RePHlex Ausgabe 42

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Studierendenzeitung der PH Zürich Nr. 42, 13. Dezember 2021

Welltalprojekte und Entdeckungen 6 Free space - free mind 12 Chills mal! 14


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Ausgabe: RePHlex Nr. 42, 13. Dezember 2021, Auflage: 800 Stück. Herausgeber: VS PH Zürich, Versammlung der Studierenden der PHZH; Lagerstrasse 2, Büro LAC-E073 8090 Zürich; vs@phzh.ch; www.facebook.com/vsphzh Redaktion: RePHlex, Zeitung des VS PH Zürich, Lagerstrasse 2, Büro: LAC-E073, 8090 Zürich; rephlex@phzh.ch Redaktionsleitung: Marcel Freuler Redaktion: Chiara Profeta, Valentina Botic, Gioia Rodriguez, Marcel Freuler, Vera Kobler, Endrit Sula, Lea Imhof, Julia Gut Titelbild: Chiara Profeta Layout & Gestaltung: Vera Kobler Inserieren: rephlex@vs.phzh.ch – Einsendeschluss Ausgabe 43: 22.02.2022 2


SPACE 4

Editorial

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Welltalprojekte und Entdeckungen

10

«Mit den Aliens essen wir Spaghetti mit Schleim» Wie Kinder über das Universum denken.

12

Free space – free mind Der Versuch einen freien Kopf zu beommen.

14

Chills mal! Lösungsvorschläge für ein chilliges Leben.

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2 Impressum 9

Rätsel

24

Portraitiert

27 Pinnwand 29 #phlife 31 Comic 32

Dr. PHlex

Exgüsi, das mir vilicht bald üsers Homeoffice müend irichte.

Voll abgespacedes «useless knowledge» Fakten von und über das Weltall.

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Achtsam Zeichnen Creative Page

20

Kapselkaffee im Metaversum Wie wir in 30 Jahren in einer fake World leben werden.

22

Die Zahl

42

SPACERTAINMENT Literatur zum Thema

28

Kolumne Ich und die Gesellschaft

DIE ANTWORT!

3


S PA C E


Space In der 42. Ausgabe führen wir dich in die Weiten von Raum und Zeit. Im neusten Portrait erfährst du unter anderem, ob die Co-Präsidentinnen der VSPHZH lieber Milky Way oder Milky Way Crispy Rolls mögen und vieles mehr. Weisst du, wie R-2-D-2 in der italienischen Synchronisation genannt wird? Wir liessen es uns nicht nehmen, ein «Unnützes Wissen» zum Thema Space zu verfassen. Zudem bringen wir dir Facebooks Metaversum näher, du erfährst, was Schülerinnen über Aliens denken und lernst die relevantesten Weltallprojekte sowie Entdeckungen kennen. Danach geht’s weiter mit unseren Literatur-, Podcast- und Filmtipps rund ums Thema Space. Zum Schluss hilft dir Dr. Phlex, damit du deinen Kopf mal wieder richtig durchlüften kannst.

Vielen Dank für euer Interesse und viel Spass beim Lesen der Lektüre. Wir wünschen euch allen besinnliche Festtage und viel Gesundheit. Liebe Grüsse Marcel Freuler

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Weltallprojekte und Entdeckungen Text Gioia Rodriguez

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ine Gymnasial-Lehrperson hat mir vor ein paar Jahren nach einem Vortrag gesagt: «Warum machst du einen Vortrag über Exoplaneten, das ist nicht wirklich relevant, wir können ja nicht mal wirklich beweisen, dass wir auf dem Mond gelandet sind.» und mir deswegen eine schlechte Note gegeben. Dieser Artikel ist meine persönliche Revanche: «Doch können wir!» Und nicht nur sind wir (ganz sicher) auf dem Mond gelandet, wir haben auch zahlreiche andere, unglaublich tolle Dinge gemacht. Die folgenden Beispiele sind nur ein Bruchteil von vielen.

NTDECKUNGEN AUS DER GALAXIE MESSIER 87: DAS ERSTE HISTORISCHE BILD EINES SUPERMASSIVEN SCHWARZEN LOCHS

IM STERNBILD ZENTAUR: PROXIMA CENTAURIS EXOPLANETEN

Exoplaneten sind Planeten ausserhalb unseres eigenen Sonnensystems. Verifiziert wurden die ersten davon erst im Jahre 1992. Es gibt verschiedene Methoden, um zu verifizieren, ob ein Stern von einem oder mehreren Planeten umlaufen wird, eine der bekanntesten ist jedoch das Licht des Sterns zu messen. Wenn das Licht des Sterns regelmässig ein bisschen gedimmt wird, weiss man, dass ein Objekt in dessen Umlaufbahn ist. Für erdähnliches Leben braucht es flüssiges Wasser. Deshalb wird anschliessend berechnet in welchem Abstand zum Stern Wasser flüssig sein könnte, genannt «Goldilock-Zone». Einer von Proxima Centauris’ Planeten «Proxima b» ist in dieser Zone. Bedeutend ist das für uns, weil es der erdnächste Exoplanet ist, der möglicherweise bewohnbar wäre. Proxima Centauris zweiter Exoplanet, «Proxima c» ist jedoch zu weit vom Stern entfernt, vermutlich ist es dort zu kalt für Leben. «Proxima b und c» sind trotzdem 4,2 Lichtjahre von uns entfernt, es wird also noch lange dauern, bis wir diese Planeten untersuchen können.

Vor einigen Jahren haben acht Radioteleskopien (Event Horizon Telescope Collaboration) 55 Millionen Lichtjahre auf die Galaxie Messier 87 gerichtet und mit über 200 Astronomen aus der ganzen Welt zusammengearbeitet, um dieses historische Bild möglich zu machen und somit Einsteins Relativitätstheorie zu bestätigen. Sie gaben es am 10.  April. 2019 bekannt. Vorher wurde berechnet und mit Visualisierungen veröffentlicht, wie ein Schwarzes Loch aussehen könnte, aber dieses Bild haben wir selbst aufgenommen. Obwohl man nicht mehr als einen orangen Donut sieht, ist es unglaublich bedeutungsvoll. Ein Schwarzes Loch reflektiert kein Licht, also sehen wir den Schatten, der durch das verzerrte, ringförmige Licht, darum herum entsteht.

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ROJEKTE Augen is All: Das Hubble Telescope und sein Nachfolger

Das Hubble Telescope wurde in den 90-Jahren ins All geschossen und hat uns all die Jahre (nach einer Reparatur) mit den absolut coolsten Bilder aus dem All versorgt und durch das Hubble Deep Field Einblicke und Erforschungen in ferne Galaxien ermöglicht. Hubble ist natürlich nicht das einzige Teleskop, wir haben auch andere wie das Spitzer in der Umlaufbahn, aber nächsten Monat(!!!) am 18.12.2021 wird ein technisch viel innovativeres und dreimal so grosses Teleskop in die Umlaufbahn geschickt. Es heisst James-Webb-Space-Telescope und soll dazu in der Lage sein, zu zeigen, ob Leben auf den Exoplaneten existiert, das Licht vom Anfang des Universums zu erkennen und alle Entdeckungen, die Hubble, Spitzer etc. gemacht haben, näher und besser zu erkunden!

