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Soleleitungsweg thumsee komplett

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Erste bayerische Soleleitung (1617-1619): Sieben Brunnhäuser

Das Brunnhaus Seebichl: 1 Soleleitung (Holz), 2 Niederreserve, 3 Brunnhaus, 4 Aufschlagwasserleitung (Antriebswasser), 5 Steigleitung (Blei), 6 Hochreserve, 7 Soleleitung (Holz). Skizze um 1700. (Original: Stadtarchiv München)

Die 250 Meter Höhendifferenz zwischen den Solequellen in Reichenhall und dem höchsten Punkt der Soleleitung an der Lettenklause bei Zwing (zwischen Weißbach und Inzell) wurde durch wasserbetriebene Kolbendruckpumpen in insgesamt sieben Brunnhäusern mit Hochbehältern überwunden. Die Pumpen aus Bronze hatte Simon Reiffenstuel entwickelt. Diese machten den Betrieb der Leitung erst möglich, denn sie hatten ein Leistungsvermögen von bis zu 130 Kubikmeter Sole pro Tag. Die Pumpen drückten die Sole durch bleierne Steigrohre nach oben in ein Sammelbecken (Hochreserve). Von dort floss sie, das künstlich geschaffene Gefälle nutzend, durch Holzrohre (Deicheln) bis zur Niederreserve des nächsten Brunnhauses, von wo aus die Sole in gleicher Weise weitergepumpt wurde. Die Soleleitung bestand aus rund 8400 Deicheln aus Fichtenholz, zu je vier Metern Länge, die händisch durchbohrt worden waren (ø 12 cm). In den Brunnhäusern wohnten die Brunnknechte, die für die Wartung der Maschinen sowie der Sole- und Aufschlagwasserleitungen zuständig waren. Vor allem die Deicheln mussten häufig erneuert werden. Dazu befand sich bei jedem Brunnhaus ein Weiher, wo Ersatzrohre zum Schutz vor dem Austrocknen und Aufreißen im Wasser lagerten.

Hans und Simon Reiffenstuel – auf dem Bild das Portrait von Simon (1574-1620) – vollendeten die Soleleitung in der bemerkenswert kurzen Zeit von zwei Jahren. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)

Texte: Andreas Hirsch u. Johannes Lang Grafik: Alexandra Steiger-Gutfertinger

www.slow-bike-tour.com Anschauungsbeispiel einer Kolbendruckpumpe aus Bronze. Skizze um 1700. (Original: Stadtarchiv München)

Georg von Reichenbach konstruierte 1810 wesentlich leistungsfähigere Pumpen, wie jene heute in der „Alten Saline“ in Bad Reichenhall aufbewahrte. (Foto: Baumann-Schicht)


Der „Neuweg“ über der Weißbachschlucht – eine „Kunststraße“ verbindet Reichenhall mit Bayern

Die um 1590 auf Veranlassung des Inzeller Gewerken Adam Reuter errichtete Steinwandbrücke galt als aufwendigste Konstruktion der damals geschaffenen Kunststraße. Kreidelithographie um 1820. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)

Das um 1590 errichtete „Mauthäusl“, ursprünglich Binnenmautstation und schützendes Refugium am „Neuweg“. Lithographie um 1820. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)

