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“Fruchtbarkeit regt dazu an, zwei Trächtigkeiten

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Die Fruchtbarkeit der Kuh ist eine Sache des Managements. Es geht schließlich nicht darum, schnell mal dies oder jenes zu tun. Gute Fruchtbarkeit ist das Resultat einer Reihe von Prozessen: Trockenstehperiode, Abkalben, Laktationsbeginn, Brunsterkennung und Besamung.

Wissenswertes über Brunst und Trächtigkeit

Fruchtbarkeit richtet sich deshalb an den Milchviehhalter als Manager. Das Buch regt dazu an, den Gang der Dinge auf dem Milchviehbetrieb aus der Sicht des Managers zu beurteilen, und hilft, diese Prozesse zu verbessern. Denn Kühe werden viel leichter trächtig, wenn man zum Beispiel Ausfluss und Milchfieber unter Kontrolle hat. Und wer versteht, warum in Australien und Amerika andere Fruchtbarkeitskennziffern verwendet werden als bei uns, hat mehr Überblick. Aber auch erfolgreiches Management steht oder fällt mit der guten Durchführung der täglichen Arbeit. Fruchtbarkeit bietet deshalb zahlreiche praktische Informationen und Tipps, zum Beispiel über Besamung und Geburtshilfe, die sich auf jedem Milchviehbetrieb sofort in die Praxis umsetzen lassen. Fruchtbarkeit regt dazu an, zwei Trächtigkeiten vorauszudenken und dementsprechend zu handeln.

Jan Hulsen

Fruchtbarkeit ist ein Buch aus der Reihe Kuhsignale®. Kuhsignale® vermittelt auf anschauliche Weise praktisches Wissen zu tiergerechter Rinderhaltung.

ISBN 978-90-8740-034-7

V E R L AG

www.roodbont.com

Fruchtbarkeit

Fruchtbarkeit

vorauszudenken.”

www.vetvice.com

www.cowsignals.com

9

789087 400347

Fruchtbarkeit Wissenswertes über Brunst und Trächtigkeit


Jedes Jahr ein Kalb

4

1 Reinigen und tragend werden

6

3 Tragend werden und bleiben

Ernährung

6

Viele Embryonen sterben ab

Erfolgsfaktoren in der Transitperiode

8

Weniger Stress, geringere

Einführung von Färsen

9

Embryosterblichkeit

26 26

28

Organisation des Abkalbens

10

Ernährung

29

Geburtshilfe

11

Trächtigkeitsdiagnostik

30

Starten: die Kuh

12

Nicht tragend - was nun?

31

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Inhalt

Die Nachgeburt

13

Genaueres über die Trächtigkeit erfahren 32

Unterbringung und Management

14

Embryotransfer und OPU

33

Kontrolle des Geschlechtsapparates

15

Der Bulle

34

Verkalben

35

2 Brunsterkennung

16

4 Ziele, Messpunkte,

Erfolgsfaktoren bei der

Brunstbeobachtung

16

Einsatz von Hilfsmitteln

17

Management

37

Brunstsignale

18

Prozessmanagement

38

Zyklus und Zyklussignale

19

Kennziffern und Zucht

39

Besamungszeitpunkt

20

So arbeiten Tierhalter im Ausland

40

Jungtiere

21

Brunstinduktion und Hormonprogramme 41

Besamungstechnik

22

Ökonomie

42

Standardmethoden

24

Aha - noch allerhand Wissenswertes

43

Besamung und Organisation

25

Stichwortverzeichnis

44

Prozessmanagement

36

3


2. Brunsterkennung

Erfolgsfaktoren bei der Brunstbeobachtung

Brunsterkennung

Mit einem Fernglas kann man eine brünstige Kuh in der Entfernung erkennen.

Wie effizient die Brunsterkennung auf einem Betrieb verläuft, hängt von folgenden Faktoren ab:

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Kuh: Brunstzyklus: positive 1. Guter Energiebilanz, gesunde Gebärmutter. 2. Viel Kraft und Gesundheit: Klauen, Gliedmaßen, Muskulatur usw. 3. Stimulation: mehrere Kühe gleichzeitig brünstig.

Zum sicheren Erkennen brünstiger Kühe braucht man technische hilfsmittel, die die genauen, strukturierten Beobachtungen ergänzen. Ziel ist es, den optimalen Besamungszeitpunkt zu treffen. Eine sorgfältige Besamungstechnik führt dann zu einem maximalen Besamungsergebnis. Kühe zeigen ihre Brunst am deutlichsten, wenn sie gesund sind und sich sicher fühlen.

