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Das Heimatmagazin

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2. Jahrgang

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Heft 5

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Januar 2009

Foto: Carmen Wölm

Königswinter · Bad Honnef · Unkel · Linz · Bad Hönningen · Asbach · Waldbreitbach

Chorleiter Gerald Charlier Cäcilia Eintracht 1844 Erpel

! e uch t n tli ! tz na tis J eM o g r a Jüdische Friedhöfe

Bad Hönningen Altes Stadtweingut

Singen im Chor Buchholz Bilderbuchautoren

Heiliger Sebastianus

Oberpleis Kultur-Aula


D a s

H e i m a t m a g a z i n

Eine Ausgabe verpasst? Hier können Sie die bereits erschienenen Hefte des RHEINLÄNDERS nachbestellen: unter Tel: 0 22 24 - 901 30 85, Fax: 0 22 24 - 901 30 88 oder per Mail: info@rheinlaender.de Vermerken Sie, welche Ausgabe Sie wünschen: September, Oktober, November oder Dezember 2008 So lange der Vorrat reicht. Versandkosten pro Heft p1,50


Editorial

Liebe Rheinländer, auf ein Neues…

in neues Jahr beginnt und man fragt sich, was kommt auf uns zu? Sicherlich werden uns wieder viele Wörter begegnen, die auf -krise enden. Und keiner kann sagen, wie es um uns, um unsere Gesellschaft und Wirtschaft in einem Jahr bestellt sein wird.

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a es aber schon genug St i m m e n gibt, die schwarz malen, jammern und zaudern, wollen wir in Ihrem un, eine Neuerung zum Heimatmagazin „Der RHEINneuen Jahr haben auch L Ä N D E R “ we i te r h i n g u te n M u te s u n d f r o h e n H e r z e n s wir zu bieten: In loser Reihe engagierte Menschen, schöne möchten wir Schülern, Klassen Landschaften und Ausf lugs- o d e r AG s d i e M ö gl i ch ke i t ziele, traditionelle und innova- ge b e n , e i n e K i n d e r- b z w. t i ve Un te rn e h m e n , s ow i e Jugendseite in unserem Heft zu gestalten. Den AnUnterhaltsames aus fang machen Schüunserer Heimat, auf ler der Klasse 8a Stärken die wir stolz sind, unserer Region des Gymnasiums vorstellen. Es kann H a ge r h o f ( S e i te sicher nicht falsch 28). Wer Interesse sein, wenn wir uns auf die Stärken unserer Region, hat, in Zukunft mitzuwirken, d i e M e n s ch e n u n d Un te r - darf sich gerne bei uns melden. n e h m e n vo r O rt b e s i n n e n , i e b e R h e i n l ä n d e r, d i e während eine We l t w i rt Redaktion Ihres Heimatschaftskrise auch uns nicht magazins wünscht Ihnen einen unberührt lassen wird. guten Rutsch und ein erfolgreiches und vor allem gesundes Jahr 2009.

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Wolfgang Ruland, Herausgeber

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Der Rheinländer · Januar 2009

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inhaltlich! A59

Rauschendorf Vinxel Oelinghoven

Bonn

Oberpleis

Dollendorf

Eudenbach

Ittenbach

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3 Liebe Rheinländer, auf ein Neues

Asbach Röhndorf

Aegidienberg

VG Asbach

Bad Honnef

Windhagen

Bad Honnef

VG Unkel

Rheinbreitbach Bruchhausen Erpel

KasbachOhlenberg Ockenfels

Linz

Neustadt

Sinzig

VG Waldbreitbach

St. Katharinen

Roßbach Breitscheid

VG Linz

Dattenberg Leubsdorf

Ahr

Hausen

Bad Hönningen Rhein

kurz & knapp . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6 Nachrichten aus der Region

A3

Vettelschoß

Unkel Remagen

H e i m a t m a g a z i n

Buchholz

Königswinter

Königswinter

D a s

Berghausen

Thomasberg Heisterbacherrott

Waldbreitbach Niederbreitbach

VG Bad Hönningen B42

Wied

Datzeroth

Rheinbrohl Hammerstein

besichtigt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 15 Ort der Ewigkeit Jüdische Friedhöfe arom atisch! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18 Erkältungszeit künstlerisch! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .20 Ricos „Eltern“ sind Polizisten

Leutesdorf Andernach

Titel! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8 Wo man singt, da lass’ dich nieder… 9 Fragen an Heinz-Werner Wipperfürth Chorleiterin erhält Linzer Kulturpreis

Neuwied

tierisch! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .22 Balance für Körper und Seele Reittherapie

IMPRESSUM Gründungsjahr 2008 Verbreitung: Königswinter, Bad Honnef. VG Unkel, VG Linz VG Bad Hönningen, VG Asbach, VG Waldbreitbach Erscheinungsweise: monatlich Jahresabonnement: p19,50 (nur Portokosten) Auflage: 15.000 Herausgeber: Wolfgang Ruland Verlag: Wolfland Verlag Kupferweg 16 · 53604 Bad Honnef info@rheinlaender-magazin.de www.rheinlaender-magazin.de Redaktion und Vertrieb: Klosterstr. 15 · 53604 Bad Honnef Tel: 02224-9013085 · Fax: 02224-9013088 Chefredaktion: Martina Kefer (v.i.S.d.P.) Gudrun von Schoenebeck (Stv.), Redaktion: Thorsten Herrig, Bernd Zimmermann, Benedikt Schmidt, Cäcilia Frings-Ruland, Peter Köster, Bernhard Niemann

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Fotos in dieser Ausgabe falls nicht anders angegeben: Dieter Ruland, Wolfgang Ruland Grafisches Konzept und Satz: Ruland Werbung & Grafik, www.ruland-grafik.de Druck: Krahe-Druck GmbH, Unkel Anzeigenannnahme: Sabine Schneider, Tel: 0 26 44 - 60 300 16 Anzeigenschluss: jeweils zum 15. des Vormonats Druckunterlagen an: info@rheinlaender-magazin.de Reprofähige Text- und ungerasterte Bildvorlagen EPS-, TIFF-, PDF-Dateien Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Vervielfältigung, Speicherung und Nachdruck von Texten, Bildern und Grafiken nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandtes Bildund Textmaterial wird keine Haftung übernommen. Alle Angaben im Heft nach bestem Wissen und Gewissen. Wir übernehmen keine Gewähr bei Irrtümern oder Druckfehlern.


inhaltlich! Wo man singt, da lass’ dich nieder… Seite 8 tradition ell! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 24 Für Glaube, Sitte und Heimat St. Sebastianus fit! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 27 Deutsche sind die dicksten Europäer ausgezeichn et! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .28 Königswinter hat Talent Schülerredaktion interviewt Yosefin Buohler untern ehm en! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30 Elegant im Porzellanladen Geschirrbörse Hoffmann ausgewählt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32 RHEINLÄNDER-SHOP untern ehm en! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .34 Engagiert im Ehrenamt und Handwerk 50 Jahre Schreinerei Böcking genießen! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36 Altes Stadtweingut – Bad Hönningen ausgewählt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .39 Veranstaltungen im Dezember gesund! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .46 Aktiv gegen Krebs vorgestellt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .48 Oberpleis: Schulaula wurde Kulturzentrum legendär! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 50 Spukgeschichte: Die Geister der Marienburg

Balance für Körper und Seele Seite 22

Königswinter hat Talent Seite 28

Elegant im Porzellanladen Seite 30

Engagiert im Ehrenamt und Handwerk Seite 34

Altes Stadtweingut Seite 36

Schulaula wurde Kulturzentrum Seite 48 Der Rheinländer · Januar 2009

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kurz & knapp

Sterne und Pfeffermühle

Drachenfels mit neuem Gesicht

Arnsau/Königswinter. In diesen Tagen erhielten Restaurants, die bereits im RHEINLÄNDER vorgestellt wurden, hohe Auszeichnungen. Dem Hotel Wiedfriede der Familie Stoffel wurde die Klassifizierung „Zwei Sterne Superior“ verliehen. Somit ist das Haus im Wiedtal das einzige mit dieser Klassifizierung in der Verbandsgemeinde Linz. Das Restaurant „Tour de France“ in Oberdollendorf-Römlinghoven, wurde vom Fachmagazin „Kabinett“ mit der „Goldene Pfeffermühle“, einem der renommiertesten deutschen Gastronomiepreise, ausgezeichnet. Die Ausz e i ch n u n g e h rt H a n n e l o r e u n d Wi l h e l m Schröder, die das Spezialitätenrestaurant seit 20 Jahren betreiben.

K ö n i g s w i n t e r . I m We t t b ewe r b z u r Um ge staltung des Drachenfelsplateaus wurden zwei Entwürfe ausgewählt, die beide den Abriss des Restaurantgebäudes aus den 1970er Jahren vorsehen. S o l l te n d i e E n t w ü rfe , d i e e i n h e l l i ge Z u stimmung in der Bevölkerung finden, von der Politik umgesetzt werden, könnte der Abriss des Betonbaus in 2010 beginnen. Die Siegerentwürfe sehen ebenso vor, das Dach des Neubaus als großflächige Aussichtsplattform zu nutzen.

Restaurant/Café/Hotel Wiefriede in der Arnsau

Burgen und Schlösser Asbach. Schulrat und Publizist HermannJoseph Löhr hat in seinem neuesten Buch 39 Adelssitze an Rhein, Wied und dem Vorderen Westerwald ausführlich beschrieben – vom Drachenfels über Burg Altwied bis zum Schloss Engers. „Ich wollte mit diesem Buch auch allen Burgbesitzern danken, die sowohl die Burgen und Schlösser, als auch die damit verbundene Kultur pflegen und für die Nachwelt bewahren“, so Löhr bei der Vorstellung des Buches. Es ist im Vorteil-Center Asbach und Unkel sowie im Buchhandel erhältlich.




kurz & knapp

Lebenssaft aus Bad Hönningen BAD HÖNNINGEN. 112 Blutspenden in 48 Jahren hat Wolfgang Bellartz-Kösters, begeisterter Sportler und früherer Buchhalter von Yara (ehemals Kohlensäurewerk Deutschland; KWD), bislang geleistet. Nachdem er bereits Mitinhaber des Weltrekords im Blutspenden ist, zeichnete ihn kürzlich das Deutsche Rote Kreuz in Berlin für sein Engagement aus. Nur zwei we i te r e R h e i n l a n d - P f ä l z e r wa r e n vo n d e r Organisation in die Bundeshauptstadt als Ehrengäste für häufiges Blutspenden eingeladen worden. Stellvertretend für rund 3,8 Millionen Blutspender durften sich aus ganz Deutschland ausgewählte Bürger in Berlin ihr

Bad Honnef Hauptstraße 59 Tel. (0 22 24) 23 20

Fototext: Im Opernpalais Unter den Linden erhielt Wolfgang Bellartz-Kösters seine Erinnerungsurkunde von DRKGeneralsekretär Clemens Graf von Waldburg-Zeil und DRKVizepräsidentin Donata, Freifrau Schenck zu Schweinsberg. Dankeschön beim DRK abholen. Dazu zählte auch eine eigens von der DRK-Botschafterin und Designerin Jette Joop gestaltete Ehrennadel. In Deutschland werden jährlich knapp fünf Millionen Blutspenden benötigt. Das entspricht 15.000 Blutspenden täglich oder elf Spenden pro Minute. Das DRK deckt auf der Grundlage freiwilliger und unentgeltlicher Blutspenden 75 Prozent des Bedarfs in Deutschland ab. (hjl/kef)


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„Wo man singt, da lass dich nieder...“ von Gudrun von Schoenebeck Fotos: Carmen Wölm

Das Klagelied ist alt und lang. Von Sängerschwund in Deutschland ist die Rede, von einer Überalterung vieler Chöre, von Nachwuchssorgen und davon, dass unsere Kinder sich lieber mit Musik aus der Konserve berieseln lassen, statt selbst zu singen. „Deutschland verstummt“, befürchtet gar eine große Tageszeitung.

