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Schwingen Extra Alle 275 Bรถsen im Bild!

Silvano Beltrametti

Sein grรถsster Sieg

Wie er mit Edwina sein Leben im Rollstuhl meistert

Chocolate Das Migros-Huhn ganz privat Roswitha Merz Die BundesratsGattin rechnet ab

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16. August 2010 CHF 4.50

Pakistan ein Land geht unter 10 Seiten


Inhalt

HEFT 33, MONTAG, 16. August 2010

Titel 12

Silvano Beltrametti Stark! Sein Glück mit Gattin Edwina

Leute Titelbild Kurt Reichenbach (2); Inhaltsfoto Thomas Buchwalder

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Tagebuch von Nik Niethammer Leute Sanya Richards, Rita Fuhrer, Simone Niggli-Luder, Eveline WidmerSchlumpf, Moreno Costanzo Roswitha Merz Eigen! Die Künstlerin im Schatten des Finanzministers Sara Hildebrand Intim! Ihr privater Glanz & Glamour mit ihrem Schatz in Mels SG Micheline Calmy-Rey Diplomatisch! Ferien, Frust und Frauenpower: die Aussenministerin im grossen Interview Eric Tveter Nett! So schön lebt der CEO der umstrittenen Cablecom mit seiner Familie an der Zürcher Goldküste

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u Neuer Stern am Fernsehhimmel Ab dieser Woche bringt sie auf SF 1 den Glanz & Glamour der Stars so richtig zum Leuchten: Sara Hildebrand, 23, zeigt, wie sie lebt. Und wen sie liebt.

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Inhalt Katastrophe 18

Pakistan geht unter Horror! Das Leid wird allmählich sichtbar. Die Glückskette hilft

Sport 32 46

Esther Süss Mutig! Vom Schulzimmer über Stock und Stein zum WM-Titel Caroline Steffen Im Saft! Die TriathlonWeltmeisterin besucht ihre Eltern in Spiez

Gesellschaft

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Migros-Huhn Chocolate Die Homestory!

Shopping 49

u sTarkes Duo Sie kommt aus Spiez BE, gefunkt hat es bei ihm in Australien. Jetzt reisen sie oft um die ganze Welt: Die frischgebackene Triathlon-Weltmeisterin Caroline Steffen hat in Triathlet Dave ihre grosse Liebe gefunden.

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 59 60 62 62

Phobie Nie mehr Panik vor dem Zahnarzt! Migräne Stress wegen Sommerhitze: So werden Sie Ihre Kopfschmerzen los Der Fall Erschöpfung – was hilft dagegen? Dr. Stutz meint Kinder lernen fürs Leben

Die Besten 63

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend 67

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Party Fotos Fabienne Bühler (2), Jean-Christophe Bott / Keystone

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Lucerne Festival Premiere voller Glanz! Laureus-Golftag Bad Ragaz SG

Und … 89 74 90

Notabene von Peter Bichsel Horoskop Leserbriefe/Impressum

u Angekommen Er zog von New u Chic Im Leoparden-Dress in Locarno: York nach Meilen ZH, um die Cablecom zu Micheline Calmy-Rey schaut mit den Enkelinnen gern Kinderfilme. «Mit Popcorn!» sanieren: Eric Tveter mit seiner Terry.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Was geht uns nah? Was lässt uns kalt? Pakistan Der Mann klammert sich an ein Seil. Seine

Nik Niethammer, Chefredaktor

Hausbesuch in Herisau AR Roswitha Merz, SI-Politchef Sascha Buchbinder. Später tauchte HansRudolf Merz auf, wollte aber nicht aufs Bild.

Hausbesuch in Mels SG Die neue «g & g»Moderatorin Sara Hildebrand mit Freund Tobias, SI-Reporterin Sylvie Kempa (r.). Ab Seite 34.

Hände sind aufgequollen. Wie lange treibt er schon im Wasser? Ein schreckliches Bild, das wir auf Seite 20/21 publizieren. Eines von vielen schrecklichen Bildern, die uns in diesen Tagen aus Pakistan erreichen. Das Land am Indus erlebt die schlimmste Flut in seiner Geschichte. 20 Millionen Menschen sind betroffen, mehr als beim Tsunami im Indischen Ozean oder beim Erdbeben auf Haiti. Die schlimmste Naturkatastrophe aller Zeiten, sagen Fachleute. So gross die Not für Millionen von Pakistanern ist, so wenig scheint ihr Schicksal uns zu berühren. Es dauerte Wochen, bis die Bilder aus dem Katastrophengebiet auf die Titelseiten ­unserer Zeitungen gelangten. Hilfswerke klagen über fehlende Spenden. So zynisch es klingen mag: Erst Tote, viele Tote, rütteln uns auf. Erst bei Bildern von Leichenbergen und totaler Zerstörung entsteht die Bereitschaft zu spenden. Pakistan weckt nicht das Mitleid, das Haiti geweckt hat. Der Mann, der sich am Seil festklammert, wird gerettet. Millionen Männer, Frauen, Kinder warten weiter auf unsere Hilfe. Pakistan: Ein Land geht unter – ab Seite 18.

Roswitha Merz

Angenommen, Sie, liebe Leserin, lieber Leser, wären Bundesrat und trügen sich mit dem Gedanken zurückzutreten. Würden Sie Ihren Mann, Ihre Frau um Rat bitten? Was für eine Frage!, höre ich Sie sagen. Nun, Hans-Rudolf Merz fragte seine Frau Roswitha nicht um ihre Meinung. Er trat einfach zurück. Vor zwei Wochen. Dies ist eine von vielen überraschenden Geschichten und Anekdoten, die SI-Politchef Sascha Buchbinder von seinem zweistündigen Besuch bei Roswitha Merz in Herisau AR zurückbrachte. Wie lebt es sich als Frau eines Bundesrates, der wie kein Zweiter im Kreuzfeuer der Kritik stand? Was sagt sie zu Gerüchten, ihr Mann hätte eine Geliebte? Und welche Pläne schmiedet das ungleiche Paar für die bundesratsfreie Zukunft? Frau Merz rechnet ab – ab Seite 28.

Fotos Fabienne Bühler, Kurt Reichenbach, Thomas Buchwalder

In eigener Sache Sie ist beliebt und

Eleganter Auftritt SI-Reporterin Caroline ­Micaela Hauger, SI-Vize Stefan Regez am Lucerne Festival. Ab Seite 84.

begehrt: Zuschauer wie Teilnehmer des Eidgenössischen müssen sie einfach haben – unsere «Schwing-Bibel»! Im grossen Extra dieser Woche finden Sie alle 275 Bösen im Bild. Ein zünftiger Hosenlupf: Denn unsere Fotografen haben jeden Schwinger persönlich besucht! Selbstverständlich räumen wir den Bösen auch in der ­kommenden Ausgabe viel Platz ein. Sechs SI-Reporter und -Fotografen werden in diesem Jahr von zwei Frauen unterstützt: Exklusiv für die Schweizer Illustrierte steigen KunstturnEuropameisterin Ariella Kaeslin und Musikerin Sophie Hunger in die Schwinger-Hosen. Lassen Sie sich überraschen! Ich wünsche Ihnen doppelten Lesespass – mit unserer «Schwing-Bibel» und Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte

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Leute

sanya richards

Sprung in die Herzen der Kids u Mitte Mai, Fotoshooting der Schweizer Illustrierten in Zürich: 400-m-Weltmeisterin Sanya Richards, 25, macht grosse Sprünge! Donnerstag dieser Woche (20.00 Uhr, SF zwei), Leichtathletik-Meeting Weltklasse Zürich: Die US-Jamaikanerin muss zuschauen. Eine Serie kleiner Verletzungen zwang die Schuh-Fashionista zum Saison-Abbruch. «So schade! Zürich ist mein liebstes Meeting.» Doppeltes Pech für die Veranstalter: Nebst Publikumsliebling Sanya fehlt auch Super-Sprinter Usain Bolt verletzungshalber. Wenigstens die Kids müssen nicht auf Sanya verzichten. Den Einsatz beim Kindertraining (Dienstag, 18.15 Uhr im Letzigrund) lässt sie sich nicht entgehen: «I love kids!» New-York-Giants-Footballprofi Aaron Ross wird es gerne hören; seit Februar ist Sanya seine Ehefrau … iso niedermann


nachgefragt bei

Rita Fuhrer

Frau Fuhrer, wie geht es Ihnen? Jetzt geht es mir wieder gut. Wie haben die Leute vergangene Woche ­reagiert, als sie Sie im «Tages-Anzeiger» ohne Perücke sahen? Die Reaktionen waren enorm! Viele freuten sich einfach, dass es mir besser geht. Viele Frauen, die ebenfalls von Brustkrebs be­ troffen sind, fühlten sich unterstützt. Auch Velofahrer meldeten sich und sagten, dass sie sich freuen, mich wieder auf den Pässen zu sehen – Leute, die ich gar nicht kenne. Warum legten Sie die Perücke ab? Ich war mit meinem Mann im Engadin in den Ferien. Eines Tages sagte er: «Die Perücke stört dich, lass sie doch einfach weg.» Wo ist sie jetzt? Gewaschen und versorgt. Als ich sie weglegte, sagte ich ihr noch: Mach ja, dass ich dich nicht noch einmal brauche! Warum sind Haare für Frauen so wichtig? Sie sind ein Zeichen von Kraft und Schön­ heit. Aber zum Glück für die Männer gibt es noch andere Zeichen. Ein Teil meiner Familie trägt Glatze. Neulich, als wir uns trafen, sagten sie: «Willkommen im Klub!» (Lacht.) Wie geht es nun weiter? Aufwärts! Bald kann ich wieder ans Auf­bauen gehen: eine Arbeitswelt, Fitness. Und mich wieder um Familie und Freunde kümmern. Endlich kann ich wieder geben! Werden Sie sich in der Krebsliga engagieren? Ich habe bislang keine Anfrage bekommen, und ich bin auch nicht sicher, ob es das Richtige wäre. Aber ich möchte auf jeden Fall etwas Soziales machen. Was hat Sie in den letzten eineinhalb Jahren am meisten berührt? Meine Familie. Ich wusste immer, dass wir eine starke Bindung haben. Aber ich war dann doch überwältigt. Mein jüngster Sohn etwa hat sich durch nichts und niemanden aufhalten lassen, um bei mir zu sein, als ich nach der Operation aufwachte. Interview Lukas Egli schweizer illustrierte

Fotos Thomas Buchwalder, Doris Fanconi / Tagesanzeiger

Mutig Die Zürcher alt Regierungsrätin, 57, von der Chemotherapie gezeichnet.

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wer liebt wen

Allein, zu zweit, zu dritt u Single! Wenn die Quoten bei «Schweiz aktuell» in nächster Zeit steigen, könnte es an der Moderatorin Claudia Weber, 33, liegen. Die Bernerin trennte sich von ihrem «langjährigen Freund». Für man(n)che ein weiterer Grund, um 19 Uhr einzuschalten. u Hochzeitsglocken und Regentropfen! Am Samstag gaben sich Bianca Sissing, 31, und Pirmin Lötscher, 32, in der Luzerner Hofkirche das Ja-Wort. Die Miss Schweiz 2003 trug ein selbst entworfenes, von Lisbeth Egli geschneidertes Brautkleid. Auf den Apéro mit 250 Gästen im Grand Casino folgten eine Schifffahrt und eine Feier im kleinen Kreis in der St. Charles Hall in Meggen LU. u Nur Freunde! Bei der Tombola am Zürcher Opernball gewannen Julia Saner, 18, und Unternehmersohn Lorenz Frey, 19, Luxusferien auf Ibiza. «Die Woche war grossartig», schwärmt das Model. Gefunkt habe es aber nicht: «Wir sind noch immer Singles.» u Bald zu dritt! Kurz nach der Hochzeit mit Ayda Field, 31, lässt Robbie Williams, 36, seine Schwiegermutter Gwen in sein Haus in den Hollywood Hills einziehen. Dort sei auch schon das Kinderzimmer parat. Laut «The Sun» soll ein Baby unterwegs sein: Die Hochzeitsfeier war alkoholfrei.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Gölä u Monika Fasnacht u Die Klostertaler u DJ Bobo u Roman Kilchsperger

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Leute simone niggli-luder

Malin ist ihr Gold-Schatz u Die kristallblauen Äuglein leuchten. Und

eifrig schwingt die bald zweijährige Malin auf dem Podest an der OL-WM in Trondheim (Norwegen) ein Schweizerfähnchen. In diesem Moment ist Simone Niggli-Luder, 32, nicht nur die beste OL-Läuferin aller Zeiten, sondern auch das stolzeste Mami der Welt: «Malin gefällts auf dem Podest», freute sich die Bernerin am vergangenen Freitag nach ihrem WM-Titel Nr. 17. Auf dem Trainerjäggli ihrer Tochter steht «Malin 2008»: Die Geburt ihrer Prinzessin hat die Aus­ nahmesportlerin beflügelt. «Ich bin weniger verbissen, denke öfter: Das geit scho irgendwie. Diese Lockerheit macht mich als Athletin noch besser.» Ehemann Matthias Niggli, 37, freut sich als Chef Leistungssport des OL-Verbands gleich doppelt. Einfach goldig, diese Familie! Ilona scherer

Für eine «Denkwerkstatt» zu Gast beim ­Ringier Verlag in Zürich: Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf. Eveline Widmer-Schlumpf

Entspannt dank Funkloch!

u Erholt und schlagfertig präsentiert sie sich nach den Sommerferien auf dem Dach des Ringier-Pressehauses. Im Gespräch mit Moderator Ueli Heiniger ana­lysiert Eveline Widmer-Schlumpf, 54, die Politik. Ausserdem erzählt die Justizministerin, wie sehr sie es genoss, «beim Wandern mal an nichts zu denken. Ich sage Ihnen: Das tut gut!» Bei den Touren durch die Alpen wurde sie von Mann Christoph, 54, und Sohn Ursin, 21, begleitet. Abwesend: Bodyguards und Mails aus Bern. Widmer-Schlumpf war stundenlang im Funkloch. «Wenn ich abends wieder Empfang hatte, kamen die Nachrichten rein.» Ihr Fazit: «Ich bereute kein einziges Mal, dass ich erst etwas später von den Ereignissen erfuhr.» SBU

moreno costanzo

Moreno Costanzo bei der Premiere des YB-Dokufilms «Meisterträume» auf der Grossen Schanze in Bern.

u Eine Ballberührung brauchte er, um in seinem ersten Länderspiel zum Matchwinner zu werden. «Das ist wie ein Traum.» Dabei ist Moreno ­Costanzo, 22, kein Träumer. Diesen Sommer klopften deutsche und italienische Klubs an. Der Um­worbene aber entschied sich für YB: «Ich will mich bei einem Schweizer Topklub etablieren.» Allerdings war der Schritt von St. Gallen nach Bern gross. Moreno wohnt das erste Mal alleine. Zu seinen Qualitäten als Hausmann sagt er: «Das Waschen habe ich im Griff. Und aufgeräumt ist immer perfekt. Mühe habe ich nur mit dem Kochen.» So freut er sich, dass seine Freundin Séverina regelmässig vorbeischaut. Costanzos Vater Salvatore stammt aus Neapel. Kommt ein Verbandswechsel infrage? «Nein – sicher nicht. Ich werde immer für die Schweiz spielen.» thomas renggli

Rose

kaktus

Moritz Leuenberger Bundesrat u Damit haben wir nicht gerechnet! Moritz Leuenberger springt über seinen Schatten und tritt noch vor seinem vorzeitigen Rücktritt zurück. So kann die Bundesversammlung am 22. September gleich zwei neue Bundesräte wählen – mit einem grösseren Spielraum. Aus allen politischen Lagern erhält der «im Landesinteresse handelnde» SP-Magistrat Lob. Lieber Herr Leuenberger, das haben Sie in den letzten Jahren nicht oft erlebt. Und auch von uns nur selten eine Rose erhalten. Aber diese haben Sie sich wirklich verdient!

fernando riquelme lidón Spaniens Botschafter in Bern u Zahlreiche Raubüberfälle auf Spaniens Autobahnen verunsichern die Touristen. Auch viele Schweizer sind betroffen. Doch der spanische Botschafter in Bern verharmlost das bandenmässige Treiben der Strassenräuber: «Es handelt sich um läppische einzelne Diebstähle, wie sie auch in der Schweiz vorkommen. Damit muss man leben.» No, Señor Riquelme Lidón! Mit dieser Gefahr möchten wir in unseren Ferien nicht leben. Aber Sie müssen für Ihre Gleichgültigkeit nun mit unserem gefährlichen Kaktus leben. schweizer illustrierte

Fotos Scanpix / Keystone, Marcel Nöcker, Handout (2), Dukas, Marcus Gyger, SF, Keystone

«Ich werde immer für die Schweiz spielen»

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Grenzenlos Edwina und Silvano Beltrametti geniessen die Natur in ihrer Heimat Lenzerheide GR. Der Rollstuhl bleibt im Hintergrund.

Am 23. August feiern silvano beltrametti und seine edwina ihren zweiten Hochzeitstag. Offen wie nie spricht das Hotelier-Paar 端ber Ehe, Alltag und Kinderwunsch.

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Liebe ohne schweizer illustrierte


Titel

Hindernisse


Azapft ist! Silvano zeigt seiner Frau Edwina, deren Tante Erna Schneider und Schwiegermutter Beatrice Parpan seine Künste am Zapfhahn.

Text sandra casalini Fotos kurt reichenbach

N

imm mich in Arm und drück mich fescht a dich und lah mi nümme los.» Silvano Beltramet­ ti, 31, spielte Mashs «Ewigi Liebi» auf seinem iPod, als er bei einem Champa­ gner-Picknick um die Hand seiner Edwina, 42, anhielt. Auch heute, fast zwei Jahre nach der Traumhochzeit, lehnt sich der ehemalige Skirennfahrer auf einer Picknick-Decke sitzend an sei­ ne Frau. Würde sie ihn nicht stützen, kippte er um. Silvano Beltrametti ist vom siebten Brustwirbel an querschnittge­ lähmt, seit er am 8. Dezember 2001 bei der Abfahrt in Val d’Isère schwer stürz­

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te. Er kann nicht laufen. Er fährt Auto, Velo, geht auf die Jagd und führt ein Hotel. Silvano kann weder Rücken- noch Bauchmuskeln anspannen. Er hat Ober­ arme wie ein Bodybuilder und einen Willen wie ein Löwe. Silvano sitzt im Rollstuhl. Sein Blick ist durchdringend, sein Lächeln fein und ehrlich. «Wenn ich ihn anschaue, sehe ich den Mann, den ich liebe. Nicht den Mann im Rollstuhl», sagt Edwina Beltrametti. Das war bereits vor sieben Jahren so, als sich die beiden ineinander verliebten. Aber Silvano und Edwina wissen: Ohne den Rollstuhl, ohne diesen Unfall wäre Silvano nicht so, wie er heute ist. «Ich bin sehr schnell erwachsen gewor­ den», sagt er. «Wenn dir so etwas pas­

siert, hast du genau zwei Möglichkeiten: Du schaust nach vorne und überlegst, was du jetzt mit deinem Leben anstellst. Oder du gehst unter. Ich entschied mich recht schnell für die erste Variante.» Ein Kraftakt für den damals 21-Jäh­ rigen. Der ausgebildete Zimmermann musste noch mal ganz von vorn an­f­angen. Nach der Rehabilitation suchte er sich eine Ausbildung, die er auch im Rollstuhl absolvieren konnte. Seinen Be­ ruf fand er schliesslich als technischer Kaufmann, seine einstweilige Berufung im Bereich Sportmarketing. Vor zwei Jahren entschied Silvano gemeinsam mit Edwina, in ihren Fami­ lienbetrieb mit einzusteigen: Parpans führen seit Generationen das Berghotel


Titel

«Silvano lässt sich nicht gern dreinreden. Das bekommen manchmal auch die Angestellten zu spüren» edwina beltrametti

Zukunftspläne schmieden Für die nächste Wintersaison planen Edwina und Silvano ­Beltrametti eine neue Après-Ski-Hütte hinter dem Hotel. Silvano selbst fährt gern Monoski.

Tgantieni mitten im Ski- und Wandergebiet in Lenzerheide. Jetzt leiten Edwina und Silvano das Hotel gemeinsam mit Edwinas Eltern. «Als SportmarketingFachmann war ich dauernd unterwegs. Das ist erstens recht mühsam im Rollstuhl, und zweitens sahen Edwina und ich uns eher selten», so Silvano. «Nun verbringe ich den ganzen Tag im Hotel mit der Familie und habe trotzdem Kontakt zu vielen verschiedenen Leuten.» Zusammen leben, lieben und arbeiten. 24 Stunden pro Tag, sieben Tage pro Woche. Eine Herausforderung für das Ehepaar Beltrametti. Edwina: «Ich musste lernen, Verantwortung abzugeben. Und Silvano musste lernen, von mir zu lernen.» Als Mitarbeiter sei er «eher u

Liebe und Arbeit Silvano und Edwina vor ihrem Hotel, dem Berghaus Tgantieni. «Es ist nicht immer einfach, zusammen zu leben und zu arbeiten», gibt das Ehepaar zu. schweizer illustrierte

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Titel

schwierig», meint er. Ob seine Frau, die Geschäftspartnerin, das genauso sieht? «Silvano hat einen sturen Kopf und lässt sich nicht gern dreinreden», sagt sie. «Das bekommen manchmal auch die Angestellten zu spüren. Auf der anderen Seite ist er sehr lösungs­ orientiert.» Wenn das Leben einmal an einem sei­ denen Faden gehangen habe, lerne man, nicht stundenlang über Probleme zu dis­ kutieren, sondern sie zu lösen, sagt Silvano. So funktioniert er im Geschäfts- und im Privat­ leben. Etwas, das seine Frau zu schätzen gelernt hat. Das Paar ist froh, dank ihrem Wohnhaus in ­Valbella ein Refugium zu haben, wohin sie sich ­zurückziehen können. Silvano: «Auch wenn wir dann beim Znacht übers silvano Geschäft reden, geniessen wir es, nur zu zweit beltrametti zu sein.» Braucht Silvano Zeit für sich, steigt er auf sein Handbike – ein extra für Querschnittgelähmte konstruiertes Fahrrad, das mit den Armen fortbewegt und gelenkt wird. Damit prescht der ehemalige Spitzensportler über Strassen und Feldwege und durch den Wald. Er ist erstaunlich mobil, meistert seinen Alltag fast ohne Hilfe. Umsteigen vom Spezial-Auto über den Rollstuhl ins Handbike – alles kein Problem. Trotz­ dem ist Silvano sich bewusst: «In gewis­ u

«Den Drang, mich auf der Piste zu messen, habe ich nicht mehr»


sen Situationen muss man auf mich Rücksicht nehmen. Edwina und ich können zum Beispiel in den Ferien nicht wie andere Paare Hand in Hand am Strand spazieren gehen.» Auf die Piste aber ziehts den WMVierten von 2001 immer wieder – gern auch mit seiner Frau. «Ich fahre Monoski als Hobby. Den Drang, mich auf der Piste mit anderen zu messen, habe ich aber nicht mehr.» Für die Weltcup-Rennen 2011 in Lenzerheide wirkt Beltrametti als OK-Präsident. Sonst verfolgen die beiden die Skirennen am TV eher am Rande. In der Wintersaison ist schliesslich vor allem Arbeiten angesagt. So viel Arbeit, so viele Projekte. Kam da bei Beltramettis nie der Wunsch nach Kindern auf? «Wir sind beide Familienmenschen, und es ist nicht ausgeschlossen, dass wir uns für Kinder entscheiden», sagt Silvano. Dabei wissen sie beide: Dieser Entscheid müsste in naher Zukunft fallen. «Ewigi Liebi. Das wünsch ich dir. Ewigi Liebi. Das wünsch ich mir.» Ob mit oder ohne eigene Familie – Edwina und Silvano Beltrametti haben ihr Glück ge­ funden. «Wir haben vor zwei Jahren vor 120 Freunden und Verwandten Ja zueinander gesagt. Das war wunderschön und sehr speziell. Zu diesem Ja-Wort wollen wir stehen», sagt Silvano. Dass er ein Ehemann im Rollstuhl ist und die elf Jahre Altersunterschied zwischen ihnen – daran hat Silvano nie einen Gedanken verschwendet. «Liebe ist Liebe», sagt er schlicht. Und man wünscht ihm und seiner Edwina nichts mehr, als dass sie ewig hält.  

Der Sportler Silvano fährt ein Handbike, ein Velo, das er mit den Armen bewegt. Im Hintergrund sein weiss gestrichenes Wohnhaus.


Rettungsinsel Ihre Häuser sind von den Wassermassen verschlungen worden. Bewohner von Mithan Kot, in Zentral-­ Pakistan, haben sich mit ihren Tieren und ein paar Habseligkeiten auf diesen Erdhügel geflüchtet.

Ein Land v Es ist die schwerste Katastrophe in der Geschichte des Landes: Monsun-Fluten haben Pakistan verwüstet. 20 Millionen Menschen sind in Not. Die Hilfe kommt nur schleppend voran. Und es regnet immer weiter.

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Sintflut

Foto Khalid Tanveer / AP Photo

ersinkt schweizer illustrierte

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Foto Paula Bronstein / Getty Images

Kampf ums Überleben Mit letzter Kraft klammert sich dieser Mann an ein Gummiboot. Für viele kommt jede Hilfe zu spät

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Sintflut Ein Schlauchboot als Rettungsengel Mohammed Nawaz aus Sukkur ist am Ende seiner Kr채fte. In letzter Sekunde naht ein Boot der Marine und rettet den Mann aus der Jahrhundertflut.


Verzweifelt Von der Umwelt abgeschnittene Flüchtlinge in der Nähe von Muzaffargarh in der Provinz Punjab klammern sich an den Seitenausleger eines Armeehelikopters, der Nahrung abwirft. Sie erwarten Hilfe – oder wollen einfach nur endlich weg von hier.

Chaos Viele Menschen sind vom Wasser eingeschlossen. Die Regierung ist überfordert. Nur wenige Helikopter bringen Hilfe. 22

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Foto Adrees Latif / Reuters

Sintflut


Am meisten leiden die Kinder Sechs Millionen Buben und M채dchen sind bedroht. Sie ertrinken oder erkranken an Seuchen 24

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Fotos Akhtar Soomro / Reuters

Das nackte Leben Ein Vater aus Sukkur rettet seine beiden Kinder. Trinkwassermangel und schlechte hygienische Bedingungen durch 체berschwemmte Latrinen und Tierkadaver verursachen bei Kindern Brechdurchfall, was zum Tod f체hren kann.


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Foto Handout / Merlin / Reuters, Channi Anand / AP Photo

Nasse Gewalt Ein Mitarbeiter der privaten britischen Hilfsorganisation Merlin macht das Foto im Nordwesten Pakistans. Der Monsunregen verwandelt die Strassen in wütende Ströme.

Erschöpft Ein Bub schläft am Ufer des reissenden Taw-Flusses nahe der indischen Stadt Jammu, unmittelbar an der pakistanischen Grenze. schweizer illustrierte

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Neues Leben – mitten im Elend Im Feldlazarett in Nowshera, in einer als Flüchtlingslager für Flutopfer umfunktionierten Schule, hat Bushra Humayoun am 12. August ihre Zwillinge Abdullah Khan und Muhammed Bilal (r.)zur Welt gebracht. Kinder sind im pakistanischen Krisen­ gebiet besonders gefährdet, da sie durch die immense Hitze und das verschmutzte Wasser leicht an Durchfall erkranken.

Doppeltes Glück In einem Flüchtlingslager sind Zwillinge zur Welt gekommen. Das Leben geht weiter – auch nach der Apokalypse. Text marcel huwyler

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s klingt paradox: In Pakistan hat es zu viel und zu wenig Wasser. Millionen Menschen flüchten vor den Wassermassen, ganze Täler versinken in den Fluten, Hunderte Dörfer werden vom Hochwasser verwüstet; Mensch und Vieh ertrinken, das Wasser zerstört, vernichtet, verwundet, tötet – und fehlt doch überall. Denn Trinkwasser ist Mangelware. Viele Flüchtlinge verdursten, wenn sie nicht bald mit Frischwasser versorgt werden. Oder sie sterben an Brechdurchfall, wenn sie in ihrer Not vom verseuchten Brackwasser trinken. Und die Kleinsten, wenn ihre Nahrung mit der schlammigen Brühe zubereitet wird. Die Uno nennt es «JahrhundertÜberschwemmung», Pakistans Regierungschef Yousuf Raza Gilani spricht von

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der «schwersten Katastrophe in der Geschichte meines Landes», und der Leiter des deutschen Roten Kreuzes vor Ort betont, es sei egal, bei wie vielen Kata­ strophen ein Helfer schon im Einsatz war, «niemand hat so etwas wie hier in Pakistan je erlebt». 20 Millionen Menschen sind von der Katastrophe betroffen, sechs Millionen benötigen Soforthilfe, und gegen 2000 Pakistani sind bereits tot. Die Zahlen steigen stündlich. Die Katastrophe beginnt Mitte Juli am Fusse der mächtigen Achttausender im Norden Pakistans. Monsunzeit: Riesige Regenmengen schwemmen Schotterstrassen, Siedlungen, ja ganze Ortschaften in den Bergen weg, bedecken alles mit Schlamm. Doch das Unglück bleibt ein nationales Ereignis, die Welt interessiert sich nicht dafür. Erst am 23. Juli erreicht eine erste Meldung

Europa: «Mindestens 30 Tote bei Überschwemmungen in Pakistan», schreibt die Nachrichtenagentur AP. Noch immer aber scheint die Information zu unwichtig, schafft es nicht in die westlichen ­Medien, auch keine Schweizer Zeitung druckt die Neuigkeit. Fünf Tage später zerschellt ein Airbus mit 152 Insassen beim Landeanflug auf Pakistans Hauptstadt Islamabad. Wahrscheinlichster Grund: der starke Monsunregen. Die ungewöhnlich heftigen Regenfälle sind auch der Schweizerin Rehana Malik aufgefallen. Sie ist Köchin in der Schweizer Botschaft und seit zwanzig Jahren mit einem Pakistani verheiratet. Sie lebe nun seit acht Jahren in Islamabad, sagt die 51-Jährige aus Näfels GL, «aber so viel Regen – das war unheimlich». Erst habe man sich ja gefreut, die Pakistani hätten gebetet, es möge doch end-


Sintflut

Das ÜBerschwemmte gebiet – im vergleich

Pakistan Kabul

Islamabad

Afghanistan

Indien Karatschi

Arabisches Meer SIgrafik: Nigel Simmonds

Was wäre wenn: Die blauen Zonen auf der rechten Karte zeigen, wo Pakistan überflutet ist. Diese Wasser-Fläche auf Europa übertragen (l.) veranschaulicht, wie riesig das Ausmass ist.

Gebiete mittlerweile unvorstellbar gross. In einer normalen Monsun-Saison ist der Indus einen Kilometer breit, jetzt erstreckt sich der Fluss über 25 Kilometer. Den Menschen steht das Wasser – buchstäblich – bis zum Hals. Ihre Häuser, ihre Habe sind verloren. Da und dort ragen Bäume oder Reste von Mauern aus der braunen Brühe. Riesige Ölflecken schaukeln auf der Wasseroberfläche, Kadaver und Fäkalien; es riecht nach Benzin, nach Chemikalien. 40 Grad Hitze, schwül – ein Paradies für die Erreger von Infektionskrankheiten. Der einst fruchtbare Boden, die Kornkammer Pakistans, wird über Jahre verseucht bleiben. Dann, so befürchten Fachleute von Hilfswerken, kommt die Katastrophe nach der Kata­strophe. Der Westen, allen voran die USA, beeilt sich, Pakistan mit Hilfsgütern und Geld zu unterstützen. Man will keinesfalls, dass islamistische Extremisten, die oft als Erste zur Stelle sind, die Bevölkerung mit Nahrung und ihrem radikalen Gedankengut versorgen. Die Behörden sind überfordert. Die Menschen, enttäuscht und geschockt, verlangen nach schneller Hilfe. Von wem, ist ihnen egal. Die Islamisten holen sich so viele Sympathien. Die Taliban haben verkündet, die Flut sei eine Strafe Gottes, weil Pakistan mit Ungläubigen paktiert. Am Samstagabend, 14. August, bei Redaktionsschluss der Schweizer ­Illustrierten, warnt der pakistanische Meteorologe Mohammed Ajmal Shad vor neuen Flutwellen. Die Uno bestätigt den ersten Cholera-Fall, Regierungschef ­Gilani bittet das Ausland, «eine helfende Hand zu reichen». Die Schweizerin Rehana Malik in Islamabad beobachtet am Flughafen «viele Westler, die einreisen, Hilfswerk-Leute mit riesigen Kisten». Und die USA stellen Pakistan 70 Millionen Dollar zur Verfügung. Für die grösste Aufregung sorgt an diesem 14. August aber Pakistans Nachbar. Der Erzfeind Indien, mit dem das Land seit 1947 dreimal Krieg führte, bietet dem verhassten Pakistan überraschend seine Hilfe an. Ein Zeichen? Hoffnung? Versöhnung gar? Ganz bestimmt ist dieser 14. August ein guter Tag, um einem zerstörten Land Mut zu machen, die Hand zu reichen. Denn der 14. August ist Pakistans Nationalfeiertag.   Nationaler Sammeltag der Glückskette: Mittwoch, 18. August 2010. Spenden von 6 bis 24 Uhr über die Gratis-Telefonnummer 0800 87 07 07. Jederzeit online oder auf das Postkonto 10-1500-6 (Vermerk «Überschwemmungen Asien»). schweizer illustrierte

Foto Behrouz Mehri / AFP

lich regnen, berichtet die Schweizerin. «Es war sehr trocken, die grossen Stauseen vor der Stadt waren nur noch Tümpel, unser Trinkwasser wurde knapp, teilweise mussten wir es in Eimern herbeischaffen. Da freuten wir uns riesig, als es endlich zu regnen begann.» Drei Tage regnet es in Islamabad. Ununterbrochen. «So etwas», sagt Rehana Malik, «habe ich hier noch nie erlebt.» Die Flut aber bildet sich anderswo. Zur gleichen Zeit, im Norden des Landes, sammelt sich der Monsunregen in den Tälern und Schluchten, rinnt zusammen, vereint sich, wird stündlich mächtiger, reissender, bis sich eine einzige, riesige Todeswelle südwärts wälzt. Am brutalsten trifft es die Schwächsten. In den entlegensten Landstrichen im Nordwesten, in der Provinz Khyber-Pakhtunkhwa, sind 400 Dörfer von der Landkarte verschwunden. Die Menschen hier leiden seit Jahren. Erst unter den Taliban und ihren brutalen Ideen und Gesetzen. Dann kam das pakistanische Militär, griff die islamis­ tischen Extremisten an, und Millionen Leute mussten flüchten. Und jetzt sucht sie das Wasser heim. Für die Hilfskräfte ist es schwierig, in die Gebirgsregion im Nordwesten vorzudringen. Pfade sind zerstört, Schlammmassen und Trümmer haben Brücken mitgerissen. Maulesel statt Lastwagen bringen nun Hilfsgüter in die Region. Und Benzinkocher. Denn alles Brennholz ist nass. Wenigstens Trinkwasser haben die Menschen hier noch, Quellwasser vom Berg. Dieses Glück haben ihre Landsleute im Süden nicht. Dort, im Herzen Pakistans, in Punjab und Sindh, sind die überfluteten

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Politik

Frau Merz rechnet ab

Die Frau des Finanzministers, Roswitha Merz, über ihr Leben unter Beobachtung, ihre Wünsche für die ­Zukunft – und warum ihr Mann sie nicht um Rat fragte, als er sich den Rücktritt überlegte.

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Verspielt Hans-Rudolf Merz ist Kassenwart der Nation. Roswitha, 69, vermatscht zu Hause in Herisau AR alte Geldnoten, lรถst die Farbe und schafft so neue Bilder.


Politik

«Ich gehöre nicht zu den Frauen, die ihren Mann wie ein Vögelchen füttern» roswitha merz Text Sascha Buchbinder Fotos Fabienne Bühler

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Foto Keystone

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r hat sie nie gefragt. Hans-Rudolf Merz, 67, verzichtete auf den Rat seiner Frau, als er mit der Frage rang, ob er zurücktreten soll. Er fragte sie auch 2003 nicht nach ihrer Meinung, als er sich zur Bundesratskandidatur entschied. Und schon 1997 wussten Aussenstehende lange vor Roswitha Merz, 69, dass der Ausserrhoder als Ständerat antritt. «Wie bitte? Dich kann man überhaupt nicht allein lassen!», protestierte seine Frau, als sie von einer Reise zurückkehrte und erfuhr, dass ihr Mann Politiker wird. Allerdings: Wäre sie gefragt worden – sie hätte die Frage zurückgereicht: «In dir drin muss es für dich stimmen.» So eine Entscheidung könne einem niemand abnehmen. Kommt hinzu, dass die Frau Bundesrat behauptet, sie könne «leider überhaupt nicht politisch denken». Sie sind ein ungleiches Paar: Der kleine, quirlige Ausserrhoder und die gebürtige Düsseldorferin mit den heiteren Gesichtszügen. Sie ist einen Kopf grösser, füllt den Raum mit ausladenden Be­wegungen. Ruhig, aber unermüdlich erzählt sie tausend Anekdoten und spielt die Situationen auch gleich nach. Wie findet so ein Paar zusammen? «Oh, er war ein hübscher Mann! Die Augen, die dieser Mensch hat!» Aber Liebe auf den ersten Blick wars nicht: Er brachte sie mit einem unbedachten Wort sofort gegen sich auf. Er war der Sohn ihres neuen Chefs. Die Düsseldorferin sass am ersten Abend in Herisau AR mausbeinallein in einer Nische im Re­staurant Löwen. «Da tauchte ein Schatten vor mir auf. ‹Fräulein Schiller? Mein Vater hat mir sein Auto gegeben. Ich muss Sie nach St. Gallen ausfahren.› Ich hätte ihm eine Ohrfeige geben können, wegen diesem ‹Muss›.» Eine Villa etwas über dem Ort, angeschrieben in grossen Lettern mit nur einem Namen: «Dr. Hans-Rudolf Merz». Die Schweizer Illustrierte hat die Bundesratsgattin gebeten, abzurechnen, eine Bilanz der Jahre an der Seite des Finanzministers zu ziehen. Sie empfängt uns in Herisau. Im Untergeschoss befindet sich das Büro von Roswitha

Unverwechselbar Die Präsidentenpaare ­Medwedew und Merz. Roswithas Kleid ist eine Eigenkreation. Schalkhaft Am Esstisch zu Hause in Herisau AR. Roswitha Merz «füttert» ein Vogelfigürchen. Merz und auch ihr Schlafzimmer. Die oberen Stockwerke tragen den Stempel des Gatten, sind unverkennbar sein Lebensraum. Da dominieren seine Alpaufzüge, Landschaftsbilder. Unten hingegen steht moderne Kunst. Roswitha Merz ist im Vorstand des St. Galler Kunstvereins. Und: Sie ist selbst Künstlerin. Im Hause Merz werden geschredderte Banknoten gekocht, püriert – schon zwei Mixer überlebten die Aufgabe nicht. Roswitha Merz gewinnt so die Farbstoffe und Silber­ fäden, den Rohstoff für ihre Bilder. Und ­während für den Finanzminister Schwarzgeld zum Albtraum wurde, spielt Roswitha Merz mit dem Thema: Bank­ noten-Schnipsel und schwarze Farbe auf Leinwand «Schwarzgeld» heisst ein Bild von ihr, das der Kunstkenner und Anwalt Peter Nobel seiner renommierten Sammlung hinzugefügt hat. Roswitha Merz zieht Bilanz: «Es war an der Zeit, dass ein neuer Lebensab-

schnitt beginnt», dass sie und ihr Mann ihr altes Leben wieder aufnehmen, das nicht getrieben war von der politischen Agenda, das ohne Dauerbeobachtung der Medien stattfand. «Jetzt geht endlich das Leben A weiter.» Das Ausgestelltsein war das eine. Im Fall Merz kommt noch die Häme hinzu, mit welcher der Appenzeller Bundesrat zur Witzfigur gestempelt wurde. «Ich weiss es besser! Die sollen schreiben, was sie wollen, das hat mich nicht gestört», sagt sie trotzig. Erst ganz zuletzt fügt sie hinzu: «Manchmal hat es mich schon wütend gemacht. Aber was solls?» Doch wenn sie auf der Strasse angesprochen wurde: «Sind Sie nicht die Frau Merz?», dann sei sie versucht gewesen, zu erwidern: «Ja. Stört Sies?» Tragisch die Zeit nach dem Infarkt: Da kämpft der Gatte im Berner Inselspital um sein Leben, und die Leute zerreissen sich das Maul darüber, ob die Frau, die den Bundesrat fand, seine Geliebte sei. «Das Geschwätz hab ich auch


gehört.» Und? «Jesses, geht euch das etwas an?» Gerede gebe es immer, sie sei hart im Nehmen. Wichtig ist ihr, dass ihr Mann gesund wurde: «Als er wieder bei Bewusstsein war und die ganze Familie erkannte – da atmeten wir auf!» Inzwischen ist ihr Mann wieder fit. «Der geht doch tatsächlich hier zur Stube raus und läuft in einem ‹Schnurpf› auf den Säntis!» Ganz der einstige Marathon- und Waffenläufer. Ihre Welt sei das ja überhaupt nicht. Nur einmal war sie als Zuschauerin bei so einem Waffenlauf. «Aber nicht mit einem Zitronenschnitz am Strassenrand. Ich gehöre nicht zu den Frauen, die ihren Mann wie ein Vögelchen füttern.» Sie stand beim Zieleinlauf und war perplex: «Noch nie habe ich so viele häss­ liche Männer gesehen!» Als Künstlerin und gelernte Modedesignerin denkt Ros­ witha Merz in Bildern und machte sich einen Reim aus ihrer Beobachtung. «Ich hab meinem Mann gesagt: ‹Du, die laufen doch alle vor sich selbst davon!›»

Was macht ein so ruheloser Mensch nach dem Rücktritt? Ros­ witha Merz ist nicht eingeweiht in die Pläne ihres Gatten. «Nur die Eisenbahn für den Enkel aufbauen? Das seh ich nicht.» Klar, ihr Gatte sei für den vier­ jährigen Laurenz der beste Opa der Welt. «Aber wenn man sieht, wie der Mann umherrennt, was der sich alles merkt mit seinem Computer-Hirn – ich halte ihn für fähig, noch einmal etwas ganz anderes anzufangen.» Gemeinsame Pläne habe das Ehepaar keine. Oder doch: Vor Jahren hatten sie mal versucht, die Schweizer Grenze abzuwandern. Sie kamen bis Lausanne. Roswitha Merz würde diesen Faden gern wieder aufnehmen. Was bleibt von dieser Zeit? «Früher sind mein Mann und ich viel gereist. Nun kam die Welt zu uns.» Der russische Präsident Dmitri Medwedew etwa «ist so ein lieber Mensch!». Mit seiner Frau Swetlana Medwedewa habe sie sich auf Anhieb bestens verstanden.

