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z : n A Li e TR l in nij E X va 端 n ne H ar d K un Rudi Gutendorf Neustadt

Karneval mit Leib und Seele Auch Bad H旦nningens Stadtb端rgermeister Guido Job steigt in die B端tt Burschen Siebengebirge

Wein im Hof Linz

Wanderung Hammerstein

Matthias Wessel Bad Honnef


Freitag, 10. Februar, 19 Uhr Autorenlesung: Bernhard Hatterscheid und Ludwig Kroner, Kriminalkommissare aus Köln, stellen ihren neuen Kriminalisten-Roman „Eiskalt in Nippes“ vor Bei Umbauarbeiten im Keller eines Hauses in der Viersener Straße findet der Haus meister eine eingemauerte Tiefkühltruhe. Als er sie öffnet, blickt er in das vereiste Gesicht eines Toten: tiefgekühlt seit Jahren. Deutlich ist eine schwere Schädelverletzung zu erkennen. Kriminalhauptkommissar West hoven und sein Team stehen vor einer schwierigen Aufgabe: Die Identität des Toten ist ungeklärt und die jahrzehntealten Hinweise führen augenscheinlich immer wieder ins Leere. Doch der Täter ist verunsichert und beginnt, Fehler zu machen … Bernhard Hatterscheidt arbeitete als Krimi nalkommissar bei der Kölner Mord kommis sion, heute klärt er Beamtenund Korrup tions delikte auf. Auch Ludwig Kroner war Kriminal beamter und zudem Polizeiseel sorger in Köln. Heimatladen, Pützgasse 2, Unkel Eintritt frei, um Spenden wird gebeten Info-Tel.: 02224-7796512

‫ﱠ‬ Freitag, 24. Februar, 19 Uhr Klavierabend: Robert Kaiser spielt Ragtime und Blues Mit viel Respekt vor den Origi nalen singt und spielt der vielseitige Bluespianist im BarrelhouseStil und führt die Zuhörer musikalisch von Chicago über das Delta des Mississippi nach New Orleans. Robert Kaiser, Sohn eines engagierten Kirchen musikers, erhielt früh eine klassische Klavier ausbildung und zeichnet sich heute durch kraftvolles und virtuoses Klavierspiel und eine voluminöse Stimme aus. Der Mann am Klavier spielt Blues und Ragtime, gerne gewürzt mit klassischem Boogie, erdig, authentisch und ohne Kom promisse. Heimatladen, Pützgasse 2, Unkel Eintritt frei, um Spenden wird gebeten Info-Tel.: 02224-7796512

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Der Rheinländer · Februar 2012


Editorial

Liebe RHEINLÄNDER … … mögen Sie Literatur?

Unkeler Literaturfest an historischen Orten

Lesungen Vorträge Theater gen uchvorstellun

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Mittwoch, 21. März bis Sonntag, 25. März 2012

nser großer rheinischer Dichter Heinrich Heine war der Überzeugung: „Von allen Welten, die der Mensch erschaf fen hat, ist die der Bücher die Gewaltigste.“ uch wir als Redakteure Ihres Heimatmagazins äußern uns schriftlich – deshalb liegt uns Literatur besonders am Herzen. Zumal, da wir in Unkel zu Hause sind, dem Ort, der in der RHEIN LÄNDERRegion die größte literarische Tra d i t i o n vo r we i s e n ka n n . Nicht nur, dass große Autoren w i e Fe r d i n a n d Fr e i l i g ra t h , Stefan Andres und Leonhard Reinirkens hier gelebt und

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ke l e r l i te r a r i s ch e n L o ka l gewirkt haben. Daneben haben matadoren wenig bedeuten, sich auch Adele und Johanna h a b e n w i r a u ch a k t u e l l e Schopen hauer, Annette von Größen eingeladen: D r o ste - H ü l s h o f f , So sind beim „Nach Literatur Ottilie von Goethe an Original mittag für Welt ver und Heinrich Böll schauplätzen bes se rer“ am 24. zumindest zeitweiM ä r z J ü rge n B e se in dem romanticker, Martin Stan kowski und schen Rhein städt chen aufgeFranz Meurer unsere Gäste halten. Ungezählt sind deren und Ihre Unter halter. p r o m i n e n te G ä ste u n d B e s ucher. Wolfgang Ruland uch Konrad Adenauer, Herausgeber der einige Exil monate in Unkel verbrachte und Willy Brandt, der hier lebte, darf man zu diesem Kreis zählen, da auch sie etliche Bücher verfasst und publiziert haben. eshalb lag es nahe, in Unkel ein Literaturfest (21. bis 25. März) zu organisier e n , z u m a l d a e i n i ge d e r Verehrte Leser, Original schau plätze noch zu gänglich sind. Das Programm d e r l i te r a r i s ch e n Ve r a n aktuelle Informationen st a l t u n ge n f i n d e n S i e a l s rund um den RHEIN LÄNDER finden Sie auch im Beileger in diesem Heft – in Internet: www.rheinlaen der kommenden März-Ausgabe der-magazin.de und bei berichten wir ausführlich darüber. Für alle, denen die Un : Der Rheinländer das Heimatmagazin

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inhaltlich! A59

Stieldorf Vinxel

D a s

Oelinghoven Oberpleis Oberdollendorf Niederdollendorf Thomasberg Berghausen Heisterbacherrott

Bonn

Königswinter

Königswinter

Buchholz

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .3

Eudenbach

Ittenbach

Liebe RHEINLÄNDER … … mögen Sie Literatur?

Asbach Rhöndorf

Aegidienberg

VG Asbach

Bad Honnef

VG Unkel

Rheinbreitbach Bruchhausen

Remagen

KasbachOhlenberg Ockenfels

Linz

Neustadt

Vettelschoß

Sinzig

Roßbach Breitscheid

VG Linz Hausen

Bad Hönningen Rhein

Titel!

VG Waldbreitbach

St. Katharinen

Dattenberg Leubsdorf

Ahr

Nachrichten aus der Region

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Unkel Erpel

kurz & knapp . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .6

Windhagen

Bad Honnef

H e i m a t m a g a z i n

Karneval mit Leib und Seele Der Stadtchef in der Bütt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .8 Verwandlung im Kittel . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .1 2 „ Wenn ich dät, wat ich sollt…“ . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .14

Waldbreitbach

sportlich! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .16

Niederbreitbach

Fußball als Friedensstifter

VG Bad Hönningen B42

Wied

Datzeroth

Rheinbrohl Hammerstein

Garten im Februar

jeck! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .2 0 44 Jahre Funkencorps Blau-Wiess Ein Abend mit Prinz Marcus I. Eine Chronik

Leutesdorf Andernach

querbeet! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .19

Neuwied

. IMPRESSUM Gründungsjahr 2008 Verbreitung: Königswinter, Bad Honnef. VG Unkel, VG Linz VG Bad Hönningen, VG Asbach, VG Waldbreitbach Erscheinungsweise: monatlich Jahresabonnement: p19,50 (nur Portokosten) Auflage: 15.000 V ERLAG D ER R HEINLÄNDER Inh. Sandra Peukert Pützgasse 2 · 53572 Unkel Tel: 0 22 24 - 7 79 65 12 info@rheinlaender-magazin.de www.rheinlaender-magazin.de Bankverbindung: Konto: 20006623, SSK Bad Honnef BLZ 38051290 Steuernummer: 32/128/57128, Finanzamt Neuwied Herausgeber: Wolfgang Ruland (v.i.S.d.P.) Grafisches Konzept und Satz: Ruland Werbung & Grafik, www.ruland-grafik.de

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Redaktion: Martina Kefer, Gudrun von Schoenebeck, Bernd Zimmermann, Andreas Kossmann, Cäcilia Frings-Ruland, Gaia Born, Hans Ziegler Fotos: Dieter Ruland, Wolfgang Ruland (falls nicht anders angebeben) Anzeigenannnahme: Wolfgang Ruland, Tel: 0 22 24 - 7 79 65 12, Mobil: 01 76 - 60 84 15 18 Anzeigenschluss: jeweils zum 15. des Vormonats Druckunterlagen an: info@rheinlaender-magazin.de Reprofähige Text- und ungerasterte Bildvorlagen EPS-, TIFF-, PDF-Dateien Namentlich gekennzeichnete Artikel geben nicht unbedingt die Meinung der Redaktion wieder. Vervielfältigung, Speicherung und Nachdruck von Texten, Bildern und Grafiken nur mit ausdrücklicher Genehmigung des Verlags. Für unverlangt eingesandtes Bildund Textmaterial wird keine Haftung übernommen. Alle Angaben im Heft nach bestem Wissen und Gewissen. Wir übernehmen keine Gewähr bei Irrtümern oder Druckfehlern.


inhaltlich!

genießen! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .24 Gemütlicher Treffpunkt beim Wein

ausgewählt! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .26 Veranstaltungen im Februar

unterwegs! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .28

Karneval mit Leib und Seele

Über hohe Höfe

jeck! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .32 11x11 Jahre Hünnijer Karneval Hünnijer Jecken feiern karnevalistisches Jubiläum Prunksitzung hält einige Überraschungen bereit 3x11 „Mir han se noch all – lachs lila“ Wenn nicht jetzt, wann dann?

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rheinromantisch! . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . .40 Oh. alte Burschenherrlichkeit

Fußball als Friedensstifter Seite 16

.

Funkencorps Blau-Wiess Seite 18

Gemütlicher Treffpunkt Seite 24

Über hohe Höfe Seite 28

Hünnijer Karneval Seite 32

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kurz & knapp! Der aktuelle RHEINLÄNDER-Rechtstipp:

Geänderte Rechtsprechung: Leichter in Teilzeitarbeit Immer mehr Arbeitnehmer haben den Wunsch, ihre Arbeitszeit zu reduzieren und in Teilzeit zu arbeiten. Dem hat der Gesetzgeber durch das Teilzeitbefristungsgesetz Rechnung getragen. Gemäß § 8 TzBfG darf jeder Arbeitnehmer, dessen Arbeitsverhältnis länger als sechs Monate bestanden hat und der in einer Firma mit mehr a l s 15 A r b e i t n e h m e r b e s ch ä f t i g t i st , d i e Verringerung seiner Arbeitszeit beantragen und sogar einen konkreten Verteilungswunsch gegenüber seinem Arbeitgeber äußern. Dieser Antrag bedarf keiner Begründung und der Arbeitgeber hat dem Antrag zuzustimmen, wenn betriebliche Gründe nicht entgegenstehen. Gemäß § 8 Abs. 4 der TzBfG liegt ein solcher betrieblicher Grund nur dann vor, wenn d i e Ve rr i n ge r u n g d e r A r b e i t s z e i t d i e Organisation, den Arbeitsablauf oder die Sicherheit im Betrieb wesentlich beeinträchtigt oder unverhältnismäßige Kosten verursachen würde. Das Vorliegen dieser betrieblichen Gründe hat der Arbeitgeber darzulegen und gegebenenfalls sogar zu beweisen. Bisher wurde von der Rechtsprechung als betrieblicher Grund ohne weitere konkrete Prüfung akzeptiert, wenn in dem Betrieb nach einem Schichtmodell gearbeitet wird.