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nicht. Je höher der Ton, desto tiefer ist der Schwerpunkt im K ö r p e r. “ B r o ch i n , d e r s e i t zwölf Jahren den Kammerchor Königswinter/Oberpleis leitet, ist noch etwas strenger als sonst bei den Proben. Mehr als ein „Okay“ als Anerkennung ist nicht drin. Man kämpft s i ch , Ta k t f ü r Ta k t , d u r ch Ro s s i n i s „ Pe t i te Messe Solennelle“. Jede Stimmlage, vom Sopran bis zum Bass, muss einzeln vorsingen. „Bitte keine Schnappatmung! Stopp, das war kein Rossini. Leute, ich schick euch nach Hause, echt!“

Jede Stimmlage muss einzeln vorsingen

atsache ist, dass die Zahl der Männerchöre in den letzten 40 Jahren stark geschrumpft ist und dass der Anteil der singenden Bevölkerung in den neuen Bundesländern am niedrigsten und hier bei uns im Westen am h ö ch ste n i st . „ D e r R H E I N LÄNDER“ hat sich umgeschaut und in seinem Verbreitungsgebiet eine Fülle von Chören gefunden. Die meisten davon

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q u i ck l e b e n d i g . Wi e d e r e n Erfolgsrezept aussieht? Ein Repertoire, das auch Jüngere anlockt und als wichtigste Zutat überhaupt: ein Chorleiter mit Persönlichkeit. „Es werden einfach Töne abgezählt. Wir machen hier keinen Kurs in kreativer Buchhaltung, sondern Musik! Ich erkenne einfach keinen Willen zum pia-

n i s s i m o . “ C h o r l e i te r Pave l Brochin wirkt ungehalten, die Stimmung im Probenraum des S ch u l z e n t r u m s Oberpleis gedrückt. In zwei Wochen steht das große Weihnachtskonzert auf dem Petersberg an und die Töne sitzen immer noch nicht r i ch t i g . „ N i ch t d i e O s a b beißen, der Mund bewegt sich

an sieht es ihm nicht an, aber eigentlich ist Pavel Brochin stolz auf seinen Kammerchor. Sein künstlerischer Anspruch hoch, die ständ i ge Ve r b e s s e r u n g des Chorklangs das Ziel. Dafür wird hart trainiert. Jede Woche

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CHORLEITER PAVEL BROCHIN Pavel Brochin, 42, stammt aus der Ukraine und schloss sein Studium als Chorleiter und Dirigent am Moskauer Tsch a i kows k i - Ko n s e r va to rium mit Auszeichnung ab. 1991 kam er mit seiner Frau

Pavel Brochin in seinem Element zwei Stunden intensive Prob e n a r b e i t , St i m m b i l d u n g s training und tägliches privates Üben sind für die rund 70 Sänger und Sängerinnen ein Muss. Im Repertoire des 1974 gegründeten Chores sind die großen Werke der Chormusik, Gastreisen führten nach Budapest, Paris, in die Tschechische Republik und nach St. Petersburg, über ein Dutzend CDs mit großen Konzerten wurde

e i n ge s u n ge n , d i e M i t gl i e d schaft im Verband Deutscher Konzertchöre ist Anspruch und A n s p o rn z u gl e i ch . „ Na ch wuchssorgen haben wir keine, der Chor hat sich in den letzten Jahren stark verjüngt“, erzählt Brita Larenz, die sich als Vorsitzende im Verein des Kammerchors engagiert. Eher schon seien es Finanzsorgen, die sie plagten und, wie bei den meisten Laienchören, dass

Irina, ebenfalls Musikpädagogin, Chorleiterin und Sänge r i n , n a ch D e u t s ch l a n d und übernahm den chororientierten Musikunterricht am Gymnasium in Oberpleis. Brochin war Stipend i a t d e r I n te rn a t i o n a l e n Bachakademie Stuttgart und des Deutschen Musikrates. Inzwischen leiten Pavel und I r i n a B r o ch i n z a h l r e i ch e C h ö r e , u n te r d e n e n d e r Kammerchor Oberpleis und der Kinderchor „Schedrik“ z u d e n e rfo l g r e i ch ste n zählen. Den Untergang der Chöre sieht Brochin nicht kommen, aber er f indet, dass „in den Schulen zuviel theoretisiert und zu wenig praktisch musiziert wird“.

die Männerstimmen fehlten. So singt sie selbst schon seit Jahren bei den Tenören mit. „Alle Sänger bei uns sind chorerfahren, viele können vom Blatt singen und wissen, dass es hier nicht in erster Linie um G e s e l l i g ke i t , s o n d e rn u m Leistung geht“, betont Pavel Brochin.

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Titel!

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ie Anspannung vor dem großen Jahreskonzert ist auch Gerald Charlier deutlich anzumerken. „Nachdem wir vor drei Wochen eine Probe völlig in den Sand gesetzt haben, bin ich entspre-

Männergesangverein bereits ein gemischter Chor geworden. Tr o t z d e m s ch wa n d e n d i e Mitglieder und man suchte h ä n d e r i n ge n d n a ch e i n e m C h o r l e i te r “ , e r i n n e rt s i ch Charlier.

Cäcilia Eintracht 1844 Erpel chend nervös“, sagt der Chorleiter von „Cäcilia Eintracht 1844 Erpel“. Seit elf Jahren leitet der Musiklehrer den Traditionsverein und hat dem st a r k a n ge s ch l a ge n e n überalterten Chor eine Verjüngungskur verordnet. „Als ich anfing, war aus dem traditionellen

Modernisierung mit Erfolg Seite 10

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Die Modernisierungsoffensive brachte den erhofften Erfolg. Ke i n e we i n s e l i ge n L i e d e r mehr, statt dessen ein modernes Repertoire mit englischsprachiger Popmusik, oder wie in diesem Jahr mit der „Misa Criolla“, anspruchsvolle Sakralmusik aus Argentinien.


Jugendchor Cälinchen harlier begeisterte seine Familie und Freunde für den Chor, schaffte das Biertrinken während der Proben ab und f ü h rte ge m e i n s a m e Wo ch e n e n d e n m i t St i m m bildungstraining ein. Der Titel e i n e s d e r e r ste n Ko n z e rte „Vom Volkslied zum Gospel“ wurde zum Programm. Heute hat der Chor rund 40 Sängerinnen und Sänger, dazu gibt es einen eigenen Kinder- und einen Jugendchor, aus dem der Na ch w u ch s w i e vo n s e l b st kommt. Wichtig sei es ihm, integrierend zu wirken, betont Charlier. „Alt und Jung singen zusammen und jeder, der will, kann mitmachen.“ Dass diese Offenheit auch qualitative Einschränkungen mit sich bringt,

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stört ihn nicht. „Ich kenne die Grenzen unseres Dorfchores, aber ich kenne auch meine Grenzen als Chorleiter.“ Der Chor ist fest verankert im Ortsleben, man singt zu Goldhochzeiten, am Vo l k st r a u e r t a g und an Allerh e i l i ge n . Un d d e r E rfo l g d e s offenen Volkslieder-Singens jeden Sommer auf dem Erpeler Marktplatz lässt sich nicht nur am Zuspruch der Bevölkerung messen – in diesem Jahr kamen 3 0 0 M e n s ch e n . „ D e r B ü r germeister hat sogar die Straße für uns absperren lassen“, sagt Charlier lachend.

CHORLEITER GERALD CHARLIER Gerald Charlier, 50, studierte Musik und katholische Religion auf Lehramt in Bonn. Heute unterrichtet er seine Fächer an der Realschule in Remagen. Zu Studentenzeiten in den 80er Jahren leitete er den Jugendchor der Kirche, spielte in einer Rock- und einer Jazzband. Er selbst würde auch wieder gerne mehr singen, kommt aber kaum noch dazu. „Immer mehr Kinder, die in die Schule kommen, können überhaupt nicht singen“, ist Charliers Erfahrung. „Das natürliche Singen ist zurückgegangen. Die Kinder treffen die Tonhöhe nicht, weil sie nur noch zuhören, ohne selbst zu singen. Dazu kommt, dass vor allem Jungs in der Pubertät das Singen peinlich finden. Hier müssten die Eltern bessere Vorbilder sein.“

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Titel!

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enn man zusehen kann, wie das Publikum mit dem Chor wächst – diese Belohnung für geleistete Arbeit kennt Johannes Weiß aus eigener Erfahrung. Vor fünf Jahren begann der Musikschullehrer aus Bad Honnef im Auftrag der dortigen Evangelischen Kirchengemeinde den Gospelchor „n’ joy“ aufzubauen. Der ist inzwischen zu einem fast 80 M i t gl i e d e r st a r ke n K l a n g k ö r p e r m i t Wa rte l i ste f ü r Ne u z u g ä n ge a n gewa ch s e n . Geprobt wird auch hier fleißig vor dem jährlichen Adventskonzert. „Das Halleluja ist ein Lobpreis und das müsst ihr auch so rüber bringen. Also Hände aus den Taschen, kraftvoll stehen und denkt dran: Der Sound verändert sich mit der Mimik!“ Gospel heißt wörtlich ‚Gute Nachricht’ und viel ist Johannes Weiß daran gelegen, dass seine Sängerinnen und Sänger den Enthusiasmus, den sie selbst mitbringen, vermitteln können. Dazu gehört das Mitklatschen, die rhythmische Bewegung und – vielleicht der wichtigste Unterschied zu den meisten anderen Chören – das Auswendig-Singen. in Gospelchor muss sehr schnell auf den Dirigenten reagieren können“, sagt Weiß. „Außerdem wirkt der Klang echter und lebendiger,

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Gospelchor „n’ joy“ wenn man nicht in die Noten guckt.“ Mit Hilfe von ÜbungsCDs, die Weiß selbst produziert, lernen die Sänger die Lieder kennen, danach kommt das Notenblatt nur ausnahmsweise zum Einsatz. Neben traditionellen Gospelliedern, die christliche Werte vermitteln, gehören auch weltliche populäre Stücke aus den Bereichen

jetzt keine Sorgen machen. Geprobt wird weiterhin ernsth a f t , a b e r i n ge l ö ste r u n d geselliger Atmosphäre, wozu auch spontaner Beifall gehört, wenn ein Solo gut gelungen ist. „Denkt an die Achtel-Pause“, mahnt Weiß seine Sänger bei e i n e m s ch w i e r i ge n St ü ck . „Wer da hinein singt, muss einen ausgeben.“

Klangkörper mit Warteliste Soul, Jazz und Folklore zum Repertoire. „Der Chor sollte verschiedene Sounds drauf haben und sich zum Beispiel vo n J a z z a u f Ro ck s ch n e l l umstellen können“, sagt Weiß. Das Niveau des Chores hat er i n d e n ve rga n ge n e n f ü n f Jahren schnell steigern können und über Zuwachs an jungen Sängern muss er sich bis

brigens haben alle drei Chöre ihre Weihnachtskonzerte bravourös gemeistert. Die Rotunde auf dem Petersberg, das Bürgerhaus in Erpel und die Erlöserkirche in Bad Honnef waren bis auf den letzten Platz gefüllt, das Publikum begeistert. Das Rheinland wird wohl so schnell nicht verstummen.

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CHORLEITER JOHANNES WEIß Johannes Weiß, 49, studierte an der Pädagogischen Hochschule in Bonn und später an der Kölner Musikhochschule Klavier. Er ist Komponist und arbeitet als Musiklehrer an der Musikschule in Bad Honnef. In der Schule sollte wieder mehr gesungen und die klassische Musik gefördert werden, denkt er. Die gängige Unterscheidung zwischen so genannter U- und E- Musik, also unterhaltender und ernster Musik, sei für ihn nicht hilfreich, sagt Weiß. „Für mich

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gibt es gute und schlechte Musik, stilistisch bin ich nicht festgelegt.“ Neben dem klass i s ch e n Re p e r toire kennt er, vor allem durch seine jugendlichen Musikschüler, auch die aktuellen Pop- und Rock-Songs. Er selbst hat früher in der sechsstimmigen a cappellaFormation „Rolls Voice“ gesungen.


Titel!

9 Fragen an… … Heinz-Werner Wipperfürth

6. Mit welchem Repertoire würden Sie gerne unbedingt einmal auftreten?

1. Herr Wipperfürth, Singen ist für Sie..… Gymnastik für die Seele.

Ich freue mich schon auf unser nächstes Vorhaben, das sich aus Spirituals, Elvis-Presley-Hits und Musical-Beiträgen zusammensetzt.

2. Der Linzer Männergesangverein ist der älteste Laienchor in Rheinland-Pfalz und zählt zu den ältesten in Deutschland. Wie lange sind Sie selbst schon Mitglied? Das weiß ich ganz genau: Seit dem 24. Juni 1971. Damals feierten wir sehr ausgiebig den Namenstag von Johannes Birrenbach. Und als ich morgens um 4.30 Uhr als neues Mitglied „geadelt“ nach Hause kam, fragte meine Mutter: „Jung’, meinst du, das ist wirklich der richtige Verein für dich?“

gestellt von Martina Kefer

7. Herr Wipperfürth, sie investieren viel Zeit in Ihr Hobby, haben mit dem Verein schon die „Silberhochzeit“ hinter sich. Was hält und motiviert Sie? Heinz-Werner Wipperfürth, Freunden und Bekannten als „Wibbel“ bekannt, sitzt dem Linzer Männer-GesangVerein 1822 vor. Er ist gebürtiger Linzer und als ehemaliger Postler und Karnevalsprinz eine bekannte Größe in der bunten Stadt.

Neben der Musik liegt mir unsere intakte Männergemeinschaft sehr am Herzen. Und natürlich geht es bei uns auch mal lustig zu. Letzteres lässt sich schon an unserer Karnevalsprinzen-Bilanz ablesen: Inzwischen gab es in Linz genau ein Dutzend „singender“ Hoheiten.

Heinz-Werner Wipperfürth

3. Damals waren Sie 22 Jahre jung – und nicht der Einzige dieser Altersklasse. Ihre Freunde Wolfgang („Wolli“) Klein, KarlHeinz Stieldorf und Manfred Becker fanden ebenfalls Spaß am Singen. Wie „frisch“ ist der Verein heute? Unser jüngstes Mitglied ist mit 41 Jahren Tobias Heise. Auch unser Chorleiter Axel-E. Hoffmann senkt mit 44 Lenzen den Altersdurchschnitt. Und Peter Labonte setzt mit 82 Jahren die Grenze nach oben. Um noch eine Zahl zu nennen: Seit 50 Jahren (!) führt Peter Heckenbach die Geschäfte des Verein.

4. Sie blicken auf 37 Vereinsjahre zurück. Was war die intensivste Zeit? Unsere „Hochzeit“ hatten wir in den 80-er Jahren mit unserem Chorleiter Wilhelm Hein-

richs, der ja auch weit über die Grenzen von Linz hinaus ein anerkannter Komponist war. Er konnte uns auf den Punkt fit machen, weshalb wir ihm den Spitznamen „Trainer“ verpassten. Unvergesslich geblieben sind aus dieser Zeit unsere Konzerte im April 1975 mit dem Weltstar Felicia Weathers (Sopran) – sie kam übrigens vor allem wegen der Bohnensuppe von Marga Heinrichs nach Linz.

