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15. M채rz 2010 CHF 4.50

Drama um Gian Simmen Baby tot!

TV-Star Urs Gredig Privat

Stark. Schlau. Sympathisch.

Pascale Bruderer


Inhalt

Titelfotos Kurt Reichenbach, Fabienne Bühler: Merly Knörle/SF; Inhaltsfoto Kurt Reichenbach

HEFT 11, MONTAG, 15. März 2010

Titel

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u Allein, aber nicht einsam 75 Jahre Peter Bichsel! «Nur ja kein Fest: Ich will einfach meine Ruhe», sagt der grosse Schweizer Schriftsteller. «Drum setze ich mich in eine Beiz.»

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Pascale Bruderer Fit, frech, fröhlich: Ein Tag mit der höchsten Schweizerin. «Am Esstisch lernte ich debattieren»

Leute 7 8

20 32 82

Tagebuch von Nik Niethammer Leute Simon Ammann, Carlo Janka, Mahara McKay, Ueli Maurer, Charles Clerc, Roeland Wiesnekker, Linda Fäh Gian Simmen So traurig! Töchterchen Jonina Natalina starb kurz vor der Geburt Urs Gredig «Mr. Tagesschau» zeigt sein Davos: «Hier wird es mir nie langweilig!» M. S. Bastian Schön schrill: Die bunte Welt des Bieler Comic-Künstlers schweizer illustrierte

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Inhalt Religion 28

Kurt Koch Besuch beim Basler Bischof. Sein grösstes Laster. Sein Jugendtraum. Grosses Interview der Woche

Gesellschaft 22

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Peter Bichsel Seine Angst vor dem Altersheim. Seine Brille. Und warum er jeder stilvoll gekleideten Frau hinterherschaut Downsyndrom Anders, aber nicht blöd! Prominente gehen auf Tuchfühlung: Grosse Modeschau zum Frühlingsanfang!

Shopping 43

u Schön fröhlich «Ich mag Melanie. Und Taschen!» Andrea Schibli (r.) geniesst ihren grossen Auftritt an der Seite von Volksmusikstar Melanie Oesch. Auch Barbara Stoffel (l.) lebt mit dem Downsyndrom. Und zeigt gern Mode.

Das Magazin für lustvolles Einkaufen Mode, Style, Electronics

Weekend 55

Freizeit, geniessen, rätseln En Guete, GaultMillau, Reisen, Spiele

Check-up 69 70 72

Künstliches Kniegelenk Mit Hightech gegen die Gelenkarthrose Wir nehmen ab! Worauf Peter Kiefer jetzt achten muss – geniessen statt verzichten Dr. Stutz meint Einbildung oder verkappter Winterschlaf? Die Frühjahrsmüdigkeit

Die Besten 75

Das Schweizer Kulturmagazin Kunst, Musik, Bücher, Filme

Party Fotos Dave Brüllmann, Fabienne Bühler, Hervé Le Cunff

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Laureus Awards Abu Dhabi

Und … 96 98 60 64 97

Notabene von Helmut Hubacher Die Liste von Umberto Tozzi Impressum Horoskop Leserbriefe

u Offen «Sexualität kennt verschiedene u Cool «Tagesschau»-Star Urs Gredig Sprachen.» Bischof Kurt Koch über über seine zweite Heimat. Und er verrät, warum er nicht wie sein Vater Hotelier wurde. die Liebe, den Zölibat und Kindsmissbrauch.

ABO: 0800 820 920, Redaktion: Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 63 63 Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch, www.schweizer-illustrierte.ch

Mehr News, mehr Bilder: www.schweizer-illustrierte.ch

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tagebuch

Oben angekommen Pascale Bruderer «Es ist erstaunlich,

wie gnadenlos sie ihren Terminkalender vollpackt. Und es trotzdem schafft, die Freude an der Politik zu leben», sagt SI-Politchef Sascha Buchbinder über die prominente Aargauerin. Buchbinder hat die höchste Schweizerin einen Tag lang begleitet. Und kommt zum Schluss: «Sie ist eine starke, schlaue, sympathische Frau, deren Durchsetzungswille man nicht unterschätzen sollte.» Die Gipfelstürmerin – ab Seite 14.

Peter Bichsel

Nik Niethammer, Chefredaktor

Fährt lieber Zug als Auto Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer mit SI-Politchef Sascha Buchbinder.

Fotos Kurt Reichenbach (2), Dave Brüllmann

Besuch in der Schreibstube SI-Reporter Marcel Huwyler, Schriftsteller Peter Bichsel (r.). Hier entsteht auch sein «Notabene».

Fröhliches ModeShooting Fabian Bächli (mit Downsyndrom), SI-Redaktor Giuseppe ­Cerrato, Karina Berger und Tochter Shenay. Ab Seite 88.

«Eigentlich möchte Frau Blum den Milchmann kennenlernen» – so lautet der Titel seines vielleicht berühmtesten Buches. Ich habe es als Fünftklässler zum ersten Mal gelesen – noch heute ist es eines meiner Lieblingsbücher. Bichsel erzählt in der titelgebenden Geschichte, wie Frau Blum sich lang und breit damit aufhält, was wohl der Milchmann über sie denken mag. Sie schreibt ihm Zettelchen, wie viel Milch und Butter sie braucht. Die beiden kennen sich nicht, weil der Milchmann morgens um vier kommt. Sie sind ein Leben lang miteinander beschäftigt, ohne sich je näherzukommen. Ich liebe diese Geschichte. So wie ich die Texte liebe, die Peter Bichsel seit vielen Jahren in der Schweizer Illustrierten publiziert. Niemand beschreibt auf eine so emotionslose und doch anrührende Weise alltägliche Begebenheiten wie der Mann mit der kultigen Brille und dem schlohweissen Haar. Es sei ein fürchterliches Klischee, wenn über ihn geschrieben werde, er sei ein guter Beobachter, knurrte Bichsel vor Jahren in einem seiner seltenen Interviews. «Ich lebe halt in dem drin, in dem ich lebe. Ich lebe in einer Kleinstadt unter den Leuten, die auch hier leben, und da braucht man nicht zu beobachten, da ist man einfach drin.» So ist Bichsel. Seinen 75. Geburtstag am 24. März verbringt er wie jeden Tag in der Beiz. Dort hat ihn mein Kollege Marcel Huwyler letzte Woche besucht. Auf Fragen antwortet der Schriftsteller mit Schweigen, berichtet Huwyler. «Bichsel liebt das Nicht-Sprechen, die langen Pausen. Als Interviewer muss man das aushalten können.» Lieber Herr Bichsel, zu Ihrem 75. wünsche ich Ihnen im Namen unserer Leserinnen und Leser die Stille, die Sie so sehr mögen. Und ein frohes Herz. Es ist schön, dass es Sie gibt! Der berühmteste Beizenhocker der Schweiz – ab Seite 22. Viel Spass mit Ihrer Schweizer Illustrierten!

AL DENTE. Das Magazin für Geniesser. Bern: Die besten Adressen für Feinschmecker. «AL DENTE» AM TV Die Betty-Bossi-Rezepte. GOURMET-QUIZ mit Super-Preisen. Nächste Woche mit Ihrer Schweizer Illustrierten! schweizer illustrierte

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simon ammann & carlo janka

Verkehrte Emotionen

Fotos Andreas Meier / EQ Images; Bob Strong / Reuters

u Nanu?! Unsere zwei Olympia- und nun auch Gesamtweltcupsieger benehmen sich auf dem Höhepunkt ihrer Karriere auf einmal ganz ungewohnt. So kniet der extrovertierte Skispringer Simon Ammann, 28, der eigentlich das Bad in der Menge liebt, nach seinem Siegsprung in Lillehammer (No) im Zielgelände nieder und geniesst den grossen Moment ganz in sich gekehrt. Und Alpin-Ass Carlo Janka, 23, der coole «Iceman», lässt nach dem entscheidenden Riesenslalom-Triumph in Garmisch (D) alle Hemmungen fallen, ballt die Fäuste und schreit die Freude hinaus. Wenig später hat sich der Obersaxer wieder im Griff und meint: «Mir fehlen die Worte.» Uns auch. Wir sagen nur: «Danke!» ilona scherer


bilder der woche

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wer liebt wen

Der Storch hat viel zu tun u Das Märchen um unser «Berner Meitschi» in Hollywood ist um ein Kapitel reicher: Am Montag, 8. März, hat Ex-Miss-SchweizKandidatin Maria Dolores Diéguez, 27, ihrem Ehemann, «Flash Forward»-Star Joseph Fiennes, 39, eine süsse Tochter geschenkt. u Sein Geburtstermin wäre auch der 8. März gewesen – doch Dean Michael, der erste Sohn von Michael Steiner, 40, liess sich noch einen Tag länger Zeit. Um 21.21 Uhr gebar Minerva, 30, ihrem Ehemann, dem «Sennentuntschi»-Regisseur, den 3500 Gramm schweren Stammhalter. Nach vielen Tiefschlägen befindet sich Steiner wieder im Hoch: «Wir freuen uns sehr und sind überglücklich.»

Noreen, Julia, Jenny, Ronja

Schöne Freundschaft

u Gipfeltreffen der erfolgreichsten Schweizer Models – und von Stuten­ bissigkeit keine Spur. «Ich habe das Gefühl, wir würden uns schon seit Jahren kennen», sagt das Küken in der ModelRunde, Julia Saner, 18 (Gewinnerin Elite Model Look). Model-Freundinnen Ronja Furrer, 18 («Cosmopolitan»), und Jenny Bachmann, 21, schwärmen: «Wir sind alle eine grosse Familie.» Aber eine, die sich selten sieht. Für das Shooting der neuen Jelmoli-Kampagne ist Ronja aus New York und Noreen Carmody, 21 (Trussardi, Missoni), extra aus Tokio eingeflogen. Coolness ist nur vor der Kamera angesagt. Dahinter fröhliches Girlie-Gekicher. Vor allem als der Duft von frisch gebackenen Brownies durchs Fotostudio schwebt. Topmodels sind manchmal auch ganz normale Mädchen. Giuseppe Cerrato

u Damit nicht genug Babys: Bei der ehe-

Schweizer Top-Riege (v. l.): Noreen Carmody, Jenny Bachmann, Julia Saner und Ronja Furrer posieren für eine neue Jelmoli-Kampagne.

Alles klar, DJStar? Mahara McKay hat an den legendären Winter-X-Games aufgelegt.

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Mahara McKAy

Die Koffer für Los Angeles sind gepackt u Nun wirds ernst. Seit fast fünf Jahren führt Mahara McKay eine Fernbeziehung mit dem Kalifornier Roman Browne, 30. In zwei Wochen reist sie wieder in seine Heimat Los Angeles. «Ich werde dort mal die DJ-Szene abchecken.» Die Miss Schweiz 2000 hat sich schon längst als DJ eta­blieren können. «Ich legte in Paris an einer Party für Skate-Star Tony Hawk auf.» Mit Erfolg! Mahara konnte darum auch vergangene Woche an der Extremsport-Veranstaltung X-Games in Tignes (F) auftreten. «Fantastisch!» Abgerundet wird Maharas persönliches Hoch mit ihrem 29. Geburtstag diesen Samstag. Aber ohne Party! «Ich werde einen ganz faulen und gemütlichen Tag verbringen, am liebsten in einem Spa.» Av

Foto Michael Tinnefeld / API, Photomic, Sabine Wunderlin / RDB

maligen Miss-Schweiz-Kandidatin Fabienne Marchand, 30, und dem Immobilieninvestor Adrian Bratschi, 33, ist ebenfalls der Storch gelandet: Ihr Töchterchen heisst Lilou (3570 Gramm, 48 Zentimeter) und kam am 12. März zur Welt. «Lilou ist gesund, wunderhübsch und hat eine kräftige Stimme.»


Leute nachgefragt bei

Charles Clerc News-Legende Charles Clerc, 66, moderierte von 1987 bis 2004 die «Tagesschau». Er hat aus seiner Homosexualität nie ein Geheimnis gemacht.

Ueli Maurer

Bundesrat auf Colognas Spuren u Ein Rennen über 90 Kilometer! Wer den volkstümlichen Wasalauf in Schweden überstehen will, braucht starke Oberarme und einen langen Atem. Bundesrat Ueli Maurer, 59, hats gewagt. Nach 8:46 Stunden lief er auf Platz 9053 ins Ziel. Trotz einer üblen Erkältung wenige Tage zuvor. Sein Erfolgsrezept: 600 Trainings­ kilometer und an den Füssen Ski, die ihm Dario Cologna geschenkt hat. Rund 16 000 Teilnehmer waren am Start, die Siegerzeit lag bei 4:30 Stunden. Sascha buchbinder

Charles Clerc, der neue «Tagesschau»-­ Sprecher Mario Grossniklaus ist schwul. Darüber wird grosses Aufheben gemacht! Welchen Tipp geben Sie ihm? Er soll seine Arbeit recht machen. Der Rest ergibt sich von selber. Aber Vorgänger sollten keine Ratschläge geben. Ist die sexuelle Ausrichtung eines TV-Mannes überhaupt wichtig? Nein. Die Thematisierung empfinde ich in unseren Breitengraden als altmodisch. Schliesslich haben schwule Männer mit grösster Selbstverständlichkeit politische Ämter inne. Zum Beispiel der deutsche Aussenminister Guido Westerwelle … … oder Klaus Wowereit, der Berliner ­Bürgermeister. Und Bertrand Delanoë, der Bürgermeister von Paris. Die Schwulen stehen heute wie selbstver­ständlich im Rampenlicht. Sind Sven Epiney, Patrick Rohr, Kurt Aeschbacher, Marco Fritsche oder Christian Franzoso einen Zacken glamouröser als ihre Hetero-Kollegen? Nein! Aber bestimmt existiert bei schwulen Männern eine Affinität zum Fernsehen. Wer ist Ihr Lieblingsmoderator? Günther Jauch – ein ziemlich hetero­ sexueller Mann. Finden Sie es richtig, dass schwule Männer gegen ihren Willen geoutet werden? Nein. Es sei denn, der Betroffene verhalte sich in einer Art und Weise schwulenfeindlich. Deshalb verstehe ich die Aufregung um Herrn Grossniklaus nicht. Ich bin überzeugt, dass sich die Öffentlichkeit weit weniger für seine Homosexualität interessiert, als es die Medien gerne hätten. 1987 wurden Sie bekannt, als Sie vor laufender Kamera während der «Tagesschau» ein Kondom über den rechten Mittelfinger rollten. Das war zu Beginn der Aids-Prävention. Damals konnte ein bisschen Aufklärung nicht schaden. Haben Sie das Kondom aufbewahrt? Nein, sollte ich? Interview Giuseppe Cerrato schweizer illustrierte

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Foto Oliver Nanzig

Leute

Ein Gesicht, das in Erinnerung bleibt. Das grosse Interview mit Roeland Wiesnekker in der neuen «SI Style» (ab 18. März am Kiosk). Roeland Wiesnekker

Der Schwerarbeiter u Er war Fixer, Fahnder, Fälscher. Und Fürsorger. Roeland Wiesnekker, 42, hat sie oft gespielt: kaputte, zerrissene Typen. Dabei liebt der Zürcher Schauspieler mit holländischen Wurzeln Komödien: «Ich würde fürs Leben gern häufiger lustige Figuren spielen.» Seine Dialoge lernt Wiesnekker am liebsten in voll besetzten Kneipen oder zu Hause bei laufen-

dem Fernseher. «Ich mag etwas Ablenkung.» Und davon bekommt er zurzeit genug: «Im Moment bin ich viel daheim und geniesse es, Vollzeit-­Vater zu sein!» Auch wenn Wiesnekkers Lebenspartnerin als Schauspielerin und Liedermacherin unterwegs ist – in eine Spielgruppe muss sein dreijähriger Sohn nicht noch zusätzlich, denn: «Ich bin das Spielgrüppli!» BP

Rose

kaktus Marco BÜchel Skirennfahrer u Im Starthaus gönnte er sich ein Glas Cham­ pagner, dann schwang er gemütlich den Hang hinunter, bedankte sich bei seinen Trainern. Beim Super-G von Garmisch verabschiedete sich Marco Büchel nach 19 Jahren vom Skizirkus – in Samtanzug und kurzen Hosen. «Ich bin auch ein Gentleman», spasste der charismatische Liechtensteiner. 300 Weltcup-Rennen, vier Siege, eine WM-Silbermedaille. Chapeau, Büxi, du wirst uns fehlen! Die Rose, die wir dir schicken? Natürlich eine der Sorte Schneewalzer.

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Denis MACSHANE Englischer Politiker u «Heute sind die Städte schmutzig, die Züge haben Verspätung, und die Politiker wirken ­provinziell.» In einem Pamphlet im US-Magazin «Newsweek» spie der britische Parlamentarier Denis MacShane Gift und Galle über die Schweiz. Doch oha lätz! Beim Interview mit einer hiesigen Sonntagszeitung blamierte sich der selbst ernannte «Schweiz-Fan» ganz gehörig. Die Namen unserer Bundesräte? Der höchste Schweizer Berg? Beide Male Fehlanzeige! Shame on you, Mister MacShane. Stachlige Grüsse nach London und dazu unseren Kaktus – gezüchtet in Switzerland.


Foto Alexandra Pauli (2), David Biedert / Tilllate (2)

Jetzt kann der Frühling kommen! Whitney Toyloy, Linda Fäh und Christa Rigozzi (v. l.) zeigen Haut.

Topmodel Julia Saner: Die Bernerin zeigt Stil mit Spitze.

Die lange Nacht der Sexy Missen

Fesche Wäsche! u Frühlingshafte Aussichten – zumindest was das Darunter in dieser Saison betrifft: An der Beldona Fashion Night im Zürcher Schiffbau zeigt die amtierende Miss Schweiz Linda Fäh, 23, gemeinsam mit ihren Amtsvorgängerinnen Whitney Toyloy, 19, und Christa Rigozzi, 26, was Frau am Strand, im Wasser – und auf der «Lustwiese» trägt. Für den Strand gerüstet ist Linda Fäh – sie fliegt nächste

Woche ins sonnige Florida. «Leider nur für zwei Tage nach Miami, um zu arbeiten.» Zu tun hat auch Christa Rigozzi: Sie zügelte gerade mit ihrem Schatz Giovanni ins neue Heim im Tessin – «ich muss noch einige Kisten auspacken». RH

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titel Balance halten! Pascale Bruderer beim Bouldern in der Kletterhalle Lenzburg AG. Selbst ihre politischen Gegner haben Respekt. SVP-Chef Toni Brunner: «Für ihre Arbeit kann ich sie nur loben.»

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Die


Sie findet immer einen Weg. Noch nie wurde eine Nationalratspr채sidentin so schnell so ber체hmt wie pascale Bruderer. Wer ist diese Frau, und wieso kommt sie stets an ihr Ziel?

Unerm체dliche


Titel

«Erst wenn ich weiss, wie jemand denkt, kann ich meine Ideen verständlich machen» PASCALE Bruderer Text Sascha Buchbinder Fotos Kurt Reichenbach

F

reitagabend, Aargauer Sportgala, Bärenmatte Suhr: Beim Essen gibts den Hauptgang (Gulasch Stroganoff) und das Dessert (Schoko­ kuchen) gleich zweimal; auf der Bühne kalauern zwei Komiker: «Trari, trara, die Sportgala!» Gut drei Stunden sitzt die höchste Schweizerin, Nationalratspräsi­ dentin Pascale Bruderer, nun schon still und leise an einem Tisch in der zweiten Reihe. Da wird sie vom Conférencier mit der Ansage «Du gehörst hier ja schon fast zum Inventar» auf die Bühne ge­beten, um dem Aargauer Sport­ minister Alex Hürzeler zu assistieren. Block­weise werden Aargauer Sportler für ihre ­Leistungen im letzten Jahr mit einem warmen Händedruck geehrt. Eine Woche geht zu Ende, ein langer Arbeitstag ist vorüber. Bei uns Normal­ sterblichen würde sich jetzt zähe Mattigkeit im Körper breitmachen. Doch Bruderer lächelt. Sie lächelt, als käme ein besonders schöner Tag eben erst in

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Schwung. Fragt man sie jetzt, wie sich das anfühlt, das Amt als höchste Schwei­ zerin, sagt sie ohne Zögern: «Wunderbar! Man bekommt so viel zurück von den Leuten!» Und dann ist sie auch schon verschwunden. Weil sie unbedingt noch – abseits der Bühne – zwei gelähmten Tennisspielern gratulieren will. Willkommen in der Welt der ­Pascale Bruderer, 32-jährig, jüngste Nationalratspräsidentin in der Geschich­ te der Schweiz. Am 23. November 2009 war sie ins Amt gewählt worden. 174 Stimmen erhielt die Sozialdemokra­ tin – das beste Resultat seit vier Jahr­ zehnten! Inzwischen ist März, die Früh­ jahrssession der Räte hat begonnen, und Bruderer steht unvermittelt mitten im Kampfgetümmel. Im Büro des Stände­ rats blockieren FDP und CVP die Einset­ zung einer Parlamentarischen Untersu­ chungskommission (PUK) zum Fall UBS. Mit ungewöhnlich scharfen Worten rügt die Nationalratspräsidentin den Winkel­ zug der kleinen Kammer und katapul­ tiert sich damit ins Rampenlicht wie kaum ein Präsident vor ihr.

Ernste Arbeit Bei der Aargauer Krebsliga sind Krankheit und Tod tägliche Themen. Wer also ist Pascale Bruderer? Wir begleiten sie abseits des Parlaments­ betriebs. Der sitzungsfreie Tag beginnt in einer Terrassensiedlung in Nussbau­ men bei Baden. Mit einem soliden Früh­ stück: ein Birchermüesli plus Brot, dazu Tee. Kurz nach 7.30 Uhr fährt Bruderer im Zug nach Aarau, wo sie als Geschäfts­ führerin der Krebsliga arbeitet. 60 Pro­ zent wären es eigentlich. Doch um ihren Pflichten als höchste Schweizerin ge­ recht zu werden, hat Bruderer dieses Jahr einen Teil der Aufgaben ihrer Schwester Sabine di Donato übertragen.


Die Präsidentin privat Ihre politische Karriere ist atemberaubend. Im Privatleben dagegen ist Nationalratspräsidentin Pascale Bruderer, 32, die Bodenhaftung wichtig.

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Die Präsidentin im Grünen

Mit Ehemann Urs Wyss, 43, und Labrador­hündin Kala bei einer Wanderung im Goms VS. Für den Morgenspaziergang ist ihr Mann zuständig.

Volksnah In Aarau tauscht sie mit einer Rentnerin SMS aus. Pascale Bruderer: ­«Hallihallo». Antwort: «Judihui».

Familienanschluss als Gotti

Eine Stunde Freizeit: mit Göttibub Gioele, 7, seinem Bruder Kaio, 4, und Schwester Sabine, 40, gehts in die Kletterhalle. Als Gotti schenkt Pascale gern gemeinsame Abenteuer.

Das zuhause in Nussbaumen

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Das Ehepaar Bruderer-Wyss wohnt in einer modernen Terrassensiedlung in Nussbaumen. Aufgewachsen ist Pascale Bruderer im nahen Baden. Die junge ­ Nationalratspräsidentin macht auch als Fotomodell eine gute Figur.

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bruni? Nein, Bruderer!

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Badener chräbeli

Eier, Puderzucker, Mehl, Anis und Kirsch: 2002 backt Bruderer Chräbeli für alle Kollegen im Grossen Rat.

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Fotos Hervé Le Cunff, Walter Schwager / Aargauer Zeitung, Dave Brüllmann, Katja Lehner-Grossi

Trotzdem meint sie selbstkritisch: «Gute Organisation kann zwar vieles auffangen, aber ohne ein besonders motiviertes Team, ohne die Flexibilität der Mitarbeitenden wären Beruf und Präsidium kaum vereinbar.» Freizeit, Privatleben? «Ich muss weit vorausplanen», lautet die Antwort ausweichend. Wie weit? «Dieses Jahr ist der Terminkalender sozusagen voll.» Den letzten freien Abend wird sie im Verlauf dieses Freitags verplanen. Am Vormittag erledigt Bruderer in der Krebsliga Bürokram. Gegen Mittag verdrückt sie eine Apfelwähe, die sie sich bereits auf dem Weg ins Büro besorgt hat. Dann gehts zu Fuss zum Aarauer Zentrum für Körperbehinderte. Compi-Sternli heisst das Projekt, das Bruderer besuchen will. Behinderte ­Jugendliche lehren hier alte Menschen, wie ein Handy bedient wird: anrufen, SMS schreiben. Bruderers Amtsjahr steht unter dem Motto Brückenschlag. Sie will den Erfahrungsaustausch zwischen den Generationen fördern. Die Präsidentin hat dazu eine Internetsite initiiert. Auf ­www.intergeneration.ch werden 1001 vorhandene Initiativen im Bereich Generationenbegegnung gebündelt, wie eben Compi-Sternli. In Aarau unterrichten an diesem Freitag fünf Jugendliche fünf Rentner in einem Klassenzimmer im Behindertenzentrum. Ganze fünf Wahl- u ­

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Titel

Ganz nach oben Bruderer mit ihrem Göttibuben Gioele, 7, in der Kletterhalle Lenzburg.

