Templiner
Heimatkalender
2022
Hrsg. Templiner Heimatklub
Redaktionskollegium Frau Bärbel Makowitz Herr Bernhard Herzog Herr Eitel Knitter Herr Wolff-Hasso Seybold
Sämtliche Beiträge dieses Kalenders wurden honorarfrei zur Verfügung gestellt. Wir danken den Autoren für ihre Unterstützung. Die in den Texten geäußerten Ansichten müssen nicht unbedingt mit denen der Redaktion oder des Verlages übereinstimmen.
Bestellungen über den Buchhandel Stadtinformation Templin oder direkt beim Verlag © 2021 by Schibri-Verlag, Am Markt 22, 17335 Strasburg (Uckermark) Titelfoto: Wolff-Hasso Seybold Satz & Layout: Nicole Helms Das Werk und seine Teile sind urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung in anderen als den gesetzlich zugelassenen Fällen bedarf der vorherigen schriftlichen Einwilligung des Verlags. Alle Rechte vorbehalten Printed in Germany ISBN 978-3-86863-236-1
Inhaltsverzeichnis
Inhaltsverzeichnis Eitel Knitter Eitel Knitter Martin Kunze Gerda Pohl Bärbel Makowitz Bernhard Herzog Gerda Pohl Annemarie Giegler Gerda Pohl Kathrin Bohm-Berg Uwe Werner Norbert Bukowsky und Mike Holstein Wolfgang Rohrbeck Uwe Werner Dr. Dietmar Kürschner Eitel Knitter Gerda Pohl Dr. Rudhard Meixner Uwe Werner Erika Fretwurst Annemarie Giegler Annemarie Giegler Eitel Knitter Ingrid Feske Annemarie Giegler Uwe Werner Max Lobedan Gerda Pohl Rosel Pantzier Liesbeth Eckardt Klaus Feske Annemarie Giegler Max Lobedan
Kalender/Vor 100 Jahren gelesen/Wetterregeln Rückblick auf das Jahr 2020 Im Schatten der Pandemie Scherenschnitt Heinrich Christoph Heimburger – ein Templiner Bürgermeister lässt neue Stadtchronik anlegen Die Eisenbahnstrecke von Britz nach Joachimsthal Scherenschnitt Dät is keen Gord’n wo Rosen stohn Scherenschnitt Fundstücke im Kulturtempel 240 prächtige Kakteenblüten zu bewundern Brennickenswerder-Halbinsel zwischen Grossen Lychen See und Mellensee Aus dem Auftragsbuch eines Baubetriebes Neue Schwimmfontäne ist ein „Hingucker“ im neuen Kurpark Die Gärtnerei am Rande der Stadt Der Blaue Montag Scherenschnitt Die Frühlings-Tamariske trotzt Klima-Erwärmung Das war wahrhaft „die Krönung“ Vergett dat nich Oktober Ganz nebenbei Ein Seebeben in der Mark Nur ein wenig Kleinvieh und die Hündin Senta durfte er mitnehmen – Wie der Sozialismus bäuerliche Existenzen zerstörte Jedanken in’n Herwst Sie haben ein wachsames Auge auf die Vogelwelt der Uckermark Der Wassermüller von Fergitz Scherenschnitt Eins mit der Natur Mien Boom Verfallen, aber nicht vergessen: Götzkendorf Pino der kleine Eisbär Heinjuk und der geizige Bauer
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7 19 23 31 32 41 46 47 47 48 51 53 57 60 62 64 66 67 68 70 70 71 72 73 75 76 79 80 81 81 82 85 86
6 Günther Schmedemann Uwe Werner Martin Richling Sebastian Tattenberg Wolf-Hasso Seybold Gerda Pohl Pfarrer a. D. Ralf-Günther Schein Gerda Pohl Heinz Pantzier Bärbel Makowitz
Templiner Heimatkalender 2022
De gäle Köstliche Startschuss für „heisse Drähte“ in der Uckermark Flucht aus der alten Heimat und angekommen in der neuen: Ahrensdorf Uckermark Templiner Stadtteilgeschichten – „Klein Kleckersdorf“ Der Waldkauz – eine Eule im Altkreis Templin Scherenschnitt
88 89
96 102 106
Rückblick auf 28 Jahre im Pfarramt Templin Scherenschnitt Nadenken Stunn Zwei Schwestern „Kuckucksheim“ und „Elsternest“
107 111 112 112 113
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Kalendarium 2022
Januar M ontag D ienstag M ittwoch D onnerstag F reitag S onnabend 1 S onntag 2
Vor 100 Jahren gelesen: 3 10 17 24 31
4 11 18 25
5 12 19 26
6 13 20 27
7 14 21 28
8 15 22 29
9 16 23 30
Wetterregeln: Januar (Hartung) Ist der Januar warm und nass, bleiben leer Scheun und Fass. Mückenspiel in Januar, dann wird das Wiesenfutter rar. Pauli Bekehr (25.) hell und klar, gibt ein gutes Kornjahr.
Mühlenteich mit Pionierbrücke, Foto: Eitel Knitter
03.01. Der Eisenbahnerstreik durch ein befriedigendes Abkommen endgültig beendet.
03.01. Die deutsche Regierung plant demnächst 1,2 und 5 Mark Metallmünzen auszugeben. 07.01. Majoratsbesitzer v. Arnim ist zum Amtsvorsteher des Amtsbereiches Suckow gewählt worden. 10.01. Die Guts- und Gemeindevorsteher werden ersucht, Brotkarten in der Kreiskornkammer abzuholen. 14.01. Die Kohlenbezugscheine müssen bis zum 31. Januar bei der Kreiskohlestelle vorliegen.
17.01. Betr. Erhebung der Hundesteuer im Kreis, 20 Mark für einen über sechs Wochen alten Hund. 18.01. Die Tagung der Junglehrer Arbeitsgemeinschaft findet am 25. Januar statt. Kreisschulrat Heuer. 19.01. Schluss mit der Jagd auf Birk,- Hasel- und Fasanen.
20.01. Achtung! In letzter Zeit wurde Kunsthonig im Handel als „echter Honig“ verkauft.
22.01. Gesetz über die Unterstützung von Rentenempfänger der Invaliden und Angestellten.
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Templiner Heimatkalender 2022
Februar M ontag D ienstag M ittwoch D onnerstag F reitag S onnabend S onntag
Vor 100 Jahren gelesen: 7 14 21 28
1 8 15 22
2 9 16 23
3 10 17 24
4 11 18 25
5 12 19 26
6 13 20 27
Wetterregeln: Februar (Taumond) Der heilige Blasius (3.), stößt dem Winter die Hörner ab. Milder Februar, dann ist Elend das ganze Jahr. Viel Regen im Februar, viel Regen im ganzen Jahr.
Am Lübbesee, Foto: Eitel Knitter
01.02. Mit sofortiger Wirkung begann der Eisenbahnerstreik der Fachgruppe der Lokomotivführer. 02.02. Dr. Walther Rathenau vom Reichspräsidenten zum Außenminister ernannt worden. 04.02. Roßschlächterei zu kaufen oder pachten gesucht. Ernst Sachse Probsteistraße 22.
07.02. Nach Beschluss der städtischen Behörden beträgt der Wasserpreis ab 01.01. 1,80 Mark pro cbm³.
09.02. Wie wir erfahren erfolgte der Abbruch des Eisenbahnerstreiks.
10.02. T. R. Schwanebeck. Habe meinem Speditionsgeschäft ein Automobilfuhrwesen angegliedert. 17.02. Verordnung: Die Preise für Mehl betragen für 1 kg Roggenmehl 7,40 für Weizenmehl 8,20 Mark. 20.02. Die Maul- und Klauenseuche beim Oberamtsmann in Osterne ausgebrochen.
22.02. Kohle-Bezugscheine für Dampfpflüge können umgehend abgeholt werden.
23.02. Zeitschrift für das ländliche Fortbildungswesen wird dringend empfohlen.
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Kalendarium 2022
März M ontag ienstag D M ittwoch D onnerstag F reitag S onnabend S onntag
Vor 100 Jahren gelesen: 7 14 21 28
1 8 15 22 29
2 9 16 23 30
3 10 17 24 31
4 11 18 25
5 12 19 26
6 13 20 27
Wetterregeln: März (Lenzing) Der März soll kommen wie ein Wolf, aber gehen wie ein Lamm. Wenn Hasen springen, Lerchen singen, sicher sie den Frühling bringen. Auf Märzen Regen ein dürrer Sommer zu kommen pflegen.
Grosser Dolgensee, Foto: Eitel Knitter
01.03. Kreisschulrat: Den Kindergärtnerinnen kann das Erteilen von Privatunterricht nicht mehr erlaubt werden. 02.03. Aufhebung des Protektorats: England gibt Ägypten frei.
