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: s A he TR lic al E X te r d t in ie W W J체disches Leben in Linz

Klopft an T체ren! Als Sternsinger unterwegs in Oberpleis: Valentin und Magdalena Annerbo, Isabelle und Marie-Christin Sudmann und Jonathan Kr채mer Petersberg Teil 2

Grete Fluss Unkel

Tango mit der Stasi

Patchwork Rheinbrohl


an historischen Orten Literatur in Unkel

Mittwoch, 21. März bis Sonntag, 25 März 2012 Berühmte Dichter und Schrift steller haben in Unkel gelebt und ihre Spuren hinterlassen. Dieses literarische Erbe greift Der RHEIN LÄNDER für ein Literatur fest – an historischen Orten – auf. Vorverkauf: RHEINLÄNDERHeimatladen, Pützgasse 2, 53572 Unkel, Tel. 02224-7796512, Weitere ausführliche Infor matio nen zu Künst lern und Veranstal tungen in einem eigenen Prospekt und unter: www.rhein laendermagazin.de Änderungen vorbehalten Mittwoch, 21. März, 19 Uhr Vortrag: Gabriele Büch: „Die Sternenblume der Freund schaft“ - Sibylle MertensSchaaffhausen und Adele Schopenhauer in Unkel Christinenstift, Eintritt: 8 Euro, inkl. freie Getränke* und kleine Speisen (Besucherzahl auf 40 begrenzt) Donnerstag, 22. März, 20 Uhr Erzähltheater mit Menü Schauspieler Achim Brock spricht, spielt und führt auf: „Die kulinarischen Abenteuer des Fra Bartolo“ von Leonhard Reinirkens Weinhaus Zur Traube, Lühlingsgasse 5, Eintritt inkl. 4Gang-Menü: 59 Euro (Getränke werden separat abgerechnet), Anmeldung erforderlich, Besucherzahl auf 90 begrenzt

Achim Brock

Freitag, 23. März, 18 Uhr Lesung: Henning Niemeyer trägt Gedichte und Texte von Ferdinand-Freiligrath vor Freiligrath-Haus, Eingang Pützgasse, Eintritt: 8 Euro inkl. freier Getränke* (Besucherzahl auf 40 begrenzt) Freitag, 23. März, 20 Uhr Krimi-Abend lokal: Judith Merchant aus Königswinter und Thomas Görden aus Linz lesen aus ihren Kriminalromanen: „Nibelungenmord“ und „Die Krypta“ Gewölbekeller der „Schweppenburg“, Lehngasse 1 Eintritt: 9 Euro inkl. freier Getränke* (Besucherzahl auf 40 begrenzt) Achtung: steile Treppe, für Gehbehinderte ungeeignet!

Der Rheinländer · Januar 2012

Jürgen Kehrer Sonntag, 25. März, 12 Uhr Vorstellung der Neuauflage der Novelle „Adelaide – Beethovens Abschied vom Rhein“ von Josef Winckler Gefängnisturm an der Rheinpromenade, Eintritt frei! Sonntag, 25. März, 18 Uhr Lesung: Schauspieler Matthias Haase liest aus der Novelle „El Greco malt den Großinquisitor“ von Stefan Andres Haus Kore, das ehemalige Wohnhaus von Stefan Andres, Auf dem Rheinbüchel 36 Eintritt: 15 Euro inkl. Begrüßungstrunk (Besucherzahl auf 40 begrenzt)

Judith Merchant Samstag, 24. März, 15 Uhr Nachmittag für Weltverbesserer Jürgen Becker, Martin Stankowski und Franz Meurer stellen ihr Buch „Von wegen nix zu machen … - Werkzeugkiste für Weltverbesserer“ vor Mensa der Stefan-AndresRealschule plus, Linzer Str. 7 B, Eintritt: 18 Euro, darin enthalten: Buch „Von wegen nix zu machen“ (Wert: 8,99 Euro), Getränke und Speisen werden separat angeboten (Besucherzahl auf 199 begrenzt)

* solange der Vorrat reicht Seite 2

Samstag, 24. März, 20 Uhr Krimi-Nacht national mit Jürgen Kehrer (WilsbergKrimis), Brigitte Glaser (Kölnund Katharina-SchweitzerKrimis) und Jan Costin Wagner (Kimmo-Joentaa-Krimis) Ehemaliges Vogtshaus Kleines Schulz, Vogtsgasse, Eintritt: 18 Euro inkl. freie Speisen vom Buffet (Besucherzahl auf 80 begrenzt) Foto: Sarah Koska

Unkeler Literaturfest

Freitag, 23. März, 15.30 Uhr Märchen-Erzähl-Theater Schauspieler Achim Brock spricht, spielt und führt auf: Das Märchen „Zwerg Nase“ von Wilhelm Hauff Mensa der Stefan-Andres-Real schule plus, Linzer Str. 17 B Eintritt: Erwachsene: 5 Euro, Kinder: 3 Euro, Geschwisterkinder: 2 Euro (Besucherzahl auf 199 begrenzt)

Matthias Haase


Editorial

Liebe RHEINLÄNDER … … wir haben uns was vorgenommen! nfang Januar formuliert im beiliegenden Veran stal man oft gute Vorsätze tungs prospekt für das komund nimmt sich für das neue mende erste Halbjahr 2012 Jahr viel vor. (siehe auch links). ir wollen weiter daran in weiterer Höhepunkt arbeiten, mit unseren wird in Unkel das Stra Ve ra n st a l t u n ge n k u l t u r e l l e ßen musikfestival „Ars fontana Aspekte des Rheinlands zu – Musik in Unkeler Gassen“ vertiefen. sein, das wir zu sam men mit dem n Un ke l , wo Literatur und Musikhaus Homs i ch Der Musik merich am Sams RHEIN LÄNDER mit tag, 12. Mai ausHeimatladen und richten werden. Dazu wird es Redaktions sitz niedergelassen vierzehn Ars fontana-„Platz hat, gibt es wie sonst nirgends konzerte“ geben, die ab April in unserer Region ein umfangan Sonn- und Feiertagen in reiches literarisches Erbe, desUnkel stattfinden. s e n b e ka n n te ste Ve rt r e te r reuen Sie sich mit uns Ferdi nand Freiligrath, Stefan auf herausragende Ver Andres und Leonhard Reinir kens sind. an staltungen auch in unserem iesem Ve rm ä ch t n i s Heimatladen. Künstler und m ö ch te n w i r ge r e ch t Termine finden Sie in unserer werden, wenn wir im März ein Bei lage. „ Un ke l e r L i te ra t u rfe st a n historischen Orten“ veranstalWolfgang Ruland ten. Hier treten nicht nur die Herausgeber Texte oder die prominenten Vortra gen den sondern auch d i e Ve ra n st a l t u n g s o rte a l s H a u p t a k te u r e a u f . E rste Informa tionen dazu finden Sie

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Zwölf Platzkonzerte

Sommer 2012

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inhaltlich! A59

Stieldorf Vinxel

D a s

Oelinghoven Oberpleis Oberdollendorf Niederdollendorf Thomasberg Berghausen Heisterbacherrott

Bonn

Königswinter

Königswinter

Buchholz

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3

Eudenbach

Ittenbach

Liebe RHEINLÄNDER … … wir haben uns was vorgenommen!

Asbach Rhöndorf

Aegidienberg

VG Asbach

Bad Honnef

VG Unkel

Rheinbreitbach Bruchhausen

Remagen

KasbachOhlenberg Ockenfels

Linz

Neustadt

Vettelschoß

Sinzig

Roßbach Breitscheid

VG Linz

Da kommen die Könige mit ihrem Stern! Die Heiligen Drei Könige, Erpel und die Sternsinger

literarisch!! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .16

Hausen

Bad Hönningen Rhein

Titel! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8

VG Waldbreitbach

St. Katharinen

Dattenberg Leubsdorf

Ahr

Nachrichten aus der Region

A3

Unkel Erpel

kurz & knapp . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6

Windhagen

Bad Honnef

H e i m a t m a g a z i n

Waldbreitbach

Auf ein Tänzchen mit der Staatssicherheit

Niederbreitbach

VG Bad Hönningen B42

engagiert! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1 8 Auf den Spuren der Linzer Juden

Wied

Datzeroth

Rheinbrohl

besichtigt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .22

Hammerstein

Gipfeltreffen

querbeet! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .25

Leutesdorf

Garten im Januar Andernach

Neuwied

besichtigt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .26 Unkeler Stux im Winterkleid

. IMPRESSUM Gründungsjahr 2008 Verbreitung: Königswinter, Bad Honnef. VG Unkel, VG Linz VG Bad Hönningen, VG Asbach, VG Waldbreitbach Erscheinungsweise: monatlich Jahresabonnement: p19,50 (nur Portokosten) Auflage: 15.000 V ERLAG D ER R HEINLÄNDER Inh. Sandra Peukert Pützgasse 2 · 53572 Unkel Tel: 0 22 24 - 7 79 65 12 info@rheinlaender-magazin.de www.rheinlaender-magazin.de Bankverbindung: Konto: 20006623, SSK Bad Honnef BLZ 38051290 Steuernummer: 32/128/57128, Finanzamt Neuwied Herausgeber: Wolfgang Ruland (v.i.S.d.P.) Grafisches Konzept und Satz: Ruland Werbung & Grafik, www.ruland-grafik.de

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Der Rheinländer · Januar 2012

Redaktion: Martina Kefer, Gudrun von Schoenebeck, Bernd Zimmermann, Andreas Kossmann, Cäcilia Frings-Ruland, Bernhard Niemann, Gaia Born, Hans Ziegler Fotos: Dieter Ruland, Wolfgang Ruland (falls nicht anders angebeben) Anzeigenannnahme: Wolfgang Ruland, Tel: 0 22 24 - 7 79 65 12, Mobil: 01 76 - 60 84 15 18 Anzeigenschluss: jeweils zum 15. des Vormonats Druckunterlagen an: info@rheinlaender-magazin.de Reprofähige Text- und ungerasterte Bildvorlagen EPS-, TIFF-, PDF-Dateien Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Vervielfältigung, Speicherung und Nachdruck von Texten, Bildern und Grafiken nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandtes Bildund Textmaterial wird keine Haftung übernommen. Alle Angaben im Heft nach bestem Wissen und Gewissen. Wir übernehmen keine Gewähr bei Irrtümern oder Druckfehlern.


inhaltlich!

damals! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .28 Grete Fluss: Schweres Geschütz des Frohsinns

handwerklich! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .32 Rheinbrohler „Patchwork Familie“

genießen! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .34 Café Muckefuck: Genüssliche Auszeit

Sternsinger

ausgewählt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .36

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Veranstaltungen im Januar

damals! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .40 Früher – heute

winterlich! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .44 Das Wiedtal

Auf ein Tänzchen mit der Stasi Seite 16

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Auf den Spuren der Linzer Juden Seite 18

Schweres Geschütz des Frohsinns Seite 28

Gipfeltreffen Seite 34

Winterliches Wiedtal Seite 44

Der Rheinländer · Januar 2012

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kurz & knapp! Der aktuelle RHEINLÄNDER-Rechtstipp:

Streit in der Erbengemeinschaft – Kinder werfen Witwe aus dem Haus Der Ehemann verstirbt, seine Witwe möchte weiter im Familienheim leben. Seine zwei Kinder jedoch wollen das Haus lieber verkaufen und den Erlös teilen. Somit ist Streit vorprogrammiert und der Familienfrieden nachhaltig gestört. Wenn der Ehemann ohne Testament oder Erbvertrag stirbt, wird er von seinen gesetzlichen Erben beerbt. Die Witwe bildet gemeins a m m i t d e n z we i K i n d e rn e i n e E r b e n gemeinschaft mit der Folge, dass der Nachlass des Ehemannes gemeinsames Vermögen wird. Die Kinder können jederzeit von der Witwe die Erbauseinandersetzung verlangen. Sind sie sich einig, kann ein Erbauseinander setzungs vertrag geschlossen werden und die Aufteilung des Erbes wird friedlich über die Bühne gehen. Wenn sich die Witwe und die beiden Kinder jedoch nicht über die Verwertung des Hauses einigen können, besteht für die Witwe die Gefahr, dass die Kinder eine Teilungs ver steigerung beantragen und die Witwe aus dem Familienheim ausziehen muss, wenn sie selbst das Familienheim nicht ersteigern kann. Diese Situation hätte mit großer Wahrschein lichkeit vermieden werden können, wenn der Erblasser seine Ehefrau in einem Testament als Alleinerbin eingesetzt hätte. In diesem Falle

hätten die enterbten Kinder zwar einen Pflichtteilsanspruch gegen die Witwe gehabt. Dieser beträgt jedoch zum einen nur die Hälfte des Wertes des gesetzlichen Erbteils und ist zum anderen ein reiner Zahlungsanspruch. M ö gl i ch e r we i s e h ä t te d i e Wi t we d i e s e Pflichtteilsansprüche in finanzielle Schwierig keiten gebracht, wenn sich im Nachlass abgesehen von dem Familienheim keine Vermö gens werte befunden und sie ihre Kinder nicht hätte auszahlen können. Zum Schutz des überlebenden Ehegatten hätten die Eltern zum Beispiel mit den Kindern Pflichtteils verzicht verträge vereinbaren oder in einem sogenannten Berliner Testament Verwirkungs- und Straf klauseln aufnehmen können. Die In an spruch nahme des Pflichtteils kann dadurch für die Kinder so unattraktiv wie möglich gemacht werden. Michael Paul Fachanwalt für Erbrecht, Fachanwalt für Familienrecht