Diese Rechtssprechung ist vom Landes arbeits gericht Schleswig-Holstein nunmehr aufgehob e n wo r d e n . I n d e r E n t s ch e i d u n g z u m Aktenzeichen 3 SaGa 14/10 hat das Landes arbeitsgericht vom Arbeitgeber verlangt, dass dieser konkret nachweisen muss, dass die Teilzeitarbeit aufgrund seines Schichtmodells nicht möglich ist und der Arbeitgeber müsse s o ga r n a ch we i s e n , d a s s d i e gew ü n s ch te Arbeitszeit auch nicht durch eine zumutbare Änderung des Betriebsablaufs ermöglicht werden kann. Durch diese Rechtssprechung sind die Möglichkeiten von Arbeitnehmern, eine Reduzierung ihrer Arbeitszeit zu erreichen, we s e n t l i ch ve r b e s s e rt wo r d e n u n d d i e Anforderungen an eine begründete Ablehnung d u r ch d e n A r b e i t ge b e r s i n d d u r ch d a s Landesarbeitsgericht erheblich erhöht worden. Peter Haltenhof Rechtsanwalt Fachanwalt für Arbeitsrecht

Die Rheinische Riviera – eine exklusive Marke für unsere Region Bad Honnef. Im letzen Jahr trafen sich Ve rt r e te r a n ge s e h e n e r Un te rn e h m e n u n d Ve r e i n e a u s G a st r o n o m i e , H o te l l e r i e u n d Tourismus zwischen Koblenz und Bonn. Sie alle verband die Überzeugung, dass ihr Abschnitt des Rheins im offiziellen regionalen Marketing deutlich zu kurz kommt. „Während der Teil des Mittelrheins südlich Koblenz als Weltkulturerbe umfassend beworben wird, bleiben für unseren Teil vielleicht noch zwanzig Prozent des Marketing übrig. Dabei bietet dieser so sonnige Rhein abschnitt eine Vielzahl g r o ß a rt i ge r S e h e n s würdigkeiten und Aus f l u g s m ö gl i ch ke i te n “ , s o d e r I n i t i a to r d e r

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„Rheinischen Riviera“ Klaus Munk. Mit der Marke „Rheinische Riviera“ wollen er und seine Mitstreiter ihre Heimat erst in Deutschland und dann weltweit zu einem exklusiven Begriff für ein ganz besonderes Reiseziel machen. M u n k we i te r : „ S e i t G r ü n d u n g u n s e r e s Verbandes habe ich den Kontakt zu den kommunalen und regionalen Vertretern des Tourismus gesucht, um Möglichkeiten einer für beide Seiten fruchtbaren Zusammenarbeit auszulote n . L e i d e r t ra f i ch dabei auf wenig Gegen liebe. Man hatte sich darauf festgelegt, ausschließlich den Begriff „romantischer Rhein“ a l s M a r ke f ü r d e n gesamten Mittelrhein


kurz & knapp! zu entwickeln, ohne dabei die deutlichen Unterschiede der Landschaften am oberen und am unteren Mittelrhein zu berücksichtigen.“ Ganz anders die Reaktion aus der Wirtschaft. Da konnte in den wenigen Monaten mancher namhafte Partner und Förderer für den neuen Verband gewonnen werden. So wurde im ersten Halbjahr seines Bestehens sehr schnell deutlich, dass es nicht offizielle Stellen sondern die Mitbürgerinnen und Mitbürger in der Region sind, die dem neuen Verband Gewicht und Zukunft geben können. Sie zu gewinnen soll darum auch Hauptaufgabe des Jahres 2012 sein. Ne b e n we i te r e n Pa rt n e rn a u s To u r i s m u s , Freizeitbranche, Hotellerie, Gastronomie und Handel will man dabei auch private Mitglieder werben, die von ihrer Heimat begeistert sind und sich für sie engagieren wollen. Dieser Einsatz soll sich natürlich auch lohnen. Munk erläutert: „Schritt für Schritt werden wir durch die Vernetzung mit Partnern aus allen Bereichen immer mehr attraktive Vorteile für u n s e r e M i t gl i e d e r z u s a m m e n t r a ge n . Z u m Beispiel erhält ab sofort jedes neue Mitglied einen Rheintaler, dessen Besitz mit Rabatten oder anderen Sonderleistungen bei mehr als 100 Pa rt n e rn ve r b u n d e n i st . Re ch t s b e ra t u n g , Reiseangebote, unabhängige Versicherungsu n d Fin a n z b e r a t u n g ste h e n z u M i t gl i e d s konditionen zur Verfügung - und ständig wird die Liste länger. Unsere gewerblichen Partner haben so neben der überregionalen Kunden werbung durch den Verband und dem langfristig

d a m i t ve r b u n d e n e n I m a ge gew i n n e i n e r Exklusivmarke, die Möglichkeit mit dem Ange bot kleiner Vorteile diese Liste weiter zu verlängern und auch unsere privaten Mitglieder in der Region für sich selbst als Neukunden zu gewinnen.“ Munk abschließend: „ Nach einem halben Jahr der Orientierung haben wir unseren Weg gefunden. Trotzdem werden wir natürlich für weitere Ideen und Anregungen immer dankbar blei ben.“

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Titel!

Der Stadtchef in in der der Bütt Bütt Mit großer Klappe und parodistischen Meisterleistungen begeistert Guido Job im Hünnijer Karneval.

Foto: Hans-Peter Job

von Andreas Kossmann

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u s d e r St a d t B a d H ö n n i n ge n w i r d i m Karneval kurz und knapp „Hünnije“. Und wenn im „Hünnijer Karneval“ der Saal brodelt, dann steht nicht selten der Stadtchef selbst auf der Bühne. Oder vielleicht gerade auch Juglio Iglesias, Herbert Grönemeyer, Paul Potts, DJ Ötzi oder Marius Müller-Westernhagen. Das „Goldene Buch der Stadt“ würde nur so von Prominenten gefüllt sein. och Stadtbürgermeister Guido Job vereint das „Who is Who“ in einer – seiner – Person und begeistert mit neuen Texten auf b e ka n n te Melodien nicht nur in der eigenen Stadt. Texte des 48Jährigen, der von Kind auf im Hünnijer Karneval aktiv ist, fanden auch schon Einzug in den Kölner Karneval. Gottfried Kalenberg, Kopf der „Kalauer“ zeigt sich froh über den Kontakt in die Badestadt. „Wenn wir nicht mehr weiterkommen, dann rufen wir unseren Freund Guido an. Wir bekommen ständig viele Textvorschläge von unseren Fans, aber vieles ist so nicht brauchbar, das ist eben bei Guido

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anders, seine Texte und Ideen sind keine Luft blasen.“ Die Kalauer, die im Kölner Karneval zu Hause sind, gaben vor einigen Jahren ein zweitägiges Gastspiel in Bad Hönningen. Und einzelne Besucher meinten zu wissen: „Ach, jetzt ist klar, woher der Guido seine Texte hat“ zur großen Verwunderung klärte die Band dann auf und bedankte sich bei Job für dessen Zuarbeit. er Spezialisierung auf Parodien ging eine lange karnevalistische Karriere voraus. Diese begann bereits vor der Schulzeit. Auch wenn sich „de Guido“ an die Anfänge so recht n i ch t m e h r e r i n n e rn kann, den ersten Satz, den er in der Bütt losließ, wird er wohl nie vergessen. Der Vortrag hieß „die Raket“ und wurde eingeleitet mit: „Un wenn se all vor Neid erblasse, jestern hann ich eine steije lasse.“ ie „große Klappe“ hat er nach eigenen Angaben von seiner Mutter Marlies, einer waschechten Bad Hönningerin und den trockenen Humor von seinem Rheinbrohler

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Charakterrollen

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Vater Peter. Es folgten zahlreiche Jahre in der Rolle des „Schulljung“ im Kolpingkarneval und erste Schritte in der Karnevalsgesellschaft, wo er 1976 Kinderprinz wurde und seitdem Mitglied der Gesellschaft ist. In seiner karnevalistischen Karriere sammelte er bald Erfah rungen als Präsident der Kindersitzungen und wurde später für einige Jahre Präsident der Kolping- und KG-Sitzungen. ls „Mann mit der Trööt“ erfolgte das Comeback (Jugend schutzbestimmungen hatten eine Pause erzwungen): Sich selbst auf die Schippe nehmend, dies in Manier eines

Foto: privat

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„De Guido“ lässt Raketen steigen Heinz Erhardt und mit der steten Androhung auf der Tuba zu spielen, zeichneten diesen Charak ter aus. Nach einigen Jahren war diese Rolle jedoch ausgereizt, die jährlich steigenden Erwartungen zu groß geworden, es musste etwas Neues her, und so startete Guido Job seine bis heute unvergessenen Zwiegespräche mit Robert Janke und Reiner Pertzborn. obert Janke, der „Crack“ der Kolping theaterstücke und ehemaliger Prinz der Karnevalsgesellschaft (1977), sagte spontan der neuen Nummer zu, die für viel umjubelte Auftritte sorgte. Anlässlich des Jubiläums „11 x 11 Jahre Hünnijer Karneval“ wird es diese Konstellation noch einmal geben. Während die Bühnendialoge mit Janke vor allem aus sehr viel I mp r ov i s a t i o n b e st a n d e n , wa r e n b e i d e n Dialogen mit Reiner Pertzborn (Janke musste aus beruflichen Gründen Anfang der 90er Jahre aufhören) die unterschiedlichsten Rollen das

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Der Mavari Lebensrat

Mußestunden zur Fastenzeit Mit dem Aschermittwoch beginnt im Februar die Fastenzeit. Fasten wird heute gerne gleichgesetzt mit Diät und dem Verzicht auf Leckereien. Doch Fasten soll Ihnen grundsätzlich ermöglichen, alles bewusst zu unterlassen, was nicht dringend notwendig ist. Das betrifft weitaus mehr Themen als lediglich die Ernährung. Damit Sie erkennen können, wovon Sie zu viel konsumieren, benötigen Sie etwas Abstand vom Alltag und eine höhere Wachsamkeit. Die Diät, die Sie sich nun gönnen können, bezieht sich auf alle Bereiche des Lebens: Verzicht auf Zeitdruck und Verzicht auf zu viele Termine, Verzicht auf oberf l ä ch l i ch e Ko n ve r s a t i o n u n d Ve r z i ch t a u f Unterhaltung wie Fernsehen und Radio. Auch Com pu terspiele dürfen mal ruhen. Fas ten zeit ist eine Zeit der Stille, eine Mög lichkeit, sich in sich selbst zurückzuziehen. Fasten ist die Übung, es mit sich selbst auszuhalten ohne sich bei der ersten Gelegenheit ablenken zu lassen. Wenn die äußeren Aktivitäten zu ruhen beginnen, nehmen wir zunehmend die vielen Gedanken im Kopf wahr. Wie ein wilder Affe springen sie in unserem Kopf umher, ohne Pause und Rast. Gewohnt, allen Gedanken Beachtung zu schenken, üben wir, in der Fastenzeit diese Gedanken einfach nur zu beobachten, ohne ihnen nachzuhängen oder zu bewerten. Wahrneh mung und Beobach tung mit einer hohen Achtsamkeit für sich selbst und die Umwelt - ohne den alltäglichen und allzu oft unnötigen Ablen kungen zu unterliegen: Das ist wahres Fasten. Wie Sie Ihr Fasten gestalten und wie umfangreich Sie es ausbauen, liegt einzig und alleine bei Ihnen. Ein guter Rat ist, mit kleinen Schritten zu beginnen. Verzichten Sie b e i s p i e l s we i s e a u f Ka f fe e u n d Fe rn s e h e n . Nutzen Sie die frei gewordene Zeit mit Muße. Genießen Sie die Ruhe und das Nichtstun, entspannen sie sich in der Sauna oder genießen Sie die Frische der Natur beim Spaziergang im Wald. Übungen zur Achtsamkeit, Entspannung und weitere Aspekte zur persönlichen Entwicklung e r l e b e n S i e i n m e i n e n Ku rs e n u n d Einzelgesprächen. Weitere Infos erhalten Sie unter Tel: 02645-974 751 und office@mavari.de. Ich freue mich auf Sie. Marcus van Riet.

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Foto: privat

Titel! Don Camillo und Peppone: Pfarrer Franz Kiefer und Bürgermeister Job

besondere Marken z e i ch e n d e r Au f tritte: mal als uralte Männer, mal als Saunagänger im Bade mantel („was wir darunter trugen, haben wir nie verraten“), mal als Säuglinge mit überdimensionalen Wi n d e l n oder als Waldorf und Statler aus der Muppet-Show. usätzlich startete Guido Job in diesen Jahren dann auch wieder solo mit seinen bis heute beibehaltenen Parodien, sich selbst begleitend auf der Gitarre oder im Zusam menspiel mit der Kapelle „Querbeet“, die auch

das von dem verstorbenen Bütten-As und ExPrinz Heinz „Barry“ Feltens getextete und von Job ko mp o n i e rte Heimatlied „Hünnije, mein Heimatstadt“ neu arrangierte. m den unterschiedlichen Rollen der Parodien gerecht zu werden, „lässt sich mit Perücken und Brillen einiges machen“, so Job, und man erlebt an einem Abend eine Fülle an Charakteren. Für die laufende Session kann er aus 16 Nummern auswählen, die er in der Regel stets in den Sommerferien dichtet, in den Herbstferien einspielt und im Winter fertigstellt. Damit tritt er außerhalb der eigenen Stadt auch bei befreundeten Gesellschaften auf und war 2009 Gast in der SWR-Fernsehsendung „Fröhlicher Weinberg“ im Sendezentrum Mainz mit vielen anderen bekannten Karnevals künstlern. in besonderes Gastspiel gab es auch 2010: Da löste er anlässlich der traditionellen Karnevalsmesse in der Pfarrkirche St. Peter und Paul bei seinem Freund Pfarrer Franz Kiefer das Versprechen ein, die Predigt zu halten und die Zusammenhänge zwischen Karneval mit seinen christlichen Ursprüngen wie dem Oster lachen (die Pf licht des Pfarrers, die Gemeinde an Ostern zum Lachen zu bringen) und der Kirche zu erläutern. in Stadtchef in der Bütt – das sorgt auch f ü r Na s e r ü mp fe n , a b e r vo r allem für allerbeste Unterhaltung. Wenn Guido Job auf der Bühne steht, in seiner Heimatstadt oder anderswo, dann weiß man:  dat is Hünnijer Karneval!

