFICIENCY T-Modell reisen Sie nach Interlaken.

Auto erfahren und Abenteuer erleben Das dürfen Sie nicht verpassen: Mercedes-Benz sucht Familien, Paare und Freunde, die mit der C-Klasse nach Interlaken fahren und ein einmaliges Wochenende erleben.

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achen Sie mit bei der Leseraktion «4gewinnt». Mit etwas Glück sitzen Sie schon bald am Steuer eines Mercedes-Benz C 250 CDI 4MATIC BlueEFFICIENCY T-Mo­dell. Dank «4gewinnt» haben Sie die Chance, die Qualitäten des sportlichen Mercedes-Benz selbst zu erfahren und dabei ein unvergessliches Erlebniswochenende in Interlaken zu verbringen. Lassen Sie sich dieses Outdoor-Abenteuer zusammen mit Familie oder Freunden nicht entgehen, und melden Sie sich bis spätestens 15. Oktober 2010 an. Unter allen Teilnehmern werden 4 × 4 exklusive Wochenenden in Interlaken verlost. Auf dem Programm stehen ein Besuch im Seilpark, ein Essen bei «Funky Kitchen Club»-Fernsehkoch René Schudel sowie eine Übernachtung im Fünfsternehotel Lindner Grand Hotel Beau Rivage. Während des ganzen Wochenendes lernen Sie ausserdem die Effizienz des

Mercedes-Benz C 250 CDI 4MATIC Blue­ EFFICIENCY T-Modell kennen. Sein leistungsstarker Vierzylinder-Diesel bringt den AllradKombi flott voran und bietet die höchste Leistungseffizienz im Wettbewerbsumfeld. So begnügt er sich mit 6,6 l/100 km. Auf der Reise ins Berner Oberland lernen Sie auch den Komfort der sanft schaltenden 7-GangAutomatik und die umfassende Serien­ ausstattung des Mercedes-Benz schätzen. u MITMACHEN UND GEWINNEN UNTER www.mercedes-4gewinnt.ch

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Attraktive Wochenpreise

u HAUPTPREIS 4 × 4 Gruppen gewinnen ein Erlebnis-

wochenende in Interlaken mit dem Mercedes-Benz C-Klasse T-Modell. Sie reisen mit dem Kombi nach Interlaken, verbringen den Nachmittag im Seilpark, essen bei TV-Starkoch René Schudel und übernachten im Fünfsternehotel. Melden Sie sich noch heute unter www.mercedes-4gewinnt.ch an. Mitmachen lohnt sich auf alle Fälle. Unter allen Teilnehmern werden wöchentlich attraktive Zusatzpreise wie Tickets aufs Jungfraujoch und Gourmet-Diners bei René Schudel verlost. Teilnahmeschluss: 15. Oktober 2010.

Steckbrief: Mercedes-Benz C 250 CDI 4MATIC BlueEFFICIENCY T-Modell Antrieb 2,2-Liter-Vierzylinder, 204 PS, 500 Nm bei 1600/min, 7-Stufen-Auto­matik, Allrad Leistung 0-100 km/h in 7,2 s, Spitze 235 km/h Verbrauch 6,6 l/100 km, 173 g/km CO2, Energieeffizienz B Preis 61 900 Franken

«Funky Kitchen Club» TV-Starkoch Schudel steht für Sie am Herd.


Grosses Extra der Schweizer Illustrierten

Sa 18. bis Mi 22. September 2010

Goldenes Jubiläum Stars, Glamour und Comedy! TV-Unter­halter aus der ganzen Welt treffen sich in Luzern zum 50. Rose d’Or Festival.

www.rosedor.com

Die Nominierten, die Preisverleihung, die ehemaligen Gewinner schweizer illustrierte

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Nazan Eckes Moderatorin der Awards Ceremony

«Keine Ahnung, was Chuchichäschtli heisst» Die deutsche Moderatorin Nazan Eckes verrät exklusiv, was sie an der Verleihung der Rose d’Or tragen wird, wie es um ihre Schweizerdeutsch-Kenntnisse steht und weshalb sie das Zeug zur perfekten Hausfrau hat.

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ie ist eine der beliebtesten Moderatorinnen Deutschlands – und stellt ihr Können bald auch in der Schweiz unter Beweis: Nazan Eckes, 34, präsentiert die Awards Ceremony, die Verleihung der Rose d’Or am 22. September im KKL Luzern. «Sie ist eine äusserst talentierte, intelligente Frau, deren Charme wunderbar zu diesem glamourösen Anlass passt», sagt Festivaldirektor Rolf Probala begeistert. «Mit ihr und Co-Moderator Ben Shephard konnten wir zwei junge Stars gewinnen, die für die Zukunft stehen.» Die Freude beruht auf Gegenseitigkeit. Denn im Interview mit der Schweizer Illustrierten entpuppt sich die türkischstämmige Kölnerin als Schweiz-Fan und Käse-Liebhaberin.

trieren! Und wenn nichts hilft, tonnenweise Gummibärchen essen. Hat das Festival eine besondere ­Bedeutung für Sie? Ich habe wirklich schon sehr viele Anlässe moderiert. Jede Moderation ist eine neue Aufgabe. Das Rose d’Or Festival aber ist eine ausserordentlich angesehene und hochkarätige Veranstaltung. Sie zu moderieren, bedeutet eine grosse Ehre und Herausforderung zugleich. Zudem werden hier viele Kollegen und Branchen-Grössen dabei sein. Da will ich selbstverständlich möglichst viel richtig machen. Von welchem Ihrer berühmten Berufs­ kollegen würden Sie in Luzern gerne ein Autogramm ergattern? Ich habe noch nie jemanden um ein

«Im Kleiderbügeln bin ich perfekt – es entspannt mich»

te Filme. Ich gehöre nicht zu denen, die das Gerät den ganzen Tag nebenher laufen lassen. Da höre ich lieber Musik. Also gibt es keinen Fernseh-Doktor, von dem Sie sich gerne untersuchen liessen? TV-Serien schaue ich grundsätzlich eher wenig. Daher hat es noch kein TV-Doc in mein Herz geschafft. Aber einen Schauspieler, der Ihr Herz höherschlagen lässt, gibt es bestimmt! Mich begeistern unsere deutschen Jungschauspieler immer mehr. Daniel Brühl und August Diehl bürgen für Qualität. Was werden Sie am Gala-Abend tragen? Das weiss ich noch nicht. Ich werde mich diesbezüglich mit meiner Stylistin beraten. Wichtig ist, dass es nicht nur toll aussieht, sondern auch bomben­ sicher sitzt. Rutschende Träger zum Beispiel sind nervig. Die Schuhe müs-

