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Juli/August 2019

129. Jahrgang – Nr. 4


INHALT

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LEITARTIKEL Richard Drexl:

„Der Freistaat an unserer Seite“

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AUS DEM PRÄSIDIUM Termine . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6 Staatszuschuss für BSB . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 7 Begrüßung der neuen BSB-Mitglieder . . . . . . . . . . 7 Neues aus den BSB- und SoW-Geschäftsstellen . . . 8

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NACHRICHTEN AUS DER BUNDESWEHR

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AUSSENANSICHT

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Dr. Florian Herrmann:

„Werte verpflichten“

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TITELTEMA

2.500 Soldaten mit 250 Fahrzeugen nahmen im Mai an der freilaufenden Brigadegefechtsübung „Berglöwe“ in Südostbayern teil. Hier ein „Struber Jager“ im FeuerFoto: Bundeswehr/Norman Möller kampf.

Jürgen Reichardt:

„Die Völker Europas“

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AUS BAYERISCHEN STANDORTEN Bad Reichenhall, Hammelburg, Roding, Neubiberg, Erding, Mittenwald, Erlangen-Höchstadt

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AUS DEN BEZIRKEN

59 In Untertraubenbach wurden gleich zwei Jubiläen gefeiert: 140 Jahre besteht die SuKK und seit 140 Jahren findet die Wallfahrt nach Streicherröhren statt. Foto: Groitl/Schmidbauer

Titelfoto: Kreuz- und Fahnenträger führten den Pilgerzug bei der Wallfahrt nach Streicherröhren an. © Schmidbauer

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4,10

Veränderungen ohne Rücksicht auf kulturelle Traditionen und die tiefen Wurzeln eines Landes bringen keine Fortschritte für die Menschen. Der Freistaat Bayern, so Staatsminister Dr. Florian Herrmann, setzt auf Modernität mit Tradition. Brauchtumspflege ist dabei mehr als Behüten des Erbes. Wer wie die Mitglieder des Bayerischen Soldatenbundes Präsenz zeigt bei Fronleichnamsprozessionen, bei Dorffesten und an den Denkmälern für die Opfer und Gefallenen der Kriege, der mahnt mit zum Einsatz für Frieden und macht seine Heimat stark. Der Bayerische Landtag hat beschlossen, den Bayerischen Soldatenbund künftig mit einem zweckgebundenen Zuschuss Foto: Alfons Kollmer zu unterstützen.

NICHT EINMAL BEDINGT ABWEHRBEREIT Ihr neues Buch „NICHT EINMAL BEDINGT ABWEHRBEREIT – Die Bundeswehr zwischen Elitetruppe und Reformruine“ stellten Richard Drexl (r.) und Josef Kraus (l.) im PresseClub München vor. Etliche Zuhörer folgten gespannt den Ausführungen der beiden Autoren, die über ihren „sehr ernüchternden Bericht mit viel Grundsympathie für die Truppe“ sprachen. Die Veröffentlichung des Buches hätte aktueller nicht sein können: Am Tag nach der Buchvorstellung wurde die neue Bundesministerin der Verteidigung, Annegret Kramp-Karrenbauer, im Bundestag vereidigt. Sie sei gut beraten, wenn sie ihr Buch gleich zu Beginn ihres neuen Amtes lesen würde, so Kraus. (Foto: Klaus D. Treude)

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9 Annegret Kramp-Karrenbauer ist neue Verteidigungsministerin. Sie folgt auf Ursula von der Leyen, die vom Europaparlament zur EU-Kommissionspräsidentin gewählt Foto: Bundeswehr/Sebastian Wilke wurde.

treue Kameraden Zeitschrift des Bayerischen Soldatenbundes 1874 e.V.

IMPRESSUM „Treue Kameraden“ ist die offizielle Zeitschrift des Bayerischen Soldatenbundes 1874 e.V. Sie erscheint zweimonatlich und wird allen Vereinen im Rahmen der Mitgliedschaft geliefert. Die Zeitschrift kann auch im Abonnement bezogen werden.

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ALLGEMEINES Jürgen Reichardt: „Der gute Ruf der Truppe“ . . . . . . . . . . . . . . . . 103 Josef Kraus: „Gender und Katholische Kirche“ . . . . . . . . . . . 104 Buchpräsentation: „Nicht einmal bedingt abwehrbereit“ . . . . . . . . 105 H. Eichsteininger: „Graf Valley – Eisners Attentäter“ . . . . . . . . . . . 107

Inhaber u. Verleger: Bayerischer Soldatenbund 1874 e.V., Fürst-Wrede-Kaserne, Ingolstädter Str. 240/15, 80939 München, Tel.: (089)18999962, Fax (089) 18999963, Internet: kontakt@bsb-1874.de Bankverbindung: Stadtparkasse München, IBAN: DE41 7015 0000 0053 1299 20, BIC: SSKMDEMM Verantwortlicher Redakteur, einschließlich Anzeigen: Klaus D. Treude. Redaktionsanschrift: Bayerischer Soldatenbund 1874 e.V., Fürst-Wrede-Kaserne, Ingolstädter Str. 240/15, 80939 München, Tel. 08241/6242, Telefax 08241/4093710, E-Mail: Treue.Kameraden.Redaktion@gmx.de Es gilt die Anzeigenpreisliste vom September 2017 (s. S. 53). BSB-Sozialwerk: München – Spendenkonto: Hypo-Vereinsbank, IBAN: DE47 7002 0270 0090 1509 01, BIC: HYVEDEMMXXX BSB-Versicherungsreferent: Stefan Schmid, Am Tradl 29, 92545 Niedermurach; Tel. 09671/8269473, Telefax 0941/46392812; Email: versicherung.schmid@gmail.com Satz und Druck: Schneider-Druck GmbH, Erlbacher Str. 102, 91541 Rothenburg o. d. T., Telefon 09861/400-135, Fax 09861/400-139 Bezugspreis: 3,60 € + Versandkosten

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KRIEGERDENKMÄLER St. Mihiel/Frankreich

Nachdruck nur mit Genehmigung der Redaktion. Einsender von Manuskripten, Briefen u. a. erklären sich mit redaktioneller Bearbeitung einverstanden. Texte mit Autorenvermerk geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Alle Angaben ohne Gewähr. Keine Haftung für unverlangte Einsendungen. Titel Raute: Tim Reckmann/pixelio.de, www.pixelio.de Redaktionsschluss für treue Kameraden 5/2019 ist der 3. September 2019


Leitartikel

DER FREISTAAT AN UNSERER SEITE Foto: Treude

Finanzielle Förderung des Bayerischen Soldatenbundes 1874 e.V.

treue Kameraden 4/2019

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ahrelange intensive Bemühungen haben zum Erfolg geführt: Der Freistaat Bayern wird künftig den Bayerischen Soldatenbund 1874 e.V. (BSB) institutionell fördern. Damit wird unserer Einrichtung finanzieller Beistand geleistet und zwar in pauschaler Form. Absicht des Gesetzgebers ist nicht, einzelne Projekte oder Vorhaben unseres Bundes zu fördern, sondern die Institution als Ganzes zu unterstützen. Ein finanzieller Griff unter die Arme in dieser umfassenden Art und Weise ist gleichbedeutend mit der Anerkennung der Ziele des BSB. Die Bewilligung wurde erreicht nach gründlicher Prüfung unserer Satzung, der finanziellen Rahmenbedingungen, wie auch der organisatorischen und personellen Voraussetzungen. Die Angehörigen unseres Bundes dürfen stolz darauf sein, diese Förderung zu erhalten. Unser jahrzehntelanger, in hunderttausenden ehrenamtlichen Arbeitsstunden zu bemessender Einsatz für unsere bayerische Heimat, Staat und Vaterland in einem vereinten Europa erfährt damit seine verdiente Anerkennung.

Der Mensch lebt nicht vom Brot allein Dass wir für diese Förderung infrage kamen, haben wir aber auch der bayerischen Verfassung zu verdanken. Die Pflege der Heimat, der Geschichte und des Brauchtums sowie des friedlichen Zusammenlebens der Menschen sind erklärte Staatsziele. Der BSB findet sich darin wider. Der Freistaat ist kulturell reich an Bräuchen und Festen, traditionsgemäß hat die Heimatpflege einen hohen Stellenwert. Unser Land macht daher in besonderer Weise aus, das Brauchtum zu schützen, Traditionen zu bewahren, historische Errungenschaften unserer Vorfahren zu pflegen und das Gemeinwesen auch mit dem Bewusstsein für unsere Vergangenheit behutsam weiterzuentwickeln. Bei allem wirtschaftlichen Erfolg der zahlreichen Unternehmen in unserem Land wäre Geld allein zu wenig. Steigende Einkommen fleißiger Bürger sorgen für sprudelnde Steuereinnahmen. Wir dürfen uns darüber glücklich schätzen und hoffen, dass diese Entwicklung möglichst lange anhält. Die Seele unseres Staatsvolkes macht dies aber nicht aus. Diese lebt vom Gemeinschaftsgefühl, vom Miteinander der Bürger in Dörfern, Städten und Vereinen und

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von der Überlieferung eines stolzen und auch durchaus eigenwilligen Bewusstseins.

Stetige Förderung das Ziel Es liegt nun an uns, sich dieser Förderung dauerhaft als würdig zu erweisen. Wir müssen unsere Aktivitäten intensivieren, darauf hat der bayerische Steuerzahler ganz sicher ein Anrecht, wenn er unser Tun in dieser Form bestätigt. Abstimmungsgespräche mit der Staatskanzlei als der für die Vergabe der Mittel zuständigen Stelle der bayerischen Staatsregierung haben begonnen. Es ist noch einiges an Vorarbeit zu leisten: Haushaltsabschlüsse und Haushaltspläne einschließlich eines Stellenplanes sind vorzulegen. Nicht zuletzt muss auch die Vermögenssituation offengelegt werden, um finanzielle Risiken frühzeitig erkennen zu können. Die politisch Verantwortlichen werden zu entscheiden haben, ob und wie diese Förderung über den gegenwärtigen Doppelhaushalt hinaus für die Zukunft verstetigt werden kann. Die Regierungsfraktionen haben jedenfalls die Absicht bekräftigt, den BSB dauerhaft zu unterstützen. Die Chancen dafür dürften günstig stehen, nachdem bei den Beratungen im Haushaltsausschuss des Landtags selbst die Oppositionsparteien nicht gegen die Förderung des BSB gestimmt, sondern sich lediglich der Stimme enthalten haben. Allen Fraktionen kann mithin das Bewusstsein unterstellt werden, dass die Wehrhaftigkeit unseres Staatswesens zusammen mit der Stärkung und Unterstützung bayrischer Traditionen wichtige Anliegen im Freistaat sind.

Politisches Netzwerk Bereits bisher gab es aus den Kameradschaften, Kreisen und Bezirken heraus enge Verbindungen zu den politisch Verantwortlichen. Auch diese Zusammenarbeit sollten wir nach Möglichkeit ausbauen und intensivieren. Mandatsträger aller Ebenen sind Gäste auf unseren Versammlungen und Feierlichkeiten, Bürgermeister, Landräte und Abgeordnete nehmen an unseren Gemeinschaftstreffen teil. Mitglieder der Staatsregierung beehren uns seit Jahren auf unseren Landesversammlungen wie zuletzt Staatsminister Dr. Florian Herrmann in Heßdorf-Hannberg. Sie nehmen die Botschaft mit, dass wir ein bedeutender Träger von


INFO Im Haushaltsplan 2019/2020 wurde folgende Zeile aufgenommen:

Bayerische Militärtradition erhalten – Förderung des Bayerischen Soldatenbundes. In der Begründung für diesen Beschluss steht zu lesen: Die Pflege der Militärtradition in Bayern dient der Förderung der wehrhaften Demokratie und der Unterstützung der sicherheitspolitischen Arbeit von Seiten der Zivilgesellschaft nach Aussetzung der Wehrpflicht. Der Bayerische Soldatenbund mit seinen rund 65.000 Mitgliedern leistet in diesem Rahmen einen maßgeblichen Beitrag zur Bewusstseinsbildung der Bevölkerung. Er tritt für Staat, Heimat und Vaterland in einem vereinten Europa, die Wahrung des Andenkens der Gefallenen, für die Ehre der deutschen Soldaten, die Förderung der Wehrbereitschaft, die solidarische Unterstützung der Bundeswehr sowie für den Erhalt und die Pflege militärischer Tugenden und Traditionen ein. Die vielseitige aktive Arbeit des Bayerischen Soldatenbundes soll gefördert werden.

Kultur und Brauchtum auf unterschiedlichen Ebenen und mit unterschiedlichen Schwerpunkten sind. Im Präsidium des BSB werden zahlreiche Vorschläge diskutiert, in welche unserer Aktivitäten diese zusätzlichen Mittel fließen sollen, um eine zukunftsfähige Aufstellung zu erreichen. Wie das gelingen kann ist eine Preisfrage, nachdem in zahlreichen Kameradschaften Überalterung droht und die Mitgliederzahlen zurückgehen. Um dem entgegenzuwirken ist Konsens, die Öffentlichkeitsarbeit für eine Intensivierung der Mitgliedergewinnung zu verstärken. Mit geeigneten Mitteln soll zudem die Wahrnehmung des Ehrenamtes unterstützt werden, was allerdings nur in engen Grenzen möglich ist. Der Gewährung einer Ehrenamtspauschale ist in unserem Land nur unter restriktiven Bedingungen zulässig. Untersucht wird daher, inwiefern der organisatorische Aufwand bei der Ausübung ehrenamtlicher Aufgaben finanziell abgefedert werden kann.

Was zu tun ist An einer Verbesserung der Ausstattung mit Informationstechnik in unserer Geschäftsstelle wird auch kein Weg vorbeiführen. Über die Jahre hat sich ein Investitionsstau angesammelt, der im Interesse einer reibungslosen und mitgliederorientierten Verwaltung beseitigt werden muss. Die automatisierte elektronische Verwaltung der Zukunft soll auch den Kameradschaften bessere Servicefunktionen bieten, um ihnen die Verwaltungsaufgaben zu erleichtern. Zu einer zeitgerechten und aktualisierten Informationstechnik gehören auch entsprechend weitergebildete Mitarbeiter, damit deren Leistungsfähigkeit bestmöglich zum Tragen kommen kann.

etwas erweiterte Aufgaben, aber nicht einmal die doppelte Mitgliederzahl im Vergleich zum BSB. Nach Aussetzung der Wehrpflicht im Jahre 2011 ist die Intensivierung der Reservistenarbeit in Soldaten- und Veteranenvereinen noch wichtiger geworden, um den Gedanken der wehrhaften Demokratie beim Bürger nicht ganz in den Hintergrund treten zu lassen. Dieses entscheidend wichtige Anliegen hat den Bayerischen Landtag mit überzeugt, unsere altehrwürdige Organisation künftig finanziell zu fördern. Unabhängig davon werden wir unserer Gefallenen weiterhin würdig gedenken und uns für die Ehre der deutschen Soldaten und die Bundeswehr einsetzen. Diese Punkte gehören zu unserer Grundüberzeugung und sie werden es bleiben. Wir werden uns aber noch intensiver um Themen der Außen- und Sicherheitspolitik wie auch der Reservistenarbeit kümmern müssen. Das verlangt die instabile Sicherheitslage in einer globalisierten Welt, den Bürgern dieses Landes sollte bei der Einschätzung außen- und sicherheitspolitischer Zusammenhänge Hilfen angeboten werden. Nicht zuletzt sollte auch das Bewusstsein im Lande gestärkt werden, dass die Aufrechterhaltung und Stärkung des Gewaltmonopols des Staates nach innen und außen unabdingbare Voraussetzung für die freie und soziale Weiterentwicklung unseres demokratischen Rechtsstaates ist. Dafür treten wir ein, wenn möglich noch stärker als bisher. Zum Nutzen unseres Landes und unserer Kinder und Kindeskinder. Und zum weiteren Gedeihen des Bayerischen Soldatenbundes 1874 e.V. Unsere Heimat braucht uns. In Treue fest!

Resümee: Betrachtet man die jährliche Förderung des Verbands der Reservisten der Bundeswehr (VdRBw) aus dem Verteidigungsetat des Bundes in der Größenordnung 17 Millionen Euro scheint die Unterstützung durch den Freistaat Bayern mehr als angemessen. Zwar hat der Reservistenverband

Richard Drexl

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Niederbayern Bezirksverband (BV) Niederbayern Bezirks-Reservistenseminar 2019

Aus den Bezirken

KRISEN WELTWEIT

treue Kameraden 4/2019

Freyung – Zum 23. Mal in jährlicher Folge lud der BV Niederbayern zum Sicherheitspolitischen Reservistenseminar in die Freyunger „Kaserne am Goldenen Steig“ ein. Insgesamt 90 Teilnehmer folgten der Einladung. Die Organisation lag in den Händen des stellvertretenden Bezirksvorsitzenden Franz Rothkopf und trug sowohl dem sicherheitspolitischen Anspruch als auch der Kameradschaft Rechnung. Hinter der Bundeswehr stehen „Es geht darum, zu zeigen, dass man hinter der Bundeswehr steht!“, so Landrat Sebastian Gruber. Der BSB zeige hierzu deutlich Flagge, auch mit dem jährlich stattfindenden Seminar, das gesellschaftspolitisch relevante Themen behandle. Ähnlich drückte sich auch Freyungs 1. Bürgermeister und Bezirkstagspräsident Dr. Olaf Heinrich aus. Die Bundeswehr sei ein Teil der Stadt Freyung. Die Verbindung zwischen der Stadt und der Kaserne werde „praktiziert und gelebt“. Dabei seien die Reservisten als Multiplikatoren der Bundeswehr in der Öffentlichkeit wichtig. Falsch sei es, der Bundeswehr verbieten zu wollen, sich, ihren Auftrag und ihre Arbeit in Schulen vorzustellen. Wie auf Bedrohungen reagieren? Einer der Referenten, Oberst a.D. Maximilian Eder, war zehn Jahre lang NATO-Verbin-

dungsoffizier zu Georgien im NATO-Hauptquartier Brüssel. „Beschlüsse für NATO-Einsätze sind nicht einfach, werden nicht auf die leichte Schulter genommen“, so der Stabsoffizier. Solche Beschlüsse dürfen nur einstimmig gefasst werden. Nicht einfach, denn schließlich arbeite dieses Verteidigungsbündnis mit der Hälfte der militärischen Welt zusammen. Obwohl die Erfahrung zeige, dass vorhandene Waffen – gleich welcher Art – im Kriegsfall auch eingesetzt werden, müssten sie erhalten bleiben. Denn ohne die nukleare Abschreckung gehe es leider nicht mehr. Die Frage sei, solle es dazu kommen: Welche Art von Kriegsführung erwartet uns im Fall des Falles?“ Ein besonderes Augenmerk richtete er auf den Terrorismus. Diesen zu bekämpfen hat Priorität. „Wie viel Geld bin ich bereit für die Bekämpfung dieser Bedrohung auszugeben?“, dürfe daher eigentlich gar nicht im Raum stehen. Im weiteren Verlauf seines Vortrags ging er auf die besondere geostrategische Lage Georgiens ein. Als Beispiel für die Ursachen von Krisen zitierte der Referent Karl Valentin: „Die Menschen san gut, aber die Leit san schlecht.“ Albert Einstein habe gar von einem 4. Weltkrieg geredet, der dann mit Stöcken und Steinen ausgetragen werde. Klar, denn bei einem dritten weltweiten Krieg stehe die Menschheit – wenn es sie dann noch gibt – vor einem totalen Neuanfang. Noch immer unüberschaubar bleibe die Situation in Afghanistan. NATO-Truppen blieben dort, um das bisher Erreichte zur erhalten und zu sichern. 53 deutsche Soldaten hätten bisher ihr Leben in diesem Land ge-

ben müssen und allein im letzten Jahr seien 3.800 Kriegstote in Afghanistan zu beklagen gewesen. „Ruhe“ in diesem Land kehre wohl erst in ein bis zwei Generationen ein. Kritik am deutschen Regierungskurs Deutschlands sicherheitspolitische Linien stellte BSB-Präsident Oberst a.D. Richard Drexl zur Debatte. „Wenn Deutschland in bündnis- und militärpolitischen Angelegenheiten so weiter macht, werden sich die Franzosen notgedrungen andere Lösungen suchen müssen“, so der Präsident. Unsere französischen Partner haben vor über einem Jahr Vorschläge auf den Tisch gelegt, aber eine systematische deutsche Antwort bis heute nicht erhalten. „Der Störenfried in Europa sind derzeit wir Deutschen. Kurzsichtigeres Agieren wie die derzeitigen Handlungen unserer Politiker gibt´s wohl nimmer!“ Aussagen des US-Präsidenten Donald Trump nach dem Motto „USA zuerst“ könne man ihm schwerlich vorhalten, er sei für die Vertretung der Interessen seines Volkes gewählt worden. In sicherheitspolitischen Angelegenheiten habe bereits der letzte US-Präsident Barack Obama die Europäer als „Trittbrettfahrer“ bezeichnet. Wohl nicht zu Unrecht. Chinesischer Einfluss Die Einflussnahme Chinas auf Europa und speziell auf Deutschland nehme stetig zu, so der Oberst weiter. Über eine Billion USDollar wolle das Land in die „neue Seidenstraße“ mit Bahn- und Seerouten Richtung Europa investieren. Immer mehr kaufe sich die Volksrepublik in europäische Häfen ein. Ob dabei immer schwarze Zahlen zu schreiben die Absicht sei, oder schlicht strategische Überlegungen, so Drexl, sei die Frage. China-intern sei ein großes „Umerziehungsprogramm“ in Arbeit. Die Bevölkerung solle vollständig überwacht werden, Millionen Uiguren seien in Lagern interniert. Gewaltig investiert werde von der Volksrepublik auch ins Militär: Zwei Flugzeugträger, 27 Panzerlandungsschiffe, acht U-Boote mit Nuklearantrieb und fünf konventionelle U-Boote, teilweise mit ballistischen Raketen, zähle man derzeit. Hinzu kämen an die 2.000 Kampfflugzeuge und Aufklärer. Allein 100.000 Soldaten gehörten den strategischen Raketentruppen in sechs Raketendivisionen an. In der Cybertechnik betreibe China weltweite Attacken. Krisen an der NATO-Ostflanke

V.l.: Vor dem „ausgedienten“ Spähpanzer Luchs: Kommandeur Oberstleutnant Matthias Blaesing, BSB-Bezirksvorsitzender Manfred Langer, Oberleutnant d.R. Franz Rothkopf und Oberstleutnant d.R. Christian Emmerling.

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„Gibt es einen neuen kalten Krieg an der NATO-Ostgrenze?“ Diese Frage stellte tags darauf Oberstleutnant i.G. Manfred Scholl in den Raum. Vor 1990 sei die Situation zwischen Ost und West noch vom „Kalten Krieg“ geprägt worden. Mit Massenarmeen auf beiden Seiten. Der russische Prä-


Niederbayern sident Michail Gorbatschow habe dann mit seiner Politik von Perestroika (Umgestaltung) und Glasnost (Offenheit) zur Entspannung beigetragen. 1991 war der Zerfall der ehemaligen Sowjetunion damit schon besiegelt, die GUS wurde gegründet. Und seitdem habe sich politisch die Landkarte „verschoben“. Heute sei aber zu merken, dass der „russische Bär“ nicht schlafe. Siehe die Annektion der Ukraine durch Russland. Hier hätte der Westen auf diplomatischer Ebene schärfer reagieren müssen, und dieses Land nicht sich selbst überlassen sollen. Aber da sei ja auch noch die „Sache Deutschland“ in puncto Flüchtlingen und Migration. Dieses Problem sei nur scheinbar gelöst. 600 Millionen Afrikaner säßen quasi auf gepackten Koffern mit Ticket oder Schiffspassage Richtung Deutschland. Ohne „Rückfahrkarte“. Wie das händeln, wie lösen, wie mit eventuellen damit verbundenen Bedrohungen umgehen? Dann gebe es ja auch noch die „Osterweiterung“ der NATO. Diese werde von Russland als Bedrohung angesehen. Eine langwährende soziale, politische und wirtschaftliche Krise, so lange Russland nicht als gleichberechtigter Partner angesehen werde. Als demokratischer Staat könne Russland mit seiner aktuellen Innenpolitik wohl kaum angesehen werden. Das Land müsse seinen eigenen Weg zur Demokratie

finden. Wie etwa sei zu verstehen, wenn Putin sage „Wir haben noch nicht den uns gehörigen Platz in der Welt gefunden!“ Der völlige Abbruch von Glasnost, nach 25 Jahren Transformation, hätte nur in eine Sackgasse geführt. Hin zur Flucht aus solchen oligarisch geführten Ländern zum „Selbstbedienungsladen Deutschland“. Auch jetzt noch kommen täglich „Flüchtlinge“ in Bayern an. Mit Erwartungen die vielleicht noch, aber wie lange noch, zu erfüllen sind. Was fehle, sei ein Risikomanagement mit Sicht auf die wirklichen Probleme mit dem Hauptproblem „Hunger“. Das zu lösen, dazu seien die Politiker weltweit aufgefordert. Die Zukunft der Reserve „Quo vadis Reserve“, also „Reserve wo gehst du hin?“, diese Frage stellte der BSBLandesreservistenbeauftragte, Oberstleutnant d.R. Christian Emmerling. Es gebe zwar über 10 Millionen Reservisten der Bundeswehr in Deutschland, doch nur wer auch wirklich gedient habe, dürfe sich als Reservist bezeichnen. Reservedienst in Teilzeit, Reservisten als Aushilfe bei Vakanzen? „Totaler Quatsch“, meinte Emmerling. Wichtig sei gleichwohl, dass sich Reservisten weiterhin für die Bundewehr zur Verfügung stellen und Akzeptanz sowie Anerkennung in der Bevölkerung finden.

V.l.: BSB-Bezirksvorsitzender Manfred Langer, Oberstleutnant i.G. Manfred Scholl und Landesreservistenbeauftragter Oberstleutnant d.R. Christian Emmerling. Die bereits geleisteten Aufgaben des Freyunger Aufklärungsbataillons 8 und die kommenden Einsätze stellte Freyungs Bataillonskommandeur, Oberstleutnant Matthias Blaesing vor. Er lobte dabei den BSB, der mit dafür sorge, dass die aktive Truppe Rückhalt in der Bevölkerung habe. „Der BSB vertritt die Belange der Bundeswehr in der Öffentlichkeit“, so der Kommandeur. Text/Foto: Volkmar Hiksch/Siegfried Wolf

Buchvorstellung Hermann J. Lindner

AUTHENTISCHER BERICHT DES KRIEGSTEILNEHMERS MICHAEL KÖNIG AUS SONNERTSHAM Erlebnisse, Erfahrungen und Entbehrungen während der Kriegszeit 1914–1918 Vor etwa 100 Jahren kam nach viereinhalbjähriger Soldatenzeit der einfache Pionier Michael König nach Hause. Er zeichnete seine Erlebnisse (an der Somme – Verdun – Karpaten) mit einfachen Worten auf. Hermann J. Lindner digitalisierte die Aufzeichnungen und die KSRK Obertürken (Landkreis Rottal-Inn) veröffentlichte das 130-seitige Buch mit zahlreichen Abbildungen. Lindner schreibt: „Der Wahnsinn eines modernen Krieges wurde erstmals vor 100 Jahren aufgezeigt. Mit einfachsten Kampfmitteln, einem Stellungskrieg, Grabenkämpfen mit Bajonetteinsatz, Bewegungskämpfen, Giftgasangriffen und stundenlangem Artilleriefeuer gegen die Sturmangriffe der Infanterie wollte man den Sieg herbeiführen. Der Kriegsteilnehmer Michael König beschreibt seinen Einsatz als einfacher Pionier während dieser vier Jahre mit eigenen Worten. Er stellt seine Einsätze, Erfahrungen und Erlebnisse auf eindrucksvolle und gleichzeitig warnende Weise dar.“ Die erste Auflage war innerhalb von zwei Monaten vergriffen. Am 12.11.2018 berichtete die BR-Abendschau über das Buch. Im September steht ein weiterer Druck des Buches an. Interessenten können das Buch per Mail unter lindner.hj@t-online.de bestellen. Der letzte Verkaufspreis betrug 11 Euro zzgl. Porto. Der künftige Verkaufspreis könnte sich – abhängig von der Auflagenhöhe – geringfügig erhöhen.

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Niederbayern Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Rainding

Aus den Bezirken

400 Teilnehmer an der Urbauern-Kapelle

EINDRUCKSVOLLE FRIEDENSMAIANDACHT

treue Kameraden 4/2019

Rainding – Zum zweiten Mal in der jüngeren Vereinsgeschichte der KSK Rainding organisierten deren Mitglieder die schon traditionelle Friedensmaiandacht. 1999 ins Leben gerufen und jedes Jahr von einem anderen Ortsverein im Einzugsbereich des Kreisverbands Passau-Pfarrkirchen ausgerichtet, hatte sich der Vorstand mit seinem Vorsitzenden Klaus Kellberger erneut um die Patenschaft im Jahr 2019 bemüht. Bei herrlichem Maiwetter zogen die 26 beteiligten Vereine unter Führung von Hauptmann Georg Sonnleitner in einem beeindruckenden Festzug vom Ortskern zur „Urbauern-Kapelle“ am Raindinger Ortsrand. Kellberger und der Vorsitzende des Kreisverbandes, Alois Hausruckinger, begrüßten vor der renovierten historischen Kapelle die Ehrengäste und die fast 400 Teilnehmer aus den Reihen der anwesenden Soldatenvereine, der örtlichen Feuerwehr sowie der Bevölkerung. Unter dem Leitgedanken „Maria – Königin des Friedens“ feierte man die gemeinsame Maiandacht, die von Pater Leszek Suchodolski zelebriert wurde. Unter Beteiligung des örtlichen Kirchenchors, den Raindinger

Andacht vor der Urbauern-Kapelle, einer Nachbildung der Lourdes-Grotte. Bildmitte (v.l.): BSB-Kreisvorsitzender Alois Hausruckinger, H.H. Pater Leszek Suchodolski und KSK-Vorsitzender Klaus Kellberger.

Trommlern und der Wolfachtaler Blaskapelle wurde die Andacht musikalisch umrahmt und endete schließlich mit den drei Strophen des „Lieds der Bayern“. Bürgermeister Fritz Pflugbeil erinnerte in seinem Grußwort an die Bedeutung des Friedens und hob die Arbeit der örtlichen Reservisten- und Soldatenvereine im Hinblick auf diese „Friedensarbeit“ hervor. Ganz besonders zeigte er sich erfreut, dass sich Mitglieder der Raindinger KSK aus Anlass der diesjährigen Friedens-Maiandacht gemeinsam mit anderen Helfern des Erhalts und der Renovierung der historischen Kapelle angenommen hatten. Schon vor 17 Jahren waren die Raindinger Kameraden

Beeindruckender Festzug zur Urbauern-Kapelle. Im Hintergrund die Raindinger Pfarrkirche.

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Veranstalter der Maiandacht, damals zur Wallfahrtskirche Sammarei. Dank für die gesunde Heimkehr aus dem Krieg Nach der gelungenen Dorferneuerung im Jahr 2014/2015 und der Renovierung des eigenen Kriegerdenkmals im Zuge der damaligen Baumaßnahmen, bot sich der Ortskern von Rainding geradezu dafür an. Eine ganz andere Tatsache aber gab den endgültigen Ausschlag für die Wahl dieser Örtlichkeit. Innerhalb des Vorstands war man sich schnell einig, dass man die am Dorfrand gelegene „Urbauernkapelle“ in den Mittelpunkt der Maiandacht rücken


Niederbayern wolle. Was vielen in Rainding und der näheren Umgebung nicht bekannt war, diese alte Kapelle verbindet vieles mit der Geschichte der Krieger- und Soldatenkameradschaft bzw. mit dem Raindinger „Veteranen- und Kriegerverein“, wie der Verein zur Gründungszeit im Jahr 1880 hieß. Erbaut wurde die Kapelle vor fast genau 100 Jahren von Josef Pangratz. Anlass und Verpflichtung war für den alteingesessenen Bauern vom „Urbauernhof“ ein persönliches Gelübde, dass er während des 1. Weltkriegs gegeben hatte. Seine vier Söhne

waren zur gleichen Zeit an der Front in Frankreich eingerückt. Zum Dank für die glückliche und gesunde Heimkehr aller Söhne und zu Ehren der Mutter Gottes baute er nach dem Krieg an der Abzweigung des alten Kirchweges zur Sammareier Wallfahrtskirche die „Lourdes-Kapelle“. Solche Mariengrotten wurde Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts des Öfteren aufgrund persönlicher Versprechen als Nachbildung der Grotte von Lourdes – also dem Ort der Marienerscheinung im Jahr 1858 – gebaut. Oft war, so wie im Fall

des „Urbauern“, die unbeschadete Heimkehr aus dem Krieg Anlass für die Errichtung. So bildete dieser Ort für die diesjährige Friedensmaiandacht des BSB–Kreisverbandes einen idealen Rahmen für das gemeinsame Gebet um Frieden in der Welt, aber auch in uns selbst. „Denn“, betonte Kellberger, „diese Kapelle ist ein Plädoyer für den Frieden, ein Symbol für gelebten Glauben und für ehrliche Dankbarkeit“. Text: Klaus Kellberger/Fotos: Max Zöls

Soldaten- und Kriegerverein (SKV) Sulzbach/Inn-Eholfing Krieger- und Soldatenverein (KSV) Eglsee

KRIEGERDENKMÄLER IN EHREN GEHALTEN Sulzbach/Inn und Eglsee – Kriegerdenkmäler und Gedenktafeln sollen an die für das Vaterland gefallenen und vermissten Kameraden aus einer Ortschaft erinnern. Gerade in der heutigen Zeit sollen sie aber mehr eine Mahnung für den Frieden darstellen. Die Namen der vielen Gefallenen stehen für Frieden und Freiheit. „Wir dürfen unsere Gefallenen nicht vergessen“, so der Vorsitzenden Ernst Thurner und Ehrenvorsitzende Manfred Röhrner vom SKV Sulzbach/Inn-Eholfing sowie Peter Spindler (KSV Eglsee). „Ein Kriegerdenkmal soll immer den Zustand aufweisen, den es verdient bzw. den sich die vielen gefallenen

Kameraden verdient haben.“ Neben dem Eingangsportal der Sulzbacher Pfarrkirche erinnern zwei Tafeln an die Gefallenen aus der Pfarrei. An der großen Tafel sind die vielen Namen der im Feld Gebliebenen aus dem I. und II. Weltkrieg in Stein eingemeißelt. Daneben befindet sich eine weitere Gedenktafel, die an die Bauernschlacht bei Aidenbach aus den Jahre 1705 und an die Gefallenen des Frankreichkrieges von 1870-1871 erinnert. Ein weiteres Denkmal befindet sich am Bahnberg. Nachdem die dort befindlichen Steintafeln nicht mehr gut lesbar waren, hatte der KSV Sulzbach/Inn-Eholfing beschlossen, die

Schriftzüge überarbeiten und diese Tafeln restaurieren zu lassen. Um die Pflegearbeiten und den Blumenschmuck an den Sulzbacher Denkmälern kümmern sich Ruth Spörl und Peter Gahbauer. Im Zuge der Renovierungsarbeiten an der Eglseer Seitz´n-Kapelle wurde der lose Mauerputz entfernt, verputzt und getüncht sowie um die Kapelle herum eine Sickerleitung eingebaut, damit das Mauerwerk künftig auf trockenem Boden stehe. Die Arbeiten wurden von Stefan Sanladerer, Josef Lindinger, Alois Krompaß, Josef Sura und Peter Spindler ausgeführt. Text/Fotos: Lindmeier

V.l.: KSV-Vorsitzender Peter Spindler, Berta Sanladerer, die sich um die Pflege der Seitz’n-Kapelle kümmert, und Eigentümer Stefan Sanladerer freuen sich darüber, dass das Kriegerdenkmal renoviert ist und in neuem Glanze erstrahlt.

Mit finanzieller Unterstützung durch die Marktgemeinde Ruhstorf wurden die Gedenktafeln, die sich im Innenraum des Sulzbacher Kriegerdenkmals befinden, restauriert. Bei der Maiandacht konnten SKV-Vorsitzender Ernst Thurner (l.) und Ehrenvorsitzender Manfred Röhrner die Tafeln präsentieren.

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Niederbayern Soldaten- und Kriegerverein (SKV) Waldkirchen Friedensmaiandacht

Aus den Bezirken

LANGE TRADITION

treue Kameraden 4/2019

Waldkirchen – Bereits zum 28. Mal fand die Friedensmaiandacht in Waldkirchen statt. 1992 wurde sie vom damaligen Bürgermeister Rudolf Hettl und dem Vorsitzenden des SKV Waldkirchen Walter Heß ins Leben gerufen. Die Andacht findet seitdem alljährlich vor der Ölberg-Kapelle statt. Waldkirchens Bevölkerung und seine Reservisten haben besondere Ehrfurcht vor dieser kleinen Kapelle die auf einer kleinen Anhöhe direkt neben dem „BayerwaldDom“ liegt. Die Kapelle genießt in der Bevölkerung ein sehr großes Ansehen, sind doch hier noch die sichtbaren Erinnerungen an die Geschosse von den Bordwaffen amerikanischer Jagdflugzeuge auf Dauer unrühmlich in den Mauern verewigt. Die Erinnerungen an beide Weltkriege, das Kriegerdenkmal mit den Namen gefallener und vermisster Soldaten des 1. Weltkrieges und ein großes Pult in der Mitte der Kapelle mit Fotos und Listen gefallener und vermisster Soldaten des 2. Weltkrieges sind und bleiben stumme Zeugen der Zeitgeschichte. 60 Reservisten aus fünf Vereinen des BSBKreisverbandes Freyung-Grafenau (SRK Böhmzwiesel, SKK Hintereben, SKV Karlsbach, SKV Neureichenau und SKV Waldkir-

Angeführt von der Blaskapelle Karlsbach marschierten die Teilnehmer zur Ölberg-Kapelle und zurück. chen) mit ihren Vorsitzenden und Fahnenmüttern nahmen an der Friedensmaiandacht teil, etwa 50 Besucher/Teilnehmer aus der Bevölkerung säumten den Wegrand und folgten dem Zug zur Kapelle. Angeführt von der Blaskapelle Karlsbach

Maria Mück mit Pfarrvikar Francis Pinnaka bei der Lesung.