16

Effizient arbeiten

Stall: 1. Platz zum Springen: Bewegungsraum, Besatzdichte, kein Verletzungsrisiko. 2. Griffigkeit: weicher Boden, auf dem die Kühe nicht wegrutschen. 3. Licht: gute Lichtverhältnisse (=180 Lux, 16 bis 18 Std./Tag). 4. Übersicht: keine Hindernisse, die die Beobachtungen erschweren. 5. Konzentration: Tiere, die besamt werden sollen, zusammen und in Sichtweite. Mensch und Organisation: 1. Planung: zum besten Zeitpunkt und lange genug beobachten. 2. Sachverstand: Erkennen der Signale. 3. Organisation: Kühe erkennen, notieren, weitergeben, handeln, Feedback. 4. Motivation. 5. Problemtiere gezielt 3-4 x täglich per Aktionsliste anschauen.

Je größer der Stall und die Zahl der Kühe, desto schwieriger sind sie auseinander zuhalten. Schon kleine Taschencomputer ermöglichen, dass man Kuhlisten und -daten ständig bei sich hat und man sofort eingeben kann, wenn eine Kuh brünstig ist.


2. Brunsterkennung

Einsatz von Hilfsmitteln

Quelle: University of Arkansas, Jodie Pennington

Erstellen Sie anhand der folgenden Daten Ihren eigenen Brunstbeobachtungsplan: Kühe zeigen 70% ihrer Brunsterscheinungen in ruhigen, kühlen Momenten des Tages: zwischen 19.00 und 7.00 Uhr. Nachmittags sieht man wenig, ebenso wie zu bewegten Zeiten während des Fütterns und Melkens.

Erkennung brünstiger Kühe (%) Beobachtungsperioden/Tag 1x

Dauer Beobachtungsperiode 10 Min. 20 Min. 30 Min. 60 Min. 22% 31% 36% 39%

2x

33%

43%

55%

61%

3x

45%

55%

65%

71%

4x

49%

61%

71%

78%

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Druckdetektoren

Problem

Betrieb mit Melkstand: Wählen Sie mindestens drei feste, geplante Beobachtungsperioden. Eine vor dem Morgenmelken, eine danach und eine lange abends. Mit Melkroboter: Kombinieren Sie die Brunstkontrolle mit der Pflege der Liegeboxen (≥ 3x/Tag). Planen Sie immer eine lange Kontrollrunde für abends. Planen Sie auch, wie Sie während anderer Arbeiten brünstige Kühe notieren und melden.

Erhöhen Sie Ihre Chancen Brunstbeobachtung dient dazu, den richtigen Moment für die Besamung zu finden. Sie brauchen klare Signale, die die Kuh vor dem Eisprung aussendet. Das sicherste Signal ist das Aufspringen auf andere Kühe. Auch der Beginn der Duldungsphase und das Ende der Brunst sind gut brauchbare Signale. Der Beginn des Springens lässt sich mit Aktivitätsmessern und Kameras zuverlässig registrieren. Um den Beginn der Duldungsphase und das Ende der Brunst zu sehen, muss man einfach oft und gut beobachten. Da sich Kühe sehr unterschiedlich verhalten, beruhen die Besamungsempfehlungen auf Wahrscheinlichkeitsberechnungen. Sie gehen von einmaliger Besamung aus.

Druckempfindliche Aufkleber, auf das Kreuzbein geklebt, verfärben sich durch Besprungen werden bei ca. 90% der brünstigen Kühe. Sie verfärben sich allerdings auch bei nicht brünstigen Tieren, die besprungen werden. Man muss sie zweimal pro Tag ablesen. Kleben Sie sie nicht zu weit nach hinten, so dass sie sich nur verfärben, wenn die Kuh wirklich besprungen wird. Leider können die Aufkleber relativ leicht abfallen, beim Sprung oder auch durch Reibung (Kuhbürsten!). Schreiben Sie deshalb die Kuhnummer darauf. Ein anderes Mittel zur Erfassung der Springaktivität ist ein dicker Strich Tierkreide auf dem Steißbein. Diese wird verschmiert, wenn die Kuh besprungen wird. Setzen sie alle 1-3 Tage einen neuen, 25-30 cm langen und 5-8 cm breiten Strich.

Viel Licht: bessere Brunst, bessere Erkennung.

Elektronisch beobachten

Kombiniert man gute Beobachtung mit einer technischen Erfassungsmethode, erkennt man 90% der brünstigen Kühe, mit Beobachtung allein etwa 60%.