Nazan Eckes Frau Eckes, Sie sind eben aus den Sommerferien zurückgekehrt. Wars schön? Ich habe meine Ferien auf Ibiza und in Istanbul verbracht. Viel gelesen, entspannt, geschwommen und sehr gut gegessen. Und das Ganze auf einer wunderschönen Finca. Der Herbst kann kommen! Und mit ihm die Rose d’Or. Sie moderieren diese weltweit bedeutende Preisver­ leihung der TV-Unterhaltung. Nervös? Überhaupt nicht wäre eine glatte Lüge. Schliesslich handelt es sich um eine internationale Veranstaltung. Aber ich bin sicher, es wird grossartig, und ich freue mich sehr darauf. Natürlich bin ich da ein wenig aufgeregt. Wie kriegen Sie Ihr Lampenfieber in den Griff? Immer auf das Wesentliche konzen­

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Autogramm gebeten. Interessanter finde ich es, die Leute aus der Ferne zu beobachten. Haben Sie eine Lieblings-TV-Sendung, der Sie die Goldene Rose verleihen würden? Ich schaue sehr gezielt TV. Nachrichten, Dokumentationen und ausgewähl-

Zur Person Nazan Eckes wurde am 9. Mai 1976 in Köln geboren u karriere Nach dem Abitur absolvierte die Tochter türkischer Einwanderer ein Praktikum beim Musiksender Viva. Später arbeitete sie als Wetter- und Nachrichtenmoderatorin bei RTL 2 und RTL, wo sie heute die Sendungen «Explosiv» und «Explosiv Weekend» präsentiert u Liebe Eckes ist geschieden von Werbeunternehmer Claus Eckes und seit zwei Jahren mit dem drei Jahre jüngeren öster­reichischen Model und Maler Julian Khol liiert


Juwel Moderatorin Nazan Eckes verleiht der glamourösen Preisver­leihung Charme und Sex-Appeal.

sen hoch, aber bequem sein. Lassen Sie sich überraschen – ich werde mir Mühe geben. Dürfen Sie Ihre glamourösen Moderations-Outfits jeweils behalten? Das ist unterschiedlich. Wenn ich ein Kleid behalten möchte, dann kaufe ich es. Ansonsten kann ich mich wirklich nicht über einen mageren Kleiderschrank beklagen. Sind Sie sehr eitel? Ja und nein. Im Urlaub reichen mir Wimperntusche, eine lässige Hochsteckfrisur und Flipflops. Wenn ich allerdings eine Veranstaltung besuche, bei der ich fotografiert werde, dauert die Vorbereitung schon ein bisschen länger. Aber mir ist wichtig, trotz allem natürlich und nicht zu künstlich auszusehen. Keine Maskerade! Mit wie viel Gepäck werden Sie anreisen? Ich denke, ein Koffer sollte reichen. Aber ich werde sicher viele Schuhe zur Auswahl mitbringen. Waren Sie schon oft in der Schweiz? Leider immer nur beruflich. Einige Male in Zürich und in Genf. Dort habe ich den Autosalon moderiert. Aber Bekannte oder Verwandte habe ich hier nicht, sonst würde ich sie oft besuchen. Sie könnten ja Ihren Freund Julian Khol mitbringen. Als Maler würde er hier bestimmt tolle Motive finden. Bisher sieht es nicht so aus, als ob er mich nach Luzern begleiten könnte. Er ist sehr beschäftigt. Aber wer weiss, vielleicht schafft er es ja doch, was mich natürlich sehr freuen würde! Wie lange bleiben Sie? Drei Tage sind geplant, auch wenn ich mir gerne etwas mehr Zeit nehmen würde. Um die Schweiz zu entdecken? Zum Beispiel. Ihr habt wunderschöne Landschaften und tollen Käse. Und sicher noch ganz viel mehr, was es zu entdecken gilt. Zieht es deswegen so viele Deutsche hierher? Klar. Die Schweiz ist ein tolles Land, das uns trotz einigen Unterschieden wunderbar vertraut vorkommt. Zudem ist hier und da der italienische Einfluss zu spüren. Und ein Hauch Süden tut jedem Land gut. Welches Klischee über die Schweiz fällt

Ihnen spontan ein? «Wer hats erfunden, hä?» Wir fragen Nicht-Schweizer auch gerne: «Was heisst Chuchichäschtli?» Ich habe nicht die leiseste Ahnung. Es bedeutet Küchenschrank. Können Sie sich unter Älplermagronen etwas vorstellen? Das ist diese Kartoffelspeise, oder? Ich habe schon davon gehört, sie aber nie probiert. Sieht sehr lecker aus! Das sagen manche auch über Ihren Co-Moderator, Ben Shephard. Haben Sie ihn bereits kennengelernt, oder mussten Sie ihn googeln? Ich habe ihn zwar noch nie getroffen, doch schon viel von ihm gehört … Aber ich gebe zu, gegoogelt habe ich ihn trotzdem. Welchen Eindruck macht er auf Sie? Kompetent, witzig und schlagfertig wird er sicher sein und hoffentlich auch nett. Jedenfalls freue ich mich ­riesig auf die Zusammenarbeit. Es ist das erste Mal, dass ich mit einem nicht deutschsprachigen Kollegen zusammen moderiere. Aufregend! Ben Shephard hielt 2009 kurz den Guinness-Rekord im Eierkuchen-Wenden. In welcher Disziplin könnten Sie antreten? Im Nonstop-Kleiderbügeln. Ich bin perfekt darin – es entspannt mich.  Interview Sylvie Kempa

Co-Moderator Ben Shephard kam am 11. Dezember 1974 in Epping bei London zur Welt u Karriere Mit Spielshows, Frühstücks- und Sportsendungen bei verschiedenen TV-Sendern eroberte der Sonnyboy die Herzen der Briten. Seine Beliebtheit verhalf ihm zu einem Gastauftritt als Zauberer im Film «Harry Potter und der Halbblutprinz». Aktuell moderiert er bei Sky Sports u Liebe Er ist mit seiner Jugendliebe Annie verheiratet. Das Paar hat zwei Söhne: Samuel, 5, und Jack, 3

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Die Gewinner Björn Hering

«Der Preis ist ein Türöffner»

Kurt Felix

Eine Rose dank Paola u Lebenswerk, 1985 Für die Ulk-Sendung «That’s TV» erhielt Kurt Felix 1978 die Bronzene Rose. «Damals schnappte mir die ‹Muppet Show› den ersten Platz weg», erinnert er sich. Gold gab es sechs Jahre später für Felix’ Sammelsurium an erfolgreichen TV-Formaten von «Teleboy» bis «Verstehen Sie Spass?». Zusammen mit Gattin Paola wurde er dieses Jahr zu den zehn beliebtesten Moderatoren der deutschen Fernsehgeschichte gewählt. «Die Rose gebührt auch ihr!»

