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ÖSTERREICH NOVEMBER 2019, € 3,50

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN

ZU FUSS NACH TIBET

Von München in den Himalaya. Ohne Geld. Stephan Meurisch hat’s gemacht.

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Warum der Rap-Superstar am Zenit seines Erfolgs aufhört – und wie es weitergeht


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E D I TO R I A L

WILLKOMMEN

HÖHEN & TIEFEN

EISKALT ERWISCHT

PASCAL KEROUCHE (COVER), TOBIAS FRIEDRICH

Selfie bei null Grad: von Boetticher (li.) mit Tobias Friedrich. Mehr Bilder des Star-Fotografen: ab Seite 20

Als RAF Camora Ende August seiner Heimat Wien einen Besuch abstattete, lösten die äußerst zahlreich herbei­geeilten Fans einen Großeinsatz der Polizei aus. Nachdem er sein letztes Album ver­öffentlicht hatte, sorgten seine 13 Songs in den Top 15 der Charts für eine Änderung der Zählweise. Der 35-Jährige steht am Höhepunkt ­seiner Rap-Karriere. Und genau deshalb beendet er sie. Warum das Sinn ergibt, verrät er im Interview ab Seite 40. Nicht die Höhepunkte, sondern vielmehr die ­tiefen Stellen sind das Ziel von Apnoe-Taucherin Anna von Boetticher. Diesmal hat es die Deutsche nach Grönland in einen gefrorenen Fjord ver­schlagen. Ab Seite 20 tauchst du mit ihr ab. Vorausgesetzt, dich schrecken m ­ inus 27 Grad Außentemperatur nicht ab. Viel Spaß mit der neuen Ausgabe von The Red Bulletin! Die Redaktion

WIE SORGEN STYROPOR-BECHER WIE DIESER FÜR ACTION?

STILBEWUSST

Schwarzes Cap, Brille, Nike-Shirt, dunkle Hosen, helle Sneaker. Autor Jonas Vogt (re.) hat sich ­offensichtlich auf RAF Camora vorbereitet. Das Ergebnis des Treffens: ab Seite 40

6000 Newton wirken bei Landungen von Tanzfiguren auf männliche Balletttänzer. Das ist um ein Fünftel mehr als beim Kinnhaken eines Schwer­ gewichts­boxers. Mehr dazu: Seite 50

Antwort: Seite 49

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I N H A LT The Red Bulletin November 2019

50 ROYAL BALLET Wie Sportwissenschaft die Performance von Profitänzern verbessert

COVERSTORY

40 ABGANG MIT ANSAGE

Er hat Rap neu definiert und ­dominiert die Charts. Er füllt Arenen und begeistert Millionen. Nun hört er auf. Uns verrät RAF Camora, was dahintersteckt.

20 D IE EISKÖNIGIN

38 MIT TOP-FORMEN ZUM TRAUMJOB

Wir begleiten Apnoe-Taucherin Anna von Boetticher in Grönlands eisige Unterwasser­welt.

Der Steirer Julian Hönig ist Designer bei Apple. Und ein guter Ratgeber für alle Träumer.

HOLLYWOOD

FITNESS

Schauspielerin Linda Hamilton kämpft als Sarah Connor erneut gegen Killer-Maschinen. Und ­gegen veraltete Rollenbilder.

Sie heben 100-Kilo-Hanteln und messen ihre Explosivkräfte – so trainieren Ballett-Tänzer heute.

FILM

62 WEITERGEHEN, ES GIBT VIEL ZU SEHEN!

TAUCHEN

34 VOR IHR ZITTERT DER TERMINATOR

36 VORSICHT, SPANNUNG!

Krimi-Regisseur Matthias Zuder nennt vier Filme, die dich an den Sitz fesseln werden. 6  GALLERY 12 ZAHLEN, BITTE! 14 KOLUMNE

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16 FUNDSTÜCK 18 LIFE HACKS 48 INNOVATOR

34 LINDA HAMILTON Die Action-Heldin, 63, über Hollywoods überholtes Frauenbild

RICK GUEST, JOHN RUSSO, PASCAL KEROUCHE, TOBIAS FRIEDRICH

DESIGN

50 H ÖHER, SCHNELLER, GESCHMEIDIGER

WANDERN

Ein Münchner reist nach Tibet. Zu Fuß und ohne Geld. Uns erklärt er, was er dabei gelernt hat. 1 04 READ BULL 1 08 IMPRESSUM 110 NICOLAS-MAHLER-CARTOON

40 RAF CAMORA Österreichs größter Rapper tritt ab – und folgt dabei einem Masterplan.

THE RED BULLETIN


„Bei den ­Bildern stellt es dir die Ganslhaut auf.“ FRÄNKY SCHIEMER Der Co-Trainer von Red Bull Salzburg zur Dokuserie über seinen Verein. Seite 76

guide

DEIN PROGRAMM

72 REISEN Die ultimative Erfahrung für passionierte WolkenKratzer: Skydiving am Mount Everest in Nepal

20 APNOETAUCHEN IN GRÖNLAND Die eiskalte Mission der Abenteurerin Anna von Boetticher

THE RED BULLETIN 

76 ENTERTAINMENT Diese Doku taucht tief in die Welt des FC Red Bull Salzburg ein. 89 ENTERTAINMENT Red Bull TV-Highlights, live und on demand 90 EVENTS Pflichttermine für die kommenden Wochen 92 EVENT SPECIAL Red Bull pLANet one: im Gamer-Paradies 96 UHREN Präzise, funktional, ­stilvoll – 26 Modelle ­­ für jedes Handgelenk

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GA L L E RY

Bali, Indonesien

LEUCHTSCHIRM

SERGE SHAKUTO/RED BULL ILLUME

Paragleiter Ivan Fominykh hat eine in allen Regen­ bogenfarben schillernde Spur in den Abend­himmel gezaubert. Was wie ein sphärisches Naturschau­ spiel erscheint, hat Fotograf Serge Shakuto präzise geplant: LED-Licht­­band am Schirm, 20 Sekunden Belichtung – perfekt!  @shakuto

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THE RED BULLETIN


THE RED BULLETIN 

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Glasgow, Schottland

DER ERSTE RUNDE Vor zehn Jahren hat Danny MacAskill mit „Inspired Bicycles“ gezeigt, wie herrlich verrückt Radfahren sein kann. 39 Millionen sahen das Video. Wir gratulieren dem 33-jährigen Schotten zum Jubiläum – mit einer Szene aus dem Nachfolge-Clip „Imagi­ nate“ (90 Millionen Views).  @danny_macaskill

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THE RED BULLETIN

FRED MURRAY/RED BULL CONTENT POOL

GA L L E RY


Yucatán, Mexiko

SCHÖNE STILLE

ALEX VOYER/RED BULL ILLUME

Zusam­men­gekauert wie ein ungeborenes Baby versinkt Taucherin Marianne Aventurier in einer Doline. So nennen wir die mit Süßwasser ge­ füllten Kalktrichter. Beim Volk der Maya auf der mexikanischen Halbinsel Yucatán heißen sie Cenote, heilige Quelle – und wer das Bild sieht, ahnt, warum.  @alexvoyer_fisheye

THE RED BULLETIN 

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GA L L E RY

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THE RED BULLETIN


Paris, Frankreich

MUMBAI-MOVES

LITTLE SHAO

Er gilt als Frankreichs bester B-Boy: Gestenreich bereitet sich Khalil Chabouni, 27, auf das Finale von Red Bull ­­­­­BC One im indischen Mumbai vor. Dort treten die besten Breakdancer der Welt am 9. November gegeneinander an. Red Bull TV überträgt die Entscheidung live. redbull.com/bcone

THE RED BULLETIN 

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ZAHL E N, B I TT E !

30 Jahre Mauerfall

UND NUN ALLE ZUSAMMEN! Vor dreißig Jahren fiel die Berliner Mauer. Warum weder David Hasselhoff noch Angela Merkel dafür verantwortlich waren und wo die letzte erhaltene Mauertür lagert – zwölf steinharte Zahlen zum Ereignis, mit dem die deutsche Wiedervereinigung begann.

57

Menschen flohen 1964 durch den „Tunnel 57“ in den Westen: 145 Meter lang und 12 Meter tief, war er der längste und tiefstgelegene Fluchttunnel.

11.500

28

Soldaten patrouillierten an der Mauer, unterstützt von 484 Wachhunden.

Jahre stand die Mauer, drei Jahre dauerte ihr Bau.

1

1991

Person verschwitzte den Mauerfall buchstäblich: Angela Merkel saß in der ­Sauna im Berliner ThälmannBad und bekam nichts mit.

erst erschien die inoffizielle Hymne zur Wende: „Wind of Change“ von den Scorpions.

5075

4,50

gelungene Fluchten registrierte die West-Berliner Polizei.

britische Pfund kostet das homöo­ pathische Mittel „Murus berlinensis“, in dem sich Teile der Berliner Mauer befinden sollen. Hilft angeblich bei Asthma und Depression.

90 %

der Berliner Mauer endeten als Straßenschotter, u. a. für die Bernauer Straße und die Straße zum Flughafen Schönefeld.