Als Gattin des Bundespräsidenten hatte Roswitha Merz unversehens repräsentative Verpflichtungen. Zum Beispiel ein Essen für 108 Botschaftergattinnen. «Ich wehrte mich: ‹Das mach ich nicht. Das kann ich nicht. Das will ich nicht.› ‹Doch, du musst›, sagte mein Mann. ‹Ich muss überhaupt nichts!› Wir haben fast Krieg bekommen.» Zum Schluss musste sie tatsächlich und hielt eine Rede. Die diplomatischen Begrüssungsformeln liess Roswitha Merz weg. Stattdessen verglich sie die Frauen im Raum mit einem Blumenbouquet. Als die improvisierte Ansprache zu Ende war, kam eine SMS. «Ich erschrak schrecklich! Hab ich wieder etwas falsch gemacht?» Nein. «Es hat die Runde gemacht: Du hast deine Sache gut gemacht», lobte ihr Mann. «Kürzlich lag ich im Garten an der Sonne und dachte: Eigentlich war es eine schöne Zeit. Aber warum? Dann wurde mir klar: Weil ich mir treu geblieben bin.»   schweizer illustrierte

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Klein und fein, aber ganz schön zäh: Handarbeitslehrerin esther süss, 36, gewann an der Mountainbike-WM Gold im Marathon. Text ilona scherer Fotos marcel nöcker

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inter dem Tresen des Veloge­ schäftes BikErich in Küttigen AG sitzt eine kleine, feinglied­ rige Frau mit wachen, lustigen Augen und telefoniert angeregt. Das also soll Esther Süss sein, die auf ihrem High­ tech-Bike furchtlos steile Waldweglein hinunterbraust, vor keinem Bachbett haltmacht und bergauf so richtig auf Touren kommt? «Nur Regen habe ich nicht gern», sagt die neue Weltmeisterin

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Furchtlos bergab Esther Süss in Sankt Wendel (D) unterwegs zu ihrem ersten WM-Titel.

im Marathon. Zarte 53 Kilogramm, ver­ teilt auf 167,5 Zentimeter. «Auf diese fünf Millimeter lege ich grossen Wert!», sagt Esther lachend. Kein Wunder: Ihr Freund Erich Birchler, 40, misst stolze 194 Zentimeter. Aber für Erich ist sie natürlich die Grösste: «Sie hat einen unbändigen Willen! Wenn sie etwas will, investiert sie alles dafür.» Am Sonntag, dem 8. August, hat Esther im deutschen Sankt Wendel das grösste Ziel ihrer Karriere erreicht. Rund viereinhalb Stunden brauchte sie für die 108 Kilometer über Stock und Stein. Die allererste Schweizer Marathon-Welt­ meisterin ist Süss damit zwar nicht – 2007 holte Petra Henzi den gleichen ­Titel. «Aber ich bin die Erste, die im sel­ ben Jahr Schweizer, Europa- und Welt­ meisterin wurde», sagt Esther stolz. Reich wird die 36-Jährige damit nicht. Ihr Budget von 35 000 Franken

Fotos Marcel Nöcker (3), Martin Platter / Keystone

Die WM-Prämie wird


Porträt Vielseitig Esther Süss mit Weltmeister-Bike im Laden BikErich, den sie mit ihrem Freund und Betreuer Erich in Küttigen AG führt.

Beliebt Handarbeits­ lehrerin Esther zeigt Lukas, Andrin und Pascal (v. l.), wie man häkelt.

Seit 12 Jahren verliebt Mit dem Wohnmobil fahren Esther und Erich an die Rennen. «So sind wir unabhängig.»

Pizza! kann sie dank Spesenpauschalen und Siegprämien von ihrem Wheeler IXS Pro Team sowie einigen Ausrüstern und Gönnern jeweils knapp decken. «Von sechsstelligen Startgagen wie Viktor ­Röthlin kann ich aber nur träumen», stellt sie nüchtern fest. Für den WM-­ Titel erhielt Süss eine knapp vierstellige Prämie vom Veranstalter. «Davon kaufe ich uns einen Pizzaofen für den Garten. Ich backe sehr gerne.» Immerhin: Das Velogeschäft, das sie mit ihrem Freund 2005 eröffnete, schreibt mittlerweile schwarze Zahlen. Und ihr gelernter Beruf macht Esther ebenfalls viel Freude: Im Schulhaus Dorf, das genau vis-à-vis vom Laden liegt, unterrichtet sie mit einem 50-Prozent-Pensum textiles Werken. «Frau Süss, wir haben Sie im Fern­ sehen gesehen!», riefen die Schülerinnen und Schüler der vierten Klasse ganz

aufgeregt, als die Weltmeisterin am Montag nach ihrem Sieg wie gewohnt ihr Schulzimmer im ersten Stock betrat. Am Garagentor daheim haben Kinder Gratulations-Zeichnungen aufgehängt. Eine Weltmeisterin hat man schliesslich nicht alle Tage im Dorf. Doch Esther Süss selber realisierte ihren Triumph erst am Mittwoch vergangener Woche so richtig. «Ich sass daheim am Küchentisch, als das Handy läutete. Eine Nummer, die ich nicht kannte», erinnert sie sich. «Hier ist Ueli Maurer. Entschuldigen Sie, dass ich mich erst jetzt melde.» Er sei eben in den Ferien gewesen und habe erst warten wollen, bis der Rummel etwas vorbei sei. Dann hat er gratuliert. «Jetzt», sagt Esther stolz, «habe ich die Handynummer eines Bundesrats!» Lohn für jahrelanges Training. Bis zu 20 Stunden verbringt sie pro Woche

auf dem Bike oder im Fitness-Studio ASS Fit and Well in Küttigen, wo sie an einem Abend pro Woche auch noch als Instruktorin arbeitet. Drei Jobs – wie lange tut sie sich die Schinderei noch an? «Olympia 2012 in London – das ist mein letztes Ziel», kommts wie aus der Kanone geschossen. Marathon ist zwar keine olympische Disziplin im Mountainbike. Doch im Cross Country ist sie dieses Jahr ebenfalls die beste Schweizerin, «da stehen meine Chancen für eine Qualifikation gut». Und was kommt nach dem Sport? «Ich bin nicht der Typ, der auf der faulen Haut liegen kann.» Eine Familie, Kinder – ja, das sei sicher geplant, «wenn es dann noch klappt». Schliesslich ist Esther dann schon 38 Jahre alt. Aber wie sagte ihr Freund Erich so schön? «Wenn sie sich etwas in den Kopf setzt, dann in­ vestiert Esther alles dafür.»   schweizer illustrierte

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Porträt

Plötzlich prominent

Jung, fröhlich, unverbraucht: Die Studentin Sara Hildebrand ist das neue Gesicht der SF-Peoplesendung «glanz & gloria». Und auf einmal selber ein Sternchen unter den Stars.

Liebe geht durch den Magen Sara Hildebrand und ihr Freund Tobias brunchen oft zusammen.

Text Sylvie Kempa Fotos Thomas buchwalder

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uttergipfeli, Birchermüesli und mit der Stoppuhr gekochte DreiMinuten-Eier – in einer halben Stunde wird vom üppigen Brunch, den Sara Hildebrand, 23, auftischt, nicht mehr viel übrig sein. «Sie ist mein Häuptling Nimmersatt», scherzt ihr Freund Tobias Müller, 27. Diesen Spitznamen trägt die neue «glanz & gloria»-Moderatorin aus dem Rheintal im ganzen Freundeskreis. «Essen ist das Erste, was ich morgens, und das Letzte, was ist abends tue», gesteht sie mit einem Augenzwinkern. Ein perlendes Lachen rundet die Worte ab. Es ist ansteckend. Gut vorstellbar, dass die Studentin im SF-Casting genau damit Konkurrentinnen wie Ex-Miss-Schweiz Jennifer Ann Gerber oder TV-Frau Eva Nidecker ausstach. Mit ihrem Lachen – und

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einer gehörigen Portion Ehrgeiz: «Schon als Kind träumte ich davon, Journalistin zu werden. Oder Lehrerin, wie meine Eltern.» Ihren grossen Berufswunsch nahm die Jüngste von drei Kindern vor vier Jahren in Angriff, als sie beim Ostschweizer Lokalradio FM1 als Moderatorin, Reporterin und Redaktorin anfing – mit einem ­klaren Ziel vor Augen: «Ich wollte unbedingt zum TV und installierte die OnlineStellenbörse des Schweizer Fernsehens als Startseite auf meinem Computer.» Bereits beim ersten Versuch – «einer Onlinebewerbung» – trifft die Hobby-Violinistin ins Schwarze: Im Kampf um die Nachfolge von Nadja Zimmermann sticht sie 200 Interessierte aus, überzeugt Redaktionsleiter Martin Boner «mit einer Mischung aus Charme, Glamour und Witz». Und diese Woche steht Sara nun zum ersten Mal als «glanz & gloria»- u

Mädchentraum Sara Hildebrand wünscht sich, für «glanz & gloria» von der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton zu berichten.


Porträt

Sportlich Zur Feier ihres neuen Jobs leistete sich Sara Hildebrand einen Lancia Ypsilon. «Damit fahren Tobias und ich regelmässig zum Skaten an den Walensee.»

«Sara? Schlagfertig, herzlich, ehrgeizig» Tobias Müller Moderatorin vor der Kamera. Nervös? «Ein wenig. Die Sendung wird zum Glück nicht live ausgestrahlt. Verhaspler liegen also drin. Und meine neuen Kolleginnen, Nicole Berchtold und Annina Frey, sind sehr hilfsbereit.» Ratschläge von ihrem Liebsten, der als Moderator bei Tele Ostschweiz arbeitet, nimmt die TV-Einsteigerin da­ gegen ungern an. «Sara übt lieber für sich alleine vor dem Schlafzimmerspiegel den perfekten Kamerablick», verrät Tobias. Seit bald vier Jahren sind die leidenschaftlichen Uhrensammler ein Paar. Eines ohne Ringe: «Wir tragen stattdessen beide die gleiche Pierre Balmain.» Sara und Tobias wohnen in einer Dreieinhalb-Zimmer-Wohnung am Fuss des Gonzens, ganz im Südosten des Kantons St. Gallen. Dort, wo es schon mal nach frisch gedüngten Feldern riecht und Bahnhofrestaurants noch XXL-Schnitzel anbieten. «Hier wollen wir auch bleiben», sagt die Moderatorin bestimmt. Dafür nimmt sie die 90-minütige Zugfahrt ins Zürcher SF-Studio gern auf sich. Zweimal die Woche, bei Arbeitszeiten von 11 bis 19 Uhr. Dann noch ein paarmal, um an der Uni Zürich Vorlesungen der Geschichte, Germanistik und Pädagogik zu besuchen. «Der Blick von unserem Balkon auf das Schloss Sargans und die Natur vor der ei-

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genen Haustür entschädigen mich für die ganze Reiserei», sagt Sara. Und fügt mit Blick auf ihre Bücher (ein Sammelsurium von «Der Alchimist» bis «Grossmutters Haushaltstipps») hinzu: «Die Zeit im Zug nutze ich einfach zum Lesen.» Wieder dieses mitreissende Lachen. Ein Lachen, das bald die ganze Schweiz kennen wird. «Schon komisch, sich selber am Bildschirm oder in einer Zeitschrift zu sehen. In diese Rolle muss ich erst hineinwachsen. Alle möglichen Leute versuchen

plötzlich, mit mir Kontakt aufzunehmen.» Deswegen löschte die Pragmatikerin ihr Profil im Sozialnetzwerk Facebook. «Täglich Dutzende Anfragen zu beantworten, wäre mir zu zeitaufwendig. Sie unbeantwortet zu lassen, würde arrogant wirken.» Und das sei seine Sara nun wirklich nicht, sagt Tobias. «Wenn ich sie beschreiben müsste? Schlagfertig, herzlich und ehrgeizig.» Die besten Voraussetzungen also, das Publikum «nimmersatt» zu machen.  

Sara Hildebrand im Wissenstest: www.schweizer-illustrierte.ch

Musikalisch Seit 16 Jahren spielt Sara Geige. «Am liebsten mag ich Stücke, die David Garrett spielt.»


Lächelt jede Krise weg CalmyRey beim ersten öffentlichen Auftritt nach den Sommerferien am Filmfestival Locarno.

w Intervoiceh e W r e d Micheline mit ey Calmy-R

Hat die Schweiz ihre Freunde verloren? EU-Knatsch, Streit und Rücktritte im Bundesrat: Die Schweiz durchlebt spannende Zeiten. Aussenministerin Micheline CalmyRey über Ferien, Frust und FrauenPower. Text Lukas Egli Fotos Thomas Buchwalder

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ie kann so charmant sein wie streitlustig und ist immer gut für eine Überraschung. Dabei gibt es Politiker, Parteien und Zeitungen, die sich regelrecht auf sie einschiessen. Fragt man sie, wie sie mit ihren ärgsten Kritikern umgeht, gibt sie sich ungerührt. Kampfschriften nimmt sie gar nicht zur Kenntnis, behauptet sie. Eine Bundesrätin hat schliesslich noch anderes zu tun, als auf jede Polemik zu reagieren. Dafür offenbart die Magistratin eine Ader für den Boulevard: ­«Madame Calmy-Rey, lesen Sie eigentlich die Schweizer Illustrierte?» – «Ja, die lese ich gerne. Ich liebe People-­Geschichten!» Vor allem im Flugzeug verschlinge sie alle Revuen, sagt sie. Die anwesenden Stabsmitarbeiter scheinen irritiert. Die Aussenministerin lacht, sichtlich stolz – wieder einmal hat sie alle verblüfft. Sogar ihre engsten Mit­­ar­beiter!

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Frau Bundesrätin, hatten Sie schöne Ferien? Ja, ich verbrachte fast eine Woche mit meinen Enkelinnen. Meine Familie besitzt im Wallis ein Haus, in dem wir uns im Sommer immer treffen. Moritz Leuenberger und Hans-Rudolf Merz gaben in den Ferien ihre gestaffelten Rücktritte mitten in der Legislatur bekannt. Ausdruck von Egoismus, den man dem Bundesrat immer wieder vorwirft? Nein. Aber Bundesräte werden für eine Legislatur gewählt. Mehrere Rücktritte mittendrin sind auch für uns Kollegen nicht einfach. Es bedeutet, dass man sich auf neue Persönlichkeiten und eine neue Dynamik einstellen und neue Prioritäten setzen muss. Heisst das, dass Sie selbst nicht während einer Legislatur zurücktreten werden? Das habe ich nicht gesagt … Sie werden bald die Amtsälteste sein. Wann treten Sie zurück? Ich fühle mich gerade sehr wohl im Bundesrat. Tatsächlich? Das Gremium hatte in den letzten Jahren grosse Krisen zu bewältigen. Es hinterliess dabei nicht

immer den Eindruck, dass es gut zusammenarbeitet. Beispiel Libyen-Krise. Wir haben Rachid Hamdani und Max Göldi unversehrt in die Schweiz zurückgebracht – unter äusserst schwierigen Bedingungen. Bei Geiselverhandlungen ist man in einer schwachen Position. Wir haben Erfolg gehabt, weil wir durch die Zusammenarbeit mit der EU das Machtverhältnis zu unseren Gunsten drehen konnten. Das war nicht einfach. Trotzdem: Man hatte immer wieder den Eindruck, der Bundesrat sei heillos zerstritten. Frustriert Sie das? Wir sind sieben Personen, und der Sinn des Kollegiums besteht darin, in ­Diskussionen einen Konsens zu er­ arbeiten. Dieser Prozess ist oft nicht einfach. Aber der Ausgang der LibyenKrise zeigt, dass der Bundesrat ­handlungsfähig ist. Die bulgarischen Krankenschwestern verbrachten acht Jahre in Libyen in Haft. Hat die Schweiz während der Krisen ihre Freunde verloren? Wir haben viele Freunde in der Welt. Aber auch Freunde haben nicht immer dieselben Interessen. Mit den USA pflegen wir sehr gute Beziehungen und arbeiten in vielen Dossiers eng zusammen. Aber in Steuerfragen verfolgen


am besten tun, müssen wir laufend überprüfen und diskutieren. Der Umgangston in der Diplomatie ist in den letzten Jahren rauer geworden … Wir sollten weniger empfindlich sein und uns nicht jedes Mal ärgern, wenn uns jemand kritisiert. Die Schweiz ist international aktiv, engagiert und sehr wettbewerbsfähig; wir sind der siebt­ grösste Finanzplatz der Welt. Aber die Konkurrenz ist gross, auch in der Diplomatie. Wir vertreten die gegen­ seitigen Interessen von Georgien und Russland, die Interessen der USA im Iran, wir haben erfolgreich zwischen Armenien und der Türkei vermittelt. Die Schweiz spielt eine überproportio­ nal wichtige Rolle in der Welt. Darauf sollten wir stolz sein. Umgekehrt muss es uns nicht wundern, wenn andere Länder manchmal Druck auf uns aus­ üben. Das gehört zum Geschäft. Sie haben schon verschiedentlich mit Ihren internationalen Auftritten Schlagzeilen gemacht. Werden Sie eigentlich modisch beraten, wenn Sie in Korea die Demarkationslinie überschreiten? Nein. Zwei Tage bevor ich nach Nordkorea flog, habe ich mein Knie ge­brochen. Da ich keine flachen Schuhe besass, musste ich schnell welche kaufen. Die einzigen verfüg­ baren waren rote Turnschuhe mit einem weissen Kreuz drauf. Jetzt sind sie im Schweizer Landesmuseum. Welche aussenpolitischen Projekte wollen Sie in Ihrem Präsidialjahr 2011 angehen? Zuerst die Wahl, dann die Kommuni­ kation – das ist die richtige Reihenfolge. Haben Sie einen Wunsch an Ihre beiden neuen Kollegen? Ich möchte vor allem gerne wissen, wer die neuen Kollegen sind … Vielleicht sind es ja Kolleginnen. Das wäre schön! Würde Sie sich über mehr Frauenpower freuen, wenn zwei weitere Frauen gewählt würden? Ich würde mich freuen, wenn sieben Frauen im Bundesrat sässen! (Lacht.) Nein, Tatsache ist, dass es für die Dynamik und die Zusammenarbeit besser ist, wenn das Gremium durch­ mischt ist. Hätten Sie je gedacht, dass es so schnell gehen würde, dass die Frauen in der Schweiz die Macht übernehmen? In der Schweiz ist die Macht verteilt auf Regierung, Parlament, Kantone und so weiter. Eine Frauenmehrheit im Bundesrat ist keine Machtübernahme. Was schenken Sie Bundesrat Leuenberger zum Abschied? Etwas CO2-Neutrales! 

Calmy-Rey

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Der Mann an Ihrer seite

Die Aussenminis­ terin zeigt sich selten mit Ehemann André Calmy in der Öffentlichkeit. Eine Ausnahme machte er beim Besuch von König Harald V. und Königin Sonja von Norwegen 2006.

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Die Bundesrätin auf dem Rütli

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rote Turnschuhe fürs Museum

In ihrem Präsidialjahr 2007 wanderte ­Micheline Calmy-Rey am 1. August mit ihren Enkelinnen aufs Rütli, wo sie wie ein Star gefeiert wurde. Die Rütli-Wiese sei nicht wie andere Wiesen, sagte sie. Sie symbolisiere, was die Schweiz eine: den Willen zusammenzuleben.

Bei der historischen Überschreitung der Demarkationslinie zwischen Nord- und Südkorea trugt Calmy-Rey rote Turnschuhe. Sie hatte sich vor der Abreise das Knie gebrochen und trug Orthopädieschuhe – auffällige!

Persönlich u Geboren in Sitten VS am 8. 7. 1945 u karriere Studium der Politikwissen-

schaften, Genfer Staatsrätin, seit 2002 Aussenministerin, 2007 Bundespräsidentin u familie Seit 1966 mit André Calmy verheiratet, zwei Kinder, drei Grosskinder u Hobbys Kino; «nicht nur französische Filme», wie sie betont schweizer illustrierte

Fotos Thomas Buchwalder, Kurt Reichenbach (2), Peter Gerber / Blick

die USA andere Ziele. Da mussten wir unsere Rechtsordnung gegenüber einer Grossmacht verteidigen. Wir haben bewiesen, dass wir das können. In vielen Krisen stand die Schweiz allein. Sind wir heute wieder besser vernetzt? Wir sind immer gut vernetzt gewesen. Aber die internationale Zusammen­ arbeit ist schwieriger geworden. Denn es gibt neue mächtige Akteure wie China und Indien. Der Anteil Asiens am Weltwirtschaftswachstum hat sich auf 46 Prozent verdreifacht. 2050 werden in Europa nur noch 7 Prozent der Weltbe­ völkerung leben. Da wir nicht in der EU sind, müssen wir unsere Interessen in der globalisierten Welt selbst und mit einer aktiven Aussenpolitik verteidigen. Das ist eine grosse Herausforderung. Nun wird der Ruf nach einem EU-Beitritt wieder lauter. Sind Sie glücklich über die neu entbrannte Europadebatte? Wir verdienen jeden dritten Franken in unseren Beziehungen zur EU – allein deswegen ist die Diskussion wichtig. Der bilaterale Weg hat sich bis heute bewährt. Wir haben über 120 Abkom­ men. Aber es ist kein einfacher Weg. Die EU hat mit dem Vertrag von Lissa­ bon ihre Aussenpolitik reorganisiert, wovon auch die Schweiz als Nichtmit­ glied betroffen ist. Die EU wird noch stärker danach streben, ihr Recht auf Drittstaaten zu übertragen. Es ist klar, dass eine automatische Übernahme von EU-Recht für uns nicht infrage kommt. Das tönt zögerlich. Als SP-Politikerin und Genferin müssten Sie doch die EU-Beitrittsdebatte vorantreiben! Ich habe in den letzten Jahren den bilateralen Weg mitgestaltet und den Bundesrat in vier europapolitischen Volksabstimmungen vertreten. Wir haben alle diese Abstimmungen ge­ wonnen. Aber die Zeiten ändern sich. Wir müssen uns bewusst sein, dass das Diskriminierungspotenzial hoch und die Gefahr eines schleichenden Souve­ ränitätsverlusts gross ist. Wir müssen dort Einfluss nehmen, wo die Probleme diskutiert werden, um unseren ­Wohlstand und unsere Sicherheit zu schützen. So führen wir mit den aussenpolitischen Kommissionen des Parlaments auch eine Diskussion über einen möglichen Schweizer Beitritt zum Uno-Sicherheitsrat. Also doch EU-Beitritt? Die Frage ist nicht: Beitritt oder nicht. Die richtige Frage ist: Wie können wir unsere Interessen am besten verfolgen. Wir sind mitten in Europa und umge­ ben von EU-Staaten. Wir müssen mit der EU zusammenarbeiten. Wie wir das

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Neu hier Die Familie Tveter geniesst das Leben in der Schweiz. Allerdings sind sie nur während der Schulferien vereint.

Er zog aus New York an die Zürcher Goldküste, um die Cablecom zu retten: Eric Tveter kämpft technikbegeistert gegen das schlechte Image der Firma.

Cablecom –

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wirtschaft

aber nett


Puristisch Die Einrichtung ist neu, die Bilder vorerst von einer Galerie geliehen.

Fast wie echt Mit 3-D-Brillen verfolgt die Familie US-Fernsehen übers Internet. Text Sascha Buchbinder Fotos Fabienne Bühler

A

uf dem Klingelschild steht E. T. Ob sich der Mann so fühlt? Wie E. T., der Ausserirdische, im Film von Steven Spielberg, der nur eines will: dringend «nach Hause!». Es wäre nicht überraschend. Denn hier wohnt ein Fremder, zugezogen, um eine der verhasstesten Firmen im Land zu sanieren: Eric Tveter, US-Amerikaner, ist seit letztem Jahr CEO der Cablecom. Ein Neubau in Meilen. Seesicht an der Zürcher Goldküste. Das Innere wirkt nagelneu, alles sorgfältig abgestimmt; War da gerade noch das satte Klack zu hören, als der Innenarchitekt die Tür hinter sich ins Schloss zog? So also lebt jemand, der als Turnaround-Manager rund um den Globus Firmen umkrempelt. Der 51-jährige Tveter allerdings entspricht nicht dem Klischee des forschen Sanierers aus Brooklyn: Der Händedruck watteweich, die Stimme sanft und so leise, dass man unwillkürlich noch einen Schritt näher rangeht, an den Mann im weiten apricot Hemd. Tveter erleichtert einem die Nähe durch mildes ­Lächeln, freundlichen Small Talk. «Ob ich mich fremd fühle wie E. T.?» Tveter lacht. Freunde würden ihn E. T. rufen. Aber die Buchstaben seien einfach seine Initialen. Nein: In der Schweiz fühle er sich wohl. Er habe schon in vielen Ländern gelebt, aber das hier «ist einer der schönsten Plätze».

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«Ich kenne viele Länder. Das hier ist einer der schönsten Plätze der Welt» Eric Tveter Seine Frau Terry Anne Collins, 51, ergänzt: Sie höre oft, dass die Schweizer verschlossen seien. «Aber ich erlebe die Leute ganz anders. Liegts an meiner offenen Art als Kalifornierin? Ich hatte nie Probleme, mit Schweizern ins Gespräch zu kommen.» Was die Mutter besonders geniesst: dass sie sich nicht um ihren Sohn Ryan, 16, zu sorgen braucht. Bahn fahren, Velo fahren, abends in den ­Ausgang – keine Strassengangs, die das Leben kompliziert machen. Tveters finden sich in einer Postkartenidylle wieder. Die Landschaft: wie auf Ansichtskarten! Der Komfort: einfach grossartig! Wie sollten sie sich nicht wohlfühlen? Wenn sie denn mal alle zusammen in der Schweiz sind. Bei Ryan ist das zwei-, dreimal jährlich in den High-School-Ferien der Fall. Seine Mutter pendelt im Zwei-Wochen-Rhythmus zwischen New York und Zürich. Das Zuhause des Vaters ist die Firma und deren internationales Management. u


wirtschaft

Der besondere Touch Wie es sich für einen US-Haushalt gehört, ergänzt ein mächtiger Grill die grosszügige Küche. Arbeit mit Seeblick Bei schönem Wetter sieht Tveter über den Computerbildschirm hinweg auf Zürichsee und Alpen. schweizer illustrierte

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u Diese Firma, die Cablecom, ist zugleich die Nabelschnur nach Hause. Via die 100-Megabit-Leitung des CablecomGlasfaserkabels kann er in Meilen das TV-Programm seiner New Yorker Wohnung empfangen. Auf dem fabrikneuen Samsung mit fast eineinhalb Metern Bilddiagonale erscheint ein Stück Amerika. Ein Hors-sol-Manager, ein Söldner im Auftrag internationaler Heuschrecken – also doch. Tveter erkennt den fatalen Eindruck, gibt Gegensteuer: Dank Cablecom-Leitung habe er hier das WM-Spiel Schweiz–Honduras in 3-D verfolgt. Die Botschaft ist klar: Tveter bemüht sich, anzukommen im Land. Im Büro liegt unübersehbar ein mächtiges Wörterbuch «German». Nach seiner Lektüre gefragt, muss er zunächst passen. Kurzes Suchen: Günter Grass, «Ein weites Feld». Allerdings in englischer Übersetzung. An dem 800-Seiten-Wälzer beisst er sich seit Monaten die Zähne aus. Er freut sich schon darauf, danach endlich die neue Autobiografie von Mark Twain zu lesen. Sein Lieblingsschrift­ steller seit Kindertagen. Und das Fazit seiner Bemühungen, die Schweiz zu verstehen? «Die Schwei-

Mit Humor Die Cablecom wirbt mit einem Gepard, der seiner Beute etwas Vorsprung gönnt.

«Es gibt einfachere Möglichkeiten, ein Einkommen zu erzielen» ERic Tveter


wirtschaft zer legen Wert auf Qualität!» Exakt da­ mit tat sich die Cablecom lange schwer. Andreas Tschöpe, Fachsekretär bei der Stiftung Schweizer Konsumentenschutz, erzählt: Keine andere Firma provoziert ähnlich viele Beschwerden verärgerter Kunden. Seit Tveter letztes Jahr die Cablecom übernahm, sei die Zahl um etwa 25 Prozent gesunken. Aber noch immer sei die Cablecom Sorgenkind beim Konsumentenschutz. Um das zu ändern, verknurrte Tve­ ter sein Management zu Hausbesuchen bei vertäubten Kunden. Ob damit die Misere bei der Wurzel gepackt wird? Die Fachpresse behauptet, dass das Problem woanders liegt. Nämlich beim Kapital­ hunger des amerikanischen Eigners Liberty. Das Mutterhaus fordere jährlich 13 Prozent Ertragswachstum, führe die eigentlich rentable Cablecom an der ­kurzen Leine. «Falsch!», widerspricht Tveter: Die Vorgabe des Mutterhauses in puncto Wachstum sei eine einstellige Zahl, und die Investoren hätten eben erst über eine Milliarde Franken ins Glas­ fasernetz investiert. Die Probleme der Cablecom seien in Zürich verursacht worden – und sollen jetzt in Zürich gelöst

Heimat Eric Tveter im Zürcher Büro vor einem Foto seines geliebten Brooklyn.

Persönlich

Geboren in New York am 14. 11. 1958 u karriere Bei Time Warner ins Kabelgeschäft eingestiegen, es folgten Stellen bei Comcast und Televest u familie Verheiratet seit 1994 mit Terry Anne Collins. Ihr Sohn Ryan, 16, geht in den USA zur Schule u Bezug zur Schweiz Mit André Kudelski befreundet, kennt die Schweiz seit 20 Jahren aus den Skiferien u hobbys Lesen, Eishockey, Skifahren, Tennis und Golf, hört gern Musik u Lieblings-Gadget Der 3-D-Fern­ seher u Golf-Handicap 13

werden. Vom freundlichen neuen Ge­ sicht der Cablecom. «Natürlich gibt es einfachere Mög­ lichkeiten, ein Einkommen zu erzielen», meint er. Aber seine Einstellung ist um­ gekehrt: Cablecom wieder wachsen zu lassen, sei eine spannende Aufgabe. Und dann steht er schon wieder vor diesem grossen TV-Gerät, zankt sich mit seinem Sohn um die Fernbedienung, weil er ­zeigen will, wie grossartig diese HighSpeed-Kabel sind: 3-D-Sendungen, auf drei Geräten gleichzeitig, und trotzdem bleibt noch Bandbreite, um zu surfen oder zu telefonieren! «Cablecom ist ein hochgradig innovatives Unternehmen!» Helvetisch qualitätsversessen, wer da noch immer Fragen nach dem Kunden­ dienst auf der Zunge hat. Die Pro­bleme seien erkannt, die nötigen Massnahmen ergriffen, versichert Tveter. Während früher Kunden in der Warteschleife ver­ hungerten, kommen heute laut Tveter 80 Prozent in den ersten 60 Sekunden durch. Doch der Ärger über Cablecom wuchs so lange, dass der Name nicht mehr zu retten ist. Wenn die Probleme gelöst sind, wird Cablecom umbenannt in UPC. Und E. T. darf nach Hause. 


Heimatliebe Den Lang­distanz-WM-Titel holte AustralienSchweizerin Caroline Steffen am NationalFeiertag in Deutschland.

Gold-Swissie aus Down Under

Schwimmen: 17 Mal Schweizer Meisterin. Radsport: Nati-Mitglied. Triathlon: Weltmeisterin! caroline steffen ist ein Multitalent. Und Reisende in ­Sachen Liebe: Für ihren Dave wanderte sie nach Australien aus.

Text iso niedermann Fotos fabienne bühler

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iele Begabungen, viele Namen: Papa Bernhard ruft sie Karrli. Swissie wird sie von ihren Freun­ den in Australien genannt. Und auf ihrem Renndress steht der Rufname, den sie in der Triathlonszene geniesst: Xena. So hat sie Trainer Brett Sutton einst nach der geläuterten Kriegs­ prinzessin aus einer amerikanischen Fantasy-Fernsehserie benannt. Freund Dave Dellow, 31, lacht: «Manchmal ist sie definitiv eine Kriegerin. Sobald das Rennen läuft, ist bei ihr fertig lustig!» Swiss Miss ruft Dave seine Liebste. Seit eineinhalb Jahren sind der australische Profi-Triathlet und Caroline Steffen, 31, ein Paar. Vor zwei Jahren sind sie sich beim Training in Florida erstmals begegnet. Und ein paar Monate später funkte es in Down Under so richtig. Caroline hatte sich vom Chef des Ingenieur-Büros in Cham ZG, wo sie als Bauzeichnerin arbeitete, für zwei Monate beurlauben lassen. Doch aus dem Trainingsaufenthalt in Austra­ lien wurde der Schritt in ein neues Leben. «Ich war so verliebt in Dave, ich schwebte auf Wolke sieben. Und als er mir vorschlug, doch gleich zu blei­ ben, habe ich meine Stelle telefonisch gekündigt. In die Schweiz flog ich nur noch mal kurz zurück, um das Reise­ gepäck gegen die Umzugskartons zu tauschen.» Inzwischen lebt Xena in einer einsti­ gen Aborigines-Siedlung namens Moo­ looloa am Meer, eine Autostunde von Brisbane entfernt. Seine DreieinhalbZimmer-Wohnung teilt das Paar mit ­Daves Schwester und deren Mann. Be­ engte Wohnverhältnisse? «Es geht», sagt Caroline. «In Australien ist das üblich. Und wir sind sowieso meist ausser Haus

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am Trainieren. Zudem sind Aussies so cool. Ich sehe meine Zukunft in Down Under.» Typisch Caroline, äusserlich zierliche Blondine: Hat sie sich aber einmal etwas in den Kopf gesetzt, lässt sie nicht mehr locker, bis sie ihr Ziel erreicht hat. So war es, als die Tochter einer Schwimm­ gruppen-Leiterin aus Spiez BE sich im Wasser als 15-Jährige bis in die National­ mannschaft vorcrawlte und 17 Schweizer Meistertitel gewann. So war es auch, als sie Probleme mit ihren Schultern bekam und gezwungenermassen aufs Rennvelo umsattelte, mit dem sie 2007 und 2008 wiederum der Nationalmannschaft an­ gehörte. «Doch da merkte ich bald, dass ich keine Teamsportlerin bin. Also setz­ te ich ganz auf Triathlon, in dem ich mich bereits 2006 erstmals versucht hatte.» Der Wechsel war kein Risiko. Caroline reüssierte schon bei ihren ers­ ten Starts in den Amateur-Kategorien. Und so war der Schritt ins Profilager vor eineinhalb Jahren nur logisch. «Ich frag­ te selber bei Teams an, doch ich fand erst Aufnahme, als ich bei der HalbdistanzEM Vierte wurde.» Wie ihr Freund David ist sie nun beim australischen Profi-Team TBB angestellt. Dass dieses eine Trainingsbasis in Leysin im Waadt­ land hat, kommt der Spiezerin gelegen. Sie fährt dann jeweils ins Berner Ober­ land zu den Eltern Bernhard und Anita, den Geschwistern Daniel (35, TV-Mode­ rator bei Tele Bärn) und Sandra (37, Fo­ tomodell) sowie ihrem «Schätzli», dem zweijährigen Göttibub Cedric, Sandras Sohn. Heute ist die Triathlon-Karriere der Spätberufenen nicht mehr zu bremsen. Im Juli verpasste sie bei der Ironman-EM in Frankfurt als Zweite ih­ ren ersten grossen Sieg nur knapp. Und vor zwei Wochen folgte mit dem WM-­ Titel des Weltverbandes WTU über die Im Elternhaus in Spiez Caroline mit Göttibub Langdistanz im deutschen Immenstadt Cedric, Dave, Mama Anita und Papa Bernhard.


Sport

Starkes Duo Caroline lässt sich von Lebensund Teampartner Dave im Schlosspark Spiez ausfahren.

der bisher grösste Erfolg. «Für den Palmarès und meine Attraktivität bei Sponsoren ist das grossartig», sagt Caroline. «Aber ich würde den Titel von der Bedeutung her eintauschen gegen einen Podestplatz beim legendären Ironman Hawaii.» Der steigt am 8. Oktober. In Frankfurt hat sie sich dafür qualifiziert. Als Favoritin? «Meine Planung ist eigentlich auf Hawaii 2011 ausgerichtet. Aber nun siehts natürlich schon etwas anders aus. Beim WM-Sieg habe ich die zweit- und drittplatzierten Athletin-

nen gleich um elf und mehr Minuten hinter mir gelassen, die in Hawaii im Vorjahr auf dem Podest standen.» Man rechne … Ihr Liebster sagt es so: «Wer in so kurzer Zeit so weit kommt, für den gilt: The sky is the limit! Sie wird spätestens in zwei Jahren in Hawaii um den Sieg laufen.» Sollte Caroline der grosse Hawaii-Coup aber schon dieses Jahr gelingen, müsste sie wohl ohne Schatz Dave feiern: Als Kurzdistanz-Triathlet ist er nicht dabei. Er plant bereits für Olym-

pia 2012. «Doch vielleicht kann ich ihn ja noch überreden mitzukommen. Weil es mir schon wichtig wäre.» Zumal sie als Langdistanzlerin nicht bei Olympia starten kann. Und dann – als Hawaii-Heldin und mögliche Nachfolgerin von Vorbild Natascha Badmann – Heirat und Familie? Swissies Augen leuchten wie auf Knopfdruck auf: «Kinder – unbedingt irgendwann! Und Heirat auch. Aber dringend ist es noch nicht. Ich bin ja jetzt erst voll im Saft für den Triathlon!»   schweizer illustrierte

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Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping objekt der begierde

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Ursula Borer, Chalet Teddy’s Souvenir Shop

Echte Swissness

u Suzi Weiss-Fischmann ist ein echter Fan der Schweiz und ein bekennender «Chocoholic». Die Vizepräsidentin der amerikanischen Kult-Nagellack-Marke OPI hat sich von der Schönheit unseres Landes und unsern Spezialitäten für die aktuellste Kollektion inspirieren lassen! Die Swiss Collection glänzt mit zwölf neuen Farben, welche vielsagende Namen wie «Color So Hot It Berns» (Rot), «I’m Suzi & I’m a Chocoholic» (Braun), «Yodel Me on My Cell» (Blau) oder «Cuckoo for This Color» (Grün) besitzen. Wir finden: eine echt stylische Art, seine patriotische Seite zu zeigen! ursula Borer

Ganz schön knallig Die Schweiz war die Inspirationsquelle für die neue Swiss Collection von OPI (hier «Color So Hot It Berns»). Händlernachweis findet man unter www.opiswiss.ch u ca. CHF 23.90

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shopping

Look

Parisienne-Stil Blouson und Blumenbrosche von H & M. u CHF 93.–/7.90 Bluse von American Apparel. u CHF 68.– T-Shirt von H & M. u CHF 14.90 Armreife von Mango. u CHF 34.90/49.90 Tasche von Mango. u CHF 69.90 Strümpfe Lace Garden Tights von Wolford. u CHF 145.– Schuhe von Pedro Garcia, gesehen bei Brunello, Zürich. u CHF 459.–

Trend

Strumpf ist Trumpf u Seit es sie gibt, ist sie modischen Wellenbewegungen unterworfen, so ist die Strumpfhose mal in und dann wieder out. Heute mag es ein wenig seltsam anmuten, aber ursprünglich wurde sie seit der Renaissance und bis ins 18. Jahrhundert hinein ausschliesslich von Männern getragen! Danach verschwand sie bis ins 20. Jahrhundert wieder in der Versenkung. Mit der Erfindung der Feinstrumpfhose 1958 in Frankreich wurden die zarten Beinschmeichler zum begehrten Accessoire mit Sex-Appeal. Das hat sich bis heute nicht geändert. Alle, die ihre Beine auch im Winter herzeigen wollen, können sich auf die neue Saison freuen: Von der klassischen schwarzen, blickdichten Variante über neckische Spitze, witzige Strick-Modelle bis hin zu optisch gewagten Mustern ist alles erlaubt – und dank der Vielfalt leicht mit den unterschiedlichsten ModeStilen kombinierbar. Ursula Borer

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Gothic-Stil Haarspange und Ohrringe H & M. u CHF 7.90/3.90 Kette Diesel, Diesel-Store, Zürich. u CHF 289.– Tasche Mango. u CHF 49.90 Pulli American Apparel. u CHF 97.–Shirt Diesel, Diesel-Store, Zürich. u CHF 229.– Gürtel Tommy Hilfiger, Tommy Hilfiger Store, Zürich. u ca. CHF 119.– Strümpfe Illusion Nr. 523 Fogal. u CHF 49.50 Schuhe H & M. u CHF 49.80


Grunge-Stil Mütze und Strickpulli Diesel, Diesel-Store, Zürich. u CHF 269.–/59.– Tuch von Lise Sandahl, bei Monsieur Dubois, Zürich. u CHF 149.– Breiter Gürtel, Plakettengürtel und Rosengürtel von Pepe Jeans, z. B. bei Manor. u CHF 69.90/69.90/ 59.90 Bondage-Tights von Wolford. u CHF 65.– Wildleder-Pumps von Buffalo. u CHF 65.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Melanie Albisser, Haare & Make-up Brigitte mit Produkten von Nars bei Time, Jessica für Time

Sporty Stil Haarband American Apparel. u CHF 24.– Strickweste Diesel, Diesel-Store, Zürich. u CHF 239.– Pulli American Apparel. u CHF 82.– Gürtel H & M. u CHF 7.90 Streifenbody American Apparel. u CHF 44.– Armband Mango. u CHF 49.90 Clutch Diesel, Diesel-Store, Zürich. u CHF 199.– Strümpfe Falke, Globus. u CHF 29.– AncleBoots MB by Malene Birger, Monsieur Dubois, Zürich. u CHF 539.–

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Mode

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Türkis bringt Glück Indianisch anmutende Reife von schmal bis breit, entdeckt im Accessoire-Paradies bei Claire’s. Passen perfekt zu Denim oder im Sommer zu Weiss. www.claires.com u je CHF 19.90

Email im Trend Beispiele aus einer neuen Kollektion von Globus: bunte Email-Armreife in verschiedenen grafischen Mustern. u je CHF 35.–

Inspiriert von Indien Kräftige Farbe trifft auf Silber: Die dekorativen Armreife gibts bei Cachet. www.cachet.ch u CHF 4.90

Buntes Treiben Breiter Armreif in Streifenoptik. u CHF 14.90 Fröhliches Trio Viereckige Reife im Set. u CHF 12.90 Alles entdeckt bei Clockhouse, C & A.