Allerbeste Unterhaltung

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Verpflichtung zum Osterlachen

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Immo-News Nicht ganz dicht? Eigenheimbesitzer in NRW können aufatmen: B e i d e r u m st r i t te n e n D i ch t h e i t s p r ü f u n g vo n Abwasser roh ren wird der Hausbesitzer n i ch t mehr unter Gene ral verdacht gestellt. Weil es keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt, dass Privat haushalte das Grundwasser gefährden, ist mit dem Einlenken der NRW-Regierung der sogenannte Kanal-TÜV zunächst vom Tisch. Eigentlich müssen private Hausbesitzer bis 2015 nachzuweisen, dass alle zum Haus gehörigen Abwasserkanäle dicht sind. Umweltminister Remmel (Grüne) gab am 17. J a n u a r 2 012 b e ka n n t , d a s s d i e L a n d e s regierung bei der umstrittenen Dichtheits prüfung an privaten Kanalanschlüssen deutlich nachbessern wird. Die umstrittenen Passagen im Landesabwassergesetz werden gestrichen und durch eine neue Verordnung ersetzt. Die Nachweisfristen für Privathaushalte sollen nun deutlich verlängert und nach Ab wasser menge gestaffelt werden. Es kann in Zukunft auch bei Bagatellschäden auf die Sanierung verzichtet werden. Es wird nur noch strenge Auflagen geben für Immobilien, die ganz oder teilweise gewerblich genutzt werden, Häuser in besonders gefährdeten Regionen – wie zum Beispiel Wasser schutzgebieten und Haushalte mit mehr als 200 Kubikmeter Abwasser pro Jahr. Für Kanalanschlüsse, die älter als 60 Jahre sind oder wenn ein Verdacht auf schwere Schäden vorliegt, wird ein vereinfachtes Verfahren angewendet: der Durchlauftest. Diese Prüfung sollten Sie bis 2020 durchführen lassen. E i n i ge H a u s b e s i t z e r ke n n e n b e r e i t s d e n Zustand Ihrer Abwasserleitung, weil Sie schon Geld für die kostspielige Unter suchung ausgegeben haben. Abwarten war also die richtige Strategie.

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Titel!

Foto: Frank Homann

Verwandlung im Kittel N

icht viele denken bei feuchtfröhlichen Karneval-Events an politische Vor träge mit Tiefgang. RHEIN LÄNDER-Redakteurin Gaia Born hat sich mit „De Huus meister vom Bundes daach“ aus Bad Honnef getroffen, die den Spagat zwischen Spaß und Anspruch schaffen.

e r S a a l b r o d e l t , ve r schwitzt aber glücklich ve r l a s s e n d i e M ä d e l s d e s Prinzengarde-Tanzcorps die Bühne. Mit ihrem schwungvoll e n Au f t r i t t h a b e n s i e d i e Besucher der Sitzung ordentlich in Wallung gebracht, die St i m m u n g i st a u s ge l a s s e n . Und hier soll nun ein politischer Beitrag folgen? Frank Fander und Axel Foppen haben sich da einiges vorgenommen, und das wissen sie auch. „Wenn jemand u n s n a ch 2 3 U h r buchen möchte, fragen wir vorher genau nach, ob den Leuten klar ist, was wir machen – manchmal vertragen sich Alkohol pegel und unser Auftritt einfach nicht“, sagt Fa n d e r. D e r 6 3 - J ä h r i ge i st z u st ä n d i g f ü r d i e Te rm i n -

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steuerung. „Aber solange das Nummerngirl noch halbwegs angezogen ist, können wir

Euch auf das Highlight des Abends und begrüßt mit tosendem Applaus: De Huusmeister vom Bun desdaach!“ Mit Hosen trägern, ka r i e rte n H e m d e n und dem typischen g ra u e n H a u s m e i ste r- K i t te l ausstaffiert, entern die beiden e r p r o b te n Ka rn eva l i ste n – b e i d e wa r e n s ch o n l a n ge , bevor sie selbst aktiv wurden, i m Ka rn eva l s ve r e i n – d i e Bühne. Neben kurzen Wortbei -

Zwischen Anspruch und Spaß

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noch auftreten“, ergänzt sein Partner Foppen, 61, mit einem Augenzwinkern. nd dann geht es auch schon los, der Präsident schmettert ins Mikro: „Die zwei sind bei uns Kult, freut

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trägen lockern kleine, zur Gitarre gesungene Liedchen, die sie zu aktuellen politischen Debatten auf bekannte Melodien gedichtet haben, den Vortrag auf. Da geht es um den Atomausstieg, die Integration, den Euro, die Grünen, den Ärztemangel – und der Saal kringelt sich vor Lachen. „Es ist toll, wenn sich Menschen im Karneval auch auf Beiträge einlassen, die nicht Witz auf Witz aneinander reihen“, sagt Foppen. „Wir fordern unsere Zuschauer, sie müssen sich rund 20 Minuten konzentrieren.“ Und das sei bei solchen Sitzungen schon längst keine Selbst verständlichkeit mehr. Es sei eben nicht wie im Kabarett, wo die Besucher genau wüssten, was auf sie zukommt und auch schon ein breites Wissen mitbrächten. eshalb haben die beiden Nachbarn aus Bad Honnef, die sich schon seit der Kindheit kennen und durch den gemeinsamen Vortrag bei einer Hauseinweihung eines Freun des auf den Geschmack kamen, die Type des Hausmeisters gewählt. „Ein Haus meister kann einen ganz anderen Ton anschlagen, er darf locker und zugespitzt die Interna verraten. In dem Moment, in dem ich den Kittel anziehe, verwandle i ch m i ch “ , s a g t Fo p p e n , i m e i ge n t l i ch e n L e b e n B a u i n ge nieur. Auch der Ver sicherungs m a k l e r Fa n d e r l i e b t d e n Ausgleich, den das ungewöhnliche Hobby beiden bietet. „Man w i r d d o ch i rge n d wa n n z u r Rampensau“, grinst er. „Wenn die Leute aufstehen und nach Zugaben brüllen, schweben wir aus dem Saal.“ Aber deshalb das Hobby zum Beruf machen? „Och nö! Mein schöner Beruf! Ich mach das doch gern!“, ruft Foppen. e r Vo rt ra g n e i g t sich dem Ende entAnzeige ge ge n , n a ch e rn e u te r Z u ga b e g i b t e s e i n Kölsch, eine dreifache Rakete und einen Orden. Die Zuschauer wischen sich die Lachtränen aus Musikhaus d e n Au ge n u n d „ D e OMMERICH H u u s m e i ste r vo m Bundes daach“ haben den Spagat zwischen Haus der Gitarren A n s p r u ch u n d S p a ß Franfurter Str. 23 wieder einmal mit 53572 Unkel Glanz und Gloria Tel./Fax 02224-5697  www.gitarrenhommerich.de gemeistert.

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Titel!

„Wenn ich dät, wat ich sollt …“ von Wolfgang Ruland

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eit sechs Jahrzehnten ist Matthias Wessel, Jahrgang 1935, als Sänger und Musiker aktiv. Jetzt war es an der Zeit, dass seine Kompositionen mit karnevalistischem Bezug auf Ton träger gebannt wurden: „Die Lieder sollen erhalten bleiben“, wünscht sich der gebürtige Honnefer. ordem sind bereits z we i CDs von ihm erschienen: „Ming Hezz hängk an Honnef“ (2008) und „Rhei nisches Land, mein Heimatland“ ( 2 010 ) . W ä h r e n d We s s e l b e i d e n Vo r g ä n g e r - A u f nahmen eine musikalische Re i s e d u r ch seine Heimat Bad Honnef und Un ke l – h i e r war er 30 Jahre Kapellmeister des Bläsercorps der KG Unkel – unternimmt, hat er auf seiner aktuellen Produktion mit siebzehn Liedern d i e k l a s s i s ch e n T h e men des Karnevals im Walzer- oder Marschtakt vertont: Rhein, Wein, H e r z , S o n n e n s ch e i n , B ü t z j e , Pa u ke n u n d Trompeten. Im Stück „Der Kleine zahlt die

Foto: privat

atthias Wessel aus Bad Honnef Selhof, allseits bekannt als „musikalischer Parkettlegemeister“, hat eine neue CD, „Karneval am Rhein“, mit eigenen Kompo sitionen aufgenommen. Der Erlös wird einem guten Zweck zugeführt.

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Zeche...“ klingen auch kritische Töne an: „Das Geld ist knapp geworden / im Wirt schafts wunderland / Die Regie r u n g h a t z u v i e l ve r schenkt / jetzt sind se abjebrannt.“ er eingängigste Titel ist „Wenn ich künnt…“ mit dem Mitsing-Refrain: „Wenn ich künnt, wie ich wollt / wenn ich daät, wat ich

„Der Kleine zahlt die Zeche“

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sollt / Wenn ich hätt, wat ich mööch / wenn ich krääch, war ich sööch / Et levve wör doch half esu schwer / wenn dat fiese Wörtche wenn nit wär.“ nterstützt wurde er bei den Aufnahmen von seinem Freund Josef Arens, der die Stücke arrangiert und auf dem Synthesizer eingespielt hat. Schwiegersohn und Berufsmusiker Philipp Walbröhl, selbst unterwegs mit den „Ratsherren“ und den „Barhockern“, steuerte Trompetenklänge bei. eit sich Wessel nach über 40-jähriger beruflicher Selbstständigkeit „im Unruhe stand“ befindet, hat er die Titel, die im Laufe seiner musikalischen Arbeit in den letzten Jahrzehnten entstanden sind, gesammelt und neu aufgenommen. Der ausgebildete Sänger und Multi-Instrumentalist, Wessel spielt Trompete, Flöte Geige, Schlagzeug, Tenorhorn, Posaune und Euphonium, ist seit Jugendzeiten als Musiker aktiv. Mit seiner Kapelle „Matthias Wessel & The Swingers“ begleitete er Tanz turniere, spielte in Tanzschulen auf und bot stimmungsvolle Unterhaltungsmusik zu allen erdenklichen Anlässen. Der mit Verdienst medaillen und Dankesorden geehrte Musiker und Karnevalist trat auch auf vielen großen Bühnen auf. „Zeitweilig war ich mehr als Musiker als Parkettlegemeister unterwegs“, räumt Wessels ein, „meine Frau sagte dann: `Wir haben kein Fußbodengeschäft – wir haben ein Musikergeschäft`“. Bis heute ist seine Liebe zur Musik geblieben - die aber auch weiterhin Hobby sein soll: Den gesamten Reinerlös seiner CDs hat Matthias Wessel für einen guten Zweck zur Verfügung gestellt. So geht der Verkaufs preis von 6 Euro seiner aktuellen Produktion an den Förderkreis AnUro e.V. am Krankenhaus Ke mp e r h o f i n Ko b l e n z , wo s e i n e To ch te r Oberärztin ist. Der Förderkreis hat das Ziel, Urologie, Anästhesie, Intensivmedizin und S ch m e r z t h e r a p i e i n s b e s o n d e r e b e i d e r Behandlung von Krebspatienten zu unterstüt zen.