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unter dem Kommando des Zugführers Max Seidl zogen die Vereine vom Vereinslokal am Marktplatz Waldkirchens durch die Stadt zur Ölberg-Kapelle. Hier wurden sie bereits vom Pfarrvikar Francis Pinnaka erwartet. Organisator und Ehrenvorsitzender Johann Madl begrüßte alle Teilnehmer, darunter auch den Kreisvorsitzenden des BSB 1874 e.V. von Freyung-Grafenau, Franz Rothkopf. Richard Weiß wies mit seinen Worten unter anderem auch darauf hin, dass die Gedenkstätte als Mahnmal daran erinnern soll, dass Kriege keine Mittel zur Politikgestaltung sind, umso wichtiger ist jetzt der Einsatz für Verständigung und Frieden. Maria Mück hatte die Lesung übernommen und Richard Weiß trug die Fürbitten vor. Umrahmt wurde die Maiandacht von der Blaskapelle Karlsbach und mit dem „Lied vom guten Kameraden“. Mit dem Segen des Pfarrvikars endete die Andacht. Dann nahmen die Vereine Aufstellung und marschierten, angeführt von der Blaskapelle, durch die Stadt zurück zum Vereinslokal, wo sie mi einem geselligen Beisammensein endete. Text: Johann Madl/S.Wolf Fotos: Monika Madl


Niederbayern

Soldatenkameradschaft (SK) Heining

MIT 80 ZUM EHRENKANONIER ERNANNT Heining – Eine gelungene Überraschung bereitete SK-Vorsitzender Alois Krenn seinem Vereinskameraden Helmut Gruber. Anlässlich dessen Feier zum 80. Geburtstag erschien er mit einer Abordnung der Auer-StammtischFreunde und der SK Heining im Vereinslokal „Zum Auer“ ernannte er den ehemaligen Kanonier und zum Ehrenkanonier. Er würdigte damit Grubers Dienst als Kanonier vom November 2001 bis Juni 2013. Mit Kompetenz und Sachverstand versah er dieses Amt während der gesamten Zeit bestens. Man brauchte sich keine Sorge hinsichtlich der Pflege und Wartung der SK-Kanone zu machen, es passte immer alles bestens. Gruber musste den Dienst als Kanonier aus gesundheitlichen Gründen aufgeben, in der Kameradschaft ist er dennoch, so oft es V.l.: Kommandant Manfred Baier, Schriftführer Josef Fischl, Ehrenkanonier Helmut seine Gesundheit erlaubt, vertreten und Gruber, SK-Vorsitzender Alois Krenn und Medienspezialist Peter Bauer. gern gesehen. Auch die Kameradschaft mit seinen ehemaligen Fallschirmspringer-Kameraden im oberbayrischen Schongau pflegt er aktiv, indem er sich jährlich mit ihnen trifft. Text: Josef Fischl/Foto: Joseph Winderl

Krieger- und Soldatenverein (KSV) Auerbach 150-jähriges Bestehen gefeiert

RUNDUM GELUNGEN Auerbach – Mit einem großen Festakt hat der KSV Auerbach am 1. Juni 2019 sein 150-jähriges Bestehen gefeiert. Rundherum gelungen und perfekt durchorganisiert begingen die Kameraden mit 31 Vereinen, vielen Ehrengästen und Besuchern stilvoll im Sinne von Tradition und Heimatverbundenheit das glanzvolle Fest. Alles passte – geradezu perfekt war der große Tag: Das Wetter spielte mit, in großer Zahl erschienen Abordnungen von 18 Krieger- und Reservistenvereinen sowie 13 Ortsvereinen. Viele Frauen und Mädchen holten ihre schönste Tracht hervor, alle Kameraden waren festlich gewandet in ihren Uniformen. Auf dem Gelände der Jeßberger-Halle fand reger Festbetrieb statt, fürs leibliche Wohl war bestens durch die Wirtsleute Hofmann gesorgt während die Deggendorfer Stadl-Musikanten mit guter traditioneller Blasmusik den Rahmen gaben.

Blaskapelle, direkt danach die Kutsche mit Bürgermeister, Landrat und Bürgermeistergattin. Beim Festgottesdienst sprachen Fahnenjungfrau Nadine Ellerbeck für den KSV Loh, Anna Binder für den KSV Auerbach und Fahnenmutter Sabine Ellerbeck für den Jubelverein die Prologe für die überreichten Fahnenbänder. Die Fürbitten las Taferldeandl Jasmin Ellerbeck. Großen Respekt zollte Oberst a.D. Richard Drexl in seiner Festrede dem KSV, der „Heimat in Hochkultur vorlebt“. Sehr beeindruckt zeigte sich der Präsident des Bayeri-

schen Soldatenbundes von dem langen Festzug mit 25 Fahnenträgern, Festkapelle sowie Honoratioren aus Politik und Gemeinde: „Hier zeigt sich, dass Traditionspflege lebendig ist in der Region und nicht nur eine leere Phrase.“ Der BSB stehe für Tradition, das Gedenken an die Toten der beiden Weltkriege aufrecht zu erhalten. Die Gefallenen wären umsonst gestorben, wenn nicht in jedem Ort ein Kriegerdenkmal an ihren Tod erinnerte, denn: „So bleibt kein Name unvergessen“, mahnte Drexl. Beide Kriege wirkten über jene Toten

Heimat in Hochkultur Beeindruckend war der Festzug, der mit gut einem Kilometer Länge, beginnend vom Festgelände, durch ganz Auerbach und zurück gen Kirche zog: vorweg die

Ein beeindruckender, kilometerlanger Festzug zog – vorweg die Blaskapelle – durch Auerbach.

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Niederbayern

Aus den Bezirken

hinaus bis in unsere Zeit, über Ländergrenzen hinweg verbindend als stete Erinnerung. „Ich bin begeisterter Europäer und bedauere, dass Deutschland wieder eine Sonderrolle in Europa einnimmt, sich am Gedanken, ‚am deutschen Wesen soll die Welt genesen‘ orientiert und Europa so gefährdet. Traditionen erhalten, den Toten der Kriege gedenken und als Friedensbotschafter über die Grenzen hinweg wirken – das sind die Aufgaben der Krieger- und Soldatenvereine“, schloss er seine Ansprache. Pro Europa

treue Kameraden 4/2019

An die Schrecknisse des deutsch-französischen Krieges 1870/71 erinnerte Landrat Christian Bernreiter. Die Folge sei die Gründung vieler Soldatenvereine gewesen. Bereits zwei Jahre früher gründete sich, wohl als einer der ersten der Krieger- und Soldatenvereine, der KSV Auerbach 1869. Aufgabe damals war es, sich um die Hinterbliebenen Gefallener zu kümmern und verarmte Soldaten würdevoll zu bestatten. Die Erinnerung an die Kriege hochzuhalten und damit Frieden zu bewahren, stellte Bernreiter als jetzige Hauptaufgabe heraus. Er flocht die gute Wahlbeteiligung bei der Europawahl ein und verwies darauf, dass „ein geeintes Europa kein Selbstläufer ist“. Die stete Erinnerung an die Vergangenheit sei das große Vermächtnis an ganz Europa, was langsam in das Bewusstsein der Europäer dringe. „Es macht mich stolz, dass mehr Wähler pro Europa gewählt haben“.

Den Worten seiner Vorredner schloss sich Bürgermeister Gerhard Strasser an. Insbesondere lobte der Schirmherr das große Engagement der Kameraden, die penibel und in langer Vorbereitungszeit das „sehr schöne Fest“ ausrichteten. In seiner Festrede dankte Willi Ellerbeck jun. Pfarrvikar Yohan Injumala für den Gottesdienst, die insgesamt sehr gute Zusammenarbeit mit der Pfarrei und beiden Pfarrern. „Wir haben in der Gemeinde Auerbach Glück, dass wir solche Pfarrer haben“, bat Ellerbeck das Publikum um einen Applaus für Yohan Injumala und Philipp Höppler. Für die tatkräftige Unterstützung lobte Ellerbeck Mesnerin Christine Stangl und dankte „allen, die ich vergessen habe“. Stolzer Verein mit langer Tradition Mit einem Rückblick stellte Ellerbeck kurz die Vereinsgeschichte vor. Insbesondere erinnerte er an die Gründung 1869, die Wiedergründung 1953 mit Gründungsfest und die Weihe der neuen Fahne. 1990 folgte der Beitritt zum BSB, seither bestehe eine gute Zusammenarbeit: „Es freut mich umso mehr, dass der Präsident des BSB sich die Zeit nimmt, heute mit uns zu feiern.“ 1994 feierte der KSV sein 125-jähriges Bestehen einschließlich einer festlichen Fahnenweihe. Besonders erwähnte Ellerbeck die Geehrten und Vorstände seit 1953. Großer Dank galt dem KSV Loh: „Uns verbindet eine langjährige Tradition, denn der Verein ist bereits zum dritten Mal unser Patenverein“, würdigte Ellerbeck. In diesem Zusammenhang lud er zum Jahrtag den Patenverein, den KSV Roggersing, den KSV

Der Jubelverein mit Fahnenmutter, Fahnenjungfrauen, Taferldeandl und Ehrengästen.

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Für besondere Verdienste bzw. langjährige Vereinstreue wurden geehrt: Willi Ellerbeck sen. (Ehrenvorsitzender); Willi Ellerbeck jun., Josef Weber (Verdienstkreuz 1. Klasse); Helmut Fiedler, Josef Hackl, Franz Haimerl, Fritz Hofmann, Christian Kauer, Robert Kauer, Reinhard Leitl, Josef Niedermeier, Helmut Nothaft, Peter Schliffenbacher, Josef Seeböck (Kassier), Georg Steudtner (Ehrenkreuz). – Bruno Weigand (Fahnenträgerabzeichen in Gold). – Georg Gerstl, Georg Klarl, Erwin Mutz (50 Jahre); Michael Brumbauer, Gerd Glatter, Anton Kroiss, Franz Leitl, Günther Leitl, Josef Leitl, Josef Niedermeier, Josef Schober, Josef Seeböck (Kassier), Max Seeböck, Georg Steudtner, Thomas Weiß, Hans Wittenzellner (35); Josef Artinger, Gerhard Feichtmeier (30); Stefan Loibl, Alois Ritzinger, Helmut Schosser, Albert Sigl (25); Willi Ellerbeck jun., Matthias Hackl, Severin Hackl, Hermann Jeßberger, Josef Maier (20) und Christian Kauer (10).

Schwarzach, den KSV Schaufling sowie sämtliche Ortsvereine ein. Abschließend gedachte der KSV-Vorsitzende aller bisherigen KSV-Vorsitzenden und erinnerte an Ehrenmutter Therese Hofmann, die Fahnenmütter Maria Eigner, Roswitha Glatter und aktuell Sabine Ellerbeck sowie die Ehrenmitglieder. Aktuell zählt der KSV Auerbach 82 Mitglieder. Nach dem offiziellen Teil ging es zur gemütlichen Runde mit Essen, guter Musik und geselligem Beisammensein über. Am Vorabend hatte es bereits eine Party mit der Band „Die Wilderer“ gegeben. Text/Foto: Dittrich-Heering


Niederbayern Soldaten- und Kriegerverein (SKV) Thurmansbang Jahreshauptversammlung

EIN HALBES JAHRHUNDERT VEREINSTREUE Thurmansbang – „Eure Treue zum SKV Thurmansbang verdient höchsten Respekt“, betonte der stellvertretende BSBKreisvorsitzende Dr. Stefan Hundsrucker bei der Verleihung der (seltenen!) goldenen Treue-Nadeln für 50-jährige Zugehörigkeit an sieben Kameraden des SKV Thurmansbang anlässlich der Jahresversammlung im Gasthaus Müller. Sie seien Jahr für Jahr im Einsatz gewesen, um für die Werte und Ziele der Soldatenkameradschaft einzutreten, würdigte Hundsrucker diese „einzigartige Leistung“. Von einem „stolzen Augenblick“ sprach auch SKV-Vorsitzender Edmund Sterr, der „seine“ treuesten Kameraden auszeichnen durfte. „Ihr habt keinen Krieg mehr miterleben müssen“, stellte er mit Genugtuung fest, wozu auch sie ihren Beitrag geleistet hätten. Zusammen mit Hundsrucker, Bürgermeister Martin Behringer und Fahnenmutter Melanie Buchecker überreichte er die Auszeichnungen. Nach einem Gedenkgottesdienst für die verstorbenen, gefallenen und vermissten Kameraden in der Pfarrkirche St. Markus, den Pater Josephraj zelebrierte, konnte der SKV-Vorsitzende ein kleines Häuflein treuer Kameraden im Gasthaus begrüßen. Sein besonderer Gruß galt den Ehrengästen, darunter dem Thurmansbanger Ehrenbürger, Rektor i.R. Luitpold Eberl, der sich trotz seiner „92 Lenze“ noch immer in den Reihen der Kameraden daheim fühlt, wie dieser versicherte. Ein stilles Gedenken galt dem im letzten Jahr verstorbenen Kameraden Josef Wolf aus Rothau. Wunderbare Ausflüge nach Österreich Es sei guter Brauch, sich für das Vertrauen der Kameraden im abgelaufenen Jahr zu bedanken, führte Sterr in seinem fünften Jahresbericht aus. Insbesondere dankte er dem Vorstand mit Stellvertreter Alois Schwarzbauer, dem Ehrenvorsitzenden Max Behringer und Schriftführer Simon Moser. Höhepunkt im vergangenen Ver-

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Für 50-jährige Vereinstreue wurden ausgezeichnet: Max Behringer, Günther Barth, Alois Blaschko, Josef Donaubauer, Günther Grantner, Wilhelm Schiller und Alois Schwarzbauer (Goldene Treuenadel). - Fahnenjunker Erwin Maier erhielt das neu geschaffene Fahnenträger-Abzeichen des BSB in Silber.

(v.l.) sitzend: 1. Vorsitzender Edmund Sterr, Ehrenbürger Luitpold Eberl, Fahnenmutter Melanie Buchecker und Ehrenvorsitzender Max Behringer; stehend: Bürgermeister Martin Behringer, Alois Schwarzbauer, Alois Blaschko, Dr. Stefan Hundsrucker (stellvertretender Kreisvorsitzender), Fahnenjunker Erwin Maier und Josef Donaubauer.

einsjahr waren zwei „wunderbare Ausflugstage“ in Alpbach/Tirol, die Ehrenvorstand Max Behringer wieder mustergültig organisiert hatte. Der diesjährige Ausflug Anfang September nach Obertauern/ Katschberg ist mit 58 Teilnehmern bereits ausgebucht. Dank sagte der SKV-Vorsitzende auch den Familien Graf und Behringer für die würdige Gestaltung und Pflege des Kriegerdenkmal-Umfeldes. In diesem Jahr wolle man u.a. an den Ausbruch des Zweiten Weltkrieges vor 80 Jahren und an die Annahme des Grundgesetzes vor 70 Jahren in würdiger Form gedenken, worüber man sich noch mit dem Patenverein Saldenburg und den Gemeindevereinen beraten wolle. Vor acht Jahrzehnten sei der Terror über Europa hereingebrochen, heute gelte es mehr denn je, die Bedeutung Europas für den Frieden zu unterstreichen. Der Wegfall der Wehrpflicht mache es zwar schwieriger, junge Mitglieder für die Soldatenkameradschaften zu gewinnen, aber „halten wir deshalb weiter so zusammen wie bisher“, rief Sterr seinen Kameraden zu. Der Bericht des Kassiers Erwin Neuburger ließ ein beruhigendes Finanzpolster erkennen, das dem Verein mit seinen 58 Mitgliedern noch lange ein bescheidenes Auskommen sichert. Die Kassenprüfer Josef Donaubauer und Max Behringer hatten keine Einwände und dankten dem Kassier für die sorgfältige Buchführung; die Entlastung wurde daraufhin einstimmig erteilt.

Flagge zeigen! Dr. Hundsrucker dankte für die Einladung zur Jahresversammlung. Solche Versammlungen gewährten dem Kreisvorstand Einblicke, wie es bei den Vereinen stehe. Er rief die Kameraden auf, sich hinter die Ziele und Prinzipien der Soldatenkameradschaften zu stellen und in der Öffentlichkeit Flagge zu zeigen. Wenn es auch immer mehr zur Herausforderung werde, mit dem gesamten Verein in der Öffentlichkeit aufzutreten, sollte gerade der Wahlspruch „In Treue fest“, der für den Zusammenhalt und die Kameradschaft in der Soldatengemeinschaft stehe, stets hoch gehalten werden. Die Kameradschaften würden heute eine Mittlerrolle einnehmen, für den Frieden eintreten und nicht bloße „Erinnerungsvereine“ sein. Bürgermeister Behringer dankte den Soldaten „für eure Arbeit das Jahr über“. Eine gemeinsame Gedenkveranstaltung wäre „eine schöne Sache“. Trotz Mitgliederrückgang seien die drei SKV in der Gemeinde noch recht aktiv. „Alles Gute, macht weiter so“, wünschte er ihnen. Text/Foto: Georg Thurnreiter

Redaktionsschluss für treue Kameraden 5/2019 ist der 3. September 2019.

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Oberpfalz Soldaten- und Reservistenverein (SRV) Eilsbrunn

Aus den Bezirken

FRIEDENSWALLFAHRT WIRD FORTGESETZT

treue Kameraden 4/2019

Eilsbrunn – Die Fußwallfahrt der Kriegervereine von Kleinprüfening zur Wallfahrtskirche nach Mariaort fand heuer zum 33. Mal statt. In diesem Jahr nahmen erstmals wieder sechs Vereine mit Fahnen teil. Die Wallfahrt war 1986 als „Heimkehrer-Wallfahrt“ ins Leben gerufen worden. Ursprünglich sollte öffentlich mit einer Wallfahrt zur Gottesmutter von Maria– ort für die glückliche Rückkehr aus Krieg und Gefangenschaft gedankt, aber auch an die Kameraden aus den Heimatgemeinden gedacht werden, die dieses Glück nicht hatten und im 2. Weltkrieg gefallen, vermisst oder verstorben waren. Sehr bald schon gesellten sich zu den drei Gründungsvereinen die Kriegervereine Etterzhausen und Nittendorf aus der unmittelbaren heimatlichen Nachbarschaft. Neue Teilnehmer gewonnen Die Kriegsteilnehmer wurden im Laufe der vergangenen 33 Jahre immer weniger, heute gibt es keinen Teilnehmer am 2. Weltkrieg mehr in Reihen der Wallfahrer. Zudem leiden alle Vereine an einer fortschreitenden Überalterung, so dass die Anzahl der Teilnehmer an der Wallfahrt in den letzten Jahren immer geringer wurde. Die Kriegervereine Etterzhausen und Nittendorf muss-

Ankunft der Wallfahrer in Mariaort.

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Ehrung der Gefallenen und Vermissten.

ten vor ein paar Jahren ihre Teilnahme bereits absagen, weil sie keine geschlossene Formation mit Fahne und Begleitern mehr aufbringen konnten. Um die traditionelle Wallfahrt, mittlerweile fester Bestandteil von Brauchtumspflege und heimatlicher Kultur in den benachbarten Ortsteilen von Sinzing und Großprüfening, diesseits und jenseits von Donau und Naabmündung, weiter am Leben zu erhalten, mussten weitere Vereine aus der Gemeinde zur Teilnahme gewonnen werden. Da die Freiwilligen Feuerwehren seit alters her in enger kameradschaftlicher Bindung zu den Kriegervereinen stehen und sich der Heimat- und Trachtenverein Stoaros`n Sinzing ebenfalls der Erhaltung heimatlichen Brauchtums verpflichtet fühlt, waren diese die geeigneten Ansprechpartner. Die ge-

nannten Vereine sagten ihre Teilnahme zu. So nahmen bei der 33. Wallfahrt 2019 erstmals neben den Kriegervereinen aus Eilsbrunn, Großprüfening und Sinzing die Feuerwehren aus Eilsbrunn und Sinzing teil. Der Heimat- und Trachtenverein Stoaros`n Sinzing ist bereits seit 2018 Bestandteil der Wallfahrt. Von der Dankes- zur Friedenswallfahrt Längst hat sich auch der Charakter der ehemals reinen „Dankes-Wallfahrt“ zur Friedenswallfahrt verändert, in der die Hilfe der Gottesmutter für die Erhaltung des Friedens erbeten wird. Gerade dieses Anliegen hat in der heutigen konflikt- und spannungsreichen Zeit eine ganz besondere Bedeutung und zeigt, dass die traditionelle Wallfahrt auch einen ganz aktuellen Bezug und damit modernen Charakter hat. Gleichrangig neben dem Grundgedanken steht auch weiterhin das Gedenken an die Gefallenen und Vermissten unserer Heimatorte und an die verstorbenen Vereinskameraden. Die geistliche Begleitung der Wallfahrt und die Feier des Gottesdienstes in der barocken Wallfahrtskirche haben bis vor wenigen Jahren die in Mariaort tätigen Ruhestandspriester übernommen, oftmals aber auch die Ortsgeistlichen der teilnehmenden Kriegervereine. In diesem Jahr oblag diese Aufgabe dem Eilsbrunner Pfarrherrn Michael Götz. Eine Besonderheit der Wallfahrt ist, dass der Kriegerverein Großprüfening seit der Gründung mit der Donaufähre der Familien Hofmeister (Dr. Urmann), früher per Gierseil und heute mit Motorkraft, über den Fluss gebracht und später wieder abgeholt wird. Als sich der Wallfahrtszug von Kleinprüfening entlang der Donau und Naabmündung bewegte, machte der Regen eine Pause, so dass man trockenen Fußes in das


Oberpfalz barocke Gotteshaus einziehen konnte. Am Ende des feierlichen Gottesdienstes dankte der 1. Vorsitzende des ausrichtenden SRV Eilsbrunn, Johann Gnad, den erstmals teilnehmenden Feuerwehren und dem Trachtenverein für ihre Teilnahme und damit für ihren Beitrag, die Wallfahrt weiter am Leben zu erhalten. Kriegerdenkmal vor 100 Jahren eingeweiht Die am Ende des Gottesdienstes stattfindende traditionelle Ehrung der Gefallenen und Vermissten der beiden großen Kriege

des 20. Jahrhunderts mit den angetretenen Fahnen aller Vereine, hatte in diesem Jahr eine besondere historische Bedeutung. Das Kriegerdenkmal unter der Pieta in der Wallfahrtskirche war vor 100 Jahren im Juni 1919 eingeweiht worden. Und auch damals schon standen wie in diesem Jahr die Fahnen der Kriegervereine von Eilsbrunn und Sinzing neben anderen Vereinsfahnen aus der Umgebung an diesem Denkmal, sicherlich ein gutes Omen für die Zukunft der Wallfahrt. Zu jeder Wallfahrt gehören das leibliche Wohl und das gesellige, kameradschaftli-

che Beisammensein nach dem geistlichen Teil. Hierzu kehrten die Wallfahrer in Kleinprüfening beim Haubnerwirt ein, einer alten Traditionsgaststätte mit Biergarten unmittelbar an der Donau. In geselliger Runde, bunt gemischt, saßen die Uniformträger der Kriegervereine und Feuerwehren neben den Trachtlern und Ehrengästen, darunter der 1. Bürgermeister der Großgemeinde Sinzing, Patrick Grossmann, zusammen. Man war sich einig, diese Wallfahrt auch zukünftig durchzuführen. Text: Hans Nama/Fotos: Egon Gröschl

Soldaten- und Kriegerkameradschaft (SKK) Hemau und Umgebung Jahresausflug in die Alpen

DAS IST DER GIPFEL Großglockner – Drei Tage lang war die SKK Hemau und Umgebung unlängst im Großglockner-Gebiet mit Franz-Josefs-Höhe, Heiligenblut und Kitzbüheler Horn unterwegs. Die Anfahrt erfolgte per Reisebus über München, Salzburg und Lofer nach Zell am See bis Bruck. Auf der Kohlschnait-Hütte lustig war die Auffahrt mit dem Traktor wurden die Oberpfälzer von einem Alphorn-Bläser begrüßt. Auch und die Mittagsjause, eine gute Brotzeit, wurde musikalisch umrahmt. Erst am späten Nachmittag erfolgte dann die Anfahrt zum Hotel

Besichtigung der Kirche mit Friedhof in Heiligenblut.

Begrüßung der Tangrintler Reisegesellschaft durch Alphorn-Bläser.

Lukasmayr mit Abendessen und Übernachtung. Mit Fremdenführerin ging es am Samstag über die Hochalpenstraße zum Großglockner mit einem Halt am Fuschertörl. Nach anfänglichem Nebel und Wolken erwartete die Reisegruppe nach 30 Kehren auf der Franz-Josefs-Höhe strahlender Sonnenschein und ein herrlicher Ausblick auf den Gletscher. Ein weiteres Ziel war Heiligenblut mit interessanter Kirche und Friedhof. Die Kaffeepause an der Fuscherlake bot Gelegenheit, die Bergwelt zu bewundern. Abends wurde einem gemütlichen Beisammensein gefrönt. Die Reise führte anderntags an der Salzach entlang Richtung Mittersill und über den

Pass Thurn die Mautstraße hinauf zum Kitzbüheler Horn. Bei dieser abenteuerlichen Auf- und Abfahrt war es mucksmäuschenstill im Reisebus. Bei der Gaststätte Alpenhaus auf 1.670 Meter angekommen, konnte der Alpenblumengarten besucht, ein Spaziergang zum Gipfelkreuz unternommen oder bei Blasmusik die Sonne und wunderbare Weitsicht genossen werden. Am Nachmittag erfolgte die Rückreise, lediglich unterbrochen durch eine Einkehr in Hausen. Wieder zurück auf dem Tangrintel, war gute Stimmung nach einem tollen 3Tagesausflug des Kriegervereins, organisiert von Reiseleiterin Waltraud Hertle. Text/Fotos: Alfons Kollmer

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Oberpfalz Soldaten- und Kriegerkameradschaft (SKK) Hemau und Umgebung

BESUCH AUS FORSTENRIED Aus den Bezirken treue Kameraden 4/2019

Zur Erinnerung an einen gelungenen Nachmittag ein Gruppenfoto mit beiden Vereinen. Hemau – Neben einem Besuch des Maybach-Museums in Neumarkt/Opf. stand ein Besuch der Kriegergedächtniskapelle der SKK Hemau und Umgebung Mitte Mai auf dem Ausflugsprogramm des Veteranen- und Soldatenvereins München-Forstenried. Nach einer kurzen Einführung von SKKVorsitzenden Alfons Kollmer in die Geschichte des Pflegerkircherls bis zur Wie-

dersegnung als Kriegergedächtniskapelle, zum Hauptdenkmal auf der Stadtplatzterrasse, dem Denkmal des deutsch-französischen Feldzuges und zum Kriegerkreuz an der Beratzhausener Straße fand ein gemütliches Beisammensein mit Freundschaftspflege vor der Gedenkstätte statt. VSV-Vorsitzender Hans Foyse war überrascht von der gastfreundlichen Bewirtung der Tangrintler und überreichte ein Blumengesteck

Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Hohenschambach 100 Jahre SRK Hohenschambach

MAHNEN ZUM FRIEDEN, DIE ERINNERUNG BEWAHREN Hohenschambach – Drei Tage lang feierte die SRK Hohenschambach mit ihrem Vorsitzenden Sebastian Kümmel ihr 100-jähriges Bestehen. Schirmherr war Bürgermeis-

ter Hans Pollinger. Höhepunkt des Jubiläums war der imposante Festzug mit 40 Vereinen unter Begleitung von vier Musikkapellen durch den Ort. Hunderte von Solda-

Dr. Johann Foyse (r.) überreicht an Alfons Kollmer ein Blumengesteck mit Gedenkschleife. mit Gedenkschleife für die Kriegerkapelle. Obwohl nur eine Stunde in Hemau eingeplant, verabschiedeten sich die Münchner nach zwei Stunden schweren Herzens und luden die Hemauer zum Gegenbesuch anlässlich der Waldmesse ein, die jährlich am ersten Juli-Sonntag im Forstenrieder Park stattfindet. Text: Alfons Kollmer Foto: Reinhard Rosenau

Redaktionsschluss für treue Kameraden 5/2019 ist der 3. September 2019. ten-, Krieger- und Reservistenkameraden brachten zum Ausdruck, Mahner zum Frieden zu sein und die Erinnerung an Gefallene und Vermisste zu bewahren. 1919, wenige Monate nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Veteranen- und Kriegerverein Hohenschambach und Umgebung gegründet. Der Einzugsbereich des Vereins erstreckte sich schon damals über den gesamten Bereich der Pfarrei Hohenschambach. Nach den Jahren des Kriegs wollten viele ehemalige Soldaten Freundschaft und Kameradschaft weiter pflegen. Nach einigen Jahren wurde eine Fahne be-

왗 Festgottesdienst (sitzend v.l.): Stadträtin Birgit Luge, 2. Bürgermeister Herbert Tischhöfer, MdL Sylvia Stiersdorfer, Schirmherr 1. Bürgermeister Hans Pollinger und 3. Bürgermeister Robert Pollinger.


Oberpfalz schafft, die damals durch eine Sammlung von Spenden unter den Mitgliedern finanziert wurde. Im Juli 1954 erfolgte die Wiedergründung des Vereins und im Mai 1957 war Fahnenweihe. Um ein Weiterbestehen des Vereins zu sichern, erfolgte im Jahr 2009 die Fusion mit der Reservistenkameradschaft. Die Sicherung und der Erhalt der beiden Vereine war dabei oberstes Gebot. Der Vereinsname wurde umgewandelt in SRK. Stets war und ist es den Mitgliedern ein besonderes Anliegen, den 134 Gefallenen und Vermissten beider Weltkriege zu gedenken. Weckruf mit Böller und Stadtkapelle Zum Auftakt des dreitätigen Jubiläumsfestes gab es am Freitag eine Party im Hof des

Vereinslokals „Zur Post“. Motto: „Schama RocKt die 100 Jahre“. DJ Hanika brachte Stimmung unter die vielen Gäste. Weiter ging es am Samstag mit dem Bieranstich durch den Schirmherrn, Bürgermeister Hans Pollinger, assistiert von Landrätin Tanja Schweiger. Diese betonte, dass Kriegervereine gegründet wurden, um nicht zu vergessen. Für Stimmung sorgte die Band „HeSeeS“, Festwirt war Robert Tischler (Posthalter). Auch ein schwerer Gewitterregen trübte die Feierlaune der Schamerer nicht. Im Vorfeld der 100-Jahrfeier organisierte die SRK ein Jubiläumsschießen in Bügerl, an dem sich 16 Mannschaften beteiligten. Die Siegerehrung wurde beim Heimatabend vorgenommen. Erster wurde die

„O’zapft is!“ (v.l.) SRK-Vorsitzender Sebastian Kümmel, Bürgermeister und Schirmherr Hans Pollinger, Festwirt Robert Tischler und Landrätin Tanja Schweiger.

RAG Jura mit Rudolf Eichenseher, Josef Schmid und Reinhold Riepl. Den zweiten Platz belegte die SKRK Parsberg und Dritter wurde der Patenverein Hemau mit Karla Kollmer, Waltraud Hertle und Ingrid Körbler. Mit Böllerschüssen startete der Weckruf am Sonntag um sechs Uhr. Schirmherr, Festmutter, Festdamen, der Patenverein und die Gastvereine wurden eingeholt. Nach dem Kirchenzug zum Kriegerdenkmal im neuen Teil des Friedhofes hielt Pfarrer Manfred Seidl den Festgottesdienst, der von der Stadtkapelle Hemau unter Leitung von Johannes Mittermeier umrahmt wurde. In seiner Predigt griff der Pfarrer auch das aktuelle politische Geschehen auf. Donald Trump werde in den USA als Heilsbringer

Der Patenverein Soldaten- und Kriegerkameradschaft Hemau mit Fahnenband.

Festdamen und Kameraden des Jubelvereins SRK Hohenschambach.

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Oberpfalz

Aus den Bezirken treue Kameraden 4/2019

angesehen. Doch dazu habe er nicht die Macht und Stärke. Im Gegensatz dazu sei Jesus in Demut aufgetreten. Nach Ansicht von Pfarrer Seidl soll bei der SRK stets das Eintreten für den Frieden und das Gedenken an die Gefallenen und Vermissten im Mittelpunkt stehen. Jura-Kreisvorsitzender und SRK-Ehrenvorsitzender Richard Preis betonte, dass Kriegervereine dazu da seien, um Frieden zu bewahren. Bürgermeister Pollinger sieht im Kreuz den Mittelpunkt für die Kameradschaften. Die SRK sei nicht nur am Volkstrauertag aktiv, sie bringe sich während des ganzen Jahres in das Leben des Ortes und der Pfarrei ein, bestätigte Pollinger. Schirmherr eng mit Verein verbunden Gerne habe er die Schirmherrschaft übernommen, so Pollinger, da seine Familie fast 100 Jahre mit dem Soldatenverein verbunden sei. Sein Großvater war 2. Vorsitzender, sein Vater lange Jahre Schriftführer und er selbst sei als Reservist in den Verein eingetreten. Der Bürgermeister bezeichnete die SRK als „Traditionsverein, der jung aufgestellt sei”. Weiter ging er auf den Garnisonsstandort Hemau ein, der dem Frieden geopfert wurde. Der Bundestagsabgeordnete Peter Aumer drückte Dankbarkeit und Respekt aus. Es sei heute unvorstellbar, dass die europäischen Staaten untereinander einen Krieg führen, sagte er. Er hoffe, dass der Iran und die USA eine Einigung finden, um eine kriegerische Auseinandersetzung zu vermeiden. Im anschließenden Festakt wurden die Erinnerungsbänder der Festmutter Resi Tischler, der 21 Festdamen und der Patenkameradschaft SKK Hemau an die Fahnen

Beifall für die Fahnenträger Markus Nadler (SRK) und Josef Sandner (SKK).

des Jubel- und Patenvereins geheftet. Festzug und Fahneneinmarsch Der absolute Höhepunkt war der Festumzug, begleitet von der Stadtkapelle Hemau, dem Spielmannszug Hemau, den Bergmusikanten Otterzhofen und der Stadtkapelle Riedenburg. Die Ehrenmitglieder fuhren im offenen Armee Jeep und auch BSB-Ehrenpräsident Generalmajor a.D. Jürgen Reichardt gab dem Festzug eine militärische Note. Das anschließende Fahnenschwenken durch das Festzelt wurde zum Highlight. Zum Ausklang des Festes spielte die Band „Stand By“ professionell auf. Text: Alfons Kollmer Foto: Christina Waldhier/ Susanne Kirner

Festdamen mit den Fahnenbändern des Jubelvereins und der Festmutter sowie Irene Meyer vom Patenverein.

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Schirmherr Bürgermeister Hans Pollinger mit Amtskette und BSB-Ehrenpräsident Generalmajor a.D. Jürgen Reichardt.

Im Armee-Jeep fahren die Ehrengäste vor (v.l.): Sebastian Kümmel, Hans Pollinger, Ehrenvorsitzender Georg Liedl, Kriegsteilnehmer Fritz Heß, Thomas Gabler und MdB Peter Aumer.


Oberpfalz Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Freihung

KOMMANDEUR DES US-PARTNERSCHAFTSVERBANDES VERABSCHIEDET Grafenwöhr/Freihung – Die Marktgemeinde Freihung und die SRK Freihung haben sich gebührend vom scheidenden Bataillonskommandeur ihres Partnerschaftsverbandes, des 18th Combat Sustainment Support Battalion, Lieutenant Colonel (LtCol) Jonathan Meisel und dessen Ehefrau Kimberly verabschiedete. Die Gelegenheit dazu bot sich beim Bataillonsappell des in US-Militärkreisen als „War-Hammer“ bezeichneten Logistikverbandes in Grafenwöhr. Vor der offiziellen Kommandoübergabe durch die Brigadekommandeurin Colonel Michelle K. Donahue von der übergeordneten 16. Sustainment Brigade aus Baumholder nahm Bürgermeister Norbert Bücherl und die zahlreich angetretenen Kameraden der RK Freihung mit großartiger Unterstützung von Reservisten aus der Kreisgruppe Oberpfalz-Mitte, vor zahlreichen deutschen wie amerikanischen Ehrengästen, die Gelegenheit wahr, dem scheidenden Kommandeur mit seiner Ehefrau für die freundschaftliche wie vertrauensvolle Zusammenarbeit zu danken. Intensive Zusammenarbeit In seinen Abschiedsworten blickte der Rathauschef auf die vergangenen zwei Jahre des gemeinsamen Wirkens zum Wohle der Partnerschaft zwischen dem Markt Freihung und dem US-Verband zurück. Diese besteht offiziell seit 2007. Zahlreiche gemeinsame Vorhaben und Aktivitäten, insbesondere mit der RK Freihung, hätten die

Zusammenarbeit der Kommune mit dem US-Verband geprägt. Als Höhepunkte nannte Bücherl die Teilnahme des Partnerschaftsverbandes mit der Ehrenformation am Volkstrauertag in Freihung anlässlich 100 Jahre Beendigung des 1. Weltkrieges. Militärischer Höhepunkt war die zweitägige Schießausbildung im Sommer des letzten Jahres auf dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Hierbei konnten an 70 US-Soldaten Schützenschnüre der Bundeswehr in Gold, Silber und Bronze sowie 35 Schießabzeichen der US-Armee an die teilnehmenden Reservisten ausgehändigt werden. Beim Vergleichsschießen mit dem Luftgewehr der Kreisgruppe Oberpfalz-Mitte auf den Ständen der RK Poppenricht belegten die US-Soldaten herausragende Platzierungen, allen voran Sergeant Richard Alardin mit 87 Ringe den 1. Platz bei über 70 Teilnehmern. Die Teilnahme am Bockbierfest, am örtlichen Weihnachtsmarkt und bei der Jahresabschlussfeier bildeten die gesellschaftlichen Höhepunkte der Partnerschaft. Für das entgegengebrachte Vertrauen, Verständnis und vor allem für die persönliche Freundschaft dankte der Rathauschef und überreichte dem scheidenden Kommandeur zur Erinnerung und zum Dank für die gelebte Partnerschaft das gemeindliche Wappen mit Erinnerungsaufschrift. LtCol Meisel wird in die Vereinigten Staaten zurückversetzt und seinen weiteren Dienst im Pentagon/Washington D.C., verrichten.