«Was ich von meiner Familie mit­ bekommen habe, möchte ich gern einmal weitergeben» pASCALE bRUDERER u berechtigte,

mit denen Bruderer eine Stunde lang voller Verve SMS austauscht. Effizientes Politmarketing sieht anders aus. Doch Bruderer strahlt, kündigt gar eine «Tour de Suisse» an: Sie will mehr solche Anlässe besuchen. «Als Präsidentin will ich nah bei den Menschen sein.» Nach dem Kurs trinkt sie noch einen Most mit den Teilnehmern. Dass die ­Jugendlichen sie dabei nach dem Schicksal der Libyengeisel befragen: «Wunderbar!» Zum Abschied signiert sie die T-Shirts der politikinteressierten Schüler. Sie selbst zog 1997, 20-jährig, in den Einwohnerrat Baden. 2001 war sie bereits Aargauer Grossrätin und 2002, mit 24 Jahren, im Nationalrat. Das Diskutieren lernte sie zu Hause. Einmal im ­Monat tagte der Familienrat, wo Pascale, die jüngste von drei Schwestern, lernte, wie gute Argumente das Leben verbessern können. Im Familienrat der Bruderers stritt Pascale für mehr Sackgeld oder spätere Heimkehrzeiten. Die Familie ist ihr wichtig. Mit ihren beiden Schwestern ist sie ständig in Kontakt. Und sie ist das Gotti von Gioele, dem ersten Sohn ihrer Schwester Sabine. Deshalb geht es gegen 15 Uhr im Zug nach Lenzburg: Gioele will klettern, und sein Gotti steigt mit in die Wand. Je höher die Wand, desto dringender will der Siebenjährige da hoch. Flink wie ein Eichhörnchen huscht der Knirps sechzehn Meter hoch. Kein Zweifel: Bruderer ist ein Familienmensch. Eigener Nachwuchs? «Was

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ich von meiner Familie mitbekommen habe, möchte ich gern einmal weiter­ geben.» Doch schon die Kombination von Beruf und Politik ist eine Herausforderung. Um ein intensives Familienleben möglich zu machen, müsste sie kürzertreten. «Aber mein Mann und ich ­würden zu gegebener Zeit bestimmt eine Lösung finden für die Aufteilung der Familien­ arbeit.» Volles Programm. Nussbaumen– Aarau–Lenzburg–Aarau–Suhr–Nussbaumen lauten die Stationen an diesem Freitag. Eigentlich stünde ein Mercedes mit Chauffeur bereit, um der Nationalratspräsidentin das Reisen zu erleichtern. Aber Bruderer mag keine Privi­ legien, nutzt die Limousine nur, wenn sie muss. Was sie dagegen mag: die Kontakte, die sich im Zug ergeben. «Zum Glück kann sich in der Schweiz auch die Nationalratspräsidentin frei und ganz unkompliziert in der Öffentlichkeit bewegen.» Meist lassen die Leute sie einfach in Ruhe arbeiten, grüssen aber beim Aussteigen, um zu zeigen, dass sie erkannt wurde. Und wenn sie an­ge­sprochen wird, dann zustimmend. So auch heute: Mehrfach gratulieren ihr Unbekannte zu den klaren Worten, mit denen sie die Ständeräte, die die PUK verhinderten, kritisierte. Dabei ist der offene Machtkampf, die gezielte Provokation, der scharfe Schlagabtausch gar nicht Bruderers Art. Die Nationalratspräsidentin ist eine Anhängerin der Konkordanz. Brücken bauen, zuhören sind ihre Stärken. In einem kon-

frontativen politischen System wäre sie nie Politikerin geworden, meint Bruderer. Das ist unspektakulär, wenig ­medientauglich. Aber es beschert ihr Zustimmung und Einfluss. Denn in einem politischen System, in dem niemand über eine Regierungsmehrheit verfügt, gestalten die Brückenbauer, nicht die Scharfmacher die Lösungen. Es sind die Kompromisse, die schliesslich Wirklichkeit werden. Die politischen Konkurrenten sind voll des Lobes. Christa Markwalder, Präsidentin der Aussenpolitischen Kommission und FDP-Mitglied, erklärt bündig: «Von mir werden Sie kein böses Wort über Pascale hören!» Als Ratspräsidentin amtiere sie bestimmt, aber charmant. Christophe Darbellay, CVP-Präsident, rühmt ihre Ehrlichkeit: «Sie ist sehr ­engagiert, aber keine Ideologin, und sie kann gut mit anderen umgehen.» Und sogar SVP-Präsident Toni Brunner ist die Frau einfach sympathisch. Politisch seien die Positionen unvereinbar: «Aber für ihre Arbeit kann ich sie nur loben.» Die DNA von Bruderers Politik? Zuhören! Wenn sie mit jemandem ein Gespräch beginnt, scheint das Licht aussenrum dunkler zu werden, dann färbt ihr Lachen auf die verklärten Gesichter ihrer Gegenüber ab. Liegts an diesen grossen Augen, bei denen der Kreis der grün-grauen Iris fast ganz zu sehen ist? Sie selbst erklärt die Leidenschaft fürs Zuhören mit Interesse. Sie will verstehen. «Erst wenn ich weiss, wie jemand denkt, kann ich ihm meine Ideen verständlich machen.» Das Zuhören, Verstehen ebnet also das Terrain für den Angriff. Man sollte die Schlauheit dieser jungen Frau mit den grossen Augen und den Wuschelhaaren nie unterschätzen. Auf dem Weg zur Sportgala erzählt sie, dass ihr Knie siebenmal operiert werden musste. Eine Folge harter Zweikämpfe beim Handball. Und dann schwärmt sie, wie grossartig das war: in der Schule als Mädchen beim Völkerball die Letzte zu sein, die noch steht. Wenn Bruderer angreift, dann nicht sanft wie ein Mädchen. Wenn sie trifft, dann hart. So ist das Spiel. In der Bärenmatte geht der Abend zu Ende. Gegen 23 Uhr ruft der Conférencier dazu auf, die Tischdeko mit nach Hause zu nehmen: «Wäre doch schade, wenn die verkommt!» Die Gesellschaft bricht auf. Auch für die Nationalrats­ präsidentin endet der Tag. Beim Hinterausgang des Festsaals wartet das Auto ihrer Schwester. Ein alter Peugeot, mit dem die höchste Schweizerin nach Hause schaukelt.  


Schicksal

Jetzt ist Jonina ihr Schutzengel Sie freuten sich so auf ihr zweites Baby. Im April sollte Gian Simmen erneut Vater werden. Da geschieht das Unfassbare: Seine Frau Petra verliert ihr ungeborenes Töchterchen – einen Monat vor dem Geburtstermin. Text sandra casalini

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cht Monate lang hüten sie ihr süsses Geheimnis. «Wir wollten unser Glück nicht an die grosse Glocke hängen. Aber mittlerweile sieht man bei meiner Frau ein Bäuchlein», sagt Gian ­Simmen, 33, vor knapp zwei Wochen zur SI. Die Freude über die zweite Schwangerschaft ist gross beim Snowboard-Olympiasieger von 1998 und seiner Frau Petra, 32. Auch Sohn Niculin Andri, 20 Monate, kann die Ankunft seines Geschwisterchens kaum erwarten: «Er sagt ständig ‹Bébé› und möchte jedes Baby streicheln, das wir sehen», erzählt sein Papi. «Und er hält seinen Nuggi an Petras Bauch, als ob er ihn jetzt schon teilen will.» Die Schwangerschaft verläuft normal. Ohne Bedenken fliegt Gian Simmen nach Vancouver, wo er fürs Schweizer Fernsehen die Snowboard-Wettbewerbe co-kommentiert. In seiner freien Zeit schaut er sich einen Eishockey-Match an und steht auch ein, zwei Mal selbst auf dem Snowboard – nachdem er Ende des vergangenen Jahres plötzlich selbst wieder als OlympiaHoffnung gehandelt worden war. Doch Gian entschied sich, nicht als Athlet teilzunehmen. Er fährt Events auf der TTR Tour mit, trainiert das C-Kader bei Swiss-Snowboard und konzentriert sich auf Film- und Fotoaufnahmen für seine Sponsoren und auf die Weiterbildung zum Marketingfachmann. Und natürlich auf seine Familie. «Er ist ein fantastischer Ehemann und Vater», sagt seine Frau. Dann, am Pressetermin vor der Eröffnung des Automobilsalons in Genf: Simmen muss seinen Sponsor-Auftritt bei Ford vorzeitig abbrechen. Bei Petra gibt es Komplikationen. Zwei Tage danach die Entwarnung: «Es ist medizinisch alles okay. Petra und dem Baby geht es gut.» Wie es zu den

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Komplikationen gekommen ist, wissen die Ärzte nicht. Petra und Gian sind glücklich, alles überstanden zu haben. Die Familie freut sich auf die gemeinsame Zeit bis zur Geburt. Doch nur einen Tag später geschieht das Unfassbare: Gian und ­Petra verlieren ihr Ungeborenes. Ihr kleines ­Mädchen stirbt! Mit einem Schlag wird ihnen der Boden unter den Füssen weggerissen. Anstelle des grössten Glücks bricht Verzweiflung, Ohnmacht und Trauer über die Familie herein. Trauer um ihr Töchterchen. Gian und ­Petra taufen es Jonina Natalina. Und stellen sich immer und immer wieder die Frage: Warum? Warum jetzt? Warum wir? Alles war doch so gut! Seit elf Jahren sind Petra und Gian ein Paar. Seit dem 10. September 2005 verheiratet. Die Geburt von Niculin am 25. Juni 2008 macht ihr Glück perfekt. Die kleine Familie lebt in einem gemütlichen Einfamilienhaus hoch über dem Thunersee. Und der Bündner, der bis anhin – zumindest in der Halfpipe – als eher wild galt, entdeckt seine milde Seite: «Ich bin plötzlich sehr geduldig. Und finde Babygeschrei toll.» Niculin sollte «feste Wurzeln, Respekt gegenüber seinen Mitmenschen und Freude am Leben» haben. Und bereits vier Wochen nach der Geburt ihres Ältesten war für Familie Simmen klar: «Unser Sohn soll kein Einzelkind ­bleiben.» Jetzt müssen Mami und Daddy ihrem kleinen Niculin erklären, dass sein Schwesterchen den Weg zurück zu den Sternen gewählt hat. Und ihn von nun an als Schutzengel begleiten wird. Die Familie hofft, dass sie zur Ruhe kommen kann. Dass Jonina ihnen die Kraft gibt, nach vorne zu schauen. Und dass ihnen ihr Engelskind eines Tages ein Geschwisterchen für Niculin schenken möge. 

Zu dritt Petra und Gian Simmen mit Söhnchen Niculin kurz nach dessen Geburt im Sommer 2008. Der Kleine freute sich besonders auf sein Schwesterchen. Die ­Familie möchte nun Ruhe zum Trauern.


Fotos Dominik Baumann / Blick / RDB, Bruno Voser


Porträt Ohne Rauchzeichen Schrift­ steller Peter Bichsel sitzt in einer seiner Solothurner Lieblings­beizen, dem «Kreuz». Das Rauchverbot ärgert ihn.

«Ich geniesse 22

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Der berühmteste Beizenhocker der Schweiz wird 75 Jahre alt. Schriftsteller Peter Bichsel über seinen «versauten Geburtstag», die Angst vor dem Altersheim, seine kultige Brille. Und warum er jeder stilvoll gekleideten Frau hinterherschaut.

das Alleinsein» schweizer illustrierte

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Porträt

«Ich bin ein Sammler» In einem Glasschrank hängen Peter Bichsels Taschenuhren.

Geklaut Die Todesanzeige von Mao Zedong (rechts) hat Bichsel Bundesrat Willy Ritschard, dessen Berater er war, aus der Arbeitsmappe gestohlen. Text Marcel Huwyler Fotos Kurt Reichenbach

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o denn sonst! An seinem 75.  Geburtstag wird Peter Bichsel in einer Beiz hocken. Keine Feier will er, ja kein Fest, «nur meine Ruhe». Diese Hektik, sagt er, all die Interview-Anfragen, die angedrohten Gratulanten und Würdiger, der ganze Rummel versaue ihm den Geburtstag. Darum setze er sich am 24. März einfach nur in eine seiner Solothurner Lieblingsbeizen, «und wer dann da ist, ist da, und wer nicht da ist, ist halt nicht da». Bichsel und die Beiz. Gehören zusammen so wie Rauchen und Stammtisch. Obwohl es damit in Solothurn seit

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Längerem vorbei ist. «Rauchverbot», Bichsel näselt das Wort geräuschvoll aus, so wie er es früher mit dem Zigarettenrauch tat, und macht seinem Ärger dann Luft: «Ich kann doch nicht in einer Beiz sitzen und nicht rauchen.» Und im Freien, vor der Beiz zu rauchen, funktioniere erst recht nicht. «Wenn ich rauche, will ich trinken, und trinken kann ich nur drin, mit einem Dach über dem Kopf.» Peter Bichsel sitzt im «Kreuz», der legendären Beiz in der Solothurner Altstadt; sitzt da, ohne zu rauchen, und drum auch ohne sein obligates Glas Wein. Er spricht über die «Amerikanisierung der Gesellschaft» und bringt es, gewollt ätzend, aber bichselmässig sanft gedichtet, auf den Punkt: «Ich will doch

Mein «Lager»! So bezeichnet Peter Bichsel seine Schreibstube, ein Dachzimmer in Solothurns Altstadt. nicht nur gesund sein, sondern auch ­leben.» Selbst einer wie Bichsel aber lässt sich von der Amerikanisierung in­ spirieren. Etwa beim Zmorge. In den USA lernte er das deftige Frühstück mit Ei, Speck, Bratkartoffeln schätzen und hat diese Esskultur daheim seinen Bedürfnissen angepasst. Jeden Morgen kocht er sich ein Menü. Heute um acht Uhr verspeiste er Lauch-Gratin mit ­paniertem Schnitzel. Für den Rest des Tages, erklärte er, werde er nichts mehr essen. «Mit Hunger einzuschlafen und damit aufzuwachen, ist herrlich.» Die Beiz ist Schriftsteller Bichsels Ideen-Schatztruhe, die letzte Trutzburg des Erzählens. Der Stammtisch ersetzt das Lagerfeuer, wo fabuliert


«Die Menschen brauchen Geschichten, um überleben zu können» peter bichsel und erzählt wird. In der Beiz begegne sich das gemeine Volk, sagt Bichsel, Leute aus allen Schichten, jeden Alters, auch solche, die man nicht möge. «Drum wird hier noch richtig schön erzählt.» Es war einmal … oder wie es am Schweizer Beizentisch beginnt: «Übrigens, kürzlich …» Das ist der Stoff, aus dem Bichsel seine Texte drechselt, auch seine «Notabene», die er seit vielen Jahren für die Schweizer Illustrierte schreibt.

Er verkörpert den untypischsten Urschweizer, und so wirken auch seine Bichselsätze: einfach, erdig, ehrlich – die höchste Form von Raffinesse. «Auso», sagt der Mann mit dem Eulenblick und stemmt sich vom Beizentisch hoch. Ledergilet, Jacke, Béret auf dem Kopf («Ich bin ein Gewohnheitsmensch, auch bei den Kleidern»), nickt er den Stammtischlern zu und schlurft hinaus in die eisig kalte Altstadtgasse.

Nur wenige Schlurfminuten vom «Kreuz» entfernt liegt sein Büro. Seine Schreibstube. «Mein Lager», wie er es – «wegen zunehmenden Alters und abnehmenden Schreibens» – nennt. Sein «Lager» zu finden, ist ähnlich speziell, wie einen schrulligen Bichseltext zu lesen. Wohin führt er einen? Irgendwo schlüpft man durch eine unscheinbare Haustür, Treppen rauf, Treppen runter, links, rechts, gehts dorthin? Nein, da lang! Enge Gänge, knarrende Holzböden, schiefe Wände, ein uralter Elektrokasten – dann steht man in seinem Schreib-Reich. Und mag erst mal gar nicht reden. Nur schauen und forschen. Hunderte Bücher, Tausende Fotos und Zettelchen und Millionen von u schweizer illustrierte

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Porträt Krimskrams-Sachen. Man traut Bichsel zu, dass er sein Zimmer extra so eingerichtet hat, damit der Besucher vor lauter Staunen den Small Talk vergisst und er drum nicht sprechen muss. Denn eigentlich mag er die Stille, das NichtSprechen, die langen Pausen. Drum ist Langeweile für ihn auch mehr Lust denn Last. Und: Wer sich langweilt, erfindet Geschichten. Langeweile, doziert Bichsel, bedeute, lange Weile, also lange Zeit zu haben. Und die nimmt er sich. Minutenlang kann er dasitzen und einfach nichts sagen, den Eulenblick im Irgendwo. Dann steckt er sich eine Zigarette an («Parisienne – die brennen doppelt so lang wie andere Marken»), zieht, geniesst, verharrt – und bläst dann Rauch und Geschichten aus. Zum Beispiel die, wie er Schriftsteller wurde. «Ich wollte nicht Schriftsteller werden», sagt Bichsel, «ich fühlte mich schon als Kind als einer.» Mit zwölf Jahren gewinnt der Bub bei einem Schreibwettbewerb der «Annabelle» ein Jahresabo. Peter ist fasziniert von der Modezeitschrift, lernt alles über Stil, Stoff, Schnitt und Kollektionen. Eine ­reiche Tante erkennt Peters Flair und

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«Verlieren macht mir viel mehr Spass als gewinnen. Drum spiele ich auch nie Lotto» peter bichsel nimmt ihn zum Einkaufen mit in Zürichs nobelste Kleiderboutiquen. Wo der «kleine, dicke Bub mit den dreckigen Fingernägeln» den blasierten Verkäufer belehrt, «dieses Kleid ist bestimmt nicht von Dior, das ist von Givenchy, und es ist auch nicht, wie Sie sagen, das neuste Modell, sondern stammt aus der Herbstkollektion». Den Kennerblick hat Bichsel nie verloren: «Heute noch, wenn eine stilvoll gekleidete Frau an mir vorbeigeht, schaue ich ihr hinterher.» Fünfzig Jahre war Peter Bichsel mit seiner Therese verheiratet. Vor fünf Jahren ist sie gestorben. Daheim vermisse er seine Frau nicht, sagt Bichsel und merkt, dass sich das komisch anhört und er erklären muss: «Daheim ist sie da, ich spreche auch oft mit Therese und erzähle ihr Dinge, die nur sie lustig findet.» Aber sobald er das Haus verlasse, vermisse er sie. Vom «Lager» aus könne

er sie nicht mehr anrufen, ihr einen Text vorlesen, von ihr genau das hören, was er immer hören will: «Grossartiger Text, Peter» («Worauf ich den Text immer sofort in den Papierkorb warf»). Aber nein, einsam sei er nicht. Allein schon. Das sei nicht das Gleiche. Einsam heisse «Niemer het mi meh gärn!». Er hingegen sei schon immer «ein junggeselliger Mensch» gewesen und geniesse das Alleinsein. Will er mal doch unter die Leute, geht er in die Beiz. Oder an ein Schwingfest. «Die Schwinger, was für Athleten, deren Schwünge, die Technik, die Kameradschaft – grossartig!» Zudem gebe es hier keine Zuhälter. «Sobald im Sport Geld drin ist, kommen die Zuhälter, die Leute mit den Goldkettchen!» Will Bichsel an einem Schwingfest unerkannt bleiben, steckt er einfach nur seine Brille in den Hosensack. «Ohne Brille kennt mich kein Mensch.»


Der untypischste Urschweizer Bichsel in Solothurns Altstadt, unterwegs zu seinem «Lager».

Mit 40 hat er die Brille gekauft. Ein Modell mit solch riesigen runden Gläsern gibts schon lange nicht mehr. Ein Optiker fertigt sie drum heute extra für Bichsel an. Eine neue, moderne Brille komme nicht infrage. «Schliesslich wird meine Zeit kurz», sagt er, erschrickt ein wenig über seine Worte, macht erneut eine fast unanständig lange Pause, klemmt sich schliesslich eine neue Zigarette zwischen die Lippen und spricht dann – vom Tod. Vor dem er sich nicht fürchte, «aber vor dem Altersheim habe ich Angst». Wieder verharrt er minutenlang und lässt die Zigarettenasche aufs Ledergilet flöckeln. Und dann sagt er, was ihn wirklich plagt: Jetzt, im Alter, mit 75 erlebe er Dinge, die er nie werde erzählen ­können. «Was heute passiert, ist für mich nicht mehr erzählbar.» Vom Jetzt werde er keine Es-war-einmal-Geschichten drechseln können. Er werde nie ­sagen können: «Stellt euch vor, ich habe Roger Federer noch live Tennis spielen sehen!» Stille, lange Weile, neue Parisienne, viel Asche. Wenigstens wisse er jetzt schon, was seine Henkersmahlzeit sein werde: «Gschwellti mit Konfitüre.»

Und danach eine Zigarette. Denn eine schöne Seite habe das Rauchverbot. Schelmisch linst der Bichsel durch seine Waschmaschinenscheiben-grossen Brillengläser. «Jetzt schmeckt mir eine Zigarette wieder so gut wie mit zehn Jahren hinter dem Schulhaus.»  

bichsel im kino

Im Film «Zimmer 202» von Eric Bergkraut macht Peter Bichsel eine Reise. An einen Ort, den er gut kennt, aber nur aus Büchern: Paris. In der Nähe des Gare de l’Est nimmt sich der Schriftsteller ein Hotel und bekommt Zimmer 202 – ein Nichtraucherzimmer. Ab 25. März im Kino.

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Daheim im Palast Kurt Koch lebt seit 1996 im barocken Bischofssitz in Solothurn. Hier feierte er auch seinen Geburtstag.

w Intervoiceh e W r e d it Bischof m h Kurt Koc

«Ohne Glauben wäre das Leben gemütlicher» Zu seinem 60. Geburtstag spricht Kurt Koch ganz offen über sein grösstes Laster und sagt, wie er zu Liebe und Zölibat steht. Der Basler Bischof verurteilt Kindesmissbrauch und ­Sterbehilfe. Und – er verrät seinen grössten Jugendtraum. Text Stephanie Ringel Fotos hervé le Cunff

B

ischofssitz Solothurn, ein barocker Adelspalast. Kurt Koch wohnt in einer christlichen Wohngemein­ schaft. Mit ihm leben hier zwei Weih­ bischöfe, drei Vikare und eine Nonne. Sein Studierzimmer ist eine Höhle voller Bücher. Sie stehen in Regalen, stapeln sich auf Tischen, dem Teppich. Koch steht im Raum, die schmalen Schultern hängen im Jackett. Die Verantwortung hat sein Kreuz krumm gemacht. Doch der sehr wache Blick blitzt über die Brillengläser. Ein Hauch Tabak umweht ihn. Zum Kaffee raucht er gerne eine Muratti Ambassador. «Das wird wieder böse Briefe geben», sagt er, «der Bischof soll zwar ein Mensch sein. Aber rauchen darf er nicht.» Exzellenz, herzlichen Glückwunsch zum 60. Geburtstag …

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… danke, danke, aber ich feiere nicht besonders gerne Geburtstage. Als Bischof kommen Sie wohl nicht drum herum? Schon als Kind legte ich keinen beson­ deren Wert auf den Geburtstag. Mein Geschenk war meist ein gutes Essen: Meine Eltern und meine Brüder Rolf und Marcel genossen den Braten und ich die Sauce mit Brot – das war mein Lieblingsgericht. Ich selbst feiere lieber meinen Namenstag am 26. November. Dies ist der Gedenktag des heiligen Konrad. Der war Bischof von Konstanz … … er musste, genau wie ich, Bischof werden, und er hat in seiner Zeit Grosses bewirkt. Es war 1995 gewiss nicht meine Traumvorstellung, vom Dom­ kapitel zum Bischof gewählt zu werden. Sie hätten ja Nein sagen können! Mit einem Nein hätte ich nicht leben können. Wohingegen Ja zu sagen und,

wenn es nicht geht, später zurückzu­ treten – damit konnte ich leben. Amüsan­terweise wollte ich schon mit drei Jahren St. Nikolaus werden. Er hat mir imponiert mit seinem roten Bischofs­ mantel und der Mitra. Bis ich dann in der ersten Klasse erstmals an ihm zweifelte. Was war da mit dem Samichlaus? Er warf mir vor, ich würde auf dem Schulweg trödeln. Ausgerechnet ich! Ich ging immer schnurstracks nach Hause. Was war Ihre jüngste Sünde? Ich habe zum Kaffee eine Zigarette geraucht. Das Rauchen scheint ja heute die grösste Sünde zu sein. Dass in öffent­ lichen Lokalen nicht geraucht werden darf, verstehe ich gut. Nur: Mich beschäf­ tigt die geistige und seelische Umweltver­ schmutzung in der heutigen Gesellschaft mehr – wenn ich beispielsweise an Talk­ shows denke, bei denen Menschen aus ihrem intimsten Leben plaudern. Müssen wir mehr Zurückhaltung lernen? In den Zeitungen, in der Werbung – überall wird der nackte Körper vermark­ tet. Und die Tendenz wird stärker, Liebe und Sexualität zu trennen. Viele betrach­ ten den Sexualtrieb wie den Hunger­ trieb. Aber wir fressen ja auch nicht


Kurt Koch Foto Peter Dammann / Agentur Focus

einfach drauflos, sondern haben eine Kultur des Essens entwickelt. Auch die Sexualität braucht deshalb eine Kultivie­ rung. Sie ist nicht nur Triebbefriedigung, sondern auch Liebessprache. Ich mache die Erfahrung, dass junge Menschen darauf wieder eher ansprechbar sind. Sie leben den Zölibat. Wie können Sie in der Liebe ein Ratgeber sein? Viele Menschen suchen bei Ehekrisen einen Pfarrer auf, weil sie erwarten, dass er die Situation aus einem anderen Blickwinkel betrachtet, als wenn er sie mit seiner eigenen Ehe vergleichen würde. Schliesslich kann ein Chirurg, der nie operiert worden ist, selber operieren. Der Zölibat verbietet körperliche Liebe. Sexualität kennt verschiedene Sprachen. Man kann sie auch anders leben als genital. Es ist auch für einen Priester wichtig, dass er Freundschaften pflegt. Nach meiner Erfahrung beginnt eine Krise des Zölibats meist mit einer Krise des Gebets. Deshalb ist entscheidend, dass der Priester in einer guten Freund­ schaftsbeziehung zu Christus lebt. Tatort Beichtstuhl: Missbrauchskandale in katholischen Bildungseinrichtungen erschüttern zurzeit Deutschland. In der Schweiz kamen ebenfalls immer wieder Übergriffe ans Licht. Diese Skandale gehören zum traurigsten Kapitel unserer Kirche, zumal dann, wenn sexuelle Übergriffe noch mit Gewalt­ anwendung verbunden sind. Gerade bei einer christlichen Institution, die hohe ethische Ansprüche vertritt, ist dies doppelt tragisch. Kein sexueller Miss­ brauch ist entschuldbar; er kann die Persönlichkeit eines jungen Menschen massiv zerstören. Es wäre hier noch viel zu sagen; aber vieles wird dann falsch verstanden. Wie meinen Sie das? Sexueller Missbrauch ist nicht nur ein kirchliches, sondern auch ein gesell­ schaftliches Problem. Ich bin dankbar, dass unsere Kirche dieses Problem offensiv angeht und die Opfer einlädt, sich zu melden. Wenn man nun aber alles auf die Kirche fixiert, habe ich Sorge um die Opfer in anderen Institutionen. Und was Gewalt angeht: Ich war in einer staatlichen Schule, und da ging bei einem Lehrer kaum ein Tag ohne ­Schläge, Ohrfeigen und so weiter vorbei. Warum sollten Menschen heute glauben? Um es humorvoll zu sagen: Ohne Glauben wäre das Leben manchmal gemütlicher. Wenn ich beispielsweise an die Ehrlich­ keit denke. Für viele gibt es keine Lügen mehr, sondern nur Missverständnisse. Viel wichtiger als dieser steinige Weg ist, zu wissen: Ich finde Halt und Gebor­ u

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Begegnung mit dem irdischen Chef in israel

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funkkontakt zu christus in der hauskapelle

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Hobby: Lesen. seine Hoffnung: mehr Zeit dafür

Bischof Kurt Koch lud ein – und Papst Benedikt XVI. kam. Im Mai 2009 besichtigt der Heilige Vater das Babyspital in Bethlehem. Es steht unter dem Patronat des Bistums Basel.