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5

2018

Türen hatte die Mauer, eine davon ist noch erhalten: in der japanischen Stadt Nagasaki, in der Fabrik ­eines Gondelherstellers.

gestand David Hasselhoff ein, mit dem Song „Looking for Freedom“, den er kurz vor dem Fall der Mauer ebendort live gespielt hatte, die Mauer vielleicht doch nicht quasi mit eingerissen zu haben. THE RED BULLETIN

CLAUDIA MEITERT

Kilometer schwamm Peter ­ öbler 1971 in 25 Stunden von D Kühlungsborn nach Fehmarn: Weiter schwamm sonst niemand, um aus der DDR zu flüchten.

Kilometer lang war die ­gesamte Mauer.

GETTY IMAGES (4), PICTUREDESK.COM

48

156,4


Der intensivste Sportwagen von Alpine

Mit erweiterter Motorleistung und perfekter Fahrwerksabstimmung bietet die A110S ein intensives Sportwagen-Fahrgefühl. Das Fahrwerk sorgt für ultimative Fahrdynamik und Lenkpräzision, während der Motor für eine noch bessere Leistungsentfaltung optimiert ist. Einzigartige Designelemente wie schwarze Räder und Carbon-Flaggenembleme, orangefarbene Bremssättel und Dinamica-Polster spiegeln den zielstrebigen Charakter des Fahrzeugs wider. Ultimatives Handling, hohe Motorleistung und anspruchsvolles Design: Die A110S ist der intensivste Sportwagen von Alpine. Nähere Informationen auf www.alpinecars.com/de. Änderungen, Satz- und Druckfehler vorbehalten. Symbolfotos. Kombinierter Verbrauch von 6,2–6,6 l/100 km, CO2-Emission von 141–147 g/km, homologiert gemäß WLTP.


KO LUM NE

Thilo Mischke

BEGEGNUNGEN

„Diggi hat sich entfernt aus einem Leben, das wir als normal bezeichnen würden.“

Davor hat Diggi Angst. Auch er „Ich war nicht immer Soldat“, erzählt kennt Kameraden, die sich wegen er. Und spricht von einer Jugend, dieser Angst umgebracht haben. in der er nirgends so richtig hinein­ „Mir wird das nicht passieren“, sagt gepasst hat, von einer Ausbildung, er. „Ich habe einen Plan B – ich werde die ihm nichts brachte außer der Thilo Mischke über Personenschützer D ­ iggi (oben), der im Irak Botschafter bewacht meinen Lebensabend in Polynesien ­Gewissheit: „Ich kann etwas, das ge­ braucht wird, nur hat es mir keinen verbringen.“ Spaß gemacht.“ Der Verkehr hupt sich an dem Denkmal vorbei, junge Aber dann wollte er los, weg von zu Hause. Als Frem­ Iraker machen Fotos von Diggi, weil er aussieht wie denlegionär hat er in die dunkelsten Abgründe geblickt ­Dolph Lundgren, wie jemand aus e­ iner anderen Zeit. und war gleichzeitig an den exotischsten Orten dieses „Ich werde dort leben, mit meinem besten Freund, Planeten. In der Ausbildung hat er gelernt durchzuhalten. und dort werde ich keine Angst vor der Einsamkeit Ob er bei 40 Grad im Schatten an einer Straße Wache ­haben“, sagt er. Der beste Freund, er ist auch Legionär. steht, stundenlang, oder sich wochenlang durch unweg­ Sie beide hatten dieses unruhige Leben. Und dort, am sames Gelände kämpft. Diggi kann das. Und trotzdem, anderen Ende der Welt, werden sie Normalität leben. während er da sitzt, nicht weiß, wohin mit seinen Hän­ So gut es eben geht.

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THE RED BULLETIN

BLAGOVESTA BAKARDJIEVA

D

ie Hosen über den Bauchnabel gezogen, die ­Frisur streng gelegt, militärisches Schuhwerk, ein Gesicht wie aus einem Granitblock ge­ schlagen. Die Lippen schmal, umgeben von Falten, die durch Arbeit, nicht durch Spaß entstanden sind. Diggi sitzt mit angezogenen Beinen, auf eine seltsame Art lässig, aber unentspannt, am Sockel eines Denkmals in Bagdad. Hier, in dieser Stadt, befindet sich sein Arbeits­ platz als Personenschützer für einen Botschafter. Diggi will von der Zeit vor Bagdad erzählen, von ­seinem Leben. Er könnte ein Vorbild sein, aber er will das nicht. Er, der Fremdenlegionär, 48 Jahre alt. Zweimal hat er sich ver­ pflichtet, das bedeutet wenigstens zwanzig Jahre. Im Urwald Süd­ amerikas hat er ­Drogenkuriere ­gestellt, hat in afri­kanischen Bürger­ kriegen gekämpft, und in Afghanis­ tan … nun ja, dar­über möchte er nicht sprechen. Er war immer unterwegs, sein ­Leben kennt keine Gewohnheiten, sondern nur Entbehrung, Abenteuer und manchmal auch den Tod. Von ihm habe ich gelernt, dass ein auf­ regendes Leben kein glückliches sein muss und dass in der eigenen Unruhe oft die Ursache für Probleme liegt.

den, dieser Mann, der am Ende seines Berufslebens an­ gekommen ist, wirkt wie ein Kind, das die Orientierung verloren hat. Diggi hat in seinem Leben Normalität ver­ lernt. Und das macht ihm Angst. „In der Legion habe ich Französisch gelernt“, sagt er stolz. „Ich habe dort Freunde gefunden, fürs Leben“, ­erzählt er. „Ich bin mit ihnen alt geworden.“ Er hat die Welt gesehen, kann aber niemandem davon erzählen. „Meine Familie ist die Legion“, sagt er. Und ­erzählt vom Stolz, der ihn ergriff, wenn er in Paris am Nationalfeiertag die Champs-Élysées entlangmarschierte. „Als die Menschen uns mehr als der französischen Armee zugejubelt haben. Da war ich glücklich.“ Sein Zuhause ist Deutschland, aber da ist niemand. Keine Frau, keine Kinder. „Das funktioniert nicht, die ­Legion und Familie, dieses ständige Unterwegssein.“ Und plötzlich, in der Hitze Bagdads, an diesem Denkmal, zeigt er Gefühle. Aber sowenig er richtig sitzen kann, so wenig kann er auch mit diesem ­Gefühl umgehen. ­Diggi hat sich ent­ fernt aus jenem L ­ eben, das wir, jeder andere, als n ­ ormal bezeichnen wür­ de. Dieses Leben, das auch ich nicht leben kann. Job, Wohnung, Ikea, ­Urlaub. Und wieder von vorn. Für ihn bedeutet Komfort, kein choleraverseuchtes Wasser trinken zu müssen. Ein Bett zu haben, keine Schlangen zu töten oder Menschen. Komfort ist, nicht allein zu sein. In der Legion war er nie allein. Aber er weiß: Wenn der Dienst vor­ bei ist. Wenn die Kraft nicht mehr reicht, in Krisengebieten zu arbeiten. Dann ist da niemand mehr.

FLORIAN BAUMGARTEN

Er ist 200 Tage im Jahr unterwegs, Jetlag ist bei Korrespondent und Reise­reporter Thilo Mischke (TV-Dokureihe „Uncovered“) ein Dauerzustand. Auf seinen Expedi­tionen trifft der 38-jährige Berliner immer wieder Menschen, die ihn faszi­nieren. Diesmal: Diggi, 48, Personenschützer in Bagdad, der nach einem Leben voller Gefahren über seine Zukunft nachdenkt.

THILO MISCHKE

ABSEITS DES ALLTÄGLICHEN


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F U ND ST Ü CK

Hitchcocks Reisepass

BREXIT DES MEISTERS

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HENRY LEUTWYLER

Eine schwungvolle Unterschrift, ein Blick, der ins Leere geht, sonst ­keine besonderen Kennzeichen. Wir sehen Alfred Hitchcock in ­seinem letzten britischen Reisepass. Seinen persönlichen Brexit vollzog der ­Regisseur (53 Spielfilme mit 46 Oscar-Nominierungen und 6 ­Oscars) im Jahr 1939: Er wollte dem Krieg in Europa entgehen und in Hollywood Frieden finden. 1955 nahm er die US-Staatsbürgerschaft an, Brite blieb er trotzdem. Queen Elizabeth würdigte letztlich Werk und Meister: 1980, wenige Monate vor seinem Tod, erhob sie Hitchcock in den Ritterstand.

THE RED BULLETIN


L IF E HACKS

Science-Bastler

BEZIEHUNGSTIPPS FÜR BESTE FREUNDE Geniale Tricks für die Herausforderungen des Alltags, Folge 14: Auch nach vielen Jahren der Beziehung lernen wir immer noch etwas Neues von unseren Haustieren.

KATZE

Pingpong-Margherita Jede Katze ist ein Individuum mit eigenem Willen. Doch kein Stubentiger der Welt kann der Anziehungskraft von Pappkartons widerstehen. Wir haben ein Upgrade.