Dank und Anerkennung Für die in Gruppenstärke angetretenen Reservisten übergab Stabsfeldwebel d.R. Gerhard Lindthaler das handgefertigte Erinnerungsbrett der Kameradschaft. Er dankte ebenfalls für die zahlreich gemeinsam durchgeführten militärischen Aus- und Weiterbildungen. Für den Bayerischen Soldatenbund verlieh Bezirksvorsitzender Horst Embacher das Ehrenkreuz samt Urkunde. Auch der Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr und der Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge, Bezirksverband Oberpfalz, dankte dem Kommandeur für dessen persönliche Unterstützung und Förderung der Kriegsgräberfürsorge für den Erhalt deutscher Soldatengräber. Seit nunmehr elf Jahren beteiligen sich US-Soldaten mit großem Erfolg an den Sammlungen des Volksbundes für den Erhalt und die Pflege deutscher Soldatengräber. Text/Foto: Norbert Bücherl 왔 Vorne v.l.: Oberstleutnant d.R. Werner Gebhard (VdRBw), Übersetzer Franz Zeilmann, Kim Meisel, LtCol Jonathan Meisel, Bürgermeister Norbert Bücherl, Stabsfeldwebel d.R. Gerhard Lindthaler, Colonel Michele K. Donahue (Kommandeurin 16. SB), BSB-Bezirksvorsitzender Horst Embacher, Command Sergeant Major Frank M. Graham jr. (16. SB), Richard Glombitza (Volksbund), Feldwebel d.R. Hans Rötzer.

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Oberpfalz Soldaten- und Kriegerkameradschaft (SKK) Hörmannsdorf 100-jähriges Jubiläum

Aus den Bezirken

WIR STEHEN ZU UNSERER HEIMAT

treue Kameraden 4/2019

Hörmannsdorf – Im kleinen aber stillvollen Rahmen feierte die SKK Hörmannsdorf ihr 100-jähriges Gründungsfest. Begonnen hatten die Feierlichkeiten mit einem Kirchenzug. 22 Vereine - nicht nur Soldaten- und Kriegerkameradschaften, sondern auch örtliche Vereine wie Feuerwehr, Sportverein, Bayernfanclub, Schützenverein und die Katholische Arbeitnehmerbewegung - nahmen daran teil. Beim anschließenden Gottesdienst in der Pfarrkirche St. Willibald, der von Pater Reiner Nagel feierlich zelebriert und von der Blasmusik Lupburg unter der Leitung von Veronika Fischer musikalisch umrahmt wurde, ging der Geistliche in seiner Predigt auf die Jubelfeier ein. Unter Teilnahme der zahlreichen Gottesdienstbesucher und der Vereine, sowie der Ehrengäste, sagte der Pater anschließend am Kriegerdenkmal: „Wir gedenken der getöteten und vermissten Soldaten, die auf den Friedhöfen der Welt liegen.“ Zum Ende der liturgischen Feier segnete er die Gedenkstätte im Hörmannsdorfer Friedhof. Als sichtbares Zeichen des Gedenkens an die in den Kriegen gefallenen und vermissten Soldaten legte SKK-

Ehrengäste und SKK Hörmannsdorf beim Gedenken vor dem Kriegerdenkmal.

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Der Kirchenzug, angeführt von der Blasmusik Lupburg. Vorsitzender Alois Schmidt einen Kranz nieder und richtete kurze Worte an die Festgäste. Mit dem „Lied vom guten Kameraden“ und der gemeinsam gesungenen Nationalhymne sowie dem Senken der Fahnen vor dem Mahnmal endete dieser Teil der Feier. Zur Feier im Gasthaus Rödl konnte Alois Schmidt viele Gäste, ob Vereine oder Privatpersonen, sowie Funktionsträger aus Politik und die Angehörigen des Bayerischen Soldatenbundes (BSB), allen voran Parsbergs Bürgermeister Josef Bauer und BSB-Präsident Oberst a.D. Richard Drexl, begrüßen. Schmidt ging zunächst auf die Gründungszeit der SKK Hörmannsdorf ein: „Kriegervereine wie die SKK Hörmannsdorf

wurden größtenteils nach dem 1. Weltkrieg im Jahre 1919 gegründet. Nach dem schrecklichen Ereignis taten sich die Kriegsteilnehmer zusammen und gründeten die Kameradschaften.“ Er sprach auch den derzeitigen Mitgliederschwund an, der auf das Ende der Wehrpflicht im Jahre 2011 zurückzuführen sei. Schmidt: „An unserer Generation liegt es, die Vereine im Sinne der gefallenen und vermissten Kameraden weiterzuführen, um sie nicht in Vergessenheit geraten zu lassen.“ Die Rede des BSB-Präsidenten Richard Drexl ließ aufhorchen, als er davon sprach, dass die beiden Weltkriege viel Schrecken mit sich gebracht hätten. Er machte klar, dass jedes Land eine Armee brauche, um sich


Oberpfalz auch verteidigen zu können. „Jedes Land“, so der Präsident, „hat eine Armee. Entweder die eigene oder eine fremde.“ Die Bundeswehr sei „zu Tode gespart worden“. Drexl weiter: „Wir, die Soldaten- und Reservistenvereine, sind ein Teil der Heimat. Der Anlass zu ihrer Gründung war schrecklich. Unterstützen sie die Soldatenkameradschaften, denn wir stehen zu unserer Heimat!“ Bürgermeister Bauer bedankte sich für das gesellschaftliche Engagement seiner SKK: „Kriegervereine sind wichtig, denn was wäre ein Volkstrauertag ohne Soldaten- und Kriegervereine.” Wie sein Vorredner hoffe auch er auf eine friedliche Zukunft. Nach dem gemeinsamen Mittagessen und einem unterhaltsamen Nachmittag, musikalisch umrahmt von der Blasmusik Lupburg sowie bei Kaffee und Kuchen, klang das Fest aus. Text: Andreas Friedl / Alfons Kollmer Fotos: Gerhard Meyer

Die Ehrengäste (v.l.): Ehrenkreisvorsitzender Lothar Eisenreich, BSB-Präsident Oberst a.D. Richard Drexl, Stadtrat Siegfried Bayerl, Bürgermeister Josef Bauer, Pater Reiner Nagel, Bezirksvorsitzender Horst Embacher.

Kreisverband (KV) Cham/Soldaten- und Kriegerkameradschaft (SuKK) Schorndorf Trauer um Heinrich Wittmann

NICHT ZU ERSETZEN Schorndorf – Eine große Trauergemeinde nahm unlängst Abschied von Heinrich Wittmann, der plötzlich und unerwartet im Alter von 65 Jahren verstarb. Insbesondere die SuKK Schorndorf und der BSBKreisverband Cham verlieren mit ihrem jahrzehntelangen Kassier ein äußerst verdientes und geschätztes Mitglied. Nach dem Trauergottesdienst in der Pfarrkirche, zelebriert von Pfarrer Martin Schöpf, folgte auf dem Schorndorfer Gottesacker die Beisetzung im Familiengrab. „Mit Bestürzung haben wir die schockierende Nachricht vom plötzlichen Tod des allseits geschätzten und beliebten Mitbürgers Heinrich Wittmann aufgenommen“, so 1. Bürgermeister Max Schmaderer zu Beginn seiner Grabrede, „Heiner Wittmann schien unverwüstlich zu sein, was sein Leistungspensum betraf“. Der Verstorbene habe sein Leben lang immerzu nur hart gearbeitet für Hof und Familie und seine Vereine, „er kannte keine Rast und Ruh, mit Rat und Tat war er immer für seine Familie und für uns alle da“. Vor allem hervorzuheben sei seine Einstellung und sein Einsatz für die Belange der bäuerlichen, familiengeführten Landwirtschaft, insbesondere der Milchwirtschaft. Nicht nur die Familie Wittmann habe ihren Mittelpunkt verloren, „auch die Gemeinde Schorndorf verliert mit ihm einen Mitbürger, für den es selbstverständlich war, auch das öffentliche Leben, das Miteinander und eine funktionierende Gemeinschaft in den Mittelpunkt seines Tuns und Wirkens zu stellen.“ „Wir müssen heute trauernd und betrübt Abschied nehmen von einem treuen Vereinskameraden, einem Urgestein und Stützpfeiler der SuKK Schorndorf und genauso im Kreisverband Cham“, so SuKK-Vorsitzennder Egon Klein, „ein hilfsbereiter Mensch, der seinesgleichen sucht, für den Kameradschaft nicht nur ein Wort war, sondern der Kameradschaft lebte und pflegte.“ Klein weiter: „Unser Heiner hatte ein großes Herz, wenn es um die Belange der Soldaten und Krieger, der Reservisten und Veteranen im Verein und im Kreisverband ging“, er hinterlasse sowohl in der Schorndorfer Kameradschaft als auch im Kreisverband eine riesige Lücke, „ein Kamerad, ein Freund, der nicht 1:1 zu ersetzen ist.“ Heinrich Wittmann trat der SuKK Schorndorf 1976 bei, übernahm bereits ein Jahr später das erste Amt im Vorstand als Ortssprecher von Thierling. 1985 wurde er zum 1. Kassier gewählt und war es 34 Jahre lang ohne Unterbrechung bis zu seinem viel zu frühen Tod. Sowohl das 100jährige Gründungsfest als auch zuletzt das 125jährige Jubiläum im Juni 2018 stemmte Heinrich Wittmann als Festkassier. Bereits 1991 übernahm der Verstorbene auch das Amt des Schatzmeisters im KV Cham. Neben der Kasse hatte Heinrich Wittmann aber auch andere Vereinstätigkeiten fest in seinen Händen, kümmerte sich um Volkstrauertag, Christbaum am Kriegerdenkmal in der Adventszeit oder Christkindlmarkt. Von seinen 43 Mitgliedsjahren bei der SuKK Schorndorf übernahm Heinrich Wittmann 42 Jahre lang Verantwortung in der Vorstandschaft. „Heiner war immer da, immer verfügbar, immer mit vollem Engagement, wann immer man ihn brauchte und das nicht nur mit Worten.“ Von seinem Verein wurde Heinrich Wittmann oftmals ausgezeichnet, erst im Januar beim Jahrtag erhielt er das Großkreuz, die zweithöchste BSB-Auszeichnung überhaupt. Der KV Cham ehrte ihn mit der Goldenen Kreisehrennadel. Reinhard Obermeier für den Pfarrgemeinderat, die Kirchenverwaltung und alle kirchlichen Gremien, Egon Klein für die SuKK Schorndorf, Manfred Göttlinger für den BSB-KV Cham und Schorndorfs 1. Bürgermeister Max Schmaderer für die Kommune sowie die Parteifreie Wählerschaft legten am offenen Grab jeweils einen Kranz bzw. eine Blumenschale nieder. Alle Redner sprachen der Familie mit Ehefrau Erika, den vier Kindern, drei Enkeln, Mutter Johanna und den Geschwistern das aufrichtige Mitgefühl in diesen schweren Stunden der Trauer aus. Text/Foto: Redaktionsbüro Schmidbauer, Schorndorf

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Aus den Bezirken treue Kameraden 4/2019

Die Prozession auf dem Weg zur Maria-Hilf-Kirche mit den Trägern der Marienfigur, dem Standartenträger Josef Karl, dahinter v.l.: Kreiskassier Alois Schmidt, Bürgermeister Konrad Meier und Kreisvorsitzender Richard Preis.

Jura-Kreisverband (KV) Parsberg Jubiläumswallfahrt der Soldaten und Reservisten

MONSIGNORE DUNST: TRADITION WEITERFÜHREN! Beratzhausen – Den Auftakt zu mehreren 100-jährigen Vereinsjubiläen im Kreisverband bildete die 30. Friedenswallfahrt des Jura-KV Parsberg zur MariaHilf-Kirche in Beratzhausen. Seit 1961 pilgern die 18 Soldaten-, Krieger- und Reser-

vistenkameradschaften alle zwei Jahre zur Gottesmutter, um für die gefallenen, vermissten und verstorbenen Kameraden zu beten, für die glückliche Heimkehr zu danken und für den Frieden zu bitten. Am Ehrenmal bei der Pfarrkirche St. Peter

und Paul hieß Kreisvorsitzender Richard Preis besonders den Ehrenkreisvorsitzenden Lothar Eisenreich und den Ehrenvorsitzenden der örtlichen SKK Josef Kohnhäuser willkommen. Er erinnerte an die Begründung der Wallfahrt vor knapp 60 Jahren und betonte, dass der Friede, den es seit 74 Jahren in Deutschland und Mitteleuropa gebe, das wichtigste Gut sei. Bürgermeister Konrad Meier grüßte besonders Alois Schwendner, der im Zweiten Weltkrieg an der Front war, und drückte seine Freude darüber aus, dass diese Wallfahrt in Beratzhausen stattfinde. Ferner sei für ihn wichtig, das Gedenken auch den nachfolgenden Generationen zu vermitteln. Mit dem vom Trompeter Hans Dechand intonierten und von drei Böllerschüssen begleiteten „Lied vom guten Kameraden“ sowie dem Niederlegen eines Kranzes gedachten die Kameradschaften der Toten der Kriege, des Terrors und heutiger Auseinandersetzungen bzw. Unglücke. Angeführt von Monsignore Georg Dunst und den Ministranten, dem Träger der Jubiläumskerze und den Trägern der Marienfigur zogen die Vereine mit ihren Fahnen bzw. Standarten im Gebet zur Maria-HilfKirche. Pfarrer Dunst begrüßte die Hauptorganisatoren der Wallfahrt – Richard Preis für den Jura-Kreisverband, Josef Kohnhäuser für die SKK Beratzhausen und Bernhard Götz für die SRK Oberpfraundorf. Der KV und der Beratzhausener Ortsverband hat-

왗 Treffpunkt zum Abmarsch für die SKK Hemau und Umgebung ist das Kriegergedächtniskreuz an der Straße nach Beratzhausen.

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Oberpfalz

Soldaten- und Kriegerkameradschaft (SKK) Frauenberg

STEFAN AMANN GEWINNT PREISGRASOBERLN

Kreisvorsitzender Richard Preis bedankte sich bei allen Teilnehmern, Helfern und Mitwirkenden, die zum Gelingen der Marienwallfahrt beitrugen.

Die letzten Schritte vor dem Erreichen der Wallfahrtskirche Maria-Hilf, voran die Ministranten mit Monsignore Dekan Georg Dunst sowie die Träger der Jubiläumskerze und der Muttergottesfigur.

ten Kerzen gestiftet, die Pfarrer Dunst zu Beginn des Gottesdienstes segnete. In seiner Predigt erinnerte Dunst an den Maler Otto Dix, der im Frühjahr 1945 als 53-Jähriger zum Volkssturm eingezogen wurde, in französische Kriegsgefangenschaft nahe Colmar geriet und dort für die Lagerkapelle das Bild „Madonna vor Stacheldraht und Trümmern“ (heute in Berlin zu besichtigen) schuf. Das Werk verdeutliche, so der Geistliche, dass Liebe den Hass und das Leben den Tod überwinden. Auch erinnerte er an das Jahr 1961, als zwar die Ruinen des Krieges weitgehend beseitigt waren, aber Traumata – eigene schlimme Erlebnisse, schmerzhafte Erinnerungen an Gefallene, ungeklärte Schicksale

von Vermissten – immer noch aktuell waren. „Da war der Entschluss des Jura-KV im Jahr 1961, eine Marienwallfahrt zu initiieren, sehr mutig“, lobte der Pfarrer. Mit Blick auf die Jubiläumswallfahrt sprach er von einer „Lichterkette des Gebets, des Dankens und der Bitte“ und dankte für diese Wallfahrt, da ja Maria für Hilfe und Fürsprache bei ihrem Sohn Jesus Christus stehe. Ebenso bat er um Fortführung dieser schönen Tradition. Als Lektor wirkte der Ehrenkreisvorsitzende Lothar Eisenreich, musikalisch umrahmte den Gottesdienst der Männergesangverein „Liederkranz“ unter der Leitung von Peter Beilner. Text/Foto: Markus Bauer/Alfons Kollmer

Frauenberg – Zum traditionellen Preisgrasoberln-Turnier der SKK Frauenberg im Gasthaus Graßl in Eglsee konnte 1. Vorsitzender Günter Kolb 32 Teilnehmer begrüßen. Nach Bekanntgabe der Spielregeln und Auslosung der Tischplatzierungen starteten die Teilnehmer, um die möglichst besten Ergebnisse zu erzielen. Nach dem ersten Durchgang (30 vollendete Spiele) wurde die Tischverteilung neu ausgelost. Am Ende des spannenden Turniers erfolgte, nach Auswertung der Spielergebnisse durch Johann Falter und Johann Schießl, die mit Spannung erwartete Preisverleihung. Den 1. Platz (80 Euro) mit 28 „Guten“ erreichte Stefan Amann, gefolgt von Hans Tischler mit 27 „Guten“ (60 Euro) und Fritz Söllner mit 23 „Guten“ (40 Euro). Anschließend wurden die elf gespendeten Sachpreise an die weiteren Gewinner übergeben. Den Trostpreis, zwei 5-Liter-Fässchen Bier, gespendet von der Vereinswirtin Agnes Graßl, erhielt mit 50 „Schlechten“ Andreas Eibl. SKK-Vorsitzender Kolb bedankte sich bei den Spielern für die Teilnahme sowie bei seinen fleißigen Helfer. Das nächste PreisgrasoberlnTurnier wird am 28. März 2020 abgehalten. Weiterer Dank galt der Vereinswirtin Agnes Graßl mit Personal, allen Geld- und Sachspendern sowie den weiteren Helfern. Text: Klaus-Peter Günther

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Grasobern, Grasoberln oder Grünobern ist ein altbayerisches, vom Aussterben bedrohtes Kartenspiel.

Redaktionsschluss für treue Kameraden 5/2019 ist der 3. September 2019.

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Aus den Bezirken Kreisverband (KV) Tirschenreuth

treue Kameraden 4/2019

FRIEDE IST DORT, WO DIE LIEBE ÜBER RACHE UND VERGELTUNG SIEGT Erste gemeinsame Friedenswallfahrt der Soldatenverbände des Kreises

Konnersreuth – Der Wunsch nach Frieden war allgegenwärtig, als kürzlich die Friedenswallfahrt der BKV- und BSBKreisverbände in Konnersreuth stattfand. Insgesamt zwölf Soldatenvereine aus dem Landkreis Tirschenreuth waren gekommen, um am Gedenkgottesdienst, Kirchenzug und Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal teilzunehmen. Pfarrseelsorger Pater Benedikt Leitmayr sagte in der Pfarrkirche: „Friede ist dort, wo die Liebe über Rache und Vergeltung siegt. Friede ist dort, wo der Friede im Herzen des Menschen lebt und sich das friedvolle Herz für den Mitmenschen öffnet.“ Frieden ist der Weg Die Friedenswallfahrt begann mit einem Gedenkgottesdienst in der Konnersreuther Pfarrkirche. Pater Leitmayr rief dazu auf, für den Frieden in der Welt zu bitten und

zu kämpfen. „Beginnen und gehen wir den Weg des Friedens, dann haben wir alle eine große Chance, in Frieden leben zu dürfen. Christus lädt uns zum Frieden ein. Jede menschlich verstummte Stimme unserer gefallenen und vermissten Kameraden, deren Namen wir an den Kriegerdenkmälern lebendig werden lassen, mahnt uns zum Frieden.“ Nach dem Gottesdienst bewegte sich der Kirchenzug, angeführt von der Blaskapelle Konnersreuth, zum Kriegerdenkmal am Friedhof. Dort sprach Bürgermeister Max Bindl zu den Mitgliedern. Zunächst zitierte er Mahatma Gandhi mit den Worten: „Es gibt keinen Weg zum Frieden, Frieden ist der Weg.“ Bindl bedauerte, „dass wir auch heute noch nahezu täglich mit Kriegen und Konflikten konfrontiert werden. Die Schaffung und Bewahrung des Friedens ist eine der wichtigsten Aufgaben der internatio-

Bürgermeister Max Bindl (l.) hielt die Gedenkrede, Pater Benedikt Leitmayr sprach am Kriegerdenkmal ein kurzes Gebet.

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왖 Zwölf Soldatenvereine aus dem Landkreis nahmen mit ihrer Vereinsfahnen an der Friedenswallfahrt in Konnersreuth teil.

nalen Politik. Wohlstand, politische Freiheit und Selbstentfaltung lassen sich nur in einem friedlichen globalen Umfeld verwirklichen.“ Kriege verhindern Der Bürgermeister machte deutlich, die beiden letzten Weltkriege hätten eine Gewaltgeschichte entfesselt, die nicht nur tief in die Kampfgebiete, sondern in die ganze Gesellschaft hineinwirkte. „Der Krieg brachte Hunger, Flucht und Epidemien bis in weit entfernte Gegenden. Er hinterließ Tod, Trauer und tiefe Wunden in den Seelen der Menschen.“ Das Gemeindeoberhaupt

Nach der Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal (v.l.): Ferdinand Lienert (BSB), Anton Hauptmann (BKV), Pater Benedikt Leitmayr und Bürgermeister Max Bindl.


Oberpfalz mahnte, dass für viele von uns, die wir in Deutschland leben, der Krieg vermeintlich weit weg ist. „Doch die heutigen Konflikte in der Welt mit ihren vielen Geflüchteten, Vermissten und Toten zeigen uns, dass der Weg der Versöhnung und des Friedens nie abgeschlossen ist.“ Bindl betonte: „Ein dauerhafter Frieden lässt sich nur durch

Versöhnung, Kooperation und Verständigung schaffen. Glücklicherweise durften wir in den vergangenen siebzig Jahren diese Erfahrung machen, der längsten Friedensperiode in der europäischen Geschichte.“ Abschließend machte der Bürgermeister deutlich, „wir alle, ob schuldig oder nicht, ob alt oder jung, müssen die Vergan-

genheit annehmen. Wir alle sind von den Folgen betroffen.“ Im Anschluss wurde ein Kranz am Konnersreuther Ehrenmal im Gedenken an die gefallenen und vermissten Soldaten niedergelegt. Mit drei Böllerschüssen und der Nationalhymne endete der Festakt. Text/Fotos: Josef Rosner

Kreisverband (KV) Tirschenreuth Frühjahrsversammlung

AUF DER SUCHE NACH FRISCHEN IDEEN Mähring – Der Vorsitzende des BSB-Kreisverbands Tirschenreuth, Ferdinand Lienerth, informierte bei der Frühjahrsversammlung im Jugendheim in Mähring über den Kreisverband, der aktuell 17 Kameradschaften mit 1.224 Mitgliedern zählt. „Das sind 29 weniger als noch im Jahr 2018“, so Lienerth, der bei den Neuwahlen (Info-Kasten) in seinem Amt bestätigt wurde. In fünf Kameradschaften seien neue Mitglieder geworben worden - drei Kameradschaften hätten einen Rückgang hinnehmen müssen. Dem Kreisverband fehlt der Nachwuchs. Lienerth will mit neuen Ideen neue Mitglieder werben. Der Schießsport ist dabei ein wichtiges Standbein. Neuzugänge zu bekommen, so Lienerth, sei „eher schwierig“. Das Schützenwesen sei hier enorm wichtig. „Deshalb ist es auch nicht verwunderlich, dass die fünf Kameradschaften, die neue Mitglieder werben konnten, alle eine Schützenabteilung haben“. Er ermutigte dazu, neue Ideen aufzugreifen, die Vereine attraktiver zu gestalten und präsent zu bleiben.

Der stellvertretende Kreisschießwart Martin Schneider berichtete von „hervorragenden Plätzen“ beim Landesgroßkaliberschießen. Er kündigte zudem an, vermehrt Aufgaben zu übernehmen, um Josef Peter zu unterstützen. Der Schießsport brauche künftig mehr Resonanz. Veranstaltungen könnten sonst aus Kostengründen nicht mehr durchführbar sein, meinte er. Reservistenbetreuer Matthias Seidl griff die Diskussion um den Begriff „Veteran“ auf, die Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen ins Rollen gebracht hatte, und betonte, dass er die Definition nicht teile. Vielmehr bedeute der Veteran-Begriff für ihn „altgedienter Soldat“. Einen soliden Kassenbestand vermeldete Kreiskassier Robert Venzl. Der Kassenprüfer Josef Böhm und Kreisvorsitzender Ferdinand Lienerth sprachen ihm ein Lob für die „vorbildliche Arbeit“ aus. Der Bürgermeister der Marktgemeinde Mähring, Josef Schmidkonz, meinte, der Soldatenbund leiste „hervorragende Arbeit“ und sei ein „Träger der Tradition“. Der Vorsitzende der Bayerischen Kamera-

Hinten, v.l.: Anton Hauptmann, Martin Schneider, Bürgermeister Josef Schmidkonz, Gerhard Bötzl, Bruno Salomon, Karl Birner und Ferdinand Lienerth; vorne, v.l.: Gerhard Kraus, Reiner Köppl und Horst Embacher.

den- und Soldatenvereinigung (BKV) Tirschenreuth, Anton Hauptmann, plädierte dafür, das Ehrenamt als „eines der wichtigsten Ämter“ müsse auch für die Jugend wieder attraktiver werden. Auch Bezirksvorsitzender Horst Embacher hob hervor: „Ohne Ehrenamt sehen alle Gemeinden alt aus.“ Text/Foto: Susanne Forster

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Der neue Kreisvorstand: Ferdinand Lienerth (Kreisvorsitzender); Josef Meisl (stellvertretender Kreisvorsitzender); Robert Venzl (Kreiskassier); Meinhard Köstler (Kreisschriftführer); Matthias Seidl (Reservistenbetreuer); Josef Peter (Kreisschießwart); Martin Schneider (stellvertretender Kreisschießwart); Werner Hoschopf (Internetbeauftragter); Josef Böhm und Gerhard Franke (Revisoren). Für besondere Leistungen wurden ausgezeichnet: Gerhard Kraus, Vorsitzender SRK Großkonreuth (Verdienstkreuz 1. Klasse); Reiner Köppl, Vorsitzender SRK Leonberg, und Kreisschießwart Josef Peter (Großkreuz); Karl Birner, Gerhard Bötzl und Bruno Salomon (Schießauszeichnung).

Hinten, vl.: Josef Böhm, Martin Schneider, Bürgermeister Josef Schmidkonz, Horst Embacher, Meinhard Köstler und Werner Hoschopf; vorne, v.l.: Josef Meisl, Ferdinand Lienerth und Robert Venzl.

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Aus den Bezirken treue Kameraden 4/2019

Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Speinshart 100-jähriges Gründungsjubiläum

EIN PRÄCHTIGES FESTWOCHENENDE Speinshart – Unter einem weiß-blauen Himmel, bei frühsommerlichen Temperaturen und im Schatten der mächtigen Speinsharter Klosterkirche konnte die KSK Speinshart am 25. und 26. Mai 2019 ihr 100-jähriges Gründungsjubiläum begehen. Die Festlichkeiten begannen am Samstagabend mit der Ehrung der Kriegsopfer am Kriegerdenkmal. KSK-Vorsitzender Max Wagner konnte dazu als besondere Ehrengäste den Präsidenten des Bayerischen Soldatenbundes, Oberst a.D. Richard Drexl, und den Schirmherren des Festes, Speinsharts Bürgermeister Albert Nickl begrüßen. Auch die Patenkameradschaft aus Mockersdorf und die Krieger- und Soldatenka-

meradschaften aus dem Kreisverband Eschenbach sowie Abordnungen der Freiwilligen Feuerwehren Speinshart und Tremmersdorf nahmen teil. Blick zurück und nach vorn Nach einer kurzen Andacht am Kriegerdenkmal durch Pfarrer Pater Adrian Kugler begann Präsident Richard Drexl seine Ansprache mit einem Zitat des ehemaligen Bundespräsidenten Theodor Heuß, der bei der Einweihung eines Soldatenfriedhofs 1950 sagte: „Die in den Gräbern ruhen, warten auf uns. Sie haben für uns gekämpft, gezagt, gelitten, sie sind für uns gestorben. Sie waren Menschen wie wir.“ Drexl stellte fest, dass es Menschen wie wir

Major Denny Ziegert überreichte dem KSK-Vorsitzenden Max Wagner (Bildmitte) eine Flasche hochprozentiges „Artillierfeuer“, daneben BSB-Präsident Richard Drexl und Bürgermeister Albert Nickl sowie Prior Pater Adrian Kugler (2.v.l.)

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왖 Gefallenenehrung am Kriegerdenkmal.

waren, an die wir uns erinnern wollen, 100 Jahre nach Ende des Ersten und 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges. „Diese Jubiläen“, so der Redner, „sind wahrlich kein Grund zum Feiern. Sie stellen der Menschheit die Frage, was sie daraus gelernt hat. Aus dem 1. Weltkrieg sind zwei Millionen nicht heimgekehrt. Die Heimkehrer waren gezeichnet für den Rest ihres Lebens. Nicht zu vergessen die Angehörigen, die um die Gefallenen weinten. Drexl erinnerte daran, dass nur 21 Jahre nach dem 1. der 2. Weltkrieg begann. Über 55 Millionen Tote und Vermisste waren das Ergebnis einer verbrecherischen Ideologie mit rassistischer Verblendung. Der BSB-Präsident erinnerte an die Opfer, die aus der Gemeinde Speinshart im Feld blieben und deren Namen in die Gedenktafeln am Kriegerdenkmal eingraviert sind sowie an das unermessliche Leid der unzähligen Opfer beider Weltkriege. Drexl mahnte, dass das 100-jährige Jubiläum der KSK Speinshart ein guter Grund dafür ist, sich dieser Zeiten zu erinnern und an die Gefallenen und Vermissten und das Leid ihrer Angehörigen zu denken. Das Jubiläum sei aber auch ein Anlass zu großer Dankbarkeit dafür, dass wir heute in einer guten Zeit leben dürfen. Drexl: „Niemand kann sich aussuchen zu welcher Zeit er geboren wird. Aber wir Menschen können das unsere dafür tun, dass sich derartige Katastrophen nicht wiederholen.“ Die Gründung von Soldaten- und Veteranenkameradschaften sei eine Reaktion auf das unermessliche Leid unserer Vorfahren gewesen, auf die Hilflosigkeit des Einzelnen und seine Ohnmacht in einer armen Zeit ohne Sozialfürsorge eines modernen Staates. Drexl: „Es war ein Glück, dass sich schon damals Menschen zusammengeschlossen haben, um sich gegenseitig zu helfen, Kameradschaft auszuüben und ge-


Oberpfalz

Fahnenjunker und Festdamen bei der Fahnenweihe 1921.

meinsam der Gefallenen und Vermissten zu erinnern. Wir sind es unseren Vorfahren schuldig, ihr Andenken zu bewahren und die Erinnerung an ein Europa wach zu halten, in dem die Völker aufeinander einschlugen.“ Er bezeichnete das heutige friedvolle Zusammenleben der Völker als unschätzbaren Wert. Mit einem Hinweis auf den Krieg in der Ukraine und die Europawahl forderte Drexl dazu auf dafür einzutreten, dass es bei allen Gegensätzen friedlich bleibt. Er zitierte Jean-Claude Junker mit den Worten: „Wer heute an Europa zweifelt, sollte öfter Soldatenfriedhöfe besuchen.“ Er fügte hinzu: „Oder Kriegerdenkmäler.“ Für den Bayerischen Soldatenbund mit seinen über eintausend Kameradschaften ist das Gedenken eine entscheidende Aufgabe. Die Veteranen arbeiten für den Frieden, indem sie an den Krieg erinnern. Leider hätten moderne Gesellschaften nur ein kurzes Gedächtnis. Mit den Worten „Die in den Gräbern ruhen, sind für uns gestorben. Sie waren Menschen wie wir. Gedenken wir ihrer in Dankbarkeit.“ beendete er seine aufrüttelnde Ansprache. Nach der Kranzniederlegung durch Präsident Richard Drexl, Bürgermeister Albert Nickl und Vorsitzenden Max Wagner spielte die Musikkapelle der Stadt Creußen das „Lied vom guten Kameraden“, begleitet von drei Böllerschüssen. Die Gedenkfeier endete mit dem „Lied der Bayern“ und der Nationalhymne. Warnung vor den geistigen Brandstiftern Nach einem eindrucksvollen Kirchenzug durch das Klosterdorf Speinshart, begleitet von zahlreichen Fahnen, fand in der Klosterkirche der Festgottesdienst statt. Pfarrer Adrian stellte seine Predigt unter das Motto „Vergessen“. Er meinte, dass es manchmal

gut sei, vergessen zu können und nicht alles ewig nachzutragen. Aber gerade die Schrecken der Kriege, Genozide und Vernichtungslager dürfen nicht vergessen oder verdrängt werden. Auch wenn manche Menschen die Geschichte endlich vergessen wollen, diese Erinnerungen müssten wachgehalten werden. Denn, Vergessen kann gefährlich werden. Ein jüdisches Sprichwort sagt: „Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung.“ Wer aus der Geschichte nichts lernt, ist dazu verdammt sie zu wiederholen. Wer sich aber an fatale Fehler erinnert, kann sie eher vermeiden. Pater Adrian zitierte aus der Satzung eines Veteranenvereins, in der es heißt: „Ziel der Gründungsväter war es, dass die Gefallenen und Vermissten unseres Dorfes niemals vergessen werden dürfen.“ Er appellierte an die Mitglieder der KSK, die Erinnerung an die unzähligen Opfer von Krieg und Gewalt aufrecht zu erhalten und für den Frieden aktiv einzutreten. Unsere Zeit brauche dringend Menschen, die sich gegen das Vergessen, gegen das Verdrängen und das Verfälschen der Vergangenheit einsetzen. Er warnte vor geistigen Brandstiftern, die geschichtliche Wahrheiten leugnen und alte Feindbilder von Nationalismus und Rassismus neu entfachen und Rechte von Minderheiten in Frage stellen. Es brauche Menschen, die sich aktiv gegen solche Entwicklungen stellen und die Zukunft menschlicher gestalten. Mit Blick auf die Europawahl rief er dazu auf, sich hetzerischen Parolen und einer Abschottung mit Mauern des Nationalismus entgegen zu stellen. Nur ein geeintes Europa biete Antworten auf die großen Herausforderungen unserer Zeit. Er forderte, dass die Christen jeder Form von Extremismus und übersteigerten Nationalgefühl entschieden entgegentreten müssen,

um Europa und die Zukunft der Europäischen Union zu unserer gemeinsamen Sache zu machen. Nach dem feierlichen Gottesdienst, dessen Kollekte die Kirche für die Kriegsgräberfürsorge zur Verfügung stellte, begrüßte Wagner im Festzelt zahlreiche Gäste, die anwesenden Vereinsabordnungen und vor allem die Krieger- und Soldatenkameradschaften aus dem Kreisverband Eschenbach. Ganz besonders begrüßte er die Vertreter der Weidener Patenkompanie und eine Abordnung der neuen Patenkompanie der Gemeinde Speinshart, des US-Army Joint Multinational Simulation Center aus Grafenwöhr. Ein herzlicher Gruß ging an den Patenverein aus Mockersdorf. Bürgermeister Nickl gratulierte der Kameradschaft zu ihrem 100. Geburtstag. Er

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Die KSK Speinshart und Umgebung wurde am 30. März 1919 gegründet. 1921 wurde eine eigene Vereinsfahne angeschafft, 1924 das heute noch stehende Kriegerdenkmal eingeweiht. Während des Dritten Reiches war der Verein gezwungen, seine Tätigkeiten einzustellen. Pater Augustin versteckte in dieser Zeit die Vereinsfahne im Prämonstratenserkloster Speinshart, war aber nach dem plötzlichen Tod des Paters nicht mehr auffindbar. Erst bei Renovierungsarbeiten wurde die gut erhaltene Fahne 1961 wiedergefunden. Daraufhin wurde der Verein am 8. April 1962 durch die Initiative des damaligen Prälaten Geron Motyka wieder mit Leben erfüllt. Obwohl dem Verein jegliche finanzielle Grundlage fehlte, konnte mit Spenden der Bevölkerung und der Gemeinden Speinshart, Tremmersdorf und Seitenthal die Fahne repariert und das Kriegerdenkmal restauriert werden. Der Verein wurde schnell zu einem festen Bestandteil des kulturellen Lebens in der Gemeinde. Er übernahm auch die Gestaltung der jährlichen Gedenkfeiern am Volkstrauertag. Einen besonderen Namen machte sich der Verein mit den jährlichen Sammlungen für die Kriegsgräberfürsorge. Für die Sammelergebnisse konnten schon zahlreiche Auszeichnungen entgegengenommen werden. Bei den Vereinsausflügen besuchte der Verein viele Soldatenfriedhöfe im In- und Ausland, zuletzt in Frankreich und in Ungarn. Die Kameradschaft unterhielt Patenschaften mit der 2. Kompanie des Panzerbataillons 124 aus Gärmersdorf, mit der Nachschubkompanie 100 aus Weiden und seit 2016 mit der 2. Batterie des Artilleriebataillons 131 aus der OstmarkKaserne in Weiden.