Sonde zur Sonne: Parker Solar Probe

Die Sonne macht ca. 94% der Masse unseres ganzen Sonnensystems aus und ist der Stern, der unser Leben möglich macht. Jedoch wissen wir immer noch nicht alles über sie. Die PSP will das verändern. August 2018 startete die Probe Richtung Sonne, mit einem kleinen Chip voller Namen von Menschen, die sich dafür angemeldet haben (ja, ich auch). Auf ihrem Weg zur Sonne hat sie schon Messungen von Venus vernommen. Sie wird 24-mal um die Sonne kreisen und am 24. Dezember 2024 ihren sonnennächsten Punkt erreichen. Die hauptsächliche Mission ist das magnetische Feld, das Plasma und die Partikel der Sonne, sowie den Solarwind zu untersuchen.

Da sind jetzt nur vier Dinge aufgelistet, die ich persönlich unglaublich spannend und überwältigend finde. Ich verstehe auch zu 100 Prozent die Meinung, sich nicht auf diese Themen aus der Wissenschaft fokussieren zu wollen, wenn unser eigener Planet fast in Flammen steht, und es mit der Gesellschaft auch nicht viel besser aussieht. Ob man nun daran glaubt, dass wir auf dem Mond gelandet sind oder nicht, wir müssen uns nicht nur auf eine Sache beschränken. Es gibt genug Menschen, um allen Themen gerecht zu werden, es ist nur eine Frage der Priorisierung und der Ressourcen. Es wäre (meiner Meinung nach) kriminell, dem urmenschlichen Drang in die Sterne zu schauen und uns zu fragen was und wie wir sind, nicht mehr nachzugehen. Es gibt noch soooo viel zu entdecken bevor unser Universum kalt wird und alle Sterne ausgehen. 8


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eh auch schon g Erde lic er ch si ch eu t r diese Ihr hab ir eigentlich auf fragt, warum w Sinn unseres Daseins und sind. Was ist der unserem riesigen Weltall warum gibt es in r unsere Erde mit Lebeweweit und breit nur Frage kommt mir immer inn: sen? Bei letztere ontact» in den S sind, «C lm Fi m vo at rsum ein Zit nzigen im Unive «Wenn wir die ei liche Platzverschwenist das eine ziemdoch auch noch anderes dung.» Es muss os geben, aber wo versteLeben im Kosmenn? cken die sich d

ird ein, Tintenfische!», w he «N : en iss rw te ei w h uc ic ich möchte e Aussage vers stagnachmittag sitzemer- gekonter t. Überrascht über dies ann ein Tintenfisch m Sa n te ne eg rr ve nzim hen: «K An einem nen bei uns am Wohas für Ant- ich das zu veranschaulicd fahren?» Ein Riesengelächw ra mit drei 2. Klässlerin n, kochen oder Fahr n ihnen gerne höre tisch. Ich möchte vo Fragen haben. Ich hole vom Lehr- dennbricht aus. wor ten sie zu diesen hik» den Schauplatz Sternwar te ter ürdet r auf den Boden: «Ws mögde mittel «Schauplatz Etden Mädchen. ie w en am D e di Ich hole hen, wenn da hervor und zeige es rne mal besuchen geAngst vor den Aliens, ge ns ie Al r ih er n keine sehe Fled wäre?» «Ja!! Wir habe wir Aliens an zu erzählen: «Ich Sogleich fangen sie op (Teleskop) und Sternschnup- lich sind lustig! Manchmal spielen wir, dass essen wir mäuse, ein Mikrosk Sternschnuppe sei, frage ich sie. die chen gehen, die heissen Winkis. Dann eckt aber pen!» Was denn eine ern ganz schnell durchflitzt. Das besummen Spaghetti mit Schleim, der schmben schon «Das ist, wenn ein St kann sich etwas wünschen», er- zusa Bolognese». Herrlich, denke ich, die ha nügungsbringt Glück und manjungen Damen wissen schon viel wie les gedacht. «Die haben auch einen Verglich ist bei klär ten sie mir. Die Sie wissen, dass es Planeten gibt an al, da dürfen wir auf die Bahnen. Eigentns». Aliens über den Kosmos. ne Sterne, sogar ein paar Namen park n alles so wie bei uns, einfach mit Alie r nur Einund grosse und klei gen. Sie bläuen mir ein, dass es denen anscheinend ebenfalls Haustiere, «abe es bei uns können sie mir aufsalliarden Sterne gibt – «Wow, die habe er, Yetis und Drachen. Halt solche, die auch, dort 2’130 Milliarden Bi en?», frage ich erstaunt. «Nein, hörnt gibt. Und in die Schule müssen sie kann man also zähl ich viele, die kann man nicht zäh- nichen sie wie man Regen macht und so». Sterne gibt es unendl . «Warum gibt es denn unendlich lern wiche endlich auf meineKnacknd len», wird mir gesagte ich nach. «Na, weil das Univerru ns sio us isk D e di die viele Sterne?», hack hört nie auf.» Ich Dummerchen, Um e Frage zu lenken, offenbare ich ihnen f die Welt st au es , h tig ist lic h nt ic ge dl sum unen Menschen ei nuss: «Wie sind wir stammen von den Affen ab – Uh ist doch klar. men?» «Wir Urwald re Lebewe- gekomah», unser Wohnzimmer klingt wie ein atisch. de an ch au nn de es m ob ag Ich frage die Mädels,wenn es schon so unendlich gross uh Ahr Affen. Diese Antwor t ist mir zu pr hen, warlle ac , m vo bt r gi t be ll tz rü ta Je el iens!» anken da sen im W tronauten … und Al sie sich denn nie Ged e ich nach. ist. «Also es gibt As oher weisst du, dass es Aliens Ob wir alle hier auf dieser Erde seien, frageinfach da, «Ich bin ein- um wird es spannend: «W e. «Also ich glaube igen «Nö!», ist die knappe Antwor t. n.» «Ich auch. Und nd Ru e di in h ic fe er h da bi schleim gibt?», w ich bin froh, dass ic nicht trau. Die haben so einen fach, dass es sie gibt (Mandelaugen) und ganz kleinen und n ich nicht da wäre, dann wäre ich auch zu sein». Kopf mit Nussaugenfrage die Gruppe, warum sich die- wen weil ich ja gar nicht da wäre, um traurig Nasenlöchern.» Ich gezeigt haben. «Ja, weil die Angst rig, der den al zeigen uns die Kins zurück se Aliens noch nicht dem sind die nicht so intelligent nm ei r de ie W r. ah w vor uns haben. Ausser noch keine Raumschiffe bauen, Wie zur Einfachheit und bringen den Foku wie wir, die können », alles klar. Ob wir Menschen Wegdas Wesentliche. um zu uns zu fliegenesten Wesen im Weltall seien, auf denn die intelligent 11


free space free mind

Sich von Dingen zu trennen kann einem schwerfallen. Wer kennt die Fehlkäufe, die nutzlos herumstehen und auf ihren einmaligen Einsatz warten nicht? Spätestens seit der Covid-Krise und dem damit einhergehenden Ausmistwahn wurde den Gegenständen in unserer Wohnung den Kampf angesagt. Ausmisten und minimalistisches Wohnen ist zum Hype geworden, der einem regelrecht ins Gesicht springt. So wurde auch ich dazu animiert, meine Schränke und Kisten auszuräumen und habe das Minimalsim Game angewendet und meine Wohnung um 465 Dinge erleichtert. Text und Illustration Chiara Profeta