1 In den Deckel des

Pizzakartons Löcher mit vier bis fünf ­Zentimeter Durchmesser schneiden.

2 Den Karton mit

­Klebeband verschließen, ein paar Tischtennisbälle ­hineingeben  …

… und keine Katze kann dieser Ein­ladung zum Fangenspielen widerstehen.

HAMSTER

FISCH

HUND

Kerniger Biss

Ungetrübter Blick

Wahre Liebe

Zahnpflege für Nager: eine dünne Schicht Sesampaste auf einen Holzwürfel geben.

Algen sind die Plagegeister der Aquaristik. Die Lösung heißt Schmutzradierer.

So gelingt das scharfe Porträt vom Hund mit ruhiger Haltung und wachem Blick.

Der Schwamm aus Melaminharz entfernt Algen effizient und ohne Kratzer.

CLEMENS MAKANAKY

Der Nager kaut dann lange am Holz und reibt so die Nagezähne ab.

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SASCHA BIERL

Eine Scheibe Speck übers Smartphone (neben die Linse!) hängen. Abdrücken.

THE RED BULLETIN


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HEISS AUF EIS Die deutsche Apnoetaucherin ANNA VON BOETTICHER hat die Unterwasserwelt eines zugefrorenen Fjords in Ostgrönland erkundet. Hier sind die atemberaubenden Bilder der spektakulären Expedition.

Text SABRINA LUTTENBERGER Fotos TOBIAS FRIEDRICH 20  


Anna von Boetticher mit einem Eisberg: als wĂźrde man einen riesigen Golfball berĂźhren


AUGEN AUF UND DURCH Anna von Boetticher bei der Erforschung eines Eisbergs in zwölf Meter Tiefe. Seine Oberfläche war ganz glatt und glasklar, erinnert sie sich. Überall fanden sich kleine Durchgänge, die sich betauchen lassen, wenn man genügend Mut und keine Pressluft­flasche auf dem Rücken hat.   23


EISRIESEN­ WELT Auf dem Weg nach unten dauert es nicht lange, bis Eisberge und Eisschollen die Sicht nach oben versperren. Das ist nicht nur psychologisch unangenehm. Es verhindert auch die Benützung des sonst üblichen Sicherungsseils. 24  


GETTY IMAGES


Grönland

Nuuk

Tasiilaq

TAUCHPLATZ AM FJORD Verborgene Wasserfläche: das Eis vor Tasiilaq, Ostgrönlands größter Stadt (2000 Einwohner), mit dem dreieckigen Hauptloch und drei kleineren Löchern als Notausstiegen für Taucher. Als von Boetticher einmal die ­Orientierung verlor, war sie dafür dankbar.

Guter Tipp für Grönland: erst im letzten möglichen Moment ausziehen!

Von Boetticher beim Versuch, ihre gefrorenen Füße mit warmem Wasser aufzutauen

Jetzt heißt es schnell sein: Das Eisloch friert bei minus 27 Grad immer wieder zu.

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REINE NERVENSACHE Von Boetticher leuchtet sich den Weg durch einen Unterwasser-Canyon. Etwa 20 Meter lang ist die Schlucht im Fjord vor Tasiilaq – und weit weg vom Eisloch. Es ist eine riskante Aktion, bei der sich die Taucherin ganz auf ihre Erfahrung und mentale Stärke verlassen muss.   29


S

ie kann die Luft 6:12 Minuten lang anhalten. Länger als jeder andere in Deutschland. Wenn Anna von Boetticher, 49, jedoch gerade nicht unter Wasser ist, sprudelt es dafür nur so aus ihr heraus. Dann erzählt sie mit Begeisterung (und eigentlich auch ohne Luft zu holen) von der Faszi­ nation für das Tauchen, die sie schon im Pool ihrer Eltern verspürt hat. Und wie sie zufällig zum Apnoetauchen, also dem Tauchen ohne Pressluftflasche, gekommen ist. Gerade einmal zehn Jahre ist das her. Seitdem hat sie un­ glaubliche 33 deutsche Rekorde sowie einen Weltrekord aufgestellt und drei Bronzemedaillen bei Weltmeister­ schaften gewonnen. Von Boetticher gehört damit zu den besten Apnoesportlern überhaupt, obwohl sie – statt für Wettkämpfe zu trainieren – viel lieber an ungewöhnlichen Orten taucht. So wie dieses Jahr in Grönland, wo sie sich mit Tauchpartner und Fotograf Tobias Friedrich tief in einen zugefrorenen Fjord wagte. the red bulletin: Frau von Boetticher, Sie können überall auf der Welt tauchen – und fliegen ausgerech­ net an einen eiskalten Ort. Warum? anna von boetticher: Schon als Kind hatte ich eine Sehnsucht nach den wilden Orten dieser Welt. Und ich habe mich auch schon immer gefreut, wenn es geschneit

hat. Ich liebe Schnee! Der Zeitpunkt, nach Grönland zu reisen, war außerdem genau richtig. Ich hatte eine harte und turbulente Zeit hinter mir und das Bedürfnis nach Ruhe im Kopf. Die finde ich am besten in den EXtremen der Natur. In Grönland, in dieser monochromen, sehr ­reduzierten Welt, der ich mich sowohl körperlich als auch geistig aussetzen musste, stand einfach alles andere still. Ihr Basislager hatten Sie in Tasiilaq aufgeschlagen, einem Ort, der sechs Monate im Jahr vom Eis ein­ geschlossen ist. Im Grunde unvorstellbar, dort ­tauchen zu gehen. Was war für Sie eigentlich die größte Herausforderung bei der Expedition? Für mich war es vor allem die Frage, wie ich mich bei minus 27 Grad Außentemperatur warm halten kann. Darauf habe ich mich akribisch vorbereitet. Ein Beispiel: Vor dem Apnoetauchen ist es besser, wenn man nichts im Magen hat. Ich wusste aber, das funktioniert nicht, wenn ich sieben Stunden in der Kälte stehe und nicht frieren will. Ich musste also unfassbar viel und energie­ reich essen: Erdnussbutter, Haferflocken, Zucker. Und ich hatte Lagen um Lagen an Kleidung an. Es ging auch darum, sehr genau einschätzen, wie lange ich im Wasser bleiben kann. Das war schon alles sehr extrem und an der Grenze von dem, was man sich zumuten kann.

Das Wasser auf Brille und Anzug gefriert nach dem Auftauchen sofort zu Eis.

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THE RED BULLETIN


„Das war an der Grenze von dem, was man sich zumuten kann.“


Von Boetticher merkt sich unter Wasser prägnante Stellen. So findet sie wieder nach oben.


„Man muss sich selbst fordern. So lernt man, Ruhe zu bewahren.“ Aber geht es beim Apnoetauchen nicht genau darum: Grenzen zu überschreiten? Natürlich will ich den einen Meter mehr schaffen, und klar ärgert es mich, wenn ich nicht besser als letztes Mal und tiefer als alle anderen getaucht bin. Aber man muss ehrlich zu sich sein: Wie ist mein körperlicher Zustand, wie sind die äußeren Umstände, und wie reagiere ich dar­ auf? Dann erst kann ich eine objektive Entscheidung tref­ fen, die nicht von Gefühlen oder meinem Ego getrieben wird. Diese Kontrolle zu haben ist eines der Geheimnisse des sicheren und erfolgreichen Apnoetauchens. Angenommen, ich bin bereit, über meine Grenzen hinaus­zugehen. Wie gelingt mir der letzte, der entscheidende Schritt? Das ist ganz viel Selbsterfahrung und ein Verständnis dafür, was im Körper passiert. Beim Apnoetauchen über­ windet man jedes Mal den Urinstinkt des Atmenwollens: Muss ich wirklich schon atmen, oder ist das ein Fehl­ alarm? Wie wenn die Beine nach zwei Stockwerken weh tun, man aber trotzdem noch in die vierte Etage geht. Okay, aber beim Treppensteigen fällt es mir leichter, mich zu überwinden. Da kann ja eigentlich nicht viel schiefgehen. Notfalls setze ich mich halt hin. Im Grunde ist es dasselbe Erlebnis wie beim Luftanhalten: zu merken, dass man einen Instinkt überwinden kann und dass in diesem Moment sowohl körperlich als auch geistig viel mehr möglich ist, als man gedacht hat. Beim nächsten Mal stelle ich mich einer neuen Situation dann schon mit mehr Selbstvertrauen. Was, wenn ich trotzdem nervös bin oder vielleicht sogar Angst habe – wie kann ich im entscheidenden Moment ruhig bleiben? Zu einem gewissen Grad bringt man die Ruhe mit. Aber jeder Mensch kann dazulernen. Dafür muss man sich eben ab und zu fordern und sich neuen Dingen aussetzen. Dabei lernt man, mit dem Gefühl des Unwohlseins, das wir alle haben, klarzukommen und trotzdem aktiv zu handeln. Wer sich bewusst mehr Stresssituationen aus­ setzt, wird also irgendwann mehr Ruhe bewahren. Sie bleiben also immer ganz cool? Beim Apnoetauchen hatte ich tatsächlich noch nie Panik. Ich habe schon immer mit sehr viel Ruhe auf Probleme unter Wasser reagiert, ich bin beim Tauchen mental sehr stark. Interessanterweise überträgt sich das auf mein restliches Leben. Ich habe durchaus Angst, aber ich hebe sie mir für später auf. Übrigens habe ich auch mal einen psychologischen Test gemacht – ich bin ganz durch­ schnittlich, was das angeht. Ich habe normale Angst. THE RED BULLETIN 