Jubiläum: Fünf Jahre Werksverkauf im Haus Rabenhorst

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Der Rheinländer · Januar 2012

nannt. So lässt sich der Werksverkauf noch einfacher finden. www.haus-rabenhorst.de

Foto: privat

U n k e l . D a s H a u s R a b e n h o r st ko n n te i m Dezember das fünfjährige Jubiläum seines Werksverkaufs feiern. Das Unternehmen mit mehr als 200 Jahren Tradition und Erfahrung bietet vor Ort neben den Rabenhorst-Säften auch die beliebten Kinder säfte von Rotbäckchen an. Als der Laden für den Direktverkauf auf dem Firmengelände in Unkel 2006 zunächst als Testprojekt startete, sprach es sich in der Re g i o n s ch n e l l h e r u m , d a s s h i e r j e d e n Donnerstag und Freitag von 14 bis 18 Uhr über 60 verschiedene Säfte zu Werksverkaufspreisen angeboten werden. Die Straße an der B42, an der Haus Rabenhorst seit 126 Jahren ansässig ist, wurde kürzlich von Scheurener Straße in Rabenhorststraße umbe-


kurz & knapp! Dreifach-Jubiläum für Malermeister Bernd Becker

Foto: Andreas Kossmann

Rheinbrohl. Malermeister Bernd Becker kann 2011/2012 auf ein drei faches betriebliches Jubiläum blicken. Zunächst wurde ihm am 19. November von der Kreis hand werkerschaf t Rhein-Wester wald anlässlich seines 25-jährigen Meisterjubiläums der Silberne Meisterbrief in Form einer Ehrenurkunde überreicht. Im Januar kann er zudem auf eine zehnjährige Tätigkeit als Obermeister der Maler- und Lackierungsinnung Neuwied zurückblicken und möchte die erfolgreiche Arbeit insbesondere im Ausbildungsbereich fortführen. Am 1. Juli steht das 25-jährige Firmenjubiläum der Kossmann & Becker GmbH an, welche sich in ihrer Tradition in der Nachfolge auf Emil Vernaleken bezieht, d e r b e r e i t s 19 0 5 s e i n e n M a l e r b e t r i e b i n Rheinbrohl gründete. Dieser wurde dann nach seinem frühen Tod von Schwiegersohn Lorenz Koss mann und ab 1987 schließlich von Ulrich Kossmann und dem jungen Malermeister Bernd Becker übernommen, der seit seiner Lehre dem Betrieb angehört. D i e Fi rm a Ko s s m a n n & B e cke r G m b H i st Fachbetrieb für Malerarbeiten und Fußboden verlegung rund um den Limes und besteht neben den hand werklichen Ausführun gen auch aus einem Laden lokal in Rheinbrohl (Wilhelm str. 2), wo sämtlicher Bedarf erhältlich ist oder in kürzester Zeit zur Verfügung steht. In diesem Ladenlokal f indet man zudem das Schuh fachgeschäft “Schnürsenkel”, das von Angelika Becker betrieben wird. | AK

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Titel!

Da kommen die Könige mit ihrem Stern... Anfang Januar sind wieder über all die Sternsinger unterwegs. RHEINLÄNDER-Redakteurin Gaia Born hat angehende Stern singer in Linz und Ober pleis besucht.

Auch in Linz sind die Sternsinger unterwegs

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Der Rheinländer · Januar 2012


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ch, Süßigkeiten!“ Lena, 8 Jahre, schüttelt leicht gelangweilt den Kopf. „Davon haben wir doch zu Hause genug!“ Nein, die Süßigkeiten sind bei den meis ten Kindern, die sich im Pfarrheim St. Martin in Linz versammelt haben, nun wirklich nicht der Grund, warum sie beim Stern singen mitmachen wollen. nsgesamt 26 Kinder zwischen acht und v i e r z e h n J a h r e n h a b e n d e n We g i n s Pfarrheim gefunden. „Das sind nur diejenigen, die noch nicht so oft dabei waren oder sich für das diesjährige Motto („Klopft an die Türen, pocht auf Eure Rechte“) interessieren“, sagt Dr. Herta Brink mann, lang jähriges Mit glied des Pfarr gemeinde rates. Sie betreut auch dieses Jahr gemeinsam mit Britta Ortmans, Lehrerin a n d e r B ü rge rm e i ste r- C a ste n h o l z Grundschule, das Projekt Stern singer. „Die Messdiener hatten gestern zum Beispiel eine Übernachtungsparty hier im Pfarrheim, die wären heute viel zu müde zum Zuhören“, lächelt Brinkmann verständnisvoll. „Aber insgesamt haben wir meist um die zwölf Gruppen, in die etwa 50 Kinder aufgeteilt sind.“

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20*C+M+B+12 uf dem Boden ausgebreitet liegen die Utensilien, die die Sternsinger immer mit sich führen: der goldene Stern am Stab, die Sammelbüchse, Kreide und Aufkleber mit der Aufschrift 20*C+M+B+12. Was genau macht man nun damit? Die Kinder wissen es genau, die Finger f liegen in die Luft und gemeinsam berichten sie: Jeweils drei als „Heilige Drei Könige“ verkleidete Kinder gehen mit dem Sternenträger und einem jugendlichen oder erwachsenen Begleiter von Tür zu Tür und singen den Bewohnern eines ihrer DreikönigsLieder oder sagen ein Gedicht auf. Dann segnen sie das Haus, indem sie mit Kreide – oder dort, wo es gewünscht wird auch mit dem Aufkleber – die segnenden Zahlen und Buchstaben anbringen. Segnend? Ja, denn das C+M+B steht gar nicht für die Namen der heiligen Drei Könige Caspar, Melchior und Balthasar. Schon im 16. Jahrhundert stand die Buchstabenreihe für den Segensspruch „Christus benedicat mansionem“, also „Christus segne dieses Haus“. Und für diesen Segen bedanken sich die Hausbewohner mit Süßigkeiten für die Kinder und einer Spende für die Aktion.

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Titel! e i t 19 5 9 w i r d d a s Ste rn s i n ge n vo m Kindermissionswerk getragen und ist mittlerweile die größte „Kinder sammeln für Kinder“-Aktion der Welt. Jedes Jahr gibt es ein neues „Beispielland“, für das speziell gesammelt wird. Dieses Jahr ist das Nicaragua. Auf der großen, auf dem Boden ausgebreiteten Welt karte suchen die Sternsinger-Kinder erst einmal das kleine Land in Mittelamerika. Dann folgt ein Film, in dem Armin Maiwald, be kannt aus der

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erfahren haben. Aber auch ein Kinderradio, das schwierige Themen wie sexuelle Gewalt aus dem gefährlichen Schweigen herausholen möchte, wird dieses Jahr unterstützt, ebenso ein Zent rum, das Mädchen Selbstverteidigung beibringt. ie jungen Stern singer lauschen gebannt, der Film gibt viele Informationen, einige mit denen sie vielleicht noch nicht allzu viel anfangen können – und die hoffentlich nicht

Für Nicaragua 2012

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Segensspruch für die Haustür „Sendung mit der Maus“, das Land und seine Be wohner vorstellt. Aber nicht nur über Lebens gewohnheiten und landestypische Gegeben heiten erfahren die Kinder etwas. Offen und teils verstörend deutlich erzählt der Film von den Problemen der Kinder in Nicaragua und stellt die Projekte vor, die mit den gesammelten Spenden unterstützt werden. Da ist etwa eine Jugendeinrichtung, die Klebstoff schnüffelnden Kindern tagsüber Sinn und Struktur bietet, oder ein Heim für Mädchen, die sexuelle Gewalt

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falsch aufgenommen werden. Aber der Wunsch der Stern singer-Anwärter, den Kindern in Nicaragua zu helfen, ist geweckt, das Ziel erreicht. Viele Sternsinger motiviert neben dem Spaß, den sie miteinander in der Gruppe haben, der Gedanke, etwas Gutes zu tun. ie Erfahrung hat auch Ursula Haaks, 24, gemacht. Sie organisiert die Sternsinger-Aktion in Oberpleis für den Pfarrverband am Ölberg, b e ste h e n d a u s d e n P fa rr e i e n I t te n b a ch , Oberpleis, Eudenbach, Stieldorf und Thomas -

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berg-Heisterbacherrott bereits seit fünf Jahren und kennt die Motive der Sternsinger aus eigener Erfahrung: „Ich bin selbst schon früh mitgegangen“, sagt sie. „Wir haben immer viel Spaß gehabt – und zwischen den einzelnen Gruppen entbrennt oft ein richtiger Wettbewerb: Wer sammelt am meisten? Das ist auch abends, nach einem Sternsinger-Tag das Wichtigste: nicht, wie viele Süßigkeiten man bekommen hat, sondern wie hoch der Spenden betrag ist.“ nd die Spendensumme kann sich sehen lassen: 2011 nahmen die Oberpleiser Sternsinger 13.785,55 Euro ein, sogar knapp 500 Euro mehr als im Jahr zuvor. Auch das Gesamtvolumen der bundesweiten Spenden ist beachtlich: Die deutsche Sternsinger-Bewegung, brachte 2011 insgesamt 41,8 Millionen Euro ein, gesammelt von rund 500.000 Kindern aus 11.622 Pfarr gemeinden. Die Zahlen beeindrucken, denn man würde doch in heutigen Zeiten eher mit rückläufigen Teilnehmerzahlen und Spendenbeträgen rechnen. Doch die Statis tik zeigt: Die letzten Jahre blieben sowohl die Anzahl der beteiligten Stern singer-Kinder als auch die Spenden einnahmen stabil. ennoch wird es von Jahr zu Jahr schwerer, die erforderliche Zahl an Kindern und Betreuern zusammenzubekommen. Denn sowohl die Linzer Sternsinger als auch die Oberpleiser möchten weiterhin von Haus zu Haus ziehen und nicht vereinzelte „bestellte“ Besuche abhalten, wie das in manchen Pfarreien schon der Fall sein soll. „Dafür brauchen wir dann schon unsere Stamm-Stern singer, es gibt einige, die schon seit Jahren kommen und jedes Jahr wieder mitmachen möchten“, sagt Haaks.

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Yannik (rechts) begleitet die Linzer Sternsinger

Der Rheinländer · Januar 2011

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Archivfoto: Frank Homann

Titel!

Aussendung der Rhöndorfer Sternsinger annik, 14, ist einer von ih nen, er be gleitet die Linzer Stern singer bereits seit fünf Jahren und hat eine steile Karriere vom König zum Sternen träger, der vorgehen und auch an den Türen klingeln darf, bis zum Be treuer hinter sich. „Ich fand’s einfach so cool, dass ich immer wieder mitgemacht habe“, grinst er. ie Kinder sind nicht das Pro blem“, sagt H a a ks . „ D i e E l te rn t ra u e n i h r e n Kindern immer weniger zu. Wir haben uns damals über Schnee beim Sternsingen gefreut, das artete immer in wilde Schneeballschlachten und einen Riesenspaß aus. Heute fragen die Eltern besorgt: ,Aber es hat doch geschneit, Sie wollen doch heute nicht wirklich gehen?’ Wir sagen dann nur: ,Klar, fragen Sie mal Ihr Kind!’“ ber auch neue Sternsinger kommen jedes Jahr dazu: „Wir sind Kom munionkinder aus Ohlenberg und aus unserer Gruppe gehen fast alle mit“, meinen Jan und Lena, beide 8 Jahre alt. Auch aus den Reihen der Mess diener und Pfad finder kommen immer wieder Stern singer dazu. Und natürlich bringen die alten Stern singer-Hasen auch gern ihre Freunde mit. „Schade ist es, wenn die Eltern gerade in dieser Zeit in den Urlaub fahren möchten. Das wird leider immer häufiger“, bedauert Haaks. abei muss man den kleinen Sternsingern nur einmal zuhören, um erstaunt festzustellen, dass es für sie wichtigere Dinge auf der Welt gibt, als Urlaub unter Palmen im tiefsten Winter oder Naschereien im Überfluss. „Ich finde es richtig toll, dass die Leute sich so freuen, wenn wir kommen“, sagt Yannik. Auch

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Daniel, 9, hat einen ungewöhnlichen Grund, schon im dritten Jahr mitzugehen: „Es ist spannend, wie die Leute so reagieren. Nicht alle freuen sich. Da darf man sich dann nicht ärgern“, meint er weise. Und Laura, 8, rückt ihren B a l t h a s a r-T u r b a n z u r e ch t u n d ergänzt: „Schließlich wissen nicht alle, was wir machen. Wir spenden nämlich für andere Kinder!“

TERMINE 25. Dezember 2011 bis 6. Januar 2012: Sternsinger des Pfarrverbandes am Ölberg gehen von Haus zu Haus 6. Januar 2012: Empfang der Sternsinger des Pfarrverbandes am Ölberg bei Bürgermeister Peter Wirtz mit anschließendem DankesImbiss 5. Januar 2012: feierliche Aussendungs gottesdienst in Ohlenberg für die Sternsinger von Kasbach, Ohlenberg und Ockenfels 6. Januar 2012: feierlicher Aussendungs gottesdienst in Linz, St. Martin für die Stern singer von Linz 6. bis 8. Januar 2012: Sternsinger von Linz, Ohlenberg, Ockenfels und Kasbach gehen von Haus zu Haus


Titel!

