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Walter Roderer wird 90

«Ich war nie verliebt» Seine Frauen. Seine Geheimnisse

h Miss Schweiz Linda Fä

! g n u n n e r T ünde

Die wahren Gr

14. Juni 2010 CHF 4.50


Inhalt

HEFT 24, MONTAG, 14. Juni 2010

Titel Titelfotos Fabienne Bühler, Thomas Buchwalder; Inhaltsfoto Thomas Buchwalder

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Walter Roderer Frauen, Kuchen, Reisen, schöne Autos: Der Bühnenstar führt ein spannendes Leben! Hommage zum 90.

Leute 11 12

18 20 22 56 58

Tagebuch von Nik Niethammer Leute Dieter Meier, Prinzessin Victoria, Andrea Kuster, Michael Elsener, Carlo Janka, Dani Levy, Yvonne Catterfeld Fabian Cancellara Sein ganz persönlicher Auftakt zur Tour de Suisse Defago & Co. Die heissen Wetten der Ski-Nati auf ihre Fussball-WM-Favoriten Linda Fäh Die Miss Schweiz wehrt sich gegen Gerüchte, sie sei fremdgegangen Dina Thoma-Tennenbaum Die Berner Klassik-Agentin ganz privat Stefan Gubser Der Alpen-Schimanski

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u tv-karriere

Der bekannteste Kriminalkommissar der Schweiz: Stefan Gubser ist der neue «Tatort»-Ermittler. Die Schweizer Illustrierte begleitete den Schauspieler exklusiv am Set. schweizer illustrierte

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Inhalt

Politik 28

Franz Steinegger Der Polit-Doyen über die Schweiz in der Krise, Alex Frei und Lena

Fussball-WM 30 33 34

Auftakt Die Schweizer in Südafrika Nelson Mandela Seine Trauer Massimo Busacca Kommt er in den Final?

Gesellschaft 50 Reichenbachs So gehts den Vierlingen! 104 Die Betis Ein Leben für die Berninabahn

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Shopping 65

u sonnenschein Zum ersten Mal am Meer: Die vierjährigen ReichenbachVierlinge Lara, Jasmin, Leila und Nico (v. l.) und ihr Mami Nathalie verbringen traumhafte Ferien in der Südtürkei. Sandstrand, viel Pommes frites – und eine Überraschung!

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Check-up 75 76 78 80

Magenbrennen Das hilft gegen die Säure Gesunde Zähne Richtig putzen! Adolf Ogi Warum der alt Bundesrat den Rücken operieren lassen muss Dr. Stutz meint Aufstand der Hausärzte!

Die Besten 83

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Weekend 91

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, Reisen, Spiele

Party Fotos Malu Barben, Heiner H. Schmitt, Marcel Nöcker

97 Bocuse d’Or Genf, GaultMillau Engelberg 110 AC/DC Bern

104 28 u jubiläum Die Betis arbeiten seit vier Generationen bei der Berninabahn. Ernesto erinnert sich, wie es früher war.

Und … 112 114 100 113

Notabene von Peter Scholl-Latour Die Liste von Helene Fischer Horoskop Leserbriefe / Impressum

u klartext Die UBS habe die Schweiz verraten und für dumm verkauft, sagt Franz Steinegger im Interview.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Cremeschnitten für einen Star Walter Roderer Wie würdigt die

Fotos Marcel Nöcker, Fabienne Bühler

Nik Niethammer, Chefredaktor

Begegnungen Beim Spaziergang auf dem WalterRoderer-Weg in Illnau ZH letztes Jahr im Sommer sprachen Rodi und Stephanie Ringel übers Reisen. Im April 2010 sind beide dann nach Venedig geflogen und mit dem Motorboot in die Stadt gefahren.

Schweizer Illustrierte einen wie ihn, der so viel geleistet hat? Der uns mit seiner Kunst seit so vielen Jahren ein Lachen ins Gesicht ­zaubert? Wie gratulieren wir dem grössten lebenden Schweizer Volksschauspieler zu seinem 90. Geburtstag? Mit einer Hommage! «Herr Roderer, ich möchte mich gerne ein Jahr lang immer wieder mit Ihnen treffen und reden.» Mit dieser Bitte über­raschte SI-Autorin Stephanie Ringel den Bühnenstar bei ihrer ersten Begegnung am 14. Mai 2009. Das habe noch kein Journalist von ihm gewollt, sagte Roderer damals: «Die meisten interessieren sich nur für die Krebs­tode meiner Frauen. Dabei gäbe es so viel anderes zu erzählen.» Roderer wollte kein Interview, er wollte reden, philo­ sophieren: über das Leben. Die Liebe. Das Alter. Den Tod. Die Begegnungen mit Walter Roderer wurden für Ringel zum Erlebnis. «Wir haben uns meistens mittwochs um 13.45 Uhr am Bahnhof in Effretikon getroffen. Ich nahm die S-Bahn von ­Zürich, er holte mich mit dem Auto ab: im Winter mit dem Bentley, im Sommer mit dem Audi TT. Rodi kam nie zu spät.» Sein erster Blick galt immer der Reporterin: Wie geht es dir? Der zweite jener weiss-blauen Plastiktüte in ihrer Hand. Roderer liebt Kuchen, am liebsten den von der Zürcher Confiserie Sprüngli. Und so hat ihm die Journalistin bei ihren neun Be­suchen immer etwas mitgebracht: Himbeer-QuarkTorte, ­Erdbeer-Törtchen, Cremeschnitten. Nachdem das schon lange Ritual geworden war, sagte er einmal: «Als wir in Arbon wohnten, da war ich vier, und mein Grossvater kam jeden Sonntag zu Besuch. Ich stand immer am Gartenzaun und wartete auf ihn. Kaum bog er in unsere Strasse ein, rannte ich ins Haus und rief: Mami, Mami, de Grosspapi het es Päckli braacht.» Im Päckli waren Süssigkeiten für Walter und seine Geschwister. Sie habe zuerst nicht den Mut gehabt, den Schauspieler auf sein Liebesleben anzusprechen, erzählt Ringel. «Bei den ersten Besuchen haben wir übers Reisen geplaudert, über seinen Lebenslauf, sind nach St. Gallen und Arbon gefahren, spazierten auf dem Walter-Roderer-Weg in Illnau.» Erst in diesem Frühjahr sei die Zeit gekommen, über ganz persönliche Dinge zu ­sprechen, auch über sein Verhältnis zu seiner Grossnichte Anina. Es sei eine rein platonische Liebe, sagt Roder, der Angst hat, dass sein Verhältnis zu der 30-Jährigen in der Öffentlichkeit falsch verstanden werden könnte. Wir respektieren diesen Wunsch nach Schutz der Privatsphäre seiner Grossnichte und publizieren kein Foto. Meist gegen 16.30 Uhr fuhr Roderer die Autorin zurück zum Bahnhof. Am Anfang stieg er noch aus, öffnete ihr galant die Beifahrertür und deutete einen Handkuss an. Zuletzt sei er sitzen geblieben. Ihn schmerzen jetzt öfter die Beine. «Ich bin schwächer geworden.» Aber zum Abschied habe er gewinkt und gelächelt wie bei ihrer ersten Begegnung. Stephanie Ringels Hommage an Walter Roderer – ab Seite 36. Ich wünsche Ihnen eine sonnige Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

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Leute dieter meier und familie

Bitte nicht lächeln! u Die Queen tut es. US-«Vogue»-Chefin Anna Wintour ebenso. Selbst Papst Benedikt XVI. kanns nicht lassen. Die Schönen und Mächtigen lassen sich im Stil der alten Meister porträtieren. Naheliegend, dass es Dieter Meier, 65, auch tut. Der Konzeptkünstler und Yello-Musiker liess sich und seine vier Kinder für den neuen En-Soie-Katalog auf Leinwand ver­ewigen. Langes Posieren war nicht nötig. Der Zürcher Star-Maler Pascal Möhlmann kam, nahm Schnappschüsse von den ernst dreinblickenden Meiers und verzog sich ins Atelier. Nur bei Dieter machte der Meister eine Ausnahme: «Ich posierte zwei Stunden. Als ich mich sah, war ich baff!» Das will was heissen! Giuseppe cerrato

Momentaufnahme in Öl. «Ich wollte nicht lächeln. Wer will schon grinsend von einer Wand hinuntergucken», so Anna Meier, 19. Neben ihr (v. l.): Dieter, Sophie, 23, und Francis, 13. Das Porträt von Eleonore, 26, hält Dieter, da die älteste Meier-Tochter in Los Angeles lebt.

Fotos Thomas Buchwalder, Hervé Le Cunff, Scanpix / Keystone, face to face

kronPrinzessin Victoria

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Der Countdown zur Hochzeit läuft

Kronprinzessin Victoria und Daniel Westling freuen sich über das Hochzeitsporzellan. schweizer illustrierte

u Selbst gemalte Bilder, Fahrräder, überdimen­ sionierte Plüschteddys und ein ausgewachsener Bienenschwarm – so ziemlich alles war dabei, als vergangene Woche Kronprinzessin Victoria von Schweden, 32, und der künftige Prinz Daniel, 36, zum Geschenke-Empfang ins Stock­ holmer Schloss luden. Dabei war das neue Porzellan mit VD-Monogramm noch eines der brauchbarsten Hochzeitsgeschenke. Über drei Tage werden sich die Hochzeitsfeierlichkeiten hinziehen: Polterabend am Donnerstag, klassi­ sches Dinner im Stockholmer Rathaus am Frei­ tag und am Samstag die pompöse Zeremonie. Heiraten ist bei den Royals ein Full-Time-Job. av


nachgefragt bei

Ueli Steck Unfreiwilliger Bungee-Jumper Der Berner Extrem­kletterer Ueli Steck, 33, stürzt beim Speedklettern am US-Berg El Capitan ins Seil – 25 Meter tief.

Levy & Catterfeld

Als wäre das Leben zu kurz u Na dann, Prost! In bester Partylaune zeigen sich Regisseur Dani Levy, 52, und Yvonne Catterfeld, 30, vergangene Woche in Berlin. Was gibts denn zu feiern? Exakt vor zehn Jahren hat der Basler die Filmproduktions­ firma X-Filme gegründet – unter anderem mit Tom Tykwer. Und einen neuen Kinofilm hat Levy auch am Start: die Tragikomödie «Das Leben ist zu lang», in der Catterfeld eine der Hauptrollen spielt. Privat nimmt die Schauspielerin den Filmtitel offenbar nicht als Motto: Sie feiert mit Levy und den Kollegen Alexandra Neldel, Joachim Krol und Volker Schlöndorff, als wäre das Leben viel zu kurz. av

Sommerparty an der Spree: Regisseur Dani Levy und Schauspielerin Yvonne Catterfeld.

Herr Steck, was tut Ihnen am meisten weh? Ich bin mit blauen Flecken und Schürfungen an der Schulter und am Oberschenkel davon­ gekommen. Aber so ein 25-Meter-Sturz ins Seil ist ja nichts Ungewöhnliches. Das sagen Sie! Schweizer-Illustrierte-OutdoorFotograf Robert Bösch bezeichnet Ihren Sturz als «nahe am Bungee-Jumping»! Beim Speedklettern nimmt man solche Stürze in Kauf und hat ein spezielles Sicherheitssystem, das, wie man sieht, bestens funktioniert. Ich bin nicht der Erste, der solch einen Abgang macht. Zusammen mit dem US-Amerikaner Alex Honnold wollten Sie in der «Nose»-Route (1000 Meter) den Speedrekord brechen. Moment, wir haben nie etwas von Rekord gesagt. Wir schauten einfach, wie schnell wir die «Nose» klettern können. Bereits beim dritten Versuch benötigten wir nur 3 Stunden 45 Minuten. Will man den Rekord, muss man viel mehr Zeit investieren. Der Rekord liegt bei 2 Stunden 37 Minuten. Wie könnten Sie eine Stunde schneller klettern? Wir müssten die Kletterpassagen, alle Griffe und Tritte auswendig lernen. Würde ich eine ganze Saison in den El Capitan investieren, käme ich dem Rekord wohl sehr nahe. Nächstes Jahr also brechen Sie den Rekord? Nein, das interessiert mich nicht. Ich kam hierher, um vom El-Capitan-Speedklettern zu lernen. Mein Ziel sind die grossen Wände im Himalaja. Hier in den USA habe ich Dinge gelernt, die ich dort brauchen kann. Welchen 8000er peilen Sie denn an? Es ist zu früh, um etwas zu sagen. Haben Sie nie Lust auf Sandstrandferien? Nein, das interessiert mich nicht. Ferien heisst für mich: Klettern an der Wärme. Was sagt Ihre Frau Nicole zum 25-Meter-Sturz? Natürlich ist es für sie nicht immer einfach, damit umzugehen. Wir haben aber ein System gefunden, das funktioniert. Nämlich? Das zu erklären, wäre zu kompliziert. Interview Marcel Huwyler

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Leute

Miss Earth Schweiz Andrea Kuster mit Freund Grégory in ihrem Zimmer zu Hause in Lyss BE.

andrea kuster

Ihr Lächeln tut Gutes u Sie ist schön, clever und setzt sich für andere ein: Andrea Kuster, 23, die neue Miss Earth Schweiz. «Der Titel passt besser zu mir als der einer ‹regulären› Schönheitskönigin.» Als Kind verteilte sie zusammen mit den Eltern in der Heimat ihrer philippinischen Mutter Medikamente.

Später lebte die Wirtschaftsstudentin gar ein halbes Jahr in den Slums von Manila und erteilte später Kindern in Vietnam kostenlos Englisch-Unterricht. Andreas grösster Fan: Freund Grégory Holzapfel, 29. Das Paar lernte sich in einer Bank kennen. «Andrea arbeitete am

Schalter, ich hob Geld ab. Sie meinte, dafür könne ich ihr ja ein Geburtstags­ geschenk kaufen», erzählt Grégory lachend. Der Spruch sass: Andrea bekam vor knapp zwei Jahren nicht nur eine grosse Packung Pralinen – sondern ihren Traummann gleich dazu! sandra casalini

Michael Elsener

Immer auf dem Sprung u Roger Federer, Andreas Moser oder Ueli Schmetzer: Für die TV-Sendung «Giacobbo / Müller» schlüpft Michael Elsener, 24, mühelos in fremde Rollen. «Michael ist ein begnadeter Parodist mit der nötigen Portion Bosheit», lobt Mike Müller den Zuger. Mit seinem ComedyProgramm «Copy & Paste» tourt Elsener erfolgreich durchs Land. Tabus kennt er keine. Auch privat kann er sich kleinere Scherze nicht verkneifen. Ist ein Restaurant mal ausgebucht, gibt er sich am Telefon als Roger Federer aus. «Das klappt immer. Wenn vor Ort der Schwindel dann auffliegt, mache ich eine kleine FedererShow, und alle sind zufrieden.» BaH

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Fotos Kurt Reichenbach, Marcel Nöcker

Talent im Hoch Das Seebad Seelikon liegt nur wenige Minuten von Michael Elseners Zuhause in Zug entfernt: «Morgens mag ich die Stimmung am See besonders.»


Leute wer liebt wen

Glücklich mit Smilla u Ihr Glück heisst Smilla! «Kulturplatz»-Moderatorin Eva Wannenmacher, 39, und ihr Lebenspartner Stefan, der seit sechs Jahren an ihrer Seite ist, freuen sich über ihr zweites gemeinsames Kind. Die zweieinhalbjährige Greta und der 13-jährige Fabio (aus ihrer Ehe mit Tele-Züri-Moderator Hugo Bigi) machen die Patchwork-Familie komplett.

u Verliebter denn je sind Anita Buri, 31,

und Freund Stephan Meier, 28. Vor zwei Monaten ist der Beach-Soccer-Spieler zur Ex-Miss-Schweiz und ihrem Sohn Jeremy in der Nähe von Baden gezogen. Anita: «Wir geniessen das Leben zu dritt und sind sehr glücklich.» u Eine Hochzeit wie im Märchen: Thomas Doll, 44, ehemaliger Trainer des Fussball-Vereins Ham­ burger SV, gab vor einer Woche seiner Auser­ wählten, der Zürcherin Biljana, 34, in der Enge-Kirche in Zürich das Ja-Wort. Anschliessend gabs ein Ständchen von Sängerin Tanja Dankner.

Mo–Fr, 18.40 Uhr So, 18.50 Uhr Stars in dieser Woche u Linda Fäh u Gökhan Inler u Jan Bühlmann u Pirmin Schwegler u Zaha Hadid u Prinzessin Victoria

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6250.–

10 000.–

Carlo janka

Was kostet Carlos Welt? u Genau 73 000 Franken! Für ein Entwicklungsprojekt in Caruaru (Brasilien) versteigerte Olympiasieger und Gesamtweltcup-Gewinner Carlo Janka seine liebsten Ski-Utensilien vom vergangenen Winter – und spendete selber noch 10 000 Franken dazu. «Ich habe die letzten zwei Jahre einiges verdient. Jetzt ist es an der Zeit, dieses Geld

sinnvoll einzusetzen.» Spendabel zeigten sich auch die Gäste an der Janka-Charity auf dem Zürichsee: Ein Skitag mit Carlo ging für 7500 Franken weg, die Skijacke von Vancouver für 4000 Franken. Carlo zeigte sich fast schon euphorisch «Unglaublich, wie die Leute mitmachen. Ich bin überwältigt.» alejandro velert

Rose

kaktus

annemarie huber-hotz Freiwilligenarbeiterin u Seit 200 Jahren, lange vor der Gründung des Sozialstaates, engagiert sich die Schweizerische Gemeinnützige Gesellschaft (SGG) für Menschen in unserem Land, denen es nicht gut geht. Freiwillig. SGG-Präsidentin Annemarie Huber-Hotz vergab anlässlich des Jubi­läums erstmals den mit 100 000 Franken dotierten Frei­ willigenpreis an die Lebensmittelhilfe «Tischlein deck dich». Dieser Einsatz, liebe Frau Huber-Hotz, verdient eine Rose!

Dominique Baettig SVP-Nationalrat u Dominique Baettig aus dem Jura will die Schweiz vergrössern. Umliegende Grenzregionen, so der SVPler, sollen Antrag auf Eingliederung in die Schweiz stellen können. Etwa das Elsass (F), Baden-Württemberg (D) oder Voralberg (A). «Meine Idee ist provokativ, aber trotzdem seriös», findet er. Warum, Herr Baettig, gestalten Sie Ihre Fusionsvisionen nicht etwas grosszügiger und annektieren auch den US-Bundesstaat Arizona – wo ganz viele Kakteen wachsen?

Fotos SF, Hervé Le Cunff, Muriel Hilti / tilllate.com, Handout, Bundeskanzlei, Christian Lanz

u Im September wird Tele-Züri-Moderatorin Maria Rodriguez, 36, zum ersten Mal Mutter: «Es wird ein Bub!» Nun wurde vor dessen Niederkunft noch schnell geheiratet: Vergangenen Dienstag sagte die Zürcherin mit spanischen Wurzeln Ja zu ihrem Freund, dem Musiker Alexis Amitirigala, 35.

4750.–

Für einen guten Zweck! Carlo Janka versteigerte ­seinen OlympiaHelm, die RiesenslalomStartnummer von Vancouver und den GoldSki von Atomic. «Weil ich damit anderen Menschen helfen kann, mache ich es gerne.»


Illustre Siegerehrung in Lugano: Ariella Kaeslin mit Fabian Cancellara und Cornèr­card-Direktor Alessandro Seralvo (r.).

Alle jagen Fäbu hinterher Bei der Cornèrcard Cancellara Challenge gaben Promis Vollgas

R

asierte Beine, Hightech-Velos und isotonische Getränke. Die Ambi­tionen der 250 Hobby-«Gümmeler», die einen Startplatz bei der 1. Cornèrcard Cancellara Challenge ergattert haben, sind hoch. «Unglaublich, wie sich die Leute vor­ bereitet haben, ich bin extrem beeindruckt», staunt Fabian Cancellara. Dabei geht es auf der originalen Prolog-Strecke der Tour de Suisse gar nicht darum, möglichst wenig Zeit auf «Fäbu» zu verlieren. Gewinner ist, wer seinen Rückstand auf den Weltmeister und Olympiasieger möglichst genau vor­ hersagt. «Aber wenn man einmal auf der 7,6 Kilo­meter langen Strecke ist, kommt der sport­liche Ehrgeiz eben doch hoch», sagt Bernhard Russi. 6 Minuten und 11 Sekunden werde er auf Cancellara einbüssen, schätzt Russi vor dem Start – am Ende sinds 5 Minuten 52 Sekunden. Russi kommt mit ölverschmierten Händen ins Ziel. «Ich hatte einen Defekt, das fuchst mich jetzt richtig.

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Aber ohne den wäre meine Schätzung ja noch schlechter gewesen!» Cancellara braucht für die 7,6 Kilometer lange Strecke 10 Minuten und 21 Sekunden. Patrick Rohr, Kommunikationsberater und Ex«Quer»-Moderator, fuhr 2006 mit dem Velo von Zürich nach Amsterdam. «Aber diese paar Kilometer hier waren fast anstrengender. Trotzdem bin ich extrem stolz, dass Ariella Kaeslin nur eine halbe Minute schneller war als ich!» Auch die Kunstturnerin gab Vollgas: «Ich wollte es eigentlich easy nehmen, aber das liess dann der Kopf nicht zu.» FDP-Präsident Fulvio Pelli nimmts gemütlicher: «Ich habe keine Ambitionen, Fabian zu schlagen. Deshalb rasiere ich mir auch nicht die Beine», scherzt er. Auch Cornèr-Bank-Besitzer Vittorio Cornaro siehts locker: «Ich hatte nicht mal Zeit, um zu trainieren, deshalb schätze ich meinen Rückstand auf 20 Minuten.» Am Ende verliert der Banken-Chef knapp acht Minuten auf «Fäbu». Der Berner hat doppelt Grund zur Freude: «Ein perfekter Tag», sagt Cancellara nach seinem Sieg am TdS-Prolog. «Meine Challenge gab mir einen Extra-Schub Motivation.» Text alejandro velert, Fotos hervé le cunff


Leute

Cornèr-Bank-Besitzer Vittorio Cornaro: «Mitmachen ist hier alles.»

FDP-Präsident Fulvio Pelli wurde überholt, genoss es trotzdem.

Kunstturn-Europameisterin Ariella Kaeslin: «Es hat riesig Spass gemacht.»

Ski-Star Sandro Viletta war in Top-Form – überholte fünf «Konkurrenten»!

Verdiente Abkühlung. Sport-Manager Giusep Fry (l.), Patrick Rohr und Ariella Kaeslin sprangen gleich nach der Zieldurchfahrt in den Luganersee.

Bernhard Russi (r.) vor dem Start zu Patrick Rohr: «Patrick, hast du trainiert?» Antwort Patrick Rohr: «Ja, aber nur mental.» schweizer illustrierte

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Ski-Nati an FussballNati: «Bring en hei!» Die Aufstellung (stehend, v. l.): Marc Gini, Markus Vogel, Daniel Albrecht, Tobias ­Grünenfelder, Patrick Küng, Carlo Janka und Martin Rufener. Vorne (v. l.): Ambrosi Hoffmann, Ami Oreiller, Didier Défago, Christian Spescha, Sandro Viletta, Marc Gisin.

«Alles ist möglich!» Auf Mallorca büffeln die Schweizer Ski-Cracks Kondition für die nächste Saison. Und schliessen heisse Wetten, wer in Südafrika gewinnt.

u Strampeln,

strampeln, strampeln. Mindestens 100 Kilometer, jeden Tag. Die Schweizer Ski-Stars schwitzen auf Mallorca bereits jetzt für den kommenden Winter. Bicycle Holidays Max Hürzeler stellt die Touren zusammen und organisiert die Velos, strampeln müssen die Ski-Stars aber selber. «Eine Schinderei», sind die sich einig. Und auch wenn Skifahren ihr Beruf ist: Heiss diskutiert wird vor allem Fussball. Sandro Viletta hätte als Jugend­ licher sogar fast den Weg zum Fussball-Profi eingeschlagen. «Wer weiss, ob es gereicht hätte. Ich galt als sehr talentiert, aber das ist man im Engadin noch schnell mal», sagt er und lacht.

Olympiasieger Didier Défago kann sich sogar an jedes Tor erinnern, das er als Junior erzielte. «Kein Wunder, es waren ja auch nur drei!» FCZ-Sympathisant Marc Gini vermisst im Nati-Kader Johan Vonlanthen: «Mit seiner perfekten Technik hätte er dem Team sicher helfen können.» Und auf wen tippen die Ski-Stars? Je drei Stimmen erhalten Spanien und England, zwei sind für Holland, und je einmal wird auf Deutschland und Argentinien getippt. Alejandro Velert Doris Leuthard, Sepp Blatter, Alex Frei, Massimo Busacca: Die Schweiz an der Fussball-WM – ab Seite 30.

ssball «Zuerst grillen, dann Fuch ein mi für ht schauen, so sie s. Ich perfekter WM-Abend auim eiz hw Sc die ss da tippe, Von da Achtelfinal ausscheidet. nern lie Ita n de an ­drücke ich die Daumen» Marc Gini, Weltcup-Sieger im

«Ich glaube an unsere Nati. ­Stephan Lichtsteiner gefällt mir besonders, er hat Power. Wenn unsere Jungs gewinnen, ziehe ich durch die Gassen und hupe, was das Zeug hält» Sandro Viletta, Filigran-Techniker auf den Ski – und am Ball

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Slalom


Leute «Die Schweiz kann eine Überraschung schaffen! Gegen Spanien spielen wir unentschieden, Chile und Honduras schlagen wir. Und wenn es dann gegen Brasilien geht, ist auch eine Sensation möglich!»

Fotos Benjamin Soland / Blick Sport

Didier Défago, Olympiasieger 2010 in der Abfahrt

Mehr zur Fussball-WM: www.schweizer-illustrierte.ch schweizer illustrierte

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Künftig allein unterwegs? Linda Fäh im Garten des Palazzo Salis in Chiavenna (I). Die Miss Schweiz beteuert, dass es keinen neuen Mann in ihrem Leben gibt.