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„KARNEVAL AM RHEIN“ CD von Mathias Wessel Erhältlich in Bad Honnef bei: HIT, Nah & f r i s ch , B ä cke r e i B e cke r, B u ch h a n d l u n g Werber, Uhren Schürmann, Café Profitlich, Gaststätte Ziepchen, in Rheinbreitbach bei: Blumen & mehr, Massage-Praxis Spandern, in Un ke l b e i : M u s i k h a u s H o m m e r i ch u n d Florian-Schädlich

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sportlich!

Fußball als Friedensstifter

Rudi Gutendorf

Rudi Gutendorf mit Sohn Fabian von Dieter und Wolfgang Ruland Ein Besuch bei Fußballtrainer-Legende Rudi Gutendorf in seiner Wahlheimat Neu stadt/Wied.

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ommt doch rein“, empfängt uns ein aufgeräumter und zuvorkommender Rudi G u te n d o rf . E r wirkt fit und körperlich immer noch außerordentlich gut in Form. Bis zuletzt hat er in seinem Gartengrundstück gearbeitet: „Ich meine manchmal, ich könnte heute noch mitspielen“, sagt er schmunzelnd

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Wir – von hier Fußballtrainer Weltenbummler

*1926

und meint es doch ernst. Der heute 85-jährige trägt sein inzwis ch e n s ch l o h we i ß e s Haar lang, seiner Pilo ten-Brille ist er treu geblieben. Der Haus herr spricht leise und konzentriert, manchmal klingt seine Stimme etwas brüchig. Rudi Gutendorf, der Weltenbummler, der mit allen

„Mein größter Erfolg“


Größen des Fußballs zusammengearbeitet hat oder in Kontakt stand und steht, ist völlig unprätentiös und ganz ohne Allüren. Freundlich führt er uns ins Haus. leich im Flur erwarten uns Trophäen, Urkunden und Erinnerungsstücke aus seinem unvergleichlichen Fußballerleben. Uns springt ein alter Spielball ins Auge, auf dem eine gut lesbare Signatur prangt: „Pelé“. hefrau Marika bringt Getränke, als wir uns im Wohnzimmer niederlassen. Rudi Gutendorf hat sie 1978 in Australien kennengelernt, damals war er dort Nationaltrainer und sein Team spielte gegen Cosmos New York, eben mit Pelé und Franz Beckenbauer. Ein junges Mädchen bat ihn, ein Autogramm des deutschen Fußballidols zu besorgen. Seitdem sind sie ein glückliches Paar. Sohn Fabian, Anfang zwanzig, in Australien geboren, sitzt mit am Tisch. i e i st d e r We l t r e i s e n d e i n S a ch e n Fußball, man nennt ihn gerne Rudi Rastlos oder Fußball-Globetrotter, im Vorderen Westerwald heimisch geworden, wollen wir wissen. „Das lag in der Hauptsache an meinem besten Freund Carl Schiffer („Dr. Best“-Zahn bürsten). Schon in den frühen sechziger Jahren hatte ich auf seinem Neustädter Grund stück ein Wochenend-Domizil, eine Datscha, wo ich ausspannen konnte. Wir sind lebenslange Freunde geblieben und haben viel Zeit miteinander verbracht. Deswegen und weil ich mich als naturverbundener Mensch im Westerwald so gut erholen konnte, bin ich hier hängen geblieben. Leider ist Carl Schiffer vor kurzem gestorben.“ Er macht eine Pause. „Das ist eigentlich das Schlimmste am Alter – dass einem alle Freunde wegsterben“, sinniert Rudi Gutendorf und wird ganz still. amals, 1963, als er zum ersten Mal in Neustadt residierte, war er Trainer des MSV Duisburg in der gerade gegründeten Bundesliga. „Die graue Maus“, wie er die damalige Mannschaft bezeichnet, erreichte den zweiten Tabellenplatz am Ende der Saison - hinter Meister 1.FC. Köln. „Das war eine Sensation!“ M i t s e i n e r n e u a rt i ge n u n d e rfo l g r e i ch e n Defensivtaktik erwarb er sich den Ehrentitel: „Riegel-Rudi“. Als erfolgreichste sportliche Zeit bezeichnet er sein Engagement bei Schalke 04 in den Jahren 1968 bis 1970. „Wir erreichten das DFB-Pokalfinale gegen Bayern München. Es stand 1:1, da hat Gerd Müller noch das Siegtor für die Bayern geschossen. Und im Europa cup s ch e i te rte n w i r e r st i m H a l b f i n a l e a n Manchester City.“

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sportlich! eute sieht der Trainer in der Bun F u ß b a l l l e h r e r, d e s l i ga ste h t m a n der mit 55. Trainer stark unter Druck - da stationen in 34 Län m u s s m a n st ä n d i g dern – meist im Auftrag präsent sein und ist vo n D F B , F I FA o d e r e i n G e h e t z te r. D a anderen Institutionen –, hatte ich keine Zeit, Welt rekordhalter ist, ein sozialer Mensch seine Erfolge differenzu sein. Aber heute zierter: „Als ich 1999 bin ich froh, mich für Na t i o n a l t ra i n e r vo n karitative Zwecke einRuanda wurde, war das setzen zu können – Land noch erschüttert das ist letztendlich vom grausamen Bürgerdas Wertvollste und krieg und ich hatte die schließlich mein größAufgabe, aus den verter Erfolg!“ Die Lottofeindeten Stämmen der Elf mit den FußballHutu und Tutsi eine We l t m e i s te rn H o r st schlagkräftige Mann Eckel, Wolfgang Ove schaf t zu bilden. Da rath und vielen andewa r e n J u n g s d a b e i , r e n S p o rt - B e r ü h m t deren Eltern bei den h e i te n h a t b e r e i t s Genoziden ums Leben einen Millionenkamen. Doch kann der b e t ra g z u r Un te r Fußball nicht auch ein stützung von behinRudi Gutendorf als Schalke-Trainer mit Stan Libuda Fr i e d e n s st i f te r s e i n , derten und kranken e i n V ö l ke r ve r b i n d e r Kindern erspielt. ass er aber noch kein Match mit der und Aus söhner? Und kann er seine Integra tions Benef iz-Mannschaf t in seiner Wahl kraft nicht am besten entwickeln, wenn er einer heimat Neustadt austragen konnte, wurmt ihn gespaltenen Nation gemeinsame Erfolgsgefühle ein wenig: „Da bin ich etwas enttäuscht, dass ve rm i t te l t ? “ Ta t s ä ch l i ch ge l i n g t e s R u d i die Neustädter nie auf mich zugekommen sind.“ Gutendorf, seine ruandische Nationalelf zu Wir versprechen ihm, dass wir vom RHEIN einem sensationellen 2:2 gegen den haushohen LÄNDER uns dafür einsetzen werden, ein solFavoriten Elfenbeinküste zu führen: „Es wurde ches Spiel mit der Unterstützung von vielen gefeiert wie noch nie in der Fußball geschichte Sponsoren auf der Sportanlage an der Wied des Landes. Mittendrin stehe ich, schaue ergrifmöglich zu machen. fen um mich und er erlebe den schönsten und eim Verabschieden sagt uns die Fußballstolzesten Moment meiner Trainer laufbahn.“ eit über zehn Jahren setzt sich Gutendorf Legende Rudi Gutendorf zu, gerne einmal auch hierzulande für gute Zwecke ein, bei einem Amateurverein in der Region ein  indem er die Prominenten mannschaft der LottoSchautraining zu leiten. Elf Rheinland-Pfalz coacht: „Wisst ihr, als Foto: Archiv Rudi Gutendorf

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querbeet! von Heidemarie Liebetrau

Garten im Februar

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as ist nur mit diemit seinem Flor erfreut. sem Winter los ? Hat er Wenn Sie Ihn in Ihrem sich im letzten Jahr ausGarten ansiedeln wolgetobt? Ende Januar gab len, suchen Sie ein some s s ch o n d i e e rste n merschattiges Eckchen Schneeglöckchen, nun aus. Der Boden sollte blühen allenenthalben locker, humos und nicht die Haselkätzchen und zu sauer sein. Und im die Weiden zeigen auch S o m m e r s o l l te n S i e s ch o n I h r e n we i ß e n diese Ecke nicht zu sehr Pe l z . K r o k u s s e u n d bearbeiten oder sauber Narzissen treiben aus halten wollen: Da der Winterling als wäre es bereits Winterling kurz nach Mitte Februar. der Blüte alle oberirdirotzdem ist ja aller Wahrscheinlichkeit schen Pflanzenteile absterben lässt, weiß man noch einmal mit Kälte zu rechnen. Um nicht, wo die winzigen Knollen im Boden liegen. d a n n Fr o st s ch ä d e n vo r a l l e m a n I h r e n Um Verletzungen zu vermeiden, lässt man am Frühlingsblühern zu vermeiden, sollten Sie die besten diese Gartenecke in Ruhe! Sie können Beetflächen mit Fichtenzweigen auch noch die Frühlingsanemone abdecken (vielleicht haben Sie ansiedeln (Anemone nemorosa), ja Ihren Weihnachtsbaum noch die ganz ähnliche Bedingungen in der Ecke stehen). Hier kann erwartet wir der Winterling, ihre sich zwischen den Nadeln ein weißen Blütensterne aber erst Luftpolster halten – ein Gas vier Wochen später öffnet. Bitte austausch findet trotzdem statt und Licht kann entnehmen Sie die Rhizome der Anemone aber auch durchdringen. Bitte decken Sie auf keinen nicht der Natur, auch wenn Sie hier in unseren Fall mit Folie ab: Darunter kann sich kein Buchenwäldern teppichartig blüht: Sie steht Wärmespeicher bilden, der Luftaustausch wird unter Naturschutz! Pflanzen oder die im Herbst verhindert. z u ste cke n d e n K n o l l e n e r h a l te n S i e i m  iele der Geophyten in unseren Gärten Fachhandel. wachsen nämlich schon lange bevor wir e s wa h rn e h m e n . D e n ke n w i r n u r a n d e n Winterling (Eranthis hyemalis), der oft schon unter dem Schnee seine leuchtend gelben Blütensterne öffnet und uns im Februar schon

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Frostschäden vermeiden

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Verlagssonderveröffentlichung

44 Jahre Funkencorps Blau-Wiess Linz Ein Abend mit Prinz Marcus I. Text und Fotos von Simone Schwamborn

Mit viel Elan: Prinz Marcus I.

D e r N e u j a h r s e m p fa n g d e s L i n z e r St a d t soldatencorps Rut-Wieß ist im vollen Gange, als sich Prinz Marcus I. (Zimmermann) mit seinen Adjutanten Helmut Ehlen und Ronny Fleischer bereits auf den Weg zur Stadthalle machen. Eskortiert werden sie von einigen Rut-Wießen, die das Dreigestirn begleiten. Die nüchterne Stadthalle hat sich in einen blau-weißen Narren tempel verwandelt, denn hier steigt der Fest kommers des Funkencorps Blau-Wiess mit mehr als 200 Mitgliedern. Sie feiern hier ihr „4 x 11“jähriges Jubiläum und das ist auch der Grund, warum der Linzer Prinz in dieser Session aus den Reihen des „Familiencorps“ kommt. Schon vor dem offiziellen Einmarsch in den Saal herrscht in der Narhalla tolle Stimmung. Am Eingang stellt sich die kleine Lara-Sophie auf Zehenspitzen und greift nach der langen Pfauen feder des Prinzenkostüms. „Oh … ist die schön“, sagt sie zur Ausstattung ihres Vaters. Ihr kleines Geheimnis wird soll sie erst später lüften. Herzlich wird die Tollität von allen begrüßt und Marcus I. verteilt Nädelchen – auch an Hans Zeyen von den Flittarder Hunnen aus Köln. Er