04.03. Die Mark-Entwertung hält an. Die Notierung des Dollars auf 251 Mark gestiegen. 06.03. Warnung! Mit dem 1. März ist die Lieferfrist für das Umlagegetreide für Landwirte abgelaufen. 08.03. Die Brotversorgung ist bis Mitte Juli abgesichert. 09.03. Neues Mittel gegen die Tuberkulose mit einem Goldanteil erprobt.
11.03. Aufruf zur Aufnahme von Kindern der städtischen und Industriebevölkerung in ländl. Familien. 13.03. Auf Grund der Weltmarktpreise wird festgelegt für 1 t Weizen 9700 Mark und 1 t Roggen 7910 Mark. 16.03. Zurzeit finden die Wahlen zur Handwerkskammer durch die Gewerbevereine statt. 22.03. Durch Erhöhung der Kohlepreise lässt die Erhöhung der Bahntarife nicht lange auf sich warten.
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Templiner Heimatkalender 2022
April M ontag ienstag D M ittwoch D onnerstag 1 F reitag 2 S onnabend 3 S onntag
Vor 100 Jahren gelesen: 4 11 18 25
5 12 19 26
6 13 20 27
7 14 21 28
8 15 22 29
9 16 23 30
10 17 24
Wetterregeln: April (Grasmonat) Siehst du im April die Falter tanzen, dann kannst du im Garten pflanzen. Ist der Gründonnerstag (9.) weiß, wird der Sommer sicher heiß Am Karfreitag (10.) Sonnenschein, bringt recht viel Früchte ein.
Kleiner Mahlgast See, Foto: Eitel Knitter
01.04. Der Kriegsinvalide E. Hopke ist in Grunewald zum Gemeindevorsteher befähigt worden. 01.04. Das Kriegsministerium gibt die Auflösung der Benzinwirtschaft bekannt. 10.04. Die Abänderung des Feld- u. Forstpolizeigesetzes vom 1.April 1880 wird hiermit bekannt gegeben.
12.04. Wegen Wegverbesserung wird der Weg von Herzfelde nach Gut Wiedebusch gesperrt. 13.04. Gesetz über die Erhebung einer Abgabe zur Förderung des Wohnungsbaus verabschiedet. 15.04. Von den 155 Ehrenschildern unserer Weltkriegsgefallenen sind über die Hälfte fertig. 15.04. Hütet eure Kinder vor dem frühzeitigen Sitzen auf kalter Erde.
19.04. An den Polizeibehörden des Kreises erging die Mitteilung zur Erhöhung von Geldstrafen.
20.04. Die Reisebrotmarken verlieren ab 30. April ihre Gültigkeit.
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Kalendarium 2022
Mai
M ontag D ienstag M ittwoch D onnerstag F reitag S onnabend onntag 1 S
Vor 100 Jahren gelesen: 2 9 16 23 30
3 10 17 24 31
4 11 18 25
5 12 19 26
6 13 20 27
7 14 21 28
8 15 22 29
Wetterregeln: Mai (Maimond) Servazius muss vorüber sein, willst du vor Nachtfrost sicher sein. Manche Pflanze wird nicht alt, denn die Sophie (15.) liebt es kalt. Der Abend rot der Morgen grau gibt das schönste Tagesblau.
Ablage Gleuensee, Foto: Eitel Knitter
01.05. Der Wasserpreis pro Kubikmeter auf 2,50 Mark festgelegt.
01.05. Der Verpachtung der Jagd in der städtischen Buchheide wurde zugestimmt. 02.05. Von Dieben heimgesucht und stark geschädigt wird zurzeit Fischermeister Otto. 06.05. Unter dem Rindvieh des Rittergutes Dargersdorf ist die Maul- u. Klauenseuche ausgebrochen. 09.05. Amtlicher Teil: Beginn der Schonzeit für Birk-, Hasel- und Fasanenhähne.
13.05. Gesetz vom 20. April über erhöhte Beiträge bei der Wochenfürsorge für Wöchnerinnen. 17.05. Abschied von Oberschlesien durch das deutsch-polnische Abkommen eine Tragödie.
19.05. Danzig vor dem Völkerbund-Vertagung und Enttäuschung. 23.05. Maikäferplage! Die Schulen werden angehalten durch Verlegung von Unterricht beim Sammeln der Käfer zu helfen.
30.05. Das Genfer Abkommen genehmigt Trauerkundgebungen für Oberschlesien.
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Templiner Heimatkalender 2022
Juni M ontag D ienstag 1 M ittwoch 2 D onnerstag 3 F reitag 4 S onnabend 5 S onntag
Vor 100 Jahren gelesen: 6 13 20 27
7 14 21 28
8 15 22 29
9 16 23 30
10 17 24 11 18 25
12 19 26
Wetterregeln: Juni (Rosenmonat) Solange der Kuckuck schreit, solange fürchte die Trockenheit. Wie das Wetter am Medariustag (8.), bleibt es noch 6 Wochen danach. Margarita Regen und kein Sonnenschein, kommt selten das Heu trocken rein.
Am Ratsteich, Foto: Eitel Knitter
01.06. Bekanntmachung: Auf einer Brotkarte dürfen nicht mehr als 1850 g Brot verabfolgt werden. 02.06. Warnung! Feuergefährliches Verhalten im Wald wird mit 500 Mark oder 14 Tage Haft bestraft. 03.06. Fortsetzung des Abtransportes von ehemaligen russischen Kriegsgefangenen bis zum 30.Juni. 07.06. Der Pfingstsonntag brachte mit Sprühregen und kühlem Wetter eine große Enttäuschung.
09.06. Ab Montag den12. erfolgt die Pflasterung der Prenzlauer Straße vom Markt bis Werderstraße. 13.06. Bei der Schlußprüfung an der hiesigen Forstschule bestanden von 47 Schülern 9 Schüler mit sehr gut.
16.06. Templin. Schwerer Einbruchsdiebstahl in der Villa von Geheimen Baurat Schulz, Bahnhofstraße 5. 16.06. Die Chaussee von Hardenbeck-Mellenau wird am 15. des Monats dem öffentlichen Verkehr übergeben.
19.06. Schumachermeister H. Voge in Storkow zum Amtierenden Vollziehungsbeamten bestätigt. 28.06. Feierlichkeiten zum 60. Jahrestages des „Templiner Männer-Turnvereines“.
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Kalendarium 2022
Juli
M ontag D ienstag M ittwoch D onnerstag F reitag 1 S onnabend 2 S onntag 3
Vor 100 Jahren gelesen: 4 11 18 25 5 12 19 26
6 13 20 27
7 14 21 28
8 15 22 29
9 16 23 30
10 17 24 31
Wetterregeln: Juli (Heumonat) Maria Heimsuchung (2.) wird bestellt, wie's Wetter sich noch 40 Tage hält. Wenn der Juli fängt mit Regen an, wird man ihm noch lange ham. Wenn Alexius (17.) fängt mit Regen an, dann werden die Früchte teuer.
Am Fährsee, Foto: Eitel Knitter
01.07. Das Versammlungsverbot vom 26. Juni betrifft nicht Krieger,-Schützenvereine und Stiftungsfeste. 01.07. Die Kartoffelpreise werden auf 100 bis 110 Mark pro Zentner festgesetzt. 06.07. Der Templiner Mieterverein hielt am Montag eine zahlreich besuchte Versammlung ab. 06.07. Gandenitz: Das diesjährige Schützenfest findet am 9.7. statt, vor Annäherung an der Schußlinie wird gewarnt. 14.07. Spenden für die Kriegerehrung eingegangen. 14 cbm³ Feldsteine vom Ackerbürgerverein, 14 kostenlose Fuhren. 17.07. Sachleistungen in Höhe 32107397 Goldmark an Reparationskosten an die Alliierte abgeführt. 18.07. Errichtung einer Sattler- und TapeziererZwangsinnung im Kreis Templin eingeführt. 21.07. Übergewicht des weiblichen Geschlechts nach der Volkszählung vom 8. Oktober 1919. 24.07. Ein Riesenbovist von 1,05 m bei Fredenwalde gefunden. 24.07. Die Reichsbank zahlt 1900 Mark für ein 20 Markstück. 30.07. Unsere beiden Männergesangsvereine feierten ihr 90jähriges Stiftungsfest.
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Templiner Heimatkalender 2022
August M ontag D ienstag M ittwoch D onnerstag F reitag S onnabend S onntag
Vor 100 Jahren gelesen: 1 8 15 22 29
2 9 16 23 30
3 10 17 24 31
4 11 18 25
5 12 19 26
6 13 20 27
7 14 21 28
Wetterregeln: August (Erntemonat) An Petri Kettenfeier (1.), gehen die Störche fort. Der August am Anfang heiß, der Winter lang und weiß. Wenn die Finken fleißig schlagen, künden sie von Regentagen.