«Ich musste

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Trennung

Da waren sie noch glücklich Linda Fäh und Dejan Gavrilovic am 27. September 2009 am Morgen nach der Wahl zur Miss Schweiz. Text rené Haenig Fotos marcel nöcker

Und wieder hat es eine Miss erwischt: linda fäh trennt sich von ihrem Freund. Nach fünfeinhalb Jahren. Der Grund? «Meine Gefühle haben sich anders entwickelt.» Allen Gerüchten zum Trotz versichert sie: «Es gibt keinen Neuen.»

es tun»

P

alazzo Salis im italienischen Chiavenna vergangenen Donnerstag. Vor wenigen Stunden verkündete Linda Fäh, 22, ihr Liebes-Aus. Am Tag danach lächelt sie schon wieder. Das ist ihr Job. Die Miss Schweiz posiert für Beldona in Dessous. Kein Gedanke an Jugendfreund Dejan ­Gavrilovic, 23. Er ist abserviert. Nach fünfeinhalb Jahren. Überraschend? Nicht unbedingt! Von den letzten zehn Missen trennten sich sieben noch während ihrer Amtszeit. Zuletzt Whitney Toyloy, die Karim für Millionärssohn Carl Hirschmann fallen liess, und davor Amanda Ammann, die ihren Sebastian für einen Kameramann in die Wüste schickte. Nun Fäh. Auch sie versichert, wie so viele vor ihr, dass es keinen Neuen gibt. Im Interview mit der Schweizer ­Illustrierten wirkt Linda kühl, mitunter gereizt. Sie scheint ihre Gefühle unter Kontrolle zu haben. Andererseits verblüfft Linda. Etwa, wenn sie sagt: «Es gibt Momente, in denen ich traurig bin, dass es so weit gekommen ist.» Linda, wann haben Sie sich getrennt? Vor zwei Wochen. Via SMS, wie das heute so üblich ist? Sicher nicht! Wenn man so lange zusammen war wie wir, macht man nicht per SMS oder am Telefon Schluss. Was ist passiert? Zu den Gründen möchte ich mich nicht näher äussern, auch aus Respekt gegenüber Dejan. Gabs schon länger Streit oder Probleme? Nein. Die Trennung kam überraschend – auch für mich. u schweizer illustrierte

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Feine Salatsaucen, die im Handumdrehen gelingen.

u Nach ihrer Wahl im Herbst klang Linda noch zuversichtlich: Kurz und bündig antwortete sie damals auf die Frage, was sie für den Erhalt ihrer Liebe zu Dejan tun wolle: «So bleiben, wie ich bin!» Da hat die Bankangestellte noch nicht die leiseste Ahnung, was sie in der Glamourwelt erwartet, in die sie von heute auf morgen hineinkatapultiert wird: Als Miss umschwärmt, mit Kom­plimenten überhäuft – sicher auch mit manchen Avancen von Männern konfrontiert. Auf Gerüchte angesprochen, wonach sie sich Ende vergangenen Jahres in Südafrika auf ein kurzes Abenteuer eingelassen haben soll, reagiert Linda sichtlich entrüstet. «Da ist tausendprozentig nichts dran.» Weder bei ihr noch bei Dejan seien neue Partner für die Trennung verantwortlich. Linda: «Ich kann ihm nichts vorwerfen – und er mir auch nicht.»

Aber es muss doch etwas ganz Konkretes vorgefallen sein, dass Sie die Trennung jetzt verkünden? Es gibt keinen konkreten Anlass. Wir sind auch nicht im Streit auseinander. Aber es

Das Leben geht weiter Linda Fäh posiert vergangenen Donnerstag im Palazzo Salis im italienischen Chiavenna für eine neue Beldona-Kampagne. Dass sie sich gerade getrennt hat, lässt sie sich nicht anmerken.

liebe im rampenlicht? klar! Diese beiden Miss-Schweiz-Kandidatinnen glauben an ihre Beziehung – auch im Amtsjahr.

Knorr Salat Mix …

... mit Öl & Wasser mischen …

… umrühren und geniessen.

Verlobt Jasmin Brunner.

Verliebt Sabrina Guilloud.

u «Als Model bin ich oft unterwegs. Deshalb ist es für mich und meinen Verlobten Alex nicht ungewohnt, für mehrere Wochen getrennt zu sein. Sollte ich die Wahl gewinnen, würde er aus unserer Wohnung in London zu mir in die Schweiz ziehen. Im Gegenzug würde ich meine freien Tage kon­sequent mit ihm verbringen. Wir planen, in den nächsten ein bis zwei Jahren zu heiraten. An diesem Vor­haben könnte mein Sieg nichts ändern.»

u «Ich bedaure Lindas Trennung, hätte aber keine Angst um meine Beziehung, falls ich gewinnen sollte. Im Gegenteil, mein Freund Kai und ich sehen uns als besonderes Paar, das seit bald drei Jahren durch dick und dünn geht. Als Miss Schweiz würde ich ihn so oft wie möglich mitnehmen und einbinden, damit er Einblick in meine neue Welt bekommt. Aber klar, ich wäre diejenige, die sich im Amtsjahr bewusster um unsere Beziehung bemühen müsste.» DZ


Trennung

«Das ist ja wohl logisch, dass ­Tränen geflossen sind – bei beiden» Linda Fäh

ist menschlich, dass sich Gefühle ver­ändern. Was meinen Sie damit? Meine Gefühle für Dejan haben sich anders entwickelt. Das ist mir in den vergangenen Wochen bewusst geworden. Ich musste mir einfach eingestehen, dass ich meinem Herzen folge und meinen Weg erst mal allein gehe. Ich musste es tun. Empfinden Sie Dejan gegenüber noch Gefühle? Er ist für mich nach wie vor eine ­ wichtige Person. Ich kann nicht einfach die gemeinsamen Jahre löschen. Vermissen Sie ihn? Dazu will ich nichts sagen. Darf man das so verstehen, dass gar nichts mehr da ist? (Gereizt.) Nein! Das kann auch etwas ganz anderes heissen. Und was, bitte? Ich will Dejan weder Hoffnungen ­machen, noch möchte ich ihn mit irgendwelchen Aussagen verletzen. Seit Anfang Jahr tauchte Linda kaum noch mit Dejan bei Anlässen auf. Ein Anzeichen dafür, dass es also doch schon länger kriselte? «Nein», versichert Linda. Dass sie sich als Paar rargemacht hätten, sei auf Anregung der Miss-SchweizOrganisation passiert. Linda: «Ich sollte mich besser von Freundinnen oder Familienmitgliedern begleiten lassen. Diesen Rat habe ich befolgt.» Raffy

Locher von der Miss-Schweiz-Organisa­ tion bestätigt das. Und er nennt zwei Gründe für diese Empfehlung. Erstens würden Kunden für den Auftritt der Miss Schweiz Geld bezahlen und nicht für den Auftritt ihres Partners. Bei Linda sei hinzugekommen, dass Dejan besonders im Blickpunkt der Medien stand. Locher: «Wir können nicht noch den Partner der Miss managen. Ausserdem kann so was auch gefährlich werden für das Image der Miss Schweiz.»

Die Trennung lässt einige Fragen offen. Dejan selbst will sich nicht äussern. «Das ist privat», sagt er am Telefon knapp. Lindas Schritt kann die renommierte Paartherapeutin und Psychologin Julia Onken nachvollziehen. «Es ist möglich, dass sich Linda, bevor sie zur Miss Schweiz gewählt wurde, mit einer vielleicht nicht unbedingt aufregenden leidenschaftlichen Beziehung zufriedengab. Inzwischen hat sie aber eine ganz andere Welt kennengelernt, und in dieser hat die alte Beziehung, die eher als Linda, haben Sie sich im Vorfeld der langweilig empfunden wurde, keinen ­Trennung jemandem anvertraut? Platz mehr.» Ja, ich habe mit meiner besten Freundin Ähnlich sieht es auch die deutsche und mit meiner Mutter gesprochen. Autorin und «Bunte»-Expertin Eva Um sich Rat zu holen? Kohlrusch. «Im Gegensatz zu Männern Nein. Sie würden mir auch nie reinreden trennen sich Frauen nicht erst, wenn und sagen, was ich tun oder lassen soll. ein neuer Partner im Spiel ist. Frauen Ich redete mit ihnen vor allem über bewerten vielmehr ihre bestehende meine veränderte Gefühlslage. Partnerschaft. Wenn sie merken, dass es Sie und Dejan wollen «versuchen» , anders läuft, als sie es sich ursprünglich Freunde zu bleiben. Was heisst das? vor­gestellt haben, beenden sie eine Am Anfang einer Trennung ist das wohl Be­ziehung.» Der Eintritt in die mit dem etwas schwierig. Wir sahen uns ja bisher Missen-Titel verbundene Glamourwelt jeden Tag, telefonierten oder schrieben spiele eine weitere Rolle. «Da bekommt uns SMS. sie plötzlich Aufmerksamkeit und Jetzt herrscht Funkstille? Anerkennung, die sie bis dahin nicht Wir haben nichts abgemacht. Das werden erfuhr. «Wenn Linda jetzt aus der wir sehen. gewohnten Schale ausbricht, muss das Sie erzählen alles sehr kühl und emotionsgegenüber Dejan auch nicht heissen, los. Sind keine Tränen geflossen? dass er ein blöder oder mickeriger Kerl Das ist ja wohl logisch, dass Tränen ist. Nur: Linda hat aufregende Momente geflossen sind – bei beiden. erlebt – ohne Dejan.»  schweizer illustrierte

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Heimatidylle Franz Stein­egger in Weggis LU am Vierwaldstättersee.

«Wir waren nützliche Idioten» Jahrelang habe die Schweiz einen sinnlosen Kampf fürs Bankgeheimnis geführt, sagt Ex-FDP-Präsident Franz Steinegger. Höchste Zeit, dass sich das Land von den Banken löst. Text Sascha buchbinder Foto Marcel Nöcker

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as für eine Session: Das Parlament wirft dem Bundesrat Untätigkeit bei der UBS-Krise vor. Gleichzeitig weigert sich der Ständerat, die Banken stärker zu regulieren, und der Nationalrat verwirft den UBS-Staatsvertrag. In Bern geht alles drunter und drüber! Zeit für ein klärendes Wort von «Katastrophen-Franz», dem Krisen­ experten des Landes. Herr Steinegger, ist die Schweiz noch handlungsfähig? Wir gehen durch eine schwierige Phase. Aber unser System führt letztlich immer zu einer Lösung. Auch beim UBS-Deal werden wir mit Ach und Krach einen vernünftigen Entscheid bekommen. Dass Bundesrat und Mitteparteien derart an die Wand gespielt werden, beunruhigt Sie nicht? Das ist ungewohnt. Jetzt reden alle von der Verantwortung von Bundesrat und

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Parlament. Aber auch das Volk trägt Verantwortung. Die Stimmbürger haben 2003 und 2007 die Pole gestärkt und damit die Blockade ermöglicht. Das Volk muss sich seiner Verant­ wortung bewusst werden. Viele, die jetzt jammern, haben ihren Teil zur Entwicklung beigetragen. Beim Staatsvertrag sagt die SVP erst «Nein», dann «Ja, aber». Dann «Nein» wegen der Boni-Motion. Dann «vielleicht Ja» mit einem Boni-Postulat. Darf eine Bundesratspartei so kopflos agieren? Schauen Sie sich die Internet-Blogs und Leserbriefe an: 90 Prozent der Kommentare sind negativ. Niemand kann das noch nachvollziehen. Die SVP blockiert den Staatsvertrag wegen der Boni-Steuern, gleichzeitig ist sie für eine Boni-Lösung mit der MinderInitiative. Das ist absurdes Theater wie von Ionesco (lacht)! Ihre Partei ist aber auch nicht ganz unschuldig. Die FDP stemmt sich gegen eine Überprüfung der Rolle der UBS, nur um den eigenen Bundesrat zu schonen. Viel zu klären gibt es nicht mehr. Aber es trifft zu: Die FDP hätte die Rahmen-

w Intervoiceh e W r e d it Franz m er Steinegg

bedingungen für den Finanzplatz schon vor zwei Jahren klären müssen. Und das hätte keine Position sein dürfen, die einfach bei den Grossbanken ab­geschrieben ist. Vor allem aber ist es peinlich, wenn der Bundesrat nur jammert, dass wir bei den G-20 nicht dabei sind. Wir müssen doch wissen, wie wir unseren Finanzplatz regeln wollen! Ich warte immer noch auf einen Vorschlag. Zumal der Direktor der Nationalbank in der G-20-Kommission ist, die diese Fragen regeln soll. Wir müssten doch unseren Mann unter­ stützen! Leider spielen da personelle Konstellationen eine unglückliche Rolle. Machen wir einen Strukturwandel durch, der so tief geht, dass einfach niemand mehr die Richtung weiss? Man antizipiert zu wenig, was passieren könnte! Das Bankgeheimnis ist geradezu modellhaft. Zwei Jahre lang gaben alle – ausser der SP – dogmatische Erklärungen für ein reines Bank­geheimnis ab. Aber ein Bankkunden­geheimnis, das von Grossbanken missbraucht wird, um Kunden im Ausland bei der Steuerhinterziehung zu helfen, ist nicht haltbar. Das konnten alle schon lange sehen. Aber statt zu handeln, drohte die SVP mit einer Volks­initiative, und bei der FDP reagierten die massgeblichen Leute, als hätte der Papst eine Erklä-


von der Heide beim Eurovision Song Contest zwei Punkte von Georgien bekommt, dann zeigt das doch: Wir sind nicht mehr beliebt. Ist das ein Beliebtheitswettbewerb, oder geht es um gute Musik? Von der Heide singt bestimmt besser als Lena. Die Geschmäcker sind verschieden. Wir verstehen die Welt nicht mehr? Die Frage ist: Mach ich Kunst für eine Elite, oder mach ich gute Unterhaltung für Pub-Besucher? Wenn ich ehrlich bin, muss ich zugeben, dass Lena auch mich ein bisschen mitgerissen hat. Aber ich bin da kein Spezialist, und mein 17-jähriger Sohn hört anderes, nämlich Rap. Musikalisch ist das nicht so interessant, dafür von den Sprüchen her umso mehr. Alles ändert sich. Wenn Sie Berggipfel besteigen – was sehen Sie dann? Alpen 2.0, ein Freizeitpark für russische Oligarchen? Da mach ich mir keine Sorgen. Aus­ ländische Investoren können in der Schweiz nicht so viel «vercheiben». Ich bin auch Präsident der Bergbahnen in Andermatt. Deshalb weiss ich: Den meisten Bahnen fehlt das Geld für verrückte Projekte. Ich bezweifle auch, dass spektakuläre Einrichtungen nachhaltige Investitionen sind. Aber die Nachfrage nach noch mehr Erschliessung, die kommt nicht von Russen, sondern grösstenteils von Schweizern. Sind die Finanzprobleme der Bahnen ­ nicht eine Einladung für Investoren, sich die Berge unter den Nagel zu reissen? Grundsätzlich schon, aber wenn man sieht, wie lange es dauert, bis man in der Schweiz Richtplan, Rahmenbewilligung und Konzession in den Händen hat – das sind enorme Hürden, und die Umweltverbände nehmen sehr viel Einfluss. Die Nachhaltigkeit kommt bestimmt nicht unter die Räder. Die vergangene Woche endete in Sorge um den verletzten Fussballer Alex Frei. Freis Leistungen waren in letzter Zeit nicht mehr so überragend. Natürlich wäre es schön, wenn er rasch gesund würde. Aber vielleicht ist das auch eine Chance für einen anderen Stürmer, damit Frei mit gutem Grund nicht die ganzen 90 Minuten spielen muss. Apropos Rücktritt mit gutem Grund: Wenn Max Göldi hoffentlich bald in die Schweiz zurückkommt, wäre das der Zeitpunkt, an dem Bundesrat Merz in Pension gehen könnte? Ich war seinerzeit Mitbewerber für dieses Amt. Deshalb äussere ich mich nicht zur Causa Merz. 

Franz Steinegger

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Alt Nationalrat, aber nicht im Ruhestand

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«Katastrophen-Franz» im Einsatz

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begeisterter Gipfelstürmer

2003 zog sich Steinegger aus der Politik zurück. Er und seine Frau Ruth Wipfli Steinegger betreiben gemeinsam eine Anwaltskanzlei in Altdorf UR.

Als besonnener Koordinator bei Lawinen­ niedergängen und Hochwasser wurde Steinegger landesweit berühmt. Von 1977 bis 1987 leitete er den Urner Krisenstab.

«Die Vernagelung der Schweiz ist an eine Grenze gekommen», meint Steinegger. «Vernagelt» sind Berge, die mit Klettersteigen für Flipflop-Touristen verbohrt wurden.

Persönlich Geboren in Flüelen UR am 8. 3. 1943 karriere 1973 wird Steinegger Gemeinderat in Flüelen. 1980–2003 ist er Nationalrat. 1989–2001 Präsident der FDP. 1999 rettete er die Landesausstellung Expo.02 u familie Steinegger ist verheiratet und hat zwei Söhne im Alter von 33 und 17 Jahren u

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Fotos Bruno Voser, Hervé Le Cunff, RDB

rung abgegeben. Niemand wollte das Problem lösen. Die Schweiz agiert rückwärtsgewandt? Alle hatten Angst, dass das Volk den bestraft, der sich zuerst bewegt. Dabei hätte man das Bankgeheimnis im Inland erhalten, aber dem Ausland Rechtshilfe gewähren können. Wir hatten doch schon 2003 mit den Amerikanern Hilfe bei «Betrug und Ähnlichem» vereinbart. Mit «Ähnlichem» war bestimmt nicht Schokolade gemeint, sondern Steuerhinterziehung. Die SVP hat vorgemacht, wie erfolgreich ihr permanenter Wahlkampf ist, und die anderen haben die Methode kopiert? Resultat: Die Parteien sitzen wie der Hase vor der Schlange! Wie kommt das Land zu einer Politik, die nicht kleinstaatlich ist, sondern unserem wirtschaftlichen Gewicht entspricht? Wahrscheinlich ist die Schweiz das einzige Land, in dem die Wirtschaft diese Klärung vorweggenommen hat. Bei Economiesuisse ist der Werkplatz gegen den Finanzplatz aufgestanden. Das ist einmalig! Die Politik hat das bisher nicht nachvollzogen, aber das kommt schon noch. Es klemmt beim Austausch zwischen Wirtschaft und Politik? Der Austausch findet statt, aber zu wenig ehrlich. Die Bankleitung wusste längst, dass die Strategie nicht aufgeht. Ich warnte schon vor Jahren in einer hochkarätigen Runde: Es wäre tragisch, wenn wir noch heldenhaft im Graben kämpfen, und die Obersten vergnügen sich schon im Puff. Schon vor zehn Jahren zeichnete sich ab, dass die Politiker als nützliche Idioten herhielten. Die momentanen Diskussionen über die Schweizer Identität – sind sie ein Zeichen für Anpassungsschmerzen oder nur für Wehleidigkeit? Wir sind verunsichert, weil wir das Gefühl haben, wir werden nicht mehr geliebt. Aber wir hatten einfach Probleme im Steuerbereich wegen Praktiken, die tatsächlich inakzeptabel sind. Ich bin stolz auf den Finanzplatz, aber der funktioniert auch ohne Steuer­hinterziehung. Die tragische Ironie dabei: Viele junge Bankkunden hatten Schwarzgeld geerbt. Wenn die zu guten Anlageberatern kamen, dann wurde ihnen bei der Legalisierung geholfen. Das waren historische Altlasten, die viele Kunden gern ausgeräumt hätten. Wir hätten sie viel früher unterstützen müssen. Das Gefühl der Isolation geht aber über den Steuerstreit hinaus. Wenn Michael

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Charmante WM-Offensive Endlich ist es so weit: Die ganze Welt schaut auf südafrika! Und die Schweiz ist dabei und mittendrin – ganz prominent vertreten.

«Ein Traum wird wahr» u Es muss Balsam für seine Seele sein. Bei der Eröffnung «seiner» FussballWeltmeisterschaft betritt Fifa-Präsident Joseph S. Blatter, 74, Hand in Hand mit Südafrikas Staatschef Jacob Zuma, 68, die Bühne im Orlando-Stadion in Soweto – und wird wie ein König be­jubelt. «Ein Traum wird wahr. Afrika kann stolz sein», sagt der redegewandte Walliser zum Volk, das ihm zu Füssen liegt, weil er sich vehement für eine Austragung in Afrika eingesetzt hat. Vor vier Jahren in Deutschland erntete er noch Pfiffe. Doch solche Anfeindungen

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beeindrucken den machtbewussten Blatter, seit zwölf Jahren im prestigeträchtigen Amt, überhaupt nicht. Nächsten Sommer will er für eine vierte Amtszeit bis 2015 kandidieren. Die Stimmen der afrikanischen Verbände dürften Blatter sicher sein. Nicht zuletzt, weil er bereits seit den ersten WMPartien wieder sein diplomatisches Geschick einsetzt. Das ohrenbetäubende Vuvuzela-Getröte sei in Afrika eben Kultur, so Blatter: «Ein Verbot wäre eine Diskriminierung.» Dafür lieben sie ihn auf dem Schwarzen Kontinent. ilona scherer

Fotos Matt Dunham / AP / Keystone, Michael Buholzer / Reuters, Fabrice Coffrini / AFP

Frenetisch gefeiert von Afrika: Fifa-Präsident Sepp Blatter (l.) mit Südafrikas Staatschef Jacob Zuma.


Energieschub von oben u Mittelfeldspieler

Pirmin Schwegler dürfte kurz leer geschluckt haben: Nationalcoach Ottmar Hitzfeld überreichte Bundespräsidentin Doris Leuthard, 47, bei ihrem Besuch im Training in Vanderbijl­ park ein Nati-Trikot mit der Nummer 20. Schweglers Nummer! Seinen Platz wird sie ihm aber bestimmt nicht wegnehmen, die 20 ist rein zufällig gewählt worden. Leuthard bedankte sich charmant, schenkte jedem Spieler «als Extra-Motivation» eine Sigg-Flasche mit Widmung in vier Sprachen, wünschte dem Team viel Glück und verabschiedete sich zum Eröffnungsmatch nach Johannesburg. Seit Sonntag ist Leuthard wieder in der Schweiz und sitzt jetzt wie alle Fans «stolz vor dem Fernseher und ­jubelt». Hoffentlich! is

Zugeknöpft: Captain Alex Frei bangte am Wochenende immer noch um seinen Einsatz.

Knöchel der Nation

Bundespräsidentin Doris Leuthard präsentiert das Geschenk von der Nati: ein Trikot mit der Nummer 20.

u Spielt er? Spielt er nicht? Der ver­ stauchte «Knöchel der Nation» von Nati-Captain Alex Frei, 30, beschäftigte vor dem ersten WM-Spiel gegen Spanien (16. Juni) die Fussball-Schweiz. Auch die medizinische Abteilung der Nati übte sich in Diplomatie. Gut möglich, dass der Rekord-Torschütze (40 Treffer in 75 Länderspielen) erst am kommenden Montag gegen Chile einsatzbereit ist. Ein weiterer Rückschlag für Frei, der eben erst von einem Armbruch genesen ist und schon an der Euro 2008 grosses Pech beklagte: Bänderriss im Eröffnungs­ spiel! Das Pech von Frei war damals freilich das Glück von Hakan Yakin: Er rückte ins Team und schoss alle drei Schweizer Tore. Diesmal steht auch Eren Derdiyok in den Startlöchern. Bange muss den Fans also nicht sein … is

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Echte Herzlichkeit oder MarketingTrick? SI-Reporter Niedermann am Flughafen mit fröhlichen Einheimischen und Vuvuzela-Tröte.

Fotos Remo Nägeli, Handout / Nelson Mandela Foundation / Reuters

Ayoba! Let’s go!

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Kriminalität! Winterkälte! Chaos! Jetzt bin ich also da. Mehr als 8000 Kilometer von zu Hause entfernt. Und bestens vorgewarnt. Südafrika, das Land der lauernden Gefahren und drohenden Unannehmlichkeiten. Hinter jeder Ecke ein potenzieller Räuber. Lauter überforderte Wilde. Und eine Bise Mitte Juni, die gnadenlos unter die Kleider fährt. Doch jetzt muss es einmal gesagt sein: alles wahr! Mir kann man kein X für ein U vor­machen. Es hat schon im Flieger angefangen. Mittelplatz, Reihe 36. Danke, Swiss! Vor mir johlende Holländer, hinter mir dauerquasselnde Mexikaner, links eine dänische Familie mit zwei quengelnden Buben. Und rechts mein Fotograf Remo, der zwar nichts falsch macht, aber eben genau dort sitzt, wo ich auf den elf Stunden Flug Richtung Johannesburg gerne mal meine Beine ausgestreckt hätte. Wer das überstanden hat, lässt sich von röhrenden Vuvuzela-Klängen und kreischenden Trillerpfeifen im Ankunftsgebäude des O. R. Tambo Airport nicht täuschen. Das riecht und tönt untrüglich nach Touristen-Nepp. 20 Schwarze, ausgelassen tanzend, ganz in Gelb? Standort-Marketing! Tausend mal «very welcome to South Africa» aus lauter lachenden Mündern? Ablenkung von den Gaunern, die mit Sicherheit irgendwo draussen auf uns warten! Heillos verstopfte Autobahnen mit nicht zählbaren, wild schaukelnden und hupenden Autos, denen schweizer illustrierte

aus jeder Öffnung gelb-grün-rote Fahnen quellen? Was für ein Mangel an Disziplin im Strassenverkehr! Doch ich hege Hoffnung auf eine WM in geordneten Bahnen. Nach einer Stunde Autofahrt vom Flughafen erreichen wir das Emerald Resort & Casino. Das Epizentrum schweizerischer Fussballbegeisterung! Vanderbijlpark. Für mindestens 20 Tage das Zuhause von Ottmar Hitzfeld, seinen Spielern und uns Journalisten. Paradiesisch! Nichts zu hören, nichts zu sehen, nichts zu tun. Zürichs Public-Viewing-Verantwortliche hätten ihre helle Freude. Die totale Abgeschiedenheit fern aller weltlichen Versuchungen. (Vom Casino mal abgesehen.) Am Horizont grüsst eine Gruppe Kühltürme des örtlichen Kohlekraftwerks. Ein wahrer Kraftort. Barnetta und Co. out in Africa. Und morgen steigen wir dann unterwegs auch mal aus dem Auto aus. Wär doch gelacht, wenn wir nicht herausfänden, weshalb hier eigentlich alle so fröhliche Gesichter machen.  Iso Niedermann, 48, SI-Sportchef, schreibt über die WM in seinem Blog. Täglich online!

Mehr zur Fussball-WM 2010: www.schweizer-illustrierte.ch


Tragödie um Mandela Südafrika feiert die WM, doch Nelson Mandela weint: Seine Ur-Enkelin starb bei einem Autounfall in Johannesburg.