Trend Armreife

Je mehr, desto besser u Bunt sollten sie sein, möglichst zahlreich am Arm blinken und edel klimpern: Im Englischen heissen die neuen Armreife Bangles, was lautmalerisch das Geräusch einfängt, das sie beim Tragen machen. Sie sind übrigens als Schmuck schon seit der Altsteinzeit bekannt, und je zahlreicher die Materialien und Verarbeitungsmöglichkeiten wurden, umso grösser die Vielfalt der

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Stile. Gut zu Armreifen kombinieren lassen sich Armspangen, sogenannte Cuffs. Sie sind massiver und an der Oberseite meist verziert. Die historischen «Armillen» gehörten übrigens zum Krönungsornat der deutschen Kaiser. Und sind ideale Hingucker an der Sommerparty, zum Cocktailkleid oder in der Oper. Garantiert nicht zu übersehen. beatrice schönhaus

Flechtoptik Die beiden muss man haben: Reife aus 1001 Glasperle von Toujours Toi bei Monsieur Dubois. www.monsieurdubois.ch u je CHF 69.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Auswahl Marisa Pichler

Hingucker Sogenannter Cuff (Armspange) mit Steinen für den gros­sen Auftritt. Mango. u CHF 49.90


Beauty Rotierend Mascara Diorshow 360 von Dior. Fachhandel, Waren­ häuser. u CHF 59.–

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Parabenfrei Marvelous Mineral Mascara von Kiehl’s mit Akazie & Jojoba. u CHF 25.–

Vielseitig Multi Action False Lashes Mascara von Essence. Warenhäuser. u ca. CHF 5.–

Extralang Lash Blast Length-Mascara von Covergirl. Migros. u CHF 12.90

Wasserfest Der Mascara Phenomen’Eyes von Givenchy. Fachhandel. u CHF 43.–

Raffiniert Der neue Max Volume Twist Mascara von Nivea. Fachhandel, Waren­ häuser. u CHF 22.90

Pflegend Mascara Elastic von Bourjois. Fach­ handel. u CHF 22.90

Glamourös Augenmaske für die ganz persönlichen Momente, Claire’s. u CHF 8.90

Neue mascaras

Parfumfrei Der pflegende Mascara High Lengths von Clinique. Fachhandel, Waren­ häuser. u CHF 35.–

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u Sie rotieren, verlängern, verdichten und pflegen: die neuen Mascaras. Oder besser gesagt die Bürstchen, um die es beim Thema Mascara geht. Immer neue Formen werden erfunden: rund wie ein Seeigel (Givenchy), anmutig schmal wie ein Weidenblatt (Clinique), elastisch (wie bei Bourjois) oder einfach extra lang. Und immer geht es (übrigens seit 100 Jahren) darum, die 150 bis 250

Härchen des oberen Lidrandes und die 50 bis 150 Wimpern des unteren noch dichter, schöner, dramatischer und ausdrucksstärker zu machen. Mascara zählt zu den drei Top-Produkten, auf die keine Frau verzichten will. Die neuen haben den Wow-Effekt eingebaut, immer mehr auch ohne Parabene. Nur zum Flirt-Versuch muss die Trägerin noch selber ansetzen. beatrice schönhaus

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

Flirt-Hilfen


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Hotspot

Natur & Lifestyle Von BioProdukten über Kosmetik und Apotheken-Mittelchen findet man alles in der Biotheke am Rigiplatz in Zürich. Tel. 044 - 362 11 40, www.biotheke.ch

Biotheke Rigiplatz, Zürich

Winkelried trifft auf Bio

Sonnenschutz etwas Chemisches. Und braucht nebenbei noch Aspirin. Die Biotheke bietet so in stylischem Ambiente ein neuartiges Angebot für genuss­ orientierte Stadtmenschen. Gesundheits-Checks, Hauslieferung und Mietservice sind selbstverständlich inbegriffen. Beatrice Schönhaus

Öffnungszeiten Mo–Fr 8–19 Uhr, Sa 8–16 Uhr

Zum Beispiel Bio-Beauty Die hautstraffende Creme von Madara duftet herrlich. u CHF 34.–

Zum Beispiel hochwertige Kosmetik Reinigungs-Peeling von Vichy aus der Linie Normaderm. u CHF 19.–

Zum Beispiel frischer Saft Kokos-Jus von Dr. Antonio Martins. u CHF 4.20

Zum Beispiel Wellness Das Kräutercremebad von Yegi hilft entspannen. u CHF 11.65

Zum Beispiel Haarpflege Revitalisierende Karité-Creme von Furterer. u CHF 46.80

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Zum Beispiel Bio Die Zitrone steht für die Bio-Frischeprodukte mit Obst, Gemüsen und Getränken. u CHF –.90

Zum Beispiel Pharma Die Gelatine-Kapseln Beta Sun von Phytopharma enthalten Vitamin E. u CHF 29.80

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Dick Vredenbregt

u Eine Biotheke, was soll das bloss sein? Die vor fast zehn Jahren vom Apotheker F. Nipkow gegründete Winkelried-Apotheke – mit ganz neuem Konzept! Hier findet man neben klassischen Apotheken- auch Wellness-Produkte, frisches Obst und Gemüse und Pflegehilfen aus dem Biobereich. Ein munterer Mix, der durchaus Sinn macht. Denn der Mensch von heute steht vielleicht in der Gesichtspflege auf Bio, will aber als


1 Künstler-Spiel

Sonniges gemüt u «Ich bin nicht wie all diese andern Mobiltelefone», heisst es auf der Verpackung des Puma Phone. Das stimmt, denn schon diese ist aus wiederverwertetem Karton sowie Zeitungen. Der Inhalt lässt genauso staunen. Ladegerät, Kabel und sogar der Akku strahlen in leuchtendem Rot. Das Handy überrascht mit einem aus Solarzellen bestehenden Rücken. Der Sport-Tracker zeigt via GPS Velofahrern und Joggern, wie schnell sie sind und wo sie sich befinden. Für musikalische Unterhaltung sorgt der MP3-Spieler, und Videochats sind ebenfalls möglich. Erhältlich u. a. bei Media Markt. www.pumaphone.com sg

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Öko-Handy Das Puma Phone ist in Recycling-Karton verpackt und kann den Akku mit Solarstrom laden. u CHF 549.–

u Mini-Picassos aufgepasst! Jetzt können

sich Besitzer eines Nintendo DS zum Künstler ausbilden lassen. Mit Art ­Academy lässt sich die tragbare ­Spielkonsole in eine Kunstakademie verwandeln, und der Touchscreen wird zur Leinwand. Der virtuelle Zeichenstift Touchpen hat verschiedene Härtegrade, und mit der Radiergummi-Funktion können Fehler problemlos wegradiert werden. Mit dem Nintendo DSi kann man die ein-­ ge­baute Kamera nutzen, um Motive oder Gemälde festzuhalten, die man nach­ zeichnen möchte. www.nintendo.de sg spielerisch malen Mit Art Academy für Nintendo DS lassen sich Zeichenund Maltechniken schrittweise erlernen. u CHF 49.–

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Leichtgewicht u Leichter und schlanker als der Portégé

R700 ist kein Notebook mit 13,3-ZollBildschirm. Toshibas rekordverdächtiges Gerät bringt trotz eingebautem DVDLaufwerk gerade mal 1400 Gramm auf die Waage. Der kleine Begleiter für BusinessPeople präsentiert sich in einem eleganten und robusten Magnesium-Gehäuse mit gebürstetem Metallic-Look. Trotz seinen Mini-Massen muss auf nichts verzichtet werden. Eine Akku-Ladung reicht für bis zu neun Stunden, und dank einem optimierten Kühlsystem bleibt das Notebook auch bei Schwerstarbeit angenehm ruhig. www.toshiba.ch/25 stephan gubler Klein & robust Toshiba-Notebook Portégé R700 eignet sich fürs Arbeiten unterwegs. u CHF 2199.–

uhr der woche

steckbrief

bERÜHMTESTE OMEGA u Keine andere Omega-Uhr ist berühmter als der

Speedmaster Chronograph, reiste er doch am Handgelenk von Astronaut Buzz Aldrin 1969 auf den Mond! Mit einem Durchmesser von 38 mm hat Omega ihn nun neu und speziell für Ladys konzipiert. Der leistungsfähige Chronograf sieht nicht nur blendend aus, er ist sogar COSC-zertifiziert als Chronometer, was eine hervorragende Ganggenauigkeit garantiert. Das ganz in Weiss gehaltene Modell ermöglicht ein gutes Ablesen der sekundengenauen Zeit, aller Stoppmöglichkeiten und des Datums bei 6 Uhr sowie des Geschwindigkeits­ messers auf der Keramiklünette. SARAH RIEDER

Electronics

Legendär Omega Speedmaster Ladies’ Chronograph. u CHF 4550.–

Werk Mechanischer Automatik-Chrono, Omega-­ Kaliber 3304 Gehäuse Edelstahl, Keramiklünette, Saphirglas, wasserdicht bis 100 Meter Armband Weisses Leder mit Faltschliesse Varianten In Violett und Grau mit Gold, Diamantenlünette Wer trägt sie? Sportlichelegante Ladys Bezugsquelle Tel. 032 - 343 93 93, www.omegawatches.com schweizer illustrierte

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Toller Caddie Formschön, praktisch, stylish: der neue Golf-Bag von Caligari Golf Equipment. www.golfequip ment.ch u CHF 319.–. Fairway-Holz u CHF ab 499.–

Duft trifft auf Stil 20er-Jahre-Charme versprühen die Düfte des Labels Berkeley Square, Fig & Cherry, Lime & Clarysage. Exklusiv bei Manor. u je CHF 24.90

Haar will Pflege Neu aus New York: die schön gestaltete und clevere Haarpflege von Ecru. Infos www.ecrunewyork.com u ab ca. CHF 30.–

Weicher Begleiter Pinkfarbener Softbag aus der neuen Kollektion von Adidas Women’s Training. Fachhandel. www.adidas.com/women u CHF 45.–

Dose mit Innenleben On-the-Move-Cream von Juvena: edel verpackt, mit Skin Nova SC Technology. Fachhandel. u CHF 99.–

Karo im Trend Beispiel aus der neuen Blusenund Hemden-Kollektion von Manor. Ab September. u je ab CHF 49.90/29.90

I wanna ride my bicycle Das zurzeit vermutlich stylischste Fahrrad: von Vanmoof Amsterdam. www.doubledutch.ch u CHF 895.–

Haben-wollen! Der französische Macarons-Hersteller Bringt Glück Stylische Ketten aus der Ladurée bezaubert mit einer neuen Serie von Shopping- Kollektion von Escapulario. Fachhandel. www.pilgrim.dk u CHF 75.– Bags. Super! Z. B. Mademoiselle Fifi. u ab CHF 21.–

experten-fragen

Sacha Schütte, Haarstylist, u. a. für Pantène Pro-V, www.sachaschuette.de

Profi-Rat für feines Sommerhaar Herr Schütte, wie pflegt man feines, angegriffenes Haar nach den Sommer­ ferien, ohne es dabei zu beschweren? Sonne, Salz- und Chlorwasser schwächen feines und trockenes Haar besonders. Deshalb konsequent bei jeder Haar­ wäsche eine zusätzliche Pflege benützen. Ihr Tipp? Die neue Pflegespülung Pro-V Aqua Light von Pantène wurde speziell

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für ganz feines Haar entwickelt. Sie spendet Feuchtigkeit, ohne dabei zu beschweren oder unerwünschte Rückstände im Haar zu hinterlassen. Zusätzlich gibts aus der Serie eine 2-MinutenIntensiv-Kur, die einmal wöchentlich angewendet werden kann. Für den Feuchtigkeitskick zwischendurch eignet sich das extraleichte 2-Phasen-Pflegespray.

Was sind die Frisurentrends für Herbst/ Winter, die auch für feines Haar ideal sind? Nach dem Sommer ist es wichtig, feines Haar nicht mit aufwendigen Frisuren und viel Stylingprodukten zu belasten. Deshalb zählen zu meinen Lieblingstrends offenes, schwungvolles Haar mit Mittelscheitel oder auch ein locker geflochtener Zopf. Interview Kristina Köhler

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, P & G

shopping best buys

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check-up t ff i r eme t e b tr t Exngs A

jeder zehnte Jede zehnte Frau, eiz leidet an Mann in der Schw . Dank einer Zahnarztphobie dlung kann speziellen Behan rschwinden. die Angst aber ve

k i n a P r h e m Nie ! t z r a n h a Z beim z Text Lisa mer

st r Angst liegt mei Der Ursprung de s le ol ? zt zv ar er hn hm Za sc eit: Ein er geht gerne zum in der Vergangenh nKo n r se vo las t gs em An , zd zt ar Niemand! Trot lebnis beim Zahn uns die Be- Er ch sexueller Miss au er od st lu die meisten von er llv . tro en ch as sa W Ur n. er sich ergehe ren zu den ch na handlung tapfer üb n der Gedanke an brauch gehö en nd Ku ine scho Leu behandelt se aber, wenn allein Herzrasen, Dr. erapie». Ziel: eine tig Th ar eag in hl m sc er i-T zt re «D r de ? den Zahnar st und sanfte Beund Übelkeit auslö elle, schmerzfreie hn sc Zittern, Schwitzen g iti ze ch Symptome glei . «Treten all diese arzt- handlung tion passiert r von einer Zahn wi r ersten Konsulta de i Be auf, sprechen be Er chts. Beim u. ni Le l ch ae . Mich einem Gesprä er ss au phobie», erklärt Dr al nt r Zahnarzt wähen der Gentle De ten Mal saniert de ei zw ss treut in den Prax en nt tie Stunden das Gebi chliesslich Pa nd vier bis sieben t re tz se Office Group auss n t te tz nn Le r ka te er r WHO an arkose. Zu gu lln Vo r te un – e tz mit der von de sä zehn endigen Zahner r Schweiz sind es er noch die notw Krankheit – in de ussgespräch. Da sc führt das Ab hl n, ­ ei un Prozent. er zig ed an wi zw tienten sich bis ch können die Pa r na Täglich melden de e k all an st «D Fa . u: m Le nten bei ih lachen. Dr. t er hw sc be n ive r verzweifelte Patie ihre posit r den Zustand ierung und dem schämen sich fü tienten ter- Komplettsan Pa Un en te tz ch le an r m de es gt lie bnis gelingt ge Er Zähne, bei vielen n gen.» he sie ge be e ztphobie zu hre zurück. Si sogar, ihre Zahnar such zwanzig Ja t, unter gs st te An st e lb di Se – staurant ion und Phobieat rm fo In nicht mehr ins Re zu hn zu verlieren, ist ztangst.ch plötzlich einen Za en www.zahnar et ftr Au s te ss wu stbe gross. Auch selb biss mit kaputtem Ge llt fä it be Ar r de i be und en ch re troffene sp Dr. Mi ch ae l Le u, schwer. Folge: Be zuh sic n he r zie r, ge ni we er m Zahnarzt und Gründe lachen im mmt, ko m im al hl nt sc De le nz ga der Gent rück. «Wenn es d», sogar an Selbstmor Office Group. en nt tie Pa en nk de u. erzählt Dr. Le

Foto Handout

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Sexy durch Hormone u Minnesota Frauen kaufen während des Eisprungs besonders aufreizende Kleidung – unbewusst. Wissenschafterin Kristina Durante erklärt: Damit wollen Frauen nicht etwa Männer beeindrucken, sondern die weibliche Konkurrenz ausstechen. www.edizin.de

Verzicht auf Farbstoffe u bern Gewisse Süssigkeiten mit

Farbstoffen führen bei Kindern möglicherweise zu Hyperaktivität. Deshalb nehmen Migros und Coop diese Produkte freiwillig aus den Regalen. Das Bundesamt für Gesundheit hält diese Massnahme jedoch nicht für notwendig.

Riskanter Bauchspeck u Atlanta Auch Menschen mit

einem gesunden BMI zwischen 19 und 24 sollten Bauchspeck vermeiden. US-Wissenschafter fanden heraus, dass vor allem bei normalgewichtigen Frauen ein dicker Bauch das Sterberisiko erheblich erhöht. www.aerztezeitung.de

tipp

Einfache Mittel helfen bei niedrigem Blutdruck. Bereits viel Bewegung und Wechselduschen stabilisieren den Kreislauf.

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check-up

Migräne: Stress wegen Som

Text Dr. med. Samuel Stutz

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er Migräne-Kopfschmerzen kennt, erinnert sich nur ungern an die Stunden und Tage der Qualen. Über eine Million Schweizerinnen und Schweizer leidet daran. Sehr verbreitet ist die Wochenend-Migräne. Sie befällt den Stress-Entspannungs-Typ, und zwar genau dann, wenn der Stress nachlässt: am Freitagabend oder zu Ferienbeginn. Doppelt unfair: Häufig leiden Betroffene das ­ganze Wochenende, aber pünktlich zum Wochenstart am Montag sind sie wieder voll einsatzfähig. Um Stress geht es auch beim Leistungs-Typ. Wettkampfsportler etwa entwickeln Migräne nach dem Wettkampf, nicht aber nach dem Training.

Dr. Reto Agosti, Migräne-Experte des Kopfwehzentrums ­Hirslanden Zürich. www.kopfwww.ch

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die Muskeln verspannen sich», sagt der Experte. Seine Hypothese: «Der Muskel ist wie ein Sinnesorgan, er nimmt viel mehr wahr, als wir uns vorstellen. Sensoren an Schläfen, Hals und Schultern reagieren nicht nur auf Bise, sondern auch auf Überhitzung. Die Folge: Migräne.» Doch es gibt Vorboten, sogenannte Prodrome. Mehr als die Hälfte der ­Migräniker kennen sie. «Exzessives Gähnen während zwei bis drei Stunden, obwohl man ausgeschlafen hat, ist ein Prodrom», sagt Dr. Agosti. Nimmt man ein Panadol, noch bevor die Schmerzen kommen, kann man die Migräne-Attacke verhindern. Ist die Attacke bereits im Anzug und nützen normale Schmerzmittel Migräne-Attacke nicht, muss man auf Triptane umstei­Kommen Temperatugen. Die sind rezeptpflichtig und werden ren über 30 Grad und als Tablette, Zäpfchen oder Nasenspray hohe Luftfeuchtigkeit eingenommen, selten auch gespritzt. zusammen, bedeutet Ganz neu, aber noch nicht im Handel, das enormen Stress sind sogenannte CGRP-Blocker, die für den Körper. gleich mehrere Systeme blockieren und so die ­Migräne ausschalten. Ergänzend Dann der Mens-Typ: Während oder sollten Mittel gegen die Übelkeit nicht kurz vor der Monatsblutung werden vergessen werden. Wenn gar nichts Frauen regelmäs­sig von Migräne- mehr nützt oder man die richtigen Attacken heimgesucht. Erst in der Medikamente nicht zur Hand hat, bleiMenopause lassen diese nach. Auch ben Notfallarzt oder Notfallstation. Nach Wetterfühligkeit scheint weit verbreitet. einer Infusion sind die Schmerzen So reagiert der Bise-Typ sensibel auf schnell weg. kalte Temperaturen, die mit dem Wind Wer mehr als fünf Mal pro Monat aus Norden und Nordosten zu uns Migräne hat, sollte vorbeugen. Dr. Agosti: «Es gibt 50 verschiedene Substanzen, geführt werden. Im Hochsommer trifft es vermehrt die sich für eine Basisbehandlung eigden Heisswetter-Typ. Kopfweh-Experte nen. Ich wähle jenes Medikament aus, und Migräne-Spezialist Dr. Reto Agosti das gleichzeitig ein weiteres Problem vom Kopfwehzentrum Hirslanden ­Zürich des Patienten behebt. Einige Migränein Zollikon weiss: «Wegen der zuneh- Mittel sind blutdrucksenkend, andere mend heissen Sommer leiden immer gut gegen Durchfall, wieder andere wirmehr Menschen unter hitzebedingten ken gegen Übergewicht.» Was ist mit BoMigräne-Attacken. Die hohen Tempe­ tox? «Botox nimmt den Schmerz und raturen von über 30 Grad, kombiniert entspannt gleichzeitig die verkrampften mit einer hohen Luftfeuchtigkeit, sind Muskelfaser-Nester.» Positive Wirkung Stress pur für den Körper, der sich haben auch Sport, autogenes Training nach Abkühlung sehnt.» Das Problem: oder eine Cranio-Sacral-Therapie. Für Wenn das Thermometer in Tropennäch- hartnäckige Fälle arbeitet Dr. Reto ten nicht unter 20 Grad fällt, kann Agosti sehr eng mit Kollegen von Rehasich der Organismus selbst zu Ruhe­ kliniken zusammen. «Viele Leute ver­ zeiten nicht entspannen. Der Körper gessen, dass man auch mit Verhaltens­ schwitzt, weil er sich dringend abküh-­ anpassungen sehr viel gegen Migräne len möchte. «Schafft er das nicht, ent- unternehmen kann. Das lernen sie in den stehen Hitzestau, gros­ser Stress, und spezialisierten Kliniken.» 

Fotos iStockphoto, Kiki Obermayr / RDB, Handout

Tropische Nächte und schwüle Tage setzen dem Körper zu. Dann leiden HeisswetterMigräniker – die Gluthitze löst bei ihnen pochende Kopfschmerzen aus.


merhitze! k le chehcs Merkmea Sec r Migrän eine  Behindernde,

starke, pochende Kopfschmerzen  Licht-, Lärm- und Geruchsüberempfindlichkeit  Übelkeit (fast jeder) und Erbrechen (jeder Fünfte)  Sehstörung (ZickzackLinien, blinde Flecke)  Gefühlsstörungen an Armen und im Gesicht  Wortfindungsstörungen Allgemein gilt: Alle die Migräne begleitenden Symptome können auch ohne Kopfschmerzen, ­isoliert oder in beliebiger Kom­ bination auftreten.

Tipp

Gefährdet ihre Migräne ihren Job, oder suchen Sie einen migränegerechten Arbeitsplatz? Die Aktion Kopfwohl bietet Coaches an, die MigräneLeidende im Arbeitsalltag unterstützen. www.jobwohlkopfwohl.ch Informationen im Internet

 www.headache.ch  www.dmkg.de

 www.swissneuro.ch  www.i-h-s.org

Pandemie ist beendet u Genf Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat die SchweinegrippePandemie für beendet erklärt. Sie habe inzwischen einen Grossteil ihres ursprünglichen Potenzials eingebüsst. Dem H1N1-Virus fielen seit dem Ausbruch im Frühling 2009 weltweit 18 400 Menschen zum Opfer. Laut WHO-Direktorin Margaret Chan verlief die Grippe insgesamt glimpflich.

Neue KrebsDiagnose u Sheffield Moderne Technik statt Skalpell. Dank einer neuen Methode könnte in Zukunft Mundhöhlenkrebs ohne aufwendige Biopsie diagnostiziert werden. Britische Forscher benützen dazu ein Gerät in Form einer Zahnbürste. Innerhalb von zehn Minuten liefert dieses ein brauchbares Ergebnis. www.aerzteblatt.de

Laufwoche mit Markus Ryffel u Aktivferien Markus Ryffel, der Olympiasilbermedaillen-Gewinner im Jahr 1984 über 5000 m, gibt seine sportlichen Erfolgsrezepte im Engadin an interessierte Läufer weiter:

26. 9.–3. 10. 10 Marathon-Laufseminar 3. 10.–9. 10. 10 Alpines Lauf- und Fitnessseminar Informationen unter www.ryffel.ch/ aktivferien oder Tel. 031 - 952 75 52


In der Schule lernen Kinder fürs Leben. Mindestens drei Dinge sollten Eltern ihnen auf den Weg geben. Seien wir jetzt, wo die Schule wieder be­ gonnen hat, besonders achtsam, welchen Faktoren unsere Kinder ausgesetzt werden. Denn als Eltern können wir einige davon stark beeinflussen. Beginnen wir beim Schulweg: Untersuchungen zeigen, dass immer mehr Kinder von den Eltern im Auto zur Schule gefahren werden. Was aus vermeintlicher Liebe geschieht, erweist sich als grosser Irrtum. Chauffierte Kinder sind motorisch weniger entwickelt, weniger selbstständig und sozial weniger gut ver­ netzt als solche, die den Schulweg zu Fuss oder mit dem Velo in Angriff nehmen. In die Schule laufen oder mit dem Velo fahren – das ist heute mehrfach belegt – ist die beste Investition in die Gesundheit eines Kindes, die beste Prävention von Über­ gewicht und die beste Vorbeugung gegen Schulstress und Schlafprobleme. Ein weiterer entscheidender Faktor im Leben eines Schulkindes ist eine gesunde Ernährung: Dazu gehören ein fantasie­ volles, abwechslungsreiches Frühstück und zwei fixe warme Mahlzeiten, die am ­Fami­lientisch oder in der Mensa sitzend ein­genommen werden. Dazu gehört auch genügend Flüssigkeit über den ganzen Tag verteilt, und zwar kalorienfrei, sowie eine bis zwei gut sättigende, aber dennoch kalorienarme Zwischenmahlzeiten. Einflussfaktor Nummer drei sind die oft völlig übersteigerten Erwartungshaltungen, die wir an die schulischen Leistungen eines Kindes stellen. Meistens handelt es sich dabei um Hoffnungen, die wir selber nicht erfüllen konnten und nun, ohne es zu merken, auf die Kinder übertragen. Nichts ist schlimmer für ein Kind, als so sein zu müssen, wie andere es von ihm erwarten. Nehmen wir einfach alles ein bisschen gelassener, auch mal eine oder zwei schlechte Noten. Es gibt nicht nur grad­ linige Schulwege und Lebensläufe. Oft sind die Umwege viel spannender! Herzlich, Ihr

der fall Erschöpfung Ich fühle mich ständig an der Grenze meiner Leistungsfähigkeit und komme ohne Medikamente nicht mehr aus der Erschöpfung heraus. Was kann ich dagegen tun? Wer sich am Arbeitsplatz oder innerhalb der familiären Strukturen permanent über­ fordert fühlt, wer die Balance zwischen Arbeit und privatem Leben nicht mehr einhalten kann, be­ nötigt professionelle Hilfe. Körperliche und geistige Erschöpfung kann eine Vielzahl von Ursachen haben und sich in unterschiedlichen Krankheitsbildern zei­gen: Depressionen und psychosoziale Belastungen, Burnout-Syndrom, Kopfschmerzen und Migräne, Roberto Müdigkeits- und Erschöpfungszustände wie das chro­ Brioschi, nische Erschöpfungssyndrom CFS (chronic fatigue Leiter Leistungscenter syndrome). Schmerz, Erschöpfungszustände werden häufig von allgemei­ Psychosomatik, nen körperlichen Schmerzen wie Kopf-, Gelenk- und Onkologie der Muskelschmerzen sowie Konzentrations- oder Gedächt­ RehaClinic in nisstörungen und wenig erholsamem Schlaf begleitet. Bad Zurzach, Ein typisches Zeichen: die Chronifizierung. Das bedeu­ Baden, Brauntet, dass der Zustand über Monate hinweg anhält oder wald und Glarus. sich sogar verschlimmert. Ein Aufenthalt in einer Rehaklinik kann helfen. In der Rehaklinik Braunwald, erhalten Sie zum Beispiel eine psychosomatische Behand­ lung mit einem bio-psychosozialen Konzept. Experten betrachten die Krankheit und die Krankheitsfolgen des Patienten vor dem Hinter­ grund seiner individuellen Lebenswelt und beziehen damit die Bedin­ gungen seines Alltags, seiner Familie oder seines Berufes mit ein. Dem Patienten steht in beruhigend wirkendem Höhenklima neben einer ärztlichen psychosomatisch-psychotherapeutischen Fachbehandlung eine Vielzahl an kreativen und innovativen therapeutischen Massnah­ men zur Verfügung. Ernährung, physiotherapeutische Behandlungen und Sport spielen dabei ebenso eine wichtige Rolle wie auch, falls ge­ wünscht, der Einbezug des Partners und der Familie. Das Ziel ist es schliesslich, den Patienten auf die Zeit nach der Behandlung auf seine persönlichen Erfordernisse vorzubereiten, damit er erfolgreich neue Wege beschreiten kann. Mehr Informationen: www.rehaclinic.ch oder Tel. 056 - 269 53 73

TV-Tipp Samstag, 21. August, 18.10 Uhr Alzheimer Kann diese Krankheit, die jedem dritten Menschen über 85 das Gedächtnis nimmt, besiegt werden? Alzheimer-Experte Prof. Christoph Hock, Chefarzt für Alterspsychiatrie an der Universität ­Zürich, berichtet im Studio, weshalb er glaubt, dass die Forschung in ein paar Jahren Erfolg haben wird. www.gesundheitsprechstunde.ch

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schweizer illustrierte

Foto Dick Vredenbregt

check-up

dr. stutz meint


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

Beklemmend Ursula Pfister mitten in ihrer Installation «wohl behütet?» im Zeughaus Gelterkinden.

Ursula pfister

Kunst macht mobil Foto Andreas Zimmermann

Kunst und MilitÄr haben keinerlei Berührungspunkte. Oder doch? Ein Besuch der Ausstellung «mobilmachen».

u Der hohe Maschendrahtzaun rund um das stillgelegte Zeughaus in Gelterkinden BL macht deutlich: Unautorisierten Personen ist das Betreten verboten. Zurzeit herrscht jedoch geschäftiges Treiben auf dem Gelände: 23 Kunstschaffende aus der

Region bespielen jene Räume, in denen bis 1996 Minenwerkzeuge, Maschinengewehre, scharfe Munition gelagert wurden. Kunst im Zeughaus? Ursula Pfister, 56, lächelt. «Zugegeben, das liegt nicht grad auf der Hand. Doch deshalb hat u schweizer illustrierte

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Kultur es mich wohl gereizt.» Die Initiantin des Projekts «mobil­ machen» sitzt mitten in ihrer Installation «wohl behütet?». 188 Puppen, fein säuberlich nach Hautfarben getrennt und in Reih und Glied sitzend, strecken sich vergeblich ihre pummeligen Ärmchen entgegen. Im Abteil daneben ist die Ordnung aufgeho­ ben, «es bilden sich kleine Gruppen, die miteinander kommunizieren». Der dritte Raum, in dem früher Minenmaterial aufbewahrt wurde, ist ganz in Gaze eingewickelt. An einer der Wände hängen über 300 kleine «Schutzengel». Asso­ ziationen zu Kindersoldaten oder zur fremdgesteuerten Volksmasse drängen sich auf. Die Diskrepanz zwischen Schutzbedürfnis und Ausgeliefertheit von Kindern im Krieg wird spürbar. «Im Zeughaus sind sie wohl behütet – wie aber siehts draussen aus?», kommen­ tiert Ursula Pfister ihre Arbeit. Der Gang durchs Zeughaus zeigt: die künstlerische Auseinanderset­ zung mit dem Militär ist äusserst

die besten

u

Auslegeordnung Heinke Torpus’ Arbeit regt zum Mitmachen an.

Gelöchert Alexandra vom Endt beim Aufbau ihres Werks.

vielfältig. So gestaltete Alexandra vom Endt einen Holzverschlag mit gestanzten Lochstreifen von Militärfunkern. Das durch die kleinen Löcher dringende Licht erinnert an einen filigranen Spitzen­ vorhang. Doch der Blick ins Innere des Raumes bricht jäh die vermeint­ liche Idylle: ein abgezogenes Fuchs­ fell baumelt von der Decke. Die friedliche Macht der Flower­ power-Generation kommt bei Irene Maag zum Tragen. Aus farbi­ gen Plastiksäcken webt die Künst­ lerin einen Blumenteppich in das Drahtgeflecht, das die Verschläge im Zeughaus voneinander abgrenzt. Spielerisch und interaktiv geht es bei «Dingsbums» von Patrick Leppert zu. Hier darf sogar geschossen werden. «Allerdings nur auf Plastikkübel. Mit Petfla­ schendeckeln», sagt Ursula Pfister und lacht. Anina Rether Zeughaus Gelterkinden BL Bis 17. 9. Mi/Do 14–17, Fr 14–19, Sa/So 12–17 Uhr, www.mobilmachen.ch

Sommergast Pipilotti Rist

u «Schliessen Sie mir das Kleid, danke.» Heute ist diese Aufforderung fast nur noch im Kleidergeschäft zu hören. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts war sie jedoch noch gang und gäbe. In dieser Zeit lebte die Industriellen­familie Brown-Sulzer in der Villa Langmatt, zusammen mit einer Schar Dienstboten, Gärtnern und Küchenpersonal. Die Herrschaft und ihr Gefolge sind längst ausgezogen, seit Jahren beherbergt das Haus ein Museum, das der Öffentlichkeit die herausragende Kunstsammlung ihrer einstigen Bewohner zugänglich macht. Nun ist «Schliessen Sie mir das Kleid, danke» als Ausstellungstitel in die Villa Langmatt zurückgekehrt. Anlässlich des 20-Jahr-Jubiläums des Museums gestaltete Pipilotti Rist als Sommergast eine Schau, die das Augenmerk auf das verborgene Leben in diesen Räumen lenkt. Die berühmte Film- und Videokünstlerin aus Zürich schuf Arbeiten, die die Beziehung zwischen Bediensteten und Herrschaft thematisieren. Die hel­ fenden Hände, die Pipilotti Rist in intimer Nahsicht präsentiert, berühren und erinnern die Besucher an eigene Erfahrungen des Umsorgtwerdens. anina Rether

Museum Langmattt Baden AG Bis 14. 11. Di–Fr 14–17, Sa/So 11–17 Uhr, Tel. 056 - 200 86 70, www.langmatt.ch

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schweizer illustrierte

Sommerlich «Guten Morgen, Finger, streichelt die Demut!» Videostill von Pipilotti Rist.

Fotos Manz (Gerog Rehsteiner) Coutesy Pipilotti Rist und Hauser & Wirth

Kaleidoskop der Farben


decrauzat & manz

Abstrakt

theater

u Gleich zwei Westschweizer Maler wurden mit dem begehrten Prix Buchet ausgezeichnet: der Neuenburger Jean-Luc Manz, 58, und der Lausanner Philippe Decrauzat, 36. Nun dürfen die beiden Künstler die Säle des Kunstmuseums Lausanne bespielen. Manz’ Arbeiten bestechen durch Farbigkeit und Formreduzierung. Decrauzat hält sich eher an dunkle Töne, sowohl in ­seinen bestechenden Wandbemalungen wie in den Primärfarben «Imbiss 5», 2007, ­Installationen und Filmen. km von Jean-Luc Manz.

musée cantonal des beaux-arts Lausanne VD Bis 5. 9. Di–Do 11–18, Fr–So 11–17 Uhr, Tel. 021 - 316 34 45, www.mcba.ch, Publikation CHF 40.– thomas struth

Riesengross u Der Deutsche Thomas Struth, 56, gehört zu den welt-

weit bekanntesten Fotografen. Seine in den letzten 30 Jahren entstandenen Arbeiten lassen sich grob in vier Kategorien einteilen. Seine «Strassen- und Museumsbilder» verhalfen dem Fotokünstler in den 80er-Jahren zum Durchbruch. In der Zürcher Retro­ spektive sind nun auch Werke aus den Serien «Be­sucher vor berühmten Kunstwerken», «Porträts Monumental «El Capitan, Yosemite von Bekannten» und «Landschaften» zu sehen.  km National Park», 1999, von T. Struth. kunsthaus ZÜRICH Bis 12. 9. Sa/So/Di 10–18, Mi/Do/Fr 10–20 Uhr, Tel. 044 - 253 84 84, www.kunsthaus.ch, Publikation CHF 44.–

«annas carnifex» als uraufführung in mollis

Fünf mal Anna

u Eine steile Tribüne für 400 Zuschauer ragt mitten im glarnerischen Mollis gegen den Himmel. Uraufgeführt wird das Stück «Annas Carnifex» des jungen Glarner Schriftstellers Perikles Monioudis, 43. Im Zentrum des Geschehens steht weniger die tragische Figur der Anna Göldi (1734–1782), die hier der Hexerei beschuldigt und hingerichtet wurde. ­Monioudis richtet das Augenmerk vielmehr auf ihren Carnifex (Scharfrichter), gespielt vom ehemaligen «Tagesschau»-Sprecher Charles Clerc, sowie auf dessen Sohn Fritz, dargestellt von Oskar Paul Schneider. Wird dieser die Familientradition fortsetzen oder das Foltern infrage stellen? Barbara Schlumpf führt Regie, 42 Schauspieler, von denen 5 gleichzeitig die Anna Göldi verkörpern, liefern ein grossartiges Spektakel. kati moser

Historischer Kern Mollis GL Vom 4. bis 28. 8., www.annagoeldi.ch

«Ambigu»

Ungewiss

u Eine Blume, ein Schmetterling? Vielleicht keins von beiden. Die Künstlerin selbst, die US-Amerikanerin Monique van Genderen, hilft uns nicht weiter: Ihr Werk heisst schlicht «Untitled». Sich nicht festlegen, keine eindeutige Position beziehen, vieldeutig bleiben ist der gemeinsame Nenner für die zehn Künstlerinnen und Künstler der Ausstellung «Ambigu – Zeitgenössische Malerei zwischen Abstraktion und Narration». Abstraktion Bild, 2008, der AmeriEine spannende Entdeckung. km kanerin Monique van Genderen.

Pflichtbewusst Der Scharfrichter (Charles Clerc, r.) mit Sohn Fritz (O. P. Schneider).

kunstmuseum ST. GALLEN Bis 12. 9. Di–So 10–17, Mi 10–20 Uhr, Tel. 071 - 242 06 71, www.kunstmuseumsg.ch, Publikation CHF 52.–

Film-Tipp «letters to juliet» (USA)

Sommerliebe in Verona u Dies ist einer der Filme, die so wunderbar zum Sommer passen: Die New Yorkerin Sophie (Amanda Seyfried) ist verlobt mit dem zukünftigen Restaurantbesitzer Victor (Gael García Bernal). Sie wollen einige geruhsame Tage in Verona, der Heimat von Victor, verbringen. Doch es kommt ganz anders. Bezaubernde Geschichte mit einer grandiosen Vanessa Redgrave als Claire und einem etwas störrischen Christopher Egan als Charlie. Unbeschwert, romantisch, gefühlvoll. Vergessen Sie nicht, ein Päckchen Taschentücher und eine dunkle Sonnenbrille einzupacken – für alle Fälle … kati moser

Beginn einer Liebe Sophie und Charlie beim Tête-à-tête.

8 8 8 8 8 Länge: 105 Min., Regie: Gary Winick. Start 19. 8. schweizer illustrierte

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bücher & cds

Sie schreibt über Liebe, Verlust und Gewalt. Dafür erhält die Autorin Marie NDiaye Frankreichs höchsten Literaturpreis.

u «Sie umarmte ihn kurz, ohne ihn an sich zu drücken, denn die beinahe unmerkliche Art, in der sich das schlaffe Fleisch an den Armen ihres Vaters unter ihren Fingern zu­ sammenzog, erinnerte sie daran, dass er jede körperliche Berüh­ rung verabscheute.» Norah, eine Pariser Rechtsanwältin, besucht ihren Vater in Afrika. Er hat sie angefleht zu kommen. Ihr Bruder Sony, als Fünfjähriger vom Vater aus Frankreich entführt, sitzt im Gefängnis, und sie soll ihn dort raus­ holen. Eine Rückkehr, die für Norah zur seelischen Marter wird. Der mit dem Prix Goncourt ausge­ zeichnete Roman ist eigentlich keiner. Vielmehr eint er drei voneinander unabhängige Frauenschicksale. Das der Senegalesin Fanta wird aus der subjek­ tiven Perspektive ihres weissen Ehe­ mannes Rudy erzählt. Dieser zieht mit Fanta nach Frankreich, als er in Dakar nach einer Prügelei mit Schülern seinen Job als Lehrer verloren hat. Doch Fanta vereinsamt in der Provinz, und Rudy kriegt sein Leben nicht mehr in den Griff. Frustriert wirft er ihr eines Morgens an den Kopf, dass sie dahin zurückgehen könne, wo sie herkomme. «Beim blossen Gedanken, sie könnte diese entsetzlichen Worte befolgen, strömte ihm Schweiss über Gesicht und Hals.» Die französische Autorin Marie NDiaye lebt mit ihrem ebenfalls schreibenden

drei neue cds

1

pop/rock Arcade fire The Suburbs (Universal Music)

Zart-harte Popmusik der Kanadier, die wohltuend wehtut. Weil neben beschwingten Melodien voller Sehnsucht und Schmerz viel Melancholie drinsteckt. Auch auf der dritten CD lassen das Ehepaar Win und Régine & Co. alles fliessen, rocken oder punkig fetzen. Highlight: «City with No Children». h. Elias fröhlich

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schweizer illustrierte

Mann und ihren Kindern in Berlin (aus Protest gegen Sarkozys Einwanderungs­ politik). Die bitterste Geschichte ist jene der jungen Witwe Khady, die von der Familie verstossen und zur Flucht nach Europa getrieben wird. Ein jahrelanger Albtraum! Doch nie verliert die Protagonistin den Glauben an sich selbst. Drei verschiedene Bio­ grafien – schmerzhaft zwar, aber nicht Mitleid heischend, sondern Verständnis. isolde schaffter-wieland

Brillant Marie ­NDiaye, 43, hat senegalesische Wurzeln. Ihren ersten Roman ­publizierte sie als 17-Jährige.

Macht der Erinnerung Was zusammengehört Markus Feldenkirchen (Kein & Aber) u Freundin, Geliebte, LuxusAppartement: Benjamin verdient als Banker mehr als genug. Mitten in seinem öden Glück setzt ihn ein Brief in die Vergangenheit zurück, weckt Erinnerungen. An Irland, wo er sich 20 Jahre zuvor in Victoria verliebte und wohin er geschäftlich gerade verreist. Ungeöffnet nimmt er den Brief mit. Gekonntes Debüt des «Spiegel»-Autors. ISW Plädoyer für die Liebe zu lieben was ist Alix Kates Shulman (Lübbe) u In der Highschool haben Alix und der smarte Scott ein kurzes Techtelmechtel. Doch erst 34 Jahre später führt sie die Liebe zusammen. Ein Happy End? Eigentlich ja, wenn Scott beim Umbau des Sommerhauses nicht unglücklich stürzen und sich dabei eine Gehirn­ verletzung zuziehen würde. Die 72-jährige Autorin erzählt ihre Lebens- und Liebes­ geschichte. Grandios und warmherzig. ISW

Marie NDiaye Drei starke Frauen (Suhrkamp)

Magie der Märchen die geheime sammlung Polly Shulman (PAN), ab 12 Jahren u Elizabeth, 15, findet ihr Leben langweilig und einsam. So ist sie froh, dass sie im «New Yorker Repositorium der verleihbaren Schätze» einen Aushilfsjob kriegt. Hier findet sie nicht nur Freunde, im Keller entdeckt sie Dinge, die sie aus Grimms Märchen kennt. Etwa den Spiegel von Schneewittchens Stiefmutter. Doch die Schätze sind in Gefahr. Zauberhaft. ISW

2

3

Ein Buch, das aufrüttelt u Weil die drei Heldinnen stets ihre Würde bewahren und sich selbst treu bleiben. u Weil Khadys Schicksal zeigt, was afrikanische Flüchtlinge nach Europa treibt. u Weil die eigenständige Sprache von Marie NDiaye markant und ergreifend ist.

jazz muthspiel & goodrick Live at the Jazz Standard (Material)

Mick Goodrick? Er war Lehrer von Gitarrenstars wie Pat Metheny und Bill Frisell, doch seinen Namen kennen nur Insider. Einer seiner Schüler, der gross gewordene Wolfgang Muthspiel, hat Goodrick auf der Bühne wiedergetroffen. Entstanden ist ein lyrisch-feinsinniger Dialog auf Augenhöhe. hanspeter vetsch

Klassik David Philip Hefti Rotas und Wunderhorn-Musik (Neos)

Hefti, erfolgreicher Schweizer Komponist, schrieb den fünften Teil des Zyklus Sator als Oboenkonzert. In über­raschenden Nuancen reizt er die Facetten des Instruments aus, lässt es hauchen, schreien, singen. Eingebettet in lyrischen Orchesterklang ein spannendes und lohnendes Hörerlebnis. uli von erlach

Foto Catherine Hélie / Editions Gallimard

die besten

Drei Frauen zwischen Afrika und Europa


Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

«Taj Mahal Palace» Mumbais Hotelpalast erstrahlt zwei Jahre nach dem Terroranschlag in neuem Glanz.

MUMBAI HAT SEIN WAHRZEICHEN WIEDER

«Taj» – die Legende lebt u «Wir lösen unser Versprechen ein und führen das ‹Taj Mahal Palace› zurück zu seinem alten Glanz», sagt General Manager Karambir Kang. Tatsächlich: Nur knapp zwei Jahre nach den schrecklichen Terroran­ schlägen erstrahlt Mumbais Wahrzeichen am «Gateway of India» in neuem Glanz. Herzstück sind die 19 neuen Themensuiten im ehrwürdigen Haus. Sie lassen die grosse

Zeit der Maharadschas wieder aufleben, ehren die unbeugsamen Helden des Maratha Empire oder den Lotus, Indiens National­ blume. Im Palast gibts sieben Restaurants – und die legendäre Harbour Bar, beliebter Treffpunkt auch für Nicht-Hotelgäste. HE INFO: DZ ab EUR 421.–, www.tajhotels.com

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weekend

Reisen

www.weltweit

«Kulm» Arosa: Ferien mit Schönwettergarantie u Das «Kulm» ist ein sympathisches Fünfsternehotel in Arosa. Mit sehr viel Herz für die Gäste: Registriert die Wetterstation mehr als 10 Millimeter Regenfall pro Tag, gibts einen 100-FrankenGutschein als Trost! DZ im Sommer ab CHF 360.–. INFO www.arosa-kulm.ch

Tokio-Marathon laufen – Japan kennenlernen u Kuoni fliegt unerschrockene Läufer am 24. Februar an den Tokio-Marathon – und bietet die Möglichkeit, gleichzeitig das Land kennenzulernen (mit Verlängerungswoche). Für Training und Betreuung sorgen die Profis von Ryffel Running (ab CHF 4180.–). INFO www.reise-sport.ch

Luxuriös wandern: Von Arosa nach Lenzerheide u Zwei Top-Hotels spannen zusammen: Die Gäste wandern von Arosa nach Lenzerheide und zurück. Übernachtet wird im «Tschuggen» und im Maiensässhotel Guarda Val. 6 Nächte ab CHF 1598 .– pro Person, Diners, SpaProgramm, Gepäcktransport und Pro­ viant inklusive. INFO www.tschuggen.ch

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Idyllisch Während 90 Jahren ist mit dem Quellenhof-Resort ein kleines Familien-Imperium in St. Martin entstanden.

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SÜDTIROL (I) – SPORT- UND WELLNESS-RESORT QUELLE

Feine Ferien-Oas Mediterranes Flair und alpiner Charme er­wartet den Gast im «Quellenhof» in St. Martin bei Meran. Kinder ­kommen genauso auf ihre Kosten wie Sportbegeisterte und Ruhesuchende.

E

ingebettet zwischen sanft ab­ fallenden Hängen und dem kris­ tallklaren Wasser der Passer, liegt das Quellenhof-Resort mit seinen fünf Häusern. Meran, die quirlige Stadt, ist nur zehn Kilometer entfernt, doch von ihrer Betriebsamkeit ist hier wenig zu spüren. Hier dominiert die Ruhe und das Grün der Natur. Stress oder Termin­ druck sind bald nur noch Fremdwörter. u Das Mutterhaus heisst «Forellen­ hof». Er kam 1923 in Besitz der Familie Dorfer. Mit viel Einsatz und Weitsicht entstand in den folgenden Jahrzehnten ein ganzes Ferienzentrum mit unter­ schiedlich ausgerichteten Vier-SterneDe-luxe-Hotels. Zum Wellnessen geht man in die elegante «Parkresidenz» oder ins kleine, aber feine «Alpenschlössel». Seit Mai ist eine neue Adresse hinzuge­


Beliebt Die riesige Wasserrutschbahn ist ein Hit für die kleinen Gäste.