Frank baumann

«Eine Art Ritterschlag» u «Ventil», 1999 Weil er die Satiresendung mit einem Minibudget realisierte und damit weit über die Landesgrenzen hinaus für Verblüffung und Unterhaltung sorgte, wurde Frank Baumann in der Kategorie «Special Mention» ausgezeichnet. Der Zürcher Texter und TV-Produzent erinnert sich: «Eine Auszeichnung im Rahmen der Rose d’Or ist für jeden Fernsehschaffenden eine Art Ritterschlag. Ich hätte vor Freude übers Dach springen können.»

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u «Joya rennt», 2002 Die Idee, spontane Singles um Geld und Ferien rennen zu lassen, kam bei der Rosed’Or-Jury gut an: Björn Hering bekam für «die beste Integration des Internets in ein Fernsehformat» eine Goldene Rose verliehen. «Damals war der Preis für mich eine Art Türöffner für den internationalen TV-Markt. Eines Morgens rief bei mir in Bern Sony International aus Los Angeles an und wollte die Lizenz kaufen», erzählt der «Joya rennt»-Erfinder. Persönlich findet Hering die Show «Britain’s Got Talent» das beste Format. Und wenn er könnte, würde er der Sendung «Reporter» des Schweizer Fernsehens einen Award verleihen.

Emil Steinberger

«Die Rose steht im Esszimmer» Da soll noch einer behaupten, die Schweizer hätten keinen Humor! Emil Steinberger bewies mit seinen Sketches das Gegenteil – und erhielt dafür eine Ehrenrose. «Sie schmückt das Esszimmer, wo ich sie mit rund zwanzig anderen Preisen und Ehrungen in einer Vitrine aufbewahre», sagt der Luzerner ­Kabarettist. Er freut sich über die Wertschätzung

u Lebenswerk, 2003

Preishorter Um die zwanzig Trophäen – darunter auch die Goldene Rose – erhielt Emil in seiner Karriere.

für sein kulturelles Schaffen. Doch: «Andere verdienen sie mehr.» Wer denn? «Dieter Moors Kultursendung ‹titel, thesen, temperamente› auf ARD halte ich für das optimale TV-Format.» Optimal ist aus dem Mund des ehemaligen Pöstlers das grösste Kompliment. «Sensationell habe ich bis jetzt noch keine Sendung gefunden. Vielleicht, weil ich zu wenig regelmässig TV schaue.»


Internationale Stars an der Rose D’or u «Er ist ein leuchtendes Beispiel dafür, was ein einzelner Mensch mit Leidenschaft und Durchsetzungsvermögen bewirken kann», hiess es in der Laudatio für Sir Bob Geldof. Der irische Musiker und Begründer der Benefiz-Konzerte Live Aid erhielt 2005 den Rose d’Or Charity Award. Er engagiert sich seit Jahren gegen die Armut in Afrika und fordert einen Schuldenerlass für die ärmsten Länder der Welt.

Freudensprung «Der Preis gehört dem ganzen Team», freute sich Kurt Aeschbacher 2008.

u 2006 räumte einer gleich doppelt ab: Schauspieler und Komödiant Bastian Pastewka kriegte den Award in der Kategorie Bester Schauspieler in einer Sitcom und den Pressepreis. Beides für seine Serie «Pastewka», die auf Sat 1 läuft. In der Parodie spielt er sich selbst, stolpert von einem Fettnäpfchen ins nächste und kämpft dagegen, dass er ständig mit anderen Stars verwechselt wird.

Kurt Aeschbacher

Mit viel Mut zum Erfolg u «Zauberflöte», 2008 Die Zuschauer nicht nur vor, sondern auch hinter den Kulissen an einer Oper teilhaben zu lassen – diese Idee brachte dem Schweizer Fernsehen und damit auch CoModerator Kurt Aeschbacher inter­na­tionales Ansehen ein. «Ich sehe die Goldene Rose als Belohnung für das mutige Unterfangen, eine innovative Idee gegen alle technischen Widerstände und Komplexitäten umzusetzen.» Und weil ein ganzes Team in der Kategorie ­«Performing Arts» ausgezeichnet wurde, steht die goldene Trophäe auch nicht

beim TV-Moderator zu Hause, sondern beim SF am Empfang in einer Vitrine. Genauso stolz wie auf das edle Stück ist Aeschbacher auch auf die Nomination seiner Sendung «Sommerjob» im Jahr 2007. Und wem würde er selber diese Ehre zuteilwerden lassen? «Die Goldene Rose würde ich am liebsten meiner Mutter verleihen. Sie war all die Jahre meine treuste und kritischste Zuschauerin und ist mit ihren 90 Lenzen immer noch die Person, die mir klar und unmissverständlich sagt, wenn ihr eine meiner Sendungen nicht gefällt.»

u Viel Glamour für den roten Teppich: Die griechisch-italienische Schauspielerin Sofia Milos («CSI: Miami») übergab letztes Jahr an der Preisverleihung im KKL als Award Presenter eine der begehrten Rosen. Offensichtlich hinterliess die Stadt Luzern bei Sofia Milos einen guten Eindruck: Diesen Frühling stand sie dort zusammen mit Stefan Gubser für den Schweizer «Tatort» vor der Kamera. u Grosse Freude bei einem Urgestein der Fernsehunterhaltung: Thomas Gottschalk wurde 2005 in der Kategorie Bester Gameshow-Gastgeber für seine Sendung «Wetten, dass …?» ausgezeichnet. «Als deutscher Nobody freut es mich besonders, erstmals mit einem internationalen Preis dekoriert zu werden», sagte er. Denn eines muss man wissen: Im Rennen um die Goldenen Rosen haben meist britische Produktionen die Nase vorn …