Am Kuhzer See, Foto: Eitel Knitter
01.08. Die Preise für Zigarren und Zigaretten erreichen zurzeit schwindelerregende Höhen.10 Mark eine Zigarre. 03.08. Katastrophaler Niedergang der Mark 776 Mark/1 Dollar. 07.08. Die Reichsbank beabsichtigt Hilfsbanknoten im Wert von 500 Mark auszugeben. 11.08. Durch die Erhöhung der Kornpreise wurden neue Mehl- und Brotpreise festgesetzt. 14.08. Es wird beabsichtigt abermals eine bedeutende Erhöhung der Postgebühren vorzunehmen. Ein Brief 1,50 Mark. 16.08. Die Kehrsätze der Schornsteinfeger auf 600% erhöht. 21.08. Das Reichskabinett hat der Erhöhung der Beamtengehälter auf 38% die Zustimmung erteilt. 22.08. Der „Templiner Männer-Turn-Verein“ wurde Sieger beim Gauturnen in Falkenberg. 24.08. Mitteilung: Die Landwirtschaftliche Schule ab November wieder eröffnet. 28.08. Der Brotpreis auf 60 Mark, die der Schrippe auf 3 Mark festgesetzt. 30.08. Aus dem Keller des Landwirtsch. Ein- und Verkaufsvereins 50 Flaschen Kognak entwendet.
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Kalendarium 2022
September M ontag D ienstag M ittwoch D onnerstag 1 F reitag 2 S onnabend 3 S onntag 4
5 12 19 26
6 13 20 27
7 14 21 28
8 15 22 29
9 16 23 30
10 17 24 11 18 25
Wetterregeln: September (Herbstmonat) September schön in den ersten Tagen, will den ganzen Herbst ansagen. An St. Regine (7.) warm und wonnig, bleibt das Wetter lange sonnig. Bringt St. Georgen (9.) Regen, folgt ein Herbst mit wenig Segen.
Am Krewitzsee, Foto: Eitel Knitter
Vor 100 Jahren gelesen: 01.09. An die Zeitungsleser: Das Papier hat bereits das 400fache des Friedenspreises erreicht. Ein Kilo Papier 80 Mark. 06.09. Der Reichsminister gibt die Entlassung aller russischen Kriegsgefangenen bekannt. 08.09. Entwurf der neuen Postgebühren. Doppeltes Briefporto, 500%iger Telefon-Zuschlag. 09.09. Der „Templiner Arbeiter-Turnverein“ feierte am Sonnabend sein Stiftungsfest. 13.09. In Templin sind hunderte Zentner Schmiedekohle eingetroffen. 16.09. Der Reichskanzler Dr. Wirth mahnt zur Besonnenheit und für die Einheit des Vaterlandes alles zu tun. 18.09. Die vierteljährigen Bezugspreise für Zeitungen betragen monatlich 125 Mark. 21.09. Es besteht die Absicht wieder Brotkartenabschnitte auszugeben. 22.09. Der Höchstpreis für ein markenfreies 1600 kg Brot 92 Mark. 23.09. Die Verlobung des früheren Kaisers Wilhelm II. bestätigt. 27.09. Die Schulden unserer Landvereine betragen 3.667.00 Mark.
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Oktober Montag 3 10 17 24 31
Dienstag 4 11 18 25
Mittwoch 5 12 19 26
Donnerstag 6 13 20 27
Freitag 7 14 21 28
Sonnabend
Sonntag
1 8 15 22 29
2 9 16 23 30
Wetterregeln: Oktober (Weinmonat) Warmer Oktober bringt fürwahr, uns sehr kalten Winter dar. Der Winter bleibt noch lange aus, tummelt sich die Haselmaus. Gibt es Eichel viel sehr früh, treibt der Winter hartes Spiel.
Dorfteich Hardenbeck, Foto: Eitel Knitter
Templiner Heimatkalender 2022
Vor 100 Jahren gelesen: 02.10. „Hotel-Seebad“: Große internationale Ringund Boxkämpfe. 05.10. Der Mord an Außenminister Rathenau kommt vor Gericht.
07.10. Nach letzter Börsennotiz 100 kg Mehl für 10.800 Mark gehandelt.
10.10. Unterbrechung im Rathenau-Prozess-Giftanschläge auf Angeklagte.
14.10. Wieder neue Erhöhung der Postgebühren auf 100%.
17.10. Die Erzeugerpreise für Speisekartoffel betragen pro Zentner 410-430 Mark. 19.10. Bis Weihnachten Rückzug der Amerikaner vom Rhein. 20.10. Zur Linderung der Not Wohltätigkeitskonzert im Hotel „Seebad.“ 21.10. Spannungen in der internationalen Lage. Dollar über 3600 Mark.
23.10. Mit 10 zu 10 Stimmen wurde der Neubau des Finanzamtes beschlossen.
26.10. Die Volkshochschule eröffnet den Winterlehrgang am 31. Oktober.
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Kalendarium 2022
November M ontag 1 D ienstag 2 M ittwoch 3 D onnerstag 4 F reitag 5 S onnabend 6 S onntag
7 14 21 28
8 15 22 29
9 16 23 30
10 17 24 11 18 25
12 19 26
13 20 27
Wetterregeln: November (Windmonat) Allerheiligen (1.) klar und helle, steht der Winter auf der Schwelle. Schneit's in November gleich, dann wird der Winter sicher. Ist zu St. Martin (11.) Sonnenschein, wird es ein sehr harter Winter sein.
Haussee Hardenbeck Badestelle, Foto: Eitel Knitter
Vor 100 Jahren gelesen: 01.11. Schüchtern zaghaft und leise fiel heute Morgen der erste Schnee. 03.11. Templin: Der Herbstmarkt findet am Donnerstag den 9. statt. O6.11. Eine Urkunde des Kurfürsten Johann Georg lässt vermuten, dass die Fischerinnung der Stadt bereits 1571 bestand. 09.11. Die Lage der Brotversorgung in der Stadt ist außerordentlich angespannt. 09.11. Beigeordneter der Stadt und Ehrenbürger Paul Becker verstorben. 14.11. Gastwirt Paaschen vom Fährkrug in der Nacht zwei Schweine gestohlen. 18.11. Ein Säuglingspflege-Gesetz durch das Wohlfahrtsamt gefordert. 20.11. Ab 1. Dezember werden die Zeitungen monatlich 900 Mark kosten. 23.11. Der „Vaterländische Frauenverein“ hat 2 Schwesternstationen gegründet. 25.11. Der hiesige Gasthof „Deutsches Haus“ für 2,5 Millionen verkauft. 30.11. Die Eisenbahntarife betragen nach Neujahr das 200-300fache der Friedenstarife.
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Dezember M ontag D ienstag M ittwoch 1 D onnerstag 2 F reitag 3 S onnabend 4 S onntag
5 12 19 26
6 13 20 27
7 14 21 28
8 15 22 29
9 16 23 30
10 17 24 31 11 18 25
Wetterregeln: Dezember (Christmond) Geht Barbarar (4.) im Grünen, kommt Christkind im Schnee. Der Dezember launisch und lind, der ganze Winter wie ein Kind. Ist es grün zur Weihnachtsfeier dann fällt Schnee auf Ostereier.
Grosser Trebowsee, Foto: Eitel Knitter
Templiner Heimatkalender 2022
Vor 100 Jahren gelesen: 01.12. Die Freiwillige Feuerwehr wurde am Abend zu einem Alarm zum Gerätehaus gerufen. Grund Brand durch Blitzeinschlag. 02.12. Der Brotpreis beträgt für ein 1850 g Brot zurzeit 230 Mark. 04.12. Wetterregel: Weihnachten im grünen Kleid hält Schnee bereit. 07.12. Zur Hebung der Not in Templin „Verein der Kleinrentner“ gegründet. 11.12. Neue Preise für Getreide-Folge die Verdoppelung der Brotpreise. 12.12. Zurzeit wird eine fünfzehnfach höhere Miete wie im Frieden gefordert. 17.12. Die Verleger machen wir darauf aufmerksam, daß zu Ostern 1923 die Kosten für Schulbücher bedeutend erhöht werden müssen. 19.12. Die SVV der Stadt beschließt die Errichtung eines Torfwerkes in der Buchheide und die Umstellung von Gleichstrom auf Wechselstrom. 21 12. Der Thomastag, der 21. Dezember, zum kürzesten Tag des Jahres erklärt. Der 13.12., der Lucientag, war der frühere kürzeste Tag des Jahres. 28.12. Holzrekordpreise: Für verschiedene Lose der Städtischen Forstdeputation wurden Höchstpreise von 94 426 Mark geboten. 29.12. Wieder gesicherte Brotversorgung. Keine Streckung durch Kartoffeln.