Jeden Morgen um halb acht zelebriert Bischof Kurt Koch in der Hauskapelle des Bischofssitzes eine Morgenmesse. Wenn er Ruhe sucht, kommt er ebenfalls hierher.

Über 60 Bücher hat Bischof Koch geschrieben. Berufsmässig arbeitet er sich durch Fachliteratur. Auf seinem Nachttisch liegt ein Essayband des Schweizers Kurt Marti.

Persönlich Geboren in Emmenbrücke LU am 15. 3. 1950 karriere Koch studierte Theologie in München und Luzern, wurde später Professor. 1982 empfing er die Priesterweihe, 1995 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum Bischof u Haltung «Die wahren Reformer in der Kirchengeschichte sind die Heiligen» u


Religion

«Mich beschäftigt die geistige und seelische Umweltverschmutzung in der Gesellschaft» Kurt Koch genheit. Wer glaubt, weiss, dass er nie tiefer fallen kann als in die Hand Gottes. Wann sind Sie das letzte Mal auf Abwege geraten? Sie verwechseln ein Interview mit einer Beichte. Die lege ich bei einem Priester ab. Sie sind seit Montag dieser Woche 60 Jahre alt. Hätten Sie einen anderen Beruf, könnten Sie in Rente gehen. Wer Bischof wird, weiss, dass er bis 75 im Amt bleiben muss. Danach kann er um Entlassung bitten. Vor zwei Jahren hatten Sie ein Burnout. Wie wollen Sie bis 75 durchhalten? Burnout ist ein Modebegriff, um nicht von Erschöpfungsdepression reden zu müssen, was es aber war. Diese hat mich an meine Grenzen geführt, sodass ich nicht einmal mehr lesen konnte und viel Dunkelheit war. Ich bin meinem sehr kompetenten Arzt, aber auch meinem ­älteren Bruder und einem Priester dankbar, die mir ihre ganze Zeit ge-

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schenkt haben, sodass ich nie allein sein musste. Wie halten Sie sich heute fit? Ich kann leider die Ratschläge meines Arztes nicht einhalten. Ich sollte in jeder Woche einen freien Tag einschalten. Wie dies tun, wenn ich ohnehin mit meiner Arbeit einige Wochen im Verzug bin? Welches Buch liegt auf Ihrem Nachttisch? Die Essays von Kurt Marti. Das Buch ist umfangreich und ein Vergnügen! Wenn Alter nur noch Leid bedeutet: Würden Sie den Freitod wählen? Nein, der steht mir nicht zu. Mit 17 wäre ich fast im Mittelmeer ertrunken, zwei Fischer haben mich gerettet. Seitdem weiss ich, wie zerbrechlich das Leben ist. Und dass Sterben dazugehört. Es fällt mir schwer, zu verstehen, warum Menschen diese letzte Etappe ihres Lebens nicht erleben wollen. Weil sie wehtut. Die Palliativmedizin kann dafür sorgen,

dass Leiden erträglich wird. Viele Menschen wünschen sich den Tod, weil sie einsam sind und den Eindruck haben, anderen zur Last zu fallen. Unsere Gesellschaft macht es sich zu einfach, wenn sie Freitod-Beihilfe-Institutionen erlaubt, aber nicht das nötige Geld zum Aufbau von Palliativmedizin aufbringt. Dabei wollte Ihr Vater mithilfe von Exit sterben! Dies ist richtig. Ich habe mit ihm lange darüber geredet und ihm gesagt: «Du machst es dir einfach. Du kannst dann gehen und überlässt die Entscheidung mir, die ich nicht verantworten kann.» Dies hat auch ihm zu denken gegeben. Schliesslich ist er friedlich im Spital gestorben. Am 6. Februar waren Sie bei Papst ­Benedikt XVI. in Rom. Hatten Sie ein Beförderungsgespräch? Eine Privataudienz heisst so, weil sie privat ist. Wären Sie gerne Kardinal? Kein Kommentar. Sie haben einen Wunsch frei … Ich habe schon im Gymnasium Russisch gelernt, weil mich die Orthodoxie interessierte. Einmal durch Russland reisen – das wäre ein Traum! 


Meine Schweiz

Urs Gredig zeigt sein Davos

Stadt, Natur und Kultur – Davos bietet alles in einem. «Tagesschau»-Moderator urs gredig stellt seine zweite Heimat vor – und erzählt, weshalb er nicht wie sein Vater Hotelier geworden ist. Und: Tipps und Attraktionen für die ganze Familie.

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Ab in die Natur! Im frisch verschneiten ­Sertigtal bei Davos tankt «Tagesschau»-Moderator Urs Gredig neue Kraft – bei minus zehn Grad: «Es kommt nur auf die richtigen Kleider an.»

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Meine Schweiz Text daniela zivadinovic Fotos fabienne bühler

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Parat fürs Baby Urs Gredig und seine Frau Marion (r.)erwarten in diesen Tagen ihr zweites Baby. Links: beim Schlendern durchs Hotel Schatzalp in tierischer Begleitung.

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Foto Hervé Le Cunff

in echter Hoteldirektor, findet Urs Gredig, muss super diplomatisch sein, immer freundlich und sehr kontaktfreudig. Eigenschaften, die auch auf ihn, den «Tagesschau»-Moderator, zutreffen. Aber: «Ich stehe zwar auch im Vordergrund, nicht jedoch rund um die Uhr.» Deshalb ist der Davoser nicht Hotelier geworden wie sein Vater Andreas Gredig, 72, der das «Flüela» in Davos Dorf in der vierten Generation führt. Urs lebt in Zürich, trotzdem sehen sich Vater und Sohn oft. Für ihn ist die Bündner Bergwelt seine zweite Heimat. Obschon er im Unterland aufgewachsen ist. «Meine Eltern liessen sich scheiden, als ich zwei war. Meine Mutter zog mit ihren zwei Kindern in die Region Zürich und später in die Nähe von Baden», sagt der 39-Jährige. Und erklärt damit seinen Mix aus Zürcher, Bündner und Aargauer Dialekt. Beim Apéro mit seinem Vater in der Bar drückt der Bündner Dialekt allerdings hervor. Seit Urs Gredig 2007 in die Fussstapfen von Heiri Müller getreten ist, sprechen die Gäste den Hotelbesitzer häufig auf seinen Sohn an: «Etwa jeder Dritte, der hier reinkommt. Das macht mich natürlich stolz. Doch eigentlich spielt es keine Rolle, dass er beim Fernsehen arbeitet. Er könnte ebenso Jurist sein oder einen anderen Job machen», erzählt der Patron bei einem Bier und einer Zigarette. Dass keines seiner Kinder sein Hotel weiterführen wird, nimmt ihnen der Vater nicht übel. «Urs kann bezeugen, dass ich meinen Kindern immer gesagt u


Meine Schweiz

Zum Wohl! Urs Gredig beim Apéro mit seinem Vater Andreas in dessen Hotel Flüela.

u habe, sie sollen tun, was ihnen Spass macht. Alles andere bringt nichts.» Dafür freut sich der Hotelier umso mehr, wenn sein Sohn mit der Familie zu ­Besuch kommt. Ehrensache, dass Urs, seine Frau, die Zürcher Zahntechnikerin Marion, 36, und Töchterchen Lili, 2, in einer kleinen Wohnung im «Flüela» woh­ nen. Lili darf dann wie ihr Papi früher durch die Gänge flitzen und sich von al­ len verwöhnen lassen. Ihre Eltern haben sich in Davos sogar das Jawort gegeben. «Ursprünglich wollten wir im Sertigtal, dem schönen Davoser Seitental, in einer kleinen Kirche heiraten.» Doch diese stand im Frühling 2007 nicht zur Ver­ fügung. «Wir haben dann zum Glück eine noch schönere Kirche in der höchst­ gelegenen Stadt Europas gefunden.» Mittlerweile sind die Gredigs bald zu viert! Dieser Tage gibts für Lili ein Ge­ schwisterchen. Das Geschlecht des Nach­ wuchses ist bekannt, verraten möchte es der TV-Mann aber nicht. Lieber schwärmt er von den Vorzügen seiner zweiten Hei­ mat. «Davos ist eine kleine Stadt, in der es alles hat. Man kann eine Woche hier verbringen, ohne sich zu langweilen. Das Skigebiet ist ­riesig, das Angebot abseits der Piste auch.» Kürzlich durfte Lili mit ihrem Papi erstmals auf die Schlittelbahn der Schatzalp. «Zum Skifahren ist sie noch zu klein. Nächstes Jahr versuchen wirs aber.» Er selbst steht nicht mehr häufig auf der Piste. «Lieber spaziere ich ge­

«Davos? Eine kleine Stadt, in der es alles hat!» urs gredig meinsam mit meiner Frau und meiner Tochter durch den Schnee.» Der TVMann nimmts gern ruhig, bleibt auch mal daheim oder geht gemütlich Kaffee trinken in Davos Platz. An HCD-Matches trifft man ihn nicht mehr so oft. Lieber ge­ niesst er die Natur – zum Beispiel auf der Schatzalp. Hier schwelgt Urs in Kindheitserinnerungen: «Früher fuhren wir Ski oder rasten mit dem Schlitten runter. Ich trug einige blaue Flecken davon.» Heute kann sich Urs Gredig­ keine blauen Blessuren leisten. Die TVZuschauer wollen perfekte Aushänge­ schilder. Schon eine falsche Krawatte löst Reaktionen aus. Dass er im Juni 2007 be­ reits mit 37 Jahren Moderator der ­«Tages­schau»-Hauptausgabe wurde, sei Glück

und gutes Timing gewesen. Nach der Ma­ tur auf dem zweiten Bildungsweg studier­ te er Geschichte und Journalismus in Fri­ bourg, Padua (I) und Long Beach (USA). Erst war er bei einem Online-Sportportal angestellt, dann wechselte er zu Radio 24, danach zum SF, wo er im Unterhaltungs­ bereich tätig war. «Ich wollte in die News wechseln und bewarb mich deshalb für die Nachtausgabe der ‹Tagesschau›.» Zwei Jahre später wurde Heiri Müller pen­ sioniert – Urs Gredig rückte nach. Seither versucht er, seine Arbeit möglichst unauf­ geregt zu machen: «Vielleicht haben wir ein bisschen mehr Aufmerksamkeit, aber sonst ists ein Job wie jeder andere.» Da sind sich Vater und Sohn einig: der Apfel fällt nicht weit vom Stamm. 


Meine Schweiz

Davos Das perfek 1schlemmen Schlafen & Modern Die Junior-Suite im Waldhotel Davos. Sie kostet zwischen CHF 320.– und 500.– pro Person und Nacht.

nächtigen wie thomas mann u Das heutige Waldhotel Davos war früher ein Sanatorium. Hier besuchte der Schriftsteller Thomas Mann 1912 seine Frau Katia und liess sich dabei zu seinem berühmten Roman «Der Zauberberg» inspirieren. Heute überzeugt das Viersternehotel mit persön­lichem Service und dem Gourmet-­ Restaurant Mann und Co. (15 Gault­ Millau-Punkte). www.waldhotel-davos.ch geniessen wie Romantiker u Davos hat zwei Seitentäler: Dischma und Sertig. Per Kutsche lassen sie sich am besten erkunden. Das Restaurant Teufi in Dischma führt einen eigenen Fuhrhalterbetrieb und bietet Fleisch- und Käsefondues an (ab CHF 26.–). www.teufi.ch schlemmen wie gott u Das «Kaffee Klatsch» pflegt mit 30 Sorten

echte Kaffeekultur. Dazu gibts hausgemachte Patisserie: z. B. Cremeschnitte mit Innerschweizer Kirsch und Davoser Rahm (CHF 5.90). www.kaffee-klatsch.ch

Urchig Das Restaurant Teufi im Dischmatal. Es liegt auf 1700 m ü. M.

Gemütlich Das «Kaffee Klatsch» bietet rund 30 Kaffeesorten.

2 Kids Day

Fotos Fabienne Bühler, Markus Giger, Tanja Demarmels,

u Kids-Hotel Das Kinderhotel Muchetta bietet

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professionelle Betreuung für Kinder jeden Alters und eine auf Familien spezialisierte Infrastruktur. www.kinderhotel.ch u Kids-Skilift Die Ski- und Snowboardschule Wiesen betreibt einen Übungslift für Klein­ kinder. Gruppenunterricht kostet pro Kind CHF 20.– (für einen Nachmittag). www.skischulewiesen.ch u Kids-Bad Im Hallenbad Eau-là-là ver­gnügen sich kleine Wasserratten im grossen Kinderplanschbereich an bunten und lustigen Spielgeräten. www.eau-la-la.ch schweizer illustrierte

Früh übt sich Am Kinderskilift der Skischule Davos Wiesen.

in erinnerungen schwelgen u Das Hotel Schatzalp ist das einzige originale Gebäude mit Inneneinrichtung aus der Sanatoriumszeit. DZ mit Halbpension ab CHF 200.– pro Person. www.schatzalp.ch

3 Agenda u 18. MÄRZ Jugendstil-Führung durch das ehemalige Luxussanatorium Schatzalp. Bis 6. April jeweils Dienstag und Donnerstag, 14.15 bis 15 Uhr u 26. märz Skistars & Kids Race for Kids, Charity-Event mit Prominenz aus Sport, Wirtschaft und Politik u 27. MÄRZ Vollmond-Schneeschuhwandern mit Spaghettiplausch (nur bei guter Witterung) u 6. april FIS-­ Riesenslalom Damen (Jakobshorn) u 10. april Clubmeisterschaften SCD alpin (Parsenn)


www

te Wochenende 5 Abseits der Pisten ion Ferienreg Infos zur rs te s Davos Klo os.ch www.dav rs.ch te s lo www.k nd.com switzerla www.my

Davos by night Die höchstgelegene Stadt Europas bietet 110 Pisten mit total 307 Pisten-Kilometern.

Traumhaft Pisten-Pause auf der Sonnen­ terrasse auf dem Jakobshorn.

4 Skispass für wagemutige

u Auf dem Jakobshorn üben sich Snow-

boarder und Freerider in den Halfpipes und dem Funpark. Die Pisten eignen sich hervorragend für Snowboarder.

für abfahrt-fans u Das Skigebiet Parsenn-Gotschna ist von Davos und Klosters zugänglich. Es bietet alle Schwierigkeitsgrade. Mit 12 km befindet sich hier die längste Abfahrt (Weissfluhgipfel bis Küblis). Nachtskifahren gibts freitags von 19 bis 23 Uhr. für familien u Im Kinderland an der Pischa-Bergstation können Kids ab drei Jahren stundenweise betreut am Ponylift Ski fahren, im Spielhaus malen und sich auf der SnowtubingBahn vergnügen. Auskunft: Tel. 079 - 660 31 68 oder 079 - 845 89 38. Auch Madrisa und Rinerhorn bieten Kinderprogramme. für gemütliche u Seit diesem Winter gibts mit SchatzalpStrela das erste entschleunigte Skigebiet. Die sanften Hänge sind von Davos Platz aus mit der Standseilbahn in vier Minuten erreichbar.

Bei der Arbeit Die Biervision Monstein.

Typisch Die berühmten Davoser Schlitten. biervision monstein u Die höchstgelegene Brauerei Europas bietet Besuchern verschiedene Erlebnisse: www.biervision-monstein.ch wintersport-museum u Hier ist unter anderem der berühmte Davoser Schlitten ausgestellt. www.wintersportmuseum.ch

6 Nightlife

aufwärmen beim après-ski u Nach der Abfahrt fängt in der Berghütte Bolgen Plaza das Nachtleben an. Hier gibts z. B. Lumumba (Schoggi mit Rum, CHF 8.50) und Öpfelzimi (Lindenblütentee mit Apfelzimt-Likör, CHF 7.50). www.bolgenplaza.ch tanzen unter discokugel u Wer älter als 23 ist und gepflegt feiern will, geht in den Pöstli Club. Hier gibts Musik von Abba bis Led Zeppelin – der In-Club von Davos! www.morosani.ch

Edel Jeweils von Donnerstag- bis Samstagnacht öffnet der Pöstli Club seine Pforten. Der Eintritt ist frei, der Dresscode lautet «Dress to impress». schweizer illustrierte

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Das Magazin für lustvolles Einkaufen

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Hart im Nehmen

DS Action ist wie gemacht für Spitzenleistungen – seis beim Tiefseetauchen oder in irgendeinem anderen Extremsport. Der robuste Quarzchronograf ist allen Herausforderungen gewachsen und kommt erst noch sehr stylish daher. Das Schönste für Stadtmenschen: Das Design harmoniert sogar mit einem Anzug perfekt. Denn die Schweizer Marke Certina zeichnet sich mit ihren Sportuhren seit je nicht nur durch Innovation, Präzision und Zuverlässigkeit aus – sondern auch durch guten Style! sarah rieder

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Styling Beatrice Schönhaus, Zubehör Coop City

u Der neue Certina-Chrono

Sportsfreund! Mit doppeltem Sicherheitssystem, wasserdicht bis 200 m, Boden und Krone verschraubt, Kautschukband: Certina Chrono DS Action. Tel.032 - 933 35 64, Fachhandel. www.certina.com u CHF 545.–

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shopping

Look

Neue Muster

In voller Blüte u Er ist an allem schuld: der Designer Erdem Moraliglu. Indem er für den Sommer grosse, grafische Blumenprints lancierte. Und so einen der Haupttrends lostrat. Dem Absolventen des Londoner College of Art wird eine brillante modische Zukunft mit seinem Label Erdem vorausgesagt. Für uns können die bunten Muster eine veritable Frische-Kick-Wirkung haben. Vorausgesetzt, man kom­ biniert sie richtig. Denn ihre wahre Stärke zeigen sie mit markantem Augen-Make-up (z. B. in Kobaltblau oder Gelb), dazu nudefarbenem Lipgloss. Wagemutige mixen Ringelstreifen in Schwarz-Weiss, Blau-Weiss oder Rot-Weiss mit den Blumen, Klassiker dürfen Schwarz oder andere Unis kombinieren. Das Schuhwerk sollte sexy und frech sein: pink oder gemustert, aber auch im GivenchyStil mit Riemchen. Wer jetzt noch einen «Spritzer» florales Parfum dazuträgt – dem kann alles passieren!

beatrice schönhaus

Antonella zeigt Paradiesisches Kleid mit futuristischem Blumenprint von Eclectic. u CHF 480.–. Kette von Globus. u CHF 69.90. Leggings American Apparel. u CHF 72.–. Schuhe Guess/Globus und Monadico. Ring, gesehen bei Bottega Veneta. www.bottegaveneta.com

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Gemalter Sommer Armreif mit grossen Rosen von H & M. u CHF 7.90

Garten Eden Haarbänder wie dieses gibts im Fachhandel. Beispiel H & M. u CHF 6.90

Poesie fürs Haar Masche für Sommertage von H & M. u CHF 7.90

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© Fotostudio Schweizer Illustrierte Geri Born, Make-up und Haare Rebecca für Time, Styling Melanie Albisser

Blumen-Clutch Stylisches Modell aus der Kollektion von Etienne Aigner. www.aignermunich.com u CHF 499.–

Streifenhörnchen Solche Shirts passen zu Blumen: Modell von Manor AP. u CHF 69.90

Fuss-Schmuck Romantische Sommer-Vorboten, entdeckt bei H & M. u CHF 49.90

Ethno meets Blumenwiese Bunter Jupe mit Spitzen von Yumi bei Big. u CHF 129.– schweizer illustrierte

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Mode

Rosa Päckchen XL-Clutch von Givenchy, bei Brunello, Zürich. u CHF 968.–

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Ein Hauch Schal XL-Schal mit kleinen weissen Pünktchen. Vero Moda. u CHF 29.90

Schöne Flatterbeine Satin-Bundfaltenhose, Vero Moda. Solange Vorrat. u CHF 34.90

Mode-News

Das neue «Nude» u Lange

Handschuhe in zartem Rosé, 50er-Schalkragenjacke in Creme, ­weisser Pencil-Skirt und beige Pumps: Angelina Jolie trägt Nude in ihrem neuen Film «The Tourist», so gesehen bei den Dreharbeiten in Paris. Die Schauspielerin führt dabei gleich zwei Frühjahrs-Trends vor: die neuen NudeFarben, romantisch-blasse Pastelltöne in Rosa, Apricot, Flieder,

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Taupe und Creme sowie den Einfluss der eleganten Fiftys. Die «ausgewaschenen» Farben beim Kombinieren Ton in Ton mit den Accessoires halten, oder als Kontrast mit etwas Schwarzem kom­ binieren wie etwa schwarzen Sandalen. Ebenfalls schön dazu: ein erlesenes Schmuckstück in Gold. Angie machts vor mit ein paar puristischen goldenen runden Ohrringen. Kristina Köhler

Umschmeichler Flache Sandalen, Hugo Boss. Etwa bei Globus. u CHF 349.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Auswahl Terry Parrella

Faszinierende Natur XL-Holzmala mit Achatscheibe. Fé’s, Zürich. u CHF 259.–

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Beauty-news

Frisch gestrichen u Kaum ist es draussen wieder schön, wird es Zeit für einen neuen ­Anstrich. Cool, dass sich die BeautyFirmen immer wieder Neues überlegen. Ein Trend sind Lippenstifte in der Art eines Filzstiftes oder einer Kreide. Das erleichtert es uns, die Lippen-Konturen perfekt nachzuziehen. Ein anderes Highlight sind sicher die Farben. Ob auf Nägeln oder Lippen: Korallen-Töne,

Orange (gesehen bei Prada) und knalliges Pink (Marc Jacobs) sorgen für einen Frischekick. Und bevor die Sonne uns eine natürliche Bräune verleiht, zaubert man mit Rouge einen frühlingsfrischen Teint ins bleiche Gesicht. Was nicht fehlen darf: voluminöse, dicht getuschte, tiefschwarze Wimpern, die ein wenig puppenhaft wie aufgeklebte künstliche Wimpern wirken. ursula Borer

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Š Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer

Gestrichen Nagellack Sorbet Gloss Nr. 94 Calcium Power von Nivea. u CHF 11.90


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Hotspot

Klein, aber ganz fein Lele Pyp hat sich besonders hübschen Schuhkreationen verschrieben. Stadelhoferstrasse 42, Zürich, Tel. 044 - 253 10 00. www.lelepyp.com

Lele Pyp, Zürich

Plötzlich Prinzessin u Lele Pyp steht für das portugiesische Wort «paralelepipedo», «Pflasterstein». Und über die Pflastersteine sämtlicher Modemetropolen sollen künftig auch die Prinzessinnenschuhe der Schweizer Designerin Stephanie Müller Knab von Lele Pyp wandeln. Genau genommen ist das Label (das auch eine ­kleinen Kollektion an Handtaschen und Schmuck führt) ein Familienbusiness.