Texte: Andreas Hirsch u. Johannes Lang Grafik: Alexandra Steiger-Gutfertinger

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Von der Mitte des 14. Jahrhunderts bis zum Jahre 1810 bildete die durch die Weißbachschlucht führende Straße die einzige Verbindung von und nach Reichenhall, die ausschließlich auf bayerischem Boden führte. Daher maß man ihr – gerade in Krisenzeiten – eine entsprechende Bedeutung bei. Das extrem ausgesetzte Gelände, die steilen Bergflanken, glatten Felswände und der in der Schlucht tosende Weißbach verhinderten lange Zeit den Bau einer mit Fuhrwerken zu befahrenden Straße, weshalb hier vorerst nur ein schmaler Pfad bestand, der überwiegend als Saum- und Botenweg diente. Große Salzladungen hingegen verließen die Salinenstadt Reichenhall über salzburgisches Territorium. Erst 1590 wurde der Weg zu einer Straße ausgebaut, neuerlich verbessert unter dem Bayernherzog Maximilian I. im Jahre 1610, als der Salzburger Erzbischof Wolf Dietrich die Straßen über salzburgisches Gebiet für das Reichenhaller Salz vorübergehend sperren ließ. Mit Hilfe aufwendiger Brücken, kunstvoll in den Fels hinein gehauener Trassen und durchgehendem Geländer galt dieser so genannte Neuweg nunmehr als „Salz- und Kommunikationsstraße“ von Reichenhall in Richtung Traunstein, die auch von großen Fuhrwerken befahren werden konnte. Da Reichenhall umgekehrt auf die Einfuhr von Getreide angewiesen war, entwickelte sich der Neuweg zur Lebensader für die Salinenstadt. Unter der Regentschaft der Kurfürsten Karl Theodor und Max Joseph erfuhr die Straße im ausgehenden 18. und beginnenden 19. Jahrhundert durch Sprengungen eine Verbreiterung, wovon noch heute ein Wappenstein kündet. Trotz mehrerer Sicherheitsvorkehrungen war der Neuweg sowohl Steinschlägen als auch Lawinen ausgesetzt, denen wiederholt Reisende zum Opfer fielen. Zudem erwies sich der Straßenunterhalt als äußerst kostspielig, weshalb ein unmittelbar am Weg gelegenes Gehöft seit etwa 1590 von den Fuhrwerken eine Mautgebühr kassierte. Dieses „Mauthäusl“ diente auch als Refugium und Wirtshaus für Reisende. Die heute genutzte und in den 1930er Jahren errichtete Deutsche Alpenstraße orientiert sich am Verlauf des Neuwegs.

Zum Andenken an den Ausbau des Neuweges wurde unter der Regentschaft des Kurfürsten Maximilian I. Joseph 1803 in einer Felsennische an der Steinwandbrücke ein Gedenkstein gesetzt. (Foto: Andreas Hirsch)

Sonderbriefmarke 1936 der nationalsozialistischen Deutschen Reichspost mit dem Motiv der „Pfannlochbrücke“ – ein Teil der Deutschen Alpenstraße.


Reichenhall – Quell des bayerischen Salzes Bis zur Erfindung moderner Kühlgeräte in den 1870er Jahren bildete das Salz eine der wenigen Möglichkeiten, Nahrungsmittel über einen längeren Zeitraum haltbar zu machen. Stätten, an denen Salz hergestellt wurde, haftete daher das Image des Reichtums und der Macht an. Die Nutzung der natürlichen Solequellen Reichenhalls, die zu den reichhaltigsten in Europa Salz – Symbol des Lebens und der Macht. zählen, dürfte bereits während der Bronzezeit bekannt (Foto: KurGmbH Bad Reichenhall) gewesen sein; schriftliche Nachweise stammen aus dem 7. Jahrhundert n. Chr. Bis in das ausgehende 12. Jahrhundert bestand in Reichenhall die einzige Saline im Ostalpenraum und in weiten Teilen Mitteleuropas, die das so genannte „Weiße Gold“ in so großen Mengen produzierte, dass es als eines der Haupthandelsgüter auf der Donau bis in den böhmischen und ungarischen Raum exportiert werden konnte. Der Reichtum an Salz, an finanzieller wie auch an politischer Macht ließ Reichenhall zu einer der ersten Städte in Bayern aufsteigen, im Jahre 1159 erstmals als Stadt (civitas) urkundlich erwähnt. Zu einem Monopolbruch im Salzwesen kam es ab dem Ende des 12. Jahrhunderts, als in Hallein, Berchtesgaden, Hall in Tirol und Hallstatt neue Salinenstätten nach Reichenhaller Vorbild entstanden. Zur Unterscheidung von den neuen Hall-Orten erhielt die Stadt im 14. Jahrhundert den Namen „Reichenhall“ (= reiche Salinenstätte). Die Reichenhaller Saline, wovon über Jahrhunderte die gesamte Stadtbevölkerung lebte, trat in Konkurrenz zum salzburgischen und habsburgischen Salzhandel, konnte sich trotz widriger Standortbedingungen und mit Hilfe enormer Investitionen dauerhaft durchsetzen und besteht als die weltweit älteste durchgehend bewirtschaftete Binnensaline bis zum heutigen Tag.