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Eitel Knitter: Rückblick auf das Jahr 2020
Eitel Knitter
Rückblick auf das Jahr 2020 Januar 2020
17.02. Anglerverbände sorgen für Nachwuchs mit 28 kg Glasaalen. 05.01. Steht ganz im Jahr der 750 Jahrfeier. 25.02. Templin macht mit beim Kippenre07.01. Appell zum Erhalt der kleinen Krancyceln. kenhäuser. 26.02. Feuerwehr bald auf den Stundenplan 09.01. Das Wetter im Dezember 2019 zu an den Schulen? mild. 28.02. Gandenitz, Bernd Bujak hält seit 60 13.01. „Seehotel Templin“ 2019 gefragt wie Jahren der Feuerwehr die Treue. nie. 29.02. Meteorologen, Brandenburg wärms14.01. Mit der Kurkarte freie Fahrt in die ter Winter aller Zeiten? Ortsteile. 15.01. „Klimahysterie“ zum Unwort des März 2020 Jahres gekürt. 17.01. Dr. Ruth Mähl erhält Templiner Eh- 02.03. Coronavirus breitet sich zurzeit weltrenmedaille. weit aus. 18.01. Bundestag diskutiert Tempo 30 in 05.03. Desinfektionsmittel vom Rathausallen Städten. Klo gestohlen. 23.01. Abschied von Templiner Zeitzeugin 06.03. Brandenburg prüft Stromerzeugung Elfriede Sydow. durch Wasserkraft. 24.01. Das Wetter 2019 in der Uckermark 09.03. 10.250 Bäume im Templiner Stadterneut zu warm. forst gepflanzt. 14/15.03. Ab Mittwoch den 18. bleiben SchuFebruar 2020 len und Kitas geschlossen. 03.02. Beliebter Gasthof „Drei Eichen“ in 16.03. Brandenburg steht vor größter Krise Warthe seit 1909. aller Zeiten. 04.02. Europa: Kein Grund zur Panik vor 23.03. Landrätin warnt wegen Corona-Krise dem Coronavirus. vor Panikmache. 05.02. Templiner Feuerwehr mit 176 Einsät- 24.03. Ausbruch der Afrikanischen Schweizen im Jahr 2019. nepest in Westpolen. 07.02. Templin, am 10. Februar Grundstein- 25.03. Brandenburg will wegen Coronalegung für neue Sporthalle. Krise Jagd verbieten. 10.02. Künftig schneller mit dem Zug nach 29.03. Darf man jetzt noch ins eigene FeriBerlin. enhaus? 11.02. Wetter in der Uckermark im Januar 31.04. Kaum ist der Frühlingsanfang vorbei viel zu mild. kommt der Winter.
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Templiner Heimatkalender 2022
April 2020
28.05. Trockenheit macht Bäumen im Besonderen der Robinie, zu schaffen. 01.04. Bei Corona-Verstößen drohen bis zu 30/31.05. Kinder stürmen Freizeitterrassen 25.000 Euro Strafe. im Bürgergarten. 02.04. Der Weg um den Weinberg wird hergerichtet. Juni 2020 02.04. Klima-Rätsel:Uralter Regenwald in der Antarktis entdeckt. 03.06. Neuer Wertstoffannahmehof bei Tem06.04. Keine Jugendweihen im Mai erlaubt. plin eröffnet. (ehemals KfL) 08.04. Das Wetter im März kühler als im 04.06. VR Polen plant die Schiffbarkeit der Februar. Oder auszubauen. 09./10.04. Die Wälder durch Hitze und Dürre 05.06. Lychen:Unbekannte haben mit der stark gefährdet. Verseuchung von Badeseen gedroht. 14.04. Corona hat die 750-Jahrfeier bislang 6./7./ 06. Das Wetter in der Uckermark im fest im Griff. Mai relativ kühl und trocken. 17.04. Deutschland droht im Corona-Jahr 10.06. Endlich grünes Licht für Wohngebiet der dritte Dürresommer. Ludwigshof. 21.04. Gedenkstein im Bürgergarten erinnert 19.06. Kreistag spricht sich gegen Gasföran Reichskanzler Bismarck. derung aus. 25.04. Corona: Maskenpflicht in Bus, Bahn 20.06. West-Nil-Virus setzt sich in Europa und Supermarkt. fest. 27.04. Weniger Corona im Osten: Wirkt die 25.06. Templin. Puschkin Str.15/16 DenkDDR-Impfpflicht noch nach? mal des Monats Juni. 26.06. Gewalt gegen Polizei im Nordosten auf den Höchststand. Mai 2020 27./28.06. Unter der Uckermark schlummert 2/3.05. Windbranche will Einsprüche von ein mächtiger Vulkan. Bürger aushebeln. 29.06. DRK-Sozialstation in die Puschkin 05.05. Biber stoppt Wasserwanderer am Straße umgezogen. Krüseliner Bach. 07.05. Wieder Baum mit Seeadler-Horst in Juli 2020 der Uckermark illegal gefällt. 08.05. Wetter im April in der Uckermark: 01.07. Kommen nun die Corona-Tests für Viel Sonne und zu trocken. alle Bürger? 11.05. Zuckerstopp künftig für Baby- und 01.07. Minister Vogel tut nichts gegen die Kindertees. Zerstörung der Adlerhorste. 13.05. Kurstadt Templin von Corona-Pan- 03.07. Die Ost-Mark verschwand im Juli vor demie schwer getroffen. 30 Jahren. 22.05. Brandenburg will häufiger Lehrer auf 07.07. Das Wetter im Juni relativ warm und Corona testen. sehr trocken. 23/24.05. „Ahorn-Seehotel“: Am Montag 11.07. Corona: Die seltsamste Krankheit reisen hier die ersten Gäste an. aller Zeiten. 26.05. Seit Wochen keine Neuinfektion von 17.07. Der Kiefernprozessionsspinner frisst Corona in der Uckermark. sich durch die Schorfheide.
Eitel Knitter: Rückblick auf das Jahr 2020
21.07. Das Bauen mit Hanf: Ist das die Zukunft? 25.07. Werden in Brandenburg die reinen Schottergärten bald verboten. 28.07. Kühles Wetter hemmt die Badelust der Uckermärker. 30.07. Junge Mütter immer älter: Erstes Kind mit fast 30 Jahren. 30.07. Innerhalb weniger Jahre legte der Feldhamster steilen Abstieg hin.
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12./13.09. Pfarrer Ralf-Günther Schein hat den Talar an den Nagel gehängt. 17.09. Rathaus bekam den „Alten Fritz“ für die Ewigkeit. 19./29.09. Brückenbau in Vietmannsdorf komplizierter als gedacht. 23.09. Kritik an der Teichanlage im Bürgergarten reißt nicht ab. 23.09. Katja Lorenz organisiert seit 26 Jahren die Jugendweihen. 26./27.09. Der Riesenstein in Ringelwalde mit Graffiti beschmiert. August 2020 26./27.09. Hochwirksame Antikörper gegen 05.08. Das Wetter im Juli 2020 ein recht Corona-Virus entdeckt. kühler Sommermonat. 29.09. Anfragen für knapp 1700 Hektar 07.08. DLRG: Jedes zweite Kind kann nicht Ackerland für Solaranlagen gestellt. schwimmen. 12.08. Das Land hat kein Interesse an SchieOktober 2020 fergas und Fraking. 13.08. Versenkt Trump doch noch die Ost- 01.10. Ein Atom-Endlager im Norden von see-Pipeline. Brandenburg? 15./16.08. Prenzlau gegen Solarfelder auf 05.10. Gedenkstein „750 Jahre Templin“ im Ackerböden. Bürgergarten enthüllt. 19.08. 10000 Bäume seit März im Templiner 06.10. Corona: Unmut wegen vollgefüllter Forst gepflanzt. Busse. 22./23.08. Die Brücke am Fährkrug ist seit 07.10. Lychen. Stadtverordnete leisten sich kommunalen Kindergarten. Montag dicht. 25.08. Neuer Anlauf für Steuer zur Zweit- 08.10. Mit Zaun und Militär gegen die Afwohnsteuer in Templin. rikanische Schweinepest. 26.08. So zeitig wie nie: Der „Templiner 12.10. Schleuse Zaaren nach Sanierung wieHeimatkalender“ erschienen. der offen. 27.08. Der Borkenkäfer explodiert die 14.10. Pflugmethode aus der DDR soll Klischwersten Schäden seit 200 Jahren. ma retten. 30.08. Trockenheit und Waschbären gefähr- 16.10. Freilichtbühne soll grünes Klassenden die Sumpfschildkröten. zimmer werden. 16.10. Die Europäische Sumpfschildkröte lebt noch in der Uckermark. September 2020 22.10. Die zweite Coronawelle erreicht die 03.09. Schutzstatus für Ackerflächen geforUckermark. dert. 24.10. Stadt will für Umfahrung von Kneh5/6.09. Das Wetter im August war zu warm den nach Klosterwalde sorgen. und zu trocken. 09.09. Corona-Krise kostet Gastwirte 17,6 Milliarden Euro.