Einmal probiert, nie wiederholt: Umziehen auf dem Eis. Viel zu kalt

Sie stellen sich ja auch oft neuen Herausforderungen – als Trainerin für die Bundeswehr etwa. Stimmt. Ich arbeite unter anderem mit den Kampf­ schwimmern und Minentauchern zusammen. Eine ­rie­sige Herausforderung und eine Zusammenarbeit auf sehr hohem Niveau. Da geht es auch genau darum: Wie lernt man den Panikinstinkt zu beherrschen, der ­einem diktieren will, wie man reagieren soll? Und was lernen Sie dabei? Für mich ist beeindruckend, mit wie viel Ruhe die Aus­ bilder und Soldaten vorgehen. Dort gibt es eine beson­ dere Art, die Leute zu fordern und zu unterstützen. Der Ausbilder steht am Beckenrand und verzieht kaum eine Miene, sagt nichts, und trotzdem wissen alle, was angesagt ist. Das habe ich mir abgeschaut: über die Art, wie ich mich verhalte, zu beeinflussen, wie viel Druck ich aufbaue – ganz ohne Worte. Gibt es eigentlich etwas, was Sie nach all den Tauchgängen noch überrascht? Das Erlebnis der Unterwasserwelt ist jedes Mal intensiv und wunderschön und anders. Es ist schwierig, das mit irgendetwas zu vergleichen. Man gehört da als Mensch nicht hin, kann sich aber trotzdem so weit anpassen, um dort etwas Zeit zu verbringen. Das fasziniert mich immer wieder. annavonboetticher.com

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HE RO ES

Linda Hamilton ist Sarah Connor. In „Terminator: Dark Fate“ kämpft die 63-Jährige gegen Killer-Roboter aus der Zukunft – und überholte Ansichten aus der Vergangenheit.

I

m legendären Sci-Fi-Thriller „Terminator 2: Tag der Abrechnung“ (1991) spielte Linda Hamilton an der Seite von Action-Ikone Arnold Schwarzenegger. Für ihre Rolle der Sarah Connor ließ sich die US-Amerikanerin von einem israelischen Ex-Kommandosoldaten in Kampfkunst und im Umgang mit Waffen schulen. „Ich habe gelernt, wie man Revolver lädt, die Magazine bei Pistolen und Gewehren wechselt, den ‚Tötungserfolg‘ überprüft – richtig brutales Zeug“, erinnert sie sich. Doch bei allem Willen zur Veränderung zog sie auch Grenzen. Als Regisseur James Cameron von ihr forderte, die Haare raspelkurz zu schneiden, um herber zu wirken, befand sie das für überflüssig. Stattdessen trug sie Pferdeschwanz. „Den Leuten gefiel, dass ich nicht

the red bulletin: Wieso schlüpfen Sie 28 Jahre nach „Terminator 2“ erneut in die Rolle der Sarah Connor? linda hamilton: Mich hat interessiert, was im Laufe der Zeit aus ihr geworden ist, wer sie jetzt ist. Sie ist vom Leben gezeichnet und weiß, dass sie die Welt nicht mehr retten kann. In diesem Teil hat mir meine eigene Lebenserfahrung sehr geholfen, die man mittler­ weile ja auch von meinem Gesicht ablesen kann. Glauben Sie, dass das Publikum Sie als älteren ActionStar akzeptieren wird? Ich hoffe es. Die Authentizität der Figur macht ja ihren Reiz aus. Ich sehe vielleicht anders aus, aber ich habe auch mehr zu sagen. Alle sind regelrecht besessen von Jugend und Schönheit, aber ich habe auch etwas zu bieten – nämlich Lebenserfahrung und eine Stärke, die nicht unbedingt etwas mit körperlicher Kraft zu tun hat. Genau das will ich zeigen: Ich bin eine gestandene Frau, die etwas bewegen kann.

„Wir müssen nicht wie Männer aussehen, um stark zu sein.“

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Was Sarah Connor immer schon ausgezeichnet hat, sind ihre Muskeln. Es gab früher einen Riesenwirbel um mein Aussehen, das aber für mich nur einen ganz kleinen Teil meiner Arbeit ausgemacht hat. Vielleicht stand mir diese Körperlichkeit sogar im Weg. Von einigen Regisseuren habe ich später Sätze gehört wie „So eine ganz normale Frau haben Sie ja noch nie gespielt“. Danach hatte ich erst einmal genug von starken Frauenrollen. Für den neuen Film haben Sie dann aber wieder sehr hart trainiert … Sogar noch mehr als für „Terminator 2“. Erst denkt man, man könnte einfach wieder genauso trainieren wie früher und die gleichen Ergebnisse erzielen, aber in meinem Alter funktioniert das nicht mehr. Zum Glück hatte ich einen großartigen Trainer, Mackie Shilstone. Sarah Connor sieht jetzt zwar etwas anders aus, aber sie ist auch in ihrem Alter noch eine Kämpferin. „Terminator: Dark Fate“ kommt am 24. Oktober in die Kinos.

TOM GUISE

AGE AGAINST THE MACHINE

Es heißt, Sie hätten einige Dialoge verweigert … Das darf man nicht falsch verstehen, es war kein persön­ licher Konflikt mit Regisseur Tim Miller, der Text war einfach albern. Man hat eine künstliche Rivalität zwischen zwei Frauen geschaffen, und sie haben sich gezankt wie Schulmädchen. Ich habe nur gesagt: „Damit setzt ihr diese Frauen herab. Ich bin mit dem Text so nicht einverstanden.“ Mir war und ist es sehr wichtig, Sarah Connor nicht trivial erscheinen zu lassen.

JOHN RUSSO

Linda Hamilton

wie ein Kerl rüberkam. Sie ­haben akzeptiert, dass Sarah Connor feminin und trotzdem knallhart sein kann. Wir müssen nicht wie Männer aus­ sehen, um stark zu sein.“ Auf der Leinwand bezwang Hamilton eine Tötungsmaschine aus der Zukunft, im echten Leben kämpft sie gegen einen hartnäckigen Anachronismus: die untergeordnete Rolle von Frauen in Action-Filmen. Nun kehrt sie in „Terminator: Dark Fate“ in ihre Paraderolle zurück, um einem weiteren Missstand in Hollywood den Kampf anzusagen: dem Mangel an Action-Rollen für Frauen ab einem gewissen Alter.

THE RED BULLETIN


Linda Hamilton, 63, gereifte ActionfilmLegende: „Meine Lebenserfahrung kann man von meinem Gesicht ablesen.“


HE RO ES

Matthias Zuder

„DU WILLST EINFACH NICHT, DASS ES VORBEI IST“ Der Regisseur über Filme, die einen vor Spannung nicht mehr loslassen.

M

atthias Zuder weiß, wie man Spannung erzeugt: Der 34-jährige Regisseur pro­ duzierte bereits während seines Studiums erste Videoclips und Kurzfilme, sein Abschlussfilm auf der Hamburg Media School erhielt zahlreiche Auszeichnungen. Aktuell hat er für ­Servus­TV die zweite Staffel „Meiberger – Im Kopf des Täters“ abgedreht, eine Serie über einen Gerichts­ psychologen. „Die Grundrezepte für Spannung sind seit Hitchcock dieselben“, sagt Zuder. „Was sehe ich? Was sehe ich nicht? Und was sehe ich, was die Figur nicht sieht?“ Uns hat er vier Filme genannt, die ihn an den Kinositz gefesselt haben.

Was sieht er? Was sieht er nicht? Filmemacher Matthias Zuder, 34, kennt das Rezept für Spannung.

„7500“ (2019)

„NIGHTCRAWLER“ (2014)

„IT FOLLOWS“ (2014)

„PLAY – NUR EIN SPIEL?“ (2011)

„Das Langfilmdebüt meines Freundes Patrick Vollrath. Es ist ein Kammerspiel mit Joseph ­Gordon-Levitt, das ausschließlich im Cockpit eines entführten Flugzeugs spielt – sehr klaustro­ phobisch und dokumentarisch. Der Film arbeitet damit, dass Menschen nervös werden, wenn sie Kontrolle abgeben. Schwierig zu machen, geht aber voll auf.“

„Der L.-A.-Noir-Thriller über einen Journalisten packt einen von der ersten bis zur letzten Minute. Man will einfach nicht, dass es vorbei ist. Der Zuschauer fiebert mit Jake Gyllenhaal und seiner Figur mit, obwohl sie ethisch völlig fragwürdig ist. Man kann einfach nicht wahrhaben, was da gerade auf der Leinwand passiert. Und das ist pure Spannung für mich.“

„Das Debüt von David Robert ­Mitchell, irgendwo zwischen Horror und Thriller angesiedelt. Das Grundprinzip ist fantastisch: Es gibt einen tödlichen Fluch, den man nur über Sex weitergeben kann. Der Film ist seltsam und faszinierend, irritierend und anziehend zugleich. Man versteht nichts, kann aber genau deshalb einfach nicht wegschauen.“

„Ein schwedischer Film: Eine Gang zwingt drei wohlhabende Jugendliche, mit ihnen eine Tour durch Göteborg zu machen. Auf den ersten Blick wollen sie deren Handys, aber es ist eine Gesellschafts­ parabel. Der Film funktioniert auf einer ähnlichen Ebene wie ‚Funny Games‘ von Michael Haneke, aber mit Gewalt auf einer psychischen statt einer körperlichen Ebene.“

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THE RED BULLETIN

SERVUSTV/ERNST KAINERSDORFER, PLATTFORM PRODUKTION AB

JONAS VOGT

Die zweite Staffel „Meiberger – Im Kopf des Täters“ läuft ab dem 29. Oktober auf ServusTV.