Nelson Mandela und Zenani. Fifa-Chef Josef S. Blatter schrieb an Mandela: «Die gesamte Fussballfamilie trauert mit Ihnen.»

u Es ist eine zärtliche Geste voller Vertrauen: Zenani umarmt ihren Urgrossvater Nelson Mandela. Die Kleine schmiegt sich an den Grossen. Ein inniger Moment, der sagt: Komm nur, ich beschütze dich, mein Kind! Doch Nelson Mandela, der ehemalige Präsident Südafrikas und Friedensnobelpreisträger, der Mann, der die Apartheid überwand und das Land in den Frieden führte, konnte Zenani nicht helfen. Die 13-Jährige starb durch einen Autounfall – nur zwei Tage nach ihrem Geburtstag. Zenani Mandela hatte das Eröffnungskonzert in Soweto besucht. Stars wie Shakira, die Black Eyed Peas und Alicia Keys eröffneten diese WM. Ein Sport­ ereignis, für das Nelson Mandela unermüdlich gekämpft hatte. Als Südafrika 2004 den Zuschlag bekam, strahlte er und erklärte, er fühle sich wie ein 15-Jähriger! Auf der Rückfahrt vom Konzert nach Hause knallte der Mercedes um 0.35 Uhr in der südlichen Innenstadt von Johannesburg in einer Rechtskurve gegen die Leitplanke und dann gegen eine Laterne, wie die «Bild»-Zeitung berichtet. Der Fahrer soll betrunken gewesen sein. Gegen ihn wird wegen fahrlässiger Tötung ermittelt. Mandela erlitt viele Tragödien. Seine Tochter Makaziwe starb als Baby, sein Sohn Madiba Thembekili bei einem Autounfall, der andere Sohn Makgatho an Aids. Zenanis Tod ist vielleicht der schlimmste Schicksalsschlag für den 91-Jährigen. Und trotzdem liess der Nationalheld vor dem Auftaktspiel Südafrika gegen Mexiko tröstende und ermunternde Worte an sein Volk ausrichten: «Das Spiel muss beginnen, und ihr alle müsst es geniessen.» Das Land hört auf ihn: Es feiert, auch in der Trauer.

Stephanie Ringel schweizer illustrierte

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Vor seiner Abreise an die WM lässt sich Schiedsrichter Massimo Busacca in Monte Carasso TI massieren.

Ein Schweizer im Final? der WM zu sein als Schiedsrichter, das ist schon so, wie einen Final zu leiten.» Massimo Busacca, 41, ist happy. 2009 wurde er zum weltbesten Schiedsrichter erkoren. Nun ist der bescheidene Cafeteria-Geschäfts­ führer aus Monte Carasso TI in Südafrika, wartet auf seine Einsätze. Wirds gar der Final sein? «Ich konzentriere mich wie immer völlig aufs nächste «Ich bin stolz auf ihn.» Stefania Spiel.» Für seine Arbeit in Busacca über ihren Massimo. Südafrika wird der leidenSie kennen sich seit 1993. schaftliche Schiri mit rund 50 000 Franken entlöhnt. Daheim fiebert Stefania mit – die Frau, mit der er Mitte Mai vor dem Traualtar stand. «Im Moment ist es mir untersagt, in seiner Nähe zu sein. Doch wir unterhalten uns per Skype und Webcam», sagt die Produktions-Assistentin beim Tessiner Radio. Ein bisschen nervös sei sie schon. «Doch Massimo hat sich gut vorbereitet, hat grosse Erfahrung.» In Südafrika wird ihr Mann ein Kruzifix an seiner Schiri-Pfeife hängen haben, wie immer. Massimo: «Das hilft mir.» Auch wenn man sich als Schiedsrichter getäuscht habe – «man muss überzeugt sein, die richtige Entscheidung getroffen zu haben. Wenn du zweifelst, bist du tot.» Zu Hause spreche ihr Mann selten über die Kritik, die er einstecken muss, erzählt Stefania. «Mir gehen solche Vorwürfe nahe, doch ich muss sie akzeptieren.» Die Tessinerin freut sich auf die Spiele von Hitzfelds Truppe. Wie auch ihr Massimo. «Ich bin einer der grössten Fans unserer Nati. Forza!» Christian Rappaz / L’ Illustré

Fotos Blaise Kormann / L’illustré

u «An


Fr端hsport Jeden Morgen macht Walter Roderer Wassergymnastik. Seit 33 Jahren.


unterwegs

Autorin Stephanie Ringel traf Walter Roderer ein

Jahr lang immer wieder: in Illnau ZH, St. Gallen und Venedig.

«Ich bin ein Gefühlsmensch» Der grösste Volksschauspieler der Schweiz feiert seinen 90. Geburtstag! Wir haben den stillen Star Walter ­Roderer zu seinen Lieblingsorten begleitet und lüften seine letzten Geheimnisse: Um die dritte Frau in seinem Leben, wen er verletzte, was in seinem Testament steht. Und wann seine glücklichsten Tage waren.

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Venedig und was ihn dort in seiner Jugend betörte u Der Engel lächelt, der Bengel auch. Schelmisch, spitzbübisch wird sein ­Gesichtsausdruck, wenn Roderer sich erinnert: Als er 30 war, vier erotische Wochen mit Esther Brunner genoss, bevor die reiche Malerin nach Paris ging und Roderer, der arme Komödiant, zurück nach Zürich. Jedes Jahr reist «Rodi» einmal in die Lagunenstadt. Er wohnt immer im Hotel Metropole, immer in Zimmer 225.

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hommage


Hommage


«Häsch zue­glosed? Ich pflanz dir äs wiisses Bluemämeer!» u Friedhof Illnau, auf dem schmiedeeisernen

Kreuz steht: Lenke Roderer Mekkey 1918–1996. Den Platz neben ihr hat sich «Bänzi», so rief seine erste Frau den Volksschau­spieler, reserviert. Auf dem Grab wird einst eine Platte aus Melser Granit liegen, darauf eine metallene Pergamentrolle mit der Aufschrift Walter Roderer 1920–2070. «Klingt doch gut!», sagt er. «Lenke war eine humorvolle Frau, sie würde lachen.»

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Hommage


Kindheit, Krankheit und wovon der junge Walter träumte u Walter Jakob Roderer wurde am 3. Juli 1920, Sternzeichen Krebs, in St. Gallen in eine Angestelltenfamilie geboren. Er hat eine ältere Schwester, einen jüngeren Bruder. Mit elf stirbt er fast an einer Brustfell-Entzündung, entdeckt im Krankenbett die Literatur. Danach geht er oft ins Naturbad Drei Weihern, lernt dort Gedichte auswendig, beginnt von einer Karriere als Operettenstar zu träumen. Zum ersten Mal seit 71 Jahren kehrte er nun dorthin zurück.

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Was er liest, welche Kunst er in seinem Museum des Lebens mag u Ein Bilderrahmen aus saftigem Efeu an Roderers Haus, darin er selbst, er liest einen Fanbrief. Fßr Romane hatte er nie Zeit, heute interessieren sie ihn nicht mehr. Sein Lieblingsmaler ist Auguste Renoir. Das Gemälde hinter ihm erinnert an den franzÜsischen Impressionisten, ist aber ein Urlaubsmitbringsel seiner verstorbenen Frau Lenke.


hommage Text Stephanie Ringel Fotos Fabienne Bühler, Marcel Nöcker

E

r stösst beide Fensterflügel weit auf, das macht er immer so, dreht sich zur Sonne, schaut nach rechts, nach links und sagt: «Jetzt bin ich angekommen. Endlich!» Draussen schnattern japanische, amerikanische, deutsche Touristen, türkis glitzert die Lagune. Und drinnen, in Walter Roderer, pocht das Herz schneller als sonst. Denn jedes Mal fällt sein Blick auch auf einen kleinen Palazzo in der Nachbar­ schaft: «Da drüben», sein rechter Zeige­ finger saust durch die Luft, «da hatte ich wohl die schönsten Tage meines Lebens.» Dann sinkt er aufs Bett von Zimmer 225. Jedes Jahr reist Walter Jakob Roderer einmal nach Venedig. Alles hier ist Ri­tual. Er wohnt immer im Hotel Metropole, im­ mer im gleichen Zimmer, 1. Stock. Und, das kann man an der Stelle auch gleich verraten, abends isst er am Fischmarkt in der Trattoria Antica Torre bei Gianni am liebsten «cozze» – Miesmuscheln. Tagsüber träumt er im Schatten der mächtigen Backsteinkirche San Giovanni e Paolo, wie er als junger Spund durch die Gässchen streifte. Fast ohne Geld, denn von seinen letzten Franken hatte er sich in Zürich einen hellblauen Pulli gekauft, den er dann vier Wochen lang anhatte. «Rodi» legt sich hin, die Arme ent­ spannt im Nacken. Über seinem Kopf ein mächtiger goldener Engel. Schoko­braune Seidentapeten, mokkabrauner Teppich. Eine Brise Seewind bläht die weisse Gar­ dine zum Segel. Am 3. Juli wird der «Der Muster­ gatte», der «Schweizer namens Nötzli» 90 Jahre alt. Unvergessen diese Theater­ stücke, in denen er das Leben der Klein­ bürger parodierte: witzig, frech, neu. Sketche wie «D Bass-Giige» oder «De Fackelzug» sind heute Klassiker auf Youtube, genauso wie seine Werbespots für Coop, die SBB oder Mitsubishi. Der Volksschauspieler war immer der mit den dicken Brillengläsern, dem Schildkröten­ hals und dem Rundrücken. Das dichte weisse Haar kringelt sich in langen Löck­ chen hinterm Ohr. Doch die Frisur sitzt. Roderer geht nie zum Coiffeur. Wenn ihn die Eitelkeit packt, greift er zur Küchen­ schere und stutzt vor dem Badezimmer­ spiegel selbst die Mähne. «Reisen reisst mich aus dem Alltag», sagt er jetzt, richtet sich langsam auf und greift nach seinem schwarzen Gehstock mit dem Silbergriff, «das gibt der Seele und dem Ego Auftrieb.» Reisen ist Rode­

rers Leidenschaft. Er «kennt die Schweiz wie seine Westentasche», hat das Land mit dem Militärvelo erfahren. Kein Pass war ihm zu hoch, kein Tal zu lang. Fuhr als junger Mann von St. Gallen über München nach Wien. Von St. Gallen über Grenoble, Nizza nach Marseille, schlief im Zelt. Später ging er mit seiner ersten Frau Lenke drei Monate auf Weltreise. Und mit seiner Theatertruppe spielte er in Hongkong, Berlin, San Francisco. Aber die Reise, auf der er sein Herz verlor, führte ihn nach Venedig. Er war gerade 30 und verdiente sein Geld mit Blumen-Umtopfen in einer Gärtnerei. Roderer hakt sich mit links bei mir ein. In der rechten Hand der Stock. Wir trippeln los über die Riva degli ­Schiavoni. Ignorieren die afrikanischen Handtaschenverkäufer und ihr «Good price»-Geschrei. Steigen langsam über eine Brücke, dann noch eine, und stehen bald vor jenem venezianischen Palast, an den die Erinnerung wie Feuer in ihm brennt. Einst ein Stundenhotel mit ­Appartementvermietung, heute das Viersternehotel Bucintoro. Der Concierge ­lächelt, «ma certo, signore», gerne zeigt er uns das Zimmer und nimmt Schlüssel 303 von der Wand. Rodi wird an meinem Arm noch ein bisschen schwerer. «Jetzt bin ich ganz melancholisch», sagt er. Ein Kämmerchen. Holzdielen, holz­ getäfelte Wände, ein kleines Fenster, al­ les wie damals, nur renoviert. Der Grund für seine Melancholie heisst Esther Brun­ ner. Seine Leidenschaft aus Uni-Zeiten. Mit ihr verlebte Roderer an genau diesem Ort hinter genau diesem Fenster vier erotische Wochen. Esther, die Kunst­ studentin, Tochter aus reicher Zürcher Familie, Malerin. Und Roderer, der mittellose Germanistikstudent, Aushilfs­ gärtner, Mann mit Schauspielambition. Esther zeichnete, Rodi kaufte Brot, Fisch, Wein und kochte. «Damals fühlte ich mich wie ein Venezianer! Ich lernte, was ‹dolce far niente› – süsses Nichtstun – heisst und: Amore, Amore, Amore.» Verschämt blickt der Concierge zur Seite und Roderer sagt: «Ach! Sie war reich, und ich war arm. Ich dachte nie, dass ich für sie infrage komme! Aber – sie hat mich gemocht.» Esthers Weg verlor sich in Paris. ­Roderer kehrte heim nach Zürich. Wieder draussen in der warmen Mai-Sonne, stützt sich Roderer schwer auf seinen Stock und schaut noch mal hoch zum Fenster. «Wissen Sie, es gibt in meinem Leben drei Frauen. Schlaflose Nächte oder Schmetterlinge im Bauch hatte ich wegen

keiner. Restlos erlegen? Nur noch aufs Herz gehört? Den Verstand ausgeschal­ tet? Nein, das kenne ich nicht. Mit vielen Frauen hatte ich intime Beziehungen. Aber: Ich war nie in sie verliebt!» Was ist Liebe? «Ehrfurcht und Anerkennung. Das hat mit Sex nichts zu tun.» Rodi, Sie waren mit Lenke, Ihrer ersten Frau, 44 Jahre lang verheiratet! «Und ich behaupte, wir hatten eine gute Ehe. Sie stand immer zu mir, vor allem in finanziell schlechten Zeiten. Ich habe sie aus Dankbarkeit geheiratet. Sie muss vieles geahnt haben und hat kein Wort darüber verloren. Sie bedeutet mir bis heute am meisten – ihr Humor, ihr ­ungarischer Akzent haben mich im­ mer gerührt.» Und mit Ihrer Bühnenpartnerin Ruth Jecklin waren Sie gleichzeitig über drei Jahrzehnte ein Liebespaar …? «… Mein Gott, es gibt so viele hüb­ sche, junge Frauen, da passierte es halt mal … Mit der Ruth bin ich um die ganze Welt getourt. Ich habe ihr immerhin ihren grössten Wunsch erfüllt.» Sie haben sie 82-jährig geheiratet. «Ja, aber ehrlich gesagt aus Mitleid. Sie wollte mich. Ich habe ihr immer gesagt: ‹Du bist Frau Nummer zwei.› Das war grausam, aber wahr. Sie wollte mich trotzdem. Ich pflegte sie, genau wie Lenke, bis zu ihrem Krebstod 2004.» Die dritte Frau ist Anina? Ihre 30-jäh­ rige Grossnichte, die Sie auf der Be­ erdigung von Ruth kennenlernten … «… Ja, die Tochter des Sohnes mei­ ner Schwester. Sie war Tänzerin in Berlin und lebt heute in Florenz. Auf meine Empfehlung lernt sie Italienisch. Sie will bald ein Bed & Breakfast-Hotel eröffnen, das ich mitfinanziere. Wir waren in Indi­ en, Thailand, Hongkong, Istanbul, auch Venedig. Es ist schön, zu sehen, wie sie die Reisen geniesst. Ich wollte nie Verantwor­

Gedächtnis aus Papier Im schmalen Adressbuch notiert Roderer seit Jahren persönliche Telefonnummern mit schwarzer Tinte. schweizer illustrierte

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Therapiestunde Wenn er mal traurig ist , steigt er in seinen Bentley, 245 PS, fährt in den Thurgau und fühlt sich bald vögeliwohl.

tung übernehmen für eigene Kinder, dabei bin ich ein Gefühlsmensch. Anina ist wie eine Tochter für mich, die ich bewah­ ren und pflegen möchte.» Im Bildband über Ihr Leben haben Sie einen Brief an Anina abgedruckt. «Da sage ich: ‹Wir schätzen, wir lieben uns.› Das klingt anrüchig, das versteht doch keiner. Ich habe auf unseren Reisen nie mit ihr in einem Zimmer übernachtet! Sie ist der einzige Mensch, den ich noch habe. Sie soll keine Existenzangst haben, wenn ich nicht mehr bin. In meinem Testament ist sie Haupterbin. Das weiss mein Bruder.» Jetzt hakt er sich bei mir ein, und wir trippeln am Wasser zurück, Möwen schreien. In den vergangenen Monaten haben wir oft im Wohnzimmer oder auf

Der Geniesser Ein Fitnessteller, ein Süssmost, und Roderer ist glücklich. Hier im Vier-Wellen-Hotel Bad Horn am Bodensee.

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der Terrasse von Roderers Haus am Walter-Roderer-Weg in Illnau ZH gesessen und über das Leben nachgedacht. Sein Haus (geschätzte 2,5 Millionen Franken) hat er selbst entworfen, im «toskanischen Stil», wie er es nennt, 33 Jahre wohnt er schon dort. Seit er 1994 die Schauspielerei aufgab, ist das kleine Dorf sein einziges Nest. Im Wohnzimmer eine fuchsbraune Ledercouch, sein kleiner Schreibtisch, ein Telefon mit sehr grossen Tasten – ­seniorengerecht. Auf Regalen zerlesene Reisebildbände, vergilbte Fotoalben, ­Souvenirs wie Steine, Holzfiguren, Teddy­ bären, kurz ein Museum des Lebens. «Das hat alles Lenke dekoriert. Nach ihrem Tod vor 13 Jahren habe ich nichts verändert.» Daneben liegt Rode­ rers Laptop, sein abgegriffenes NokiaHandy, mit dem er gerne SMS verschickt. Vor dem Kamin: drei Prix Walo, darunter der Ehren-Prix-Walo und der Telepreis, beide von 2010 in Anerkennung für sein Lebenswerk. «Die Preise freuen mich sehr, aber sie kommen eigentlich spät.» In seinen Dankesreden sagte Roderer spasseshalber: «Sie haben Glück, dass ich überhaupt noch lebe.» Roderer war nie eine dominante Figur in der Schweizer Schauspielerszene, trotz seinen grossen Erfolgen. Er spielte mit Walter Giller, Hans Gmür, Karl Suter. Mit Stephanie Glaser und Maria Becker. Und doch: «Ich war immer ein Aussen­ seiter», sagt er. Ein stiller Star. So still, dass das Schweizer Fernsehen dieses

Jahr den grössten Volksschauspieler der Schweiz nicht mal mehr zur Verleihung der Swiss Awards einlud. Seine Tage sind ruhig, er sagt: «Ich liege so gerne im Bett. Es ist schön, wenn man nichts mehr muss.» Gegen 9 Uhr wird er geweckt. Roderer frühstückt nicht, er bruncht: Nescafé, Vollkornbrot, ein Ei, Wurst, Gurken, körniger Frisch­ käse. Danach folgt Verdauungs-Sport im eigenen Pool: 30 Minuten Wasser­ gymnastik. Jeden Tag, seit 33 Jahren. Trotz den fünf Bypässen. Roderer ist ein Geniesser. Er geht noch zu Theaterpremieren, zu Theater­ vorstellungen. Vor allem liebt er die Fahrten in seinem moosgrünen Bentley oder dem nachtblauen Audi TT Coupé. Die Ausflüge füllen meist die Zeit zwischen Schwimmen und Abendessen. Einmal sind wir nach St. Gallen, ja, man kann schon ­sagen, «ausgefahren». Im Bentley, creme­ farbene Ledersitze, Wurzelholzverklei­ dung. Nach 71 Jahren war Rodi zum ersten Mal wieder an den Drei Weihern. Hier lernte er schwimmen, hier rezitierte er, an langen Sommer-Nachmittagen, sein Lieblingsgedicht von Joseph Eichendorff: «Welt o Welt, o lass mich sein / locket nicht mit Liebesgaben / Lasst dies Herz alleine haben / seine Wonne, seine Pein.» Rodi schnallt sich im Auto selten an, dafür schiebt er ein schmales Kissen in seinen Rücken und legt den Gehstock auf den Beifahrersitz. Dann schiebt er ein Klavierkonzert von Mozart ein und gibt


Was kommt noch? «Action ist mir zuwider», sagt der 89-Jährige in seinem Wohnzimmer an der Balkontür. «Mir reicht es, mich zu spüren.»


hommage Gas. «Autofahren ist für mich Therapie. Um auf andere Gedanken zu kommen, muss ich mich nur ins Auto setzen. Nach ein paar Kilometern ist mir wieder vögeliwohl.» Roderer geniesst auch, dass er noch lebt. «Action ist mir zuwider. Dieses Lau­ te, Schnelle. Mir reicht es mittlerweile, im Sessel zu sitzen und mich zu spüren. Die Augen zu schliessen und zu merken, wie mein Leben atmet. Das ist doch ein Wunder! Ich schaue gerne zurück und würde alles wieder genauso machen.» Träume? «Nein. Wenn ich die nächs­ ten zehn Jahre so weiterleben kann, bin ich zufrieden.» Glauben Sie an Gott? Wir sassen auf seiner Terrasse, die wilde Blumenwiese im Garten stand kniehoch. «Ich bin kein Kirchgänger. Aber ich habe eine Beziehung zu Gott. Ein Baum, der wächst, ein Kind, das geboren wird – das kommt ja von irgendwo her. Da muss eine Macht dahinterstehen, eine Kraft. Die nenne ich: Gott.» Was passiert nach dem Tod? «Wenn da nichts wäre, das wäre gemein. Ich stelle mir einen Paradies­ garten vor. Ich treffe die Menschen wieder, die ich lieb hatte. Idealerweise

frei von Ge­brechen und Streit.» «Sie sind gesund. Was, wenn sie pflegebedürftig werden?» «Ich bin schon seit zehn Jahren bei Exit. Sterbe ich an einem Herzstillstand – gut. Sieche ich dahin, rufe ich rechtzeitig die Sterbeorganisation an. Ich will keinem zur Last fallen und selber entscheiden, wann ich gehe. Und zwar mit den Füssen voraus aus meinem eigenen Haus.» Noch tragen ihn seine Füsse durch Venedig, wo der Himmel und das Wasser blau sind. Blau ist seine Lieblingsfarbe. Sein braunes Hemd mit den grossen weis­ sen Kreisen sei 30 Jahre alt, noch immer Top-Qualität, es habe einst das Vermögen von 150 Franken gekostet. Neue Kleider brauche er nicht, er trägt sie lieber aus. In der Innentasche seines Sakkos stecken, selbst hier, sein braunes Notizbüchlein mit allen Telefonnummern, daneben ein blauer und ein roter Filzstift. Manchmal auch: Autogrammkarten. Das Hotel Metropole – hier kom­ ponierte Vivaldi die «Vier Jahreszeiten» – ist nur noch ein paar Schritte entfernt. Davor zehn Tische unter sonnengelben Schirmen. Der Kellner kennt ihn, Rodi setzt sich, das Wasser plätschert an die Quai­

Elternhaus Die Familie Roderer wohnte drei Jahre im «Negerdörfli» in Arbon: «Jesses Gott, als Bueb bin ich da umenandgsprunge.» mauer, die Speisekarte gibts auf Englisch, Deutsch und Chinesisch. «Ich bin durchs Reisen näher zu mir selbst gekommen. Ich war begeistert, habe mich in Orte verliebt und an Menschen verloren. Dann fährt man weg, und es bleibt nur eins: die Erinnerung. Das macht mich nicht wehmütig – ich emp­ finde dabei Trost. Denn: Letzten Endes ist jeder Mensch allein.» Roderer nippt an seinem Sprizz, dem Aperitif aus Aperol, Weisswein und Mineralwasser, er lächelt in die Sonne. 


vierlinge

Vier gewinnt! Die ReichenbachVierlinge machen zum ersten Mal Ferien am Meer. In der TĂźrkei geniessen sie Sonne, Sand und Unmengen von Pommes frites. Und erleben eine protzige Ăœberraschung.

Sandstrand


Wellenbrecher Lara, Jasmin, Nico und Leila (v. l.), die sechsj채hrigen Vierlinge aus Kerzers FR, am Strand nahe Kusadasi in der S체dt체rkei.

-Quartett

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vierlinge

«Das ist für uns wie im Märchen. Solche Ferien könnten wir uns doch sonst niemals leisten» Nathalie Reichenbach, 37

Viermal «Reichenbach», viermal «08.07.03». Nico, Jasmin, Leila und Lara (v. l.) präsentieren am Flughafen Zürich ihre Identitätskarten. Mit Rollkoffer und Plüschtier gehts anschliessend zum Check-in.

Rutschparade Mami Nathalie und ihre Viererbande (v. l.: Nico, Leila, Lara, Jasmin) vergnügen sich im Kinder-Aqua-Paradies des Hotels.

Landet hart, ist dafür sanft zu Kindern Der Sun-Express-Copilot empfängt die vier, nach der Landung in Izmir, im Cockpit der Boeing.

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Die «chlorreichen» sechs Nathalie Reichenbach (r.), ihre Schwester Eveline Burgener und die «beflügelten» Kinder im Pool ihrer Strandvilla.


Text marcel huwyler Fotos Malu barben

D

er türkische Grenzbeamte am Flughafen Izmir stutzt. «Dört?», raunt er, mustert misstrauisch die vier Kinder und nestelt an seinem schuhbürstengrossen Schnauz herum. Die Schweizer Identitätskarten der Kin­ der sind ihm nicht geheuer. Er beäugt die Ausweise doppelt so kritisch wie sonst, kontrolliert sämtliche Daten drei­ mal – und sieht doch alles vierfach. Vier­ mal steht da «Reichenbach», viermal das gleiche Geburtsdatum: «08.07.03». Dann begreift der Mann endlich, strahlt die Kinder an, lacht und gluckst immer wie­ der: «Dört, dört!» Nathalie Reichenbach kann kein Türkisch, trotzdem versteht sie, was den Mann so verzückt. «Ja, vier», bestätigt sie, «meine Vierlinge.» Jasmin, Nico, Lara und Leila, die Reichenbach-Vierlinge aus Ker­ zers FR sind in den Ferien. Vier Tage Südtürkei, vier Tage Meer, baden und Pommes frites essen. Und das Beste: Der

Reisekonzern Hotelplan hat die Familie ein­geladen. Aus Anlass des 75-JahrFirmenjubiläums offeriert der Reise­­ver­anstalter den Vierlingen samt Mami und Tante Eveline Gratisurlaub im Hotel Carpe Diem Claros Resort & Spa nahe der ­Ägäisstadt Kusadasi. Für die vier Sechs­ jährigen ein Riesenabenteuer – und das beginnt schon am Flughafen Zürich. Mit ihren Rollköfferchen zieht der Reichenbach-Konvoi zum Check-inSchalter und hievt – «Grüessech!» – das Gepäck aufs Förderband. Weil Nico sei­ nen Koffer nicht aus den Augen lassen will, hechtet er dem wegrollenden Ge­ päck hinterher. Die Dame am Schalter will sterben, Mami Nathalie bleibt gelas­ sen und angelt sich ihren Buben zurück, bevor ihn der Gepäckschacht ver­ schluckt. «Nico ist halt der zappligste der vier», sagt sie mit der Seelenruhe ei­ ner nervengestählten Mehrlings­mama. Nathalie Reichenbach, 37, wohnt mit den Kindern allein. Sie und ihr Ehemann haben sich getrennt, die Scheidung läuft. Die alleinerziehende Mutter lebt

mit ihrer Schar am Existenzminimum, bekommt Alimente und Sozialhilfe. Im Sommer besuchen Nico, Lara und Jas­ min die 1. Klasse, Leila die Kleinklasse. Sie hinkt in der körperlichen und geisti­ gen Entwicklung ihren Geschwistern hinterher. Leilas «Sprache» besteht aus 30 Wörtern und drei Gesten: Daumen hoch, waagerecht und runter. Jetzt gerade ragt ihr Daumen ener­ gisch nach oben, denn die Reichenbachs sitzen im Flugzeug nach Süden. Der erste Flug der vier! Lara faszinieren die «Wolkenberge», Jasmin blättert im «Prinzessinnen & Pony»-Heftli, Leila schnuppert am servierten Essen (Dau­ men waagerecht mit Tendenz nach unten), und Nico fesselt sich selber mit dem Sitzgurt. Drei Stunden Flug – und noch ahnt die Familie nicht, was für ein Geschenk in der Türkei auf sie wartet. Die Überraschung trägt die Hausnummer 8. Die Reichenbachs logieren nicht wie erwartet im Hotel, sondern in einer Strandvilla. Der Pracht­ bau hat kapellenhohe Räume, unzählige schweizer illustrierte

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Blasorchester Viermal zwei Fl端geli aufzublasen, braucht viel, viel Luft. Die Reichenbachs in ihrer Villa.


vierlinge Vier am Brutzeln Nach dem ersten Bad im 18 Grad kühlen Meer dösen die Kinder auf Liegestühlen und lassen sich von der Sonne trocknen.