Der Trend zeichnet sich durch den Weg zurück zur Einfachheit aus. Denn das Leben ist in einer globalisierten und schnelllebigen Gesellschaft mit abertausenden Optionen kompliziert geworden. Durch die Reduktion von Besitz, versuchen wir dieser Entwicklung entgegen zu wirken. So meint Johanna Gollnhofer, Associate Professor für Marketing an der Universität St. Gallen, «Besitz kann belasten». Sie begründet dies mit dem Fakt, dass unser Hab und Gut unsere Aufmerksamkeit fordert. Gleichzeitig, auch wenn es befreiend wäre, Angst haben es zu verlieren. Je weniger zu Hause rumsteht, desto weniger Abschiede müssen stattfinden, desto weniger muss gehegt und gepflegt werden und desto mehr Platz wird 12

frei. «Mehr» sei lange mit «besser» gleichgesetzt worden. «Doch mittlerweile erreichen wir ein Gefühl der Sättigung.» Und langsam realisieren wir, dass viel Besitz auch Nachteile mit sich zieht. Wir leben im Überfluss, alles Mögliche wird in Unmengen produziert, gekauft und verschenkt. Obwohl uns von den Grosseltern eingetrichtert wurde, dass wir nichts verschwenden dürfen, dankbar sein und unseren Besitz wertschätzen sollen. So enden wir mit einem Haufen Plunder, der uns ein schlechtes Gewissen macht, weil wir ihn nicht nutzen und wir es nicht übers Herz bringen ihn gehen zu lassen. Wir könnten der Kraft, die den Dingen innewohnt, welche


zwar zu schade zum Wegschmeissen, aber eigentlich nutzlos Platz einnehmen, auch als emotionalen Leim bezeichnen. Denn er ist es, diese klebrige alte Verbindung, die es uns so schwerfallen lässt etwas aus unserem Besitz gehen zu lassen. Vielleicht erinnern uns diese Gegenstände an eine gewisse Phase unseres Lebens und lösen somit eine Sehnsucht nach längst vergangenen Zeiten aus. Wenn der emotionale Leim nicht an der Vergangenheit klebt, dann hat er sich an der Zukunft festgehakt. Bestimmte Dinge verbinden wir mit guten Vorsätzen oder mit der Person, die wir eigentlich sein wollen. Es wurde für mich höchste Zeit diesen Leim abzulösen. Durch die Pandemie habe ich mich mit verschiedenen Ausmist- und Aufräumtechniken auseinandergesetzt. Weil ich mich vor dem bevorstehenden Umzug von vielen Dingen trennen wollte, um die Kisten und das Geschleppe zu erleichtern, habe ich mich für eine etwas radikale Methode entschieden. Beim Minimalsim Game «sortiert» man einen Monat lang Dinge aus dem Haushalt aus. Am ersten Tag des Monats eine Sache, am zweiten Tag zwei und am dritten drei. So macht man weiter bis Ende Monat. Hat dann alles geklappt konnte man sich von 465 Dingen trennen. Die erste Woche verlief fast zu einfach, ich sammelte Zeug ein, das ich schon länger im Visier hatte. So stelle ich einige Bücher in den Bücherschrank, brachte Keramik, Vasen und Elektronisches in die nächste Brockenstube. Zusätzlich stelle ich Kleidung auf Depop und warf Kaputtes in die Mülltonne. Das Mitzählen machte mir Spass und die steigende Zahl der losgewordenen Dinge motivierte mich am Ball zu bleiben. Je weiter der Monat voranschritt, desto schwieriger wurde es auf die Schnelle etwas zu finden. So musste ich mich einigen Kisten widmen, die ich in den letzten Jahren eher gemieden habe. Es fiel mir schwer zu entscheiden, ob ein geliebtes Erinnerungsstück, wie die alten Elea-Eluanda-Kassetten, einen Platz im Regal verdient haben. Obwohl ich weiss, dass ich nie wieder eine davon abspielen werde, da ich gar kein Gerät besitze, welches dies ermöglichen würde und die meisten Hörspiele auf Spotify verfügbar sind, kommen mir die Tränen als ich sie in die Mülltonne lege. Eine Sekunde später stelle ich sie zurück in die Kiste und denke «wenn ich einmal Kinder habe, kommen sie sicherlich wieder zum Einsatz.» Ab dem 25. Tag verliere ich den Mut, finde oft keine Dinge, die ich auf den ersten Blick gehenlassen möchte. Das Ausmisten erscheint mir manchmal wie ein Kampf gegen Windmühlen. Auf allerlei Schleichwegen versucht sich der emotionale Leim festzukleben, um nicht ausziehen zu müssen. Der Gedanke «Ein paar Dinge mehr oder weniger – spielt das wirklich eine Rolle?» kommt mir im Laufe des Monats öfters. Unsere Wohnung versinkt teilweise in kleinen Chaosherten, denn wenn ich eine «Abteilung» an einem Abend nicht fertig geschafft habe, ergo die Anzahl erreicht war, lag die Auslegung manchmal

zwei Tage auf dem Boden verstreut herum. Dies zog sich ehrlich gesagt einmal durch die komplette Wohnung. Die Regel der Methode besagt eigentlich, dass die aussortierten Sachen bis 24 Uhr abends aus dem Haus ausgezogen sein sollten. Da ich jedoch möglichst nachhaltig trennen und an verschiedensten Stellen spenden und entsorgen wollte, sammelten sich in den Ecken in Haufen an, damit es sich auch lohnt die Läden anzufahren. Denn es fühlt sich besser an Dinge wegzugeben, wenn man weiss, dass sie irgendwo weiter gebraucht oder getragen werden. Die erst kürzlich gekaufte Tasche, sie liegt schwer und träge in der Ecke neben dem Schrank. Manchmal hab ich das Gefühl sie starrt mich vorwurfsvoll an. Ich habe viel Geld reingesteckt und war so enttäuscht als sie ankam. Getragen hab sich sie nie, es hat sich falsch angefühlt und doch bring ich es nicht übers Herz sie wegzugeben. Aber warum? Es bringt mir schliesslich nichts, jeden Tag mein Schuldgefühl anzuschauen und mich deswegen zu plagen. Am letzten Tag des Monats habe ich das 465. Stück durch die Tasche erreicht. Ich hab sie bei Depop verkauft und bekam auch noch einen fairen Preis von der Käuferin dafür. Als ich sie letztlich für den Versand einpackte, fühlte ich mich erleichtert und befreit. Die Last des schlechten Gewissens fiel bei der Vorstellung, dass sie ein neues Leben bei einer neuen Besitzerin erhielt, endlich von mir ab. Irgendwie fühlte ich mich besser, das letzte Ding dieses Monats sollte etwas Besonderes sein, und das war es auch. Die wichtigste Erkenntnis, die ich durch das Loslassen von Dingen in meinen Vierwänden gewinnen konnte ist: Man muss sich selbst vergeben. Das hört sich, zugegeben, erst mal recht esoterisch an. Doch das schlechte Gewissen scheint ein zentraler Grund zu sein, weshalb wir uns von so vielem nicht trennen können. Ich habe in diesem Monat gelernt, dass die eigene Wohnung kein Archiv unseres Lebens sein soll, in dem alles gelagert wird von dem wir gedenken es zu brauchen oder gebraucht zu haben. Wir sollten es vielmehr als Museum betrachten und es mit den aussagekräftigsten und schönsten Teilen jeder Epoche schmücken, die uns ein gutes Gefühl geben.