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November 2020 02.11. Der Weihnachtsmarkt in Templin noch nicht abgesagt. 03.11. Coronafall am Krankenhaus in Templin. 05.11. Wolfshagen: 50000 Junglachse aus Dänemark eingesetzt. 07./08.11. Waldhof Templin muss komplett in Quarantäne. 07.11. Das Wetter in der Uckermark im Oktober mild und regnerisch. 13.11. Hardenbeck hat nun sein eigenes Mauerdenkmal. 17.11. Wieder ein bestätigter Fall von Vogelgrippe. 23.11. Gregor Gysi will wieder in den Bundestag. 24.11. Bürgerinitiative gegen den Straßenausbau bei Knehden. 27.11. 30 Millionen Euro für unsere geplante „Europäische Schule“.
Templiner Heimatkalender 2022
Dezember 2020 02.12. Brücke Dargersdorf-Vietmannsdorf wieder befahrbar. 03.12. Prenzlau bekommt Impfzentrum. 04.12. Schlüsselübergabe: Ab 1. Januar neuer Träger für das Museum. 08.12. Das Wetter im November mild und extrem trocken. 10.12. Kohle und Atom weg: Wann fällt dann der Strom aus? 15.12. Christian Falk 51 Jahre Tierarzt in Röddelin. 18.12. Lychen. Horst Jähnke für 70 Jahre im Dienst der Feuerwehr geehrt. 21.12. Impfzentrum Uckermark öffnet erst Ende Januar. 28.12. Angler dürfen am Weinberg vorerst bleiben. 29.12. Böllern am Jahreswechsel nur begrenzt möglich. 31.12. 2021 wird ein deutsches Superwahljahr.
Martin Kunze: Im Schatten der Pandemie – Ein Rückblick zum 750. Stadtjubiläum
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Martin Kunze
Im Schatten der Pandemie Ein Rückblick zum 750. Stadtjubiläum Was für ein Jahr! Anno domino 2020 beging unsere uckermärkische Kleinstadt Templin mit Stolz und Würde und inmitten der Corona-Pandemie ihr 750-jähriges Bestehen. In zwei dicken Chroniken, mehreren Bildbänden und zahlreichen Berichten der Medien waren schon zuvor unzählige Details zur Entstehung und Entwicklung der Stadt nachzulesen. Mit einer brillanten Festschrift und einem Vortragszyklus wurden die Kenntnisse der Bürger der Stadt und der zahlreichen Besucher auf den neuesten Stand gebracht und das festliche Jahr eingeleitet. Die Darstellung unverwechselbarer Merkmale der Stadtgeschichte wurde für einen großen Festumzug und abschließende Veranstaltungen vorgesehen. Doch im Interesse der Gesundheit aller Bürger musste der Festzug ebenso ausfallen wie andere Höhepunkte. Mit einer kleinen festlichen Veranstaltung und der Enthüllung eines Gedenksteins im Bürgergarten, der an die Erstnennung Templins vor 750 Jahren erinnert, ging das festliche Jahr am 2. Oktober offiziell zu Ende. Der Stolz und die Kraft dieser Stadt kam in diesen Worten ihres Bürgermeisters zum Ausdruck: „Wie problematisch ist es denn, die 750 Jahre unserer Stadt ein Jahr später festlich darzustellen?“ Was für ein Jahr, und was für eine Stadt! Templin, Kurstadt und Thermalsoleheilbad, bietet heute einen rundum erfreulichen Anblick. Gut ausgebaute Straßen verlaufen zwischen Häuserzeilen, in denen selbst alte Fachwerkbauten aussehen, als seien sie erst vor kurzem
errichtet worden. Gepflegte Anlagen sowie zahlreiche Bäume entlang der Straßen und Alleen bieten farbige und erfrischende Abwechslung. Und, nicht zu vergessen: Das Ganze wird umringt von einer Stadtmauer, deren gepflegte Schönheit nicht erkennen lässt, dass auch sie schon runde 700 Jahre alt ist. Neben den Bewohnern fühlen sich jährlich hunderttausende Besucher zwischen diesen wuchtigen Mauern unseres alten Städtchens, des wahren Zentrums der Uckermark, wohl. In Kenntnis der historischen Daten, des angeführten guten Bildes der Stadt sowie in Kenntnis der von den Bürgern mit viel Energie und Freude getroffenen Vorbereitungen zum Festjahr sucht der Hobby-Analytiker hier nach Antwort auf diese Fragen: Was war denn das ganz Besondere an der Historie der Jubilarin, das Herausragende an ihrer 750-jährigen Geschichte und am Leben ihrer Bewohner? Was hob Templin heraus aus der Geschichte der Nachbarstädtchen? Aber auch: Wie könnte es denn weitergehen? Dem Analytiker fielen nachstehend genannte Merkmale und Zeiträume besonders ins Auge, die man nach seiner Meinung erkennen und denen man mehr Aufmerksamkeit widmen sollte. Vor allen anderen Dingen ist es die Stadtmauer, die zu einem ersten Nachdenken über die Stadtgeschichte auffordert. Der Blick zu deren Geschichte geht mehr als 700 Jahre zurück und bleibt damit zu Teilen ein Phantasiegebilde. So war die heutige Uckermark zu jener Zeit wohl
24 dicht bewaldet, nur wenige Siedlungen oder Gehöfte lagen verstreut zwischen den zahlreichen Gewässern und Mooren, zu erreichen nur auf schmalen Pfaden durch das von Endmoränen der Eiszeit geprägte hügelige Gelände. Nur der Fischreichtum der Gewässer, der Holz- und Wildreichtum der Wälder machten Ansiedlung und Überleben möglich. Es war der Fischreichtum, der am 2. Oktober 1270 bei einem Gebietsaustausch zwischen den Markgrafen der Uckermark und dem Bischof von Brandenburg zur Ersterwähnung des Fleckens „templyn“ in einer Urkunde führte. Der Bischof erhielt jährlich „drei Mark Silber von den bei den Templynern liegenden Gewässern“, später auch als „Fischrente“ bezeichnet. Und am 30. August 1314 wurde der Ort in einer Schenkungsurkunde, mit welcher der Bischof die „Fischrente“ an den Vorsteher der Petrikapelle der Burg Brandenburg besiegelte, erstmals als „opidium Templin“, als Stadt, bezeichnet. Warum aber wurde gerade jene Fläche, auf der Templin entstand, stärker besiedelt als die Flecken rundum? Die ersten Entdecker, sicher „Reuter“ oder „Ritter“, hatten wohl neben dem Fischreichtum und ihren Jagderfolgen in den Wäldern den richtigen Blick für die Lage des Fleckens „templyn“. Dieses Gelände lag deutlich höher als die umliegenden Seen und Wälder, vor allem in Richtung Osten, woher immer wieder Einfälle anderer Völker oder Stämme erfolgten. Das Gelände jenseits der späteren Stadtmauer zeigt ja noch heute tiefe Absenkungen. Der Flecken, später die Stadt, war somit für Reiter und Fußvolk schwer anzugreifen, aber gut zu verteidigen. Daher ließen sich viele Siedler hier nieder. Es entstand ein größerer Ort, es wuchs Templin. Eine der ersten Aufgaben in jedem neu besiedelten größeren Ort aber war immer dessen Schutz. Schon in der Mitte des 13. Jh., so die Chronik, begann der Bau einer Stadtmauer. Bereits 1325 wird berichtet vom Umbau der Stadttore, was voraussetzt, dass diese Tore schon zuvor in einer Mauer
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oder einer stabilen Umzäunung eingelassen waren. Der Analytiker meint: Der Bau dieser 1735 Meter langen, das ganze Territorium des noch sehr kleinen Ortes umfassenden Mauer sowie ihrer markanten, noch heute allseits bewunderten großen Stadttore war das erste und wichtigste Merkmal, das Templin wirklich und dauerhaft zur Stadt machte und in die Geschichtsbücher führte. Ohne diese Mauer wäre die spätere gute Entwicklung Templins nicht vorstellbar. Die Mauer prägte und beeinflusste das Leben der Stadt über die nächsten 500 Jahre. Sie zog Siedler an, denn sie schützte bis zur Erfindung weit reichender Feuerwaffen vor Feinden und Überfällen. Gleichzeitig führte die durch sie geschaffene Enge der Bewohner auch zur raschen Ausbreitung von Seuchen, so beim zweimaligen Ausbruch der Pest in Umland und Stadt. Im Schutz seiner Stadtmauer überlebte Templin im 16. Jh. eine Hochwasserkatastrophe, überstand im 17. Jh. trotz riesiger Verluste den 30jährigen Krieg sowie zwischen 15. und 18. Jh. mehrere verheerende Feuersbrünste. Hinter seiner Mauer entwickelte sich Templin zur typischen Ackerbürgerstadt. Bürger, Bauern, Handwerker und Gewerbetreibende zogen in den Schutz der Mauer, ihre Äcker, Wiesen, Waldreviere und bewirtschaftete Gewässer lagen außerhalb von ihr. Drohten Gefahren, flüchtete man in deren Schutz. Fremde mussten die Tore und deren Torwächter passieren, Waren wurden mit einer Akzise belegt. Die Mauer schützte und begünstigte die Entwicklung des städtischen Lebens, trennte die Stadt aber auch von der Entwicklung des Umlandes. Der Stadtmauer ist es wohl auch zu verdanken, dass in Templin nie Kasernen gebaut wurden. Das Städtchen wurde für rund einhundert Jahre zur so genannten „Bürgerquartierstadt“, der Marktplatz diente als Exerziermeile. Nach rund 400 Jahren wurde die Mauer erstmalig durchbrochen, um Wasserpforten für Löschwasser zu schaffen. So entstanden um 1735 das Weber- und das
