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Game Changer Wetter Wie sehr Naturkatastrophen nicht nur die Volkswirtschaft, sondern auch die Versicherungswirtschaft beeinflussen, sieht man unter anderem in den Berichten der Munich Re, der österreichischen Hagelversicherung und dem österreichischen Versicherungsverband. Die Extremenwetterereignisse in Österreich stehen kaum vorhandenen Präventionsmaßnahmen gegenüber. Jedoch etablieren sich seit Jahren immer mehr Unwetterwarnungssysteme, um vor kommenden Wetterkapriolen zu warnen. Eine der global führenden Anbieter von meteorologischen Prognosesystemen ist UBIMET. Dr. Michael Fassnauer und Mag. Manfred Spatzierer gründeten 2004 den internationalen Wetterdienst. Zurzeit sind bereits über 200 Mitarbeiter weltweit damit beschäftigt, an 365 Tagen im Jahr, rund um die Uhr Wettermodelle, Radarund Satellitenbilder von Hochleitstungsrechensystemen auszuwerten und zu interpretieren. Das Team umfasst Meteorologen, Informatiker, Physiker, Biologen und Geografen, eine eigene Forschungs- und Entwicklungsabteilung für eigens entwickelte Wettermodelle und Prognose-Algorithmen. Dr. Michael Fassnauer, CEO und Gründer des führenden privaten Wetterdienstes UBIMET über das Thema:

Wenn Überschwemmungen nach Starkregen von wochenlanger Hitze und Dürre mit katastrophalen Ernteschäden abgelöst werden, dann ist Sommer in Österreich. Und zwar nicht einer, wie er früher einmal war, sondern einer im Zeichen des Klimawandels. 2018 lagen die Schäden durch Naturkatastrophen nach Angaben des Versicherungsverbands Österreich (VVO) bei weit über 200 Millionen Euro. Der Klimafonds der Bundesregierung veranschlagt die volkswirtschaftlichen Gesamtschäden durch den Klimawandel sogar mit durchschnittlich 2,1 Milliarden Euro pro Jahr für die Periode bis 2030, auch wenn die Zahlen von Jahr zu Jahr naturgemäß schwanken. Allerdings rechnet allein die Österreichische Hagelversicherung für 2019 mit Gesamtschäden in der Landwirtschaft durch Dürre, Hagel und Überschwemmungen von 150 Millionen Euro. Soweit so alarmierend.

2017 - wetterbedingte Rekordschäden von 345 Milliarden US-Dollar Für Versicherungen war 2017 jedenfalls das teuerste Jahr der Geschichte: Hurrikane und andere Extremwetterereignisse kosteten die Branche weltweit rund 144 Milliarden US-Dollar - mehr als je zuvor. Rechnet man noch die nicht versicherten Vermögenswerte dazu, kommt man in Summe auf nicht weniger als 345 Milliarden US-Dollar. Ein enormer volks12 | MARKT

wirtschaftlicher Schaden. Das geht aus einer Untersuchung der Munich Re, dem weltweit größten Rückversicherer, hervor. Auch wenn laut ihren Klima-Experten nicht bewiesen ist, dass der Klimawandel dafür verantwortlich zeichnet, gibt es doch starke Indizien dafür. Ungewöhnlich hohe Naturkatastrophenschäden häufen sich nämlich. In den historischen Daten der Munich Re existieren nur drei Jahre, in denen die versicherten Schäden inflationsbereinigt mit über 100 Milliarden US-Dollar zu Buche schlugen – und sie alle liegen in den vergangen 14 Jahren.

Mehr Extremwetterereignisse in Österreich Angesichts immer häufigerer Wetterkapriolen warnt VVO-Vizepräsident Othmar Ederer vor kaum vorhandenen Präventionsmaßnahmen: „Extreme Wetterphänomene nehmen in Österreich zu und treffen auf eine unzureichend vorbereitete Gesellschaft. Die Risiken werden immer noch stark unterschätzt.“ Insbesondere Klein- und Mittelbetriebe, die über 99 Prozent der heimischen Unternehmen stellen, seien unzureichend vorbereitet, so Ederer. „Für viele Klein- und Mittelbetriebe, vor allem im Produktionssektor, ist ein Ausfall der Leistung z.B. durch große Schäden aufgrund von Feuer oder Hochwasser, existenzbedrohend“, sagt dazu Othmar Thann, Direk-

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