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HE RO ES

„Schreib ruhig mehr Mails an Firmen wie Apple!“

SEIN ERFOLG IST FORMSACHE Um einen Traumjob zu bekommen, braucht es manchmal nur etwas Mut. Der Grazer Designer Julian Hönig, einer der Väter der Apple Watch, ist der lebende Beweis dafür.

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hn kennt jeder. Oder besser gesagt: was er gestaltet hat. Denn in den vergangenen Jahren hat der Grazer Julian Hönig, 43, am Design der wohl bekanntesten Produkte der Welt mitgefeilt: Dazu zählten das iPhone, die MacBooks und die Apple Watch. Als Teil des kleinen, aber mächtigen Apple-Design-Teams – es sind

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nur zwanzig Mitarbeiter, die sich ausdenken, was Millionen von Menschen in Zukunft in die Hand nehmen – hat er die Ästhetik unseres Alltags maßgeblich mitgestaltet. Von der Steiermark nach Kalifornien – eigentlich ein weiter Weg, nicht aber für ­Hönig. Für ihn war das Silicon Valley nur eine E-Mail entfernt. „Ich habe den damaligen Chefdesigner Jonathan Ive einfach angeschrieben und mich so bei ihm vor­ gestellt“, erzählt er. „Diesen Mut, offen zu sein und auf Leute zuzugehen, braucht es – privat und vor allem im Job. Als junger Designer muss man keine Angst davor haben, ­etwas zu riskieren. Schreib ruhig mehr Mails an Firmen wie Apple!

IKONISCHE ENTWÜRFE

Wo dir Julian Hönigs Arbeit schon untergekommen ist. Bei Audi war Hönig unter anderem an der Entstehung der Modelle A4 und Q3 zuständig. Für den Science-FictionBlockbuster „I, Robot“ mit Will Smith in der Hauptrolle hat er zudem das futuristische Konzeptauto Audi RSQ (Bild) entworfen. Bei Apple hat er am Design von allen Produkten, die ab 2010 auf den Markt kamen, mitgearbeitet – vom iPod über AirPods bis zur Apple Watch (Bild).

SABRINA LUTTENBERGER

Julian Hönig

Das Schlimmste, was passieren kann, ist, keine Antwort zu bekommen.“ Für Hönig hat sich der Mut auf jeden Fall ausgezahlt. Stardesigner Ive war beeindruckt von den Fähigkeiten und dem Portfolio des Österreichers: Nach dem Studium von Industrial Design an der Fachhochschule in Graz und am Art Center College of Design im kalifornischen Pasa­de­ na hatte Hönig bereits sechs Jahre bei einer anderen Weltmarke Erfahrung gesammelt: beim Autohersteller Audi in Deutschland, danach ein Jahr bei dessen italienischer Schwes­termarke Lamborghini. In der Automobilbranche hatte Hönig, der sich künftig vermehrt der Gestaltung seiner eigenen Surfboards widmet, übrigens begonnen, ohne anfangs zu wissen, was genau acht Zylinder bedeuten – auch das eigentlich ziemlich mutig.

AUDI AG, APPLE

DAN WINTERS

Designer Julian Hönig, (Lehr-)Meister der Eigeninitiative

THE RED BULLETIN


FLÜÜÜGEL FÜR JEDEN GESCHMACK.


Der perfekte Abgang Streaming-Rekorde, ausver­kaufte Arenen, hunderte Millionen YouTubeKlicks: RAF CAMORA hat deutschsprachigen Hip-Hop aufs nächste Level gehoben. Hier erklärt er, warum er gerade jetzt geht – auf dem Zenit seines Erfolgs. Text JONAS VOGT  Fotos PASCAL KEROUCHE 40  


Alles auf Anfang: Das Kapitel RAF Camora geht zu Ende, aber KĂźnstler Ragucci will weiter Musik machen.


„Beschreib in drei Worten, wer du bist, und sei in allen drei Aspekten der Beste.“ RAF Camora über sein Erfolgsrezept für Künstler


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s gab Zeiten, da hatte Raphael Ragucci nicht viel. Nur die Musik – aber die hatte er dafür immer. Der Sohn eines Öster­ reichers und einer Italienerin, heute j­edem unter Dreißigjährigen bekannt als HipHop-Mega­star RAF Camora, wuchs in Wien in einer Problemgegend des Bezirks Rudolfsheim-Fünfhaus auf. Heute, mit 35 Jahren, ist er einer der erfolg­ reichsten Rapper in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Seit dem Album „Palmen aus Plastik“, das er 2016 gemeinsam mit dem Hamburger Rapper Bonez MC herausbrachte, kennt seine Karriere nur noch Superlative. In den Jahren 2016, 2017 und 2018 war er der meistgestreamte Artist auf Spotify. Kein Künstler hatte bislang mehr Songs gleichzeitig in den deutschen Top-10-Singlecharts. In Österreich wur­ den sogar die Regeln der Chart-Ermittlung geändert, nachdem RAF Camora und Bonez MC mit Songs aus dem Album „Palmen aus Plastik 2“ 13 Plätze in den Top-15-Singlecharts besetzten. Und trotzdem soll das alles bald vorbei sein – auf dem Höhepunkt seiner Karriere. Am 1. ­­ November erscheint „Zenit“, sein letz­ tes Album als RAF Camora, gefolgt von einer l­ etzten Tour. Am 18.  12.  2020 wird die „Zenit-Phase“, wie er sie nennt, beendet sein. In Wien treffen wir einen reflektierten Mann, der uns erklärt, warum seine ­Bestimmung nicht mehr RAF Camora heißt. the red bulletin: Raf, warum wird „Zenit“ dein letztes Album? raf camora: Ich versteh die Frage. Aus Geschäfts­ sicht ist es unlogisch, aufzuhören, wenn richtig Geld fließt. Aber ich bin nicht nur Geschäftsmann, sondern auch Künstler. Lass mich dir ein Beispiel geben. Ich bin großer Metallica-Fan. Und ich erinnere mich, dass ich irgendwann gemerkt habe: Das, was Metallica darstellt, und das, was die Personen hinter Metallica sind, das passt nicht mehr zusammen. Diesen Punkt habe ich auch bei vielen anderen Künstlern beobach­ tet. Und ich habe mir immer gesagt: Sollte ich mal erfolgreich werden, will ich meinen Zenit auf keinen Fall überschreiten.   43


Zenit bedeutet ja, dass das Ziel, der Höhepunkt erreicht ist. Befürchtest du, das alles nicht mehr toppen zu können? Die Befürchtung hat jeder. Ich bin alt genug, um schon einmal ein Hoch und ein Tief gehabt zu haben. Und ich weiß: Das ist hart. Dein Künstlerimage verwächst mir dir, vor allem wenn du im Leben nichts anderes machst. Und wenn du plötzlich in der ­Öffentlichkeit weniger wert bist, weil deine Musik nicht mehr so erfolgreich ist, musst du stark sein, um das irgendwie trennen zu können. Ich weiß, dass ich mich damit schwertue. Aber du musst es akzeptieren und dich darauf vorbereiten, dass es bergab gehen kann.

Das Beste zum Schluss

„Zenit“ – RAF Camoras neues Album Aufgenommen zum Teil in den Red Bull Studios Tokio (Bild), angekündigt vor tausenden Fans in Wien: Am 1. November erscheint RAF Camoras finales Album „Zenit“.