Geräumig Klare Linien im Kuschelzimmer des Hotels Alpenschlössel.

Stylish Der coole Wellness-Bereich in der neuen «Vitalresidenz».

NHOF

Fotos Quellenhof

e bei St. Martin kommen: die «Vitalresidenz». Sie ist aus­ gerichtet auf Ruhesuchende und Pär­ chen. Im Spa-Bereich haben Kinder unter 16 keinen Zutritt. Doch auch die kleinen Gäste kommen im Resort nicht zu kurz. Lange Wasserrutschbahnen, In­ nen- und Aussenbecken sowie allerlei Spiel- und Sportmöglichkeiten bieten Spass und Abwechslung. Ebenso – für Gross und Klein – neun Tennisplätze, Mountainbikes, ein Reitstall sowie ein 4-Loch-Golfplatz. Wer richtig golfen möchte: Im Umkreis von bis zu einer Stunde liegen nicht weniger als vier schöne 18-Loch-Golfplätze. u Das Herzstück der Anlage ist der zentral gelegene «Quellenhof». Hier untergebracht sind das Restaurant mit gros­sem Selbstbedienungsbuffet, die gemütlichen Stuben, die Bar und ein

Gartenrestaurant. Romantisch diniert man im «Alpenschlössel» oder im ele­ ganten Panoramarestaurant auf dem Dach der «Parkresidenz». u Wer sich nicht nur dem Dolcefar­ niente hingeben möchte, geht mit Karl im Passeiertal wandern. Vom urchigen

Südtiroler erfährt man allerlei über die Gegend. Reizvoll ist auch der Rad- und Wanderweg entlang der Passer nach ­Meran. Den Tiroler Freiheitshelden ­Andreas Hofer lernt man im Museum Passeier (Tel. 0039 - 0473 65 90 86, www. museum.passeier.it) kennen, und im Schloss Trauttmansdorff (Tel. 0039 – 0473 25 88 19, www.trauttmansdorff.it) gibt es gar den «schönsten Garten ­Italiens» zu entdecken.  kati moser

check-in u Anreise

Auto: über Ofenpass–Münstertal–Schluderns–Meran. Zug: Engadin Star Express (Tel. 081 288 43 40, www.rhb.ch) u Hotel Sport- und Wellness-Resort Quellenhof: DZ/HP pro Person im «Alpenschlössel» ab EUR 105.–, in der «Parkund Vitalresidenz» EUR 135.– (Tel. 0039 – 0473 64 54 74, www.quellenhof.it) u Infos Das Sport- und Wellness-Resort Quellenhof ist Mitglied der Well- Orientalisch Die romantische Sole­ grotte in der «Parkresidenz». ness-Hotels International (www.w-h-i.eu) schweizer illustrierte

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En Guete Star ohne Allüren Mais kennt keine Berührungsängste.

Sibylle Sager

Goldiger Auftritt

1

Als Kolben, Knöpfli, Quiche oder Polenta: Zuckermais hat Starpotenzial. Sein Gold kommt als Beilage genauso zur Geltung wie als Hauptgericht.

Fischfilets auf Mais und Bohnen

Zutaten (für 4 Personen) 5 dl Salzwasser, 2 Zweiglein Bohnenkraut, 200 g feine Bohnen, schräg halbiert, 2 Esslöffel Mehl, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 600 g Fischfilets ohne Haut (z. B. Felchen, Flunder), in ca. 2 cm breiten Streifen, Bratbutter zum Braten, ca. 250 g Maiskölbchen (siehe Hinweis), längs halbiert, Bratbutter zum Braten, 1 Frühlingszwiebel mit dem Grün, in feinen Ringen, 1/2 Teelöffel Bohnenkrautblättchen, fein gehackt, 1 dl Weisswein, 5 dl Fertig-Fischfond oder Gemüsebouillon, Salz, nach Bedarf, wenig Pfeffer Vor- und zubereiten 30 Min..

u Ofen auf 60 Grad vorheizen, Platte und Teller vorwärmen. Wasser mit dem Bohnenkraut aufkochen, Bohnen offen darin knapp weich kochen, abtropfen, kalt abspülen. Mehl, Salz und Pfeffer in einem tiefen Teller mischen. Fisch portionenweise darin wenden und in der heissen Bratbutter ca. 2 Min. bra­ ten, herausnehmen, warm stellen, Pfanne ausreiben. Mais in der warmen Bratbutter goldbraun braten, heraus­ nehmen, warm stellen. Hitze reduzie­

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mit Köchin

2

Bohnen-MaisQuiche

ren, evtl. wenig Bratbutter beigeben. Frühlingszwiebel und Bohnenkraut andämpfen, Wein dazugiessen, auf ca. die Hälfte einkochen. Fond dazugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren, Sauce ca. 5 Min. köcheln. Bohnen und Mais in der Sauce ca. 3 Min. mitköcheln, ­würzen. Auf die vorgewärmten Teller verteilen, Fisch darauf anrichten. Dazu passen: Gschwellti, Salzkartoffeln oder Reis.

hinweis Zuckermais (1), auch Süssmais genannt, 2 sollte möglichst frisch gegessen werden: Kurz 1 nach der Ernte baut sich der Zuckergehalt rasch ab, der Mais büsst an Aroma ein. Dies gilt auch für die kleinen zarten Maiskölbchen (2), die vor allem in der asiatischen Küche verwendet werden. Dabei handelt es sich um unreif geernteten Zuckermais.

Zutaten (für 4 Personen, für eine Springform von ca. 22 cm ∅, Boden mit Backpapier belegt, Rand gefettet) 1 rund ausgewallter Kuchenteig (ca. 32 cm ∅), 2 dl Milch, 125 g Ricotta, 2 Eier, verklopft, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 2 Maiskolben, Körner vom Kolben geschnitten (ergibt ca. 250 g), 1 Dose rote Bohnen (ca. 400 g), abgespült, abgetropft, 100 g Schinkenwürfeli, 2 Zwiebeln, in feinen Ringen, 1 Knoblauchzehe, gepresst Vor- und zubereiten ca. 20 Min. Backen ca. 50 Min. u Vorbereitete Form mit dem Teig auslegen. Milch, Ricotta, Eier, Salz und Pfeffer in einer Schüssel gut ver­ rühren. Mais, Bohnen, Schinkenwürfeli, Zwiebeln und Knoblauch beigeben, mischen, auf dem Teigboden verteilen. Backen 10 Min. auf der untersten Rille des auf 240 Grad vorgeheizten Ofens. Hitze auf 220 Grad reduzieren, ca. 40 Min. fertig backen. Heraus­ nehmen, abkühlen, Formenrand ent­ fernen, lauwarm servieren.

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StraussenMedaillons mit Polenta-Haube

Zutaten (für 4 Personen, für eine weite ofenfeste Form von ca. 2 Litern, gefettet) 5 dl Wasser, 1/4 Teelöffel Salz, 80 g grober Mais (z. B. Bio Bramata), 2 Ess­ löffel Rosmarin, fein gehackt, 1/2 Ess­ löffel Olivenöl, wenig Cayennepfeffer, Bratbutter zum Anbraten, 8 StraussenMedaillons (je ca. 80 g), 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, einige Butterflöckli Vor- und zubereiten ca. 45 Min.

u Wasser in einer Pfanne aufkochen, Salz und Mais unter Rühren beigeben. Rosmarin, Olivenöl und Cayennepfeffer beigeben, unter Rühren bei kleinster Hitze ca. 30 Min. zu einem dicken Brei köcheln. Bratbutter in einer Bratpfanne heiss werden lassen, Medaillons beid­ seitig je ca. 3 Min. anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen, in die vorbereitete Form geben. Polenta auf die Medaillons geben, evtl. mit Zahnstochern be­ festigen. Butterflöckli darauf verteilen. Überbacken ca. 10 Min. in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens.

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Polenta-Knöpfli mit Pilzragout

Zutaten (für 4 Personen) Polenta-Knöpfli 70 g feiner Maisgriess (Kochzeit ca. 2 Min.), 2 dl Milch, warm, 300 g Mehl, 3/4 Teelöffel Salz, 3 frische Eier, verklopft, Salzwasser, siedend, Bratbutter zum Anbraten Pilzragout 1 Esslöffel Butter, 1 kleine Zwiebel, fein gehackt, 1 Esslöffel Thy­ mianblättchen, 300 g Eierschwämme, evtl. halbiert, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, beiseite gestellte Knöpfli Vor- und zubereiten ca. 40 Min. Quellen lassen ca. 30 Min.

u Für die Knöpfli Maisgriess in eine grosse Schüssel geben, Milch darüber­giessen, ca. 10 Min. quellen lassen. Mehl und Salz mischen, in der Mitte eine Mulde ein­ drücken, Griessmasse mit den Eiern verrühren, nach und nach unter Rühren in die Mulde giessen, mischen. Zugedeckt bei Raumtemperatur ca. 30 Min. quellen lassen. Teig portionenweise durchs Knöpfli-Sieb ins leicht siedende Salzwas­ ser streichen. Knöpfli ziehen lassen, bis

sie an die Oberfläche steigen, mit einer Schaumkelle herausnehmen, gut abtrop­ fen. Bratbutter in einer grossen Bratpfanne warm werden lassen. Knöpfli portionen­ weise bei mittlerer Hitze ca. 4 Min. gold­ braun braten. Herausnehmen, zugedeckt beiseite stellen. Bratfett auftupfen. Für das Pilzragout Butter in derselben Pfanne warm werden lassen, Zwiebel, Thymian und Pilze ca. 4 Min. dämpfen, würzen, Knöpfli daruntermischen, nur noch heiss werden lassen.

Jetzt ist es Zeit für sonnengereifte Tomaten: TV-Köche Sibylle und Studi geniessen sie am liebsten direkt vom Markt. u Das «al dente»-Team weilt noch in den Sommerferien. Mehr Info: www.aldente.ch


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Neues Restaurant Beat und Romy Amrein begeistern jetzt mitten im Städtchen Sursee.

Restaurant Amrein’s Centralstrasse 9 6210 Sursee Tel. 041 - 922 08 00 Alle Kreditkarten ausser Diners EC-Direct und Postcard Sonntag und Montag Ruhetag www.amreins.ch

Tomaten-«Tarte tatin» mit Geisskäse Restaurant Amrein’s, Sursee LU Glücksfall fürs aufstrebende «Städtli»: Mit Beat Amrein ist ein echter Spitzenkoch hierher gezogen. Seine Frau Romy bringt einen erstklassigen Weinkeller mit.

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ie Amreins sind den Luzerner Gourmets wohlbekannt. Sie haben in St. Erhard jahrelang einen erstklassigen Job gemacht und sind jetzt weitergezogen. In ein neues, schon fast urbanes Lokal mit offener Küche und Holzdeck auf der Terrasse. Der stolze Weinkeller wird präsentiert wie in einem Museum. Wer eine Flasche besonders mag, kann sie «über die Gasse» gleich mitnehmen. Romy Amrein liefert die Background-Informationen dazu. Beat Amrein (sie nennen ihn «Be») begeisterte uns. Die frischen Calamaretti und die Zucchiniblüte waren perfekt ausgebacken, aber fürchterlich ver­ salzen. Welche der jungen Köchinnen

im Team ist da frisch verliebt? Danach ­ erfektion pur. Eine verblüffende TomaP ten-«Tarte tatin» mit erstklassigem Geisskäse, den Pia Mattmann im nahen Grosswangen herstellt. Ein KalbszüngliCarpaccio der eleganten Art, aufgepeppt mit frischen Kalbsmilken-Kugeln. Ein Kaninchenfilet, elegant verpackt im Brickteig, mit Meaux-Senf und Mesclun. Hervorragende Geisskäse-Ravioli mit brauner Butter. Amrein gehört zum kleinen Kreis der Köche, die im Hauptgang nochmals so richtig aufdrehen. Mit einem tollen Angus-Beef (Holzen, Ennetbürgen NW) etwa; auf besonderen Wunsch gabs noch ein Emmentaler Kalbs-Hamburgerli

dazu. Der gleiche Lieferant am Fuss des Bürgenstocks verblüfft Köche und Gäste mit seinen Wollschweinen. Wir kriegten das Kotelett davon, das Amrein mit einer Bier-Honig-Sauce geschickt be­ arbeitet. Ausgezeichnet sind jeweils die tiefen Saucen dazu; beim Irland-FoyleRind etwa wars ein intensiver BaroloJus. Verbesserungswürdig ist lediglich der Risotto. Der ist «beilagenmässig» korrekt, aber noch kein kleines Wunderwerk. Sehr gut die Desserts (warme Aprikosentarte!), noch besser die prallen Chriesi aus dem nahen Eich (mit hausgemachter Sauerrahmglace). – Parkplätze in der Tiefgarage. 

Foto Dick Vredenbregt

wein-tipp Moderner Franzose Es gibt Weine, die gefallen einem auf Anhieb – ein bisschen so wie ein Sommer­ hit, den man zum ersten Mal hört und der sich zum Ohr­ wurm entwickelt. Der Fumées Blanches 2009 Sauvignon Blanc von François Lurton (12 %) gehört in diese Kate­

gorie. Bereits sein Duft betört: Aromen von Limetten­ sorbet, Ginger, weissem Pfeffer, Rosenwasser und Aprikosen steigen in die Nase. Im Gaumen geht es entsprechend bunt weiter. Eine ausgesprochen moderne Interpretation der bekannten Traubensorte Sauvignon

Blanc. Ein hervorragender Apérowein. Passt aber auch zu Fischknusperli, Paella, Antipasti. Ebenso zur asiati­ schen Küche: zu Frühlings­ rolle, Samosa, Thai-Salat zum Beispiel. Der Wein schmeckt jetzt am besten. Also nicht lagern, sondern gleich geniessen – aber gut gekühlt!

SPAR, Eurospar Jetzt geniessen. Trinktemperatur: 8 bis 10 Grad. u CHF 10.50

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Wir leben in einer Zeit grosser Veränderungen

woche vom 22. bis 28. August 2010 Mars (am 23. in Dissonanz zur Sonne) und der Vollmond am 24. signalisieren kriegerische Ausschreitungen und Explosionen. Zum Glück bildet die Sonne am 25. und 26. positive Winkel zu Saturn und Pluto: Dies sorgt für Entspannung. Allerdings nur

im Rahmen der grossen Zyklen (Jupiter–Saturn und Saturn– Pluto), die weiter für Veränderungen und eine politische und wirtschaftliche Krise stehen, speziell für Europa: Der 20-JahreZyklus Jupiter–Saturn etwa war stets immer dann wirksam, wenn es seit der Gründung der EU zu grossen Umwälzungen kam.

widder 21.–30. 3. Sie haben das Gefühl, gegen Windmühlen zu kämpfen, werden vom Partner kaum unterstützt (am 23., 27.). Eine neue Situation könnte Sie zu Konzessionen zwingen (26.). 31. 3.–9. 4. Sie stürzen sich ins Geschehen, könnten sich aber zu weit aus dem Fenster lehnen (23., 26.). Heisse Flirts? Am 28. sollten Sie kein unnötiges Risiko eingehen, sich physisch mehr schonen! 10.–20. 4. Sie sind der Hahn im Korb, man liegt Ihnen zu Füssen (28.). Freunde setzen sich für Sie ein, und einige kommen ihren Idealen näher (24., 26.).

stier 21.–30. 4. Sie sammeln Pluspunkte, landen einen Treffer, speziell am 24. (Vollmond). Am 25. und 26. ist Ihre gute Laune ansteckend, man liegt Ihnen zu Füssen. Neue Wege versprechen Erfolg. 1.–10. 5. Kontakte von Mitte August kommen wieder zur Sprache, Sie gehen taktisch klug vor. Am 25. und 26. fallen Ihre Vorschläge auf fruchtbaren Boden, Ergebnisse sind Ende September zu erwarten. 11.–20. 5. Der 26. ist exzellent, um ein neues Projekt zu starten, eine Reise, Ihre Weiterbildung. Stress hingegen am 24., aber am 22. sind Sie effizient.

zwillinge 21.–31. 5. Probleme zwingen Sie am 23. und 24. (Vollmond) zu Konzessionen und belasten Ihr Budget. Vor dem 25. Geborene stellen langfristig die Weichen, sind konstruktiv und ausdauernd. 1.–10. 6. Ein Projekt von Mitte August bleibt in der Warteschleife (Ergebnisse Mitte September?). Sie sind physisch in Bestform, Venus signalisiert unvergessliche Momente (25., 26., 28.). 11.–21. 6. Sie haben am 22. gute Karten, um neue Wege zu gehen. Schwieriger werden hingegen der 23. und 27., Probleme von Mai kommen wieder zur Sprache.

krebs 22. 6.–1. 7. Sie sind zu sehr mit Beruflichem beschäftigt. Wo bleibt Ihr Privatleben? Am 23. und 27. macht man Ihnen deshalb Vorwürfe, Sie müssen heikle Entscheidung treffen. Günstig für Projekte: der 24. und 25. 2.–12. 7. Sie sind schlagfertig und knüpfen interessante Kontakte (25., 26.). Körperlich sind Sie nicht grad in Hochform, sollten Ihre Kräfte nicht überschätzen, speziell am 24. und 28.! 13.–22. 7. Sie sind am 26. glänzender Laune, freuen sich über eine gute Nachricht. Die nach dem 19. Geborenen erleben eine positive Veränderung.

löwe 23. 7.–1. 8. Sie müssen sich um Ihre Finanzen kümmern, sind unter Druck (23. und 24.). Lang­fristig haben Sie gute Karten, können den Grundstein für ein grösseres Vorhaben legen (22., 27.). 2.–12. 8. Sie sind in Superform, kaum zu bremsen! Venus signalisiert auf­ regende Begegnungen (23., 26.). Niemand kann Ihrem Charme widerstehen, einige erleben wahre Sternstunden. 13.–23. 8. Sie sollten am 23. und 24. (Vollmond) mehr auf die Wünsche des Partners eingehen! Am 28. aber sollten Sie mit beiden Beinen auf dem Boden bleiben!

jungfrau 24. 8.–2. 9. Denken Sie an Ihre sprichwörtliche Vernunft: Vorsicht bei grösseren Ausgaben (am 23.)! Günstig für Geldanlagen ist der 26., wenn Sie am 25. auf Partner hören. 3.–12. 9. Projekt oder Begegnung von Mitte August könnte erneut zur Sprache kommen (25.). Sie können mit den Ergebnissen zufrieden sein. Finanziell sollten Sie sich aber nicht übernehmen (am 24. oder 26.)! 13.–23. 9. Sie haben am 26. die richtige Nase, können Erfolge verbuchen. Die nach dem 19. Geborenen sind am 23. oder 27. unter Druck, müssen nachgeben.

waage 24. 9.–3. 10. Sie sollten am 22. pausieren, sich verwöhnen lassen! Am 27. müssen Sie mehr Toleranz zeigen und Konzessionen machen. Ärger mit dem Chef oder Behörden nerven am 23. 4.–13. 10. Sie ge­ niessen das Leben in vollen Zügen, Ihr Charme verfehlt kaum seine Wirkung. Am 25. und 26. erleben Sie unvergessliche Momente und sind im siebten Himmel. Nur am 23. oder 28. stossen Sie auf Widerstand. 14.–23. 10. Sie amüsieren sich blendend, sind der Hahn im Korb (22., 24.). Ideal für ein Treffen oder ein Projekt mit Freunden.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie sind im Aufwärtstrend, können einen Erfolg verbuchen. Der Vollmond am 24. ist exzellent für einen Treff mit Freunden oder eine Ein­ ladung. Am 26. haben Sie eine gute Nase. 3.–12. 11. Sie gehen taktisch klug vor, das Vorhaben von Monatsmitte bringt erste gute Resultate. Ausserdem günstig für Reise, Examen oder Ihre Weiterbildung (25., 26.). Nur am 23. sind Sie ungeduldig. 13.–22. 11. Sie sind am 24. schlecht gelaunt, sollten nicht zu viel (von einer Angehörigen?) erwarten. Am 26. bügeln Sie einen Fehler wieder aus.

schütze 23. 11.–2. 12. Sie sind konstruktiv, beweisen Ausdauer. Am 22. oder 27. legen Sie den Grundstein für ein grösseres Vorhaben, bauen Ihre Position aus. Am 24. (Vollmond) sind Sie nervös und reizbar. 3.–12. 12. Es kommt zwar zu Verzögerungen, dank Ihrer Vitalität kommen Sie jedoch schneller als geplant über die Runden. Venus bringt unvergessliche Momente voller Leidenschaft (25., 26.). 13.–21. 12. Sie sind sehr kreativ, einigen gelingt ein schöner Treffer (24.). Am 26. müssen Sie sich um häusliche Probleme kümmern (Panne?).

steinbock 22.–31. 12. Der Vollmond am 24. ist exzellent: gute Nachricht aus dem Ausland? Reisepläne? Sie ent­ decken neue Horizonte, machen aber (am 23. oder 27.) Konzessionen. Bleiben Sie am Ball (am 26.)! 1.–10. 1. Mars nervt, er verleitet zu voreiligen Gesten (Vorsicht, beim Sport oder am Steuer!). Ihre Redegewandtheit hilft über die Hürden, ein Projekt von Monatsmitte entwickelt sich besser als erhofft (25., 26.). 11.–20. 1. Sie können am 24. einen Vorsprung gewinnen oder finanziell ein Plus verzeichnen. Am 26. sind Sie auf der richtigen Wellenlänge.

wassermann 21.–30. 1. Sie festigen Ihre Position, einigen winkt eine verdiente Anerkennung oder Auszeichnung (22., 26., 27.). Der 24. ist günstig für langfristige Geldanlagen. 31. 1.–9. 2. Ihr Charme lässt niemanden kalt, man liegt Ihnen zu Füssen. Ausserdem sind Sie physisch in exzellenter Verfassung. Unvergessliche Momente am 25. und 26.: Begegnung? Versöhnung? 10.–19. 2. Sie sind gut inspiriert, einige beweisen fast einen 6. Sinn. Ideal für neue (künstlerische) Projekte wird der 24., während Sie am 28. auf der Hut sein sollten.

fische 20. 2.–1. 3. Sie sind ungeduldig, sollten einen Gang zurückschalten, bei Diskussionen (Partner?) möglichst objektiv sein (23. und 24.). Am 26. haben neue Projekte Rückenwind, grössere positive Umwälzungen kündigen sich an. 2.–10. 3. Sie sind zerstreut, ein Termin von Mitte des Monats könnte jetzt Konsequenzen haben. Diplomatie sollte sich (Ende September) bezahlt machen (25., 26.). 11.–20. 3. Sie ziehen sich am 24. (Vollmond) etwas in Ihre Schale zurück und sind leicht reizbar. Am 26. sollten Sie auf Ihre innere Stimme hören!

ihr tages-horoskop 74

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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten Buchstaben, von oben nach unten gelesen, und die fünften Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. zAhlenSchlüSSel

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löSUngSWorT

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Rebus

Auflösung aus Heft 32 WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Neurose, 2. Langmut, 3. Ginevra, 4. Fraglos, 5. Samedan, 6. Kuenzle, 7. Potsdam, 8. Bulimie, 9. Felchen, 10. Drohung, 11. Sissing, 12. Sumerer, 13. Thalwil, 14. Alsbald, 15. Roderer, 16. Walross, 17. Hausbau, 18. Aldente, 19. Panixer, 20. Trunken Lösungssatz: Unduldsam sollte man nur gegen sich selber sein.

REBUS

Lösung: REISEN

Lösung: 468

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APFEL RING H (E) A N D FERIEN

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KREUZWORTRÄTSEL

Lösung: KOPFKISSEN schwer

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Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

LÖSUNGSWORT

SUDOKU mittel 4 7 5 8 9 3 6 1 2

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Lösung: 517

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

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Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.


GERÄUMIG Hinter der grossen Heckklappe des T-Modells versteckt sich ein Laderaum, der bis zu 1500 Liter schluckt.

«Erfahren» Sie das Kombi­ modell der Mercedes-Benz C-Klasse, und verbringen Sie mit Ihrer Familie oder Ihren Freunden ein unvergessliches Wochenende in Interlaken.

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Sie nach ausführlicher Instruktion in luftiger Höhe gut gesichert durch die Baumkronen. Am Abend werden Sie vom bekannten ­«Funky Kitchen Club»-Fernsehkoch René Schudel in seinem Restaurant Benacus kuli­ narisch verwöhnt und entspannen danach im Fünf-Sterne-Luxushotel Lindner Grand Hotel Beau Rivage. Während des ganzen Wochenendes lernen Sie zudem den Fahr­spass und die Effizienz des MercedesBenz C 250 CDI 4MATIC BlueEFFICIENCY T-Modells kennen. Sein leistungsstarker Vierzylinder-Diesel mit 204 PS und gewal­ tigen 500 Nm Drehmoment bringt den sport­

lichen Kombi nicht nur flott voran, sondern bietet auch die höchste Leistungseffizienz im Wettbewerbsumfeld. Der Allradkombi begnügt sich mit lediglich 6,6 l/100 km. Geniessen Sie auf der Reise ins Berner Ober­ land den Komfort seiner sanft schaltenden 7-Gang-Automatik und die umfassende Seri­ enausstattung des bereits ab CHF 61 900.– erhältlichen Allradkombis. Melden Sie sich noch heute zur Leseraktion «4gewinnt» an – vielleicht sitzen Sie schon bald am Steuer eines Mercedes-Benz. u MITMACHEN UND GEWINNEN UNTER www.mercedes-4gewinnt.ch


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Nobel Sie übernachten im luxuriösen Lindner Grand Hotel Beau Rivage.

Funky Kitchen Club Sie geniessen im «Benacus» ein Menü von TV-Starkoch René Schudel.


Enten warten draussen! In ihrer Wohlfühloase in Minfeld (D) nimmt Starhuhn Choco­late ein gefiederfreundliches Schaumbad.

Die Stars Im neuen Spot gesellt sich Kuh Muffin zu Chocolate.

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Das grosse Comeback: Nach einem Jahr Drehpause ist Migros-Huhn Chocolate wieder da! Schöner denn je. In der exklusiven Homestory zeigt sie, wie sie lebt, wen sie liebt und wie sie sich fit hält. Filmreif!

Die Diva, ga schweizer illustrierte


Homestory

nz privat


Nervenstärke Beim Mikado-Spielen zieht Chocolate ungeachtet des Vorsprungs von Frauchen Tatjana eiskalt an ihr vorbei. Text Nina Siegrist Fotos Kurt Reichenbach

S

ie ist kein dummes Huhn, kein naives Chick, geschweige denn eine gewöhnliche Legehenne. Chocolate ist eine Frau von Welt, ein Rassehuhn mit Stil – eine Diva! Seit sie vor rund einem Jahr für den Migros-Werbespot vor der Kamera stand, ging ihre Karriere auf der Hühnerleiter steil nach oben. Begleitet von lüpfigem Dixie-Jazz, marschierte sie damals durch Tunnels und über Fussgängerstreifen, legte hinter einer Migros-Filiale ihr Ei präzise in eine Schachtel. Heute ziert sie Titelblätter, ist Late-Night-Gast bei «Giacobbo / Müller». Chocolate ist tierisch berühmt – ein echter Star. Nun also das TV-Comeback der gefiederten Dame: Ein zweiter Werbespot wird ab dem 23. August ausgestrahlt, wiederum wird Chocolate von der Zürcher Werbeagentur Jung von Matt ins rechte Licht gerückt. Das Streber-Huhn macht sich erneut auf den Weg zur Migros, diesmal zusammen mit Kuh Muffin, einer unbedarften Newcomerin. Muffin geht das Ganze etwas gemäch­licher an, lässt sich unterwegs gerne ablenken. Chocolate, mittlerweile ein altes Huhn im Showbusiness, hat mit ihrer

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schweizer illustrierte

Tiertrainerin Tatjana Zimek rund einen Monat für den filmreifen Auftritt geprobt: Mit dem Lockruf «Hüüühner» und einem Klicker lotst Zimek das Tier in die richtige Richtung, belohnt es danach mit Katzen-Trockenfutter, Trauben oder Erdbeeren. Bei leichtem Klicken und dem Kommando «Slow» ist der Gang ­gemächlich, bei lautem, mehrmaligem Klicken und dem Kommando «Gogogo» legt Chocolate einen Spurt hin. Das stolze Schreiten ist ihre Paradedisziplin, sie hühnert nicht rum, sondern streckt ihre

Videoanalyse Nach kritischer Selbststudie ist Chocolate bereit für ihr Comeback.

Pouletbrust raus und setzt erhobenen Hauptes einen Hühnerfuss vor den anderen. Auch bei Nahaufnahmen zeigt Chocolate sich gerne von ihrer Schokoladenseite. Doch für die «Stunts» müssen, so ist das nun mal bei den Stars, Doubles herhalten: Snickers und Nutella springen ein, wenns brenzlig wird, wenn Diva Chocolate einen «Bad-HairDay» hat, es gilt, Treppen zu steigen oder sich einem Eiertanz gleich durch den Verkehr zu schlängeln. Auch die Lichtproben mit der Filmcrew über-


homestory

Suppenhuhn? Nein danke! Chocolate mag es vegetarisch.

«Toll wäre ein dritter Spot, in dem Chocolate ihren Kindern zeigt, wo man in der Migros die Eier legt» tatjana Zimek nimmt Nutella, während Chocolate daneben in einer Box noch einen Powernap geniesst. So richtig, sagt Tiertrainerin Tatjana, gönne die eitle Chocolate ihren Kolleginnen den kurzzeitigen Ruhm wohl nicht. Aber so sei das halt im Showbusiness. Starhuhn Chocolate kommt aus gutem Stall: Als Tochter von Mama Chanelle und Mister Chicken wurde sie am 8. Oktober 2008 in Minfeld bei Karlsruhe geboren. Die ersten Atemzüge machte sie in den Händen von Tiertrainerin Tatjana. Schon früh folgte sie dann deren ins Gras tippendem Zeigefinger, weil sie ihn für einen Schnabel hielt. Heute teilt Chocolate den Markhof und die zwei Hektaren Umland mit über hundert Tieren, darunter Schweine, Gänse, Katzen und Bonny-Hündin Cinderella, Chocolates beste Freundin. Mit ihr kuschelt sie sogar: «Ich glaube, Chocolate hält sich manchmal selbst für einen Hund», sagt Zimek. Mit ihren Hühnerkolleginnen verbringt sie nicht mehr so viel Zeit, sie sei eher ein Einzelgänger – kein Wunder, sie hat Starallüren. Zwischen Drehs und Trainings geniesst das Migros-Huhn das Nichtstun. Ihren 3,2 Kilogramm schweren Traumkörper hält Chocolate mit etwas Flug­ akrobatik und einem gelegentlichen

«Chicken Run» fit. Ab und zu nimmt sie ein peelendes Staubbad – für eine lupenreine Hühnerhaut. Ihre vier Zehen manikürt Ziehmama Zimek, schneidet ihr die Krallen und bürstet die Beine, damit sie nicht von Milben befallen werden. Und natürlich braucht Chocolate ihren Schönheitsschlaf – die Redewendung «Mit den Hühnern zu Bett gehen» hat schliesslich ihre Berechtigung. Kein Wunder, dass die schöne Chocolate umgarnt wird. Auf Ihrer E-MailAdresse (chickenchocolate@gmx.de) gehen täglich 25 bis 30 Mails ein. Einige Fans wollen Chocolate gar an die Eier: «Ich könnte viel Geld machen damit», sagt Zimek und lacht, «doch ich ziehe es

vor, die Eier zu verschenken.» Auch Amadeus, der Markhof-Hahn, scharrt. Chocolate bekommt wohl bald Nachwuchs – «sofern sie die Geduld hat, einige ihrer Eier 21 Tage lang auszubrüten», erklärt die Tiertrainerin. Notfalls hilft Kollegin Nutella aus beim Brüten – für etwas hat man ja schliesslich Doubles! Und wie geht Chocolates Karriere als berufstätige Mutter weiter? «Toll wäre ein dritter Werbespot, in dem Chocolate ihren Kindern zeigt, wo man in der Mi­gros die Eier legt», findet Tatjana Zimek. Wer weiss, vielleicht ruft in der Zwischenzeit aber auch Hollywood: Chocolate in Spielfilmlänge – da können Lassie, Flipper und Fury einpacken! 

der neue Chocolate-Werbespot u Aufregung am Zürcher Hauptbahnhof! Mitte

Juni wird hier eine Szene des neuen MigrosHuhn-Spots gedreht – die Passanten schauen begeistert zu. Beim Chocolate-Comeback setzt die Werbeagentur Jung von Matt auf Alt­ bewährtes: Kreativdirektor ist wieder Alexander Jaggy, Regie führt erneut das Viking-Team mit Björn Rühmann und Matthew Branning. Ebenfalls beibehalten werden soll die eingängige Melodie «The Chicken Song» von Massive Action! Tierpflegerin Jenny Sippel platziert Amsterdam. Weitere Informationen unter Chocolate mitten im Zürcher Hauptbahnhof. www.facebook.com/migros.huhn schweizer illustrierte

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Party

Moritz Leuenberger hat den Hut in der Hand und Beet­ hoven im Ohr. Der ab­tretende Bundesrat mit seiner Gattin Gret Loewensberg (r.), dem 101-jährigen Künstler Hans Erni und dessen Frau Doris.

Bundesrat im Eros-Fieb Glanzvolles Lucerne Festival!

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chon beim ersten Takt von Beethovens einziger Oper, «Fidelio», springt der Funke aufs Publikum über. «Ich bin ergriffen von der Aufführung», sprudelt es nach der Premiere letzten Donnerstag nur so aus Hans Erni heraus. Der Luzerner Künstler ist mit 101 Jahren der älteste Ehrengast. «Seit das Lucerne Festival gegründet wurde, also seit 1938, komme ich wenn immer möglich zur Premiere. Es ist für Doris und mich der musikalische Höhepunkt des Jahres.» Was Bayreuth für die Oper ist, ist Luzern für die klassische Musik. Das diesjährige Motto lautet «Eros». Nike Wagner, Gast­rednerin und Ururenkelin des Komponisten Richard Wagner (1813 bis 1883), schreibt der Liebe gar magische Kräfte zu: «Musik ist ohne erotische Inspiration nicht denkbar!» Auf Wolke sieben im Klang-Olymp schwebt Oscar-Preisträger Roberto Benigni («Das Leben ist schön»), der mit Nicoletta Braschi («Down by Law») Kurzurlaub macht. Als er den Schweizer Leinwandhelden Bruno Ganz erblickt, gibts für die beiden Spassvögel kein Halten mehr. «Generalissimus» Ganz, der in «Vitus» und «Der Untergang» brillierte: «Meine Mutter ist Italienerin, ­darum verstehen wir uns so prächtig!» Gleich zwei Bundesräte geben

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schweizer illustrierte

Die bundesrätliche Rede von ­Kulturminister Didier Burkhalter gefällt auch seiner Frau Sabine.

Nach dem Filmfestival Locarno in Sechstreich Luzern gestrandet: UBS-Boss «Forbes»-L Oswald Grübel und Renate Häusler. Michael Kü


Hat die Coolness von seiner Mutter Anna geerbt: Festival-Intendant Michael Haefliger, gar nicht nervös.

Brillante Gastrednerin: Nike Casino-Gastgeber: Guido Egli, ­Wagner, Ururenkelin von Richard CEO Mövenpick, und seine Wagner, mit Ehemann Jürg Stenzl. Frau Katrina (in Escada).

er

Rohstoffmilliardär Marc Rich ster Deutscher (laut iste): Unternehmer Klaus- mit Freundin Dara Sowell, Society-Lady aus New York. hne, Gattin Christine.

«Ein Abend wie dieser bleibt für mich unvergesslich – und ich erlebe viel!»

Filmhelden mit musikalischer Ader: OscarPreisträger Roberto Benigni, Schauspieler Bruno Ganz (r.).

Roberto Benigni schweizer illustrierte

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Party

Liebhaber klassischer Musik: Bankier ­Raymond Bär und seine Frau Gabriele.

Stolz auf das «Festival der Festivals»: Luzerns Stadtpräsident Urs W. Studer und Gattin Susi.

Musikmäzen und Deutschlands berühmtester Berater: Roland Berger mit Gattin Karin.

Mit dem Schiff vom KKL ins Grand Casino Luzern: Nobelpreisträger Kurt Wüth­rich mit Ehefrau Marianne.

Eng befreundet und treue Luzern-Gäste: die Doyens der Schweizer Wirtschaft, Roche-Ehrenpräsident Fritz Gerber (l.) mit Gattin Renate, CS-Ehren­ präsident Rainer E. Gut (r.) mit Ehefrau Josephine.

sich die Ehre. Didier Burkhalter kommt mit Gattin Sabine und Sohn Adrien. «Durch die Musik erfahren wir menschliche Werte wie Treue, Liebe, Hoffnung. Sie berührt die empfindsamsten Seiten in uns», lässt der Kulturminister verlauten. Und nimmt nach seiner Rede in der Mitte des von Jean Nouvel gestalteten Hightech-Saals Platz: in Reihe 17 – wo man die Beine strecken kann. Noch-Bundesrat Moritz Leuen­berger zeigt sich mit Lederhut und Partnerin Gret Loewensberg. Die Architektin reiste mit Arbeitsmappe und Rollkoffer an und zog sich in der Garderobe rasch um. Dass Musik vereint, weiss Pepe Lienhard. Der berühmteste Bandleader der Schweiz geniesst Beethovens Meisterwerk mit Freundin Christine Köhli. Und ist das nicht …? Genau! Auch Roberto Blanco findet, dass neben ein bisschen Spass auch anderes im Leben zählt. Stolz führt er Freundin Luzandra zur Premiere, allerdings wird das Paar nach der Pause nicht mehr auf seinen Plätzen gesichtet. Einer muss an so einem Abend wohl höllisch aufgeregt sein: Intendant Michael Haefliger, seit elf Jahren um höchste Qualität bemüht. Geduldig hält er den VIPs minutenlang die Türe auf, bis er mit seiner Mutter Anna vor dem KKL kurz Zeit für einen Fototermin findet. «Herr Haefliger, wie nervös sind sie wirklich?» – «Gar nicht, ich habe die Coolness von meiner Mama geerbt.» Text Caroline MIcaela Hauger, Stefan regez Fotos Alexandra Pauli, Kurt Reichenbach

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Dem Lucerne Festival verbunden: Der künftige TV- und RadioDirektor Rudolf Matter mit Gattin Claudia Brunner.

Nach der Pause verschwunden? Entertainer Roberto Blanco, Freundin Luzandra.


Small Talk mit

Moritz Leuenberger Entspannt und gut gelaunt Bundesrat Moritz Leuenberger beim Eröffnungskonzert am Lucerne Festival.

Zum Anknabbern: Bandleader Pepe Lienhards Partnerin Christine Köhli trägt eine cremefarbene Traumrobe.

Die Pioniere des Kulturtempels KKL: Luzerns alt Stapi Franz Kurzmeyer (l.) mit Gattin Annemarie, Avenir-Suisse-Chef Tho­ mas Held mit Lebenspartnerin Heidi Mattes.

Herr Bundesrat, vor einer Woche am Film­ festival in Locarno. Jetzt am Lucerne Festival. Sie geniessen Ihre Ferien! Ferien? Ich habe keine Ferien. Vielmehr fahre ich jeden Tag nach Bern, um zu schauen, ob ich nicht noch früher zurücktreten muss (schmunzelt). Und: Wann hören Sie auf? Irgendwann zwischen Dezember und ­September. Um den Termin wird noch gepokert. Sie wirken sehr entspannt. Liegts am Lucerne Festival? Oder an dessen Motto «Eros»? (Lacht.) Luzern ist tatsächlich ein Aushängeschild der Klassik-Festivals. Es gibt aber auch viele kleinere Anlässe in der Schweiz, die nicht so im Rampenlicht stehen und trotzdem sehr wichtig sind. Beim Filmfestival in Locarno stand Ihr Sohn Manuel Löwensberg in «Hugo Koblet – Pédaleur de Charme» im Rampenlicht. Vaterstolz? Ja, ich war stolz, als das Publikum auf der Piazza applaudierte. Auch die Medien haben den Film gerühmt. Selten genug, dass die Medien und Moritz dasselbe gut finden (lacht).

party-facts Gastgeber Lucerne Festival und Grand Casino Luzern für geschätzte 100 000 Besucher (bis 18. September) Standing Ovations gabs fürs Lucerne Festival Orchestra unter der Leitung von Claudio Abbado und die Solisten, darunter Weltstar Jonas Kaufmann Hoppla! Das «Wir lassen uns nicht gemeinsam fotografieren»-Spiel von Ex-Model Nadja Schildknecht und Credit-Suisse-Vizepräsident Urs Rohner Food Festliches Souper im Grand Casino Luzern mit Lachsvariation, Gazpacho andalouse und Gambas, Rindstatar, Kalb mit Herbstpilzen, Früchtevariation

Standesgemäss: Swiss­ com-Präsident Anton Scherrer mit Ehefrau Irene.

Cooler Look! Sam Kellers Gattin Judith mit angesagter Nerd-Brille und Bolerojacke.

Foto Georg Anderhub

Ist ihr Mann immer so gut drauf? Roberto Benignis Frau Nicoletta ­Bras­chi ant­ wortet mit «Sì!».

Genie mit Taktstock Der italie­ nische Maestro Claudio Abbado.

Party-Rating

«Erotischer Ohrenschmaus mit hoch­ karätigen Gästen»




Party

So schön! Maria Walliser kam mit Noemi, 14. Die hat von Mama nicht nur das Skitalent geerbt.

Drives und Putts für die gute Sache Lauter Sieger am 2. Laureus Golf for Good, Bad Ragaz SG

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enn am Laureus-Golftag die Bälle fliegen, sind Resultate zweitrangig. Gespielt wurde im Golfclub Bad Ragaz in Viererteams. Worüber Paul Accola augenzwinkernd motzte: «Wo ist da der Reiz, wenn ich den Ball irgendwo hinknallen kann, weil es meine Kollegen dann schon richten?» Alain Sutter widersprach: «Toll, mal für eine gute Sache statt fürs Handicap abzuschlagen.» Eben zurück aus den Familienferien in Kanada, spielten Maria Walliser-Anesini und Tochter Noemi, 14, sonnengebräunt mit. In Gedanken war Maria aber auch in Übersee und bei Tochter Siri, 18, die sich vom Rollstuhl nicht behindern lässt: «Sie wollte länger drüben bleiben und schlägt sich jetzt dort mithilfe Bekannter selbstständig durch.» Der Laureus-Golftag tat auch dem Schweizer US-Botschafter Urs Ziswiler gut: «Nicht einfach, in diesen Zeiten die Schweiz in den USA zu vertreten.» Ein wichtiges Ergebnis gabs am Ende doch noch: 30 000 Franken Turniererlös fliessen in ein Schneesport- und Kletterprojekt für Blinde und Sehbehinderte (www.laureus.ch). Text iso niedermann, Fotos remo nägeli

Könnerin: Sheila Gut-Lee, jahrelang beste Amateurin der Schweiz.

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Beflügelt: Karl Schregle, Mercedes Schweiz, Evelyn Fankhauser, Laureus.

Sport-Leader: Jörg Schild (r.) und Roger Hegi.

Eis-Pferde: Rolf Theiler (l.), Botschaft: Urs und Conny Lehmann mit Urs CSI, Oliver Höner, Art on Ice. Ziswiler (l.), Schweizer US-Ambassador.

Grischun-Power verstärkt: Claudio Zuccolini, Manu- Sitzsportler: Erich Schärer Zugpferde: Alain Sutter (l.) Vatertag: Guido Mätzler, (r., Bob), Rolf Grass (Reiten). und Mark Wolf. Topgolferin Melanie. ela Pesko, Carlos Lima, Andreas Caminada (v. l.).