«Das Meer ist sauer, äh, nein, salzig. Und ein wenig grösser als der Murtensee» Lara Reichenbach, 6

Bettgeschichten Vor dem Einschlafen treffen sich die vier in einem der Riesenbetten und schauen noch ein Märchenbuch an.

­ adezimmer, riesige Sofalandschaften, B noch riesigere Flach-TV-Bildschirme, Sauna, Cheminée, Pool und – einen Butler! Der junge Mann im taubengrauen Anzug und dem samtschwarzen Haar stellt sich als «Unsal» vor. Die Mischung aus Armani-Model und Theologiestudent erklärt, er sei für «VIPFamily Reichenbach» zuständig, «day and night». Die überforderten Neu-VIPs stehen baff da, Mami Nathalie kann «dieses Märchen» nicht fassen. Leila «spricht» für alle: Daumen bolzengerade hoch. Für die Vierlinge bedeutet ­Ferien vor allem: Pommes frites essen. «Das gibt es daheim sonst nie», erklärt Mama Nathalie und entlässt ihre Schar ins Strandkaffee Maximus, wo Chromstahlwannen voller frittierter Köstlichkeiten auf die Kinder warten. Nathalie hätte jetzt Lust auf ein Glas Wein. Ob sie ihren Butler rufen soll? Sie ziert sich; VIP sein, das muss sie erst noch lernen.

Dann – das erste Bad im Meer! Jasmin fragt, wie viel Wasser sie schlucken dürfe, Lara kommt zum Schluss, das Meer sei «ein wenig grösser als der Murtensee», Nico behauptet, hier sei alles voller Haie, worauf Leilas Daumen mit einer zackigen Abwärtsbewegung reagiert. Es wird gespritzt, geprustet und gehustet. «Mami, schau, wie gut ich ertrunken bin», gurgelt Jasmin – die eigentlich das Wort «tauchen» meint. Später strecken die vier alle ­viere von sich und fläzen sich auf Liegestühle. Mami Nathalie geniesst die Ruhe. Ob jetzt vielleicht die Gelegenheit wäre, bei Butler Unsal ein Glas Wein zu ordern? Wieder getraut sie sich nicht, erzählt stattdessen von daheim. Von ihrer neuen Dachwohnung in Kerzers, wo sie endlich alle genug Platz hätten. Geld für neue Möbel habe sie zwar nicht, vieles sei provisorisch eingerichtet, «aber wir haben es friedlich und heimelig». Jetzt, wo die Kinder in die Schule gehen, wird sie sich nach einem Job umsehen müssen. Früher arbeitete sie bei der Postfinance, doch ein Beruf nebst vier Kindern mit vier unterschiedlichen Stunden­ plänen – «das wird nicht einfach». Dann bekommt sie ein SMS aus der Schweiz: Regen, 8 Grad. Zufrieden blinzelt Nathalie in die Sonne, beobachtet ihre friedlich dösenden vier und sagt, sie sei sehr stolz auf ihre Kinder. Selbst wenn diese mal Blödsinn machen. So wie Nico, der mit Filzstift seinen Namen auf die jungfräulich weisse Villa-Wand schreibt. Die kreativ und praktisch veranlagte Tante Eveline übertüncht das Gekritzel mit ihrer weissen Zahnpasta. So viele neue Eindrücke, so viel geschlucktes Meerwasser und noch zu verdauende Pommes frites – am Abend sind die Vierlinge todmüde. «Für immer hierbleiben» wollen sie, und Leila vergibt dieser Ferienreise ihre doppelte Höchstnote – beide Daumen hoch! Dann tauchen alle in ihre poolgrossen, puddingweichen Betten und dämmern weg. Nathalie und ihre Schwester Eveline setzen sich auf die Terrasse. Der Vollmond spiegelt sich in der Ägäis, es ist halb zehn Uhr, und Nathalie hat endlich Musse und Mut: Sie greift zum Telefon. Und schon steht er da, Butler Unsal, und serviert der VIP-Vierlingsmutter ihren Lohn: das schwer verdiente Glas Wein. 

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Musik

Klassische Karriere Wenn Teufelsgeiger David Garrett oder Pianist Lang Lang die Schweiz verzaubern, hat Dina Thoma-Tennenbaum, 59, die Finger im Spiel. Die Berner KlassikAgentin kennt sie alle! Text Caroline Micaela Hauger Fotos Kurt Reichenbach

S

ie gelten als Ausnahmetalente und stehen im Klassikolymp ganz oben: Geigenvirtuose und Womanizer David Garrett, Chinas Piano­ wunder Lang Lang, die argentinische Cellistin Sol Gabetta mit Wohnsitz in der Schweiz, die stimmgewaltige letti­ sche Mezzosopranistin Elina Garanca und die bildschöne Russin Anna Netreb­ ko. Tritt die junge, attraktive und inter­ national gefeierte Elite in der Schweiz auf, zieht Dina Thoma-Tennenbaum die Fäden im Hintergrund. Die musikbegeisterte Bernerin gründete 1985 eine kleine, aber feine Konzertagentur. Trotz ihrer zweijähri­ gen Tochter wagte sie damals den Allein­ gang. Und holt seither renommierte Sänger, Dirigenten und Orchester in die Schweiz. Im Januar 2010 gründeten das Verlagshaus Ringier und der deutsche

Lang Lang is back! Der 28-jährige Lang Lang gilt als erfolgreichster Pianist der Welt. Nach seinem gefeierten Schweizer Tourneeauftakt im Februar mussten zwei Konzerte verschoben werden. Der Chinese zog sich eine Entzündung am rechten Zeigefinger zu (seine Hände sind für 40 Millionen Euro versichert). Ersatztermine für die beiden Konzerte: Kultur-Casino Bern, Samstag, 26. Juni; Victoria Hall Genf, Sonntag, 27. Juni. Tickets unter Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min.), www.ticketcorner.ch

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Konzertveranstalter Deag Classics die gemeinsame Firma The Classical Com­ pany, deren Konzerte nun Dina ThomaTennenbaum schweizweit produziert. Idee dahinter: Top-Konzerte und die Vermarktung etablierter Stars, Förde­ rung von Nachwuchstalenten und die gezielte europäische Expansion. Stettlen bei Bern. Dina ThomaTennenbaum öffnet ihr privates Reich. Hier sind Antiquitäten, musikalische Leckerbissen in Form einer grossen CDSammlung und Fotografien ihrer Kinder Larissa, 27, und Alexander, 21, Trumpf. Steht man bei schönem Wetter auf der Terrasse, kann man das ewige Eis auf der Jungfrau erblicken. Madame ist eine gross gewachsene, elegante Erscheinung mit blonder Löwenmähne und blauen Augen. Der rote Seidenblazer sitzt perfekt, eine edle Perlenkette rundet das Gesamtbild ab. Der erste Eindruck, weiss Dina ThomaTennenbaum, «ist in unserer Branche leider sehr wichtig. Ich sage leider, denn es hört sich schrecklich oberflächlich an. Dazu gehört nicht nur das Aussehen, sondern auch Persönlichkeit und Prä­ senz. Eine Pianistin vom Typ graue Maus kann noch so sensationell spielen, sie hat kaum Aussicht auf eine internationale Karriere, wenn sie diese Kriterien nicht erfüllt.» Sie selber ist vom ersten bis zum letzten Moment dabei, wenn Klassik­ grössen wie Garrett, Lang Lang oder ausländische Symphonieorchester die Schweiz beehren. Dann ist sie nicht nur Produzentin, sondern auch Ansprech­ partnerin, Fremdenführerin oder Er­

satz-Mami – «denn auch grosse Stars haben kleine Sorgen». Bis ein Auftritt in der St. Jakobshalle Basel oder im KKL Luzern steht, kann es dauern. Die Solis­ ten sind oft auf Jahre hinaus ausgebucht und ihr Terminkalender randvoll. Kann man als Agentin reich werden? Die Antwort lässt Dina Thoma-Tennenbaum bewusst offen: «85 Prozent aller Einnah­ men erhält der Künstler.» Ihre heimliche Liebe gehört gros­ sen Orchestern mit hundert Musikern. «Ob Berliner Philharmoniker oder ­Wiener Symphoniker, es geht zu wie im Bienenhaus. Und es kann immer etwas passieren. Einmal brach der erste Klari­


nettist zusammen. Sein Sohn, der zweite Klarinettist, vertrat ihn. Schrecklich, aber traurige Realität: Der Vater starb nach dem Konzert.» Im Alter von sieben Jahren begann Dina Thoma-Tennenbaum Klavier zu spielen. Als Teenager hörte sie lieber klassische Musik, während die Freundinnen in Dancings herumhängten. Oder besuchte mit ihrem Vater, Geiger des Bieler Symphonieorchesters, Proben und Konzerte. Seit mehreren Jahren lernt sie Russisch. Damit die Völkerverständigung zwischen den Stars aus dem Osten und der Vermittlerin aus dem Westen noch reibungsloser abläuft.  

Ein Leben für die Musik Dina Thoma-Tennenbaum ist seit 25 Jahren Klassik-Expertin. In der Freizeit sammelt sie Antiquitäten, begrünt ihre Terrasse (r.) und hat mit Golf begonnen (Handicap 36). Stolz betrachtet sie Fotos ihrer Kinder, die zurzeit im UniPrüfungsstress sind.


Arbeitstier Stefan Gubser hasst Stress am Morgen. Jeweils ab 6 Uhr ist er wach: duschen, Zeitung lesen, Mails beantworten.

Der Alpen-Schi Text rené haenig Fotos thomas buchwalder

D

er Tag, an dem der Kommissar zum Einbrecher wird und eine blutige Lippe kassiert, beginnt mit einem Ritual: Stefan Gubser, 52, frühstückt im «Palace» in Luzern. Das Hotel ist während der Dreharbei­ ten zum Schweizer «Tatort» das Zu­ hause des Schauspielers. Nur: Es ist nicht sein Daheim.

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Um sich dennoch ein bisschen ver­ traut zu fühlen, macht Gubser es sich morgens beim Frühstück gemütlich. Er sitzt immer am selben Tisch. Immer auf demselben Stuhl. Isst immer das Gleiche. Trinkt dazu immer seinen Yogi-Tee. Wie zu Hause. «Ich bin so viel unterwegs, ich brau­ che das.» Während der Arbeit wohnt er auch immer im selben Hotel. Im selben Zimmer. Egal, ob in Berlin, in Hamburg

oder eben in Luzern. Im «Palace» ist es Zimmer 425: mit Balkon, Aussicht über den Vierwaldstättersee, schräg rüber aufs KKL. Auf dem Schreibtisch liegt Stefans Sackmesser griffbereit, daneben Laptop samt einem Knäuel Ladekabel. Der schwarz-silberne Wasserkocher ge­ hört Gubser, genauso wie die rote, dick­ bauchige Teetasse auf dem Nachttisch und das gelbe Zitronensaft-Fläschchen. Seit 6 Uhr ist er auf den Beinen. Wie immer. Gubser hasst Stress am Morgen.


Tatort

manski Er will ausgiebig duschen, in Ruhe Zeitung lesen. Das Drehbuch hat er längst im Kopf. Der Schauspieler bereitet sich akribisch vor. «Das gibt mir mehr Sicherheit, als wenn ich meinen Text von einem Tag auf den anderen lernen würde.» Vorbereitung ist für ihn als Schauspieler «die halbe Miete». Die andere Hälfte ist Konzentration. Deshalb liegt er spätestens um 22 Uhr im Bett. Stefan Gubser gehört zu den bekanntesten Schweizer Schauspielern. Man

Stefan Gubser ist der neue Bulle in der deutschen KultReihe «Tatort». Eine ehrliche Haut, die manchmal etwas hellblau­äugig durchs Leben geht. Er fiel aber auch schon als Ganove auf.

kennt ihn aus Serienhits wie «Der Bergdoktor», «Soko 5113», «Sternenfänger», «Kurklinik Rosenau» oder «Eurocops». Bisher kommt er auf über 140 Filme. Gubser ist ein alter Hase. Erfolgreich dazu. Trotzdem, dieser «Tatort»Krimi ist auch für ihn etwas Besonderes. Mit dem Wiedereinstieg des Schweizer Fernsehens in die Kultreihe «Tatort» ist ein hoher Anspruch seitens der ARD verbunden. «Wunschdenken», der in und um Luzern gedreht wird, «ist so was

wie unser Eintrittsticket in den ‹Tatort›Verbund», sagt Peter Studhalter, Redaktionsleiter Fernsehfilm und Serie beim SF. «Stefan ist mit ein Garant für den Erfolg. Er ist in Deutschland bekannt und geniesst dort einen Star-Status.» Vor dem «Palace» wartet in einem silbergrauen VW Sharan Victor. Er ist halb Schweizer, halb Mexikaner und Gubsers Chauffeur. Victor holt den Schauspieler morgens im Hotel ab und bringt ihn abends zurück. Die Fahrt nach Ruswil u schweizer illustrierte

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Tatort dauert 22 Minuten. Stefan wirft im Fond noch kurz einen Blick ins Drehbuch. Der Krimi besteht aus 155 Szenen, in 145 davon wird er zu sehen sein. Das Hinterzimmer eines alten Bauernhauses muss als Film-Garderobe herhalten. Hier legt Stefan Gubser seine Klamotten ab und schlüpft in schwarze Jeans, graues Hemd, braunen Regenmantel, schwarze Stiefeletten. Fertig ist Kommissar Reto Flückiger. «Du brauchst heute noch ein bisschen Blut», sagt Mark, der Stefan für den Dreh schminkt. «Wo?», will Gubser wissen. «Mund oder Nase», schlägt Mark vor. Gubser ziehts vor, aus dem Mundwinkel zu bluten. Als Kind wollte Gubser Arzt werden – mit eigener Praxis. Seiner Schwester hatte er die Rolle als Arzthelferin zugedacht, erinnert sich Gubsers Mutter Marianne. In Winterthur geboren, wächst Stefan drei Jahre in Kemptthal ZH auf, ehe die Familie ins österreichische Bregenz zieht. Vater Bruno arbeitet als Chemiker, die Mutter kümmert sich um die Kinder. u

Sie ist kulturell interessiert, «schleppte uns oft mit ins Theater», erzählt Stefan. Seine Kindheit ist unbeschwert, einzig mit der Schule hat er es nicht so. Mit 14 muss er ins Internat – nach Schiers GR. Das erste Mal Bekanntschaft mit der Polizei machte Stefan ein Jahr zuvor. Auf einer Baustelle klauen er und Freunde Säcke mit Styropor-Kügelchen. Mit denen liefern sich die Halbwüchsigen

Ecke zum Bauernhaus geschossen kommt. «Das ist ganz schön gewesen», lobt Markus Imboden. Der Regisseur lernte Stefan vor 18 Jahren kennen, beim Dreh zu «Eurocops». «Stefan ist sehr professionell, dazu direkt und authentisch. Ein Mensch ohne falsche Töne», lobt Imboden. Schlagartig verstummt das Kuhgebrüll. Drüben im Stall hat gerade eine Kuh gekalbt. Aber das erfährt Stefan erst später. Dass Gubser heute Schauspieler ist, daran ist sein langjähriger Freund und Berufskol­ lege Andrea Zogg nicht ganz unbeteiligt. Die Stefan Gubser beiden lernten sich im Internat in Schiers keneine Strassenschlacht. «Eine Riesen­ nen, gründeten eine Theatergruppe und sauerei, die blöderweise beobachtet waren die einzige Bühne auf der Welt, wurde. Ein Richter verdonnerte uns zu die Peter Handkes Stück «Publikums­ je 100 Schillingen Strafe. Das war mir beschimpfung» aufführen durfte. «In der eine Lehre», erinnert sich Gubser. Viel- Nacht, als Handkes Erlaubnis via Fax leicht spielt er auch deshalb heute lieber eintraf, beschlossen wir, Schauspieler zu den Bullen als den Bösewicht. werden», erinnert sich Zogg. In Schiers «Ruhe bitte! Probe und Action!» wird erstmals Gubsers ausgeprägter GeKühe brüllen, als Kommissar Flückiger rechtigkeitssinn deutlich. Als einer seiim blauen Uralt-VW-Passat rasant um die ner Mitschüler vom Koch eine überge- u

«Es gab Momente, in denen ich mich fragte, ob ich nicht studieren und was anderes machen sollte»


Star ohne All端ren Stefan w辰hrend einer Drehpause in Ruswil LU. Gegessen wird mit der Crew in der Scheune, der einzige Luxus f端r den Star ist ein Campingwagen f端r die Mittagsruhe.


Tatort Stefan Gubser hat braune Augen. gab Momente, in denen ich mich fragte, braten bekommt, weil er sich über Fett­augen in der Teekanne beschwert, Manchmal aber läuft er «hellblauäugig ob ich nicht studieren und was anderes erscheint Tage später im «Blick» ein Ar- durchs Leben und sagt, lass uns dies machen sollte.» Er hätte seine Eltern tikel mit der Schlag- oder jenes doch einfach ausprobieren», um Unterstützung bitten können. «Auf zeile «Hungerstreik an der Nobel- weiss Müller-Drossaart. Es sei Gubsers keinen Fall!» Seit er sich als Junger schule». Der Internatsdirektor tobt. Stärke und Schwäche zugleich: sich wie mal mit fernöstlichen Philosophien «Stefan ging manchmal gefährlich nah ein Kind für Neues zu begeistern oder beschäftigt habe, stehe für ihn eines am Abgrund …», verrät Zogg. Er schätzt verführen zu lassen. «Dann muss man fest: Selbst­verantwortung! Erst die bis heute Gubsers «unabhängigen Geist ihm manchmal sagen, dass die Sonne Rolle als Wachtmeister Bernauer in und sein grosses Herz». Auch Laszlo nicht ganz so hell scheint, wie er im «Eurocops» brachte ihm schliesslich Kish und Hanspeter Mülauch finanzielle Unabhängigkeit. ler-Drossaart mögen die Warmherzigkeit ihres Heute findet Gubser Rückhalt bei EheSchauspielerkollegen. frau Brigitte, 48. «Sie Kommissar Flückiliebt mich so, wie ich ger steht in der Stube Andrea Zogg, jugendfreund des Bauernhauses. Der bin.» Die promovierte und schauspielerkollege Dreh stockt. Der Kamera­ Betriebswirtschafterin ist als CEO in der Komassistent müht sich, die Kühe vor dem Fenster in die gewünsch- Moment glauben mag.» – «Stefan geht munikations- und Marketingbranche te Position zu dirigieren. Der Kamera- lieber ein Risiko ein, als einfach ein schö- tätig und mit Stefan seit 15 Jahren mann schimpft genervt: «Das ist ziem- nes, bequemes Leben zu führen», bringt verheiratet. Tochter Stefanie ist bereits lich beschissen, ich sehe nur eine braune es Zogg auf den Punkt. erwachsen, sie stammt aus Gubsers Gubser ist nicht nur Schauspieler, er erster Ehe. Während Dreharbeiten Wand vor dem Fenster, aber keine Kuh.» Gubser bleibt ruhig. Konzentriert. gründete zusammen mit Stefan Jäger bekommt Brigitte ihren Mann nur am Irgendwann raunt der Assistent genervt vor wenigen Jahren auch die Produk­ Wochenende zu Gesicht. Dann wandern in sein Mikro: «Nehmt der Kuh halt das tionsfirma Tellfilm. Gubser kämpfte lan- die beiden stundenlang, quatschen mitFressen weg, wenn sie nicht verschwin- ge für seinen Erfolg. Zeitweise lebte er einander und geniessen die Natur. Was von 600 bis 700 Franken monatlich. «Es sie an ihm besonders schätzt? «Er ist den will.» Klingt ein wenig blauäugig. u

«Stefan ging manchmal gefährlich nah am Abgrund»


Action bitte! Gubser als Kommissar Flückiger (2. v. r.) mit Schauspielerkollegin Sofia Milos beim «Wunschdenken»-Dreh in Luzern. Dieser Tage steht Stefan für seinen letzten SWR-Bodensee-Krimi «Wer schön sein will, muss sterben» vor der Kamera. Beide «Tatort»-Filme werden Anfang 2011 sonntags um 20.05 Uhr auf SF1 zu sehen sein.

eine absolut ehrliche Haut, ein Mann, der keine Spielchen mit einem spielt.» – «Das zwischen Brigitte und mir ist eine ganz tiefe Liebe», sagt Stefan. «Es gibt keinen Grund für mich, auszubüxen oder fremdzugehen.» Als er jung war, sei das sicher anders gewesen. «Ich war kein Kostverächter.» Im Bauernhaus kommts zum Show­ down. Flückiger ist in die Stube ein­ gebrochen und wühlt in Unterlagen, als die Tür auffliegt. Mit einem Hosenlupf wird der Kommissar krachend zu Boden geworfen. Autsch! Gubser steht daneben und sieht sich stürzen. Genauer, er sieht sein Stuntdouble fallen. Später im Film ist nur Stefan zu sehen. Wie er daliegt und sich mit blutender Lippe wieder aufrappelt. Kurz vor 19 Uhr. Drehschluss wäre offiziell 17.45 Uhr gewesen. Mit ein paar Filmcrew-Leuten geht Stefan noch einen trinken. «Schnapsklappe» nenne sich das im Filmjargon. Lange wird er nicht mitfeiern. Um zehn will er wieder im Bett sein. Der Kriminalkommissar braucht sein Ritual. 


Das Magazin für lustvolles Einkaufen

shopping objekt der begierde

StarFotograf

u Wieder einmal geht Sony auf Rekordjagd. Mit der NEX-5 haben die Japaner die kleinste und leichteste Digitalkamera mit Wechsel­ objektiv geschaffen. Möglich macht dies die Absenz eines Spiegels. Trotzdem erreicht die Systemkamera die Bildqualität von klassischen Spiegelreflexkameras. Mitverantwortlich ist ein neu entwickelter und deutlich grösserer Bildsensor mit 14,2 Megapixeln. Und noch eine Besonderheit: Panorama-Fotos lassen sich nicht nur besonders einfach machen, sondern sogar im 3-D-Format aufnehmen, die man auf einem 3-D-fähigen TV bewundern kann.

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Bild in der Kamera aufgenommen bei Victoria, Kanada, von Corbis

stepahn gubler

Mit Starpotenzial Echte Neuheit: Sonys spiegellose System­kamera NEX-5 mit schwenkbarem Live-View-Monitor. www.sony.ch u ab CHF 898.–

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Look

Abenteuer-Outfits

Nomade auf Zeit

u Mehrfarbig waren die hohen Turbane, das abenteuerliche Wüsten-Outfit dank mehreren Gürteln zusammengezurrt, einschüchternd wirkte der Blick. So schritten die Models der JohnGalliano-Show Frühling/Sommer in robusten Ledersandalen über den Laufsteg. Galliano, der Provokateur, zeigte dabei in gewohnt überspitzter Manier die Trends. In diesem Sommer geht es um Fernweh und um abenteuerliche Reisen in exotische Länder. Leicht, entspannt und etwas verwegen soll Mann reisen und sich dabei im Kleiderstil von anderen Kulturen inspirieren lassen. Besonders beliebt: das indische Nehru-Hemd (mit kleinem Stehkragen, etwa bei Hugo Boss) sowie weite Baumwoll- oder Leinenhosen, die sich teils binden lassen (Kenzo, Westwood). Komplettiert wird der lässige Look durch zwei stete Begleiter: Trilby (meist aus Stroh) und Rucksack. Am liebsten den von Burberry aus grünem Canvas und Leder. Damit spielt selbst ein verwöhnter Prinz eine Weile den Rucksacktouristen. Kristina Köhler

Entspannte Verwegenheit Baumwollhemd und Gilet, Zara. u CHF 59.90, CHF 89.90 Hose, Forme d’Expression, Boutique Roma. u CHF 559.– Umhängetasche und Lederschuhe, Marsell, Boutique Roma. u CHF 1289.–, CHF 839.– Tücher von Fidelio und Manor, Ledergürtel von VMC und Zara.