Die Heiligen Drei Könige, Erpel und die Sternsinger Am 6. Januar wird von Katholiken das Dreikönigsfest gefeiert. Die Reliquien der Heiligen wurden im Jahre 1164 von Mailand nach Köln gebracht. Auf dieser Reise sollen sie auch in Erpel Station gemacht haben. von Wolfgang Ruland

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m Gegensatz zu St. Martin und St. Niko laus, die sich zumindest annähernd auf historische Personen zurückführen lassen, erscheint die Geschichte der Heiligen Drei Könige als rein christliche Legende. m Matthäus-Evan ge lium ist von „Weisen“ die Rede, die einem Stern nachgefolgt sind, den neugeborenen Christus im Beth lehemer Stall entdeckt und angebetet haben. Die Bezeichnung im Original text könnte als „Magier“ oder „Stern deu ter“ gelesen wer-

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den. Ab dem 3. Jahrhundert beginnt eine reiche Legen den bildung, aus der sich die An zahl und die Bezeich nung als „Kö nige“ herleitet. Erst Jahr hunderte danach schreibt man Ihnen die heute bekannten Namen zu: Caspar, Melchior und Balthasar. uch die Herkunft der Reliquien liegt im historischen Dunkel. Sie sollen, so heißt es später, um 350 nach Mailand gekommen sein, wo sie 1158 mit einem Paukenschlag auftau-

Weise, Magier oder Sterndeuter

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Erpeler Wappen mit den drei Kronen (oben) und Pfarrkirche St. Severinus

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Titel!

Warum verstehst Du immer alles falsch? „Du hattest schon zwei Bier“, sagt die Frau zu ihrem Mann beim geselligen Abend. Der Mann schaut sie kurz an und stellt das Glas wieder ab. Ich überlasse es gerne Ihrer Fantasie sich auszumalen, wie die beiden sich danach fühlen und wie der Abend wohl weitergegangen ist. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, wie das Gesagte gemeint sein kann und wie es verstanden wird. Zunächst ist es ja eine rein sachliche Information der Frau an den Mann. Sie könnte aber auch damit eine Bitte formuliert haben: „Du hattest schon zwei Bier (und musst noch fahren, also trink besser Was ser).“ Als zusätzliche Information hat sie vielleicht auch etwas über die Beziehung zwischen sich und ihrem Mann ausgesagt: „Du hattest schon zwei Bier (ich bin besorgt um Dich).“ Zuletzt sagt sie auch etwas über sich selbst aus: „Du hattest schon zwei Bier (ich darf dir etwas sagen und erwarte, dass Du es an nimmst).“ Das sind vier mögliche Inter pretationen auf vier Ebenen: Sachlich, Auftrag, Gefühl und Selbstbild. Der Hörer kann dies ebenso auf vier verschiedenen Ebenen hören: Sachlich (danke für die Information), Auftrag (ich weiß was ich tue), Beziehung (warum vertraust Du mir nicht) und das wahrgenommene Selbstbild (jetzt erst recht noch ein Bierchen). Ein Aspekt der Kommunikation ist es, als Hörer darauf zu achten, auf welcher Ebene der Sprecher seine Aussage tätigt und umgekehrt ist es für den Sprecher sehr bedeutsam, darauf zu achten, auf welcher Ebene der Zuhörer das Gesagte wohl verstehen wird. Dazu ist gegenseitige Achtsamkeit notwendig: seine Worte aufmerksam zu wählen und sich in den Zuhörer einfühlen führt zu geschärf ter Wahrnehmung und Infor mationensverarbeitung. Dadurch kann eine neue Qualität der Gespräche entstehen - zu Hause und im Beruf. Übung und noch viel mehr spannende Aspekte dazu erfahren Sie in meinen Kursen. Infos erhalten Sie unter Tel. 02645-974 751 und office@mavari.de. Marcus van Riet

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Der Rheinländer · Januar 2012

Foto: privat

Der Mavari-Lebensrat

chen, als sie wegen einer Bela gerung durch Friedrich Barbarossa in Sicherheit gebracht werden sollen. Aber alle Schätze der Stadt fallen 1162 in die Hände des Kaisers, der zwei Jahre später, 1164, die Reliquien an seinen Reichs kanzler und Erzbischof von Köln, Rainald von Dassel, übergibt. Am 11. Juni 1164 reist der Erzbischof von Mailand ab. Er nimmt den Weg über Turin und Burgund und erreicht, so nimmt man an, in Breisach den Rhein. Man hat wohl den Wasserweg gewählt, um Räubern keine großen Angriffs möglich kei iten zu geben. Schon am 23. Juli gelangen die Reliquien, neben denen der Heiligen Drei Könige noch von vielen anderen, in Köln an. Sie sind also auch an Erpel vorbeigefahren - zumindest.

Dreikönigsschrein im Kölner Dom ine Legende von dieser Fahrt erzähl , dass der Schiffskonvoi bei Erpel und Remagen angehalten habe und durch nichts fortzubewegen gewesen sei. „Erst als Rainald gelobte, die von Gott für diesen Ort bestimmten Reliquien auszuliefern, hätten die Boote ohne menschlichen Einsatz das Ufer angesteuert“, schreibt der Theologe Manfred Becker-Huberti. Man habe dann die Reliquien des Apollinaris für Remagen ausersehen. Bei Becker-Huberti erfahren wir jedoch weiter, dass Remagen schon vor 1164 die Reliq uien beherbergte, „die dem heiligen A p o l l i n a r i s z u ge s ch r i e b e n we r d e n , d e r e n Herkunft und Echtheit nicht zweifelsfrei nachzuweisen sind.“ rpeler Heimat forscher indes vermuten, dass Rainald von Dassel seine Schiffe bei Erpel habe anhalten lassen, um, nun auf sicherem Kölner Herrschaftsgebiet, die Ankunft in Köln anzukündigen und vorzubereiten. Für die „Übernachtung“ der Heiligen Drei Könige im

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Vorgängerbau der heutigen Pfarrkirche St. Bildnis des Severinus gibt es jedoch keinen Nachweis. Rainald von Dassel an hat gerne das Erpeler Wappen mit (Detail den drei Kronen als Beleg für die Dreikönigsschrein) Anwesenheit der Heiligen Drei Könige herangezogen. Es könnte aber auch auf eine enge Beziehung es Ortes mit Köln hindeuten – drei Kronen als Beweis der Verehrung der Heiligen versuchen später gibt es auch in anderen Wappen, auch Handwerker auch von Städten, die nicht am und Bettler, damit Rhein liegen. ihren Lebensuch Die Echtheit der Drei unterhalt zu verkönigs reliquien, man ahnt es dienen. Das bereits, lässt sich nicht nachweisen. nimmt solche Aus Im Jahre 1864 wurde in Köln der maße an, dass das Dreikönigs schrein geöffnet. Man fand Stern singen polizeinahezu vollständig erhaltene Gebeine lich und auch von von männlichen Personen, die etwa d e r G e i st l i ch ke i t im Alter von 12, 30 und 50 Jahren ve r b o te n wird. gestorben waren. Die waren von Goethe spottet: „Die Textilien umwickelt, die man 1979 heil’gen drei König wissenschaftlich untersuchte. Sie mit ihrem Stern / Sie essen, sie trinken, und stellten sich als mit Purpur verarbeibezahlen nicht gern.“ tete Stoffe aus dem 3. und 4. um Ende des 19. Jahrhunderts J a h r h u n d e rt h e r a u s . D a s verschwindet im Rheinland diewürde zeitlich zur Mai län Anzeige ser ur sprüngliche Sternsingerbrauch. der Legenden bildung pas„Seit Ende der fünfziger Jahre stellt sen. n der Tradition der das Kinder missionswerk in Deutsch Heiligen Drei Köni ge, land das Sternsingen in den Dienst die nach ihrer Ankunft in der Mission und ist heute ein zentral Köln nun im Rheinland organisierter Solidar brauch“, stellt Musikhaus aber auch darüber hinaus Volks kundler Dr. Alois Döring fest. OMMERICH besonders verehrt wur„ M i t t l e r we i l e f i n d e t d a s D r e i den, entwickeln sich im königs singen in den Ent wick lungs Haus der Gitarren späten Mittelalter Hei ländern selbst Einzug, angestoßen Franfurter Str. 23 sche gänge, bei denen durch die deutschen Stern singer.“ 53572 Unkel Kinder als Sternsinger Tel./Fax 02224-5697 am Drei könig stag um www.gitarrenhommerich.de m i l d e G a b e n b i t te n . Sind es zunächst arme S ch ü l e r u n d St u d e n te n ,

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Foto: Dombauarchiv Köln

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literarisch!

Auf ein Tänzchen mit der Staatssicherheit Rainer Beck genießt heute seinen Ruhestand in Bad Honnef. Der in Erfurt geborene Diplom-Ingenieur, Jahr gang 1942, hat in dem autobiografischen Roman „Tan go mit der Stasi“ sein aufreibenden Erlebnisse in der DDR mit Fluchtversuch, Repressalien und Ausreise anträgen beschrieben. Er stellt sein Buch bei einer Lesung im Unkeler Heimat laden am 20. Januar vor. von Wolfgang Ruland

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enn Rainer Beck heute über seine Erlebnisse in der DDR erzählt, bricht ihm immer noch die Stimme und er ko m m t b e i m S p r e ch e n i n s Stocken. Man spürt, wie die Jahre bis 1980, als man ihn nach 50 Ausreise anträgen endlich ziehen lässt, sein Leben geprägt haben und auch heute noch, mehr als 30 Jahre nach der Übersiedlung, sind sie das Haupt thema seines Lebens. Er könnte auch ausführlich davon erzäh len, dass er einer der ersten Infor matiker war und bei der Herstellung der e rste n O st b l o ck- C o mp u te rGeneration dabei gewesen ist, dass er im Westen als DiplomIngenieur in wichtigen Kon -

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zernen innovative Arbeit geleistet hat und nach der Wende in den neuen Bundes ländern als Experte tätig war. Er könnte erzählen, wie er es nach dem Neustart ohne Vermögen im Westen zu einer veritablen

Einblicke in eine deutsche Diktatur Karriere in der Industrie und es privat zu Wohlstand ge bracht hat. ll das scheint, wenn er von der Zeit davor er zählt, nicht wirklich wichtig. Deshalb hat er sich auch alles

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von der Seele schreiben müssen und vor einigen Jahren, im vo rge z o ge n e n R u h e st a n d , einen Roman verfasst, in dem e r s e i n e E r l e b n i s s e e i n ge bracht hat. ch w i l l d u r ch erlebte Geschichte erklären, wie die DDR funktioniert hat“, erklärt e r z u s e i n e n M o t i ve n , „mein Roman fordert auf, darüber nachzudenken, ob e s n i ch t h ö h e r e We rte i m Leben gibt, als der untaugliche Vergleich der Lebens verhält nisse zwischen Ost und West.“ as für Rainer Beck den h ö ch ste n We rt d a r stellt, wird schnell klar: die

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Freiheit. „Das Leben in der DDR war für mich unerträglich. Man war in einem kleinen Land eingesperrt, es herrschte Indoktrination von der Kinder krippe bis zum Studium. Per manent wurden Treue beweise zu Partei und Staat eingefordert, Karriere war nur als Parteimitglied möglich.“ Und dann gab es da noch die Stasi … ür einen Fluchtversuch per Schlauchboot über die Ostsee hatte Beck schon alles vorbereitet, als er von Zwangsadoptionen erfuhr. Eltern, die bei der „Republikf lucht“ gefasst wurden, nahm man die Kinder weg. Als Vater einer Tochter ließ Beck sich davon abschrecken und stellte von nun an offizielle Aus reise an träge. Er verlor seine Arbeit, hatte kein Ein kommen mehr, verkaufte Auto und Möbel, um seine Familie er nähren zu können. Und wurde auf Schritt und Tritt beobachtet: von der Stasi, von Nach barn, von Kollegen, von vermeintlichen Freunden. ie Idee für seinen Roman, in dem er erfundene Namen verwendet hat, sei schon kurz nach seinem ersten Ausreise antrag entstanden, erzählt Beck. Er hat in der Folgezeit alle Gespräche bei Behörden protokolliert und versteckt. Später nutzte er diese eigenen Proto kolle und seine 500-seitige Stasi-Akte als Grundlage für die Hand lung. Die Sta si-Unter lagen-Behörde bescheinigte dem Autor, dass seine Akte zu den wenigen vollständig dokumentierten Ausreise vor gängen gehört. eit dem Erscheinen seines 330 Seiten sta r ke n B u ch e s i st R a i n e r B e ck a u f Lesereise. Er versteht seine Lebensaufgabe d a r i n , L e s e rn u n d Zuhörern Einblicke i n e i n e d e u t s ch e Dikta tur zu geben, d i e s i ch i n i h r e n Organisationsst r u k t u r e n n i ch t von der vorherigen unterschieden habe.