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Töpfertor. Eine deutliche Öffnung der Stadt in Sachen Handel und Wandel bedeutete das auf Weisung Friedrichs II. 1768 eingerichtete Neue Tor in der heutigen Oberen Mühlerstraße, eine erste Mahnung auch daran, dass im Zeitalter weit reichender Kanonen die schützende Rolle der Mauern beendet war. 1817 wurde die bis dahin immer unter dem Schutz der preußischen Könige stehende Immediatstadt zur Kreisstadt in der preußischen Provinz Brandenburg. Templin wurde damit auch zur Beamtenstadt und wuchs aus den Toren hinaus. Signal einer neuen Zeit war die von 1866 bis 1870 erfolgte Rekrutierung von Bürgern aus Templin zur Teilnahme an den Kriegen Preußens gegen Österreich, Dänemark und Frankreich. Mit der Zugehörigkeit zum 1871 ausgerufenen deutschen Kaiserreich der Hohenzollern, einem nach Macht und Ansehen strebenden Staat in der Mitte Europas, ging das tief provinzielle Leben Templins innerhalb seiner stabilen Stadtmauer dem Ende entgegen. Nur eine in der Stadtchronik festgehaltene Aufzählung von Berufen und Liegenschaften spricht noch 1907 von der Ackerbürgerstadt: „17Ackerbürger besitzen zwischen 5 und 13 ha, 1 Ackerwirt 5 ha, 29 Landwirte 1 bis 98 ha, 9 Eigentümer 1 bis 5 ha, 2 Gutsbesitzer 100 ha“. Das war zahlenmäßig richtig, gehörte aber schon zu einem späteren, die Geschicke der Stadt ebenfalls nachhaltig prägenden Zeitraum. Hier ein Fazit zur ersten Besonderheit der Stadtgeschichte. Die rund 700 Jahre alte Stadtmauer wird heute viel zu wenig gewürdigt. Der Bau der Mauer selbst, ihr Ausbau mit Wieckhäusern und Türmen sowie der Bau der bewunderungswürdigen Stadttore war eine zwar lang andauernde, aber dennoch großartige und aus heutiger Sicht nahezu unvorstellbare Leistung der damaligen Bewohner und der dazu verpflichteten Handwerker. Templin hatte zu jener Zeit nur wenige Einwohner, auch das Umland war nur dünn besiedelt. Zur Verfügung standen nur Pferd, Wagen und Men-
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schenkraft. Insofern ist die Errichtung solcher Bauwerke, nicht nur in Templin, durchaus mit den viel bewunderten Bauwerken vergangener Zeiten in anderen Kulturkreisen zu vergleichen und sollte ebenso bewundert werden. Die Stadtmauer ist heute das prägende Kennzeichen und der am meisten bewunderte Anziehungspunkt unserer Stadt. Sie verhalf dem Flecken „templyn“ dazu, Stadt zu werden, und sie verhalf Templin in späterer Zeit sogar zum Beinamen „Rothenburg des Ostens“. Die für diese Bauten erbrachten Leistungen und ihre Bedeutung für die Geschichte der Stadt gehören heute nicht nur in Chroniken und Bücher, sondern, so die Meinung des hier Schreibenden, in jedes regionale Nachschlagewerk und in den Unterrichtsstoff der städtischen und regionalen Schulen und Gymnasien. Erstreckte sich der Bau der Stadtmauer auf etwa 150 Jahre und die davon beeinflusste Entwicklung Templins über die folgenden 500 Jahre, so dauerte der nächste, besonders zu beschreibenswerte Entwicklungssprung der Stadt nur knapp 40 Jahre, und die sich daraus ergebenden Veränderungen beeinflussten das Leben der Stadt nur ein Dreiviertel des folgenden Jahrhunderts. Das 1871 entstandene deutsche Kaiserreich hatte sich in den letzten Jahrzehnten des 19. und den ersten des 20. Jahrhunderts zu einer politischen, wirtschaftlichen und militärischen Großmacht entwickelt. Wenn auch im Norden der Provinz Brandenburg etwas abgelegen, erfasste dieser Aufschwung auch Templin. Die Stadt erlebte von 1875 bis 1914 Veränderungen, deren Tempo und Inhalt ihr Leben bis fast zum Wechsel in das 21. Jahrhundert prägten. Spuren davon sind noch heute erkennbar. Die wichtigste Erkenntnis: Templin öffnete sich, wuchs deutlich heraus aus seiner Stadtmauer, suchte und fand Anschluss an das Umland und die Welt. Der Leser kann feststellen: Alle nachfolgend genannten Veränderungen erfolgten innerhalb von nur 45
26 Jahren. Hier die wichtigsten Fakten: Die Stadtmauer wurde durchbrochen. Beim Bau der Bürgerschule entstanden das Schul- und das Eichwerder Tor. Dem Bau des Postamtes in der heutigen Puschkinstraße ging der Abriss der Mauer in diesem Bereich voran. Am Berliner Tor wurde der Wallgraben überwölbt und damit, ebenso wie durch den Abriss der Waldemartore am Berliner- und am Mühlentor, eine bessere Durchfahrt ermöglicht. Die Wiekhäuser der Mauer wurden unter Schutz gestellt und ihr Umbau verhindert. Was bedeutete: Die Stadtmauer wurde aus einem schützenden Gürtel zur immer stärker wirkenden Sehenswürdigkeit. Wichtige Straßen der Innenstadt wurden ausgebaut und gepflastert. Der Bau fester Landstraßen von Templin nach Lychen, Gandenitz, Boitzenburg sowie über Ahrensdorf nach Milmersdorf, Stegelitz und Wilmersdorf schuf bessere Voraussetzungen für Handel und Warenverkehr der Stadt, in der 1893 das erste Auto rollte, Vorbote des Verkehrs der Zukunft. Die größte Veränderung erlebte Templin mit dem Ausbau des Eisenbahnnetzes. In der für Bahnbau außerordentlich kurzen Zeit von 1888 bis 1912 wurde Templin zum Eisenbahnknotenpunkt! Fünf Strecken führten von Templin nach Löwenberg und damit zum Anschluss nach Berlin, nach Prenzlau, Joachimsthal und Eberswalde, nach Fürstenberg und Fürstenwerder. Dazu gehörten der Bau einer Brücke am Fährsee, der Bau von Haupt -und Vorstadtbahnhof, Betriebswerk, Lokschuppen mit Drehscheibe sowie ein Wasserturm. Der Ausbau der Strecke von Berlin über Templin nach Strasburg wurde durch den ersten Weltkrieg unterbrochen. Der Beruf des Eisenbahners wurde zu einem Markenzeichen für die Stadt. Der Templiner Kanal wurde auf 40 km Länge vertieft und verbreitert, die Schleuse neu gebaut und so der Schiffsverkehr ermöglicht. Mit dem besseren Verkehrsangebot stieg die Zahl der Touristen. Seit 1888 führte Templin den Titel „Luftkurort“. Zügig voran ging in
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diesen Jahren auch der Bau markanter Gebäude, Anlagen und Wohnhäuser. Zwischen 1879 und 1912 entstanden oder wurden in Betrieb genommen: Ein neues Krankenhaus, das „Kirsteinhaus“, die repräsentativen Gebäude der Post, der ersten deutschen Forstschule, das „Kreishaus“, die „Bürgerschule“ und, als ein Höhepunkt, das „Joachimsthalsche Gymnasium“. Das sich nach 1877 entwickelnde Schulwesen der Stadt wurde durch die Einrichtung einer Privatschule, eines Reformrealgymnasiums, einer Gewerbeschule, die „Bürgerschule“ und das „Joachimsthalschen Gymnasium“ so erweitert, dass sich Templin als Schulstadt bezeichnen kann. Im Südosten der Stadt entstand als erste große Touristenanlage das „Posterholungsheim“. im Norden, im Anschluss an Bahn und Wasserwege, entstanden zahlreiche kleine Unternehmen und viele Wohnungen. In weniger als 20 Jahren, von 1890 bis 1910, erfolgte auch für Templin der Anschluss an die technischen Möglichkeiten des neuen Jahrhunderts. Nach dem Bau von Wasserturm und Wasserwerk hatte Templin 1905 schon mehr als 100 Hauswasseranschlüsse, und nur 4 Jahre nach dem 1896 erbauten Elektrizitätswerk leuchteten in Templin die ersten elektrischen Lampen auf. Mit der Elektrizität verbesserten sich die wirtschaftlichen Möglichkeiten. Es folgte der Anschluss an das öffentliche Telefonnetz, das erste Kino nahm seinen Betrieb auf. Nach der Pflasterung von Straßen rollte sogar die erste Kehrmaschine darüber. Seit 1883 sorgte die „Freiwillige Feuerwehr“ für die Sicherheit der Bewohner, und seit 1848 erschien das „Templiner Kreisblatt, seit 1890 die „Templiner Zeitung“. Ein Fazit auch für diesen, dem Analytiker aufgefallenen Zeitraum der Templiner Geschichte: Der jähe Wechsel der lange vom Mittelalter geprägten Kleinstadt in das von technischem Fortschritt und mehrfachem gesellschaftlichem Wandel gekennzeichnete 20. Jahrhundert fiel der Verwaltung und den Bürgern der Stadt sicher nicht leicht.