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Höhepunkt des Festivals Im KKL überreichen bekannten Persönlichkeiten die Preise. Awards Ceremony Verleihung der Goldenen Rosen und Jubiläums-Show

«Die Rose d’Or geht an …» u Glamour am roten Teppich Seit 50 Jahren markiert die Awards Ceremony das Highlight des Rose d’Or Festivals – eines der weltweit bedeutendsten Anlässe der Fernsehunterhaltung. 1961 in Montreux gegründet, findet dieses Festspiel seit 2004 in Luzern statt. Mit den begehrten Awards werden Originalität, Qualität und Kreativität ausgezeichnet. Der Event setzt damit Standards in der TV-Unterhaltung. Dieses Jahr sind 110 Programme in elf Kategorien nominiert. In der JubiläumsAwards-Ceremony wird das Geheimnis um die zwölf Gewinner gelüftet – einer

aus jeder Kategorie sowie ein Gewinner des «Best of 2010». Bekannte Persönlichkeiten und Stars aus Wirtschaft, Politik und Unterhaltung verleihen die Preise. So überreicht der frühere ­deutsche Bundeskanzler Gerhard ­Schröder an diesem Abend den Rose d’Or «Social Award» für ein sozial engagiertes TV-Unterhaltungs­ programm. «Ich freue mich, an diesem international renommierten Festival teilzunehmen. Den ‹Social Award› verleihe ich mit Freuden, denn Fernsehunterhaltung sollte sich unbedingt auch mit gesellschaftspolitisch wichtigen

Themen befassen», sagt Schröder zu seinem Engagement. Die Verleihung der Preise ist ein­ gebettet in eine Show, die 50 Jahre Fern­sehunterhaltung Revue passieren lässt – gespiegelt in der Geschichte der Rose d’Or. Eine Reise durch fünf ­Dekaden Fernsehen mit Filmen, Musik und Bühnengästen, mit Abstechern zu Programmen und Künstlern, welche die Fernsehwelt von den 60er-Jahren bis heute geprägt haben. u Mittwoch, 22. September, 19 bis 21.30 Uhr, Konzertsaal, KKL

Infos zu Tickets

Glamourös Im Kultur- und Kongresszentrum Luzern findet der Höhepunkt der Rose d’Or statt: die Preisverleihung.

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u Das Festival Von 18. bis 22. September 2010 findet in Luzern das 50. Rose d’Or Festival statt. u Hotel Schweizerhof Luzern Das traditionsreiche Hotel bildet das Zentrum des Festivals. Es liegt im Herzen der Stadt und ist vom Bahnhof in fünf Minuten zu Fuss erreichbar. Parkhaus vorhanden. www.schweizerhof-luzern.ch u KKL Das Kultur- und Kongresszentrum öffnet seine Türen für das Highlight des Festivals: die Awards Ceremony.

Das KKL liegt im Zentrum von Luzern, wenige Schritte vom Bahnhof entfernt. Parkhaus vorhanden. www.kkl-luzern.ch u Tickets Für «Who Wants to Be a Millionaire», das Konzert «Lord of the Rings: The Two Towers», die Comedy Night und die Awards Ceremony sind Tickets erhältlich. www.rosedor.com u Anreise Mit dem SBB-Rail­ Away-Kombi fährt man günstiger ans Festival. www.sbb.ch/rosedor


Showtime «THE Lord of the rings – the two towers»

Frodos Reise begleitet von Live-Musik

Millionenschwer Für einen guten Zweck raten sich prominente Mitspieler in «Wer wird Millionär?» an die Spitze. «Wer wird millionär?»

TV-Quiz in englischer Originalbesetzung u Live und für einen guten Zweck Erstmals ausgestrahlt wurde sie 1998 in England, inzwischen kennt man die Sendung «Wer wird Millionär?» auf der ganzen Welt. Am Rose d’Or Festival wird die erfolgreichste Quiz-Show aller Zeiten live gespielt – in englischer Originalbesetzung mit Chris Tarrant, der das Format in England seit Beginn moderiert. Im Hotel Schweizerhof wird ein Studio im Original­dekor eingerichtet. Chris Tarrant spielt mit internationalen TV-Stars. Pro Spielrunde liegen CHF 75 000.– im Topf, gespendet von einem Wohltäter. Die Gewinnsumme der zwei Spielrunden geht an die Stiftung MyHandicap, die behinderte Menschen unterstützt. u Sonntag, 19. September, 20 bis 22 Uhr, Zeugheersaal, Hotel Schweizerhof

u Fantasy-Musik Das in Luzern gegründete 21st Century Symphony Orchestra ist mit der Live-SoundtrackAuf­führung von «The Lord of the Rings» berühmt geworden. Im Oktober tritt das Orchester unter der Leitung des Dirigenten Ludwig Wicki in der legendären Radio City Music Hall in New York auf. Doch vorher spielt es im KKL Luzern: Während des Rose d’Or Festivals führt das 21st Century Symphony Orchestra die Original-Filmmusik von Howard Shore zum zweiten Teil der Trilogie «The Lord of the Rings» auf. Während des Konzerts läuft auf der Grossleinwand der Film «The Two Towers» (E/d/f). u Montag, 20. September, 19.30 bis 23.30 Uhr, Konzertsaal, KKL

Monumental Das 21st Century Symphony Orchestra spielt die Original-Filmmusik von «The Lord of the Rings – The Two Towers».