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Chills mal! Mit ausdrücklicher Genehmigung von Endrit Sula und mit viel Freude illustriert von Vera Kobler

Wer kennt es nicht? Die Arbeit ist zu stressig, die Schule verlangt sehr viel und im Privatleben läufts auch nicht super rund. Alles hinschmeissen! Die perfekte Lösung, oder?

Es gibt andere Ideen und Tipps, die man befolgen kann, ohne das Handtuch hinzuschmeissen. Und ich verrate sie euch grosszügigerweise! ;)

Back to the roots

Finden wir den Weg zu den Wurzeln zurück. Die Natur ist atemberaubend und gibt jedem Menschen Energie. Die schönen Aussichten, die wundervollen Bäume – mit oder ohne Blätter – die Tiere, es gibt nichts Schöneres als sich wieder mit der Natur zu vereinen.

Are you feeling lucky?

Oh c’mon, let’s do it! Such dir einen passenden Raum, eine Umgebung, eine Vibefrequenz. Stelle passende Musik ein und «you better dance your pants off». Tanze die Musik (du kannst auch deinen Namen tanzen ;)), tanze deine Sorgen aus, tanze deine Emotionen aus und lass dich von niemandem stören. Zusammen mit Punkt 3 wirst du dich wie neugeboren fühlen. 14


«Come up and see me sometime» -legendäre Mae West Fühlst du dich auch wunderschön? Prächtig? Fühlst du dich unschlagbar? Legendär? Mach dich bereit, kleide dich, so wie du willst. Schminke dich, trage Socken, trage keine Socken. Schau aber, dass du dich selbst feierst und da wird dir keine Person im Weg stehen! Because you’re what? Sickening!

Hängen, Geniessen, Zeit verdrängen

Jede Person darf es sich mal erlauben, sich einfach hinzusetzen oder hinzulegen und einfach zu relaxen. Den Moment geniessen. Das Nichtstun wahrzunehmen, zu akzeptieren und zu leben. Wir sind täglich mit Stress konfrontiert. Man darf sich auch mal die Zeit nehmen und CHILLEN.

«Wir schaffen das!» sagte einst eine berühmte, zum deutschen Inventar gehörende Person. Wir schaffen das. Ich schaffe das. Schaffst du das?

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Voll abgespacedes «useless knowledge» Endlich geht es weiter mit unnützem Wissen: Diesmal zum Thema Space. Text Marcel Freuler

Sonnensystem – minus einen Planeten Am 24. August 2006 wurde Pluto von der Internationalen Astronomischen Union (IAU) zu einem Zwergplaneten herabgestuft. Diese umstrittene Entscheidung wurde sogar in der Serie «The Big Bang Theory» thematisiert und trieb den Hauptprotagonisten Sheldon Cooper zur Weissglut. Tag des Mondes Der Name Montag huldigt der Mondgöttin Luna und ist eine Lehnübersetzung aus dem Lateinischen «Dies Lunae». Während die lateinischen sowie germanischen Sprachen den Montag nach der Mondgöttin benennen, bedeutet der erste Tag der Woche in den meisten slawischen Sprachen übersetzt «nach dem Sonntag» (Sonntag: Tag der Sonne). Luke wie? Anfänglich sollte Luke Skywalker zum Nachnamen Starkiller heissen. Weil der Name zu kriegerisch klang, wurde Luke eben zum «Himmelsstürmer». In der italienischen Synchronisation wird R2-D2 (R-zwoD-zwo) C1-P8 genannt, denn dies war einfacher auszusprechen. Halo-Effekt Das Ego-Shooter Game «Halo» ist nach dem Lichteffekt Halo benannt. An verschiedenen Stellen des Himmels entstehen farbige Kreise oder Bögen, die durch die Reflexion und Brechung von Licht an Eiskristallen entstehen.

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79 Der Planet Jupiter besitzt 79 Monde (Quelle: Wikipedia, Stand 13.07.2018). Galileo Galilei entdeckte die vier Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kallisto im Jahre 1610. Sie sind die vier grössten Jupitermonde. Universum Universum, Kosmos und Weltall sind Synonyme für die Gesamtheit von Raum, Zeit und aller Materie sowie die Energie darin. Milky Way Die Milchstrasse hat einen Durchmesser von zirka 100'000 Lichtjahren. Das Licht braucht also 100'000 Jahre, um mit Lichtgeschwindigkeit von einem Ende der Milchstrasse zum anderen zu kommen. Untersuchungen der University of Arizona haben ergeben, dass die Milchstrasse die Masse von 960 Milliarden Sonnen besitzt. Andromeda Andromeda ist die nächste Galaxie zu unserer Milchstrasse. Sie ist mit einem Durchmesser von zirka 150'000 Lichtjahren grösser als die Milchstrasse. Zudem ist sie eine der wenigen Galaxien, die sich auf uns zu bewegen.

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CREATIVE PAGE

ACHTSAM ZEICHNEN Es muss nicht gelingen und es muss auch niemandem gefallen. Beim achtsamen Zeichnen geht es nicht darum fertig zu werden, sondern genau hinzuschauen. Text und Illustration Chiara Profeta

Um etwas Platz in deinem Kopf zu schaffen und dabei die Methode des achtsamen Malens zu nutzen, musst du kein geübter Zeichner:in sein. Deine Erfahrung mit Stift und Pinsel spielt gar keine Rolle dabei. Es geht nicht darum, ein besonderes Bild zu schaffen, sondern ums Zeichnen selbst. Darum, sich für eine Weile von allem loszumachen, sich nur auf die kleinen Bewegungen zu fokussieren und dabei ganz viel in sich selbst zu entdecken. Darum, die Dinge ausnahmsweise mal genau zu betrachten – und darüber den Blick für die eigene Befindlichkeit zu bekommen. Hört man das Wort «Achtsamkeit» denkt man automatisch an meditierende Gurus, Räucherstäbchen und Yoga. Aber eigentlich bedeutet es nicht mehr, als alle seine Sinne auf eine Sache zu lenken. Die Gedanken nicht ausschweifen lassen, sondern sie zu bündeln und beurteilungslos vorbeiziehen zu lassen. In dem Buch Mindfulness & the Art of Drawing beschreibt die Autorin Wendy Ann Greenhalgh, dass es beim achtsamen Zeichnen darum geht, Details bewusst wahrzunehmen und genau hinzuschauen. Lenkt man das Auge bewusst, so sieht man die Dinge plötzlich nicht mehr mit einem routiniertem Blick, sondern so als würde man sie zum ersten Mal sehen.