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AUTORENLESUNG Rainer Beck: Tango mit der Stasi Freitag, 20. Januar 2012, 19 Uhr Heimatladen, Pützgasse 2, Unkel Eintritt frei! Info-Tel. 02224-7796512

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engagiert!

Auf den Spuren der Linzer Juden

Gisela Görgens deutet auf die Gedenkplakette an der ehemaligen Linzer Synagoge

Gisela Görgens ist Stadt führerin in Linz. Ihr besonderes Interesse gilt der jüdischen Kultur. von Hans Ziegler

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uf ihrer Visitenkarte steht: „Gisela Görgens, Stadt füh rerin, Linz am Rhein.“ Als solche ist sie eine echte Ken nerin der „Bunten Stadt“, sie kennt Linz in all seinen Facet ten, ihr b e s o n d e r e s I n te r e s s e g i l t dabei dem jüdischen Leben, so wie es bis in die Zeit des National sozialismus in Linz Bestand hatte. ie werden sich wundern, da gab es viele Familien, die hier heimisch waren, in der historischen A l t st a d t ste h e n z a h l r e i ch e Häuser von ehemals jüdischen Besitzern“, erläutert Görgens und wer an einer von ihr geleiteten Exkursion teilnimmt,

sieht das bestätigt: Vom ehemaligen Textilhaus Hirsch am Burg platz geht die Führung zum Marktplatz, wo bis 1938 ein weiteres Textilgeschäft von jüdischen Besitzern betrieben w u r d e ; e s fo l ge n we i te r e

Australien, nach Israel, viele überlebten den Holocaust aber nicht und starben in den Kon z e n t r a t i o n s l a ge rn der Nationalsozialisten. G ö rge n s , d i e 19 4 7 i n Alzey geboren wurde, lange in Ben d o rf l e b te und als Reise leiterin arbeite te , ve r h e h l t i h r e Trauer über die Ermor dung deutscher Juden nicht, sie legt aber Wert darauf, nicht einem Betroffen heitsritual zu verfallen. „Das l i e g t m i r ü b e r h a u p t n i ch t , mein Interesse an jüdischer Kultur hat sich aus persönlich e n Fr e u n d s ch a f te n e n t -

Viele Linzer haben geholfen

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Häuser in der Mittelstraße, Am Halborn und in der Neustraße. Dort führten jüdische Mit bürger eine Metzgerei, ein Spielwarengeschäft und eine Z i ga r e t te n fa b r i k , M a r ke „Merkur“. inigen wenigen Linzer Juden gelang die Flucht ins Ausland, in die USA, nach

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wickelt; in Koblenz und Köln habe ich viele jüdische Künstler kennengelernt, daraus sind Freundschaften entstanden und aus diesen heraus hat sich erst mein Interesse an der Kultur der Juden entwickelt. Mir geht es nicht in erster Linie um das Gedenken, sondern um das lebend i ge , h e u te e x i st i e r e n d e J u d e n t u m “ , s a g t Görgens mit Entschie denheit. m dieses lebendige Judentum zu fördern, ist Görgens im Deutsch-Israelischen Freundeskreis Linz, kurz: DIF, aktiv. Zusammen mit dem Ersten Vorsitzenden des Vereins, dem Linzer Verbandsbürgermeister Hans-Günter Fi s ch e r, u n te r st ü t z t G ö rge n s a l s d e s s e n Stellvertreterin die Ausrichtung von Festen, Ausstellungen, Konzerten, Synagogenbesuchen. Außerdem arbeitet der Verein mit Linzer Schulen zusammen. Gefördert durch den DIF finden jährlich Gedenkveranstaltungen an die Opfer der Shoa statt. Sie werden organisiert und gestaltet von den Abschlussklassen der Linzer Schulen; in diesem Jahr war es die AliceSalomon-Schule, die das Projekt durchführte. e n n J u ge n d l i ch e e i n e G e d e n k ve r anstaltung durchführen, liegt es in der Natur der Sache, dass dies immer auch mit viel O p t i m i s m u s , L e b e n d i g ke i t u n d Z u k u n f t s orientierung geschieht. Eine gute Portion Leben und Zukunft steckt aber auch in den Stadt führungen, die Gisela Görgens anbietet. Das b ewe i st d i e Re s o n a n z . E i n e s vo n v i e l e n Beispielen dafür ist eine E-Mail vom März 2011; geschrieben hat sie die Enkelin von Eugen Hirsch, der am Burgplatz das gleichnamige Textilhaus führte, bis die Nationalsozialisten ihn und seine Familie vertrieben. In der E-Mail an Görgens und weitere Ver treter des DeutschIsraelischen Freundes kreises Linz heißt es: „Wir waren sehr beeindruckt von ihrer warmen und herzlichen Gast freundschaft und ihrer interessanten Stadtführung und vor allem dem Ausflug, den wir zum Gedenken an unsere Mutter und Oma Irma Hirsch unternommen haben ... Wir würden uns freuen, die Ehre zu haben, Sie in Israel begrüßen zu können. Mit vielen lieben Grüßen und Shalom.“

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as ist nicht die einzige E-Mail, die der DeutschIsraelische Freundeskreis von e h e m a l i ge n L i n z e r J u d e n erhalten hat; insgesamt acht Schreiben gingen in den vergangenen drei Jahren ein. Das mag auf den ersten Blick wenig erscheinen, auf den zweiten Blick nicht: Dass durch die Irrungen und Wirrungen der G e s ch i ch te h i n d u r ch n a ch Jahrzehnten von den wenigen Überlebenden noch so viele frühere Linzer Juden den Kontakt zurück in die alte Heimat herstellen, ist alles andere als selbstverständlich und Ausdruck einer besonders engen Verbindung.

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iese hat – da ist sich Gisela Görgens sicher – m i t d e m E n ga ge m e n t d e r Linzer während der Zeit des Nationalsozialismus zu tun. „Ich habe mit vielen Nach kommen ehemaliger Linzer Juden, aber auch mit zahlreichen nicht-jüdischen Familien hier gesprochen. Immer wieder habe ich gehört und dies w u r d e a u ch a n ko n k r e te n Beispielen belegt, dass Linz

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ein besonderes Pf laster war und Juden hier im Verbor genen mehr Hilfe erfahren haben als anderswo. Warum das so war, kann ich auch nicht erklären. Vielleicht hat es e t wa s m i t e i n e r gew i s s e n E i ge n w i l l i g ke i t d e r L i n z e r gegenüber der Obrigkeit zu tun. Die haben ja schon immer etwas mehr Trara gemacht“, sagt Görgens und lacht.


Immo-News Außenwände innen dämmen Wo eine Außendämmung der Fassade aus konstruktiven oder gestalterischen Gründen nicht infrage kommt, muss auf zukunfts orientierte, energiesparende Sanierungs m a ß n a h m e n n i ch t ve rz i ch te t we r d e n . Besonders einfach und hoch wärmedämmend ist die Innendämmung z.B. mit einem System wie Ursa Click. Es überzeugt mit aufeinander abgestimmten Komponenten, die durch das patentierte Clip-System schnell verlegt sind: Die wärmebrückenfreie Glaswolle, luftdichte Anschlüsse und eine spezielle Dampfbremse verhindern das Eindringen von feuchter Luft, und beugen so zuverlässig Schimmelbildung vor. Gleichzeitig werden nachhaltig kosten intensive Heizkosten reduziert und der Wohnkomfort erhöht./ rbr-p

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Foto: Jens Gathmann, Presse- und Informationsamt der Bundesregierung , B14500009976

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Staatsempfang von Tunesiens Präsident Bourguiba, Juli 1966

Gipfeltreffen von Julia Reuschenbach Hoch über dem Rhein und Königswinter zieht der Petersberg mitsamt seiner prächtigen Hotelanlage seit Jahrzehnten zahlreiche Blicke auf sich. Das, hier in der Gegend, vor allem durch Konrad Adenauer und die Besatzungszeit nach Kriegsende bekannte Gebäude, hat eine wechselvolle Geschichte durchlebt. Der Petersberg, Teil 2: Hotel, Zahnradbahn und Staatsgäste it der Errichtung eines Hotels 1888 und einer Zahnradbahn 1889 hatte sich der Pe te r s b e rg zu einem beliebten touris t i s ch e n Au s f l u g s z i e l e t a b l i e rt . E r st 18 9 3 begann man nach langen Verhandlungen mit dem Bau einer Fahrstraße, die erstmals die Erreichbarkeit mit Fahrzeugen sicherte. 1927 versuchte man durch den Bau einer eigenen Autostraße das Problem des zunehmenden

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Au to m o b i lve r ke h r s z u ka n a l i s i e r e n . D e r Hotelbetrieb wies bereits damals überwiegend wohlhabende Gäste mit eigenem PKW auf. So enthielt etwa das Hotelprospekt Informationen über eigene Garagen, Re p a r a t u r we r kst ä t te n u n d e i n e Ta n kste l l e . 1958 stellte die Zahn radbahn ihren Dienst nach einem tragischen Unglück mit 17 Toten ein. u den Besonderheiten des Petersbergs zählt, dass er sich über lange Zeit in privatem Besitz befand. 1834 erwarb der Kölner

„Hohe Gäste“

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Bankier Joseph Ludwig Mertens von der Kölner Regierung die Erlaubnis zur Bewirtschaftung auf dem Petersberg. Zur landschaf tlichen Gestaltung trug daneben seine Frau, Sibylle Mertens-Schaaffhausen, bei, die bereits zu Lebzeiten „Rheingräfin“ genannt wurde. Die Erben der Mertens verkauften 1856 an die Gebrüder Nelles aus Köln. In ihrem Besitz wurden die touristischen Attraktionen rund um das Hotel deutlich verstärkt. So gehörten etwa ein Friseursalon, ein fotografisches Atelier und eine eigene Poststelle zur Einrichtung. Nach 1900 blieben die Touristen aus, weshalb der Kölner Duftwasser-Fabrikant Ferdinand Mülhens ab 1912 mit der Errichtung des Lu xushotels „Kurhotel Petersberg“ begann. 1926 wurde das Hotel wiedereröffnet und gehörte fortan zu den zehn besten Hotels im Deutschen Reich. ie Auswirkungen des Krieges führten auch hier zu sinkenden Gästezahlen und Entlassungen. Von 1949 bis 1952 diente das Gebäude als Amtssitz der Alliierten Hohen Kommission für Deutschland (AHK). Im ehemaligen Erholungsheim der belgischen Besatzer kam der erste Bundeskanzler, Konrad Adenauer, am 21. September 1949 zum Antrittsbesuch, bei d e m a u ch d a s B e s a t z u n g s st a t u t f ü r d i e Bundesrepublik übergeben wurde. Als die „Hohen Kommissare“ gegangen waren, kamen mit der Wiedereröffnung des Luxushotels im April 1954 die „Hohen Gäste“. Bis 1969 stand das Hotel unter der Leitung des renommierten Düsseldorfer Breidenbacher Hofes und galt als modernes Großstadthotel, vornehm, behaglich und gepflegt. Zahlreiche Repräsentanten aus aller Welt bezogen hier Quartier, beginnend 19 5 4 m i t d e m ä t h i o p i s ch e n Ka i s e r H a i l e Selassie. Höhepunkt in der Besuchsreihe war zweifellos der Besuch der englischen Queen Elizabeth II. im Mai 1965. Für den Besuch hatte m a n e i ge n s e i n e n H o te l t ra k t umgebaut und neue sanitäre Anlagen errichtet. Insgesamt standen dem königlichen Tr o s s ü b e r e i n D u t z e n d Appartements und 60 Bäder z u r Ve rf ü g u n g . F ü r e i n e n Empfang wurden gar sechs Tonnen Tafelsilber schon Tage zuvor aus dem Buckinghampalast ins Hotel geliefert. 1969 wurde das inzwischen unrentable Hotel geschlossen und 1973 für die Unterbringung Leonid Breschnews eigens für we n i ge Ta ge f ü r 2 5 0 0 0 0 D M ge ö f f n e t . Zahlreiche zentrale Abkommen aus diesem B e s u ch r e ge l te n a n s ch l i e ß e n d d i e n e u e Atmosphäre zwischen Bonn und Moskau.

