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Residentenkurier O n lin e ze it u n g f 端 r d e u ts c h s p r a c h i g e Re s id e n te n in S pa n ie n

Jahrgang 4, Ausgabe 25

Fr端hjahr


Editorial Herzlich willkommen zur Frühjahrsausgabe des Residentenkuriers

Endlich Frühling in Deutschland! Im Garten sprießen die Schneeglöckchen und Krokusse, Tulpen und Osterglocken recken ihre Spitzen heraus, die Sonne gibt ihr Bestes. Da geht das Herz auf, die Spaniensehnsucht erwacht: Zeit, die wohlige Fußbodenheizung gegen Sonne, Strand und Meer einzutauschen. Die Spanier werden es nie verstehen, warum ich im Winter lieber in Deutschland bin, bei DER Kälte!!! Sie kennen halt keine Heizung. In Deutschland ziehe ich den Mantel nur an, wenn ich raus gehe, in Spanien sitze ich mit Mantel in der Wohnung! Wer als Resident jedoch ein eigenes Haus hat, kann es entsprechend isolieren, und sich natürlich eine Heizung einbauen. Wir stellen Ihnen ein System vor, das sich auch nachträglich wunderbar einbauen lässt.

Inhaltsverzeichnis ● Cádiz — Bicentenario

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● Semana Santa

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● Der Tarn – gut getarnt

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● Ratgeber: Neuerungen

im Erbrecht ● Alternative Energien in

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Spanien ● Kniffel-Schach

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● Pilgerraupen — Gefahr

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für Mensch und Tier ● Kreuzworträtsel

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● Der Junge von der Hüh-

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nerfarm ● Spanische Ortsnamen

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Cádiz feiert glanzvoll das 200. Jubiläum von “La Pepa” Am 19. März 1812 trat in Cádiz eine der ersten modernen Verfassungen Europas in Kraft. Es war die erste Verfassung Spaniens, eine der liberalsten ihrer Zeit. Spanien wandte sich damit vom absolutistischen Ancien Régime ab und brachte ein neues System der Volkssouveränität, Meinungs- und Gedankenfreiheit auf den Weg, dessen Grundlage weitgehend die französischen Prinzipien waren: Souveränität der Nation, Gewaltenteilung, Grundfreiheiten u. a.. Ab dem 19. März 2012 feiert Cádiz das 200. Jubiläum der Spanischen Verfassung mit Glanz und Gloria. Die Stadt hat ein kulturelles Rahmenprogramm ausgearbeitet, das sich über das ganze Jahr 2012 erstreckt. Das jeweils aktuelle Programm finden Sie in unserem residentenkurier/blog und bei Veranstaltungen.http://residentenkurier.com/veranstaltungen/

Ein guter Zeitpunkt für einen Spanienbesuch ist immer die Karwoche, die Semana Santa. In jeder Region wird sie auf ihre eigene Weise gefeiert, man kann sie immer wieder völlig anders erleben. Wichtig für alle Residenten, die ein eigenes Haus in Spanien besitzen: es ändert sich etwas grundlegend am Erbrecht innerhalb Europas. Wer sich rechtzeitig beraten lässt und die Weichen richtig stellt, kann seinen Erben viel Geld und bürokratische Hürden ersparen. Vorsicht ist bei sogenannten Pilgerraupen geboten. Sie können gefährliche allergische Reaktionen hervorrufen. Zum Entspannen bieten wir Ihnen eine weitere Runde Kniffel-Schach an sowie das beliebte Kreuzworträtsel, um die Spanischkenntnisse zu testen und zu erweitern. Nun wünsche ich allen einen wunderbaren Frühling sowie ein frohes Osterfest

Herzlichst

Beatrice Hohler

Residentenkurier


¡Viva “La Pepa”!: Cádiz im Festrausch

C A D I Z 1812 — 2012 Jahrgang 4, Ausgabe 25

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Cádiz Bicentenario– 200 Jahrfeier der Verfassung

Bild von Cádiz am Plaza España, Sevilla. Fotos: Patronato de Turismo de Cádiz

Auf nach Cádiz! Ganz Spanien begeht die 200-Jahrfeier der Verfassung von Cádiz La Pepa“ vom 19. März 1812 verankerte zum ersten Mal die spanische Volkssouveränität und wurde zum Symbol der Freiheit

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panien war Anfang des 19. Jahrhundert in desaströsem Zustand durch die vielen kostspieligen Kriege mit England, Frankreich und dem deutschen Kaiserreich. Trotz des Reichtums der überseeischen Provinzen war die wirtschaftliche Lage katastrophal durch schlechte Verwaltung, hohe Inflation, schlechte Ernten in der Landwirtschaft. Napoleon hatte mit seinen Truppen daher leichtes Spiel. Página 4

Er zwang Ferdinand den VII. zur Abdankung und setzte seinen Bruder Joseph als König über Spanien ein. Doch die französischen Truppen zogen grausam plündernd und mordend durch das Land. So wurde unter anderem damals die Zucht des Spanischen Pferdes nahezu vernichtet, da Bonaparte alles für seine Kriegszüge requirierte. Spanien litt damals sehr unter der französischen Besatzung, die aber Cádiz nicht erobern konnte.

Am 19. März 1812 trafen sich die Stände nach mehr als zweijähriger Arbeit und riefen im Oratorium von San Felipe Neri die erste liberale Verfassung Spaniens aus. Darin werden die Menschenrechte festgeschrieben. Doch 1813 war schon wieder alles vorbei. Die Franzosen zogen sich zurück, widmeten sich ihrem Russlandfeldzug und Ferdinand der VII. herrschte wieder absolutistisch.

Residentenkurier


Cádiz Bicentenario– 200 Jahrfeier der Verfassung Es sollte noch ein langer Weg Spaniens zur Freiheit werden, mit vielen Rückschlägen, doch zeigte die nach dem Josephstag liebevoll mit dem Kosenamen für Josephine, nämlich Pepa, bezeichnete Verfassung schon damals den Weg in die Demokratie. Cadiz in Feierlaune Startschuss zur 200-Jahrfeier der Verfassung La Pepa Seit Jahresbeginn ist Cádiz bereits im Jubiläumsfieber und seit Anfang März erst recht mit täglichen Veranstaltungen. Cádiz wurde übrigens für 2012 zur iberoamerikanischen Kulturhauptstadt gewählt. Die Kirche Oratorio de San Felipe Neri, in der 1812 die Ständeversammlung tagte und die Verfassung niedergeschrieben wurde, ist pünktlich rekonstruiert worden. Dieser symbolische Ort – die Gedenkstätte der Verfassung – öffnet im März Besuchern seine Türen und informiert über die Rolle des Oratorios im Prozess der Verfassungsgebung. Berührungsbildschirme, audiovisuelle Projektionen und akustische Effek-

te führen den Besucher durch die Geschichte von Cádiz zu Beginn des 19. Jahrhunderts. Auch das Museo de las Cortes de Cádiz kann seit Dezember 2011 wieder besucht werden, nachdem es über zwei Jahre für Umbauarbeiten geschlossen war. Eine der Hauptattraktionen des Museums ist die Maqueta de Cádiz aus dem 18. Jahrhundert.

Flamencoaufführung von Sara Baras als Geschenk an die Stadt, ebenso wie am darauf folgenden Tag bis einschließlich Donnerstagabend, jeweils um dieselbe Zeit.