Dabei kümmern sich die Geschwister Samantha und Bernardo um Vertrieb und Verkauf. Aufgewachsen ist das Trio übrigens in Brasilien. Dass sie ihre erste Boutique in Zürich eröffnen, ist eine Liebeserklärung an ihre Schweizer Heimat. Kristina Köhler

Glänzende Flügel Vergoldeter Adler mit Quarzsteinen. u CHF 195.–

Öffnungszeiten Mo 11.30–18.30, Di–Fr 10–18.30, Sa 10–17 und auf Anfrage

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Dezente Geschmeide Zehensandale aus Leder mit Quarzsteinen. u CHF 539.–

Weisse Unschuld Luftige Ballerinas mit durchbrochenem Leder. u CHF 329.–

Aussichtsreiche Kurven Sexy Sandale mit robustem Absatz. u CHF 395.–

Griechische Baukunst Lederpumps in verschiedenen Farben. u CHF 469.–

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Himmlische Verbindungen Leder­ sandalen in Seegrün. u CHF 395.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Dick Vredenbregt, Stills Paul Seewer, Lele Pyp

Schillerndes Glück Armbänder, Leder, Tiger­ augeanhänger. u je CHF 15.–


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Electronics

Modische maus u Microsoft bringt Farbe in den

Arbeitsalltag. Die in Pink und Anthrazit erhältliche Wireless Mobile Mouse 3500 verfügt über die berührungslose und verschleissarme Blue-Track-Technologie. Sie tastet die Oberflächenstruktur mit blauem Licht ab, arbeitet mit maximaler Präzision und funktioniert auf Oberflächen wie Teppichgewebe, Granit oder Holz. Praktisch ist der Nano-Transceiver, der nur einen Zentimeter aus dem USBAnschluss ragt. Wer ihn trotzdem nicht im Notebook stecken lassen will, kann ihn in der Mouse verstauen. www.microsoft.com/ switzerland/hardware stephan gubler

2

Trendy & flexibel Microsoft Wireless Mobile Mouse 3500 ist für Rechts- und Linkshänder geeignet. u CHF 39.90

Eine für alle u Wer Fernseher, DVD-Spieler und Stereo-

anlage hat, kennt das Problem. Für jedes Gerät gibt es eine extra Fernbedienung. Logitechs Lösung heisst Harmony 650. Die Universalfernbedienung ersetzt bis zu fünf Geräte. Damit die Installation noch einfacher zu handhaben ist, wurde die Software verbessert. Einfach die HarmonyFernbedienung an den Fernseher anschliessen und Gerätemarken sowie Modellnummern eingeben. Den Rest erledigt die Software. Auf dem Farb­bildschirm werden Symbole für die bevorzugten Kanäle sowie Befehle für die verwendeten Geräte eingeblendet. www.logitech.com sg Noch einfacher Die Logitech-Universalfernbedienung Harmony 650 mit verbesserter PC-Software. u CHF 119.–

3 RETRO-KNIPSER

u Sie sieht aus wie eine Spiegelreflex-­

Kamera, doch die Pentax Optio I-10 ist eine kompakte Digitalkamera. Der im perlweissen oder schwarzen Retro-Kleid verpackte Knipser verfügt über ein 5-fachZoomobjektiv, das vom 28-mm-Weit-­ winkel bis zum 140-mm-Telebereich geht. Gegen verwackelte Fotos schützt ein mechanischer Stabilisator am Bildsensor. Zahlreiche Motivprogramme und elf digitale Filter lassen kreative Herzen höherschlagen. Die Gesichtserkennung funktioniert sogar bei Hunden und Katzen. www.pentax.ch sg Augenschmaus Die 12-Megapixel-­ Digitalkamera Pentax Optio I-10 im Retro-Look. u CHF 379.–

uhr der woche steckbrief Aus designer-hand u Seit gut zehn Jahren kreiert der US-Designer Calvin Klein neben Mode auch modische Uhren, die bei der Swatch-Gruppe in Biel hergestellt und weltweit vertrieben werden. Bei der Kreation der neuen Damenkollektion Cobblestone liess sich der Designer von der gleichnamigen gepflasterten Fussgängerstrasse in Quebec beflügeln. Die grafischen Formen des Zifferblattes ziehen sich weiter über das ganze Edelstahlarmband und bilden so eine elegante Einheit. Am Handgelenk wirkt die Quarzuhr wie ein schmuckes Armband, das nebenbei erst noch die Zeit genau anzeigt. sarah rieder

Eleganz pur Die neue Cobblestone Lady von ck Calvin Klein. u CHF 290.–

Werk Quarzwerk, ETA-­ Kaliber 901.005 Gehäuse Edelstahl poliert, Mineralglas, wasserdicht bis 30 m Armband EdelstahlArmband mit Faltschliesse Varianten Schwarzes Zifferblatt, schwarzes Lederband Wer trägt sie? Designinter­essierte Ladys Bezugsquelle Tel. 032 - 343 98 64, www.swatchgroup.ch schweizer illustrierte

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neu

Pastell-Zauber Steinkette mit Rosen- und Rauchquarz von Kurz aus der Frühlingskollektion. In den Filialen Basel, Bern, Luzern, Genf, Zürich. u CHF 4150.–

Strand-Appeal Kaftan und Hose Riviera von Zimmerli: Hippie meats Fashion. Fachhandel, Jelmoli. www.zimmerli.com u ca. CHF 263.–/230.–

Kinderfreuden Die schönsten Rezepte für alles, was die Kleinen mögen, im Band Kinderfeste von Gräfe und Unzer. Buchhandel. u CHF 28.90

Asien-Trend Poetische Klebebänder Washi Masking Tapes von Cascade: ein super Mitbringsel! Rolle mit 10 m. www.cascade-luzern.ch u ab CHF 5.–

Osterfreuden Lustig! Von Partylite sind die kunterbunten Duftteelichter mit Oster-Optik. 12 Stk. www.partylite.ch u ca. CHF 15.90

Energie-Paketchen Genau richtig im Frühling: die zwei neuen Sorten Kräutertee von Kneipp: Fit & Vital und Säuren-Basen. u je CHF 4.80

Saubermacher Mit Feuchtigkeitsband und flexiblem Klingenkopf: Gillette Venus Embrace für Ladys. Fachhandel, Coop City. u ca. CHF 19.–

Spieltrieb Für Leute mit Sinn für Forschung und viel Geduld: Lego Stars Millennium Falcon. Spiel­warenFachhandel, Franz Carl Weber. u ca. CHF 950.–

© Fotostudio Schweizer Illustrierte Paul Seewer, Beyer

experten-fragen

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Tropen-Pracht Futuristisches Kleid von Zero aus Seide im Toga-Stil, entdeckt bei Eclectic. www.eclecticshop.ch u CHF 850.–

René Beyer, 46, Mitinhaber/Geschäftsführer 8. Generation Chronometrie Beyer Zürich, www.beyer-ch.com/

Beyer trotzt der Krise und wird 250-jährig! u Was erwarten Sie in der Zukunft? Ich sehe das neue Jahrzehnt sehr positiv. Luxus wird in den nächsten Jahren dominieren, jeder möchte sich vom Mainstream abheben, selbst Coop und Migros bieten vermehrt Luxusnahrungsmittel an. u Ihr Geschäft wuchs auch 2009. Was machen Sie besser als ­andere? In Krisenjahren kann man sich

mit Kontinuität und Tradition abheben. Kunden erörtern das Preis-LeistungsVerhältnis sehr genau und sind nicht mehr so spontan. Vertrauen und fundierte Serviceleistungen, wie wir es in unserem Servicezentrum bieten – übrigens das grösste im Raum Zürich –, werden in den Kaufentscheid einbezogen. u Das Fachgeschäft Beyer wurde 1760 von Matthäus

Beyer gegründet. Was ist Ihr Erfolgs­ geheimnis? Neben Beharrlichkeit und Ausdauer gehört Glück dazu. Wir vergessen nie, dass wir während der Weltkriege mehrmals vor dem Aus standen. Oft hören wir, wie familiär es bei uns sei, was mich natürlich besonders freut, denn unsere Besucher sind mehr Gäste als Kunden; viele wurden zu Freunden. sarah Rieder schweizer illustrierte

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Reisen, geniessen, rätseln!

weekend

Mirihi Island Resort Tauchen, schnorcheln und wellnessen auf den Malediven. Mitinhaberin ist die Bündnerin Amy Stierli.

MIRIHI – EIN WENIG BÜNDNERLAND IM PARADIES

Der Traum von der eigenen Insel u Die Bündnerin Amy Stierli war jahrelang ­ eschäftsführerin und Inhaberin des Male­ G diven-Spezialisten Manta Reisen. Für sie stand schnell einmal fest: «Irgendwann wünsche ich mir eine eigene Insel.» Der Traum wurde zusammen mit zwei male­divischen Freunden und Geschäftspartnern in die Realität umgesetzt: Mirihi heisst ihr Resort im Süd-Ari-Atoll, 85 Kilometer südlich der Haupt­ stadt Male. Eine besonders schöne Insel: Gemäss den Usern des Online-Portals Trip Advisor gehört Mirihi zu den Top-Ten-Luxus-

Destinationen in Asien. Amy Stierli: «Bei Luxus denken wir nicht an Butlerservice und mög­ lichst grosse Suiten. Es geht um Luxus im Sinne von Barfusslaufen, Privatsphäre, persönlichem Service, Ruhe, Tauchen, fantastischem Schnor­ cheln und exzellentem Essen!» SK INFO 1 Woche Mirihi Island Resort ab CHF 3280.– pro Person (inkl. Flug ab Zürich), Preisbeispiel Reisezeit Mai/Juni 2010, Preise sind saisonabhängig. Buchbar unter www.mirihi.com oder www.manta.ch schweizer illustrierte

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Reisen

weekend

Idylle pur auf 3800 Metern Schäfchen­ wolken und eine grasende Lamaherde. Auf dem Weg zum Colca Cañon im Herzen der Anden.

www.weltweit

Cool! Mit dem GoCar durch San Francisco! u Sightseeing der besonderen Art: In San Francisco gibts für 50 Franken pro Stunde pfiffige «GoCar» mit Bordcomputer und GPS! Alle nötigen Erklärungen werden geliefert. Das Hotel dazu: «Lodge at Tiburon» (DZ ab CHF 200.–) mit geheiztem Schwimmbad und Feuerstelle. INFO www.hotelplan.ch

Jogi Löw wirbt für Beachcomber-Hotels u Deutschlands Bundestrainer Jogi Löw bereitete sich mit seiner Familie auf Mauritius auf die Fussball-WM vor und drehte gleich noch einen Werbespot für TUI. Löws Traumhotels im Südwesten der Insel: die Beachcomber-Hotels Paradis und Dinarobin. INFO www.beachcomber-hotels.com

Testen Sie das neue «Eden Roc»! u Das berühmte «Eden Roc» in Ascona ist noch luxuriöser: Der neue Spa (2000 m2) wird eröffnet. «Enfant terrible» Carlo Rampazzi ist der Designer. TestPackage im April/Mai: drei Nächte inkl. GaultMillau-Diners und Spa-Massage ab CHF 930.–. INFO www.edenroc.ch

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Andenland peru

Colca Cañon: Dem Das Andenland vereint Regenwald, Wüste und Hochgebirge. Ein Highlight jeder Peru­reise ist der Colca Cañon, eine der tiefsten Schluchten der Welt.

Z

ugegeben, die Hürde ist hoch. 4910 Meter, um genau zu sein. Doch das vorbeiziehende Natur­ spektakel und geduldiges Kauen von Kokablättern lassen einen die schwindel­ erregende Höhe vergessen. u Von Arequipa, der ewig sonnigen Stadt am Fusse der Anden, führt die Strasse ins Gebirge, Richtung Colca ­Cañon. Vorbei an weidenden Lamaher­ den, durch verstörend schöne Mond­ landschaften und sumpfige Ebenen, in denen schwarz-weisse Andengänse ihre roten Füsse ­baden. Auf dem PataPampa-Pass angekommen, erwartet die Reisenden steingewordenes Glück: in der Ferne die gewaltigen Sechstausender Chachani und Misti, zu ihren Füssen ­unzählige Apachetas. Steintürmchen, Tribute an die Berggeister. Und an Pacha


Prächtig So weit das Auge reicht: Terrassenfelder aus der Inkazeit im Colca Cañon.

Heiss In Chivay gibts neben dem Markt eine öffentliche Badeanstalt mit warmen Quellen.

Kontaktfreudig Die Einheimischen ­präsentieren sich stolz mit ihren Tieren.

Fotos Anina Rether

Himmel so nah Mama, die omnipräsente Mutter Erde der perua­nischen Andenvölker. u Weitsichtig die Wahl des Kondors, den Colca Cañon zu seinem bevorzugten Brutgebiet zu küren! Die Ausmasse der Schlucht sind des grössten flugfähigen Vogels würdig: mit 3267 Meter Tiefe und 100 Kilometer Länge ist sie nicht nur eine der tiefsten der Welt, sondern auch eine der schönsten. Wer den König der Lüfte aus der Nähe beobachten will, muss jedoch zeitig aus den Federn. Frühmorgens zieht er am Kreuz des Kondors auf 3700 Metern seine Kreise. u Auf der Fahrt in die Provinzhauptstadt Chivay präsentiert sich der Colca Cañon in seiner ganzen Pracht. Auf dem Grund der Schlucht frisst sich der Fluss Colca immer tiefer. Darüber hängen, seit der Prä-Inka-Zeit, unzählige Terrassen-

felder, auf denen die indigene Bevölkerung seit Jahrhunderten Mais, Kartoffeln, Bohnen und Obst anbaut. Noch aus der Zeit des Inkareiches stammt übrigens auch der Name der Schlucht: «Colca» bedeutet Erntespeicher auf Quechua, der Inkasprache.

u In Chivay bietet sich ein pittoreskes

Bild: Blühender Stacheldraht wächst auf den Hofmauern. Eine Kakteen-Armee, die die spärlichen Besitztümer der Dorfbewohner bewacht. Die Menschen sind arm, aber reich an Brauchtum und Trachten. Die mit bunten Mustern bestickten Röcke, Gilets und Hüte der Frauen sind ein ebenso grosser wie ­willkommener Kontrast zu den ­kargen Felsen des Colca Cañon. anina rether

check-in u Anreise Täglich von Zürich nach Lima über Madrid mit LAN, Anschlussflug nach Arequipa mit LAN u Pass Noch mindestens sechs Monate gültig nach Einreise u Attraktives Angebot Fünfsternehotel Las Casitas del Colca, Bungalow für zwei Personen ab 595 Dollar inkl. Verpflegung, Transfer, Aktivitäten, www.lascasitasdelcolca.com u Restaurant in Arequipa: Crepisimo, Crêpes mit Alpakafleisch. Schöne Bar: Casa Andina u Infos Windrose Fernreisen bietet luxuriöse Rund­ reisen durch Peru inkl. Colca Cañon. www.windrose-reisen.ch, www.peru.info

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En Guete Pikant Die Sauce steigert noch den Genuss.

weekend

mit Köchin Sibylle Sager

Hauptsache, gepfeffert!

1

Schwarz, rosa, grün oder rot: Pfeffer gibts in allen Farben. Spielen Sie mit den Nuancen seines Geschmacks! Denn: Probieren geht über Studieren.

Roastbeef mit Pfeffersauce

Zutaten (für 4 Personen) Rostbeef 1 kg Roastbeef, 2 Esslöffel Öl, 1 Teelöffel Salz, 1 Teelöffel Paprika, 1/2 Teelöffel rosa Pfefferkörner, zerdrückt, 500 g Frühkartoffeln, ungeschält, halbiert, 1 Teelöffel mittelscharfer Senf, 2 Esslöffel Bratbutter Pfeffersauce 1/2 Esslöffel Butter, 1 Schalotte, fein gehackt, 1 Esslöffel rosa Pfefferkörner, zerdrückt, 1 dl Fleischfond oder Fleischbouillon, 3 dl Rotwein, 150 g Butter, kalt, in Stücken, 1/2 Teelöffel rosa Pfefferkörner, zerdrückt, Salz, nach Bedarf Vor- und zubereiten ca. 30 Min. Braten 20–30 Min. u Für das Rostbeef Fleisch ca. 1 Std. vor dem Anbraten aus dem Kühlschrank nehmen. Öl mit Salz, Paprika und Pfeffer verrühren, die Hälfte davon in eine Schüssel geben, Kartoffeln damit mischen. Senf mit dem restlichen Gewürzöl verrühren, Fleisch damit bestreichen. Fleischthermometer an der dicksten Stelle des Bratens (Fettseite nach oben) einstecken. Bratbutter in einer kleinen Pfanne heiss werden lassen. Backblech in der unteren Hälfte des auf 240 Grad vorgeheizten Ofens

ca. 2 Min. heiss werden lassen. Herausnehmen, Fleisch darauflegen, heisse Bratbutter darübergiessen. Kartoffeln dazulegen. Braten ca. 10 Min. in der unteren Hälfte des vorgeheizten Ofens. Hitze auf 180 Grad reduzieren, 10–20 Min. (je nach Fleischdicke) weiterbraten. Die Kerntemperatur des Fleisches soll 60 Grad (à point) betragen. Roastbeef aus dem Ofen nehmen, vor dem Tranchieren zugedeckt ca. 10 Min. stehen lassen. Kartoffeln im ausgeschalteten Ofen ca. 10 Min. fertig braten. Für die Pfeffersauce Butter in einer

tipp Rosa Pfeffer riecht und schmeckt süsslich und sehr aromatisch mit sanftem Abgang. Er ist nicht scharf, aber sehr würzig.

Pfanne warm werden lassen. Schalotte andämpfen, Pfeffer kurz mitdämpfen. Fond und Wein dazugiessen, aufkochen, Flüssigkeit auf ca. 3 Esslöffel einkochen, absieben, in die Pfanne zurückgiessen. Flüssigkeit aufkochen, Pfanne von der Platte ziehen, Hitze reduzieren. Die Butter portionenweise unter Rühren mit dem Schwingbesen beigeben, dabei die Pfanne hin und wieder kurz auf die Platte stellen, um die Sauce nur leicht zu erwärmen; sie darf nicht kochen. Rühren, bis die Sauce cremig ist, würzen, sofort mit dem tranchierten Roastbeef und den Kartoffeln servieren.

2

Hacktätschli mit grüner Sauce Zutaten (für 4 Personen) Hacktätschli 600 g Hackfleisch (Kalb, Rind und Schwein), 1 Ei, 1 Scheibe Weissbrot, 1 Rüebli, fein gerieben, 1 grosse Zwiebel, fein gehackt, 1 Knoblauchzehe, gepresst, 1/2 Bund

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glattblättrige Petersilie, fein geschnitten, 1 Teelöffel Salz, wenig Pfeffer Grüne Sauce 1 Schalotte, fein gehackt, 11/2 dl Fleischbouillon, 1,8 dl SaucenHalbrahm, 1 Esslöffel eingelegte grüne Pfefferkörner, abgetropft, 1/4 Teelöffel Salz Vor- und zubereiten ca. 25 Min. Braten im Ofen ca. 30 Min.

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u Für

die Hacktätschli alle Zutaten in einer Schüssel gut kneten, bis sich die Zutaten zu einer kompakten Masse verbinden, die nicht mehr an den Händen klebt. Masse in 12 Portionen teilen, mit nassen Händen zu Kugeln formen, etwas flach drücken. Auf ein mit Backpapier belegtes Blech legen. Braten ca. 15 Min. in der Mitte des auf 220 Grad vorgeheizten Ofens. Tätschli wenden, ca. 15 Min. fertig braten. Für die grüne Sauce Schalotte mit Bouillon aufkochen, auf die Hälfte einkochen, absieben, zurück in die Pfanne giessen. SaucenHalbrahm dazugiessen, aufkochen, Hitze reduzieren. Pfefferkörner beigeben, Sauce unter gelegentlichem Rühren ca. 15 Min. köcheln, salzen.

Cashew-MarzipanPralinés

Zutaten (ergibt ca. 40 Stück) 200 g Cashewnüsse, ohne Fett ge­röstet, 200 g Puderzucker, 1 Esslöffel Sonnenblumenöl, ca. 4 Esslöffel Kakaopulver, 1/2 Teelöffel rote Pfefferkörner, fein gehackt Vor- und zubereiten ca. 50 Min. u Nüsse mit Puderzucker portionenweise im Cutter sehr fein mahlen. Öl beigeben, kurz weitermahlen. Formen Masse auf wenig Puderzucker ca. 1 cm dick auswallen, in ca. 2 cm grosse Würfel schneiden. Pralinés im Kakao wenden, Pfeffer darüberstreuen. Lagenweise, durch Backpapier getrennt, gut verschlossen im Kühlschrank aufbewahren. Haltbarkeit: ca. 2 Wochen.

u Nächste Sendung

Montag, 22. März, 20.05 Uhr, SF 1 u Osterschmaus

Damit genügend Zeit für Einkauf und Vorfreude auf Ostern (4.4.) bleibt, zeigen wir Ihnen bereits das Ostermenü. Auch Osterhasen dürfen auf keinen Fall fehlen, deshalb giesst Sven seinen Schokolade-Osterhasen gleich selber. Mehr Info: www.aldente.ch

impressum Nr. 11, 99. Jahrgang. Erscheint montags Beglaubigte Auflage 232 519 Exemplare ISSN 0036-7362 Abonnements-Dienst (Telefon gratis) 0800 820 920 Mo bis Fr: 7.30–18.00 Uhr, aboservice@ringier.ch EINZELVERKAUF einzelverkauf@ringier.ch Redaktion Schweizer Illustrierte, 8008 Zürich, Dufourstrasse 23 Tel. 044 - 259 63 63, Fax 044 - 262 04 42, info@schweizer-illustrierte.ch internet www.schweizer-illustrierte.ch, www.online-kiosk.ch Chefredaktor Nik Niethammer Verlagsdirektor Urs Heller MITGLIED DER Chef­redaktion Stephan Sutter Sekreta­riat Sara Schrepfer (Assis­tentin des Chefredaktors), Kathrin Berchtold (Assistentin des Verlags­direktors) creative Director Jean-Robert Schaffter Nachrichtenchef Thomas Kutschera (a. i.) wirtschaftschefin Nina Siegrist Unter­haltungs­­chefin Bettina Portmann Sportchef Iso Niedermann Bildchef Markus Schnetzer Textchefs Natascha Knecht, Jan Morgenthaler autorin Stephanie Ringel chef­reporter René Haenig Nachrichten Marcel Huwyler, Sascha Buchbinder (Politik) Unterhaltung Daniela Zivadinovic (stv. Unter­haltungs­ chefin), Sandra Casalini, Giuseppe Cerrato (Mode), Bar­bara Halter, Andrea Vogel (Leitung Leute) Sport Ilona Scherer, Alejandro Velert kunst Caroline Micaela Hauger Kultur, Die Besten Anina Rether (Leitung), Kati Moser, Isolde Schaffter-Wieland Shopp­ing Beatrice Schönhaus (Leitung), Ursula Borer, Kristina Köhler Gesundheit Verena Thurner (Leitung), Lisa Merz Ko­ordina­tion Sonder­hefte Isabel Notari Bildredaktion Ulli Glantz (stv. Bildchef), Fabienne Hubler Fotografen Thomas Buchwalder, Fabienne Bühler, Rolf Edelmann, Hervé Le Cunff, Marcel Nöcker, Kurt Reichen­bach, Charles Seiler, Willy Spiller, Bruno Voser, Dick Vredenbregt Layout/ Pro­duk­tion Björn Vondras (stv. Art Director), Maria Carlucci, Claudia Friedrich, Fabienne Hany, Dominic Koch, Nigel Simmonds (Info­grafiken), Otmar Staubli, Karin Strebel, Doris Wüthrich (Satztechnik) Design Beling Thoenen Design Korrek­torat Stefan Bührer, Irène Müller si online Barbara Lanz (Leitung a. i.), Franco Bassani, Anouk Haimoff, Sylvie Kempa, Edna Lisak, Sarah Loffredo, Ramona Thommen (Praktikantin), Javier Vázquez Ständige Mitarbeiter Urs Bärtschi (Auto), Peter Bichsel, Zeno van Essel, Helmut Hubacher, Peter Hürzeler, Chris von Rohr, Peter Scholl-Latour, Samuel Stutz, Elizabeth Teissier Buchhaltung Mirella Vignoni

Büro Paris Suisse Presse Médias, Annemarie Mahler, 6 rue de Bièvre, F-75005 Paris, Tel. +33-1-42 60 34 61, Fax +33-1-42 60 54 69

Abonnementspreise (inkl. 2,4 % MwSt.)