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Foto: Presse- und Informationsamt der Bundesregierung , B14500047241

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Bundeskanzler Adenauer nach einem Besuch im September 1949 bei den drei Hohen Kommissaren a ch d e m Ve r h a n d l u n ge n m i t Ka u f interessenten scheiterten, erwarb die Bundesregierung den Komplex 1978 für 17,36 Millionen DM von der Erbengemeinschaf t Mülhens. Nach einer Totalrenovierung, bei der große Teile der historischen Bausubstanz zerstört wurden, wurde das Hotel als Gästehaus der Bundesregierung im Jahr 1990 wiedereröffnet. Bis zum Berlin-Umzug im Dienst des Bundes, wird das Hotel heute von der Steigenberger

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Gruppe bewirtschaftet und dient nach wie vor als luxuriöses Domizil hoch über dem Rhein. Anders als früher steht die Anlage mitsamt ihrem fantastischen Blick über das Rheintal allen Interessierten offen. Alle 88 Zimmer werden vermietet. Seit Mitte 2011 steht die komplette Anlage mit Auslaufen des Manage ment vertrages 2019 zum Verkauf und wird so wohl eine weitere Seite im eigenen Geschichts buch aufschlagen.


querbeet! von Heidemarie Liebetrau

Garten im Januar

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as kann da schon – muss man sie kräftig außer dem Betrieb am z u r ü cks ch n e i d e n , u m Vogel futter haus – los ein Verholzen der alten sein? Triebe zu verhindern e r G a rte n i st und einen guten Neu auch im Winter austrieb für die komnicht tot, wenn man bei menden Blühperioden der Bepf lanzung auch anzuregen. an die Monate Januar i n i ge S ch n e e und Februar denkt: An ballarten erfreueine Mauer angelehnt en uns ebenfalls mit oder auf einem Mauer Winter blüten. Dank der Italienischer Schneeball kopf gepflanzt, sodass milder gewo r d e n e n er herunterhängen kann, blüht der Winter Win ter gedeiht der italienische Schneeball jasmin (Jasminum nudif lorum) mit einer (Viburnum tinus) in den letzten Jahren sehr gut, Vielzahl leuchtend gelber Blütensterne. vor allem im Wein bauklima. Mit seinem schwach e n Wu ch s u n d d e r g u te n S ch n i t t ve r ind Ihm die Temperaturen zu tief, erfrieträglichkeit eignet er sich gut als Kübelpflanze. ren die offenen Blüten, wird es wieder Oft wird er als kugelig geschnittenes wärmer, öffnen sich die nächsten kleines Stämm chen in Gartencentern Knospen. a n ge b o te n . E i n St r a u ch f ü r d e n m bekanntesten unter den Garten (bis ca. 2,50 m Höhe) ist der Winterblühern ist wohl die Duft schneeball (Viburnum farreri), Zaubernuss (Hamamelis), die je der ab Oktober rosa weiße Blüten nach Sorte mit gelben oder orangen dolden an den Trieb-Enden trägt. Wie der Blüten blättern prunkt. ie Zaubernuss erfreut nicht nur das Winterjasmin öffnet er bei entsprechenden Auge, die Wirkstoffe dieser Pflanze werTemperaturen immer wieder neue Blüten mit den in der Medizin vor allem in der Homöo einem sehr intensiven Duft. pathie sehr geschätzt und viel verwendet. Für ttraktiv im Wintergarten sind auch die Gräser: Wenn Ihre Blütenähren mit Reif den Steingarten, für flächige Pflanzungen (als Bodendecker) aber auch für Kübel bietet sich besetzt sind, sieht es zauberhaft aus. Gräser die Winterheide (Erica carnea) in vielen Sorten darf man erst im März zurückschneiden, wenn an. Ihr Blütenspektrum reicht von weiß über sie neu treiben: Die durch abgeschnittene hohle rosa bis zu dunkelstem rot – der Flor leuchtet Stängel eindringende Feuchtigkeit bringt sonst die Wurzelballen zum Faulen. von Dezember bis in den April. Nach der Blüte

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Mildere Winter

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besichtigt! Wie überzuckert wirkt der

Unkeler Stux im Winterkleid er Felsen grenzt das Rheintal ab und markiert an dieser Stelle den Beginn des rechtsrheinischen Schiefergebirges. Bei Schnee besonders gut zu sehen: die übereinander liegenden Schichten des Sedimentgesteins aus Kalk schiefer. Entstanden ist die „Unkeler Falte“ bei der urzeitlichen Kollision zweier Konti nente. Die Sedimentablagerungen eines ehemaligen Ozeans in meist horizontaler, teilweise auch fast senkrechter Schichtung, sind etwa 325 Millionen Jahre alt. Der Kalkfelsen ragt etwa 80 Meter steil auf und ist artenreiche

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Heimat vieler geschützter Tierarten. So hat der Unkeler Naturschützer Michael Stemmer hier alleine etwa 500 verschiedene Schmetterlings arten gezählt. Am unteren Bereich des Felsens wird Unkeler Wein angebaut, über den Gipfel des Stux führt der Rheinsteig, der Radio sendemast dient dem Südwestrundfunk und diversen Mobilfunk-Netzen.


Der Rheinl盲nder 路 Januar 2012

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damals!

„Schweres Geschütz des Frohsinns“ Vor 120 Jahren, am 6. Januar 1892, wurde in Köln die große Karnevalistin Grete Fluss geboren. Seit den 1930er Jahren lebte sie in Unkel, wo sie 1964 starb und ihre letzte Ruhe fand.

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elch ein Star wäre sie geworden, hätte es da mals b e r e i t s d a s Fe rn s e h e n gegeben“, schrieb am 6. Januar 1992 zum Gedenken an i h r e n 10 0 . G e b u rt st a g d e r Kölner Stadtanzeiger. e g we i s e n d f ü r i h r e Karriere war ein Rat vo n Pa u l B e cke r – i n d e r A rt i ste n we l t b e ka n n t u n d unvergessen mit seiner komischen Nummer als „Fliegen tütenheinrich“. Dieser nahm sie nach einer Vorstellung beiseite und meinte: „Lieb Kind, bei deinem Temperament und kölschen Humor, da gibt es nur eins – auf komisch!“ Grete stud i e rte e i n e n t s p r e ch e n d e s Re p e rto i r e e i n u n d aus der ursprünglichen jungen Sän gerin wurde die Komikerin mit kariertem Rock, hochgestecktem Dutt und Riesen -

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latschen. Die Grete Fluss, die fortan bei ihren Auftritten das Z we r ch fe l l u n d d i e L a ch -

t Flusse Jriet“, so liebevoll von den Köl n e rn ge n a n n t , ka m a m 6 . Januar 1892 als neuntes von 24 Kindern der Ehe leute Anton und Ursula Fluss zur Welt. Papa Anton, wegen sein e r s ch ü t te r e n H a a r e d e

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„Das kommt aus dem Herzen“

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muskeln der Zuhörer strapazierte, war geboren.


„Flusse Plaat“ genannt, verdiente sich an den Wochenenden ein Zubrot, indem er auf Kirmes plätzen und in Festzelten am Klavier und mit der Geige zum Tanz aufspielte. Die Liebe zur Musik hat Papa Anton an seine Kinder weitergegeben. rete trat bereits im Alter von vierzehneinhalb Jahren zum ersten Mal im Kölner Karneval auf. Ihr erstes großes Engagement hatte sie im gutbürgerlichen Amüsier tempel „Colosseum“ in der Schildergasse. Aus der V i e r z e h n - T a g e - Ve r p f l i c h t u n g wurde ein halbes Jahr und noch länger. Hier sang G r e te a u ch i h r e rste s L i e d i n Kölner Mundart: „ E ch b e n e t Flusse, Flusse Griet ...“. r e t e u n d z we i ihrer G e s ch w i ste r tingelten aber a u ch , wenn sie nicht d u r ch ihr Engagement im „Coloss e u m “ ge b u n den waren, an den Wo ch e n enden durch die O rte u m K ö l n . S o l ch e „ Ta ge s ga st spiele“ dauerten of t von vier Uhr nachmittags bis nachts um zwei Uhr und es war kein leicht verdientes Geld. Aber die Begeisterung, die die Drei bei ihren Auftritten auf den Dorffesten hervorriefen, entschädigten für alle Mühen. achdem Grete Fluss sich mit ihren Liedchen bei Kar nevals auftritten die ersten Lor beeren verdient hatte, stieg sie ab 1910 mit verschiedenen Typen als besondere Nummer in den Karneval ein: Als „Schul mädchen“, „Blitzmädchen“, „Schutz weib“ oder „Straßen bahn schaff nerin“ erntete sie begeisterten Applaus. Neben ihrem Auf treten vor heimis ch e m u n d b a l d a u ch d e u t s ch l a n d we i te m Publikum war Grete die erste Frau, die während des Ersten Welt kriegs ab 1915 in einem Front theater im Westen in St. Quentin vor in die Etappe abkommandierten Truppen gastierte.

Illustrationen und Fotos aus dem Buch „50 Jahre Grete Fluss“

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damals!

Grete Fluss als Mutter Colonia

Grete Fluss

Wir – von hier

ach dem Ersten Sängerin, Humoristin Welt krieg ging und Schauspielerin sie zwischen den einzelnen Karne 92-196 va l s s e s s i o n e n a u f To u rn e e . D e r Na m e Grete Fluss wurde in ganz Deutschland ein Begriff und sie wurde vom Publikum und der Kritik gefeiert: „Diese Art von Humor schmilzt Eisblöcke. Da liegt nicht nur Saft und Kraft drin, das kommt aus dem Herzen. Grete Fluss ist Hoch dramatische und Helden mutter, komische Alte, Hero ine und Tänzerin in einem“, war in Mannheim zu lesen. „Ein kolossales Stück Natur in jeder Hinsicht. Ein weiblicher Na t u r b u rs ch e , e i n e At h l e t i n , d i e C h a n s o n s ste m m t “ , s ch r i e b e i n e M ü n ch n e r Z e i t u n g . Un d e i n Berliner Blatt nannte sie „ein w i r k l i ch a ch tungsgebietendes, s ch we r e s Geschütz des Froh sinns.“ Immer wieder wurde sie wegen ihres sprühenden Hu mors, ihrer köstlichen Komik und der Art, wie sie ihr Pub likum im St u rm e r o b e rte , gerühmt. Nur eins, das war bei Grete nicht drin: ein auswärtiges Engage ment zur Faste lovend zick. „Enä, dann halden mich kein zehn Päd vun Kölle fott ...“

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, fünfzig Jahre nach ihrem ers ten Au f t r i t t , n a h m G r e te F l u s s Abschied von den Brettern, die für sie die Welt bedeuteten. Sie zog sich endgültig in ihr Haus nach Unkel, das sie bereits in den 30er Jahren er worben hatte, zurück. Hier tat sie das, was sie in vielen Jahr zehn ten bei Proben und Auffüh run gen stets hinter der Bühne zum Wo h l e P f l e ge bedürftiger ge t a n h a t te : stricken. nni Flohr a u s Unkel, Tochter des H a u s h ä l te r e h e p a a r s von Grete Fluss, erinnert sich an die Humo ristin. „Grete Fluss war sehr diszipliniert, was vor allem das Lernen ihrer Texte und die akribische Vorbereitung ihrer Auf tritte betraf. Sie wollte

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nichts dem Zufall überlassen, auch nicht bei der sogenannten Situationskomik. Aber auch bei ihrem Hobby, dem Stricken zeigte sich diese Diszi plin: Die Menge Wolle, die sie am Morgen zurechtlegte, war am Abend zu Socken geworden. Und auch das tägliche Leben im Haus war vo l l d u r ch o rga n i s i e rt : M a n e r s ch i e n z u m Mittags tisch, egal, ob gekocht worden war oder nicht. Und sie war sparsam (nicht geizig). So wurde die Anzahl der zu kochenden Kartoffeln grundsätzlich nach der Anzahl der Esser bemessen (drei pro Person) plus einer zusätzlichen: Die war für den Hund. Weggeworfen wurde grundsätzlich nichts, alles fand eine Wieder verwendung. Aber sie war auch großzügig. So spendete Grete Fluss für den Friedhof ein großes Kreuz und für die Feuerwehrkapelle eine Pauke.“ m 27. Juli 1964 starb Grete Fluss in Unkel und fand ihre letzte Ruhe auf dem städtischen Friedhof. Der Grabstein zeigt ein schelmisches Engelchen mit den Zügen der Ver stor benen, das einen Bühnen vorhang zuzieht und damit das irdische Leben für immer schließt. Unten befinden sich die Symbole der Arbeit und des Wirkens der Volks humoristin Grete Fluss: eine lachende Maske, die Lyra, das Kölner Wap pen und die Narrenkappe.

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Auszug aus dem Artikel von Werner Meyer in: „Das Buch der Unkeler Künst ler“ – erhältlich für 19,90 Euro im RHEINLÄNDER-Heimat laden in Unkel.

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handwerklich!