Ein Highlight jagt das andere Montag, 19. März, der eigentliche Jubiläumstag: Der Feiertag des 19. März hat seinen Höhepunkt am Nachmittag. Nach einer großen Prozession der Bürger von Cádiz durch die engen Altstadtgassen kommt es um 17.00 Uhr zum feierlichen Akt der Verlesung der „La Pepa“ am historischen Ort im Oratorium von San Felipe Neri. Dem folgt die Kranzniederlegung am Cortes-Denkmal der Plaza España. Um 20.30 Uhr wird ein RiesenFeuerwerk veranstaltet. Um 21.00 Uhr gibt es eine “La Pepa” genannte

Nicht zu vergessen die vielen Ausstellungen rund um das Thema. Eine der originellsten dürfte die mit dem Titel „Die Mode im Cádiz von 1812“ im Centro Integral de la Mujer sein, die bis Ende des Jahres läuft. Gabriele Hefele

Oratorium San Felipe Neri

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Semana Santa

Semana Santa Sevilla

I

n der Karwoche verwandelt Spanien sich. Die Menschen nehmen überall mit Hingabe an diesen Feierlichkeiten teil, die in Spanien eine lange Tradition haben. Nutzen Sie die Gelegenheit, Spanien in diesem Zeitraum zu besuchen: Sie werden einzigartige Momente und ein völlig anderes Ambiente erleben als zu jeder anderen Jahreszeit. Es gibt viele Arten, Spanien zu entdecken: An seinen Küsten und Stränden, entlang einer der Routen der Sehenswürdigkeiten, in seinen Naturräumen oder beim Ausüben von Sportarten wie Golf... Doch wenn Sie Spanien noch nie in der Karwoche besucht haben, sollten Sie dies unbedingt nachholen. Und wer diese berühmten Feierlichkeiten schon kennt, sollte sie vielleicht einmal in einer anderen Region erleben. Denn überall hat man eine ganz eigene ART, diese Woche zu feiern. In Spanien wird die Karwoche mit tief empfundenem Gefühl und FrömmigPágina 6

keit begangen. Die Bevölkerung nimmt lebhaften Anteil an den Festakten und Traditionen. Tagsüber und auch nachts vermengen sich auf den Straßen die Klänge der Trommeln, die Farbigkeit der Blüten und die Kunst der Heiligenstatuen zu einem mitreißenden Ganzen. Immer wieder anders Die Karwoche wird in allen Städten und Winkeln Spaniens gefeiert. Doch gibt es einige herausragende Feierlichkeiten, die aufgrund ihres einzigartigen Reizes ganz besonders bekannt sind und als wertvoll für den internationalen Tourismus eingestuft wurden.

Malaga

Bei der Karwoche in Sevilla werden Sie sehen, wie die Laienbrüder das Gewicht der reich geschmückten Marienfiguren tragen, während sie durch die engen Gassen des alten Stadtkerns marschieren. Die Karwoche in Málaga zeichnet sich durch das Vorrecht aus, einen Strafgefangenen auf freien Fuß zu setzen. Einer der anrührendsten Momente ist es, wenn die Jesusfigur den Freigelassenen segnet. Bei der Karwoche in Cuenca haben Sie Gelegenheit, die Konzerte der Woche der religiösen Musik zu hören, die in mehreren historischen Gebäuden wie beispielsweise in der Kathedrale stattfinden. Wenn Sie an der Karwoche von León teilnehmen, werden Sie sicher ebenfalls beim Anblick des Zusammentreffens des hl. Johannes und der Jungfrau Maria auf der Plaza Mayor applaudieren, mit dem die so genannte Ronda und die Prozession „Los Pasos“ zu Ende gehen. Bei der Karwoche in Zamora erzeugen gregorianische Residentenkurier


Osterfeierlichkeiten in Spanien Gesänge eine unbeschreibliche Atmosphäre während der nächtlichen Prozessionen. Bei den Prozessionen der Karwoche in Valladolid sollten Sie sich die Heiligenfiguren genau anschauen, denn es handelt sich dabei um wertvolle barocke Kunstwerke. Die Karwoche von Salamanca ist vor dem Hintergrund, den die Sehenswürdigkeiten des Stadtbilds bieten, besonders spektakulär. Die Palmsonntagsprozession in Elche ist mit ihren Palmwedeln eine der schönsten ganz Spaniens. Das Ende der Prozessionen der Karwoche von Cartagena ist besonders eindrucksvoll. Tausende Menschen versammeln sich, um das Salve zu Ehren der Jungfrau zu singen. Die Karwoche in Lorca ist besonders originell, da an den Prozessionen auch Personen und Szenen aus der Bibel sowie Vertreter längst untergegangener Zivilisationen teilnehmen. Der Höhepunkt der Karwochenfeierlichkeiten von Hellín in der Provinz Albacete ist der Trommelmarsch, bei dem bis zu 20 000 Trommeln gleichzeitig ertönen. Die Karwoche in Cáceres beeindruckt durch die Teilnahme von schon seit dem 15. Jahrhundert bestehenden Laienbruderschaften. Die Karwoche in Murcia bietet einmalige Momente wie die Prozession des Liegenden Christus durch den Bogen Santo Domingo am Samstag. Jede dieser Feierlichkeiten ist einzigartig, besonders und originell. Semana Santa in Valencia In der Stadt Valencia wird Ostern, das wichtigste religiöse Fest in Spanien, in der Fischerkarwoche, der „Semana Santa Marinera“ rund um den Hafen, besonders eindrucksvoll zelebriert. Der Ursprung von Valencias einzigartiger Fischerkarwoche in den am Meer gelegenen Stadtvierteln Grao, Cabanyal und Canyameral liegt im 15. Jahrhundert, und ihr ist sogar ein eigenes Museum, die „Casa Museo Semana Santa Marinera“, gewidmet. Besonders beeindruckend sind die „Procesión del Silencio“ (Schweigeprozession) am Gründonnerstag und die

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Prozession des „Santo Entierro“ am Karfreitag. Sie sind abgesehen vom Umzug am Ostersonntag die größten Umzüge mit den meisten Bruderschaften und haben die meisten Zuschauer. Bei diesen Prozessionen im Klang der Kirchenglocken und von Musikkapellen begleitet, gesellen sich zu den von den Bruderschaften getragenen großen Heiligenbildern auch lebendige Figuren: Valencianer, die beispielsweise Pontius Pilatus darstellen oder Valencianerinnen als „Schmerzensmutter.“ Die ohnehin mystische Atmosphäre der Prozession wird durch in Tuniken gewandete, maskierte Männer mit spitzen Hüten, die „Costaleros“ und „Nazarenos“, noch gesteigert. Auch der Karsamstag wird mit einer besonderen Tradition begangen: Wenn die Glocken um Mitternacht die Wiederauferstehung Christi einläuten, werfen die Bewohner der Fischerviertel bei der „Trenca de perols“ irdene Kochtöpfe aus den Fenstern und von den Balkonen. Frühjahr 2012

Zum Abschluss der Osterfeiern gehen die Valencianer mit Familie und Freunden am Ostermontag entweder an den Strand oder fahren aufs Land, um eine „Mona“ zu essen – ein traditionelles valencianisches Gebäck mit einem Ei in der Mitte, das gewöhnlich an der Stirn eines Freundes aufgeschlagen und anschließend gegessen wird. Vom 1. bis zum 9. April profitieren Besucher von Spezialangeboten: Doppelzimmer in der Nähe des Stadtzentrums gibt es zum Beispiel bereits ab 54 Euro, Zimmer mit Meerblick ab 70 Euro. Das Menü VLC, drei Gänge mit valencianischen Spezialitäten, gibt es für nur 15 Euro pro Person. Auf die praktische Valencia Tourist Card erhält man 10 Prozent Rabatt beim OnlineKauf . Buchungen über: www.turisvalencia.es/ofertas Information + Fotos: turespaña sowie Stadt Valenia