5. Was war für Sie persönlich der schönste Auftritt? Toll waren unsere Konzertreisen im In- und Ausland, besonders die mit dem Kinderchor „Sonntagskinder“ aus Rösrath, aber einen besonderen Reiz hatte auch unser letztes Konzert „Gitarrenklang und Chorgesang“ im vergangenen Oktober in der Linzer Stadthalle.

8. Gibt es Nachwuchssorgen?

Ja schon. Wir halten zwar seit Jahren mit 30 „gestandenen“ Männern unser Level. Aber es ist grundsätzlich heutzutage schwer, junge Menschen längere Zeit für regelmäßige Termine zu gewinnen.

9. Wurde schon einmal daran, gedacht den Männergesangverein in einen gemischten Chor umzuwandeln? Nachgedacht schon, aber die Chorliteratur ist ja nicht miteinander zu vergleichen, und wenn wir in Konzerten Musik für gemischten Chor im Programm hatten, haben wir einen Frauenchor dazu eingeladen. Aber trotzdem, Umwandlung- Ganz klar: Nein.

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Titel!

Chorleiterin erhält Linzer Kulturpreis Ihren ersten Ton gab Ruth Zimmermann 1965 in enn Ruth Siegburg von sich. Im Laufe der Jahre professioZimmernalisierte sie ihre Tonkunst, nahm Gesangsmann singt, unterricht – was ihr im Freundeskreis den gibt das Hoffnung und bereitet Freude“, hob Beinamen „Callas vom Brückberg“ einbrachte. Stadtbürgermeister Adi Buchwald in seiner LauRuth Zimmermann, die nach eigenen Angaben datio über das Wirken der Linzerin besonders ihre Stimme als ein Geschenk empfindet, verhervor. Er vertiefte in seiner Rede über die aktuedelte mit viel Freude und in der Zusammenelle Kulturpreisträgerin der bunten Stadt arbeit mit vielen musikalischen Wegbegleitern Gedanken über das Sinnstiftende von Musik diese Gabe. „Sie singen für die Seele“, bedankte und die Emotionalität durch den anmutenden sich dann auch jüngst eine Kundin der StadtKlang der menschlichen Stimme. Und hatte sparkasse bei der gelernten Bankkauffrau. Andabei immer die „besonders schöne Stimme“ lass war ein Konzert in der Linzer Marienkirche, von Ruth Zimmermann im Blick beziehungsbei dem die Mutter dreier Kinder wieder einmal weise im Ohr. Stolz und sichtlich erfreut überals Solistin überzeugte. Generell empfindet sie gab Buchwald der Sängerin auf einem Festakt Musik, ganz gleich ob Klassik oder Jazz, „als ein ihr zu Ehren die Urkunde und einen Scheck Miteinander“ und als über p 2.500. Allzu lange aber wollte der Büreine der schönsten Forgermeister nicht über men menschlicher Bedie Gesangsq ualitäten ge g n u n g ü b e r h a u p t . der Kulturpreisträgerin Und wenn der Philos ow i e d e r e n E n ga ge soph Friedrich Nietzment für den musikalische feststellte, dass ein schen Nachwuchs reden. Leben ohne Musik Stattdessen lud er die Irrtum sei, dann befinG ä ste d e r P r e i s ve r den sich Ruth Zimmerleihung ein, dem „Inmann und die Preisst r u m e n t “ R u t h Z i m verleiher – die Stiftung m e rm a n n , d e m P i a der Stadtsparkasse und nisten Johannes Fuchs die Stadt Linz – mit und dem Kinderchor der ihrem Preis auf dem Linzer Pfarrei St. Martin richtigen Weg. (red) Ruth Zimmermann erhält den Kulturförderpreis 2008 zu lauschen.

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Fotos: Martina Kefer

Die Preisträgerin

GESCHICHTE UND ZAHLEN DEUTSCHE CHÖRE Die Bewegung der deutschen Laienchöre geht zurück auf die Vorläufer der bürgerlichen Revolution im Deutschland des beginnenden 19. Jahrhunderts. Einerseits entdeckte die deutsche Romantik das Volkslied für sich, gleichzeitig wurde der Verein als neue Form der Geselligkeit rasch populär. Erstmals außerh a l b d e r K i r ch e n m u s i k s ch l o s s e n s i ch Gruppen in jener Zeit zu Liedertafeln und Singgemeinschaften zusammen. 1862 gründete sich der erste nationale Dachverband, der

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Deutsche Chorverband (ehemals Deutscher Sängerbund). Der Deutsche Musikrat zählt in seiner aktuellen Statistik über 22.000 weltlich e L a i e n ch ö r e i n D e u t s ch l a n d m i t fa st 700.000 aktiven Sängern. Zählt man die 26.000 Kirchenchöre hinzu, kommt man auf eine Gesamtzahl von über 1,3 Millionen aktiven Sängern im Land. 20 Prozent davon sind Kinder und Jugendliche. Die Männer halten i n s ge s a m t n o ch d i e M e h r h e i t , a b e r d i e gemischten Chöre sind auf dem Vormarsch.


besichtigt!

Rheinbrohl

Ort Ortder der Ewigkeit Ewigkeit Jüdische Friedhöfe sind eine wichtige historische Quelle von Peter Köster

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üdische Friedhöfe werden, wie Heinrich Simon in seinem Werk „Leben im Judentum“ sagt, als „Bet ha-chajjim (Ort des Lebens) o d e r B e t h a - o l a m ( O rt d e r E w i g ke i t ) “ bezeichnet. Im Gegensatz zu christlichen Gräbern dürfen jüdische Grabstellen niemals eingeebnet werden, um für eine erneute Belegung Platz zu schaffen. Sie haben Bestand für alle Zeiten. Dadurch s i n d j ü d i s ch e Fr i e d h ö fe e i n e wichtige historische Quelle. Dies unter zwei Gesichtspunkten: Grabdenkmäler können als kunstgeschichtliche Zeugnisse ausgewertet werden und Grabinschriften sind geeignete Quellen für die jüdische Geschichte. „Sie sind quasi steinerne Urkunden, die auch darum von einzigartigem historischen Wert sind, weil für die Juden eine relevante Quellenkategorie nicht existiert, die für Christen verfügbar ist“.

a s N i e d e r l e ge n u n d P f l a n z e n vo n B l u m e n s ch m u ck b e i m B e s u ch e i n e s G r a b e s , s ow i e m a n e s vo n ch r i st l i ch e n Friedhöfen kennt, entspricht nicht jüdischem Brauch. Traditionell wird zum Zeichen des Gedenkens an den Verstorbenen ein kleiner Stein auf den Grabstein gelegt, wie einige Beispiele aus der Region zeigen. „Rastlos und einfach war dein Leben, stets für die Deinen n u r d e i n St r e b e n “ l a u te t d i e Inschrift eines Grabsteins auf dem jüdischen Friedhof in Unkel. Unbekannt indes ist die Person, die hier bestattet wurde. Der Friedhof, der 1870 angelegt wurde, grenzt unmittelbar an den Hauptfriedhof. Mittelpunkt dieses jüdischen Friedhofs „Am Hohen Weg“ in Unkel ist das weithin sichtbare Grab von Simon Levy. Nach ihm wurde in Friedhofsnähe eine Straße benannt. Levy lebte von 1879 bis 1924 in Unkel.

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Bestand für alle Zeiten

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besichtigt! er jüdische Friedhof in Erpel nimmt sich sehr bescheiden aus. Die Ruhestätte selbst ist heute nur noch zu erahnen und so verwundert es nicht, dass selbst Einhei-

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Grabsteine mehr umfasst der jüdische Friedhof in Leubsdorf. Auch ihn f indet man nicht auf Anhieb. Hat man ihn a b e r e n t d e ck t , w i r k t d i e Anlage, die inmitten eines

Jüdische Friedhöfe in Leubsdorf… mische Probleme haben, präzise den Standort mit den beiden übrig gebliebenen Grabsteinen an der Erpeler Ley zu beschreiben. ote der jüdischen Gemeinde Linz wurden zunächst in Leubsdorf beigesetzt. 1854 wurde ein eigener Friedhof in Linz angelegt. Die Belegung erfolgte von Januar 1855 bis Juli 1938. Insgesamt stehen auf der Anlage „Im Wolfsacker“ 115 Grabsteine mit teilweise noch recht gut e r h a l te n e n I n s ch r i f te n . 2 0

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…Bad Honnef…

dichten Baumbestandes liegt, fast wie ein verwunschener O rt . W ü r d e m a n s i ch d i e Bäume wegdenken, hätte man einen außergewöhnlichen Blick auf den Rhein.


icht minder interessant ist der jüdische Friedhof in Rheinbrohl. 60 teils noch gut erhalte Grabsteine l a d e n z u m St u d i u m d i e s e r „steinernen Zeugen“ ein.

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nweit der Landstraße ge l e ge n i n d e r N ä h e eines Nadelwaldes, befindet sich der jüdische Friedhof in Waldbreitbach. 43 Grabsteine zeugen hier von der Existenz jüdischer Bewohner aus dem Wiedtal.

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…Linz…

unächst in Privatbesitz, ging der jüdische Friedhof in Bad Honnef im Jahre 1851 in das Eigentum der jüdischen Gemeinde über. Die 84 Grabsteine dieser idyllisch gelegenen Anlage liegen teils hinter großen Eichenbäumen versteckt. Beim Näherkommen erkennt man, dass der „Zahn der Zeit“ auch hier genagt hat. Einige der „steinernen Zeugen“ haben längst die Form des „Schiefen Turms von Pisa“ angenommen.

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er aus dem Fenster der Straßenbahn schaut, der dürfte die Grabsteine trotz der sie umgebenden Mauer sofort erkennen, denn der jüdische Friedhof in Königswinter r e i ch t u n m i t te l b a r a n d i e Haltestelle der S-Bahn-Linie 66 a n d e r C l e m e n s -Au g u st St r a ß e / R h e i n a l l e e heran. Insgesamt 80 Grabsteine sind auf dieser 1874 angelegten Anlage zu bestaunen. Außer den Juden aus Königswinter, wurden hier auch Juden aus O b e r d o l l e n d o rf u n d O b e r kassel bestattet. Dieser und die z u vo r b e s ch r i e b e n e n j ü d i schen Friedhöfe stehen seit 1989 unter Denkmalschutz.

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…Unkel…

… und Waldbreitbach

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aromatisch! von Cäcilia Frings-Ruland

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Erkältungszeit Hilfe bei Husten Schnupfen Heiserkeit …

inter ist die Zeit der Gemütlichkeit und Ruhe im warmen Heim – aber auch die Zeit der Erkältungen. Der Kopf ist „zu“, die Nase verstopft oder fließt ununterbrochen, man ist nicht so richtig krank, aber kann sich dennoch nicht konzentrieren und fühlt sich wie „zerschlagen“. ur Linderung der lästigen Beschwerden sind ätherische Öle immer wieder eine altbewährte Hilfe. Wegen der antibakteriellen, antiviralen, abwehrstärkenden und schleimlösenden Wirkung werden in der kalten Jahreszeit gerne spezielle ätherischen Öle verwendet wie Eukalyptus, Zitrone, Lavendel, Cajeput, Niaouli, Thymian und Ravensara (Nelkennussbaum). Vorbeugend wirken zum Beispiel eine Mischung von Ravensara, Lemongrass oder Zitrone. Oft sind Halsschmerzen die ersten Vorboten einer Erkältung. Hier können Sie schon mit Salbeitee und Salbei-Hals-Wickeln eine rasche Linderung herbeiführen. Vorsicht geboten ist allerdings bei einer eitrigen Mandelentzündung, auch Ang i n a ge n a n n t . S i e ve rt r ä g t keinerlei Wärme und gehört dringend in ärztliche Hände!

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en normalen Schnupfen aber können Sie gut mit Cajeput, einem entzündungshemmenden, desinfizierenden ät herischem Öl l i n d e rn . Ü b r i ge n s i st neben Niauoli a u ch Cajeput, das aus Australien stammende, mildere und deshalb auch für Kinder geeignete

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ätherische Öl, eine MelaleucaArt – wie auch das bekannte Teebaumöl. Sie alle bringen uns heilende Kraft vom anderen Ende der Welt.

Lindernde Helfer ü r e i n e s ch n e l l e u n d gute Hilfe in der Nacht t r ä u fe l n S i e z we i Tr o p fe n

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Cajeput, Ravensara oder Eukalyptus-Öl (kein Eukalyptus für Kinder unter sechs Jahren!) aufs Kopfkissen. Oder geben zehn bis 15 Tropfen der Erkältungsöle mit etwas Honig oder Sahne emulgiert ins Badewasser. Solch ein warmes „Erkältungsbad“ wirkt bei Erschöpfungsz u st ä n d e n und Gliederschmerzen kleine „Wunder“.