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Oberpfalz

Aus den Bezirken treue Kameraden 4/2019

dankte den Vereinsmitgliedern für ihren Einsatz in der Gemeinde und besonders für ihren Kampf gegen das Vergessen der Opfer der beiden Weltkriege. Auch Kreisvorsitzender Richard Hofmann gratulierte dem Verein und forderte die Mitglieder auf, weiter zu machen wie bisher und sich auch künftig als Mahner für den Frieden einzusetzen. Anschließend zeichneten Vorsitzender Max Wagner und Schirmherr Albert Nickl die Sieger des Vergleichsschießens mit Pokalen und Urkunden aus. Der Wettkampf mit 95 Teilnehmern hatte einige Tage zuvor stattgefunden. Nachdem die Speinsharter Kameraden sowohl im Einzelschießen als auch mit der Mannschaft die besten Ergebnisse erzielten, verzichteten sie als Gastgeber auf den 1. Platz. Die Siegerpokale für die besten Einzelschützen erhielten Martin Groß vom Sportanglerverein Eschenbach und Norma Traßl von den SKC Klosterkeglern. Den Mannschaftspokal gewannen die Kameraden vom Patenverein Mockersdorf, ein weiterer Pokal ging an die Mannschaft der Freiwilligen Feuerwehr Tremmersdorf. Die Festdamen für das Gründungsfest der Freiwilligen Feuerwehr Speinshart 2020, die auch diesmal die Bewirtung übernommen hatten, erhielten für ihre Teilnahme als einzige Damenmannschaft eine Flasche Sekt. Dann wurde im Festzelt und auf der Festwiese mit Alleinunterhalter Manuel Rahm noch bis in die späten Nachtstunden zünftig gefeiert. Hans Meyer und Werner Kosmale präsentierten auf einer Fotowand im

v.l.: Kreisvorsitzender Richard Hofmann, Bezirksvorsitzender Horst Embacher, BSB-Präsident Oberst a.D. Richard Drexl, Oberstleutnant a.D. Friedrich Bronsart und KSK-Vorsitzender Max Wagner beim Eintrag in das Goldene Buch der Gemeinde Speinshart. Drexl meinte, er sei sehr gerne in die Oberpfalz gekommen. Hier gäbe es besondere Menschen, die den Gemeinschaftsgeist hochleben ließen. Man spüre geradezu das besondere Gemeinschaftsgen der Oberpfälzer.

Festzelt Bilder vom 50-jährigen Gründungsjubiläum mit Bezirkstreffen im Jahre 1969 gezeigt. Auch sonntags volles Programm Am sonntäglichen Feldgottesdienst vor der Klosterkirche nahmen zahlreiche Teilnehmer des Sternbittgangs der Pfarreienge-

Blick auf den Festplatz und Klostertürme beim Feldgottesdienst am Sonntagvormittag.

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meinschaft begrüßen. Die KSK hatte die Verpflegung der Pilger übernommen. Seine Predigte Pater Adrian Kugler unter das Motto „gemeinsam unterwegs“ und forderte die Gottesdienstteilnehmer auf, nicht nur auf sich, sondern auch weiter zu blicken. Präsident Drexl und seine Partnerin feierten auch am zweiten Jubiläumstag mit den Speinsharter Kameraden. Bei herrlichem Sommerwetter genossen die zahlreichen Gäste den Frühschoppen mit der Stadtkapelle Creußen, die zuvor auch den Gottesdienst musikalisch mitgestaltet hatte. Beim anschließenden gemeinsamen Mittagessen konnten die vielen ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer den Gästen eine reichhaltige Auswahl anbieten. Auch an die Unterhaltung der Jüngsten hatte die KSK gedacht und die Pateneinheit unter Führung von Major Denny Ziegert stellte einige große Fahrzeuge aus, die reges Interesse der Besucher weckten. Für die musikalische Unterhaltung der vielen Gäste sorgten die Speinsharter Klosterbläser unter der Leitung von Pater Adrian. Auch die Speinsharter Klosterwache, die von Mitgliedern der Kameradschaft gestellt wurde, sah man auf dem Festplatz. Am späten Abend klang das Fest bei lauschigen Temperaturen und zufriedenen Gesichtern der Verantwortlichen aus. Text/Fotos: Werner Kosmale


Oberpfalz Kreisverband (KV) Kemnath Kreisversammlung

KEINE FURCHT VORM EHRENAMT Unterlind – Pünktlich konnte Vorsitzender Uwe Sticht vom SKV Unterlind die zahlreich erschienenen Abordnungen der Vereine zur diesjährigen Kreisversammlung im Feuerwehrhaus in Unterlind begrüßen. Er ließ es sich dabei nicht nehmen, „seinen Verein“ und dessen Geschichte vorzustellen. Im Anschluss eröffnete Kreisvorsitzender Thomas Semba die Versammlung und bat die Anwesenden sich zum Totengedenken zu erheben. Semba nahm im Berichtszeitraum 36 Termine wahr. Höhepunkte des abgelaufenen Jahres waren das Kreisvergleichsschießen im Oktober 2018 (Ergebnisse: s. S. 98) und der sicherheitspolitische Vortrag „Klartext in Kirchenlaibach“ mit BSB-Präsident Richard Drexl. Besonders erfreut zeigte sich der Kreisvorsitzende über die Tatsache, dass sich bei allen Neuwahlen im Kreisverband Kameraden zur Besetzung der jeweiligen Positionen zur Verfügung gestellt haben. „Das ist in der heutigen Zeit gar nicht mehr selbstverständlich und verdient Anerkennung“, so Semba. Der Kreisverband Kemnath hatte zum Stichtag 1. Februar 2019 1.032 Mitglieder, die in fünfzehn Mitgliedsvereinen organisiert sind. Nach den Berichten der stellvertretenden Kreisvorsitzenden, dem Kassenbericht, dem Prüfbericht der Kassenprüfer und der Aussprache zu den Berichten wurde der Kreisvorstand einstimmig entlastet. Seit über 25 Jahren Fahnenträger Emotionaler Höhepunkt der Ehrungen war die Sonderehrung für einen verdienten und treuen Kameraden der SRK Mehlmeisel. Als erstem Mitglied seiner Kameradschaft und im gesamten Kreisverband Kemnath erhielt Armin Grieshammer das BSB-Fahnenträgerabzeichen in Gold. Dem sichtlich überraschten und gerührten Kameraden wurde diese hohe und seltene Auszeichnung für seine über 25-jährige Tätigkeit als der Fahnenträger seiner Kameradschaft verliehen. „Meinen höchsten Respekt und meine tief empfundene Anerkennung dafür, dass du das schönste und ehrenvollste Amt in einer Kameradschaft nun schon so lange und zuverlässig ausübst“, so der Kreisvorsitzende in seiner Laudatio. Oberstleutnant d.R. Dirk Mewes als Vertreter des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge lobte die fleißigen Sammler in der Oberpfalz und im „Altlandkreis Kemnath“. In einem kurzen Abriss beleuchtete er die verschiedenen Tätigkeitsfelder des

V.l.: Armin Grieshammer, stellvertretender Kreisvorsitzender Ingo Pürner und Kreisvorsitzender Thomas Semba.

Volksbundes und erläuterte dessen Bedeutung. Weiterhin „Klartext“ Es folgte ein Überblick über das reformierte Versicherungswesen im BSB. Neuigkeiten aus dem Landes- und Bezirksverband wurden im Anschluss besprochen und anstehende Termine bekanntgegeben. So ist eine Fortsetzung der sicherheitspolitischen Vortragsreihe „Klartext in Kirchenlaibach“ geplant. „Die muss aber nicht zwingend in Kirchenlaibach stattfinden“, so Semba. Der nächste „Klartext“ findet am 20.09.2019 statt (s.u.).

In seinem Schlusswort danke Semba dem Kreisvorstand für die gute Zusammenarbeit im vergangenen Jahr sowie allen Vorständen für ihre geleistete Arbeit. Der SRK Neusorg mit Norbert Schwarz an der Spitze und dem Schützenverein „Schützenblut Neusorg“ sprach er Dank für die Ausrichtung des Kreisvergleichsschießens 2018 aus. Bei Uwe Sticht und dem SKV Unterlind bedankte er sich für die Ausrichtung der diesjährigen Kreisversammlung. Text: Thomas Semba Fotos: Andreas Hummer

Kreisverband (KV) Kemnath BUCHVORSTELLUNG

„NICHT EINMAL BEDINGT ABWEHRBEREIT“ Zu einem weiteren Vortrag im Rahmen seiner sicherheitspolitischen Vortragsreihe „KliK-Klartext in Kirchenlaibach“ lädt der KV Kemnath am 20.09.2019 ins Gasthaus Schmidt, Ramlesreuth 8, Speichersdorf, ein. Die Veranstaltung beginnt um 19.30 Uhr. BSB-Präsident Oberst a.D. Richard Drexl und Josef Kraus stellen ihr neues Buch „Nicht einmal bedingt abwehrbereit“ vor. Anmeldungen werden bis zum 01.09.2019 erbeten an thomas-semba@t-online.de bzw. Telefon 09275/972533. Text: KV Kemnath

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Aus den Bezirken treue Kameraden 4/2019

Soldaten- und Kriegerkameradschaft (SKK) See e.V.

SKK SEE FEIERTE „IN TREUE FEST“ 69 Vereine beim Festzug zum 100-Jährigen Lupburg/See – Nach der Rocknacht am Freitag, zum Auftakt des 100-jährigen Gründungsfestes der SKK See, nahmen die Festivitäten am Samstag im Festzelt Fahrt auf. Der Spielmannszug Lupburg unter der Leitung von Albert Krotter geleitete am frühen Abend den Jubelverein mit Festdamen, Ehrengästen und örtlichen Vereinen zum Kriegerdenkmal, um dort der Gefallenen und Vermissten der Kriege sowie der verstorbenen Kameraden zu gedenken. Der Spielmannszug intonierte hierzu die „Totenfanfare“ und Reinhard Brock ließ mit der Trompete das „Lied vom guten Kameraden“ erklingen.

Nach Eröffnung der Gedenkfeier durch den SKK-Vorsitzenden Georg Pirzer überbrachte Oberst a.D. Richard Drexl, Präsident des Bayerischen Soldatenbundes (BSB), die Grüße des Landesverbandes und gratulierte der SKK See zu ihrem 100-jährigen Bestehen. „Die Soldaten- und Kriegerkameradschaften fallen keineswegs aus der Zeit, sind nicht überholt und verherrlichen weder Kriege noch ‚Heldentaten‘, wie viele Kritiker behaupten. Sie halten das ehrende Gedenken an die Toten aufrecht, mahnen die Lebenden vor neuen Kriegen aller Art, sind Botschafter des Friedens und küm-

Begeistert wurden die Vereinsfahnen beim Einzug ins Festzelt begrüßt.

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Die geehrten Vereinsmitglieder mit SKKVorstand und Ehrengästen: Manfred Hauser (3.v.l.), Georg Pirzer (Mitte), Albert Füracker und Richard Drexl (dahinter).

mern sich um die Hinterbliebenen der gefallenen und vermissten Kameraden“, betonte Drexl. Grußworte und Glückwünsche Nach dem Bieranstich eröffnete Pirzer den Ehrenabend und begrüßte neben den SKKMitgliedern mit Festdamen auch die Ehrenmitglieder, sowie den Patenverein SKK Willenhofen-Herrnried und Vertreter der örtlichen Vereine. Unter den Ehrengästen begrüßte er besonders die beiden Schirmherren MdL Albert Füracker und Bürgermeister Manfred Hauser.

Die Festdamen der SKK See marschierten im langen Festzug mit.


Oberpfalz

Füracker gratulierte dem Jubelverein zu seiner 100-Jahrfeier. Wie Drexl bejahte er die Notwendigkeit der Soldaten- und Reservistenkameradschaften, die einen erheblichen Beitrag zum Erhalt des Friedens leisten. Er dankte allen aktiven Soldaten und den Reservisten für ihre Bereitschaft, die Heimat zu verteidigen und den Frieden zu erhalten. Die Politik in Bayern stehe hinter ihren Soldaten. Landrat Willibald Gailler gratulierte der SKK, die die Tradition der Verbundenheit in den Vereinen und das Gedenken an die vielen „unsinnig“ Gefallenen und Vermissten aufrechterhalte. Hierfür gebühre den Kameradschaften der Dank aller Mitbürger. Pirzer erinnerte daran, dass seit der Gründung der Kameradschaft im Jahre 1919 bis zum heutigen Tag nur drei Vorsitzende zur Führung des Vereins erforderlich waren: Melchior Plank (1919 bis 1969), Johann Mirbeth (1959 bis 1992) und seither Georg Pirzer.

Leitung von Veronika Fischer musikalisch umrahmt wurde. Nach dem Gottesdienst gratulierte Schirmherr Manfred Hauser zum Vereinsjubiläum. Einen Verein 100 Jahre lebendig zu halten, sei eine beispielhafte Leistung. Genauso bemerkenswert sei es, mit wie viel Engagement bis heute das Andenken an die Opfer der Kriege wachgehalten werde. Gedenken an Kriegstote schließe stets mit ein, an Leid und Elend zu erinnern und damit an den Wert des Friedens. Auch 100 Jahre nach dem Ende des Ersten und knapp 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges gelte es immer noch, die Erinnerung wach zu halten und eine Brücke zwischen den Generationen zu schlagen. Anschließend war gemeinsames Mittagessen im Festzelt und die Blasmusik Lupburg sorgte für Unterhaltung. Der große Festzug, angeführt vom SKKVorstand, den Festdamen des Jubelvereins und dem Spielmannszug Markt Lupburg, bei dem insgesamt 69 Vereine bzw. Gruppen der SKK See die Ehre erwiesen, zog am frühen Nachmittag unter den Klängen von vier Musikkapellen durch die Straßen von Ober- und Untersee. Hunderte von Zu-

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Für besondere Verdienste bzw. langjährige Vereinstreue wurden ausgezeichnet: Anton Hartl, Alois Heinloth, Georg Lachner und Josef Paulus (Großes Verdienstkreuz am Bande); Ludwig Hofbauer, Christian Striednig und Stefan Fruth (Verdienstkreuz in Gold); Stefan Fruth (Fahnenträgerabzeichen Silber); Peter Geß und Michael Pretzl (Ehrenmitglieder). – Josef Fromm (65 Jahre); Franz Pfaller (50); Josef Laßleben, Fritz Meier, Georg Uhl und Johann Waffler (40); Thomas Hartl (10).

schauern begleiteten die Zugteilnehmer mit Beifall. Beim Einzug der Fahnen und Vereine in das Festzelt wurden diese mit ohrenbetäubendem Applaus und mit stehenden Ovationen begrüßt. Für den Rest des Nachmittags und den ganzen Abend übernahm „Stand by“ die musikalische Unterhaltung und ließ das 100-jährige Gründungsfest der SKK See gebührend ausklingen. Text/Foto: Ludwig Walter/Alfons Kollmer

7er- u. Kameradschaftsbund Weiden

MÜTTER UND VÄTER GEFEIERT Weiden – Es hat schon gute Tradition beim 7er- und Kameradschaftsbund Weiden: Mit einer kleinen Feier würdigen die Kameraden Jahr für Jahr die Mütter und Väter des Vereins. Die Feier bei Kaffee und Kuchen und mit Musik von Hans Seebauer fand im Vereinsheim „Almhüttn“ statt. Das Kaffeetrinken stand am Ende einer Wanderung unter Führung von Alois Lukas vom Ortsteil Weiden Ost aus. Lukas erklärte anschaulich die Geschichte der Gegend. Auf halber Strecke hatten Dagmar Schletz und Franziska Ertl eine Verpflegungsstelle eingerichtet, wo sich die Wanderer stärken konnten und im „Butterhof“, einemn Großbauernhof im Weidener Osten, kredenzte HeimatText/Fotos: Peter Ertl ringvorsitzender Heiner Vierling einen kleinen Umtrunk.

Ehrungen und großer Festzug Zum Abschluss der Eröffnungsfeierlichkeiten wurden verschiedene Ehrungen von verdienten Vereinsmitgliedern vorgenommen. Danach übergab Pirzer den Taktstock an die „Gipfelstürmer“, die den Stimmungs- und Heimatabend im Festzelt mit Bravour über die Bühne brachten. Zur Einleitung des Höhepunktes der Jubeltage zog der Spielmannszug am Sonntag bereits in den frühen Morgenstunden beim musikalischen Weckruf spielend durch die Straßen von See und begleitete das Einholen der Festdamen, der Schirmherren und des Patenvereins. Nach dem Eintreffen der Gastvereine zelebrierte Pfarrer Christian Rakete in Konzelebration mit BGR i.R. Anton Vogl den Festgottesdienst im Festzelt, der von der Blasmusik Lupburg unter der

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Oberpfalz Kreisverband (KV) Neustadt/WN

Aus den Bezirken

BESUCH BEI WITRON

treue Kameraden 4/2019

Parkstein – Die Mitglieder von fünf Kameradschaften aus den KV Weiden und Neustadt besuchten unlängst die Firma WITRON Logistik+Informatik GmbH in Parkstein. Betriebsratsvorsitzender Anton Adam begrüßte die Teilnehmer im Namen des Familienunternehmens im Logistikhof des weltweit tätigen Logistik-Generalunternehmers und erklärte die Meilensteine der technischen Entwicklung und Expansion der Firma seit Gründung 1971 durch den Firmengründer und -inhaber Walter Winkler. Ein informativer Film über die dynamischen Prozesse innerhalb eines hochmodernen automatisierten Logistikzentrums am Beispiel eines aktuellen Kundenprojekts sowie die Beantwortung von Fragen rundeten die hervorragend durchgeführte Firmenpräsentation ab. Bei einem Rundgang durch die verschiedenen Hallen der einzelnen Werke erklärte Adam den gespannten Teilnehmern souverän die vielfältigen Abläufe und interessanten Aufgaben der Mitarbeiter. Kreisvorsitzender Heinrich Scheidler dankte Adam für die hervorragend fundierte Betriebsführung und dem Ehrenkreisvorsitzenden Alfons Betzl für die Organisation des Besuches. Im Anschluss ging es gemeinsam nach Niederndorf zum Hof des KSK-Vorsitzenden Erwin Schraml. Der hatte mit seinen Kameraden eine ausgezeichnete Brotzeit für die Besucher vorbereitet. Eine rege Diskussion

über den Besuch der Firma WITRON beendete den gelungenen Ausflug. Text: Heinrich Scheidler/Foto: Ertl

Die Teilnehmer vor der Seilbahn, die den Materialaustausch zwischen den Werken 3 und 4 regelt.

Nachruf

Die SRK Schönkirch und der Kreisverband Tirschenreuth trauern um ihr langjähriges Mitglied

Herrn Josef Peter * 10. Oktober 1950 † 8. April 2019 Wir werden ihm „In Treue fest“ ein ehrendes Gedenken bewahren.

Kreisverband (KV) Tirschenreuth und Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Schönkirch

KREISSCHIESSWART JOSEF PETER VERSTORBEN Hermannsreuth – Am 8. April 2019 verstarb Josef Peter, seit 1985 Angehöriger der SRK Schönkirch und seit 1996 Mitglied des Vorstandes des BSB-Kreisverbands Tirschenreuth. Er wurde unter großer Anteilnahme der Bevölkerung am 26. April in Bärnau zu Grabe getragen. Unter den zahlreichen Trauernden war der BSB mit dem Oberpfälzer Bezirksvorsitzenden Horst Embacher, der komplette Vorstand sowie Abordnungen aller 17 Ortskameradschaften des Kreisverbands Tirschenreuth vertreten; seitens des BKV nahm der Kreisvorsitzende Anton Hauptmann teil. Josef Peter wurde am 10. Oktober 1950 in Schleif bei Schönkirch geboren. Er erlernte nach der Schulzeit den Beruf des Maurers. Von 1973 bis 1974 leistete er bei der Bundeswehr als Obergefreiter seinen Wehrdienst ab. Von 1989 bis zu seinem Tod war er Vereinsschießwart der SRK Schönkirch, seit 1996 zudem 1. Kreisschießwart im Kreisverband Tirschenreuth. Er organisierte das Sportschützenwesen im Kreisverband sehr umsichtig und kompetent. Aufgrund seiner herausragenden Verdienste wurde Josef Peter am 17. März 2019 mit dem Großkreuz des BSB ausgezeichnet. Leider konnte er diese hohe Auszeichnung auf Grund seines Krankenhausaufenthaltes nicht persönlich entgegen nehmen. Text/Foto: SRK Schönkirch

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Oberpfalz Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Thanstein Taktische Weiterbildung und Gastfreundschaft

ZU BESUCH BEI GUTEN KAMERADEN Thanstein – Unter der Leitung von Generalmajor Norbert Wagner reisten mehrere Offiziere des Ausbildungskommandos aus Leipzig und aller Ausbildungseinrichtungen des Heeres zur Weiterbildung in die Oberpfalz. Unter ihnen Oberst Michael Knoke, der Leiter der Gefechtsübungszentrums Heer, sowie Oberst Robert Graf, sein Stellvertreter. Thansteiner Vereine boten während der Woche ein vielfältiges Kulturprogramm. Wagner war u.a. Bataillonskommandeur in Pfreimd und wohnte in Thanstein. Schwerpunkt der Taktischen Weiterbildung war es, den Offizieren die Landes- und Bündnisverteidigung früher und heute zu vermitteln. Dazu gehörten militärhistorische Beispiele aus der Zeit des „Kalten Krieges“ entlang der ehemaligen deutschtschechischen Grenze. Die Arbeitsergebnisse der eingeteilten Teams wurden Generalmajor Wagner an verschiedenen Orten vorgestellt. Die Offiziere erhielten auch Eindrücke von der Oberpfälzer Kultur und Bevölkerung deren Gastfreundschaft. Das Rahmenprogramm wurde unterstützt durch die Soldaten- und Reservistenkameradschaft, den Vorderlader- und Pistolenclub, den Heimatverein, den Burgverein und die Gemeinde Thanstein. Bei sonnigem Wetter erfolgte tagsüber die Taktische Weiterbildung. Am Abend organisierte die SRK Thanstein ein Kameradschaftsschießen, das Ludwig Dirscherl leitete. 38 Gäste und 17 SRK-Mitglieder nahmen daran teil. Dabei ging es um die „General-Wagner-Wanderscheibe“, Pokale und Sachpreise. Oberstleutnant Norbert Nehring erzielte den besten Teiler und konnte die Scheibe, sowie den ersten Pokal aus den Händen des Generals entgegennehmen. Knapp dahinter landeten Peter Arnold und Stephan Tekatz. Von den aus-

gelobten 14 Sachpreisen holte sich Frank Wolf den ersten Platz. Mit Spanferkelbraten klang der gesellige Kameradschaftsabend im Schützenheim des VPC Thanstein aus. Am nächsten Tag wurde das Seminar im Raum zwischen Waldmünchen und Neunburg fortgesetzt. Nach einer Geländeorientierung auf dem Schwarzwihrberg und der Besichtigung einer Wallmeisteranlage marschierten die Soldaten zum Salzfriedlhof nach Hillstett. Am Donnerstagmorgen erhielten die Offiziere durch Gebietsbetreuerin Birgit Simmeth vom Naturpark Oberpfälzer Wald und Seenland einen Einblick in die Flora und Fauna des Prackendorfer und Kulzer Moos‘. Nach der Ausbildung empfing Bürgermeister Walter Schauer die militärische Delegation im Wintergarten-Café. Er hob die langjährige gute Verbindung zur Bundeswehr

Bürgermeister Walter Schauer (l.) und Generalmajor Norbert Wagner.

hervor und lobte u.a. das gute Patenschaftsverhältnis mit der 3. Kompanie des Gebirgsbataillons 8 aus Pfreimd. Seit 1973 gibt es militärische Patenschaften mit verschiedenen Einheiten. Der sogenannte „Bürger in Uniform“ ist in unserer Gemeinde ein immer gern gesehener Gast, mehre-

Die Preisträger des Vergleichsschießens mit Generalmajor Norbert Wagner (l.), dem Scheibengewinner Oberstleutnant Norbert Nering, den weiteren Pokalgewinnern und Norbert Wolf (vorne) der mit einem 16-Teiler den ersten Sachpreis gewann.

Bitte senden Sie Ihre Beiträge* an den Pressebeauftragten des für Ihren Verein/Kreisverband zuständigen BSB-Bezirks: Niederbayern: Siegfried Wolf, Email: s.wolf-bsb-niederbayern@t-online.de; Oberbayern: Margit Scholle, Email: dieter.scholle@online.de; Unterfranken: Franz Sennefelder, Email: franz.sennefelder@t-online.de; Mittelfranken: Peter Brandl, Email: brandl50@gmx.de; Oberfranken: Dr. Klaus-Dieter Nitzsche, Email: klaus-dieter.nitzsche@web.de; Oberpfalz: Alfons Kollmer, Email: Alfons.Kollmer@t-online.de; Schwaben: Manfred Thorwarth, Email: mgthorwarth@web.de * gem. „Redaktionelle Hinweise” unter http:// www.bsb-1874.bayern/Verbandsmagazin-und-Presse/Verbandsmagazin/Redaktionelle-Hinweise-tK/

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Oberpfalz

Aus den Bezirken

Führung durch das Dorf Thanstein.

Geländeerkundung.

treue Kameraden 4/2019

re Feierliche Gelöbnisse und Chefwechsel fanden hier schon statt, so das Gemeindeoberhaupt. Insbesondere die beiden Reservistenkameradschaften hoffen auch zukünftig auf Unterstützung bei der Ausbildung ihrer Reservisten und Mitglieder. Nach dem Eintrag ins Gästebuch machten sich die Soldaten unter der Führung des 2. Bürgermeisters Wolfgang Niebauer und mit mehreren mittelalterlich ver-

kleideten Mitgliedern des Burgvereins auf den Weg durch das Dorf zur Burg. Dabei besichtigten sie Schloss, Zehentstadel, Kirche, Kriegerdenkmal, Schule, Schmiede, Burganlage, Turm und erhielten ausgiebige Informationen dazu. Ein geselliger Hüttenabend mit der Thansteiner Bevölkerung und allen Gästen schloss sich an. Generalmajor Wagner bedankte sich bei den unterstützenden Thansteiner Vereinen, die für eine abwechslungsreiche Gestal-

Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Weihern-Stein 100-jähriges Gründungsjubiläum

MAHNER FÜR FRIEDEN UND FREIHEIT Weihern-Stein – In einem sehr würdigen Rahmen feiert die KSK Weihern-Stein am 23. Juni 2019 ihr 100-jähriges Bestehen. Darin eingebunden die Ehrung langjähriger und verdienter Vereinsmitglieder. Zum Be-

ginn der Feierlichkeiten begleitete den Jubelverein ein stattlicher Kirchenzug mit 20 Vereinen, überwiegend aus der Kreisgruppe Nabburg, auf seinem Weg zum Festgottesdienst, den Pfarrer Hans Spitzhirn dem

tung des Rahmenprogramms in der Weiterbildungswoche sorgten. Die Gemeinde könne stolz sein auf ihre Vereine und die Bevölkerung, die auch eine große Gemeinschaft bilden. „Ihr wart ein einmaliger Gastgeber, der sicherlich vielen in Erinnerung bleiben wird“, so Wagner. Als Dankeschön überreichte er Präsente an verschiedene Personen. Text/Foto: Ludwig Dirscherl

Redaktionsschluss für treue Kameraden 5/2019 ist der 3. September 2019. Gedenken an die verstorbenen Vereinsmitglieder widmete. Beim anschließenden Festakt am Kriegerdenkmal erinnerte KSK-Vorsitzender Martin Mayer an die Gefallenen und Vermiss-

Ehrengäste, geehrte Mitglieder und ehemalige Festdamen. Sitzend v.l.: Stellvertretender Bezirksvorsitzender Alfons Betzl, Kreisvorsitzender Peter Schottenhaml, Vorsitzender Martin Mayer, BSB-Bezirksvorsitzender Horst Embacher und Schriftführer Franz Haider.

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Oberpfalz

Totenehrung am Kriegerdenkmal unter Teilnahme aller Ortskameradschaften mit Fahnenabordnungen.

ten der beiden Weltkriege und legte zum ehrenden Gedenken einen Kranz nieder. In dieses Gedenken schloss der Vorsitzende auch den erst kürzlich verstorbenen Ehrenkreisvorsitzenden Richard Österer mit ein. „Es ist gut in Frieden zu ruhen, besser ist es jedoch in Frieden zu leben“, unterstrich Pfarrer Hans Spitzhirn.

Nach dem kirchlichen Teil setzten sich die Feierlichkeiten im Dorfheim fort und wurden von den „Pfreimder Kistl Musikanten“ musikalisch umrahmt. Bei den Ehrengästen begrüßte Mayer hierzu ganz besonders Oberst a.D. Hermann Minisini, der in seiner Zeit als Kompaniechef beim Panzerbataillon 104 in Pfreimd maßgeblich zum Aufbau einer Reservistenkameradschaft innerhalb der KSK Weihern-Stein beigetragen hatte. Minisini stellte die Frage nach dem Sinn eines Kriegervereins. „Angesichts der kritischen Lage in der jetzigen Zeit sind die Kriegervereine als Mahner für den Frieden und die Freiheit wichtiger denn je“, ließ er keine Zweifel an der Berechtigung der Traditionsvereine. Zum Frieden zu mahnen und das Gedenken an die Gefallenen und Vermissten in Ehren zu halten sieht Bürgermeister Richard Tischler als vornehmste Aufgaben einer Krieger- und Soldatenkameradschaft. Dem schloss sich BSBBezirksvorsitzender Horst Embacher an. Ein Verein lebt von der V.l.: Stabsfeldwebel a.D. Georg Holzgartner, Katrin Treue und Aktivität seiner MitglieSchönl und Oberst a.D. Hermann Minisini wurden der. Diesem Engagement wollte mit dem BSB-Löwen ausgezeichnet. die KSK Weihern-Stein bei seiner

Jubiläumsfeier besonders Rechnung tragen. Mit Blumen und einem Erinnerungsbild überraschte der Kriegerverein die ehemaligen Festdamen, die vor 25 Jahren das 75jährige Jubiläum des Vereins mitgestaltet hatten. Text/Fotos: Richard Braun / Anna Schottenhaml

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Für besondere Verdienste um den Verein bzw. langjährige Vereinszugehörigkeit wurden ausgezeichnet: Franz Haider, Peter Schottenhaml und Martin Mayer (Großkreuz am Bande); Adolf Mösbauer (Verdienstkreuz 1. Klasse); Christoph Bodensteine (Verdienstnadel mit goldenem Eichenkranz); Peter Schottenhaml (Fahnenträgerabzeichen in Gold); Gerhard Meindl (Fahnenträgerabzeichen in Silber); Hermann Minisini, Georg Holzgartner und Katrin Schönl (Bayerischer Löwe). - Josef Geitner, Xaver Lindner, Josef Rauch, Georg Holzgartner und Johann Holzgartner (50 Jahre); Johann Reis und Peter Schottenhaml (40); Markus Holzgartner, Eduard Dippel, Erhard Mösbauer, Christof Lindner und Georg Mayer (25); Bernhard Lang und Bastian Wild (10).

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Oberpfalz Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Oberpfraundorf 100-Jahrfeier

Aus den Bezirken

75 VEREINE ZU GAST

treue Kameraden 4/2019

Oberpfraundorf – Die SRK Oberpfraundorf und Umgebung blickt auf ein beeindruckendes und überwältigendes Festwochenende anlässlich ihres 100jährigen Bestehens zurück. „Mia lassn’s kracha“ hieß es seit fast zwei Jahren. Vom 24. bis 26. Mai wurde nun im Festzelt gefeiert. Festleiterin war Elisabeth Hotter, Schirmherr Bürgermeister Konrad Meier und Festmutter Sabine Reindl wurde von 37 Festdamen und Festmädchen begleitet. Anfang Mai wurden bereits einige Mitglieder für ihre Vereinstreue ausgezeichnet (Info). Mit der Blaskapelle „St. Martin Oberpfraundorf“ marschierten die Vereinsmitglieder am Freitag vom Vereinslokal Gasthof Schnaus ins Festzelt zum Stimmungsabend mit Fassanstich durch den Schirmherrn und Bürgermeister Konrad Meier. Am Samstagnachmittag präsentierte das Panzerpionierbataillon 4 am Festplatz Fahrzeuge der Bundeswehr. Nach dem Einholen der Festmutter und Festdamen, dem Schirmherrn und der Patenvereine SRK Hamberg und SG Ehrenfels Beratzhausen erfolgte am Kriegerdenkmal das Totengedenken an die Gefallenen und Ver-

missten beider Weltkriege, sowie der Opfer von Terror und Gewaltherrschaft. Anschließend startete der Festzeltbetrieb. Der Weckruf mit der Festkapelle „St. Martin Oberpfraundorf“ und den Böllerschützen der SRK war am Sonntagfrüh um 6 Uhr. Nach dem Einholen der Ehrengäste und Gastvereine wurde der Festgottesdienst im Festzelt abgehalten. Am Nachmittag war Aufstellung und großer Festumzug, begleitet von Salutschüssen und mit 75 Vereinen von Ober- nach Unterpfraundorf und wieder zurück zum Festzelt mit anschließendem emotionalen Fahneneinmarsch und Festzeltbetrieb. Vereinsgründung in Oberpfraundorf Im Jahr 1919 wurde der Kriegerverein Oberpfraundorf von Veteranen des Ersten Weltkrieges gegründet. Vielen von ihnen war es ein Bedürfnis, über die erlebten schrecklichen Ereignisse sprechen zu können. Zum anderen war es für viele ein Beweggrund, den gefallenen und vermissten Kameraden und Freunden ein ehrendes Gedächtnis zu bewahren. Während des Zweiten Weltkrieges ruhte das Vereinsleben, nach der Aufhebung des Gründungsverbots durch die Alliierten wurde die Ka-

75 Fahnenträger schwangen ihr Vereinssymbol beim Einmarsch durch das Festzelt.

meradschaft als Kriegerverein Oberpfraundorf wiederbelebt. 1993 erfolgte der wegweisende Beschluss, den Kriegerverein und die Reservisten unter dem Namen „Soldaten- und Reservistenkameradschaft Oberpfraundorf” (SRK) fortzuführen.

Die aktiven Mitglieder der SRK Oberpfraundorf mit Festdamen und Festmädchen, Festleiterin und Schirmherr (r.).

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Oberpfalz Die Pflege der Gräber der Soldatenfriedhöfe als Mahnmale für den Frieden ist ein weiteres Anliegen des Vereins, der 2017 die bronzene Verdienstspange des Landesverbands des Volksbunds Deutsche Kriegsgräberfürsorge erhielt. In den vergangenen Jahren organisierte die SRK auch die im zweijährigen Rhythmus stattfindende Kriegerwallfahrt des Jura-Kreisverbandes auf den Maria-Hilf-Berg in Beratzhausen, um für die Heimkehr aus Krieg und Gefangenschaft zu danken und für den Erhalt des Friedens zu beten. Text/Foto: Alfons Kollmer/Bernhard Götz

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Für langjährige Vereinstreue wurden ausgezeichnet: Alois Schwendner (60 Jahre); Karl Meier, Alois Söllner und Albert Achhammer (55); Franz Stepper und Benedikt Söllner (45); Johann Fiegl (40). – Karl Meier (40 Jahre Sammlertätigkeit für die Kriegsgräberpflege).

Redaktionsschluss für treue Kameraden 5/2019 ist der 3. September 2019.

Soldaten- und Kriegerkameradschaft (SuKK) Untertraubenbach 140 Jahre Verein und 140 Jahre Friedenswallfahrt

DOPPELJUBILÄUM GEFEIERT Untertraubenbach – Die SuKK Untertraubenbach feierte am Pfingstwochenende ihr 140-jähriges Bestehen sowie die 140. Friedenswallfahrt nach Streicherröhren, die ebenso wie der Verein von den Heimkeh-

rern des deutsch-französischen Krieges 1870/71 im Jahre 1879 aus der Taufe gehoben wurde. Das Fest begann am frühen Samstagabend mit dem Totengedenken am Kirchplatz, das

von Stadtpfarrer Dr. Kazimierz Pajor abgehalten wurde. Die SuKK Schorndorf, die RuKK Pemfling, die RK Ottenzell, die KuRK Schillertswiesen, die KuRV Zandt sowie die SuKK Waffenbrunn begleiten ihre Untertraubenbacher Kameraden bei diesem Gedenken. Im Anschluss daran legte Vorsitzender Daniel Zimmermann zusammen mit den beiden SuKK-Ehrenvorsitzenden, Max Daiminger und Alois Berthold, einen Kranz

Mit den Vorsitzenden, Ehrenvorsitzenden sowie den Ehrengästen an der Spitze startete der große Festzug.

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Oberpfalz

Aus den Bezirken treue Kameraden 4/2019

Beeindruckende Worte fand BSB-Präsident Richard Drexl.

Immer wieder eine wunderbare Kulisse bildet das Streicherröhren-Areal.

nieder. Während die ehemaligen Soldaten salutierten und die Kapelle das „Lied vom guten Kameraden“ intonierte, schoss die vereinseigene Böllerkanone dreimal Salut. RK gegründet Dann wurde die offizielle Gründung der Reservistenkameradschaft (RK), die in den vergangenen Wochen mit Mitgliedern aus den Reihen der SuKK über die Bühne gegangen war, vollzogen. Der VdRBw-Kreisvorsitzende, Rainer Weiss, zeigte sich hoch erfreut darüber, dass die SuKK Untertraubenbach zum 140-jährigen Vereinsbestehen eine Reservistenkameradschaft gründete, die inzwischen 40. im Kreisverband. Nach diesem offiziellen Gründungsakt zogen die anwesenden RK mit Musik zum

Ortsausgang, um dort die wartenden Vereine aus Untertraubenbach und Umgebung abzuholen und musikalisch zur Festhalle zu begleiten. Nach den Grußworten der Ehrengäste waren der Worte genug gewechselt. Daniel Zimmermann zapfte unter Mithilfe von Festwirt Jupp Brantl gekonnt mit zwei Schlägen das erste Fass Bier an. Nachdem sich die Ehrengäste zugeprostet hatten, übernahm die Band „WaidlerPower“ das Zepter und sorgte in den folgenden Stunden für reichlich Stimmung bei den vielen Anwesenden. Vereinsfahne nach 65 Jahren restauriert Am Sonntag stand zunächst wieder ein besinnlicher Teil auf dem Programm. Bei strahlend blauem Himmel und wie bereits

Gerlinde Jobst Patenbraut 1993, Ehrenfestmutter Maria Kerscher und Stefanie Knott, Festbraut 2004 (v.l.) führten die Reihen der SuKK-Mitglieder an.