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Der Tarn...die gute getarnte Attraktion im Französischen Zentralmassiv Heute wollen wir Sie einnmal einladen, einen Ausflug in das Französische Zentralmassiv zu machen, um einen ganz besonderen Fluss, faszinierende Schluchten und eine atemberaubende Landschaft kennenzulernen. Achtung, das Ganze hat sich gut getarnt. Doch unserem Leser Jürgen Brauerhoch ist das nicht entgangen. Hier verrät er mehr…... Über die Rhone, die Loire, die Seine gibt es Literatur wie Sand am Meer. Bei der Garonne wird’s schon mager im Regal, und dann versuchen Sie mal, etwas über den Tarn herauszukriegen! Allenfalls ein paar Zeilen. Dabei lohnt sich auf der Fahrt nach oder von Südfrankreich die A9 Rennund Rhonestrecke gegen den kleinen Umweg in die vielleicht bizarrsten Schluchten Europas einzutauschen. Dabei kann man sogar noch »péage« sparen; denn die Autobahn A75, die von Beziers (Ausfahrt Péznan auf der A9) ziemlich genau nördlich nach Clermont-Ferrand führt, ist so neu, daß es noch keine Mautstation gibt. Allerdings einige Baustellen. So muß man diese noch fast autofreie, erst durch Weinfelder, dann durch gigantische Felsmassen sich auf die Karst-Hochflächen schwingende Autostrada bei Millau ohnehin verlassen und begegnet im Ort erstmals dem eisgrün schimmernden TARN. Le Tarn ist nicht nur ein sehr schöner, sondern auch recht eigensinniger Fluß. Seine Quellen hat er an den Flanken des Mont Lozere, des höchsten Berges (1.500 m) im französischen Zentralmassiv. Von hier fließt er nicht in das nur gut 100 km entfernte Mittelmeer – wie z.B. die Herault – sondern wendet sich westlich der 375 km Mündung die Garonne und damit dem Atlantik zu. Das eigentliche Wunder aber, das dieser nur selten reißende, im Sommer notfalls noch mit flachen Kanus befahrbare Eigenbrötler veranstaltet, das sind seine faszinierenden Schluchten. Die »Gorges du Tarn« sind wie eine echte Sensation, die man entdecken muß: 60 km einer geradezu unglaublichen Dramaturgie. Fachleute rätseln, wie es dem Tarn gelungen sein soll, sich bis zu 600m tief in die »causses«, die karstigen Hochflächen des Zentralmassivs einzugraben. Tektonische Spalten, verursacht bei der Auffaltung der Pyrenäen, später der Alpen sowie die nahegelegenen Vulkane rund um Le Puy Página 8

sollen ihm dabei geholfen haben. Aber wie auch immer – man kommt aus dem Staunen nicht heraus! Die wilde Szenerie aus Kalk, Basalt und Schiefer beginnt hinter Millau bei Aquessac in einem noch recht lieblichen Tal, bis sich rechts und links des Flußes die beiden Hochflächen auf 500m, an einigen Stellen sogar auf 100m nähern, so daß sich die Straße (D 907) unter überhängenden Felsen hindurchwinden muß. Bizarre Felsabbrüche und schroffe Grate türmen sich zu wilden Formationen übereinander, bis sich endlich bei St. Enemie das Tal so weitet, daß eine Ansiedlung überhaupt möglich ist. Von hier schraubt sich eine »normale Straße« in aussichtsreichen Serpentinen aus den Schluchten heraus, mit Blicken zurück für Schwindelfreie. Und es ist, bei aller Faszination, nicht nur die Dramatik der Schluchten, die diesen Abstecher von der üblichen Rennstrecke so erlebnisreich macht. Es ist vor allem der Kontrast zwischen Ereignis und Einsamkeit, Attraktion und Einöde. Auf den riesigen Heideflächen der »causses« gibt es noch Straßen, auf denen man sich bis zu seltenen Begegnung mit einem entgegenkommenden Fahrzeug absolut

allein, aber auch ungewöhnlich frei fühlt, so daß die Metapher vom »lieben Gott in Frankreich« einen ganz anderen, sozusagen »übergastronomischen« Sinn bekommt. Das ganze, 5.700 qkm umfassende Departement TARN hat übrigens gerade mal 300.000 Einwohner, also nicht ganz so viel wie die Stadt Zürich mit ihren 91 qkm. Und immer noch wandert ab, wer mehr braucht als die Natur und etwas Tourismus. Manche Dörfer scheinen wie ausgestorben. Doch das Grunderlebnis im Zentralmassiv ist: es gibt noch Luft zum Atmen, es gibt noch riesige, fast unbewohnte Flächen, Wälder und Wiesen mit den berühmten Charlois-Rindern, die so gute Filets versprechen, wie sonst nirgendwo. Man braucht bei aller Kargheit, aber auch Größe der Natur also nicht zu hungern in dieser phantastisch großzügigen Landschaft zwischen Pyrenäen und Rhonetal, nur eine Autostunde vom Mittelmeer-Rummel entfernt. copyright by JOB juergen.brauerhoch@web.de Foto: www.kajaktour.de

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Ratgeber: Neuerungen im Erbrecht Voraussichtliche Änderungen erbrechtlicher Regelungen auf europäischer Ebene In diesen Tagen wird das Europäische Parlament über den Vorschlag der EU- Kommission für eine Verordnung über die Zuständigkeit, das anzuwendende Recht, die Anerkennung und die Vollstreckung von Entscheidungen und öffentlichen Urkunden in Erbsachen sowie zur Einführung eines Europäischen Nachlasszeugnisses (2009/0157) beraten. Seit vielen Jahren wird auf europäischer Ebene der Wunsch gehegt, neben der bereits bestehenden Harmonisierung in Zivil- und Handelssachen, auch auf Ebene des Erbrechts bei internationalen Erbschaften, einheitliche Regelungen aufzustellen. Dies wird durch den genannten Entwurf (im Folgen den E U-E rb rechtsverordnung oder „EU-ErbVO) gemacht. Es bestand eigentlich die Absicht, die Verordnung im Jahre 2011 zu erlassen, was aber bislang noch nicht geschehen ist. Da die voraussichtliche Regelung im deutsch-spanischen Rechtsverkehr weitreichende Änderungen verursachen wird, erlaube ich mir schon vorab allgemeine Informationen zu dem Entwurf weiterzugeben. Die EU-ErbVO wird direkt anwendbar sein, d.h. es ist kein nationales Umsetzungsgesetz notwendig. Sie kommt nur bei internationalen, sprich grenzüberschreitenden Erbfällen zur Anwendung. Das Erbschaftssteuerrecht bleibt unberührt. Es kann daher auch in Zukunft bei internationalen Erbschaften ggfs. zu Ungleichbehandlungen oder Doppelbesteuerung kommen. Die Verordnung bestimmt, dass bei grenzüberschreitenden Erbfällen einheitlich das Recht des Ortes anzuwenden ist, an welchem der Erblasser zum Zeitpunkt seines Todes seinen letzten gewöhnlichen Aufenthalt hatte. Dies ist für die Abwicklung von Erbschaf-