BÜRO USA SwissPress, Inc., Helen Marchel, 29 Long Meadow Road, Riverside, Connecticut 06878, USA Tel. +1-203-637-6866, Fax +1-203-637-8392, swisspress@swisspress.tv

u Jahresabo CHF 189.– (Schweizer Illustrierte, al dente, Shopping,

Verlag Ringier AG, 4800 Zofingen Verlag der Ringier-Zeitschriften Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 11, Fax 044 - 259 68 44 Marketing Verena Baumann (Leitung), Esther Burger, Patricia Häusler leiter werbemarkt zeitschriften Martin Tamas Head of Marketing Zeitschriften Thomas Passen Product Manager Nicole Wesche Produktionsleiter Roland Winkler Anzeigenverkauf International Fax +41-44-259 69 96 Syndication und Nachdruckrechte RDZ Syndication – Ursula Steinegger, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Tel. 044 - 259 61 60, Fax 044 - 259 86 69 Druck Ringier Print Zofingen AG, 4800 Zofingen, Tel. 062 - 746 31 11 Vertrieb im Ausland Ringier SA, BP 228, F-68306 St-Louis Cedex; Illustrierte-Zeitschriften-Vertriebs-GmbH, Turmstrasse 4, D-78467 Konstanz Auslands-Abonnementspreise Anfragen an den Verlag richten Bekanntgabe von namhaften Beteiligungen i. S. von Art. 322 StGB: Addictive Productions AG; Betty Bossi Verlag AG; Bolero Zeitschriftenverlag AG; ER Publishing SA; Geschenkidee.ch GmbH; Good News Productions AG; GRUNDY Schweiz AG; Investhaus AG; JRP Ringier Kunstverlag AG; 2R Media SA; Mediamat AG; media swiss ag; Original SA; Previon AG; Presse TV AG; Radig AG; Radio Z AG; Rincovision AG; Sat.1 (Schweiz) AG; SMD Schweizer Mediendatenbank AG; SMI Schule für Medienintegration AG; Teleclub AG; Zana Media AG; Ringier France SA; Ringier Publishing GmbH; Juno Kunstverlag GmbH; Ringier (Nederland) B.V.; Ringier CR a.s.; Ringier Kiadó Kft.; Europress Kft.; Euromedia Bt.; Népszabadság Zrt.; Ringier Slovakia a.s.; Ringier Pacific Ltd.; Ringier Print (HK) Ltd.; Beijing Ringier International Advertising Co. Ltd.; Ringier Vietnam Company Ltd. Der Nachdruck sämtlicher Artikel und Illustrationen ist verboten. Für den Verlust nicht verlangter Reportagen übernimmt die Redaktion keine Verantwortung.

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Motiviert und ehrgeizig Küchenchef Markus Zeiser mit seinem Sous-Chef Rudolf Weitlaner (r.).

Wellness pur für Gourmets «La Miranda» im Hotel Chasa Montana, Samnaun GR Einwandfreies Handwerk, gepaart mit Kreativität und einer Prise Ehrgeiz: Markus Zeiser kennt das Rezept für zufriedene Gäste!

S

amnaun mausert sich zu einer Gourmet-Destination erster Güte. Nach dem «Homann» strebt nun auch das «Miranda» im Hotel Chasa Montana nach höheren Weihen. Ein erstes Indiz dafür ist die sehr ausführliche Weinkarte, die besonders bei den österreichischen Gewächsen eine eindrückliche Palette anbietet. Der junge Chef Markus Zeiser und sein Sous-Chef Rudolf Weitlaner zeigen mit den Menüs, wie motiviert und ehrgeizig sie sind, namentlich beim GourmetMenü «La Miranda». Viel Aufwand treiben sie schon zu Beginn mit der Gänselebervariation aus Mousse mit Trauben-Espuma, Crème brûlée, Würfel

mit Traubengelee, gebratener Leber, Praline und Brioche-Dreieck. Weiter geht es mit einer saisonal bezogenen Entenessenz, in der sich Rotkraut-Tasche und gebackenes Entenconfit tummeln. Beim offenen Hummerraviolo mit TahitiVanille und Radicchio-Feigen verhindert der Bitterton des Radicchios allzu viel Gemütlichkeit, aber schliesslich muss man auch einmal etwas wagen dürfen. Das Geräucherte und Geschmorte vom Simmentaler Rind mit Kartoffel und winterlichem Gemüse verrät einwandfreies Handwerk beim Garen des Fleischs; dass die Rauchnoten etwas vordergründig sind und die eigenen Aromen des Rindsfilets überdecken, bleibt Ge-

schmackssache. Absolut konsensfähig ist dann die Sorbetvariation zum Dessert (Wildkirschen, Maracuja, Apfel und Zwetschgen, dazu Baumkuchen mit Schichten aus Buttermilch und Orangen). Auch das Fischmenü macht viel Freude, besonders die mit Liebe zubereitete Variation vom Zander, aber auch der konfierte Winter-Kabeljau auf Artischocken-Limetten-Gemüsesalat und Gnocchi. Da nicht zuletzt die Weinberatung ausgezeichnet ist – es sind mehrere Diplom-Sommeliers am Werk –, fehlt nichts, um es sich nach dem anstrengenden Skitag so richtig gut gehen zu lassen. 

Fotos Chasa Montana

wein-tipp Neuer Spanier Die spanische Weinregion Toro ist nicht so bekannt wie Rioja, Ribera del Duero oder Priorato, aber es ist jene Region Spaniens, der eine grosse Zukunft vorausgesagt wird. Wein wird hier zwar seit dem Mittelalter gepflanzt, doch die Güte des Terroirs wurde erst in den

letzten 20 Jahren entdeckt. Haupt­sorte der Region ist die Tempranillo-Traube. Dass die Toro-Region im Trend liegt, zeigt auch die Top-Ten-Liste des amerikanischen Fach­ magazins «Winespectator». Auf dem zweiten Platz ist ein Wein der Kellerei Numanthia zu finden. Dieser Bodega (im

Besitz von Moët Hennessy Louis Vuitton LVMH) ist es mit zu verdanken, dass die Region weltweit so bekannt ist. Der Numanthia 2006 (15 %) ist ein äusserst komplexer Rotwein, der seinen Genies­ser voll und ganz in Beschlag nehmen wird. Ein Wein, der Zeit, Musse – und grosse Gläser braucht.

Moët Hennessy Schweiz, Genf Tel. 022 - 939 34 00 Bis 2016 lagerbar. Trinktemperatur: 16 bis 18 Grad. u CHF 59.–

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Erfahren Sie, was in den Lancia Das dürfen Sie sich nicht entgehen lassen: Testen Sie die Lancia-Modelle, treffen Sie Miss Schweiz Linda Fäh und Patricia Boser, und gewinnen Sie ein Wochenende im Tessin.

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ancia – die Marke steht für bezahlbaren Luxus auf vier Rädern. Seit zwei Jahren sind die Italiener erfolgreicher denn je unterwegs: Zuwachsraten von um die 30 Prozent zeigen, dass sie den Geschmack des Publikums treffen. Dieser Erfolg kommt nicht von ungefähr, denn Lancia-Modelle sind nicht nur zeitlos elegant, sondern auch ökologisch modern und sicher gebaut. Ein besonderer Pluspunkt der aktuellen Lancia-Modellpalette sind die ausgeklügelten Fahrassistenzsysteme zur Steigerung

der Sicherheit. Das können Sie jetzt selbst erfahren. Lassen Sie sich vom Können der verschiedenen Fahrassistenzsysteme überraschen. Fahren Sie an einem exklusiven Halbtagesanlass die verschiedenen LanciaModelle, und lassen Sie sich charmant begleiten von der beliebten TV-Moderatorin Patricia Boser. Prüfen Sie die Lancia-Modelle bei verschiedenen fahraktiven Übungen und auf individuellen Probefahrten. Testen Sie live und unter fachkundiger Führung, wie die Unter- und Übersteuerungskontrolle mit aktivem Lenkeingriff dafür sorgt, dass der

Delta immer auf der Spur bleibt. Spüren Sie, wie das elektronisch simulierte Sperrdifferenzial für eine Kurvenfahrt wie auf Schienen sorgt und wie der Spurassistent sanft die Lenkung korrigiert, wenn Sie die Fahrspur zu verlassen drohen. Geniessen Sie den Komfort der elektronischen Stossdämpfung des Lancia Delta und die Souveränität des halb automatischen Parksystems. Melden Sie sich jetzt an, denn die Teilnehmerzahl in den Verkehrssicherheitszentren Stockental, Niegerstocken BE, und Betzholz, Hinwil ZH, ist beschränkt. Und als Highlight lädt Lancia alle Teilnehmer zum gemeinsamen Mittagessen mit Miss Schweiz Linda Fäh ein. Das ist noch nicht alles: Unter allen Anmeldungen verlost Lancia ein Wochenende für zwei Personen im Tessin.


PUBLIREPORTAGE

Mit Lancia fahren Sie sicherer und komfortabler

STARTKLAR Patricia Boser und Miss Schweiz Linda Fäh sind bei den Fahrkursen dabei – Sie auch?

 Driving Advisor Der optionale Spurhalteassistent verhindert eine Abweichung von der Fahrspur. Eine Bordkamera erfasst die Fahrbahn und sendet die Befehle für die sanfte Spurkorrektur an einen Rechner, der mit der Lenkung gekoppelt ist. Damit ist die Sicherheit auch bei Ablenkung vom Fahrgeschehen jederzeit garantiert.

 Active Parking System Das halb automatische System erfasst zuerst den verfügbaren Freiraum zum seitlichen Einparken. Der Fahrer hält das Fahrzeug an und legt den Rückwärtsgang ein. Die Lenkung dreht vollautomatisch ein. Der Fahrer gibt nur Gas oder bremst – und führt den Einparkvorgang zu Ende.

 Absolute Handling System Serienmässig auf allen Lancia Delta ist ein ESP der neusten Generation für die Stabilitätskontrolle in allen Situationen. Das System regelt die optimale Lenkkraft in Kurven und wirkt als elektronisches Sperrdifferenzial. Bei übersteuernder Tendenz unterstützt die Oversteer Control Function OCF den Fahrer durch sanftes Gegenlenken.

-Modellen steckt SOFORT AUSFÜLLEN UND EIN WOHLFÜHL-WOCHENENDE GEWINNEN AUSSPANNEN Gewinnen Sie ein WohlfühlWochenende im Hotel Castello del Sole in Ascona.  SONNENSTUBE Lancia verlost unter allen Anmeldungen ein exklusives Wohlfühl-Wochenende für zwei Personen im Tessin. Sie reisen im für Sie reservierten Lancia Delta nach Ascona am Lago Maggiore und übernachten im edlen Fünfsternehotel Castello del Sole. Bei einem Gourmet-Diner im hoteleigenen Restaurant Locanda Barossa (17 GaultMillau-Punkte) geniessen Sie kulinarische Köstlichkeiten, und in der Wellnessoase des Castello Spa & Beauty lassen Sie sich nach Herzenslust verwöhnen.

Ja, ich möchte gratis bei den fahraktiven Übungen die Fahrassistenten der aktuellen Lancia-Modelle kennenlernen und am gemeinsamen Mittagessen teilnehmen. Unter allen Anmeldungen verlost Lancia ein Wohlfühl-Wochenende für zwei im Tessin.

± 10. April 2010 in Stockental, Niederstocken BE, inkl. Mittagessen ± vormittags (8.00 bis ca. 14.00 Uhr) ± nachmittags (12.30 bis ca. 18.00 Uhr) ± 24. April 2010 in Betzholz, Hinwil ZH, inkl. Mittagessen ± vormittags (8.00 bis ca. 14.00 Uhr) ± nachmittags (12.30 bis ca. 18.00 Uhr) ± Herr ± Frau Vorname Name Strasse Nr. Tel. tagsüber

PLZ Wohnort E-Mail

Geburtsdatum

Jetziges Fahrzeug (Marke, Modell, Jahrgang) Einsendeschluss: Freitag, 19. März 2010 Füllen Sie den Talon bitte vollständig aus. Fahrzeuglenker müssen seit zwei Jahren im Besitz eines gültigen Führerausweises sein. Über die Leseraktion wird keine Korrespondenz geführt. Die Teilnehmer werden persönlich benachrichtigt. Einsenden an: Schweizer Illustrierte «Lancia Fahrtraining», Postfach, 8099 Zürich. Oder melden Sie sich im Internet an unter www.schweizer-illustrierte.ch.


Konzentrieren Sie sich auf das Wichtige!

woche vom 21. bis 27. März 2010 Schwierige Aspekte der Sonne (mit Saturn am 22. und Pluto am 26.) lassen harte wirtschaftliche und diplomatische Auseinandersetzungen ­erwarten, auch Streiks, Unwetter (Erdbeben?), Machtkämpfe. Mars hingegen bildet harmonische Winkel (mit der Sonne am

21. und Saturn am 23.): Das deutet darauf hin, dass gehandelt wird, man trifft schnelle Entscheidungen. In persönlichen ­Horoskopen sind davon diese Woche speziell die 1. Dekaden Waage, Steinbock, Widder und Krebs betroffen: Sie könnten mit grösseren Veränderungen konfrontiert werden.

widder 21.–30. 3. Sie sind sehr aktiv und dyna­ misch (am 21. und 23.), müssen aber am 22. und 26. Kon­zessionen machen, stossen auf Widerstand. Proble­ me ­bekommen Sie am 25. intuitiv in den Griff. 31. 3.–9. 4. Sie sind geistreich und kontaktfreudig, schaffen sich (am 25. und 26.) eine gute Ausgangsposition. Günstig auch für Verhandlungen oder eine Reise. Schöne Stunden am 22. 10.–20. 4. Ihr Charme wirkt Wunder, und man liegt Ihnen zu Füssen (am 22. und 27.). Sie schweben wie auf Wolken dahin, kommen Ihren Idealen näher.

stier 21.–30. 4. Sie ziehen Bilanz, konzentrieren sich aufs Wesentliche (21., 25.). Am 23. und 27. können Sie ein Problem der letzten Wochen lösen, Ihr Einsatz lohnt sich. 1.–10. 5. Sie gehören zu den Favoriten der Woche! Jupiter signalisiert Erfolg, manchmal wahre Volltreffer. Freunde setzen sich für Sie ein, am 24. und 25. haben Sie alle Trümpfe in der Hand. 11.–20. 5. Es fällt Ihnen schwer, die Lage objektiv einzuschätzen. Wichtige Entscheidungen (Investitionen, eine Vertrags­ unterzeichnung) sollten Sie gründlich überdenken (23.).

zwillinge 21.–31. 5. Sie nehmen einem Gegner den Wind aus den Segeln (22.). Vor dem 25. Geborene lassen nicht locker, können am 21. und 23. einen schönen Erfolg verbuchen. 1.–10. 6. Sie stehen vor einer heiklen Wahl, sollten aber dank einem Freund alle Hindernisse überwinden (25.). Ihre Taktik geht auf. Neue Kontakte sind wertvoll für Ihre Projekte. Am 23. sollten Sie sich nicht überschätzen! 11.–21. 6. Sie erleben unvergessliche Momente. Venus verspricht Herzklopfen (22., 27.), eine Freundschaft könnte sich deutlich vertiefen (23.).

krebs 22. 6.–1. 7. Eine Phase tief gehender Um­ wälzungen bringt Ihre Planung durcheinander (am 22., 23., 26.). Gehen Sie Schritt für Schritt vor, und ­folgen Sie Ihrer Intuition am 27. 2.–12. 7. Sie sind ver­gess­lich und zerstreut, dadurch unterlaufen Ihnen Fehler (23., 24.). Allerdings hilft Ihnen Jupiter, über die Runden zu kommen, und Sie haben Rückenwind. 13.–22. 7. Sie ­ziehen sich in Ihre Schale zurück, sind nicht sehr ge­ sellig. Probleme mit einer Kollegin? Am 24. klappts nicht mit ­Ihrer Kommunikation. Besser sollte es am 25. laufen.

löwe 23. 7.–1. 8. Sie sind auf der Überholspur, machen Nägel mit Köpfen. Am 21., 23. und 25. gewinnen Sie einen Vorsprung, lösen ein Problem endgültig. Nur am 22. müssen Sie Kompromisse machen. 2.–12. 8. Sie sind am 21. und 22. der Hahn im Korb, amüsieren sich glän­ zend. Ihre Kontakte sind nützlich, Sie verhandeln clever (am 25.). Günstig auch für Reisen, schriftliche Arbeiten. 13.–23. 8. Venus verwöhnt Sie und verspricht aufregende Begegnungen voller Romantik (22., 27.). Trotz­dem ­sollten Sie auf dem Boden der Tatsachen bleiben (23.).

jungfrau 24. 8.–2. 9. Sie manövrieren geschickt, kommen gut über die Hürden. Am 23. und 27. sind Sie sehr kreativ. Veränderungen in Ihren Beziehungen führen dazu, dass Sie vieles mit neuen Augen sehen. 3.–12. 9. Ihre Haltung könnte falsch ausgelegt werden (am 23.), Sie sollten die Dinge schnell klarstellen. Diskussionen (mit Partner) bezüglich Finanzen sind am 25. fruchtbar. 13.–23. 9. Sie verlieren am 23. und 26. schnell die Nerven, sollten die Lage möglichst objektiv sehen. Ein un­ erwarteter Gewinn sorgt am 22. und 27. für gute Laune.

waage 24. 9.–3. 10. Sie haben das Bedürfnis, Ihr Leben zu ordnen. Manche Waage eliminiert Unnötiges aus ihrem Leben. Am 22., 23. und 26. stellen Sie vieles infrage. Günstig: der 25. 4.–13. 10. Schaffen Sie bei Diskussionen Klarheit, am 23. und 24. ist dies jedoch nicht einfach. Am 25. hingegen können Sie erfolgreich ver­han­deln. 14.–23. 10. Am 22., 23. und 27. gehen Sie ein wenig auf Distanz. Oder Sie ecken beim Partner an (zu viele Flirts?). Gleichzeitig sind Sie sehr romantisch, kom­men Ihrem Ideal näher. Schwieriger hingegen der 24.

skorpion 24. 10.–2. 11. Sie sind am 23. gut gelaunt, freuen sich über eine Nachricht. Günstig auch für lang­ fristige Vorhaben (trotz einigen Hindernissen am 26.). Um den 25./26. Geborene könnten sich überschätzen. 3.–12. 11. Sie haben starken Rückenwind, erreichen dank Charisma mehr als erhofft. Manchmal helfen Freunde. Ideal, um grössere Vorhaben zu starten – beruflich und privat (Heirat?). Chancen am 24. und 25. 13.–22. 11. Sie sind sehr kreativ, haben grosse Ideen, sollten aber nicht den Boden unter den Füssen verlieren (zu idealistisch?).

schütze 23. 11.–2. 12. Sie feiern nach Herzenslust, stürzen sich ins Geschehen. Fortschritte am 21. und 23. Freundschaften werden tiefer. Nur finanziell sollten Sie nichts überstürzen (am 26.)! 3.–12. 12. Sie finden genau die richtigen Worte. Merkur symbolisiert erfolgreiche Examen und Verhandlungen (optimal der 24. und 25.). Unvergessliche Momente am 22. und 23. Venus lässt es funken. 13.–21. 12. Sie geniessen das Leben in vollen Zügen, sind leidenschaftlich und romantisch (am 22. und 27.). Niemand kann Ihren Frühlingsgefühlen widerstehen.

steinbock 22.–31. 12. Es könnte hart auf hart gehen, zeigen Sie sich diplomatisch. Am 22., 23. und 26. weht Gegenwind. Am 27. haben Sie gute Karten und können einen Fehler wiedergutmachen. 1.–10. 1. Sie sind auf Glückskurs, stehen im Rampenlicht. Besonders gut schneiden um den 6. Geborene ab: eigene Firma? SuperVertrag? Heirat? Oder Nachwuchs? Merkur aber verur­ sacht Fehler, Vergesslichkeit (am 23., 24.). 11.–20. 1. Sie fühlen sich am 22. und 27. sehr wohl, können sich gut entfalten. Günstig z. B. für Besuch, ein Dinner zu zweit.

wassermann 21.–30. 1. Sie sind in Ihrem Element, stehen im Mittelpunkt. Nur die vor dem 24. Geborenen sind noch unter Druck, können aber am 21. und 23. ein lang­ fristiges Problem lösen. 31. 1.–9. 2. Sie sind schlagfertig, können ausserdem wertvolle Kontakte knüpfen (am 22., 25., 26.). Ideal für Schreibarbeiten, Verträge usw. Ein Geldgewinn ist möglich. Speziell für die um den 5. Ge­ borenen. 10.–19. 2. Sie sind charmanter denn je, stehen im Mittelpunkt. Einige erleben unvergessliche Momente (Begegnung? Versöhnung?). Günstig: der 22. und 27.

fische 20. 2.–1. 3. Budgetfragen stehen im Vorder­ grund, am 22. und 26. stossen einige auf Widerstand, müssen umdenken. Am 23. und 27. können Sie Ordnung schaffen (manchmal dank Freunden). 2.–10. 3. Jupiter sorgt für gute Chancen, interessante Angebote, manchmal echten Erfolg (mehr Geld, mehr Ansehen, juristische Erfolge?). Günstig der 24. und 25.! 11.–20. 3. Sie haben die Lage gut unter Kontrolle, kommen am 22. und 27. Ihren Zielen näher. Am 23. und 26. müssen Sie gegensteuern. Eine schöne Überraschung winkt am 25. (Gewinn?).

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Zitat zwischen Zahlen Die Zahlen sind durch Buchstaben zu ersetzen. Dabei bedeuten gleiche Zahlen gleiche Buchstaben. Bei richtiger Lösung ergeben die dritten Buchstaben, von unten nach oben gelesen, und die fünften Buchstaben, von oben nach unten gelesen, ein Sprichwort, Teile davon (grün) das Lösungswort. ZAHLENSCHLÜSSEL

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schwer

3 5 8 1

9 4 9 7 2

3 8 2 7

9 6 1 2

Conceptis Puzzles

WER HÄTS – OHA LÄTZ

KREUZWORT CHAOS

ZITAT ZWISCHEN ZAHLEN 1. Tochter, 2. Hebamme, 3. Cineast, 4. Ehrlich, 5. Rastlos, 6. Rufmord, 7. Eleusis, 8. Uppsala, 9. Forster, 10. Salmiak, 11. Abbauen, 12. Wohnort, 13. Teheran, 14. Eugster, 15. Nomaden, 16. Aktuell, 17. Morchel, 18. Neuheit, 19. Neutrum, 20. Enquete, 21. Walnuss Lösungssatz: Wenn man etwas fuer recht haelt, muss man es auch tun.

REBUS

1 R (P) O (R) B O T (G) E R 2 BAUM 3 HIMMEL = PROGRAMM SUDOKU mittel 4 8 5 3 2 7 1 6 9

2 6 7 8 9 1 4 5 3

8 3 1 4 6 9 5 2 7

KREUZWORTRÄTSEL

06010002518

LÖSUNG: WILDWECHSEL schwer

9 5 6 2 7 3 8 1 4

7 4 2 1 8 5 9 3 6

3 1 8 7 4 2 6 9 5

5 2 4 9 3 6 7 8 1

6 7 9 5 1 8 3 4 2

Lösung: 421

Bei richtiger Deutung der Bilder erhalten Sie das Lösungswort.

LÖSUNGSWORT

9 3 6 5 1 2 4 8 7

8 2 1 9 4 7 5 6 3

4 5 7 6 3 8 9 2 1

7 8 5 1 2 3 6 9 4

6 4 3 8 5 9 7 1 2

1 9 2 4 7 6 8 3 5

5 7 9 2 8 1 3 4 6

2 6 4 3 9 5 1 7 8

3 1 8 7 6 4 2 5 9 06010002517

06010002022

Lösung: MAUER

2 8 3 1

Rebus

Auflösung aus Heft 10

1 9 3 6 5 4 2 7 8

2 9 7 6 4

Lösung: 134

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Über die Verlosungen wird keine Korrespondenz geführt. Mitarbeiter der Ringier AG und ihrer Tochtergesellschaften sowie Angehörige sind nicht teilnahmeberechtigt.

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Füllen Sie die leeren Felder so aus, dass in jeder Zeile und Spalte und in jedem 3 × 3-Kästchen die Zahlen 1 bis 9 nur einmal vorkommen.


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schen Immer mehr Men stliches n ü ­brauchen ein k neuer Kniegelenk. Ein ter steigert Navigationscompu der Prothesen. die Lebensdauer

t r e b o r e h c Highte ! n e n o i t a r e Knieop z Text Lisa Mer

ht nach genauem Der Operateur ge zu n ze er hm lenksc mputer zeichnet ie klagen über Ge an vor: Der Co Pl n ei r n eh le el m t tw ch ro ni fra ie hand von In an nn und können ihre Kn gi Be s. nk le rd iege Dr. Bernha nales Bild des Kn richtig beugen. se. dreidimensio eröffnero th am e Ar äd an op t of th Or en leid i erfasst der be Da , ­Aebis Patienten en nlichen ch äh sa ift m bleist genetische Ur ten Knie mit eine hen. Nun schlägt Die Gründe sind Knoc terung. Abtastgerät alle vor Verschleiss und Al hren setzte der Ja optimale Prothese e 15 di r n te te tz pu le m n Co r de In de ll. so n en se rd he ziert we viele Knieprot zeigt, wie sie plat d un nk Chirurg doppelt so g fu ie de st ho An et nauen M arum? Dieser Dank dieser passge en hr ein wie zuvor. W ise Ja we hn ns ze be ch Le na utigen niert die Prothese hänge mit der he sachen, wes- tio ozent der PatienUr r Pr vie 90 bt er gi s üb i «E : be zusammen the- noch Leute eine Kniepro halb immer mehr er ten. ält en rd ernen Technik ens: Sie we st Er . en ch Trotz der mod au br se an ternavigaen rd we tens: Sie Aebi: «Die Compu . Dr iss we als früher. Zwei ch guten Einparkutzutage wollen au nn mit einer sehr ka n tio spruchsvoller – he s: en itt hen werden. Sie Golf spielen. Dr eines Autos verglic lfe hi , sätz80-Jährige noch en rv Ca n Fahrern eine zu tarten, etwa bietet routinierte ung Immer mehr Spor ns Üb rte nd vie ge d nü Un ge . extrem erheit. Mit ch Si he lic s belasten das Knie Da ohne.» n übergewichtig. geht es aber auch sind mehr Mensche e.» nk le schlägt auf die Ge ittenem VerBei fortgeschr r eine Lösung: meist nu schleiss gibt es Knie­ Kniegelenk. Bei es ch tli ein küns fortit bi die Technik we Dr. me d. Be rn ha rd Aerg totalprothesen ist von da te tz se bi iru Ae Ch rg r he iru Orthopädisc geschritten. Ch gen ite ilfe eines neuarti an der Klinik Beau-S bereits 150 mith hn ze n «I n: ei l ita ters und am Sp ­Navigationscompu . Sie ethode Standard M ­Riggisberg in Bern. e es di ist n re ­Jah .» m or uigkeit en optimiert die Gena

S

Alles kalter Kaffee u San Francisco Kaffeetrinker

können aufatmen – sie haben kein erhöhtes Risiko für Herzrhythmusstörungen. Im Gegenteil: Wer täglich mindestens vier Tassen trinkt, hat ein um 18 % geringeres Risiko. Dies belegt eine Studie mit 130 054 Testpersonen. www.aerztezeitung.de

Selbsthilfe im Internet u Zürich Das internetbasierte

Selbsthilfeprogramm Salut hilft Bulimie-Patienten ab 18, wieder Kontrolle über ihr Essverhalten zu erlangen. Begleitet werden die Teilnehmer per E-Mail durch einen erfahrenen Coach und Gespräche mit einem Arzt. www.aes.ch

Fett ist nicht gleich Fett u München Die weit verbreitete Body-Mass-Index-Formel BMI zeigt bislang, wer Übergewicht hat. Forscher beweisen nun, dass der Taillenumfang bei Krankheitsgefahren wie Schlaganfall eine wesentlich grössere Rolle spielt als ein erhöhter BMI. www.stern.de

tipp

Menschen mit ­rheumatoider ­Arthritis sollten ­weniger Fleisch und Wurst, dafür mehr Gemüse, Früchte und Fisch essen.