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Wüstenfuchs Schal mit Fransen, Faliero Sarti, Fidelio. u CHF 269.– Schattenspieler Formschöner Stroh-Trilby von Coop City. u CHF 29.90

Schlangenbeschwörer Gürtel aus Leder und Stoff, Vintage, Fidelio 2. u CHF 139.–

Vielflieger Sonnenbrille von Adidas, gefunden bei Visilab. u CHF 305.– Nonstop-Begleiter Leichter Veston, Engineered Garments, VMC. u CHF 398.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Stills Paul Seewer, Auswahl Jeannette Gloor, Groomings Anamaria Ivos (Scout)

Dschungelcamp Hemd mit Nehru-Kragen von H & M. u CHF 29.90

Luftikus Leinen-Shorts zum Binden von H & M. u CHF 34.90 Best Buddy T-Shirt mit Zierknöpfen, Zara. Solange Vorrat. u CHF 35.90 Weggefährte Lederweekender, Griesbach & Co. www.griesbachweb.com u CHF 860.–

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Schöner Robustling Atmungsaktiver Schnürbootie, Navyboot. u CHF 479.– schweizer illustrierte

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Beauty

Geschützt Mattierendes Sonnenfluid mit SPF 50, Eucerin. u CHF 32.– Gekühlt Kühlender Augenpflegestift. Kiehl’s, Zürich. u CHF 32.–

Aquatisch Marinenoten: Ocean Wet Wood von DSquared2. u CHF 71.–

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Kühner als der Klassiker: Eau Sauvage Extrême, Dior. u CHF 94.–

Wach Anti-­ Müdigkeits-­Pflege mit Zink, Molton Brown. Globus. u CHF 61.–

Befeuchtet AftershaveBalsam mit Ginseng, Korres, solange Vorrat. u ca. CHF 30.– Edel Acqua di Parmas Colonia im Nappa-Kalbslederetui. Limit. u CHF 178.–

Männer-Beauty

u Die Evolution hat den Menschen eigentlich geschaffen für ein Leben in Bewegung. Doch der Grossstadtmensch, mit seinem prallen Büroalltag, sitzt mehrheitlich. Nur schon das ­Reisen und Entdecken von ­anderen Kulturen setzt jedoch eine minimale Fitness voraus, die das Erleben auch zum Genuss macht. Wer sich bis jetzt nicht zu mehr Bewegung

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aufraffen konnte (drei Stunden in der Woche wären ideal), dem hilft jetzt das Sommerwetter auf die Sportlerbeine. Auch kleine, gezielte Fitnessübungen lassen sich spielend in den Alltag einbauen (etwa Pilates). So ist man dann spätestens im Frühherbst fit (und schön) für die grosse Indienreise, den Trip nach Hawaii oder die Wanderungen im malerischen Engadin. Kristina Köhler

Verjüngt Age-Less-Creme wirkt reparierend und vorbeugend. Lab Series. u CHF 105.–

Fotos Paul Seewer

Für die Ferne gewappnet


Hotspot

Mekka für Kenner! Die Nouvelle Boutique Weinberg an der Bahnhofstrasse 11, Zürich, bietet viele interessante Labels zum Entdecken. Tel. 044 - 211 29 54, www.weinberg.ch

Nouvelle Boutique Weinberg, Zürich

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u Begonnen hat alles mit der Suche nach dem neuen Insider-Label Erdem: Wer verkauft den Designer mit seinen eigenständigen Computerprints wohl in Zürich? Die Boutique Weinberg ist es, diskret von aussen, aber im Herzen des Einkaufsmekkas von Zürich, der Bahnhofstrasse. Die Fashionista entdeckt noch andere interessante Labels: zum Beispiel die Wickelkleider von Issa, die puren Sachen von Markus Lupfer, sexy

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Mode

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Fotos Paul Seewer, Auswahl Jeanette Gloor

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gürtel am Hemdblusenkleid, grosse Maschen oder Plissees. Kombiniert werden die Tops zu den Lieblings-Jeans, Shorts aus Denim oder – für Zarte – zu Leggins. Das Schuhwerk: Ballerinas, Flipflops oder Wedges. Achtung: Die Tops haben einen hohen Flirtfaktor! beatrice schönhaus

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gut gemacht

u Jetzt gibt es Apples neustes Wunderding auch offiziell in der Schweiz. Das iPad ist in allen Versionen verfügbar. Am vielseitigsten ist das Spitzenmodell mit Internet-Zugang via Wi-Fi oder 3G-Handynetz. Das gerade mal 13,4 Millimeter dünne und weniger als 700 Gramm leichte Gerät schliesst die Lücke zwischen Handy und Notebook. Hochauflösende Videos lassen sich auf dem grossen Multi-Touch-Bildschirm ebenso gut betrachten wie E-Books lesen. Auch Gamer kommen auf ihre Kosten. Im App Store gibt es bereits über 5000 spezielle iPad-Applikationen. www.apple.com/chde/ipad/ sg

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Spitzensport, wo Hundertstel- und TausendstelSekunden zählen. Nicht ganz so extrem läufts an der Fussball-WM in Südafrika. Aber auch dort wird zu je zwei Halbzeiten von 45 Minuten an- und abge­ pfiffen. Diese können mit der brandneuen LCD-Armbanduhr von Puma dank Setup-Funktionen mit­ verfolgt werden. Die schwarze Digitaluhr wird mit drei austauschbaren Gehäusedeckeln in den Farben der jeweiligen Landesfahne geliefert, die dank Klick-­Mechanismus spielend einfach ausgetauscht werden können. Darüber hinaus gibts kostenlos das hier gezeigte, kultige Schweizer Cover! sarah rieder

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Für Fans Die Fussball-WMDigitaluhr von Puma. u CHF 69.–


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© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

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tieferen Schichten der Epidermis ein und gibt so schnell Volumen. Für wen ist das Serum aus der Hyaluron-FillerLinie denn gedacht? Für Menschen, die die herkömmliche Anti-AgingPflege ver­stärken und gezielt etwas gegen ihre Falten tun möchten. Wie oft soll man es anwenden? Es wird empfohlen, das Serum morgens und

abends unter die herkömmliche AntiAging-Pflege auf­zutragen. Eine Packung enthält 5 Ampullen à je 5 ml. Der Inhalt ist aus­reichend für die regelmässige Anwendung während einer Woche. Wo kann man die Eucerin-Produkte kaufen? Exklusiv in Apotheken oder beim Dermatologen. Interview Beatrice schönhaus schweizer illustrierte

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check-up ft f i r net b age nen m ren b

kheit ist ein Die RefluxkranLeiden. W ichtig: weit verbreitetes mptomen zum Bei den ersten Sy hlimmeres zu Arzt gehen, um Sc verhindern!

r a a : P s e g i t f i G f a l h c S d n Säure u URNER

Text VERENA TH

Refluxkrankheit. Zeichen für eine n ei der dSo i be mitteln t so selten: Fast je orsicht vor Schlaf Und die ist gar nich agt r kl ne t ei el W zit n Fa s he da r westlic de in te brennen! Das ist er Vi ur . rennen. Sa es US-Forschern d da über Sodb un Untersuchung von e hi n ei fst r zu den häufigste hlucken wir au fstossen zählt soga Au en er Normalerweise sc aob m s to de au ngen e im Schlaf rtigen Erkranku r gende Magensäur er Schutz- guta ch . Ursache de rli es tü kt na ra n -T ei m ist ar -D en ag r M de tisch ab. Das n en nt Aufsteige chen Refluxpatie rankheit ist das xk flu t Re ng reflex. Dabei wa n di ge be ufi st ure, mei auf, was zu hä essiven Magensä gr ag n re allerdings kurz t. te hr un fü s de es ng des Schlaf h die Erschlaffu Unterbrechungen zu Schlaf- durc eiseröhre. Genn Sp da r de an m ls ss ke da us m ss ie hl Sc Verständlich, ta übergewichtige möglicherweise fa t sind vor allem de hr , fä mitteln greift: mit ss da , ttreich ernähren Studie zeigte schen, die sich fe en M e di len Folgen! Die en rd st wi er t n förder nismus in de wie Raucher. Ge l, der Schluckmecha ahme eines so h zu viel Alkoho nn rc Ei du ch ch na au t n ei kh an Kr drei Stunde e Di terdrückt wird. d Süssigkeiten. Schlafmittels un dann Kaffee un gt lie e dbrennen genügt ur sä en Bei seltenem So r aufsteigende Mag e die de in en zu schlucken, di zehn Minut es meist, Mittel es durchschnittlich bt en gi ng e gu Di di . hä rn Sc führt zu e verminde ur sä en ag ­ M er sv Speiseröhre. Das er os üb bei den Gr . Geschieht das Rezept, oft sogar ne oh m he der Schleimhaut en sc st ni m ro n ch oht im schlim Die Linderung vo längere Zeit, dr alb ist teilern. sh eistens mit den De m e s. ut eb he t kr eh en hi Reflux gesc Fall Speiseröhr it he nk ra xk mpenblockern, flu pu die Re nannten Protonen ge so es wichtig, dass n stark reduziendelt wird. e Säureproduktio di e di erkannt und beha e nd ne bietet sich eine ssen, bren n. Als Alternative re Saures Aufsto eren dSo n, ei tb i der mit dem ob dem Brus Operation an, be ren Schmerzen hinter te ss un flu ck m Rü de n, d he , Erbrec s Magens un de de En tte brennen, Übelkeit he ns sc se ne Man oder sogar von Es r Speiseröhre ei de il Te von Magensäure im n ze Mund, Schmer rd. resten bis in den sind gebildet wi diese Symptome e Oberbauch – all

V

9 Tage pro Jahr krank! u ZÜRICH Die Arbeitsunfähigkeit

wegen Krankheit nimmt in der Schweiz stetig zu. Häufig wegen Rückenproblemen und Erkrankungen des Bewegungs­ apparates. Das bestätigt auch der Verein «Fit for Work?» in einer Studie in 24 europäischen Ländern.

Mitraucher gefährdet! u MÜNCHEN Passives Rauchen kann das Risiko erhöhen, an Typ-2Diabetes zu erkranken. Das zeigen deutsche Studienergebnisse an knapp 1400 Personen im Alter von 55 bis 74 über einen Zeitraum von sieben Jahren. www.diabetesheute.uni-duesseldorf.de

Kein Kaffee – kein Entzug! u LONDON Alles Einbildung, behaupten britische Forscher: Kaffee macht nicht wacher, sondern der Koffein-Entzug macht müde. Erst wenn Koffein wieder in den Körper gelange, verschwänden die Sym­ptome, und man fühle sich wacher. www.nature.com

tipp

Ohrstöpsel rein! Und die FanInstrumente an der Fussball-WM können Ihrem Gehör nicht mehr schaden!

schweizer illustrierte

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Gesunde Zähne – ein ganzes Zahnarzt Roland Glauser verrät alles über die richtige Zahnpflege – vom Milchzahn bis zur Pension. Und er erklärt, in welchen Lebensabschnitten die Mühe sich besonders lohnt.

Gutes Vorbild Eltern müssen ihre Kinder beim Zähneputzen kontrollieren.

Text Lisa merz

N

och bevor das erste Baby-Zähnchen schlaflose Nächte bereitet, beginnt die richtige Zahnpflege. Denn in der Schwangerschaft liegt der Grundstein für gesunde Zähne. «Stu­dien zeigen, dass das Risiko einer Frühgeburt oder eines untergewichtigen Neugeborenen bei Frauen mit einer Parodontitis fast achtmal höher ist als bei Frauen mit gesunden Zähnen und gesundem Zahnfleisch», sagt Dr. Roland Glauser. Der Zahnarzt erklärt, dass Schwangere aufgrund der hormonellen Ausnahmesituation manchmal anfälliger für Entzündungen des Zahnfleisches seien. «Dazu kommen die veränderten Essgewohnheiten. Viele Snacks erhöhen die

Dr. med. dent. Roland Glauser, Zahnarzt in Zürich. www.cosmodent.ch

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schweizer illustrierte

Kariesgefahr.» Deshalb gilt: Zahnarzt­ besuch in der ersten und zweiten Hälfte der Schwangerschaft. Im Babyalter können Eltern das Risiko einer Bakterienübertragung so weit wie möglich vermeiden. «Erst durch das Ablecken des Nuggis oder des Löffels geraten Karies verursachende Bakterien in den Mund der Kleinkinder», erklärt der Zahnarzt. Mit sechs Monaten brechen die ersten Milchzähne durch. Ab dann müssen Eltern ihren Kleinen täglich die Zähne putzen. Am besten vor dem Schlafengehen. Ab dem zweiten Lebensjahr muss zweimal täglich geputzt werden. «In diesem Alter rate ich allen Patienten, ihre Kinder zur Zahnunter­ suchung mitzubringen. So lernen sie, dass eine Kontrolle nichts Schlimmes bedeutet», sagt Dr. Glauser. Ein weiteres Zahnereignis spielt sich im Alter von sechs Jahren ab – die ersten bleibenden Backenzähne, Molaren genannt, brechen durch. Hier gilt besondere Gründlichkeit. Dr. Glauser: «Die Kinder müssen eine neue Putztechnik

erlernen. Am besten kriegt man die Backenzähne sauber, wenn die Zahnbürste seitlich geführt wird.» Mit etwa zwölf Jahren folgen die zweiten Molaren. «Bei Zähnen im Durchbruch ist die Schmelzstruktur noch nicht vollständig ausgereift», sagt Roland Glauser. «Doch gerade die Teenager-Zeit ist wegweisend für gesunde Zähne.» Denn wenn die Schule zu Ende ist, fallen auch die jährlichen Schulzahnarztbesuche weg. Die Jugendlichen müssen die Ver-

Wettbewerb

Gewinnen Sie saubere Zähne! Colgate verlost 200 pro­ fessionelle Zahn­-­­ reinigungen. Mitmachen unter www.mund gesundheitschweiz.ch

Fotos Handout

check-up

Serie im Juni: Gesunde Zähne


Eine Kooperation von

und

Leben lang antwortung für ihre Gesundheit selber übernehmen. Erwachsene sollten vor allem mit gutem Beispiel vorangehen! Das heisst: Mindestens zweimal im Tag Zähne putzen. Damit wird Plaque, Karies, Zahnfleischentzündungen und Parodontitis vorgebeugt. Zudem müssen Zahnzwischenräume und die Zunge geputzt werden. Weiter sollte jeder mindestens einmal im Jahr zur Kontrolle. Bei betagten Personen steigt das Risiko von Karies und parodontalen Er-

krankungen. Dies hat Konsequenzen für den Körper und die Gesundheit. Besonders wichtig für eine optimale Vorsorge: die Kräftigung des Zahnfleischs. «Oft fehlt im Alter schlicht die Kraft, um sich die Zähne selber zu putzen. Dann muss Hilfe her», fordert Zahnarzt Glauser. Wichtig sei auch, dass Betroffene bei der täglichen Medikamenteneinnahme diejenigen Produkte auswählen, welche die Zahngesundheit nicht zusätzlich beeinträchtigen oder eine Mundtrockenheit verursachen. 

So putzen Sie Ihre Zähne richtig!

k chenc er dheit d t a Mo dgesun Mun Im Juni dreht sich alles um Zähne!

 Colgate informiert in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen ZahnärzteGesellschaft SSO, den Swiss Dental Hygienists und der Schweizer Illustrierten, warum gesunde Zähne so wichtig sind.

Quelle Gesundheitsdirektion des Kantons Zürich

 Seit

Bürsten Sie die Kauflächen von hinten nach vorne mit kleinen horizontalen Bewegungen. Reihenfolge: oben rechts – oben links; unten rechts – unten links.

Bürsten Sie die vordere Aussenfläche von rechts nach links mit kleinen Aufwärtsund Abwärtsbewegungen. Reihenfolge: zuerst oben – dann unten.

Bürsten Sie die seitlichen Aussenseiten von hinten bis zum Eckzahn mit kleinen Aufwärts- und Abwärtsbewegungen. Reihenfolge: rechts – dann links.

Bürsten Sie die Innenflächen vom hintersten Zahn rechts nach vorne und weiter bis zum hintersten Zahn links mit kleinen Aufwärts- und Abwärtsbewegungen.

Achtung bei den ersten Molaren! Als Eltern sollten Sie das Kind in einer Lage ­halten, welche den Überblick über die Zahnreihen ermöglicht.

Mit kleinen seitlichen Bewegungen reinigen Sie die Kauflächen der bleibenden Molaren. Beginn des Zahndurchbruchs mit etwa sechs und zwölf Jahren.

sechs Jahren verfolgt die grösste Prophylaxe-Initiative in der Schweiz ein Ziel: die sorgfältige Aufklärung über Zahnvorsorge.

 Das diesjährige Schwerpunktthema lautet: Im Mund gehts rund – alles über Bakterien im Mund. «Etwa 2000 zahnmedizi­ nische Praxen beteiligen sich an der Aktion und verteilen Muster sowie Informations­ broschüren an ihre Patienten», erklärt Colgate-Geschäftsführer Reinhard Möseneder.  Mehr Informationen unter www.mundgesundheitschweiz.ch

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Einzige Hilfe: Rückenoperation! Alt Bundesrat Adolf Ogi plagen seit Längerem schlimme ­Rückenschmerzen. Er klagt: «Ich kann kaum noch laufen.» Die Lösung: Operation des Nervenkanals der Wirbelsäule.

Text Dr. med. Samuel Stutz

W

irksam wie ein Kaminfeger, präzis wie ein Uhrmacher: So beschreibt Rückenchirurg Dr. Markus Rühli von der Wirbelsäulenund Schmerz-Clinic Zürich Hirslanden seine Arbeit, wenn er eine SpinalkanalStenose operiert. Das heisst, dass er in Handarbeit einen verengten Wirbelkanal herausputzt. «Ein mechanisches Pro­ blem lässt sich nur mechanisch lösen», sagt er. Die Wirbelsäule ist wie ein bewegliches Rohr. Im Verlaufe eines Menschenlebens nutzen sich die Wirbel­körper ab, arthrotische Ablagerungen behindern die Beweglichkeit. Ein natürlicher Vorgang. Jeder Mensch und jedes Gelenk sind davon betroffen. Hüfte und Knie,

cool+klug

Entscheidung Adolf Ogi leidet an einer Spinalkanal-Stenose: «Ich habe alles ­versucht, um die OP zu vermeiden.» Schulter und Finger. Früher oder später, mehr oder weniger. Doch die von Arthrose befallenen kleinen Wirbel­gelenke im Rücken bereiten doppelt Sorgen: Sie verengen auch den ohnehin schon schmalen Spinalkanal. In ihm verlaufen alle Nervenleitungen ins Gehirn. Zu grosser Druck auf die Nervenbahnen strahlt als Schmerz zum Beispiel in die Beine aus. Gehstrecken werden dann immer kürzer und müssen zur Erholung

«Ein Kind will geliebt werden, auch ohne dass es ständig etwas leistet»

u Struktur

und Freiraum: zwei Schlüssel­ begriffe für Schule und Elternhaus. Sie wider­ sprechen sich nur scheinbar. Denn Kinder und Jugend­ liche brauchen beides. Struktur, weil es schwerfällt, sich in einer individualisier­ ten Welt zu orientieren. Weil es nicht leicht ist, sich für Dinge zu motivieren, deren Sinn man, vorerst wenigs­ tens, nicht begreift. Frei­ raum, weil jedes Kind seinen ganz eigenen Weg gehen muss. Und weil die ständige Erfahrung, anzuecken,

korrigiert oder gar bestraft zu werden, heftige Gegen­ reaktionen auslöst. u Schaffen Sie ein Klima des bedingungslosen Ver­ trauens. Ein Kind will geliebt werden, auch ohne dass es ständig etwas leistet. u Getrauen Sie sich als Eltern oder Lehrer, klare Grenzen zu ziehen, die aber genügend weit gesteckt sind, damit das Kind auch eine «Knautschzone» hat, wo Fehler möglich sind. u Durchbrechen Sie in schwierigen Situationen das gewohnte Muster von

Reaktion und Gegenreaktion. Eine beruhigende körper­ liche Geste statt ein böses Wort. Ein Abenteuerwochen­ ende statt Nachhilfestunden. u Die Natur hat verschie­ dene Entwicklungsvarianten vorgesehen, die nicht immer gradlinig verlaufen. Längst nicht jeder Durchhänger und jede Krise haben Krankheits­ wert und bedürfen einer psychologischen Abklärung. Es ist besser, Druck vom Kind wegzunehmen, statt es so schnell wie möglich nach den Vorstellungen von uns Erwachsenen zu normieren.

Fotos Sabine Wunderlin/Sonntagsblick/RDB, Handout (2)

Schaffen Sie Vertrauen!


unterbrochen werden. Der Betroffene beugt sich typischerweise nach vorne, entlastet die Druckstelle. Die Schmerzen lassen nach, und das nächste Wegstück kann in Angriff genommen werden. Von Schaufenster zu Schaufenster, so kennt man es auch von Gefässproblemen in den Beinen. Dr. Rühli: «Selbst für den Spezia­listen ist es nicht immer ganz einfach, die Schmerzen den Gefässen oder dem Rücken zuzuordnen. Beide Krankheiten zeigen die Merkmale der Schaufensterkrankheit.» Die Verengung des Spinalkanals kommt häufig vor. Und häufig wird die Krankheit übersehen, weil sie noch zu u

k chekcenleiden Rücas tun? –w Drei Symptome

Die Verengung des Wirbelkanals entsteht durch einen Unfall oder Verschleisserscheinungen. Im Spinalkanal verlaufen alle Nervenleitungen ins Gehirn. Zu grosser Druck auf die Nervenbahnen kann als Schmerz in die Beine ausstrahlen.

Rückenchirurg Dr. Markus Rühli von der Wirbelsäulenund Schmerz-Clinic Zürich.

 Die Schmerzen strahlen beim Gehen und Stehen in die Beine aus.  Im Sitzen und Liegen bestehen praktisch keine Schmerzen.  Schmerzmedikamente bringen wenig Linderung.

Tipp Bei der Schaufensterkrankheit neben den Gefässen auch an den Rücken denken!


check-up

wenig bekannt ist. Dr. Rühli: «Es ist ein typisches Krankheitsbild älterer Patien­ ten. Durch die Überalterung der Bevöl­ kerung wird in Zukunft ein weiterer An­ stieg solcher Fälle zu erwarten sein.» Die Ursache für eine Verengung des Rückenmarkkanals ist wahrschein­ lich genetisch bedingt. «Es ist wie bei grauen Haaren: Die einen bekommen sie früher, die anderen später. Und auch hier ist der Vorgang schleichend. Weder die Einengung noch die grauen Haare kommen über Nacht», sagt der Rücken­ experte. Heutige Operationstechniken schonen den Patienten. Dank Magnet­ resonanz-Tomografie – kurz MRI – sind die Schmerzherde in der Wirbelsäule sehr gut lokalisierbar. Früher mussten bei der Operation ganze Wirbelbögen entfernt werden. Heute geht das viel einfacher. Über einen kleinen Schnitt gelangt der Chirurg direkt zu den Wirbelkörpern. Filigran, präzis, meist unter Mithilfe des Operationsmikroskops. Operiert wird, was auf den Nerv drückt: Verdickungen von Bändern und Gelenkkapseln, Kalk­ ablagerungen, Vergrösserungen der Ge­ lenke und leichte Wirbelverschiebungen. Stanzwerkzeuge, kleine Meissel und Kugelfräsen kommen zum Einsatz. Abla­ gerungen werden mechanisch entfernt. Wer betroffen ist, sollte handeln, denn Muskeltraining und Physiotherapie nützen bei diesem Krankheitsbild auf die Dauer wenig. Erst die Operation bringt dem Patienten Linderung und schnelle Genesung. Nur vier bis sechs Wochen Schonung sind angesagt. Normale alltäg­ liche Belastungen wie Sitzen, Gehen und Stehen sind sofort nach der Operation möglich. Übrigens auch bei betagten Patienten, denn der Eingriff wird dank minimalinvasiver Technik sehr gut ver­ tragen.  www.wirbelsaeulen-schmerz.ch

dr. stutz meint Die Hausärzte proben den Aufstand. Dass es so weit kommt, ist ein Armutszeugnis für die Schweizer Politik. Nach der jahrelangen Hinhaltetaktik durch den Bund drohen die Hausärzte laut «Ärztezeitung» mit der Kündigung der Tarifverträge auf den 1. Januar 2011. Ihr Argument: Schlimmer könne es nicht mehr werden. Dass die Hausärzte angesichts der Bevormundung und der ständig neuen Schikanen die Nase gestrichen voll haben, ist nachvollziehbar. Bisher kamen aus Bern nur leere Versprechen und keine Taten. Hausarzt ist längst kein Traumberuf mehr. Deshalb zieht es auch nur noch wenig Jungärzte in die Allgemeinpraxis. Dass es so weit kam, ist ein Armuts­ zeugnis für die Politik. Wer eine qualitativ hochstehende und dennoch bezahlbare Medizin will, muss die Hausärzte stärken und ihnen möglichst viel beruflichen Freiraum geben. Gemacht hat man das Gegenteil: Ein Hausarzt ertrinkt heute im Papierkrieg

und im Dschungel der Vorschriften. Wie einem Schulbuben wird ihm die Fortbil­ dung vorgeschrieben. Finanziell über­leben kann er nur, wenn er das Tarif­system mit allen möglichen Tricks ausreizt. Wenn sich das nicht ändert, haben wir schon bald keine Hausärzte mehr. Dafür teure Notfallstationen, die mit Bagatellfällen überrannt werden. Und jede Menge Spezialärzte, die wissen, mit welchen Untersuchungen und Be­ handlungen man gutes Geld verdient. Aber auch die Hausärzte selber tragen eine Mitschuld an der gegenwärtigen Misere. Lange haben Sie nur die Faust im Sack gemacht, statt zu handeln. Und gute Ideen für neue Hausarzt­ modelle waren auch nicht ihre Stärke. Zu sehr hat jeder nur an sich selber gedacht. Das rächt sich jetzt bitter. Herzlich, Ihr

TV-Tipp

Samstag, 19. Juni, 18.10 Uhr

Augen Mit zunehmendem Alter nimmt die Sehkraft ab. Was tun? Bandleader Pepe Lienhard möchte das Problem ohne Brille lösen. Experten klären ab, ob Monovision, eine Methode, die beide Augen unterschiedlich korrigiert, für ihn eine Lösung ist. www.gesundheitsprechstunde.ch


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten Puuh! Ganz schön heiss – Marilyn im roten Stickkleid. «Diven #7» von Marion Strunk.

Museum Bickel

Von wegen fadenscheinig FAdentiefe Sticken, Stricken

und Häkeln – die texilen Techniken überschreiten den Weg vom Handwerk zur Kunst. Zu sehen im Museum Bickel.

u Das hat Marion Strunk schön einge­ fädelt. Und so passend zum verspäteten Sommer-Wetter: beim Anblick ihrer Mari­ lyn im Wollkleid wird einem direkt warm ums Herz. Bekannt für ihre Foto-undFaden-Bilder ist die Wahlzürcherin eine von sechs zeitgenössischen Künstlerin­

nen, die in der Schau «Fadentiefe» die Möglichkeiten textiler Techniken in der Kunst vor Augen führen. anina rether Museum Bickel Walenstadt SG Bis 4. 7. Fr 17–20 Uhr, Sa/So 14–17 Uhr, Tel. 081 - 710 27 77, www.museumbickel.ch

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die besten

Kultur

Pause zwischen zwei Auftritten Picassos «Arlequin assis sur fond rouge» von 1905.

Motiv aus Guernica «La femme qui pleure», 1937, von Pablo Picasso.

Anmutiger Seiltanz oder willenlose ­Marionette? «Puppe an violetten Bändern», 1906, von Paul Klee.

Zentrum Paul klee

Feine Ironie und pure Dramatik Gegensätze Fünf Jahre

Zen­trum Paul Klee. Zum Jubiläum zeigt das Museum «Klee trifft Picasso»: eine eindrückliche Gegenüber­ stellung zweier Antipoden der modernen Kunst.