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Deshalb sind die hier genannten kurzen Zeiten für Planung und Entschlussfassung zu neuen Bauten ebenso bemerkenswert wie die stets kurzfristige Bereitschaft, Grundstücke zur Verfügung zu stellen, finanzielle Vorleistungen zu gewährleisten und Genehmigungen für Geschäfte und Unternehmen zu erteilen. Kein Vergleich zu heute! Nur so konnte Templin den neuen Anforderungen gerecht werden. In Erinnerung sollten daher nicht nur die genannten Fakten bleiben, sondern auch jene Personen, die diese Leistungen und Veränderungen maßgeblich vorantrieben, so die Bürgermeister jener Jahre, Friedrich Nitzsche (1872-1887), Richard Neumann (1888-1909), Adolf Mann (1909-1911), und Georg Riebeling (1911-1933), aber auch die Tatkraft und Umsicht des jeweiligen Magistrats der Stadt. Die Ergebnisse dieses kurzzeitigen Entwicklungssprungs bildeten die Grundlage für die Entwicklung der Stadt im 20. Jahrhundert. Auch das sollte in Schule und Ausbildung gelehrt und in den Medien häufiger genannt werden Die dieser stürmischen Entwicklungszeit folgenden Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts brachten der zuvor ruhig lebenden kleinen Stadt fast unvorstellbare und stets schnell vor sich gehende Veränderungen. Aus dem von 1914 bis 1918 dauernden 1. Weltkrieg, mit dem das deutsche Kaiserreich zu Ende ging, ergaben sich neben menschlichen Verlusten auch harte Belastungen für die Stadt. In der von 1918 bis 1933 existierenden Weimarer Republik erlebte Templin in den 1920er Jahren die bisher schlimmste Weitwirtschaftskrise. Ungeachtet dessen war es eine Zeit, in der Templin sich durch Weltschaft und Einwohnerzahl vergrößerte. Die Stadt wuchs weiter aus der Stadtmauer hinaus. Die Herrschaft des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 und der von ihm ab 1939 verursachte 2. Weltkrieg hinterließen der Stadt durch einen am 6. März 1944 erfolgten Bombenangriff und die mit dem Kriegsende einhergehenden Folgen zahlreiche Tote und
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Verletzte, zerstörte Häuser und Anlagen sowie unbeschreibliche Wohnungsnot. Das Stadtbild, von 1914 bis 1945 nur durch wenige markante Bauten verändert, so die moderne Ferienanlage für Kinder im „Postheim“ (1926), die katholische Kirche (1935) , das Amtsgerichtsgebäude (1937), das erweiterte Krankenhaus und die Pionierbrücke (1937), wurde durch den Bombenangriff großflächig verändert. Die Jahrhunderte alte Stadtmauer allerdings blieb, eines der kleinen Wunder, nahezu unversehrt. Einer kurzzeitigen Besetzung durch sowjetische Truppen und der ersten Beseitigung von Trümmern folgte von 1949 bis 1990 mit der Gründung der DDR die Zeit des Sozialismus. Templin gehörte als Kreisstadt zum neuen Bezirk Neubrandenburg. Auch dank der schon vor 1914 geschaffenen Voraussetzungen erholte sich die Stadt von den Kriegsfolgen. Der florierende Bahnverkehr und der Bau von zwei großen Ferienhotels schufen gute Bedingungen für den Tourismus. Templin wurde Kurstadt. Ein Textilbetrieb, ein Möbelwerk und die staatliche Forstwirtschaft nahmen die Arbeit auf. Der Bürgergarten wurde in den 1970er Jahren zum Schmuckstück gestaltet. Mit der Schaffung von LPG und VEG wurde im übertragenen Sinne die „Ackerbürgerstadt“ fortgesetzt. In der Nord- und Südstadt, aber auch in der historischen Altstadt, wuchsen neue Wohnviertel im Plattenbaustil jener Jahre. In der Mühlenstraße entstand dabei ein Gebäude, das den gesamten alten Baustil konterkarierte. Mit dem Bau von Schulen und der Schaffung eines „Instituts für Lehrerbildung“ im alten Gemäuer des „Joachimsthalschen Gymnasiums“ erlebte die „Schulstadt“ eine neue Blüte. In übergeordneten Verwaltungen entstand die Idee, Templin zur „Sozialistischen Stadt“ zu entwickeln. Dazu fehlten jedoch nicht nur die notwendigen materiellen und finanziellen Mittel, sondern wohl auch der echte Wille und die Vision der Obrigkeit zur sachgerechten Erhaltung der historisch
28 gewachsenen uckermärkischen Kleinstadt. Ein deutliches Zeichen dafür war die langjährige Nachlässigkeit beim Erhalt der Stadtmauer und der Verfall historisch wertvoller Häuser. Dann aber, fast nicht mehr erwartet, gab es, beginnend mit der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten, der so oft genannten „Wende“, einen erneuten, bemerkenswerten Entwicklungssprung für unsere Stadt. Dieser, noch kürzer als jener zwischen 1875 bis 1914, lässt sich nach den in der Chronik genannten Fakten auf die wahrlich kurze Zeit von nur 20 Jahren, den Zeitraum von 1990 bis 2010, begrenzen. Mit der Wiedereinführung demokratischer Strukturen veränderten sich nicht nur die gesellschaftlichen Verhältnisse in der Stadt. Sie veränderten auch die Möglichkeiten zur sachgerechten Wiederherstellung des historischen Stadtbildes. Und: Die Veränderungen waren, nach heutiger Ausdrucksweise, nachhaltig, und wirken, so bleibt zu hoffen, auf lange Sicht. In Templin wurden die durch die freien Wahlen im März 1990 gebotenen Möglichkeiten rasch und geschickt genutzt. Die neue Kommunalverfassung vom Mai 1990 gab der Stadt das Recht zur Selbstverwaltung. Das änderte sich auch nicht, als Templin ab 1993 nicht mehr Kreisstadt, sondern „nur“ noch Mittelzentrum im neuen Kreis Uckermark wurde. Die umliegenden Orte wurden eingemeindet, Templin wurde flächenmäßig die achtgrößte Stadt der Bundesrepublik, wurde Mitglied im „Deutschen Städtetag“ und Mitbegründerin der „Arbeitsgemeinschaft Städte mit historischem Stadtkern“. Damit gelangte die Stadt in das „Programm für städtebaulichen Denkmalschutz“. All das war verbunden mit möglichen Zuwendungen. Die Stadtverordneten erarbeiteten alsbald eine „Gestaltungs-, Denkmals- und Sanierungssatzung“ für Templin, gerichtet auf die historische Werterhaltung der Stadt. Der im Verglich zu den Städten und Städtchen der Umgebung ungewöhnlich frühe Beginn vor allem
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der baulichen Veränderungen in Templin ist auch einem glücklichen, durch Bürgermeister und Verwaltung geschickt genutzten Umstand zu verdanken. Horst Baage, von 1992 bis 1998 Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung, berichtet im Heimatkalender 1997 über die Verdienste, die sich der im Ruhestand befindende Stadtbaudirektor Kappmeier aus Lichtenau (Westfalen) als erfahrener Fachmann für den Aufbau einer aktiven Verwaltung beim Erarbeiten und Verabschieden notwendiger Dokumente in Templin erwarb. Ulrich Schöneich, am 31.5.1990 zum Bürgermeister gewählt, nahm den sachkundigen „Berater“ in seiner Wohnung auf und berichtete dem hier Schreibenden, wie in oft tage -und nächtelangen gemeinsamen Beratungen das Dunkel bisher unbekannter neuer Gesetze und Dokumente gelichtet wurde und wie man durch diese sehr notwendige Hilfe rasch zu praktischer Umsetzung derselben für Templin gelangte. Wichtig für diese Entwicklung war auch die am 1.9.1990 angeschlossene Städtepartnerschaft mit Bad Lippspringe (NRW), in deren Auftrag auch der o.a. Herr Kappmeier tätig wurde. Das durch die Währungsunion vom Juli 1990 plötzlich vorhandene „Westgeld“, die durch die Investitionspauschalen von Bund und Ländern und sonstige Fördermittel waren schnell und zielgerecht einzusetzen. Die Stadtverwaltung, unterstützt durch einen „Arbeitsförderkreis der Kurstadt Templin“, fasste das rasch und geschickt an. Einer der ersten, aber dauerhaften Beschlüsse der Stadtverwaltung war die Festlegung einer Marktordnung, ein Beschluss dem die Nutzer der Templiner Wochenmärkte noch heute dankbar sein können. Eines der ersten großen Projekte aber war die umfassende Sanierung der Stadtmauer. Und 12 Jahre später, 2002, erstrahlte diese, einschließlich des zuvor nahezu vergessenen Mauerumweges und des „Akzisehauses“, in nie zuvor gesehener Schönheit. In rascher Folge entstand auf 50 ha Fläche an der Dar-