Rheinbrohler Rheinbrohler „Patchwork-Familie“ „Patchwork-Familie“ Im Rathaus der Verbandsgemeinde Bad Hönningen stellt Silvia Becker aus Rheinbrohl ihre handarbeitlichen Leidenschaften aus. Text und Fotos von Andreas Kossmann

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er derzeit das Bad Hönninger Rathaus betritt, stößt in den Gängen auf eine außergewöhnliche und in ihrer Art in der Re g i o n e i n z i ga rt i ge Ausstellung. Hier find e n s i ch z a h l r e i ch e P a t c h w o r k- A r b e i t e n , bunt ge mischt in ihren Dar stel lungen, mal ab strakt, mal mit regionalem Bezug wie der große Limesturm oder auch verschiedene Naturmotive – zu sehen bis zum 12. Februar 2012. ie seit zehn Jahren in Rheinbrohl lebende Silvia Becker hat hier eine Auswahl ihrer z a h l r e i ch e n A r b e i te n z u s a m m e n ge ste l l t . Ergänzt wird diese Ausstellung zudem von einigen Werkstücken ihrer Kursteilnehmerinnen. ass, was heute eine viel beachtete und beliebte Kunst ist, hatte ursprünglich einen ganz anderen Sinn“, so Silvia Becker. „Denn die eigentliche Herleitung des Patch wo r ke n s i st d a s Z u s a m m e n s e t z e n g u te r Kleidungsstoffreste, um diese zu erhalten und weiter tragen zu können.“

ngefangen hatte alles mit ihrer großen Sammelleidenschaft für Teddybären. Als ihre Tochter vor 30 Jahren ein Jahr alt wurde, nahm Silvia Becker an einem VHS-Kurs teil, u m e i n e n e i ge n e n Teddy bären nähen zu können. Das stolze Ergebnis nahm sie mit zu ihren Freun dinnen im Stickkurs und hier ent-

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Tausende Teddybären

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st a n d m i t g r o ß e r B e ge i ste r u n g d i e Idee, eigene Kurse zum Her stel len von Bären im hessischen L a n ge n d u r ch z u f ü h r e n , wo S i lv i a Becker damals lebte. twa drei Jahre l a n g fa n d e n diese Kurse dann in Zusammenarbeit mit der VHS im Langener Werkhof statt – als in diesen Räumlichkeiten jedoch eines Tages plötzlich ein Brenn ofen explodierte, wurden die Hand arbeits kurse kurzerhand nach Hause verlegt. Was zudem den Vorteil mit sich brachte, dass kein Material transport mehr nötig und eine große Auswahl an Utensilien stets vor Ort verfügbar war. Hieraus entwickelte sich die eigene Ge schäftsgründung unabhängig von der VHS. ls Silvia Becker 2001 nach Rheinbrohl kam und neue Freundschaften suchte, schaltete sie eine Anzeige zur Durchführung von Bären kursen und fand auch hier große Resonanz. Die heutigen Kursteil neh me rinnen sind zwischen 20 und 75 Jahren alt und arbeiten für ihr Vergnü gen, die fertigen Produkte wie Decken, Ta s ch e n o d e r Wa n d behänge werden dabei n i ch t z u m Ve r ka u f angeboten. a sind mit der Zeit schon tausende Teddy bären und Patch work-Arbeiten entstanden“, ist Silvia Becker stolz auf ihre Leidenschaften, die sie, wie auch den emsigen Fleiß, mit ihren Mitstreiterinnen teilt. ch freue mich daher, dass uns die Möglichkeit gegeben wird, im Rathaus unsere Arbeiten präsentieren zu können. Das ist für uns eine schöne Möglichkeit, auf diese Kunst hinzuweisen.“

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KURSANGEBOT Die achtwöchigen Kurse finden zweimal jährlich nach Karneval und in der Vorweih nachtszeit statt. Informationen erteilt Silvia Becker telefonisch unter Tel. 02635-4213.


genießen!

Genüssliche Auszeit Seit einem Jahr kredenzt die Linzer Café Lounge „Muckefuck“ nicht nur „falschen Kaffee“. von Martina Kefer mmh, so schmeckt der Winter: Espresso im G l a s s e r v i e rt , m i t Eierlikör, Milchschaum und Ka ra m e l l ke ks e n z u e i n e m Gaumen gedicht kreiert. Bei diesem „Espresso Mucke fuck“ e r i n n e rt a u ß e r d e m Namen wirklich nichts mehr an Mocca faux, also an „falschen Kaffee“, der während der französischen Besatzung des Rheinlandes unter Napo leon als Mucke fuck die Runde machte.

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er in der Linzer Café Lounge „Muckefuck“ tatsächlich einen Getreide kaffee zu sich nehmen will, der kann auch dies tun. In Form e i n e s ko f fe i n f r e i e n C a r o Kaffees. Er müsste dafür allerdings dem verlockenden Ange bot von Bohnenkaffee, Cappu ccino, Latte Macchiato, Es -

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presso in unterschiedlichsten schmackhaften Aus führungen widerstehen ... u c ke f u c k- G e s c h ä f t s leiterin Monika Wil ger mein bevorzugt doppelten Espresso. Und den trank sie

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Kein falscher Kaffee schon immer gerne auswärts. Oft traf sie dabei auch den heutigen Muckefuck-Inhaber Uwe Wobser. Vor rund zwei Jahren

dann kam den beiden die Idee, anderen Menschen das Leben mit Kaffee zu versüßen. Im Dezember 2010 war es soweit: Auf dem Parkdeck des Linzer Meusch-Zentrums wurde die Café Lounge Muckefuck eröffnet. Das Am bien te: Angelehnt an italiensche Café-Bars.

ährend Uwe Wobser im Hintergrund agiert, steht Monika Wilgermein hinter der Theke und „kocht“ Kaffee. Mit professionellem Gerät und Barista-Urkunde an der Wand. „Der Barista ist der S p e z i a l i st am Halbautomaten, der je nach Ku n d e n w u n s ch i m m e r neue Kaffee-Spezia litäten zaubert“, heißt es in München an der Barista-Aka demie, wo auch die Linzerin geschult wurde. Monika Wilgermein „zaubert“ noch mehr. Zum Bei spiel backt sie die Torten und Kuchen, die zum Nachmittags ka f fe e k r e d e n z t we r d e n , selbst. Für den Mittags tisch m i t t ä gl i ch we ch s e l n d e n Menüs braucht’s noch ein Paar Hände mehr. Und die gehören Sabine Knapheide. Sie hext in der Muckefuck-Küche – am l i e b ste n g u t b ü rge r l i ch : S a u e r b ra te n , K ö n i g s b e rge r Klopse und eingelegte Heringe m u n d e n d e n Ku n d e n . D e n Wochenplan gibt es im Netz

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unter www.muckefuck-linz.de. Übrigens können Gäste ab 18 Jahren auch im Café selbst im Internet surfen, drei Computer plätze stehen dafür bereit. atürlich kann im Mucke fuck gefrühstückt werden. „Wir belegen Baguettes und Sandwiches stets frisch“, betont Wilger mein. Gerne richtet das Muckefuck auch außerhalb der normalen Öffnungszeiten (werktags von 8 bis 18 Uhr, samstags von 8 bis 15 Uhr) Feste aus. Dabei kann Monika Wilgermein auf ihren Bruder Martin Becker zählen, der in Rheinbreitbach einen Event service betreibt und immer mal wieder für dekorative Highlights sorgt. Für die Muckefuck-Gäste darf es eben schon mal etwas Besonderes sein. In Zukunft auch, wenn es um die Milch geht. „Wir bieten demnächst Kaffee oder Cap puccino alternativ mit lactosefreier oder Soja-Milch an“, verspricht Wilgermein. ach mehr als einjährigem Bestehen gibt es inzwischen so einige Linzer, die sich im Muckefuck gut aufgehoben fühlen. Wie das Ehepaar, das sich beinahe jeden Tag nach dem Einkauf dort eine genüssliche Auszeit gönnt. Oder die Herren runde, die sich jeden Vormittag zum „Gedankenaustausch“ einfindet. Das wohl größte Kompliment kommt von Mario Köhler, der im Muckefuck mit einem Umtrunk seine Hochzeit feierte: „Wenn ich noch einmal heirate, dann wieder hier!“ ��� Aber das wird hoffentlich nicht nötig sein ...

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CAFÉ LOUNGE MUCKEFUCK Asbacher Str. 75, Linz auf dem oberen Parkdeck am MeuschCenter Tel. 02644-6038586 www.Muckefuck-linz.de

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ausgewählt!

Veranstaltungen im

17 Uhr

17 Uhr

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Sonntag, 1. Januar Bad Honnef | Kursaal, Hauptstr. Neujahrskonzert: Ein Feuerwerk bekannter Melodien Mit der Chorgemeinschaft Bad Honnef e.V., Solisten und dem Ersten Kölner Akkordeon-Orchester 1935 Eintritt: 15 Euro, Vorverkauf an den bekannten Stellen in Bad Honnef

Sonntag, 8. Januar Waldbreitbach | Hotel zur Post, Neuwieder Str. 44 Comedy-Kabarett: Knacki Deuser: „Mist, mir gehts gut“ Klaus-Jürgen „Knacki“ Deuser kommt mit seinem zweiten Soloprogramm und es wird so, wie sein erstes war: Verblüffend! Wie der quirlige „NightWash“-Moderator wieder einmal die Theater und Clubs für knappe zwei Stunden aufmischt, ist atemberaubend.

Mittwoch, 4. Januar Königswinter | Siebengebirgsmuseum Führung: Das neue Siebengebirgs museum mit der Sammlung RheinRomantik Offener Termin, keine Anmeldung erforderlich, Kostenbeitrag: 6 Euro inkl. Eintritt, ermäßigt: 4,50 Euro

Dauer: ca. 1 Stunde Weitere Termine im Januar: jeden Mittwoch, 17 Uhr; jeden Sonntag, 12 Uhr Info-Tel.: 02223-3703 Freitag, 6. Januar 14 - 19Uhr Windhagen | Johannisberger Akademie Kurs „Experte der Selbstführung“ Teilnahme 190 Euro Infos und Anmeldung bei Marcus van Riet unter Tel. 02645 974 751 oder office@mavari.de 2. Teil: Samstag, 7. Januar 10 bis 18 Uhr

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20 Uhr

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Hinterhältig verhaltene Anläufe, blitzschnelle Verbalattacken, mit enormem Sinn fürs Timing, ausgespielte Horror szenarien aus dem Alltag, Witze im Sekundentakt. Ja, Deuser beherrscht sein Metier, verbindet Handwerk mit anscheinen angeborenem Blödeltalent, ist permanent für eine Überraschung gut. Eintritt: 15,50 Euro Info-Tel.: 02683-9260


ausgewählt! 20 Uhr

Dienstag, 10. Januar Oberpleis | Aula des Schulzentrums Komödie von Heinz Erhardt: „Das hat man nun davon“ Gastspiel des Kleinen Theaters Bad Godesberg VVK: Rathäuser Königswinter und Oberpleis (bpunkt), beim Geschäftsbereich 41der Stadt Königswinter (02244-889 366 u. 309) und bei Seidel & Millinger (02244/81189) Eintritt: zwischen 8 und 15,50 Euro

Freitag, 13. Januar 14.30 Uhr Königswinter | Siebengebirgsmuseum Brotbacken: Steinofenbrot aus dem „Königswinterer Ofen” mit Konditormeister Ulrich Fuchs Ablauf: ca. 14.30 Uhr Einschießen der Brote, ca. 16.00 Uhr Ausbacken (Teilnahme kostenlos), Verkauf der Brote, dazwischen: Möglichkeit zur Teilnahme an einer Museumsführung; Kosten: 6 Euro, ermäßigt 4,50 Euro (Museumseintritt und Führung) Weiterer Back-Termin im Januar: Freitag, 27. Januar. Info-Tel.: 02223-3703

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Montag, 16. Januar Bad Honnef | Kursaal, Hauptstr. Klavierabend: Olga Scheps spielt Beethoven, Mozart, Rachmaninoff, Chopin Olga Scheps wurde 1986 in Moskau geboren und kam mit sechs Jahren nach Deutschland. Heute lebt sie in Köln und studiert an der dortigen Musikhochschule bei Pavel Gililov. Seit einigen Jahren gehört sie zu den gefragtesten Solisten der jüngeren Generation. Klavierkonzerte und Kammermusik gehören ebenso zu ihren Leidenschaften. 2010 erschienen zwei CDs, ihre Debüt-CD „Chopin“ und ihr zweites Album mit russischen Komponisten. Fernsehberichte haben sie auch einem breiteren Publikum bekannt gemacht. In diesem Jahr hat sie Engagements in Wien, Zürich, Hamburg und München. Als Botschafterin klassischer Musik liegt ihr die Gewinnung des jungen Publikums besonders am Herzen. Vorverkauf an den bekannten Stellen in Bad Honnef. www.kulturring-badhonnef.de

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ausgewählt! 19 Uhr

Dienstag, 17. Januar Windhagen | Johannisberger Akademie Infoabend zur Ausbildungsserie „Experte der Selbstführung“, diesmal mit dem Thema „Achtsamkeit“. Teilnahme ist kostenfrei. Infos und Anmeldung bei Marcus van Riet unter Tel. 02645 974 751 oder office@mavari.de

Donnerstag, 19 Januar 18.30 Uhr Rheinbrohl | Pfarrkirche St. Suitbertus Abendmesse Ein überraschender Besuch hat sich angesagt: Adolph Kolping wird höchst persönlich nach Rheinbrohl kommen. D.h. Josef Pfaffenheuser aus Vallen dar tritt auf Einladung des Diözesan verbandes in der Person Kolpings auf und wird aus dem Leben des Gesellenvaters berichten, auch Fragen können gestellt werden. Im Anschluss gibt es Glühwein, zudem besteht die Möglichkeit Interessantes und Wissenswertes über die große Rhein brohler Naturwurzelkrippe zu erfahren. 20 Uhr

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Sonntag, 22. Januar 2012 11 - 15Uhr Königswinter | Margartehenhähe „Wander-Coaching-Treff“ Mavari lädt ein zum Wandern und einem anregenden Austausch über die Herausforderungen des Lebens. Teilnahme ist kostenfrei. Infos und Anmeldung bei Marcus van Riet unter Tel. 02645 974 751 oder office@mavari.de 20 Uhr

Waldbreitbach | Hotel zur Post, Neuwieder Str. 44 Polit-Kabarett: Leipziger Pfeffermühle: „Hurra, wir bleiben inkompetent“ Von nichts Ahnung haben, aber überall mitreden wollen, das ist der Grundsatz der Politiker von heute. Die Devise lautet: „Ich habe gedacht, ich denke mal nichts, damit der Wähler sich keine Gedanken macht. Was ist zur Zeit IN?“ In-Toleranz, In-Solvenz, In-Sider geschäfte, In-Flation, In-Ternet, InEffizienz!