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check-up

Geniessen statt verzichten!

Abnehmkandidat Peter Kiefer ist bereits sechs Kilo leichter und bindet wieder ohne Mühe seine Schuhe. Einzig den geliebten Cervelats und Gummibärli kann er kaum widerstehen.

Text Dr. med. Samuel Stutz

E

s ist hart, sehr hart.» So klang Peter Kiefer, wenn man ihn vor zwei Monaten nach seinen mühsamen Abnehmversuchen fragte. Über die Jahre hat sich beim Bauleiter aus Wangen bei Olten einiges an Gewicht angesammelt. 103 Kilo bei einer Körpergrösse

von 177 Zentimetern. Nur ein paar Wochen später erkennt man den 53-Jährigen kaum wieder. «Letzten Sonntag stand ich auf der Waage. Nur noch 97 Kilo! Das sind 6 Kilo weniger in zehn Wochen. Ein sensationeller Erfolg!» Wie ist diese überraschende Trendwende zu erklären? «Als selbstständig erwerbender Bauleiter bin ich ständig

unterwegs und konnte deshalb nur unregelmässig essen. Ich ass vor allem das, was mich gluschtete. Seien das Pommes frites, Salami oder Cervelats.» Für Peter Kiefer ist Essen eine beliebte Form der Selbstbelohnung: «Weil ich immer auf Achse bin und abends oft lange im Büro sein muss, dachte ich, dass ich eine Belohnung verdient hätte.»

k chepc rs ü f s Tip chhalten Dur Auf das muss Peter Kiefer jetzt achten

 Das Abnehmen wird nach dem tollen Anfangserfolg schwerer werden. Nichts erzwingen, sondern zuerst einmal versuchen, das Gewicht zu halten.  Weiter an den Gedanken arbeiten. Es braucht noch Zeit, bis die Pommes und die Gummi­ bärchen aus dem Kopf sind. Während des Tages immer wieder andere Belohnungen einplanen, die nichts mit Essen zu tun haben.  Nur verzichten beim Essen kann auf Dauer niemand. Selbst die heiss geliebten Cervelats sind erlaubt, aber nicht jeden Tag und nur scheibchenweise, ganz dünn geschnitten und ohne Mayonnaise!  Viel mehr Früchte, Gemüse und Salat essen. Alles, was viel Wasser und Nahrungsfasern enthält, sättigt.  Viel mehr Wasser und andere kalorienfreie Getränke zu sich nehmen und jeden Tag eine grosse Portion einer fettfreien Suppe.


Peter Kiefer, 53, arbeitet als selbstständiger Bauleiter und ist ständig auf Achse. Früher ass er über Mittag Schnitzel und Pommes frites – heute gibts meist Pasta mit Gemüse. Pech, dass diese Belohnung so brutal auf die Linie schlägt. Also verordnen wir ­Peter Kiefer, nach weniger gewichtigen Möglichkeiten Ausschau zu halten, um sich nach getaner Arbeit etwas zu gönnen. Nur Verzicht üben und beim Essen einfach Dinge weglassen, dies wäre allerdings eine schlechte Strategie: Auf Dauer hält das niemand durch, die Gefahr ist gross, in die alten Verhaltensmuster ­zurückzufallen. Auch aus medizinischer Sicht war eine Gewichtsreduktion unbedingt nötig: hoher Blutdruck und erhöhter Augeninnendruck waren klare Signale. Mit Wehmut erinnert sich Peter Kiefer an Zeiten, wo er noch siebenstündige Skitouren unternahm. Sogar auf dem Matterhorn war er. «Heute bin ich ein richtiges Weichei», lautet seine Selbstdiagnose, die er aber so nicht stehen lassen will. Also macht er das, was er am besten kann. Nämlich kämpfen – für ein besseres Körpergefühl. Geändert hat er alles Mögliche: Schnitzel und Pommes frites sind vom Menüplan gestrichen. Zwischendurch gibt es nichts mehr. Abends nur noch ­etwas Leichtes. Grösste Zurückhaltung mit Alkohol. Einzig der Verzicht auf seine Cervelats fällt Peter Kiefer immer noch unendlich schwer: «Ich leide richtig.» Mit kalorienarmem Trockenfleisch versucht er, über seinen Kummer hin-

wegzukommen. Viel leichter fällt ihm, das Dessert und das Schöggeli zum Kaffee zu streichen. Sogar den Gummibärli und den Sugus hat er abgeschworen. Die EssAttacken, die ihn früher regelmässig übermannten und ihm anschliessend ein schlechtes Gewissen bereiteten, hat er schon fast in den Griff bekommen. «Ich kann wieder viel besser atmen – auf der Baustelle genauso wie beim Wandern oder Alphornblasen. Sogar das Schuhebinden fällt mir leichter.» Peter Kiefer will seinem Körper und Kopf die nötige Zeit gönnen, sich an das neue Körpergefühl zu gewöhnen. «Immerhin kann ich in einem Laden schon an den Pommes vorbeilaufen. Noch vor ein paar Wochen war das kaum möglich. Nur bei den Gummibärchen fällt es mir noch schwer, an etwas anderes zu denken.» Bewegung will er in Zukunft bewusst in seinen Tagesablauf einplanen. «Ich bin auf einem guten Weg. Mein Ziel ist es, 90 Kilo zu wiegen und mir zwischendurch auch mal etwas zu gönnen.» 

Mehr zum Thema:

www.schweizer-illustrierte.ch

Foto Dick Vredenbregt

Frühlingsheft Seit 20 Jahren berät Dr. Stutz den Journalisten Frank A. Meyer in allen medizinischen Fragen. Nun nimmt er die Leser auf einen Hausbesuch in Berlin mit. Weitere Themen: Heuschnupfen, Zecken und Krampfadern. Mehr Tipps bei www.doktorstutz.ch

Ab 15. März ist die neue Ausgabe von «sprechstunde doktor stutz» bei der Post erhältlich.


dr. stutz meint Wenn gegen Ende des Winters die Tage wieder länger werden, stellt sich ein merkwürdiges Phänomen ein, die Frühjahrsmüdigkeit. Während die Hälfte der Menschen durch das Licht, die Wärme und die erwachende Natur geradezu elektrisiert wird, fühlt sich die andere Hälfte energielos oder klagt womöglich noch über Wetterfühligkeit, Kopfschmerzen und Schwindel. Ob die Frühjahrsmüdigkeit tatsächlich existiert oder ob sie nur kollektive Einbildung ist, hat die Wissenschaft noch nicht geklärt. Das Phänomen gibt es ohnehin nur in höheren Breitengraden, wo sich Sommer und Winter hinsichtlich Temperatur und Tageslänge deutlich unterscheiden. In anderen Ländern wie Frankreich und Spanien leiden höchstens fünf Prozent der Menschen unter Frühjahrsmüdigkeit. Bei uns sollen es angeblich 50 Prozent sein. Wenig erhärtet sind auch die Erklärungsversuche. Die einen vermuten, dass Schwankungen der Hormone Melatonin und Serotonin für die Frühjahrsmüdigkeit verantwortlich sind. Andere sprechen von

einem verkappten Winterschlaf, einem sinnlosen Überbleibsel der Evolution. Neuere Forschungsergebnisse deuten in eine andere Richtung. Wissenschafter der Universität Pittsburgh fanden heraus, dass Schlafmangel die Anfälligkeit für Erkältungen erhöht. Offenbar ist Schlaf wichtig, um die Immunabwehr zu regenerieren. Ob auch die Frühjahrsmüdigkeit einen tieferen Sinn hat, bleibt allerdings weiter offen. Behandeln muss man sie ohnehin nur in den seltensten Fällen. Herzlich, Ihr

Schlaf regeneriert auch Dr. Kleins Immun­abwehr.

TV-Tipp Samstag, 20. März, 18.10 Uhr Herzschwäche Atemnot bei Anstrengung ist oft das erste Symptom. Moderatorin Dr. Jeanne Fürst stellt den Fall eines Pfarrers vor, der während einer Predigt einen Kollaps erlitt. Ein Herzschrittmacher kann in solchen Fällen das Leben verlängern. Experten im Studio: zwei ­Kardiologen vom Luzerner Kantonsspital.

www.gesundheitsprechstunde.ch

Illustration Joël Stutz

check-up

kolumne


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Fünf Fragen An den Augenarzt

dURCHBLICK Dank einer Laser­ operation kann TVModerator Marco Fritsche ohne Brille SMS schreiben.

«Ich sah plötzlich wie ein Adler!»

u Welche Methode wurde bei Marco F­ ritsche eingesetzt? Aufgrund seiner mittelgradigen Kurzsichtigkeit wurde bei ihm eine Femto-LASIK durchgeführt. Der Entscheid erfolgte aufgrund anatomischer Kriterien: Dr. andreas Dazu gehören unter anderem die Hornhautwild Ophthal- dicke, -form, -regelmässigkeit, physiologimologe an den sche Kriterien wie Pupillengrösse, TränenVedis Augen­ qualität sowie Kriterien des medizinischen laser Zentren. Augenbefundes. uWie funktioniert diese Methode? Bei der Femto-LASIK wird die Aussenhaut der Hornhaut, das Epithel, mit einem Femtolaser unterschnitten. So wird ein Hornhautläppchen gebildet, das zurückgeklappt wird. In der weiteren Folge wird mit einem sogenannten EXCIMER-Laser die Seh­ korrektur durchgeführt. Anschliessend wird das Läppchen wieder auf die behandelte Stelle zurückgeklappt und die Wunde verschlossen. uWelche andern Verfahren gibt es noch? Im Laser-Bereich gibt es die Alternative einer oberflächlichen, schnittfreien Behandlung. Diese Methoden heissen PRK, C-TEN, EPI-­ LASIK oder LASEK. Sie eignen sich bis 4 Dioptrien. Bei einer stärkeren Fehlsichtigkeit besteht die Gefahr einer nach­ teiligen Wundheilung, daher waren diese Methoden aus unserer Sicht für Marco Fritsche nicht angezeigt, da seine Kurzsichtigkeit über diesem Wert lag. Eine Alternative zu den Laser-Verfahren ist die Implantatchirurgie. uWem empfehlen Sie welche Methode? Ein refraktivchirurgischer Eingriff setzt optimale Voraussetzungen des Auges und eine realistische Erwartung des Patienten voraus. In der Regel können wir nur etwa 4 von 10 Personen be­handeln. Bei den andern ist die Eignung für einen sicheren Eingriff nicht optimal. Deshalb ist eine genaue Vorunter­suchung enorm wichtig. uWie lange dauert der Eingriff? Die eigentliche Laser­ behandlung dauert etwa 15 bis 30 Sekunden pro Auge. Entscheidend ist nicht die kurze Operationszeit, sondern eine gewissenhafte Vorbereitung für den Eingriff! Auch die Nachbetreuung ist ein wichtiger Faktor: Nur eine optimale Nachkontrolle sichert das chirurgische Resultat auf Zeit.

Marco Fritsche fühlte sich ohne Brille «blind wie ein Maulwurf». Den Entschluss, seine Augen lasern zu lassen, hat er nie bereut. «Die Lebensqualität ist definitiv besser!»

S

eit der dritten Primarklasse trug Marco Fritsche eine Brille. Begeistert war der Appenzeller nie davon, aber seine von Jahr zu Jahr zunehmende Sehschwäche zwang ihn dazu. Spätestens als der Publizistikstudent seinen ersten Job beim Musiksender Viva bekam, wechselte er auf Linsen. Doch mit der Zeit bekam er Schwierigkeiten. Wegen fehlender Tränenflüssigkeit konnte der beliebte TV-Moderator die Linsen nicht länger als sechs Stunden tragen. Er suchte nach Alternativen und hörte erstmals von einer Laseroperation. «Zuerst hatte ich Bedenken, denn einen Eingriff an den Augen lässt man sich ja nicht einfach so machen», erzählt der TV-Liebling. Rückblickend fand er positiv, dass die Ärzte des Vedis-Zentrums in Olten «ziemlich kompliziert taten». «In einer Vor­ untersuchung wurde ganz genau abgeklärt, ob eine Laseroperation bei mir überhaupt möglich war. Das gab mir Vertrauen», sagt Marco Frit-

sche. Der Eingriff selber war dann eine Sache von einigen Minuten. Das Aha-Erlebnis hatte er am nächsten Morgen: «Als ich aus dem vierten Stock meines damaligen Wohnsitzes in Zürich runterschaute, konnte ich das Strassenschild des Limmatplatzes lesen, ohne Brille!» Definitiv überzeugt vom Resultat war der Moderator, als er auch den Teletext am Fernsehen pro­ blemlos lesen konnte. «Ich sah plötzlich wie ein Adler!» – Und dies ist auch sechs Jahre nach der Operation noch der Fall. Bei den Vedis-Zentren steht vor allem das medizinisch Sinnvolle im Vordergrund. Denn nicht alles technisch Machbare ist immer auch sinnvoll. In erster Linie muss der Kunde oder die Kundin zufrieden sein, vor, während und nach der Operation. Seit ihrem Bestehen 1994 wurden an den vier Augenzentren mehrere Zehntausend erfolgreiche Laserkorrekturen durchgeführt. Vedis gehört zur Klinik Pallas, die mit rund 20 Ärzten und Wissenschaftern

zu den schweizweit grössten Institutionen im Bereich der Augenchirurgie zählt. uInfos zu Laserkorrekturen (Referent: Dr. Andreas Wild): BERN, VEDIS Augenlaser Zentrum, Länggassstr. 18, 14. April, 19 Uhr ZÜRICH, Marriott Hotel, Neumühlequai 42, 21. April, 19 Uhr OLTEN, Hotel Arte, Riggenbachstr. 10, 27. April, 19 Uhr Weitere Infos und Anmeldung unter 0800 000 903 oder www.vedis.ch

Fritsche, 34, lebt in Appenzell und moderiert auf 3+ die erfolgreiche Show «Bauer, ledig, sucht …». Dazu kommen die wöchentliche Talkshow «Fritsche» auf Tele Ostschweiz und die monatliche «Frischlings­ parade» im Casinotheater Winterthur, die auf Tele Top ausgestrahlt wird. uMarco


Das Schweizer Kulturmagazin

die besten

Zeig mir deine Zügelkisten, und ich sag dir, wer du bist. Noch immer nicht alles ausgepackt: Endo Anaconda.

Endo Anaconda

Foto Kurt Reichenbach

Der Stadtnomade Sprachkünstler Der Sänger polierten Schuhen, gebügelter Bundfaltenhose, T-Shirt und Lederjacke steht er in und Texter von Stiller Has der Tür. Für eine Frisur hats nicht mehr ist schon 50 Mal umgezogen. ganz gereicht: Endo Anaconda, 55, hat am Nun hat er ein Theater­stück Vorabend mit Stiller Has ein Konzert darüber geschrieben. gegeben: «Ich kam reichlich spät in die Federn.» Und eben erst wieder raus. u Die schwache Wintersonne taucht «Auspacken» heisst sein neuster Streich. Das Zügelstück, geschrieben im Ostermundigen in schläfriges Licht. Es ist Auftrag des Luzerner Theaters, trägt unverdrei Uhr. Wir klingeln. In edlen, blank

kennbar die Handschrift des Künstlers: ein Mann inmitten von Zügelkisten, eine junge Frau, deren strickende Mutter, Winnetou, ein Hase mit dem Namen Alter Egon, eine Zügelfirma, eine Rakete, der Mond. Und gesprochen wird in österreichisch gefärbtem Hochdeutsch. Wir sitzen am Küchentisch, trinken Orangensaft. Wo die Ideen herkommen, die er in das Stück gepackt hat? Der Berner u schweizer illustrierte

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Kultur mit österreichischen Wurzeln überlegt, zieht gemächlich an seiner Zigarette. Und wirft einen Blick auf die seit einem Jahr unausgepackten, im Nebenzimmer ge­ stapelten Zügelkisten. «Gegenstände sind materialisierte Geschichte. Deswegen ist es doch auch so schwer, sich von dem Krempel zu trennen.» Sein Leben, eine einzige Zügelkiste? «Ich bin von Natur aus nomadisierend und habe keinerlei Talent zum Wohnen.» Ein schönes Hotelzimmer und eine gefüllte Kreditkarte – das sei sein Traum von wahrer Unabhängigkeit. 50 Mal hat Endo bereits die Wohnung gewechselt. Deshalb konnte er beim Schreiben des Theater­ stücks auch aus dem Vollen schöpfen. Orte und Gegebenheiten sind authentisch, die Geschichten nicht. Es sei ein reflektier­ ter Blick auf sein Leben. Auf seine Frauen, seine grossen Qualen und kleinen Freuden und – wie könnte es bei Endo Anaconda anders sein – seine Dämonen: «Ich biete mit dem Stück quasi meine Schlagader hin.» Gefährlich. Denn bei der Premiere ist das Stück nicht eben gut weggekommen: Zu viel reingepackt, die vielen Rollenwechsel und Zeitsprünge verwirren, den Sprachwitz und die bissigen Texte seiner Songs suche man im Zügelstück vergeblich, so die Kritik. «Meine Texte sind vom Material her halt immer plutonisch. Die Leichtigkeit kommt erst durch den Humor.» Diese Umwand­ lung von dunklen Themen zu hellen ­Lachern, die er als «alchemistischen Prozess» bezeichnet, ist Endo Anaconda auf seiner aktuellen CD «So verdorbe» wohl besser gelungen. Anina Rether

die besten

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theater Luzern 19., 21., 25. 3.; 15., 18., 26. 4.; 2. 5. (15. 4. Konzert und Schauspiel als Kombi-Angebot), Infos und Tickets: Tel. 041 - 228 14 40, www.luzernertheater.ch

Zum Kulturblog gehts hier: www.schweizer-illustrierte.ch/ linsensuppe

Verschachtelt «Auspacken», Luzerner Theater.

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schweizer illustrierte

Poetisch Bergspitzen mit Puderzucker aus Willy Spillers Serie «Mondlicht». «berge versetzen»

Projektionsfläche Berg u In klaren Vollmondnächten ist der Art, um auf die Verletzlichkeit unserer ­ otograf Willy Spiller, 62, nicht mehr zu Landschaften hinzuweisen. F halten. Seit Jahren zieht es ihn dann Berge üben seit je eine grosse Anzie­hinauf in die Berge. Stundenlang kann hungskraft auf Menschen aus. Manchmal der Zürcher ausharren und auf den spielt zwar auch Furcht mit, doch in den entscheidenden Moment warten. «Wenn meisten Fällen überwiegt der Wunsch, die Lichtkugel ihre ganze Pracht zeigt diese Kolosse zu bezwingen. Denn wie und sich mit der bizarren Schönheit der viel schöner ist die Welt, wenn sie einem Berge paart oder wenn das Wetter blitz- wortwörtlich zu Füssen liegt! artig umschlägt und der Mond sich von «Berge versetzen» ist eine Gruppenseiner launischen Seite zeigt», dann hat ausstellung, in der mit Malerei, Instaler sein Ziel erreicht und kann diese ­raren lation, Film und Fotografie aktuelle Glücksmomente voll auskosten. Auseinandersetzungen mit dem Thema gezeigt werden. Urs Breitenstein, 57, der gebürtige Basler kati moser mit Wohnsitz in Frankfurt, hat sich für eine haus für kunst uri skulpturale Darstellung entschieden: Auf Altdorf UR Bis 16. 5. den Sohlen seiner umDo/Fr 14–18, Sa/So 12–17 Uhr, gekehrten Schuhe lässt er Berge aus Mehl Hingucker «Mehlschuh», 2000, ein Tel. 041 - 870 29 29, wachsen. Eine subtile Werk von Urs Breitenstein. www.hausfuerkunsturi.ch


Laternenmalerei

Erleuchtet

theater

u Kaum

da, sind sie auch schon wieder vorbei: die drei schönsten Tage der Basler – die Fasnacht. In Ruhe kann man sich nun aber an ihren leuchtenden Sym­bolen sattsehen. 20 Laternenseiten aus den ­letzten 100 Jahren zeigen die Entwicklung der Laternen­ malerei. Im Zentrum der Schau steht Jean Tinguelys In­stal­lation «L’Avant-Garde», bestehend u. a. aus Fas­ nachtslarven. Auch zu sehen: Joseph Beuys’ «Feuer­ Laterne Jean Willis «OP-ART-ertiestätte II» aus Kostümen einer Fasnachts-Clique. rea verkalkig», Pfluderi Clique, 1967. Museum Tinguely Basel Bis 16. 5. Di–So 11–19 Uhr, Tel. 061 – 681 93 20, weitere Infos unter www.tinguely.ch Weltenbummler

Grenzenlos

u Er ist weit herumgekommen, der Maler und Zeichner

Peter Roesch. Zwar nicht ganz bis zur Milchstrasse (Bild), aber bis nach Kreta, Rom, Paris und München. Die Aufenthalte hat der 60-Jährige genutzt, um seine künstlerischen Grenzen auszuloten. Zu sehen sind klein- und grossformatige Werke auf Leinwand sowie seine ab 2008 entstandenen Hefte. Der Wahl-Luzer­ ner unterrichtet an der HEAD in Genf und realisiert Sternenhimmel «Milchstrasse», auch verschiedene Kunst-am-Bau-Projekte.  rea 2003, von Peter Roesch. Galerie Marlene Frei Zürich Bis 10. 4. Di–Fr 12–18.30 Uhr, Sa 12–16 Uhr, Tel. 044 - 291 20 43, www.marlenefrei.com

Sutter & Pfändler unter­ wegs mit «ComeBack»

Fitness für die Lachmuskeln

u Sind Ihnen die «Samschtig-» und «Donnschtig-Jass»-Sendungen von SF 1 ein Begriff? Dann kennen Sie auch die beiden Komiker Hösli & Sturzenegger. Wenn nicht, können Sie diese Lücke bald füllen, denn die beiden Spassmacher Cony Sutter und Peter Pfändler befinden sich wieder auf Tournee. Auf «Mad in Switzerland» und «Äther – Täter» folgt mit «ComeBack» das dritte abend­ füllende Programm des Duos, das 2008 als «Komiker des Jahres» geehrt und 2009 für den Prix Walo nominiert wurde. Im neuen Stück darf man sich auf die irrwitzigen Parodien bekannter Schweizer Prominenter freuen. Ein sympathischer Angriff auf die Lach­muskeln! km

auf tournee Im März: Zürich (23.), Basel (24.), Schaffhausen (25.) und Baden (30.), www.sutter-pfaendler.ch

Menschen

Foto Beat Ernst

Gegensätzlich

u Mit seinen in Holz gearbeiteten Figuren bewegt sich der japanische Bildhauer Hideki Iinuma im Grenz­ gebiet zwischen West und Ost. Der 35-Jährige setzt sich kritisch mit den gesellschaftlichen Werten im Wandel auseinander. Sein Hauptthema: das japani­ sche Frauenbild. Der indische Maler Viveek Shar­ ma, 40, zeigt seine fotorealistischen Werke, in denen er Emotionen oder reale Ereignisse verarbeitet und sie Tabledance «Ironic and Eccentric» in eine geeignete Bildsprache übersetzt.  rea von Hideki Iinuma.

Verstehen sich prächtig Komiker-Duo Cony Sutter und Peter Pfändler.