Notabene

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s ist relativ selten, dass mir einfällt, dass ich tern gehoben werden, der Schwingerkönig. Und ein Schwinger­ ein Fernsehgerät besitze. Das hat weder mit könig wird er für sein ganzes Leben bleiben, und die Schwin­ Abstinenz zu tun, noch damit, dass ich Fern­ gerfreunde werden ihn und seinen Namen noch in fünfzig sehen nicht mag – ich bin Radiohörer, und Jahren kennen und staunen, wenn sie ihn sehen – kein Schwei­ mein Radio plätschert vor sich hin. Da höre zer Meister, der von einem anderen Schweizer Meister abgelöst ich an einem Sonntag zufälligerweise, dass wird, sondern ein König, der nie ein ehemaliger wird. Viktor Röthlin im Marathon der Europameis­ Ich gehe gern an Schwingfeste und habe dort einen terschaft nach dreissig ­Kilometern mit einer friedlichen, angenehmen Sonntag unter solidarischen Men­ Minute Vorsprung führe. schen. Schwingen ist kein Kampfsport, auch wenn das für Frem­ Ich weiss, wer Röthlin ist, der Name sagt mir etwas. Ich er­ de so aussieht. Schwingen ist ein Kräftemessen unter Kollegen innere mich sogar, wie er aussieht. Ich renne zu meinem Fern­ und Freunden, und im Publikum sitzen all die ehemaligen seher und schalte ihn ein, und da läuft er wirklich, der Röthlin, Schwinger, die immer noch dazugehören und eben keine und der Kommentator zittert für ihn, und ich beginne, nicht ehemaligen sind. Dieses Dazugehören überträgt sich auf alle ohne Engagement, mitzuzittern. Selbstverständlich verstehe anderen. Die beste Note übrigens ist eine Zehn. Und wenn ich ich nichts von Marathon, aber der Kommentator macht mich schwacher Mensch gegen den besten Schwinger antreten müss­ schon bald zum Kenner, und so weiss ich dann te, dann würde er mich wohl gleich sanft auf den schon bald mehr als der Kommentator – ich weiss, «Ich gehe Rücken legen, und dafür bekäme ich nicht etwa dass er siegen wird. eine Eins, sondern ein 8,25. Hier wird keiner gern an geschlagen, und wer einen Gang verliert, der ist Hätte ich am Radio gehört, dass ein Englän­ noch lange nicht aus dem Rennen. Wenn auch der, ein Spanier, ein Italiener geführt hätte, ich hät­ Schwingdie Schwinger durchaus ehrgeizig sind und durch­ te meinen Fernseher weiterhin vergessen – aber feste und trainierte Athleten und selbstverständlich eine ein Schweizer, und jetzt bin ich das auch, ich bin Zehn wollen, bleibt es ein Fest und wird nicht auch ein Schweizer, und Röthlin ist mir sympa­ habe dort zur Meisterschaft. thisch – warum eigentlich, ich kenne ihn gar nicht einen –, ich weiss nur, wer er ist. Er ist der, der siegen Ich höre, dass das Schwingen in den letz­ wird. Kurz vor dem Ziel versucht er strahlend, ei­ friedlichen, ten Jahren populärer geworden sei. Eigenartiger­ nem Zuschauer die Schweizerfahne aus der Hand angeweise höre ich das seit vielen Jahren alle drei zu nehmen. Es gelingt ihm nicht. Er braucht jetzt Jahre wieder. Vor dem Eidgenössischen erinnert eine Schweizerfahne, gebt ihm doch endlich eine. nehmen sich die Schweiz ans Schwingen, vielleicht weil es Ich möchte, dass er jetzt mit einer Schweizer­ Sonntag» dann an Meisterschaften, an Weltmeisterschaften fahne durchs Ziel laufen kann. Also jedenfalls die erinnert. Ich fürchte mich ein bisschen davor. Spanier hat er geschlagen. Die Schweiz hat eine Ein Interviewer stellte mir kürzlich die komi­ Goldmedaille – wir und nicht die Spanier, nicht die Engländer –, sche Frage, ob das Schwingen typisch schweizerisch sei, und wir, wir Schweizer sind Europameister. Also, wie schon ich wollte schon antworten: «Selbstverständlich», aber ich gesagt, ich verstehe nichts davon, es interessiert mich auch zögerte und sagte: «Schön wärs!» Vielleicht ist aber leider das nicht – aber es dauert trotzdem ­einige Zeit, bis mir das wieder Schlagen und Demütigen der anderen; ganz Europa und der ganzen Welt überlegen sein – doch halt typischer, nicht nur für einfällt. Am nächsten Sonntag ist ein grosses Fest in Frauen­ die Schweizer, sondern für die Menschen. Und das Schwingen feld. Da verstehe ich ein bisschen etwas davon, und der Fest­ stammt wohl aus einer Zeit, als Heimat noch etwas anders war sieger wird ein grosser Sieger sein, und er wird keine Spanier als eine Weltmeisterschaft. hinter sich gelassen haben und keine Engländer, keine Italiener Übrigens schaue ich das Eidgenössische zwei Tage geschlagen haben. Er wird auch nicht nach einer Schweizer­ lang am Fernsehen an. Hier sehe ich es von ganz nahe, erkenne fahne lechzen, und sollte er ein Berner sein, nicht nach einer die Schwünge und sehe neue Schwünge und bin am Lernen. Bernerfahne, sollte er ein St. Galler sein, nicht nach einer St.-Galler-Fahne, er wird von seinen Freunden auf die Schul­ Peter Bichsel, 75, Schriftsteller und Publizist

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C

Peter Bichsel

Ob das Schwingen typisch schweizerisch ist?


Leser fehlen die Worte. Gut nur, dass sie zum Schluss noch sagt, ihre Tochter soll keine Luxus-Verwahrloste werden. Mal sehen, ob das klappt. Trotz allem wünsche ich beiden Familien, dass sie und ihre Kinder gesund bleiben.» Sandra Gerber, Zürich

Ferien in Norwegen Marathon-Star Viktor Röthlin und seine Frau Renate.

«Endlich darf er un­ gesundes Zeug essen» u Viktor und Renate Röthlin:

Liebesferien in Norwegen, SI 32/2010 «Wir haben uns sehr über die Geschichte mit Viktor Röthlin gefreut. Das ist ein Sportler, der noch nie in einen Doping-Skandal verwickelt wurde und trotzdem gute Leistungen bringt. Dass er nach seinen Verletzungen nun wieder ganz an der Spitze steht, ist ihm mehr als zu gönnen. Wir mögen es ihm und seiner Frau von Herzen gönnen, dass sie nun gemeinsam ein paar freie Tage geniessen können und all das ungesunde Zeug essen dürfen! ­Weiter so. Die Schweiz braucht Helden wie Röthlin.» Familie Vögeli, Wil SG

Noch mehr leute auf den Gotthard u Robert Dill-Bundi: Was für ein Kämpfer, SI 32/2010 «Ganz herzlichen Dank für die People-Meldung mit Dill-Bundi. Wir haben uns riesig gefreut, und es wird helfen, Ende August auf dem Gotthard (bei hoffentlich strahlendem Wetter) noch einige Menschen zu mobilisieren.» Beatrice Tschanz Kramel, Mediensprecherin Krebsliga Schweiz

viele schöne momente für Bundesrat Merz u Hans-Rudolf Merz tritt zurück: Die schönsten Bilder, SI 32/2010 «Mit viel Interesse habe ich den Artikel über Bundesrat Merz gelesen. Und noch lieber habe ich die vielen Bilder angeschaut. Man bekommt den Eindruck, Herr Merz hatte viele schöne Momente während seiner Zeit als Bundesrat. Er mag in den letzten Monaten viel Kritik eingesteckt haben, aber mir hat er immer gefallen. Ich wünsche ihm für die Zukunft alles Gute.» H. Helblin, per E-Mail

Mister und Miss: Mal bodenständig, mal im Luxus u Ex-Mister Renzo Blumenthal, Ex-MissKandidatin Fabienne Bratschi, SI 31/2010 «Danke für den Bericht über den er­ frischend normal gebliebenen Renzo Blumenthal und seine Familie. Es zeigt doch, dass es noch Leute gibt, die trotz ihrer Bekanntheit auf dem Boden ge­ blieben sind. Auch halten die Blumenthals Kontakt zu den Leuten im Dorf, was sie noch sympathischer macht. Ganz anders ist das Leben von Fabienne Bratschi. Mir

Sonja braucht keine Publicity-Show u Sonja Nef zeigt ihr neues Traumhaus, SI 30/2010 «Eine strahlende Sonja Nef und ihre glückliche Familie. Sie war eine grossartige Sportlerin. Und das ist sie jetzt auch als Frau und Mutter. Trotz ihren vielen Erfolgen ist sie bescheiden geblieben und hat keine Publicity-Gags nötig. Ihre Einstellung zum Heiraten gefällt vielen Leuten. Wahre Liebe wächst und gedeiht im Stillen und braucht weder Show noch Publikum. Wir wünschen ihr und ihrer Familie alles Glück der Welt.» B. Burger, Bern

impressum Nr.33, 99. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chef­redaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medien­ integration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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Foto Marcel Nöcker

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Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42 E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen. schweizer illustrierte

«Gölä als Nationalrat, das ist doch ein Witz. Für mich wäre der doch der perfekte SVP-Bundesrat.»


Star-Bar

Im Pub mit David Beckham Der Fussballer eröffnet ein Pub in Los Angeles und ist damit in bester Gesellschaft. SI online zeigt Ihnen, welche weiteren Stars ihr gastrono­ misches Talent entdeckt haben und wo sie zu finden sind.  www.schweizer-illustrierte.ch

My Day

Christa Rigozzi im Selbstporträt Die Ex-Miss-Schweiz verbrachte ein paar Tage in Süditalien und dokumen­ tierte für SI online ihre Erlebnisse.  www.schweizer-illustrierte.ch

Nadine Strittmatter im interview Das Topmodel moderiert ab September die Casting-Show «Fashion Days Model Challenge». SI online spricht mit ihr über die Schweizer Nachwuchstalente.

Alles über die Königshäuser Wie geht es Kronprinzessin Victoria und ihrem Daniel nach den Flitterwochen? Und warum trifft sich Prinz William plötzlich mit einer Blondine? Auf SI online erfahren Sie alles über die Royals.  www.schweizer-illustrierte.ch

Näher bei den Stars.Täglich.

Fotos Nathan Beck für SI Style, Dukas, Handout, Keystone

Royals


16. August 2010

Das Magazin zum Eidgenössischen in Frauenfeld Alle 275 Bö s im Bil en d

Wer wird König? mit abderhalden jörg • stucki christian • grab martin • forrer arnold • Schläpfer Ernst • laimbacher philipp • sempach matthias • ehrensberger ARNOLD • bolliger herbert • knüsel harry • käser adrian • huber matthäus • sutter thomas • schläfli ernst


editorial august 2010

275 Schwinger sind dabei. Wir zeigen sie alle! Liebe Leserin, lieber Leser Jörg Abderhalden, der erfolgreichste Schwinger aller Zeiten, sagt: «Jeder, der am Eidgenössischen in Frauenfeld teilnimmt, hat bereits ein erstes grosses Ziel erreicht.» Finden wir auch. Deshalb zeigen wir in unserem Schwingfest-Magazin nicht nur die meistgenannten Favoriten. Wir zeigen alle 275 Athleten, die sich in harter Arbeit für Frauenfeld qualifiziert haben und dort ihren Teilverband vertreten. Der Aufwand für diese «Panini-Show der Schwinger» war riesig. Aber wir haben es gerne gemacht. Und wir werden damit dem offiziellen Motto des Anlasses gerecht: «Frauenfeld 2010 – jeder ein König». Ab Seite 36. Bei den 275 Teilnehmern waren wir im Schwingkeller, bei ein paar Favoriten zu Hause. Zum Beispiel beim Chrigu Stucki in Diessbach BE (1,98 m gross, Schuhgrösse 52). «Ich bin so gut wie im Vorjahr», sagt Chrigu – und das ist für die Konkurrenz eine Drohung (ab Seite 14). Zum Beispiel beim «Grand Slam»Schwinger Jörg Abderhalden (3 × König, dazu Unspunnen- und Kilchberg-Sieger), einem Mann der wenigen Worte: «Die Form stimmt», beruhigt der Hüne aus Nesslau SG – und das ist nach dem Kreuzbandriss vor einem Jahr alles andere als selbstverständlich (Seite 18). Zum Beispiel bei Martin Grab: Der Rothen­ thurmer, fünffacher Familienvater, gewann soeben den BrünigSchwinget zum fünften Mal – und gehört spätestens jetzt zum engsten Favoritenkreis (Seite 20). Auf «Hausbesuch» waren wir auch in Schönholzerswilen TG: Dort steht Arnold im Stall, Sohn des berühmten Stiers Gobon Joystick; auch seine Mutter Astra und seine Grossmutter Starbuck Alpenrose sind vom Feinsten. Würdige Voraussetzungen also, um beim Eidgenössischen der Siegermuni zu sein. Arnold wirkte bei unserem Fototermin ­ungewohnt schlaff, aber Viehhändler Walter Arnold lieferte die Erklärung: «Er hatte Damenbesuch letzte Nacht.» Seite 28.

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impressum Schwingen-Extra erscheint als Beilage der Schweizer Illustrierten Nr. 33 am 16. August 2010 Redaktion Schweizer Illustrierte Dufourstrasse 23, 8008 Zürich Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42 E-Mail si@ringier.ch GESCHÄFTSFÜHRER RINGIER-ZEITSCHRIFTEN / Leitung Sonderhefte Urs Heller Mitglied der Chefredaktion Stephan Sutter bildredaktion Markus Schnetzer, Fabienne Hubler, ­Denise Zurkirch Redaktion Thomas Kutschera, Iso Niedermann, Thomas Renggli, Ilona Scherer, Nina Siegrist Alejandro Velert Fotografen Hervé Le Cunff, Remo Nägeli, Marcel Nöcker, Kurt Reichenbach Layout Dominic Koch (Leitung), Martina Mayer, Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (Satztechnik) Creation Factor Design, Hamburg Korrektorat Stefan Bührer, Dominic Koch Verlag Ringier AG 4800 Zofingen Verlag der Ringier-Zeitschriften Ringier AG Dufourstrasse 23 8008 Zürich Tel. 044 - 259 61 11 Fax 044 - 259 68 44 Leiter Anzeigenmarkt Martin Tamas Marketingleiterin Verena Baumann Produktionsleiter Roland Winkler Druck Ringier Print AG 4800 Zofingen

Für königliche Anlässe brauchts königliche Partner. Die Migros ist Königspartner in Frauenfeld – und gibt zusammen mit der Schweizer Illustrierten dieses Schwingfest-Magazin heraus. Wir freuen uns aufs Eidgenössische! Urs Heller August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


6

AUGUST 2010

inhalt

18

Abderhalden Jörg

schweizer illustrierte sCHWINGEN · August 2010

32 Herbert Bolliger

fotos: Remo Nägeli, Marcel Nöcker, Hervé Le Cunff

14

Stucki Christian


36

Alle 275 schwinger im Bild

72 Dario Cologna & Co.

78

28

Schwingen am TV

68 5 6

Editorial/Impressum Inhalt

frauenfeld 2010 8 Schlussgang 1 fotos: Marcel Nöcker (2), Fabienne Bühler, Ueli Christoffel / SF

Abderhalden Jörg – Fausch Stefan

10 Schlussgang 2 Stucki Christian – Sempach Matthias

12 Schlussgang 3 Grab Martin – Laimbacher Philipp

14 Stucki Christian Der Riese hat alles im Griff

18 Abderhalden Jörg Die Familie ist fast immer dabei

20 Grab Martin Der Serien-Sieger vom Brünig

22 Sempach Matthias Das Fest – und dann ab nach Kanada

25 Forrer Arnold «Ich bin wieder richtig fit!»

Der Sieger-muni

27 LAimbacher Philipp Für Freundin Silvia ist er schon König

28 DER SIEGER-Muni Alles über Arnold

32 Herbert Bolliger Der Migros-Chef im Interview

36 Innerschweiz Alle 85 Teilnehmer im Bild

42 Nordostschweiz Alle 80 Teilnehmer im Bild

48 Berner Alle 54 Teilnehmer im Bild

52 Nordwestschweiz Alle 29 Teilnehmer im Bild

54 Südwestschweiz Alle 27 Teilnehmer im Bild

58 königs-wette Wie Sporttip genau funktioniert

60 tom rieder Der Swisscom-Sponsoring-Chef

Ehrensberger Arnold

62 vinCenz pierin Der Raiffeisen-Boss im Interview

64 das fest Alles, was Sie wissen müssen

68 Ehrensperger Arnold Am Hof des Königs von Basel

72 Prominente schwingfans Was Dario Cologna & Co. sagen

76 Schwinger im web Gute Sites, schlechte Sites

78 Das Fest am TV Was SF und HD suisse übertragen

80 Schwinger-Vokabular Von Anschwinget bis Wyberhaken

82 Schwingerlegenden Die schönsten Anekdoten

86 Schwingerkönige Die Galerie der Sieger

90 Das Festprogramm Der Ablauf auf einen Blick August 201 0· schweizer illustrierte schwingen


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das war der 3. streich! 26. August 2007, 17.34 Uhr Geschafft! Mit Überwurf schickt Jörg Abderhalden seinen Gegner Stefan Fausch am ­Eidgenössischen in Aarau in einem ­interessanten Schlussgang ins Sägemehl. Der Favorit aus dem Toggenburg holt sich ­damit den dritten Titel nach 2004 in Luzern und 1998 in Bern. Er hievt sich damit auf die gleiche Stufe wie Hunsperger Ruedi, der ebenfalls drei Königstitel geschafft hat. August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen

foto: Allessandro della Bella / Keystone

aarau 2007


foto: Allessandro della bella / Keystone


kilchberg-schwinget 2008

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ein kampf der riesen 7. September 2008, 17.13 Uhr Der Final endet nach 15 Minuten vor 30 000 Zuschauern gestellt! Doch der Gestellte reicht dem Berner Riesen Stucki Chris­tian (oben, im blauen Hemd) zum verdienten Sieg über Kantons­rivale Sempach Matthias. Der Forstwart (1,98 m gross, 150 kg schwer) erzielt mit dem Sieg am Kilchberg-Schwinget ­seinen bisher grössten Erfolg in seiner Karriere.


schweizer illustrierte Schwingen 路 August 2010


brünig-schwinget 2010

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25. Juli 2010, 16.54 Uhr Aller guten Dinge sind fünf! Der Rothenturmer Martin Grab (grünes Hemd) ist Vater von fünf Kindern. Und mit einem gestellten Schlussgang gegen Laim­ bacher Philipp ­gewinnt der 31-Jährige den Schwinget am Brünig zum fünften Mal. Im zwölfminütigen Kampf muss der zweimal zittern. Zuerst kontert er einen inneren Haken. Dann hat Grab Glück, als ihn Laimbacher am Sägemehlrand überdreht.

foto: Lars Omlin

mit der fünf ins glück


schweizer illustrierte schwingen 路 August 2010


frauenfeld 2010

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zwischen schindel und schwinghose Stucki Chrigu zeigt zu Hause in Diessbach BE das Zubehör zweier National-Sportarten. Auch als Hornusser ist er top.

alles im griff

Letztes Jahr war er unbesiegbar. Heuer zweifeln manche am Formstand von Christian Stucki. Doch der hat noch locker Energie für mehr als nur Schwingen. Der Kritik der Konkurrenz begegnet er Text: Iso Niedermann · Fotos: Remo Nägeli im Stil des Hornussers: «Eifach abtue.» August 201 0· schweizer illustrierte schwingen


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Frauenfeld 2010

«Nicht austrainiert? Sollen die doch schwatzen! Ich bin so gut in Form wie letztes Jahr. Und ich bin bereit für den Sieg in Frauenfeld» Stucki Chrigu

familie als fans Stucki mit Mama Daniela, Schwester Andrea und Papa Willi vor dem Elternhaus.

schweizer illustrierte schwingen · August 2010

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igentlich ist er kaum aus der Ruhe zu bringen, der Stucki Chrigu aus Diessbach BE. Aber das nervte den 25-jährigen Bären von 1,98 m Körperlänge mit Schuhgrösse 52 dann doch: Als er Mitte Juni beim Seeländischen den ersten Siegerkranz im Jahr 2010 holte, wurden kritische Stimmen laut. Schon vier Kranzfeste absolviert und erst ein Sieg! Der überlegene Dominator des Vorjahres mit sechs Fest-Erfolgen habe körperliche Defizite, sei nicht austrainiert, verzettle sich. «Äuä», kontert Stucki. «Sollen die doch schwatzen. Ich bin so gut in Form wie 2009. Bei mir heissts dann halt gleich, ich hätte verloren, wenn ich Zweiter oder Dritter werde.» «So gut in Form wie 2009» muss für die anderen Anwärter auf den Königstitel wie eine Drohung klingen: 2009 verlor Chrigu keinen Kampf. Und heuer geht er wöchentlich zweimal in den Schwingkeller und zweimal ins Fitness-Studio. Nicht austrainiert? Nein, wahrscheinlicher als Begründung für die Kritik ist die pure Missgunst. Stucki hat mithilfe der Vermarktungs-Agentur IMG einige Sponsoring-Verträge an Land gezogen. Vier Jahre mit dem Grossverteiler Lidl als Hauptsponsor, mehrere weitere dazu. Das gefällt im puristischen Schwingerstaat nicht allen. Stucki sei bis zu einer halben Million Franken wert pro Jahr, war zu lesen. «Äuä», sagt die Berner «Gemüetsmore» wiederum. Die Summe sei Fantasie. Aber der Chauffeur einer Grossmetzgerei räumt ein, dass er möglicherweise schon leben könnte von diesen Einnahmen. «Doch was sollte ich denn als Profi mit all der Freizeit tun? Da würde es mir langweilig. Und nach der Karriere muss ich ja auch wieder arbeiten. Da will ich den Anschluss nicht verpassen.» So ist er eben, der Stucki Chrigu. Er spielt seit dieser Saison sogar in der NLA im Hornussen mit. Bei Bern-Beundenfeld ist er eine Teamstütze. Da kommen dann wöchentlich nochmals eine Trainingseinheit und meistens ein Spiel dazu. «Das ist ein toller Ausgleich, mehr Entlastung als Zusatz-Belastung.» Dass er sich im Frühling von Partnerin Coni getrennt hat, habe indessen nichts mit knappen zeitlichen Ressourcen zu tun. «Zeit und Energie für eine Beziehung hätte ich durchaus noch. Aber es passte einfach nicht mehr.» Und der Königstitel in Frauenfeld? «Klar, das wäre huere geil! Aber ich gebe nicht mein ganzes gutes Leben her dafür.»


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frauenfeld 2010

ABDERHALDEN JÖRG

«meine familie ist fast immer dabei» schweizer illustrierte schwingen · August 2010

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ie Form stimmt.» Jörg Abderhalden ist kein Mann vieler Worte. Der Schwingerkönig aus dem toggenburgischen Nesslau reist gelassen nach Frauenfeld. Vom Kreuzbandriss im rechten Knie vergangenen August hat er sich gut erholt. «Viel Geduld war gefragt, ich musste mich immer wieder den Knien anpassen. Seit September bin ich im Aufbautraining und seit April kann ich im Schwingkeller wieder an meiner ­Technik feilen.» Sein geglücktes Comeback gab er Ende Mai, mit dem Sieg beim St. Galler Kan-


foto: Marcel Nöcker

«Meine Familie gibt mir Kraft» Jörg Abderhalden mit Frau Andrea, und den Kindern Lynn, 6, Jill, 1, und Terry, 4, (v. r.) auf der Terrasse ihres Hauses in Nesslau.

tonalschwingfest. Mit den weiteren wichtigen Erfolgen beim Nordostschweizerischen und beim Appenzeller Kantonalfest (Schlussgangsieg nach nur 32 Sekunden durch Kurz) meldete Abderhalden seine ­Ambitionen für Frauenfeld majestätisch an. «Das war wichtig für meine Moral.» Sein Schwing-, Kraft- und Konditionstraining hat der König in den letzten Wochen dem Wettkampf-Rhythmus angepasst. «Ich brauche nun vor allem Erholung, genügend Schlaf und wenig Rummel. Ich ziehe mich ­bewusst zurück.» Die beiden älteren Kinder

Lynn und Terry würden immer mehr realisieren, was ihr Daddy mache. «Meine Familie begleitet mich an fast jedes Schwingfest. Das freut mich riesig.» Seit vielen Jahren hat er ein eingespieltes Team um sich: Ehefrau Andrea, 32, Eltern und Geschwister, Konditionstrainer, Schwingkollegen. «Jeder weiss, wie ich bin vor einem solch wichtigen Anlass. Das ist eine grosse Hilfe.» Dreimal hat Abderhalden den höchsten Titel schon geholt: 1998 in Bern, 2004 in ­Luzern, 2007 in Aarau. Das hat vor ihm nur

Hunsperger Ruedi geschafft. Doch der ­gelernte Schreinermeister gewann auch am Unspunnen-Fest 1999 und am Kilchberger Schwinget 2002 – und damit den sogenannten Grand Slam. Klar: Abderhalden ist der erfolgreichste Schwinger aller Zeiten. Jetzt schon. Wie schätzt er seine Chancen ein bei seinem fünften und letzten Eidgenös­sischen? «Alles muss zusammenpassen. Ich habe vor jedem Gegner Respekt. Jeder, der in ­Frauenfeld teilnimmt, hat bereits ein erstes Ziel erreicht.»  Thomas Kutschera August 201 0· schweizer illustrierte schwingen


Grab martin

«unser daddy ist der beste» schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

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ie lassen sich in diesem fröhlichen Durcheinander Ruhe und Übersicht bewahren? «Es ist alles eine Frage der Organisation», sagt Vater Martin mit einem Lachen im Gesicht. Mutter Monika, die soeben sieben Portionen Pastetchen zubereitet hat, fügt an: «Wir haben Glück mit unseren Kindern. Es läuft alles wunderbar.» Wunderbar läuft es momentan auch im Schwingerleben von Martin. Am 25. Juli setzte der 31-jährige Schwyzer mit dem Sieg auf dem Brünig einen weiteren Glanzpunkt.


Frauenfeld 2010

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ewiger kindergeburtstag Martin (11), Vanessa (9), Florian (7), Jasmin (5) und Stephan (3) machen das schmucke Bauernhaus oberhalb des Restaurants Biberegg quasi zur Villa Kunterbunt der Region. Geführt von Daddy Martin und Mami Monika.

fotos: Hervé Le Cunff

quittungen des Erfolgs ­Martin Grab vor seinem Trophäen-Schrank: 93 Kränze, davon 4 eidgenössische sprechen eine deutliche Sprache.

Es war bereits sein fünfter Triumph am prestigeträchtigsten Bergfest – eine Marke, die bisher nur die Berner Sägemehl-Ikone ­Ruedi Hunsperger und Eugen Hasler, der Innerschweizer Vorkämpfer der 90er-Jahre, erreicht haben. Als «Überraschung» wurde Grabs jüngster Streich vielerorts bezeichnet. Eine Einschätzung, die Monika relativiert: «Martin hat schon auf der Rigi gewonnen. Ausserdem war er in dieser Saison nie schlechter als Vierter.» Grab selber ist die gedämpfte Erwartungshaltung nicht unangenehm: «Es ist

leichter, wenn man sich im Hintergrund halten und die Aufmerksamkeit anderen überlassen kann.» Langweilig wird es dem Unspunnen-Sieger von 2006 auch ohne Medienrummel nicht. Neben seinem «Job» als Familienvater arbeitet er als Abteilungsleiter in einer Spenglerei und führt einen Landwirtschaftsbetrieb zur Schaf- und Ziegenzucht. Bei diesem Pensum ist sein Leistungsausweis als Schwinger noch erstaunlicher: 95 Kranzgewinne, 29 Kranz­ festsiege, 4-facher Eidgenosse, 2. Platz am Eidgenössischen 2001.

Kann er den ganz grossen Wurf mit neun Jahren Verzögerung nachholen – obwohl seit Menschengedenken der Titel nie mehr an einen über 30-Jährigen ging? Grab sieht im Alter keinen Nachteil: «Ich weiss genau, wie brutal ein Eidgenössisches ist. Diese Erfahrung kommt mir zugute.» Am Familientisch ist die Frage nach dem Schwingerkönig ohnehin schon beantwortet: «Daddy ist der Beste», heisst es unisono. Der Konkurrenz bleibt nur wenig Hoffnung. Denn so viele strahlende Kinderaugen können nicht lügen.  Thomas Renggli August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


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Sempach matthias

erst fest – dann kanada

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er Formaufbau ist perfekt. Alles liegt drin.» Matthias Sempach strotzt vor Selbstvertrauen. Seit dem 11. Juli weiss der 24-jährige Berner aus Alchenstorf auch, dass er «Berge» versetzen kann. Im Schlussgang des Kan­

schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

tonalbernischen in Adelboden fügte er dem 150-kg-Giganten Stucki Christian die erste Niederlage seit dem SchwägalpSchwinget 2008 zu. «Dieser Sieg gibt mir zusätzliche ­Sicherheit.» In der Vorbereitung aufs Eidgenössische überliess der gelernte Landwirt und Metzger

ohnehin nichts dem Zufall. Zur «emotionalen Annäherung» legte er vor Kurzem die Strecke zwischen seinem Wohnort und Frauenfeld auf dem Rad zurück: 158 km. «Jetzt weiss ich sicher, dass aus mir nie ein Radrennfahrer geworden wäre.» Umso grösser sein Anspruch im Sägemehl. 10 bis 16 Stunden trainiert er pro Woche. Mit fünf Kollegen hat er einen Verein gegründet, der in Koppigen BE einen eigenen Kraftraum unterhält. Ausserdem setzt Sempach auf die Erfahrung des wohl berühmtesten Fitnesstrainers des Landes: Jean-Pierre Egger, der in den 80er- und 90erJahren Werner Günthörs Goldmuskeln stählte. Die Zusammenarbeit spiegelt sich in Sempachs beeindruckender Physis: 1,94 m, 105 kg. Für Samuel Feller, Technischer Leiter des Bernisch-Kantonalen Schwingerverbands, verkörpert der elffache Kranzfest­ sieger den Schwinger der Zukunft: «Das ist die Tendenz – voll durchtrainiert, kein Gramm Fett.» Trotz dem beeindruckenden Trainingsaufwand arbeitet Sempach zu 80 Prozent bei der Metzgerei Sommer und Klötzli in Wynigen BE. Träumt er davon, ganz für seinen Sport leben zu können? «Nein! Ich brauche den Ausgleich der täglichen Arbeit.» Mättu lebt im Elternhaus mit Mutter Elisabeth und Vater Daniel. Doch sein Herz hat er ins Entlebuch verloren – an die 28-jährige PR-Fachfrau Heidi Jenny. «Früher ging ich nur selten an Schwingfeste», so Heidi, «doch als ich diesen Berner mit dem schönen Rücken sah, wurde es plötzlich interessant.» Aus dem Interesse ist Liebe geworden. Seit drei Jahren sind die Schöne und der Böse ein Paar. Ab September muss die leidenschaftliche Jodlerin aber drei Monate auf ihren Mättu verzichten. Sempach plant einen Kanada-Aufenthalt – «zwei Monate auf einer Ranch in Ontario und einen Monat zum Reisen». Thomas Renggli

foto: Kurt Reichenbach

Die Schöne und der Böse Matthias Sempach, 24, und seine Freundin Heidi Jenny, 28, bei ihm da­heim in Alchenstorf, wo er noch bei seinen Eltern wohnt. Seit drei Jahren sind die beiden ein Paar.


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Forrer Nöldi

«ich bin auch hausmann»

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an hat die Schuhe abzustreifen, wenn man das imposante Einfamilienhaus hoch über dem Toggen­ burger Dorf Stein betritt. Vor einem Jahr hat es ­Nöldi Forrer bezogen, und der 31-jährige gelernte Käser ist gestrenger Hausmann. «Ich bin zwar verliebt und fest vergeben, aber ich wohne allein und führe den Haus­ halt selbst. Waschen, kochen, putzen – da schaust du dann schon, dass es möglichst sauber bleibt.» Zum Haushalten hatte Nöldi zuletzt viel Zeit. Seit er Anfang Juni beim St. Galler Kantonalen in Engelburg das hintere Kreuz­ band im rechten Knie gerissen hatte, war er zur ­Rehabilitation statt zum Training im

Schwingkeller verdammt. An seiner Arbeits­ stelle im Migros-Fleischbetrieb Micarna in Bazenheid SG fiel er ­natürlich auch aus. Doch die Er­holung ging wie schon bei der gleichen Verletzung am linken Knie vor fünf Jahren zügig voran. Und Mitte Juli konnte der König von Nyon 2001 wieder mit dem Säge­ mehl-Training beginnen. «Ich hatte nie Zweifel, dass ich bis zum Eidgenössischen wieder richtig fit bin», sagt er. Mehr noch: «Es könnte für mich sogar zum Vorteil werden, dass mich viele nach der Verletzung für Frauenfeld bereits abge­ schrieben haben. Ich bin jetzt wohl frischer als viele Mitfavoriten und richtig ­giggerig auf den Wettkampf.» Zudem: Er habe seine oftmals etwas über­ grossen Emotionen mit zunehmendem Alter

und grösserer Reife besser im Griff. «Früher musste es sofort raus, wenn mich ­etwas aufgeregt hat. Heute bin ich ­etwas ­abgeklärter und kann auch mal auf mein Maul sitzen», sagt Forrer. Selbst über die Busse, die ihm und anderen ­Spitzen­schwingern von der Werbekommission des Verbandes aufgebrummt wurde, mag er sich nicht mehr gross auslassen. Er schüttelt nur vielsagend den Kopf. Fünf bis sechs Stunden auf dem ­Mountainbike, vier Stunden im Kraftraum und dreimal zwei Stunden wöchentlich in den Schwingkellern in Stein und Ebnat-­ Kappel – Forrer Nöldi ist besser zwäg denn je. Und der 1,94-m-Brocken hat auch sein Idealgewicht von 117 kg wieder erreicht. Nein, was das Eidgenössische 2010 ­betrifft, hat das Toggenburger Kraftpaket keine Zweifel: «Vier, fünf Schwinger dürfen sich Chancen ausrechnen. Einer ganz ­besonders!», sagt Forrer und klopft sich aufs Knie.  Iso Niedermann August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen

foto: Hervé Le Cunff

Krafttraining der praktischen art Hinter seinem neuen Eigenheim hoch über Stein SG und vor dem Panorama der Chur­firsten mäht Nöldi Forrer die Wiese.


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VIEL PS Der Schwyzer Philipp Laimbacher mit Freundin Silvia Lagler und seiner 1300er-Suzuki.

LAIMBACHER PHILIPP

«ich schwinge immer auf angriff»

foto: Marcel Nöcker

P

hilipp Laimbacher, 28, arbeitet an seinem grossen Traum. In Sattel baut der Rohrnetzmonteur momentan sein eigenes Haus: fünfeinhalb Zimmer, zwei Stockwerke, ein Studio zum Untervermieten. Im Dezember wird er mit seiner langjährigen Freundin Silvia Lagler, 27, einziehen. «Wir freuen uns riesig auf diesen Moment», sagen die beiden unisono. «Es war immer unser Traum, unsere eigenen vier Wände zu haben.» Sportlich will Philipp schon am zweitletzten Augustwochenende Nägel mit Köpfen machen. Der Königstitel wäre die Krönung seiner bisher besten Saison – mit Kranzfestsiegen am Zuger, Baselstädtischen, Innerschweizerischen und auf dem Stoos. Und die

Erlösung für eine ganze Region. Abgesehen von Harry Knüsel (1986) wurde noch nie ein Innerschweizer Schwingerkönig. Zweiter am Eidgenössischen 2004 in Luzern. Dritter 2007 in Aarau. Philipp hatte bei den vergangenen beiden Eidgenössischen jeweils schon eine Hand an der Krone. Doch dann schnappte sie ihm Jörg Abderhalden weg. «Logisch wäre es schon, wenn es jetzt reichen würde. Aber es braucht sehr viel, vor allem auch ein bisschen Glück.» «Natürlich begleite ich ihn an jedes Fest. Aber dort wäre es nicht gut, wenn ich ­dreinreden würde», sagt Silvia, von Beruf Verkäuferin. «Viel wichtiger ist es, dass ich ihm zu Hause den Rücken frei halte und er mit dem Haushalt nichts zu tun hat.» Silvia

winkt ab. «Philipp isst ganz normale Portionen. Am Abend vor einem Fest genügen ihm ein Pouletbrüstchen und ein bisschen Teigwaren.» Von stattlicher Statur ist Laimbacher, der mit seinen Brüdern Adi, 29, und Ivo, 26, im Sägemehl eine gefürchtete Familienbande bildet, ohnehin: 112 kg Kampf­gewicht bei einer Grösse von 1,85 m. Da braucht er ein belastbares Fortbewegungsmittel. «Motorradfahren ist mein grosses Hobby. Da kann ich den Kopf durchlüften.» Stolz führt der Schwyzer seine Suzuki B-King vor. 1300 cm3, 181 PS. Über die Höchstgeschwindigkeit schweigt er sich mit einem Augenzwinkern aus: «Das weiss ich nicht. Weil ich es noch nie ausprobiert habe.» Genauere Vorstellungen hat er bezüglich seines Kampfplans in Frauenfeld. «Ich schwinge immer auf Angriff. Wer König werden will, muss alle schlagen.» Und wenn nicht, bricht auch keine Welt zusammen. Silvia: «Es gibt kaum etwas, das ihn aus der Ruhe bringt.» Ihr König ist Philipp – so oder so. Thomas Renggli August 201 0· schweizer illustrierte schwingen


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Prachtexemplar Arnold in seiner vollen Grösse: Widerrist­höhe 1,60 m, Gewicht 1100 kg. ­Gemäss Experten ein sehr langer Stier mit guter Tiefe.


Der Sieger H

eute Morgen ist unser ­Siegermuni nicht so frisch. Letzte Nacht hatte er Damenbesuch.» Walter Arnold, 57, lacht. Der erfolgreiche Viehhändler steht in seinem grossen Stall im thurgauischen Schönholzerswilen. Vor ihm liegt ein anderer Arnold – Arnold, der bullige Siegerpreis am Eidgenössischen. Widerristhöhe 1,60 m, Gewicht 1100 kg – damit liegt der Dreijährige über dem Richt-

mass für Braunviehtiere. «Es war nicht die erste Kuh, die er gedeckt hat, er ist schon sechsfacher Vater.» Walter Arnold ist mächtig stolz. Der gelernte Bauer und Metzger, der als Chef seiner Firma mit 70 Angestellten auch Milch-, Vieh- und Fleischhandel betreibt, ist Besitzer von Muni Arnold. «Ich war schon immer ein grosser Schwingerfreund.» Als Bauernbub im Luzernbiet habe er viel mit seinen Brüdern zusammengegriffen. «Und durch meine

August 201 0· schweizer illustrierte schwingen

foto: Martin Killewald

Sein Vater ist der bekannte Stier Gobon Joystick. Er selber heisst schlicht Arnold. Benannt nach seinem Besitzer Walter Arnold, Viehhändler aus dem Thurgau. Er ist mächtig stolz auf den schwergewichtigen Siegermuni.


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frauenfeld 2010 Stolz Viehhändler Walter Arnold mit Muni Arnold vor seinem Stall in Schönholzerswilen TG. «Er hat einen guten Charakter, ist ruhig und handzahm.»

Kunden und Lieferanten in der ganzen Schweiz habe ich seit vielen Jahren enge Kontakte zu Schwingerkreisen.» Seine Firma unterstützt immer wieder Schwingfeste und Jungschwinger. Bei einer internationalen Landwirtschaftsmesse in Berlin sei er mit dem OK-Präsidenten des Frauenfelder Eidgenössischen ins Gespräch gekommen. Unmittelbar nach dem letzten Eidgenössischen in Aarau habe er sich beworben, beim nächsten den Lebendpreis für den Schwingerkönig spenden zu dürfen. «Ich war nicht der einzige Be-

«viel Rippe») und gutem Fundament. «Die Hörner wurden ihm, wie den meisten Stieren heutzutage, schon als Kalb entfernt.» Noch etwas hebt der Besitzer besonders hervor: «Arnold hat einen wirklich guten Charakter, ist ruhig und handzahm. Jeden Tag ist er draussen mit der Herde auf der Wiese.» Ihn auch vor Leuten herumzuführen, bereite absolut keine Probleme. «Das wird in Frauenfeld von Vorteil sein, Arnold wird den Rummel mit Bravour bewältigen.» Für den Fall des Falles, dass er krank würde und nicht in den Kantonshauptort gebracht werden könnte, hat Walter Arnold einen ErsatzStier parat. Doch er setzt voll auf Muni Arnold. Zum frischen Gras von Besitzer Walter Arnold der Wiese gibts zusätzlich eine ganze Menge: werber.» Ein Jahr später fiel der prestige- 15 kg Gras-Silage, 8 kg Mais und Zucker­ trächtige Entscheid – zugunsten von Walter rübenschnitzel, 6 kg Heu, 1 kg Kraftfutter ­Arnold. Der handelte sofort – und kaufte auf sowie 200 g Mineralstoffe und Salz. Jeden Empfehlung im Gutsbetrieb der Kartause Morgen und Abend fährt Viehhändler Arnold ­Ittingen TG, einem Spitzenbetrieb in der beim Stall vorbei. «Ich spreche immer ein paar Schweizer Braunviehzucht, den heutigen Worte zu ihm. Stiere sind sensibel, wissen Siegermuni. Selbstredend taufte er ihn menschliche Zuneigung sehr zu schätzen.» Walter Arnold ist sich bewusst: Es kommt postwendend in Arnold um. Dieser stammt aus einer leistungsstarken immer seltener vor, dass ein Schwingerkönig Kuhfamilie. Sein Vater ist der bekannte Stier den Lebendpreis mit nach Hause nimmt. In ­Gobon Joystick. Seine Mutter Astra ist eine der Regel wird der Muni gleich vor Ort verPremium-Tochter; auch Grossmutter Starbuck kauft. Im Falle von Arnold würden dann Alpenrose ist eine sehr gute Kuh, leistete in 12 000 Franken den Besitzer wechseln – und der Viehhändler hätte seinen Muni wieder sieben Laktationen über 70 000 Kilo Milch. Am 13. August wurde Arnold dreijährig. bei sich im Stall. «Da hätte ich überhaupt Für sein Alter sei er prächtig entwickelt, er- nichts dagegen. Arnold ist einzigartig. klärt Walter Arnold. In der Expertensprache: Der würde mir noch viel Freude machen.» ein sehr langer Stier mit guter Tiefe (oder  Thomas Kutschera

fotos: Marcel Nöcker (3)

«Pro Tag frisst Arnold unter anderem 15 Kilo Gras-Silage. In Frauenfeld wird er in Form sein»

schweizer illustrierte schwingen · August 2010

Der Sch Am Eidgenössischen wird er als Degustations-Häppchen verteilt: der Schwingerkäse von George Hofstetter aus Doppleschwand LU. Sonst gibts ihn als Heidi-Schwingerkäse in der Migros zu kaufen.

E

r ist chüstig, kommt aus der Schwinger-Hochburg Entlebuch und wird auf bodenständige Art hergestellt», sagt George Hofstetter, 45, und lacht. «Nicht umsonst heisst er Schwingerkäse.» Der gelernte Käsermeister aus Doppleschwand LU freut sich aufs Eidgenössische. Dort wird sein Schwingerkäse den Festbesuchern an Ständen als Degustations-Häppchen offeriert. Wer mehr davon haben will, muss nicht lange suchen: Hofstetters Spezialität gibts, nebst anderen Heidi-Produkten, ­exklusiv in jeder Migros-Filiale – als Heidi-Schwingerkäse.