Wenn eine Kuh ihren Kopf über eine bestimmte Linie hebt, macht diese Kamera eine Aufnahme von ihr. Ablesen muss nach wie vor der Mensch. Die ersten Aufnahmen werden in dem Moment gemacht, in dem die Kuh anfängt zu springen.

Ein guter Schrittzähler gibt zuverlässig den Zeitpunkt an, zu dem die Aktivität der Kuh zunimmt. Gleichzeitig fängt sie an zu springen. Die Qualität der Schrittzähler ist – noch – sehr unterschiedlich. 17


2. Brunsterkennung

Brunstsignale

Brunstmerkmale Durchschnittlich springt eine brünstige Kuh 12 Stunden auf. Die Duldungsphase, oder dass sie andere Kühe von vorne bespringt, dauert im Schnitt etwa 6 Std. (2-8 Std.). Etwa 90% der brünstigen Kühe springen und etwa 50% werden besprungen. Etwa 40% zeigen keine Duldungsphase. Zu etwa 70% spielt sich die Brunst zwischen 19.00 und 7.00 Uhr ab. Während warmer Perioden (≥ 21°C) zeigt die Kuh ihre Brunst schlechter. Je höher die Produktion, um so kürzer ist die Duldungsphase. Der Durchschnitt liegt bei etwa 15 Stunden bei einer Tagesproduktion zwischen 25-30 kg und etwa 5 Stunden bei einer Tagesproduktion zwischen 40-50 kg.

Brunstsignale

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Brunstsignale

Beginn der Brunst

1

Eine Kuh, die an der Scham einer anderen riecht, das Kinn auf ihr Kreuz legt und erhöhte Unruhe zeigt, sollte man gut im Auge behalten, obwohl eine Brunst noch nicht sicher ist.

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Absondern oder nicht? Hier sondert der Tierhalter die brünstigen Kühe ab. Nach der Besamung kommen sie wieder zurück zur Herde. Brünstige Kühe zeigen ihre Brunst deutlicher, wenn sie mit anderen brünstigen Kühen zusammen sind. Aber sie sorgen in der Herde für Unruhe, was die Bewegungsfreiheit anderer Kühe einschränkt und zu Verletzungen führen kann. Dies spricht für einen Stallentwurf mit einem großen offenen Raum (Spielplatz). Binden Sie brünstige Kühe möglichst wenig an: auf dem Höhepunkt des Springverhaltens und zur Besamung.

Sicherheit

2

Etwa 90% der brünstigen Kühe springen auf. Dies beginnt +/- 30 Stunden vor dem Eisprung. Wenn die besprungene Kuh sofort ausweicht, ist meist die springende Kuh brünstig.

3

Eine Kuh ist mit Sicherheit brünstig, wenn Sie einen Aufsprung duldet und/oder wenn sie andere Kühe am Kopf bespringt.


2. Brunsterkennung

Zyklus und Zyklussignale

Kuh ist tragend

LH-Impuls aus dem Gehirn

PgF2α aus der Gebärmutterwand

Gebärmutterwand kontrolliert: tragend oder nicht

Kuh ist brünstig

Tag 21/0

Tag 5

Tag 11

Nicht tragend

Tag 15

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Tag 18

CL bleibt funktionell PgF2α aus der Gebärmutterwand

LH-Impuls aus dem Gehirn

Kuh ist brünstig

Tag 18

Tag 21/0

CL produziert Progesteron

Follikel ovuliert nach LH-Impuls

Follikel entwickelt sich und produziert Östrogen

CL beendet Progesteronproduktion und bildet sich zurück

Der Zyklus Nach dem Eisprung wächst an der Stelle der Eiblase (Follikel) ein Gelbkörper (Corpus luteum) heran, der das Trächtigkeitshormon Progesteron produziert. Um Tag 13 kontrolliert die Gebärmutterwand, ob ein Embryo da ist. Ist dies nicht der Fall, bekommt der Gelbkörper am 18. Tag das Zeichen zu verschwinden. Während eines Zyklus kommt es zu mindestens zwei Follikelwellen. Die erste beginnt an Tag 5, mit einem Höhepunkt um Tag

2

8-10. Die zweite beginnt an Tag 15. Nach Tag 18 wächst eine einzige Eiblase weiter, aus der an Tag 21 ein Ei springt (Ovulation). Die Eiblasen setzen Brunsthormone frei (Östrogen). In der Mitte des Zyklus zeigen manche Kühe leichte Brunsterscheinungen (um Tag 10-14). Der Zyklus dauert bei Kühen im Durchschnitt 21 (18-25) Tage, bei Färsen 20. Die ersten Zyklen nach dem Abkalben sind häufig kürzer, manchmal auch länger. Die meisten Färsen und manche Kühe haben drei Follikelwellen während des Zyklus, mit Höhepunkten um Tag 8 und Tag 14.