REZEPT Beispiel für ein Hustenund Schnupfenöl: 3 Tropfen Cajeput, 2 Tropfe n L ave n d e l , 1 Tr o p fe n Basilikum oder 1 Tropfen Angelika, und 2 Tropfen Ravensara in 30 ml Johanniskrautöl.

iese sehr wohltuende Ölmischung weitet die Brust und lässt den Atem wieder frei fließen. Warme Brustwickel verstärken die hustenlösende Wirkung. Wer all diese Öle nicht schon vorrätig zu Hause hat, dem empfehle ich, sich 2-3 hochwertige Einzelöle zu kaufen, oder eine schon fertige Balsammischung. „ B r e a t h “ e i n fa n t a st i s ch e r, sehr milder Atembalsam auf Jojoba- und Sheabutter-Basis, von Prof. Dr. Wabner, duftet zudem noch angenehm nach Rose und hat einen deutlich positiven, befreienden Einfluss auf Zustände der Angst. Sehr lindernd wirkt auch die in der Novemberausgabe 2008 beschriebene Angelikawurzel, d i e e s a l s fe rt i ge n Na s e n b a l s a m ( E n ge l w u r z b a l s a m ) ebenso wie den Atembalsam „Breat h“ im Aroma Atelier Linz gibt. Nun gilt nur noch eins: Kommen Sie gut und gesund durch den Winter.

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uch die „Kraftöle“ Zed e rn h o l z , M y rte u n d Edellorbeer sind lindernde „Helfer“ nicht nur bei Husten. Sie können uns auch sonst in manch schwierigen Zeiten wied e r e i n e n „ l a n ge n Ate m “ schenken.

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Ätherische Öle sind hochwirksame Konzentrate, die nur verdünnt und sparsam dosiert angewendet werden dür fen. Nähere Informationen erhalten Sie bei AromatherapeutInnen und ApothekerInnen oder in der entsprechenden Fachliteratur.

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künstlerisch!! Delfinjunge als Bilderbuch-Held

Ricos Ricos „Eltern“ „Eltern“ sind sind Polizisten Polizisten von Thorsten Herrig Fotos: Carmen Wölm

Horst Johnen und Claudia Fennell aus Buchholz sind ein Ehepaar mit vielen Facetten: Die beiden Polizisten erschufen nicht nur den Kinderbuchhelden Rico, einen kleinen Delfin, sondern sind auch Künstler, Dichter, Fotografen und Pädagogen. S e i t 19 8 2 b e t ä t i g t s i ch Horst Johnen, neben seiner Arbeit bei der Polizei, an der Airbrush-Pistole. Seine Frau Claudia Fennell, ebenfalls Polizistin, schrieb zu dieser Zeit Gedichte. Als sich die beiden als Kollegen kennen lernten, stand schnell fest, dass sie ihre künstlerischen Fähigkeiten in gemeinsamen Projekten kanalisieren wollten. „Wir unternehmen so vieles gemeinsam, stehen uns so nahe, da lag es doch auf der Hand, auch künstlerisch zusammen ein Projekt auf die Beine zu stellen “, sagen die beiden unisono. Bei einem Brainstorming mit d e r ge m e i n s a m e n Fr e u n d i n C l a u d i a Fi n ke n

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erwuchs schnell die Idee, ein Kinderbuch zu gestalten. Bei der Themensuche legte man sich fest: Es soll etwas sein, was in Kinderbüchern bisher wenig Beachtung fand. Und so entstand die Geschichte von Rico, dem Delfinjungen, dessen Eltern sich trennen. Man gründete kurzerhand einen eigenen Verlag, den FiJoFe Verlag. „Eine Entscheidung, d i e w i r b i s h e u te z u ke i n e r Sekunde bereut haben“, wie Claudia Fennell bekräftigt. Und tatsächlich hat es sich gelohnt. „Rico“, erstmalig 1999 erschienen, ist ein Longseller, verkauft sich bis heute und hat sogar Zuwachs bekommen.

Positive Reaktionen


m zweiten Band erlebt der kleine Delfin „Abenteuer im Meereskindergarten”. Dort trifft er auf viele unterschiedliche Bewohner des Meeres und lernt sie als Spielkameraden und interessante Wesen kennen. „Vielleicht ist die Geschichte ein wenig unser Beitrag zur Integration“, lächelt Horst Johnen. Aus ihrer Arbeit bei der Polizei wissen die beiden um die Schwierigkeiten im sozialen Miteinander. Und anders, als in ihrem Hauptberuf, ernten sie für ihre künstlerische Arbeit häufig ein Lächeln und Anerkennung. „Das ist die große Motivation, die uns treibt: Wir bekommen immer wieder so positive Reaktionen auf unsere Arbeit, das tut der Seele gut, ist ein großes Geschenk“, erzählt der Airbrush-Künstler. Besonders bei den ausgefeilten Lesungen, die um Rico gehalten werden, staunen beide immer wieder über die Begeisterung, die sie bei ihren kleinen Zuhörern wecken. „Wir lesen den Kindern nicht nur vor, wir singen gemeinsam mit ihnen und stellen jede gelesene Szene auf unserem „Legeteppich“ nach”, so Fennell. Hierbei können die Kinder kleine Figuren der Helden aus dem Buch in einer liebevoll gestalteten Unterwasserwelt positionieren und werden so Teil der Geschichte. Die beiden Rico-Bücher sind auch im RHEINLÄNDER-SHOP (Seite 32) erhältlich.

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nd nicht nur für die Kleinen schaffen die Buchholzer Gesetzeshüter Spannendes. Seit vielen Jahren fotografiert Claudia Fennel. M o t i ve f i n d e t s i e ü b e r a l l : L a n d s ch a f te n , Stimmungen, Pf lanzen und natürlich auch Menschen. Ein besonders interessantes Projekt ist sicher „Akte ´n´ Schränke”, bei dem Aktfotografien einen spannenden Kontrast zu verschiedenen Schränken und deren Inhalt bilden. Horst Johnen macht nach wie vor Airbrush auch „für die Großen“. Er verziert nicht nur Autos, Motorräder und Helme, sondern schafft Bilder, die in zahlreichen Gebäuden in unserer Region, beispielsweise in der Volksbank in Oberpleis, zu sehen sind. Ein Werk, auf das der passionierte Börsianer dabei besonders stolz ist, nennt sich „Diagonalen“, in dem sich der Künstler kritisch mit den häufig aus dem Ruder laufenden Auswirkungen der Börse, mit den Träumen und Ängsten, die mit dieser zusammenhängen, auseinandersetzt. „Alles, was ich in diesem Bild zeige, habe ich so selber erlebt, oder zumindest miterlebt“, so Johnen. Bleibt die Frage, was die beiden für die Zukunft geplant haben? „Ein dritter Rico ist derzeit nicht in Sicht. Dafür arbeiten wir an einem Roman mit

Besonders stolz ist Horst Johnen auf sein Werk: „Diagonalen”.

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Außer Dienst nur mit Airbrush-Pistole bewaffnet. dem Arbeitstitel ‚Frederick, der f liegende B a u m ’ , b e i d e m d e r a l te B a u m a u f d e r Löwenburg im Mittelpunkt steht“, verraten die beiden zum Abschied. Wir dürfen also gespannt sein. Info: www.horstjohnen.de.


tierisch!

Balance für Körper und Seele Islandpferd Hedin hilft heilen.

Text und Fotos: Valeska Zepp Entschlossen schwingt Nils sein rechtes Bein über den Pferderücken. Genug seitwärts gesessen – jetzt will er wieder nach vorn schauen über die braune Mähne und die gespitzten Ohren des Isländerpferdes Hedin.

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er Siebenjährige kann s e i n e n Wi l l e n n u r d u r ch G e ste n a u s drücken. Er ist von Geburt an mehrfach behindert. Er kann nicht sprechen, nur schlecht hören und nicht laufen. Dass Nils einmal aufrecht auf einem Pferd sitzen könnte, daran war noch vor zwei Jahren nicht zu denken. Als Ute Tentler ihren Sohn zur e r ste n Re i t t h e r a p i e st u n d e brachte, musste sie mit der B a d H o n n e fe r T h e r a p e u t i n Astrid Katzberg das Kind von b e i d e n S e i te n st ü t z e n u n d

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i m m e r w i e d e r a u f r i ch te n . Heute kann Nils die Bewegungen mitmachen, die das Pferd vorgibt. „Der Pferderücken bewegt sich horizontal, vertikal und diagonal. Diese Impulse muss der Reiter ausgleichen. Die großen und kleinen Muskeln arbeiten automatisch und bauen sich bei regelmäßigem Training langsam auf“, erklärt die Reitthera-

Begegnung mit Pferden peutin. Nils sitzt jetzt auch zu Hause selbständig und er kann mittlerweile an der Hand seiner Mutter sogar ein paar Schritte gehen. Den Blick stets in den Baumwipfeln auf der Suche nach herabsegelnden Blättern und wippenden Ästen, reitet der kleine Junge auf Hedin durch den Wald. Astrid

Katzberg führt das Pferd im Schritt. Seine Hände umgreifen fest den Ledergriff, der mit einem Gurt um den breiten Pferdekörper geschnallt ist. Z w i s ch e n d u r ch sto p p t d i e Therapeutin Hedin und lässt Nils ein paar Schritte seitwärts und rückwärts reiten. Dann f ü h rt s i e H e d i n i n e n ge n Kreisen um eine Wegkreuzung und macht immer wieder kleine Wenden, um dem Reiter viele verschiedene Bewegungsimpulse zu geben. Die Kommunikation zwis ch e n T h e r a p e u t i n u n d Pferd funktioniert unauffällig mit kleinen Gesten und leisen Kommandos. enn die Fliehkraft an Nils Körper zieht, huscht manchmal ein Lächeln ü b e r s e i n G e s i ch t u n d e r schnalzt mit der Zunge oder prustet durch die Lippen. „Seit

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wir regelmäßig zu Hedin komedin nimmt alles ganz men, gibt er viel mehr Laute gelassen – egal, ob ihn von sich und vor zwei Wochen Kinder liebevoll tätscheln oder hat er das erste mal „Mama“ ruppig mit der Bürste umgegesagt“, erzählt Ute Tentler hen, aufmerksam mitmachen stolz. Sie erzählt Astrid Katzoder lauthals singen und kreiberg, was in der letzten Woche schen. „Zur Therapie eignen passiert ist und wie es mit sich nicht alle PferdeN i l s i n d e r S ch u l e rassen. Die Tiere müsu a f r klappt. Ein intensis e n e i n r u h i ge s fe ver Austausch mit Temperament mitden Eltern gehört bringen und extra auch zu Katzbergs ausgebildet werBerufsalltag. d e n “ , e r k l ä rt Seit drei Jahren Katzberg. Auch zu f bietet die ReittheraNils Therapiestunde vier Hu peutin und Sozialgehört das Begrüßen pädagogin ihr Förderund Putzen. Besser gefällt programm „Begegihm aber das Abnung mit Pferden“ schiedsritual: Zuim Siebengebirge sammen mit seiund im Bonner ner Mutter hält er Raum an. Sie sieht Hedin zu Belohs i ch a l s Ve rm i t nung eine Schüstlerin zwischen den Hauptsel mit Äpfeln und Müsli hin. akteuren: den Pferden und Das Pferd zermahlt genüsslich ihren Klienten. R e i t t h e r a p i e sein Futter und Nils prustet hilft nicht nur Kindern mit zum Abschied noch einmal – Handicap. Kleine Träumer lerganz laut. nen die Welt mit wacheren Au ge n z u s e h e n , n e r v ö s e Kinder begegnen dem Alltag gelassener, Ängstliche fassen Mut und Selbstvertrauen und Draufgänger lernen Verantwortung zu übernehmen.

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Hedin bleibt gelassen

u e i n e r P fe r d e b e ge g nung gehört aber nicht nur das Reiten. Die Kinder h o l e n d a s P fe r d vo n d e r Koppel, führen es auf den Hof und putzen es mit verschiedenen Werkzeugen. „Das fördert die Selbständigkeit, Koordin a t i o n u n d Fe i n m o to r i k “ , erklärt Katzberg. Außerdem sollen die Kinder das Tier richtig kennen lernen: spüren, wo das Fell am weichsten ist, wie fest sie die Bürste drücken dürfen und wo das Tier am liebsten gestreichelt wird. Erst danach steigen die Kinder auf und der Ausritt über Wiesen und Waldwege beginnt.

Therapie macht hungrig.

INFO Diplom Sozial- und Reitpädagogin Astrid Katzberg, w w w. b e ge g n u n g - m i t - p fe r den.de, Tel: 02224/8250263

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Streicheleinheiten bekommen Mensch und Tier gleichermaßen.

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traditionell!

Für Glaube, Sitte und Heimat Sebastianus-JunggesellenSchützen-Bruderschaften Patronatstag 20. Januar

Foto: Wikimedia.oer

von Dr. Bernhard Niemann

Die drei Jungesellen-Schützenbruderschaften von Oberdollendorf, Niederdollendorf und Königswinter verehren den Heiligen Sebastian, zeigen ihn auf ihren Vereinsfahnen und fühlen sich christlichen Werten verpflichtet. Das Gleiche gilt für alle Sebastianus-Schützen, die dem Bund der St. Sebastianus Schützenjugend im Diözesanverband Köln angehören. Doch was hat der Heilige mit den Schützen zu tun?

ebastianus war Christ und römischer Offizier der kaiserlichen Garde. Als aber der römische Kaiser, der ja selbst als „Gott“ verehrt wurde, begriff, dass es für Sebastianus nur den einen Gott gibt, dessen Wille höher ist, als der Wille des römischen Kaisers, kam es zum Streit über Befehle und Taten des Kaisers, die dem Willen Jesu widersprachen. Sebastianus wurde von Bogenschützen in einer Straße getötet. Doch die Witwe Irene erkannte, dass noch Leben in ihm war. Sie pflegte ihn, er erholte sich – und wurde jetzt erst recht aktiv: Er verteidigte nun auch mit Waffen Christen vor Zugriffen des Kaisers, wobei er als ehemaliger kaiserlicher Offizier Mitstreiter unter weiteren christlichen Soldaten gefunden haben dürfte. Schließlich wurde er hingerichtet und beigesetzt.