Fein und würzig ­Käsermeister George Hof­s tetter mit dem Käsebohrer bei der Qualitätskontrolle in seinem Lager. Hier reifen an die 800 Laibe Schwingerkäse.

wingerkäse 210 Tonnen Käse stellt George Hofstetter mit seinen vier Angestellten in seiner Käserei her: 150 Tonnen Käse-Spezialitäten (zehn Sorten) und 60 Tonnen Emmentaler. Vor zehn Jahren übernahm der Entlebucher die ehemalige Dorfkäserei Doppleschwand. «Damals wurde hier nur Emmentaler produziert. Nach und nach weitete ich das Sortiment aus.» Die jeden Tag angelieferten 5000 Kilogramm Milch kommen allesamt von zwölf Milchlieferanten aus der Region, der Unesco Biosphäre Entlebuch; die Lieferanten gehören zur Spezialitätenkäserei Doppleschwand AG. Einige seiner Spezia­ litäten exportiert der innovative Käsermeister nach Deutschland. Die Arbeitsteilung bei den Hofstetters ist klar. George, schon seit 20 Jahren als Käsermeister tätig, ist für die Käseproduktion, Marketing und Verkauf zuständig, seine Frau

Irene, 42, macht die Administration und leitet die angegliederte Schaukäserei. In den kommenden Monaten wird zünftig ausgebaut. George: «Dann entsteht hier oben eine topmoderne Spezialitäten-Käserei, eine der grössten der Zentralschweiz.» Das Entlebuch und das Schwingen – das gehöre zusammen, erzählt der zweifache Familienvater. Er selber stieg bis vor ein paar Jahren regelmässig in die Schwingerhosen. Als Bub griff er auf dem elterlichen Bauernhof in Entlebuch mit seinen Brüdern zu­sammen. Hofstetter: «Mein Vater Ludwig und meine Onkel Franz, Josef und Fridolin ge­hörten in den 40er-Jahren zu den ganz Bösen der Zentralschweiz.» Sein Favorit für Frauenfeld? «Klarer Fall, Abderhalden Jörg.» Migros gehört zu den grossen Sponsoren des Toggenburger Schwingerkönigs.

Urchig Käsermeister George Hofstetter mit seiner Frau Irene, 42, und Tochter Nina, 5, vor ihrer Käserei in Doppleschwand im Entlebuch.

Der Käsermeister ist stolz auf seine Eigenkreation. «Der Schwingerkäse ist ein würziger, halbharter Rohmilchkäse aus naturbelassener, hochwertiger Kuhmilch. Chemische Zusatzstoffe sind bei uns tabu.» Für ein Kilo Schwingerkäse werden zehn Liter frische IP-Milch benötigt. Rund vier Monate lagern die 6,5-Kilo-Laibe in Hofstetters Lager, ­werden von ihm und seinem Team mit Liebe gehegt und gepflegt. «Die rotbraune Rinde affinieren wir mit Alpenkräutern.» Dann wird der Käse im Migros-Betrieb Mifroma in Ursy FR portioniert und verpackt – anschliessend gehts in die Migros-Filialen.  Thomas Kutschera August 201 0· schweizer illustrierte schwingen


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Frauenfeld 2010

Hoselupf, Wyb und Milchdop


hoher besuch Migros-Chef Herbert Bolliger begutachtet auf dem Terra-Suisse-Bauernhof in ­Reinach BL ein in der Nacht zuvor geborenes Kälbli.

Migros-Chef Herbert Bolliger liegt das Schweizerische am Herzen. Beim Besuch eines Terra-Suisse-Bauern­ hofes in Basel spricht er über die Swissness der Migros, den Schweizer Nationalsport und seine eigenen Schwingerkenntnisse. Text: Nina Siegrist · Fotos: Hervé Le Cunff

erhaken ing

Herr Bolliger – oder lieber Bolliger Herbert? Echte Schwinger-Anrede (lacht)! So wurde ich ausser im Militär noch nie angesprochen. Das heisst, Sie haben nie aktiv geschwungen? Nein. Natürlich habe auch ich als Junge ein paar Kämpfe ausgetragen, aber nicht in Schwingerhosen. Den Schwingsport ge­ niesse ich lieber als Zuschauer. Was hat Sie zum Schwingen bekehrt? Das war das Eidgenössische 2007 in Aarau. Die Migros engagierte sich da erstmals als Königspartner, und ich besuchte mein erstes Schwingerfest. Ich war sehr positiv überrascht: Trotz Massenauflauf von rund 50 000 Leuten herrschte auf dem Areal eine sehr friedliche, lockere Atmosphäre, alle nahmen Rücksicht aufeinander, es war nie hektisch. In der Arena spürte man dann eine unglaub­ liche Spannung: Bei fünf Sägemehl-Ringen passiert immer und überall etwas, das überfordert einen anfangs fast ein wenig. Kann man als Laie überhaupt beurteilen, wer der bessere Kämpfer ist? Na ja, derjenige, der auf dem Rücken im Sägemehl liegt, ist in der Regel der schlechtere, oder? Im Ernst: Ich bin alles andere als ein Schwing-Experte. Sie kennen sich also nicht aus mit einzelnen Schwüngen – dem Brienzer, dem Buur oder dem Wyberhaken? Überhaupt nicht. Den Wyberhaken würd ich aber gern mal kennenlernen. Stellt man da dem Gegner das Bein? So in etwa, ja. An wem würden Sie diesen Schwung denn gerne ausprobieren? Sie stellen Fragen. Haben Sie keinen Wunschgegner? Es kommt mir gerade keiner in den Sinn … … wie wärs mit Coop-Chef Hansueli ­Loosli? Nein, das wäre ein unfairer Kampf – er ist ­kleiner als ich (lacht). Stimmt. Schwingen ist ein Sport, in dem Fairness hochgehalten wird. Der Sieger August 201 0· schweizer illustrierte schwingen


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«ES ISCH EN CHRAMPF!» Bauer Christian Schürch (l.) erzählt Bolliger, wie er seine 80 Hektaren Land bewirtschaftet.

«Den Wyberhaken an Coop-Chef Hansueli Loosli ausprobieren? Nein, das wäre ein unfairer Kampf. Er ist kleiner als ich» Herbert Bolliger klopft dem Verlierer sogar das Sägemehl vom Rücken. Würden Sie sich solch noble Gesten auch in der Wirtschaft vermehrt wünschen? Wettbewerb ist sehr wichtig. Gegenseitiger Respekt genauso. Etwas mehr davon könnte manchmal sicher nicht schaden. Im Schwingen werden am Ende Noten zwischen 8 und 10 verteilt. Welche Note geben Sie der Migros für das bisherige Geschäftsjahr? Eine 10 wäre wohl etwas vermessen, deshalb sag ich in gutschweizerischer Bescheidenheit: 9,5. Es läuft sehr gut, wir haben nach wie vor tiefe Preise. Die Migros-Bank verzeichnet Erfolge. Und gerade hat eine unabhängige GfKStudie nachgewiesen, dass wir das Unternehmen mit dem besten Ruf sind. Das ist toll! Wie erklären Sie sich das? Die Migros hat eine lange Geschichte ohne Skandale. Sie ist ein kerngesundes, sehr erfolgreiches Unternehmen, das stets bestrebt ist, die Lebensqualität der gesamten Bevölkerung zu verbessern. Seit ihrer Gründung engagiert sich die Migros für soziale und ökologische Anliegen und ist eine gute schweizer illustrierte schwingen · August 2010

Arbeitgeberin. Ausserdem verkörpert sie gewisse schweizerische Tugenden wie Zuverlässigkeit, Freundlichkeit und Qualität. Da liegt es nahe, als Sponsor des Schwingfestes die Swissness der Migros noch stärker hervorzuheben. Ja. Ausserdem lässt sich für uns als grösster Abnehmer landwirtschaftlicher Produkte ein schöner Bogen vom Schwingen zur länd­ lichen Bevölkerung, zu den Bauern und zur Landwirtschaft spannen. Die Schweiz liegt uns am Herzen. Wir möchten die einheimische Tier- und Pflanzenwelt erhalten und fördern. Gerade haben wir deshalb unser Terra-Suisse-Label gestärkt: 2011 kaufen wir rund einen Drittel mehr IP-Suisse-Getreide aus naturnahem Anbau ein. Auch fördern wir die regionale Wirtschaft, indem unsere zehn Genossenschaften das Angebot mit Produkten «Aus der Region für die Region» ständig ausbauen. Im Übrigen gehört die Migros mit ihren zwei Millionen Genossenschaftern sozusagen der Schweiz – da liegt es nahe, den Schweizer Nationalsport zu unterstützen. Hatten Sie keine Bedenken, das Schwingen könnte für die Migros, die sonst eher

auf Open Airs und Trendsportarten setzt, zu verstaubt sein? Nein. Natürlich haben wir uns solche Gedanken gemacht. Aber der Schwingsport erlebt derzeit ein richtiges Revival, ist auch bei den Jungen wieder sehr beliebt. Dazu hat meiner Meinung nach vor allem Jörg Abderhalden beigetragen: Mit ihm kam die Wende vom angestaubten Image hin zu modernen, zugänglichen jungen Schwingern. Abderhalden ist ein guter Typ, ich hab ihn mal an einem Konzert kennengelernt. Nicht umsonst wurde er 2007 «Schweizer des Jahres». Dann erübrigt sich wohl die Frage, wen Sie in Frauenfeld gerne als Schwingerkönig sehen würden. Ich weiss nicht, wie gut Abderhalden sich von seinen Verletzungen erholt hat, aber ich würde ihm den Sieg gönnen! Einige der «Bösen» von damals hatten auch sehr spezielle Methoden, sich für den Kampf fit zu machen. Karl Meli zum Beispiel: Er trank jeweils ein Gebräu aus einen halben Liter Fendant mit sechs rohen Eiern und Zucker. Sie sind selbst passionierter Sportler – was ist ihr «legales Doping»? Jetzt müsst ich wohl sagen: Unsere Fruchtsäfte von Anna’s Best. Oder natürlich Schweizer Milch! In Wahrheit trinke ich beim Sport nur Wasser. Fendant mit Eiern und Zucker – das ist ein unheimliches Rezept! Da bin ich direkt froh, kein Schwinger zu sein.


Persönlich

Beschwingt Herbert Bolliger mit Ehefrau Beatrice 2007 am Eidgenössischen in Aarau.

Herbert Bolliger Geboren in Wettingen AG am 23. 11. 1953 Karriere Der Metzgerssohn studiert Betriebswirtschaft und beginnt seine Migros-Laufbahn 1987 als Leiter des Bereiches Finanzen und Informatik. Ab 1998 ist er Geschäftsleiter der Migros Aare, seit 2005 CEO des MigrosGenossenschafts-Bundes Familie Verheiratet, zwei erwachsene Kinder Hobbys Fitnesstraining mit Ehefrau Beatrice, Konzerte. www.migros.ch

«Wir haben 16 tonnen Würste parat» Nicht nur die Schwinger werden in ­F rauenfeld einen Riesenhunger haben – sondern auch die 200 000 Besucher. Sie werden von der Migros verpflegt. Der Verantwortliche, Roland Wehrli, gibt Auskunft.

E

rwartet werden 200 000 Be­ sucher an drei Tagen in Frauenfeld. Und die wollen verpflegt werden. Dafür sorgt die Migros als einer der fünf Königspartner des 27. Eidgenössischen. Viel Arbeit also für Bonaparty, den Catering-Service der Migros Ostschweiz. «Zum einen sind wir für die Ver­ pflegung aller VIP-Gäste zuständig», sagt sagt Roland Wehrli, 37, Leiter Verkaufsgruppe Gastronomie Migros Ostschweiz. In drei Hallen mit je rund 900 Plätzen wird jeweils am Samstag und Sonntag ein Mittagessen serviert – total 5400 Mahlzeiten. Unter den Ehrengästen am Sonntag wird auch Bundespräsidentin Doris Leuthard sein. Daneben ist Bonaparty auch für die sechs eigenen Verpflegungsstände auf dem Festareal verantwortlich. Dort verkaufen 220 Angestellte unter anderem Schnitzelbrot, Älplermagronen, Melonen-Schnitze, Pizza, zum Zmorge gibts Orangensaft, Gipfeli und Bircher­ müesli. An zwei weiteren SpezialVerpflegungsständen werden den Besuchern Produkte aus der Region und am Heidistand frische Milchshakes und ­feine Sandwiches angeboten. Der dritte Schwerpunkt bildet die Food-Logistik. Auf dem ganzen Fest­

areal gibt es etwa 20 000 gedeckte Sitzplätze in Festzelten und Festhallen. Dorthin liefert die Migros Ostschweiz über 20 verschiedene Artikel aus internen Produktionen. Zum Beispiel 100 000 Würste (sie wiegen 16 Tonnen), Bratwürste, Schwinger-Schüblig, RiesenCervelats, Steaks. Dazu 20 Tonnen Gebäck: unter anderem 100 000 Bürli, Nussgipfel und Schoggigipfel. Das Fleisch wird morgens um 4 bis 6 Uhr, das frische Gebäck dreimal am Tag angeliefert. Für die Getränke ist Feldschlösschen verantwortlich. Die grosse logistische Heraus­for­derung besteht für die Migros Ostschweiz darin, die riesigen Quantitäten an Speisen in der richtigen Menge und in der richtigen Qualität zur rich­ tigen Zeit am richtigen Ort bereitzu­ stellen. «Die Planung habe ich», so Roland Wehrli, «mit einer sechsköpfigen Hauptcrew schon im Herbst 2008 in Angriff genommen.» Am Fest stehen für Bonaparty täglich 650 Mitarbeitende im Einsatz. Eine grosse Herausforderung! Wehrli: «Doch wir freuen uns sehr ­darauf, eine solch wichtige Rolle für den Erfolg dieses einmaligen Anlasses zu spielen und die Besucherinnen und ­Besucher kulinarisch zu stärken und zu verwöhnen.»

Das bodenständige VIP-Menü nach dem sonntäglichen Festakt Apéro Mostbröckli, HeidiSchwingerkäse, Thurgauer Apfelringe, Säntisbrötli Vorspeise Thurgauer Mostsuppe Hauptgang Kalbsbraten an Orangen-Pfeffersauce, Kartoffel­ gratin und einer Gemüsegarnitur Dessert Göcksli-Süssmostcreme im Sennenkübeli

Foto: rené lamb

Auch als Nicht-Schwinger macht man ab und zu einen Hosenlupf. Was war Ihr letzter? Am Wochenende habe ich mit meinem Sohn zu Hause einen Migros-Grill aufgebaut. Das war definitiv ein Hosenlupf, um nicht zu sagen eine Herausforderung (lacht). Ähnlich wie Ikea-Möbel zusammenbauen? Ähnlich. Dafür haben wir jetzt wieder einen perfekten Grill – den ich allerdings noch nicht ganz im Griff habe: Der Fisch meiner Frau war innen noch etwas roh (lacht). Und was war der letzte Hosenlupf der ­Migros? Vermutlich war das der WM-Rabatt nach dem Sieg der Schweiz über Spanien. Das war eher eine kurzfristige Aktion, das Verkaufspersonal musste spontan «i d Hose», um den Kundenansturm zu bewältigen. Können wir zum Schwingfest auch wieder eine originelle Migros-Aktion erwarten? Ein Rabatt auf die Sägemehl-Einstreu für Meersäuli und Häsli zum Beispiel? Das haben wir uns noch gar nicht überlegt. Wir könnten ja eine Cumulus-Aktion starten, wenn ein Schweizer Schwingweltmeister wird – da wäre die Planung definitiv ein­ facher!

August 201 0· schweizer illustrierte schwingen


Innerschweizer 85 am Start Das sagt der experte

Harry Knüsel, 49, Abtwil AG. Schwingerkönig 1986 in Sion VS.

IM SAFT Philipp Laimbacher (r.) beim BergSchwinget Stoos gegen Andreas Ulrich.

Arnold Stefan, 21

Attinghausen UR, Metallbauer, ledig. S, 1,80 m, 100 kg. Kränze: 5/0

Barmettler Bruno, 29

Oberrickenbach NW, Logistiker, verh. S, 1,75 cm, 102 kg. Kränze: 15/0

Betschart Rainer, 23

Walchwil ZG, Schreiner, ledig. S, 1,80 m, 100 kg. Kränze: 11/0 schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Achermann Thomas, 31

Wolfenschiessen NW, Förster, verh. S, 1,86 m, 125 kg. Kränze: 65/2

Kränze Total/Eidgenössische S = Sennenschwinger (dunkle Hose, blaues Hemd) T = Turnerschwinger (weisse Hose, weisses Leibchen)

Arnold Thomas, 30

Buttisholz LU, Metzger, verh. S, 1,85 m, 117 kg. Kränze: 62/3

bernet Jonas, 24

Willisau LU, Automonteur, led. T, 1,84 m, 115 kg. Kränze: 4/0

Betschart Thorsten, 25

Rothenthurm SZ, Doktorand, ledig. S, 1,81 m, 130 kg. Kränze: 4/0

Banz Ueli, 27

Hasle LU, Metzger, ledig. S, 1,86 m, 113 kg. Kränze: 38/1

Betschart Erwin, 29

Muotathal SZ, Schreiner, ledig. T, 1,86 m, 116 kg. Kränze: 15/0

Bisig thomas, 27

Einsiedeln SZ, ­Polizist, ledig. T, 1,97 m, 107 kg. Kränze: 11/0

fotos: Marcel Nöcker, Keystone

Der Böseste «Unser Favorit ist Laim­ bacher Philipp. Er zeigte in den letzten drei, vier Jahren sehr ausgeglichene und solide Leistungen. Er wurde 2004 in ­Luzern Zweiter und 2007 in Aarau Dritter. Dazu kommt sein hervorragender Saison­ verlauf. National gesehen, gibt es für mich acht Titelanwärter – einer davon ist ­Laimbacher.» Der geheimtipp «Schuler Christian. Er hat sich kontinuierlich gesteigert und schon an diversen wichtigen Festen den Schlussgang erreicht.»


Frauenfeld 2010

Briker Lukas, 25

Seedorf UR, Zimmermann, verh. S, 1,84 m, 96 kg. Kränze: 9/0

Camenzind Othmar, 34

Gersau SZ, Zimmermann, verh. S, 1,81 m, 110 kg. Kränze: 17/0

Dober Bruno, 29

Wolfhausen ZH, Projektleiter, verh. T, 1,93 m, 103 kg. Kränze: 34/2

Fankhauser Erich, 19

Hasle LU, Maurer, ledig. S, 1,76 m, 92 kg. Kränze: 4/0

Gasser Andreas, 31

Lungern OW, ­Mechaniker, verh. S, 1,75 m, 100 kg. Kränze: 18/0

Britschgi Jost, 30

Sarnen OW, Holzbau-Polier, ledig. S, 1,79 m, 89 kg. Kränze: 10/1

Deck Martin, 30

Seewen SZ, Zimmermann, verh. S, 1,85 m, 100 kg. Kränze: 10/0

ELSENER PETER, 24

Menzingen ZG, Zimmermann, led. T, 1,83 m, 95 kg. Kränze: 2/0

FÖHN Franz, 29

Rothenthurm SZ, Zimmermann, led. S, 1,86 m, 102 kg. Kränze: 15/0

Gasser Stefan, 24

Alpnach OW, ­Zimmermann, led. S, 1,88 m, 105 kg. Kränze: 13/0

37

Britschgi Melk, 26

Stalden OW, Forstwart, ledig. S, 1,79 m, 86 kg. Kränze: 22/0

Diener anton, 27

Küssnacht SZ, Gärtner, ledig. S, 1,87 m, 100 kg. Kränze: 18/0

Emmenegger Roman, 27

Entlebuch LU, Metzger, verh. S, 1,83 m, 105 kg. Kränze: 16/0

Forster Adrian, 29

Küssnacht SZ, Züchter, verh. S, 1,84 m, 88 kg. Kränze: 10/0

Gassmann Fabian, 21

Flüeli-Ranft OW, Forstwart, ledig. S, 1,82 m, 98 kg. Kränze: 4/0 August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


Gisler Stefan, 32

Gloggner Philipp, 19

Gwerder Christian, 26

Rothenthurm SZ, Spengler, verh. S, 1,94 m, 120 kg. Kränze: 94/4

Halter Markus, 27

Hasler Florian, 24

Unterschächen UR, Gärtner, ledig. S, 1,86 m, 100 kg. Kränze: 29/1 schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Muotathal SZ, Maurer, ledig. S, 1,86 m, 105 kg. Kränze: 8/0

Holdener Remo, 29

Steinen SZ, ­Schreiner, ledig. S, 1,83 m, 99 kg. Kränze: 31/1

Schübelbach SZ, Zimmermann, led. S, 1,89 m, 112 kg. Kränze: 9/0

Imfeld Peter, 30

Rain LU, Seilbahnfachmann, verh. S, 1,83 m, 105 kg. Kränze: 8/0

Imholz richard, 31

Gwerder Guido, 23

Oberarth SZ, Zimmermann, led. S, 1,79 m, 88 kg. Kränze: 7/0

Stalden OW, ­Elektriker, ledig. S, 1,82 m, 102 kg. Kränze: 2/0

Horat Theo, 32

Ruswil LU, Mechaniker, ledig. S, 1,94 m, 98 kg. Kränze: 5/0

Ruswil LU, Schreiner, ledig. S, 1,93 m, 120 kg. Kränze: 5/0

Altdorf UR, Automechaniker, verh. S, 1,75 m, 96 kg. Kränze: 27/0

grab Martin, 31

Gloggner Reto, 21

Lungern OW, Maurer, ledig. S, 1,87 m, 110 kg. Kränze: 59/1

KÄLIN Koni, 19

ImhOF Andi, 25

Attinghausen UR, Metallbauer, ledig. T, 1,90 m, 117 kg. Kränze: 22/0

Kälin roland, 23

Egg SZ, Gärtner, ledig. S, 1,83 m, 120 kg. Kränze: 2/0

Schönenberg ZH, Mechaniker, ledig. T, 1,78 m, 98 kg. Kränze: 5/0


Frauenfeld 2010

Kathriner Reto, 31

Neuenkirch LU, Techniker, verh. S, 1,80 m, 83 kg. Kränze: 16/0

koller Markus, 25

Siebnen SZ, ­Zimmermann, led. S, 1,78 m, 97 kg. Kränze: 20/0

Kümin Reto, 27

Schindellegi SZ, Installateur, ledig. T, 1,74 m, 100 kg. Kränze: 4/0

Laimbacher Philipp, 27

Seewen SZ, Rohrnetz-Monteur, led. S, 1,85 m, 112 kg. Kränze: 59/2

Müllestein Mike, 21

Steinerberg SZ, Zimmermann, led. S, 1,86 m, 105 kg. Kränze: 4/0

Kempf Elias, 23

Altdorf UR, ­Schreiner, verh. S, 1,84 m, 96 kg. Kränze: 6/0

Krummenacher Konrad, 24

Hasle LU, ­ Metzger, ledig. S, 1,79 m, 100 kg. Kränze: 13/0

Laimbacher Adi, 27

Steinerberg SZ, Zimmermann, verh. S, 1,89 m, 118 kg. Kränze: 69/3

Linggi Bruno, 24

Oberarth SZ, Polymechaniker, ledig. S, 1,80 m, 87 kg. Kränze: 14/0

MÜller Alain, 27

Ebersecken LU, Automech., ledig. S, 1,80 m, 105 kg. Kränze: 21/1

39

Koch MARTIN, 26

Schlierbach LU, Landwirt, ledig. S, 1,84 m, 100 kg. Kränze: 38/1

Krummenacher Martin, 32

Schüpfheim LU, Maurer, ledig. S, 1,79 m, 105 kg. Kränze: 6/0

Laimbacher Ivo, 25

Brunnen SZ, Schreiner, ledig. S, 1,88 m, 103 kg. Kränze: 21/0

Mathis Marcel, 22

Büren NW, ­Metallbauer, ledig. S, 1,90 m, 90 kg. Kränze: 12/0

Müller Bruno, 32

Unterägeri ZG, Käser, verh. S, 1,93 m, 115 kg. Kränze: 52/2 August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


Nideröst roland, 30

Ingenbohl SZ, Maurer, verh. S, 1,85 m, 98 kg. Kränze: 19/0

NöTZLI Bruno, 18

Pfäffikon SZ, Landwirt, ledig. T, 1,87 m, 95 kg. Kränze: 3/0

Portmann Josef, 19

Wiggen LU, ­Zimmermann, led. S, 1,80 m, 90 kg. Kränze: 2/0

Scheidegger Philipp, 25

Roggliswil LU, ­Mechaniker, ledig. S, 1,78 m, 94 kg. Kränze: 8/0

Schillig Willi, 30

Luzern, Maurer, ledig. S, 1,86 m, 105 kg. Kränze: 12/0 schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

NiEDERBERGER Jakob, 26

Dallenwil NW, Landwirt, verh. S, 1,90 m, 95 kg. Kränze: 4/0

Nötzli reto, 20

Pfäffikon SZ, ­Zimmermann, led. T, 1,83 m, 95 kg. Kränze: 10/0

Rhyner werner, 37

Pfäffikon SZ, ­Hafner, verh. T, 1,86 m, 120 kg. Kränze: 24/0

Scheuber Lutz, 21

Büren NW, Maurervorarb., led. S, 1,82 m, 110 kg. Kränze: 5/0

Schuler Alex, 18

Rothenthurm SZ, Metzger, ledig. S, 1,78 m, 90 kg. Kränze: 1/0

Nietlisbach Pascal, 21

Buonas ZG, ­Bauspengler, led. S, 1,88 m, 120 kg. Kränze: 3/0

Odermatt Sepp, 24

Oberdorf NW, Mechaniker, ledig. S, 1,85 m, 95 kg. Kränze: 4/0

Rohrer Marco, 22

Sachseln OW, Schreiner, ledig. S, 1,88 m, 80 kg. Kränze: 3/0

Schillig Alois, 36

Cham ZG, ­Silobauer, verh. S, 1,82 m, 125 kg. Kränze: 45/1

Schuler Christian, 22

Rothenthurm SZ, Kaufmann, ledig. S, 1,86 m, 108 kg. Kränze: 35/1


Frauenfeld 2010

Schuler Philipp, 28

Rothenthurm SZ, Mechaniker, verh. S, 1,81 m, 95 kg. Kränze: 23/0

Steinauer Adrian, 19

Willerzell SZ, Betriebsprakt., ledig. S, 1,83 m, 100 kg. Kränze: 1/0

Suppiger Martin, 26

Willisau LU, ­Schreiner, ledig. T, 1,84 m, 90 kg. Kränze: 2/0

Tschümperlin ady, 30

Schwyz, Landwirt, verh. S, 1,87 m, 108 kg. Kränze: 48/1

Von AH Benji, 23

Giswil OW, Sanitärmont., led. T, 1,88 m, 118 kg. Kränze: 24/1

Stadelmann René, 32

Stadelmann Ruedi, 29

Daiwil LU, ­Betriebsmech., verh. T, 1,80 m, 103 kg. Kränze: 16/0

Romoos LU, Elek­tromont., led. S, 1,78 m, 106 kg. Kränze: 25/1

StRüby Stefan, 30

Studer Benno, 23

Schüpfheim LU, Schreiner, ledig. S, 1,87 m, 116 kg. Kränze: 33/0

Ibach SZ, Zimmermann, verh. S, 1,84 m, 100 kg. Kränze: 17/0

Suppiger Werner, 21

Theiler Beat, 24

Unterägeri ZG, ­Sanitäter, ledig. S, 1,73 m, 84 kg. Kränze: 4/0

Willisau LU, Logistiker, ledig. T, 1,80 m, 92 kg. Kränze: 2/0

Ulrich andreas, 24

Gersau SZ, Forstwart, ledig. S, 1,81 m, 98 kg. Kränze: 26/1

Vonlaufen Alexander, 23

Beckenried NW, Mechaniker, led. S, 1,89 m, 120 kg. Kränze: 13/0

41

Vogel Urs, 28

Ruswil LU, Schreiner, verh. S, 1,76 m, 95 kg. Kränze: 7/0

Zimmermann Martin, 19

Ennetbürgen NW, Sanitärmont., led. S, 1,76 m, 90 kg. Kränze: 4/0 August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


Nordostschweizer 80 am Start Das sagt der experte

Thomas Sutter, 36, Appenzell. Schwingerkönig 1995 in Chur.

Königlich Jörg Abderhalden (o.) beim Sieg in Näfels GL am 27. 6. 10 über Stefan Fausch.

ABERDERHALDEN URS, 25

Nesslau SG, Zimmermann, verh. S, 1,86 m, 125 kg. Kränze: 25/0

beglinger fridolin, 35

Mollis GL, ­Landwirt, verh. T, 1,80 m, 105 kg. Kränze: 47/0

bohl daniel, 25

Stein SG, SanitärIn­stallateur, ledig. S, 1,87 m, 102 kg. Kränze: 22/0 schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Kränze Total/Eidgenössische S = Sennenschwinger (dunkle Hose, blaues Hemd) T = Turnerschwinger (weisse Hose, weisses Leibchen)

battaglia ursin, 24

Schiers GR, Zimmermann, ledig. S, 1,87 m, 97 kg. Kränze: 14/0

bilger markus, 29

Untervaz GR, Zimmermann, verh. T, 1,94 m, 104 kg. Kränze: 16/0

bösch dANIEL, 22

Zuzwil SG, ­Metzger, ledig. S, 1,93 m, 125 kg. Kränze: 39/1

ABDERhalden jörg, 30

Nesslau SG, Schreiner, verh. S, 1,88 m, 120 kg. Kränze: 84/4

beglinger florian, 27

Filzbach GL, ­Mechaniker, ledig. S, 1,80 m, 93 kg. Kränze: 10/ 0

bless michael, 24

Gaiss AR, Metzger, ledig. S, 1,86 m, 118 kg. Kränze: 26/0

bösch roman, 26

Alt St. Johann SG, Landwirt, ledig. S, 1,82 m, 95 kg. Kränze: 6/0

fotos: Marcel Nöcker, Keystone

Der Böseste «Unsere Titelanwärter sind Abderhalden und Forrer. Dass Jörg nach seinem Kreuzbandriss derart stark zurückgekommen ist, imponiert mir. In dieser ­Verfassung ist er in unserem Verband die Nummer 1. Bei Nöldi hängt vieles davon ab, wie er die gesundheitlichen Rückschläge verkraftet hat.» Der geheimtipp «Bösch Daniel. Der erst 22-jährige Zuzwiler hat in dieser Saison schon manchen Glanzpunkt gesetzt. Auch wenn die Routine für Fäh Bruno oder Fausch Stefan spricht.»


Frauenfeld 2010

boss remo, 21

büchler remo, 27

Knonau ZH, Forstwart, ledig. T, 1,78 m, 81 kg. Kränze: 3/0

bühler peter, 36

Weesen SG, Zimmermann, verh. S, 1,75 m, 106 kg. Kränze: 42/0

büsser erwin, 28

Gossau SG, Agrartechniker, ledig. T, 1,82 m, 102 kg. Kränze: 12/0

clopath marco, 27

Bonaduz SG, Schreiner, ledig. S, 1,88 m, 98 kg. Kränze: 11/0

fäh bruno, 30

Schänis SG, ­Metzger, ledig. T, 1,86 m, 90 kg. Kränze: 14/0

burkhalter stefan, 35

Homburg TG, Landwirt, ledig. T, 1,86 m, 118 kg. Kränze: 69/1

büsser reto, 23

Niederwil SG, Landwirt, ledig. T, 1,85 m, 90 kg. Kränze: 2/0

eberle andreas, 32

Altnau TG, XXX, ledig. T, 1,78 m, 98 kg. Kränze: 3/0

fässler andreas, 26

Benken SG, ­Landwirt, verh. S, 1,92 m, 125 kg. Kränze: 75/2

Appenzell AI, Landwirt, ledig. S, 1,80 m, 95 kg. Kränze: 21/0

43

bühler ernst, 22

Amriswil TG, XXX, ledig. T, 1,84 m, 100 kg. Kränze: 5/0

büsser andy, 27

Ottoberg SG, Gartenbauer, ledig. T, 1,87 m, 112 kg. Kränze: 58/1

clopath beat, 25

Bonaduz GR, ­Baupolier, ledig. S, 1,84 m, 100 kg. Kränze: 30/ 0

eugster ruedi, 30

Quarten SG, Elektriker, ledig. S, 1,83 m, 115 kg. Kränze: 21/0

fausch stefan, 34

Seewis GR, Fitnessinstruktor, verh. T, 1,89 m, 114 kg. Kränze: 101/ 4 August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


forrer arnold, 31

Stein SG, Käser, ledig. S, 1,94 m, 118 kg. Kränze: 94/4

götte urban, 27

Stein SG, Zimmermann, ledig. S, 1,86 m, 106 kg. Kränze: 56/2

gwerder andreas, 23

Schönenberg ZH, Plattenleger, led. S, 1,93 m, 95 kg. Kränze: 11/0

hersche martin, 20

Appenzell AI, Zimmermann, ledig. S, 1,90 m, 90 kg. Kränze: 5/0

holdener reto, 28

Schänis SG, Zimmermann, ledig. S, 1,82 m, 115 kg. Kränze: 21/0 schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

giger emil, 20

glaus martin, 28

Valzeina GR, ­Landwirt, verh. S, 1,90 m, 115 kg. Kränze: 7/0

günthardt christoph, 32

Landquart GR, Mechaniker, ledig. T, 1,85 m, 114 kg. Kränze: 21/0

halbheer jürg, 26

Steg ZH, Chauffeur, ledig. T, 1,79 m, 90 kg. Kränze: 6/0

hirt pascal, 24

Tschiertschen GR, Mechaniker, ledig. S, 1,90 m, 102 kg. Kränze: 5/0

horner peter, 21

Ennenda GL, Landwirt, ledig. S, 1,82 m, 90 kg. Kränze: 5/0

Schänis SG, ­Forstwart, ledig. S, 1,88 m, 111 kg. Kränze: 51/0

gurtner pascal, 22

Schaffhausen SH, Maurer, ledig. T, 1,76 m, 96 kg. Kränze: 13/0

heiss christian, 29

Wilchingen SH, SBB-Angest., led. T, 1,93 m, 115 kg. Kränze: 8/0

hochholdinger roman, 28

Felsberg GR, Apparatebauer, led. T, 1,88 m, 130 kg. Kränze: 20/ 0

huber jodok, 30

Bergdietikon AG, Verkaufsleiter, led. T, 1,86 m, 126 kg. Kränze: 10/ 0


Frauenfeld 2010

jann ivan, 24

kid simon, 16

kindlimann fabian, 19

knechtle martin, 28

Flawil SG, Zimmermann, verh. T, 1,79 m, 108 kg. Kränze: 6/0

Wald ZH, Landwirt, ledig. S, 1,85 m, 120 kg. Kränze: 12/0

kohler fredi, 31

krähenbühl roland, 26

Gachnang TG, Zimmermann, led. T, 1,87 m, 104 kg. Kränze: 19/0

Pfäfers SG, ­Maurer, ledig. S, 1,93 m, 104 kg. Kränze: 6/0

kuster marcel, 21

lengacher jonas, 21

St. Gallen SG, Metzger, ledig. T, 1,88 m, 115 kg. Kränze: 15/0

Altstätten SG, ­Automech., ledig. S, 1,81 m, 100 kg. Kränze: 15/0

manser bruno, 27

Weissbad AI, Metzger, verh. S, 1,77 m, 90 kg. Kränze: 7/0

kindlimann andreas, 25

Weesen SG, Lehrling, ledig. S, 1,95 m, 95 kg. Kränze: 1/0

Berneck AR, ­Forstwart, ledig. T, 1,80 m, 105 kg. Kränze: 10/ 0

45

meier urs, 28

Arnegg ZH, Verkäufer, ledig. S, 1,77 m, 95 kg. Kränze: 10/ 0

knöpfel hansueli, 29

Hundwil AR, Landwirt, ledig. S, 1,75 m, 101 kg. Kränze: 6/0

krähenbühl tobias, 22

Matzingen TG, Zimmermann, led. T, 1,90 m, 105 kg. Kränze: 11/0

leuppi samir, 17

Winterthur ZH, Zimmermann, led. S, 1,95 m, 115 kg. Kränze: 1/0

messerli stefan, 21

Obfelden ZH, Metzger, ledig. T, 1,75 m, 118 kg. Kränze: 13/0

Heldswil TG, El.-Monteur, ledig. S, 1,87 m, 97 kg. Kränze: 2/0 August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


mock thomas, 21

nigg lukas, 26

oertig adrian, 29

Güttingen TG, Spediteur, ledig. T, 1,85 m, 105 kg. Kränze: 2/0

pedrazzi marco, 24

peng mike, 29

Altstätten SG, Landwirt, ledig. S, 1,86 m, 85 kg. Kränze: 10/ 0 schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Landquart GR, Gymnasiast, ledig. S, 1,86 m, 93 kg. Kränze: 1/0

philipp edi, 32

Untervaz GR, Informatiker, verh. S, 1,91 m, 105 kg. Kränze: 64/2

Malix GR, Metallbauer, ledig. T, 1,80 m, 105 kg. Kränze: 13/0

rhyner michael, 24

riget tobias, 18

Nassen SG, Zimmermann, ledig. S, 1,90 m, 102 kg. Kränze: 16/0

Davos Platz GR, Messerschm., led. S, 1,70 m, 96 kg. Kränze: 11/0

rohner ignaz, 29

orlik curdin, 17

Goldingen SG, Postang., verh. S, 1,74 m, 98 kg. Kränze: 25/0

Trüllikon SH, Zimmermann, led. S, 1,93 m, 105 kg. Kränze: 5/0

reber marcel, 27

Güttingen TG, ­Logistiker, ledig. T, 1,80 m, 120 kg. Kränze: 20/ 0

Attikon ZH, Bildhauer, ledig. T, 1,94 m, 108 kg. Kränze: 4/0

Appenzell AI, ­Student, ledig. T, 1,80 m, 82 kg. Kränze: 7/0

notz hans, 28

notz benedikt, 26

roth jakob, 33

Schänis SG, Logistiker, ledig. S, 1,90 m, 100 kg. Kränze: 2/0

roth ueli, 31

Krummenau SG, LKW-Mech., verh. S, 1,87 m, 105 kg. Kränze: 23/0

Ebnat-Kappel SG, Zimmermann, verh. S, 1,80 m, 90 kg. Kränze: 6/0


Frauenfeld 2010

Niederbüren AR, Landwirt, verh. S, 1,78 m, 85 kg. Kränze: 6/0

signer emil, 27

St. Peterzell AR, Landwirt, verh. S, 1,75 m, 77 kg. Kränze: 22/0

truninger martin, 32

Kollbrunn ZH, Spengler, verh. T, 1,77 m, 90 kg. Kränze: 8/0

vögeli sven, 25

Gächlingen SH, Landwirt, ledig. T, 1,92 m, 105 kg. Kränze: 11/0

wiederkehr simon, 22

Nassen SG, Landwirt, ledig. S, 1,87 m, 117 kg. Kränze: 3/0

schneider mario, 18

nachgefragt bei sophie hunger Frau Hunger, woher kommt Ihr Interesse für den Schwingsport? Ich bin grundsätzlich äusserst sport­ begeistert, allerdings aus einem passiven Blickwinkel. Das heisst, ich mache keinen Sport, ich verfolge ihn heissblütig. Woher die Begeisterung? Es sind die Dramen und Triumphe der einzelnen Sportler, die mich faszinieren, und die Fertigkeiten, die sie dabei anwen­ den. Und dann natürlich die Aufregung des ­Momentes, Sport ist immer der Mo­ ment. Es geht ums Hier und Jetzt. Und warum das Schwingen? Es ist des Schweizers sportliche Erfindung, ein uralter Brauch, der sich über die Jahr­ hunderte gehalten hat. In ihm steckt etwas tief Ehrliches, er bedarf keiner komplizier­ ter Hilfsmittel oder Reglemente. Es ist der direkte Schlagabtausch mit blossen Händen. Fantastisch! Welchen Bezug haben Sie zum Schwing­ sport? Noch keinen. Ausser, dass ich in meinem Leben natürlich schon oftmals dachte: «Diesen oder jenen würde ich jetzt gerne an den Hosen packen und zu Boden wer­ fen!» Man wäre ja oft gern ein kleiner Schwinger. Waren Sie schon an einem Schwing­ fest? Leider nein, umso mehr freue ich mich dar­auf. Ich will auch alle nötigen Spezial­ ausdrücke vorher lernen, um dann mög­ lichst fachmännisch mitreden zu können und nicht als blöder Städter dazustehen. Ich nehme mir vor, als Experte in der The­ orie an mein erstes Schwingfest zu reisen. Den Rest müssen mir die anderen Zuschauer und natürlich die Schwinger beibringen!

Fritschen TG, Zimmermann, led. S, 1,80 m, 115 kg. Kränze: 3/0

spörri markus, 36

Gibswil-Ried ZH, Projektleiter, led. S, 1,77 m, 108 kg. Kränze: 43/0

vestner roman, 21

Speicherschwendi SG, Schreiner, led. T, 1,85 m, 110 kg. Kränze: 4/1

wanner roman, 33

Beggingen SH, Landwirt, verh. T, 1,88 m, 135 kg. Kränze: 6/0

zwyssig raphael, 23

Gais AR, Koch/ Metzger, ledig. S, 1,85 m, 120 kg. Kränze: 13/0

foto: Saskja Rosset / Pixsil

schläpfer markus, 23

47

Sophie Hunger, die international renommierte Zürcher Sängerin und Musikerin, ist grosser Schwing-Fan. Für die Schweizer Illustrierte wird sie bei der Berichterstattung über das Eidgenössische (in der SI am 23. August) über ihre Eindrücke und Erlebnisse in Frauenfeld berichten.


Berner 54 am Start Das sagt der experte

Adrian Käser, 39, Alchenstorf BE. Schwingerkönig 1989 in Stans NW.

Sieg! Stucki Christian (r.) bezwingt am Schwarz­ see-Schwinget vom 20. 6. 10 Grab Martin.

Anderegg Simon, 24

Meiringen BE, Lehrling, ledig. S, 1,81 m, 111 kg. Kränze: 38/0

Bohner Simon, 30

Rumisberg BE, Motomech., verh. S, 1,85 m, 110 kg. Kränze: 14/0

Bürki Christian, 32

Eggiwil BE, ­Landwirt, ledig. S, 1,80 m, 102 kg. Kränze: 61/0 schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Kränze Total/Eidgenössische S = Sennenschwinger (dunkle Hose, blaues Hemd) T = Turnerschwinger (weisse Hose, weisses Leibchen)

Berger René, 25

Lützelflüh BE, Zimmermann, ledig. S, 1,85 m, 100 kg. Kränze: 5/0

Brügger Roger, 35

Rubigen BE, Betriebsleiter, verh. S, 1,98 m, 135 kg. Kränze: 81/ 4

Dick Christian, 34

Koppigen BE, ­Polizist, ledig. T, 1,92 m, 118 kg. Kränze: 78/2

Aeschbacher Jakob, 35

Worb BE, Buch­ halter, verheiratet. S, 1,87 m, 110 kg. Kränze: 28/0

Bloch Dominik, 25

Erlach BE, Zimmermann, ledig. T, 1,89 m, 104 kg. Kränze: 7/0

Bühler Mario, 31

Reichenbach BE, Chauffeur, ledig. S, 1,80 m, 93 kg. Kränze: 15/0

Fankhauser andré, 27

Teuffenthal BE, Landwirt, verh. S, 1,85 m, 98 kg. Kränze: 15/0

fotos: Kurt Reichenbach, Keystone

Der Böseste «Wir verfügen über drei Topkandidaten – Stucki Christian, Sempach Matthias, Wenger Kilian. Das hievt unseren Verband in die Pole­position. Sempach und Wenger sind in konditioneller Hinsicht absolut top. Geht ein Gang über acht Minuten, werden sie immer stärker. Bei Stucki ist die Schnellkraft phänomenal. Wenn er richtig zieht, muss einem der Gegner fast leidtun.» Der geheimtipp «Siegenthaler Mat­thias. Dass er Anfang Saison verletzt war, muss kein Nachteil mehr sein.»