Rheinbreitbach | AdSion Der Märklin-Insider-Stammtisch Mittelrhein trifft sich Zu sehen gibt es ein Modul-Teil einer H0Anlage. Das Thema des Abends ist der Aufbau und Funktionsweise eines Model l eisenbahnmoduls. Info-Tel: 01702077722, www.mist-mittelrhein.de Freitag, 20. Januar Bad Honnef | Feuerschlösschen, Rommersdorfer Str. 78 Konzert: Aquabella Vier charismatische Solistinnen präsentieren die faszinierende weibliche Seite der vokalen Weltmusik, ihre künstlerische Unter schied lichkeit harmoniert dabei perfekt in einem einzig artigen Ensemble: Aquabella mit ihrem neuen Album „Nordlichter”. Eintritt 14 Euro, ermäßigt 10 Euro, Kinder bis zum 14. Lebensjahr haben freien Eintritt. Vorverkauf bei Guthy’s Depot, Bahnhofstr. 1 und Stadt-Info, Rathausplatz 2-4 Telefonische Vorbestellung: Tel. 0176 63654368 oder 02224 75011

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Es lebe die weltweite Kontamination anstelle einer friedlichen Revolution. Keine Zeitung ist im Jahr 2010 mehr zitiert worden als die Springer-Postille. Wer nicht denken kann, muss auch nicht lesen können ... Na, dann Prost und ein dreifach donnerndes Hurra auf die Impotenz in Potenz und den aufhaltsamen Aufstieg der In-Kompetenz. Eintritt: 19 Euro Info-Tel: 02683-9260


ausgewählt! Freitag, 13. Januar, 19 Uhr, Unkel, Heimatladen, Pützgasse 2

Konzertvortrag mit Knubbelefutz & Schmalbedaach e n a te H ey manns und Dieter Schmitz aus R h ö n d o rf sind „Knubbelefutz & Schmal bedaach“ und mit ihrem Vortrag i n z w i s ch e n H ö h e punkt bei großen K ö l n e r Ka rn eva l s veranstaltungen. Dabei erinnert ihr Auftritt an eine Zeit, als Karnevals lieder die Menschen noch ins Herz trafen. Die beiden leidenschaftlichen Karnevalisten präs e n t i e r e n A l l t a g s ge s ch i ch te n m u s i ka l i s ch erzählt und singen Lieder, die durchwebt sind von leiser und humorvoller Poe sie. „Knub -

Foto: Martin Roelver

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belefutz & Schmaal bedaach“ bieten hintersinnigen Humor ohne laute Töne, ohne Affekte und ohne große Show – aber mit ganz viel Gefühl! Eintritt frei, Spenden erbeten

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damals!

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uf den ersten Blick hat sich in Linz nicht viel verändert – vergleicht man die historische Aufnahme (ca. 1915) vom Mannenberg gen Süden mit dem aktuellen Foto. Weinberge und Gemüsegärten sind zwar verschwunden und bebaut (heute Lohhohl), aber die markanten Gebäude in der Innenstadt sind zum größten Teil erhalten geblieben. Auffallend ist lediglich das Fehlen des Linzer Kranken hauses. Von den neueren Gebäuden stechen vor allem das Ärztehaus am Dr. Siegmund-WolfPlatz, die Marien kirche und das Seniorenheim am Leetor ins Auge.

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Foto: Archiv Pottmann

Früher – heute


Werden Sie ein Experte. FĂźr sich und Ihr Leben.

ausgewählt! Freitag, 27. Januar, 19 Uhr, Unkel Heimat laden, PĂźtzgasse 2 Stephan Schäfer, Sprecher vom KĂślner KĂźnstler-Sekre tariat, liest aus Victor Hugos „Le Rhin – Der Rhein“

ictor Hugo (1802 -1885) ist die groĂ&#x;e Gestalt der franzĂśsischen Romantik und später der verehrte Patriarch der franzĂśsischen Literatur. Der Sohn eines f r a n z Ăś s i s ch e n G e n e r a l s erhält mit fĂźnfzehn Jahren einen Preis der Ac a d ĂŠ m i e française, wird m i t z wa n z i g , jung verheiratet, vom KĂś nig mit einer P e n s i o n bedacht und verhilft mit achtundz w a n z i g d u r ch sein T h e a t e r st Ăź c k „ H e rn a n i “ d e r Ro m a n t i k in Fra n k r e i ch z u m D u r ch b r u ch . E r i st ein gefeierter Held der Literatur, der seinen Ruhm m i t e i n e m m e l o d ra m a t i s ch e n Roman festigt: „Notre-Dame de Paris“ (Der GlĂśckner von NotreDame). it sechsunddreiĂ&#x;ig Jahren b e s ch l i e Ă&#x; t e r, z u d e n Q u e l l e n d e r Ro m a n t i k , n a ch Deutschland zu reisen. Diese Reise, im Sommer 1838, bringt ihn nur bis in die Champagne. 1839 fährt er nach StraĂ&#x;burg und gelangt fluss aufwärts bis Schaff hausen. Erst im dritten Anlauf, 1840, lernt er den Rhein der Burgen und Sagen kennen: Fast zwei Monate benĂśtigt er fĂźr die kurze Strecke von KĂśln bis Bingen, weil er, oft zu FuĂ&#x;, nicht ein Dorf, nicht eine Ruine auslässt. Ăœber Frankfurt und Heidelberg fährt er zurĂźck nach Paris. In langen Briefen berichtet er seiner Frau unter dem frischen Eindruck von jeder Etappe seiner Reise.

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Wollen Sie leeren NeujahrsĂŠ vorsätzen auch endgĂźltig ein Ende setzen? MĂśchten Sie wirklich etwas verändern? :HUGHQDXFK6LHHLQĂœExperĂŠ te der SelbstfĂźhrung“ und ILQGHQ6LH,KUHQ:HJ$Q MHGHPHUVWHQ:RFKHQHQGHLP 0RQDWYRQ)UHLWDJ8KU ELV6DPVWDJ8KUILQGHQ die Kurse in einer kleinen Gruppe statt. Weitere Informationen und Anmeldung unter: ĂŠVRZLHLP Internet unter diesem Link: www.mavari.de/download/ ausbildungexpertesf.pdf ,FKIUHXHPLFKDXI6LH Ihr Marcus van Riet

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iese Briefe bleiben zunächst unverĂśffentlicht, aber sie kommen ihm in den Sinn, als er, inzwischen Mitglied der AcadĂŠmie française, auch Pair von Frankreich werden und damit den hĂśchste n f r a n z Ăś s i s ch e n Adelstitel erwerben mĂśchte. Die Frage des linken Rhein ufers spielt 1841 eine groĂ&#x;e Rolle. Hier biete t s i ch d i e Gelegenheit, sich als erfahr e n e r S a ch ke n n e r zu empfehlen. Hugo feilt an den Texten, gibt ihnen neben dem H a u p t t i te l „Le Rhin“ den Untertitel „Lettres Ă  un ami“ („Briefe an die Gemahlin“ h ä t te n i ch t s a ch l i ch ge n u g gewirkt) und macht in einem langen Nach wort seine Vor schläge fĂźr die zu kĂźnftige Gestal tung Europas: Frank reich soll PreuĂ&#x;en behilflich sein und dafĂźr seine „natĂźrliche Grenze“, das linke Rhein ufer, einh a n d e l n , d a s m i t d e m Wi e n e r Kongress (1814/15) verloren gegangen ist. as Ziel der VerĂśffent lichung, den Adelstitel erreicht Hugo, die Vorschläge des Nachworts bleiben unbefolgt, ja, unversucht: Der Status quo ist stärker. Die Rhein romantik erreicht mit Hugos „Le Rhin“ jedoch ihren HĂśhepunkt und gilt bis heute als Klassiker.

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Eintritt frei, Spenden erbeten


kurz & knapp Der RHEINLÄNDER im Medienzentrum

Un ke l / Ne u w i e d . Der Unkeler Heimatforscher Horst Kret sch mer, Verfasser von heimat kund lichen Werken und Sam mler von Re g i o n a l i a , ü b e rr e i ch te d e m Kreismedien zentrum in Neuwied seine komplette RHEINLÄNDERSammlung mit den ersten 40 Heften. Das Medienzentrum ist ein kommunales Dienst leistungs unter nehmen im Bereich Medien pädagogik und Medien didak tik. Es unterstützt Schulen, Studien s e m i n a r e , H o ch s ch u l e n , E i n r i ch t u n ge n d e r J u ge n d - o d e r E r wa ch s e n e n b i l d u n g , Ä m te r s ow i e G e m e i n d e n u n d I n st i tutionen durch den Verleih hochwertiger Medien, durch Beratung zum Medien einsatz und durch

Fort- und Weiter bildung. Darüber hinaus bietet sein großes Foto a r ch i v H i l fe n f ü r r e g i o n a l e T h e m e n b e r e i ch e u n d ste h t Schulen, Gemein den, anerkannten Vereinen und interessierten Bürgern zur Verfü gung. So freut sich das Kreis medien zentrum über jede Bildspende von historischen Fotos für das Archiv. Horst Kretschmer, der über eine u m fa n g r e i ch e S a m m l u n g vo n B ü ch e rn , B i l d e rn , Fo to s u n d Zeitungsausschnitten über seine Heimatstadt Unkel und das Rhein land verfügt, sucht beizeiten gute Hände, in die er seine Kollektion übergeben kann. www.kreismedienzentrum-neuwied.bildungrp.de

Horst Kretschmer (links) mit Bettina Veith und Leiter Marcus Hansmann vom Kreismedienzentrum


Verlagssonderveröffentlichung

Winterliches Wiedtal Ganz nahe an der Natur Text und Fotos: Andreas Kossmann Auch wenn zum Redaktions schluss am vier ten Advent noch nicht abzusehen war, wie winterlich der Winter in diesem Jahr sein wird, wann der erste Schnee fällt und das erste Glatteis auftritt, das gastliche und romantische „Mittlere Wiedtal“ im Herzen des Natur parks Rhein-Westerwald mit den Orten Waldbreitbach, Datzeroth, Hausen, Roßbach und Niederbreitbach ist auch unabhängig der

Gastgebern und Gästen sorgte (gemeint war natürlich der schwimmende Adventskranz), so ist die Aus wahl an Sehens würdigkeiten hier scheinbar unerschöpflich – zu sehen bis zum althergebrachten Ende der Weihnachts zeit an Maria Lichtmess (2. Februar 2012). So bef indet sich in der Pfarr kirche Maria Himmelfahrt die im „Guiness-Buch der Rekorde“ ausgezeichnete „größte Natur wurzelkrippe der Welt“, welche jährlich vom ersten Advent an b e s i c h t i g t w e r d e n ka n n . E i n i m p o s a n te s Bauwerk, dessen Geschichte eng mit dem Wa l d b r e i t b a ch e r K r i p p e n b a u m e i ste r G u ste l Hertling verbunden ist, der in seiner ganzjährige n K r i p p e n - u n d B i b e l we l t a u f r u n d 7 5 0 Quadrat metern fast 1.700 verschiedene Krippen zeigt. Seine dort befindliche Naturwurzel krippe ist zudem noch größer als die in der Pfarrkirche. Hier kommt man zur Weih nachtszeit deren ursprünglichen Sinn besonders nahe: Weih nachten wird eben nicht unter dem Baum, sondern an der Kri ppe entschieden, sie verheißt die frohe Botschaft der Weih nachts geschichte.