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Vorbereitung: Such dir ein schönes Notizbuch aus, wähle ein paar Stifte aus, die du gerne magst und lege sie ordentlich bereit. So gibst du deinem Gehirn das Signal, dass du nun etwas Besonderes tun wirst. Nun richtest du deine Aufmerksamkeit nicht nur auf deine Atmung, sondern auch auf Bewegungen, die du mit dem Stift machst und den Blick zum Gegenstand, den du abzeichnest.

ÜBUNG 1 - DETAILS ERLEBEN c Wähle eine einzige Farbe. c Suche dir etwas in der Natur, das sich nicht bewegt: eine Blume, einen Stein, eine Muschel. c Schaue, fühle und rieche, benutze alle Sinne. Zeichne auch mal, ohne deinen Stift vom Papier zu lösen, ohne auf das Papier zu schauen. Versuche deine Hand die ganze Zeit locker zu halten. Bleibe mindestens zehn Minuten mit deiner Aufmerksamkeit bei dem Gegenstand.

c Bleibe zum Schluss noch einen Moment ruhig sitzen. Folge deinem Atem und spüre deine Hände.

ÜBUNG 2 - LANDSCHAFTEN ZEICHNEN Hast du Lust raus in die Natur zu gehen? Dann ist dies eine wunderbare Übung: eine Landschaft zeichnen.

c Suche dir ein schönes Waldstück, ein Feld, einen Park aus, wo du dich eine Weile ungestört hinsetzen kannst. Natürlich kannst du dich auch in deinen Garten setzen. c Schaue genau hin, achte auf Geräusche und Düfte um dich herum. Fühle auch: Pflücke ein Blatt und reibe es zwischen den Fingern. Fokussiere dich zunächst nicht auf die Details. Wenn du dir Zeit zum Hinschauen nimmst, fallen dir nach und nach bestimmte Dinge auf: das Muster einer Baumrinde oder die Struktur der Erde in einem gepflügten Feld. c Weißt du, was du zeichnen möchtest? Dann kannst du entweder erst die Details zeichnen (das Muster der Baumrinde, die gepflügte Erde) oder erst das Gesamtbild. Falls du mit den Details anfängst, mache beispielsweise vier Detailzeichnungen auf einem Blatt. Betrachte jede kleine Zeichnung als eine kurze Meditation. Wenn du lieber eine komplette Landschaft zeichnest, skizziere zunächst in groben Linien die Konturen der Landschaft. Fange in der Mitte an und arbeite dich von dort aus nach außen. c Fertig? Überlege kurz, ob du die Landschaft um dich herum besser als sonst gesehen und erfahren hast. Und freue dich daran.

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KAPSELKAFFEE

IM

METAVERSUM Obwohl man das Wort «Meta» an der PH eher mit Kognition oder Reflexion verbinden würde, handelt dieser Artikel nicht von der Definition der beiden Ausdrücke. Diese überlasse ich getrost unseren PH-Dozierenden. Nein, der folgende Text bezieht sich auf den Begriff Meta. Wer sonntags gemütlich die Zeitung zu seinem schwarzen Kaffee oder Chai Latte (selbstverständlich mit Hafermilch, für die natürliche Süsse) aufschlägt, ist bestimmt schon über den einen oder anderen Artikel zu dem Wort des Moments gestolpert. Mit Highspeed durch das Silicon Valley und mit Lichtgeschwindigkeit durch unzählige Medien auf der ganzen Welt erreicht das Präfix nun die RePhlex. Text Julia Gut

Facebook goes Meta Mark Zuckerberg, der Kaiser der sozialen Medien, hat diesen Sommer angekündigt, dass er sein Dominium Facebook erneut zur Taufe schickt. Ob dies aufgrund der angesammelten Negativschlagzeilen, Verabschieden der Boomer-Generation oder die offenkundige Ansage moderner Zukunftsvisionen ist, sei dahingestellt. Spannend ist vor allem, was sich hinter der ansprechenden Vorsilbe verbirgt. «Keep it real» war gestern Wörtlich übersetzt bedeutet «Meta» jenseits, und dass «versum» von Universum stammt, kann man sich ja denken. Jenseits des Universums bewegen wir uns also in dieser virtuellen Welt. Die Plattform mit dem ausgedienten Titel Facebook stellt die 20

liegt ausgestellt eine grell weisse VR-Brille. Eine süsse Verlockung für einen Ausflug in ein Leben mit allen Faktoren, die in den eigenen fahlen vier Wänden nicht zu finden sind. Auf mit der Weltverschönerungsmaschine und adieu tristes Leben. Ausblick auf perfekt geformte, mit Schneehäubchen bedeckte Bergspitzen oder lieber direkter Strandzugang im niemals endenden orangen Licht des Sonnenuntergangs? Einen Kaffee auf der Terrasse, natürlich von Nestlé, denn der Gigant ist mittlerweile tüchtig aktiv Trip in die Perfektion im Product-Placement bei allen Virtuder Illusion Augen zu, es geht los auf eine al Reality Konzernen und bestimmt, Spritztour ins Jahr 2050. Wir er- welche farbigen Kapseln wir in unsewachen in einer grauen zehn Qua- rer Fantasiewelt geniessen dürfen. Die dratmeter-Wohnung irgendwo im virtuelle Zeitung wird aufgeschlagen, Nirgendwo, eintönige Wände, kahle à la Harry Potter verwandeln sich die Einrichtung, kein Charme, keine Lie- Standbilder in bewegte Nachrichtenbe, kein Luxus. Doch mitten im Raum sendungen nach unseren Interessen. Grundlage für das Konzept des erweiterten Internets. Dieses Mega-Netz soll uns ermöglichen, einen Grossteil unseres Lebens durch den Blick in Virtual Reality (VR)-Headsets zu steuern. Das Metaversum dient als gemeinsam nutzbarer Raum, in der eine frei wählbare, virtuelle 3D-Welt erscheint. Im Vergleich zu anderen imaginären Spielräumen darf der Nutzer der Meta-Dimension selbst entscheiden, gestalten und kreieren.