1 Eierstock mit großer Eiblase (1) und älterem, aktivem Gelbkörper (2), Tag 18-19. Letzterer steht an der Stelle des Eisprungs (Ovulationsnarbe) hervor. Das Zyklusstadium durch Abtasten der Eierstöcke einzuschätzen, ist eine schwierige und oft unzuverlässige Methode.

CL = Corpus luteum = Gelbkörper LH = luteinisierendes Hormon Ovulation = Eisprung Follikel = Eiblase Östrogen = Brunsthormon Progesteron = Trächtigkeitshormon

Kontrollsignale Besamungszeitpunkt Früh

Im richtigen Moment

Spät

Mäßige Spannung der Gebärmutter.

Kräftige Spannung der Gebärmutter (guter Tonus).

Mäßige Spannung der Gebärmutter.

Kuh ist am nächsten Tag immer noch brünstig.

Kuh sondert klaren Schleim ab.

Viele Kühe nach 18-21 Tagen erneut brünstig.

Kuh blutet zwei Tage später ab. 19


2. Brunsterkennung

Besamungszeitpunkt

Suchbild

dem Eisprung im Eileiter an, wo die Befruchtung stattfindet. Fruchtbare Spermien müssen dann vor Ort sein. Das Ei bleibt nach dem Eisprung etwa 10-12 Stunden befruchtbar. Sperma ist in der Regel 18 bis 24 Stunden fruchtbar, in Ausnahmefällen bis zu 2 Tagen. Die Befruchtungsfähigkeit nimmt bei Eizelle und Sperma mit zunehmendem Alter ab.

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Theorie und Besamungszeitpunkt Der beste Besamungszeitpunkt ist 24-12 Stunden vor dem Eisprung. Besamungen bis zu 36 Stunden vor dem Eisprung führen auch noch zu guten Ergebnissen. Nach der Besamung machen die Spermien einen Reifungsprozess (Kapazitation) durch, der sie befruchtungsfähig macht. Dieser Prozess dauert circa 8 Stunden. Der Eisprung erfolgt etwa 30 Stunden nach Beginn des Springverhaltens. Das Ei kommt circa eine halbe Stunde nach

Erkennen und besamen Sie arbeiten auf diesem Betrieb mit zwei Melkrobotern, die 120 Kühe melken. Sie sehen eine brünstige Kuh. Im Absonderungsraum gibt es Futter, Wasser und einen Liegeplatz. Entwerfen Sie eine Standardmethode.

Sie kontrollieren auf dem Taschencomputer, ob die Kuh besamt werden kann. Sie geben die Brunst ein und bestellen eventuell den Besamer (Besamungstechniker)

Sie besamen selbst: ● Sie besamen zweimal täglich: um 9.00 Uhr und um 16.30 Uhr. Sie binden die Kuh an bzw. treiben sie in den Absonderungsraum. ● Sie besamen zu verschiedenen Zeitpunkten. Sondern Sie die Kuh dazu ab. Sorgen Sie dafür, dass Sie sie in der Herde schnell finden können.

Sie lassen besamen: ● Sie sondern die Kuh ab. Versuchen Sie, feste Zeiten zu vereinbaren, oder bitten Sie den Besamer, Sie anzurufen.

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Besamungszeitpunkt bestimmen Wann ist der beste Besamungszeitpunkt? Drei Methoden:

1.Besamen Sie sofort nach Abschwächung der Duldunsgphase. Die Duldungsphase dauert etwa 6 Stunden. Bei mäßiger Brunstbeobachtung besamt man sofort, wenn man sieht, dass die Kuh stehen bleibt; bei guter Brunstbeobachtung 2-12 Stunden später.

2.Besamen Sie 6-18 Stunden nachdem die Kuh anfängt aufzuspringen. Die Kuh springt ca. 12 Stunden. Bei mäßiger Brunstbeobachtung besamt man 6 Stunden, nachdem man die Kuh beim Springen beobachtet hat, bei guter Brunstbeobachtung nach 12 Stunden. Wenn dies einfacher ist, besamt man sofort, mit nur geringfügig schlechteren Ergebnissen.