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ten zwischen Deutschland und Spanien neu, da bisher sowohl das deutsche als auch das spanische Internationale Privatrecht, das Recht der Staatsangehörigkeit des Erblassers zur Anwendung brachte. Die zu erwartende Regelung wird somit zu wichtigen Änderungen für all diejenigen deutschen Staatsangehörigen führen, die in Spanien leben (sog. “Residentes”), oder in Zukunft beabsichtigen, ihren Lebensabend hier zu verbringen. Selbstverständlich gilt dies auch umgekehrt für die spanischen Staatsangehörigen, die in Deutschland leben oder dies beabsichtigen. Die Kommission begründet diese Regelung des Anknüpfungspunktes des letzten gewöhnlichen Aufenthaltes u.a. damit, dass dieser in der Regel dem Mittelpunkt der Lebensinteressen des Erblassers und häufig dem Ort entspricht, an dem sich der größte Teil des Vermögens des Erblassers befindet. Der Bezug zum letzten gewöhnlichen Aufenthaltsort begünstige die Integration und schließe zukünftige mögliche Diskriminierungen aus. Sicherlich werden sich durch die zu erwartenden Regelungen Vor- und auch Nachteile zur bestehenden Regelung ergeben, so werden aber die vielen Paare mit verschiedenen Nationalitäten, die es auf europäischer Ebene gibt, ab Inkrafttreten der EU-ErbVO die Anwendung eines einheitlichen Rechts im Falle des Versterbens erfahren. Dies sehe ich persönlich als großen Vorteil an. Wichtig ist aber auch zu erwähnen, dass die EU-ErbVO die Möglichkeit einräumt, das Recht des letzten gewöhnlichen Aufenthalts nicht zur Anwendung lassen zu kommen, sondern ausdrücklich in der letztwilligen Verfügung das Recht der Staatsangehörigkeit zu wählen. Dies gilt auch schon vor Inkrafttreten der Verordnung, d.h. dass schon jetzt bei letztwilligen Verfügungen die Rechtswahl ausdrücklich zugunsten des Rechts der Staatsangehörigkeit des Erblassers

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Werner Hildebrand

erfolgen kann. Die Formerfordernisse einer Verfügung von Todes wegen sind zu erfüllen. In der Praxis wird die zu erwartende Regelung dazu führen, dass wir als Rechtsberater noch stärker gefordert sein werden. Eine qualifizierte Beratung wird auch die Herausstellung der Unterschiede der verschiedenen Rechtsordnungen im Bereich des Erbrechts zu beinhalten haben. Die zukünftige Regelung sieht auch ein Europäisches Nachlasszeugnis vor, welches zur Beschleunigung der Abwicklung der grenzüberschreitenden Erbschaften führen soll. Letzendlich ist der endgültige Text der EU-ErbVO abzuwarten.

Werner Hildebrand, Abogado & Rechtsanwalt, Kanzlei Hildebrand & Mariano Abogados, Sevilla Weitere Informationen erhalten Sie unter: www.erbschaft-in-spanien.de Kanzlei: (gegenüber Kathedrale Sevilla) c/Garcia de Vinuesa, 12, 1°, E-41001 - Sevilla office@hildebrand-mariano.com www.hildebrand-mariano.com Tel: (+34) 954 500 130 Fax: (+34) 954 211 988

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Unternehmer in Andalusien Eine Heizung im Süden Spaniens einbauen? Klingt vor allem für Spanier völlig absurd, frei nach dem Motto: „Hier ist es doch nicht kalt“. Na ja, sie sind wohl abgehärteter als wir. Die Häuser sind extra so ausgelegt, dass es innen 2—3 Grad weniger hat als außen. Was im Sommer auch Sinn macht. Aber im Winter, wenn es draußen nur 15 Grad oder weniger hat, dann ist es im Haus noch kühler, dazu noch feucht vom Meer her, und das ist wirklich bitter kalt. Doch es gibt gute Lösungen, die Häuser nachzurüsten, und gleichzeitig etwas für die Umwelt zu tun. Wir stellen Ihnen heute eine deutsche Firma mit wohl erprobten Lösungen vor. Interview mit Dr.-Ing. Reinhard Hefele Wann haben Sie Ihre Firma gegründet? Im Jahr 2000. Ursprünglich wollten wir uns auf eine reine UnternehmensBeratung konzentrieren. Dann lernten wir ein unsichtbares, ökologisches und gesundes Heiz- und Kühlsystem auf der Basis von Kapillarrohrmatten kennen, bauten es erst in unsere eigene Finca ein - und waren begeistert. Ebenso wie alle Besucher, die sommers wie winters immer mit dem ähnlichen Satz bei uns eintraten: "Bei Euch ist es aber angenehm!" Sofort wollten erst alle Freunde und Bekannten dieses System von uns. Die Herstellungsfirma hatte auch noch keinen Vertrieb in Spanien und so sind wir seit dem Jahr 2002 der Spezialist auf diesem Gebiet. Was uns einen Knowhow-Vorsprung verschafft ist von vornherein die Erfahrung und die Berücksichtigung unseres mediterranen Klimas. Sehr oft scheitern nämlich Mitbewerber hier, weil sie mit der Erfahrung aus Deutschland hierher kommen. Es ist eben Spanien und gehört zu einer speziellen Klimazone. Bieten Sie neben Heizung / Klimatisierung und Solarenergie noch weitere Möglichkeiten für umweltbewusstes Wohnen an? Nur, wenn es synergetisch dazu passt. So rate ich zum Beispiel den Bauherren immer auch zur Isolierung: Sie wurde in der Vergangenheit noch sehr vernachlässigt, dabei ist eine gute Isolierung schon die halbe Lösung. Zur Zeit prüfen wir - verbunden mit einem europäischen Förderprojekt - den Einsatz von Lehmprodukten, auch in Verbindung mit unseren Kapillarrohrmatten an der Wand zum Beispiel. Nicht um-

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sonst gibt es in Spanien bzw. Nordafrika die Tradition von Lehmbauten, auch unsere alte Finca hat an zwei Seiten im Altbau Wände aus Stein und Lehm. Ansonsten konzentriere ich mich auf unser Kerngebiet mit der Zielsetzung, hier immer an der Spitze der Technologie zu stehen. Dazu gehört auch die modernste Regelung der Heizung und Kühlung in automatisierter und programmierter Abhängigkeit von Innenund Außentemperatur, Luftfeuchte etc. Die Regelungen werden in enger Zusammenarbeit mit den Entwicklungsabteilungen der Zulieferer in Deutschland, Österreich und der Schweiz auf unsere Bedürfnisse hin hergestellt. Ich selbst entwickele die Softwareprogramme dafür, denn im "Norden" versteht man eben die Probleme hier nicht. Auch mit dieser Feinabstimmung aller Komponenten kann man noch mehr zur Energieeinsparung beitragen. Außerdem kann ich jede Baustelle fern überwachen, per Internet, so dass es für uns keine Probleme gibt, Projekte in Menorca, Nordspanien, Madrid bis Cadiz und Lanzarote zu betreuen. In Mallorca läuft zur Zeit ein Projekt von uns zu einem Niedrigenergiehaus eines deutschen Unternehmers, das zum Modell werden kann. In Sotogrande zum Beispiel geht es um die Ausstat-