Meeting im Lehrerzimmer, natürlich noch immer von der mickrigen Kleinwohnung aus, aber das haben wir längst verdrängt. Wir laufen jetzt zu dem grosszügig mit allerlei Lehrerzimmer-Naschereien geschmückten Besprechungstisch und begrüssen die anderen anwesenden Lehrpersonen. Allesamt leben auch in kleinen Einzimmerwohnungen, ihr Sozialleben, ihr Berufsleben und ihre gesamte Freizeit finden täglich online statt. Mahlzeiten nehmen wir schon lange in Pillenform zu uns, Lebensmittelvergiftungen gibt es nicht mehr. Den Transport der Lebensmittel sparen wir uns auch, die Kühe leben und dem Planeten geht es besser. Pharmafirmen verdienen sich längst kein goldiges Näschen mehr an den McFlurry-Diabetikern, sondern sind fleissig in der Heilforschung für die immer mehr verbreitete aggressive Leberzirrhose. Denn für den Verzicht vom Genuss des täglichen Glas Pinot Grigio braucht es weit mehr als 27 Jahre. Was würde das für uns an der PH bedeuten? Ich hoffe nicht, dass irgendjemand von uns in 50 Jahren noch vor den aufgeschobenen Diplomprüfungen zittert, aber stellen wir uns das Szenario doch einfach mal im hier und jetzt vor. Hätten wir jetzt schon so eine futuristische VR-Brille würden wir bei den geliebten Gruppenarbeiten ganz einfach alle Mitglieder in eine gewählte Umgebung beamen und die Wandtafeln und Whiteboards könnten mit subtiler Genauigkeit gemeinsam beschrieben werden, sei es auf den Bahamas oder im LAB F014. Ausserdem wäre das Thema der prekären Präsenzpflicht ein für alle Mal geklärt. Inwiefern Meta sich an einem Sci-fi-Roman orientiert Sie klingt abstrakt, die Vorstellung dieses Lebens, gesteuert durch eine VR Brille. Doch 1992 hat der amerikanische Schriftsteller Neal Stephenson einen Science-Fiction-Roman geschrieben, der von einer komplett digitalisierten Welt träumt und in

dem das Wort Metaversum eine zentrale Rolle spielt. «Snowcrash» ist der Name des Buchs aus den 90ern, das Zuckerberg sehr wahrscheinlich inspirierte und nun den Grossteil aller Social-Media-Nutzer betrifft. In dem literarischen Meisterwerk spielt der Name, der momentan eine Renaissance erlebt, eine zentrale Rolle. Die Handlung bezieht sich auf ein Schreckensszenario, in dem sich der Staat nahezu gänzlich aus dem öffentlichen Leben zurückgezogen hat. Megakonzerne dominieren und fungieren als Regierung in der neuen, technologisierten Gesellschaft. Gleichzeitig besteht das Phänomen des Metaversums, in das die zentralen Hauptrollen entfliehen können. Auf diese gar nicht mehr so fiktive Idee baut Facebook alias Meta auf. Wer weiss, vielleicht ist dies schon bald eine Realität, die in unserer digitalisierten Welt seine Kabel tief verankert. Letztlich können wir nur darauf hoffen, dass dies nicht auf einer ähnlich dystopischen Erde

geschieht, sondern mehr im Sinne von Verknüpfungen verschiedener Gebiete in einem virtuellen Bereich. So hat beispielsweise Disney schon mehrfach die Werbetrommel für seine Charaktere in dem Game Fortnite gerührt, indem die Spieler mit ihren virtuellen Identitäten Filmausschnitte im Gameprozess anschauen konnten. Auch zahlreiche Online-Konzerte mit Zuschauerzahlen im Millionenbereich fanden schon erfolgreich statt. Die nahe Zukunft bleibt noch fern Die überwältigende Zukunftsvision nimmt Steuerkurs auf die Gegenwart. Vorerst hat sich jedoch erst der Titel Facebook in Meta umgewandelt und diese Namensänderung ist schlussendlich ein rein kosmetischer Eingriff ohne irgendwelche Folgen der Reorganisation. Also bleibt uns noch ein wenig Zeit, um wieder mal einen Kaffee aus dem Bialetti zu schlürfen und uns über die eventuell wiederkehrende Präsenzpflicht der PH aufzuregen. 21


Zwischen der Wissenschaft und der Literatur besteht eine relative Beziehung. Oder auf jeden Fall war das zum Beginn von Science-Fiction Romanen und sondergleichen ganz sicher der Fall. Einfalsreiche Autor:innen würde vielleicht etwas über Wurmlöcher schreiben und ein leidenschaftlicher Wissenschaftler:in geht ins Büro den nächsten Tag und probiert zu berechnen, ob und wie Wurmlöcher existieren könnten und ob sie uns vielleicht durch die Zeit reisen lassen würden. Text Gioia Rodriguez

S E R I E N Æ Es gibt sehr viele erwähnenswerte Serien, aber wir beginnen mit «Altered Carbon» ebenfalls eine Buch-Adaption und brilliant umgesetzt. Æ Family-friendly und sehr spannend gestaltet: «Lost in Space« und «Alien Worlds». Æ Für alle die Animationen geniessen: «SheRa», «Voltron» und +18 «Love, Death & Robots» dürfen nicht fehlen.

B Ü C H E R Æ Wer «Per Anhalter durch die Galaxis» von Douglas Adams bis jetzt noch nicht gelesen hat: Hier ist dein Zeichen! Es lohnt sich, wenn man ein Buch lesen möchte, das unglaublich unterhaltsam ist aber eigentlich keinen Sinn macht. Æ Natürlich kann man auch «Dune» von Frank Herbert und «Der Marsianer» von Andy Weir erwähnen, die beide ihre eigenen Film-Adaptionen haben. Weirs nächstes Buch handelt von einer Stadt auf dem Mond «Artemis» und ist ebenfalls sehr spannend. Æ Jedoch gibt es zu diesem Thema illustrierte Bücher wie die «Saga» Reihe von Brian K. Vaughan, oder ein weniger bekanntes Werk wie «On a Sunbeam» von Tillie Walden, die speziell fesselnd sind, weil man die Gedanken und das «worldbuilding» der Autoren in Farbe erleben kann. 22


P O D C A S T S Æ Ein Favorit ist: «Daniel and Jorge Explain the Universe» In diesem Podcast erklären Daniel (Astrophysik Professor) und Jorge (Comic-Künstler) die kompliziertesten astrophysischen Zusammenhäge auf eine klare und lustige Weise. Æ Eine ähnliche Version auf deutsch wäre der Podcast «Sternengeschichten» von Florian Stetter. Æ Ebenfalls spannend: «Weltraumbahnhof» von Tobias Jakobi

F I L M E Æ Realistisch und komplex gestaltete Filme wie «Arrival» dürfen hier nicht fehlen. Ein älterer Film der oft vergessen geht: «Gattaca». Sehr gesellschaftskritisch, künstlerisch gemacht und unglaublich spannend. Æ Young Adult Filme wie «The Space Between us», «Ender’s Game» oder natürlich «Valerian» sind auch zu empfehlen. Æ Darf nicht weggelassen werden: «Space Sweepers»! Ein Film über den Zusammenhalt einer Gruppe von Outcasts in einem dystopischen Setting auf einer WeltallStation mit beeindruckenden Szenen und Animationen.