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am Vormittag hochsommerlichen Temperaturen stellten sich die vielen Vereine auf, um zum Kirchplatz zu ziehen. Der Stadtpfarrer und Pfarrer Markus Meier zelebrierten den Festgottesdienst und segneten die Vereinsfahne, auf der die wichtigsten kirchlichen Plätze der Pfarrei wie Pfarrkirche, Wallfahrtskapelle Streicherröhren und das Heimkehrerkreuz abgebildet sind. Die Fahne von 1954 war nach 65 Jahren komplett restauriert worden. Nach dem Festgottesdienst ergriff Landrat Franz Löffler das Wort: „Der Verein erfüllt eine Friedensmission. In Zeiten, in denen viele Menschen glauben, dass über 70 Jahre Frieden und Freiheit in Europa eine Selbstverständlichkeit sind.“ Farbenprächtiger Umzug Nach dem gemeinsamen Mittagessen folgte als Höhepunkt des Gründungsfestes ein farbenprächtiger Festzug durch Untertraubenbach mit zahlreichen Vereinen unterschiedlicher Couleur. Bei Kaiserwetter und

SuKK-Vorsitzender Daniel Zimmermann (r.) und die beiden Ehrenvorsitzenden Max Daiminger und Alois Berthold legten einen Kranz am Kriegerdenkmal nieder.


Oberpfalz

Kreisvorsitzender Rainer Weiss (l.) überreichte Daniel Zimmermann die Gründungsurkunde der neuen RK Untertraubenbach. 왔 Pfarrer Meier (links) und Pfarrer Pajor zelebrierten gemeinsam den Festgottesdienst vor dem Kriegerdenkmal und segneten die restaurierte Fahne.

annähernd 30 Grad hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden, um den Marschierenden Applaus zu spenden. Die beiden Vorsitzenden der SuKK, Daniel Zimmermann und Armin Kramer, führten den Festzug zusammen mit den Ehrengästen an. Der Festverein präsentierte sich nicht nur mit seinen zahlreichen Mitgliedern, sondern auch mit den vielen Festmädchen und Buben sowie Ehrenfestmutter Maria Kerscher sowie den ehemaligen Fest- und Patenbräuten Gerlinde Jobst und Stefanie Knott von seiner besten Seite. Zahlreiche Soldaten- und Reservistenkameradschaften aus dem gesamten Landkreis Cham waren gekommen, um den Untertraubenbacher Kollegen die Ehre zu geben. 140. Friedenswallfahrt Nach dem Vereinsgeburtstag am Samstag und Sonntag stand am Pfingstmontag traditionell die Friedenswallfahrt nach Streicherröhren auf dem Programm. Sie wiederholte sich heuer zum 140. Mal. Jährlich

SuKK-Vorsitzender Daniel Zimmermann erinnerte daran: „Genau hier begann vor 140 Jahren unsere Vereinsgeschichte.“ wird hier zur Muttergottes um Frieden gebetet und für diesen gedankt. Pfarrvikar Pater Sijo zelebrierte den Gottesdienst vor der Marienkapelle am Fuße des Traubenbergs und mit Blick über das Regental. „Weil die Toten schweigen, beginnt immer wieder alles von vorn.“ Mit diesem Satz des französischen Philosophen Gabriel Marcel wandte sich BSB-Präsident Richard Drexl an den Festverein: „Die unzähligen Toten der Kriege nicht schweigen zu lassen, ihnen mit Soldatenfriedhöfen und Kriegerdenkmälern eine bleibende Stimme zu geben, ist unsere Aufgabe“. Eine bleibende Stimme mehr als 140 Jahre nach dem DeutschFranzösischen Krieg, gut 100 Jahre nach dem Ersten und bald 80 Jahre nach Beginn des Zweiten Weltkrieges. Auch Untertraubenbach hatte Gefallene und Vermisste zu beklagen, ihre Namen würden auf dem Kriegerdenkmal stehen: „So gibt es wenigstens noch Spuren unserer Vorfahren als unübersehbare Mahnung, und das ist gut so.“ Diejenigen, die wieder heimkehrten, seien oftmals gezeichnet gewesen für den Rest des Lebens an Körper, Geist oder Seele. „Was haben wir gelernt aus den barbarischen Schlachten, aus dem Tod Unzähliger“, so der Oberst a.D. fragend. Das Jubiläum der SuKK Untertraubenbach sei ein guter Grund, sich dieser Zeit zu erinnern und den Gefallenen und Vermissten zu gedenken. „Die Zeiten, in denen wir leben, könnten wir uns als Menschen nicht aussuchen, aber wir können das unsere dafür tun, dass sich derartige Katastrophen nicht

wiederholen.“ Veteranen- und Soldatenkameradschaften seien entstanden aus dem unermesslichen Leid unser Vorfahren, „sie waren Reaktion auf die Hilflosigkeit des Einzelnen, seine Ohnmacht in einer armen Zeit.“ Die Sozialfürsorge des modernen Staates heutiger Prägung war unbekannt. „Es ist ein Glück, dass sich schon damals Menschen zusammengefunden haben für diesen Hilfs- und Erinnerungsweg“, so Drexl, „und es ist ein Glück für unsere Gesellschaft, dass es heute noch Krieger- und Soldatenvereine gibt.“ Nicht nur am Volkstrauertag, nein täglich müsse die Mahnung bewusst werden: „Niemals wieder!“ An die Adresse des SuKK-Vorsitzenden Daniel Zimmermann und den gesamten Verein gewandt, sagte der Präsident: „Sie führen eine großartige Tradition in einer langen Kette fort, die den Einsatz wert ist, den Einsatz für unser Land, für diese Gedenkund Friedenswallfahrt und als Bewahrung von Tradition und Heimat.“ Das brauche der moderne Mensch heute nicht weniger, als es unsere Vorfahren gebraucht hätten. Moderne Gesellschaften hätten leider oft ein kurzes Gedächtnis, „Krieger- und Soldatenvereine aber sind Botschafter des Friedens“. Und aktuell? Europa sei eine schwierige Unternehmung. „Ich mag mir nicht vorstellen, was passiert, wenn das europäische Einigungswerk scheitert“, so Drexl. „Patriotismus ist gut für das eigene Land, dafür stehen wir. Nationalismus richtet sich gegen Andere, das lehnen wir ab.“ Soviel sollte jeder Mensch aus der Geschichte gelernt haben: „Damit nicht immer wieder alles von vorne beginnt!“. Text/Fotos: Konrad Groitl/Leonhard Schmidbauer

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Oberfranken Bezirksverband (BV) Oberfranken

AUSZEICHNUNG FÜR TREUE DIENSTE Aus den Bezirken

Bayreuth – Zwei besonders verdiente Kameraden des BV Oberfranken erhielten kürzlich besondere Auszeichnungen durch den Bezirksvorsitzenden, Dr. Klaus-Dieter Nitzsche. Oberstabsfeldwebel a.D. Gerhard Will erhielt das Große Verdienstkreuz am Band. Will ist seit vielen Jahren erfolgreich Nitzsches Stellvertreter im BV und

auch 1. Stellvertreter im Kreisverband Bayreuth-Land/Ebermannstadt. Er gründete das Militärmuseum Oberfranken in Weidenberg und engagiert sich für die Erweiterung dieser einmaligen militärhistorischen Sammlung, die auf eine 400-jährige Geschichte zurückblickt. Herrmann-Dietrich Streit trägt nun das neugeschaffene BSB-Fahnenträgerabzei-

chen in Gold. Er ist seit über 25 Jahren Fahnenträger des Kreisverbandes Lichtenfels und zugleich Träger der Standarte des BV Oberfranken. Stets zeigte er Fahne und Standarte bei Landesversammlungen des BSB, bei Traditionsbesuchen im Ausland und bei Bezirks- und Kreistreffen des Bezirkes Oberfranken, besonders bei Soldatenwallfahrten. Text/Foto: Dr. Klaus-Dieter Nitzsche

treue Kameraden 4/2019 Dr. Klaus-Dieter Nitzsche (r.) zeichnete Gerhard Will mit dem Großen Verdienstkreuz am Bande aus.

Herrmann-Dietrich Streit (l.) erhielt das Fahnenträgerabzeichen in Gold.

Bitte senden Sie Ihre Beiträge* an den Pressebeauftragten des für Ihren Verein/Kreisverband zuständigen BSB-Bezirks: Niederbayern: Siegfried Wolf, Email: s.wolf-bsb-niederbayern@t-online.de; Oberbayern: Margit Scholle, Email: dieter.scholle@online.de; Unterfranken: Franz Sennefelder, Email: franz.sennefelder@t-online.de; Mittelfranken: Peter Brandl, Email: brandl50@gmx.de; Oberfranken: Dr. Klaus-Dieter Nitzsche, Email: klaus-dieter.nitzsche@web.de; Oberpfalz: Alfons Kollmer, Email: Alfons.Kollmer@t-online.de; Schwaben: Manfred Thorwarth, Email: mgthorwarth@web.de * gem. „Redaktionelle Hinweise” unter http:// www.bsb-1874.bayern/Verbandsmagazin-und-Presse/Verbandsmagazin/Redaktionelle-Hinweise-tK/

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Oberfranken Soldaten- und Kameradschaftsverein (SuKV) Aufseß und Umgebung 130-jähriges Gründungsjubiläum

FEIER IM SCHLOSS Aufseß – Sein 130-jähriges Gründungsjubiläum feierte kürzlich der SuKV Aufseß und Umgebung. 130 Jahre, Grund genug innezuhalten und sich der langen Tradition und Kameradschaft zu erinnern und dieses Jubiläum festlich zu begehen. Den würdigen Rahmen für die Feier bot das Schloss Unteraufseß (gebaut im 12. Jahrhundert). Der Senior der Familie von Aufseß, Friedrich Freiherr von und zu Aufseß, stellte das Schloss hierfür gerne zur Verfügung. Die Familie von Aufseß wurde erstmals 1114 urkundlich erwähnt und gehört somit zu den ältesten fränkischen Adelsfamilien. Sie hat durch die Jahrhunderte hindurch stets am politischen Leben teilgenommen und an dessen Gestaltung mitgewirkt. So war es selbstverständlich, dass Vertreter der Familie von Aufseß auch im Militär involviert waren und in der jüngeren Geschichte sowohl am deutsch-französischen Krieg, dem 1. Weltkrieg und auch am 2. Weltkrieg mit all den leidvollen Erfahrungen teilgenommen haben. Der SuKV gedenkt deshalb auch der gefallenen Väter und Söhne der Familie von Aufseß.

Ehrenzug der RAG unter dem Kommando von Oberstabsfeldwebel d. R. Jürgen Olzok

Mit einem Festgottesdienst in der Schlosskirche unter Leitung von Militärpfarrer Johannes Waedt aus Bogen wurde die Jubiläumsfeier eröffnet. In seiner Predigt hob er die Bedeutung des Betens hervor und stell-

te einen Aufruf zur Gemeinschaft in den Mittelpunkt. „Wer nicht regelmäßig betet, der betet bald auch nicht mehr unregelmäßig“, war das Resümee seiner Worte. Nach dem Festgottesdienst marschierten die Festgäste, die Mitglieder und Angehörigen des Jubelvereins, Abordnungen befreundeter Vereine und Verbände und Vertreter der Feuerwehren aus der Umgebung

v.l.: Militärpfarrer Johannes Waedt aus Bogen und Stabsunteroffizier d. R. Cornelia Walter aus Bayreuth.

Fahnenabordnungen der örtlichen Vereine trugen zum würdigen Rahmen der Gedenkfeier am Ehrenmal unter den Eichen bei.

Aufruf zur Gemeinschaft

in einem großen Festzug zum Kriegerdenkmal. Die Blaskapelle Neuhaus führte den Festzug mit begeisternder Marschmusik an. Dahinter folgte unter dem Kommando von Oberstabsfeldwebel d. R. Jürgen Olzok der Ehrenzug der RAG Oberfranken Formaldienst. Nach der Kranzniederlegung und der Würdigung der Gefallenen durch den 1. Vorsitzenden des Soldaten- und Ka-

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Oberfranken

Aus den Bezirken treue Kameraden 4/2019

Auf die Besucher wartete eine kleine Ausstellung alter Militärfahrzeuge. meradschaftsvereines Aufseß, Wilhelm Scheuring, und des Militärpfarrers Johannes Waedt verlas Stabsunteroffizier d. R. Cornelia Walter aus Bayreuth eine bedenkenswerte Ansprache zum Thema „Denkmal“. Autor dieser nachdenklich stimmenden Worte ist Oberfeldwebel d. R. Bernhard Kreuzer, Gründer der RK Immenreuth. Verantwortung übernehmen! Nach dem Abspielen der Nationalhymne marschierte der Festzug zurück in den Schlosshof. Dort begrüßten der SuKV-Vorsitzende und der 1. Bürgermeister von Aufseß, Ludwig Bäuerlein, alle Anwesenden. Für das Stammbuch passend appellierte die Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert

an alle Anwesenden aufzupassen, „dass radikale Kräfte nicht die Oberhand gewinnen“. Gerade in unserer „Spaßgesellschaft“, die von großer Individualität geprägt sei, ist auch Verantwortung wichtig. Ihren Worten zufolge gehört der SuKV Aufseß noch zu den ganz aktiven Vereinen, die Traditionspflege und Brauchtum hochhalten. Hier werden Kameradschaft und Verantwortung noch gepflegt und hier fühle man sich noch der Tradition verpflichtet. Oberst d.R. Dr. phil. Klaus-Dieter Nitzsche, Bayreuther Kreis- und oberfränkischer BSBBezirksvorsitzender erinnerte in seiner Laudatio daran, dass der 1889 gegründete Verein sich vornehmlich zum Ziel gesetzt hatte, versehrte Kameraden aus dem DeutschFranzösischen Krieg 1870/71 zu unterstüt-

Der Krieger- und Veteranenverein Aufseß wurde auf Anregung des damaligen Bürger-meisters Karl Schrenker am 14. April 1889 gegründet. Vor dem historischen Hintergrund der Kaiserzeit übernahmen die 40 Gründungsmitglieder als Wahlspruch: ,,Für Gott, Kaiser, König und Vaterland.“ Mitglieder und Einwohner spendeten die erste Fahne, erst 1892 wurde sie geweiht. 1914 feierte der junge, nun 69 Mitglieder zählende Verein sein 25-jähriges Gründungsjubiläum. Fünf betagte Mitglieder hatten bereits an den Feldzügen von 1866 und 1870/1871 teilgenommen. 1914 begann der leidvolle 1. Weltkrieg. 28 Vereinskameraden wurden „zu den Waffen gerufen“. Erst nach dem 1. Weltkrieg wurde am Kirchberg, in unmittelbarer Nähe zum bürgerlichen Friedhof, ein Kriegerdenkmal errichtet (s. auch Heftrückseite tK 2/2019).

zen und Geselligkeit zu pflegen. Dies sei auch heute noch bei den Soldatenkameradschaften von großer Bedeutung. Letzter WK II-Veteran des Vereins Besondere Ehrung erfuhr Karl Sägner. Er wurde am 3. Juli 1923 geboren. Der 96jährige Veteran ist er der einzige noch lebende aktive Teilnehmer des SuKV am 2. Weltkrieg. Er wurde am 20.4.1942 in Eylau bei Königsberg zur militärischen Grundausbildung eingezogen. Danach kam er im Raum Wordnez und später südlich von Moskau zum Einsatz. Später machte er den Rückzug bis Schönbrunn (C.S.R.) mit und wurde dort am 20. April 1945 schwer verwundet. In den Lazaretten Prag und Zittau wurde er behandelt. Danach geriet er in

BSB-Bezirksvorsitzender Dr. Klaus-Dieter Nitzsche (l.) erinnerte an die Bedeutung von Soldatenkameradschaften, die Bundestagsabgeordnete Dr. Silke Launert (r.) warnte davor, dass radikale Kräfte die Oberhand gewinnen.

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Oberfranken russische Gefangenschaft. Im Juli 1945 wurde er im Gefangenenlager als nicht arbeitsfähig eingestuft und aus der Gefangenschaft entlassen. Er musste sich umgehend beim Bürgermeister seines Heimatortes Neudorf (Oberfranken) melden. In seinem Soldbuch sind das Infanterie-Sturmabzeichen, das EK II, die 1. Stufe der Nahkampfspange und das Verwundeten-Abzeichen verzeichnet. Das Gründungsjubiläum klang mit einem fränkischen Mittagstisch, Kaffee und Kuchen und einem gemeinsamen Abendessen aus. Dabei wurden die Besucher von der Blaskapelle Neuhaus gut unterhalten. Besonders Interessierte konnten sich bei einer kleinen Ausstellung alter Militärfahrzeuge kundig machen. Die Feuerwehr legte noch eine kurzweilige Löschübung ein. Text/Fotos: Walter Ketzinger

Karl Sägner ist der letzte Weltkrieg-II-Veteran seines Vereins.

(v.l.): Christof Freiherr von und zu Aufseß, Freifrau von und zu Aufseß und Friedrich Freiherr von und zu Aufseß.

Kreisverband (KV) LichtenfelsSoldatenkameradschaft (SK) Obersdorf

GROSSER BAHNHOF ZUR GOLDENEN HOCHZEIT Obersdorf – Großer Bahnhof war unlängst beim Lichtenfelser Kreisvorsitzenden Udo Rudel angesagt, der mit seiner Ehefrau Barbara Goldene Hochzeit feierte. Der Gratulationsreigen begann bereits am Vormittag, am späten Nachmittag folgte ein Dankgottesdienst in Vierzehnheiligen, dort wo vor 50 Jahren auch die Hochzeit stattfand. Pater Bernhard Braun beschrieb die Familie der Ehejubilare als „grundsolides Haus und nicht nur eine Hütte, die beim ersten Windstoß wegfliegt“. Viele Freunde, Bekannte und Abordnungen der Soldatenkameradschaften Isling, Roth und Mistelfeld gratulierten dem Goldenen Ehepaar schon an der Basilika. Wieder zurück in Obersdorf setzte die Ansbachtaler Blasmusik mit einem Ständchen den Glückwunschreigen fort, gefolgt von Abordnungen verschiedener Vereine, darunter der ÖKB aus Mödling, der SK Marktgraitz und Lettenreuth und des BSB-Kreisverbandes. Auch die Mitglieder seiner SK Obersdorf ließen es sich nicht nehmen, dem schon vier Jahrzehnte als Vorsitzender aktiven Rudel und seiner Frau zu danken und sie zu beglückwünschen. Während des Abends gratulierte auch noch der Gesangverein Obersdorf mit einem Gesangsvortrag. In einer kurzen Ansprache ging Rudel auf die gemeinsam erlebten Jahrzehnte ein, erinnerte daran, wie er 1968 seine Frau kennengelernt hatte und die beiden bereits 1969 heirateten. Auch seine Zeit bei der

Bundeswehr, ab 1969 zunächst als Grundwehrdienst Leistender, dann für mehr als 13 Jahre als Zeitsoldat streifte er und ging auf seinen weiteren beruflichen Lebensweg bei der Deutschen Bundespost ein. 1994 ging er nach einem Dienstunfall in Pension. Aus der Ehe gingen drei Kinder hervor,

Tochter Alexandra lebt zusammen mit dem Jubelpaar in dem von ihr selbst und Udo Rudel umgebauten Haus in Obersdorf. Die Tochter Alexandra mit Ehemann Hartmut und Tochter Clarissa feierten ebenso mit. Schwiegersohn Markus und Enkel Hannes organisierten zum Abschluss des Abends noch ein Brillantfeuerwerk für alle Gäste. Text/Foto: Jürgen Panzer/tK

Das Jubelpaar Barbara und Udo Rudel (vorne), Tochter Alexandra (3.v.r.), Schwiegersohn Hartmut (2.v.r.), Schwiegersohn Markus (7.v.l.) mit Freunden und Vereinsvertretern.

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Aus den Bezirken Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Haidenaab-Göppmannsbühl 120 Jahrfeier

NACHDENKLICHE WORTE ZUM JUBILÄUM Haidenaab/Göppmannsbühl – Ein schlichtes Birkenkreuz, darauf ein Stahlhelm mit Trauerflor, davor zwei Herzen aus Weide geflochten und mit weißen und roten Rosen geschmückt. - Mit einer symbolträchtigen Gedenkfeier am eigens gestalteten Soldatengrab am Mahnmal, sowie Festzug, Festgottesdienst und Festakt feierte die KSK ihr 120-jähriges Bestehen. Unter den Klängen des Marsches „Blasmusik spielt auf“ und des „Erzherzog Albrecht-Marsches“ der Speichersdorfer Musikanten unter Leitung von Norbert Lodes schlängelte sich zum Auftakt der Jubelfeier ein langer Festzug vom Dorfplatz zur Sankt Ursulakirche. Das Blasorchester feierte an diesem Abend selbst ein kleines Jubiläum, denn seit 30 Jahren geben die Speichersdorfer Musikanten dem Gottesdienst und der Gedenkfeier der KSK am Volkstrauertag eine besondere Note. Mit der SchubertMesse gestalteten sie auch dieses Mal den Gedenkgottesdienst mit. Abordnungen örtlicher Vereine und der Kameradschaften aus Speichersdorf und benachbarter Gemeinden hatten sich ebenso eingereiht wie der stellvertretende Präsident und oberfränkische Bezirksvorsitzende des Bayerischen Soldatenbundes, Dr. Klaus-Dieter Nitzsche, der Vorsitzende des Kreisverbandes Kemnath, Thomas Semba, erster Bürgermeister Manfred Porsch und dritter Bürgermeister Dr. Wolfgang Hübner mit Gemeinderäten. Besondere Freude löste aus, dass es bei dem Jubiläum nach 20 Jahren wieder zu einem Treffen mit dem

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Patenverein, der KSK Kemnath mit ihrem Vorsitzenden Raimund Pinzer kam. Verzeihen, versöhnen, aktiv für Frieden und Freiheit eintreten Anknüpfend an die Geschichte „Der Husar in Neiße“ von Johann Peter Hebel und an die biblische Geschichte der Steinigung des Heiligen Stephanus mahnte Pfarrer Rainhard Forster in seiner Festpredigt Verzeihen und Versöhnen, aber auch aktiven Einsatz für Frieden und Freiheit an. Auch heute seien Terror, Folter, Vernichtungslager, Waffengewalt und Tote an der Tagesordnung. Auch heute gebe es Gewalt in der Weltpolitik, in der Kirche, in Familie, Schule und am Arbeitsplatz. So wie vor 2000 Jahren seien auch heutzutage uneingeschränkt Worte des Friedens gefordert, müsse eine versöhnliche und gewaltlose Welt möglich sein. „Mehr denn je müssen wir auf Frieden pochen“, so der Geistliche. Gewalt beginne, wo Menschen ihr Recht rücksichtslos durchzusetzen versuchen. Diese Gewalt gelte es beim Namen zu nennen und zu bekämpfen. Unfrieden sei daher nicht nur Sache der Großen. Frieden fange mit Versöhnung und Vergebung bei jedem Einzelnen an. Bei der Sprache und im täglichen Umgang. Jeder sei gefordert, die Hand als erster zur Versöhnung auszustrecken. Dazu gehöre, die Opfer der Kriege und der Gewalt nicht totzuschweigen. Die Soldatenkameradschaften leisteten hierzu einen wesentlichen Beitrag. Durch ihr Gedenken sorgten sie dafür, dass die Schrecken nicht

Der beeindruckende Festzug.

verdrängt und die Toten der Kriege nicht vergessen werden. „Feiern wir miteinander und führen gemeinsame Projekte durch für eine menschliche Erde - so wie es unsere Soldatenkameradschaft tut“, so Forster. Zuvor hatte Edmund Wegmann die Lesung vorgetragen, dessen Vater Kriegsteilnehmer und langjähriger Fahnenträger war. In den Fürbitten bat Vorsitzender Roland Veigl Gott, unseren Vater, um Versöhnung und Frieden. Der Appell an die Menschen wie an die Weltpolitik zur Versöhnung sowie zur Wahrung von Frieden und Freiheit zog sich am Samstagabend wie ein roter Faden durch die Jubiläumsfeier. In einer symbolträchtigen und inhaltsreichen Gedenkfeier am Mahnmal gedachte und trauerte Vorsitzender Roland Veigl der gefallenen und vermissten Soldaten der Ortschaften, der Opfer von Gewalt und Krieg. „Diese Toten des Krieges sind ein Teil unseres Landes, unserer Heimat, unserer Geschichte und unserer Kultur. Sie dürfen nicht vergessen werden“, so Veigl. Sie seien für ihre Heimat gestorben. Sie seien in den Krieg in dem festen Glauben gezogen, es ihrem Volk, ihrer Heimat oder dem Wohlergehen ihrer Lieben schuldig zu sein. „Dass sich dies vor dem Urteil der Geschichte als Irrglaube herausstellte, macht ihren Tod umso tragischer.“ Ihr Tod sei Auftrag zur Erinnerung, Versöhnung, Friedensstiftung


Oberfranken und Friedenerhaltung sowie zur Achtung und Wahrung der Toleranz, Menschenwürde und Menschenrechte. Die Mutter des Friedens sei die Zuversicht und die Hoffnung, dass diese Welt mit uns Menschen eine andere, eine bessere werden kann. „Wir müssen dafür kämpfen, dass Menschen fähig sind, mitfühlend und gewaltfrei zu leben und zu handeln“, so sein eindringlicher Appell. Veigl schloss mit dem Gebet von Franz von Assisi: „Herr, mach mich zu einem Werkzeug deines Friedens.“ Den Opfern ein Gesicht geben In der anschließenden Feierstunde würdigten Dr. Klaus-Dieter Nitzsche und Thomas Semba das jahrzehntelange Bemühen der Kameradschaft um Frieden und Freiheit, dass die Gefallenen und Vermissten nicht vergessen werden, sowie die Aktivitäten zur Mitgestaltung des kirchlichen und gesellschaftlichen Lebens. In der Teilnahme des 90-jährigen und damit ältesten Mitglieds Günther Galke zum einen, und in der generalstabsmäßigen Organisation des Jubiläums sah Nitzsche die Verkörperung von Idealismus, Zusammenhalt und Pflichtgefühl. Werte wie Frieden, Freiheit und Versöhnung seien das brennende Thema der Soldatenkameradschaften, so Semba. Das

Seit 30 Jahren an der Seite der KSK: Die Speichersdorfer Musikanten.

Thema unermüdlich in die Bevölkerung zu tragen sei ein lohnendes, gutes und wohlgefälliges Werk, meinte er. Dazu gehöre, die Opfer dem Vergessen zu entreißen. „Die Kameradschaften geben den jungen wie älteren Gefallen und Vermissten, von denen jeder einer gewesen ist wie du und ich, ein Gesicht“, so Semba.

Bürgermeister Porsch würdigte die Kameradschaft als aktiven Verein, der fest verankert und gern gesehen sei im Gemeindegebiet, sowie als Bindeglied zwischen den Generationen. Er appellierte, nicht nachzulassen am Volkstrauertag das Gedenken an die Vermissten und Gefallen aufrecht zu erhalten. Text/Foto: Wolfgang Hübner

Gedenkfeier am Mahnmal.

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Mittelfranken Kameraden- und Reservistenverein (KRV) Bechhofen und Umgebung

Aus den Bezirken

Besuch im Dokumentationszentrum Hainberg-Kaserne

AUF DEN SPUREN DES KALTEN KRIEGES Mellrichstadt – Ende Mai unternahm der KRV Bechhofen seinen jährlichen Ausflug, diesmal ins nördliche Unterfranken. Auf dem Gelände der früheren Hainberg-Kaserne in Mellrichstadt befindet sich ein sehr fachkundig und

Maßstabgetreues Modell der Hainberg-Kaserne.

treue Kameraden 4/2019 Waffensysteme aus der Zeit des Kalten Krieges. interessant gestaltetes Museum. Dieses befasst sich mit der Rolle der Bundeswehr im Kalten Krieg – dort exemplarisch am Beispiel eines Panzergrenadierbataillons. Die Führung umfasste auch einen Rundgang durch die in Bunkern befindlichen Stäbe und Schutzräume. Für Unverständnis sorgte die Tatsache, in welch heruntergekommenen Zustand sich weite Teile des frühe-

Krieger- und Kameradschaftsverein (KKV) Hüssingen-Zindorf

VEREINSJUBILÄUM IM VISIER Wechingen – Im Zuge der Vorbereitungen auf das 125-jährige Gründungsfest des KKV Hüssingen-Zirndorf vom 26. bis 28. Juni 2020 besuchten die Mitglieder des Festausschusses mit Schirmherr und Festdamen die Firma Getränke König in Wechingen zu einer Bierprobe. Seniorchef Helmut König (6.v.r.) führte die Besucher in die Geschichte der Firma ein, die aus einer Limonadenfabrikation hervorging. Im Anschluss wurden die Besucher durch das weitläufige Areal geführt. Bei einer Brotzeit und verschiedenen Festbieren klang Text/Foto: Helmut Burmann der Abend aus.

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ren Bundeswehrgeländes befinden. Anschließend ging es an den früheren Grenzübergang nach Eußenhausen. Dort kann man in freier Natur verschiedene Kunstobjekte besichtigen, die sich den Themen Freiheit und Europa widmen. Auf der Rückreise machte die Gesellschaft Station in Bullenheim. Nach einer Erkundung der Weinberge klang der Tag mit ei-

Das Kommandeur-Zimmer. ner schmackhaften Brotzeit und süffigem Wein aus. Die vereinseigenen Musiker sorgten mit ihren Instrumenten für ausgelassene Stimmung. Text: Johannes Flierl Fotos: Markus Leis Mehr Informationen zum Dokumentationszentrum Hainbergkaserne finden Sie unter https://www.dokumentationszentrum-hainbergkaserne.de


Mittelfranken Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Kirchensittenbach

DONNERNDER HOCHZEITSGRUSS Kirchensittenbach – Lautstark überbrachte die Böllergruppe der SRK Kirchensittenbach ihrem aktiven Schützenkameraden Patrick Bräunlein und seiner Ehefrau Vatame Glückwünsche zur Hochzeit. Kassier Thomas Vizithum überreichte das Geschenk und einen schönen Blumenstrauß. Die Böllergruppe der SRK Kirchensittenbach mit ihrem 1. Schießwart Roland Dietrich grüßte mit einem langsamen Reihenfeuer, einem schnellen Reihenfeuer und einem Salut. Den Salut kommandierte der Bräutigam mit seiner Frau, er gelang perfekt. Text/Foto: Roland Dietrich

Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Kirchensittenbach

BEIM GEMEINDESCHIESSEN AUF DEM TREPPCHEN Kirchensittenbach – Mit drei Mannschaften trat die SRK Kirchensittenbach beim örtlichen Gemeindeschießen an. Die erste Mannschaft mit Werner Sperber, Bernd Ebert, Andreas Schäfer und Katharina Ochsenkühn konnten mit 51 Punkten den 2. Platz im großen Starterfeld belegen. Der 1.

Platz war mit 53 Punkten nicht weit entfernt. Die beiden anderen SRK-Mannschaften kamen auf den 6. bzw. 15. Platz. 28 Mannschaften waren am Start, gegen die es sich durchzusetzen galt. Es musste in vier Disziplinen angetreten werden. Auf dem 25-Meter-Stand waren fünf Schuss

Voll konzentriert: Werner Sperber

Die aktiven Schützen der SRK Kirchensittenbach mit dem Vereinsvorsitzenden Wolfgang Köth (hinten rechts) und der amtierenden BSB-Schützenkönigin Susanne Hirschmann (3.v.l.).

mit dem Unterhebelgewehr C oder dem Wehrmanngewehr abzugeben. Geschossen wurde auf Klappscheiben mit einem Durchmesser von 85 mm. Beide Gewehre waren vom Kaliber 22. Auf dem Luftgewehrstand ging es mit dem Luftgewehr und der Luftpistole weiter. Mit dem Luftgewehr, wahlweise mit Zielfernrohr, musste auf Klappscheiben mit einem Durchmesser von 25 mm geschossen werden, mit der Luftpistole wurde stehend freihändig geschossen. Text/Foto: Roland Dietrich

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Mittelfranken Kreisverband (KV) Erlangen-Höchstadt Reise zum „Tag der Bundeswehr“

Aus den Bezirken

ALTE BEKANNTE UND NEUES GERÄT

treue Kameraden 4/2019

Cham – „Willkommen Neugier“ und „Chameradschaft erleben“ waren die Mottos zum Tag der Bundeswehr bei der Panzerbrigade 12. Das klang verlockend und so charterte der KV Erlangen-Höchstadt einen Bus und lud alle zugehörigen Kameradschaften zu der Fahrt nach Cham ein. 44 neugierige Kameraden nahmen, angeführt vom Kreisvorsitzenden Ralf Olmesdahl an der Fahrt teil. In Cham angekommen, ging es mit dem Shuttlebus zügig zum Festgelände. Manch einer zeigte sich erstaunt über die scharfe Kontrolle jedes Einzelnen am Eingang. Sogar das übliche Taschenmesser musste abgegeben werden. Hielten einige diese Maßnahme auch für etwas übertrieben, so akzeptierte man das Vorgehen mit Blick auf die aktuelle Sicherheitslage. Sehr schnell verteilten sich die Kameraden je nach Interessens-Schwerpunkt und dem sehr reichhaltigen Programmangebot. Bei der gerade stattfindenden „Modenschau“ schmunzelten etliche über die alte „Filzlaus“ und die „Rückzugsgamaschen“, die man doch noch in Erinnerung hatte. Auf der sogenannten „statischen Meile“ erhielt man an allen Informationsständen stets umfassende Informationen. Besonders junge Menschen bestiegen den Leopard 2 oder interessierten sich für den Kampfjet Tornado. Auf der „dynamischen Meile“ konnte man bei Vorführungen die verschiedenen Truppenteile näher kennenlernen, z.B. die Panzergrenadiere im Einsatz mit dem Leo 2 und Puma, den beiden geschmeidigen

Was für die Jugend: Der Leopard 2 donnert an einer Panzergrenadierdarstellung vorbei.

Panzern. Die Panzergrenadiere waren erfolgreich und der Pionierpanzer Dachs räumte Hindernisse professionell aus dem Weg. Sicherheitshalber wurden an die Zuschauer Ohrenstöpsel ausgeteilt, Kinder erhielten die noch besseren „Mickymäuse“. Für viele neu war die „crowd and riot control“-Truppe, die ähnlich wie die Polizei hauptsächlich in Krisengebieten eingesetzt wird. Einige erinnerte die Ausrüstung und Vorgehensweise mit Helmen, Schutzschildern und Schlagstöcken ein wenig an die Römer bei Asterix und Obelix. Aber alle erkannten, dass die Soldaten einen äußerst anspruchsvollen Dienst leisten, der in erster Linie eine Eskalation vermeiden soll.

Nach den Parolen „Ohne Mampf kein Kampf“ oder „wie die Verpflegung, so die Bewegung“ suchten viele Besucher in der Mittagszeit die Feldküche auf und ließen sich den wirklich guten Erbseneintopf mit Würstchen schmecken. Es gab außerdem sehr viele Stände mit Speisen und Getränken, so dass die Versorgungslage ausgezeichnet war. Im Feldlager warteten die Gebirgsjäger mit ihren Mulis und einer Feldschmiede in Betrieb. Natürlich ein Besuchermagnet. Obwohl die verfügbare Zeit von 10 bis 16.30 Uhr relativ lange erschien, hatte man ein volles Programm und es gab wahrhaft viel zu sehen. Vor allem für die Altgedien-

Diese stattliche Reisegruppe reiste zum „Tag der Bundeswehr“ nach Cham.