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gersdorfer Straße bis 1995 eine Rehaklinik, heute bekannt und beliebt als „Seniorenlandsitz“, wurde der fast abenteuerliche Plan für ein neues Gymnasium verabschiedet und bereits 1996 realisiert. Parallel dazu entstand die „Kurmeile“, ein noch heute zu bewundernder Pfad durch die Templiner Landschaft. Ab 1992 begann man mit der umfassenden Sanierung des historischen Stadtkerns, abgeschlossen im Jahr 2000 mit einer Auszeichnung für die Stadt. Die Stadtverwaltung zog in dieser Zeit in das Kreishaus Prenzlauer Allee um, womit auch die Stadtbibliothek nach vielen Umzügen endlich ein festes Quartier erhielt. Das alte „Historische Rathaus“ auf dem Markt wurde geschickt restauriert und zeigt sich, umgeben von 80 schönen Linden, seit 2003 mit Touristinformation, Festsaal und Seniorentreffpunkt als Schmuckstück und wahrer Mittelpunkt der Stadt. Der Ausbau einzelner Bereiche, wie der „Suckow-Hof“ am Markt 4 bis zur Gasse zwischen Thälmann- und Pestalozzistraße sind städtebauliche Schmuckstücke geworden. Auch die „Maria –Magdalenen -Kirche“ wurde restauriert und erhielt dabei eine Schuke-Orgel. Buchstäblich an jeder Ecke der Stadt wurde gebaut und saniert. Das „Postheim“ wurde von 1992-1999 durch ergänzende Neubauten zu einer „Perle der Stadt“ gestaltet. Es entstanden die Wohngebiete „Annenwalder Weg“ und das „Vogelviertel“, die neu geschaffene Wohnungsbaugesellschaft „WOBA“ sorgte dafür, dass in Templin alte Plattenbauten nicht abgerissen, sondern so sorgfältig rück -und umgebaut wurden, dass sie heute das Stadtbild, in der Lychener und der Dargersdorfer Straße, verschönern. Es gab auch „Verluste“ mit der „Wende“. Das „Hotel am Bürgergarten“ fiel ebenso weg wie das rohbaufertige „Hotel Buchheide“, Möbelwerk und Bekleidungswerk schlossen, der Bahnknoten Templin war Vergangenheit. Einen teilweisen Ausgleich schufen neue Gewerbeparks an der Hans-Sachs-Straße und
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der Hindenburger Straße Das Sozialprojekt „Waldhof“ wurde erweitert. Es entstanden neue Pflegebetriebe, ein Obdachlosenheim und das evangelische Seniorenzentrum „Kirsteinhaus“. Es entstanden mehrere, lang erwartete Autohäuser, eine beachtliche Zahl von Supermärkten sowie neue Gewerbebetriebe. Die neue „Uckermärkische Verkehrsgesellschaft“ bot einen florierenden, in Templin gar fahrscheinfreien Busverkehr. Aus -und umgebaut wurden die alte „Bürgerschule“ und das Krankenhaus. Das größte Hotel Brandenburgs, das „Seehotel“, erweiterte seine Außen- und Innenangebote und blieb einer der größten Arbeitgeber der Stadt. Und, nicht zu vergessen, umrahmt von vielem Für und Wider bei Planung und Entstehung, wurde im November 2000 die „NaturTherme“ eingeweiht. Templin war nun außer „Kurstadt“ auch „Thermalsoleheilbad“. Nahebei erfolgte wenig später die Einweihung eines Ferienparks, und vor den Toren der Stadt entstand aus dem ehemaligen „Woroschilow – Lager“ der „Eldorado“ -Freizeitpark. Neu ausgebaute Straßen verbinden das Zentrum mit den Orten Hindenburg, Hammelspring und Petznick. Innerhalb der Stadt erfolgte der Ausbau von Straßen, eine neue „Pionierbrücke“ entstand. Leitungen für Gas, Wasser und TV-Kabel wurden neu verlegt. Die Schleuse am Kanal wurde neu gebaut und in Anwesenheit des Ministerpräsidenten eingeweiht, eine Vorsaussetzung für den Ausbau des Bootszum künftigen Yachthafen am Stadtsee. Hat der Analytiker alles gesagt? Sicher nicht. Die Veränderungen in diesen 20 Jahren überstiegen jedes vorher bekannte Maß. Die Stadt wurde schöner und interessanter, veränderte ihr Gesicht. Das historische Gesicht wurde trotz notwendiger Modernisierungen an vielen Stellen wieder deutlich. Das war und ist eine großartige, gemeinsame Leistung von Bürgermeister, Stadtverordneten und teilnehmenden Bürgern und Bauleuten. Das sollte, jetzt und in Zukunft, in Schule und
30 Berufsausbildung immer wieder gelehrt und hervorgehoben werden. So weit mein Rückblick. 750 Jahre Templin. Eine lange ruhige und zwei kurze, stürmische Zeiträume. Die Stadt bereitete sich vor auf ihre große Feier zum „750“. Auch in den Jahren von 2010 bis 2020 ging es natürlich noch voran. Im Mai 2010 übernahm Detlef Tabbert nach seiner Wahl zum Bürgermeister den Stab von Ulrich Schöneich. Ein „Zukunftstag“ auf dem Markt, veranstaltet von Verwaltung und Medien, brachre viele Ideen. Neue Wohnbereiche für Ältere entstanden im „St.-Georgen-Hospital“ und der Oberen Mühlenstraße. Das „Stadtmuseum“ wurde umgebaut und neu eröffnet, der „Jüdische Friedhof“ neugestaltet. Die Hauptstraße wurde total saniert, der Stadthafen ausgebaut, der „Bürgergarten“ zu alter Schönheit umgestaltet, eine Bahnlinie wieder in Betrieb genommen. Die Stadt war bereit zum Feiern. Tausende Gäste wurden erwartet, wie schon in den Vorjahren Templin war zunehmend „in“. Doch dann kam der Virus und mit ihm die Pandemie. Templin hatte nach seiner langen Geschichte ein Maximum erreicht durfte sich dessen aber leider nicht rückhaltlos freuen. Trotzdem: Templin war (und bleibt) das „Rothenburg des Ostens“, Kurstadt und Thermalsoleheilbad, genannt auch „Stadt der tausend Linden“. Geliebt von Einwohnern und Gästen. Und wie steht es mit der Zukunft, fragt der Analytiker? Gut, meint er selbst. Bürgermeister, Stadtverordnete und Bürger arbeiten
Templiner Heimatkalender 2022
schon daran. Ideen gibt es nicht wenige. Die Stadt erwirbt als „Gesundheitsstadt“ einen neuen Titel. Erstmalig im Land wird neben dem Krankenhaus ein „Ambulant-Stationäres Zentrum“ erbaut und erprobt. Dem alten Stadthafen steht nach Wiedereröffnung der Schleuse Kannenburg eine gute Zukunft als Yachthafen bevor. Und im alten Gemäuer des „Joachimsthalschen Gymnasiums“ entsteht, langsam aber immer sicherer, eine „Europaschule“. Templin wird wieder, wie einst, eine bekannte Schulstadt. Das Mittelzentrum Templin entwickelt sich mit schon jetzt mehr als 100 000 jährlichen Besuchern immer stärker zum Touristikzentrum, und immer mehr junge, aber auch ältere Bürger zieht es zurück in ihre Heimat. Templin bleibt eben „in“. Lesen sie, liebe Leser, noch einmal die Eingangszeilen dieses Rückblicks. Langsam und genau. Genau. Das ist Templin. 750 Jahre alt. Eine Stadt mit langer Geschichte, deren markante Etappen nicht vergessen werden sollten. Eine wunderschöne Kleinstadt, dank moderner Kommunikationsmittel heute mit Verbindung zu aller Welt. Eine liebenswerte Stadt zum Leben und Erleben, mitten in der Uckermark.
Quellen
Templin - Eine Märkische Stadt im Wandel der Geschichte 2. Auflage 2014 Rede von Bärbel Makowitz zur Einleitung des Jubiläumsjahres am 06.1.2020 Templiner Heimatkalender 1994 und 1997 Für Informationen und Unterstützung danke ich Herrn Ulrich Schöneich