tung einer Bodega, die ja eine bestimmte Temperatur und Luftfeuchte immer beibehalten muss, bei jedem Wetter, um nur zwei extreme Beispiele zu nennen. Wie gehen die Spanier mit alternativen Methoden für Energiegewinnung um? Welche Nationen befürworten die alternativen Möglichkeiten mehr, Spanier oder Deutsche? Falls es nicht die Spanier sein sollten: Wieso ist es so? Das kann man so nicht vergleichen. In Spanien war lange Jahre der Strom spottbillig, so dass sich hier keine SparTradition entwickeln musste. Außerdem ist das Klima milder, wenn man auch Maklern nicht auf den Leim gehen darf, die Objekte verkaufen mit dem Argument: "Und dann brauchen Sie hier keine Heizung!" Spätestens im ersten Winter hört man dann vom Kunden: "Ich habe noch nie so gefroren wie hier!" Doch ist es auch hier nach Gegenden unterschiedlich. Die Provinz Cadiz, die auch umweltbewusster dachte und ihre Küsten im Immobilienboom nicht so verbaute wegen der geschützten Pinienwälder, die förderte schon lange Solarenergie. Auch Portugal ist da seit Jahren Spanien voraus. Wir betreuen auch eine große Urbanisation mit 270 Wohnungen an der Costa del Sol, die schon in den 70er Jahren so modern war und Luft-Wasser-Wärmepumpen einbaute. Heute, d. h. seit einigen Jahren, ist hier längst ein Umdenken im Gange - endlich! - und heute ist ja Spanien führend in Europa mit Windenergie und den großen thermischen Solarkraftwerken. Gerade auch die junge Generation denkt da anders als ihre Väter.

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Alternative Energien und Umweltbewusstsein in Spanien Gut für uns, denn unsere Firma ist auch in der Krise gut ausgelastet und bietet unseren spanischen Mitarbeitern sichere Arbeitsplätze! Ein Problem allerdings ist hier, dass sich diesen genannten Energiekuchen die großen Energiekonzerne in Spanien fast allein teilen. Anders als in Deutschland gibt es leider immer noch keine Rechtssicherheit und Umsetzung europäisch vorgegebener Richtlinien fürs Einspeisen ins Stromnetz privater Photovoltaik- oder Windenergieanlagen. Hier müsste in Madrid einiges getan werden. Wie kostspielig ist es, sein Haus auf Solar umzustellen? Wie lange dauert es, bis man die Kosten abgewohnt hat? Das ist eine typische Frage, die eigentlich an der Sache vorbei geht: Geht es immer nur ums Geld? Geht es nicht auch um umweltbewusste Verantwortung? Klar, rein rechnerisch schreckt es manche Bewohner im Rentenalter ab, wenn man sagen muss: etwa in 8 Jahre amortisiert sich Deine Solaranlage nach dem heutigen Strompreis. Aber zur Zeit leben wir mit einer fast halbjährlichen Stromerhöhung auch in Spanien, so dass man von schnellerer Amortisation ausgeht. Aber inzwischen spart man eben Energie und lebt mit reinerem Gewissen.

Natürlich gibt es auch Förderungen, aber bei der Solarenergie werden die weniger bzw. abgeschafft und bei Neubauten schon sinnvollerweise vor allem fürs Warmwasser gesetzlich vorgeschrieben. Solarenergie gibt es seit vielen Jahren. Ich habe nicht das Gefühl, dass es besonders viel verbreitet ist. Sehen Sie das anders?

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Das kommt daher, dass direkte Solarenergie eigentlich nur für Warmwasser wirtschaftlich ist. Und auch da muss man eine zusätzliche Energiequelle für die trüben und regnerischen Tage vorsehen, genau dann, wenn man es am meisten braucht! Oder es wird auch experimentiert mit Riesenspeichern, doch sind die sehr teuer und nicht überall ist Platz dafür vorhanden.

Was aber mein Konzept angeht, so bevorzuge ich die warme Luft, die ja ebenfalls von der Sonne her kommt, also die indirekte Solarenergie, in Form der Luft-Wasser-Wärme-Pumpe. Sie zieht ihre Energie immer aus der Umgebungsluft hier, die doch in der Regel kaum unter 5 Grad geht. Diese Energiequellen sind heute gut weiter entwickelt worden und haben heute einen hohen Standard. In Deutschland hat die LuftWasser-Wärme-pumpe ein schlechtes Image, weil sie natürlich bei den tiefen Außentemperaturen nicht den Wirkungsgrad wie hier bei uns erreichen kann. Alles schwärmt dort von der überaus teuren und problematischen Geothermie mit Tiefenbohrungen. Doch die in Deutschland funktionierende sog. stille Kühlung funktioniert hier im Sommer wegen der höheren Bodentemperaturen nicht.

und im Rücken eine kalte Wand ertragen. Die gehen ja am Strand hier bei uns auch noch im Januar mit nackten Füßen in Sandalen und Spaghettiträgern! Spanier halten immer noch die blasende Air Condition für der Weisheit modernster Schluss und wundern sich über Allergien bei ihren Kindern. Wie gesagt, die junge Generation der Spanier ist aufgeschlossen, kommt frisch von der Uni mit neuen Erkenntnissen, belagert übrigens die entsprechenden Stände auf der großen Climatización-Messe jedes 2. Jahr in Madrid - hat aber oft kein Geld, um ihre Pläne umzusetzen. Alles eine grob vereinfachte Sicht natürlich. Architekten der alten Schule haben nach meiner Erfahrung auch nicht viele Ambitionen, von ihrem althergebrachten Stil und ihren eingespielten Kontakten abzuweichen. Und so sind es auf diesem Gebiet tatsächlich wir Mitteleuropäer, die mit gutem Beispiel voran gehen müssen, Spanier zu uns einladen, damit auch sie sagen: "Bei Euch ist es aber angenehm!". Wir führten das Gespräch mit Dr.-Ing. Reinhard Hefele von EQUIDEAS S.L, Manilva . www.equideas.com . Tel. 952 893 054

Will Ihnen in Mallorca jemand Geothermie mithilfe von Tiefenbohrungen anbieten, so werden Sie erst einmal skeptisch: Warum sich das Leben verkomplizieren, wenn man mit der LuftWasser-Wärmepumpe in Verbindung mit meinem System der Kapillarrohrmatten + Regelung und vielen Detailoptimierungen die gleichen Wirkungsgrade erzielen kann, wie mit der Geothermie in Deutschland? Was glauben Sie, wie viele Jahre es noch dauern wird bis alternative Energien sich durchsetzen? Kann ich überhaupt nicht voraus sagen. Es gibt die unterschiedlichen Mentalitäten: Deutsche, Österreicher, Schweizer, Holländer und Skandinavier sind immer noch meine Hauptkunden. Kaum Engländer übrigens, die müssen ein Abhärtungsgen haben, denen genügt oft ihr Kamin, bei dem sie vorne braten Frühjahr 2012

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Kniffel-Schach Der Autor PETER KRYSTUFEK stellt uns hier wieder eine Denksportaufgabe, ideal, um sie alleine oder in Gruppen zu lösen. Alle denkbaren Fragestellungen sind erlaubt. Die Rätsel werden bewusst künstlich konstruiert, sind aber streng legal und können mit Computern (noch) nicht gelöst werden. Lösung im nächsten Heft ....

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Kniffel-Schach, Lösung vom letzten mal LÖSUNG Nr. 102 ************34555220 Weiß wird patt gesetzt: wKe4, sKc3, sTf5, sSb5, sSb5xd4 patt, oder wKc3, sKb5, sDf5, sD/sL/sBe4, sDf5-e5 patt. www.kniffel-schach.de Peter Krystufek hat gemeinsam mit seiner Frau das Buch: Ich spiel dann mal Schach herausgegeben. Darin werden die wichtigsten Schachregeln sowie die einzelnen Figuren erklärt. Peter Krystufek, Herausgeber, Postfach 1505, D-71205 Leonberg, e-Mail: ReginaCaissa@aol.com Sie können das Buch hier kostenlos als pdf runterladen: http://residentenkurier.com/pdf/sonstiges/Schach-46.pdf

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Pilgerraupen – eine Gefahr für Mensch und Tier Erst einmal sehen sie faszinierend aus, die haarigen bis zu etwa 60 Raupen, jede ungefähr vier Zentimeter lang, die Kopf an Hinterteil des Vorgängers von den Pinien herunter kommen und sich in einer ununterbrochenen Kette am Boden entlang schlängeln. Daher auch der Name. Sie suchen sich einen weichen Untergrund, um sich darin einzugraben und später zum Nachtfalter zu mutieren.