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ei n e Go t t ie frühen Christen im Rom des 4. Jahrhunderts und noch lange danach haben Sebastianus geliebt. Legenden über seinen Mut gegenüber dem Kaiser, sein Leiden, das Wunder seiner Genesung und schließlich die aktive Verteidigung von Christen ließen ihn zum Vorbild werden:

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er Tod durch Pfeile blieb dem Volk in Erinnerung. Zahllose Bilder lenken die Phantasie auf seinen grausamen Tod, doch war es vor allem das Wunder der Überwindung tödlicher Verletzungen, welches Sebastian zum Schutzpatron der schwer Erkrankten werden ließ. Ihn um Hilfe zu bitten, schenkt Kranken Lebensmut; dadurch steht Sebastian auch denen zur Seite, die Kranke pflegen.

ie gemeinsame Arbeit in Verantwortung für sich selbst und für den Nächsten hatte feste Gemeinschaften geschmiedet. In Dankbarkeit für die Hilfe Gottes und des Heiligen Sebastian gründeten die Oberdollendorfer Helfer am 24. Februar 1659 die Sankt Sebastianus-Junggesellen-Bruderschaft. Aus gleichen M o t i ve n g r ü n d e te s i ch b a l d d a r a u f d i e Niederdollendorfer Sankt-Sebastianus-Jung-

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Foto: Bernhard Niemann

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Feierlicher Königs-Umzug , Fahnenschwenken, und Projekte der Verantwortung für andere. o besonders während der Pest im 17. J a h r h u n d e rt . F ü r O b e r- u n d N i e d e r dollendorf ist historisch belegt, was ohne Zweifel ähnlich auch für Königswinter gilt: Damals kümmerten sich junge Menschen um Pestkranke. Trotz der Angst um das eigene Leben pflegten sie Kranke, schleppten Tote zu Gräbern und verbesserten die Hygiene. Manch einer von ihnen wurde von der Pest dahin gerafft, aber sie flehten Sebastianus um Hilfe für die Kranken an und machten unverdrossen weiter. Als dann die Pest tatsächlich überwunden war, dankten sie Sebastianus für seinen Beistand.

Foto: Bernhard Niemann

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In jedem Januar betteln Oberdollendorfer Sebastianer zünftig mit Kiepe, Schlenderpursch, Böölsche und Wing.

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Foto: Bernhard Niemann

traditionell! gesellen-Bruderschaft hunderts zum Opfer von 1672. Bei denen gefallen, so dass nicht wurde Sebastian aber genau fest steht, wann auch als bewaffneter Sebastianus auch ihr Beschützer der ChrisSchutzpatron wurde. ten verehrt. Denn die Die drei BruderNiederdollendorfer s ch a f te n s i n d Te i l Pe st h e l fe r h a t te n i h r e r ka t h o l i s ch e n schon vor der Pest eine Pfarrgemeinden Sankt feste Gruppe gebildet, Laurentius, Sankt we l ch e d i e w i n z i ge M i ch a e l u n d S a n k t christliche Gemeinde Remigius. Noch heute gegen Plünderer und dem Glauben, der Sitte Räuber verteidigte. In und der Heimat verErinnerung daran gepflichtet, beten sie wie hört noch heute das alle Sebastianus-Jung„ B ö l l e rn “ m i t e i n e r gesellen-Brudermittelalterlichen Kanoschaften der Diözese ne zur Tradition. Die d a s We i h e ge b e t , i n Königswinterer Sebaswe l ch e m e s h e i ß t : tianer sind als Schutz„ St ä r ke i n u n s d e n Kunstvolles Fahnenschwenken ist Tradition gruppe zur VerteidiWillen, den christligung der Stadtmauern chen Glauben zu verund zur Brandbekämpfung schon für das Jahr künden und ihn in unserem Leben zu verwirkli1604 belegt, jedoch sind dort weitere Urkunden chen. Hilf uns, Gott und den Nächsten zu lieben und sonstige Gegenstände aus der Pestzeit und das Leben zu schützen, auf dass Gott durch zusammen mit vielen Fachwerkbauten den unser Leben und das Leben unserer GemeinKriegen und Brandschatzungen des 17. Jahrschaft verherrlicht werde.“

SEBASTIANUSTAG IN LEUTESDORF Auch in Leutesdorf gab es früher ein SebastiaDer Festtag des heiligen Sebastian, der 20. Januar, wird auch von den Leutesdorfer nus-Heiligenhäuschen. Es stand am Weg von der Marienburg zur Straße „Im Kalk“. Da es Schützen heute noch festlich begangen. Die Schützen gehen in ihren Uniformen zum ruinös war, wurde es 1873 abgerissen. Emil Gottesdienst in die Pfarrkirche. Danach findet Blank, Besitzer der Marienburg, auf dessen Grundstück das Heiligenhäuschen stand, stifein Frühschoppen und am Nachmittag die Generalversammlung statt. tete dafür der Pfarrkirche 100 Taler. Als im Jahre 1666 die Pest im Rheinland wüte| Werner Schönhofen te, kam die Verehrung des hl. Sebastianus auf. So befand sich vor dem Ausbau der B 42 an der Rheinbrohler Ley in einer Weinb e rg s m a u e r das S e b a st i a n u s k r e u z mit der Jahreszahl 1667. Es findet sich heute im Weinberg. A n Ste l l e d e s G e kreuzigten ist dort S e b a st i a n u s im Kreuzbalken dargeSt. Sebastianus Schützenbruderschaft Leutesdorf stellt.

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fit! von Elmar Breitbach

Deutsche sind die dicksten Europäer! Dies ist das Ergebnis einer Studie der International Association for the Study of Obesity (IASO). Muskelaufbau I n d e n M u s ke l z e l l e n f i n d e t d i e Fe t t verbrennung statt. Je mehr Muskeln, desto mehr Fettverbrennung. Das ist die Faustregel, die verdeutlicht, warum Krafttraining bei der Gewichtsreduktion hilft. In der Anfangsphase des Trainings kommt es zwar wahrscheinlich zu einer Gewichtszunahme, weil nicht so viel Fettgewebe verbrannt wie Muskelgewebe aufgebaut wird. Aber keine Sorge, das pendelt sich mit der Zeit ein.

Fettstoffwechsel-Training Ausdauerbelastung dient einerseits dazu, Fett zu verbrennen, andererseits kurbelt ausdauernde Bewegung Kreislauf und Stof fwechsel an. Damit stellt der Körper sich nicht s o l e i ch t a u f e i n e e rn ä h r u n g s b e d i n g te „Hungersituation" ein.

Reduktion der Energiezufuhr Unterstützen Sie die sportlichen Bemühungen durch die richtige Energiezufuhr. Legen Sie Ihr Programm langfristig an, so dass Sie pro Tag durch mehr Sport und weniger Ernährung zwischen 1.000 und 1.500 Kalorien verbrennen bzw. weniger zu sich nehmen. Achtung: Meist bringen extrem kalorienreduz i e rte D i ä te n n u r k u r z f r i st i ge n E rfo l g . Versuchen Sie bei der Kalorienzufuhr zwischen 1.500 und 2.000 (je nach Körpergröße und Gewicht) zu bleiben und was darüber hinausgeht, lieber durch Sport zu verbrauchen.

Wussten Sie schon? Gute Fitnessclubs sind Krankenkassengeprüft und kooperieren mit Ärzten und Physiotherapeuten. Auch wird eine präventive Gewichtsreduktion von den Krankenkassen bezuschusst.

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Foto: stockxpert

nrühmlicher Spitzenplatz: Drei Viertel der Männer und mehr als die Hälfte der Frauen in Deutschland sind übergewichtig oder fettleibig. Damit gibt es in Deutschland mehr Menschen mit überhöhtem Gewicht als in anderen europäischen Ländern. Schon seit Jahren zeigt die Tendenz nach oben, jetzt hat Deutschland den Spitzenplatz erreicht: In keiner anderen Nation Europas gibt es so viele dicke Erwachsene. Im weltweiten Vergleich hat Deutschland sogar zu den USA aufgeschlossen, die mit Extrembeispielen aus den Fugen geratener Körper bisher immer als abschreckende Warnung dienten. In der aktuellen Erhebung der IASO sind sehr strenge Maßstäbe angelegt worden: Wiegt ein 1,80 Meter großer Erwachsener mehr als 81 kg, gilt er bereits als übergewichtig. Für mehr als zwei Drittel der Deutschen trifft das zu. Fast ein Viertel ist sogar so dick, dass sie als krankhaft fettleibig eingestuft werden. Während leichtes Übergewicht allenfalls die Lebensqualität, aber nicht die Lebenserwartung beeinträchtigt, fördert Fettleibigkeit Leiden wie Blut hochdruck, Diabetes, Herzinfarkt und Krebs. Soll sich am Gewicht der Deutschen etwas ä n d e rn , m ü s s e n s o a l t m o d i s ch k l i n ge n d e Disziplinen wie Gesundheitserziehung in Form gezielter Bewegung und Ernährung aufgewertet werden. Um gesund, dauerhaft und effektiv abzunehmen, sind zwei Dinge wichtig: Der eigene positive Antrieb und ein qualifizierter Fitnessclub. Geschultes Personal kann einen Trainingsplan erstellen, der speziell auf das jeweilige Anforderungsprofil und Fitnesslevel ausgerichtet ist, der fordert aber nicht überfordert. Das Geheimnis liegt in der dauerhaften und gezielten Bewegung sowie der Ernährung.

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ausgezeichnet! Text und Fotos von Schülern der Klasse 8a am Gymnasium Schloss Hagerhof Bad Honnef Weit über die Grenzen des Rheinlands hinaus kennen inzwischen viele Menschen Yosefin Buohler – und vor allem ihre Stimme. Nur knapp entging ihr der von RTL ausgeschriebene Titel „Supertalent 2008“. Nach etlichen Casting-Shows standen Ende November die zehn Finalisten fest. Darunter war auch Yoyo, wie sie von ihren Freunden genannt wird. Für ihre großartige Stimme und Bühnenpräsenz erhielt sie überschwängliches Lob. Yoyo geht in Bonn zur Schule und mag Sängerin Christina Aguilera. Von dem Preisgeld (100.000 Euro) hätte sie sich ein Pferd gekauft. Die Jugendredaktion des Rheinländers besuchte die sympathische Yoyo zu Hause.

R h e i n l ä n d e r : Yoyo, du warst zwar im Finale, die Zuschauer haben aber den Mundharmonikaspieler Michael Hirte zum Supertalent gewählt. Warst du enttäuscht? Yoyo: Nein, gar nicht. Ich gönne es Michael sehr. Er hat das Geld von uns allen am meisten nötig. Ich war nur traurig, weil alles vorbei war.

R h e i n l ä n d e r : Wie kam es eigentlich dazu, dass du im Fernsehen gelandet bist? Yoyo: Ich habe die Werbung gesehen und wollte sehr gerne zum Casting gehen. Dann hab ich meine Eltern gefragt, die wollten zwar zuerst nicht, aber nach einer Weile hab ich sie doch überredet und dann haben sie mich unterstützt.

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Königswinter Königswinter


hat hat Talent Talent R h e i n l ä n d e r : Wie hast du dich das erste Mal auf der Bühne gefühlt und hattest du Angst vor der Kritik von Dieter Bohlen? Yoyo: Angst hatte ich zwar nicht, aber ich war sehr nervös. Es war alles sehr aufregend. Ich wusste zuerst nicht, wo ich hingucken sollte, weil da so viele Leute waren. Auf die Jury, aufs Publikum oder hoch in die Decke (lacht). Aber die Jury war supernett. Und Dieter Bohlen ist auch gar nicht so schlimm, wie man denkt.

R h e i n l ä n d e r : Wie hast du dich mit den anderen Kandidaten verstanden? Yoyo: Supergut, wir wollten uns untereinander auch nicht als Konkurrenten ansehen. Besonders ein Mädchen, die Vanessa, ist jetzt auch zu meiner Freundin geworden, die ist sehr nett.

R h e i n l ä n d e r : Seit wann singst du denn und hast du noch andere Hobbys? Yoyo: Ich singe schon, seitdem ich ein kleines Kind bin. Ich hab schon mit einem Jahr auf

dem Sofa gesessen und irgendwas rumgeträllert. Gesangsunterricht habe ich aber nie gehabt. Außerdem reite ich sehr gerne, spiele Fußball und Gitarre.

R h e i n l ä n d e r : Hast du eigentlich noch genug Zeit für die Schule? Yoyo: Ja, ich mach auch jeden Tag fleißig Hausaufgaben (lacht) und es ist mir wichtig, dass die Schule nicht darunter leidet. Am liebsten möchte ich Schulabschluss und Gesangskarriere machen. Dann würde ich gerne studieren, damit ich auch irgendwas habe, falls ich nicht Sängerin werde.

R h e i n l ä n d e r : Haben sich dein Leben und dein Freundeskreis verändert? Yoyo: Oh ja (lacht), viele erkennen mich, wenn ich in der Stadt bin und ich bekomme am Tag ziemlich viele EMails. Es ist schon ein komisches Gefühl, weil man das ja nicht so kennt. Ich habe aber nicht mehr oder weniger Freunde, nur weil ich beim Supertalent mitgemacht habe, da hat sich nichts geändert.