Comedy night

Die Lacher auf ihrer Seite

Lustig Das deutsche Ulk-Urgestein Thomas Hermanns führt durch die Comedy Night.

u Brillante Unterhaltung Die Rose d’Or Comedy Night bringt fünf exzellente Künstler auf die Bühne. Sie repräsentieren vier verschiedene Länder und vier verschiedene Comedy-Stile. Eines aber haben sie gemeinsam – Rebecca Carrington & Colin Brown, Michel Gammenthaler, Rob Spence und Henning Wehn sind brillante Unterhalter. Thomas Hermanns, einer der populärsten Comedians Deutschlands, führt durch die Comedy Night. Rebecca Carrington & Colin Brown aus England vereinen Musik und Comedy auf überraschende Weise. Zusammen mit Joe, Carringtons

Cello, parodieren sie jedes Musikgenre. Michel Gammenthaler ist ein Schweizer Künstler, der Zauberei und Stand-upComedy verbindet. Rob Spence tritt als Clown, Pantomime, Parodist, Körperakrobat, Possenreisser und Stand-up-Comedian auf – alles in einer Person. Henning Wehn lebt in Grossbritannien und lässt keines der Klischees aus, die es in England über Deutsche gibt. Er gilt als der einzige Deutsche, der die Briten zum Lachen bringt. u Dienstag, 21. September, 20 bis 22 Uhr, Zeugheersaal, Hotel Schweizerhof schweizer illustrierte

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Claudio Zuccolini

Die Highlights des Mister d’Or Der Bündner Komiker Claudio Zuccolini, 40, moderiert traditionsgemäss die SF-Spezialsendung zur Ver­ leihung der Rose d’Or. In diesem Jahr präsentiert er die zehn beliebtesten Comedy-Sendungen unter den Preisträgern der vergangenen 50 Jahre. Herr Zuccolini, wer bestimmt, welches Comedy-Format im SF-Ranking den ersten Platz besetzt? Die Zuschauer. Auf der Internetsite des Schweizer Fernsehens konnten sie ihre Stimme abgeben. Zur Auswahl standen Monty Python, The Muppet Show, The Benny Hill Show, Hale & Pace, Mr. Bean, Total Normal, Da Ali G Show, Smack the Pony, Ladykracher und Little Britain. Kennen Sie die alle? Ganz ehrlich? Hale & Pace muss ich mir noch auf Video ansehen, um zu wissen, wovon ich spreche. Welche dieser Sendungen trainiert Ihre Lachmuskeln am effizientesten?

Ganz klar Little Britain. Ich finde diese zwei komischen Gestalten, die in skurrile Rollen schlüpfen, brillant. Eben habe ich mir eine ganze DVDBox der Sendung bestellt. Mr. Bean fand ich früher einen Brüller. Aber nach x-facher Wiederholung auf jedem Kanal flacht er langsam ab. Dafür tritt in Ihrer Sendung ein Gast auf, von dem kaum jemand genug kriegen kann … Emil Steinberger! Er und SF-Unterhaltungschefin Gabriela Amgarten werden meine Studiogäste sein – und mein persönliches Highlight. Besuchen Sie auch das Festival-Highlight, die Verleihung der Goldenen Rose? Ja, die Anmeldung liegt zu Hause auf dem Küchentisch. Wenn mich meine Frau Alexzandra gehen lässt und den Hütedienst für unsere knapp zweijährige Tochter Lilly übernimmt, werde ich es mir nicht entgehen lassen, Koryphäen wie Thomas Hermanns live zu sehen.

Rückblick Claudio ­Zuccolini präsentiert «50 Jahre Rose d’Or» am 19. September um 22.05 Uhr auf SF 1.

50. Rose d‘oR Festival, 18. – 22. septembeR 2010

Rose d’Or Jubiläums-Wettbewerb Beantworten Sie die untenstehenden Fragen und gewinnen Sie attraktive Preise! 1. Preis: Jahres-abo von Rosenbörse à 20 Rosen pro monat sponsored by Rosenbörse

2. Preis: digitalradio pURe sensia sponsored by Swisscom Broadcast AG       

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3. Preis: 

ein bmW ihrer Wahl für ein Wochenende sponsored by Kurt Steiner AG Luzern

Preisfragen: 1. Welches Jubiläum feiert das Rose d’Or Festival 2010? a) 25.

b) 50.

C) 75.

2. Der Rose d’Or Award prämiert die weltweit besten... a) Fernsehprogramme des Jahres b) musiker des Jahres C) Filme des Jahres 3. Welche bekannte Persönlichkeit aus der Schweiz ist ein früherer Gewinner der Goldenen Rose? a) dJ bobo b) sven epiney C) emil steinberger

4. Preis: Gutschein für 2 pers. für eine Übernachtung im Hotel schweizerhof luzern inkl. Frühstücksbuffet sponsored by Hotel Schweizerhof Luzern Teilnahmebedingungen:

Alle Gewinner erhalten zusätzlich je 2 Tickets zur Awards Ceremony mit grosser Jubiläums Show am 22. September im KKL Luzern.

1. teilnahmeschluss für den Wettbewerb ist der 19.9.2010. 2. die Gewinner werden persönlich benachrichtigt und können publiziert werden. 3. Über das Gewinnspiel wird keine Korrespondenz geführt. der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Wettbewerbsteilnahme: beantworten sie die drei Fragen zum Festival und senden sie Festival gefolgt von ihrer lösung (bsp.: Festival Cba) und ihrer adresse an die 920 (CHF 1.50/sms) oder rufen sie an unter 0901 591 950 (CHF 1.50/anruf v. Festnetz). die teilnahme über die offizielle Website des Festivals (www.rosedor.com) ist kostenlos.


Jürgen Drews

Besuch beim König von Mallorca

Mit 65 Jahren tritt Jürgen Drews jeden Montag am Ballermann in El Arenal auf. SI online ging mit dem Entertainer auf die Bühne und erfuhr, warum er noch lange nicht in Rente gehen will.  www.schweizer-illustrierte.ch

Miss Schweiz 2010 Die Kandidatinnen im Video

Gewinnen

Baschi: «Auf grosser Fahrt»

isabel Lucas & Co. Der Hollywood-Star ist mit der Schweiz verbunden. SI online zeigt Ihnen, welche Prominenten auch noch helvetische Wurzeln haben.

Seit Freitag ist Baschis neues Album «Auf grosser Fahrt» im Handel erhältlich. SI online verlost fünf CDs – Teilnahmeschluss ist Dienstag, 14. September 2010.  www.schweizer-illustrierte.ch

Näher bei den Stars.Täglich.

Fotos Rex Features / Dukas, Zoonar, Fabienne Bühler, HO

Wer sind die zwölf, die am 25. September um Linda Fähs Krone buhlen? SI online stellt Ihnen bis zur Wahlnacht die MissenAnwärterinnen im Video vor. Film ab!  www.schweizer-illustrierte.ch


Party

Sportsfreunde unter sich: Fifa-Präsident Sepp Blatter (l.) mit Fussball-Experte Günter Netzer und dessen Ehefrau Elvira.