Texte: Andreas Hirsch u. Johannes Lang Grafik: Alexandra Steiger-Gutfertinger

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Die „Alte Saline“ in Bad Reichenhall, errichtet 1838-1851, galt den Zeitgenossen als „schönste Saline der Welt“ und ist heute das Symbol für die bekannte Kur- und Salinenstadt. (Foto: Kurt Enzinger)

Mit Hilfe eines Schöpfgalgens wurde in Reichenhall über Jahrhunderte Sole gewonnen, um mittels Verdampfung des Wassers daraus Salz zu gewinnen. Holzschnitt, 1544. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)

Die Salinenstadt Reichenhall auf einem Kupferstich um 1700. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)


Erste bayerische Soleleitung (1617-1619): Ressourcenknappheit und technische Pionierleistung

Das Holz im Einzugsgebiet des Flusses Saalach wurde auf dem Wasser in großen Mengen nach Reichenhall getriftet, wo es zur Versiedung der Sole diente. Holzlagerplatz in Unken, um 1920. (Foto: Ludwig Hohenwarter)

Mit großen Handbohrern werden aus Stämmen Holzrohre gebohrt. Holzschnitt um 1541. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall) www.slow-bike-tour.com

Da die Salinen beim Siedeprozess auf die Zufuhr von Brennholz angewiesen waren, befanden sich diese üblicherweise nicht in der unmittelbaren Nähe zu Bergwerken, sondern an Flussläufen, die man zum Anschwemmen (Trift) des Brennholzes verwendete. Bereits im 13. Jahrhundert wurden beispielsweise die Salinen in Hallein, Schellenberg (b. Berchtesgaden) oder Hall in Tirol mittels Rohrleitungen von mehreren Kilometern Länge mit Salzwasser (Sole) aus den jeweiligen Bergwerken versorgt. Im Salzkammergut führte der akute Mangel an Brennholz 1604 zur ErKarte des Netzes bayerischer Soleleitungen, das ab 1817 von Berchtesgaden über Reichenhall und Traunstein bis richtung einer rund 40 Kilometer langen und im natürnach Rosenheim führte. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall) lichen Gefälle von Hallstatt nach Ischl verlegten Soleleitung, da sich dort die Brennholzversorgung günstiger gestaltete. Zu Beginn des 17. Jahrhunderts drohte auch der Reichenhaller Saline ein absehbarer Engpass an Brennholz, da die dafür zur Verfügung stehenden Salinenwälder im Reichenhaller Raum sowie im salzburgischen Pinzgau weitgehend geplündert waren. Man erwog also, den Rohstoff Sole zum Energieträger Holz zu führen, indem man die 32 Kilometer entfernt liegende Stadt Traunstein – im Einzugsgebiet eines Sonderbriefmarke der großen Waldes gelegen – als Standort für eine zusätzliche bayerische Saline herDeutschen Bundespost 1969 anlässlich „350 anzog. Größtes Hindernis einer Soleleitung zwischen Reichenhall und Traunstein Jahre Soleleitung“. waren die zu überwindenden Höhenunterschiede. Indem die Baumeister Hans und Simon Reiffenstuel eigens zu dem Zweck entwickelte Kolbendruckpumpen Texte: Andreas Hirsch u. einsetzten, schufen sie die erste unter modernen Gesichtspunkten funktionierenJohannes Lang de Pipeline der Welt. In nur zweijähriger Bauzeit (1617-1619) errichtet, galt die SoGrafik: Alexandra Steiger-Gutfertinger leleitung als technische Pionierleistung und erwies sich als wegweisend für spätere Entwicklungen. Im Laufe der Jahrhunderte wuchs das Netz der bayerischen Soleleitungen und verband schließlich im Jahre 1817 Berchtesgaden mit Reichenhall, Traunstein und Rosenheim, wo eine weitere Hilfssaline errichtet worden war.