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schweizer illustrierte

u Sie

trugen den gleichen Vornamen, lebten zur selben Zeit und gehören zu den wichtigsten Künstlern des 20. Jahr­ hunderts. Das ist auch schon so ziemlich alles, was die beiden verbindet. So poe­ tisch, kontemplativ und ironisch die Werke eines Paul Klee (1879–1940), so extrovertiert, dramatisch und ein­ dringlich das umfassende Opus von Pablo ­Picasso (1881–1973). Das gewaltige Werk des Spaniers ist für alle Zeitgenossen eine grosse Heraus­ forderung. Auch Klee ist von dem grossen Erneuerer tief beeindruckt. Die umfas­ sende Präsenz Picassos weckt jedoch auch das Bedürfnis nach Abgrenzung und Eigenständigkeit.

Die Jubiläumsschau «Klee trifft Picasso» zeigt nun, dass sich der deutsche Wahl­ berner in einem ständigen Dialog mit sei­ nem Kontrahenten befand. Das Spek­trum der Auseinandersetzung reicht von heimlicher Bewunderung und kritischer Distanz über Aneignung und Un­abhängigkeit bis zu Konkurrenz und Widerspruch. Eine einzigartige Zusammenstellung hochka­ rätiger Gemälde und Arbeiten auf Papier. Das integrierte Kindermuseum Creaviva zeigt für die Kleinen zudem die interaktive Ausstellung «Paul und Pablo».  rea Zentrum paul Klee Bern Bis 26. 9. Di–So 10–17 Uhr, Tel. 031 - 359 01 01, www.zpk.org, Publikation CHF 57.–


herbert maeder

Hautnah

theater

u Der Blick des 15-jährigen Touareg-Jungen aus dem Hoggar-Gebirge ist fragend. Eingefangen hat ihn der legendäre Fotojournalist Herbert Maeder, 80. Nicht die künstlerische Inszenierung eines Motivs ist ihm wichtig, sondern das Ausloten des richtigen Zeitpunkts, um abzudrücken. Darin ist Maeder ein Meister. Der Fotograf ist gleichzeitig Erzähler. Humanistisch, kritisch, aufklärend. In dieser Schau wird das Frühwerk Kritisch Risa, 15, fotografiert von in Schwarz-Weiss des Appenzellers gewürdigt. isw Hans Maeder in Algerien, 1970.

Appenzeller Volkskunde-museum Stein AR Bis 10. 10. Di–So 10–17 Uhr, ­ Tel. 071 - 36 85 56, www.appenzeller-museum-stein.ch Walter Ropélé

Farbstark

u Auf den Werken des Künstlers Walter Ropélé, 76, ist die Wärme der Sonne spürbar. Immer. Sein Malerauge sieht die Welt in leuchtenden Farben. Grenzt das Grau aus. Der gebürtige Basler lässt Gärten und Wiesen üppig erblühen. Landschaften werden zu Oasen des Lichts und der Stille. Frische, Lebhaftigkeit und Tiefe zeichnen Ropélés Schaffen aus. Der ehemalige Werber wagte nach seiner ersten grossen Aus­ Frisch «Höhenluft. Blick auf die stellung 1988 endgültig den Schritt zur Malerei.  isw Säntiskette», 2010, von Walter Ropélé.

Gaetano Donizettis ­«Lucia di lammermoor»

Der pure Wahnsinn in Avenches u Edler Belcanto mischt sich mit höchster Virtuosität: Donizettis Oper Lucia di Lammermoor gehört zu den beliebtesten Opern, die Wahnsinnsarie der Lucia zu den anspruchsvollsten drama­ tischen Koloratursopranpartien. Elena Mosuc meistert den Part bravourös (2./7./10./16. 7.). In den männlichen Rollen sind u. a. Gianluca Terranova (Edgardo), Giovanni Meoni (Enrico) und Alfredo Zanazzo (Raimondo) zu hören. Regie: Pier Francesco Maestrini, Orchesterleitung: Pavel Baleff. Für eine unvergessliche Kulisse unter freiem Himmel sorgt das magische Ambiente der römischen Arena von Avenches. rea

Opernfestival Avenches 2.–16. 7. Ticketcorner Tel. 0900 800 800 (CHF 1.19/Min.), www.avenches.ch

Galerie müller Luzern Bis 2. 7. Do/Fr 13–18.30, Sa 10–16 Uhr, Tel. 041 - 410 75 74, www.galeriemueller.ch Gruppenschau

Zweideutig u Der Ausstellungstitel ist Konzept: «FrischFleisch».

Zwanzig Kunstschaffende haben den doppeldeutigen Begriff aufgenommen und sich davon inspirieren lassen. Die eigens für die Schau erarbeiteten Expo­nate sind in ihrer Aussage kritisch bis humorvoll. Nebst Fotografie, Video und Mixed Media positionieren sich textile Arbeiten, Zeichnung und Malerei, Scherenschnitte und Installationen. Von Luis Amavisca über Szenisch Flyer zur aktuellen Sybille Hotz, Stefan Thiel bis Werner Widmer.  isw Ausstellung «FrischFleisch».

Bildstarke und historisch authentische Inszenierung von «Lucia di Lammermoor» in der Arena von Avenches.

widmer + theodoridis contemporary Zürich Bis 10. 7. Mi–Fr 14–18, Sa 12–16 Uhr, Tel. 043 - 497 39 70, www.0010.ch

Frida Kahlo – Retrospektive

Stolz und Leidenschaft auf Mexikanisch

u Sie hat viel verloren im Laufe ihres Lebens. Erst ihre Gesundheit, dann ein Kind, zuletzt ihre grosse Liebe Diego Rivera – doch der stolze Blick ist Frida Kahlo (1907–1954) dabei nie abhandengekommen. Ihr Werk – stark geprägt von den Folgen eines frühen Unfalls – spiegelt vor allem private Aspekte des Lebens wider. Ihre künstlerische Entwicklung reicht von der Neuen Sachlichkeit, dem Estridentismus bis zu Surrealismus und Realismus. Die erste Retrospektive der berühmten Mexikanerin präsentiert neben den weltbekannten Selbstporträts weitgehend unbekannte Zeichnungen und verschollen geglaubte Arbeiten. anina Rether

Martin-Gropius-Bau Berlin (D) Bis 9. 8. täglich 10–20 Uhr, Tel +49 (0)30 25 48 60, http://gropiusbau.de, Publikation EUR 39.95

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die besten

kino

Blutjung Queen Victoria (Emily Blunt, M.) lässt ihre Entourage oft ins Leere laufen.

1

Kostümfilm The young victoria (UK/USA) Plötzlich war sie Königin: Wie Queen Victoria in ihren ersten Jahren amtete und ihren Cousin Albert heiratete.

u Die Krönung in der Westminster Abbey war gigantisch und dauerte fünf Stunden. Mit 19 Jahren wurde Victoria schon Herrscherin des Vereinigten Königreichs von Grossbritannien und Irland. Damals, im Jahre 1838, zog die Demokratisierung eilends in Gross­ britannien ein, und bis zur konstitu­ tionellen Monarchie wars nicht mehr weit. Bester Stoff für einen spannenden Kinofilm. «The Young Victoria» konzentriert sich vor allem auf die Suche Victorias nach einem Ehemann, was eher romantisch tönt, aber sehr viel mit Politik zu tun hat: Es buhlen nämlich Premierminister Lord Melbourne (Paul Bettany) und Albert (Rupert Friend), Sohn des Herzogs Ernst von Sachsen-Coburg, um die Gunst der frisch gekrönten Monarchin (Emily Blunt). Das Rennen macht schliesslich Albert, der seine Angebetete mit etlichen Besuchen auf Schloss Windsor und langen Briefen um den Finger wickeln kann. Melbourne, der Mentor der politisch unerfahrenen Victoria, bleibt ihr dennoch freund­ schaftlich verbunden.

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Der Film unterscheidet sich von pompös inszenierten Kostümfilmen wie zum Beispiel «Elizabeth». Regisseur Jean-Marc Vallée («C.R.A.Z.Y») setzte in «The Young Victoria» vielmehr auf die feineren Zwischentöne der Auf­ bruchstimmung im Vereinten König­ reich. Dies gelang ihm ausgezeichnet, denn dadurch kommen die Schauspieler erst recht zur Geltung. Auch die Be­setzung kann sich sehen lassen. Neben Emily Blunt («The Wolfman») als Queen macht vor allem Paul Bettany («Iron Man») einen eindrücklichen Job. Der Brite spielt die anspruchsvolle Rolle des hin- und hergerissenen Lord ­Melbourne mit genau jener noblen Zurückhaltung, die man von einem Aristokraten erwartet. Der völlig gewaltfreie Streifen zeigt, wie unter­ haltsam Politik und Liebe auch in stei­ fen Kostümen sein kann. Benjamin Bögli

mehr kino-tipps

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Komödie la première Étoile (F) Ein improvisationslustiger Vater lädt seine Familie in teure Skiferien ein, obwohl er überhaupt kein Geld hat. Das macht den Film aus u Er hat Tempo, und die (unbekannten) Schauspieler sind quirlig. u Die Story hat Herz, man merkt, dass der Regisseur seine Figuren mag. u Die Gags sind gut platziert und lassen auch den Biss nicht vermissen. 88888 Länge: 90 Min., Regie: L. Jean-Baptiste, Darst.: F. Richard, L. Jean-Baptiste. Im Kino.

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Komödie Tales from the golden age (Rum/F) Abrechnung mit dem kommunistischen Regime des rumänischen Diktators Nicolae Ceausescu.

Deshalb ist der Film zu empfehlen u Die Figuren sind selbst in den Neben­ rollen mit starken Schauspielern besetzt. u Die Geschichte hat neben ihrer Ernst­haftigkeit durchaus Humor. u Die Inszenierung ist elegant und wirkt sehr authentisch.

Deshalb lohnt der Film u Der episodenhafte Streifen ist beherzt und mit viel Engagement gedreht. u Die sechs Filmemacher haben das richtige Auge für obskure Geschichten. u Der Film hat beissenden Humor – fast jede Szene ein Treffer.

88888 Länge: 105 Min., Regie: Marc Vallée, Darst. E. Blunt, P. Bettany, R. Friend. Start: 17. 6.

88888 Länge: 155 Min., Regie: u. a. H. Höfer, Ch. Mungiu, C. Popescu, I. Uricaru. Start: 17. 6.

Foto Ascot Elite Entertainment Group

Aufbruch ins viktorianische Zeitalter


Fitness

Power mit Beatrice

Lust auf eine tolle Bikinifigur? Trainieren Sie mit SI-Fitnesscoach Beatrice Bolliger (l.). Ex-MissSchweiz Fiona Hefti machts vor – in der wöchent­lichen Video-Rubrik.  www.schweizer-illustrierte.ch

Fussball-WM Dossier

Auf SI online finden Sie alle Informationen zum Sportereignis des Jahres: Blogs, Spielerporträts – und ein Alternativprogramm für alle, die mit dem Ball nichts am Hut haben.  www.schweizer-illustrierte.ch

Gewinnen

Hochzeitsfieber Die Welt schaut zu, wenn sich Schwedens Kronprinzessin Victoria und der bürgerliche Daniel Westling das Ja-Wort geben. Alle Details zum bevorstehenden Hochzeitsfest erfahren Sie auf SI online.

SI online verlost das «Best of»-Album der Schlagersängerin Helene Fischer. Machen Sie mit – bis am 18. Juni 2010.  www.schweizer-illustrierte.ch

Näher bei den Stars.Täglich.

Fotos Sipa / Dukas, Handout, AP / Keystone

Musik


Mach mal Pause – mit ein

Ohne Roman läuft für sie nichts – schon gar nicht in den Ferien. Sei es im Strandkorb an der Hängematte auf dem Balkon: SI-Redaktorinnen und -Redaktoren verraten, mit welcher Lek Isabel Notari, 49, Leitung KulinarikRedaktion «al dente»

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Giuseppe Cerrato, 51, Redaktor Mode

Nina Siegrist, 30, Chefin Wirtschaft

«Am Ende ist es immer traurig, mich von den Protagonisten verabschieden zu müssen»

«Ich möchte mal mit Bill Buford zusammen kochen – am liebsten in New York!»

«Frauen wünschen sich einen Leo Leike. Männern lege ich eine wie Emmi ans Herz»

mitreissend villa Europa Ketil Bjørnstad (Suhrkamp) u Es war Samstag in der Früh, als ich das Familienepos zu lesen begann – und tief in der Nacht, als ich es wieder aus der Hand legte. Der Autor erzählt auf 535 Seiten die Geschichte der Familie Ulven. Beginnend mit Erik, der Ende des 19. Jahrhunderts Nina verlässt, um sein Glück anderswo in Europa zu suchen. Für jedes Land, das ihr treuloser Gatte bereist, richtet die Ehefrau im Haus über dem Fjord von Oslo ein Zimmer ein. Söhne, Töchter und Enkel machen im Laufe der Zeit die Villa zum Schauplatz der Auseinandersetzungen zwischen Generationen und Geschlechtern.

lukullisch Hitze Bill Buford (Hanser) u Achtung: Dieses Buch brachte mich dazu, einen schweisstreibenden Kochkurs in Bangkok zu besuchen! Doch der Reihe nach. Beim Lesen des Klappentextes dachte ich: endlich einer, der Worte in Taten umsetzt. Bill Buford, Literatur-Redaktor des renommierten «New Yorker», hängt seinen Job an den Nagel und wird Küchensklave im «Babbo», einem der besten italienischen Restaurants im New York. Als er im Schlaf Gemüse würfelt und «hört», ob der Braten gar ist, weiss er, gutes Essen beginnt bei den richtigen Zutaten, und reist in die Toskana. Ein literarischer Leckerbissen.

Herzergreifend Alle sieben wellen Daniel Glattauer (Deuticke) u In meiner Lieblingsbuchhandlung nennen sie es das «Glattauer-Syndrom»: Wer «Gut gegen Nordwind» gelesen hat, kommt mit verzücktem Lächeln wieder und will unbedingt mehr. Der Grund ist einfach: Wir Frauen wünschen uns Männer wie Leo Leike. Unbekannte, die uns so originelle Mails schreiben, dass wir beim Lesen ins Dauergrinsen einer Frischverliebten verfallen. Ein Rendezvous muss nicht sein, zu schön ist die Illusion des Vollkommenen. Von diesem Zauber leben Glattauers Bücher. Leo schreibt Emmi, und Emmi schreibt Leo. In «Alle sieben Wellen» treffen sie sich – vielleicht.

zeitlos madame bovary Gustave Flaubert (Manesse Bibliothek der Weltliteratur) u Ich liebe zeitgenössische Literatur, schmökere aber auch gerne in den schön gebundenen Manesse-Büchlein. Soeben wieder gelesen: den Roman um Emma, die versucht, aus dem Leben auszubrechen, sich Liebesaffären hingibt, dem Kaufrausch verfällt – und das vor 150 Jahren!

aufrüttelnd die wohlgesinnten Jonathan Littell (Berlin Verlag) u Wie wird ein deutschfranzösischer Jus-Student zum Mittäter im Holocaust? Die Antwort darauf fand ich in den fiktiven Erinnerungen des SS-Offiziers Maximilian Aue. Der Autor lässt den Judenmörder in der Ich-Form erzählen. Eines der besten Bücher über das allgegenwärtige Böse.

ehrlich du sollst nicht lügen! Jürgen Schmieder (C. Bertelsmann) u Journalist Schmieder macht einen Selbstversuch: Er sagt 40 Tage lang nichts als die Wahrheit! Resultat: blaue Flecken, Verbannung aus dem Ehebett und aus der Redaktionskonferenz. Amüsante Abendlektüre und idealer Katalysator, bevor man jemandem «so richtig die Meinung geigt».

lustvoll SIMENON UND MAIGRET BITTEN ZU TISCH Robert J. Courtine (Diogenes) u Die klassischen Rezepte der französischen Bistro­ küche und die traditionellen Gerichte von Madame Maigret machen uns beim Lesen den Mund wässerig. Unbedingt versuchen: das Blanquette de Veau mit einem Hauch Minze! Aufgetischt werden zudem Zitate aus 75 Maigret-Romanen.

erzählerisch der vollkommene schmerz Ugo Riccarelli (Zsolnay) u Epos über zwei toskanische Familien im Zeitraum von hundert Jahren. Wortstark verwebt der Autor das Schicksal von Anarchisten, Schweinezüchtern, Fabrikanten, Pfaffen und Faschisten zu einem FamilienQuilt. Der Plot liess mich vom Land, in dem die Zitronen blühen, träumen – aber nicht nur!

originell der brenner und der liebe gott Wolf Haas (Hoffmann und Campe) u Eigentlich mag ich keine Krimis. Aber wenn Morde so beiläufig geschehen wie bei Wolf Haas und die Aufklärung in derart naiv-witziger Sprache erfolgt, lasse ich mich bekehren. Hauptfigur ist Detektiv Brenner, und – das sei verraten – der Ich-Erzähler lebt nach dem Tod als loses Mundwerk weiter!

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Ferienlektüre spezial

Nordsee, zwischen Dreitausendern in der Alphütte oder zu Hause in der türe sie am liebsten abschalten, abheben oder verreisen. Daniela Zivadinovic, 35, stv. Chefin Unterhaltung

René Haenig, 42, ChefReporter Unterhaltung

Kati Moser, 60, KulturRedaktorin Die Besten

die besten

em Buch! «Simon Becketts Krimi liess mich Hunger, Durst und Müdigkeit vergessen»

««Lesen ist Träumen – und manchmal möchte ich nie aufwachen»

«Lieben und Leiden gehören zum Leben wie Essen und Trinken»

ergreifend das herzenhören JanPhilipp Sendker (Goldmann) u Vorfreude ist die schönste Freude, dachte ich mir und las vor meinen Burmaferien «Das Herzenhören». Die Geschichte führte mich ins Bergdorf Kalaw, der letzten Destination meiner Reise ins heutige Myanmar. Hier sucht die junge Amerikanerin Julia Win ihren verschwundenen Vater. Ein vierzig Jahre alter Liebesbrief von ihm, gerichtet an eine Unbekannte, hat sie auf diese Spur gebracht. Bald trifft sie auf den alten U Ba. Er offenbart Julia die ganze Wahrheit über ihren Vater und dessen grosse Liebe. Eine Geschichte, von der man sich wünscht, sie möge nie aufhören.

unheimlich öland Johan Theorin (Piper) u Ich spüre den feuchten Nebel in den Kleidern, der Duft der Wacholderbüsche kitzelt meine Nase. Obwohl ich noch nie in Schweden war, überkommt mich beim Lesen dieses Krimis das Gefühl, schon zigfach durch die Grosse Alvar gestreift zu sein. Und plötzlich steht der kleine Nils vor mir. Dabei ist der Bub verschwunden, nur eben mal kurz über die Gartenmauer seiner Grosseltern geklettert. Das Rätsel um sein Verschwinden und seinen Tod zieht mich unbarmherzig in die weite, unheimliche Kalkebene Ölands, aus der schon mancher nicht mehr lebend zurückgekehrt ist.

Tierisch nero corleone Elke Heidenreich (Sanssouci) u Das Büchlein erhielt ich von einer Katzenfreundin. Tigerchen Chnäueli und ich machten es uns auf dem Sofa bequem: Ich las das Bändchen in einem Atemzug – meine Mieze schlief. «Nero Corleone» ist die Geschichte eines kohl­ rabenschwarzen Katers, der auf einem Bauernhof in Italien zur Welt kommt. Bald hat er alles und alle fest im Griff. Selbst das deutsche Ehepaar, das über Silvester in der Nähe einzieht. Nero hält sich nur noch bei ihnen auf und bringt auch seine Schwester, die tollpatschige Rosa, mit. Die Geschichte kommt leichtfüssig daher, gespickt mit Witz und Liebe zum Detail.

unheimlich Die Chemie des Todes Simon Beckett (Rowohlt) u Der Autor recherchierte für seine bisher drei veröffentlichten Kriminalromane um Forensiker David Hunter an einer US-Forschungsanstalt für Ver­ wesungsprozesse. Sein Wissen gibt er detailliert wieder – nichts für zarte Gemüter! Den anderen könnte es wie mir gehen: Ich vergass Hunger, Durst und Müdigkeit.

glänzend die kunst des stilvollen verarmens Alexander von Schönburg (Rowohlt) u Das Buch schenkte mir meine Frau, als ich gekündigt hatte. Wir hatten 1 Haus, 2 Kinder, 2 Hunde und 1 Katze. Die Sorgen verflogen beim Lesen – und wir beschlossen zu verarmen. Nix da: Ich bekam einen neuen Job wie auch der Autor, ein Bruder der Fürstin Gloria von Thurn und Taxis.

leidenschaftlich dshamilja Tschingis Aitmatow (Unionsverlag) u Eine der schönsten Liebesgeschichten, die ich je gelesen habe! Ohne ein Wort zu viel erzählt der kirgisische Autor Aitmatow von der Liebe einer ver­ heirateten Frau zu einem Kriegsuntaug­ lichen. Von den Gerüchen des Sommers und des Herbstes, vom Wiehern der Hengste und der Arbeit auf dem Felde.

aufklärend das tennisgenie René Stauffer (Pendo) u Ich verstehe nicht viel von Tennis. Doch wenn Roger ­Federer spielt, klebe ich förmlich am Bildschirm. Der Schweizer Sportjournalist beschreibt Federers phänomenalen Aufstieg vom Junior zum Spitzensportler – und beantwortet alle wichtigen Fragen zum besten Tennisspieler der Welt. Nicht nur für Fans!

Belehrend bildung Dietrich Schwanitz (Goldmann) u Keine leichte Lesekost, eher geniales Lexikon, um Schulwissen aufzufrischen! Aufgefallen ist mir die Seite 141 zum Thema Schweiz. Als Deutscher verstehe ich nun, warum man dieses Land lange Zeit in Ruhe liess. «Die Schweizer kämpften nämlich unfair (…) So erwarben sie sich den Ruf der Unbesiegbarkeit.»

dramatisch der vorleser Bernhard Schlink (Diogenes) u Sie heisst Hanna und nennt ihn Jungchen. Er ist fünfzehn und sie viel älter. Er begehrt sie, und sie werden ein Liebespaar. Eines Tages verschwindet Hanna, und er merkt, dass er nichts über sie weiss. Nichts über ihr Leben und nichts über ihre Schuld. Der packende Roman wurde mit grossem Erfolg verfilmt. schweizer illustrierte

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Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

«Glasdiamant» Direktor Daniel J. Ziegler weckt das «Vieux Manoir» aus dem Schlaf. Auch mit einem Baumhaus am Murtensee, designt von der Zürcher Architektin Jasmin Grego.

«LE VIEUX MANOIR», MURTEN FR

Luxuriöse Nacht im Baumhaus u «Glasdiamant» heisst das edle Teil, das im grossartigen Park des «Vieux Manoir» in Murten steht – inmitten alter Bäume, viereinhalb Meter über dem Boden, nobel ausgestattet mit Nussbaumholz, Leinen, Leder, Messing und smaragdgrünem Bisazza-Boden! Ein Baumhaus, das trotz Rundum-Glas «privacy» gewährleistet: Man sieht raus (über den wunderschönen

Murtensee), aber nicht rein (verspiegelte Scheiben) … Fürs Bad «am Morgen danach» gibts verschiedene Möglichkeiten: den Kopfsprung in den See. Die Dusche im eigenen Cabochon (Badehäuschen). Oder die Brause im gläsernen Zimmer. INFO Eine Nacht im Glashaus ab CHF 950.– www.vieuxmanoir.ch

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weekend

Reisen

www.weltweit

Radisson: Ritter auf dem Moskau-Feldzug u Der Schweizer Erfolgshotelier Kurt Ritter erobert Moskau! Radisson übernimmt das frühere «Ukraina», einen der legendären Wolkenkratzer Stalins. Pluspunkte? Zentrale Lage nahe am Roten Platz. 506 Zimmer. Restaurant-Vielfalt. Und eine Karaoke-Bar! INFO www.radisson-hotels.ru

Flims: Das Jugendcamp Im Fünf-sterne-Resort u «Alles für die Kids» heissts im Jugendcamp des Waldhaus Flims Resorts (11. 7.–14. 8.): Klettern, Riverraften, Gamen, Golfen, Streichelzoo, Pizza-Kurs und vieles mehr stehen auf dem Programm. Unterdessen erholen sich die Eltern im Delight-Design-Spa. INFO www.waldhaus-flims.ch

Acapulco erwacht. Auch Die Legende «Boca Chica» u In den 50er-Jahren sonnten sich Hollywoods Stars in Acapulco. Jetzt will die mexikanische Destination wieder zurück an die Jetset-Spitze. Erster Schritt: Das legendäre «Boca Chica» ist wieder offen. Zum Design-Hotel reist man im Wassertaxi an. INFO www.designhotels.com

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Alles vom Feinsten Mahagoni und viel Liebe zum Detail kennzeichnen die legendären Orient-Express-Züge.

venice-simplon-orient-express

Eine Ikone auf S Mit dem Orient-Express wollen nicht nur Bahnfreaks fahren. Ob Gäste aus Europa oder Übersee, eine Reise mit dem Zug der Züge steht bei manchem zuoberst auf der Wunschliste.

N

ach einer Nacht im Kult-Hotel Cipriani in Venedig werden wir mit dem hoteleigenen Boot zum Bahnhof Santa Lucia gebracht. Ein letztes Mal durch den Canal Grande fahren, bevor es luxuriös mit dem Orient-­ Express Richtung Paris weitergeht: 22 spannende Stunden erwarten uns! u In der himmelblauen Livree empfängt uns Steve vor Wagon 17. Der freundliche Engländer wird uns während der Reise zur Seite stehen, den Fünf-Uhr-Tee servieren und morgens das leckere Frühstück ins Abteil bringen. u Die Kabine ist ein Traum aus Holz: An den Wänden überall Mahagoni, teils sogar mit Jugendstilintarsien. Hinter den ebenfalls verzierten Flügeltüren versteckt sich nicht etwa eine Nasszelle,


Abends in Venedig Zauberhaft im «Cip’s Club» des Cipriani.

Mittags im Orient-Express Gediegene Atmosphäre.

Morgens in Paris Kurz vor der Einfahrt im Gare de l’Est.