Autorin Dr. Gabriele Hefele

Pilgerraupen – nun wandern sie wieder und sind eine Gefahr für Mensch und Tier Vergessen Sie ihre Phobie vor Schlangen und Spinnen: Achten Sie im Moment lieber auf die Pilgerraupen, die mit ihren Härchen schwere Allergien auslösen können. Es ist wieder einmal so weit: Die sogenannten Pilgrraupen wandern jetzt wieder die nächsten zwei Monate lang. „Thametopoea pityocampa“ heißen sie im Fachausdruck der Biologen und kommen vor allem in Pinienwäldern in Mittel-und Südeuropa vor und davon haben wir an der Costa de la Luz reichlich!

Wer diese interessante Erscheinung aber berührt oder sich nur näher ansehen will und dabei auch noch gegen den Wind steht, der wird sein blaues Wunder erleben! Die Raupe schützt sich nämlich vor Gefahr und Angriffen, indem ihre je 60.000 weißen Härchen ein Gift enthalten, die einen schlimmen Ausschlag, zeitweise Blindheit, Atemprobleme, einen anaphylaktischen Schock bis zum Keislaufkollaps hervorrufen können. So wehren sie sich bis zum Zeitpunkt der Verpuppung. Besondere Gefahr für Kleinkinder und Hunde Besonders Hunde, die neugierig daran schnüffeln sind gefährdet. Nur weil ich mich schnell genug an die Aufklärung durch unseren Gärtner erinnerte (ja, der aus meinem Buch „Mein andalusischer Gärtner“) rettete diese Information der Hündin Samba das Leben. Ich sah eines Tages, wie die noch junge, unerfahrene Samba versuchte, ihre Zunge immer auf dem Boden abzuwischen, ging genauer hin und sah, dass die Zunge doppelt so dick angeschwollen war, sie sie gar nicht mehr in den Mund zurück bekam. Ich schnappte sie, es ging ab mit ihr ins Auto und zum Tierarzt, den ich unterwegs per Handy verständigte. Samba röchelte auf dem Rücksitz immer schwerer und hatte schon ersten Schaum vor dem Mund, als wir ankamen – keine Minute zu früh, wie der Veterinär versicherte. Sie musste nach der Behandlung noch einen halben Tag zur Beobachtung bleiben, ob ihr Kreislauf das schaffen würde? Die erst einjährige Samba schaffte es. Man bedenke die Folgen, wenn neugierige Kleinkinder damit spielen wollen!

Wenn man auf Pinien weiße Nester beobachtet, die auf den ersten Blick aussehen wie Zuckerwatte in den Bäumen, darf man sie nicht ignorieren oder „normal“ behandeln - es handelt sich um diese ganz gefährlichen Parasiten: Es sind die Kokons der sogenannten Pilgerraupen, die außerdem vorher mit ihrer Gefräßigkeit die Bäume ernsthaft schädigen. Die Problemlösung sind einerseits der Einsatz von hochgiftigen Chemikalien oder wie es der andalusische Gärtner löst, die sich damit auskennen: Mit Mundschutz vorsichtig die gesamten Zweige mit den Kokons lösen und auf dem Boden kontrolliert verbrennen.

Gabriele Hefele, Autorin des Buches:

Vorsicht bei weißen Nestern in Pinien

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Residentenkurier


Sprachunterricht in Zusammenarbeit mit www.super-spanisch.de Da wir Residenten in Spanien leben, ist es vor allem wichtig, die spanische Sprache gut zu beherrschen. Mit den Kreuzworträtseln stellen wir Ihnen eine unterhaltsame Weise vor, sich im Spanischen zu üben. Sicher gibt es dabei immer wieder neue Wörter zu entdecken und zu lernen. Viele Leser sind mittlerweile treue Fans von Super-spanisch.de geworden. Dort finden Sie Vokalbetrainer, Tandem-partner, Sprachreisen oder können per email täglich in etwa 5 min. neue Wörter und Ausdrücke üben. Hier wieder das beliebte Kreuzworträtsel des Monats. Auflösung wie immer: im nächsten Heft.

Ideal sind auch Sprachreisen in Spanien, selbst für Residenten, die ihre Sprachkenntnisse auffrischen wollen, und gleichzeitig etwas Neues von Spanien kennen lernen wollen. www.lsw-sprachreisen.de/spanisch_lernen.html

Lösungen der letzten Ausgabe. Weitere Rätsel unter www.super-spanisch.de

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Jenseits von Andalusien Der Junge von der Hühnerfarm

Ein Andalusier ist mit 16 Jahren nach Deutschland ausgewandert, um in der Gastronomie zu arbeiten. Mit 60 Jahren kehrt er als Rentner nach Andalusien zurück und erzählt uns seine Geschichte. Gerade weil er beide Mentalitäten und Kulturen kennt, sind seine Erfahrungen für uns Residenten sehr interessant. Hier Teil 22 (die vorherigen Kapitel sind in den jeweiligen Ausgaben im Archiv) Teil 22

I

n dieser Zeit sahen die Kinder natürlich auch ihre leibliche Mutter ziemlich regelmäßig. Ich hatte mich davon distanziert und bat Doris, alle Termine auszumachen, die Kinder hinzubringen, abzuholen usw. Ich wollte meine Ex Frau nicht sehen, es tat mir einfach noch zu weh und wütend war ich außerdem. Rein organisatorisch lief alles reibungslos, aber man merkte den Kindern immer öfter an, dass sie nach dem Besuch in einer besonderen Stimmung waren; dieses Hin und Her tat ihren Gefühlen nicht gut. Noch während wir überlegten, wie man alles für die Kleinen einfacher machen konnte, ergab es sich, dass ihre Mutter in einen 200km entfernten Ort zu ihrem neuen Freund zog und dort auch eine neue Arbeitsstelle fand. Sie konnte nun nur noch relativ selten kommen. Wir waren erleichtert, dass das Leben nun in gleichmäßigeren Bahnen verlief und die Kinder zur Ruhe kommen konnten. Inzwischen war es Winter geworden, die Weihnachtsbeleuchtung hing überall im Ort und eine angenehme zufriedene Stimmung machte sich auch bei uns im Haus und Herz breit. Wir hatten unseren neuen Rhythmus gefunden und wuchsen immer mehr zusammen. Besonders glücklich waren wir, als es eines Tages aus dem Kinderzimmer zweistimmig schall: Mama, Papa guckt mal, was wir mit Lego gebaut haben. Verdutzt blickten wir uns an, was war das? Was hatten sie gerufen?? Sie hatten Mama gesagt!! Wir gingen zu ihnen, spielten Lego mit ihnen und