Erste bayerische Soleleitung (1617-1619): Technische Herausforderungen Der aufwendige Bau der Soleleitung stellte hohe Anforderungen an Planer und Ausführende. So machte der 96 Meter hohe Anstieg vom Nesselgraben westlich des Thumsees zum Antoniberg die Errichtung von zwei Brunnhäusern erforderlich, die nur knapp 300 m voneinander entfernt lagen. Deren Antriebswasser (Aufschlagwasser) musste mittels eines mehr als sechs Kilometer langen Systems, bestehend aus Gräben, Röhren auf Holzgestängen und offenen Holzrinnen, zugeführt werden. Damit die Pumpe im Brunnhaus Obernesselgraben bei Wasserknappheit – etwa im Winter – nicht zum Stillstand kam, wurde zusätzlich ein Tretrad angeschlossen, das notfalls von Menschen bewegt werden konnte. Im Bereich der „Hohen Wand“ über der Weißbachschlucht wurde die Soleleitung zusammen mit einem Steg an der Felswand angebracht. Bei einer Belastungsprobe der Leitung stellte sich jedoch heraus, dass der Wasserdruck zwischen den Brunnhäusern Obernesselgraben und Nagling zu groß war und die Rohre platzen ließ. Um den Druck zu verringern, ließ der Planer und Bauleiter Hans Reiffenstuel ein weiteres Brunnhaus in Grub bei Weißbach errichten.

Das Brunnhaus Obernesselgraben befand sich am heutigen Nordportal des Antonibergtunnels. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)

Texte: Andreas Hirsch u. Johannes Lang Grafik: Alexandra Steiger-Gutfertinger

www.slow-bike-tour.com Grundriss der Soleleitung westlich von Reichenhall. Plankopie von 1755. (Original: Deutsches Museum)

Wasserrad mit 7 m Durchmesser und Pumpe eines Brunnhauses. Nachbau im Holzknechtmuseum Ruhpolding. (Foto: Andreas Hirsch)


Erste bayerische Soleleitung (1617-1619): Aufwand und Unterhalt

Höhenprofil der 1617-1619 errichteten ersten bayerischen Soleleitung von Reichenhall nach Traunstein. (Ausführung: Andreas Hirsch)

Oberhalb des „Neuweges“ verlief die Soleleitung, geschützt mit darüber errichteten Lawinenverbauungen. Foto um 1900. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)

Das alpine Gelände machte oft aufwendige Bauten, wie Überbrückungen von Gräben und Schluchten, sowie Abgrabungen an Berghängen notwendig, um die Soleleitung sicher verlegen zu können. Hier, am so genannten Durchschlag, wurden Erdreich und Gestein großräumig abgetragen und – wie noch heute erkennbar – die Böschung mit Trockenmauerwerk gestützt. Über der Weißbachschlucht wurde die Soleleitung in einer aus dem Felsen geschlagenen Rinne verlegt. Lawinen, Muren und Felsstürze zerstörten immer wieder Teile der Leitungen. An besonders gefährdeten Stellen errichtete man deshalb hölzerne Lawinenverbauungen. Auch unter Vandalismus hatten die Anlagen zu leiden. So etwa bohrten Bewohner des Dorfes Inzell die Deicheln an, um Sole für den Eigenbedarf zu entnehmen. Das Blei der Steigleitungen war ebenfalls ein begehrtes Diebesgut. In den 1750er Jahren nahmen die Schäden derart zu, dass man den Tätern sogar die Todesstrafe androhte. Für die Wartung der Sole- und Aufschlagwasserleitungen hatten die in den Brunnhäusern eingesetzten Brunnknechte zu sorgen. Bei den täglichen Kontrollgängen nahm ein Brunnknecht Briefe, die so genannte Brunnpost, mit und übergab diese dem Brunnknecht im benachbarten Brunnhaus. Briefe aus Reichenhall gelangten auf diese Weise innerhalb von zwei Tagen nach Traunstein und waren damit schneller am Ziel als auf dem gewöhnlichen Postweg.