Frauenfeld 2010

Fankhauser Kurt, 29

Eggiwil BE, Zimmermann, verh. S, 1,86 m, 118 kg. Kränze: 4/0

Gilgen Frédéric, 31

Tavannes BE, Landwirt, verh. S, 1,84 m, 107 kg. Kränze: 17/0

Graber Willy, 26

Bolligen BE, Landwirt, ledig. S, 1,82 m, 96 kg. Kränze: 51/1

Haldimann Martin, 30

Steffisburg BE, Gärtner, ledig. S, 1,83 m, 98 kg. Kränze: 24/0

Kämpf simon, 26

Sigriswil BE, Zimmermann, ledig. T, 1,88 m, 120 kg. Kränze: 7/0

Flück Thomas, 38

Brünigen BE, ­Mechaniker, verh. S, 1,85 m, 98 kg. Kränze: 25/0

Glarner Matthias, 25

Meiringen BE, ­Polymech., ledig. S, 1,86 m, 109 kg. Kränze: 55/1

Graber Bruno, 26

Stettlen BE, ­Bäcker, ledig. S, 1,86 m, 120 kg. Kränze: 3/0

Kämpf Alexander, 25

Sigriswil BE, Elek­tro­­ monteur, ledig. S, 1,78 m, 86 kg. Kränze: 13/0

Knutti Roland, 34

Diemtigen BE, Zimmermann, ledig. S, 1,72 m, 100 kg. Kränze: 18/0

49

gerber Christian, 19

Röthenbach BE, Metzger, ledig. S, 1,87 m, 103 kg. Kränze: 6/0

Gnägi Florian, 22

Bühl BE, Kaufmann, ledig. T, 1,87 m, 115 kg. Kränze: 26/0

Habegger Heinz, 25

Fankhaus BE, Landwirt, ledig. S, 1,86 m, 102 kg. Kränze: 9/0

Kämpf Bernhard, 22

Sigriswil BE, Elek­tro­ monteur, ledig. S, 1,85 m, 95 kg. Kränze: 15/0

Kohler David, 23

Aefligen BE, Zimmermann, ledig. S, 1,91 m, 110 kg. Kränze: 7/0 August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


Kohler Rolf, 28

Münsingen BE, Postbote, ledig. S, 1,84 m, 102 kg. Kränze: 12/0

Lauper Hansruedi, 30

Gasel BE, ­Landwirt, ledig. S, 1,87 m, 105 kg. Kränze: 41/1

Marti Stefan, 24

Oberbütschel BE, Landwirt, ledig. S, 1,94 m, 91 kg. Kränze: 2/0

Oester Thomas, 29

Adelboden BE, Mechaniker, ledig. S, 1,80 m, 93 kg. Kränze: 7/0

Schenkel Adrian, 24

Kirchdorf BE, Lehrling, ledig. S, 1,84 m, 98 kg. Kränze: 2/0 schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Krebs Andreas, 34

Utzigen BE, ­Metallbauer, verh. S, 1,86 m, 106 kg. Kränze: 51/1

Luginbühl Hanspeter, 26

Aeschiried BE, Forststudent, led. S, 1,78 m, 108 kg. Kränze: 16/0

Maurer Reto, 30

Oberwil i. S. BE, Maurer, verh. S, 1,96 m, 115 kg. Kränze: 49/1

Roschi Ruedi, 19

Oey BE, Zimmermann, ledig. S, 1,90 m, 100 kg. Kränze: 6/0

Scheuner Michael, 24

Bleiken BE, ­Maurer, ledig. S, 1,75 m, 103 kg. Kränze: 2/0

Lauener Thomas, 29

Reichenbach BE, Zimmermann, verh. S, 1,80 m, 108 kg. Kränze: 11/0

Luginbühl Simon, 30

Alchenstorf BE, Zimmermann, verh. S, 1,78 m, 90 kg. Kränze: 17/0

Meuter Adrian, 25

Vinelz BE, LKWMechaniker, ledig. S, 1,82 m, 110 kg. Kränze: 6/0

Salzmann Beat, 24

Signau BE, ­Landwirt, ledig. S, 1,75 m, 100 kg. Kränze: 10/1

Schlüchter Christian, 31

Grosshöchstetten BE, Zimmerm., led. S, 1,82 m, 88 kg. Kränze: 19/0


Frauenfeld 2010

Schmid Reto, 30

Frutigen BE, Zimmermann, verh. S, 1,78 m, 95 kg. Kränze: 30/0

Sempach Stefan, 25

Alchenstorf BE, Kaufmann, ledig. T, 1,90 m, 100 kg. Kränze: 17/0

Staub Mael, 22

Sempach Thomas, 25

Heimenschwand BE, Landwirt, led. S, 1,87 m, 108 kg. Kränze: 30/1

SiEGENTHALER MATTHIAS,25

Fankhaus BE, Zimmermann, ledig. S, 1,87 m, 103 kg. Kränze: 48/0

Stucki Christian, 25

Sonceboz BE, Landwirt, ledig. S, 1,97 m, 100 kg. Kränze: 5/0

Wenger Kilian, 20

Horboden BE, Lehrling, ledig. S, 1,90 m, 102 kg. Kränze: 22/0

Zaugg Thomas, 30

Eggiwil BE, Zimmermann, ledig. S, 1,84 m, 106 kg. Kränze: 66/1

Schnottwil SO, Forstwart, ledig. S, 1,98 m, 150 kg. Kränze: 59/2

Wüthrich Niklaus, 19

Schangnau BE, Zimmermann, led. S, 1,83 m, 106 kg. Kränze: 2/0

51

Sempach MATTHIAS, 24

Alchenstorf BE, Metzger, ledig. S, 1,93 m, 105 kg. Kränze: 55/1

SIEGENTHALER HANS, 27

Fankhaus BE, Landwirt, ledig. S, 1,80 m, 87 kg. Kränze: 10/1

Wampfler Beat, 23

Oey BE, Forstwart, ledig. S, 1,90 m, 100 kg. Kränze: 9/0

Wyss Kilian, 21

Rüderswil BE, Schreiner, ledig. S, 1,80 m, 88 kg. Kränze: 2/0

Zenger Niklaus, 21

Habkern BE, ­Gärtner, ledig. S, 1,83 m, 98 kg. Kränze: 8/0 August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


Nordwestschweizer 29 am Start Das sagt der experte

Matthäus Huber, 39, Eppenberg SO. 103-facher Kranzschwinger.

Gebodigt Christoph Bieri (l.) bezwingt am Aargauer Kantonalen Christian Studinger.

Bieri Christoph, 24

Untersiggenthal AG, Product ­Manager, ledig. S, 1,89 m, 110 kg. Kränze: 44/1

Gschwind Michael, 26

Hofstetten SO, Elek­tromont., led. S, 1,85 m, 119 kg. Kränze: 20/ 0

Kropf Marcel, 23

Mümliswil SO, Zimmermann, verh. S, 1,86 m, 100 kg. Kränze: 11/0 schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Kränze Total/Eidgenössische S = Sennenschwinger (dunkle Hose, blaues Hemd) T = Turnerschwinger (weisse Hose, weisses Leibchen)

Blatter Lorenz, 21

Feldbrunnen SO, Mechaniker, ledig. S, 1,84 m, 105 kg. Kränze: 2/0

Henzer Andreas, 30

Allschwil BL, ­Metzger, ledig. T, 1,82 m, 92 kg. Kränze: 50 /0

Mahrer Jürg, 24

Hellikon AG, Landschaftsgärtner, ledig. T, 1,85 m, 115 kg. Kränze: 25/0

Arnold Matthias, 28

Reidermoos LU, Landwirt, ledig. S, 1,71 m, 80 kg. Kränze: 7/0

Gisler Bruno, 27

Wolfisberg BE, Landwirt, verh. S, 1,90 m, 104 kg. Kränze: 66/1

Huber Cedric, 26

Pratteln BL, Forstwart, ledig. S, 1,84 m, 110 kg. Kränze: 14/0

Meier Lukas, 30

Tegerfelden AG, Mechaniker, verh. S, 1,82 m, 120 kg. Kränze: 14/0

fotos: Kurt Reichenbach, Keystone

Der Böseste «Aufgrund der Leistungen in dieser Saison und der physischen Verfassung ist Bieri Christoph unser Ass im Ärmel. Vor allem die Siege gegen Fausch Stefan und Philipp Edi sind sehr wertvoll für sein Selbstvertrauen.» Der geheimtipp «Die Brüder Thürig, Guido und Mario, gehören für mich zum erweiterten Favoritenkreis. Sie haben in dieser Saison zwar noch nicht so kon­stant geschwungen, doch sie machten von Anfang an klar, dass sie ihren Formaufbau ganz auf Frauenfeld ausrichten.»


frauenfeld 2010

Meier Niklaus, 29

Würenlingen AG, Mechaniker, ledig. S, 1,82 m, 105 kg. Kränze: 18/0

Sigg David, 22

Notter Thomas, 30

Tägerig AG, Schlosser, verh. T, 1,82 m, 106 kg. Kränze: 32/0

Stalder Remo, 21

Basel, Sicherheitsmitarbeiter, ledig. T, 1,80 m, 120 kg. Kränze: 2/0

Studinger Christian, 29

Starrkirch SO, Servicetechniker, led. S, 1,90 m, 135 kg. Kränze: 30 / 0

Sutter Christoph, 31

Hubersdorf SO, Schreiner, verh. S, 1,85 m, 112 kg. Kränze: 18/0

Thürig Guido, 28

Zofingen AG, Betriebsökonom, led. S, 1,85 m, 116 kg. Kränze: 58/1

Mümliswil SO, Zimmermann, led. S, 1,84 m, 106 kg. Kränze: 17/0

Studinger Mathias, 30

Däniken SO, Landwirt, verheiratet. S, 1,82 m, 103 kg. Kränze: 15/0

Thoenen Henryc, 19

Binningen BL, Schüler, ledig. T, 1,85 m, 110 kg. Kränze: 6/0

Thürig Mario, 25

Möriken AG, Zimmermann, ledig. S, 1,92 m, 110 kg. Kränze: 60/2

53

Schaffner Samuel, 24

Holderbank AG, Schreiner, ledig. T, 1,88 m, 105 kg. Kränze: 4/0

Stüdeli Thomas, 25

Bellach SO, Schlosser, ledig. T, 1,73 m, 107 kg. Kränze: 12/0

Studinger Stephan, 26

Däniken SO, ­Landwirt, ledig. S, 1,85 m, 105 kg. Kränze: 14/0

Thomann Marco, 28

Mümliswil SO, Zimmermann, led. T, 1,79 m, 102 kg. Kränze: 23/0

Vieira Tiago, 18

Biberstein AG, Bäcker-Kond., led. S, 1,90 m, 130 kg. Kränze: 3/0 August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


Waldner Patrick, 22

Büren BL, Detailhandelsang., ledig. S, 1,85 m, 106 kg. Kränze: 4/0

Wyler Roman, 29

Remetschwil AG, Techniker, verh. S, 1,89 m, 108 kg. Kränze: 3/0

Südwestschweizer 27 am Start Das sagt der experte

Zindel Thomas, 31

Günsberg SO, Treuhänder, verh. T, 1,89 m, 112 kg. Kränze: 62/ 2

Berset Frédéric, 31

Ernest Schlaefli, 65, Posieux FR. Sieger Brünig-Schwinget 1977.

Sieger Hans-Peter Pellet (l.) bezwingt beim Gurten-Schwinget am 6. 6. 10 Ruedi Roschi.

Brasey Cédric, 31

Estavayer FR, LKW-Mech., ledig T, 1,91 m, 130 kg. Kränze: 9/0

Cropt Harald, 27

Ollon VD, Winzer, verh. S, 1,93 m, 122 kg. Kränze: 10/ 0 schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Kränze Total/Eidgenössische S = Sennenschwinger (dunkle Hose, blaues Hemd) T = Turnerschwinger (weisse Hose, weisses Leibchen)

Brodard Simon, 24

La Roche FR, Landwirt, ledig. S, 1,83 m, 105 kg. Kränze: 3/0

Dorsaz Alexandre, 32

Charat VS, Winzer, verh. T, 1,78 m, 107 kg. Kränze: 3/0

Sugier FR, Zimmermann, ledig. S, 1,84 m, 105 kg. Kränze: 29/0

Brand Simon, 23

Ried FR, Gärtner, ledig. S, 1,83 m, 100 kg. Kränze: 3/0

Burri roland, 22

Sangernboden BE, Metzger, ledig. S, 1,80 m, 90 kg. Kränze: 1/0

droxler Jonathan, 20

Les Brenets NE, Student, ledig. S, 1,82 m, 103 kg. Kränze: 2/0

fotos: Kurt Reichenbach, Remo Nägeli, Keystone

Der Böseste «Zbinden Stefan besitzt die nötige Erfahrung und hat schon mehrfach bewiesen, dass er über sich hinauswachsen kann. Seine vier eid­genössischen Kränze sprechen für sich. Mit seinem Spezialschwung, dem Hüfter vorwärts und rückwärts, hat er eine gefährliche Waffe.» Der geheimtipp «Gegen die Berner Phalanx wird es für alle sehr schwer. Wir haben einige junge Hoffnungsträger, aber die sind noch nicht so weit. Und unser prominentester Mann, Pellet Hans-Peter, ist schon 40.»


frauenfeld 2010 Zurfluh Damian, 32

Känerkinden BL, Schweisser, verh. S, 1,81 m, 112 kg. Kränze: 69/2

Giroud Jonathan, 22

Charrat VS, Forstwart, ledig. T, 1,82 m, 90 kg. Kränze: 7/0

Kropf Rolf, 21

Die schwinger aus dem ausland Ausländische Teilnehmer am eidgenössischen haben tradition Am diesjährigen Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld nehmen sechs Schwinger aus dem Ausland teil. Aus den Vereinigten Staaten sind dies: Aufdermaur Nathan (Ripon, Kalifornien), Steiner Martin (Vacaville, Kalifornien), Richman shane (Tacoma, Washington). Aus Kanada reisen an: Britschgi roland (St-Sylvère, Québec), Schlegel res (St-Camille, Québec). Aus Norwegen ist in Frauenfeld dabei: hofmann florian.

Hänni stephanE, 19

Mézière VD, ­Metzger, ledig. S, 1,82 m, 105 kg. Kränze: 2/0

Liaudat Rudy, 22

Sangernboden BE, Dachdecker, ledig. S, 1,80 m, 90 kg. Kränze: 7/0

Matthey Michael, 20

Nyon VD, Kaufmann, ledig. S, 1,79 m, 95 kg. Kränze: 5/0

Pasche Bernard, 38

Châtillens VD, Forstwart, ledig. T, 1,77 m, 95 kg. Kränze: 15/0

55

Châtel-St-Denis FR, Forstwart, led. S, 1,72 m, 80 kg. Kränze: 3/0

Niederberger Joel, 22

Plaffeien FR, ­Metzger, ledig. S, 1,78 m, 116 kg. Kränze: 11/0

Pellet Hans-peter, 39

Oberschrot FR, Zimmermann, verh. S, 1,75 m, 98 kg. Kränze: 13/4

Kolly Benoît, 35

Le Mouret FR, ­Käser, verh. T, 1,80 m, 90 kg. Kränze: 39/0

Lötscher Adrian, 18

Schwarzsee FR, Lehrling, ledig. S, 1,78 m, 80 kg. Kränze: 1/0

Overney Christophe, 24

Alterswil FR, Landwirt, ledig. S, 1,85 m, 100 kg. Kränze: 10/ 0

Pellet Michael, 27

Giffers FR, Zimmermann, ledig. S, 1,80 m, 90 kg. Kränze: 19/0 August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


frauenfeld 2010

Piemontesi Pascal, 22

nachgefragt bei Doris leuthard

Aubonne VD, Polizist, ledig. S, 1,88 m, 100 kg. Kränze: 1/0

Schär Tobias, 23

Murten FR, Metallbauer, ledig. T, 1,84 m, 93 kg. Kränze: 9/0

Sonnay Thomas, 19

Volkstümlich Bundespräsidentin Doris Leuthard wird in Frauenfeld die sonntägliche Festansprache halten.

Frau Bundespräsidentin, welchen Bezug haben Sie zum Schwing­ sport? Ich bin auf dem Land aufgewachsen, und da gehört der Hosenlupf zur Festkultur. Übrigens habe ich vor langer Zeit, als ich noch den Damen­ turnverein in Merenschwand leitete, ein Wyberschwinget organisiert. Wie oft waren Sie schon an einem Schwingfest? Mehrmals, beispielsweise am Eid­ genössischen 2007 in Aarau, aber auch an kleineren regionalen Schwing­ festen. Welche Bedeutung hat das Schwingen in der heutigen modernen Schweiz? Vor allem in der Deutschschweiz ist das Schwingen nach wie vor der beliebteste Nationalsport, der zu­ nehmend auch Frauen, Junge und Städter begeistert. Das faire und kameradschaftliche Verhalten der Schwinger beeindruckt auch Leute, die sich sonst wenig für Kampfsport­ arten erwärmen können.

schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Les Tavernes VD, Elektriker, ledig. T, 1,87 m, 117 kg. Kränze: 4/0

Remy Guillaume, 24

Riaz FR, Forstwart, ledig. S, 1,75 m, 84 kg. Kränze: 8/0

Schmutz Christian, 29

Düdingen FR, Ingenieur, ledig. S, 1,80 m, 120 kg. Kränze: 13/0

Tschachtli Stefan, 29

Kerzers FR, ­Gärtner, ledig. S, 1,80 m, 89 kg. Kränze: 17/0

Zbinden Stefan, 32

Giffers FR, Automechaniker, verh. S, 1,88 m, 116 kg. Kränze: 91/ 4

Nachwuchs grosseR Schwinger-Schnuppertag Samstag, 4. September 2010! Wenn du den Schwingsport kennenlernen möchtest, bist du herzlich zum Schnuppertag eingeladen. Infos: www.esv.ch Da kannst du nachsehen, wo in deiner ­Region der Schnuppertag durchgeführt wird. Zudem kannst du dort den Flyer mit Angaben zum Schwingen herunterladen.

fotos: Kurt Reichenbach, Bertrand Cottet / Strates, Keystone, ho

56


58

Frauenfeld 2010

750 kilo schwer, 5000 Franken wert Muni Cowboy mit ­Kathrin Jakob (Sporttip) auf dem Hof seiner Besitzer Rosi und Manuel Hasler in Freidorf TG.

Wetten sie auf den könig!

S

ein voller Name ist Cowboy vom Haselbach. Seine Masse sind eindrücklich: Gewicht 750 kg, Stockmass 1,30 m, Wert 5000 Franken. Noch wohnt der im Januar 2009 geborene Black Angus bei seinem Züchter und Besitzer, der Familie Hasler in Freidorf TG. Nach dem Eidgenössischen wird er ein neues Zuhause haben: Denn Cowboy ist der Hauptpreis bei der ESAF-Ver­losung von Sporttip, einer spannenden Ergänzung zu den Wetten, die Sporttip an­bietet. Der Spezialspielschein mit Ver­losungstalon ist erhältlich mit den ESAF-Sonderausgaben von «Blick» und «Schlussgang» sowie vor Ort in Frauenfeld (alle Infos auf www.sporttip.ch). Sporttip und Schwingen – diese Zusammenarbeit ist schon seit einigen Jahren erfolgreich. «Schwingen ist ja eine urschweizerische Sportart. Wir wollen mit unserem Engagement auch zeigen, dass uns etwas an der Tradition und Kultur unseres Landes liegt», so Kathrin Jakob, Produktmanagerin Sportwetten. Der Umsatz von Swisslos fliesst denn auch in gemeinnützige Projekte aus Kultur, Natur, Sozialem oder Sport. schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Darum: Wetten Sie mit! Spielscheine sind an jeder Lotto-Verkaufsstelle erhältlich. ­Jeder Schwinger hat eine Quote. Favoriten haben eine tiefere, da ein Sieg wahrschein­ licher ist. Gültig ist die auf der Spielquittung aufgedruckte Quote. «Denn die Quoten werden während des Wettkampfs jeweils angepasst», erklärt Claudio Randegger, 41, Quotenmacher. Auf welchen König tippt der Experte? «Es wird sehr spannend. Schön, dass Abderhalden Jörg zurück ist, aber die Konkurrenz ist während seiner Verletzungspause stärker geworden», so Randegger, der selbst natürlich nicht bei Sporttip wetten darf. Wer auf den richtigen König setzt, kann seinen Einsatz mit der Quote multiplizieren, das ergibt den Gewinn. Mit einem Einsatz ab drei Franken ist man dabei. Der Gewinn ist an jeder Verkaufsstelle bis sechs Monate nach Abschluss der Wette einlösbar. Und was, wenn man bei der Zusatz­ver­losung Cowboy gewinnt, aber keinen Stall zu Hause hat? Da brauche sich niemand ­Sorgen zu machen, erklärt Kathrin Jakob: «Wie auch der Schwingerkönig kann sich ­unser Gewinner den Wert des Munis ­auszahlen lassen.»  IS

Ereignis nr. 70: die quoten der Sporttip-experten Nr. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24

Voraussagen Abderhalden Jörg Stucki Christian Sempach Matthias Laimbacher Philipp Forrer Arnold Wenger Kilian Schuler Christian Fausch Stefan Grab Martin Siegenthaler Matthias Graber Willy Bieri Christoph Burkhalter Stefan Laimbacher Adi Büsser Andy Glarner Matthias Gisler Bruno Sempach Thomas Von Ah Benji Thürig Mario Koch Martin Pellet Hanspeter Zbinden Stefan Anderer Schwinger

Quote 2.30 2.40 8.00 11.00 11.00 13.00 16.00 14.00 16.00 28.00 35.00 24.00 40.00 40.00 40.00 35.00 50.00 40.00 50.00 60.00 75.00 100.00 100.00 13.00

Als Quellen dienen Fachzeitschriften, Gespräche mit Experten, Ranglisten, Resultate und die Zeitschrift «Schlussgang». Wichtig: Die Quote kann ändern.

foto: Alois Omlin

«Jeder ein König» – Sporttip hat sich das ESAF-Motto zu Herzen genommen: Auch dieses Mal können Fans nicht nur auf den König wetten, sondern bei einer Extraverlosung selber einen Muni gewinnen.


60

Frauenfeld 2010 Voller Einsatz fürs Eidgenössische Tom Rieder, 36, Leiter Sponsoring von ­Swisscom: «Herz und Leidenschaft machen eine Partnerschaft nur besser.»

Das Eidgenössische kommt nicht ohne Hightech aus. «Es ist eine beeindruckende Generalstabsübung», sagt der Leiter Sponsoring von Swisscom, Tom Rieder, 36. Herr Rieder, Swisscom ist Telekom-Partnerin des ESAF. Weshalb? Traditionsanlässe wie das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest, das Jodlerfest oder das Schützenfest gehören zur Schweiz wie Schokolade, Berge – und Swisscom. Der Schwingsport ist vielleicht der urschweizerischste Sport und auch heute noch kein bisschen verstaubt. Swisscom ist ein Schweizer Unternehmen mit Geschichte und fühlt sich mit unserem Land und seiner Tradition verbunden. Darum freuen wir uns, dazu beizutragen, dass die Besucher am ­Eidgenössischen viele schöne Momente ­erleben. Wie viel Leidenschaft steckt in Ihrem Engagement? Viel! Herz und Leidenschaft machen eine Partnerschaft nur besser. Wie viele andere Schweizer habe auch ich eine Verbindung zum Schwingen. Seit meiner Kindheit bin ich begeisterter Judoka und habe mich immer gefragt, ob ich eine Chance gegen einen Schwinger hätte. Aber die Gewichtsunterschweizer illustrierte Schwingen · August 2010

schiede waren zu gross, als dass ich es je versucht hätte. Was leisten Sie als Telekom-Partnerin? Grossanlässe wie das Eidgenössische bewegen weit mehr als Hunderttausend Besucher. Es ist eine beeindruckende Generalstabsübung, einen solchen Anlass auf die Beine zu stellen. Ohne Kommunikation ist das nicht möglich. Swisscom richtet Netz und Telekom-Dienste für Organisatoren, Besucher und Journalisten ein. Das heisst? Wir sorgen zum Beispiel dafür, dass der Resultatedienst funktioniert, und stellen sicher, dass die Besucher vor Ort telefonieren können, dass SMS und MMS ankommen. Nicht alle Besucher können die Wettkämpfe in der Schwingarena verfolgen. Wer keinen Platz mehr ergattern kann, verfolgt die Wettkämpfe live auf den grossen LED-Bildschirmen, die wir im Public-Viewing-Bereich aufbauen. Was bietet Swisscom den Schwingfans vor Ort?

Hoffentlich viele schöne Momente! Am Swiss­com-Stand in der ESAF-Lounge im Public-Viewing-Bereich erwarten die Schwingfans Spiel und Spass. Wir krönen die Besucher zum Schwingerkönig und fotografieren sie auf dem Podest. Man kann sich bei uns im Muni-Reiten versuchen, in der Swisscom-TV-Lounge entspannen und die Wettkämpfe dort live verfolgen. Wir laden leere Handyakkus auf, und unsere Promotoren beschenken die Fans mit Schwing- und Älpler-Tattoos. Kurz gesagt: Bei uns kann man sich wohlfühlen. Wie viel Aufwand betreiben Sie fürs ­Eidgenössische? Die Vernetzung des ganzen Festgeländes braucht seine Zeit. Alleine in der Technik stehen zehn Mitarbeitende für Aufbau, Support und Abbau im Einsatz und leisten total 800 Stunden. Wir verlegen auch Glasfaserleitungen, über welche Daten superschnell übertragen werden. Schliesslich muss die Kommunikation für 200 000 Besucher funktionieren! Zusätzlich zum bestehenden Netz haben wir 6 km Glaskabel, 10 km Kupferkabel und 8 km Netzwerkkabel verbaut. Zudem sind 20 Mitarbeitende für den Auftritt vor Ort in der ESAF-Lounge im Einsatz.

foto: Fabienne Bühler

«viele schöne momente!»


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Frauenfeld 2010

vierbeiniger star Raiffa mit Götti Nöldi Forrer, Christoph Eichmüller, Vorsitzender Raiffeisenbank Frauenfeld, und Züchter Alois Seiler (v. l.).

raiffa – ein heisser preis!

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er Preis ist auch am Eidgenössischen heiss. 900 000 Franken beträgt der Gesamtwert des Gabentempels. Zu den begehrten Lebendpreisen zählt das von der Raiffeisen-Bank gestiftete Fohlen Raiffa. Am 25. März 2009 geboren, wurde Raiffa exakt ein Jahr später getauft. Herr Vincenz, ein Finanzinstitut bringt man nicht automatisch mit dem Schwing­ sport in Verbindung. Weshalb engagiert sich Raiffeisen? Das Eidgenössische und Raiffeisen passen perfekt zusammen. Beide setzen auf Fairness, Respekt und Bodenständigkeit, beide haben ländliche Wurzeln und verbinden Werte und Traditionen erfolgreich mit der modernen Schweiz. Wir haben Erfolg, weil wir faire und genossenschaftliche Werte leben und die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden verstehen. Mit der Unterstützung des Eidgenössischen können wir ihnen ein einmaliges Erlebnis bieten.

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Will man sich so auch von anderen Schwei­ zer Banken abheben – die beispielsweise im Segelsport oder in der Formel 1 eine weitaus elitärere Plattform wählten? Viele unserer 350 genossenschaftlichen Raiffeisenbanken sind mit dem Schwing­ sport eng verbunden und unterstützen Schwing- und Älplerfeste. Das ist Ausdruck der lokalen Verankerung von Raiffeisen. Raiffeisen war 2004 in Luzern erstmals Partner des Eidgenössischen. Wie ist Raiffeisen am Eidgenössischen präsent? Wir leben unser Engagement schweizweit in allen Geschäftsstellen. Am Fest selbst sind wir auf vielfältige Weise präsent: Lassen Sie sich überraschen! Welche Prominenten trifft man im Raiffeisen Festzelt? Der eine oder andere Schwinger wird sich ­sicher bei uns vom letzen Kampf erholen oder sich für den nächsten motivieren. Und

die von Raiffeisen unterstützten Skifahrer werden hoffentlich auch Anschauungsunterricht geniessen. Getreu unserem Motto ist im Raiffeisen Festzelt «Jeder ein König». Inwiefern sind Sie über das Schwingen auf dem Laufenden? Trifft man Sie regelmäs­ sig an Schwingfesten? Ich bin sicherlich nicht der absolute Schwingexperte. Aber zwischendurch geniesse ich die Atmosphäre an einem Schwingfest. Ganz besonders freue ich mich jetzt auf das gros­se Fest in Frauenfeld und die damit verbundenen interessanten Begegnungen. Wer ist Ihr Favorit fürs Eidgenössische? Vielleicht geht der Siegermuni Arnold an seinen Namensvetter Nöldi Forrer, das würde mich freuen. Auch das Fohlen Raiffa wird sicher einen würdigen ­Besitzer erhalten.

raiffeisen-ceo pierin vincenz freut sich aufs Eidgenössische in Frauenfeld – «auch wenn ich nicht der absolute Schwingexperte bin».

fotos: Handout

Schwingen und eine Bank? Raiffeisen-CEO Pierin Vincenz erklärt, warum sich seine Bank im Schwingsport engagiert und wie sein ­persönliche Beziehung zum eidgenössischen Nationalspiel ist.


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Schwingfest Das mÜsse 1 Wie kommt man hin? Was wird geboten? 22 Fragen, 22 Antworten – und eine Menge Kuriositäten Wie wichtig ist der Anlass? Das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest 2010 ist das grösste Schweizer Volksfest! Rund 200 000 Besucherinnen und Besucher finden auf dem Festareal Platz. Mit einem Budget von 20 Mio. Franken ist das ESAF 2010 auch finanziell gesehen der grösste Sportanlass der Schweiz. Das Schwingfest gibts nur alle drei Jahre. Hier wird der Schwingerkönig gekrönt! Motto 2010: «Jeder ein König!» Gibts noch Tickets? Nein! Sämtliche Sitz- und Stehplatztickets sind längst ausverkauft. Bleiben noch zwei Möglichkeiten: das Public Viewing in der ESAF-Lounge (3000 Sitzplätze) – oder gemütlich daheim am Fernseher. Wie kommt man hin? Am besten mit den ÖV. Für An- und Rückreise ist die SBB (www. sbb.ch) 24 Stunden im Einsatz. SitzplatzTickets für die Thurgau Arena sind auch Fahrscheine für die Hin- und Rückfahrt. Details unter www.frauenfeld2010.ch (gelber Link «Besucher» > «Anreise»). Vom Bahnhof Frauenfeld gibt es ShuttleBusse zum Festgelände auf der Allmend und zurück. Wers dennoch mit dem Auto wagt: Autobahnausfahrt Frauenfeld Ost nehmen. Auf dem Gelände gibts nur wenige Parkplätze. Ist Schwingen altmodisch? Von wegen! Der Schwingverband kann sich über Nachwuchs nicht beklagen. Und dieses Jahr gibts sogar erstmals ein «Panini-Album» für Schwinger. Ein Päckli mit 5 Bildern kostet 1 Franken, das Sammelalbum «Der König» (176 Bilder) 5 Franken. Der Erlös kommt dem Schwingernachwuchs zugute. Infos: www.sammelkoenig.ch. Am ESAF haben Sammler ausserdem Gelegenheit, an der Tauschbörse die letzten fehlenden Bilder zu ertauschen. Ein Heft mit Kult-Charakter: Schwingen ist Pop! Wenn ich am TV zuschauen will – oder muss? SF zwei und HD suisse übertragen zwei Tage live – mehr als 18 Stunden. Kommentatoren sind Stefan Hofmänner und SF-Schwingexperte Adrian Käser (1989 jüngster Schwingerkönig aller ­Zeiten). Aus dem Studio moderiert

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­ atthias Hüppi zusammen mit Thomas M Sutter, dem Schwingerkönig von 1995. Die Interviews mit Schwingern, Gästen und Publikum führt Daniela Milanese. Das Programm Samstag, 21. August: 7.25 bis 12.10 Uhr: Einmarsch der Schwinger, 1. und 2. Gang. 13.25 bis 17.45 Uhr: 3. und 4. Gang. 20.10 bis 22.05 Uhr: «Königsgala» (SF 1 und HD suisse), ­Moderator: Roman Kilchsperger. Sonntag, 22. August: 7.40 bis 12.10 Uhr 5. Gang, Festakt und 6. Gang, 13.10 bis 17.00 Uhr 7. Gang, Final Steinstossen, 8. Gang sowie Schlussgang. 18.15 bis 19.25 Uhr «sportpanorama» mit Siegerehrung. Wo kann man übernachten? Die offiziellen Unterkünfte in und um Frauenfeld sind ausgebucht. Auch der Anmeldeschluss für Zivilschutzanlagen, Turnhallen und ­Camping/ Zeltplatz ist abgelaufen. Wer noch nichts hat, muss sich Richtung Winterthur, ­Zürich oder St. Gallen orientieren. Infos über kurzfristige Buchungen während dem ESAF am Info-Stand oder direkt bei den Campingplätzen und Turnhallen. Wie gross ist die SchwingArena? Die sechseckige Thurgau Arena wird die grösste temporäre Arena ­weltweit! Sie hat eine Fläche von 36 000 m2, einen Umfang von 700 Metern und bietet Platz für 47 494 Fans (Zugang nur mit Ticket). Doppelt so viele wie ­Frauenfeld Einwohner hat! 2500 Tonnen Material sind verbaut – in 200 000 Einzelteilen. Für Auf- und Abbau werden 3300 Manntage gebraucht. Sieben ­Wochen ­­Aufbauarbeit für ein Wochenende. Der Abbau dauert drei Wochen. Dann ist der Zauber schon wieder vorbei. Wie viel Sägemehl brauchts? Für sieben Ringe brauchts 250 m ­ 3 Sägemehl. Das wird eingeschwemmt und gewalzt. Lediglich die oberste Schicht bleibt lose – wegen der Verletzungsgefahr. 16 «Recheler» vom Seilziehclub Thurtal sorgen in den Ringen für eine gleichmässige Verteilung des Streuguts. Traditionell klopft der Gewinner dem Verlierer das Sägemehl vom Rücken. Eine Geste der Fairness.

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1 Thurgau Arena Das Herzstück des ESAF mit sechs Tribünen, benannt nach den Königspartnern (Sponsoren): Frauenfeld, Stadler/Aebi, Helvetia, Feldschlösschen, Raiffeisen und Migros. 2 Hornusser- und Steinstösserzentrum Diese Wettkämpfe sind frei zugänglich. Zu Fuss oder via Shuttle erreichbar. 3 ESAF-Lounge, Siebenschläferbar 3000 Sitzplätze für Fans ohne Ticket. In der Siebenschläferbar gibts abends Cocktails, Drinks und Unterhaltung (DJs). 4 Königsallee Die Königsallee ist den 13 noch lebenden Schwingerkönigen und Erstgekrönten gewidmet. 5 Marktstände Der Ort zum Shoppen, Schlemmen und Verweilen. 6 Fest- und Partyzelte Hier laden diverse Ortschaften und Unternehmen zum Festen ein. 7 VIP-Bereich Hier feiern die «sehr wichtigen» ESAF-Gäste. 8 Schwingerdorf Hier bereiten sich die Schwinger auf ihre Einsätze vor und erholen sich dazwischen. 9 SF-«Königsgala» Unterhaltung vom Feinsten am Samstagabend ab 20.10 Uhr: Roman Kilchsperger begrüsst Stars aus der Schweizer Musikszene und Gäste aus dem Schwingsport. qö Gabentempel, Lebendpreise, Gabenrestaurant Siegermuni Arnold in seinem Königsstall besuchen, schlemmen im ­Gabenrestaurant (geöffnet ab 11 bzw. 14 Uhr) und sehen, welche Preise es für die Schwinger zu gewinnen gibt. qQ Turnierbüro Die Kaserne Auenfeld wird umfunktioniert: Aktive, OK, Funktionäre, Medien, Rechnungsbüro und Ein­teilung sind hier untergebracht. qW Polizei Bei Notfällen hier melden oder die ESAF-Hotline anrufen: 052 - 728 39 39. qd Helikopter-Landeplätze An drei verschiedenen Orten können die Helis beim Festgelände landen.


n Sie darüber wissen qd0

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Wer macht die Schwingerhosen? Hersteller ist hauptsächlich die Firma Lanz-Anliker AG in Rohrbach BE. Der Leinenstoff (Zwilch) ist besonders robust, hält Reisskräfte bis zu einer Tonne aus. Die Hosen werden in sieben Grössen hergestellt (Sonderanfertigungen für Oberschenkel mit mehr als 55 cm Durchmesser!) und kosten mit Ledergurt 150 Franken. Pro Jahr werden ca. 800 Stück verkauft. Die 70-Mit­arbeiter-Firma stellt auch Splitterschutz- und Schwimmwesten her. Wer ist OK-Präsident Urs Schneider? Schneider ist 52 Jahre alt, Vater von drei Kindern und lebt in Bissegg

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TG. Der Agro.-Ing. HTL ist hauptberuflich Stellvertretender Direktor / Leiter Kommunikation des Schweizerischen Bauernverbandes. Seit 2008 Kantonsrat SVP. Zudem sitzt er im Verwaltungsrat der Raiffeisen-Bank Regio Weinfelden. Hobbys: Joggen, Schiessen, Jassen, Lesen. Schneider führt ein 180-köpfiges Organisationskomitee. Wer ist Platz-Speaker in Frauenfeld? Dagobert Cahannes ist ein Star unter den Speakern: Seit bald drei Jahrzehnten führt der Solothurner durch grosse Sportanlässe in der Schweiz. Vom CSI Zürich bis zum Lauberhorn-Skirennen. Moderieren ist für den Medienbeauftragten des Regierungsrats Solo-

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thurn ein Hobby – aber eines, das er mit viel Leidenschaft und Humor ausübt. Was wird kulinarisch geboten? 20 Tonnen Brot, 300 000 Liter Mineralwasser, über 200 000 Liter Bier, 130 000 Würste und 666 Poulets auf dem weltgrössten Pouletgrill warten dar­auf, verzehrt zu werden. 30 000 Liter Kafi fertig (mit Schnaps) stehen ebenfalls bereit. Was läuft unterhaltungsmässig? Von Oesch’s die Dritten über Thunderbirds und bis DJ Reto Scherrer: Drei Tage lang heizen verschiedene Bands den Schwing-Fans in 15 Fest­ zelten ein. Eintritt frei! Nicht nur Schwin-

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Frauenfeld 2010 gen erfreut die Gemüter in diesen drei Tagen: Im Rahmenprogramm ist auch Unspunnenstein-Stossen, Hornussen, Jodeln, Alphornblasen, Fahnenschwingen. Was brauchts auf der Tribüne? Regenschutz (keinen Schirm!), Sonnenhut, Sonnencreme, Feldstecher, Schwingerliste, kleiner (!) Rucksack für Snacks, Getränk, Pullover. Tipp: Porte­ monnaie nicht in der Po-Tasche, sondern besser um den Hals tragen. Und das Handy nicht zu laut einstellen. Welche Rolle spielen Frauen am Eidgenössischen? Selber schwingen dürfen sie traditionell nicht. Aber als Ehrendamen haben Frauen ihren festen Platz beim Schwingen. 60 haben sich be­ worben, 19 durften zum Casting – und 15 junge Frauen (Durchschnittsalter: 22) wurde schliesslich eine Landfrauentracht auf den Leib geschneidert. «Ihnen kommt eine unterstützende und dekorative Funktion zu. Sie müssen freundlich sein und jederzeit für ein Foto zur Verfügung stehen», steht im Reglement.

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Dürfen auch Ausländer mitschwingen? Natürlich! Ausländische Gäste am Eidgenössischen haben Tradition. Weder Schwiizertüütsch noch helvetische Wurzeln werden verlangt. Einzige Bedingung: Der Teilnehmer muss beim Eidgenös­sischen Schwingerverband versichert sein. Drei Ausländer holten sogar einen Kranz: Don Widmer (USA, 1972), Ami-Brüder Al (1974) und John Ming (1977). Gibts im Schwingen auch Doping? Seit 1999 werden Schwinger im Training und bei Wettkämpfen stich­ probenweise getestet. Bisher wurden zwei Böse erwischt: Jörg Abderhaldens Bruder Beat trat 2001 nach der Über­ führung zurück. 2005 wurde der Berner Thomas Wittwer gesperrt, nachdem er erwischt worden war. Swiss Olympic macht auch in Frauenfeld Tests. Was unterscheidet Sennen von Turnern? Sennenschwinger sind Mit­ glieder eines reinen Schwingervereins. Sie tragen dunkle Hose, farbiges Hemd (meist ein hellblaues Sennenhemd).

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Turnerschwinger sind Mitglieder eines Turnvereins, der auch andere Sportarten betreut. Sie tragen lange weisse Turnerhosen und weisse Leibchen. Wer hält die Festrede am Festakt am Sonntag um 9.30 Uhr? Bundespräsidentin Doris Leuthard. Nach dem Eidgenössischen Schützenfest Anfang Juli in Aarau hat die CVP-Frau auch im Thurgau einen grossen Auftritt an einem Sportanlass. Wie werden die Paarungen des ersten Gangs bestimmt? Das ist Sache von Einteilungspräsident Werner Jakob. Der frühere Aktive (75 Kränze) zieht sich jeweils eine Woche vor dem Anlass zurück – bepackt mit ­vielen Listen. Im Alleingang stellt er die Erstpaarungen zusammen, basierend auf dem Leistungsausweis der rund 280 Athleten. Bei den nächsten sieben Gängen reden dann fünf weitere ­Einteilungskampfrichter mit. Jeder von ihnen versucht, durch geschicktes Taktieren möglichst gnädige Gegner für die Favoriten seines Teilverbandes herauszuschlagen.  Ilona Scherer

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Ein Schwingerkönig bleibt es ein Leben lang. Der Winterthurer Arnold Ehrensberger, 56, blickt zurück und erzählt, wie der Sieg 1977 am ­Eidgenössischen in Basel sein Leben verändert hat. Text: Noldi Ehrensberger Foto: Marcel Nöcker

hoch lebe der König Noldi Ehrensberger feiert seinen Sieg am Eidgenössischen in Basel.

foto: Siegfried Kuhn/RDB

K

ennen Sie Alten? Wahrscheinlich nicht. Alten ist ein kleines Dorf im Zürcher Weinland. Dort bin ich ­aufgewachsen. Als ältester Spross einer Bauernfamilie musste ich schon als Bub auf Hof und Feldern zupacken. Das Stemmen von Strohballen stärkte meine Muskeln, sodass ich mit meiner kräftigen ­Statur bald einmal einem Nachbarn auffiel, der Nachwuchs für die Jugendriege Andelfingen suchte. Ich war zwar kräftig, aber nicht sehr sportlich, als ich mit 11 Jahren erstmals das Jugi-Training besuchte. Doch ich war lernfähig und wurde nicht als Leichtathlet schweizer illustrierte schwingen · August 2010

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ein leben mit schwung In der guten Stube von Noldi Ehrensberger dreht sich alles ums Schwingen: Kränze (69, davon 4 eidgenössische) und unzählige Preise.

sschatz


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drei könige unter sich Aarau 2007: Harry Knüsel, Rüedu Hunsperger und Noldi Ehrensberger (v. l.) prosten sich zu.

oder Kunstturner – sondern bald einmal für das Nationalturnen auserkoren. In dieser Sparte kam ich das erste Mal mit dem Sägemehl in Kontakt. Der Sprung vom Nationalturnen zum Schwingsport erfolgte im Jahr 1968. Mein Vater führte mich mit dem Auto von Alten nach Winterthur in den dortigen Schwingkeller, wo ich ehrfürchtig vor der Schwingerlegende Karl Meli stand, der mit 30 Jahren noch immer zu den ganz Bösen gehörte. Den ersten Jungschwingertag bestritt ich in Niederurnen, und ich werde ihn nie vergessen, denn es war auch mein erster Schwingfestsieg. Dem Schwingklub Winterthur bin ich während meiner ganzen Aktivzeit als Schwinger treu geblieben. Eidg. Schwingfest Basel 1977 Während rund 15 Jahren nahm ich an unzähligen kleineren und grösseren Wettkämpfen teil. Nicht immer ging ich als Sieger vom Platz. Oft «schmerzten» Niederlagen gewaltig. Aber auch die musste ich wegstecken. Und schon beim nächsten Anlass war Fortuna wieder auf meiner Seite. So auch am Eidgenössischen Schwingfest 1977 in Basel. Ich war in Topform, gehörte zu den Favoriten, da ich im laufenden Jahr viele Feste, darunter auch das Nordostschweizerische Teilverbandsfest, gewann. Im Geheimen machte ich mir natürlich Hoffnungen auf einen Sieg. Trotzdem äusserte ich mich aber nie in der Öffentlichkeit über meine Absichten, nach der Königskrone zu greifen. Die Nordostschweizer zählten in diesem Jahr zum stärksten Teilverband. Dies verhalf mir während der zwei Wettkampftage in den Schlussschweizer illustrierte schwingen · August 2010

gang. Mein Verbandskamerad Peter Steiger, ein Ausnahmekönner mit sieben Siegen, galt es, im Schlussgang zu bezwingen. Voller Überzeugung, das Fest zu gewinnen, betrat ich den Sägemehlring. Nach gut drei Minuten Kampfdauer war ich der neue Schwingerkönig. Eine grosse Erleichterung macht sich bei mir bemerkbar – Freude und Dankbarkeit folgten, und es war ein unbeschreibliches Gefühl, von der Menge bejubelt zu werden. Auch an die nachfolgenden Feierlichkeiten kann ich mich noch sehr gut erinnern: So fuhr ich im Viehtransporter mit dem Muni Gerold nach Winterthur. Auf dem Bahnhofplatz erwarteten rund tausend Schwingerfreunde den neuen König. Zu später Stunde kamen wir in meinem Heimatdorf Alten an. Zu musikalischen Klängen, gespielt von der Musikgesellschaft Andelfingen, beglückwünschte mich der Gemeinderat. Währenddessen wurde mein Elternhaus von Freunden in eine Festwirtschaft umgewandelt, wo die Familie, Freunde und Nachbarn mit mir bis in die frühen Morgenstunden feierten. Würde bringt Bürde Schon damals war ein Schwingerkönig, nicht zuletzt durch die Medien, einer breiten Öffentlichkeit bekannt. Plötzlich sprachen mich wildfremde Leute auf der Strasse an, egal, wo ich mich aufhielt. Es war eine neue Erfahrung für mich, und es wurde mir bewusst, dass ich nicht nur einen Titel gewonnen, sondern auch einen Titel zu vertreten hatte. Doch es gab auch zu dieser Zeit noch anderes in meinem Leben. Nach meiner Metzgerlehre stand ich meinen Eltern im Restau-

rant Bruderhaus ob Winterthur zu Seite. Später führte ich in Wülflingen, zusammen mit ­meiner Frau, ein Restaurant. Und als Sohn Michael in unser Leben trat, wusste ich, dass es noch wichtigere Dinge in meinem Leben gibt als den Schwingsport. Durch den Königstitel kam ich in all den Jahren mit sehr vielen Menschen zusammen. Ich bin stolz darauf, die meisten mit dem Vor­ namen ansprechen zu können. So kam ich unter anderem sogar mit unserer Landes­ regierung in Kontakt. Mit drei alt Bundes­ räten und mit einem amtierenden bin ich per Du. Kürzlich unternahm ich einen Ausflug in die Zentralschweiz und kehrte in einem R ­ estaurant ein. Als ich meine Wanderung fortsetzte, hörte ich Alphornklänge und sah wie eine Schweizerfahne, wie man mir sagte, zu meinen Ehren aufgezogen wurde. Schwingen einst und jetzt Noch heute bin ich oft als Zuschauer an ­einem Schwingfest anzutreffen. Und auch als Schwingkursleiter habe ich hie und da einen Einsatz. Der Sport als solcher hat sich in den letzten Jahren nicht verändert. Früher ersetzte die körperliche Arbeit im Alltag einige Stunden Training, die heute im Fitnesscenter oder im Kraftraum absolviert werden. Schwingen ist in den letzten Jahren sehr ­populär geworden. Vielleicht auch des­wegen, weil unsere Vorfahren mit grosser Hingabe unser Brauchtum pflegten. Wer weiss, wie lange wir uns an diese bewährten Regeln noch halten werden? Wer wird Schwingerkönig 2010 in ­Frauenfeld? Die Spannung ist in enorm gross, da in diesem Jahr an wichtigen Wettkämpfen immer wieder ein anderer Favorit zum Sieg kam. Wie ich aus eigener Erfahrung weiss, spielen viele Faktoren eine Rolle. Einer davon ist die Zusammensetzung der Wettkampfgegner, dann kommt die Tagesform dazu – sei es in körperlicher oder psychischer Hinsicht. Ich bin also selber sehr gespannt, in welchen Landesteil die Königskrone getragen wird.

foto: Walter L. Keller/rdb

«Mit drei alt ­Bundesräten und ­einem amtierenden Bundesrat bin ich per Du. Darauf bin ich stolz» Noldi Ehrensberger


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was uns so gut gefällt Sie leisten selbst Grosses. Schweizer Prominente ­verraten, was sie mit dem Schwingen verbindet und was ihnen an dieser Sportart so Eindruck macht. Umfrage: Sascha Buchbinder, Sandra Casalini, Marcel Huwyler, Bettina Portmann, Stefan Regez und Alejandro Velert

Dario Cologna, 24 Langlauf-Olympia-Sieger Im Münstertal hat der Schwingsport keine grosse Tradition. Mein Interesse ist erst entstanden, als ich nach Davos gezogen bin. Nicht, dass ich ein Fachmann wäre. Aber Frauenfeld lasse ich mir nicht entgehen. Ich finds einmalig, wie viel Aufmerksamkeit unser Nationalsport erhält. Kürzlich lernte ich an einem Anlass den Forrer Nöldi kennen, dem drücke ich jetzt natürlich speziell die Daumen. Mit einem gerissenen Kreuzband ans Eidgenössische, das ist schon eindrücklich. Ich hoffe sehr, dass sein Knie hält.

magnet für massen Die ­Natur-Idylle lockt die Zuschauer an: Tausende pilgern jeweils an den Rigi-Bergschwinget.