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zählt zu den vielen Gratulanten, die später auf der Bühne stehen werden. Die „Strüßche“ werden von dem Publikum aufgefangen, als die Gastgeber mit dem Prinz in ihrer Mitte und dem Tambourcorps Ohlenberg einmarschieren. Vor den Augen des schunkelnden Dreigestirns, der weiblichen Lieblichkeit Jasmin Zimmermann sowie der schmucken Ehrendamen Kerstin Reichelt und Hannelore Ehlen überbringen die Karnevalsvereine ihre Glückwünsche und bieten tänzerische Einlagen dar. Neugierig geworden, was denn Bernd Rechmann mit dem Mikrofon in der Hand anstellen will, überzeugt sich der kleine Djasse-Elias Adams gleich an Ort und Stelle von der Arbeit des moder i e r e n d e n Ko m m a n d a n te n . D a s s d e r j u n ge Nachwuchs wie Djasse-Elias hier ebenfalls das Sagen hat, beweist dann auch die Rasselbande des Funkencorps Blau-Wiess. „Beide sind längst unsere Ehrenkommandanten“, würdigt Rechmann dann das Engagement von Rudolf Honnef und Wolli Klein, aber auch die Senatoren des Funkencorps. „Freundschaften wachsen lassen und vertiefen“ – das haben sich


die Blau-Wiessen laut Rechmann mit auf die Fahne geschrieben. Und gerade deshalb werden Freundschaften wie die zur Mi-CarĂŞme in Pornic, z u m b aye r i s ch e n G e b i r g s b a t a i l l o n u n d z u r Ehrengarde St. Augustin-Hangelar an diesem Abend untermauert. Royale Gäste aus benachbarten Prinzen hoch burgen wie Andreas I. (Erpel) haken sich bei Marcus I. ein und schunkeln herzlich mit. Neben d e m S i e b e n ge b i r g s - P r i n z e n p a a r u n d d e n Regenten aus Bad HĂśnningen gratulieren die Linzer Corps, auch Vertreter Ăśrtlicher Vereine u n d Po l i t i k w i e St a d t b Ăź r ge r m e i s te r u n d Ehrensenator Adi Buchwald, Verbands bĂźrger m e i ste r H a n s - G Ăź n te r F i s ch e r, B u n d e st a g s abgeordnete Sabine Bätzing-Lichtenthäler und Landtagsabgeordnete Ellen Demuth. Bundes t a g s a b ge o r d n e te r E r w i n R Ăź d d e l n u t z t d i e Gelegenheit und lädt Marcus I. im Namen der Rheinischen Karnevalistischen Korporationen zum Prinzentreffen ein. „Wir geben alles“ nimmt das hiesige Dreigestirn das Prinzenlied wĂśrtlich und heizt die Stimmung zur fortgeschrittenen Stunde weiter ein. Schlag auf Schlag folgen närrische Darbietungen der Gäste und auch die kleinen Fans wie Djasse-Elias oder Katharina Ehlen haben SpaĂ&#x; an den glitzernden KostĂźmen der Tänzer. Fast schon am Schluss des Festprogramms, als die Damentanzgruppe des Funkencorps Blau-Wiess sich gerade von der BĂźhne verabschiedet, klettert Lara-Sophie auf die BĂźhne und präsentiert ihre Ăœberraschung. Sie tanzt mit ihrer Freundin Laura Balasus zu dem Lied „Weil das Herz am rechten Fleck ist, liebe ich Dich“ und erntet begeisternden Beifall. „Es ist ein wunderschĂśner Abend“, sagt Marcus I., a u c h s i c h t l i c h b ew e g t vo n d e r Z a h l d e r Gratulanten, die Geschenke und Spenden Ăźberreichten. Nach einigen Ordensverleihungen heiĂ&#x;t es dann, sich mit ausreichend Schlaf fĂźr den nächsten Tag und den Auftritt in BrĂźhl vorzube reiten.

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Prinz Marcus I. und Kommandant Bernd Rechmann

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Verlagssonderveröffentlichung

44 Jahre Funkencorps Blau-Wiess Linz Eine Chronik Angehörige der „Lin zer Jünglinge“ und der „Kolpingsfamilie“ t a te n s i c h 19 6 6 zusammen, um beim Rosenmontagszug m i t e i n e r e i ge n e n Fußgruppe aufzutrete n . N a c h d e m s i e 19 6 7 a l s „ H a u p t mann von Köpenick“ Ka m e l l e ve r te i l te n und 1968 als „Linzer Bürgerwehr“ von sich Reden machten, hatten sie Größeres im Visier: Die Gründung eines neuen Corps. Im Lokal „Zur bunten Stadt“ trafen sich die Karnevalbegeisterten am 1. Oktober 1968, um nach ihrer Devise „Karneval, je bunter, umso schöner“ ein Corps mit den Vereinsfarben „Blau“ und „Wiess“ ins Leben zu rufen. Das Kommando über das

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Fotos: privat

von Simone Schwamborn

Funkencorps Blau-Wiess mit zunächst elf Aktiven und vier Senatoren übernahm ein bekanntes Gesicht im Linzer Karneval: Hermann („Mänes“) Ziegler, Prinz von 1962.


yŸVŽ‡ÜiL`iÈ}˜°`i ˆ˜ÌiÀ˜iÌÃiÀۈVi Z u d e n G r ü n d u n g s m i t gl i e d e r n z ä h l te n d a s Funkemariechen Hilde Hild, Günter Wagner und Wilfried Volk ebenso wie Josef Mertensacker, Berthold Füllenbach und Franz Mertensacker. Dazu gehörten auch Wolfgang („Wolli“) Klein, Manfred Nohles, Paul Grefrath und Hermann Eberweiser. Als inaktive Mitglieder kamen mit Robert Brüning, Jürgen Strohe, Jakob Krumscheid und Friedel Wilhelm vier Senatoren dazu. Schon bei den ersten Gehversuchen als Verein erhielt das Funkencorps Mitgliederzuwachs. Ein Jahr nach seiner Gründung zog das Corps in den Linzer Sitzungskarneval ein und Prinz Manfred I. (Berg), Senator beim Funkencorps Blau-Wiess, führte 1969 die Jecken in der Bunten Stadt an. Zur gleichen Zeit übernahm das Tambourcorps Ohlenberg die ehrenvolle Aufgabe, das Funken corps fortan musikalisch zu begleiten. Funkemariechen aller Linzer Corps übernahmen die Patenschaft der blau-wiessen Standarte, welche seit 1970 die närrischen Bühnen des Funkencorps ziert. Dietmar Degenhardt trat 1971 vorübergehend in die Fußstapfen von Mänes Ziegler, bis Wolli Klein als Kommandant die Führung übernahm. Als die Blau-Wiessen ihr fünf jähriges Bestehen feierten, konnte Wolli Klein eine eigene Tanzgruppe auf der Bühne präsentieren. Um den tänzerischen Nachwuchs zu fördern, riefen sie 1978 die Kindertanzgruppe Rassel bande ins Leben. 1994 trat Rudolf Honnef das närrische Erbe von Wolli Klein an. Über die Stadtgrenzen hinaus wurden in den Folgejahren Freundschaften gefestigt, unter anderem mit dem Comité de Mi-Carême in Pornic (Frank reich), dem bayerischen Gebirgsbataillon vom Ammer see und der Ehrengarde St. AugustinHange lar. Nach der Bildung des Damencorps 2 0 0 2 a n t wo r te te n d i e m u s i k b e ge i s te r te n C o r p s m i t gl i e d e r m i t d e r G r ü n d u n g d e s Trommelcorps Bla-Wie-Tro im Jahr 2005. Nach der Jubiläumssession (40 Jahre) mit Prinz Bernd I. (Rechmann) „vun Blau un Wiess“ als Tollität, trat dieser 2008 die Nachfolge von Rudolf Honnef an. Was 1968 mit einer kleinen karnevalbegeisterten Gruppe begann, hat sich zu einem stolzen Corps mit mehr als 200 Mitgliedern entwickelt – darunter drei Männer der er sten Stunde: Franz Mertensacker, Robert Brüning und Wolli Klein. Heute besteht der Verein aus einem Männer- und Damencorps, Rasselbande, Jugendtanzgruppe u n d Ta n z g r u p p e s o w i e d a s Trommelcorps Bla-Wie-Tro, die Minitrommler und natürlich die inaktiven  Senatoren.

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genießen! Gemütlicher Treffpunkt beim Wein

Seit der Einweihung von „Wein im Hof“ im Jahr 2002 hat sich das Lokal in der Linzer Gastronomie fest etabliert und ist zu einem Geheimtipp auch für Auswärtige geworden, die während ihres Urlaubes Station in der Bunten Stadt machen. Text und Fotos von Simone Schwamborn

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wo Weine aus der Pfalz, Rhein chade, dass man sich hier zukehren, dann fällt uns „Wein hessen oder Mosel, aber auch nicht hinsetzen kann.“ im Hof“ ein, weil man hier vom Mittelrhein ausgeschenkt Diesen Satz haben Dieter und ge m ü t l i ch s i t z t u n d L e u te werden. Freunde oder Fami Gisela Schwamborn damals oft trifft“, sagt ein Pärchen, das lien, auch Gruppen lassen sich in ihrer Wein handlung gehört, vor 15 Jahren aus Liebe zur hier nieder und erfahren etwa denn für viele war und ist der Region nach Linz gezogen ist. bei einer Weinprobe Näheres ä s s e r, Tra u b e n m ü h l e Innenhof in der Mühlen gasse 1 ü b e r d i e e i n z e l n e We i n e : und andere inzwischen i n L i n z e i n r o m a n t i s ch e s G r a u b u rg u n d e r, D o rn fe l d e r historische Gerätschaften wie Plätzchen. „Und weil wir ja u n d v i e l e s m e h r. Z u m Verkapse lungs maschine weiauch nicht jünger werden, hatsen im Innenhof und ten wir uns damals entGaststube darauf hin, s ch l o s s e n , e i n We i n dass der Wein handel l o ka l z u e r ö f f n e n “ , Romantisches Plätzchen hier eine l a n ge erzählt Dieter Schwam Verweilen laden auch Speisen G e s ch i ch te h a t . „ No ch z u b o rn , d e r a u f g r u n d s e i n e s wie Winzerplatten oder Harzer Zeiten meines Vaters wurde langjährigen Wein geschäftes Roller ein oder je nach dem, der Wein in Fässer geliefert“, über Fach wissen rund um die ein bestelltes Buffet. erzählt Dieter Schwamborn Reben säfte verfügt. von dem einst aufwendigen in großes Holzfass im enn wir von einer Weg des Reben saftes bis hinVorgarten des Anwesens Wanderung zurückein in die Flaschen, die auch nahe der Burg Linz weist den kommen und abends durch noch zu etikettieren waren. Weg in die lauschige Lokalität, Linz schlendern, um noch ein-

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Ein Gefühl davon lässt sich auch im „Herzstück“ des Anwesens erahnen – in der Brennerei des Hauses, die der Großvater des Brennmeisters einrichtete und auch heute noch genutzt wird. D i e k l e i n e Ko mp a k t h e i t m o d e rn e r B r e n n anlagen sucht man hier vergeblich, doch stattdessen wird man in der Brennerei mit Nostalgie aus den Zwanziger Jahren belohnt. In der dickbäuchigen Brennblase aus Kupfer dampft und brodelt es noch immer, zuletzt vor rund fünf Jahren.

Dieter Schwamborn blättert in der Firmengeschichte ann brennst du denn mal wieder?“, wird der Gastwirt hin und wieder von Stammkunden gefragt. Kunden, die Wein, Sekt oder Hochprozentiges kaufen, werden in die B r e n n e r e i ge f ü h rt , d i e gl e i ch z e i t i g a l s Verkaufsraum dient. Der zünftige Raum hat außer zischenden Brenngeräuschen auch schon Gitarrenklänge und Gesänge erlebt, denn hier in diesem Kleinod hat eine kleine Karnevals gruppe bei einem Gläschen Wein schon heim lich für ihren Auftritt geprobt.

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WEIN IM HOF Mühlengasse 1-5, 53545 Linz Öffnungszeiten: Mittwoch bis Sonntag (Rosenmontag geöffnet) Weinausschank von 15 Uhr bis 23 Uhr und nach Vereinbarung Weinverkauf ab 9 Uhr Tel: 02644-2315, www.wein-im-hof.de


ausgewählt!

Veranstaltungen im

Februar

Karnevalstermine entnehmen Sie bitte der Tagespresse 14 bis 19 Uhr

12 Uhr

Freitag, 3. Februar Windhagen | Johannisberger Akademie Kursreihe „Experte der Selbstführung“ Thema: Achtsamkeit Infos und Anmeldung bei Marcus van Riet unter 02645-974751 oder office@mavari.de Kursfortsetzung: Samstag, 4. Februar, 10 bis 18 Uhr Samstag, 4. Februar Königswinter-Eudenbach | Parkplatz an der Kirche Der Oberhau - Rundwanderung um Eudenbach über Hühnerberg, Quirrenbach und Wülscheid mit schönen Ausblicken 11,5 km, Gehzeit ca. 3,5 Std., Rucksackverpflegung Beitrag: 5 Euro für Gäste Anmeldung bei Wanderführerin Jutta Oberbillig: Tel: 02224-961841 Veranstalter: Eifelverein, Ortsgruppe Bad Honnef e.V.