Fotos Kati Moser, Orient-Express, Cipriani

chienen sondern ein Waschbecken. Die Toilette befindet sich am Ende des Wagons, für warmes Wasser muss der Ofen einge­ feuert werden: stilgerecht, so wie reiche Leute vor hundert Jahren reisten. u Abends wird das Abteil in ein Schlafzimmer verwandelt. Eine Matrat­ ze wird auf den Sitz gelegt, darüber feiner Damast gespannt. Das eintönige Rollen des Zuges fördert den Schlaf. Und falls man sich zuvor im gemütlichen Salonwagen einen Schlummertrunk genehmigt hat, steht einer geruhsamen Nacht wirklich nichts mehr im Wege. u Elegant auch die drei Restaurant-Wa­ gons, wo unter der Führung von Claude Bodiguel höchste französische Küche zelebriert wird. Wen wundert es, dass bei dieser Umgebung angemessene Klei­ dung gefragt ist: Die Damen schlüpfen in

Abendgarderobe, Jackett und Krawatte ist bei den Herren selbstverständlich. u In den 1970er-Jahren begann der Amerikaner James B. Sherwood, ausran­ gierte Wagons des legendären Luxus­ zuges – der Agatha Christie zu ihrem be­ rühmten Krimi «Mord im Orientexpress»

inspirierte und wo James Bond (Sean Connery) in «Liebesgrüsse aus Moskau» wieder mal gegen das Böse ankämpfte – aufzukaufen. Alle 17 Wagons sind gründ­ lich renoviert worden, bevor sie 1982 wieder auf die Schienen geschickt wurden. Übrigens, der Venice-SimplonOrient-Express fährt schon lange nicht mehr die ursprüngliche Route. Der Sim­ plon musste dem Arlberg weichen: Der Name aber ist geblieben.  kati Moser

check-in uVenedig–Paris

Pro Person mit Vollpension, Doppelkabine CHF 3040.–, in einer Cabin-Suite (zwei verbundene Kabinen) CHF 5160.– uAbfahrten Von März bis Oktober uHotel Venedig Das «Cipriani» gehört zum Orient-Express, DZ ab CHF 770.–, www. hotelcipriani.com, weitere Hotels im Railtour-Städteangebot uRestaurant Paris «Les Ombres», Tel. 0033 01 - 47 53 68 00, www.lesombres-restaurant.com Herzlicher Empfang Steve (r.) und uInfos www.railtour.ch oder an jedem Bahnhof sein Kollege begrüssen die Gäste. schweizer illustrierte

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En Guete Gesund und gut Gemüse für Gross und Klein.

Leckere Röschen

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mit Köchin Sibylle Sager

Der eine Verwandte erfreut mit weissen, der andere mit grünen Röschen. Das Beste: Blumenkohl und Broccoli sind auch bei Kindern beliebt.

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Curry-Kartoffelsalat mit Siedfleisch

Zutaten (für 4 Personen) Salat 800 g Gschwellti (fest kochende Sorte), frisch gekocht, geschält, in Schnitzen, 3 dl Gemüsebouillon, 1/2 Esslöffel milder Curry, 600 g Broccoli, in Röschen (siehe «Gewusst wie»), evtl. halbiert, 200 g tiefgekühlte Erbsli, 300 g gekochtes mageres Siedfleisch, vom Metzger in dünne Tranchen geschnitten, 20 g Rucola-Sprossen Curry-Sauce 2 Teelöffel milder Senf, 4 Esslöffel Kräuteressig, 4 Esslöffel Olivenöl, 1 Esslöffel milder Curry, Salz, nach Bedarf, wenig Pfeffer aus der Mühle Vor- und zubereiten ca. 35 Min. Ziehen lassen ca. 30 Min. u Für den Salat Gschwellti in eine Schüssel geben. Bouillon mit Curry aufkochen, Hitze reduzieren. Broccoli beigeben, offen bei mittlerer Hitze ca. 5 Min. köcheln. Erbsli beigeben, ca. 5 Min. weiterköcheln. Gemüse mit einer Schaumkelle herausnehmen, in einer Schüssel

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Orecchiette con broccoli

abkühlen. 1 dl Gemüsesud über die Kartoffeln giessen, ­mischen. Zugedeckt ca. 30 Min. ziehen lassen, Gemüse beigeben. Für die Curry-Sauce Senf mit allen Zutaten gut verrühren. 2/3 der Sauce mit dem Salat mischen, Salat auf Tellern verteilen. Siedfleisch dazwischen verteilen, restliche Sauce darüberträufeln. Sprossen darauf verteilen.

gewusst wie Blumenkohl und Broccoli rüsten: Röschen mit möglichst viel Stiel abschneiden, dicke Stiele bzw. Strunk schälen, in ca. 1 cm dicke Scheiben schneiden.

Zutaten (für 4 Personen) 500 g Orecchiette, Salzwasser, siedend, 500 g Broccoli, in Röschen, 2 Esslöffel Olivenöl, 2 Knoblauch­ zehen, in Scheibchen, 1–2 grosse rote Peperoncini, in Ringen, entkernt, Salz, nach Bedarf, wenig Pfeffer, geriebener Parmesan, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 30 Min. u Orecchiette

im siedenden Salzwasser al dente kochen, abtropfen. Dämpf­ körbchen in eine weite Pfanne stellen, Wasser bis knapp unter das Körbchen einfüllen. Broccoli beigeben, zugedeckt aufkochen. Bei mittlerer Hitze ca. 10 Min. knapp weich garen. Wasser abgiessen, Pfanne ausreiben. Öl in derselben Pfanne warm werden lassen, Knoblauch und Peperoncini andämpfen. Broccoli beigeben, ca. 2 Min. mitdämpfen, würzen. Heisse Orecchiette beigeben, mischen. Parmesan separat dazu­ servieren. Tipp Peperoncini durch 1/2 Peperoni, gewürfelt, ersetzen.

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Gemüseterrine im Rüeblimantel

Zutaten (für eine Cakeform von ca. 20 cm) 2 grosse Rüebli, mit dem Sparschäler längs dünne Streifen abgeschält, 1/2 Teelöffel Salz, 400 g Blumenkohl, in Röschen, Strunk geschält, in ca. 2 cm grossen Würfeln, 1/2 Teelöffel Salz, 1/2 Esslöffel Olivenöl, 150 g braune Champignons, 1 Teelöffel Curry, 500 g Halbfettquark, 1 Esslöffel Peter­ silie, fein geschnitten, 1/2 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer, 4 Blatt Gelatine, ca. 5 Min. in kaltem Wasser eingelegt, abgetropft, 2 Esslöffel Wasser, siedend Vor- und zubereiten ca. 1 Std. Kühl stellen ca. 3 Std. u Cakeform mit wenig Öl bestreichen, mit Klarsichtfolie auslegen (Folie soll auf den Längsseiten je ca. 10 cm überlappen). Dämpfkörbchen in eine weite Pfanne stellen, Wasser bis knapp unter das Körbchen einfüllen, aufkochen. Rüebli beigeben, salzen, zugedeckt bei mittlerer Hitze ca. 5 Min. weich garen,

herausnehmen. Kalt abspülen, abtropfen, trocken tupfen. Rüeblistreifen quer so in die Form legen, dass die Streifen leicht übereinander überlappen und auf beiden Längsseiten vorstehen. Form bis zum Füllen zugedeckt kühl stellen. Blumenkohl ins Dämpfkörbchen geben, evtl. etwas Wasser beigeben, salzen, zugedeckt ca. 12 Min. weich garen. Kalt abspülen, abtropfen, trocken tupfen. Wasser abgiessen, Pfanne ausreiben, Öl in derselben Pfanne warm werden lassen, Champignons und Curry ca. 5 Min. dämpfen, in eine Schüssel geben. Quark und Petersilie daruntermischen, würzen. Gelatine mit dem siedenden Wasser auflösen, mit 2 Esslöffel Masse ver­rühren und sofort gut unter die rest­liche Masse rühren. Kühl stellen, bis die Masse am Rand leicht fest ist, glatt rühren. Hälfte der Masse in die vorbereitete Form füllen. Blumenkohl darauf verteilen, restliche Masse satt einfüllen. Mit den vorstehenden Rüeblistreifen bedecken, mit überlappender Folie gut zudecken, ca. 3 Std. kühl stellen. Servieren Terrine auf eine Platte stürzen, Folie entfernen. Terrine mit einem heiss abgespülten Messer in ca. 2 cm dicke Tranchen schneiden. Lässt sich vorbereiten Gemüseterrine ca. 1 Tag im Voraus zubereiten.

u SENDEDATEN Montag, 14. Juni 2010,

20.05 Uhr, SF 1 (Wiederholung: 15. 6., 1.00 Uhr, SF 1) u Frisch und saisongerecht Spargeln mit Toscanella-Tomaten, marinierte Forellenfilets mit Röstitätschli, Rhabarber-Tarte-Tatin als Dessert. E-Newsletter Abonnieren Sie gratis den «al dente»Newsletter und finden Sie nach jeder Sendung die aktuellen «al dente»-Rezepte in Ihrem Postfach vor. Profitieren Sie auch von Spezial-Angeboten, Video-Kochtipps und witzigen Pleiten und Pannen. Gratis-Abo unter www.newsletter.aldente.ch


Bocuse d’or

Lange Gesichter: Franck Giovannini wurde «nur» Siebter. Trost gabs von Spitzenkoch Gérard Rabaey (l.).

So winkt ein Sieger: Rasmus Kofoed aus Kopenhagen räumte ab und feierte dann durch. «Bravo, Cécile!» Paul Bocuse ehrte die junge Waadtländerin als «Meilleur commis». Weltstars in der Jury: Fredy Girardet und Daniel Boulud, der «König von ­Manhattan» (l.).

Superjob für Commis Cécile Showtime mit Europas KochStars am «Bocuse d’Or» in Genf

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er Schweizer Hoffnungsträger Franck Giovannini hatte Pech mit seinem Heilbutt – schlechte Ware, «nur» Rang 7. Dafür liess sich seine erst 18-jährige, hübsche Assistentin am «Bocuse d’Or»-Europafinal in Genf feiern: Cécile Panchaud aus Ollon VD wurde im Blitzlichtgewitter als «Meilleur commis» ge­feiert und vom 85-jährigen Koch-Gott Paul Bocuse auf der Bühne freundschaftlich umarmt. Der schönste Preis: Die junge Frau mit viel Talent und eisernen Nerven kriegt am 1. August einen Traumjob in der Brigade von Philippe Rochat in Crissier. «Cécile beginnt am Ge­müseposten», verrät der Patron. Stolzer Sieger: Der Däne Rasmus Kofoed. Der junge Kopenhagener Koch kriegte den Heilbutt und das wunderbare Schweizer Kalbfleisch am spektakulärsten hin. Nur für einen gabs gleich viel Applaus wie für Paul Bocuse: Jahrhundert-Koch Fredy Girardet. Der allerdings war nach 40 (!) degustierten Gerichten nicht nur satt, sondern auch kritisch: «Es geht bei diesem Wettbewerb immer mehr um die Show und immer weniger um den Goût. Eine gefährliche Entwicklung!» Girardet war in Bestform, hat sich von einer Operation gut erholt: «Ich bin gewissermassen ein ‹iron man› – mit künstlichen Gelenken an Schulter, Hüfte und Knie.» Fotos Philippe Dutoit

«Fast-Bundesräte»: Christophe ­Darbel- Die Top-Köche Philippe Rochat (Mitte) und lay (r.), Christian Lüscher mit seiner Roland Pierroz beim Käsetest. Hersteller: neuen Freundin Marie Schrebelbusch. Uhren-Manager Jean-Claude Biver!

party-facts Tatort Die Kochshow der Superlative im Palexpo Genf, organisiert von Philippe Rochat und Roland Pierroz Geheimtipp Die kulinarische Kreuzfahrt auf dem Dampfer «Savoie» mit Philippe Chevrier am Herd Hoppla Paul Bocuse war zu müde fürs GalaDiner – verständlich mit 85 Jahren! Party-Rating

Georges Wenger (18 Punkte), mit Frau Andrea und Tochter Valérie (kocht in Papas Brigade).

Super-Wettbewerb. Mit Bocuse in der Hauptrolle

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publireportage

Fernsehen wie Karina Berger Als Miss-Schweiz-Organisatorin und Mutter ist Karina Berger voll ausgebucht. Zur Entspannung mag sie Spielfilme und Serien, die sie mit Cablecom aufzeichnet.

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elchen Stellenwert hat das ­Fernsehen in Ihrem Leben? Ich bin eine kontrollierte Zuschauerin. Bei mir läuft das Gerät nie einfach so im Hintergrund. Darum steht unser TV nicht im Wohnzimmer. Wir haben ein spezielles Zimmer dafür. Wann schalten Sie das Gerät ein? Meist zur Entspannung. Ab und zu schlafe ich dabei auch ein, denn meist schaffe ich es nicht vor zehn Uhr abends. Was schauen Sie sich gerne an? Ich mag Spielfilme mit Format, wie «Benjamin Button» oder «Der Vorleser». Inter­essant finde ich die Reportagen von Discovery Channel oder History. Ich schaue mehr englische als deutsche Sender. Mögen Sie Serien? «Grey’s Anatomy» und «Private Practice» guckt bei uns, ausser der dreijährigen Shenay, die ganze Familie. Wir nehmen diese Serien immer auf, dann kann jeder schauen, wenn er Zeit hat. Wer hat die Fernbedienung in der Hand? Mein Mann Thomas – oder meine ältere Tochter Noemi. Sie übernehmen auch das Programmieren von Aufnahmen, dazu fehlt mir die Geduld. Keine Diskussionen über das Programm? Nein, da finden wir uns meistens. Was mich allerdings nervt, ist das Zappen. In welcher Serie würden Sie gerne spielen? Früher identifizierte ich mich sehr mit «Friends». Die Clique ähnelte meinem Freundeskreis, ich wäre Monica gewesen. Ihre Fernsehtipps? Sendungen aufnehmen, dann bestimmen Sie selbst und nicht das Programm, was gerade läuft.

Karina Berger schaut zu Hause gerne Serien wie «Grey’s Anatomy» oder «Private Practice».

Das grosse sommer-special von cablecom

Vier Monate digitales Fernsehen gratis! u So viele Sender gabs noch nie! Mit Serien, Filmen und Talkshows Den Sommer kann frau jetzt noch intensiver erleben – mit cablecom digitalem Fernsehen in HD-Qualität. Sofort für das Classic- oder Comfort-Paket anmelden und keine Serien mehr verpassen. Die ersten vier Monate TV vom Besten gratis geniessen.

Der freche neue Frauensender Sixx mit vielen beliebten Serien und Talkshows wie auch TNT Film mit den

schönsten Spielfilmen sind Bestandteil des Sender­ pakets Comfort. Dank cablecom geniessen Sie auch im Sommer die volle Unterhaltung. Sogar während der WM entscheiden Sie, was Sie sehen wollen. Wenn Sie mal mit Freundinnen unterwegs sind, verpassen Sie keine Serie – alles ganz einfach aufnehmen. SOFORT BESTELLEN UND PROFITIEREN! www.cablecom.ch/mytime oder 0800 100 111

* Das Angebot ist zeitlich limitiert bis 31. 7. 2010 und gilt nur für unsere bestehenden Kabelfernsehkunden und die Kunden unserer Partnernetze. Bei Abschluss eines neuen Vertrages für cablecom digital tv mit dem HD mediabox recorder Classic oder HD mediabox recorder Comfort mit einer Mindestvertragslaufzeit von 12 Monaten entfallen für Sie die ersten 4 Monate der Grundgebühr für das gewählte Produkt. Für die Aktivierung wird eine einmalige Gebühr von CHF 30.– erhoben. Der Rabatt ist nicht mit den Kombi-Rabatten kumulierbar.


Die Stars der Küchenparty! Hans-Peter Suter (Emmen), Beat Stofer (Meggen), Benjamin Schmidt (Engelberg) und Raphi Wey (Sachseln, v. l.).

gault millau

Erstes Turnier für Renato Wüst (Grand Resort Bad Ragaz, r.). Tipps gabs von Doris und Ueli Kellenberger.

Küchen-Party für Freunde

In Champagnerlaune. Otto Eder (PerrierJouët), Turnierdirektor Ludy Turkavka, Walter Rohrbach (Laurent Perrier, v. l.).

GaultMillau-Köche in Engelberg OW: erst golfen, dann feiern!

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ier Innerschweizer Köche mussten ran an den Herd: Hans-Peter Suter (Balchen auf Erbsenpüree), Beat Stofer (Kalbshaxen-Ravioli mit Salbei­ butter), Benjamin Schmidt (Original Wiener Tafelspitz) und Raphi Wey (Coq au Vin). 70 Berufskollegen hatten ihren freien Tag und langten lustvoll zu: erst beim GaultMillau-Golfturnier auf dem traumhaft schönen Engelberger Platz, dann bei der traditionellen Küchenparty in der Wirtschaft zum Schweizerhaus. Die begabten Chefs Jacky Vuillet (La Conversion VD) und Jörn Engelhard (Eschikofen TG) glänzten auch auf den Greens, holten die schönsten Preise ab. Ge­feiert wurde auf die feine österreichische Art: Fünf junge Winzer flogen aus Wien ein – mit hervorragenden Weinen im Gepäck! Fotos Marcel Nöcker

Schnäpse aus Saalfelden: Elisabeth Eder bittet die Weinprofis Vater und Sohn Geny Hess zur feurigen Verkostung.

20 Jahre lang 18 Punkte: «Waldhaus Flims»-Küchen­ Longhitterin Antonietta Hans-Peter und Ines power: Sandro Steingruber (l.) Leschhorn! Chocolatier Hussong (Uetikon am See). und Bruno Hurter. Fabian Rimann gratuliert.

party-facts Gastgeber Urs Heller (GaultMillau), Ludy Turkavka (Schmid Annoncen) Erkenntnis Viel Gutes kommt aus Österreich (Gulasch, Backhendl, Tafelspitz, wunderbare Weine!) Hoppla Köche mögen Davidoff-Cigars – sie pafften, bis der Feueralarm losging!

«Am liebsten Speck und Würste.» Hausi Leutenegger, mit GourmetMetzger Markus Heinzer (l.).

Applaus für fünf begabte Winzer aus Österreich (v. l.): Emmerich Knoll jun., Christian Reinisch, Claus Preisinger, Joachim Skoff und Paul Achs. Sie reisten mit Top-Weinen an.

Party-Rating

Köche sind immer ehrgeizig. Auch beim Golfen!

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Gehen Sie achtsam durch die turbulenten Tage!

woche vom 20. bis 26. Juni 2010 Der Vollmond am 26. wird von Spannungen begleitet, politische und wirtschaft­ liche Probleme spitzen sich diese Woche zu. Am 22. und 23. bildet die Sonne dissonante Winkel zu Uranus und Jupiter, Symbol der Krise Europas. Merkur, Planet der Kommunika­

tionen, steht negativ zu Saturn (am 24.) und Jupiter (am 26.), was auf den Bruch von Verhandlungen hinweisen dürfte. Positiv die Konstellation zu Beginn der Woche: Sonne–Neptun und Venus–Mars (am 20.) deuten auf mehr Solidarität, grosse ­kulturelle Ereignisse sowie gute Umweltnachrichten.

widder 21.–30. 3. Vor dem 27. Geborene haben keinen leichten Stand, müssen völlig neue Wege einschlagen (22., 23., 25., 26.). Die nach dem 27. Geborenen erreichen mit Charme mehr als erhofft, amüsieren sich blendend (20.). 31. 3.–9. 4. Sie geniessen das Leben in vollen Zügen, man kann Ihnen kaum einen Wunsch abschlagen (24.). Erfolg in der Kunst? 10.–20. 4. Sie treffen den richtigen Ton, gehen auch taktisch klug vor. Ihre Ideen und Vorschläge fallen auf fruchtbaren Boden, am 20., 21. und 24. gelingt einigen ein schöner Treffer.

stier 21.–30. 4. Sie sind physisch gut in Schuss, gewinnen (am 22.) einen schönen Vorsprung. Dabei kommt aber wohl Ihr Gefühlsleben zu kurz. Der Vollmond am 26. ist günstig für Kontakte, Aussprachen, ein Treffen. 1.–10. 5. Sie sind am 23. ziemlich aggressiv, ecken mit einer Bemerkung an. Am 24. regeln Sie ein häusliches Pro­blem, die Stimmung bessert sich. 11.–20. 5. Sie können Pluspunkte sammeln. Ihre positive Einstellung wird sehr geschätzt (am 20.). Am 23. bietet sich eine Gelegenheit, um (finanzielle?) Probleme mit dem Partner zu erörtern.

zwillinge 21.–31. 5. Sie stehen im Mittelpunkt, Ihr Charme bezaubert. Vor dem 24. Geborene sind auf Glückskurs. Alle anderen sollten vorsichtig sein, sich nicht zu viel zutrauen (20., 24.). 1.–10. 6. Amor schiesst seine Pfeile auf Sie, es kommt zu denkwürdigen Begegnungen (24.). Am 20. sind Sie der Hahn im Korb. Am 25. aber könnte es anders kommen als erwartet. 11.–21. 6. Sie sind schlagfertig, sammeln Pluspunkte. Exzellent für Termine, Verhandlungen, eine Reise (20., 24.). Am 22. und 25. sollten Sie auf einen Kompromiss eingehen.

krebs 22. 6.–1. 7. Vor dem 26. Geborene stossen auf Hindernisse, könnten Fehler machen (22., 23., 25.!). Am 26. (Vollmond) ist die Lage chaotisch. Alle anderen sind in Form, kommen gut über die Runden. 2.–12. 7. Kümmern Sie sich am 20. um Angehörige, die Ihre Hilfe brauchen. Am 22. sind Sie gut gelaunt, freuen sich über eine Nachricht oder ein Geschenk. 13.–22. 7. Sie sollten sich aus Intrigen heraushalten (21. und 24.), ein Missverständnis schnell aufklären. Nach dem 19. Geborene können ihre Position festigen, Verdienste werden anerkannt (23.).

löwe 23. 7.–1. 8. Sie gehören zu den Favoriten: Venus verdoppelt Ihren Charme, Sie erobern die Herzen (20.!). Um den 24. Geborene treffen voll ins Schwarze (beruflich oder privat). 2.–12. 8. Sie stürzen sich ins Vergnügen, schlagen (am 22., 23.) ganz schön über die Stränge. Am 20. argumentieren Sie klug, am 24. kann niemand Ihrem Charme widerstehen. 13.–23. 8. Sie sind auf der Überholspur, Ihre Taktik sollte aufgehen. Am 20. und 24. können Sie eine interessante Abmachung unterzeichnen: der Beginn einer erfolgreichen Partnerschaft?

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie sind sehr aktiv, gewinnen einen schönen Vorsprung (20., 22.). Nur am 24. sollten Sie auf der Hut sein! Eine positive Wende zeichnet sich am 25. ab, Hilfe von Freunden am 26. 3.–12. 9. Sie haben am 22. gute Karten, um ein neues Vorhaben zu starten. Am 24. und 25. handeln Sie zu impulsiv und stossen jemanden vor den Kopf. 13.–23. 9. Ihre Zerstreutheit könnte Ihnen einen dummen Streich spielen, speziell am 22., 23. oder 24. Vorsicht, falls Sie auf Reisen sind! Lesen Sie bei wichtigen Verhandlungen auch das Kleingedruckte!

waage 24. 9.–3. 10. Eine chaotische Woche für die vor dem 27. Geborenen: Sie müssen improvisieren (22., 23., 25.!). Alle anderen kommen mit Charme über die Runden (am 24.). 4.–13. 10. Sie gewinnen neue Sympathien und machen eine Eroberung nach der anderen (am 24.!). Niemand kann Ihnen widerstehen, aus Freund­schaft könnten tiefere Gefühle entstehen. 14.–23. 10. Merkur verleiht Ihnen Scharfsinn und Humor, Sie knüpfen wertvolle neue Kontakte. Exzellente Woche für eine Reise, Examen, wichtige Termine etc. (20., 21., 24.).

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie platzen vor Energie. Ideal für Sport und Hobbys (am 22.) oder berufliche Projekte. Am 25. könnte ein Machtkampf zu Ihren Gunsten aus­ gehen, am 26. (Vollmond) handeln Sie instinktiv richtig. 3.–12. 11. Beziehungen zu Frauen sind nicht grad einfach, am 22., 23. oder 25. ist Sand im Getriebe. Mit etwas mehr Diplomatie bügeln Sie am 24. einen Fehler aus. 13.–22. 11. Sie finden den Ausweg aus einer schwierigen Situation (am 20. oder 24.), wenn Sie die Lage objektiv beurteilen. Nach dem 18. Geborene beweisen Weitblick.

schütze 23. 11.–2. 12. Entfaltung und Erfolg winken den Schützen vom Beginn (vor dem 26. geboren); echte Glückssträhne? Alle anderen erobern die Herzen wie im Flug (23.), sollten sich aber mehr schonen (am 24.). 3.–12. 12. Traumtage für Flirts, neue Eroberungen und Bekanntschaften. Am 20. und 24. kann man Ihnen nichts abschlagen, Sie lassen Gefühlen freien Lauf. 13.–21. 12. Verspätungen und Verzögerungen sind an der Tagesordnung (22., 25.), aber am 20. und 24. finden Sie die richtigen Worte, können Probleme der letzten Monate lösen.

steinbock 22.–31. 12. Sie haben derzeit keinen leichten Stand, müssen sich mit unerwarteten Veränderungen anfreunden (22., 23., 25.). Dank Vitalität und Einsatz­ freude machen Sie verlorenes Terrain wieder gut (26.). 1.–10. 1. Sie lassen sich am 20. zu sehr von Ihren Gefühlen leiten. Am 22. bietet Ihnen ein Freund seine Hilfe an. 11.–20. 1. Sie sind konstruktiv, gehen den Dingen auf den Grund. Projekt (von November?) bringt jetzt gute Resultate, Ihre Verdienste werden anerkannt (23.). Am 21. sollten Sie nicht jedes Wort auf die Waagschale legen!

wassermann 21.–30. 1. Rückenwind! Vor dem 24. Gebo­ rene treffen voll ins Schwarze, beruflich oder privat. Alle anderen sind am 20. und 24. der strahlende Mittelpunkt, sollten am 21. diplomatischer agieren. 31. 1.–9. 2. Sie stecken Ihre Umgebung mit Ihrer guten Laune an, blühen regelrecht auf (20., 24.). Überspannen Sie den Bogen am 23. oder 25. nicht! 10.–19. 2. Sie sind am 20. und 24. in einem Schwebezustand und kommen Ihren Idealvorstellungen näher. Günstig für gesellschaftliche Ereignisse. Am 23. sollten Sie auf dem Boden der Tatsachen bleiben.

fische 20. 2.–1. 3. Sie sollten am 20. grosszügiger sein, Verständnis zeigen! Gute Laune am 22. und 26. (Vollmond). Vor dem 25. Geborene machen eine positive Wandlung durch, können Forderungen durchsetzen. 2.–10. 3. Routine, Routine. Am 22. kommen Sie gut über die Runden, wenn Sie auf Ihre innere Stimme hören. Hektisch: der 24. 11.–20. 3. Sie müssen sich anstrengen, um den Anschluss nicht zu verlieren. Probleme, die auf November zurückgehen könnten, werden am 22., 24. oder 25. wieder akut. Am 23. bekommen Sie Schützenhilfe.