CASTING – DAS SUPERTALENT Das Wort Casting beschreibt das Auswahlverfahren für d i e Ro l l e n b e s e t z u n g vo n T h e a te r st ü cke n , Modeschauen sowie bei Fernseh-, Film- und Musikproduktionen. Die beliebten CastingShows im Fernsehen sind Ta l e n t we t t b ewe r b e , bei denen meist junge Künstler vor eine Jury treten und sich bewerten lassen. Nach mehreren Auswahlrunden werden per Zuschauerabstimmung – häufig durch Telefonabstimmung – die Sieger qualifiziert. Die Casting-Shows gerieten trotz hoher Einschaltquoten in die Kritik wegen der Zurschaustellung und Vermarktung der Kandidaten. Oft wird das anspruchslose Format kritisiert und das Auftreten zu junger Kinder. Durchaus positiv ist jedoch die Vielfalt der Aufführungen. Die populäre Casting-Show „Das Supertalent“ ist die d e u t s ch e Ve rs i o n vo n „Britain’s Got Talent“. In der Show wird ein besonderes Talent gesucht, für das die Zuschauer per Telefon aus einer von der Jury getroffenen Vorauswahl abstimmen.

Yoyo und die Jugendredaktion (v.li.) Camille Brüssel, Katharina Winterhoff, Nina Rössig und Lukas Korthaus. Nicht im Bild: Diana Kral und Felix Densing

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unternehmen!

von Bernd Zimmermann Fotos: Cora Banek

Elegant im Porzellanladen

Ärgerlich, wenn bei einem sechsteiligen Kaffeeservice eine Tasse zu Bruch geht. Noch ärgerlicher, wenn man sie nicht mehr nachbestellen kann. Da hilft nur noch eine Anfrage bei Elisabeth Hoffmann. Sie betreibt in Vettelschoß ihre „Geschirrbörse”. Wenn sie nicht gleich eine OriginalErsatztasse auf Lager hat, dann sucht sie eben einen privaten Anbieter dafür. Dafür hat sie sich eine elegante Lösung auf Datenbankbasis ausgedacht. Und die wird öfter genutzt, als man glauben mag: Die Geschirrbörse wird jedenfalls im nächsten Jahr die 500.000-Euro-Umsatzmarke knacken.

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atürlich kann man schönes Porzellan wie möglich beschrieben werden. Nur so lassen bei Elisabeth Hoffmann immer ordern sie sich später wieder im Computer finden. Und – auch, wenn man noch alle Tassen im der, der etwas sucht, muss ebenfalls sein Objekt Schrank hat. Oder man kann sich jeden zweiten der Begierde möglichst exakt beschreiben könSamstag im Monat in nen. Die wenigsten der großen Lagerhalle Kunden können das. i n Ve t te l s ch o ß u m So nimmt die elektros ch a u e n u n d v i e l n i s ch e I d e n t i f i z i e leicht ein Schnäpprung, Nummerierung chen aus der „Gruschund Katalogisierung kiste” ergattern. Dene i n e n G r o ß te i l d e r noch handelt es sich Arbeit von Elisabeth bei der Börse nicht um Hoffmann und ihren e i n e n ü b l i ch e n G e vier a n ge ste l l te n schirrhandel, sondern H a l b t a g s k r ä f te n i n um einen höchst speAnspruch. Das treibt z i a l i s i e rte n S u ch den Preis natürlich in dienst, bei dem die die Höhe. „Bei Suchmeisten Geschirrteile aufträgen bin ich die s o z u s a ge n n u r a u f Te u e rste , m i t d e n dem Papier bzw. als sprichwörtlichen Datensatz existieren. Preisen wie in der „Wenn ich alle AnApotheke”, gibt Hoffge b o te t a t s ä ch l i ch mann selbstbewusst a u f ka u fe n u n d p r ä zu. „Auf der anderen sentieren wo l l te , Seite zahle ich aber könnten wir bald das den Verkäufern auch O ly mp i a st a d i o n i n gute Preise.” Und das M ü n ch e n a l s L a ge r wiederum führe eben füllen”, sagt die imdazu, dass die in der mer adrette InhabeDatenbank erfassten Hoffmanns Ideal: alles schön katalogisiert. r i n . D a d a s L a ge r A n ge b o te rasant problem von Anfang wachsen – und damit an bestanden hat, musste bald eine andere die Chancen derer, die ein ganz spezielles Stück Lösung her. Glücklicherweise beschäftigte sich suchen. Woche für Woche verlasHoffmann schon früh mit der Programmierung sen mittlerweile etwa 60 bis 80 von Datenbanken mit entsprechenPakete mit insgeder Suchfunktion. Heute muss sie samt knapp 200 im Prinzip „nur” noch die Tassen, E i n z e l te i l e n die Teller, Terrinen, Salzstreuer oder L a ge r h a l l e der Eierbecher der Anbieter in einer Geschirrbörse in Vettelschoß. So D a te n b a n k b e s ch r e i b e n – u n d schallt es immer öfter durch die abwarten, bis jemand genau ein solches Teil G ä n ge u n d H a l l e n , we n n d i e q u i r l i ge sucht. Das ist natürlich leichter gesagt als Unternehmerin Angebot und Nachfrage einmal getan. In den seltensten Fällen sind Herstellerwieder zusammenbringen kann: „Das passt!” b e z e i ch n u n ge n auf Wie sie überhaupt auf dem Teller- oder Tasdie Idee mit der GeAUF EINEN BLICK senboden abgedruckt. schirrbörse gekommen www.geschirrboerse.de Und alles kann selbst ist? „Na, mir fehlte ein Elisabeth Hoffmann Hoffmann, die auch als Te i l e i n e s Ka f fe e Willscheider Weg 14 · 53560 Vettelschoß Sachverständige für die services, das ich unbeInfo-Tel: 0 26 45 - 40 02 (24 Stunden) S ch a d e n s r e g u l i e r u n g dingt komplett haben Publikumsverkehr nur nach Absprache. von Versicherungen gewollte.” Lagerverkauf jeden 2. Samstag im Monat. fragt ist, nicht identifiGeschirrverleih an ortsansässige Vereine. zieren. Also müssen die Objekte so exakt

Suchen mit Erfolg

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Bad Hönningen, Guido Job ud Winfried Lotzmann p 12,90 Linz am Rhein, Andrea Rönz p 12,90 Unkel, Rudolf Vollmer p 12,90 Herrlichkeit Erpel, Edgar Neustein, Gregor Noll, Heribert Siebertz p 12,90 Bad Honnef, Dr. Karl Günter Werber p 12,90 Leutesdorf, Werner Schönhofen p 12,90 Der Mönch und die Jüdin, Thomas Görden p 8,95 Krypta, Thomas Görden p 7,00 Kunstdruck Diagonalen, Horst Johnen p 156,00 Rico, der kleine Delfin, Band 1, Johnen, Fenell, Finken p 12,80 Rico, der kleine Delfin, Band 2, Johnen, Fenell, Finken p 13,90

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unternehmen! von Benedikt Schmidt

Schreinerei Uwe Böcking, Linz

Engagiert im Ehrenamt und Handwerk Der Inhaber der Linzer Schreinerei Böcking, Schreinermeister Uwe Böcking, ist das, was man einen Teamplayer nennt. Ob in seiner Schreinerei, wo er sich zusammen mit seinen Mitarbeitern handwerklich wie kreativ austobt, oder auf dem Sportplatz, wo er seit fünf Jahren als Jugendleiter und seit acht Jahren als Jugendbetreuer den spielenden KickerNachwuchs des VfB Linz an den Ball bringt.

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en Fußball und das Schreinerhandwerk verbinden dabei die direkt sicht- und greifbaren Ergebnisse. Beim Fußball sind dies die erzielten Tore, in der Schreinerei die von Hand gefertigten Arbeiten. Besonders die Arbeit mit jungen Menschen liegt Böcking sehr am Herzen – im Sport, wie im Beruf. Dabei spielen für ihn gerade auch die sozialen Aspekte, die sein Engagement mit sich bringen, eine wichtige Rolle. „Ich möchte der Jugend eine Perspektive geben“, sagt er. Als Fußballer war Böcking selbst viele Jahre auf dem Platz aktiv, zuletzt in der Altherren-

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Das Team in der Werkstatt: v.l.n.r. Jörg Pottmann, Christian Donner (AzuBi im 1. Lj.), Uwe Böcking. Auf dem Bild fehlen: Marcus Bungarten, Kevin Sieg (Azubi im 3. Lj.) Anton Oedingen, Heike Eberweiser und Sabine Böcking

mannschaft des VFB. Als dann erst sein Sohn und dann auch seine Tochter den Spaß am Ballsport entdeckten, setzte er sich intensiv für die Jugendarbeit im Linzer Fußball ein. Ein Ehrenamt, das ihm bis heute enorm viel Spaß macht und das er engagiert vorantreibt. So wirkte er im VfB unter anderem auch an der Entstehung der Mädchenabteilung mit, bei der zeitweise bis zu 50 junge Fußballerinen begeistert dem Leder hinterherjagen. Seit 2000 betreut er Jugendmannschaften. Zur Zeit ist das die BJugend der JSG Linz, die in der Hinrunde in der Rheinlandliga (dritthöchste Klasse Deutschlands) einen Platz im gesicherten Mittelfeld erreicht hat.

Perspektive für die Jugend

n seiner Schreinerei bildet Uwe Böcking momentan zwei Lehrlinge aus. „Für meine Angestellten habe ich immer ein offenes Ohr, besonders für die Auszubildenden.“, sagt er von sich. Schon er selbst lernte einst in diesen Räumen, umgeben vom intensivem Geruch von frischem Holz und Lacken, sein Handwerk. In der Schreinerei Böcking wird immerhin seit nun

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Möbel und Fußs ch o n 5 0 J a h r e n böden, oder Häuser, ge s ä g t , ge h o b e l t , an deren Bau die lackiert und restauSchreinerei beteiligt riert. war. „Ganz anders D e n n s e i n Va te r als etwa in einem No r b e rt B ö ck i n g Bürojob sieht man gründete anno 1959 e b e n d i r e k t , wa s den Betrieb. Der man mit den eigenen Sohn hatte relativ Händen geschaffen bald schon den gleihat“, schwärmt der chen Berufswunsch. S c h r e i n e r m e i s t e r. „Die vielseitige ArSeine Augen glänbeit mit Holz hat z e n , we n n e r vo n m i ch s ch o n vo n Großprojekten wie Kreative Arbeit in familiärer Atmosphäre klein auf fasziniert“, dem „Haus Buchene r i n n e rt s i ch d e r e ck “ , d e r B a s a l t Mittvierziger. Und so begann er 1978 die Zentralverwaltung oder dem Schloss Renneberg Schreinerlehre und absolvierte nach Jahren als – alle in Linz – berichtet. Doch nicht nur große Geselle erfolgreich in Koblenz die MeisterGebäude, auch alte Möbel sind eine Herausprüfung. Als Meisterstück präsentierte er einen forderung, der sich Böcking gerne stellt. Oft Vitrinenschrank aus Kirschbaumholz. kommt es vor, dass Kunden Schränke vorbei bringen, die jahrelang im Keller er Schreinerberuf ist, so oder auf dem Speicher gelagert Böcking, ein Allround-Job. waren. Es folgen meist aufwändiFlexibilität daher eine Grundge Intarsienarbeiten und die Aufvoraussetzung für ihn und sein frischung durch Lacke und NaturTe a m , d a s n e b e n d e n b e i d e n öle. Lehrlingen aus einem Facharbeiter, esonders stolz ist Böcking auf einem Meister und einer Halbsein Eigenheim, das mit der tagskraft besteht. Wenn der Kunde es wünscht, modern gestalteten leuchtend blauen Haustür, w i r d a u ch m i t te n i n d e r Na ch t o d e r a m dem achteckigen Esszimmer und den vielen lieWochenende ausgerückt. Etwa wenn ein Fenster bevollen Holzarbeiten ein vom Meister selbst in zu Bruch gegangen ist. zwei Jahren Bauzeit realisierter, stadtbekannter Täglich begegnet Uwe Böcking den Resultaten Hingucker ist. Böcking: „Damit habe ich mir seiner vielseitigen Arbeit. Ob renovierte Facheinen Traum verwirklicht.“ werkhäuser in der Linzer Altstadt, restaurierte

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Die B-Jugend des JSG Linz in der 15-16jährige aus der VG Linz und Umgebung um Tore und Punkte kämpfen. Uwe Böcking links und die Trainer Willi und Peter Stüber rechts

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genießen!

Altes Stadtweingut Bad Hönningen

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arm erhellt das Licht der vielen Kerzen die Räume. Ihr f lackernder Schein wird vo n h o l z ve rt ä fe l te n Wänden sanft zurückgeworfen. Der Geruch von allerlei Köstlichkeiten und eine auf Anhieb heimelige Umgebung machen es dem Gast sehr einfach, sich hier wohlzufühlen. Die Gemütlichkeit steht schließlich der des eigenen Wohnzimmers in nichts nach. Ein durch und d u r ch st i m m i ge s A m b i e n te

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a l s o , d a s m a n i m „ A l te n Stadtweingut“ in Bad Hönningen vorfindet.