Ringier-CEO Schweiz/Deutschland: Marc Walder und Gattin Susanne.

Gastgeber und IWC-Chef Georges Kern mit Frau Monika: «Cohns Filme sind Kunstwerke wie unsere Uhren.» Seiltänzer David Dimitri kam mit Ehefrau Christine Maier.

Starproduzent Arthur Cohn in Begleitung seiner guten Freundin Iris Berben (in COS).

Zum Weinen schön Glamour, Stars & Tränen: Arthur Cohn bringt Hollywood ins Sihlcity

W

ie packt man bloss so viel Gefühl in einen einzigen Film? Die Antwort kennt nur der Basler Starproduzent Arthur Cohn. Der sechsfache Oscar-Gewinner stellte am vergangenen Donnerstag in Zürich sein Historiendrama «Die Kinder der Seidenstrasse» vor. «Ein Film mit künstlerischem Wert und Tiefgang – wie alle seine Werke. Aber ohne Happy End», kündete IWCChef und Co-Gastgeber Georges Kern an. Bernhard Russi und seine Mari rüsteten sich mit Taschentüchern aus. «Bei traurigen Filmen müssen wir immer weinen.» Ihre Tränen bereits getrocknet hat Patrizia Laeri. Die SF-Moderatorin ist seit wenigen Tagen geschieden: «Nun suche ich – wie der Protagonist im Film – die Liebe meines Lebens.» Die hat Fussball-Experte Günter Netzer vor mehr als zwanzig Jahren gefunden: «Meine Frau Elvira und unsere Tochter Alana sind mein grösstes Glück!» Auch Ehrengast Iris ­Berben strahlte, als ihr die Gäste im Kinosaal ein Ständchen zum 60. brachten: «Mein guter Freund Arthur schafft es immer wieder, Menschen zu berühren.» Oder in 114 Minuten zu Tränen zu rühren. Text Daniela Zivadinovic, Sylvie Kempa, Fotos Hervé Le Cunff, Bruno Voser

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Paare des abends Wie frisch verliebt! SkiLegende Bernhard Russi und seine Frau Mari weinen oft im Kino. «Er ist noch näher am Wasser gebaut als ich.»

Kino-Romantik: Unternehmerin Carolina Müller-Möhl und ihr stolzer Partner Roger Lehmann: «Sieht sie nicht fantastisch aus!»


Small talk mit

Arthur Cohn Herr Cohn, Ihr neuster Film bringt sogar Stars zum Weinen. Freut Sie das? Es ist der Grund, weshalb ich mich immer wieder an emotionale Filme wage: Ich möchte etwas schaffen, woran sich die Menschen erinnern. Das ist mir bei «Die Kinder der Seidenstrasse» nicht zuletzt deshalb gelungen, weil es sich um eine wahre Geschichte handelt. Welcher Moment hat Sie selbst im ver­gangenen Jahr am meisten berührt? Als ich Roger Federers Zwillinge kurz nach ihrer Geburt zum ersten Mal be­suchen durfte. Was für eine riesige Ehre! Die Mädchen sind wirklich süss. Was haben Sie Charlene Riva und Myla Rose mitgebracht? Eine Spieluhr von Sainte-Croix mit zwei Vögeln, die eine schöne Melodie singen. Sie gefiel ihnen sehr. Älteren Mädchen gefällt oft der Haupt­ darsteller Ihres Films, Jonathan Rhys Meyers. Ein wunderbarer Schauspieler! Leider machte uns seine Alkoholkrankheit während der Dreharbeiten zu schaffen. Sind Sie sehr enttäuscht, dass Ihre Freundin Tina Turner nicht zur Filmvorführung kam? Sie unterbrach extra ihre Ferien in Griechenland, um hier zu sein. Doch heute früh erfuhr sie, dass ihre Schwester erkrankt ist, und flog sofort weiter nach Los Angeles. In Gedanken bin ich bei ihr. Interview sylvie Kempa

Ganz verliebt: Extremsportlerin Wohnen neu zusammen: Miss Evelyne Binsack kam mit ihrem Schweiz 1997 Tanja Gutmann Partner Marcel Guinand. und Fotograf Siro Micheroli.

Frisch geschieden: SF-Moderatorin Patrizia Laeri (r.) mit Freundin Nadine Jürgensen.

Cohn-Fan: René Prêtre, Herz- Mit Mama: DJ Antoine chirurg und «Schweizer des und Maria-Therese Konrad Jahres», mag emotionale Filme. lieben ausgefallene Mode.

Traute Zweisamkeit: FiatSchweiz-Chef Alexander Bleuel mit Ehefrau Vilma.

Unternehmer Beat Curti begleitete seine Gattin Regula.

party-facts

Lebten in den 70ern selbst in China und freuten sich auf die Landschaften im Film: Starkoch André Jaeger mit Sohn Julian und Partnerin Jana Zwesper. Star-Architekt und Filmstudent: Pierre de Meuron mit seinem Sohn Jean.

Swiss-Chef Harry Hoh­meister genoss den Kinoabend mit Ehefrau Anita.

Wer hat noch nicht, wer will noch mal? Günter Netzer verteilt Autogramme. Gastgeber Arthur Cohn, IWC und «Blick» Tatort Sihlcity, Zürich Über­ raschung Zum 60. Geburtstag brachte das Kino-Publikum Ehrengast Iris Berben ein Ständchen Positiv auf­ gefallen Günter Netzer zeigte beim Autogrammschreiben Geduld: Er nahm sich Zeit, mit seinen Fans zu scherzen Party-Rating

Besuchte den Filmset in China: Werber Dominique von Matt mit Frau Jolanda.

Seltene Gäste: Beatrice Tschanz erschien mit Gatte Herbert Kramel.

«Glamourös und doch familiär: Klein Hollywood in Zürich»

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Heiraten am 11. September: Christian Wenk, Arzt und Rollstuhlsportler, mit seiner Jacqueline Hartmeier. schweizer illustrierte

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Party

Die Familie hinter den Hotels: Karl-Heinz und Hannelore Kipp, ihre Tochter Ursula Bechtolsheimer (sie leitet alle Umbauarbeiten), die Enkel Till und Felix Bechtolsheimer.