Fabian & Claude Walter Galerie Zürich Bis 23. 4. Mi–Fr 12–18 Uhr und mit Anmeldung unter Tel. 044 - 440 40 18, www.fabian-claude-walter.com

Farbenfroh Präzis lässt Judy Ledgerwood starke ­Farben aufeinanderprallen. Wie hier im gross­ formatigen Gemälde «Honeypot», 2009.

judy ledgerwood

Ein Hoch auf die Farbigkeit!

u Die Formen sind einfach gehalten, umso mehr leuchten die Farben. Im ­ entrum der blauen, zu einer Blume angeordneten runden Flächen blitzt echtes Z Gold auf! «Honeypot», 2009, gehört zu einer Reihe grossformatiger Bilder, auf denen Judy Ledgerwood, 50, das gleiche Motiv in immer wieder wechselnden Farben dekliniert. Seit den 90er-Jahren beschränkt sich die Amerikanerin in ihren Kompositionen auf die Grundformen Kreis und Quadrat. Und auf intensive Pigmente. Dabei scheut Ledgerwood keineswegs die Annäherung an dekorative Ornamentformen und an die traditionell weiblich besetzten Bereiche wie Mode oder Textildesign. kati Moser

häusler contemporary München (D) Bis 10. 4. Di–Fr 11–18, Sa 12–16 Uhr, Tel. 0049 - 89 210 98 03, www.haeusler-contemporary.com, Katalog EUR 39.80 schweizer illustrierte

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kino

die besten

Spiessrutenlauf Precious (Gabourey Sidibe) muss ständig auf der Hut sein.

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Sozialdrama Precious (USA) Eine afro­ amerikanische Teenagerin packt trotz widrigsten Umständen das Leben. Ergreifendes Kino. Oscarprämiert! u Precious (Gabourey Sidibe) ist erst sechzehn, dick, dunkelhäutig, kommt aus der untersten sozialen Schicht und ist mehrmals vom eigenen Vater vergewaltigt worden. Sie erwartet gerade ihr zweites Kind. Das Mädchen lebt alleine mit ihrer Mutter Mary (Mo’Nique), die Sozialhilfe bezieht. Diese ist phlegmatisch, verbringt die Tage in der verdunkelten Wohnung, raucht, schaut fern, spielt Lotto, drangsaliert und demütigt ihre Tochter, wo sie nur kann. Precious besitzt bereits die Reife eines Erwachsenen, trotzdem lässt sie alles über sich ergehen. Wenn es ihr zu viel wird, flüchtet sie in eine Glamourwelt, wo sie bewundert und geliebt wird. Ansonsten kümmert sie sich um den Haushalt und geht zur Schule. Precious ist gut im Rechnen. Schreiben und lesen kann sie kaum, von den Mitschülern wird sie gehänselt. Eines Tages erhält Precious die Chance, in die Alternativschule Each One Teach One zu wechseln. Die strenge, aber gerechte Ms. Rain (Paula Patton) unterrichtet eine Handvoll junge Frauen, die wie

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schweizer illustrierte

Precious Analphabetinnen sind und den gleichen sozialen Hintergrund mitbringen. Zum ersten Mal in ihrem Leben erfährt Precious, was Zuwendung heisst. Dank Ms. Rain lernt sie, sich zu akzeptieren. Und sich von der Mutter zu befreien. Als Grundlage zum Film diente «Push», der erste Roman von Sapphire. Die Suche nach der Darstellerin von ­«Precious» war alles andere als einfach. Schliesslich wurde Gabourey Sidibe praktisch von der Strasse weg engagiert. Die filmunerfahrene 24-jährige Hochschulabsolventin aus Harlem avancierte innert kürzester Zeit zum Liebling der Nation. Mo’Nique als grausame, gewalttätige Mutter wurde nur so mit Preisen überhäuft: Golden Globe am Sundance-Filmfestival, Bafta-Award (britische Filmakademie) und kürzlich mit dem Oscar. kati moser

mehr kino-tipps

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Thriller Green Zone (USA) Eine amerikanische Militäreinheit macht sich auf die Suche nach angeblichen Massenvernichtungswaffen im Irak.

Darum ist der Film zu empfehlen u Hollywoods Schwerarbeiter Matt Damon beweist einmal mehr, was er draufhat. u Die starke Inszenierung versetzt das Publikum mitten ins Geschehen. u Spannender Plot, politisch brisant. 88888 Länge: 115 Min., Regie: Paul Greengrass, D: Matt Damon, Greg Kinnear. Start: 18. 3.

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Dokumentation Océans (F/S/CH) Ein DokfilmTeam um Jacques Perrin («Mikrokosmos») ging während vier Jahren den Weltmeeren auf den Grund.

Deshalb ist der Film ein Muss u Die Story ist berührend und geht direkt unter die Haut. u Beide Schauspielerinnen sind wunderbar, genau wie auch der Soundtrack. u «Precious» ist eine Reise aus der ­Dunkelheit ans Licht.

Der Film ist sehenswert, weil u er mit Bildern aufwartet, die man auf der Leinwand so noch nie gesehen hat. u man in eine unglaublich schöne Welt eintauchen kann. u man spürt, mit welcher Sorgfalt und Ausdauer die Filmer vorgegangen sind.

88888 Länge: 110 Min., Regie: Lee Daniels, D: Gabourey Sidibe, Mo’Nique. Start 18. 3.

88888 Länge: 100 Min., Regie: Jacques Perrin und Jacques Cluzaud. Start 18. 3.

Foto Ascot Elite

Vom gehänselten Teenie zum Liebling der Nation


bücher & cds

Beim Flanieren über die Liebe nachdenken

Christoph Simon schickt den Leser mit Spaziergänger Zbinden auf eine ungewöhnliche Lebensreise. Treppauf und treppab. u «Habe ich es schon erwähnt? Spazieren heisst: herauszufinden, wer man ist, und zu mögen, was man dabei entdeckt.» So spricht der 87-jährige Lukas Zbinden zum Mann an seiner Seite. Es ist dies der gebürtige Türke Kâzim, der seinen Zivildienst im Betagtenheim leistet. Während der junge Mann nicht viel von sich preisgibt, hört er dem Lebensreifen zu. Mit ihm Arm in Arm spazierend erfährt er, dass es die verschiedensten Arten von Spaziergängern gibt: charmante, gesellige, ernste, unverzagte. Solche die lieber über Land gehen, wie seine verstorbene Emilie, und solche, die die Stadt bevorzugen – wie er. Zbinden: «Ich bin ein sanftmütiger Spaziergänger. Ein Mensch, der nach beruflichem Sturm und Drang, nach ehelichem Triumph und väterlicher Niederlage die innere Balance zurückgewonnen hat.» Der Schweizer Autor Christoph Simon, 37, wurde schon mit dem Literaturpreis des Kantons Bern ausgezeichnet und mit einem Auszug aus seinem Schelmenroman «Planet Obrist» (2006) zum Ingeborg-Bachmann-Preis nach Klagenfurt eingeladen. Sein neues Buch hat eine Sogwirkung, der man sich nicht entziehen kann. Gespannt «lauscht» man den Monologen des Protagonisten über sein Leben. Ist tief berührt, mit welchen Worten er die grosse Liebe zu seiner Emilie

drei neue cds

Foto Rita Palanikumar

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pop/rock amy macdonald A Curious Thing (Universal Music)

Die aufgestellte Schottin machte mit erfrischenden Ohrwürmern wie «Mr. Rock and Roll» eine rasante Karriere. Ihr Debüt wurde mit Doppel-Platin gekrönt und bei uns mit dem Swiss Music Award belohnt. Die zwölf neuen, locker rockenden Songperlen leben von der unverwechselbaren Stimme der 22-Jährigen. H. elias fröhlich

beschreibt: «Ich vermisse unsere täglichen kleinen Zärtlichkeiten, das Übers-Haar-Fahren im Vorbeigehen, den Kuss auf den Hals beim ­Wäschezusammenlegen …» Der Autor des feinsinnigen Werks: «Mir gings beim ‹Spaziergänger› immer auch darum, herauszufinden, was nötig ist, um eine Liebe lebenslang zu machen. Was sind die Geheimnisse lang anhaltender Liebesbeziehungen?» Spazieren Sie mit Lukas Zbinden. Er wird es Ihnen verraten! isolde schaffter-Wieland

beklemmend wir vier Andreas Schäfer (Dumont) u Trauer lähmt die Familie Wilber: Seit dem Tod von Jakob leben die Eltern Ruth und Lothar aneinander vorbei. Der jüngere Sohn Merten kapselt sich ab. Er hüllt sich in Schweigen – obwohl er zu wissen glaubt, warum sein Bruder ermordet wurde. Schäfer beschreibt einfühlsam, wie sich die drei Menschen langsam aufraffen und zurück ins Leben finden. BAH Tragikomisch Schwimmen Nicola Keegan (Rowohlt) u Die hyperaktive Philomena lebt in einer exzentrischen Familie. Vater Leonard ist Fledermausforscher und Hobbyflieger, die Mutter flüchtet in ihre eigene Welt. Schicksalsschläge erschüttern den chaotischen Alltag. Bevor Phil sich selbst verliert, findet sie schwimmend zu sich. Und macht als Sportlerin Karriere. Ein zuweilen verwirrend rasantes Buch übers Leben und Erwachsenwerden. ISW

christoph simon Spaziergänger Zbinden (Bilgerverlag)

romantisch BUMERANG Tatiana de Rosnay (Bloomsbury Berlin) u Zu ihrem 40. Geburtstag fährt Antoine mit seiner Schwester Mélanie an den Ort, wo sie als Kinder die Sommerferien verbracht haben. Erinnerungen an die früh verstorbene Mutter werden wach. Während die Geschwister ein Familiengeheimnis enthüllen, hadern sie selbst mit ihren gescheiterten Beziehungen. Schmöker für einen verregneten Sonntag! BAH

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Christoph Simon wurde mit dem Literaturpreis des Kanton Berns ausgezeichnet. Das gefällt am Buch u Ist man mit Spaziergänger Zbinden unterwegs, ist kein Ausstieg mehr möglich. u Die philosophische Aussage: «Spazieren heisst: Aneignung der Welt.» u Die Erkenntnis, dass eine lebenslange Liebe nicht nur im Märchen stattfindet.

jazz BILLY COBHAM Palindrome (BHM)

Miles Davis, Mahavishnu Orchestra und dann Leader eigener Bands: Während des Rockjazz-Fiebers der 1970er-Jahre stieg Cobham zum Star der Energy-Drummer auf. Mittlerweile ist er 66. Auf seiner neuen CD beweist er, dass er noch immer gehörig Dampf machen kann – aber auch den Sinn für Finessen pflegt. hanspeter Vetsch

Klassik Antonio Soler Spanische Cembalomusik (Panclassics)

Der junge Spanier Diego Ares spielt auf einer prächtigen Cembalo-Kopie des 18. Jahrhunderts absolut heisse Musik des Spaniers Antonio Soler (1729–1783). Da wird klar, warum man Soler den Teufel im Priestergewand nannte: Sein Temperament umgarnt und fesselt, sein barocker «Fandango» fährt in die Beine. uli von erlach schweizer illustrierte

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Ochsner Sport verlost 500 Sponsoring-Packages Rennen Sie schon – oder brauchen Sie noch eine Motivationsspritze? So oder so: Werden Sie Mitglied vom Ochsner Sport Running-Team, und gewinnen Sie eine Laufausrüstung von Asics!

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aufen Sie leidenschaftlich gerne? Oder haben Sie sich vorgenommen, diesen Frühling endlich den inneren Schweinehund zu überwinden und mit Joggen zu beginnen? Ob Profi oder Anfänger – beim Ochsner Sport Running-Team 2010 ist jeder willkommen! Das Sportfachgeschäft verlost 500 Sponsoring-Packages der Marke Asics im Wert von ca. je CHF 500.–. Die Ausrüstung beinhaltet eine Jacke, ein Shirt, Tights und natürlich ein Paar Lauf­

schuhe, die Sie in einer der 80 Ochsner Sport Filialen auswählen können. Anmelde­ talons für die Sponsoring-Packages gibt es in allen Geschäften oder auf der Homepage von Ochsner Sport. Jeder kann mitmachen – und Verlierer gibt es bei Ochsner Sport schon gar keine! Jeder Bewerber erhält ein persönliches Login zur neuen Running-Team-Website. Auf dieser Site finden Sie alles zum Thema Laufsport: Trainingstipps, einen Laufkalender mit den grössten Läufen der

Schweiz und exklusive Angebote aus dem Sortiment von Ochsner Sport. Ebenfalls für alle Teilnehmer offen sind die beliebten Running-Days, die Ochsner Sport zwischen Mai und September in der gan­ zen Schweiz durchführt. An den An­lässen wird die Welt des Laufsports aus verschie­ denen Blickwinkeln betrachtet: Dr. Walter O. Frey, Leiter von move>med, dem Swiss Olympic Medical Center in Zürich, liefert medizinische Hintergründe. In Work­shops tauschen Sie sich mit aktiven Wett­


publireportage

«Ich war letztes Jahr beim Running-Team dabei» «Das Ochsner Sport Running-Team 2009 war eine beeindruckende Idee. Mich hat das Konzept voll überzeugt. Der Event weckte das Lauffieber in meinem schlummernden Sportlerherz. Der Höhepunkt war das grandiose Finale in Berlin. Das Gefühl, inmitten der europäischen Läuferfamilie durch die Weltstadt Berlin zu rennen, war unvergleichlich! Dieses Erlebnis wird mein zukünftiges Bewegungsmuster mit einem ‹new fire› beeinflussen.» Kurt Kuonen, 55, Lalden VS

«Der Gewinn der Laufausrüstung war für mich ein Anreiz, nicht nur ge­legentlich, sondern regelmässig am Abend zu joggen. Ich war überrascht, wie gut ich dadurch abschalten konnte. Ich habe mich sogar für den Asics Grand 10 in Berlin angemeldet. Nach der positiven Antwort bekam ich etwas Bammel, denn 10 Kilometer am Stück war ich zuvor noch nie gerannt. Doch ich schaffte den Lauf in 66 Minuten. Darauf bin ich echt stolz.» Nicole Frey, 25, Baden AG

Sponsoringvertrag 500 Personen bekommen von Ochsner Sport eine Laufausrüstung. kampfsportlern aus oder testen Lauf­ schuhe. Also – packen Sie die Chance, und werden Sie Mitglied vom Ochsner Sport Running-­Team 2010! In Zusammenarbeit mit der Schweizer Illustrierten werden zudem drei Teilnehmer bis nach Berlin an den Asics Grand 10 Lauf begleitet.

«Meine Freude über den Sponsoringvertrag von Ochsner Sport war riesig. Als ich auch noch das VIP-Package für Berlin gewann, war das für mich als Jogger-Neuling sensationell. Ich habe den ganzen Sommer lang auf diesen Anlass hin trainiert. In Berlin war auch das Programm neben der Laufstrecke super: das gute Hotel, die Stadtrundfahrt und die lässige Kameradschaft unter den Teilnehmern. Ich hoffe, ich bin auch dieses Jahr wieder mit dabei.» Manfred Winter, 47, Rorschach SG

Reisen Sie Mit Ochsner Sport nach Berlin

u Anmeldeschluss ist der 17. April 2010

Anmelden können Sie sich in allen Ochsner Sport Filialen oder auf www.ochsnersport.ch. Über den Wettbewerb wird keine Korrespondenz geführt.

Ein unvergessliches Erlebnis Teilnehmer des letztjährigen Asics Grand 10 Laufs in Berlin.

u Wir bringen Sie weiter Vielleicht nach Berlin. Falls Sie Mitglied des Ochsner Sport Running-Teams werden, haben Sie zusätzlich die grosse Chance, ein exklusives VIP-Running-Package zu gewinnen. Ochsner Sport verlost 50 Startplätze für den Asics Grand 10 Lauf in Berlin am 10. Oktober 2010. Alles ist inklusive: Flug, Übernachtung im Zentrum von Berlin, eine Stadt­führung, Teilnahme am Asics Grand 10 und Ver­ pflegung während der Reise. Mit etwas Glück rennen Sie schon bald durch die Hauptstadt Deutschlands!


Kunst Kinderparadies! Das K端nstlerpaar sammelt in seiner Freizeit Comic-Figuren aus aller Welt und stellt sie im B端cherregal seines Wohnzimmers aus.

Bastis Welt

Der Bieler Comic-K端nstler M. S. Bastian verzaubert mit Freundin Isabelle laubscher den Alltag. In seiner bunten Parallelwelt toben sich witzige Kunstfiguren aus.

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schweizer illustrierte


Kunst

Süsses Gruselkabinett Micky Maus trifft auf Pulp, das weisse Männchen mit Alien-Augen.

Text Caroline Micaela Hauger Fotos Kurt Reichenbach

S

chon mal was von Bastiopolis ­gehört? In der fiktiven Stadt tummeln sich die seltsamsten Kreaturen. Der Pulp zum Beispiel, ein gespenstisches Wesen mit AlienAugen. Trash-Monster, Panzerknacker, Eier­köpfe mit Micky-Maus-Ohren – M. S. Bastian, 47, und Isabelle Laubscher, 42, nennen die Mitglieder ihrer selbst erschaffenen Patchwork-Familie BastiBoys. Und täglich werden es mehr! Seit 2003 gestaltet das Paar jedes Kunstwerk vom ersten bis zum letzten Arbeitsschritt gemeinsam. Das Experiment ist gelungen. «Wir sehen es als Verdoppelung der Energien. Viele Künstlerfrauen bleiben im Hintergrund. Das wollten wir nicht. Bei uns ist jeder gleichberechtigt, auch beim Verkauf machen wir fifty-fifty», sagt Isabelle. Bastian ist der Schnelle, Rastlose – der «Schluderi». Sie die Überlegte, die Planende, die «Tüpflischiisseri». Zoff hat das Paar während der Arbeit höchst selten.

«Was hier herumsteht, läuft Gefahr, zerstört und weiter­ verarbeitet zu werden» M. S. Bastian Der Bieler Comic-Zeichner ­wurde in den 90er-Jahren international bekannt und mit Preisen ausgezeichnet. Selbstbewusst verwischt M. S. Bastian die Grenze zwischen Trivialem und Kunst. Der experimentierfreudige Avantgardist adaptiert Edvard Munchs Meisterwerk «Der Schrei» oder «Guernica» von Pablo Picasso. Verwirrung ist seine Absicht. Das Elitäre verschmilzt mit dem Naiven. «Wo ist das Problem?», fragt der Pop-­Visionär. «Sind nicht alle Ausdrucks­ formen Teil derselben Kultur?» Den Künstlernamen M. S. Bastian trägt Marcel Sollberger seit 20 Jahren. Der Deutsch-Secondo sagt mit einem Augenzwinkern: «Schon als Bub war ich Motor-Schiff-Fan.» Er studierte Tiefbauzeichner, besuchte die Fachklasse für Grafik und Werbung an der Bieler Schule für Gestaltung. Dort lernte er

1994 die Werberin und Flight-Attendant Isabelle Laubscher kennen. Fröhlich öffnen Bastian und Isabelle die Tür zu ihrem Penthouse im Zentrum von Biel. In einem Zimmer haben sie sich ein Atelier eingerichtet. Hier entstand ihre neuste Serie, «Dschungelbilder». Mit ihren Kunstfiguren Pulp, Switsch, Bädie, Spucki & Co. unternahmen sie eine Abenteuerreise in den Urwald, inspiriert vom Jahrhundertmaler Henri Rousseau. Das denkmalgeschützte Haus, in dem das Paar lebt, stammt aus den 50er-Jahren. Designobjekte wie die CorbusierLiege oder der Sofa-Klassiker spiegeln den Lifestyle jener Zeit. Frecher Eyecatcher ist das Regal im Wohnzimmer mit tausend bunten Comic-Figürchen. Die Winzlinge fanden Bastian und Isabelle auf Flohmärkten und in Spielzeug­läden. Viele während ihrer Weltreise 2002. u


Zweisamkeit Seit 2003 beide. Besonders inspirierend: ­Japans arbeiten M. S. schrille Manga-Welt und die Mega-­ Bastian und Isabelle Laubscher Metropole Tokio. an jedem Werk Zuvor lebte M. S. Bastian in New York gemeinsam. und Paris. Dass er als Künstler einmal Die Dschungel­ in das gemächliche Biel zurückkehrt, bilder sind eine hätte sich der Sohn eines Gale- Hommage an risten nie träumen lassen. «Mein Vater Maler Henri war spezialisiert auf afrikanische Kunst, Rousseau.

u «Ein einmaliges Erlebnis», schwärmen

l­ebte in den 50er-Jahren in Ruanda und Belgisch-Kongo. Ich spielte als Kind mit Grabbeigaben. Das Archaische, Fremde fasziniert mich bis heute.» Faszinierend ist auch ihr Kunststau-Lager. Die Halle in Ipsach BE ist bis unters Dach mit Werken aus zwei Jahrzehnten gefüllt. Spider-Man, Godzilla, Micky Maus, Tintin – alle sind versammelt, als Collagen aus Alt­ eisen, Kunstharz, Holz, Polyester. An den ­Wänden stapeln sich surrealistische Strassenschluchten, gemalt mit Acryl und Filzstift. Bastian: «Was hier herumliegt, läuft Gefahr, zerstört und weiterverarbeitet zu werden.» Zweieinhalb Wochen brauchen ­Isabelle und M. S. Bastian für ein Bild. Kleine Werke sind ab 1000 Franken zu haben. Ihre Projekte-Pipeline ist randvoll. Sie sind einem Netz von 17 Galerien im In- und Ausland angeschlossen, an Kunstmessen wie Scope Basel, Kunst Zürich oder Art Karlsruhe ver­treten. Zu ihren Supportern gehören Guido Magnaguagno, Ex-Direktor des Tinguely-Museums, Künstler Bernhard Luginbühl und Andreas Meier, ehema­liger Leiter des Seedamm-Kultur­zentrums. «Das Schönste an unserem Job ist, dass wir uns in einer modernen Märchenwelt austoben können. Im Comic-Land sind alle Figuren erlaubt – egal, ob Purzelbaum oder Spagat», sagt M. S. Bastian. Vielleicht will der Erfinder von Bastis Welt aber auch einfach nie ganz erwachsen werden.  «Dschungelbilder», Galerie Martin Krebs, Bern, bis 27. März, www.martinkrebs.artgalleries.ch


MODE

So farbig wie das Leben! Chic trotz DownSyndrom. Sechs coole Jugendliche zeigen mit Melanie Oesch, Andrew Bond, Sven Epiney und Karina Berger neue Frühlingsmode: erfrischend, überraschend, berührend!

Barbara Stoffel, 19

aus dem Safiental GR

u Ausbildung

Text giuseppe cerrato, Fotos dave brüllmann

A

ls Andrea Schibli aus Eglisau ZH die Handtasche von Furla erblickt, schaut sie plötzlich mit diesem Muss-ich-haben-Blick: «Wow, ist die schön!» Andrea lebt mit dem Downsyndrom. Selbstbewusst schnappt sich die 20-Jährige den italienischen EdelBeutel. «Ich mag Taschen. Zu Hause habe ich ganz viele. Drei Stück!» Dann will Andrea, dass ihr die Visagistin noch mal Gloss aufträgt. Vor Aufregung hat sie sich den Glanz von den Lippen geleckt. Andrea und 29 weitere Jugendliche mit Trisomie 21 werden am kommenden Sonntag mit ausgewählten Lieblingsstars in Zürich neue Frühlingsmode präsentieren. Andrea und Barbara Stoffel, 19, aus dem Safiental GR wollten unbedingt Melanie Oesch, 22, treffen. Was sie am Schlagerstar mögen? «Melanie ist so cool. Und sie hat so eine schöne Figur», sagt Andrea strahlend. Jetzt umarmt sie die Volksmusiksängerin und drückt ihr einen innigen Kuss auf die Wange. ­Melanie lässt es geschehen und meint: «Diese Menschen handeln immer nach Gefühl. Sollten wir das nicht alle auch ein bisschen mehr tun?»

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Andrea unterhält sich dabei mit Barbara über Handtaschen – wie jede junge Frau auch. Barbara hat sich spontan für ein paar rosa Jeans entschieden. «Pink ist meine Lieblingsfarbe.» Man spürt, wie sehr sich die beiden auf das Shooting freuen. Nervös stampft Andrea mit den Füssen auf den Boden. Sie will endlich mit Melanie und Barbara vor der Kamera posieren. Barbara nimmt das Ganze viel gelassener. Sie betrachtet das Geschehen um sie herum mit einem sanften Lächeln, freut sich ganz im Stillen. Wie verschieden doch die beiden jungen Frauen sind. Die eine so ruhig, die andere so quirlig. Ich ertappe mich, wie ich Behinderte bis zu diesem Tag alle in den gleichen Topf warf. Dabei sind Menschen mit Downsyndrom genauso verschieden wie wir «Normalen». Eines haben sie jedoch gemeinsam: Sie sind direkt – im Positiven wie im Negativen. Diese Direktheit erfahre ich während des Fotoshootings gleich zwei Mal. Viviane, 9, die mit dem Kindersänger Andrew Bond, 44, posiert, tut mir ihre Sympathie kund, indem sie mich zu ihrer «blauen Fee» ernennt. u

Barbara lebt und arbeitet im Wohnheim Argo für Behinderte in Chur, wo sie sich als Haushaltsassistentin aus­bilden lässt u familie Schwester Christina, 16, Bruder Samuel, 14 u hobbys «Ich mag die Musik von Melanie Oesch und Baschi»

Spass muss sein Barbara Stoffel, Melanie Oesch und Andrea Schibli zeigen, wie locker und trotzdem elegant die neue Mode ist.