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Mittelfranken ten sehr viel Neues an Waffen, Ausrüstung und technischem Gerät. Gerne hätte man diese auch mal in die Hand genommen oder sich einweisen lassen. Das aber war nicht erlaubt. Auch die Gespräche mit den Soldaten waren informativ. Viele kannten noch die Mannschaftsdienstgrade vom Gefreiten bis zum „Natozebra“ Hauptgefreiter, inzwischen aber gibt es sogar Stabsund Oberstabsgefreite in der Bundeswehr. Von vielen Besuchern wurde die Aussetzung der Wehrpflicht kritisiert, weil man zuvor die Verbindung zur Bundeswehr stärker als heute empfand. Dennoch zeigte der „Tag der Bundeswehr“, dass das Interesse in der Bevölkerung nach wie vor vorhanden ist und die Soldaten auch unterstützt werden. Mit „erfüllter Neugier“ machte sich die Truppe wieder auf den Heimweg. Nach einer Abschluss-Einkehr im oberpfälzischen Ursensollen ging es per „motMarsch mit Gesang“ zurück nach Hause. Text/Fotos: Jörg Buff

Veteranen- und Soldatenverein (VSV) Rohr und Umgebung Neugründung vor 50 Jahren

AUS ZWEI MACH EINS Rohr – Am 8. März 1969 wurde der VSV Rohr und Umgebung durch Zusammenlegung der vormals eigenständigen Vereine „Veteranen- und Kampfgenossenverein Rohr und Umgebung (gegründet 1880) und des im Jahr 1900 gegründeten „Militärvereins Rohr und Umgebung“ gegründet. Nach dem Gründungsvorsitzenden Jakob Dürr und seinen Nachfolgern Johann Dietrich, Hermann Lauchs und Helmut Wendland führt seit 2013 Bernd Timm den VSV. Die Aktivitäten der beiden Ursprungsvereine waren während des Nazi-Regimes zum Erliegen gekommen. Beide Vereine führten eine eigene Fahne, beide Fahnen wurden 1904 geweiht und werden seit 1969 vom VSV geführt. Derzeit wird diskutiert, ob man eine dieser beiden Fahnen restaurieren oder sich eine ganz neue Fahne zulegen sollte. Die Fahne vertritt den Verein nach außen und hat zweifelsohne eine wichtige Aufgabe bei den öffentlichen Auftritten des Vereins. Sie sei zudem für das Zusammengehörigkeitsgefühl eines Vereins wichtig, betonte Landrat Herbert Eckstein in einer Diskussion bezüglich der Frage, ob eine neue Fahne angeschafft oder eine historische Fahne restauriert werden sollte. Rohrs Bürgermeister Felix Fröhlich erinnerte an die Zusammenlegung der beiden Ur-

Sommerempfang des Landtags

ANERKENNUNG FÜRS EHRENAMT Der Vorsitzende des BSB-KV Erlangen-Höchstadt, Frank Olmesdahl (r.) begleitete BSB-Präsident Richard Drexl zum traditionellen Sommerempfang des Bayerischen Landtages in Schloss Schleißheim.

sprungsvereine sowie an die Veränderungen in Deutschland und Europa. Für die Stadt Heilsbronn gratulierte Stadtrat Robert Sturm. Der BSB-Vizepräsident und oberfränkische Bezirksvorsitzende Wolfgang Niebling zeigte sich erfreut über den mitgliedsstarken und aktiven Verein. Er wies nachdrücklich darauf hin, dass die Bevölkerung hinter der Bundeswehr stehen müsse und appellierte an die Politik, sich für eine starke und eigenständige EU-Armee stark zu machen. Der Verein führt regelmäßig Kamerad-

schaftsabende durch, auch sind Grillabende mit Familienangehörigen der Vereinsmitglieder hochgeschätzt und gerne besucht. Bernd Timm kann als Vorsitzender auf 46 aktiv Schießsport treibende Veteranen, die den Verein bei Meisterschaften des BSB und des Kyffhäuserbundes mit beachtlichen Erfolgen vertreten, stolz sein. Zum Ende der Jubiläumsfeier folgten Ehrungen für 10-, 25- und 40-jährige Vereinszugehörigkeit. Vorsitzender Timm erhielt das BSB-Verdienstkreuz 2. Klasse. Text/Foto: Erwin Lämmermann

Auch Ehrungen standen auf dem Plan zur 50-Jahr-Feier.

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Mittelfranken Soldatenkameradschaft (SK) Eltersdorf Ausflug an die Ostsee

Aus den Bezirken

REISE LOHNTE SICH – TROTZ ABSAGE DER MARINE

treue Kameraden 4/2019

Rostock/Naumburg – Alle zwei Jahre unternimmt die SK Eltersdorf einen mehrtägigen Ausflug, in diesem Jahr Ende Mai/Anfang Juni an die Küste und verbunden mit dem Besuch einer militärischen Einrichtung. Die Wahl fiel auf Rostock, hatte das dort liegende Korvettengeschwader doch zu einem Besuch eingeladen. Marine sagte Besuch kurz vor knapp ab Dann kam, vier Wochen vor Antritt der Reise, eine Absage mit den Begründungen: Truppenküche geschlossen, kein Personal für die Führung vorhanden. Keine weitere Erklärung. Das war eine herbe Enttäuschung, aber alle anderen Schritte waren bereits vorbereitet und somit wurde die Reise ohne den Besuch bei der Bundesmarine angetreten. Sehr schade! Beim Zwischenstopp in Naumburg/Saale war eine Stadtführung mit Besichtigung des Doms eingeplant. Die Eltersdorfer staunten nicht schlecht über die erhaltene Schönheit dieser mitteldeutschen Stadt, die bereits 1028 gegründet wurde und sich aufgrund der Kreuzung zweier Handelsstraßen sehr gut entwickelte. Seit 2018 ist der Naumburger Dom auch UNESCO Weltkulturerbe. Unterwegs in „Meck-Pomm“ Weiter führte der Weg über die Elbe, Bran-

Stadtführung in Naumburg/Saale.

denburg, das Havelland und Mecklenburg. In Rostock angekommen unternahm die Gruppe einen Abendspaziergang entlang des Stadthafens. Eine Einkehr mit Ostseefisch und frischem Bier rundete den ersten Abend ab. Der nächste Tag begann - aufgrund der Absage der Marine – mit drei Stunden Zeit „zur freien Verfügung“. Einige nutzten diese für einen Stadtbummel, andere blieben in Hafennähe und besuchten das ehrwürdige Museumsschiff „Stefan Jantzen“, einen ausgedienten Eisbrecher. Es war schon interessant die Arbeiten kennenzulernen und über die schmalen und steilen Niedergänge in die unteren Räume mit der Maschine zu klettern. Am frühen Nachmittag dann die obligatorische Stadtführung durch das historische Rostock. Rostock erhielt im 13. Jahrhundert das Stadtrecht und gehört der Hanse an. Ein besonderer kultureller Leckerbissen war der Besuch der Marienkirche und die Erklä-

Großes Interesse bestand an der Fahrt an die Ostsee.

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rung der gewaltigen Leistungsfähigkeit der astronomischen Uhr, die bereits im 14. Jahrhundert entwickelt wurde. Am Nachmittag schipperte man auf der Warnow bis nach Warnemünde und stromerte ein wenig in dem Fischerdorf herum. Auf einer Fahrt am nächsten Tag quer durch das Mecklenburger Land waren Heiligendamm, Kühlungsborn und Wismar Anlaufpunkte. Der Reiseführer wusste allerlei Interessantes zu berichten. Erster Anlaufpunkt war Heiligendamm mit seinen Prachtbauten aus der wilhelminischen Zeit, die erahnen ließen, dass hier das vornehme Berlin eine außergewöhnliche „Sommerfrische“ an der See hat. Weiter ging es nach Bad Doberan zur hochgotischen Kirche des ehemaligen Zisterzienserklosters, das im Jahre 1171 gegründet wurde. Durch seine christliche Missionstätigkeit war das Kloster für die landeskulturelle und ökonomische Entwicklung Mecklenburgs von großer Wichtigkeit. Die


Mittelfranken

Im Rostocker Stadthafen.

Innenausstattung blieb von Kriegswirren und Bilderstürmen weitgehend verschont. In keiner anderen Zisterzienserklosterkirche europaweit blieb eine reichere Originalausstattung erhalten.

In Kühlungsborn mit seiner sehr interessanten Flaniermeile zum Essen und Shoppen war wieder eine größere Pause angesagt. Sehenswert auch der weite Strand mit der langen Seebrücke und die Prachtbauten

entlang des Strandes, die fast an Schlösser erinnerten. Letztes Ziel an diesem Tag war die Hansestadt Wismar, die bereits im 12. Jahrhundert gegründet wurde und dessen wunderschöne Altstadt ebenfalls zum Weltkulturerbe gehört. Sehr schön der große Marktplatz mit der „Wasserkunst“ und die kleinen Straßen mit den typischen Backsteingebäuden. Die im Krieg zerstörte Kirche St. Marien ist nun ein Mahnmal an den Bombenkrieg. Nach einer Besichtigung der Kirche St. Georg ging es zurück nach Rostock. „Wir haben bei unserem Ausflug von Süddeutschland bis in den Norden und wieder zurück viel an Geschichte, Kultur und einmalig schönen Landschaften inklusive der Ostsee gesehen und festgestellt, dass unser deutsches Vaterland überall sehr schön ist und viel bietet. Damit hat sich auch die lange An- und Rückreise gelohnt“, fasst der Autor dieses Beitrags seine Eindrücke zusammen. Text: Jörg Buff Fotos: Jörg Buff / Marika Maar

Soldaten- und Kameradschaftsverein (SKV) Rednitzhembach 1884

JAHRESFAHRT NACH MASUREN Masuren – 40 Personen nahmen heuer am Jahresausflug des SKV Rednitzhembach teil. Die Reise führte über Stettin nach Masuren/Ostpreußen. Auf dem Reiseprogramm standen Besichtigungen der Wallfahrtskirche „Heilige Linde“ (Foto), des Ortes Allenstein, der Johannisburger Heide, des Philipponenklosters in Eckertsdorf, der Försterei Kleinort und des Ortes Rastenburg („Wolfschanze“). Nahe der russischen Grenze gedachte man auf einem Friedhof des Ersten Weltkrieges der gefallenen deutschen und russischen Soldaten. Auf der Heimreise standen dann noch Besichtigungen eines der fünf Rollberge (Standseilbahnen für Schiffe, von Wasserrädern angetrieben) Text/Foto: Josef Naglmüller des Oberlandkanals in Kanthen (Katy) und der Stadt Thorn, Geburtsstadt des Astronomen Kopernikus.


Mittelfranken Kreisverband (KV) Hersbruck/Lauf

Aus den Bezirken

Jahreshauptversammlung mit Neuwahlen

SECHS VON ZWÖLF VORSTANDSPOSTEN NEU BESETZT

treue Kameraden 4/2019

Neunkirchen am Sand – Von den vierzehn Vereinen des KV Hersbruck/Lauf nahmen zehn an der diesjährigen Jahreshauptversammlung teil. Kreisvorsitzender Thomas Winter ging dabei auf die Ereignisse des letzten Jahres ein. Erfreulich war das Ergebnis der Sammlung für die Kriegsgräberfürsorge mit über 7.000 Euro. Das beste Ergebnis erzielte Kirchensittenbach gefolgt von Velden und Vorra. Zum Schluss bedankte er sich bei den Vorstandsmitgliedern und der Schießwartin für die gute Zusammenarbeit und gab bekannt, dass er aus privaten Gründen für die Vorstandschaft nicht mehr zur Verfügung steht. Sein Stellvertreter Stefan Kratzer teilte mit, dass er aus beruflichen Gründen nicht mehr antritt. Der neue Vorstand (Info) wird geführt von Werner Hasenest, der zuvor noch als Kassier einen positiven Kassenbericht ablieferte. Er selbst wie auch der alte Vorstand wurden einstimmig entlastet. Text/Foto: Werner Hasenest

Vorne, v.l.: Reinhold Heinrich, Anita Meußel, Werner Hasenest, Manuel Wenzl, Heinz Wieczorek; hinten: Markus Horst, Sven Bezold, Thomas Humsberger, Wolfgang Köth, Roland Bezold.

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Der neue Vorstand des KV Hersbruck/ Lauf: Werner Hasenest, Rollhofen (Vorsitzender); Manuel Wenzl, Velden, und Heinz Wieczorek, Hohenstadt(Stellvertreter); Wolfgang Köth, Kirchensittenbach (Schriftführer); Sven Bezold, Speikern/Neunkirchen (Kassier); Jörg Gaschler, Reichenschwand (Reservistenbeauftragter); Reinhold Heinrich, Velden, Roland Bezold, Speikern/Neunkirchen, Markus Horst, Vorra (Beisitzer); Wolfgang Stengl, Pommelsbrunn, und Thomas Humsberger, Rollhofen (Revisoren). Anita Meußel wurde als Kreisschießwartin bestätigt.

Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Cronheim

100-JÄHRIGES GEFEIERT Festakt und Gedenken am Ehrenmal

Cronheim – Mit der Totenehrung der gefallenen, vermissten und verstorbenen Soldaten eröffnete die KSK Cronheim am Ehrenmal ihr Festprogramm zum 100-jährigen Bestehen. Nach einem gemeinsamen Marsch zum Ehrenmal, musikalisch begleitet vom Posaunenchor Stetten unter der Leitung von Manuel Memmel, erinnerte 1. Vorsitzender Werner Glas an die Gründungsmitglieder und bisherigen Vereinsvorsitzenden und dankte allen, die sich für den Verein und die Gemeinschaft engagierten und dies bis heute tun. Der Schirmherr, 1. Bürgermeister Karl-Heinz Fitz, unterstrich die Notwendigkeit der Krieger- und Soldatenkameradschaften. Es sei wichtig, die Erinnerung an die schrecklichen Ereignisse in den beiden Weltkriegen mit unfassbarem Leid, Schmerz und familiären Schicksalen wach zu halten und derer zu gedenken, die ihr Leben dabei verloren. Nach der Kranzniederlegung zum Gedenken und den Klängen des „Lieds vom guten Kameraden“ fand Pfarrer Peter Wyzgol die passenden Worte zur Feierstunde, bevor das Totengedenken mit der Nationalhymne endete. Gemeinsam mit 19 teilnehmenden Kameradschaften führte der Weg ins Festzelt am Feuerwehrhaus, wo KSK-Vorsitzender Werner Glas die


Mittelfranken

Gäste willkommen hieß. Schirmherr Fitz ging auf die Gründung des Vereins ein. So hätten sich in Cronheim vor 100 Jahren einige Männer zusammengefunden, um den Verein zu gründen und sich für Frieden und Freiheit einzusetzen. Nicht unerwähnt ließ er die Bundeswehrsoldaten, die mittlerweile weltweit ihren Dienst tun. Dass die Menschen in Deutschland bereits seit 74 Jahren in Frieden und Freiheit leben dürfen, sei keine Selbstverständlichkeit. In diesem Sinne forderte der Rathauschef die Anwesenden auf, gemeinsam weiterhin alles für den Frieden zu tun. Übereinstimmend schlossen sich die weiteren Grußwortredner den Worten des Schirmherren an und dankten ihrerseits allen Kameraden, die sich der Verpflichtung bewusst sind, die Erinnerung stets wach zu halten. Ferner hoben sie den hohen Stellenwert der Vereine innerhalb der Dorfgemeinschaft hervor. Stellvertretender Vorsitzender Ernst Fichtner gab Einblicke in die Vereinsgeschichte, bevor die Ehrungen der langjährigen und verdienten Mitglieder auf dem Programm standen. Die goldene Vereinsnadel für 40-jährige Vereinstreue wurde an Alfred Glas und Edmund Schulz verliehen. Die silberne Vereinsnadel für 25-jährige Mitgliedschaft erhielten: Richard Brandner, Richard Seefried und Karl Wieland. Moderator und Festausschussvorsitzender Jochen Glas nutzte die Gelegenheit allen Gönnern der Kameradschaft für ihr Engagement zu danken. Sein besonderer Dank galt Pfarrer Wyzgol und Organist Markus Hirschl für den würdevollen Festgottesdienst. Am Nachmittag gab es selbstgebackenen Kuchen und Kaffee mit musikalischer Begleitung der Band „Brouderherz“. Den Festausklang gestaltete das Duo „Auf geht’s“. Text: Peter Brandl Fotos: Ludwig Göttler

Die geehrten Mitglieder mit Ehrengästen und Schirmherrn (v.l.): Alfred Glas, 1. Vorsitzender Werner Glas, Richard Brandner, Richard Seefried, Karl Wieland, Edmund Schulz, BSBBezirksvorsitzender Wolfgang Niebling, Schirmherr 1. Bügermeister Karl-Heinz Fitz und stellvertretender Vorsitzender Ernst Fichtner.

Die Jubelkameradschaft beim Marsch zum Ehrenmal

Bitte senden Sie Ihre Beiträge* an den Pressebeauftragten des für Ihren Verein/Kreisverband zuständigen BSB-Bezirks: Niederbayern: Siegfried Wolf, Email: s.wolf-bsb-niederbayern@t-online.de; Oberbayern: Margit Scholle, Email: dieter.scholle@online.de; Unterfranken: Franz Sennefelder, Email: franz.sennefelder@t-online.de; Mittelfranken: Peter Brandl, Email: brandl50@gmx.de; Oberfranken: Dr. Klaus-Dieter Nitzsche, Email: klaus-dieter.nitzsche@web.de; Oberpfalz: Alfons Kollmer, Email: Alfons.Kollmer@t-online.de; Schwaben: Manfred Thorwarth, Email: mgthorwarth@web.de * gem. „Redaktionelle Hinweise” unter http:// www.bsb-1874.bayern/Verbandsmagazin-und-Presse/Verbandsmagazin/Redaktionelle-Hinweise-tK/

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Mittelfranken Re-Union Luftwaffe

Aus den Bezirken

TREFFEN IN DER KURSTADT

treue Kameraden 4/2019

Bad Orb – Oberstleutnant d.R. Christian Emmerling (l.) konnte kürzlich 20 Mitglieder der Re-Union Luftwaffe und Gäste zu einem mehrtägigen Treffen in Bad Orb begrüßen. Udo Stopfer hatte die Vorbereitung der Veranstaltung übernommen, die u.a. eine Fahrt mit der Kleindampfbahn nach Wächtersbach, ein KK- und Pistolen-Schießen im Olympiaschießstand in Bad Orb, eine historische Stadterkundung sowie eine Nachtwächterführung, die Erkundung der Barbarossastadt Gelnhausen, Diskussionen über sicherheitspolitische Fragestellungen und schließlich das Aufstellen des Maibaums in Anwesenheit des Bürgermeisters, der Stadträte und des Kurdirektors Dr. Dirk Thom umfasste. Dr. Thom (r.) konnte bei dieser Gelegenheit als 100. Mitglied der Re-Union gewonnen werden.

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Kreisvorsitzender Oberleutnant d.R. Peter Baumann dankte Christian Emmerling – unter langanhaltendem Applaus der Teilnehmer - für die Gestaltung und Organisation der Veranstaltung sowie dessen unermüdlichen Einsatz. Text/Foto: Peter Baumann

Die überörtliche Vereinigung Re-Union der Luftwaffe der Bundeswehr e.V. hat sich zum Ziel gesetzt, Führungskräfte aus Industrie und Wirtschaft, führende Vertreter der Arbeitnehmerverbände, Ingenieure, Wissenschaftler, Juristen, Pädagogen des höheren Dienstes und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens mit der Bundeswehr in Kontakt zu bringen. Sie leistet damit einen wichtigen Beitrag als Mittler zwischen Zivilgesellschaft und Bundeswehr und unterstützt die Personalgewinnung in der Fläche. - Die Re-Union Luftwaffe besteht inzwischen 25 Jahre, das Jubiläum wurde Ende Juni in Roth gefeiert.

Kreisverband (KV) Weißenburg

EHRENKREISVORSITZENDER KARL KÄFFERLEIN VERSTORBEN Weißenburg – Der KV Weißenburg trauert um seinen Ehrenkreisvorsitzenden Karl Käfferlein, der im Alter von 93 Jahren verstarb. Karl Käfferlein wurde 1943 zur Wehrmacht einberufen und nahm als Sanitäter am 2. Weltkrieg teil. Er wurde zweimal verwundet und trug bleibende körperliche Schäden davon. Am 5. Mai 1945 geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft, aus der er ein Jahr später entlassen wurde. Mit viel Fleiß und Energie erlernte er den Beruf eines Brau- und Malzmeisters. Durch seine freundliche und menschliche Art erwarb er sich viele Freunde. Der Verstorbene setzte sich intensiv für die früheren Soldaten ein. Von 1986 bis 2000 war er Vorsitzender des KV Weißenburg mit 37 Vereinen. Ein besonderes Anliegen war ihm die KriegsgräFoto: privat berfürsorge, für die er jahrzehntelang äußerst erfolgreich (es kamen über 100.000 Mark zusammen!) Spenden sammelte. Um die Gefallenen zu ehren, nahm er an vielen Kriegsgräberfahrten des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge teil. So war er u.a. dreizehn Mal in Russland, zweimal in den USA und in Kanada sowie an vielen weiteren Orten in Europa und Afrika. Auf all seinen Fahrten hat er viel Wärme und Freundlichkeit seiner Gastgeber erfahren und viel zur praktischen Völkerverständigung beigetragen. Für ihn als überlebender Soldat des Krieges war es eine besondere Verpflichtung gegenüber den vielen Toten, sich für den Erhalt und die Pflege der Kriegsgräber und der Völkerverständigung tatkräftig einzusetzen. Für seine besonderen Verdienste erhielt Karl Käfferlein neben seinen Kriegsauszeichnungen (Nahkampfspange in Bronze, Bandenkampfabzeichen in Bronze, Verwundetenabzeichen in Silber, Infanterie-Sturmabzeichen in Silber) viele weitere Auszeichnungen versehen. So war er Träger des Ehrenzeichens des Bayerischen Ministerpräsidenten. Das Präsidium des BSB würdigte seine Arbeit mit dem Großkreuz mit Strahlenkranz. Im Jahr 2000 wurde er zum Ehrenkreisvorsitzenden des KV Weißenburg ernannt, 2005 verlieh ihm der BSB-Bezirksverband Mittelfranken die Ehrenmitgliedschaft. Text: KV Weißenburg

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Unterfranken Kreisverband (KV) Würzburg/Main-Spessart Unterwegs mit „Kürnach-Reisen“

ANSTRENGENDE TAGE BEI DEN UNGARISCHEN FREUNDEN Szendehely/Ungarn – Zum Europäischen Friedensfest mit Europäischem Picknick waren Delegationen aus Rumänien, Tschechien, Polen, Ungarn, der Slowakei und Deutschland in die donauschwäbische Gemeinde Szende (Szendehely) eingeladen. Darunter auch der KSV Kürnach, Teile der Vorstandschaft des KV Würzburg/MainSpessart, das Partnerschaftskomitee und Bürgermeister mit Gemeinderäten der Gemeinde Kürnach. Um einen weiteren Blitzschlag in den Reisebus wie im September 2018 zu vermeiden, flog die Gruppe diesmal ab Frankfurt. Nach einem ruhigen Flug kamen die Freunde Europas gut in Budapest an und wurden dort vom Bürgermeister und Mitgliedern des Gemeinderates der Gemeinde Szendehely herzlich empfangen und mit einem Bus zum Wildpark Nograd gebracht. Nach einem hervorragenden ungarischen Mittagessen folgte die Besichtigung des Parks. Beim „Ungarndeutschen Abend“ im Kulturheim von Sende sang man zusammen mit den Freunden aus Türkheim, Sende, Niederschlesien und Kürnach Volkslieder und knüpfte erste Kontakte. Nach dem Abendessen ging es per Bustransfer zurück ins Schloßhotel Prónay in Alsópetény, wobei auf der Fahrt weiter dem Gesang gefrönt wurde. Anderntags war eine Stadtbesichtigung in

Weitzen (Vác) mit Besuch des Marktes angesagt. Von hier aus ging es weiter nach Gödöllö, um das Schloss Grassalkovich zu besichtigen. Dieses wurde Kaiser Franz-Josef I. und seiner Gemahlin Elisabeth (Sissi) vom ungarischen Volk geschenkt. Es war der Lieblingsort der Kaiserin bei ihren Ungarnaufenthalten. Nach Besuch der Prunkräume und des Schlossparkes konnte der „Horthy Bunker“ unter dem Schloss besichtigt werden. Die zweiräumige Bunkeranlage wurde für die Familie des Reichsverwesers Horthy errichtet, aber nie fertig gestellt. Nach der Besetzung Ungarns durch Sowjettruppen wurde der Keller als Lager für Gasöl genutzt. Der Geruch ist bis heute als „liebevolles“ Andenken an die sowjetische Besatzung erhalten geblieben. Auf der Rückfahrt zum Hotel wurden die Reisenden Zeugen der Suchaktion der ungarischen Armee nach den Toten des schrecklichen Schiffunglücks auf der Donau. Nach dem Mittagessen in Sende folgte der erste offizielle Akt der Veranstaltung. Bei der festlichen Abendveranstaltung in der Turnhalle der Schule wurden die sieben teilnehmenden Gemeinden mit ihren Delegationen vorgestellt. Nach den Grußworten der Bürgermeister und der Delegationsleiter ging es zu einem gemeinschaftlichen europäischen Folkloreabend über. Das reichhaltige Abendessen konnte von man-

Empfang am Budapester Flughafen. Bürgermeister Ignaz Altsach/Szendehely (l.) und Bürgermeister Thomas Eberth/Kürnach.

chem Teilnehmer nicht eingenommen werden, da die Gefahr einer sogenannten „Fressnarkose“ bestand. Schön war es, dass alle Teilnehmer der deutschen Sprache mächtig und zum größten Teil deutschstämmig waren. Am späten Abend, nach reichlichem Genuss ungarischer Getränke aller Art, wurde bis in die Morgenstunden gefeiert und gesungen. Selbst bei der Bus-

Die Delegation des Kreisverbandes Würzburg mit den beiden Bürgermeistern.

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Unterfranken

Aus den Bezirken treue Kameraden 4/2019

fahrt wurden die „schwäbischen Ohrwürmer“ weiter getrillert. Am nächsten Morgen stand die Besichtigung des Terrorhauses in Budapest auf dem Plan. Das berüchtigte Haus Andrássystr. 60 wurde als Gedächtnisstätte eingerichtet. Bereits Ende des zweiten Weltkrieges nach der Absetzung Horthys wurde es als Gefängnis und Folterstätte von den Pfeilkreuzlern (ungarische Nationalsozialisten) genutzt. Nach sowjetischer Besetzung Ungarns wurde das Gebäude übergangslos vom kommunistischen Geheimdienst weiter genutzt. Die Geschichte des Hauses, die Räume der Staatssicherheit und die Folterkeller mit den schrecklichen Exponaten sowie die unterirdischen Zellen und Gedenkräume brachten jeden Besucher zum Nachdenken. Mit sichtlich gedrückter Stimmung ging es nach Sende zurück. Nach dem Mittagessen folgten verschiedene Ehrungen. Der Bürgermeister der Gemeinde, Ignaz Altsach, wurde mit dem Ehrenkreuz des Fränkischen Kameraden- und Soldatenkreis (FSKK) für die langjährigen Beziehungen zu Kürnach ausgezeichnet. Für sein Lebenswerk zeichnete vitéz Rainer Schmitt das 95-jährige BSB-Ehrenmitglied vitéz Josef Váry mit dem Großen Ehrenzeichen des FSKK aus. Im Anschluss ging es in Marschordnung zum örtlichen Friedhof mit Kriegerdenkmal zur Kranzniederlegung. Nach einer Gedenkrede des Bürgermeisters der Gastgebergemeinde und des Kreisvorsitzenden Schmitt legten die Delegationen Kränze am Denkmal nieder. Besonderen Eindruck erweckte Josef Váry. Der mittlerweile fast erblindete und an zwei Stöcken gehende Kamerad lehnte es ab, sich auf einen Stuhl zu

Internationaler Abend in Sende (v.l.): Klaus-Dieter Krüger, vitéz László Kiss, ein Schwabenmädel, Otto Väthröder und Rainer Schmitt.

setzen. Aufrecht, von zwei Personen gestützt, trug er seine Gedanken vor. Nach dem Rückmarsch ins Dorf fand das „europäische Picknick 30“ statt - ein Straßenball mit Weinprobe, Musik, volkstümlichen Darstellungen und Abendessen. Die Angehörigen des KSV Kürnach und die Delegierten des KV Würzburg/Main-Spessart Kontakte knüpften Kontakte zu vielen Personen und einigen Verbänden. So zur Gemeinde Renska Wies, dem ehemaligen Reinschdorf im heutigen Polen. Wieder ein anstrengender Abend, der den des Vortages bei weitem übertraf. Bei der Bischofsmesse am Sonntagmorgen in der römisch-katholischen Kirche von Sende konnten bereits fünf Minuten nach Beginn erste Ausfallerscheinungen bei Delegationsteilnehmern und Einheimischen beobachtet werden. Diese Ermüdungen hatten keinesfalls mit der Gestaltung des Gottesdienstes des Vácer Bischofs zu tun. Im Anschluss an die Messe fand eine Agape im

Pflanzen des Freundschaftsbaumes im Europa-Park durch die Kürnacher Delegation.

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Pfarrgarten statt. Wieder Essen und Trinken, wieder interessante Begegnungen. Es folgte eine Kranzniederlegung durch die Bürgermeister der teilnehmenden Nationen am Denkmal der Verschleppten des Malenkij Robot. 120 deutsche Bürger der Gemeinde wurden nach Ende des Zweiten Weltkrieges in die Sowjetunion zur Zwangsarbeit verschleppt. Nach den Gedenkreden ging es in Marschordnung zum „Europa-Park“. Hier pflanzte jede Delegation einen Baum. Besonders gut erging es dem Baum der Kürnacher Delegation, den der Bürgermeister traditionsgemäß mit einem Bocksbeutel Frankenwein angoss. Ein Schluck für die Jugend der die Zukunft gehört, ein Schluck für die Völkerverständigung und ein Schluck auf ein gemeinsames Europa. Schon wieder Essen und Trinken hieß es im Anschluss in der Turnhalle der Schule, gefolgt vom Deutschen Nationalitätentreffen der Komitate Heves-Nograd mit Auftritt von Chören und Tanzgruppen bei lustigem Bei-


Unterfranken

Ehrung von vitéz Josef Váry (v.l.): Klaus-Dieter Krüger, vitéz László Kiss, vitéz Rainer Schmitt, vitéz Josef Váry, die Bürgermeister Ignáz Altsach und Thomas Eberth.

sammensein. Nach dem Abendessen ging es, wie mittlerweile schon gewohnt, mit Gesang und Tanz bis in die frühen Morgenstunden. Am Montag in der Frühe wurden die „völlig überarbeiteten“ Delegationsteilnehmer von Bürgermeister Altsach und Gemeinderäten am Hotel verabschiedet. Mit dem Bus ging es zum Budapester Flughafen, wo planmäßig eingecheckt wurde. Bei der Ankunft in Frankfurt schien es, als hätten Bürgermeister Eberth und der Kreisvorsitzende Schmitt einen Vertrag mit dem Wettergott: Diesmal kein Blitzeinschlag in den Bus, sondern Unwetter mit Start- und Landeverbot! „Kürnach Reisen – wir buchen, sie fluchen!“ Die Veranstaltung in Ungarn war für alle etwa 600 Teilnehmer ein großes und unvergessliches Ereignis. So lebt Europa, ohne Vorschriften, ohne Politik und ohne wirtschaftliche Interessen. Text: vitéz Rainer Schmitt Fotos: Matthias Dehmel

Kranzniederlegung am Kriegerdenkmal, links der 1993 enthüllte Gedenkstein des KSV Kürnach (v.l.): R. Schmitt, László Kiss Kapitän Mikecz-Kalman-Husarenbanderium, K.-D. Krüger (SKV Estenfeld), O. Väthröder (SRK Karbach), M. Schneider (KSV Kürnach), K.H. Vogel (SRK Karbach), Joachim, Peter und Sascha Ockfen, F. Böwering und Th. Eberth (alle KSV Kürnach).

Die Delegationsleiter am Denkmal der Verschleppten.

Bitte senden Sie Ihre Beiträge* an den Pressebeauftragten des für Ihren Verein/Kreisverband zuständigen BSB-Bezirks: Niederbayern: Siegfried Wolf, Email: s.wolf-bsb-niederbayern@t-online.de; Oberbayern: Margit Scholle, Email: dieter.scholle@online.de; Unterfranken: Franz Sennefelder, Email: franz.sennefelder@t-online.de; Mittelfranken: Peter Brandl, Email: brandl50@gmx.de; Oberfranken: Dr. Klaus-Dieter Nitzsche, Email: klaus-dieter.nitzsche@web.de; Oberpfalz: Alfons Kollmer, Email: Alfons.Kollmer@t-online.de; Schwaben: Manfred Thorwarth, Email: mgthorwarth@web.de * gem. „Redaktionelle Hinweise” unter http:// www.bsb-1874.bayern/Verbandsmagazin-und-Presse/Verbandsmagazin/Redaktionelle-Hinweise-tK/

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Unterfranken

Jung und alt nahm an der Waldreinigung teil.

Kameraden- und Soldatenverein (KSV) Kürnach Wald- und Flur gereinigt

Aus den Bezirken

KEINE CHANCE FÜR UNRAT UND MÜLL

treue Kameraden 4/2019

Kürnach – Am Samstag des letzten Aprilwochenendes führte der KSV Kürnach seine traditionelle Wald- und Flurreinigung durch. Zahlreiche Bürger folgten wieder dem Ruf. Mit mehreren Traktorgespannen wurden Wald und Flur von Unrat und Müll gesäubert. In diesem Jahr war es auffälliger Weise wieder mehr geworden. Manch kurioser Fund brachte die Sammler einige Male zum Schmunzeln. Nach mehrstündigem Sammeln trafen sich die Teilnehmer an der KSV-Lagerhalle zum gemeinschaftlichen Mittagessen. Bei ungarischem Gulasch, Bratwürsten und Getränken saß man noch einige Stunden beieinander. Die Reservisten des Vereins, die bereits am Freitagnachmittag Pavillons, Zelte, Tische und Bänke aufgestellt hatten, verbrachten das gesamte Wochenende am Bauhof – als Biwakersatz. Durch die Trockenheit und erhöhte Waldbrandgefahr durfte am gewohnten Biwakplatz kein offenes Feuer gemacht werden und somit entfiel schon zum dritten Mal zwangsweise das Übernachten im Wald. Ein besonderer Dank geht an die Köche Joachim Ockfen und Tobias Blum und an Bürgermeister Thomas Ebert, der die Aktion tatkräftig unterstützte. Text: Rainer Schmitt/Fotos: Thomas Ebert

Nach erfolgter Wald- und Flurreinigung.

Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Karbach Veteranen-Biwak

für treue Kameraden 5/2019 ist der 3. September 2019.

WIE DIE ALTEN SUNGEN Windheim – Eine hervorragende Resonanz fand das erste Veteranen-Biwakwochenende der SRK Karbach auf dem Biwakplatz in

Redaktionsschluss

Windheim. 50 Prozent der Mitglieder waren der Einladung gefolgt und erlebten einen schönen Samstagabend in Gottes frei-

er Natur, bei gutem Essen und interessanten Spielen. Ehefrauen und Kinder waren ebenfalls eingeladen.

Gute Resonanz fand das erste Veteranen-Biwak der SRK Karbach.

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Unterfranken 15 Mitglieder waren von Karbach zunächst nach Bergrothenfels gewandert, wo sich die Mannschaft bei einer Zwischenrast im Burggasthof Roth erstmals stärkte. In Windheim angekommen galt es für die „Veteranen“ Zelte und den Biwakplatz herzurichten und für die Nacht aufzubauen. Dann genossen 43 Veteranen, Ehefrauen und Kinder den gemütlichen Abend, gestärkt mit einem leckeren Schaschlik, im großen Kessel über dem offenen Feuer zubereitet. Aufgelockert und mit viel Gelächter ging es beim Gummistiefel- und Baumstammweitwurf zu, vor allem aber, als der Gummistiefel an Höhe gewann und im Baum hängen blieb. In fröhlicher Runde wurden bis tief in die Nacht hinein Lieder angestimmt und gefeiert. Den sonnigen Morgen genossen dann 14 Teilnehmer, die auf dem Zeltplatz über-

nachtet hatten und sich bei Kaffee und Eiern mit Speck für den Rückmarsch nach Karbach stärkten. In heimatlichen Gefilden ließen die durstigen Gäste die gelungene Aktion ausklingen. Die Strecke von Karbach über Zimmern, Rothenfels, Bergrothenfels zum Biwakplatz in Windheim betrug elf Kilometer und über Marktheidenfeld zurück neun. Ein tolles Erlebnis, wie die Teilnehmer unisono beteuerten, das sicherlich in ähnlicher Form eine Neuauflage finden wird. Text/Fotos: Josef Laudenbacher

왘 Über 40 Personen nahmen an dem Biwak teil; vorn links: Karl-Heinz Vogel, Vorsitzender der SRK.

Bürgerwehr Königsberg von 1848

EINE BESONDERE EHRE Königsberg – Eine besondere Ehre wurde Stabsfeldwebel d.R. Ewald Vogel beim Pfingstfest der Königsberger Bürgerwehr zuteil. Der stellvertretende BSB-Bezirksvorsitzende Unterfranken wurde nach der Parade auf dem Bleichdamm vom Tambourmajor aufgefordert, einen Marsch zu dirigieren. Da er seinen Wehrdienst bei der Bundesluftwaffe absolviert hatte, wählte er den „Fliegermarsch“ von Nico Dostal. Die Bürgerwehr in Königsberg ist die einzige Bürgerwehr Deutschlands, die seit ihrer Gründung im Revolutionsjahr 1848 jedes Jahr am Dienstag nach Pfingsten ausmarschiert. Vor 171 Jahren sollte mit dem Ausmarsch die Wehrtüchtigkeit der Bürgerwehrsoldaten geprüft werden, inzwischen hat sich der Auszug der Bürgerwehr zu einem Traditionsfest gewandelt. Text/Fotos: Ewald Vogel

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Unterfranken Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Neuses am Berg

Aus den Bezirken

Jahreshauptversammlung

MEHR INTERESSE ANGEMAHNT

treue Kameraden 4/2019

Neuses am Berg – Der stellvertretende BSB-reisvorsitzende Bernhard Kniewasser ehrte anlässlich der Jahreshauptversammlung der SRK Neuses am Berg verdiente Mitglieder (Info-Kasten). In seinem Rechenschaftsbericht beklagte der SRK-Vorsitzende Wilhelm Köhler, dass rund zwei Drittel des Mitgliedsbeitrages an den Bayerischen Soldatenbund und seine Gliederungen abzuführen seien. Bei der Haussammlung für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge brachte die SRK fast 600 Euro zusammen, obwohl sich nur drei Kameraden an der Haussammlung beteiligten. Köhler wünschte sich mehr Zuspruch bei Reservistenveranstaltungen, dann könne er auch mehr Veranstaltungen anbieten. Text/Foto: Gerhard Bauer

Der stellvertretende BSB-Kreisvorsitzende Bernhard Kniewasser zeichnete mehrere Mitgleider mit Ehrennadeln und Urkunden aus; mit auf dem Bild ist Vorsitzender Wilhelm Köhler.