Hat das was mit dem Alter zu tun? Wenn ich 24 wäre, könnte ich sagen: Okay, wenn das jetzt wieder runtergeht, kann RAF Camora vielleicht noch mal zurückkommen. Aber irgendwann ist es auch eine Frage von Authentizität. Dann fragt man sich: Bin ich das noch, oder bin ich das nicht mehr? Jetzt bin ich’s noch. Aber am 18. 12. 2020, wenn ich das Kapitel schließen will, geh ich auf die 37 zu. Und das ist dann der Moment, wo ich sage: Bis hierhin war es super. Aber wenn ich weitergehen würde, wäre ich als RAF Camora nicht mehr hungrig genug. Stell dir vor, Kurt Cobain hätte noch mit fünfzig über den Hass der Jugend gesungen. Du warst Anfang des Jahres Teil der größten Tour, die Deutschrap je gesehen hat, mit mehr als 200.000 verkauften Tickets. Kann man da wirklich aufhören? Ist das nicht eine Sucht? Ich hör nicht auf, ich beende ein Kapitel als Künstler RAF Camora. Ich bin weiter Produzent. Ob dann auch noch meine Stimme zu hören ist, ob ich eine Band gründe, das wird sich alles zeigen. Ich lebe Musik, ich atme Musik, ich mach Musik, seit ich vier Jahre alt bin. Ich werde Musik machen, aber nicht das, was RAF Camora jetzt macht. 44  

Also auch keine Reue in Sicht, was diese Ent­ scheidung betrifft? Nein, der Wunsch, das Kapitel zuzumachen und ein neues zu öffnen, ist stärker. Ich bin auf Kommerzialität nicht mehr angewiesen. Ich hab mit Musik, die mir gefällt, so viel Erfolg gehabt, dass ich niemandem mehr was beweisen muss. Ich könnte danach Musik mit dem Xylophon machen und nur eine CD verkaufen, wenn mir das Spaß macht. Ich mach damit RAF Camora nicht kaputt. Das ist dann fertig, gestanden, der Stempel ist drauf. Ich kann’s nicht mehr zerstören. Im Gegenteil: Ich könnte viel mehr zerstören, wenn ich noch weitermachen würde. Verzichtest du auf Geld? Ja. Auf Millionen, mehrere Millionen. Was ist dir wichtiger: Geld zu machen oder ernst genommen zu werden? Ernst genommen zu werden. Hundertprozentig. Nicht die Leute auf der Straße, das ist mir scheißegal. Ich will mich selber ernst nehmen können. Ich hab die Phase von Selbsthass schon durch. Ich weiß, wie es ist, etwas zu machen, hinter dem du nicht stehen kannst. Dann stehst du vor dem Spiegel, und du hast nichts.

„Ich muss mich häuten. Sonst habe ich das Gefühl, stecken zu bleiben.“


Immer weiter: Auf der Suche nach neuen Perspektiven zog RAF Camora erst nach Marseille, dann nach Berlin.


Einer, der zu dem man aufschaut: Mit seiner Agentur fĂśrdert RAF Camora junge KĂźnstler.


„Würde ich mich heute als jungen Künstler ent­decken, würde ich mich in zwei Jahren zum Superstar machen.“ Erzähl von dieser Phase. 2012 hatte ich ein Hoch. Ich hab 20.000 Platten verkauft, hatte kurz danach ein Nummer-1-Album. Aber alles, was danach kam, waren Projekte, hinter denen ich nicht stand. Aber ich dachte, ich müsste sie machen. Ich war auch viel unerfahrener, hatte noch nicht meine Intuition von heute. Eines Tages bin ich aufgewacht, hab mein Handy genommen und mich gegoogelt. Ich hab mir die Bilder angeschaut und mir gedacht: Das bin ich nicht. In diese Situation werde ich nie wieder kommen. Wie bist du damals wieder rausgekommen? Ich hab meinem Manager gesagt: Sag alles ab. Ich muss mich finden. Danach kam eine Tiefphase, ich hatte nur noch 200 Euro, Stress mit dem Finanzamt. Da habe ich gemerkt: Die Musikwelt ändert sich, und ich bin vom alten Eisen. Cloudrap wurde plötzlich groß, Instagram und Streaming wurden immer wichtiger. Mir war klar, wenn ich da weiter dazugehören will, muss ich üben. Wie ein Boxer. Ich war jeden Tag im Studio. Ich hab bestimmt 50 bis 100 Songs auf­ genommen, von denen die Hälfte nie rausgekommen ist. Ich hab gearbeitet wie ein Tier, an meinem Flow, an meiner Technik. Damit hast du RAF Camora wiederbelebt, Ende 2020 wird es ihn endgültig nicht mehr geben. Was bringt dein neues Leben? Es gibt auch noch andere Ziele, eine Familie zum ­Beispiel. Vielleicht komm ich da mal weiter. Vielleicht kann ich das Leben, das ich jetzt führe, mal ­abschließen. Und schlaf nicht mehr jede Nacht im Hotel und in einer anderen Stadt. Du hattest im Leben immer wieder Einschnitte, bist mit fünfzehn nach Marseille gegangen, lebst seit zwölf Jahren in Berlin. Jetzt begräbst du RAF Camora. Brauchst du die Neuanfänge?

Ja, sehr. Ich muss mich immer wieder häuten. Sonst hab ich das Gefühl, stecken zu bleiben. Wenn ich etwas Neues mache, hab ich das Gefühl, ich will den Himmel aufbrechen. Als gebe es keine Grenzen. Das sind auch die Zeiten, in denen ich am besten schlafe. Du hast heute deine eigene Management-Agentur. Würdest du mit dem jungen Raf arbeiten, wenn du ihn finden würdest? Ganz ehrlich: Wenn ich mich heute finden würde, würde ich mich innerhalb von zwei bis drei Jahren zum Superstar machen. Ich war so hungrig, ich hab so viel gearbeitet. Hätte ich gute Ratschläge bekommen, hätte ich es viel früher geschafft. Aber ich glaub, dass alles einen Sinn hat. Vielleicht hätte ich es damals psychisch nicht verkraftet. Welche Ratschläge würdest du dir geben? Erstens die vier großen Regeln, die wir allen Künstlern mitgeben: 1. Misch weder Politik noch Religion in deine Musik. 2. Pass auf, mit wem du Sex hast. 3. Zahl deine Steuern, die können dich richtig fertig­ machen. 4. Pass auf mit Drogenkonsum. Aber das Wichtigste: Beschreib mit drei Worten, wer du bist. Und sei in allen drei Aspekten der Beste. Was sind die drei Worte bei dir? Rabe, Wien und Dancehall. Es gibt in allen drei Dingen niemanden, der stärker ist als ich. Niemand wird so sehr mit dem Raben-Symbol verbunden wie ich (zu sehen etwa auf Rafs rechtem Unterarm oder dem Albumcover zu „Zenit“; Anm.), niemand steht so sehr für diese Stadt und diese Musikrichtung wie ich. ­Zumindest im deutschsprachigen Raum. Zur Ankündigung deines neuen Albums bist du mit einem Speedboat über die Donau gefahren, tausende Fans standen am Ufer. Hast du nicht Angst, dass du solche Momente verpasst, wenn du das Kapitel RAF Camora schließt? Keine Frage, der Tag in Wien war Wahnsinn. Das war ein Support, eine Liebe von der ganzen Stadt, das war surreal. Wie auf Ecstasy, ich schwöre. Trotzdem glaube ich eher, ich verpasse etwas, wenn ich das Kapitel RAF Camora nicht schließe. Und es kommt ja noch was, bis zum 18. 12. 2020 geht es weiter. Ich werde in diesen anderthalb Jahren arbeiten, wie ich noch nie gearbeitet habe. Wie möchtest du, dass man sich an RAF Camora erinnert? Er hat alles zerlegt. Instagram: @raf_camora

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INNOVATOR

E-Mobilität

Was lange währt …

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ehr als 1600 Kilometer mit dem Auto fahren, ohne tanken zu müs­ sen? Das könnte 2020 Realität sein: mit dem Aptera, dem „effizientesten Elektroauto der

… auch lange fährt. Der neue Aptera soll das reichweiten­ stärkste Elektroauto werden. Und mit Durchhalte­vermögen kennt sich der Gründer bestens aus. Die Vorderräder des Aptera treibt je ein Elektromotor an.

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STARTPIONIEREUPS, U GENIALE ND ERFINDU NGEN

Welt“, wie es Chris Anthony, CEO des gleichnamigen Unter­ nehmens, tituliert. Im Ver­ gleich dazu: Der stärkste Tesla schafft nur knapp 600 Kilometer mit einer Akkuladung. „Den meisten Transport­ mitteln fehlt es an Effizienz“, so Anthony. Diese garantiert der US-Amerikaner dank einer von Artificial-IntelligenceAlgorithmen optimierten Kunststoff-Leichtbauweise und einzigartiger Aerodyna­ mik. So soll der futuristische Aptera (optisch halb U-Boot, halb Raumschiff) samt seinem

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Nachhaltigkeit

IN ALLER KÜRZE STOFFWECHSEL „Das Problem der meisten Transportmittel ist fehlende Effizienz. Zeit, das zu ändern!“

Der Saubersurfer Wellenreiten vs. Wegwerfkultur: wie ein USAmerikaner mit seinem Kaffeebecher-Surfboard Menschen zum Umdenken bewegen will.