Führung: Das neue Siebengebirgsmuseum mit der Sammlung RheinRomantik Offener Termin, keine Anmeldung erforderlich. Kostenbeitrag: 6 Euro/Person (inkl. Eintritt; ermäßigt: 4,50 Euro) Dauer: ca. 1 Stunde Termine im Februar: jeden Mittwoch, 17Uhr; jeden Sonntag, 12 Uhr

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19 Uhr

Sonntag, 5. Februar Bad Honnef | Feuerschlösschen, Siebengebirgsgymnasium, Rommersdorfer Str. 78 FiF – Folk im Feuerschlösschen, Konzert: Gambrinus Gambrinus bietet Lieder und Instrumen talstücke – quer durch die Jahrhunderte, in unterschiedlichen Musikstilen des deutschen und amerikanischen Folk, der Bordun- und Mittel altermusik, die sie zu einer einzigartigen und abwechslungsrei-

chen Melange verschmelzen – vorgetragen in verschiedenen Vokal- und Instrumental kombi nationen, gern a cappella, meist mit einem Augenzwinkern und immer mit viel Spielfreude. Eintritt 14 Euro, ermäßigt 10 Euro. Kinder bis zum 14. Lebensjahr haben freien Eintritt. Vorverkauf bei Guthy’s Depot, Bahnhofstr. 1 und Stadt-Info, Rathausplatz 2-4 Vorbestellung: Tel. 0176-63654368 oder 02224-75011 Freitag, 10. Februar 14.30 Uhr Königswinter | Siebengebirgsmuseum Brotbacken: Steinofenbrot aus dem „Königswinterer Ofen“ mit Bäckermeister Georg Augustinowski Ablauf: ca. 14.30 Uhr Einschießen der Brote, ca. 16.00 Uhr Ausbacken, Verkauf der Brote (Teilnahme kostenlos) Dazwischen: Möglichkeit zur Teilnahme an einer Museumsführung; Kosten: 6 Euro/ Person, ermäßigt 4,50 Euro (Museumseintritt und Führung) Auch 24. Februar (mit Bäckermeister Frank Blesgen) Info-Tel.: 02223-3703


ausgewählt! 19 bis 21 Uhr

Dienstag, 14. Februar Windhagen | Johannisberger Akademie Infoabend: Experte der Selbstführung Thema: „Gespräche erfolgreich führen“ Teilnahme ist kostenfrei. Infos und Anmeldung bei Marcus van Riet unter Tel. 02645-974751 oder office@mavari.de

Samstag, 25.Februar 11.10 Uhr Bad Honnef | Bahnhof Rundwanderung von Unkel über Rheinbreitbach und Bruchhausen 10 km, Gehzeit ca. 3,5.Std, Schlusseinkehr Beitrag: 5 Euro für Gäste zzgl. Fahrtkosten Vereinsmitglieder zahlen nur die Fahrtkosten Anmeldung bei Wanderführerin Jutta Oberbillig: 02224-961841 Veranstalter: KVV, Kultur- und VerkehrsVerein Bad Honnef e.V.

11 bis 15 Uhr

20 Uhr

Sonntag, 26. Februar Königswinter | Margarethenhöhe Wander-Coaching-Treff Mavari lädt ein zum Wandern und einem anregenden Austausch über die Herausforderungen des Lebens. Teilnahme ist kostenfrei. Infos und Anmeldung bei Marcus van Riet unter Tel. 02645-974751 oder office@mavari.de Bad Honnef, Kursaal, Berliner Kriminal Theater: „Der Mörder ist immer der Gärtner“ Musikalische Spurensuche durch das Krimi-Song-Repertoire vergangener Zeiten. Für knisternde und spannende Unterhaltung sorgen Kriminal-Tangos, „Ohne Krimi geht die Mimi nie ins Bett“, „Bon Soir, Herr Kommissar“ und viele andere ... und überall gärtnerische Mörder und mordende Gärtner! Vorverkauf: Buchhandlung Werber, Der Kleine Buchladen, Stadtinformation am Rathausplatz, Ticketshop der Sparkasse im HIT Markt und Abendkasse


unterwegs!

Über hohe Höfe Blick von der Rheinbrohler Ley nach Hammerstein

Anspruchsvolle Rundwanderung um Hammerstein: Burg Hammerstein - Forsthof - Berghof Magdalenenhof - Annahof - Rheinbrohler Ley - Hammerstein, ca. 2 3/4 Stunden reine Gehzeit. von Wolfgang Ruland

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m ersten frostigen Tag des Jahres und bei strahl e n d e m S o n n e n s ch e i n e n t schließen wir uns spontan zu e i n e r Wa n d e r u n g m i t Aussicht. nser Au s ga n g s punkt ist das Wein gut Scheidgen in Hammerstein an der B 42. Wir gehen über den Hof des Weinguts, wir wollen über den RheinSteig bis zur Höhe Burg Hammerstein h i n a u f . Ach t u n g ! , d e r We g führt noch auf dem Hofgelände

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nach rechts ab – mitten durch die Weinberge. Die Markie rung des RheinSteigs ist nur von der anderen Seite aus zu

Klare, kalte Luft sehen. Wir folgen der Strecke bis zum Friedhof, wo wir nach links in die Burgstraße bergan steigen. Wir passieren das Atelier von Steinmetz- und Steinbild hauer meisterin Ruth Schwen ker und erreichen ein

steilen Wirtschaftsweg. Bald e rr e i ch e n w i r d e n e r ste n Aussichts punkt mit Blick ins Rheintal. Weiter geht es berg auf, bis wir an den B i l d sto ck vo r d e r S i l h o u e t te d e r B u rg r u i n e gelangen. Wer mag, sollte ein Stück weitergehen und das alte Burggelände erkunden, wir wenden uns jedoch nach links weiter bergan – die Ruine hatten wir bereits besichtigt ( s i e h e H e f t 2 7, Nove m b e r 2010).


er Forstweg führt weiter nach oben und wird ordentlich steil – wir befinden uns jetzt auf dem Rhein höhenweg. Der Anstieg fordert uns einiges ab. Wir werden aber belohnt mit einer traumhaften Kulisse des Waldes, der im Raureif steht – Eiskristalle purzeln von den Bäumen auf uns herab. Nach einer Weile erreichen wir die Hochterrasse des Rheintals und es wird flach. Wir haben nun einen Anstieg von 65

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Bildstock bei Burg Hammerstein auf 330 Höhenmeter hinter uns. Der Weg tritt aus dem Wald und strenge Landluft empfängt uns. Hui! Hier hat jemand ordentlich gedüngt. Auf der ebenen Strecke können wir ein wenig durchatmen und erreichen bald den Forsthof. Das Ausflugslokal veranstaltet mehrmals im Jahr Schlacht feste und empfängt seine Gäste samstags, sonn- und feiertags ab 11 Uhr. Unser B l i ck ge h t we i t ü b e r Fe l d e r a u f d i e a n grenzenden Anhöhen. Hinter uns ragen die Höhen der Eifel aus nebligem Dunst. leich hinter dem Hof geht unser Weg nach links ab. Wir folgen weiter der Rhein höhenweg-Bezeichnung (weißes R auf schwarzem Grund) und treffen einen angenehm zu wandernden, bald leicht absteigenden Pfad vor. Ein herrlicher Strecken abschnitt, und wie angenehm ist die klare, kalte Luft! a ch e i n e r We i l e b i e ge n w i r w i e d e r Richtung Rheintal und erreichen den Berghof, von dem wir bis zum Drachenfels freie

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unterwegs! Sicht haben. Der Weg ist nun asphaltiert und führt zum nah ge l e ge n e n M a rga r e t h e n h o f . Ein kurzer Blick ins Rheintal i st u n s ve rg ö n n t , e h e e i n Hohlweg uns verschluckt und auf einer Freif läche wieder freigibt. Der Annahof liegt vor

der einige Schritte zurück und gelangen zum RheinSteig, der hier gleich rechts steil bergab führt. Zwar ist Häckselgut auf dem Weg aufgetragen, um ihn stumpf zu machen, aber doch ist höchste Achtsamkeit gefordert. Gleich geht es wieder

uns und wir haben einen Blick a u f d i e R h e i n b r o h l e r L ey, d e r e n F ä h n ch e n l u st i g i m Wind f lattert. Am Annahof geht es vorbei, ein Pfad biegt links ab, über den wir – wieder bergauf steigend – die Rhein brohler Ley erreichen. Von hier hat man einen herrlichen Blick in alle Richtungen. Man erkennt Burg Arenfels, Burg Rheineck und den imposanten Felsen des Hammersteins – und immer den Rhein! Wir gehen von der Gipfelhütte wie-

berg auf und uns wird wieder einmal klar, warum es Rhein ST E I G h e i ß t . Na ch e i n e m Anstieg, der den Wanderer kurzatmig zurücklässt, erreichen wir die Anhöhe und der Weg führt an der Steilkante des Schieferfelsens entlang, bis er in den Wald findet. Die RheinSteig-Strecke von der Rheinbrohler Ley bis hierher wurde im letzten Jahr ganz neu angelegt und ist nur auf der neuesten Wanderkarte „Rhein Wandern“ verzeichnet. Wir

Aromamassagen mit warmen, erlesenen Ölen und Aroma-Kompressen Tipp: Dekorative Geschenkgutscheine! Termine nach tel. Vereinbarung Auch Abendtermine möglich Tel: 0 26 44 - 60 13 10 In der Au 27 · 53545 Linz www.aroma-atelier.de


WEGSTRECKE Rheinbrohl

d B42

Brohl

d Rheinbrohler Ley

Start und Ziel

Rhein

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Niederhammerstein

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d Oberhammerstein

müssen weiter bergan steigen, bis der Pfad in Serpentinen endlich steil bergab führt. Aber auch das ist anstrengend! Wieder einmal haben wir eine Mittelgebirgswanderung mit kurzen alpinen Einsprengseln direkt am Rhein vorgefunden. m Ta l e n t l a n g d e s H a m mersteiner Baches erreichen wir die kleine Ortschaft und deren Kirchlein St. Katharina. Die jetzige Kapelle, so erfahren wir, wurde im 17. Jahrhundert erbaut und 1872 e r we i te rt . Wi r ge h e n a n d e m Gotteshaus entlang und nach ein

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Ruine Hammerstein

paar Schritten biegen wir nach rechts ab und erreichen bald wieder das Weingut Scheidgen. Winzer meister Georg Scheidgen hat täglich geöffnet, Wein beratung und Ver kauf: Montag bis Samstag von 8 bis 19 Uhr, an Sonn- und Feiertagen von 9.30 bis 18 Uhr. Nach der kräftezehrenden Wanderung, die nur mit g u te m S ch u h we r k u n d b e ste r Kondition zu meistern ist, kann man sich als Belohnung eine Wein empfeh lung angedeihen lassen und d e n e i n o d e r a n d e r e n Tr o p fe n  kosten.


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11x11 Jahre Hünnijer Karneval Hünnijer Jecken feiern karnevalistisches Jubiläum

Foto: KG

von Andreas Kossmann

Auf das Jahr 1891 beruft sich die Hönninger Karnevalsgesellschaft 1891 e.V. - 121 Jahre sind a u f d e n e r ste n B l i ck ke i n g r o ß e s , r u n d e s Jubiläum. Doch der Karnevals jeck wird auch nicht sagen, dass es die KG seit 121 Jahren, sondern seit 11 x 11 Jahren gibt und dass ist es, was die Sache dann wieder närrisch „rund“ macht … Die heutige Kar ne vals gesellschaft schloss sich im Jahre 1936 aus den drei bisherigen Gesell schaften KG „Mer waden af“ (Grün dungsjahr 1891), KG „Fidele Jecke“ (Grün dungsjahr 1912) und KG „Blos üch jett“ (Gründungsjahr 1926) zusammen. Die Jahreszahl 1891 wurde bei dem Zusam menschluss übernommen, da sich mit Gründung der ersten Gesellschaft der Karneval in Hünnije

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erstmals offiziell etabliert hat und so feiert in diesem Jahr eben nicht die KG „ihr“ 11 x 11 jähriges Jubiläum, sondern janz Hünnije feiert „11 x 11 Jahre Hünnijer Karne val“. Der Satzungs zweck ist dabei die Pflege und Förderung des traditionellen Brauchtums, insbesondere des Karnevals, verwirklicht durch Karnevals sitzungen, Veranstal tungen mit karnevalistischem Brauchtum und Karnevals umzügen. Das große Jubiläum star tete bereits am 4. November mit einem tollen Programm, zum „Kölsche Ovend“ kamen „de Räuber“, Guido Cantz, „die Altstädter Köln 1922“, Klaus & Willi und die „Kölsch-Fraktion“ in die Mehr zweckhalle und sorgten für einen Spitzenabend rheinischen Frohsinns.