Der schwimmende Adventskranz gehört zu den besonderen Attraktionen. Wetterlage jederzeit einen Ausflug wert. Grenzenlose Natur abseits großer Städte und Industriebetriebe, zahlreiche Kirchen und Kapellen, die zu einer Rast und innerer Einkehr einladen und das vielseitige gastronomische und gewerbliche Angebot, das neben den Dingen für den häuslichen Bedarf auch einige Spezialitäten für den Gast zu bieten hat, schaf fen eine Rundum- Wohlfühlatmosphäre, nicht nur im Winter. Im Weihnachts- und Krippen dorf Waldbreitbach sind zudem noch den ganzen Januar über vielseitige weihnachtliche Angebote zu erleben. Auch wenn die Ankündigung des „schwimmenden Advents kalen der“ in der letzten Ausgabe ein Versehen war und für reichlich Verwirrung bei

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Die besondere Empfehlung von Irmgard Jungblut, (Touristikverband-Wiedtal e.V.): Der nur hier erhältliche „Original Wiedtaler Hirtentrunk“ (traditionsreicher Westerwälder Kümmel kombiniert mit echtem Jamaika-Rum im salzglasierten Tonkrug )


Aber Weih nachts freunde, die nach Waldbreit bach kommen, finden hier noch mehr: Lebens große Holzfiguren aus dem Erzgebirge auf der Kirchtreppe, die große Weih nachts pyramide, der Stern von Bethlehem hoch über dem Ort, das Glockenspiel in der Nähe des Rat hauses, der vorgenannte schwimmende Advents kranz und ein überdimensionaler Adventskalender. D a s G a s t gew e r b e i s t a u f d e n Touristenansturm bestens eingestellt und bietet in der Weih nachtszeit diverse Sonder gerichte und –spezialitäten. Die Gewerbe treibenden halten ein reichhaltiges Angebot bereit. Das Wiedtal präsentiert sich ganzjährig als Ort der Erholung und der Ruhe. Endlose Natur und weite Wanderwege, Well ness und kulinarische Genüsse, eine Region zum Wohlfühlen und in kürzester Zeit erreichbar. Wie wäre es mit einer spirituellen Wanderung auf den Spuren der seligen Mutter Rosa oder von

Jakobus Wirth? – Zahl reiche Pilgerkapellen und Gebetsstätten laden ein, im Reiz einer winterlichen Land schaft zudem ein besonderes Erlebnis: In einem Führer zu diesen Stätten, herausgege-

Eine zweijährige Ausstellung der Burgener Künstlerin Ilona Klawitter mit zahlreichen Bibelszenen ist seit November bei Gustel Hertling zu sehen. Ihre Werke sind sehr bewegend und ausdrucksstark und die Verkündung der biblischen Botschaften eine Herzensangelegenheit der Künstlerin

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Der neue Busreisekatalog 2012 ist da … 22.01.12 27.01.12 04.02.12 18.02.12 24.02.12 29.02.12 02.03.12 04.03.12 15.03.12 17.03.12 22.03.12 26.03.12 30.03.12 31.03.12 01.04.12 06.04.12 17.04.12 23.04.12 27.04.12

Eisrevue Holiday on Ice, Kölnarena Bus + Eintritt 59,00 f 3 Tage Friedrichsroda/Thüringer Wald HP 229 f mit Abba-Konzert Einkaufsfahrt Venlo 18,00 f 4 Tage Karneval in Ilshofen/ Romantische Straße HP 349,00 f 3 Tage Fahrt ins Blaue HP 99,00 f Fahrt zum Adler Modemarkt mit Frankfurt 24,00 f Millowitschtheater Köln Bus mit Eintritt 47,00 f 3 Tage Fahrt ins Blaue HP 99,00 f Tagesfahrt Düsseldorf 15,00 f Einkaufsfahrt Venlo 18,00 f 3 Tage Bad Hindelang HP 139,00 f 4 Tage Friedrichshafen/Bodensee HP 298,00 f Tagesfahrt Maastricht 18,00 f 6 Tage Donaukreuzfahrt VP ab 599,00 f 4 Tage Schwarzwald 299,00 f Ostern 5 Tage Hahnenklee/Harz HP 429,00 f 4 Tage Leipzig HP 319,00 f 2 Tage Keukenhof/Nordseeküste HP 129,00 f 5 Tage Pertisau/Achensee HP 469,00 f

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Busreisen Maik Linnig Wiedtalstraße 9 53547 Roßbach Tel.02638 946015 Der Rheinländer–· Januar 2012 Seite 45


ben vom Touristikverband Wiedtal e.V., sind der Klosterberg, die Kreuz kapelle (Ur zelle der Waldbreitbacher Franzis kane rinnen und der Franziskaner vom Heiligen Kreuz), die Kloster kirche in Hausen, das Denkmal Klosteranlage, die Sitzmadonna von Bürder, die Nikolauskapelle (oder Klauskapelle) in Nieder breitbach, die Stele in Niederbreitbach, welche an Mutter Rosa und Bruder Jakobus Wirth erinnert, die Mutter-RosaGedenkstätte im Focken bachtal, die Wallfahrts kirche „Zur schmerzhaften Mutter“ in Verscheid und das Luh-Kapellchen in Glockscheid beschrieben. Der Touristikverband vermittelt zudem gerne Arrangements und Tagesplanungen für einen Besuch im „winterlichen Wiedtal“. Unsere Inserenten bieten Ihnen hierzu zahlreiche Angebote, die der RHEINLÄNDER gerne empfiehlt. Nähere Informationen findet man im Internet unter www.wiedtal.de.

In Gustels Krippen- und Bibelwelt findet sich auch eine Mutter-Rosa-Krippe, welche der Ordensgründerin der Waldbreitbacher Franziskanerinnen gewidmet ist

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FÜR DEN GUTEN ZWECK

Eine winterliche Aufnahme der Kreuzkapelle – dieses Motiv und zahlreiche weitere sind beim Touristikverband als Klappkarte erhältlich, mit dem Erwerb wird die Renovierung der Kath. Pfarrkirche Maria Himmelfahrt unterstützt.

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Verlagssonderveröffentlichung von Andreas Kossmann

Winterliches Wiedtal Das umfangreiche Wander angebot in Wald breitbach wird ergänzt durch unterschiedliche Krippenwege. Der zwei Kilometer lange „kleine Krippen weg“ führt quer durch das romantische Krippendorf Wald breit bach, 40 Stationen verbinden u.a. die katholische und die evangelische Kirche, die alte Dorf schmiede, Gustels K r i p p e n - u n d B i b e l we l t , d i e S ch r e i n e r e i Gebrüder Hertling, den Touris tik ver band, das Res taurant „Nassen´s Mühle“ und das „Hotel zur Post“. Der zwölf Kilometer lange „große Krip pen weg“ führt von Wald breitbach zur Kreuz kapelle oder über die Wester waldklinik nach Hau sen zum St. Josefs haus und schließlich weiter nach Nieder breit bach. Der Weg kann auch mit einem ortskundigen Führer er wandert werden, nähere Informa tio nen gibt es beim Touristik verband Wiedtal e.V. Die Krippen wege spor nen die teilnehmenden Stationen dazu an, selbst kreative Ideen zu entw i cke l n u n d u m z u s e t z e n . D r e i b e s o n d e r e Stationen des kleinen und großen Krippen weges sind: „Hotel zur Post“, die Krippe der Familie Reiprich und das Antoniuskapellchen. „Als sich in den 90er Jahren der Krippenvirus in Waldbreitbach breit machte, beschlossen meine Frau und ich, ab sofort aus jedem Urlaub eine Minia tur krippe mitzubringen“, so Hote lier Jürgen Grün wald vom Hotel zur Post. Schnell wurde diese Idee zu einer großen Heraus forderung, denn ein Urlaub findet nicht immer in der Winter zeit statt und zudem haben Länder unterschiedliche Kulturen. „Es war manchmal gar nicht so einfach, aber bis heute haben wir es

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Foto: Bert Gäbler

Wandern auf den Krippenwegen

Krippe in der Pfarrkirche Maria Himmelfahrt


Verlagssonderveröffentlichung

Justus Reiprich (l.) und Josef Weber an der großen Krippe, deren Figuren von Robert Reiprich hergestellt wurden hinbekommen.“ So finden sich in der kleinen Ausstellung am B ü r o fe n ste r d e s H o te l i e r s (Neuwie der Str. 75) etwa eine Krippe aus Shikarim in einem Ste i n a u s d e r Re g i o n u m Assuan in Ägypten, eine in einen Muschelstein getriebene K r i p p e a u s C u ra c a o , e i n e Eine Sammlung weltweiter Miniaturkrippen haben Jürgen Grünwald und seine Frau Juliane zusammengetragen – hier die neueste „Errungenschaft“ – eine Krippen darstellung im Fabergé-Ei aus Rußland.

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Der Rheinländer · Januar 2012

Krippe in einer Stein dose aus Vietnam oder auch eine Glas krippe aus Maalula in Syrien. E i n e we i te r e s e h r s ch ö n e Station befindet sich in der Oberdorfstraße 14a bei Familie Reiprich. Die lebensgroßen Figuren wurden von Robert Reiprich hergestellt, einem

Maler, der seit vielen Jahren m i t E r d fa r b e n p r ove n z i a l i s ch e r und to s ka n i s ch e r


Fotos auf dieser Doppelseite: Andreas Kossmann

Das Antoniuskapellchen wurde 2011 umfangreich renoviert und gehört zu den Stationen des „Kleinen Krippenweges" Herkunft arbeitet. Auf der Suche nach einer weiteren Dimension stieß er zufällig auf die Möglichkeit, mit eisenhaltigem Ton aus dem Wes terwald unglasierte und im offenen Holz feuer gebrannte Werke in Erdfarben schaffen zu können. So entstanden erste Figuren gruppen. Sein Bruder Justus animierte ihn, doch eine K r i p p e a n z u fe rt i ge n , d i e i m K r i p p e n d o rf Waldbreitbach eine schöne Ergänzung wäre. Entstanden ist somit seit 2008 ein einmaliges Werk. H e l fe r b e i m j ä h r l i ch e n Au f b a u i st J u st u s Reiprichs Nachbar Josef Weber, der selbst das in unmittelbarer Nähe liegende Antonius kapell chen betreut, welches in diesem Jahr umfangreich renoviert wurde. Das Kapellchen trägt die Jahreszahl 1667 – es wird vermutet, dass es anstelle eines Wegekreuzes errichtet wurde am hier entlang führenden Weg zwischen Wald breit bach und Roßbach. Wer sich das neu renovierte Ka pellchen auf seinem Wa nderweg anschaut, findet auch hier eine schöne Krippen station. Neben den Krippenwegen im Wiedtal findet man „Gustels Krippenwege“ auch in Linz und in Bad Hönningen sowie einen verbindenden Wander weg von Linz nach Wald breit bach. Hierzu geben auch die Tourist-Informationen in Linz und Bad Hönningen gerne Auskunft.

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Der Rheinländer · Januar 2012

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Verlagssonderveröffentlichung

Winterliches Wiedtal Ein alljährlich großes Konzertprogramm In der Verbandsgemeinde Waldbreitbach sind in der Advents- und Weihnachtszeit zahlreiche Konzerte zu hören. In der Konzertreihe „Musik rund um die Krippe" finden im Januar folgende Veranstaltungen statt: Samstag, 1. Januar 17.30 Uhr Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, Waldbreitbach Deutsche Bauernmesse Maria, Robert, Michael und Eric Schmidt (Gesang, Zither, Klavier und Bass)

Sonntag, 8. Januar 18 Uhr Klosterkirche Hausen Weihnachtliche Orgelmusik von Johann Sebastian Bach Vokalensemble „ad libitum“, Rektor Richard Baus (Rezitation), Peter Uhl (Orgel)

Foto: Andreas Kossmann

Sonntag, 15. Januar 17 Uhr Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, Waldbreitbach Krippenmusik Kirchenchor Rheinbrohl, Kinder- und Jugendchor Waldbreitbach

Das Polizeiorchester Rheinland-Pfalz bei seinem Benefizkonzert zugunsten des Fördervereins des St. Josefshauses am 16. Dezember in der Klosterkirche Hausen Sonntag, 8. Januar 17 Uhr Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, Waldbreitbach Krippenmusik Maria Schmidt (Gesang, Zither), Robert Schmidt (Gesang, Gitarre), Klemens Wirtz (Kontrabass)

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Der Rheinländer · Januar 2012

Sonntag, 22. Januar 17 Uhr Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, Waldbreitbach Krippenmusik (Musik aus „Hänsel und Gretel“) Bläserensemble „Komilites“ Sonntag, 29. Januar 17 Uhr Pfarrkirche Maria Himmelfahrt, Waldbreitbach Abschlusskonzert Streichorchester der Ehemaligen des Jugendorchesters Neuwied, Leitung: Susanne Harig

IJ


Musik in Unkeler Gassen

Straßenmusikfestival 17 Bands an 4 Plätzen auf 8 Bühnen

Samstag 12. Mai 2012 14 bis 22 Uhr



Rheinlaender 41 Januar 2012