«Andrea und Barbara handeln nach Gefühl. Sollten wir das nicht auch mehr tun?» melanie Oesch, Volksmusiksängerin

Andrea Tanja Schibli, 20

aus Eglisau ZH u Familie Ihr Bruder Patrick, 23, ist stolz auf seine «kleine» Schwester u Liebe «Sandro ist mein Schatz.» Er lebt mit Downsyndrom und wohnt wie Andrea in der Eingliederungsstätte Hof Wagenburg in Aathal-Seegräben ZH u Beruf Andrea arbeitet als Haus- und Landwirtschaftsassistentin

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Mode

«Was heisst schon normal! Ich entspreche auch nicht der Norm» Andrew Bond, sänger

Viviane Rath, 9

aus Schindellegi ZH u Schule Viviane besucht die 2. Klasse in Schindellegi u lieblingsessen «Spaghetti mit roter Sauce» u hobbys Spielt Theater. Im Moment improvisiert sie «Dornröschen»

Janis Bischof, 10

aus Abtwil SG u Hobby «Ich finde die Pfadi cool» u lieblingsessen Pizza und Pommes frites u schule Janis besucht die 3. Klasse der Heil­pädagogischen Schule in St. Gallen

Cécile Creuzburg, 13 aus Dielsdorf ZH u Schule 1. Oberstufe des CB-Heims in Dielsdorf

u Berufswunsch «Ich würde gern in einer Kinderkrippe arbeiten» u hobbys Fussball spielen

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Grosse Fans Viviane, Cécile und Janis zeigen lässige Outfits und finden, dass «Zimetschtern han i gern» von Andrew Bond das «beste Lied» ist.


Fabian Bächli, 17

aus Zollikon ZH u Schule Fabian besucht die 10. Klasse der Heilpädagogischen Schule Johannes in Küsnacht ZH u mode «Ich mag schöne Hemden» u hobbys «Ich filme gern mit meiner Panasonic-Kamera»

«Ich sehe Fabian und keinen Behinderten»

Dicke Freunde Karina Berger und Fabian Bächli im SafariLook. «Ich kenne Fabian, seit er fünf Jahre alt war.»

karina berger, Miss-Schweiz-Organisatorin schweizer illustrierte

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Mode

«Ich kann von Laura viel lernen» Sven Epiney, TV-Moderator

u Immer

Laura Schweizer, 13 aus Nassen SG

u Lieblingsessen Laura bereitet gern Salatsaucen zu u Hobbys «Ich zeichne gern» u Schule Laura besucht die Mittelstufe der

Heil­pädagogischen Schule in Flawil SG

Harmonie pur Sven Epiney und Laura Schweizer verstehen sich super. «Menschen mit Downsyndrom gehören zu unserer Gesellschaft.»

wieder kommt sie während des Shootings angerannt und sagt mir: «Ich ha dich gärn.» Schnitt! Laura, 13, die mit Sven Epiney Mode vorführt, findet mich gar nicht cool. Sie sagt: «Du bist ein Böser.» Daran gibts – trotz Zureden von ihrer Mutter – nichts zu rütteln. Laura bleibt bei ihrer Meinung. Dafür mag sie Sven Epiney. Der Fernsehstar, 38, und Laura sind von der ersten Sekunde an ein Herz und eine Seele. «Laura ist sehr direkt und unbekümmert. Davon kann ich mir eine grosse Scheibe abschneiden», sagt Sven. Und als müsste er seinen Vorsatz sofort umsetzen, gibt er auf Lauras Kommando lauthals den Sommerhit «Chihuahua» von DJ Bobo zum Besten. Laura stimmt ein, und die beiden kugeln sich nach der Darbietung vor Lachen. Laura schubst Sven in die Seite und meint: «Hey, Sven, das hast du gut gemacht!» Die Fröhlichkeit an diesem Tag überrascht immer wieder. «Menschen mit Downsyndrom stellen ein Gegenpol dar zu einer Gesellschaft, in der alles schneller, überlegter und perfekter zu sein hat», sagt Barbara Camenzind, 42,


Wir bedanken uns bei Jelmoli für die freund­ liche Unterstützung.

trisomie 21 Bei Menschen mit Trisomie 21, auch Downsyndrom genannt, ist das Chromosom 21 drei- statt zweifach vorhanden. Das Risiko für ein Kind, mit Trisomie 21 geboren zu ­werden, steigt mit zunehmendem Alter der Mutter. Welt-Downsyndrom-Tag 2010: Am 21. März zeigen 30 junge Menschen mit Trisomie 21 und Prominente Frühlingsmode von Jelmoli im «Kaufleuten», Zürich. Begrüsst werden die kleinen und grossen Stars von Ellen Ringier. Mehr Infos: www.tri21.ch, www.insieme21.ch, www.insieme-zuerich.ch

Styling: Danae Loucatos. Haare und Make-up: Jana Müller. Alle Outfits von Jelmoli, Zürich. Alle Schuhe von Navyboot und Walder.

von Insieme 21, der Interessenvereinigung für Downsyndrom. «Bei aller Fröhlichkeit und Direktheit sollten wir jedoch auch die geistigen Fähigkeiten von ­Menschen mit Behinderung nie unterschätzen.» Tatsächlich können Kinder mit Trisomie 21 bei frühzeitiger Therapie auf körperlicher und geistiger Ebene sehr entwicklungsfähig sein. Zum Beispiel ­Fabian Bächli, 17, aus Zollikon ZH. Der Teenager kennt Karina Berger schon seit Langem. Er ging mit Karinas Tochter Noemi in den Kindergarten. Er, der gern blau-weiss gestreifte Hemden trägt und ab und zu bei McDonald’s einen Hamburger isst, zeigt sich als leidenschaftlicher Technikfreak. Fabian besuchte schon als Bub Film-Workshops und geht heute mit seiner Panasonic-Kamera auf Motiv-Jagd. Seine Kurzfilme schneidet er gleich selber. Eines seiner Werke wurde sogar im Begegnungszentrum für Menschen mit Behinderung in Zürich vorgeführt. Begeistert erzählt er Karina, wie er im Zoo Schlangen, Elefanten und Zebras filmt. «Wir können alles erreichen, was wir uns vornehmen», hat einmal der Spanier Pablo Pineda gesagt. Er ist der erste Europäer mit Downsyndrom, der einen Uni-Abschluss (Sonderpädagogik) in der Tasche hat. So etwas erstaunt! Auch Fabian stellt meine gängigen Vorstellungen vom Behinderten auf den Kopf. Darauf angesprochen, ob er sich bewusst ist, dass er anders sei, schweigt er lange. Dann sagt er deutlich: «Ich glaube nicht an das andere.» Was ist denn eigentlich normal? Auf den Punkt bringt es Richard von Weizsäcker. Der ehemalige deutsche Bundespräsident: «Es gibt keine Norm für das Menschsein. Es ist normal, verschieden zu sein.»  


Laureus

Charme-Offensive: Italiens Ski-Legende Alberto Tomba (l.) mit Eduardo Leemann, CEO der Falcon Private Bank.

Wie aus 1001 Nacht: CSI-ZürichChef und Laureus-Stiftungsrat Rolf Theiler mit Ehefrau Gloria. Chef auf der Erfolgswelle: Urs Lehmann, Präsident von Swiss-Ski und der Laureus Stiftung Schweiz, mit Ehefrau Conny Kissling Lehmann.

Cooles Doppel: Ex-Tennisstar Arantxa Sánchez Vicario mit Tochter Arantxa, 1.

Viel Routine auf dem roten Teppich: Edith Hunkeler mit Partner Mark Wolf.

Sport goes Hollywood Glamouröse Kür der WeltSportler 2010 in Abu Dhabi

R

Kein bisschen verzweifelt: «Desperate Housewives»-Star Kyle MacLachlan.

Stolzer Papa: Ski-Held Franz Klammer kam mit Tochter Sophie, 21.

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Erstmals in den Emiraten: Hugh Grant staunte über die Golfplätze Abu Dhabis.

Rare Begegnungen: Abenteurer Mike Horn kam aus Ozeanien, Ehefrau Cathy aus dem Waadtland.

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eisestress für Swiss-Ski- und Laureus-SchweizPräsident Urs Lehmann: Zwischen Berufs­ termin und Weltcup-Finale in Garmisch flog er am Morgen in Abu Dhabi ein und nach der Gala gleich zurück. «Ein Kürzest-Reiserekord!» Es reichte eben zum Applaus für Jenson Button, der als Einziger der Big Names unter den Gewinnern (Usain Bolt, Serena Williams) auch vor Ort war. «Komisch, mit 30 erst ein Preis für den Durchbruch …» Franz Klammer stand noch unter «Olympia-Schock»: «Dös Schlimmste is, dass ihr Schweizer einfach besser seids!» Womanizer Hugh Grant verriet mitten im sportlichen Umfeld ein gewagtes Geheimnis: «Ich bin kein Sportfan. Mir fallen immer viele wichtigere Dinge ein, wenn ich mich mit dem ­Thema befassen sollte.» Kevin Spacey moderierte die Gala im drei Milliarden Dollar teuren Emirates Palace Hotel. Ihn beeindrucken Sportler sehr wohl: «Crazy, was da am roten Teppich abging. Zum Glück bin ich nicht eifersüchtig!» Text iso niedermann, Fotos fabienne bühler


small talk mit

Evelyn Fankhauser

Laureus-Partner: Georges Kern, CEO IWC (r.), und Mercedes-Schweiz-Chef Karl Schregle.

Als Letzte kam die Schönste: Hollywood-Star Gwyneth Paltrow rauschte gerade noch zum Beginn der Show über den roten Teppich.

Bald EM-Quali-Gegner der Schweizer Fussballer: England-Coach Fabio Capello mit Ehefrau Laura.

Durchbruch: Mit Formel-1Weltmeister Jenson Button freute sich Partnerin Jessica Michibata.

Engagiert Evelyn Fankhauser, 43, ist seit Juli 2009 Geschäftsführerin der Laureus Stiftung Schweiz. Frau Fankhauser, verraten Sie uns Ihre spannendste persönliche Begegnung bei den Laureus Awards in Abu Dhabi? Sie erwarten einen Namen wie Hugh Grant, Usain Bolt, oder? Da muss ich Sie enttäuschen! Meine spannendste Begegnung war die mit Laurent Gutsmuth. Er ist Foun­ dation Manager der französischen Stiftung. Sich mit den Kollegen über gemeinsame Herausforderungen auszutauschen – auch dies ist ein Ziel der Awards. Wer war Ihr Favorit für die Verleihung? Ich hätte mich auch über die fünfte Ernennung von Roger Federer wieder sehr gefreut. Die Art und Weise, wie er im vergangenen Jahr erneut Nummer 1 und gleichzeitig Vater von Zwillingen geworden ist, beeindruckt mich (lacht). Seine Vorbildfunktion für junge Menschen ist faszinierend. Nebst Mercedes und Vodafone ist mit IWC ein Schweizer Unternehmen Hauptpartner von Laureus. Weshalb keine Verleihung in der Schweiz? Das ist nicht ausgeschlossen. Es liegt nicht an uns, die Perle in Europa als Austragungsort zu entdecken (lacht). In der Schweiz haben wir bereits die Laureus Charity Night, mit der wir Gelder zugunsten der Projekte sammeln. Auch in der Schweiz hat Laureus viele prominente Mitglieder. Wer steht als Nächstes auf der Wunschliste? Das Netzwerk unserer Botschafter ist gut. Für mich persönlich wären die Fussballer Tranquillo Barnetta und Diego Benaglio Wunsch­ kandidaten. Ihr öffentlicher Auftritt ist stets geprägt von vorbildlicher Bescheidenheit und Sportsgeist. Das würde perfekt zu Laureus passen.

Fotos Getty Images (2), Handout

Cooler Unterhalter: Schauspieler Kevin Spacey führte mit Witz durch die Gala im edlen Emirates Palace Hotel.

Interview iso niedermann

Mehr Bilder:

www.schweizer-illustrierte.ch schweizer illustrierte

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Notabene

Signale vom Leuchtturm

S

Helmut Hubacher

ie war die mächtigste Partei im Land. WähWas die FDP brauche, sei mehr Disziplin, so der Tessiner. rend über 100 Jahren. Sie beherrschte «Öffentlich ausgetragene Diskussionen über Kernthemen werBundesrat, Parlament, Verwaltung, ­Armee den nicht mehr toleriert.» Basta. Der intellektuelle Ideenwettund Wirtschaft. Seit 1983 verliert sie kon- bewerb jedoch ist für jede Partei ein Muss. Sonst verkalkt sie. stant Stimmen. Die «NZZ am Sonntag» Der öffentliche Meinungsstreit zwischen dem konservativen vom 21. 2. 2010 ist verzweifelt: «Wäre die und dem liberalen Lager gehört zur Stärke der FDP. Nicht der FDP ein Mensch aus Fleisch und Blut, man Maulkorb. würde ihr vermutlich eine Psychotherapie Pellis Trumpf jedoch ist, so wörtlich, sein Leuchtturm. verordnen.» Drei davon gibts in der Deutschschweiz. Sie haben alle einen Oje, das tut weh. Was fehlt ihr denn, der Freisinnig-­ Namen. Und sitzen im Nationalrat. Der FDP-Chef hat sie zu Demokratischen Partei der Schweiz? Sie leide, lesen wir ­weiter, politischen Leuchttürmen ernannt: Johannes Schneider«am selbstgerechten Reflex, die Schuld stets bei den anderen zu Ammann sei zuständig für Arbeitsplätze. Christa Markwalder suchen». Zudem sei sie «orientierungslos, ohne klare Positionen für den nationalen Zusammenhalt. Philipp Müller für den und neue Ideen. Sie verwaltet nur noch ihr verblasstes Erbe.» schlanken und bürgernahen Staat. Seit zwei Jahren leuchten Was die Freisinnigen besonders schmerzen wird: Der sie. Angeblich. Verriss kommt nicht von links. Nicht vom politiDie Idee ist weit hergeholt. Leuchttürme «Das Elend ­passen nicht so richtig zum Binnenland Schweiz. schen Gegner. Das Elend mit dieser Partei begann vor mit der FDP Vom Alpenglühen werden sie eh überstrahlt. Auch gegen die SVP-Fahnenschwinger sind sie 30 Jahren. Die FDP machte ideologisch rechtsumchancenlos. Wenn ich mich im Bekanntenkreis kehrt: «Weniger Staat – mehr Freiheit». Auf einmal begann vor umhöre und frage, wer die drei FDP-Leucht­wurde der Staat zum Feind. Es zählte nur noch der 30 Jahren: türme kenne, verstehen die nur Bahnhof. Oder Markt. Mit den drei Begriffen Deregulieren, Privameinen, das sei ein Witz. Pellis Leuchttürme tisieren, Liberalisieren. Das war ein Schuss ins ei- Die FDP erinnern irgendwie an den Osterhasen. Sucht sie, gene linke Bein. Seither hinkt die Partei. Sie ist von machte die Eier. der Blocher-SVP längst rechts überholt worden. Die prügelt den Staat noch ungenierter. Sie hat ihn ideologisch Die FDP hat es schwer. Selbst wenn sie ja nie beherrscht. Das schaffte nur die FDP. Und ist rechtseinen mutigen Entscheid fällt, gelingt ihr der ihm untreu geworden. Damit sich ­selber. Befreiungsschlag nicht. Dabei hat sie einen Die SVP hat die FDP als stärkste Partei ab- umkehrt» Salto vorgeturnt, den man ihr nie zugetraut gelöst. Sie hat sich als Bundesratspartei bis heute hätte. Die Parteiführung hat den Glauben an nicht etabliert. Die SVP funktioniert wie eine Opposition. Ihr das Bankgeheimnis aufgegeben. Banken dürften kein unver­ Personal ist der Grösse der Idee nicht gewachsen. Das Erfolgs- steuertes Fluchtgeld mehr annehmen, fordert sie. Noch im rezept der Schweiz ist der Ausgleich. Der viel geschmähte Kom- ­Februar schien unvorstellbar, was im März als Antrag für den promiss. Bei dem keiner alles bekommt und keiner alles verliert. Parteitag im April vorgelegt wird. Es ist für jede Partei schwer, sich von einem Tabu Der SVP fehlt die Klasse, sich zugunsten des Ganzen zurückzunehmen. Sie ist als Nummer eins kein gleichwertiger Ersatz zu trennen. Wem das gelingt, Hut ab. Ob verspätet, im für die FDP. Die SVP ist vor allem gut im Abreissen. Weniger richtigen oder falschen Zeitpunkt, das Nein zum jetzigen Bankgeheimnis ist ein bemerkenswerter Entscheid. Hinim Aufbauen. Der abgemagerte Freisinn ist noch immer in politischer gegen kein kühner Durchbruch. Die FDP gibt auf, was Rücklage. Am Parteitag vom April 2008 verkündete Präsident nicht mehr zu halten ist. Das erst noch verspätet. Sozusagen Fulvio Pelli die Wende. Zum einen «bekämpfen wir die Politik als Nachvollzug in allerletzter Minute. Gegen den die eigene der SVP». Zum anderen wäre «die Koalition der Vernunft mit Bankenlobby rebelliert. Wie sollen da Leuchttürme CVP und SP ein Fehler. Unsere Kultur ist anders als die der leuchten? anderen Parteien.» Das ist wie das Pfeifen im Wald. Pelli macht Helmut Hubacher, 83, ehemaliger SP-Präsident, Buchautor sich selber Mut. Als ob seine Partei Politik allein bestimmte.

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Leser Weltmeister. Olympiasieger. Champion im Gesamtweltcup! Ausnahmeathlet Carlo Janka, 23, im elterlichen Restaurant Stai in Obersaxen GR.

«Einfach cool!» u Olympiasieger Janka,

SI 9/2010 «Carlo Janka ist mein Lieblingssportler! Ich habe mich über die Gold­medaille mega gefreut! Roger Federer weint nach einem Sieg, Carlo freut sich ruhig. Ich glaube nicht, das Janka zu stolz ist, um Gefühle zu zeigen. Es ist schön, dass alle einen eigenen Charakter haben und ihre Freude verschieden ausdrücken.» Seraina Küng, Einsiedeln SZ «Die Fotos von Carlo Janka sind absolut spitze! Er ist der erotischste Mann im ganzen Skizirkus. Bestimmt hat er auch Gefühle, nur zeigt er sie nicht jedem.» Oma Hedi, 78-jährig, sechs Enkel

«Lasst doch den lieben Carlo sein, wie er ist. Ich finde ihn einfach cool.» Marianne Gerber, per E-Mail «Herzlichen Dank für das schöne Titelbild

Foto Bruno Voser

von Carlo Janka. Ich habe mich riesig gefreut darüber. Er hat eine Superleistung erbracht. Bescheiden, ruhig und gelassen: Das ist es gerade, was ihn so sympathisch macht. Carlo, bleib, wie Du bist – nämlich goldrichtig.» J. Blaser-Rensch, Merenschwand AG «Die ruhige, besonnene und bescheidene Art von Carlo Janka ist ganz einfach zu erklären. Der aus Obersaxen stammende Janka ist eben ein echter Walser, auf den wir stolz sein dürfen. Dank diesen Charakter-Eigenschaften konnten die Walser-Siedler in den

hohen Bergtälern Graubündens über Jahrhunderte eine Lebensgrundlage finden.» Elsbeth Mettier, Langwies GR

Becker polarisiert u Tennisstar Becker, SI 10/2010 «Das Titelbild mit Boris Becker, Lilly und dem kleinen Amadeus ist wirklich süss – ein wahrer Goldschatz, dieses winzige Wesen! Auch die Fotostrecke mit ausführlichem Text ist schön anzuschauen und zu lesen.»

Magen, wenn ich Bilder aus Forschungs­ labors sehe. Ich kann nicht nachvollziehen, warum immer noch so viele Tiere leiden müssen. Die Tieranwalt-Initiative ist abgelehnt worden. Ob gerade dieser Tieranwalt gegen solche Missstände etwas hätte tun können, bezweifle ich. Das zu unterbinden, liegt in den Händen der obersten Politiker – und die unternehmen nichts.» Manuela Koller, per E-Mail Danke u Rosen, SI 3 und 10/2010 «Nachträglich vielen herzlichen Dank für die schöne Überraschung! Wir Männer erhalten Rosen doch eher selten geschenkt. In der Tat ent­wickelt sich unser Geschäft besser als die Industrie, und dies soll so bleiben. Dafür werden sich die Swiss-Belegschaft sowie ich täglich einsetzen.» Harry Hohmeister, CEO Swiss «Mit einer Rose beschenkt zu werden,

macht grundsätzlich Freude. Wenn die Absender erst noch kritische Kollegen und Kolleginnen sind, dann erhält die Auszeichnung schon fast Kultcharakter.» Kurt Aeschbacher, TV-Moderator

schreiben sie uns ihre meinung

Roland Di Dario, Basel

«Als ich das Lob auf den Familienvater Boris Becker las, löste das bei mir Kopf­ schütteln aus. Normalerweise ist man doch Vater in einer Familie. Die Kinder von Boris Becker stammen jedoch von drei verschiedenen Frauen. Das Ganze als funktionierende Patchworkfamilie darzustellen, finde ich daneben. Es gibt Studien, die zeigen, dass ein Aufwachsen in einer traditionellen Familie für die Kinder besser ist.» Andreas Zenger, Steffisburg BE Viele Tiere leiden u Notabene von Chris von Rohr, SI 10/2010 «Ich fand den Artikel ‹Achtet die Tiere und euch selbst!› von Chris von Rohr super genial! Endlich mal einer, der weiss, wovon er redet.» Daniela Lussi, Luzern «Der berühmteste Schweizer Alt-HippieRocker schreibt mir aus der Seele. Als grosser Tierfreundin dreht sich mir der

Schweizer Illustrierte, Leserbriefe, Dufourstrasse 23, 8008 Zürich, Fax 044 - 262 04 42, E-Mail info@schweizer-illustrierte.ch. Anonyme Zuschriften werden nicht veröffentlicht. Die Redaktion behält sich vor, Briefe zu kürzen. willi

«Unsere Spezialität. Eigentlich ein Emmentaler, aber weil die grossen Löcher an Steuerschlupflöcher erinnern, sagen wir ihm Bankgeheimniskäse.»


Die Liste

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umberto tozzi

Zehn Dinge, die ich unbedingt tun muss

Aufgezeichnet von daniela zivadinovic

3 4 5 6 Italo-Barde Umberto Tozzi, 57, ist mit über 46 Millionen verkauften Tonträgern einer der grössten italienischen Musikstars. Privat ist der Turiner Sänger verheiratet und Vater zweier Kinder. Zurzeit ist er mit DAS ZELT auf Schweizer Tournee: www.daszelt.ch

schweizer illustrierte

«Yesterday» egalisieren Das Lied, das Paul McCartney für die Beatles schrieb, ist eines der schönsten Lieder, die ich kenne. Ich würde sehr gern einen ähnlich schönen Song schreiben. Grossvater werden Bevor ich sterbe, möchte ich noch erleben, wie es ist, Grossvater zu sein. Haus am Meer kaufen «Gente di mare» (zusammen mit dem Sänger Raf) ist einer meiner grossen Hits. Ich liebe das Meer. Darum würde ich mir gern ein Haus am Meer kaufen, irgendwann. Bilder ausstellen Die Malerei ist neben der Musik eine wichtige Art, wie ich mich künstlerisch ausdrücken kann. Auf internationaler Ebene wurden meine Bilder aber noch nie gezeigt. Eine Bilderausstellung wäre eine schöne Sache.

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Die 10 tragen Mein Traum ist es, mit der 10 als Rückennummer auf dem Trikot der italienischen Nationalmannschaft an der WM in Südafrika dabei zu sein. Vielleicht werde ich ja eingewechselt.

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Direktor werden Ich würde gerne technischer Direktor des Festival della Canzone Italiana werden. Der grosse Musikwettbewerb ist auch als Sanremo-Festival bekannt.

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Duett mit Paul Ich schätze Paul McCartney nicht nur wegen «Yesterday». Sondern ganz einfach auch als Menschen. Einmal ein Duett mit ihm singen wäre traumhaft.

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Uhrensponsor finden Seit vielen Jahren sammle ich mit grosser Leidenschaft Uhren. Natürlich auch solche aus der Schweiz. Was mir aber noch fehlt, ist ein persönlicher Uhrensponsor …

Ski fahren in den Alpen Ich war schon ein paarmal zum Skifahren in der Schweiz. Es war wunderbar. Wenn ich nach den Konzerten noch etwas Zeit finde, würde ich gern ein paar Tage anhängen.

Foto Handout

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Musical komponieren Ich würde sehr gern mal ein Musical komponieren oder die Musik zu einem Kinofilm schreiben.


misterschweiz-camp Die 16 Kandidaten trainieren eine Woche in Ägypten, um fit für André Reithebuchs Nachfolge zu sein. SI online ist dabei und berichtet täglich.

Stars

Fashion-Show mit Bruce Darnell Elite-Model Julia Saner und weitere Schönheiten präsentierten Mode im Berner Westside Center. Mit dabei: Bruce Darnell und ein SI-online-Kamerateam. Das Video sehen Sie auf:  www.schweizer-illustrierte.ch

Beauty

Schönheits-OP ja oder nein? Burlesque-Model Zoe Scarlett und andere Prominente sprachen mit SI online über ästhetische Chirurgie. Wer schon unter dem Messer lag, sehen Sie in der SI-online-Bildergalerie auf:  www.schweizer-illustrierte.ch

OLAZ Beauty-Set

SI online und OLAZ verlosen 10 wunderschöne Beauty- und Pflege-Sets.  www.schweizer-illustrierte.ch

online vorit? Auf SIalle aktuellen Fa r Ih t is r e W erichte über finden Sie B eiz-Kandidaten. w Mister-Sch

Näher bei den Stars. Täglich.

Fotos Thomas Buchwalder (3), Handout

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