Am 5. November wurde dann erstmals seit der Stadterhebung 1969 mit Ralf I. und Anja I. wieder ein Prinzenpaar gekür t u n d i m Ra h m e n e i n e r großen Proklamation ins Amt eingeführt. Nun also steht der heiße Jubiläums endspurt an … Am 4. Februar gibt es ein großes Stell-Dich-ein mit B ü t te n r e d n e r n , Ta n z gruppen, allen Corps der KG und natürlich den närrischen Regenten bei der Prunksitzung ab 19.11 Uhr in der Mehr zweck halle. Die Hünnijer Pänz haben am 12. Februar das Sagen, ab 14 Uhr wird in der Mehrzweckhalle närrische Hexerei zu Ehren von Kinderprinzessin Lisa-Marie I. und ihren Burgfräuleins Elena und Joana geboten. Das Programm bietet Spaß, Spiel und Spannung und to l l e G ew i n n e k ö n n e n m i t d e n s c h ö n s te n Kostümen gewonnen werden. Mit überarbeitetem Konzept wartet der „Neue P r i n z e n b a l l “ a u f , d e r d a s ka r n eva l i st i s ch e Wochen ende einläutet, ab 20.11 Uhr sind hierzu alle in die Mehrzweckhalle eingeladen. Wie immer gibt es tolle Aktionen und Prämie rungen. Ein weiterer Höhepunkt ist der Rat haussturm am Karnevalssonntag um 10 Uhr. Bringt er doch einen wahren Gedanken des Karnevals zum Ausdruck, nämlich den, dass das Volk sich durch Satire gegen die Obrigkeit stellt und wehrt. Die Beamten des „Hünnijer Schnarch tempels“ versu-

chen mit aller Macht standzuhalten, aber an diesem Wochenende wird man sich den Narren ergeben müssen. Ein kurzweiliges Programm beim Erbsen suppeEssen erwartet alle Freunde der KG dann nach der Machtübernahme in der Mehr zweck halle. Am 21. Februar setzt sich um 14 Uhr der Veilchen dienstagszug in Bewegung. Eine Mischung aus w u n d e r s c h ö n e n Fu ß g r u p p e n , s c h m i s s i ge n Kapellen und prachtvollen Wagen zieht durch die Straßen und Gassen der Badestadt. Das Beste zum Schluss … – der Prinzen wagen stellt dabei natürlich wieder den absoluten Höhepunkt dar. Zum großen Prinzenabschiedsball mit der Gruppe „R(h)ein-Kölsch“ trifft man sich dann letztmalig  in der Mehrzweckhalle.

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11x11 Jahre Hünnijer Karneval Prunksitzung hält einige Überraschungen bereit Am 4. Februar steigt die traditionelle „Große Hün nijer Prunksitzung“. Den Schwung aus dem tollen Erfolg des „Kölsche Ovend“ zum Auftakt des Jubiläumsjahres am 4. November haben Präsi dent Christoph Wagner und der Programm aus schuss mit in die Pla nungen der Prunksitzung genommen. M i t H ö h e p u n k te n ge spickt ist ein vielfältiges und buntes Programm aus Show, Tanz und Bütten reden, das für die Be su cher einige Überraschungen bereithalten wird. Herbert Winkens als „Ne Daherjelofene“, ein High light der letzten Prunk sitzung, wird wieder dabei sein und mit gekonnten Pointen und noch mehr Witz das Publikum begeistern. Auch wird es ein Wiedersehen mit alten Bekannten auf der Bühne geben: Die Freunde des jecken Zwie gesprächs kommen auf

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ihre Kosten, wenn die Neuauflage eines Red nerpaares er folgt, das seit 20 Jahren nicht mehr zusammen auf der Bühne stand. Die Liste der Redner ist lang und viele weitere Überraschungen werden für das jecke Publikum vo r ge h a l te n , s o w i r d auch eine weibliche Surprise in die Hünnijer Bütt steigen und den Saal erobern. S i t z u n g s h ö h e p u n k t i st natürlich der Einmarsch aller Garden mit den schillernden Hauptf i g u r e n d e s H ü n n ij e r Ka r n eva l s : K i n d e r p r i n zessin Lisa-Marie I. Ralf I. und Anja I. Eintrittskarten für die Sitzung sind im OnlineShop unter www.huennije-alaaf.de für 13 Euro sowie zusätzlich bei der Tourist Info, Neustraße 2A in Bad Hönningen zum Preis von 14 Euro erhält lich - und an der Abendkasse.


Wenn in Hünnije die Pänz regieren ... von Andreas Kossmann prinzessinnen, die den närrischen Nachwuchs regierten. Es sind etwa 60 bis 70 Kinder in sechs Gruppen a k t i v ( M i n i s , K i n d e r s t a d t s o l d a te n , K i n d e rFunkenmariechen, Jugendgarde, Hünnijer Mäd chen, Magic Lights), die von Silke Thomas und Serena Hartmann geleitet werden. Sie treten somit die Nachfolge zahlreicher Verantwortlicher

Foto: Munsch

Kinderkarneval wird seit 1971 gefeiert Rolf Limberg war 1971 einer der Mitinitiatoren des Kinderkarnevals und erinnert sich an die erste Zusammenkunft: „1971 trafen wir uns im Büro von Karl-Heinz Leder mit KaJo Elbern und Heinz-Jürgen Walter, um einen Kinderkarneval ins Leben zu rufen. Die erste Kindersitzung der Hönninger Karnevalsgesellschaft fand dann in Ariendor f statt. Schulen, Kindergar ten und Jugendorganisationen waren mit im Boot. Der Saal des Heimathauses platzte aus allen Nähten. Höhepunkt der Veranstaltung war der Einzug von Prinz Werner I. (Schmelz). Im nächsten Jahr ging man in die Sporthalle an der Marienschule, hier war Winfried Hammerstein der erste KinderPräsident und das noch viele Jahre.“ 1974 wurde mit Georg Düren erstmals ein eigener Kinderprinz proklamiert und Kindertanzgruppen von Ruth Limberg und Dietlinde Breitenbach organisiert. Auch der Kinder- und Jugendchor der kath. Pfarrgemeinde unter Leitung von Karl Zimmermann trug zum Erfolg der Veranstaltung bei. „Über viele Jahre wurde die Veranstaltung in Form einer Sitzung mit Elferrat durchgeführt. Später ging man dann über zu einer Spiele veranstaltung mit Verlosung, Polonaise und vielem mehr“, so Limberg. Auch der jährliche karnevalistische Gottesdienst findet seit 1984 immer am Kinder karnevals sonntag in der Pfarrkirche St. Peter und Paul statt. Bis heute gab es 35 Kinderprinzen (zwei Mal aus Rheinbrohl) und zwei Kinder-

an, die sich seit Beginn der 70er Jahre um den Kinderkarneval verdient gemacht haben und das Angebot der Karnevalsgesellschaft um den wichtigen Auftrag erweitert haben, den Kindern Spaß und Freude zu bereiten - sie dabei aber auch in gesellschaf tliche Strukturen einzuführen, in Gemeinschaft agieren zu lassen und zu lehren,  Verantwortung zu übernehmen.

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11x11 Jahre Hünnijer Karneval 3 x 11 Jahre „Mir Han se Noch all – lachs lila“ Kneipenkarneval der Extraklasse

Neben der großen Karne valsgesellschaf t gibt es noch die kleine Karnevals gesellschaft mit dem offiziellen Namen „Mir Han se Noch all – lachs lila – Rheinbrohl/Bad Hönnin gen“. Und diese KG ist „irgendwie“ anders, denn sie engagiert sich mit großer Liebe zu den beiden Heimat or ten der Prota gonisten in einer besonderen Art des Kneipenkarnevals. Schon 1970 gab es den Freundeskreis „Old Mill C o m p a ny “ , d e r s i c h j e d e n Fr e i t a g i n d e r Gaststätte „Zur alten Mühle“ im Rheinbrohler Ortsteil Arienheller traf. Damals war Stammtischbruder Ulrich Elberskirch Prinz in Bad Hönningen und somit befiel der karnevalistische Virus den aktiven Kreis. 1972 nahm die Gruppe erstmals am Veilchen dienstags zug teil. Doch dann verliefen sich die karnevalistischen Akti vitäten im Sande bis man wenige Jahre später im „Krug zum Grünen Kranze“ ein neues Haupt quar tier aufschlug und hier erstmals eine Thekensitzung ab hielt, in dem Musik- und Wor tvor träge rund um die Theke zu Gehör gebracht wurden. Hierzu gesellten sich auch spontan weitere Freunde und Förderer wie der unvergessene Robert Scharren b a ch a u f s e i n e m A k ko r deon. Ende der 80er Jahre stellte die Gaststätte den Theken betrieb ein und so wechselte man in die Gaststätte „Zum Römer wall“ (später umbenannt in „Erna’s Eck“), wo sich nun die karnevalistischen Aktivitäten im Stile

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Fotos: privat

von Andreas Kossmann

einer richtigen Sitzung mit Prinz Bernhard I. dem Unsichtbaren entwickelten, dem es jedoch nie vergönnt war, an einer Sitzung teilzunehmen, da er weltweit mit Hilfsprojekten zur Verbreitung des karnevalistischen Frohsinns missioniert. Also gab es fortan in jedem Jahr einen Hilfs prinzen und auch einen Hilfsprinzgehilfen, die sich für das närrische Regieren verantwortlich zeigen. Der Wunsch nach einem erneuten Ortswechsel sorgte für eine lange, heimatlose Suche, bis man letztlich im Bad Hönninger „Bit-Eck“ aufgenommen wurde. Alle waren schlagartig in ihre neue Wirtin Uli verliebt. „Die große Bühne, die R i e s e n d e c ke n h ö h e , die exquisiten Prinzenzimmer, wir fühlen uns hier sauwo h l “ , fa s s t S i t z u n g s präsident Ullrich Stephan Philipp Elberskirch zusammen. „Wir haben hier Platz zu basch.“ We r d i e s e u r i ge K n e i p e kennt, weiß, wenn hier rund 80 Leute drin sind, ist die Bude rappelvoll und wenn dann der Stamm tisch seinen K n e i p e n ka r n eva l d u r c h -


führt, dann ist das Spitzen atmosphäre vom Allerfeinsten. Neben Elberskirch bilden Josef Antonius Unkel, Horst K. Koenen, Gert Johannes Urban und der KG-eigene Musiker Friedrich Paule Feltens, der sein Architekturbüro zwischenzeitlich auf Ordens gestaltung spezialisiert hat, den Kern der KG, dazu kommen dann zahlreiche Gastauftritte, teilweise schon mit langjähriger Tradition, von namhaften Vertretern des regionalen rheinischen Frohsinns. Musikalisch spielt einfach jeder mit, wenn die „Bunneröms“ die Sitzung begleiten und in der Sparte „Künstlerverleih“ werden die eigenen Kräfte durchaus auch an die „große“ KG verliehen, wenn hier Notfallsituationen eintreten. Besonderer Hingucker: Die jährlichen Sitzungen, in diesem Jahr am 10. Februar um 19 Uhr im „BitEck“, werden optisch durch ein hochattraktives Nummerngirl aufgewertet. „Lachs lila“ ist urwüchsiger Kneipenkarneval, dessen Erhalt den Akteuren sehr am Herzen liegt. „Lachs lila“ ist Kult für Insider und eben anders. In diesem Jahr findet die Veranstaltung als Bauernball unter dem Sessionsmotto „Lachslila jodelt bis es unterm Dirndl brodelt“ statt ... 