Gemütlich ür mich ist es ein Stück Heimat und das möchte ich auch meinen Gästen vermitteln“, sagt Hausherr Franz B r e i te n b a ch sto l z . O b a l s Wirtschaftsgebäude des Winzervereins der Bad Hönninger

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und Ariendorfer oder als jahrelanges Stadtweingut – das um 1900 erbaute Haus hatte schon immer mit dem Rebensaft zu tun. Da lag es nahe, diesen auch in den Namen des Gasthofs aufzunehmen. Franz Breitenbach und seine Lebensgefährtin Andrea Baedorf lassen seit 2007 die Geschichte des Hauses mit viel Liebe zum Detail in seinem Inneren wieder aufleben. Die alt-ehrwürdige n M ö b e l i n d e n z we i


Foto: Carmen Wölm

nicht für gut befinde, biete ich auch meinen Gästen nicht an“, lautet seine Maxime als Koch und Gastgeber. Das Fleisch kauft er nur bei Bauern, die ihre Tiere unter biologischen Aspekten aufziehen. Seit über zwei Jahrzehnten widmet er sich nun schon leidenschaftlich der Kochkunst und legt bis h e u te We rt d a ra u f , d e n Gerichten eine eigene Note zu ge b e n . D a ve r w u n d e rt e s kaum, dass die umfangreiche Speisekarte Freunde lukullischer Genüsse Freudensprünge machen lässt und gl e i ch z e i t i g d e n Geldbeutel zu schonen versteht. Das Einfache wird zum Erstklassigen, wie das Motto

Foto: Carmen Wölm

ranz Breitenbach, steht höchstpersönlich in der Küche und verwendet auss ch l i e ß l i ch r e g i o n a l e P r o dukte. Wild aus den heimis ch e n W ä l d e rn e t wa o d e r Weine vom Bad Hönninger Schlossberg. „Das, was ich

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Edle Tropfen vom Stadtweingut Bad Hönningen d e s G a st h o fs s ch o n s a g t . Neben den Stammgerichten ste h e n a l l e v i e r b i s a ch t

heimische Weine Wochen wechselnde Speisen zur Auswahl. Die Leber hat es den Gästen übrigens beson-

Speiseräumen stammen aus der Zeit zwischen 1880 und 1910, die Wandverkleidung ist ebenfalls dem damaligen Stil angepasst. Gemälde und Spiege l b i e te n n o st a l g i s ch e n Blickfang an den Wänden. Der Boden ist mit weichen Teppichen ausgelegt, die gleichfalls viele Jahre in sich tragen. Bücher und Bildbände über Bad Hönningen liegen für den Gast griffbereit. Ein Wohnzimmer mit Geschichte, in dem es sich zudem gut speisen lässt.

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genießen! ders angetan. Einst a u f d e r S e i te d e r we ch s e l n d e n Gerichte, fand sie bald i n ve r s ch i e d e n e n blumigen Varianten wie „Gef lügelleber im We i n r a u s ch “ einen festen Stammplatz auf der Karte. Aber auch Fisch und das erwähnte Wild, das noch bis Ende J a n u a r a n ge b o te n wird, erfreuen sich großer Beliebtheit.

Foto: Carmen Wölm

uf Vorbestellung können unsere Gäste sogar S p e i s e n , d i e n i ch t auf der Karte stehen, ganz nach eigenem Wu n s ch b e ste l l e n . Franz Breitenbach: leidenschaftlicher Koch mit eigener Note Bei den Öffnungszeiten sind wir ebenfalls f lexibel.“ Ein Gespräch mit Franz Breitenbach macht deutlich, wie sehr ihm das Wohl des Gastes am Herzen liegt. Die Ruhe und Gemütlichkeit seines Hauses hat sich deshalb auch über Bad Hönningen hinaus herumgesprochen. So kommen auch Bonner und Kölner Bürger immer wieder gerne in den Gasthof an der Hauptstraße 182.

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ür Begeisterung sorgen im „Alten Stadtweingut“ regelmäßige kulturelle Veranstaltungen, Jazzabende oder das Hoffest Ende September, das mit Kutschfahrten und historischen Gewändern der Heimatgeschichte liebevoll Tribut zollt. Weinfreunde können auf Anmeldung bei Verkostungen den Geschmack d e s B a d H ö n n i n ge r Re b e n s a f t s e r l e b e n . Gastgeber Franz Breitenbach sorgt dabei auch am Keyboard für das stimmige Ambiente.

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INFOS Öffnungszeiten: Täglich ab 17 Uhr, Dienstag Ruhetag Voranmeldung für: Speisen nach Wunsch, Private Feiern/Gesellschaften/ Seminare/Weinverkostung/Übernachtung Telefon: 0 26 35 - 92 14 68 www.altes-stadtweingut.de

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ausgewählt! Veranstaltungen im

Januar

Karnevalstermine entnehmen Sie bitte der Tagespresse. Samstag, 3. Januar 17.00 Uhr Bad Honnef | Kursaal avendi Hotel, Hauptstr. 22 Neujahrskonzert „Johann Strauß und Zeitgenossen“ Mit dem „Johann Strauß Orchester Köln“ Eintritt: 17,50 p Veranstalter: Seminaris Kongresspark, Tel: 02224/189747, Fax: 02224/189737 oder kongresspark@seminaris.de 14:30 Uhr

Bad Honnef | Adenauerhaus, Konrad-Adenauer-Str. 8c Rhöndorfer Krippenspaziergang Wilhelm Rölver lädt zum Krippenspaziergang auf den Spuren Konrad Adenauers. Er führt von Adenauers Wohnhaus, wo die Weihnachtskrippe der Familie zu besichtigen ist und die Flötenkinder der Musikschule spielen werden, zur Rhöndorfer Pfarrkirche. Dauer der Führung ist ca. 2 Stunden. Anmeldung Tel: 02224/921234 oder besucherdienst@adenauerhaus.de Die Teilnahme ist kostenlos. Auch Sonntag, 4.01., 11:30 Uhr und Dienstag, 6.01., 14:30 Uhr Sonntag, 4. Januar

10:00 Uhr

Hammerstein | Bürgerhaus „Alte Schule“ Traditioneller Neujahrsumtrunk der Ortsgemeinde

14:30 Uhr

Königswinter | Brückenhofmuseum, Oberdollendorf, Bachstr. 93 Die Familien-Ausstellung: Eisenbahnen im Siebengebirge Gezeigt wird u.a. die Heisterbacher Talbahn mit der neuen „Modellanlage Weilberg“. Bis 17.00 Uhr. Eintritt frei!

Sonntag, 4. Januar 17:00 Uhr

Leutesdorf | Hotel Leyscher Hof, August-Bungert-Allee 9 Neujahrskonzert: 125 Jahre Kirchenchor Cäcilia 1884 Leutesdorf Tel: 02631/73133 oder info@leyscher-hof.de

17:00 Uhr

Rheinbreitbach| Katholische Pfarrkirche St. Maria-Magdalena, Kirchplatz Konzert mit Morris Open „Sing, Sing, All Earth – Weihnachts- und Segenslieder aus dem Alten England“ Eintritt 10 p, Eintrittskarten im Pfarrbüro (Kirchplatz 12, Rheinbreitbach, Tel: 02224-2739

17:00 Uhr

Königswinter Oberpleis| Konstantia-Haus, Dollendorfer Str. 35 Chor St. Joseph: Konzert zum Ausklang der Weihnachtszeit


ausgewählt!

Veranstaltungen im

Januar

Karnevalstermine entnehmen Sie bitte der Tagespresse. Freitag, 9. Januar

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20:00 Uhr

Bad Honnef | Kurhaus, Hauptstr. Festlicher Abschlussball der Tanzschule Holtzwarth im Kurhaus. Karten nur im Vorverkauf. Tel. 02224/3361

20:00 Uhr

Linz | Stadthalle Junge Philharmonie Köln Zur Aufführung gelangt ein schwungvolles Programm zum neuen Jahr u.a. mit Werken von Rossini, J. Strauss, Mozart, Offenbach u.v.a. Info: Stadtentwicklungs- und Touristikges. Linz am Rh. mbH Tel: 02644/2526 oder Fax: 981126

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Samstag, 10. Januar 14:00 Uhr

Königswinter | Dollendorfer Parkplatz „Am Rebstock“ Für Frauen: Winterwanderung durch das Siebengebirge, ca. 3 h Frauen, die als Gast mitwandern wollen, sind herzlich willkommen! Angelika Koenen Tel: 02223/4123

20:00 Uhr

Asbach | Bürgerhaus Jubiläumskonzert: 110 Jahre Bläserchor Schöneberg Kartenhotline: Tel: 02683/4804 Sonntag, 11. Januar

15:00 Uhr

Linz | Stadthalle Dia-Vortrag Südafrika, Namibia & Okavango Fotograf, Buchautor und Reiseerzähler Kai-Uwe Küchler zeigt faszinierenden Luftaufnahmen der mächtigen Victoria-Fälle, führt durch das Tierparadies des Okavango Delta und besucht die letzten Nomaden Namibias. Von den roten Riesendünen der Namib und weiter hinein in die Kalahari spannt sich der prächtige Bilderbogen. Unterhaltsam und spannend erzählt der Referent über verlassene Diamantenstädte und die Besiedlungsgeschichte Südafrikas. Infos: Stadtentwicklungs- und Touristikges. Linz am Rh. mbH Tel.: 02644/2526 oder Fax: 981126

20:00 Uhr

Bad Honnef | Kursaal Das Geld anderer Leute – Komödie von Jerry Sterner Landesbühne Rheinland-Pfalz Kartenvorverkauf: Musikhaus Hommerich, Steinstr. 5, Tel./Fax: 02224/5697 Buchhandlung Karl Werber, Hauptstr. 40, Tel: 02224/2601 Stadtinformation Bad Honnef, Bahnhofstr. 3, Tel: 02224/9882746


Mittwoch, 14. Januar Bad Honnef | Physikzentrum 14. Bad Honnefer Winterseminar Das Vakuum des Weltraums und das Nichts Physik – Kosmologie – Philosophie Organisation: Kurt Roessler, Hans Joachim Blome und Gerd Weckwerth Tel: 02227/6590, E-Mail: kurt.roessler@yahoo.de bis Freitag, 16. Januar 2009 Donnerstag, 15. Januar 20:00 Uhr

Königswinter Oberdollendorf | Atelier Ernemann Sander, Laurentiusstr. 40 Jour Fixe bei Ernemann Sander Interessenten am Werk des in Oberdollendorf ansässigen Bildhauers erhalten Gelegenheit, vor Ort Einblick in seine Arbeit zu nehmen. Bis 19.00 Uhr Anmeldung im Siebengebirgsmuseum, Tel: 02223/3703

Foto: Bernhard Niemann

17:00 Uhr

Linz | Stadthalle Jürgen Becker, „Ja, was glauben Sie denn?” Glauben hat Hochkonjunktur, und Weissagungen sind en vogue. Und selbst wer nichts glaubt, muss dran glauben. Kabarett mit Jürgen Becker. Karten im VVK: 18,70 p Infos: Stadtentwicklungs- und Touristikges. Linz am Rh. mbH Tel: 02644/2526 oder Fax: 981126

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Januar

Donnerstag, 15. Januar Königswinter | Siebengebirgsmuseum, Kellerstraße 16 Drachenblut und Nibelungentreue – Die Nibelungen in der Literatur der letzten 800 Jahre Lesung zur Sonderausstellung “Nibelungen - Mythos, Kitsch, Kult” mit Dr. Peter Glasner und Stefan Krüger, Universität Bonn Eintritt: 3,50 p (ermäßigt 2,50 p) Tel: 02223/3703, Fax: 909272 oder info@siebengebirgsmuseum.de Freitag, 16. Januar

Foto: privat

20:00 Uhr

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Königswinter | Bungertshof, Heisterbacherstr. 149 Barbara Ruscher „Nackig! Der Kampf ums letzte Hemd“ Mit satirischem Biss und überwältigendem Charme stellt sich Barbara Ruscher der Schnelllebigkeit unserer Zeit, dem Überangebot an Technik und dem Druck der Gesellschaft. Info-Tel.: 02223/279763 oder info@bungertshof.de

Der Rheinländer · Januar 2009

20:00 Uhr

Bad Honnef | Feuerschlößchen, Rommersdorfer Str. 78 „Aufwind“ Klezmer-Musik

Foto: privat

19:00 Uhr

Freitag, 16. Januar

Samstag, 17. Januar 19:00 Uhr

Bad Hönningen | „Altes Stadtweingut“, Hauptstr. 182 Mit musikalischem Schwung ins neue Jahr Es spielt das Bäderquartett (Streichquartett) Tel.: 02635/921468 oder kontakt@altes-stadtweingut.de Montag, 19. Januar

20:00 Uhr

Königswinter | Aula des Schulzentrums KönigswinterOberpleis „Das Geld anderer Leute“ Komödie von Jerry Sterner Info-Tel: 02244/889233


Dienstag, 20. Januar 19:00 Uhr

Bad Honnef | Praxis für Naturheilkunde und Akupunktur, Bahnhofstr. 16a Akupunktur im Bereich der Suchttherapie – Ein Vortrag von Dr. rer. nat. Holger Jaruntowski Vorgestellt wird ein bewährtes Rezept zur Suchtbekämpfung auf Basis der traditionellen chinesischen Medizin. Eintritt 5 p. Der Vortrag dauert ca. 45 Minuten, um Anmeldung unter Tel.: 0 2224/960498 oder info@jaruntowski.de wird gebeten.