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waren so glücklich wie eine richtige Familie. Abends, als wir alleine waren und alles noch mal überdachten, sagten wir uns, wir sollten nun an eine Hochzeit denken. Zwei Wochen vor Weihnachten war ich mit meinen beiden Jungs allein im Zimmer und sprach mit ihnen über Weihnachten, Christkind und Geschenke. Bei dieser Gelegenheit fragte ich sie: „wollt ihr dass Doris immer bei uns bleibt?“ Christian antwortete mir als erster und rief: „oh ja sie spielt immer sooo schön mit mir.“ Ich schaute Manuel fragend an und wartete auf seine Antwort. Ich verstand meinen ältesten Sohn, der mein Dilemma mit seiner Mutter ja mitbekommen hatte, verstand auch sein Zögern, aber dann sagte auch er: „ ja, sie ist jeden Tag bei uns und wir wollen, dass es so bleibt.“ Ich war erleichtert dass die Kinder einverstanden waren. Ich erzählte ihnen von meiner Idee. Passt auf, sagte ich, ich habe eine ganz tolle Idee und ihr könnt mir dabei helfen. Ich erklärte ihnen, da ja nun bald Weihnachten sei und man sich zu diesem Fest Geschenke mache, könnten wir uns doch eine neue Mama schenken! Ich würde die Verlobungsringe kaufen und gemeinsam mit den Kindern verstecken. Als ich dann auch noch sagte, wir machen dann das Spiel „warm, heiß, kalt“, da waren sie natürlich Feuer und Flamme. Beinahe wäre unser Geheimnis aufgeflogen, denn 2 Tage vor Weihnachten kommt der kleine Christian zu mir und flüstert in mein Ohr. Papa hast du die Ringe gekauft? Ich nicke und er sagt laut zu seinem Bruder. Hast du das gehört? Doris war auch im Zimmer, bemerkte

das Getuschel und fragte; „ Chris, darf ich das auch wissen?“ Und mein süßer kleiner Sohn rief wie ein Tiger: „Nein! Das darfst du nicht wissen.“ Er geht zu ihr und sagt, “nicht böse sein Mama, aber das ist ein Geheimnis“. Und so kam….der 24. Dezember Wie immer und alle waren auch wir durch die Weihnachtsvorbereitungen gestresst. Mittags am heiligen Abend, Doris hatte sich in der Küche eingeschlossen, werkelte in der Küche an den Vorbereitungen für das abendliche Essen und packte die Geschenke ein, schnappte ich meine Kinder, zeigt ihnen den Ring und sagte, “ nun versteckt den Ring hier im Baum. Doris muss ihn heute Abend, wenn das Christkind da war, suchen“. Klugerweise hatte ich den Baum in Silber und mit viel Lametta dekoriert, da ich, weil es Doris Geschmack war, Weißgoldringe gekauft hatte. Das würde die Suche erschweren und den Kindern und mir sicher viel Spaß machen. Die Kinder hatten eine diebische Freude und änderten laufend den Ast, wo sie den Ring verstecken wollten, immer fanden sie eine andere Stelle besser. Sie wurden immer aufgeregter. Es war Weihnachten und noch dazu das Spiel mit Doris. Wie würde sie reagieren, würde sie den Ring finden? Kaum hielt es meine Kleinen beim Essen auf den Plätzen. Als wir (endlich) fertig waren und das Glöckchen erklang, stürmten sie zur Wohnzimmertür Wir folgten etwas langsamer. Durch die Vielzahl an Geschenken waren sie nun erstmal wieder mit sich selbst beschäftigt. Doch dann, auf mein Zeichen hin, sagte Manuel zu Doris: „Mama wir haben auch ein Geschenk für dich, aber das musst du suchen, Richtung Tannenbaum“. Sie steht auf und wir führen sie mit heiß, kalt, warm usw. Sie sucht und sucht und weiß ja nicht, was sie suchen

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Der Junge von der Hühnerfarm soll. Ihre Augen blicken auch immer wieder in den Baum, aber der glitzert und funkelt sowieso, und es dauert und dauert, meine arme Doris findet den Ring nicht! Ich bitte Manuel, den Ring zu holen und wir setzen uns alle Vier auf den Boden.

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Doris ist sichtlich erstaunt und versteht erst langsam… Ich nehme den Ring und Doris Hand und sage:“ Liebe Doris, wir, Manuel, Christian und ich wollen dich fragen, ob du mit uns zusammen eine Familie sein willst und für immer bei uns bleiben willst. Das wäre das schönste Weihnachtsgeschenk meines Lebens!“ Mit Tränen in den Augen sagt sie Ja, und mit Limo und Deinhard Lila Sekt feiern wir unsere neue Familie und bitten den lieben Gott, dass wir lange zusammen bleiben werden. Ich glaube er hat es gehört, denn bis heute sind wir 33 Jahre miteinander verheiratet, es war nie langweilig miteinander und wir haben alle Turbulenzen, die das Leben so mit sich bringt gut überstanden! Fortsetzung folgt. ..... Alle bisherigen Folgen können Sie in unserem Archiv nachlesen

Heute leben Sie als rüstige Rentner in dem schönen Ort Conil/Costa de la LUZ

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Spanische Ortsnamen und ihre Herkunft Was ist Sexi an Almuñécar? – Auf den Spuren spanischer Ortsnamen in Andalusien und anderswo. Das heutige Almuñécar in der Provinz Granada hieß bei den Phöniziern Sexi, und daher nennen sich die „almuñequeros“ auch „sexitanos“. Es gibt wohl keine gesicherten Erkenntnisse, ob sie damit „sexier“ sind als andere Spanier. Solchen und anderen Aspekten geht unser Leser und Autor Erwin Penkert nach, und bietet uns einen Abriss über die Entstehung und Bedeutungen spanischer Ortsnamen.

Fortsetzung vom letzten mal (siehe Archiv)

B

ei den spanischen „gentilicios“ liegen die Dinge um einiges anders,

vor allem deshalb, weil es gut ein Dutzend verschiedene Endungen dafür gibt (und das ohne ausgefallene regionale Sonderformen): „-án”, „-ano“, „-ín“ (mallorquín), „í“ (katalanisch für „-in“), „-iego (manchego wie der Käse), vejeriego, pasiego = jemand aus dem Pas-Tal in Kantabrien. „Gallego“ könnte man mit hereinnehmen. Für die Argentinier ist jeder Spanier ein „gallego“, gesprochen „gaschego“), „-ino“, „eno“, „-eño“, „-ense“, „-és“, „-ero“, „enco“ (ibicenco), „-o“ (navarro), „ato“ (jimenato) und sogar das arabische „-í“ (marbellí, murcí, ceutí, tetuaní, fecí, curtubí und garnatí für Córdoba /Qurtuba“ bzw. Granada/ Gharnata.

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So nennen die Araber heute noch Granada, und nicht nur solche, die am liebsten „al-Ándalus“ oder wenigstens Andalusien wiederhaben wollen. („Saharagüi“, „saharau i“ oder „sahariano“ ist der Bewohner der ehemaligen Spanischen Sahara). Zum anderen, weil sie häufig nicht von den jetzigen, sondern den historischen Namen gebildet werden. Sehen wir uns einmal die Provinz Cádiz an: In Cádiz wohnen Gaditanos, volkstümlich auch „Gaditas“, in Jerez Jerezanos, in Vejer Vejeriegos, in Chiclana Chiclaneros, in Conil Conileños, in Arcos Arcenses, in Jimena de la Frontera Jimenatos, in Barbate (ehemals „de Franco“) wiederum Barbateños. El Puerto de Santa María hat „portuense“ („porteño „ ist eigentlich für Buenos Aires, Veracruz, Valparaíso u.a. mehr reserviert). Zu Novo Sancti Petri (warum eigentlich „novo“ und nicht „nuevo“ oder weiter lateinisch „novum“) gibt es noch kein „gentilicio“. Wie wäre es mit „neosanctipetrense“ , aber gibt es diese Species überhaupt?