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11x11 Jahre Hünnijer Karneval „Wenn nicht jetzt, wann dann ... “

Foto: KG

In „Hünnije“ regiert seit 43 Jahren erstmals wieder ein Regentenpaar.

11 x 11 Jahre feiern die Hünnijer Jecken und mit ihnen die gesamte Verbandsgemeinde und zahlr e i c h e b e f r e u n d e te n G e s e l l s c h a f te n . D i e Karnevalsgesellschaft 1891 e.V. ist dabei besonders stolz, sich mit einem Prinzenpaar präsentieren zu können, dem bisher vier ten in der Vereinsgeschichte. Prinz Ralf I. Und Prinzessin Anja I. (Apel) sind die närrischen Herrscher und werden dabei von Anjas Schwester Natalie Caspari sowie den beiden Prinzengardisten Dieter Schmitz und Alfred Labonde unterstützt. „Wenn nicht jetzt, wann dann ... “, sagten sich die jungen Eltern, als man sie im Frühjahr fragte, ob sie Lust hätten, das Amt zu übernehmen. Im Karneval kennen sich die beiden jedenfalls schon seit Jahren bestens aus. Anja hat von Kind an in verschiedenen Tanz gruppen getanzt und trainierte in den letzten Jahren einige Gruppen der Karnevals gesell schaft. Im Jahr 2000 begleitete sie als Funken mariechen gemeinsam mit ihrer Schwester Natalie ihre Eltern, die damals Prinzenpaar in

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Erpel waren. Ralf ist seit 2008 in der Prinzen garde. Vorher war er bei den Erpeler Stadt soldaten im Karneval aktiv. Ihre Verbundenheit zu beiden Orten wird auch in ihrem Orden erkennbar sein. Das Wichtigste im Leben der beiden sind aber ihre Kinder Dana (3) und Colin (6). Die zwei werden auch während der Session nicht zu kurz kommen und sicher auch das ein oder andere Mal an der Seite ihrer Eltern auf der Bühne stehen. Ansonsten aber hat das Prinzenpaar einen umfassenden Babysitterplan ausgearbeitet, bei dem es auf viele gute Freunde zurückgreifen kann. Bisher gab es drei Prinzenpaare in Bad Hön ningen, zuletzt 1969. Im Jahr der Stadterhebung bekleideten Prinz Rudolf II. (Weiler) und seine Ehefrau Prinzessin Angelika I. das Amt. Zuvor waren es im Jahr 1938 Prinz Heinrich I. (Wein berg) mit Prinzessin Margot I. (Both/Keiper) und 1954 Prinz Adolf I. (Both) mit seiner Prinzessin Gretl I. (Both), die als Prinzenpaare den Hünnijer  Karneval repräsentiert haben.


Foto: Munsch

Lisa-Marie regiert die Pänz Die „Hünnijer Pänz“ werden in diesem Jahr durch die Kinderprinzessin Lisa Marie I. (Munsch) vertreten. Sie wird von ihren beiden Freundinnen Elena Hauschild und Joana Schumann begleitet, die der Prinzessin als schicke Hofdamen zur Seite stehen werden. Lisa Marie ist nach Tanja Klaes (2006) erst die zweite Kinderprinzessin der Badestadt und freut sich schon riesig auf ihr Amt. Ihr Bruder Florian war 2005 bereits Kinderprinz, so dass Familie Munsch bestens gerüstet und erfahren ist für die närrische Zeit.

Hünnije, mein Heimatstadt Musik: Guido Job Text: Heinz Feltens Unser großer Erdenball ist wie ein gold’ner Ring. In diesem schönen Schmuckstück liegt eine Perle drin. Und diese kleine Perle, wie könnt´ es anders sein, das ist meine Heimatstadt, Bad Hönningen am Rhein. Von der schönen Aussicht aus, jo dat es bekannt, do guck mehr kilometerweit eraus en´t weite Lande. Doch zu ihren Füßen, ein Städtchen schön und fein, in diesem schönen Städtchen, da bin ich daheim. Läuft mal meine Lebensuhr eines Tages ab, dann danke ech dem leewe Jott on dat net ze knapp; dat ech su lang verweile durft´ zwischen Wald und Wein, für die schönen Jahre in Hünnije am Rhein. Refrain: Hünnje, mein Heimatstadt, he john ech niemols weg. En Hünnije do han die Leut´ et Herz om rechte Fleck. Hünnije, mein Heimatstadt, dir sag’ ich Jahr für Jahr: Hünnije, mein Heimatstadt, du bist so wunderbar, Hünnije, mein Heimatstadt, du bist so wunderbar. TERMINE Samstag, 4.Februar 19.11 Uhr Prunksitzung Sonntag, 12.Februar 14.11 Uhr Kinderkarneval Samstag, 18.Februar 20.11 Uhr Der NEUE Prinzenball Sonntag, 19.Februar 10.00 Uhr Rathaussturm mit anschl. Erbsensuppenessen Dienstag, 21 .Feburuar 14.11 Uhr Veilchendienstagszug mit anschl. Prinzenabschiedsparty


rheinromantisch!

Oh, alte Burschenherrlichkeit Stich vom Drachenfels mit Blick auf Nonnenwerth

An der Rheinischen Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn, gegründet 1818, lehrten und studierten viele bekannte Namen, die man heute mit der romantischen Beschreibung von Rhein und Siebengebirge in Verbindung bringt: Heinrich Heine, Hoffmann von Fallersleben und Karl Simrock. von Christian Schmiedel

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m 18. Oktober 1819 ziehen Bonner Studenten auf den Drachenfels, um den Jahrestag der Völker schlacht bei Leipzig, der wichtigsten Schlacht des Be freiungskrieges gegen die napol e o n i s c h e Fremdherrschaft zu feiern. Unter ihnen ist Heinrich Heine:

a s s ch r e i b t H e i n r i ch Heine an einen Freund. Im Wintersemester 1819/20 studiert er an der Uni Bonn: „Wie angenehm verwundert war ich daher Anno 1819, als ich ein ga n z j u n ge r M e n s ch ( H e i n e i st 2 2 J a h r e a l t ) , d i e Un i versität Bonn besuchte, und dort die Ehre hatte, den Herrn Dichter A.W. Schlegel, das poetische Genie, von Ange sicht zu Angesicht zu sehen.“ ie Universität ist gerade ein Jahr vorher durch Friedrich Wilhelm III. gegründet worden. Nach dem Sieg über Napoleon 1815 wird auch

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die linksrheinische Region von den Preußen regiert. Bonn ist die dritte preußische Neu gründung einer Hochschule im

„Die schöne Zeit ist aus!”

„Sieh nun, mein Freund, so eine Nacht durchwacht ich Auf hohem Drachenfels, doch leider bracht ich Den Schnupfen und den Husten mit nach Hause.“

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Hoffmann von Fallersleben


Sinn von Wilhelm von Hum boldt, nach Berlin und Breslau. ber auch dem Studentenleben ist Heine nicht abgeneigt. Hoffmann von Fallers leben, ebenfalls Student in Bonn von 1819 bis 1821, beschreibt es so: ommerse und Bälle waren unsere ge mein schaftlichen Vergnügen, woran sich jeder beteiligen konnte. Wollte sich einer sonst erholen oder belustigen, so gab es Gelegenheit genug. So fand sich immer nachmittags ein kleiner Kreis von Freunden und Bekannten ein auf der Vinea Domini, damals noch eine Kaffee- und Wein wirt schaft. Die Au s s i ch t a u f d e n R h e i n u n d n a ch d e m Siebengebirge war reizend und der Aufenthalt unter dem Schatten der Bäume, umspielt von der frischen Rheinluft, er quickend.“

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Foto: Christoph Schmiedel

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Karl Simrocks Haus am Marienberg a ch d e m B o n n , d e r R h e i n u n d d a s Siebengebirge die Rheinromantik des 19. Jahrhunderts zunächst für Engländer und andere Touristen geprägt haben, unterliegen auch die Bonner Studenten diesem Reiz. Beweis dafür ist die erste Strophe eines Burschenlieds:

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„Ach, Vater, lass dein Grollen sein und schick den Beutel her, sonst kann ich hier am schönen Rhein nicht länger leben mehr! Hast mich ja selber hergebracht so ist die Schuld auch dein: es leb der Musen treue Wacht mein liebes Bonn am Rhein!“


rheinromantisch! m Klartext heißt das: Der Sohn braucht Geld, der Va te r h a t i h n n a ch B o n n geschickt, vielleicht wegen der N ä h e z u d e n p r e u ß i s ch e n Prinzen. Am liebsten würde Sohn in Bonn bleiben. Ein anderes Studentenlied macht den Abschiedsschmerz, nicht nur vom Rheinland, sondern a u ch vo m St u d e n te n l e b e n , deutlich:

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„Ach, das Exmatrikulieren ist ein böses Ding , ja, ja! Mich befällt ein leises Frieren denk ich an Examina. Mir wird bang und immer bänger, denn die schöne Zeit ist aus! Zögern darf ich nun nicht länger, muß zurück ins Vaterhaus!“ arl Simrock, seit 1850 G e rm a n i st i k p r o fe s s o r in Bonn, dazu Weinberg- und Wo ch e n e n d h a u s b e s i t z e r i n Bad Honnef und ein Fr e u n d Fe r d i n a n d Freiligraths, wa rn t a u ge n z w i n ke rn d vo r dem Rhein:

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„An den Rhein, an den Rhein, zieh’ nicht an den Rhein, Mein Sohn, ich rathe Dir gut: Da geht Dir das Leben zu lieblich ein, Da blüht Dir zu freudig der Muth“. as Ve rg n ü ge n der Studenten ist aber nicht nur auf Bonn oder den Drachenfels beschränkt, wie Heines Gedicht belegt. Bonner Studenten sind in der ganzen Region bekannt, wenn nicht gar berüchtigt. Ein weiterer Ort dafür ist auch der Burghof unterhalb des Drachenfels. Dazu Ludwig Uhland:

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„Es zogen drei Burschen wohl über den Rhein, Bei einer Frau Wirthin, da kehrten sie ein, “Frau Wirthin, hat sie gut Bier und Wein? Wo hat sie ihr schönstes Töchterlein? Mein Wein und Bier ist frisch und klar, Mein Töchterlein liegt auf der Todtenbahr.“`

m 19. Jahrhundert wurde Uhlands Lied auf seine angebliche Jugendliebe, Anna M a r i a R i e ge l , To ch te r d e s Pächterehepaars des Burghofs b e z o ge n . To n i M e t te rn i ch , D i ch te r i n K ö n i g s w i n te r, schreibt 1935 dazu: „Es steht unzweifelbar fest, daß das Lied „ D e r Wi rt i n T ö ch te r l e i n “ bereits 1809 entstanden ist, und so muß jede Beziehung desselben (Uhlands) zu Maria Riegel ausgeschlossen werden, weil sie damals erst neun Jahre zählte.“ Und zur Zeile „Wo hat s i e i h r s ch ö n ste s T ö ch te r lein?“: „Aus der Sterbe urkun de geht hervor, daß die Eltern Marias beide vor dem Tode der Tochter verstorben waren.“ 

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Heinrich Heine

Comedy-Zusatztermin:

Kalle Pohl in Waldbreitbach Freitag, 16. März 2012, 20 Uhr, Hotel zur Post, Waldbreitbach, Neuwieder Straße 44 Kalle Pohl: „Du bist mir ja einer“ „Merkel, Westerwelle, Gabriel, Steinmeier, Künast, Trittin, Gysi – so damit hätten wir den politischen Teil hinter uns“, beginnt Kalle Pohl vergnügt und wendet sich scheinbar alltäglichen Betrachtungen zu. Aber die haben es in sich. Oft reicht dem erklärten Rheinländer ein amüsierter Blick, um deutsche Merkwürdigkeiten aufzuspießen. Pohls pralles Panoptikum ist herzerwärmend menschlich – und vor allem saukomisch. Tickets: 19 Euro Nähere Infos unter www.hotelzurpost.de bzw. telefonisch unter 02638-9260.

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Musik in Unkeler Gassen StraĂ&#x;enmusikfestival Samstag, 12. Mai 2012


Rheinländer 42 Februar 2012  

Karneval in Linz und Bad Hönningen

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