www.slow-bike-tour.com Texte: Andreas Hirsch u. Johannes Lang Grafik: Alexandra Steiger-Gutfertinger

Der „Durchschlag“, ein zur Verlegung der Rohre künstlich durchstochener Bergausläufer. (Foto: Andreas Hirsch)

Vor allem in Kriegszeiten, wie etwa während des Tiroler Aufstands 1809, wurde die Soleleitung wiederholt Opfer mutwilliger Zerstörungen. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)


An der „Wegscheid“ – Kreuzungspunkt der Fernhandelsrouten Die Verbindung von Reichenhall über den so genannten Antoniberg und weiter in das Saalfeldener Becken war als Handelsweg bereits in der Bronzezeit bekannt. Auch die Römer nutzten diesen Wegverlauf, den man der Saalachroute vorzog, da es dort immer wieder zu Überschwemmungen und Vermurungen kam. Außerdem gab es mit Ausnahme der Reichenhaller Saalachbrücke vorerst keinen geeigneten Übergang über den Gebirgsfluss. Während des gesamten Mittelalters stand der Weg daher im Range einer Reichsstraße, auf der das Gebot und der königliche Schutz des Landfriedens galt und die als Fernverbindung zwischen den Städten Salzburg und Innsbruck sowie für den Alpentransit (Felbertauern) diente. Die Schwierigkeiten der Wegführung im Bereich des Antoniberges verhinderten vorerst die Benutzung durch große Fuhrwerke; stattdessen setzten sich hier Saumtiere als dominierende Transportmittel durch. Als Saum bezeichnete man eine Pferdelast, die rund 150 Kilogramm wog und in Packsätteln untergebracht war. Geführt von einem Saumhändler, bestand ein Saumzug üblicherweise aus mehreren hintereinander gehenden Tragtieren, die auch schmale und unwegsame Passagen meisterten. Aus Sicherheitsgründen war bis in das 16. Jahrhundert herauf die Nutzung des Weges von Reichenhall in Richtung Innsbruck nur den Säumern gestattet, die auf diese Weise hauptsächlich Salz in den Pinzgau und nach Tirol lieferten und Getreide, Wein, Käse sowie Loden als Rückfracht mitbrachten. Bis heute verweisen die hiesigen Flurnamen – der „Weinkaser“ und die „Samerbrücke“ – auf die Säumerei. Ein weiterer Flurname, die „Wegscheid“, deutet darauf hin, dass sich hier der Weg gabelte und eine Route über den so genannten Neuweg nach Inzell und weiter nach Traunstein verlief. Im Zuge des Ausbaues dieser „Kunststraße“ zu Ende des 16. Jahrhunderts dürfte auch die Wegführung über den Antoniberg neu gestaltet worden sein: Sie verlief nunmehr, über Stützmauern geführt, auf der anderen Talseite des Nesselgrabens. An der Passhöhe errichtete man eine dem hl. Antonius von Padua geweihte Kapelle, wovon sich der Name Antoniberg ableitet. Erst im Jahre 1973 wurde diese Passage für den Verkehr aufgelassen und stattdessen die Straße mittels Tunnel durch den Berg geführt.

Ein Salzsäumer führt die bepackten Saumrösser. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)

Das schwere Fuhrwerk eines Salzsenders verlässt, mit wertvoller Fracht versehen, die Reichenhaller Saline, um 1890. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)

www.slow-bike-tour.com Texte: Andreas Hirsch u. Johannes Lang Grafik: Alexandra Steiger-Gutfertinger

Die um 1590 errichtete Fernstraße führte oberhalb der Brunnhäuser im Nesselgraben über den Antoniberg. Lithographie um 1800. (Foto: Stadtarchiv Bad Reichenhall)


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