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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten und die sechsten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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Kreuzwort-Chaos

LÖSUNGSWORT

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Die Buchstaben der Lösungswörter stehen alphabetisch geordnet. Suchen Sie nach dem richtigen Wort und vervollständigen Sie das Kreuzworträtsel.


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3 2 1 4 2 3 5 7 6 8 6 1 4 9 6 2 4 6 8 7 1 Conceptis Puzzles

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3 Und so nehmen Sie teil: Telefon 0901 908 103 (CHF 1.–/Anruf) SMS Schicken Sie ein SMS mit ZIFFER, Ihrer Lösung und Ihrer Adresse an die 530 (CHF 1.–/SMS) Beispiel ZIFFER 473 an 530 WAP http://wapteilnahmeonline.vpch.ch/SCH24528 Teilnahmeschluss Sonntag, 20. Juni 2010

8 5 4 1 9

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4 3 2 6 9 8 Conceptis Puzzles

WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Starren, 2. Silikon, 3. Astwerk, 4. Muerren, 5. Zaghaft, 6. Freuler, 7. Anwesen, 8. Skorbut, 9. Scherbe, 10. Geneigt, 11. Schoeck, 12. Koerfer, 13. Meinung, 14. Tetanus, 15. Seitdem, 16. Musisch, 17. Antoine, 18. Western, 19. Autogen, 20. Flaneur, 21. Mueller Lösungssatz: Alte Gewohnheit ist staerker als Brief und Siegel.

REBUS

Lösung: RASEN

Lösung: 986

KUGEL S (D) E I L HECHT GEDICHT

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KREUZWORTRÄTSEL

LÖSUNG: TEMPERATUR schwer

9 5 1 8 2 7 4 3 6

7 3 6 5 1 4 9 2 8

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

LÖSUNGSWORT

SUDOKU mittel 8 1 5 7 4 2 3 6 9

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Rebus

Auflösung aus Heft 23

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5 8 9 1 2 3 6 4 7

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Lösung: 658

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weekend

Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.


Hundert Jahre Berninalinie – und vier Generationen Beti. Die Erlebnisse von Urgrossvater Francesco, Grossvater Ernesto, Vater Adriano und Sohn Moreno mit der welt­berühmten Alpenbahn.

Die Bernina


bähnler

Passionierte Bähnler Adriano, Ernesto und Moreno Beti (v. l.) auf dem – trotz Frühsommer – verschneiten Bernina-Hospiz (2253 m ü. M.). Die jüngeren zwei Beti-Männer sind als Lokführer täglich auf der Berninalinie von Poschiavo nach St. Moritz unterwegs.

-Familie

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«Manchmal hat man bei minus 25 Grad zehn Mal die gleiche Weiche frei geschaufelt» Ernesto Beti

Schwarz-Weiss-Fotos: © Archiv Luigi Gisep, Poschiavo (l.), © Verkehrshaus der Schweiz, Luzern (r.)

Motivierte Truppe Der Chef trägt Hut: Grossvater Ernesto (2. v. r.) befreit in den Sechziger­jahren mit seinem Unterhaltsteam einen im Schnee stecken gebliebenen Zug.

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Pure Manneskraft In mühsamer Arbeit befreien die Unterhaltsarbeiter 1910 den Drago-Tunnel vom Schnee und machen ihn damit wieder befahrbar. Zum Team gehörte damals auch Urgrossvater Francesco Beti.

schweizer illustrierte


bähnler

Text Nina Siegrist Fotos Heiner H. Schmitt

E

Spannende Erzählungen Ernesto Beti, 91, zeigt ­seinem Enkel Moreno, 33, zu Hause in Poschiavo ­Bilder vergangener Zeiten (oben).

Modernste Technik Die Dampfschneeschleuder ist 1911 der ganze Stolz von Bedienungspersonal und Bahndienstmitarbeitern der Berninalinie.

n schööne Burscht bini gsii, gell?», sagt Grossvater Ernesto Beti, 91, mit einer vom Pfeifenrauch gebeiz­ ten Stimme. Er hält seinem Enkel Moreno ein Foto aus den Sechzigern unter die Nase. «Der mit dem Hut, das bin ich – Chefs tragen immer Hut», meint er ver­ schmitzt. Das Bild zeigt Ernesto als gross gewachsenen Kerl mit tellergrossen Ar­ beiterhänden. Damals war er Unterhalts­ chef der Berninabahn, jener 61 Kilometer langen Strecke, die St.  Moritz über den Berninapass mit der italienischen Stadt Tirano verbindet. Sein Vater Francesco hatte beim Bau der Linie mitgeholfen und seinen Sohn später, als es auf dem fami­ lieneigenen Bauernhof zu wenig Arbeit gab, an das Eisenbahn­unternehmen ver­ mittelt. Der Anfang einer Familientra­­­dition: ­Ernes­tos Sohn Adriano, 58, und Enkel ­Moreno, 33, sind beide Lokführer bei der Rhätischen Bahn. Und heute, wo die Berninalinie zum Unesco-Weltkultur­ erbe zählt und ihr 100-jähriges Bestehen feiert, sind die Betis Teil dieser Erfolgs­ geschichte. Früher … Mit diesem Wort beginnen fast alle Geschichten, die Grossvater ­Ernesto oder «Erno», wie ihn alle im Dorf nennen, bei einem Eierlikör in seinem gemütlichen Dorfhaus in Poschiavo erzählt. «Früher», sagt er, «mussten wir bei minus 25 Grad von Hand die Weichen frei schaufeln, wenns windig war, zehn Mal am Tag.» Früher, da habe es kein Handy und keinen Funk gegeben: «Wir mussten auf Holz-Ski zum Strecken­ telefon fahren, um Bescheid zu geben, dass der Zug im Schnee stecken geblie­ ben ist.» Und früher, erzählt er weiter, sei dann die «Kafimühli» gekommen, so nannten sie damals die Schneeschleuder, den ganzen Stolz der damaligen Bähnler­ generation. «Heute ist alles einfacher», findet Ernesto, «da ist die Arbeit ja keine Arbeit mehr. Vacanza – Ferien sind das!» Enkel Moreno Beti schmunzelt: «Ganz so einfach ist es dann auch wieder nicht: Während du morgens mit einem Militär­ tornister voller Essen losgezogen bist und oben auf dem Berg erst mal gemütlich deinen ­Salametti gegessen hast, stehen wir ­heute unter permanentem Zeitdruck. Beim Halt in Tirano reicht es oft nicht u schweizer illustrierte

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100 Jahre Berninalinie u Feierlichkeiten Die Rhätische Bahn

zelebriert das Jubiläum mit mehreren Events. Am 19. und 20. Juni findet der Hauptfestakt im Valposchiavo statt. Infos: www.mybernina.ch u film Die Betis stehen im Zentrum des Jubi-­ läums-Films «Knochenarbeit am Bernina» von Ruedi Bruderer, der am 20. Juni um 17.25 Uhr auf SF 1 gezeigt wird. Infos: www.rtr.ch u Bücher «Die goldenen Jahre der Berninabahn» und «Bernina Express», beide erschienen im AS Verlag. Infos: www.as-verlag.ch

Spektakulär Mit aktuellen Bildern von Robert Bösch und historischen Zeitdokumenten erzählt «Bernina Express» die Geschichte der Alpenbahn.

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mal für einen Espresso.» Ernesto zieht die Augenbrauen hoch, grinst und winkt ab: «Baaah, Vacanza – Ferien sind das!» Einen Tag später am Bahnhof ­Poschiavo. «Ciao, Erno!», tönt es aus allen Winkeln, als Grossvater Beti in einer ab­ getragenen blauen Bähnlerjacke flink über die Gleise tippelt. Mit Sohn Adriano und Enkel Moreno feiert er das 100-Jahr-Jubi­ läum der Berninalinie ganz familiär: In einem von der Rhätischen Bahn zur Ver­ fügung gestellten Triebwagen fahren die drei auf einer Extrafahrt der historischen Strecke entlang, vorbei an den Steinmüh­ len von Cavaglia, dem Palügletscher und dem Lago Bianco. Vater Adriano und Sohn Moreno sitzen abwechselnd im Führer­ stand, Erno dahinter im Abteil: «Früher war das nicht so komfortabel, die Sitze waren hart und die Fenster mit störrigen Lederriemen verschlossen.» Auf dem

u

Bernina-Hospitz machen die drei Männer halt. Während im Tal die Kastanien blü­ hen, wirbeln hier weisse Flocken durch die Luft – früher sei nach dem Schnee immer schönes Wetter gekommen, sagt Erno und stapft wacker durch den Tiefschnee zum Sta­tionshäuschen. Fünf Jahre hat er hier oben zusammen mit seiner Frau Berta gewohnt und als Streckenwärter gearbeitet, für 500 Franken im Monat. Seine älteste Tochter kam auf dem Hospiz zur Welt. Und sein Bruder Bruno, ein Lok­ führer, ist 1953 unweit von hier gestorben, 30-jährig und kurz vor seiner Hochzeit. Es war nicht, wie sonst so oft, eine Lawi­ ne, die den Bahnmitarbeiter das ­Leben kostete. Vielmehr kam es 1953 zur bisher einzigen gravierenden Kollision auf der Berninalinie: Zwei Züge stiessen frontal zusammen. Ernestos Frau Berta hat Bruno zum Abschied vom Hospiz aus noch


bähnler

Traumjob Lok­f ührer Auf der einein­halb­ stün­digen Fahrt von Poschiavo nach St. Moritz passieren Vater Adriano und Sohn Moreno Naturschönheiten – wie etwa den Lago Bianco (l.).

zugewunken. Dann machte sich dieser mit seinem Zug auf die fatale Reise ins Tal. Starkes Gefälle, 52 Brücken, 14  Tunnels und mehrere spektakuläre Kurven entlang von Naturschönheiten zeichnen die Berninabahn aus. Lokführer Moreno muss ganz schön viele Hebel ziehen, Knöpfe drücken und Schalter umlegen, «das ist nicht wie Zürich–Genf, dort haut man den Tempomaten rein und isst Zvieri», scherzt er. Vater Adriano sitzt neben ihm. Er ist stolz, dass sein Sohn nach einer Lehre als Elektromonteur und einem kleinen Tiefschlag, als er im ersten Anlauf als Lokführer-Aspirant abgewiesen wurde, schliesslich doch bei der Rhätischen Bahn im Führerstand landete. Schon als Moreno noch ein kleiner Bub war, fuhr er oft mit seinem ­Vater mit. Jetzt ist die Rollenverteilung um­gekehrt. «Die neuen Allegra-Triebzüge sind mit

ihrer ganzen Elektronik eine Heraus­ forderung. Da rufe ich öfter mal meinen Sohn an», sagt Adriano. Und Moreno meint: «Bei technischen Problemen in der alten, mechanischen Lok meld ich mich bei meinem Vater – der kann ganz viel selbst reparieren.» Tatsächlich hat Adriano Beti im Sommer 2009 einige Touristen vor einer langen Wartezeit in den Bergen bewahrt: Oberhalb von ­Cadera blieb ein Zug plötzlich stehen, Adriano, der im angemieteten Maiensäss an der Strecke Ferien machte, eilte zu Hilfe und reparierte kurzerhand eine ­defekte Sicherung. Alp Grüm – auf der Rückkehr nach Poschiavo der letzte Halt der Betis. «Frölein, mir händ Durscht!», ruft Ernes­ to. Als die Wirtin des Bergrestaurants ihm lachend einen Kaffee serviert, bestellt er sich gleich noch zwei Nussgipfel

dazu. «Wer nicht isst, ist krank! Früher konnte ich Steine essen – ich war halt ein Chrampfer», sagt er. Seit seine Frau im Juli 2002 gestorben ist, macht Ernesto, so gut er kann, den Haushalt, kocht sich auch mal selbst eine Gerstensuppe. Heute geht es allerdings zur Feier des Tages ins «Croce Bianca», ein währschaftes Dorfrestaurant mitten in Poschiavo. ­«Lueged, das bin ich», sagt Ernesto zwischen Gorgonzolarisotto und Coup Dänemark zu Sohn und Enkel und zeigt auf das vergilbte Bild an der Wand: Ernesto, 19-jährig, im eng anliegenden Dress des lokalen Turnvereins. «Schööne Burscht, gell!», sagt er einmal mehr, gluckst und macht dabei unbemerkt einen Knoten in den Jackenärmel seines Enkels. Dieser bricht kurz darauf auf – nach zwei Fehlversuchen, die Jacke anzuziehen, und begleitet von Ernestos kindlichem Lachen. Am Bahnhof Poschiavo erwarten Moreno seine Frau Danila und die beiden Söhne. Elia, 6, und Aronne, 4, wollen unbedingt noch ins Depot, Züge anschauen. Elia kennt alle beim Namen: Triebzug 3503 heisst Carlo Janka, Nummer 3504 ist Dario Cologna. Und was will Elia Beti später einmal werden? «Lokführer – ist doch logisch!» 

Urenkel Elia Beti vor einem Allegra-Triebzug in Poschiavo. Der Sechsjährige will die ­Tradition fortsetzen und Lokführer werden. schweizer illustrierte

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Zeigen Hörner: die Olympiasieger Simon Ammann (l.) und Mike Schmid.

Berns Stadtpräsident Alexander Tschäppät (r.) und sein Bruder Philipp.

André Béchir (r.) mit Partnerin Doris Marxer, André Lüthi, CEO Globetrotter.

Kultig: Gitarrist Angus Young, 55, in seiner legendären Schuluniform mit kurzen Hosen.

AC/DC setzte alle unter Strom Die Aussies rockten das Berner Stade de Suisse

H

ier jubeln die Leute, wenn Kanonen ­böllern. Doch wenn ich ein paar kaufen will, gibts Protest.» Ueli Maurer nahms locker. Mit Stöpseln in den Ohren und Sohn Björn (ohne Stöpsel) verfolgte er von der VIP-Tribüne, wie die Australier bei «Highway to Hell» eine Reihe Kanonen auffuhren. Sein Fazit: «Laut, aber gut.» Eingeladen war der Armee-Minister von Krokus-Bassist Chris von Rohr – dessen Vorgruppe heizte den 42 000 Rockfans gehörig ein. Ganz aus dem Häuschen war «Weltwoche»-Verleger Roger Köppel. Vor zehn Jahren führte er ein dreistündiges Interview mit Mr. AC/DC A ­ ngus Young. Eher auf Ländler steht Fuhrhalter Ueli Giezendanner: «Ich kam dem Chef z lieb.» Sein Chef? «Roberta, meine Freundin.» Text Thomas kutschera, Fotos Marcel NÖCKEr

Unternehmer Peter Spuhler mit Frau Daniela (l.) und Mireille Kindle, beide mit AC/DC-T-Shirt.


Heiss auf Rock: SkiCracks Didier Cuche (l.) und Marco Büchel, in der Mitte SF-Mann Rainer Maria Salzgeber.

Bundesrat Ueli Maurer mit Sohn Björn, 24. Der Junior: «Leider waren die Tickets schnell weg. Da besorgte mir der Vater eines für die VIP-Lounge.»

SBB-Präsident Ulrich Gygi, SVP-Nationalrat Ueli Giezen­ Zum Kühlen ein Glace: Ex-Radprofi Partnerin Barbara Schaerer. danner, Freundin Roberta. Markus Zberg und Ehefrau Karin.

«Mr. Venture Capital» Peter Friedli in Begleitung seiner Gattin Bettina.

party-facts Foto Beat Mathys/Berner Zeitung

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Party

Ein Bundesrat, fünf Rock ’n’ Roller: Ueli Maurer (3. v. r.) backstage bei Chris von Rohr (Mitte) und seinen Krokussen.

Gastgeber Good News Tatort Stade de Suisse, Bern Most wanted Angus von AC/DC (rauschte jedoch sofort in sein Genfer Hotel ab). Doch Ueli Maurer, Verteidigungsminister, war ja auch noch da Food Kalbshohrücken, Tiramisu, Chardonnay Wow! 60 Meter breite und 25 Meter hohe Bühne. 10 Nightliner für die 100-köpfige Crew, 45 Trucks. 2 Stunden Show, am Schluss Feuerwerk Party-Rating

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«Die Power von Youngs Bühnenshow gibt Musikern Rätsel auf», staunt Chris von Rohr


Notabene

Der ewige Streit um den Gaza-Streifen

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Peter Scholl-Latour

aza ist gewiss nicht Auschwitz, wie gele­ Es war der Diplomatie Israels gelungen, trotz des gentlich die Freunde Israels betonen. Doch Streits um die heiligen Stätten zuverlässige Verbündete in Gaza, dieser winzige Fetzen Land, auf dem der islamischen Welt zu finden. Solange der Schah in Teheran 1,5 Millionen Palästinenser zusammen­ herrschte, konnte sich der Judenstaat auf die traditionelle gepfercht leben müssen, ist schlimm ge­ Gewogenheit der Perser stützen. Auch die Türkei, die bis nug. Wir wollen hier nicht den schockieren­ vor Kurzem dem Säkularismus Atatürks huldigte, unterhielt den Zwischenfall erörtern, dem eine mit Israel eine enge wirtschaftliche und auch militärische Gruppe europäischer Friedensaktivisten Kooperation. Aber im Nahen und Mittleren Osten haben sich ausgesetzt war, als Israels Marine ihre die Verhältnisse grundlegend geändert. Seit Ayatollah Kho­ Kommandos ausschickte, um deren Schiffe zu kapern. Auf meini die Islamische Republik Iran proklamierte, sind die Dauer hat hier das Prestige des Zionismus schweren Schaden Bindungen zum ­Judenstaat einer wachsenden Feindseligkeit erlitten. Der Staat Israel, mögen viele westliche Medien auch gewichen. Wie amerikanische Beobachter berichten, ist die bedingungslos seine Partei ergreifen, gerät in eine zutiefst be­ Regierung von Jerusalem sogar in Peking in rüder Form vor­ drohliche Isolation. Präsident Obama erweist sich als seltsam ge­ stellig geworden, um die neue Weltmacht zur Teilnahme an lähmt, auch wenn er sich längst vom militanten Zionismus di­ Sanktionen gegen Iran zu drängen. Solche Pressionen wird stanziert, zu dem sich sein Vorgänger George W. Bush bekannte. sich das neu auferstandene Reich der Mitte nicht gefallen las­ sen. Mit der Türkei ist der israelischen Regierung Gewiss, der Judenstaat bleibt weiterhin «Das Netanjahu nunmehr ein Gegner erwachsen, auf – verglichen mit seiner Umgebung – ein prosperie­ den selbst Amerikaner und Russen zunehmend rendes Wirtschaftswunder. Und seine Armee wird Prestige Rücksicht nehmen müssen. auch in Zukunft in der Lage sein, die Streitkräfte des der arabischen Nachbarn in offener Feldschlacht Dennoch gibt es Optimisten, die sich an zu vernichten. Doch der konventionelle Krieg Zionismus einen Kompromiss auf der Basis eines saudi-­ gehört der Vergangenheit an. In den letzten Jahr­ arabischen Vorschlages klammern. Demnach wür­ hat zehnten haben die Weltmächte die bittere Erfah­ de sich Israel in die Grenzen von 1967 zurück­ rung gemacht, dass man dem sporadisch auf­ schweren ziehen und Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines flackernden Partisanenkampf von todgeweihten palästinensischen Staates akzeptieren. Selbst die Schaden in Gaza regierende Hamas-Bewegung hat sich «Gotteskriegern» auch mit den perfektioniertesten zu dieser Form eines unbegrenzten Waffenstill­ Methoden klassischer Strategie nicht beikommen erlitten» kann. Im Jahre 2006, als der israelische Generalstab zum töd­ standes bereit erklärt. Aber was wird dann aus den 300 000 lichen Schlag gegen die schiitische Hisbollah-Miliz im Süd­libanon israelischen Siedlern im Westjordan-Land und den in Ostausholen wollte, machte die israelische Armee eine neue Jerusalem neu etablierten 250 000 Juden? Wer wird Israel zu­ ­Erfahrung. Nämlich die, dass sie durch den Einsatz panzer­ muten, jene vorgeschobenen Territorien zu räumen, die fast bis zum Jordan reichen? brechender Waffen keine Entscheidung erzwingen konnte. Das Beispiel des Gaza-Streifens, den die Israeli einseitig In Jerusalem verschliesst man sich der Erkenntnis, dass nicht der Terrorismus palästinensischer Selbstmord­ geräumt hatten, zeigt, dass die Raketeneinschläge gegen attentäter die wirkliche Gefahr für Israel darstellt, sondern die Tel Aviv eines Tages nicht etwa aus Iran kommen würden. rasend wachsende Bevölkerung in den angrenzenden arabi­ Sondern dass sie aus den arabischen Autonomiegebieten schen Territorien. Die Betonmauer, die streckenweise acht abgefeuert werden könnten. Schon vergleichen Skeptiker Meter hochragt und die autonomen Gebiete auf dem West­ufer des amerikanischen State Department den Staat Israel mit des Jordans einzwängt, hat sich zwar als vorläufige Abwehr den Fürstentümern der Kreuzritter des Mittelalters, die nach von Bombenanschlägen als relativ wirksam erwiesen. Aber die zweihundert Jahren Präsenz im Heiligen Land der islamischen jüdischen Wehr-Experten sind klug genug, zu erkennen, dass Übermacht erlagen.  sie durch diese Abschirmung auf Dauer in eine fatale Defen­ sivposition gedrängt werden. Peter Scholl-Latour, 86, Nahost-Experte und Buchautor

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Miss oder Tracht: Wer gehört aufs Titelbild? u Wer wird Miss Schweiz? /

Trachtenfest SI 23/2010 «Unsere ganze Verwandtschaft hat sich riesig über den Trachtenfest-Bericht gefreut. Die Kinder in ihren Trachten sind natürlich besonders herzig, und der Fotograf hat die Leute zu witzigen Gesten ermuntert. Wir sind froh, dass es in der Schweizer Illustrierten auch Platz hat für solche bodenständigen, volkstümlichen Reportagen. Bitte noch mehr übers Schweizer Landleben. Wir tragen selber gern und mit Stolz unsere Berner Tracht und werden dieses Heft aufbewahren und immer wieder anschauen.» Familie Frei, Bern «Das Titelbild der Schweizer Illustrierten zeigt zwölf zweifelsohne hübsche, junge Frauen, welche an der Miss-Wahl ihren grossen Auftritt haben – so wie jedes Jahr. Das Eidgenössische Trachtenfest findet alle zwölf Jahre statt und hat 100 000 Be-

sucher angelockt. Das Fest war farbig und freudig, was die SI ja auch sehr schön und mit herrlichen Fotos zeigt. Nur: Hätte nicht wenigstens eine Trachtenfrau aufs Titelbild gehört?» Nadja Portmann, Root LU Krise auch auf samos u Im bankrotten Paradies, SI 20/2010 «Ich möchte Ihnen für den schönen und leider traurigen Artikel über die Griechenland-Krise danken. Ich wohne seit 22 Jahren auf der Insel Samos. Wie überall in Griechenland kämpfen auch wir gegen die Krise, die uns die Regierung eingebrockt hat. Unsere Insel lebt vom Tourismus. Bleiben die Besucher aus, haben alle Angestellten keinen Verdienst mehr. Auch ich arbeite in einem Hotel, doch das Personal wird zum Teil nur noch halbtags beschäftigt; das bedeutet noch weniger Lohn. Und trotzdem sind wir reicher als viele andere. Unsere kleine Farm gibt uns

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Fleisch, Eier und Gemüse, und wir können so eine Menge Geld sparen. Krise hin oder her – es ist hier immer noch das gleiche Paradies, wie ich es vor 22 Jahren kennen- und lieben gelernt habe.» Brigitte Apostolou, Samos, Griechenland

einfach mal danke sagen u Schweizer Illustrierte allgemein «Ein Heft mit schönen Bildern von Edith Hunkeler, ein anderes Heft mit Gold-Simi. Ich möchte dem Schweizer-­ Illustrierte-Team Danke sagen für die spannenden und tollen Reportagen.» M. Aeberhard willi

«Mit unserem Spezialmodell ‹South Africa 2010› können Sie selber Tore schiessen.»

Nr. 24, 99. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23, Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller stv. chefredaktor/Nachrichtenchef Stefan Regez MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Freeflow AG; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Previon AG; Presse TV AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medien­ integration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; FMU Free Media Ukraine Ltd.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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Die Liste

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helene fischer

Zehn Dinge, die ich unbedingt tun muss

Aufgezeichnet von sandra casalini

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Schlager-Star Helene Fischer, 25, gehört in Deutschland zu den erfolgreichsten Künstlerinnen ihrer Sparte. Im Herbst tritt sie in der Schweiz auf (13. 11. Huttwil BE, 14. 11. Basel). Privat ist sie mit TVModerator Florian Silbereisen, 28, liiert. Auf www.schweizerillustrierte.ch verlosen wir drei ihrer signierten «Best of»-CDs.

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schweizer illustrierte

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Die Welt bereisen In meiner Karriere durfte ich zwar schon viele Orte besuchen, hatte aber selten Zeit, mich mit Land und Leuten näher zu beschäftigen. Dies möchte ich nachholen und dann auch nach ­Australien, Amerika, Japan und China fliegen. Den Tauchschein machen In meinem Malediven-Urlaub bin ich ­ein absoluter Tauch-Fan geworden. Die Unterwasserwelt ist so faszinierend, dass ich davon nicht genug bekommen kann.

Mit Josh Groban singen Ich bin ein grosser Fan des amerikanischen Sängers und Songwriters. Er ist ein Ausnahmetalent mit einer grossen Stimme. Den ganzen Tag essen Und das am liebsten in der Schweiz, denn ich liebe Käsefondue, Züri-Gschnätzlets und Schoggi! Eine Hilfsorganisation gründen Es gibt so viel Not auf dieser Welt, und ich möchte dort, wo es am Nötigsten ist, gezielt helfen können. In einem grossen Stadion auftreten Bei einem solchen Konzert herrscht eine unbeschreibliche Atmosphäre. Vielleicht darf ich das ja eines Tages erleben. Kinder grossziehen Ich bin ein absoluter Familienmensch und möchte natürlich irgendwann meine eigene kleine Familie gründen. Fremdsprachen-Kurse belegen Ich sollte dringend mein Englisch aufpolieren, die Sprache verfolgt mich auf Schritt und Tritt. Zudem möchte ich Russisch lernen. Die Sprache ist für mich eine Herzens­ angelegenheit, da ich in Sibirien geboren wurde und dort meine ersten Lebensjahre verbrachte. Ein Instrument spielen lernen Vor lauter Singen habe ich irgendwie die Gelegenheit dazu verpasst. Das möchte ich dringend nachholen: Gitarre und Klavier wären toll. Über die Alpen fliegen Die Schweiz ist ein faszinierendes Land. Ich liebe die Berge und fände es sehr aufregend, sie bei einem Alpenrundflug von oben zu bewundern.

Foto Christian Lanz

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