Wer die Welt ver­ ändern will, muss ihre Bau­steine neu anordnen – zwei Beispiele:

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erallgemeinernd gesagt setzen sich Surfer aufgrund ihrer Leidenschaft fürs Wasser gern für die Umwelt ein. Dass ihre Boards allerdings aus nichtwiederverwertbaren Materialien mit gewaltigem ökologischem Fußabdruck hergestellt werden, wird oft vergessen. Deshalb hat sich Surfer Korey Nolan zum Ziel gesetzt, auf den verschwenderischen Umgang mit Ressourcen aufmerksam zu machen. Und zwar mit einem Surfboard aus 700 benutzten Kaffeebechern. Inspiriert wurde er dabei von den Unmengen an Einwegmüll in seiner Heimat im US-Bundesstaat New Hampshire. „Ich will zeigen,

Chris Anthony, CEO von Aptera, baut ein E-Auto mit 1600 km Reichweite.

WASSER AUS LUFT Die Maschine von Walter Kreisel, Unter­ nehmer aus Ober­ österreich, extrahiert Wasser aus ange­ saugter Luft und kann es auf Trinkwasser­ qualität aufbereiten. wkreisel.com

wie viel Abfall wir täglich erzeugen, sodass die Leute ihr Verhalten hinterfragen“, so der 32-Jährige. „Innerhalb von zehn Monaten habe ich mehr als 1000 Styropor­ becher gesammelt – nur von Freunden und Familie.“ Zur Herstellung des Bretts presste Nolan die Becher in eine Form und verschmolz sie mit einem biobasierten Epoxidharz. Damit will er aber keineswegs anregen, mehr Boards aus Kunststoffmüll zu fabri­ zieren. Vielmehr stellt er das Material per se in Frage: „Styropor gibt es seit achtzig Jahren, und jedes einzelne Teil ist noch immer da draußen – e­ s kompostiert nicht.“ Instagram: @koreytnolan

60-kWh-Akku nur 800 Kilogramm wiegen. Angetrieben wird der Dreiradzweisitzer von zwei Elektromotoren am vorderen Radpaar. Der Aptera ist zwar inno­ vativ, aber nicht ganz neu. Bereits vor mehr als zehn Jahren stellte das kalifornische Unternehmen einen Proto­ typen vor, ehe es 2011 pleite­ ging. „Es war eine andere Zeit“, so Anthony. „Jetzt gibt es Lieferketten und ein neues­ Bewusstsein.“ Und mehr Reichweite als die damaligen 160 Kilometer.  aptera.us

THE RED BULLETIN 

Mehr Inspiration für ­ ukunftsmacher gibt es Z im aktuellen INNOVATOR. Infos und Abo unter: ­redbulletininnovator.com

APTERA, MARTIN PRÖLL, FENX AG, KOREY NOLAN

ISOLIERUNG AUS ASCHE Ein nicht brennbarer Dämmstoff war das Ziel des Zürcher Start-ups FenX um Gründer Etienne Jeoffroy. Die Lösung: Schaum, ge­ wonnen aus der Asche von Industrieabfall. fenx.ch

Zurück zum Ursprung: Korey Nolan mit seinem aus alten Kaffeebechern hergestellten Surfboard in einer Dunkin’-Donuts-Filiale

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Hochleistungskunst Wie die Sportwissenschaft Ballett neu erfindet

Text MARK BAILEY Fotos RICK GUEST


74 Kilogramm leichtfüßige Power: der Londoner Meister­­ tänzer Matthew Ball

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Auf der Bühne: Schönheit und Grazie. Hinter den Fassaden: Schmerzen, Leistungsdruck, geschundene Körper, entzündete Muskeln. Jetzt macht eine neue Tänzergeneration des Londoner Royal Ballet die alte Tante Ballett zukunftsfit. Und nutzt dafür die neuesten Erkenntnisse innovativer Sportwissenschaft.

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enn Gemma ­Pitchley-Gale nicht gerade mit rosa Spitzenschuhen im Londoner Royal Opera House Pirouetten dreht, stemmt sie in der Kraft­ kammer gusseiserne Langhanteln. Die zierliche Tänzerin des welt­ berühmten Londoner Royal Ballet schafft im Kreuzheben 97,5 Kilo, also mehr als das Doppelte ihres Körpergewichts von 47 Kilogramm. „Die Leute halten uns für zerbrechlich“, sagt die Südlondonerin, „aber da liegen sie falsch.“ Beispiele gefällig? Ihre Kollegin Claire Calvert trainierte mit Squats und 100-Kilo-Gewichten für ihre Rolle als Zuckerfee im „Nussknacker“. Der Waliser William Bracewell schafft beim Wadenheben mit seinem eigenen Körpergewicht 45 Wiederholungen. Der Australier Alexander Campbell, ein weiterer Tänzer aus Pitchley-Gales Ensemble, bewegt während einer durchschnittlichen Fitness-Einheit insgesamt dreieinhalb Tonnen – das ist so viel wie ein vollbeladener Ford Transit. Und Matthew Ball, ein Liverpooler mit dem Aussehen eines Boygroup-Stars, legt sich für ­seine einbeinigen Kniebeugen das Vierfache ­seines Körpergewichts auf. „Muss sein“, sagt der 26-Jährige, dessen Adern bei jeder Geste dick am Bizeps hervortreten. „In der Aufführung

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­ irken bei jedem hohen Sprung 500 Kilogramm w auf meine Beine.“ Ballett mag eine hochästhetische Kunstform sein. Zugleich ist es aber eine Mordsschinderei: Für Klassiker wie „Schwanensee“, „Aschen­ brödel“ oder „Romeo und Julia“ proben die ­Tänzer sechs Stunden am Tag, dazu kommen vier Auftritte pro Woche. Die von blutigen Blasen, blauen Flecken und Schrammen gemarterten Füße der rund hundert Tänzer des Royal Ballet tanzen pro Jahr 12.000 Schuhe durch. Und da ist das, was als „richtige“ Verletzungen gilt – Dinge ab Bänderriss oder Verstauchungen –, noch gar nicht eingerechnet. Genau 6,8 solcher Blessuren sind es im Schnitt pro Jahr und Tänzer, genauso viel wie beim American Football. Am Morgen schlurft müde eine Kompanie schlaksiger Figuren mit markanten Wangen­ knochen in das luftige Probestudio – die Frauen in Tutus und Beinstulpen, die Männer in engen Shorts und weiten Oberteilen. „Zu dieser Tageszeit tut hier jedem alles weh“, sagt Pitchley-Gale und lacht. 75 Minuten Aufwärmen, dann beginnt die harte Arbeit, manchmal durchgehend von zwölf bis halb sieben. Von der Probe geht es direkt zum Auftritt, einer schillernden Feier vollendeter Körperbeherrschung vor 2250 Zuschauern. „Vor eins bin ich nie zu Hause“, sagt Campbell, „und um 9.30 Uhr beginnt schon die nächste Probe.“ Fast unglaublich: Bis vor kurzem wurden die körperlichen Belastungen, denen Balletttänzer ausgesetzt sind, nicht wirklich professionell ­untersucht. Erst 2013 eröffnete das Royal Ballet die Mason Healthcare Suite – eine hochmoderne Einrichtung mit 17 Sport- und Ernährungs­ wissenschaftlern, mit Physiotherapeuten, THE RED BULLETIN


Beweglichkeitstraining: Claire Calvert an ­einer  hochmodernen Gyrotonic-Maschine

­ asseuren und Psychologen. Ihr Ziel: bessere M Erholung, weniger Verletzungen, höhere Leis­ tungsfähigkeit. „Anfangs hat mich das Arbeitspensum der Tänzer richtiggehend schockiert“, sagt Klinik­ leiter Greg Retter, der zuvor britische OlympiaAthleten betreute. „Hochleistungssportler stim­ men ihre Form auf Saisonhöhepunkte ab. Doch Balletttänzer müssen permanent 100 Prozent ­geben, bei jeder Probe, mehrmals am Tag, von September bis Juni. Und manchmal studieren sie gleichzeitig sechs Choreografien ein.“ Das Ziel dieses brutalen Trainings nennt sich neuronale Plastizität, auf gut Deutsch also „an­ passungsfähiges Muskelgedächtnis“. „Niemand kann komplexe Bewegungsmuster so schnell und so gründlich verinnerlichen wie Balletttänzer“, sagt Retter. Ebendiese Fähigkeit macht Ballett so anspruchsvoll – und so ästhe­ tisch. „Ein Balletttänzer setzt jeden Schritt in makelloser Perfektion. Die Position jedes Arms, jedes Fingers ist in jeder Sekunde genau vor­ gegeben“, erklärt Calvert. Das Problem dabei: Unser Körper ist nicht fürs Balletttanzen geschaffen. „Schon die Grund­ THE RED BULLETIN 

stellung, das ‚en dehors‘ (die Ausdrehung der Beine, bei der Knie und Zehen nach außen zeigen; Anm.) ist einfach unnatürlich.“ Retters Team begann, Daten zu sammeln, von der Aufprallenergie bis zu Muskelaktivierungs­ mustern. Zum Einsatz kamen dabei die gleichen Kraftmessplatten, mit denen auch die Astro­ nauten der Europäischen Weltraumorganisation trainieren, dazu Sauerstoffmasken sowie Elektro­ myographie- und Herzfrequenzgeräte zur Mes­ sung der Muskelaktivität. Der nüchterne Blick der Sportwissenschaft förderte Erstaunliches zutage: Denn nicht nur Laktatüberschuss, Herzüberlastung und Sauer­ stoffnot sind Dauerbegleiter der Tänzer. Bei der Landung von Tanzfiguren müssen männliche Tänzer Kräften von bis zu 6000 New­ ton standhalten – um ein Fünftel mehr als bei ­einem Kinnhaken von Schwergewichtsboxer ­Anthony Joshua. Bei Tänzerinnen sind es 4000 Newton, mehr als ein knochenbrechendes Tackle im Rugby. Dazu kommt der Stress: In einer Aufführung kann der Laktatwert noch einmal um acht Pro­ zent ansteigen.   53