Ob und wie sehr sich die heutigen Wissenschaftler:innen über die Werke der heutigen Autor-/Direktor:innen und deren wilden Ideen freuen, steht in den Sternen geschrieben, aber die Tatsache ist, dass die meisten von uns Sci-Fi Filme und Bücher, sowie andere Arten von Content sehr geniessen; vielleicht gerade weil wir die physikalischen Hintergründe zu wenig gut kennen, um sie ernsthaft zu hinterfragen. 23


PORTRAITIERT

Heute mit Anja und Suana Co-Präsidentinnen von der VSPHZH

Gerne stellen wir euch unsere neuen Co-Präsidentinnen Anja Renk sowie Suana Ruch von der VSPHZH vor und machen mit ihnen eine Reise rund um ALLtagsthemen.


Interview von Marcel Freuler

Das Thema Space kann man verschieden interpretieren. Du bist nun seit rund einem halben Jahr Co-Präsidentin von der VSPHZH. Du darfst dir sicher etwas Freiraum nehmen, um Dinge zu verändern. Was möchtest du anpacken? ANJA Ich möchte die Partizipation der Studierenden an der PHZH erhöhen. Es ist mir wichtig, dass die Studierenden im engen Austausch mit der PH sind und Veränderungen gemeinsam gemacht werden können. Ausserdem würde ich gerne das Getränkesortiment an der TheraBierBar vergrössern: Ich als Nicht-Biertrinkerin habe es da nicht so leicht :P. SUANA Ein grösseres Projekt, das mir gerade so vorschwebt, ist es, kleinere Workshops oder Kurse anzubieten, von und für Studierende. Dabei sollen «ALLtags-Skills», wie beispielsweise Fahrradreparatur, gute Kenntnisse über populäre Games oder auch gute Lernstrategien vermittelt werden. So im Stil von Openki (openki.ch), nur PH-intern. Dabei können wir uns als angehende Lehrpersonen gleichzeitig Feedback zu unserem didaktischen Können geben. Ich kann mir auch vorstellen, dass kleine Diskussionsrunden zu verschiedensten Themen entstehen, unter anderem Themen, die Primarschüler:innen interessieren (z. B. TikTok, Skaten, Manga etc.). Das Ganze soll in einem unverbindlichen Rahmen stattfinden.

Ich will herausfinden, wie gut du dich im Weltall auskennst: Pluto ist für mich ein… SUANA ... Gott der Unterwelt und Herrscher des Totenreiches. ANJA Ein Song von Lo&Leduc feat. James Gruntz. In dem Song geht es um den Underdog Pluto und es soll daran erinnern, wie gewisse Menschen plötzlich von der Gesellschaft ausgeschlossen werden, ohne, dass sie sich verändert haben. Lohnt sich mal rein zuhören :).

Was magst du lieber: Milky Way oder Milky Way Crispy Rolls? ANJA Ganz klar Milky Way, aber gibt es die noch zu kaufen? Das erinnert mich an meine Kindheit und die vielen Frässpäckli in den Pfadilagern. SUANA Meine Prioritätenliste in der Celebrations-Packung: 1. Bounty 2. Snickers 3. Milky Way 4. Milky Way Crispy Rolls Aber eigentlich am liebsten immer nur Gummibärli! :D

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Welches ist dein Lieblingsplanet unseres Sonnensystems und weshalb? SUANA Bei unserem Sonnensystem kann ich mich nicht entscheiden. Ich würde stattdessen auf dem Raumschiff «Serenity» mit der Crew der Serie Firefly die verschiedenen Planeten des Roten Sonnensystems erforschen. (Sehr empfehlenswerte Serie! :-)). ANJA Ich würde ja gerne Pluto sagen, nur zählt ja der nicht mehr. Aber ich denke, es ist Merkur. Warum? Ich musste in der Unterstufe mal einen Vortrag über diesen Planeten machen. Ausserdem ist er der Kleinste und ich denke auch der Unscheinbarste.

Wenn du einen neuen Planeten bewohnen dürftest, was müsste dieser für Voraussetzungen erfüllen? ANJA Oh, ich denke, er sollte ähnlich sein wie unser Planet. Nur mit der Bedingung, dass Ressourcen sinnvoll genutzt werden und er nicht einfach ausgebeutet wird. Die Natur soll ihren Platz haben. Ach, und Süssigkeiten sollten auf Bäumen wachsen, das wäre der Hit. SUANA Ich glaube, ich würde auf den Planeten von Anja umsiedeln, vorausgesetzt, es gäbe ganze Ebenen bestehend aus Trampolin-Boden und unsere Reise dorthin würden wir auf einer gigantischen Katze betreten (vgl. Bild). So ähnlich wie in Totoro .

«Ich möchte dich am liebsten auf den Mond schiessen»: Wann dachtest du das letztmals und um welche Situation handelte es sich :D? SUANA Wahrscheinlich zu mir selbst, nachdem ich es schon wieder einmal nicht geschafft hatte meine Zeit sinnvoll aufzuteilen, auf den letzten Drücker einen LNW fertigstellte und dabei ineffizient war. ANJA Haha. Schwierige Frage. Da muss ich ein wenig ausholen. Das war, als ich Ende Oktober in London im Olympia Stadion einen Fussballmatch schauen ging. Ich war Fan von dem Gast-Team und hatte unter meinem Pullover ein Tottenham Trikot an, natürlich weiss ich, dass man in England nicht offensichtlich Artikel vom generischen Team im Stadion zeigen darf. Jedenfalls war es das erste Mal für mich in so einem grossen Stadion (riesengrosse Freude) und ich wollte ein Foto machen. Also zog ich meinen Pullover aus (damit man mein T-Shirt sah), machte ein Foto und zog in sofort wieder an. Da kam in dieser Zeit ein älterer Mann auf mich zu und hat mich aufs Übelste beleidigt, weil ich das gegnerische Trikot anhatte. Da dachte ich wirklich, ich sei im falschen Film, und ob wir keine grösseren Probleme mehr haben. Das Traurige war, das mein Team den Match auch noch verloren hatte.