Grazie, Signor Kipp! Das «Eden Roc» Ascona ist GaultMillaus «Hotel des Jahres»

Höhepunkt der Party: Hannelore Kipp griff für Direktor Jens Wycisk in die Tasten, spielte «Happy Birthday».

F

ür wichtige Termine macht der sonst so scheue deut­ sche Milliardär Karl-Heinz Kipp eine Ausnahme: Er zeigt sich der Öffentlichkeit und stellt sich gar den Kameras. Gut so, denn der GaultMillau und Titel­ sponsor Carl F. Bucherer feierten nicht nur das «Eden Roc» in Ascona als «Hotel des Jahres 2010», sie ehrten auch den Besitzer: «Keiner hat für die Schweizer Luxushotellerie mehr gemacht als Karl-Heinz Kipp», sagte GaultMillau-Chef Urs Heller in seiner Laudatio, «er hat in Ascona, Arosa und St. Moritz grossen Hotels eine neue Chance gegeben.» Kipp bedankte sich gut gelaunt. Bei seiner Frau Hannelore («Wir sind seit 62 Jahren verheiratet. Sie ist mein bester Souffleur»). Bei seiner Tochter Ursula Bechtolsheimer («Sie hat beim Umbau unserer Hotels riesige Arbeit geleistet»). Und bei den 230 Mitarbeitern des «Eden Roc»: Jeder kriegte vom Boss ein Hunderternötli! Direktor Jens Wycisk feierte doppelt: den Gewinn der begehrtesten Auszeichnung der Branche. Und seinen 37. Geburtstag. Grossartig: Hannelore Kipp griff spontan zum Akkordeon, spielte für Wycisk beschwingt ein «Happy Birthday». Karl-Heinz Kipp dirigierte den Chor, bestehend aus seinen Verwaltungsräten und den wichtigsten Hotel­ direktoren der Schweiz. Fotos BRUNO VOSEr

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Tessiner Hoteliers: (V. l.) Reto Stöckenius («Principe Leopoldo»), Simon und Gaby Jenny («Castello del Sole»), Daniela und Philippe Frutiger («Giardino»).


Hotelier-Liebe auf Distanz: Peter Kämp- Im Unruhestand: Hotelier-Legenden fer (Weggis), Paola Masciulli (Crans). Hans C. Leu und Emanuel Berger (r.).

Verlassen überraschend den «Lenkerhof»: Daniela und Daniel Borter.

Nachwuchs an Weihnachten: Heinz und Jenny Hunkeler, «Kronenhof» Pontresina.

Traumresorts: François Dussart (l., Lau- «Eden Roc»-Gäste: alt Bundesprä­ sanne), Peter Tschirky (Bad Ragaz). sident Walter und Barbara Scheel.

Drei Küchenchefs, 44 Punkte: Salvatore Frequente, Rolf Krapf und Cyrille Kamerzin (v. l.).

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Feierstunde! GaultMillau-Chef Urs Heller (r.) ehrt Karl-Heinz Kipp. TATORT Hotel Eden Roc Ascona GASTGEBER GaultMillau Schweiz TITELSPONSOR Carl F. Bucherer FOOD Je ein Gang von den drei Küchenchefs. Grossartig die «Varietà di bacche indigene», ein wunderbares Beeren-Feuerwerk von Rolf Krapf HOPPLA! Küchenchef Salvatore Frequente wollte den grossen Tag nicht verpassen, kochte seine «Penne alla crudaiola» und ging dann direkt in den Spital – Leistenoperation!

«Eden Roc»-Direktor Jens Wycisk feierte den Titel und den 37. Geburtstag – mit seinen Eltern Peter und Andrea.

«Weinnasen» und immer auf der Suche nach den besten Merlots: Geny Hess, Angelo Delea und Urs Maeder (v. l.).

In Galliano! Wo immer die Familie Kipp baut, ist Carlo Rampazzi aus Ascona als Hausarchitekt dabei.

Party-Rating

«Das ‹Eden Roc› und Besitzer KarlHeinz Kipp haben diese Ehrungen verdient»