3.Duldungsphase am Morgen: am Nachmittag besamen, Duldungsphase am Abend: am nächsten Morgen besamen. Dies gilt für Betriebe mit einer durchschnittlichen oder niedrigen Produktion und bei einer Brunstbeobachtung zweimal täglich. Wird nur einmal täglich beobachtet, muss die Kuh sofort besamt werden. Genauigkeit bei 1. = maximal, 3. = minimal.

Besamen Sie die Kuh nochmals, wenn sie 24 Stunden nach der Erstbesamung noch deutliche Brunstanzeichen zeigt.


2. Brunsterkennung

Jungtiere

Gewünschte Note bei Besamung

Konditionsnote 2,5

Konditionsnote 3,0

Zu fett

Fotos: Veepro

Die Untergrenze

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Fütterung ist die Basis Zu fette Färsen zeigen ihre Brunst schlecht und sind schwierig zu besamen. Zu viel Rohprotein führt durch hohe Harnstoffwerte zu schlechten Befruchtungsergebnissen. Mangel an Mineralien, Vitaminen und Spurenelementen führen ebenfalls zu enttäuschenden Ergebnissen. Bakterien im Futter und Schimmeltoxine können vielerlei Probleme verursachen, u.a. schlechte Fruchtbarkeit. Auch bei Jungtieren schafft eine gute Vorbereitungsration die Basis für spätere Fruchtbarkeit. Lassen Sie die Ration berechnen. Und kontrollieren Sie, dass jedes Tier die vollständige Ration frisst: Verhindern Sie Selektion und mischen Sie Mineralien ins Futter.

Konditionsnote ≥3,5

Fette und magere Kühe werden schwer tragend.

Bringen Sie Färsen, die besamt werden sollen, in eine Gruppe, die Sie häufig sehen und gut beobachten können. Geben Sie ihnen Platz, frische Luft und einen rutschfesten Boden. Sorgen Sie dafür, dass Sie ungestört besamen können.

Sie stellen fest, dass eine Gruppe Jungtiere, die bald besamt werden kann, zu fett ist. Was tun Sie?

Füttern Sie diesen Tieren eine ausgewogene Ration mit weniger Energie, genug Mineralien und Eiweiß (16-17% Rohprotein). Verschaffen Sie ihnen, wenn möglich, viel Bewegung. Lassen Sie die Tiere von einer erfahrenen Person besamen. Wenn man fette Jungtiere abmagern lässt, geraten sie in eine negative Energiebilanz. Dadurch werden sie noch schwerer tragend. Prävention: Verbessern Sie die Ration der jüngeren Kälber. Prüfen Sie, ob Sie sie jünger besamen können (HF: 400 kg Körpergewicht). Verfettung entsteht meistens durch Rationen mit zu wenig Eiweiß (Baustoffe) und zu viel Energie. So bleiben die Tiere häufig klein.

Problem

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Die Fruchtbarkeit der Kuh ist eine Sache des Managements. Es geht schließlich nicht darum, schnell mal dies oder jenes zu tun. Gute Fruchtbarkeit ist das Resultat einer Reihe von Prozessen: Trockenstehperiode, Abkalben, Laktationsbeginn, Brunsterkennung und Besamung.

Wissenswertes über Brunst und Trächtigkeit

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Fruchtbarkeit richtet sich deshalb an den Milchviehhalter als Manager. Das Buch regt dazu an, den Gang der Dinge auf dem Milchviehbetrieb aus der Sicht des Managers zu beurteilen, und hilft, diese Prozesse zu verbessern. Denn Kühe werden viel leichter trächtig, wenn man zum Beispiel Ausfluss und Milchfieber unter Kontrolle hat. Und wer versteht, warum in Australien und Amerika andere Fruchtbarkeitskennziffern verwendet werden als bei uns, hat mehr Überblick. Aber auch erfolgreiches Management steht oder fällt mit der guten Durchführung der täglichen Arbeit. Fruchtbarkeit bietet deshalb zahlreiche praktische Informationen und Tipps, zum Beispiel über Besamung und Geburtshilfe, die sich auf jedem Milchviehbetrieb sofort in die Praxis umsetzen lassen. Fruchtbarkeit regt dazu an, zwei Trächtigkeiten vorauszudenken und dementsprechend zu handeln.

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Fruchtbarkeit ist ein Buch aus der Reihe Kuhsignale®. Kuhsignale® vermittelt auf anschauliche Weise praktisches Wissen zu tiergerechter Rinderhaltung.

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Fertility - German edition