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ICH UND DIE GE SELLSCHAFT REFLEXION, OPTIMIERUNG UND PERFEKTION Text Valentina Botic

d = 89mm

r = 44.5 mm

18mm

KOLUMNE

12° Fläche: A = π·44.52 mm A = 6221.139mm Umfang: U = 2·π·44.5 mm U = 279.602 mm

In einer Optimierungsgesellschaft, wie wir sie heute haben, geht es stets darum, sich selbst zu verbessern. Diese Lernziele muss ich noch erreichen. Jene Erwartungen muss ich erfüllen. Ich habe es erreicht, wo ist mein nächstes Ziel? Was muss ich als Nächstes leisten? Diese ständige Leistungsorientierung gehört mittlerweile einfach dazu. Ich weiss nicht, wann ich das letzte Mal ein: «Ich bin zufrieden mit dem, was ich geleistet habe» gehört habe. Ist der Mensch nur dann zufrieden, wenn er auf der Suche nach Perfektion ist? Selbstreflexion ist gut, Optimierung ebenfalls, aber perfektionistisch zu sein, ist ungesund. Worin unterscheiden sich denn diese drei Dinge? Selbstreflexion definiert die Tätigkeit über sich selbst nachzudenken: Das eigene Denken, Fühlen und Handeln zu hinterfragen und zu analysieren. Hier stehe ich an dem Punkt «Denken». Bei der Selbstoptimierung schreite ich schon zum «Handeln» und stehe in einem kontinuierlichen Prozess der ständigen Verbesserung meines Selbst. Das betrifft meine persönlichen Eigenschaften, wie auch meine Fähigkeiten. Bin ich ein Perfektionist, so strebe ich übertrieben nach einer Perfektion und erlaube mir keine Fehler. Wenn ich mir so diese drei Begriffe vor Augen halte, erkenne ich eine Steigerung. Denken, handeln, übertreiben. Könnte sein, dass sich dies als Orientierung gar nicht mal schlecht anhört. Wie klingt denn Folgendes: Kopf zerbrechen, Überanstrengung und hagelnde Vorwürfe. Leider 28

geraten viele Menschen auf diese Schiene. Selbstreflexion heisst nicht, dass ich mir bei jeder Sache den Kopf zerbreche: Habe ich das nun richtig gemacht oder nicht? Es bedeutet nicht, dass ich mich als Mensch so in Frage stelle, dass ich mein ganzes Selbst in der Optimierung neugestalte. Es heisst nicht: Ich muss fehlerlos sein. Zugegeben, sich ständig eine neue Herausforderung zu suchen ist erstrebenswert und gibt dem Leben einen gewissen Kick. Doch wo hört es auf? Wann kann ich sagen: Ich bin zufrieden? Ist es nötig zuerst mich selbst fertig zu machen, bevor ich sagen kann, es ist genug? Viele Menschen geraten aus diesem Grund immer wieder an ihre Grenzen, weil die Erwartungen an sich nie aufhören zu wachsen und man nie zufrieden mit sich und seinen Leistungen ist. Der Mensch ist stets damit beschäftigt sich zu optimieren, um ein besseres Selbst zu sein. Er hat sich dadurch von den Primaten erhoben und gilt als «homo sapiens». Nun ist er dazu verdammt, sich immer weiterzuentwickeln und immer nach mehr zu streben. Irgendwo zwischen Affen und Engel steht der Mensch und strebt danach ein «homo perfectus» zu sein. Ein Selbstoptimierer, der schöner, fitter, besser, produktiver, schneller, effizienter und erfolgreicher werden möchte. Ständig muss der Mensch dem Konkurrenzdruck standhaft gegenübertreten. Dieser Leistungsdruck kann gesundheitliche Schäden verursachen, das wissen wir alle, dennoch denken wir erst daran, wenn es zu spät ist. Die eigentliche Herausforderung in unserer leistungsorientierten Optimierungsgesellschaft ist nicht die, sich eine neue Challenge zu suchen oder zu meistern, sondern ohne sich auf seinen minimalistischen faulen Arsch zu setzen und sagen zu können: Ich bin zufrieden mit mir selbst und meiner Leistung. Das sollte unser Lebensziel sein: zufrieden sein. So simpel es klingt, versuch es doch mal in unserer heutigen Gesellschaft. Challenge accepted?


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Space Comic von Valentina Botic

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Dr. PHlex

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Es plagt dich PH-Kummer? Du kannst dich nicht konzentrieren? Nicht zögern: Dr. PHlex konsultieren! Lieber Dr. PHlex Wo soll ich nur beginnen, ich weiss wortwörtlich nicht mehr wohin, wohin mit all meinen Gedanken, wohin mit all meinem Kram, es überquillt, ja, meine Wohnung, die schmucke Wohnung im trendigen Stadtquartier, sie ist randvoll, und von der Schönheit ist nun nichts mehr übrig, denn an den Wänden stapeln sich die Bücher in den Regalen, die Schränke in der Küche sind so gefüllt, gut möglich, dass sich dort schon eine Insektenfamilie eingenistet hat, sogar im Bad sind die Ablageflächen verschwunden, mit Ausnahme der Klobrille natürlich, und in meinem Atelier herrscht das reinste Chaos, es ist zum Verzweifeln lieber Dr. PHlex, wirklich tragisch, meine Situation ist prekär, ich brauche mehr Raum für mich! Überfüllt und nach Platz suchend Rand Voll

Dein starker Berufsverband. Politisches und pädagogisches Engagement inklusive: Gratis: • 5x jährlich ZLV-Magazin • Merkblätter • Newsletter

D ie e r d me en S t i m e r so n rp Leh

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Zürcher Lehrerinnen- und Lehrerverband

Guten Tag Frau Voll Schon beim Lesen Ihres Textes habe ich die Schweiss- oder besser gesagt Stressperlen auf der Stirn gespürt. Machen Sie doch mal einen Punkt. Wirklich, es ist ziemlich anstrengend ein Schreiben ohne Punkt zu lesen. Atmen Sie durch. Holen sie Luft und beruhigen Sie sich. Ein - Aus - Ein - Aus. Und keine Panik, denn vielleicht gibt es da eine Lösung für Ihr Problem. Gerade kürzlich habe ich irgendwo vernommen, dass auch im Weltall ziemlich viel Schrott umherfliegt. Schiessen Sie doch einfach Ihren Kram auf den Mond. Natürlich muss es nicht zwingend das All sein. Auch eine Entsorgungsstelle oder die Brocki nimmt Ihnen Ihr Hab und Gut bestimmt mit Handkuss ab. (Falls sie ein Mini-Toaster, einen Lockenstab für 4cm Locken Marke «SuperCurl», eine Bart-Bürste-Classic, ein Handschuhpaar für überlange Hände, ein Krawatten-Bügeleisen oder ein Lavendel-Lindenblüten-Arven-Augenkissen haben, wäre ich ein dankbarer Abnehmer). Sie selbst könnten nach dieser radikalen Räumungsaktion getrost in der Wohnung bleiben und die Leere, die Ruhe und der Hall geniessen. Wenn Sie doch das eine oder andere Gerät vermissen, müssen Sie sich keine Sorgen machen, denn Weihnachten steht ja vor der Türe. Wünschen Sie sich einfach alles zurück. Die Entschlackungskur Ihrer Wohnung könnte wahrscheinlich auch mit den Gedanken in Ihrem Kopf funktionieren. Einfach auf Durchzug stellen. Lassen Sie keine unnötigen Gedanken in Ihren Kopf. Lüften Sie durch. Da ist Meditieren genau so effektiv, wie wenn Sie eine Flasche Gin in 5 Minuten in sich hinein kippen. Wobei ich persönlich zweiteres empfehlen würde. Es löscht Ihre Gedanken und Ideen in Null Komma nichts. Ich hab’s soeben versucht, und weiss nun nicht mehr, was Sie geschrieben haben, deshalb mach ich jetzt Schluss. Dein Dr. PHlex


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