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Notabene

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ie weltweite Begeisterung für Barack Last not but least sieht sich Amerika in die Konflikte Obama ist Enttäuschung gewichen. Ein im Irak und in Afghanistan verwickelt, ganz zu schweigen von solcher Pendelschlag war unvermeidlich, der hoffnungslosen Situation in Palästina. Es ist zu hoffen, seit einigen Monaten greift die Kampa­gne dass das Weisse Haus dem Drängen Israels widersteht, die gegen den «schwarzen Mann im Weissen verhängten Sanktionen gegen die Islamische Republik Iran Haus» auf verleumderische Argumente durch die Auslösung der militärischen «Option» zu ergänzen zurück. So hält sich hart­näckig die und der Bombardierung der dortigen Nuklearanlagen zu­ Behauptung, der US-Präsident sei gar zustimmen. Können die reaktionären Prediger von der Wiederherstelnicht in den USA geboren und besässe deshalb keinen Anspruch auf das höchstes Amt. Andere wer- lung der Ehre Amerikas tatsächlich versprechen, sie würden fen ihm vor, er sei aufgrund der Reli­gionszugehörigkeit seines zu einer nationalen Identität zurückfinden, die sich auf eine «weisse, angelsächsische und protestantische» Ursubstanz kenianischen Vaters ein Muslim ­geblieben. Allzu schnell hatten die Optimisten in aller Welt der USA stützt? Die Substanz der Vereinigten Staaten hat sich über eine angebliche Versöhnung der Rassen in «Gottes gründlich verändert, seit der stattliche Anteil von etwa 13 Proeigenem Land» gejubelt. Heute blickt man mit bangen zent Afro-Amerikanern durch schätzungsweise 13 Prozent LaAhnungen auf die ethnischen Vorurteile, die tinos vorwiegend aus Mexiko eingeholt wurde. sich erhalten haben. Mindestens 300 000 Demons- «Obama Schon hält man in Washington nach Politranten versammelten sich unlängst vor dem droht als tikern Ausschau, die sich in der nächsten Schlacht Lincoln Memorial in Washington. Man hätte um die Staatsführung durchsetzen können. Eine überzeugende Figur hat sich bisher nicht offendarauf gefasst sein müssen, dass die Sympathi­ tragische bart, und vieles wird vom Ausgang der Wahlen santen des Ku-Klux-Klan sich dem Übergang Figur in die abhängen. Ein Verzicht Washingtons auf welt­ der USA zu einer multikulturellen Gesellschaft weiten Interventionismus würde den Europäern mit allen Mitteln in den Weg stellen würden. Der Weltvor Augen führen, wie kläglich ihr eigenes diplowort­gewaltige Prediger dieser Rückwendung geschichte zur «gottgewollten Ordnung» ist ein ultrakonser­ matisches und strategisches Gewicht geschrumpft va­tiver Fernseh­kommentator namens Glenn einzugehen» ist und wie sehr sie auf die Übermacht der USA angewiesen bleiben. Beck. Ihm zur Seite steht die bizarre Chauvinistin Ob der Durchschnittsamerikaner überSarah Palin. Ihre ultra-patriotischen Ausbrüche können sich haupt zur Kenntnis genommen hat, dass die mysteriöse Orgaals Bumerang erweisen, scheut doch der amerikanische nisation Al Kaida ihr Schwergewicht aus dem Hindukusch Durchschnittsbürger vor Extremismus zurück. Aber Obamas längst nach Palästina, nach Jemen und Somalia verlagert hat? Experiment ist selbst bei seinen liberalen Parteigängern in In der westlichen Hemisphäre kann von einer gebieterischen Verruf geraten. Wann findet endlich die versprochene Monroe-Doktrin Washingtons nicht mehr die Rede sein, seit Auf­lösung des Gefangenenlagers in Guantanamo statt, fragen das «Schwellenland» Brasilien auf dem lateinamerikanischen sie. Wann wird Amerika sich aus dem Schlamassel des Nahen Subkontinent eine Führungsrolle übernommen hat. Barack Obama, dem seine verbohrten Gegner vorwerfen, er habe und Mittleren Ostens lösen können? «It’s the economy, stupid» – «Es geht um die Wirtschaft, Amerika mit den Übeln des Sozialismus belastet und es seiner du Dummkopf», hatte Bill Clinton nach gewonnener Präsi- göttlichen Berufung entfremdet, droht als tragische Figur in dentschaftswahl seinem unterlegenen Gegner zugerufen. die Weltgeschichte einzugehen. Weniger die eigene UnzulängDoch in dieser Hinsicht ist Obama ohne eigene Schuld in die lichkeit als das schicksalhafte Dahinschmelzen amerikaniFinanzkrise von Wall Street geraten. Unter anderen Umstän- schen Ansehens und amerikanischen Wohlstandes wären ihm  den ­hätte die Einführung einer für alle zugänglichen zum Verhängnis geworden. Krankenver­sicherung, die Obama durchpaukte, als grosser Peter Scholl-Latour, 86, Nahost-Experte und Buchautor Erfolg ge­feiert werden können.

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Kann Barack Obama all die Probleme stemmen?


Leser

«Kilian Wenger: schlau mit Modelqualitäten!» u Schwingerheft Extra,

SI 33/2010, Der neue König: Kilian Wenger, SI 34, 35/2010 «Ich möchte mich herzlich für das Schwinger-Zusatzheft bedanken. Das war sehr praktisch, ich habe das Heft beim Fernsehschauen immer wieder hervor­geholt und nachgeschaut. Dass Kilian Wenger der neue Schwingerkönig ist, hat er sicher verdient. Ein so schlauer Schwinger! Er ist sehr sympathisch und hat sogar Modelqualitäten.» B. Vögeli, St. Gallen «Herzlichen Dank für die Sonderbeilage mit allen 275 Bösen im Bild. Das ist ein prima Nachschlagewerk!» Familie Gasser Tief im Herzen erschüttert u Zirkusdirektor Franco Knie und sein autistischer Sohn, SI 34/2010 «Lieber Franco Knie. Als wir den Bericht über Ihren Sohn gelesen haben, erschütterte dies uns tief im Herzen. Wir haben auch einen Sohn mit schwerem Autismus. Was Sie beschreiben, erleben wir hautnah. 35 Jahre lang haben wir Armin daheim betreut. Nun lebt er seit sieben Jahren in einem Heim. Wir merken, dass er jetzt glücklich und dort zu Hause ist. Lieber Herr Knie, wir fühlen mit Ihnen und wünschen Ihnen viel Glück.» Familie Hörler-Rempfler, Appenzell

Chris Von Rohr – toll! u Die Kolumnen von Chris von Rohr, SI allgemein «Ich finde die Kolumnen in der Schweizer Illustrierten von Chris von Rohr einfach immer wieder erfrischend und authentisch. Toll! Diese Kolumnen sollten die Manager und Macher lesen! Ich freue mich jedes Mal auf Chris’ Zeilen.» Brigitta Vetter, Brüttisellen ZH

«Es ist mir ein grosses Bedürfnis, Chris von Rohr für seine Worte und Gedanken zu gratulieren. Mit seinen Kolumnen ist er eine Bereicherung für die Schweizer Illustrierte. Und als Vater ist er sicher ein gutes Vorbild. Ich wünschte mir, dass Chris von Rohr viel mehr bewirken könnte in der Schweiz.» Maja Studer, Ehrendingen AG

Dank der Rose-Gewinner u Rose der Woche, SI 34, 35/2010 «Das war eine tolle Überraschung, im wahrsten Sinne des Wortes! Danke für die Blume! Wir freuen uns sehr, dass unsere Idee der autofreien Siedlung so positiv aufgenommen wird. Herzlichen Dank!»

Gutes oder Spezielles zu tun oder zu erreichen, um in der Rosen-Rubrik einen Platz zu finden. Nun ist es mir gelungen, und ich bin sehr stolz, diese Rose in Empfang zu nehmen. Ich danke der Redaktion für diesen ehrenvollen Preis.» Martin Rueda, Trainer FC Lausanne-Sport

impressum Nr. 36, 99. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­redaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medien­ integration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

willi

Günther Ketterer, npg AG für nachhaltiges Bauen

«Ich lese seit vielen Jahren die SI und habe mir schon immer gewünscht, etwas

schreiben sie uns ihre meinung Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen.

«Ich bin ein vegetarischer Jäger und schiesse nur auf Pilze.»


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Christa im GlĂźck

          

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6. September 2010



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