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Für langjährige Vereinstreue wurden ausgezeichnet: Christian Treptow (30 Jahre); Rudolf Flammersberger, Maria Köhler, Bernhard Leiß, Max Schimmel und Heinrich Stier (25); Karl-Heinz Düll, Silvia Düll, Felix Ficker, Carola Gärtner, Katja Henneberger, Herbert Müller und Berta Seitz (20).

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Oberbayern

BSB BEI BRENDTENFEIER Mittenwald – Am 6. Juni fand die jährlich wiederkehrende Gedenkfeier der Gebirgstruppe am Hohen Brendten statt (s. S. 26). Der BSB-Bezirk Oberbayern war mit seinem Stellvertretenden Vorsitzenden Bernhard Bienek und Josef Giggenbach, Rittmeister der Chevauleger König Ludwig, vertreten. Sie legten den Kranz der ARST/des BSB nieText: Bernhard Bienek/tK der. Foto: Josef Giggenbach

Kreisverband (KV) München

den. Im Anschluss stellten die anwesenden Kameradschaftsvertreter ihr Jahresprogramm vor. Dem Vorsitzenden der Veteranen- und Reservistenkameradschaft Gräfelfing, Peter Pfeil, konnte Käfer wegen seines jahrelangen verdienstvollen Wirkens als Kameradschaftsvorsitzender das silberne Ehrenkreuz überreicht werden. Bereits Stunden zuvor hatte der Vorsitzende der Kriegerund Soldatenkameradschaft Taufkirchen, Ferdinand Huber, aus der Hand des Kreisvorsitzenden ebenfalls das silberne Ehrenkreuz erhalten. Seit Jahren ist er in verschiedenen Funktionen in seiner Kameradschaft aktiv. Des Weiteren wurde die Schriftführerin Gisela Pfeifle mit dem Verdienstorden in Silber am Band mit Schleife für ihr jahrelan-

ges Engagement im Kreisverband sowie der Veteranen- und Reservistenkameradschaft Unterhaching geehrt. Der Bezirksvorsitzende Oberbayern, Dieter Scholle, gratulierte den Geehrten und ergriff die Gelegenheit, um auf das geänderte Verfahren zum Entrichten des Landesbeitrages hinzuweisen. Dieser muss künftig direkt auf das Konto des Kreisverbandes überwiesen werden. Die entsprechenden Kontodaten gehen den Kameradschaften rechtzeitig schriftlich zu. Abschließend referierte Gerhard Eiwen aus Unterhaching zu den Verschärfungen des deutschen Waffengesetzes auf Grund der im März 2017 geänderten Europäischen Feuerwaffenrichtlinien. Text/Foto: Klaus Käfer

V.l.: Peter Pfeil (Vorsitzender VRK Gräfelfing), Kreisschriftführerin Gisela Pfeifle und Kreisvorsitzender Klaus Käfer.

Ferdinand Huber, Vorsitzender der KSK Taufkirchen

Vollversammlung

AUSZEICHNUNGEN VERLIEHEN Neubiberg – Zum wiederholten Male fand im Mai im Offiziers-Casino der Bundeswehruniversität München die jährliche Vollversammlung des KV München statt. Die meisten angeschlossenen Kameradschaften waren der Einladung gefolgt. Neben dem Tätigkeitsbericht des Kreisvorsitzenden Klaus Käfer wurde auch der Kassenbericht vorgetragen. Die Revisoren attestierten eine einwandfreie Kassenführung und somit konnte der Vorstand entlastet wer-

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Oberbayern Veteranen- und Kriegerverein (VKV) Laim 1890/2010 e.V.

Aus den Bezirken

BERLIN, IMMER WIEDER EINE REISE WERT

treue Kameraden 4/2019

Berlin – Eine viertägige Informationsreise in die Bundeshauptstadt unternahm der VKV Laim auf Einladung des Bundestagsabgeordneten Dr. Lukas Köhler (4.v.l.). Höhepunkte der Reise waren ein Informationsgespräch im Bundesministerium der Verteidigung, Besuche der Ausstellung Erlebnis Europa und der Gedenkstätte Berliner Mauer, sowie ein Vortrag im Plenum des Deutschen Bundestages und der Besuch der Kuppel. Das Gespräch mit MdB Köhler über dessen Tätigkeit in Berlin sowie aktuelle politische Themen empfanden die Besucher als sehr informativ. Auch das Berliner Nachtleben kam nicht zu kurz. Resümee der Teilnehmer: „Berlin ist eine Reise wert“. Text: Gerhard Krämer/Foto: Heidrun Göttler

Veteranen- und Kriegerverein (VKV) Laim 1890/2010

KEIN NACHFOLGER IN SICHT Laim – Bei den Neuwahlen des Vorstandes des VKV Laim wurden die bisherigen Mitglieder (Foto, mit dem Kreisvorsitzenden Klaus Käfer, r.) wieder gewählt. Gerhard Krämer (l.) wollte den Vorsitz aus gesundheitlichen Gründen abgeben, doch es fand sich kein Nachfolger. Krämer ehrte Rudolf Maywald (kleines Foto) mit einer Urkunde des Volksbunds Deutsche KriegsgräberText: Clemens Tix/Fotos: Gerhard Haas fürsorge für sein hervorragendes Sammlerergebnis.

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Oberbayern Veteranen- u. Kriegerverein (VKV) Laim 1890/2010 e.V.

VETERANEN INFORMIERTEN AM TAG DER ARBEIT München – Bereits zum siebten Male betrieb der VKV Laim zum Tag der Arbeit am 1. Mai einen Informationsstand auf dem Laimer Anger. Dabei informierte er über die Aufgaben der Bundeswehr sowie über den Bayerischen Soldatenbund. Das Interesse der älteren Laimer war groß, nur jüngere Laimer konnten mit den Informationen nichts anfangen oder es fehlte am Wissen. Hier machte sich bemerkbar, dass sie nicht mehr Wehrdienst geleistet haben. Die Bundestagsabgeordneten, so Vereinsvorsitzender Gerhard Krämer, seien daher gefordert der Bevölkerung Information über die Staatsbürger in Uniform wieder näher zu bringen. Leider mussten viele von ihnen selbst keinen Wehrdienst mehr leisten und kennen die Probleme der Truppe vor Ort und in den sehr gefährlichen Einsätzen nicht mehr aus eigener Anschauung. Text: Gerhard Krämer Foto: Rudolf Maywald

Gerhard Krämer informierte über Bundeswehr und BSB.

Veteranen- und Kriegerverein (VKV) Laim Eröffnung der Biergartenzeit

O’ZAPFT IS! München – Feiern gehört zur Kameradschaftspflege dazu. Darauf versteht sich VKV-Mitglied Ludwig Dosch bestens. Drum lud er wieder Mitglieder seines Vereins zur Eröffnung der Münchner Biergarten-Saison auf den Odeonsplatz ein, die dort bei 35 Grad Hitze gemütliche Stunden verbrachten.Text: Gerhard Krämer

Ließen es sich gut gehen (v.l.): Norbert Winkler, Heidith Krämer, Astrid Voigt und Gerhard Baumann. Ludwig Dosch (li.) und Gerhard Krämer.

Bitte senden Sie Ihre Beiträge* an den Pressebeauftragten des für Ihren Verein/Kreisverband zuständigen BSB-Bezirks: Niederbayern: Siegfried Wolf, Email: s.wolf-bsb-niederbayern@t-online.de; Oberbayern: Margit Scholle, Email: dieter.scholle@online.de; Unterfranken: Franz Sennefelder, Email: franz.sennefelder@t-online.de; Mittelfranken: Peter Brandl, Email: brandl50@gmx.de; Oberfranken: Dr. Klaus-Dieter Nitzsche, Email: klaus-dieter.nitzsche@web.de; Oberpfalz: Alfons Kollmer, Email: Alfons.Kollmer@t-online.de; Schwaben: Manfred Thorwarth, Email: mgthorwarth@web.de * gem. „Redaktionelle Hinweise” unter http:// www.bsb-1874.bayern/Verbandsmagazin-und-Presse/Verbandsmagazin/Redaktionelle-Hinweise-tK/

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Oberbayern Krieger- und Soldatenverein (KSV) Türkenfeld–Zankenhausen Vereinsausflug 2019

Aus den Bezirken

UNVERGESSLICHE TAGE AM LAGO MAGGIORE Im Sommer zieht es viele BSB-Kameradschaften in die Ferne. Nicht anders beim KSV Türkenfeld-Zankenhausen, der zum Lago Maggiore aufbrach. Isolde Scherer berichtet:

treue Kameraden 4/2019

Bellinzona/Baveno – 55 Reiselustige aus Türkenfeld und Fürstenfeldbruck machten sich Ende Mai auf den Weg zum Lago Maggiore. Laut Google Maps sollten es knapp 426 Kilometer zu unserem Hotel in Baveno sein. Die Reise führte uns über die A96 und A13 nach Bregenz und Vaduz (Fürstentum Liechtenstein). Dort machen wir Halt, um die Stadt zu besichtigen. Natürlich war auch eine Brotzeitpause mit der berühmten Handwurst, Wienern und Brezen eingeplant. Für Getränke wurde bestens gesorgt.

tungsanlage, die seit 2000 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört. Dann fuhren wir weiter zu unserem Vier-Sterne-Hotel „Grand-Hotel Dino“ nach Baveno. Bei der Fahrt sahen wir viele Palmen und Zitronenbäume, die Gegend um Locarno ist wärmste der Schweiz. Nachdem wir unsere Zimmer bezogen und uns frisch gemacht hatten, gab es das Abendessen. Danach wurde die Gegend auf eigene Faust erkundet. Müde ging es spät ins Bett. Interessantes noch über Baveno: die Gemeinde liegt 205 m ü.M. Während des Zweiten Weltkrieg, nach Kriegsaustritt von Italien im September 1943, folgten die ersten Massaker und Massenmorde an Juden in Italien. Besonders schlimm traf es Baveno am piemontesischen Westufer des Sees. Baveno ist seit dem 19. Jahrhundert ein beliebter Ferienort.

Bellinzona, Stadt der Burgen

Inseln am „schönsten Ort der Welt“

In Bellinzona, der Hauptstadt des südlichen Schweizer Kantons Tessin, angekommen ging es zur Besichtigung der Fes-

Am nächsten Morgen ging es samt Reiseleiterin mit einem Privatboot auf die Borromäischen Inseln. Der Name leitet sich von

Gruppenfoto vor dem „Grandhotel Dino“ in Baveno.

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der Familie Borromeo ab, der sie seit dem 12. Jahrhundert gehören. Die Inselgruppe besteht aus fünf Inseln, laut Volkszählung im Jahre 2000 leben dort 99 Einwohner. Wir besuchten die Isola Madre, Isola Bella und die Isola die Pescatori. Diese sind Binneninseln und liegen im italienischen Teil des Lago Maggiore und im Golf von Verbania. Beeindruckend war der Besuch auf der Isola Bella. Dort besuchten wir den Sommerpalast mit dem prachtvoll angelegten Park von Vitaliano VI. Borromeo. Die Bauzeit dauerte von 1650 bis 1671. Er ließ große Mengen an Erde auf die Insel bringen, um die zehn Terrassen für den Garten anzulegen. Der Sommerpalast wurde nicht vollendet, aber beherbergt Gemälde von lombardischen Künstlern und viele flämische Teppiche. Es gibt ein napoleonisches Zimmer, das tatsächlich Napoleon für eine Nacht nutzte. Sehenswert sind der große Bankettsaal und die Grotten mit ihren vielen Steinen und Korallen. Nach den vielen Eindrücken ging es zurück zum Hotel. Viele freuten sich schon auf das Abendessen. Zu wenig Zeit für Como und den Comer See Mit vielen schönen Gedanken machten wir uns am letzten Reisetag auf den Weg nach Como und den Comer See. Como liegt am Fuß der italienischen Voralpen, am Südwes-


Oberbayern tende des gleichnamigen Sees. Hier treffen sich der Kanton Tessin (Schweiz) und die Lombardei (Italien). Sehenswert ist der Dom zu Como, die antike Stadtmauer, der historische Stadtkern und der Yachthafen. Leider war die Zeit viel zu kurz, um alles zu sehen, was Como noch zu bieten hat. Am gleichen Tag fand eine Etappe des Radrennens „Giro d`Italia“ im selben Ort statt. In Como lebten viele bekannte Persönlichkeiten wie Stefano Casiraghi (verstorbener Mann von Caroline von Monaco), Cosima Wagner (die zweite Frau von Richard Wagner) und Alexandro Volta (Begründer der Elektrizitätslehre), um nur einige zu nennen. Nach dem kurzen Besuch in der Stadt machten wir uns auf dem Heimweg. Die schöne und erlebnisreiche Reise ging wie im Fluge vorbei und wir freuen uns schon auf die nächste Reise. Zum Abschluss kehrten wir noch zum Essen in der Nähe von Mindelheim ein. Text: Isolde Scherer Fotos: Andreas Sedlmayr

Blick von der Isola Bella über den Lago Maggiore.

Soldaten- und Kameradschaftsverein (SKV) Landsberg a. Lech

ERSTMALS GEMEINSAM UNTERWEGS Kelheim – Zum ersten Mal führten der SKV Landsberg a. Lech und die örtliche Reservistenkameradschaft eine gemeinsame Veranstaltung durch. Bei gutem Wetter unternahmen Mitglieder beider Vereine eine ausgedehnte Sonntags-Brunch-Schifffahrt

auf der Donau. An Bord der „MS Renate“ ging es von Kelheim aus zum Kloster Weltenburg am Donaudurchbruch. Dort wurde gewendet und weiter ging es zur Schleuse Kelheim. Beim Landgang in Riedenburg konnte die kleine Stadt besichtigt werden.

Beide Vereinsvorsitzenden waren sich am Ende des gelungenen Tages einig, dass man in Zukunft öfters gemeinsame Veranstaltungen unternehmen werde. Text: Christian Sedlmeir Foto: Bruce Grillmayer

Die SKV- und RK-Mitglieder aus Landsberg a. Lech reisten nach Riedenburg.

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Oberbayern Reservistenkameradschaft (RK) Rott Dorffest

Aus den Bezirken

BELIEBTER TREFFPUNKT AM VATERTAG Kesselfleisch und Musik lockten über 150 Besucher an

treue Kameraden 4/2019

Rott – Zu einem beliebten Treffpunkt nicht nur für die Väter, sondern für die ganze Familie entwickelt sich das Dorffest der Rotter Reservisten, das ursprünglich aus einem kleinen Vatertagsfest entstand. Weit über 100 Besucher, darunter gleich ein Bus voll mit den befreundeten Reservisten aus Friedberg, tummelten sich unter dem Zeltdach vor dem Vereinsheim oder auf den Bänken davor. „Schön, dass so viele Leute gekommen sind, um mit uns zu feiern“, freute sich RK-Chef Florian Schilcher, der mit zahlreichen Helfern aus dem Verein für den reibungslosen Ablauf des Fests sorgte. War der Besuch vormittags bei noch etwas kühleren Temperaturen zunächst noch überschaubar, füllten sich die Plätze mittags bei zunehmend schönem Wetter aber recht schnell. Vor dem Kochzelt, in dem aus der historischen Feldküche traditionell Kesselfleisch und Würste serviert wurden, herrschte so schnell reger Betrieb. Zu den Klängen der Rotter Musikkapelle ließen sich die Besucher dann am Nachmittag noch Kaffee und Kuchen schmecken, ehe die Feier in geselliger Runde ausklang. Text/Foto: Roland Halmel

Vor dem Kochzelt herrschte reger Betrieb.

Die Rotter Musikkapelle unterhielt die zahlreichen Gäste.

Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Schondorf

MESSE IN DER HERRLICHEN BERGWELT

V.l.: Die vier Musikanten der Hühnerbach Musi mit Bernhard Bienek, Herbert Thalhofer, Helmut Sedlmayer, Michael Wunder und Pater Georg Kappeler.

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Achensee (Tirol) - Ihre alljährliche Bergmesse feierten die Mitglieder der KSK Schondorf Mitte Juni auf der Tiroler Gramai-Alm am Achensee. Pater Georg Kappeler zelebrierte die Messe bei der reizenden Bergkapelle. Begleitet wurde die Bergmesse von der HühnerbachMusi, die die Schubertmesse spielte und natürlich war die Vereinsfahne dabei. Nach der Messe ging es zur Alm zum Mittagessen, wo die Musik unter dem Beifall der Gäste der Gramai-Alm und von Bergwanderern ebenfalls aufspielte. Man war sich einig, es war wieder ein wunderbares Tageserlebnis. Die nächste Bergmesse ist für 2021 geplant, da 2020 die traditionelle Kerzenwallfahrt in Andechs sein wird. Text: Bernhard Bienek/Foto: Richard Wehner


Veteranen- und Soldatenverein (VSV) München-Forstenried

DIE KAMERADEN IN DER OBERPFALZ BESUCHT Neumarkt/Hemau – Im Mai unternahmen Mitglieder des VSV München-Forstenried ihren diesjährigen Vereinsausflug nach Neumarkt in der Oberpfalz. Die Stadt feierte 2010 das 850. Stadtjubiläum und wurde 1945 größtenteils zerstört. Der Großteil der 40-köpfigen Ausflugsgruppe nahm an einer sehr informativen und ganz besonders heiteren Stadtführung teil. Heiter nicht zuletzt darum, weil die Stadtführerin Gertraud Aumeier ein echtes Neumarkter Urgestein ist und keine Geringere als die Mutter der bekannten MusikKabarettistin Lizzy Aumeier. Der kleinere, eher technisch interessierte Teil

der Reisegruppe besuchte das über die Grenzen Neumarkts hinaus bekannte MaybachFahrzeug-Museum, das von diesen weltweit noch existierenden historischen Fahrzeugen immerhin über zehn Prozent ausstellt. Auch dort wurde die Gruppe fachmännisch durch die Geschichte der Maschinen- und Fahrzeug-Entwicklungen des großen Konstrukteurs Wilhelm Maybach geführt. Nach einem hervorragenden Mittagessen in einem ortsansässigen Brauerei-Gasthof ging es mit dem Bus weiter nach Hemau, wo man die Kriegergedächtniskapelle der dortigen Soldaten- und Kriegerkameradschaft besuchte. Deren Vorsitzender Alfons

Führung durch die Altstadt von Neumarkt.

Oberbayern Kollmer führte versiert in die Geschichte der Kapelle und der Kameradschaft ein. KSK-Vorsitzender Johann Foyse legte dabei ein Blumengebinde zum Gedenken an die gefallenen Kameraden der beiden Weltkriege nieder. Zur Überraschung aller hatten viele engagierte Mitglieder der Hemauer Kameradschaft Bierbänke aufgebaut und für einen gemütlichen gemeinsamen Umtrunk gesorgt. Ein insgesamt sehr gelungener Ausflugsnachmittag! Hatte die Anreise noch durch das beschauliche Altmühltal geführt, führte die Heimreise an der Donau-Schiffsanlegestelle bei Weltenburg vorbei und zurück nach Forstenried. Text: Johann Foyse Foto: Reinhard Rosenau

Die Altstadt von Neumarkt in Bronze.

Gemütliche Rast vor der Kriegergedächtniskapelle der SKK Hemau.

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Schwaben Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Giengen/Brenz

Aus den Bezirken

EHRUNGEN VOR HERRLICHER BERGKULISSE

treue Kameraden 4/2019

Pfronten – Im Rahmen der 63. Bergmesse der Spielhahnjäger unterhalb der Burgruine „Falkenstein“ bei Pfronten, an der die Giengener SRK bereits seit 15 Jahren teilnimmt, wurden drei Kameraden durch den Vorsitzenden Wolfgang Baisch geehrt. Bei schönstem Kaiserwetter und hochsommerlichen Temperaturen, erhielt Fahnenbegleiter Klaus Strehle die silberne Ehrennadel der Fahnenträger des BSB, die erst seit einem Jahr vergeben wird. Die Auszeichnung in Bronze bekamen die Kameraden Markus Ruck als Fahnenträger und Klaus-Dieter Keller als Fahnenbegleiter. Alle drei Kameraden leisten seit vielen Jahren treue Dienste an der Fahne der Giengener

Mit dem BSB-Fahnenträgerabzeichen wurden (v.l.) Markus Ruck, Claudius-Michael Klatt, Klaus-Josef Strehle und Klaus-Dieter Keller. Rechts daneben SRK-Vorsitzender Wolfgang Baisch und Jürgen Eckart, die die Ehrungen durchführten. Kameradschaft und sind stets zur Stelle, wenn sie gebraucht werden. Diese Ehrung war ein würdevoller Akt in der herrlichen bayerischen Bergwelt. Bei der Bergmesse am Ehrenmal auf dem Falkenstein bei Pfronten, wird allen Opfern von Krieg und Gewalt der Vergangenheit und Gegenwart gedacht. Die Kameraden der 97. Jägerdivision aus Bad Tölz, gaben

sich 1944 an der Ostfront das Versprechen, jener denen es nicht vergönnt sein wird die Heimat wieder zu sehen, einmal im Jahr bei einer Bergmesse zu gedenken. Viele Abordnungen von Soldaten- und Reservistenkameradschaften, aber auch zivilen Organisationen, waren vor Ort und gaben der Veranstaltung einen würdigen Rahmen. Text: Wolfgang Baisch/Foto: Gerd Faul

Soldaten- und Veteranenverein (SVV) Minderoffingen, Enslingen und Bühlingen Gedenkveranstaltung Das Vorbereitungsteam mit Vitus Mattmann, Theresa Wizinger und Karl Müller konnte sich über einen unerwartet großen Feldpostbriefe wecken Erinnerungen Zuspruch freuen. Mattmann konnte im vollan Schicksale besetzten Sportheim neben Bürgermeister Minderoffingen – Der SVV Minderoffingen Helmut Bauer auch die 2. Bürgermeisterin hatte die Bevölkerung und Mitgliedsvereine Irmgard Mayer, den BSB-Kreisvorsitzenden des BSB-Kreisverbands Ries zu einer Ge- Josef Ruhland und dessen Stellvertreter Wolfgang Jaumann sowie den Vereinsvordenkveranstaltung ins Heim des Sportvereins eingeladen, um die schicksalhaften sitzenden Reinhold Bosch und die VorsitzenGeschehnisse und persönlichen Tragödien den weiterer BSB-Ortsvereine begrüßen. spürbar werden zu lassen, die Angehörige Ruhland stellte in seinem Grußwort die Fragefallener oder überlebender Weltkriegs- ge, ob Soldatenvereine noch zeitgemäß teilnehmer aus drei Familien aus Feldpost- sind. Mit Blick auf die schrecklichen Geschehnisse in der Zeit des 2. Weltkrieges mit briefen vorlasen. zahllosen Toten und Millionen jüdischer Holocaust-Opfer sowie Angehörige Flüchtlingen und Heimatvertriebelasen aus nen, gelte es die Erinnerung wach Feldpostbriefen zu halten. Nachdem sich die Zahl vor. der Zeitzeugen stetig verringere, ist dies auch eine Aufgabe der Soldatenvereine. Einleitend schilderte Theresa Wizinger den Verlauf des 2. Weltkrieges und spannte den Bogen zu den Schilderungen aus den Feldpostbriefen mehrerer Soldaten. Diese Zeitdokumente sind von unschätzbarem Wert für die Erinnerungskultur und Mahnung für die nachfolgenden Generationen.

DAS GESICHT DES KRIEGES

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In den Briefen der gefallenen Soldaten August und Lorenz Mayer (Brüder), Hans und Otto Götz (Brüder), Johann Müller und des einzigen Heimkehrers Sebastian Müller spiegelt sich das ganze traumatische Erleben der schrecklichen Geschehnisse auf den Kriegsschauplätzen wieder. Die Briefe handeln vom Alltag in der Heimat und an der Front, Zukunftsplänen, schlimmen Kriegserlebnissen sowie dem Sehnen nach Zuhause, dem Wunsch nach einem baldigen Kriegsende und Wiedersehen. Bei fünf der sechs Briefschreiber lautete die letzte amtliche Mitteilung „in soldatischer Pflichterfüllung gefallen bzw. vermisst“. Einzig Sebastian Müller kehrte am 11. Oktober 1947 als Überlebender aus der Kriegsgefangenschaft zurück. An dieser Stelle sei Lorenz Michl, Irmgard Deißler, Elfriede Helmschrott, Karl Müller und Günther Thürheimer besonders dafür gedankt, dass sie die Briefe ihrer Angehörigen vortrugen und damit diese beeindruckenden, persönlichen Schilderungen zusammen mit Familienbildern der Öffentlichkeit zugänglich machten. Vitus Mattmann brachte nach einem Friedensgedicht in seinem Schlusswort zum Ausdruck, dass die menschliche Botschaft der Briefe bei allen Anwesenden angekommen sei. Die Erinnerung sei stete Aufgabe, auch für die Zukunft, so die Erkenntnis des Abends in Minderoffingen. Text/Foto: Hans Stimpfle


Selbstständige Kameradschaften Traditionskameradschaft SichBtl 48 Jahrestreffen

UNGEBROCHENER ZUSAMMENHALT Burglengenfeld/Amberg – Das alljährliche Treffen der Traditionskameradschaft SichBtl 48 fand heuer erstmals mangels Unterbringungsmöglichkeit Ende Mai außerhalb einer Kaserne in zwei Burglengenfelder Gasthöfen statt. Auf dem Programm stand am Freitagnachmittag eine Besichtigungsfahrt mit dem Bus durch den Truppenübungsplatz Hohenfels. Unter der Leitung von Norbert Wittl wurden viele Erinnerungen an alte Zeiten geweckt und Neues entdeckt. Bei der Jahreshauptversammlung im Gasthof Burgblick berichtete Josef Niedermeier über die Aktivitäten des abgelaufenen Jahres. Bei den Vorstandswahlen wurde Oberstabsfeldwebel d.R. Josef Niedermeier in seinem Amt als Vorsitzender bestätigt, welches er bereits seit 25 Jahren ausübt. Oberst a.D. Erich Richstein wurde zum Ehrenmitglied der Kameradschaft ernannt. Schwandorfs Altlandrat Hans Schuierer blickte auf die damaligen Ereignisse und Erfahrungen im Widerstand gegen die geplante atomare Wiederaufbereitungsanlage in Wackersdorf zurück. In kameradschaftlich gemütlicher Runde klang der Abend aus.

Der Besuch der Burg Lengenfeld war ein Teil des diesjährigen Jahrestreffens der Traditionskameradschaft 48. Am Ende des Treffens stand noch die Besichtigung der Burg Lengenfeld unter der Führung des bewährten Kastellans

Franz Joseph Vohburger auf dem Programm. Text/Foto: Ludwig Dirscherl

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Das Sicherungsbataillon 48 gehörte der 4. Panzergrenadierdivision an und war von 1977 bis 1993 in Amberg stationiert. Kurz vor der Auflösung des 800 Mann starken und nicht aktiven Verbandes am 30. Juni 1993 wurde die Traditionskameradschaft ins Leben gerufen und ist seit dieser Zeit ein engagierter Reservistenverband. Sie besteht überwiegend aus ehemaligen Reservisten des damaligen Einzugsgebietes Oberpfalz, Franken und Niederbayern.

Reservisten- und Marine-Kameradschaft (RMK) Remscheid von 1895 e.V. 36. IMM

RESERVISTEN UNTERSTÜTZTEN MILITÄRWETTKAMPF Mönchengladbach – Am 6. Juli 2019 fand rund um das Schloß Rheydt in Mönchengladbach der traditionelle Internationale Mönchengladbacher Militärwettkampf (IMM) statt. Die RMK Remscheid unterstützte die Veranstaltung zusammen mit den Kameraden des THW-Ortsvereins Lehrte bei der Station Kletterturm. Während das THW den eigentlichen Ablauf auf der Station durchführte, stellten die fünf Remscheider Reservisten die organisatorische Abwicklung sicher. Neben der Kennzeichnung des Kletterturmes durch das THW war die Station auch durch das BSB-Banner weithin sichtbar. Neben Mannschaften der Bundeswehr (Aktive und Reservisten) sowie zahlreicher NATO-Verbündeten waren auch mehrere zivile Teams der Feuerwehr, Polizei, DRK und THW am Start. Einen gewissen Exoten-Status dabei hatte die Mannschaft aus der Mongolei. Weitere Informationen im Internet unter www.imm-bundeswehr.de und auf Facebook unter https://de-de.facebook.com/bundeswehr.nordrheinwestfalen/. Text: Joachim Hasenpflug Foto: Ralf Gräfe

Weiß-blau in NRW.

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Selbstständige Kameradschaften Reservisten- und Veteranenkameradschaft (RVK) Pfronten

Aus den Bezirken

ARBEITSEINSATZ AUF DEM FALKENSTEIN

treue Kameraden 4/2019

Pfornten – Zu einem Arbeitseinsatz beim Ehrenmal der Spielhahnjäger trafen sich Ende Mai zahlreiche Mitglieder der RVK Pfronten. Das Denkmal unterhalb der Burgruine Falkenstein, für das die Pfrontener Kameradschaft die Patenschaft übernommen hat, bedurfte an einigen Stellen einer dringenden Erneuerung. Es wurden umfangreiche Arbeiten unter der Führung des RVK-Vorsitzenden Johann Haug durchgeführt. Zuerst musste am Kreuz der Korpus wieder angebracht werden, der über die Wintermonate im Tal eingelagert war und im Frühling wieder an seinen angestammten Platz zurückgeführt wurde. Der Zaun rund um das Ehrenmal wurde komplett erneuert, auch die Handläufe am Aufgang sowie die Bepflanzung mussten komplett neugestaltet werden. In humorvoller Runde bei bestem Wetter, konnte Haug nach ca. vier Stunden die Aktion mit vollster Zufriedenheit aller Beteiligten beenden. Pünktlich zur anstehenden Bergmesse im Juni erstrahlt nun das Ehrenmal am „Alex-Eiterer-Platz“ am Falkenstein wieder in seinem alten Glanze.

Die Pfrontener Bürgermeisterin Michaela Waldmann bei ihrem Grußwort. Auch der Kommandeur der Allgäu-Kaserne in Füssen wandte sich an die Teilnehmer.

Als die Arbeitstruppe den Rückzug antrat, betrat ein Brautpaar den Platz, um sich an dieser schönen Stelle mit Blick in die Allgäuer, Tiroler und Ammergauer Bergwelt das Jawort zu geben. Ein schöner Zufall und somit hatte der Arbeitseinsatz einen weiteren guten Zweck erfüllt. Die 63. Bergmesse konnte dann Anfang Juni bei Da gibt’s was auf die Ohren! Die Kanoniere Jürgen Eckart, Wolfgang Baisch und Johann Haug (v.l.) aus Pfronten beim Ehrensalut

Mitglieder der RVK Pfronten nach dem Arbeitseinsatz auf dem Falkenstein

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schönstem Kaiserwetter durchgeführt werden. Viele Abordnungen aus nah und fern waren erschienen, unter anderem auch die SRK Giengen/Brenz e.V. aus dem Kreisverband Ries in Schwaben, die schon seit 15 Jahren regelmäßig an der Gedenkfeier teilnimmt. Arno Hähnel von der Pfrontener Kameradschaft erinnerte an die Geschichte der Spielhahnjäger der 97. Jägerdivision aus Bad Tölz. Im Kriegsjahr 1944 gaben sich die Soldaten an der Ostfront das Versprechen, jener Kameraden, denen es nicht vergönnt sein wird, die Heimat wiederzusehen, einmal im Jahr mit einer Bergmesse zu gedenken. Als dann das Lied „Ich hat einen Kameraden“ erklang, legte ein Pfrontener zusammen mit einem Giengener Kameraden einen Kranz nieder. Die Kanoniere der Pfrontener RVK schossen dreimal den Ehrensalut mit ihrer bayerischen Salutkanone. Text: Wolfgang Baisch/Fotos: Gerd Faul


Sportschützen

Mehrere Vorstandsmitglieder von ihren Ämtern entbunden Landesschießen 2019 entfällt Wolfgang Burger kümmert sich kommissarisch um die Sportschützenangelegenheiten

München (tK) – Bei den BSB-Sportschützen rumort es – wieder einmal – heftig. Wir halten unser Verbandsmagazin nicht für den geeigneten Ort die Vorgänge zu kommentieren, zumal der Konflikt noch schwelt und eine ausführliche Darstellung der Ereignisse immer nur eine Momentaufnahme sein kann, die mit dem Erscheinen des Heftes bereits überholt ist. Wir wollen uns daher an dieser Stelle auf eine knappe Darstellung der Fakten beschränken: 27.01.2019

Jahreshauptversammlung (JHV) der BSB-Sportschützen in Ehingen.

22./23.02.2019

Präsidium ordnet Wiederholung der JHV wegen formaler Mängel an.

09.05.2019

Präsidium ordnet die ursprünglich am 19.05. 2019 geplante Wiederholung der JHV für den 30.06.2019 an.

11.06.2019

Sportschützenvorstand sagt Landesschießen 2019 ab.

30.06.2019

Wiederholung der JHV in Ingolstadt, dabei Abberufung von Michael Terwart, Roland Bezold und Sonja Dendorfer von ihren Ämtern durch

Foto: Klaus D. Treude

WANN KEHRT WIEDER RUHE BEI DEN SCHÜTZEN EIN?

Präsidiumsbeschluss. Begründung: Eigenmächtige Absage des Landesschießens unter Vortäuschung falscher Tatsachen in Verbindung mit der Gründung des „Allgemeiner Schützen und Kameradschafts Bund 2019“ in Konkurrenz zum BSB“. – Der 1. stellvertretende Landesschießwart Wolfgang Burger erklärte sich bereit, bis zu Neuwahlen die Sportschützenangelegenheiten kommissarisch zu bearbeiten und insbesondere das Ausstellen von Bedürfnisbescheinigungen fortzuführen. 06.07.2019

Information des BSB-Generalsekretärs über die außerordentliche Jahreshauptversammlung der Sportschützen am 30.06.2019 und Veröffentlichung unter www.bsb-1874.bayern

22.07.2019

Präsidium beschließt, dass den Vereinen, denen die o.a. Sportschützenfunktionäre angehören, nahegelegt wird diese aus dem BSB auszuschließen.

(Stand: 05.08.2019)

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Sportschützen Krieger- und Soldatenkameradschaft (KSK) Gräfensteinberg / Mittelfranken

Aus den Bezirken

KK-Kreismeisterschaft der Reservisten

GRÄFENSTEINBERGER SCHÜTZEN SEIT DREI JAHREN UNGESCHLAGEN

treue Kameraden 4/2019

Sammenheim – Zehn Teams beteiligten sich an der KK-Kreismeisterschaft der Reservisten der Kreisgruppe Mittelfranken-Süd. Das Sammenheimer Schützenhaus bietet dazu mit einer vollelektronischen 50-Meter-Schießanlage und Luftgewehrschießständen optimale Voraussetzungen. Die Militär- und Reservistenkameradschaft zeichnete unter Federführung des Vorsitzenden Helmut Bardel für die Ausrichtung verantwortlich. Am Schießstand musste jeder der 48 Schützen mit dem Kleinkalibergewehr je zehn Schuss kniend, liegend und stehend auf eine Entfernung von 50 Metern sowie zehn Schuss mit dem Luftgewehr abgeben. Die zwei bestplatzier-

Die Mannschaftssieger aus Gräfensteinberg (v.l.): Klaus Pfenninger, Eduard Sand, Manfred Laubinger und Erwin Dersch.

ten Teams qualifizierten sich für die Landesmeisterschaft, die in München-Hochbrück stattfindet. Auch heuer sicherte sich das Team der SRK Gräfensteinberg mit Mannschaftsführer Manfred Laubinger, Erwin Dersch, Eduard Sand und Klaus Pfenninger mit 807 Ringen den Titel. Die Gräfensteinberger sind im Sammenheimer Schützenhaus keine unbekannten, trainie-

ren sie dort doch schon seit Wochen. Ihr Fleiß zahlte sich aus: Seit drei Jahren stehen sie ungeschlagen auf dem Siegertreppchen, so der KreisOrgLeiter, Oberstabsfeldwebel Dietmar Eitel. Auch bei den Einzelschützen war die SRK Gräfensteinberg unter den ersten fünf: 3. Manfred Laubinger (288 Ringe) und 5. Eduard Sand (282). Text: Peter Brandl/Foto: Helmut Bach

Kreisverband (KV) Hersbruck/Lauf / Mittelfranken Kreisvergleichsschießen

STARKE ERGEBNISSE Speikern/Neunkirchen – Bereits Anfang April fand im Schützenhaus des DSKB Speikern/Neunkirchen die Siegerehrung der Sportschützen des BSB-Kreisverbandes

Hersbruck/Lauf statt. Der Kreisverband Hersbruck/Lauf umfasst 13 Schützengruppen. Der stellvertretende Kreisvorsitzende Stefan Kratzer dankte den Aktiven des DSKB Anita Meußel (Kreisschießwartin), Roland Bezold (1. Schießwart) und Matthias Liehr

Alle Schützen zusammen mit dem Landrat-Pokal und die Kreis-Ehrenscheibe.