20:00 Uhr

Königswinter | Bungertshof, Heisterbacherstr. 149 Sylvia Brécko „Liebling, findest du mich zu dick?“

Foto: privat

Freitag, 23. Januar

Die ehemalige WDR Fernsehansagerin bietet Kabarett und Musik rund um das Thema der Beziehung zwischen Mann und Frau. Ein fröhlich-freches Programm mit vielen Antworten und noch mehr Musik. Eintritt 15 p Info-Tel: 02223/279763 oder info@bungertshof.de

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ausgewählt! Veranstaltungen im

Januar

Karnevalstermine entnehmen Sie bitte der Tagespresse. Samstag, 24. Januar

Foto: privat

20:00 Uhr

Königswinter | Aula Schulzentrum Oberpleis, Weilerweg 25 „Am schönsten isset, wenn et schön is“ Kabarett mit Konrad Beikircher Karten à 19 p sind erhältlich bei: Buchhandlungen Bücherkreisel, Momente, Seidel & Millinger, Riscop, im bpunkt. und Rathäusern Königswinter und Oberpleis, Info-Tel: 02244/889235

Samstag, 24. Januar 19:00Uhr 20:00 Uhr

Unkel-Heister | Bürgerhaus Kirmes in Heister Festzug Königsball Sonntag, 25. Januar

10:00Uhr 11:00 Uhr

Unkel-Heister | Bürgerhaus Kirmes in Heister, Frühschoppen Hl. Messe in der Kapelle Heister Veranstalter: St. Sebastianus Bürgerverein Heister Sonntag, 25. Januar

17:00 Uhr

Rheinbreitbach | Obere Burg Junges Forum Klassik Kostbarkeiten aus Oper und Konzert, dargeboten von Absolventinnen und Absolventen der von Kammersängerin Professor Edda Moser geleiteten Meisterklasse für Gesang an der Musikhochschule Köln. Eintritt 15 p Förderkreis Obere Burg, fkob@rheinbreitbach.org Montag, 26. Januar

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Durch den Einbau einer maßgefertigten Heizkassette von Stromboli, wird Ihr offener Kamin zu einer technisch zeitgemäßen Zusatzheizung. Keine Zugprobleme, Brennstoffeinsparung von mindestens 50 % und die erzeugte Konvektionswärme ergänzen das Flammenspiel der Feuerstelle. Kompetente und fachgerechte Beratung erhalten Sie durch die Fachfirma Rainer Maaß.

Neustadt | Gemeindebücherei Bernds Puppentheater „ Kasperletheater wie früher für Kinder von heute“, unter diesem Motto präsentiert der Puppenspieler Bernd Schmitt seine Geschichte: „Kasper und der Außerirdische“ für Kinder ab 3. Freitag, 30. Januar

20:00 Uhr

Hauptstraße 10 (B42) · 56598 Hammerstein Telefon: 0 26 35 / 23 29 · Telefax: 0 26 35 / 60 82 www.weingut-scheidgen.de Individuell gepflegte Weine klassischer Rebsorten Eigene Sektherstellung im Champagnerverfahren Edle Destillate

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Königswinter | Bungertshof Heisterbacherstr. 149 Reggatta de Blanc „The Police Tribute“ Als Projekt vom Fan für den Fan klingen Sänger Mick Griese und seine Jungs nicht nur wie The Police, sondern kommen dabei ihrem Vorbild auch noch optisch nahe! Info-Tel: 02223/279763


Samstag, 31. Januar 11:00 Uhr

Bad Honnef | Seminaris, Kongresspark „Aktiv gegen Krebs“ 5. MedizinForum Der Infotag für Interessierte, Betroffene, Angehörige und Ärzte bietet neben vielen Expertenvorträgen über Krebsvorsorgeprogramme und neue Krebstherapien viele Extras für Ihre Gesundheit. Sie können Europas größtes Darmmodell FASZINATION DARM begehen und kostenlos Ihren PSA-Wert testen lassen u.v.a. Programm www.medizinforumbadhonnef.de

Foto: privat

Fotografie-Ausstellung in der Musikschule Klangwerk Linz „Aus nächster Nähe” Blasinstrumente fotografiert von Beate Bareis Die Sinziger Flötistin Beate Bareis zeigt ungewöhnliche Perspektiven sowie Detailaufnahmen von Blasinstrumenten. Die Ausstellung ist noch bis zum 25. Februar 2009 in den Räumen der Musikschule Klangwerk in Linz zu sehen.

Die Musikschule ist montags bis freitags von 13.30 bis 17.30 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei. Am Sändchen 2, 53545 Linz, www.MusikschuleKlangwerk.de

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Aktiv gegen Krebs

5. MedizinForum fragt Experten: Was kann ich tun, um Krebs zu vermeiden? Welche Therapien helfen mir? 31. Januar 2009 Bad Honnef, SeminarisHotel

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Fotos: Felix Burda Stiftung

gesund!


Schauspieler Axel Milberg hat den Darm schon besichtigt

Krebs kann uns alle treffen. Und trotzdem spricht keiner gern darüber. Das 5. MedizinForum – der Gesundheitstag in Bad Honnef – will deshalb mehr Menschen zur Krebs-Früherkennung motivieren und auf die deutliche Verbesserung der Heilungschancen aufmerksam zu machen. m Mittelpunkt der Expertenvorträge von Ärzten aus der Region und auf Infoständen von Pharmaunternehmen sollen diesmal Fragen stehen: Wie kann ich mich vor Krebs am besten schützen? Welche Vorsorgeprogramme gibt es? Welche neuen Therapieformen werden angeboten? Welche Fortschritte bietet die Schmerztherapie? Noch nie war Prävention so anschaulich! Auf dem 5. MedizinForum ist die FASZINATION DARM – das größte Darmmodell Europas – begehbar. Auf 20 Metern Länge wird nicht nur Wi s s e n s we rte s u n d I n te r e s s a n te s z u m “Hochleistungsorgan” Darm vermittelt, sondern auch die Entwicklungsstadien der Vorstufen von Darmkrebs gezeigt. Das große Angebot an Sport im Rahmen der Nachsorge will Mann und Frau mobilisieren. Neben weiteren Extras für die Gesundheit erwartet die Besucher ein kostenloser PSA-Test, StressX-Messung, Tipps für gesunde Ernährung und ein rauchfreies Leben sowie Gyrotonoc und Shiatsu live.

5. MedizinForum, 31.1.2009, 11-17.00 Uhr in Bad Honnef, SeminarisHotel, Alexander-von-Humboldt-Str. 20, Eintritt frei Weitere Infos zum Programm des MedizinForums unter www.medizinforum-badhonnef.de und in der Tagespresse.

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FÜR WEITERE INFORMATIONEN Martina Ihrig Kommunikationsberatung für Ärzte und Kliniken Mühlenpfad 3a 53604 Bad Honnef Tel: 0 22 24 - 91 94 69 Mobil: 01 71 - 2 01 89 45 Fax: 0 22 24 - 91 94 70 E-Mail: info@martina-ihrig.de

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vorgestellt! Ballettgruppe der Musikschule Königswinter mit der Aufführung: „Die Schneekönigin“

Schulaula wurde Kulturzentrum Text und Fotos: Dr. Bernhard Niemann

Die Errichtung des Schulzentrums bedeutete für Oberpleis – damals noch ein Dorf – den Start einer Entwicklung zum kulturellen Treffpunkt der Bergregion von Königswinter. Dazu hat die vorausschauend geplante Aula sehr viel beigetragen. Nur tagsüber haben die drei Schulen den Vorgriff auf ihre gemeinsame Aula für Schulversammlungen, Abi-Ball, andere Schulfeiern, Zentralprüfungen und besondere Veranstaltungen wie den jährlichen Berufsfindungstag. A b e n d s jedoch konkurrieren die Schulen mit Theater, Kleinkunst und Vereinen, mit der Königswinterer Ballettschule, der jährlichen Deutschen Schockmeisterschaft und besonders mit den zahlreichen Karnevalsveranstaltungen um Termine im prall gefüllten Kalender ihrer Aula.

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ieben bis acht sehr schöne Theaterveranstaltungen verdankt Oberpleis der Zusammenarbeit der Stadt Königswinter mit dem Kleinen Theater Bad Godesberg, dadurch indirekt auch mit dem S ch l o s st h e a te r Neuwied. Dessen 40-köpfige Truppe eröffnete die laufende Saison mit dem Musical „My Fair Lady“. Bald darauf kam „Der eingebildete Kranke“ mit A l e xa n d e r G r i l l i n d e r H a u p t r o l l e ; m i t ste h e n d e n Ovationen belohnte das aufges ch l o s s e n e P u b l i k u m d i e Glanzleistung dieser Inszenierung. Am 19 . Januar ko m m t die Komödie „Das Geld anderer Leute“. Martin Semmelrogge verkörpert darin einen Unternehmer, der feindliche Übernahmen liebt – bis er es mit der Anwältin Kate Sullivan zu tun bekommt... Die Saalhöhe von 6,30 m macht für solche Veranstaltungen sogar eine „Auftreppung“ mit a u fste i ge n d e n St u h l r e i h e n möglich; bis zu 415 Zuschauer haben dann beq uem Platz. Auch die Schulen selbst nutzen die Auftreppung für ihre Schülerkonzerte, das Schülertheater, Auftritte des berühmten Schulchores und für die Ko m b i n a t i o n vo n a l l e m i n Musicals!

den, temperamentvoll bis in die Nacht schocken und die aufmerksame Versorgung genießen mit allem, was zum Schocken gehört: also besond e r s m i t B i e r. I h r e g r ö ß te Belastungsprobe jedoch übersteht die Aula im Karneval, wenn „Die Spitze(n) Männer“, die Wiever „Blau-Wiiss“ und die Narrenzunft der Kolpingfamilie gemeinsam mit den u m l i e ge n d e n Ka rn eva l s ve r einen in zahlreichen Sitzungen die Großen des Kölner Karnevals in das heimische Brauchtum einbinden. Jedes J a h r st a u n e n die Gäste aus den Na ch barorten, wie viele hervorrage n d e Ta n z gruppen jeden A l te r s die Karnevalsvereine der Bergregion auf die B ü h n e b r i n ge n . S e l b st d i e größten Kölner Garden finden Platz auf der 150 m 2 großen Bühne, deren Höhe von 8,60 m sogar höchste Sprünge und Würfe ermöglicht.

kulturell und technisch auf der Höhe

eistens jedoch dient die Fläche zur f lexiblen Verteilung von Tischen u n d St ü h l e n f ü r Ve r e i n e , Seniorenfeiern, oder für die jährliche Deutsche Schockmeisterschaft: Bis auf den letzten Zentimeter werden die 745 m 2 genutzt, wenn mehr als 500 Teilnehmer aus ganz Deutschland Platz an Spieltischen fin-

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m Laufe ihres 26jährigen Bestehens wurde die Bühne zum technischen Kunstwerk ausgebaut: Mit Montageschienen für Beleuchtung und S p o t s , m o b i l e m Re g i e p u l t , „ Ve rfo l ge r “ - S p o t u n d L a u t sprecheranlage hat sie hohen Gebrauchswert. Der Förderverein der Musikschule finanzierte sogar eine zusätzliche p r o fe s s i o n e l l e B ü h n e n ko n struktion, die es ermöglicht, Ku l i s s e n a n S ch i e n e n a u f z u h ä n ge n : D a s e r h ö h t d i e Sicherheit enorm, wenn Kinder aufgeregt ihrem Auftritt entgegenfiebern. Soweit ihr Terminkalender es zulässt, steht die Aula auch für Ve r e i n s j u b i l ä e n , B e t r i e b s feiern, Weihnachtsfeiern und

Alexander Grill als „Der eingebildete Kranke“

Schockmeisterschaft…

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… und Karnevalsfeiern anderes zur Verfügung. Inform a t i o n e n ü b e r k ü n f t i ge Veranstaltungen oder über die Anmietung gibt die Kultusverwaltung im Rathaus Oberpleis, Tel: 0 22 44 - 889 233/ 235.

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legendär!

Spukgeschichte: Die Geister der Marienburg von Werner Schönhofen

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m Nordende Leutesdorfs liegt am Rheinufer das 1750-1754 erbaute Barocks ch l ö s s ch e n M a r i e n b u rg . Vo n i h m berichtet die Sage, dass es dort in vergangenen Zeiten spukte. Und zwar soll der Geist durch den großen Garten gekommen sein, von da in den Hof, dann in das rechte Seitengebäude und seinen Weg unter großem Rumoren die Treppe hinauf in das obere Stockwerk fortgesetzt haben. Schließlich sei er dann wieder hinab in die Küche und schließlich in die Speisekammer entschwunden. um Hintergrund: Von einem Junker der Marienburg wiederum wurden grausame Geschichten erzählt – wie er die Bauern hart bedrängt habe und einen Kontrahenten wegen eines Streites bei der Jagd sogar hinterhältig erschossen haben soll. Und schließlich, dass in

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der Burg tagtäglich das Laster Einzug hielt. In Gestalt fremder Gäste, die zum Tanzen und Tafeln vorfuhren. Kein Fastentag wurde davon ausgenommen, so auch nicht der Todestag Jesu, der Karfreitag. as wurde der feinen Gesellschaft jedoch zum Verhängnis. Als ein grauenvoller Schrei durch das Dörfchen hallte, eilten die Menschen herbei, um eventuell Hilfe zu leisten. Sie fanden jedoch kein menschliches Wesen mehr vor, lediglich eine verwüstete Speisehalle, die später zur Küche umfunktioniert wurde. Der Gestank von Schwefel und das versengte Barett des Junkers aber waren den Bürgern Zeugnis genug: Der Junker und seine Tischgenossen mussten des Teufels Beute geworden sein. Seit diesem denkwürdigen Tag spukte es laut Überlieferung in der Burg.

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H e i m a t m a g a z i n

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Rheinländer 05 Januar 2009  

Chorgesang

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