Erika Hess, 48 Ex-Ski-Star Es kommen Kindheitserinnerungen hoch. Ich bin mit dem Schwingsport aufgewachsen: Meine Brüder waren alle Schwinger, einer sogar Kranzschwinger. Und bis heute veranstaltet meine Familie auf unserem Bauernhof in Engelberg jedes Jahr ein Jung-Schwingen. Natürlich kenne ich mich mit den Regeln und den Griffen aus, mit meinem Vater ging ich an viele Schwingfeste. Wenn ich volkstümli-

che Musik höre, denke ich noch heute an die Anlässe von damals. Ich wurde sogar angefragt, da war ich bereits Ski-Rennfahrerin, ob ich beim Frauenschwingen mitmachen wolle. Aber das Schwingen war für mich ein Männer-Sport. Ausserdem war mir das Schwingen zu hart und zu rau. Und mit der Entscheidung, auf den Ski-Sport zu setzen, lag ich letztlich ja nicht ganz falsch, oder?


fotos: Alois Omlin, Fabienne Bühler, Keystone, Kurt Reichenbach

Peter Bichsel, 75 Schriftsteller Ich gehe sehr gern an Schwingfeste. Das ist Schweizer Brauchtum, da hats tolle Athleten. Ich sitze dann da, von morgens um sieben bis abends um fünf, schaue zu, kenne die Leute, kenne die Schwinger, kenne die Schwünge – und so habe ich einen friedlichen Sonntag. Schwingen ist eine ernsthafte Sache; die Schwinger trainieren vielleicht mehr als ein Schweizer Profi-Fussballer, die investieren unheimlich viel in ihren Sport, die müssen wirklich was können. Aber: Es passiert alles in Kameradschaft. Eigentlich ist Schwingen kein Sport, es ist ein Kräftemessen zwischen Kollegen. Das gefällt mir. Und mir gefällt auch, dass es beim Schwingen ­keine Zuhälter gibt. Sobald im Sport Geld drin ist, kommen die Zuhälter, die Leute mit den Goldkettchen. August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


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Frauenfeld 2010 Vreni Schneider, 45

Christine Egerszegi, 62 Ständerätin FDP Aargau Den Hosenlupf mach ich nur verbal! Das letzte Eidgenössische war mein erstes Schwingfest, und ich war tief beeindruckt: Da waren Tausende, und trotzdem war die Stimmung unheimlich friedlich. Dabei sind die Teilnehmer ja alles andere als schwächlich. Die hätten durchaus das Potenzial, einander «eis uf de Näggel z geh». Aber die hatten es einfach gut miteinander.

Ex-Ski-Star Was habe ich mich geärgert, als ich im Mai das Glarner-Bündner Schwingfest in Elm verpasst habe! Aber ich stand im Kaunertal auf der Skipiste im Einsatz. In meiner Jugend war ich oft an den Schwingfesten, und beim ­Brünig-Schwinget war ich mehrmals Gast. Diese Schwinger, das sind schon ganz feine Kerle. Tolle Sportler, obwohl alle einem Beruf nachgehen und oftmals Familie haben. Was ich besonders sympathisch finde: Das sind keine Stars, Schwinger sind zugängliche und volksnahe Menschen. Als ehemalige Athletin fiebere ich stark mit ihnen mit. Ich weiss, wie viel Arbeit hinter all dem steckt. Der Schwingsport ist ein wunderschönes Stück Heimat. Und das sehe zum Glück nicht nur ich so, sondern die Hunderttausenden an den Schwingfesten und am TV. Speziell die Daumen drücken werde ich am Eidgenössischen niemandem. Was der Abderhalden Jörg leistet, ist fantastisch. Aber mein Herz schlägt immer auch für diejenigen, die noch nie einen grossen Erfolg verbuchen konnten. Möge der Beste gewinnen!

luftkampf Zimmermann Martin (oben in Weiss) und Koch Roger am ISV Attinghausen am 4. Juli 2010.

Fabienne Suter, 25 Skirennfahrerin Mein Lieblingsschwinger? Natürlich mein Freund Matthias Siegenthaler! Wegen ihm fiebere ich beim Schwingen jetzt noch mehr mit als früher. Schon als Kind ging ich oft und gerne mit meinem Vater an Schwingfeste, seine Cousins waren Schwinger. Deshalb kannte ich die Griffe und Regeln schon, bevor ich mich in Matthias verliebte. Wenn er im Sägemehlring steht, fiebere ich auf der Tribüne voll mit. Die Nervosität ist dann fast schlimmer, als wenn ich im Starthaus stehe. Dort kann ich immerhin etwas machen! Obwohl er hundert Kilo wiegt, wirkt er auf mich nicht wie ein «Fätze», seine Proportionen stimmen für mich perfekt. Am Eidgenössischen ist ein Kranz sein grosses Ziel – ich werde ihm die Daumen so fest drücken, wie ich nur kann. schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Sonja Hasler, 43 «Rundschau»-Moderatorin In den 90ern berichtete ich erstmals für Radio Extra-Bern von einem Schwingfest, später tat ich dies dann auch für Radio DRS. Die Regeln und Fachausdrücke schienen mir sehr kompliziert, ich hatte aber das Glück, dass mir der dreifache Schwingerkönig Ruedi Hunsperger als «Götti» und Co-Kommentator zur Seite gestellt wurde. Ich war an den Eidgenössischen Schwingfesten von Chur, Nyon und Bern dabei, und auch an einigen kantonalen und Brünig-Schwingeten. Mich fasziniert die Mischung aus nicht verstaubter Tradition und jungen, modernen Spitzensportlern. Ein­malig ist jeweils das Kribbeln vor dem Schlussgang. Schwingen ist Kult!


Ex-Fussballtrainer/Wirt Als ich 1967 nach Winterthur kam, lernte ich den gleichalt­ rigen Karl Meli kennen. Er brachte mich zum Schwing­ sport. Auch beim FCZ, mit dem ich 1974, 1975 und 1976 Meister wurde, grassierte das Schwingfieber: Der damalige Präsident Edy Nägeli hat die Spiele so ange­ setzt, dass sie nicht mit den wichtigen Schwingfesten kollidierten. Selber besuche ich jedes Jahr den Brünig-Schwinget, nach­ dem mich Andy Egli in den 80er-Jahren erst­ mals mitgenommen hat. Auch in Frauenfeld werde ich dabei sein. Mich fasziniert beim Schwingen die grandiose Atmosphäre und die tolle Kameradschaft. Das kann der Fuss­ ball nicht mehr bieten.

Hausi Leutenegger, 70 Unternehmer Als ehemaliger Nationalturner habe ich ei­ nen engen Bezug zum Schwingsport. Am Eidgenössischen Turntag in Grenchen 1965 belegte ich hinter dem zweifachen ­Schwingerkönig Karl Meli sogar den vierten Platz. Karl Meli wurde damals Zweiter. ­Heute sponsere ich den besten Thurgauer ­Schwinger, Stefan Burkhalter. Und mit dem dreifachen Schwingerkönig Jörg Abder­ halden bin ich eng befreundet. Deshalb ­werde ich am 8. August auf der Schwägalp dabei sein. Schwingen steht für Kamerad­ schaft, ist ein echter Schweizer Brauch und fördert die ­Zusammengehörigkeit: Neben dem Sägemehlring sitzt der Knecht zwischen dem Grossbauern und dem Unternehmer und geniesst den tollen Sport – das ist ein­ fach grossartig! August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen

fotos: Sven Omlin, Peter Gerber / RDB, Hervé le cunff, GORAN BASIC / rdb, rOLF eDELMANN, bRUNO vOSER, eX-pRESS

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Frauenfeld 2010

Traditionell im web

Auf ihren Internet-Sites zeigen sich die Bösen volksnah. Beim Design sind die Favoriten des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes eher Bettler als Könige, im Vordergrund steht die Funktionalität. Text: Alejandro Velert www.martingrab.ch

Stallgeruch inklusive Der fünffache Vater Martin Grab ist mächtig stolz auf seine Kinder. Auf den Bild-Galerien gibt er einen Einblick ins Familienleben. Die aktuellsten Bilder

www.jabderhalden.ch

sind allerdings etwas älter. Grab offenbart auch etwas über seine Hobbys (Ziegenzucht). Gut: Erfolge und Ergebnisse sind ausführlich dokumentiert.

WWW.noeldiforrer.ch

www.stefanfausch.ch

der kamerascheue böse Ob der Nöldi Forrer nicht gerne foto­grafiert wird? Die aktuellsten Bilder auf seiner Site sind von 2007! Trotzdem, seine Homepage wirkt sympathisch und ­aufgeräumt.

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er Nationalsport hat den Sprung in die Moderne ge­ schafft, obwohl (oder weil?) es im Sägemehlring immer noch so aussieht wie vor hundert Jahren. Egal, ob jung oder alt, Frau oder Mann, Stadt oder Land: Der Schwing­ sport bewegt Hunderttausende. Doch der Sprung ins Internet-Zeitalter scheint den Favoriten fürs Eidgenössische schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

willkommen beim könig Am Gabentisch eines Design-Wettbewerbs für Websites müsste auch der dreifache Schwingerkönig hinten anstehen. Dafür ist seine Website übersichtlich und sehr aktuell.

herzerwärmend Einen Designpreis gibts auch für Fausch Stefan nicht. Dafür erhält der SchlussgangTeilnehmer von 2007 einen Kranz für seine Bild-Galerien: Fausch beim Jagen, auf Ski-

nicht ganz so einfach zu fallen: Nur sechs der zehn ganz Bösen (gemäss Wett-Quoten von sporttip.ch) haben einen eigenen Web-Auf­ tritt. Einen Kranz verdient sich kaum einer. Bei allen steht die Funktionalität im Vorder­ grund. Der 52-fache Kranzgewinner Matthias Sempach: «Wichtig ist mir und meinem Bru­ der, dass die Site aktuell ist. Ich glaube nicht, dass die Schwingfans eine Site mit viel

Schnickschnack möchten.» Der Seewener Laimbacher Philipp (zweiter am ESAF 2004 in Luzern) ist einer derjenigen Top-Favoriten, der keine Homepage haben: «Ich habe es mir mehrmals vorgenommen. Aber mit der Arbeit, den Trainings, Zusammenzügen und Wettkämpfen habe ich einiges um die Ohren. Das Projekt Homepage bleibt deshalb immer auf der Pendenzenliste und wartet geduldig auf die Umsetzung.»


www.smsempach.ch

Top: Zu jedem Schwingfest gibts das Notenblatt, jeder Anlass ist mit dem Veranstalter verlinkt. Auch zum Privatleben gibts gute Informationen, selbst sein Eigenheim zeigt er.

etwas überholt – die sempachBrüder online Matthias Sempach betreibt die Site gemeinsam mit Bruder Stefan. Highlight: Das ausführliche Tagebuch. Aber optisch ists nicht gerade ein «Übersprung».

www.christianstucki.ch

Tour, in den Ferien … Und richtig süss sind die Bilder seiner Kinder Fiona und Corsin! Alleine dafür lohnt sich ein Besuch auf www.stefanfausch.ch. In Ordnung geht, dass den Besuchern auf keiner Site lästige Intros oder raffinierte Animationen aufgezwungen werden. Mit wenig Aufwand könnten die Schwinger trotzdem mehr aus ihrer Web-Präsenz machen. Stichwort: Social Networks. Wie wärs mit Videos, in welchen die wichtigsten Schwünge und Tricks erklärt würden? Mit ein paar Klicks könnte man diese Videos auf Facebook laden und der Welt zeigen, wie schön der

ein lichtblick bei Stucki christian Im Internet ist der Auftritt von Stucki Christian nicht ganz so beeindruckend wie im Sägemehlring. Immerhin ist auf seiner Site ein Stück InternetModerne zu finden: ein Link zu seiner Facebook-­Site. So sieht Volksnähe im Internet aus.

Schweizer Nationalsport ist. Via Twitter wäre es ein Einfaches, die Fans ständig auf dem Laufenden zu halten. Und das Verwalten der Freunde auf Facebook ist ebenfalls ein Kinderspiel. Auf letztere Idee ist bis jetzt einzig der Berner Stucki Christian gekommen. Auffallend ist: Der Brauch, den Nach­ namen vor dem Vornamen zu nennen, gilt bei den Internet-Adressen nicht. Konsequenterweise müsste es beispiels­

weise www.fauschstefan.ch statt www.stefan fausch.ch heissen. Fazit: Die Mängel beim Optischen werden (teilweise) dadurch wettgemacht, dass alle Sites sehr aktuell und informativ sind. Einen Kranz winden wir den Schwingern dafür, dass sie im Web einen sehr sympathischen Einblick in Familie, Beruf und Hobbys gewähren. Einen königlichen Auftritt hat aber noch keiner der Schwinger geschafft. August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


Das Eidgenössische am TV Freitag, 20. August SF 1 20.00–20.50 Uhr «SF bi de Lüt – Die Bösen», 5. Folge Samstag, 21. August SF zwei und HD suisse 7.25–12.10; 13.25–17.45 Uhr Einmarsch der Schwinger, 1. und 2. Gang; 3. und 4. Gang live

Fachkundiges duo Stefan Hofmänner (r.) kommentiert das Wettkampfgeschehen mit SF-Schwingexperte Adrian Käser, der vor 21 Jahren im Schlussgang des Eidgenössischen Eugen Hasler niederrang. schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

SF 1 und HD suisse 20.10–22.05 Uhr «Die Königsgala» live aus Frauenfeld

Sonntag, 22. August SF zwei und HD suisse 7.40–12.10; 13.10–17.00 Uhr 5. Gang, Festakt und 6. Gang live; 7. Gang, Final Steinstossen, 8. Gang sowie Schlussgang live

18.15–19.25 Uhr «sportpanorama» mit Siegerehrung Freitag, 27. August SF 1 20.00–20.50 Uhr «SF bi de Lüt – Die Bösen», letzte Folge


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tv total in frauenfeld

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für den sport Matthias Hüppi berichtet live aus dem SF-Studio am Rande des Schwingplatzes. Unterstützt wird er dabei von Thomas Sutter, dem Schwinger­ könig von 1995.

für die unterhaltung Roman Kilchsperger moderiert am Samstagabend die Sendung «Die Königsgala» mit verschiedenen Gästen. Thema ist auch der Stand des ersten Wettkampftages.

as Erlebnis, das Eidgenössische vor Ort mitverfolgen zu können, ist einmalig. Aber «nur» 47 400 Zuschauern ist es vergönnt, die Schwinger in der Thurgau Arena zu bewundern. Deshalb berichtet das Schweizer Fernsehen umfassend über das Eidgenössische in Frauenfeld. Für die Gross-Übertragung werden zehn Tonnen Material aufgebaut und 15 000 Meter Kabel verlegt. Neun Kameras fangen ­jeden Moment im Sägemehlring ein. Eine Super-Highspeed-Kamera, die 1500 Bilder pro Sekunde produziert, sorgt für aussergewöhnliche Zeitlupenstudien. Für den Überblick sorgt eine 57 Meter hohe Kran-Kamera. In den Genuss eines besonderen TV-Erlebnisses kommt, wer den Sender HD suisse empfängt: Zum ersten Mal in der Geschichte des Eidgenössischen Schwing- und Älplerfestes wird das Geschehen im hochauf­ lösenden Format gezeigt. Schon seit Ende Juli stimmt das Schweizer Fernsehen die Liebhaber der Nationalsportart auf das Eidgenössische ein: «SF bi de Lüt – die Bösen» begleitet in einer sechsteiligen Doku-Serie die Titelanwärter Forrer Nöldi und Stucki Christian auf ihrem Weg zum grossen Ziel. Am Wochenende des Eidgenössischen berichten SF zwei und HD suisse während insgesamt 18 Stunden live aus Frauenfeld: Der Einmarsch der Schwinger am Samstag um 7.25 Uhr ist vor allem etwas für Frühaufsteher. Der Schlussgang am Sonntagnach-

mittag dürfte ein ähnlicher Quotenschlager werden wir 2007, als 430 000 Zuschauer fasziniert verfolgten, wie Abderhalden Jörg und Fausch Stefan um den Königstitel schwangen. Die Moderatoren des Schweizer Fernsehens werden von kompetenten Experten unterstützt: Im Studio moderiert neben Matthias Hüppi der König 1995, Thomas Sutter, und das Wettkampfgeschehen kommentieren Stefan Hofmänner und Adrian Käser, der 1989 mit nur 18 Jahren zum jüngsten Schwingerkönig aller Zeiten erkoren wurde. Neben den Wettkämpfen soll die Unterhaltungssendung «Die Königsgala» am Samstag ein Höhepunkt abseits des Sägemehlrings werden. Das Ziel der TV-Macher: Das Schwingen mit einer bunten Mischung aus Musik, Humor und Sport auf unterhaltsame Art von allen Seiten beleuchten. Roman Kilchsperger moderiert und begrüsst als Gäste unter anderen ehemalige Schwingerkönige, das 35-köpfige Christoph Walter Orchestra, Carlo und Maja Brunner und die Alphorn-Bläserin Lisa Stoll. Kilchsperger: «Wir erklären endlich mal den Wyberhaken so, dass ihn alle verstehen, und vergessen bei aller Show auch das Urchige nicht.» Als Alternative zum Schweizer Fernsehen bietet sich Tele Ostschweiz an. Der Sender setzt auf die Nähe zur Region und berichtet während des Wochenendes über das Geschehen rund um das Grossereignis in der Ostschweiz. Für den Sonntag ist eine halbstündige Sondersendung geplant, die ab 18 Uhr stündlich ausgestrahlt wird. August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen

fotos: SF (4)

Wer für das Eidgenössische kein Ticket hat, schaut in die TV-Röhre. Und die hat viel zu bieten: Das Schweizer Fernsehen überträgt live und erstmals auch in HD. Spezialkameras und ein 57 Meter hoher Kran sorgen für spektakuläre Aufnahmen. Text: Alejandro Velert


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Von Anschwinget bis Wyberhaken

Im Sägemehl geht es nur um eines: den Gegner schwungvoll auf den Rücken zu legen. Ein kleiner Einblick ins reichhaltige Schwinger-Vokabular. Anschwinget Am Anfang gilt es, mit Schwung die ersten beiden Runden zu überstehen. Nur wer nach dem Anschwinget so richtig in die Gänge kommt, hat überhaupt eine Chance, König zu werden.

Kurz

Ehrenkranz Ein verunfallter Schwinger, der im letzten Gang den Kranz erreicht hätte, kann mit einem Ehrenkranz geschmückt werden. Über die Abgabe entscheidet der Verbands­ vorstand zusammen mit dem Einteilungs­ kampfgericht. Ehrenkranz-Empfänger er­ scheinen ganz am Schluss der Rangliste.

Wer diesen Angriffsschwung beherrscht, holt die Maximalnote! Den Gegner mit einer Finte aufstellen. Dann mit dem linken Fuss explosiv zwischen seine Beine laufen, den rechten Fuss abdrehen. Abschliessend möglichst rund ziehen und werfen.

LÄtz Fussstich Das linke Fussgelenk des Gegners wird mit der eigenen rechten Fussspitze blo­ ckiert. Drehen, mit der linken Hand hoch­ reissen und gleichzeitig mit dem Kopf nach rechts abdrehen.

Den Gegner mit einer Finte aufstellen und auf dem rechten Fuss stehen lassen. Die Hüfte nach rechts eindrehen und mit dem linken Arm den rechten Arm des Kontra­ henten festklemmen.

Noten Der Gegner wird überfallartig durch Ziehen aufgestellt. Dann hängt der Angreifer mit dem linken Bein am rechten des Gegners ein und wirft ihn auf den Rücken. Hat es ge­ klappt, wars ein gelungener Standsprung.

Brienzer

Ein Klassiker mit Arm- und Bein­ einsatz. Rechte Hand ans Gestöss des Gegners, nach rechts drehen und mit dem linken Arm über die Schulter oder den Nacken greifen. Gleichzeitig mit dem linken Bein am rechten Bein des Gegners einhängen. Gewicht verlagern, seine Beine spreizen – und ihn kopfüber zu Boden werfen. Natürlich möglichst auf den Rücken. Buur Das linke Fussgelenk des Gegners wird mit der eigenen rechten Fussspitze blockiert. Drehen, mit der linken Hand hochreissen und gleichzeitig mit dem Kopf nach rechts abdre­ hen. Ganz einfach – solange sich der Gegner nicht wehrt. schweizer illustrierte schwingen · August 2010

Grittelen

Einer der absoluten ParadeSchwünge von Abderhalden Jörg: Der Gegner wird angehoben, über die Schulter abgedreht und auf den Rücken geworfen.

Der gewonnene Gang ergibt 9,25 bis 10 Punkte, ein Unentschieden («Gestellter») 8,25 bis 9 Punkte. Für einen verlorenen Gang werden 8 bis 8,75 Punkte notiert.

Rangliste Eine Wissenschaft für sich: Bei gleicher Punktzahl gelten die Zeichen (+, –, 0), bei gleichen Zeichen das Alphabet – mit einer Besonderheit: In Jahren mit gerader Endzahl (wie 2010) geht die Rangierung von A bis Z. In ungeraden Jahren von Z bis A.

Schlussgang Diesen bestreiten die zwei punkthöchsten Schwinger nach fünf bzw. sieben Gängen. Haben mehrere Schwinger die gleiche Punkt­ zahl, bestimmt das Einteilungskampfgericht das Schlussgangpaar. Es befindet auch über die Dauer des Schlussgangs.

Souplesse Eine elegante Bezeichnung für einen seltenen Schwung: Der Angreifer packt den Gegner von hinten, um den Bauch am Gestöss oder

Illustrationen: John hollander

Gammen


Hosengurt. Mit explosiver Kraft hebt er ihn ab und schleudert ihn über die eigenen Schultern nach hinten. Gelingt dies, fällt der Gegner auf die Schultern oder den Rücken. Eine Ableitung des Schleuderwurfs im Ringen.

Übersprung Ein schneller Schwung: Auf eine kurze Finte folgt eine blitzschnelle Drehung nach links. Das rechte Bein springt tief hinter das rechte Bein des Gegners und wirft ihn mit dem Druck des Oberkörpers auf den Rücken.

Verabredete Gänge Verabredete Gänge und unwürdiges Verhalten werden selbstverständlich bestraft: Ausschluss aus dem Wettkampf, Streichung aus der Rangliste. Dazu wird zuerst das Kampfgericht angehört, dann entscheidet der Vorstand. Fairplay gilt auch für Schwinger!

Wyberhaken

Ob es am Namen liegt, dass dieser Schwung so beliebt ist? Der Angreifer versucht, das rechte Bein des Gegners nach vorne zu locken. Gelingt dies, hängt er mit seinem rechten Fuss beim rechten Fuss des Kontrahenten ein und wirft diesen mit einer LinksDrehung elegant auf den Rücken.


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Brot, Bier und SpielE Schweiss, Kraft, Jubel und ein Geheimtrunk: das urschweizerische Spiel der Bösen. Hier gelten noch Werte, die immer mehr verschwinden. Deshalb gibt es bei den Schwingern noch einen König. Text: Thomas Renggli schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

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3 rüedu hunsperger Der Berner Rebell spielt im Training auch mal Fussball, was der Obrigkeit gar nicht passt. Zudem kommentiert er mit Mäni Weber am Radio. Rüedu ­gewinnt die Schwingerkrone gleich dreimal.

1 Alfons Thurneysen Der Basler wird 1897 in Biel zum König gekrönt. 2 Robert roth Der Publikumsliebling siegt 1919 und 1921. Zudem gewinnt er Gold im Schwergewichtsringen an der Olympiade 1920.

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ie Welt verändert sich fast täglich. Auch im Sport ist der Irrtum von heute oft die Wahrheit von morgen. Verlass ist nur auf die alten Eidgenossen. Sie stemmen sich gegen den Lauf der Zeit. Statt Kaviar und Canapés e ­ ssen sie Wurst und Brot. Ihr Champagner besteht aus Hopfen und Malz, ihr Boden der sport­ lichen Realität aus Sägemehl. Schwinger sind Frühaufsteher. Ihre Feste beginnen am Sonntagmorgen dann, wenn in den urbanen Zentren die Samstagnacht noch im vollen Gange ist. 6.00 Uhr (spätes­ tens): Schwinger-Zmorge – 7.30 Uhr: Kampf­ richtersitzung im Festzelt – 7.45 Uhr: An­ treten der Schwinger auf dem Festplatz – 8.00 Uhr: Anschwingen – Widerstand zweck­ los. Auch wenn den Schwingern der Ruf des Konservativen und Traditionellen anhaftet und eine simple Änderung im Festprotokoll

schon fast eine Revision der Verbandsstatu­ ten erfordert, erkannten die Sennen und ­Turner als Erste die Bedeutung des Rahmen­ programms. Seit 1912 ist die Schweizerische Jodlervereinigung Mitglied des Eidgenössi­ schen Schwingerverbands (ESV). Beide In­ stitutionen haben die gleichen Strukturen und ein gemeinsames Verbandsorgan. So haben die eidgenössischen Traditio­ nen und Rituale mehrere Weltwirtschafts­ krisen, zwei Weltkriege, die Mondlandung und die Erfindung des Internets überlebt. Ernst Schläpfer, in den 1980er-Jahren zwei­ facher Schwingerkönig und heute Obmann des ESV, sagt: «Es wäre falsch, am Schwin­ gen grundsätzlich etwas zu modernisieren. Im Zentrum der Veranstaltungen steht der Festcharakter – das gesellige Beisammen­ sein und friedliche Kräftemessen.» Schon Je­ remias Gotthelf machte eine ähnliche Fest­ stellung. Er lobte die «chächen Manne» als Hüter der schweizerischen Eigenart und be­

hauptete vom Schwingen, es diene einer Ordnung, die «allenthalben ist und immer Bestand hat». Nicht immer war das Nationalspiel aber ein keimfreies Refugium. Zu Beginn der 1970er-Jahre drohte ihm Gefahr von kon­ spirativen Elementen – jungen Schwingern, die ihre Haarpracht ostentativ zur Schau stellten, sich dem branchenkonformen und symbolischen Kurzhaarschnitt verweigerten und den traditionellen Kräften das Sägemehl unter den Füssen wegziehen wollten. Die Schwing-Obrigkeit empfand dies als Rebellion gegen die Gesinnung ihres Spiels und als Provokation den strammen ­Staatsbürgern gegenüber. Sie fackelte nicht lange und schloss drei Schwinger vom Nordostschweizerischen Schwingfest vom 4. Juli 1971 aus. Grund: zu lange Haare – und die Weigerung, umgehend einen Coiffeur ­aufzusuchen. Der Chef der Technischen Kommission des ESV, Otto Brändli, fasste August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


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«Später wurde mir von Obmann Ernst Marti schriftlich mitgeteilt, dass mein Benehmen unter der Würde eines Schwingerkönigs sei» Rüedu Hunsperger das Urteil in Worte: «Wer lange Haare trägt, schwitzt mehr und kann weniger denken.» Ernst Marti, Vorstandsmitglied des ESV, ging noch einen Schritt weiter: «Die ­Mentalität vieler Langhaariger entspricht nicht der Art und dem Wesen der Schwingerei. Wenn wir daran denken, dass diese ­Ansichten in unser Land eingeschleppt wurden von Gammlern, Tagedieben und Taugenichtsen, die nur bestrebt sind, unseren Staatsgedanken zu vergiften, unsere ­Heimatgefühle zu untergraben und um gegen unsere Gesellschaftsordnung und ­alles in unserem Land Bewährte zu rebellieren.» schweizer illustrierte Schwingen · August 2010

Auch die Berner Sägemehl-Ikone Ruedi Hunsperger – als dreifacher Schwingerkönig (1966, 1969, 1974) einer der Bösesten aller Zeiten – machte seine Erfahrung mit der eidgenössischen Sittenwacht. An der «Nacht des Schweizer Sports» 1977, der Vorläuferin des Superzehnkampfs, liess er sich zu einem Duell mit einem Bären ein. Der Eidgenössische Schwingerverband reagierte prompt und sperrte «Rüedu» fürs Eidgenössische in Basel – übersah in seinem Aktionismus aber, dass Hunsperger bereits zurückgetreten war. Als sich der Widerspenstige auch noch die Unverschämtheit erlaubte, fürs Schwei-

zer Radio DRS als Co-Kommentator ans Sägemehl zu treten, drohte Obmann Marti gar mit der Absage des Eidgenössischen. «Das war schlimmer als im Militär», so Hunsperger mit einem Augenzwinkern, «später wurde mir schriftlich mitgeteilt, dass mein Benehmen unter der Würde eines Schwinger­ königs sei.» Schwinger sind anders – auch was die Wettkampfvorbereitung betrifft. Ernährungstechnisch eigene Wege ging Karl Meli. Der zweifache Schwingerkönig (1961 und 1964) und mit neun eidgenössischen Kränzen Rekordhalter für die Ewigkeit setzte jeweils auf einen «Geheimtrunk», von dem er nach jedem Gang einen Schluck nahm. Heute verrät Meli die Zusammensetzung: «Einen halben Liter Weisswein, sechs Eier, Zucker und 40 Gramm Schnaps.» Am Gedenkschwinget in Murten 1976 schien aber auch das nichts mehr zu helfen. Nach zwei gestellten Gängen am Sonntagmorgen


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6 4 noldi ­ehrensberger Der eher klein gewachsene Winterthurer Turnerschwinger holt 1977 in Basel die Schwingerkrone. Ein Jahr später gewinnt er in Genf das eidgenössische Turnfest.

5 ernst schläpfer Der intellektuelle Linke aus Herisau ist der Dominator der 80er-Jahre und gewinnt fast alles. Zweimal das Eidgenössische und den Kilchberger Schwinget.

6 karl meli Der Winterthurer bricht in seiner Karriere fast alle Rekorde: neun eidgenössische Kränze, zwei Titel. Rüedu Huns­perger: «Karl Meli ist der grösste Schwinger aller Zeiten.»

waren die Erfolgsaussichten des Winter­ thurers auf ein Minimum gesunken. In der Mittagspause setzte sich Meli leicht konster­ niert in die Festwirtschaft. Er erinnert sich, als sei es gestern gewesen: «Am gleichen Tisch sassen die Ehefrau von Schatt Franz und eine Kollegin. Sie tranken Weisswein. Ich dachte mir, jetzt spielts auch keine Rolle mehr, und bestellte mir einen halben Roten.» Der Wein belebte Melis Geister – und weck­ te neue Kräfte. Am Nachmittag legte er alle aufs Kreuz und gewann seinen letzten eid­ genössischen Titel. «Ich schätze die Leistung im Schwingen höher ein als im Fussball. Im Sägemehl muss man sich dem Gegner immer stellen. Die Anspannung ist permanent hoch. Es gibt kei­ ne Möglichkeit, sich zu verstecken oder den Rhythmus zu drosseln.» Das sagt nicht ein erzkonservativer Gralshüter des eidgenössi­ schen Gedankenguts, sondern eine Fuss­ ball-Ikone aus dem deutschen Ruhrpott mit

meisterlicher Trainervergangenheit in Zürich: Friedhelm «Timo» Konietzka. «Als ich 1967 nach Winterthur kam, lernte ich den Schwingerkönig Karl Meli kennen. Eine beeindruckende Persönlich­ keit.» Auch beim FCZ grassierte das Schwing­ fieber. Konietzka, der in seiner Jugend Mitglied eines Ringklubs war, erinnert sich: «Präsident Edi Nägeli schlich sich jeweils davon, um die wichtigsten Feste nicht zu verpassen. Er war ein grosser Schwingfan.» Längst ist auch Konietzka vom SägemehlVirus infiziert. «Ich komme auf sechs bis zehn Feste pro Saison.» Was fasziniert einen Mann, der im Fussball zweimal die deutsche Meisterschale emporgestemmt und neun­ mal das Trikot der DFB-Auswahl getragen hat, am Schweizer Nationalspiel? «Die Atmo­ sphäre ist grandios. Das kann der Fussball nicht mehr bieten.» Nicht mehr? «Heute ist der Besuch eines Fussballspiels leider oft ­gefährlich. Ohne Polizeipräsenz läuft nichts

mehr», so Konietzka, der gleichzeitig auf die sicherheitstechnischen Vorzüge an einem Schwingfest verweist. «Wenn 100 bis 200 Schwinger vor Ort sind, kommt niemand auf die Idee, ausfällig zu werden. Da geht es sonst ruckzuck.» Die Bilanz der Aargauer Kantonspolizei nach dem Eidgenössischen 2007 (Gesamt­ zuschauerzahl: 200 000) gibt Konietzka recht – ohne Wenn und Aber. Die für das Sicherheitsdispositiv abkommandierten zwölf Beamten betreuten aus Arbeitsmangel das Fundbüro.

Alles übers Schwingen Autor Thomas Renggli hat das Wichtigste zusammengetragen. Ab Ende August für ca. 30 Franken erhältlich im Faro-Verlag. www.fona.ch August 201 0· schweizer illustrierte Schwingen


Die bösesten 1895 Biel BE Niklaus Alfred (1870–1949) Köniz

1897 Biel BE

1898 Basel

Thurneysen Alfred (1873–1945) Basel

Blaser Christian (1875–1953) Schwarzenegg

Bossy Frédéric (1872–1923) Payerne

1900 Bern Stucki Hans (1878–1949) Kreuzstr.-Konolfingen

1902 Sarnen OW Stucki Hans (1878–1949) Kreuzstr.-Konolfingen

1911 Zürich Wernli Gotthold (1885–1955) Basel

1921 Bern

Kocher Emil (1875–1936) St-Imier

1905 Interlaken BE Stucki Hans (1878–1949) Kreuzstr.-Konolfingen

1929 Basel

Roth Robert (1898–1959) Bern

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Salzmann Gottlieb (1888–1962) Schangnau-First/ Winterthur

1926 Luzern

Thommen Karl (1892–1968) Zürich

1931 Zürich Roth Hans (1903–1964) Bern

Schneider Albrecht (1881–1941) Trub

1919 Langenthal BE

1923 Vevey VD Roth Robert (1898–1959) Bern

1908 Neuenburg

Roth Hans (1903–1964) Bern

Wernli Henri (1898–1961) Genf/Bern

1934 Bern Bürki Werner (1909–1979) Bümpliz


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Seit 115 Jahren sucht der Eidgenössische Schwingerverband seine Könige am Eidgenössischen Schwinger- und Älplerfest. An den bisher 45 Eidgenössischen wurden 32 unterschiedliche Böse gekrönt.

1937 Lausanne VD Lardon Willy (1916–1992) Court/Murten

1943 Zug

Marti Otto (1915–2002) Scheunen

1948 Luzern Lardon Willy (1916–1992) Court/Murten

1956 Thun BE Holzherr Eugen (1928–1990) Basel

1964 Aarau

1972 La Chaux-De-Fonds NE Roschi David (*1947) Oberwil

1980 St. Gallen Schläpfer Ernst (*1955) Wolfhalden

Bürki Werner (1909–1979) Bümpliz

1953 Winterthur ZH

Vogt Peter (1924–1979) Muttenz

1958 Freiburg i. Ü.

Flach Walter (1928–2006) Hinwil

1961 Zug

Widmer Max (1933–2010) Oftringen

1966 Frauenfeld TG Meli Karl (*1938) Winterthur

fotos: Eidgenössischer schwingerverband

1940 Solothurn

Meli Karl (*1938) Winterthur

1969 Biel BE

Hunsperger Ruedi (*1946) Habstetten

1974 Schwyz Hunsperger Ruedi (*1946) Habstetten

1983 Langenthal BE Schläpfer Ernst (*1955) Herisau

Hunsperger Ruedi (*1946) Habstetten

1977 Basel Ehrensberger Arnold (*1954) Winterthur

1986 Sion VS Knüsel Heinrich (*1961) Abtwil AG

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Frauenfeld 2010 1989 Stans OW Käser Adrian (*1971) Alchenstorf

fotos: Bruno Voser, alex ander dietz / rdb

1998 Bern

1992 Olten SO

Abderhalden Jörg (*1979) Nesslau

2007 Aarau

1995 Chur GR

Rüfenacht Silvio (*1968) Hettiswil

2001 Nyon VD

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Sutter thomas (*1973) Appenzell

2004 Luzern

Forrer Arnold (*1978) Stein SG

Abderhalden Jörg (*1979) Nesslau

Eidgenössische miT erstgekrönten Abderhalden Jörg (*1979) Nesslau

Beim Eidgenössischen 1945 in Bern gabs aufgrund eines unentschiedenen Schlussganges keinen Schwingerkönig. Stattdessen wurden Lardon Willy und Vogt Peter Erstgekrönte. Dasselbe führte 1950 in Grenchen Haldemann Walter und erneut Vogt Peter zum Titel der Erstgekrönten. Hasler Eugen wird 1989 in Stans punktgleich mit Schwingerkönig Käser Adrian Erstgekrönter.


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frauenfeld 2010

Das festprogramm Drei Tage gespickt mit Sport, Kultur, Folklore und Emotionen! Das Schwing- und Älplerfest in Frauenfeld bietet allen etwas.

Schwingen Samstag, 21. August 07.30 Einmarsch der 275 Schwinger auf den Festplatz nach Teilverbänden 08.00 Anschwingen, 1. Gang 10.00 Anschwingen, 2. Gang 12.00 Mittagspause 13.30 Ausschwingen, 3. Gang 15.30 Ausschwingen, 4. Gang 17.30 Ende des sportlichen Teils, anschliessend Festbetrieb

Sonntag, 22. August 07.45 Ausstich, 5. Gang 09.30 Festakt in der Arena 10.30 Ausstich, 6. Gang 11.00 Rangverkündigung für die nach vier Gängen ausgeschiedenen Schwinger im Gabenzelt 12.00 Mittagspause 13.15 Kranzausstich, 7. Gang 14.30 Final Steinstossen in der Arena 15.00 Kranzausstich, 8. Gang Rangverkündigung für die nach sechs Gängen ausgeschiedenen Schwinger im Gabenzelt 16.15 Vorführung der Lebendpreise in der Arena 16.30 Schlussgang 16.50 Live-Interview mit dem Sieger in der Arena 17.00 Schlussakt 18.15 Rangverkündigung in der Arena

Steinstossen Samstag, 21. August 12.00 Qualifikation 20-kg-, 40-kg- und Unspunnenstein 16.00 Final 20-kg-Stein 16.30 Final 40-kg-Stein 19.00 Rangverkündigung 20-kg-Stein und 40-kg-Stein im Hornusserzelt

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in Rapper im Sägemehl? Nicht ganz. Vom Sport sei er fasziniert, meint Bligg: «Schwingen ist sehr traditionell. Aber ich als Schwinger würde im Kreis sehr alt aussehen. Diese Männer sind ja richtige Kästen.» Doch der Rapper ist das musikalische Aushängeschild des Eid­ genössischen Schwing- und Älplerfests in Frauenfeld. Am 21. August tritt er mit seiner Schwing-Hymne an der «Königsgala» von SF 1 auf – vor rund 500 000 Zuschauern. schweizer illustrierte schwingen · August 2010

14.30 Finalwettkampf Unspunnenstein in der Thurgau Arena 17.00 Rangverkündigung Unspunnen­ stein im Gabenzelt

Hornussen Samstag, 21. August 11.00 13.00 17.30

Empfang der Mannschaften Anhornussen Zwischenrangliste

beschwingter rapper Rapper Bligg, 33, ist der grosse neue Star in der Schweizer Schwinger-Szene – dank seinem neuen Song «Legändä & Heldä».

Sonntag, 22. August

Sonntag, 22. August 07.30 09.30 15.30

Empfang der Mannschaften Ausstich Rangverkündigung im Hornusserzelt

Erfolgs-Rapper Bligg ist vom Schwingen fasziniert. «Dieser Sport vertritt Werte, die ich ­befürworte.»


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People- und Lifestyle-Magazin

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