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(stellvertretender Schießwart) für die perfekte Durchführung des Kreisschießens und für die Vorbereitungen der Siegerehrung. Die Grußworte der Gemeinde und des Landkreises wurden von der Neunkirchener Bürgermeisterin Martina Baumann und dem Stellvertreter des Landrats, Nor-


Sportschützen

Ehrungen der Sportschützen mit Übergabe der Ehrenscheibe an Thomas Humsberger vom SKB Rollhofen durch die 1. Bürgermeisterin Martina Baumann und dem stellvertretenden Landrat Norbert Reh.

bert Reh, überbracht. Beide waren danach aktiv in die Siegerehrung mit eingebunden und übergaben neben den vielen Urkunden auch die Ehrenscheibe und den Landrat-Pokal an die stolzen Gewinner. Die herausragenden Ergebnisse sind im Info-Kasten dargestellt. Die Ehrenscheibe erhielten Thomas Humsberger (1. Platz), Anita Meußel (2.) und Erich Raum (3.). Den Landrat-Pokal gewann Hans Wolter, gefolgt von Michael Ochsenkühn und Bianca Rodler. Wer Interesse am Sportschießen hat oder es einmal ausprobieren möchte, und wer an gemeinsamen Vereinsaktivitäten teilnehmen möchte, natürlich auch an den guten Gesprächen beim gemütlichen Zusammensein im Vereinsheim, ist herzlich willkommen. Das Vereinsheim im Röttenbachgrund in Neunkirchen hat immer montags und donnerstags ab 19 Uhr geöffnet. Text/Foto: Klaus Bock

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Herausragende Ergebnisse (nur erste Plätze): Luftgewehr (LG) stehend freihändig Klasse-III Einzel (E): Lena Elterlein SRK Kirchensittenbach (SRK K) 300,1 Ringe – Klasse-IV (E): Klaus Bauer SG Hohenstadt (SG H) 293,5. LG stehend aufgelegt Klasse-I (E): Bianca Horn DSKB Schnaittach (DSKB S) 165,9 – Klasse-II Mannschaft (M): Celina Forkel, Bernd Britting, Marcel Bezold (DSKB S/N) 857,2 – Klasse-II (E): Laura Fitzek (DSKB S) 299,2 – Klasse-III (M): Natasia Bezold, Bianca Rodler, Gabriele Klimesch (DSKB S/N) 909,5 – Klasse-III (E): Sven Bezold (DSKB S/N) 309,3 – Klasse-IV (M): Charlie Kühnlein, Erich Raum, Stefan Kratzer (DSKB S/N) – Klasse-IV (E): Roland Schwederski (SG H) 313,9. LG sitzend am Tisch Klasse-IV (M): Marion Nachtigall, Anita und Kurt Meußel (DSKB S/N) 881,7 – Klasse-IV (E): Anita Meußel (DSKB S/N) 303,2 – KlasseV Mannschaft: Walter Winter, Peter Konrad, Konrad Nast 848,2 – Klasse-V (E): Werner Lorenz SG Velden (SG Ve) 296,7. LG sitzend am Bock Klasse-V (M): Georg Britting, Anita Meußel, Claudia Kühnlein (DSKB S/N) 879,8 – Klasse-V (E): Hans Wildner (SRK K) 313,5. Luftpistole (LP) stehend frei: Thomas Knoll (SG Ve) 258,2. Kleinkaliber (KK) stehend frei: Mathias Grötsch (SG Vo) 284,8 Ringe. KK stehend aufgelegt Klasse-II (E): Roland Förtsch (SG Vo) 298,3 – Klasse-IV (M): Norbert Sollner, Harald Krumpholz, Roland Förtsch (SG Vo) 863,8 – Klasse-V (E): Roland Schwederski (SG H) 304,7 – Klasse-V (E): Georg Britting (DSKB S/N) 287,5. KK EM englisch Match – Klasse-IV (E): Norbert Sollner (SG Vo) 593,4. Sportpistole (SP) Kleinkaliber Klasse-III (M): Volker Seitz, Christoph Elterlein, Benjamin Kratzer (SRK K) 736 – Klasse-III (E): Volker Seitz (SRK K) 252 – Klasse-IV (M): Klaus Elterlein, Roland Dietrich, Bernd Fuchs (SRK K) 753 – Klasse-IV (E): Roland Dietrich (SRK K) 270 Ringe, Klasse-V (E): Roland Bezold (DSKB S/N) 231. SP GK – Klasse-IV (E): Helmut Linke (SG Ve) 226. Großkaliber (GK) 1 S (Sportausführung einhändig): Patrik Bräunlein (SRK K) 260. GK 2 S (Sportausführung beidhändig) Klasse-III (M): Stefan Gabriel, Sven Bezold, Matthias Liehr (DSKB S/N) 614 – Klasse-III (E): Patrik Bräunlein (SRK K) 250 – Klasse-IV (E): Klaus Elterlein (SRK K) 209 – Klasse-V (E): Roland Bezold (DSKB S/N) 231. GK 2 D (Dienstpistole beidhändig): Stefan Gabriel (DSKB S/N) 190. LG stehend aufgelegt 15 Schuss Klasse-III (E): Sebastian Scharrer SG Förrenbach (SG F) 145,6 – Klasse-IV Mannschaft: Hermann Gnahn, Georg Gnahn, Peter Denis SRK Pommelsbrunn (SRK P) 375,9 – Klasse-IV (E): Hermann Gnahn (SRK P) 131,6 – Klasse-V (E): Georg Gnahn (SRK P) 114,3 – Klasse-IV (M): Herbert Heider, Waldemar Scharrer, Dieter Zeug (SG F) 449,7 – Klasse-IV (E): Herbert Heider (SG F) 152,1 – Klasse-V (E): Hans Hammerl SKB Rollhofen 139.

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Sportschützen Kreisverband (KV) Lichtenfels, Oberfranken Kreisvergleichsschießen

Aus den Bezirken

Kreisverband Lichtenfels. Für die Veranstaltung nutzte man das Festzelt der Ortsvereine Mistelfeld, die am „Vatertag“ ihr Flakkerfest feierten. Text/Fotos: Jürgen Panzer

JEDE MENGE SIEGER

treue Kameraden 4/2019

Mistelfeld – Am Vorabend von Christi Himmelfahrt fand traditionell die Siegerehrung des Kreisvergleichsschießen statt (Info-Kasten), zu der der Vorsitzende der SK Mistelfeld, Jürgen Panzer, mehrere Ehrengäste begrüßen konnte. Besonders erfreut zeigte sich Panzer von der Tatsache das alle Vereine einen Vertreter und dass so viele Jugendliche im vollbesetzten Festzelt waren. Winfried Weinbeer, 3. Bürgermeister der Stadt Lichtenfels und selbst aktiver Sportschütze, beglückwünschte alle Teilnehmer zu ihren Platzierungen. „Es kann nicht nur Gewinner geben“, sagte Weinbeer, „sondern die Teilnahme ist schon wichtig, damit man sich im nächsten Jahr wieder steigern kann. Die Jugend wird gut ausgebildet, das ist auch wichtig, denn soziale Kontakte in den Vereinen sowie die Förderung der Konzentration hat noch niemand geschadet.“ Kreisvorsitzender Udo Rudel freute sich, dass er neue Kreisschießwarte habe und mit Jürgen Panzer auch einen neuen Stellvertreter als Kreisvorsitzender. Allen wünschte er viel Spaß und Glück in ihren Ämtern.

Alle Gewinner von Pokalen und Urkunden.

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Den Fritz-Rudel-Pokal gewann Matthias Heft mit der Luftpistole. Die Ehrenscheibe der SK Mistelfeld gewann Hans Bunzelt ebenfalls mit der Luftpistole, ein Novum im

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Die jeweils Erstplatzierten in den einzelnen Disziplinen: Einzelwertung Stehend freihändig Luftgewehr: Schüler II Mädchen: Sophia Panzer, Mistelfeld 172,2 Ringe – Schüler II Jungen: Elias Kremer, Mistelfeld 159,1 – Jungschützen Mädchen: Cora Dorsch, Obersdorf 260,8 – Jungschützen Jungen: Christopher Zech, Mistelfeld 271,1 – Junioren Mädchen: Ilona Stindl, Obersdorf 282,3 – Junioren Jungen: Fabian Schlesinger, Obersdorf 270 – Damen: Sandra Gack, Neuensee 278,6 – Schützen: Johannes Ritz, Marktgraitz 300,7 – Alt: Jörg Will, Weismain 302,2. Sitzend freihändig Luftgewehr: Damen Alt: Doris Dorsch, Obersdorf 299,3 – Damen Senioren: Manuela Stindl, Obersdorf 299,8 – Senioren: Norbert Lurtz, Schwabthal 299,4 – Damen Senioren I: Irene Köhler, Mistelfeld 298,1 – Senioren I: Hilmar Schütz, Kösten 300,1 –

Damen Senioren II: Anna-Maria Krappmann, Schwabthal 294,7 – Senioren II: Günter Zachmann, Obersdorf 297,5 – Behindert I: Andreas Ruppenstein, Schwabthal 284 – Behindert II: Hartmut Klamm, Schwabthal 292,5. Stehend aufgelegt Luftgewehr: Schüler I Jungen: Timo Müller, Obersdorf 197,6 – Schüler II Mädchen: Emelie Groß, Obersdorf 203,8 – Schüler II Jungen: Paul Kraus, Trieb 200,1 – Jungschützen Mädchen: Cora Dorsch, Obersdorf 302,5 – Junioren Mädchen: Ilona Stindl, Obersdorf 311,1 – Junioren Jungen: Fabian Schlesinger, Obersdorf 312,5 – Damen: Katja Müller, Obersdorf 300,6 – Schützen: Jens Müller, Obersdorf 310,6 – Damen Alt: Tina Lauterbach, Weismain 308,7 – Alt: Thomas Henke, Weismain 312,8 – Senioren: Alfons Müller, Obersdorf 300,6 – Senioren II: Heinz Voll, Oberwallenstadt 298,1. Stehend freihändig Luftpistole: Offene Klasse Jugend: Fabian Schlesinger,


Sportschützen Obersdorf 225 – Offene Klasse: Matthias Heft, Mistelfeld 281,4. Stehend aufgelegt Luftpistole: Offene Klasse: Hans Bunzelt, Weismain 281,7. Stehend aufgelegt Kleinkaliber: Offene Klasse Jugend: Fabian Schlesinger, Obersdorf 287,6 – Offene Klasse Damen: Katja Müller, Obersdorf 288 – Offene Klasse Herren: Jens Müller, Obersdorf 298,9. Stehend frei einhändig Sportpistole Kleinkaliber: Offene Klasse: Matthias Heft, Mistelfeld 268. Stehend frei einhändig Sportpistole Großkaliber: Offene Klasse: Volker Kotschenreuther, Mistelfeld 246. Stehend frei beidhändig GK 1S: Offene Klasse: Thorsten Reuther, Trieb 229. Stehend frei beidhändig GK 2S: Offene Klasse: Hans Bunzelt, Weismain 261.

3. Bürgermeister Winfried Weinbeer (Mitte) gratulierte zusammen mit dem (v.r.) Kreisvorsitzenden Udo Rudel, 2. Kreisschießwart Thiemo Schlesinger, Kreisschießwart Bernd Höppel und dem Stellvertretenden Kreisvorsitzenden Jürgen Panzer.

Stehend frei beidhändig GK 1D: Offene Klasse: Thiemo Schlesinger, Obersdorf 233. Mannschaftswertung: Stehend frei Luftgewehr: Schüler II Jungen Klasse: Schießgruppe Mistelfeld (Sophia Panzer, Elias Kremer, Robin Matthias) 487,8 – Junioren Mädchen: Obersdorf (Ilona Stindl, Jana Dorsch, Fabian Schlesinger) 825,6 – Damen: Kösten (Mario Bartsch, Saskia Bargel, Kristina Lang) 814,8 – Schützen: Mistelfeld (Christian Köhnlein, Lukas Höppel, Thomas Matthias) 788,1 – Alt: Weismain (Jörg Will, Tina Lauterbach, Jochen Lauterbach) 895,5 . Sitzend freihändig Luftgewehr: Damen Alt: Obersdorf (Doris Dorsch, Daniela Schlesinger (Obersdorf), Daniela Schlesinger (Anger) 874,2 – Damen Senioren: Trieb (Brigitte Karl, Marita Kubat, Christina Kraus) 881,1 – Senioren: Kösten (Hilmar Schütz, Reimund Bargel, Thomas Lang) 891,9 – Damen Senioren I: Mistelfeld (Irene Köhler, Rosmarie Köhnlein, Johann Köhnlein) 877,9 – Senioren I: Reundorf (Richard Woock, Helmut Schlöhlein, Heinz-Jürgen Nielsen) 878,5 – Senioren II: Obersdorf (Günter Zachmann, Udo Rudel, Klaus Franke) 869,3 – Behindert I: Schwabthal (Hartmut Klamm, Josef Ruppenstein, Andreas Ruppenstein) 862,6. Stehend aufgelegt Luftgewehr: Schüler II Jungen: Obersdorf (Emelie Groß, Aaron Schlesinger, Timo Müller) 600,1 – Junioren Mädchen: Obersdorf (Fabian Schlesinger, Ilona Stindl, Jana

Freute sich über seine guten Ergebnisse: Timo Müller aus Obersdorf.

Dorsch) 929,7 – Damen: Obersdorf (Cora Dorsch, Emelie Hübner, Laura Stindl) 902,0 – Schützen: Obersdorf (Jens Müller, Michael Carter, Katja Müller) 917,9 – Alt: Weismain (Thomas Henke, Jörg Will, Tina Lauterbach) 933,4 – Senioren II: Oberwallenstadt (Hans Ruscher, Johann Faber, Kurt Göppner) 833,4.

Müller, Fabian Schlesinger, Laura Stindl) 850,3 – offene Klasse: Obersdorf (Jens Müller, Michael Carter, Thiemo Schlesinger, Obersdorf) 881,4.

Stehend frei Luftpistole: offene Klasse: Trieb (Ralf Kraus, Thorsten Reuther, Uwe Gack) 778,2.

Stehend frei Sportpistole Großkaliber: offene Klasse: Mistelfeld (Volker Kotschenreuther, Jürgen Panzer, Robert Herbst) 643,0.

Stehend aufgelegt Kleinkalibergewehr: offene Klasse Damen: Obersdorf (Katja

Stehend frei Sportpistole Kleinkaliber: offene Klasse: Mistelfeld (Matthias Heft, Volker Kotschenreuther, Jürgen Panzer) 772,0.

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Sportschützen Soldaten- und Kriegerkameradschaft (SKK) Frauenberg / Oberpfalz

Aus den Bezirken

Johann-Schießl-Gedächtnisschießen

WALTER PÖHL KLAR VORN

treue Kameraden 4/2019

Frauenberg – Sieger des diesjährigen Johann-Schießl-Gedächtnisschießens wurde mit einem 33,1-Teiler Walter Pöhl, gefolgt von Gottfried Scheid mit einem 57,8-Teiler und dem 3. Sieger Bernhard Deml mit einem 86,8-Teiler. Das traditionelle Schießen fand bereits im Mai statt. In der neugebauten und auf den aktuellen elektronischen Stand gebrachten Schießanlage der „Brüder von der Au“ im Sportheim des TSV Brunn begrüßte SKK-Vorsitzender Günter Kolb 15 Teilnehmer, die um die begehrte Erinnerungsscheibe und das beste „Blatterl“ kämpften. Dank gilt Johann Eibl, der schon seit Jahren die Schießscheibe selber herstellt, den vielen Spendern und Sponsoren, den „Brüdern von der Au“ in Brunn für

V.l.: Ehrenvorsitzender Rudolf Kürzinger, 1. Vorsitzender und Reservistenbetreuer Günter Kolb, 2. Sieger Gottfried Scheid, 1. Sieger Walter Pöhl (mit Ehrenscheibe) und 2. Reservistenbetreuer und Kassier Klaus-Peter Günther.

die Benutzung der Schießanlage und den Aufsichten beim Schützen. Für das leibliche Wohl der Teilnehmer sorgten in vorbildlicher Weise die Damen. Nach der Preisverleihung wurden die gewonne-

nen Pokale in gewohnter Weise mit Sekt eingeweiht und in gemütlicher Runde noch ausgiebig gefeiert. Text: Klaus-Peter Günther Foto: Johann Schießl

Kreisverband (KV) Kemnath, Oberpfalz Kreisvergleichsschießen

FÜR 2019 ÄNDERUNGEN GEPLANT

Einer der Höhepunkte im Vereinsjahr des KV Kemnath war das Kreisvergleichsschießen in Neusorg. Im Rahmen der Kreisversammlung (s. S. 51) wurden die Sieger geehrt. Die jeweiligen Kreismeister nahmen die Medaillen und Sachpreise (Bierfässchen und Brotzeitkörbe) entgegen. Einen größeren Raum nahm dann der geplante Ablauf des nächsten Kreisvergleichsschießens in Immenreuth ein. Das diesjährige Schießen soll ab Mitte September beginnen, der KK-Dreistellungskampf soll aufgegeben werden. Stattdessen werden künftig 30 Schuss entweder „liegend“ oder „sitzend freihändig am Anschusstisch“ abgegeben. Dabei darf der Schütze sitzend auf einem Stuhl am „Anschusstisch“ beide Ellenbogen aufstützen. Text: Thomas Semba

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Gesamtwertung (Hans-Stahl-Schießen): 1. KSK Immenreuth I (1.470 Ringe), 2. KSK Kastl I (1.360), 3. SRK Brand I (1.272). KK-Gewehr Dreistellungskampf – Mannschaft: 1. KSK Immenreuth I (690 Ringe), 2. KSK Kastl I (621), 3. KSK Kastl II (571). Kleinkaliber Pistole – Mannschaft: 1. KSK Immenreuth I (780 Ringe), 2. SRK Brand I (756), 3. KSK Kastl I (739).

Kreisvorsitzender Thomas Semba (l.) gratuliert der KSK Immenreuth zum 1. Platz im Schießen mit der Kleinkaliberpistole.

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Einzelwertung KK-Gewehr – Dreistellungskampf (stehend, kniend, liegend, gesamt): 1. Peter Hößl, KSK Immenreuth I, 69, 84, 91, 244; 2. Luisa Stahl, KSK Kastl, 83, 73, 75, 231; 3. Günther Thätz, KSK Immenreuth I, 65, 82, 82, 229. Einzelwertung KK-Pistole: 1. Florian Schmidt, SRK Brand I, 272; 2. Martin Schmid, KSK Immenreuth I, 269; 3. Siegbert Roth, SRK Neusorg I, 266.


Sportschützen Soldatenkameradschaft (SK) Seußen / Oberfranken Bürgerschießen

GUTE RESONANZ Seußen – Bei angenehmem Wetter fand kürzlich das Fest der Dorfgemeinschaft am Marktplatz und die Abschlussfeier des alljährlichen Bürgerschießens der SK statt. Der sportliche Wettkampf im Schießen fand heuer an mehreren Terminen vom 28. März bis zum 6. April statt, es wurden dabei insgesamt 59 Serien geschossen. Dabei traten drei Jugendliche sowie 21 Herren in der Hobby- und 17 Herren in der Aktivklasse an. Acht Damen standen in der Hobbyklasse ihre Frau und drei schossen bei den Profis. In der Paarwertung gab es insgesamt neun Duos. Der eingetischte Platz am Seußener Dorfteich war bei der Siegerehrung recht gut frequentiert und genutzt, es gab jede Menge Preise zu verteilen. Die gute Resonanz riss SK-Vorsitzende Christa Hartwich zu einem freudigen Lob hin: „Wir freuen uns, dass sich in diesem Jahr wieder eine große Anzahl an Bürgern bei unseren Wettbewerben beteiligt haben und wünschen uns auch für 2020 wieder eine rege Beteiligung.“ Zusammen mit Schießwart Manfred Hartwich und Bürgermeister Stefan Göcking nahm sie die Ehrung der herausragenden Schützen vor. Für Gewinner und Teilnehmer gab es Urkunden, Pokale sowie von Unternehmen und Gönnern spendierte Sachprei-

se. Sören Blechschmidt holte sich die Ehrenscheibe mit einem Teiler von 115,5. Ursula Seidel war mit 197 Ringen die beste aktive Dame, Helmut Reuther gewann mit 198 Ringen bei den Aktiven. Bei den aktiven Paarungen gewannen Siegfried und Heidi Haas mit 377 Ringen. Die Paarwertung des Bürgerschießens in der Hobbyklasse gewannen Sören Blechschmidt und Lisa Haas (373 Ringe). Heidi Stockmeier-

Haas gewann die Hobbyklasse, Franziska Meier die Jugendklasse. Stefan Klaubert war der beste Hobby-Herr. Kleine Anekdote am Rande: SPD-Vorsitzender Stefan Klaubert darf sich nun auf ein persönliches Treffen mit dem CSU-Abgeordneten Martin Schöffel im Bayerischen Landtag freuen. Denn dies wurde von ihm als Gewinn gestiftet. Text/Foto: Michael Meier

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Ergebnisse Ehrenscheibe: 1. Sören Blechschmidt 115,5 Teiler; 2. Michael Seifert (140,6); 3. Stefan Klaubert (174,7). Damen, aktiv: 1. Ursula Seidel (197 Ringe); 2. Erika Perschke (191); 3. Heike Reuther (176). Herren, aktiv: 1. Helmut Reuther (198); 2. Reinhard Schramm (197); 3. Dieter Bauer (194). Paarungen, aktiv: 1. Siegfried und Heidi Haas (377); 2. Philip Schwienteck und Laura Enderle (352); Eric Schilde und Julia Meier (320). Die Paarwertung des Bürgerschießens in der Hobbyklasse zeigte folgendes Ergebnis: Gold holten sich Sören Blechschmidt und Lisa Haas mit insgesamt 373 Ringen. Silber ging an Thomas und Sandra Lippert (349), Bronze errangen Klaus und Nicole Orschulok mit 348 Ringen. In der Hobbyklasse der Damen hatten Heidi Stockmeier-Haas (186), Lisa Haas (185), Nicole Orschulok (181) und Marion Stowasser-Fürbringer (174) die Nase vorn. Die drei Jugendlichen platzierten sich folgendermaßen: Franziska Meier (132 Ringe), Elias Rödel (128) und Jonas Lang (126). Bei den Hobby-Herren gewann Stefan Klaubert mit 191 Ringen, gefolgt von Sören Blechschmidt (188), Thomas Helm (187), Michael Seifert (186) und Thomas Lippert (180). Hier gab es am Ende noch eine kleine Anekdote, die für jede Menge Schmunzeln sorgte: SPD-Vorsitzender Stefan Klaubert darf sich nun auf ein persönliches Treffen mit dem CSU-Abgeordneten Martin Schöffel im Bayerischen Landtag freuen. Denn dies wurde von ihm als Gewinn gestiftet.

Sören Blechschmidt (sitzend, mit Scheibe) holte sich beim diesjährigen Bürgerschießen die Ehrenscheibe. Schießwart Manfred Hartwich (rechts), Vorsitzende Christa Hartwich (4. v.r.) und Bürgermeister Stefan Göcking (3. v.l.) gratulierten.

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Sportschützen DSKB Speikern/Neunkirchen

Aus den Bezirken

AUCH NACH FAST 30 JAHREN FREUNDSCHAFTLICH VERBUNDEN

treue Kameraden 4/2019

Neunkirchen – Zu einem Freundschaftstreffen mit Vergleichsschießen hatte der DSKB Speikern/Neunkirchen Ende Mai die Privilegierte Schützengesellschaft zu Triebes eingeladen. Der Verein pflegt seit fast 30 Jahren noch als einziger Verein in Neunkirchen diese Freundschaft und Tradition mit der Partnerstadt Triebes, die kurz nach dem Mauerfall begonnen hatte. Damit diese Freundschaft und traditionelle Verpflichtung nicht untergeht, treffen sich beide Vereine einmal jährlich im gegenseitigen Wechsel. Neunkirchens Altbürgermeister Kurt Sägmüller und der Träger der Goldenen Bürgermedaille, Peter Vetter, nahmen an dem Treffen teil. Die Kameraden aus Triebes wurden beim Eintreffen in Neunkirchen mit einer Salve von 20 Böllerschüssen von der Böllerschützentruppe des DSKB begrüßt. Als Zeichen der guten Freundschaft übergab die PSG-Vorsitzende Helga Reiß dem DSKB-Schießwart Roland Bezold einen original „Thüringer Fresskorb“.

Seit Jahrzehnten verbunden – DSKB und PSG.

Beim Vereinsvergleichsschießen musste jeder Schütze in der Kategorie Luftgewehr stehend aufgelegt 30 Schuss abgeben. Am Ende wurde der Verein mit der höchsten Gesamtpunktezahl und den drei besten Schützen durch Roland Bezold und R. Dassler aus Triebes geehrt. Triebes kam auf 1.951,3 Ringe und musste sich diesmal der DSKB mit 2.087,2 Ringen geschlagen geben. Die drei besten Schützen waren Nastasja Bezold vom DSKB mit 303,1 Ringen, Georg Britting vom DSKB mit 300,8 und Armin Ulrich vom PSG mit 300,2 Ringen.

Nach dem Vergleichsschießen ging es mit der Disziplin „Fränkische Bratwürste am Grill stehend aufgelegt“ weiter und bei herrlichsten Maiwetter bis in den späten Nachmittag wurde im Garten des Schützenhauses gefeiert. Bei Kaffee und Kuchen trug PSG-Ehrenvorsitzender Peter Pusch sehr emotional die Geschichte von der Gründung der Partnerschaft der beiden Vereine und der Gemeinden vor, immer wieder mit viel Beifall von den Anwesenden gewürdigt. Text: DSKB/Foto: Klaus Bock

Kreisverband (KV) Wunsiedel, Oberfranken Kreisvergleichsschießen 2019

SAHRA DOBNER UND ALEXANDER MEIER ERRANGEN KÖNIGSWÜRDE

Lochbühl – Zur Ehrung der Sieger bei der Kreismeisterschaft 2019 hatte Kreisschießwart Hans Riedlinger in die Räume der Schützengesellschaft Edelweiß 1953 e.V. eingeladen. Er zeigte sich

Die Gewinner des Vergleichsschießens mit der Jugendkönigin Sahra Dobner und Kreiskönig Alexander Meier (sitzend Mitte) sowie Kreisschießwart Hans Riedlinger (hinten 4.v.l.).

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Sportschützen über die große Beteiligung und die hohe Leistungsdichte bei der Auszeichnung der Sieger hochzufrieden: 86 Schützinnen und Schützen aus neun Kameradschaften nahmen mit 159 Starts in acht verschiedenen Disziplinen teil, nämlich LG und LG Aufl., LP und LP Aufl., SpoPi KK, KK-Gew. Aufl., GK-Gew. und GK-Kurzwaffe. Kreiskönig 2019 wurde Alexander Meier von der SK Seußen mit einem 36,2-Teiler

beim Schuss auf die Königsscheibe. Kreisjugendkönigin 2019 wurde Sahra Dobner von der SK Schirnding mit einem 99,7-Teiler. Der Wanderpokal, vergeben für die beste durchschnittliche Leistung einer Kameradschaft beim Schuss auf die Ehrenscheibe, ging an die SK Schönbrunn (128,1-Teiler), der Jugend-Wanderpokal mit einem durchschnittlichen 367,8-Teiler an die SK Thiers-

heim, die diesen zum dritten Mal in Folge gewann und deshalb behalten darf. Am Ende der Siegerehrung bedankte sich Riedlinger bei allen Helferinnen und Helfern und hier besonders bei Erwin Anneser und Thomas Nürnberger, die die Auswertung der Scheiben und die Erstellung der Ergebnislisten übernommen hatten. Text: Christa Hartwich / Hans Riedlinger Foto: Wollermann

Kreisverband (KV) Weiden, Oberpfalz Kreisvergleichsschießen

ANERKENNEN, DASS EIN ANDERER BESSER WAR Weiden – Am Vergleichsschießen des KV Weiden beteiligten sich knapp 50 Schützen. Kreisschießwart Karlheinz Klein, sein Stellvertreter Karl Heinz Klein und BSBKreisvorsitzender Claus Fiedler zeichneten kürzlich die Sieger aus. Leider hätten nur drei der sechs Kameradschaften aktive Schiessgruppen, stellte Fiedler enttäuscht fest, nämlich die „7er-Kameradschaft“, die „Schießgruppe 2016“ und die „Soldatenkameradschaft 1883 Rothenstadt“. In den Luftgewehr-Disziplinen wurde stehend und aufgelegt in vielen Altersklassen für männliche und weibliche Sportler geschossen. Die ersten Plätze konnten jeweils

Raphael Klein, Saskia Klein, Vanessa Schöffel, Oliver Wach, Margareta Czichon, Michael Wells, Renate Flauger, Günther Dotzler, Erika Sperling, Karl Heinz Klein, Alois Lukas und Hans-Jürgen Sperling belegen. Bei den Pistolenschützen holten sich Dominik Klein, Peter Ertl, Franziska Ertl, Alois Lukas und Bernhard Kellner die ersten Plätze. In allen Mannschaftswettbewerben hatten die „7er“, schon wegen ihrer zahlenmäßigen Überlegenheit, meistens die Nase vorn. Pokale für meisterliche Schüsse bekamen Renate Flauger (7er-Kameradschaft), Dominik Klein (Schießgruppe 2016) und Peter Ertl (7er- Kameradschaft).

Kreisschießwart Klein berichtete von der kürzlich stattgefundenen Bezirksversammlung, bei der es harschen Disput über den künftigen Kurs der Schützen innerhalb des BSB gegeben hatte. Eine klärende Aussprache erhoffe er sich bei der kommenden Schießwartetagung. Stadtrat Alois Lukas (CSU), selbst Mitglied der „7er“, erfolgreicher Schütze und zudem Vorsitzender der Schützengesellschaft Adler Mitterhoell, stellte fest, dass im Gegensatz zur „Spitze“ in den örtlichen Vereinen beste Kameradschaft herrsche. Er betonte, dass das „Anerkennen, dass ein anderer besser war“ zur Fairness aller Sportler gehören müsse. Text: Claus Fiedler/Foto: Peter Ertl

BSB-Kreisvorsitzender Claus Fiedler sowie die Kreisschießwarte Karl Heinz Klein und Karlheinz Klein (2., 4. und 5. unten v.l.) waren über die Erfolge ihrer Schützen erfreut.

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Sportschützen Soldaten- und Kameradschaftsbund (SKB) Reitsch, Oberfranken

Aus den Bezirken

Vereine-Vergleichsschießen

SEBASTIAN DOPPEL GEWINNT JUGENDPOKAL

treue Kameraden 4/2019

Reitsch – Das Vereine-Vergleichsschießen des SKB Reitsch wird immer attraktiver. Diesmal waren es elf Mannschaften mit je vier Schützen, die sich dem Wettbewerb stellten. Bester Schütze im Einzelwettbewerb wurde eine Frau: Alexandra Förtsch setzte sich, treffsicher mit einem 11,8 Teiler, gegen ihre 47 Konkurrenten durch, darunter weitere drei Frauen. Bei den zwölf Mannschaften war der Gastgeber mit der SKB I (Stefan Welscher, Joachim Hofmann, Alexander Reif, Michael Porzelt) mit 381,8 Ringen erfolgreich, gefolgt von Wiesmühle I (Gunther Dressel, Gerhard Förtsch, Jörg Roth, Jürgen Schneider) mit 379,4 Ringen und Noobs 3D (Matthias Jakob, Daniel Grünbeck, Dominik Hämmer, Dominik Jakob). Die

SKB-Vorsitzender Josef Porzelt (2.v.r.) mit den Mannschaftsvertreter bei der Siegerehrung und Urkundenübergabe. Den Jugendpokal gewann Sebastian Doppel (5.v.r.). Besten in der Einzelwertung: 1. Alexandra Förtsch (11,8 Teiler), 2. Klemens Kestel (17,0) und 3. Gunther Dressel (20,2). SKB-Vorsitzender Josef Porzelt nahm die Siegerehrungen vor. Eine besondere Freude war es für ihn, mit Sebastian Doppel wieder einen Jugendpokalsieger ehren zu dürfen. Der SKB Reitsch legt großen Wert auf die Jugendförderung in der Vereinsarbeit und besonders auch im Schießsport. Ziel des Vereins ist es auch, mit der Ausrichtung dieses Schießwettbewerbs die Kameradschaft zu pflegen. Im Wettbewerb geht es um

Treffsicherheit und Zielgenauigkeit, was wiederum den Einklang zwischen Körper und Geist erfordert. Körperlich wie mental ist der Schütze gefordert. Deshalb ist es umso erfreulicher, wenn sich auch Jugendliche den Anforderungen dieser Sportart stellen. Vorsitzender Porzelt dankte allen Teilnehmern und Mannschaften für ihren fairen Wettbewerb. 2. Vorsitzender Josef Rebhan dankte Josef Porzelt für die zur Verfügungsstellung der Halle und Schießstände. Text/Foto: Karl-Heinz Hofmann

Soldaten- und Reservistenkameradschaft (SRK) Schweinheim/Unterfranken Weiterbildung

SICHERHEIT AM SCHIESSSTAND Bauchschuss! Der getroffene Schützenkamerad der SRK Schweinheim wälzt sich schmerzverkrümmt am Boden. Der Unglücksschütze hat die Waffe fallengelassen und steht unter Schock. Jetzt ist schnelle Hilfe lebenswichtig. Zum Glück nur eine Simulation! Schweinheim – Die eingangs dargestellte Lage war Teil einer Weiterbildung, die die Schützengruppe der SRK Schweinheim kürzlich im Reservistenheim veranstaltete. Das Thema lautete „Sicherheit am Schießstand“. Quasi zur Einstimmung liefen vorab Videoclips von waghalsigen, chaotischen und – trotz mancher lustigen Szene – sehr gefährlichen Schießmanövern von „Sportschützen“. Hier konnten die Teilnehmer schon einmal sehen, wie man es nicht machen sollte. Schießwart Christian Lang gab den zahlreichen Anwesenden einen kurzen Überblick über das geplante Programm. Die fachliche Ausbildung lag in den Händen von Tobias Maidhof, der als Rettungssanitäter die besten fachlichen Voraussetzungen mitbrachte. Er zeigte den Teilnehmern quasi zur Einstimmung einige unschöne Bilder von Original-Schussverletzungen. Nachdem die vier Sicherheitsregeln beim Umgang mit einer Waffe erläutert und wie-

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derholt worden waren, stellte Lang die Organisation eines Schießstandes mit Standaufsicht, Schießleiter und Standleitung und die für dieses Funktionspersonal entwickelten Taschenkarten vor. Diese zeigen wie eine Checkliste alle für die jeweiligen Funktioner bei einem Schießunfall zu treffenden Maßnahmen. Damit soll im Notfall eine koordinierte und schnelle Hilfeleistung sichergestellt werden, ohne dass sich in der Hektik die Helfer gegenseitig in die Quere kommen oder wichtige Maßnahmen vergessen werden. Er erklärte, dass diese Taschenkarten bei Bedarf aber jederzeit angepasst werden können, wenn entsprechende Verbesserungsvorschläge vorliegen. Des Weiteren konnten die Anwesenden den Inhalt eines Erste-Hilfe-Kits begutachten. Lang erläuterte dann den Ablauf eines Schießens und stellte praktisch die Handlungen an einem Schützenstand und die dabei zu beachtenden Sicherheitsregeln vor. Maidhof hatte den San-Teil übernommen. Von ihm erfuhren die Teilnehmer Wissenswertes zu kritischen Blutungen, zur Wundversorgung und Handhabung des Verbandmaterials, insbesondere des aus dem militärischen Bereich stammenden Tourniquets. Damit durften die Teilnehmer auch gleich üben. Unter Zeitdruck musste dann mit dem von den Teilnehmern individuell

ausgesuchten und in ihren Taschen befindlichen Verbandmaterial eine blutende Wunde abgebunden werden. Dabei wurde allen gut veranschaulicht, wie wichtig es ist, das richtige Verbandmaterial dabei und auch jederzeit griffbereit zu haben. Den Höhepunkt der Ausbildung bildeten einige simulierte Schießunfälle, die sehr gut die Hektik bei einem solchen Unglücksfall, aber auch die Notwendigkeit einer abgestimmten Vorgehensweise zur Einleitung der Hilfsmaßnahmen aufzeigte. Nebenbei konnten auch noch die schauspielerischen Leistungen der Beteiligten bewundert werden. Der Ausbildungsabend wurde von allen Teilnehmern sehr positiv aufgenommen und man war sich einig, dass solche Veranstaltungen unbedingt regelmäßig durchgeführt werden sollten. Ein großes Lob gab es anschließend für den Organisator Schießwart Christian Lang und den Ausbilder Tobias Maidhof. Text: Dirk Kowalski Die vier Sicherheitsregeln 앫 ALLE Waffen sind immer als geladen zu betrachten! 앫 NIE eine Waffe auf etwas richten, was man nicht treffen will! 앫 Solange die Visiervorrichtung nicht auf das Ziel gerichtet ist, ist der Zeigefinger außerhalb des Abzugbügels zu halten! 앫 Sei Dir Deines Zieles sicher und dessen Umgebung!


Bayerischer Soldatenbund 1874 e.V.

Bayerischer Soldatenbund 1874 e.V., Fürst-Wrede-Kaserne, Ingolstädter Str. 240/15, 80939 München Postvertriebsstück, DPAG, Entgelt bezahlt

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EIN BAYERISCHES KRIEGERDENKMAL IN LOTHRINGEN

Jeder Name eines gefallenen Soldaten auf einem Kriegerdenkmal in der Heimat hat ein Gegenstück auf dem Soldatenfriedhof, auf dem er seine letzte Ruhe gefunden hat. Hatte der Gefallene ein vorläufiges Grab mit Stein und ist dieser noch vorhanden, taucht der Name ein weiteres Mal auf. Am 24. September 1914 gelang es dem III. Bayer. Armeekorps auf der Höhe von Saint Mihiel, etwa 40 Kilometer südlich von Verdun, bis zur Maas vorzustoßen, den Fluss zu überqueren und auf der anderen Seite einen Brückenkopf zu errichten. Die Überquerung der Maas gelang nur an dieser einen Stelle; sie gelang vor allem nicht bei Verdun. Unweit der Ortschaft Apremont-la-Forêt bei Saint Mihiel fiel am 26. September 1914 der Bataillonsführer des Bayer. 7. Infanterieregiments, Otto Staubwasser. Der Stein der Grabstätte im damaligen Waldlager hat die Form einer 42 cm-Granate. Heute ruht Staubwasser auf dem wenige hundert Meter westlich gelegenen Soldatenfriedhof Saint Mihiel. Die ursprüngliche Grabstelle wird von den örtlichen Geschichtsfreunden instandgehalten. Text: Dr. Michael Stumpf Fotos: Archiv Stumpf

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Treue Kameraden 04/2019  

Zeitschrift des Bayerischen Soldatenbundes 1874 e.V.

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