Viele Ortsnamen haben gleich mehrere „gentilicios“, „alte“ und „neue“. Wie „onubense“ oder „huelveño“ zu Huelva. Sie werden meist unterschiedslos gebraucht. Es gibt „astigitanos“, „aurgitanos“ und „tingitanos“. Das sind alles keine „gitanos“ . So nennen sich nur die Leute von Écija (dem alten Astigi) und von Jaén (das einmal Aurgi war). Und „tingitano“ kommt von Tingis, wie Tanger in römischer Zeit hieß. Man kann aber auch „ecijano“, „jaenés“/ „jaenero“ „jiennense“ und „tangerino“ sagen. „Tangerina“ ist ja auch eine Orangenart (Tangerine). Ich will ja die Dinge nicht auf die Spitze treiben, aber hierher gehört noch der Hinweis, daß es bei anderen Ortsnamen ganz und gar nicht egal ist, welche Endung man nimmt. Ein „santiagués” gehört zu oder nach Stgo. de Compostela, ein “santiaguino” nach Santiago de Chile, ein “santiaguero” nach Santiago de Cuba und ein “santiagueño” nach Santiago del Estero in Argentinien. Ein „palmesano“ (nicht „parmesano“, den gibt es auch, er gehört zu Parma und

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Spanische Ortsnamen und ihre Herkunft dem Schinken und Käse) kommt aus Palma de Mallorca, ein „palmero“ aus Santa Cruz de la Palma, Canarias, und ein „palmense“ aus Las Palmas de Gran Canaria. Gijón (Asturien) bildet „gijonés“ oder „gijonense“, Jijona / Xixona (Prov. Alicante, wo der Turrón herkommt) gibt „jijonés“ oder „jijonense“, aber eben mit „j“. Ávila in Kastilien bildet „avilés“, neben dem gelehrteren „abulense“. Avilés ist aber gleichzeitig eine Stadt, wieder in Asturien, die als Ableitung „avilense“ oder „avilesino“ hat.

für die spanischen Buchstaben zu lernen, weil er ja immer wieder einmal seinen Namen auf Spanisch zu buchstabieren genötigt ist (ganz neu: das Ypsilon ist spanisch nicht mehr „ i griega“ – „griechisches i“, sondern „ye“), so kann es auch nicht schaden, wenn er einem Spanier sagen kann, woher er kommt, und zwar nicht mit dem deutschen Namen, den viele gar nicht kennen. „Bayern“ geht vielleicht gerade noch, wegen „Bayern de Múnich“. Ansonsten eben Baviera (nicht Bavaria!), und die Bayern sind „bávaros“.

Stöhnt da ein Leser auf?. Zumindest müssen sich die Andalusier oder wir in Andalusien nicht mit Ortssubstantiven wie „gernikako“ oder „donostiarra“ herumschlagen. San Sebastián (baskisch „Donosti“, wie man auf allen Richtungshinweisen lesen kann) hat kein eigenes spanisches „gentilicio“, außer dem etwas gewählteren „easonense“ (von „Easo“, wie es wohl zu Olims Zeiten hieß). Die Hauptstadt von Navarra / Nafarroa hat zwar neben ihrem spanischen Namen Pamplona auch ein baskisches „Iruña“ zugeteilt bekommen oder sich verpassen lassen (was bei durchreisenden Touristen ab und zu zur Verwechslung mit der Grenzstadt Irún führt), aber ihr spanisches „gentilicio“ haben sich die „pamplonicas“, so die Bezeichnung für beide Geschlechter (un, una pamplonica) nicht nehmen lassen. Die unzähligen Spitznamen für die Einwohner von Städten will ich hier gar nicht erst erwähnen. Mit Ausnahme der „gatos“ („Katzen“), wie die gebürtigen Madrileños, deutsch Madrilenen, genannt werden, vielleicht, weil wir selbst zwei „gatos“, in Madrid geborene Kinder, haben.

In Europa hat ja beinahe jedes Land in seiner Sprache eigene Namen für ausländische Städte, Gebiete, Flüsse usw. Wir „teilen“ uns mit den Spaniern sogar einige Namen für italienische Toponyme, nämlich Turin/ Turín, Padua, Mantua, Tiber / Tíber, Florenz /Florencia, was für den Spanier eben nicht Torino, Padova, Mantova, Tevere und Firenze ist. Erstaunlicherweise haben wir gerade für Ortsnamen auf der Iberischen Halbinsel und zugehörigen Inseln nur ein paar eigene Bezeichnungen, Saragossa für Zaragoza, Teneriffa für Tenerife und Lissabon für Lisboa. Oder kennt Ihr noch weitere Beispiele?

Spanische Namen noch anderswo ? Ich möchte diesen letzten Absatz den spanischen Namen für einige unserer deutschen Städte und Regionen widmen und einen kleinen Rat damit verbinden. So wie ein Resident gut daran tut, zumindest auch die Namen Jahrgang 4, Ausgabe 25

An den Schluß dieser Abhandlung würde ich gerne das Gedicht „Canto a Andalucía“ von Manuel Machado setzen. Es gibt in wenigen Zeilen die Quintessenz der acht Provinzen Andalusiens wieder. Eine Übersetzung wäre schade. Cádiz, salada claridad, Granada, agua oculta que llora, Romana y mora, Córdoba callada, Málaga, cantaora,

Zu meinen Vorschlag oder Rat: Man sollte wissen oder lernen: Berlin bleibt Berlín, Mainz bleibt eben nicht Mainz, sondern ist Maguncia, Hamburg ist Hamburgo, Köln Colonia, Regensburg Ratisbona, München Múnich (gesprochen Múnitsch oder Múnik), das Rheinland Renania, die Pfalz El Palatinado, Franken Franconia, Sachsen Sajonia, Thüringen Turingia, der Rhein el Rhin oder Rin, die Donau el Danubio (im Spanischen sind alle Flüsse männlich, egal ob spanische oder andere: die Rhone = el Ródano, die Mosel = el Mosela, die Elbe = el Elba, die Seine = el Sena), der Schwarzwald ist La Selva Negra, der Bodensee El Lago de Constanza. Österreicher sind „austríacos“, die Habsburger „los Austrias“, die Fugger „los Fúcares“, die Schweizer „suizos“. Die „Preußen“ wären „los prusianos“. Frühjahr 2012

Almería dorada, Plateada Jaén, Huelva, la orilla de las tres carabelas. Y Sevilla.

Zur Person: Erwin Penkert war Botschaftsrat, Dolmetscher für Spanisch und Portugiesisch sowie Arabist (Universitäten Madrid und Tunis): Jetzt ist er allerdings im verdienten Ruhestand und lebt in Conil de la Frontera. Er möchte sich als Landes– und Sprachkenner nützlich machen und ist auch bereit, Residenten zu Behörden, Ärzten, Krankenhäusern etc. zu begleiten. erwinpenkert@gmx.de

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LETZTE SEITE DER RESIDENTENKURIER Herausgeberin und verantwortliche Redakteurin V.I.S.D.P. Beatrice Hohler Abt-Paulus-Str. 4 94486 Osterhofen Kontakt Spanien: Tel + Fax: 0034- 856 11 52 22 Mov: 0034- 630 70 30 91 residentenkurier@gmail.com Realisierung Internetauftritt Sergio D. Tino Hohler Kontakt: tino.hohler@gmail.com

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Fr端hjahr 2012


Der 26. Residentenkurier