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och warum kamen Tänzer – anders als Sportler, Abenteurer und Soldaten, die seit Jahrzehnten von der Arbeit mit Sportwissenschaftlern profitieren – nie in den Genuss von professionellem Krafttraining, Ernährungstipps, Erholungsplänen oder tech­ nischen Innovationen? Und warum nahm man die Schmerzen und Verletzungen infolge unmenschlicher Belastun­ gen unwidersprochen in Kauf? „Ich habe 2005 meinen Abschluss an der ­Royal Ballet School gemacht, und in meiner Zeit dort hat man uns nur ein bisschen Pilates und Stretching angeboten“, sagt Pitchley-Gale. Während sie selbst einen Personal Trainer ­engagierte, gingen andere mit ihrem Körper ­weniger sorgsam um: Der damalige Solist Eric Underwood gab zu, dass er getrunken, geraucht und Burger gegessen hatte. Und der ukrainische Tänzer Sergei Polunin nahm sogar Drogen und feierte exzessive Partys.

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s war jedenfalls Zeit für einen Paradig­ menwechsel. Aber davor galt es, noch eine Hürde zu nehmen. Denn Tänzer sind keine Athleten, sondern Künstler, die durch den Ausdruck ihres Körpers Emotionen auslösen möchten. Klassische Werte wie Anmut und Eleganz haben für sie instinktiv mehr Be­ deutung als knallharte Daten wie Beinkraft oder Sprunghöhe. Dazu kommt die Tradition. Ballett entstand an den Renaissance-Höfen im Italien des 15. Jahrhunderts, und viele der berühmtesten Stücke stammen aus dem 19. Jahrhundert, ­darunter „Dornröschen“ (1890 uraufgeführt), „Der Nussknacker“ (1892) und „Schwanensee“ (1895). Bis heute dient Tradition den Tänzern auch als Inspiration. Doch sie grenzt auch die Möglichkeiten ein – und verhindert die Wei­ terentwicklung. Vielleicht hat Klinikleiter Greg Retter ja eine Perspektive gefunden, die beide Welten ver­ binden kann. „Kraft, Fitness, psychisches Wohl­ befinden und ausgewogene Ernährung sind kein Selbstzweck“, sagt er seinen Klienten, „sondern die Voraussetzung dafür, dass du eine komplexe Choreografie performen und deine Leidenschaft auf die Bühne übertragen kannst.“ Die Revolution brach nicht nur im Royal ­Ballet aus. Im Jahr 2012 taten sich mehrere britische Tanz-Institutionen und Universitäten zum Natio­ nal Institute of Dance Medicine and Science (NIDMS) zusammen, um die Forschung in dieser Disziplin zu fördern. Die Erkenntnisse waren ohne Übertreibung bahnbrechend: Eine Studie wies nach, dass ein Jahr Krafttraining die Verletzungshäufigkeit von Tänzern um 59 Prozent senkt. Eine andere, dass schon sechs Wochen Konditionstraining die ­tänzerischen Kernkompetenzen Bewegungs­ 54  



kontrolle, räumliches Bewusstsein, Timing und Rhythmusgefühl deutlich verbessern. Seit diese Daten auf dem Tisch liegen, kam es bei vielen aufgeschlossenen und ehrgeizigen Tänzern allmählich zu einem Umdenken gegen­ über ­Innovationen. „Ballett ist eine alte, fest in der Tradition verhaftete, stark formalisierte Kunstform. Aber das heißt nicht, dass wir nicht weiterlernen können“, sagt Ball. Im hauseigenen Fitnessstudio ist die Zeiten­ wende schon im Alltag angekommen. Jeden Tag schwingen hier fliegengewichtige Tänzer Kugel­ hanteln und Battle Ropes oder schwitzen beim Squat-Training mit schweren Gewichten. Das Krafttraining schützt sie vor Muskelverletzungen, fördert die Knochengesundheit, verbessert die Sprungkraft und hilft beim Abfedern der Aufprallenergie. Damit die Grazie beim Muskelaufbau nicht verlorengeht, wenden die Sportwissenschaftler innovative Techniken an. Kraftmessplatten messen die Explosivkraft, Langhantel-Sensoren Geschwindigkeit und Wie­ derholungen. „Ich dachte, ich würde im Fitnessstudio dicke Beine kriegen. Aber wir trainieren intelligent, damit genau das nicht passiert“, verrät Calvert. Als ideal erwiesen sich schwere Gewichte und wenige Wiederholungen, die mit hoher Ge­ schwindigkeit ausgeführt werden. Denn das ­maximiert die Kraft durch effizientere Muskel­ kontraktion und stärkere elektrische Impulse in den Muskelfasern – ohne dass dabei dicke Muskelpakete entstehen. Der Effekt? „Ich stecke die Proben jetzt viel besser weg als früher“, sagt Bracewell, „und ­meine Kreuz-, Sprunggelenks- und Knieprobleme sind fast völlig verschwunden.“ Auch auf der Bühne merkt er einen deut­ lichen Unterschied. „Wenn du beim Kreuzheben Gewichte gehievt hast, die fünfmal so schwer sind wie deine Tanzpartnerin, werden Hebe­ figuren plötzlich zum Kinderspiel.“

AUSDAUER: Claire Calvert Als Erste Solistin (der Rang knapp unter der Haupttänzerin, Anm.) spielte Calvert unter ­anderem die Fliederfee in „Dornröschen“. 2013 erlitt sie eine osteo­ chondrale Läsion, eine kleine Knorpelverlet­ zung am Sprunggelenk. Der mit betroffene Mus­ kel schrumpfte auf die Hälfte seiner normalen Größe und hinterließ ein 1,5 Zentimeter großes Loch im Knorpel. Um Gelenke und Muskeln zu stärken, machte sie Kreuzheben und Knie­ beugen mit schweren Gewichten. „Ich trai­ niere, seit ich elf bin“, sagt die 31-Jährige, „aber jetzt weiß ich erst, wie sehr Fitness­ training mir hilft, eine bessere T ­ änzerin zu werden.“

„Unser Körper ist anpassungsfähig“, sagt Claire Calvert, „aber niemand ist fürs Ballett geboren.“

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muscle to Calvert half its vereint normal Claire size and leaving 1.5cm geballte Kraftamit ge­ holeradezu in the cartilage. She übermensch­ started doing heavy licher Biegsamkeit.


FITNESS: Alexander Campbell Der 32-jährige Primo­ ballerino aus Sydney spielte schon berühmte Rollen wie den Prinzen im „Nussknacker“. „Du wirst besser, je mehr du trainierst. Aber umso schlechter, je müder du bist“, sagt er. Darum trainiert er am Ruder­ gerät und gleicht dabei sein Pensum an die Ansprüche bevorstehender Rollen an. „Ich kam mit fünf Jahren zum Ballett, spielte aber auch Aus­ tralian Football, Cricket und Fußball. Als ich zum ersten Mal Recovery Boots und Eisbäder ­vorschlug, hielten mich alle für verrückt. Jetzt verwenden wir sie die ganze Zeit.“

Primoballerino Alexander Campbell ist Teil der sport­ wissenschaftlichen Revolution.


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uch Matthew Ball, der Nachwuchsstar der neuen Tänzergeneration, findet, dass Krafttraining das Niveau seiner Darstellung deutlich verbessert hat: „Ich liebe hohe Sprünge – und Squats mit ­schweren Gewichten sind dafür die perfekte Vor­ bereitung.“ Doch wie genau hilft die technologische Unter­ stützung, die Bühnen-Performance des Royal Ballet zu verbessern? Elektromyographie-Tests helfen den Tänzern, eher vernachlässigte, fußstabilisierende Muskeln wie den medialen Gastrocnemius (auf der Rückseite der Wade; Anm.) zu stärken. Kraftmess­ platten zeigen, wie man schonender landet. Und dank der Herzfrequenz-Tests kann sich ­jeder Tänzer sein Fitnessprogramm perfekt ­maßschneidern lassen. Eine wichtige Rolle spielt auch die Re­ generation. Mit Gyrotonic-Maschinen trainiert man durch ein Seilsystem die Dehnbarkeit. Für die Kältetherapie werden die gleichen „Game Ready“-Beinwickel eingesetzt, die auch die Fuß­ baller von Manchester City verwenden. Und ­aufblasbare RP-X-Erholungsstiefel pressen nach den Proben und Trainings die Milchsäure aus den Muskeln. „Du fühlst dich, als würde wieder frisches Blut durch deine Beine pumpen“, sagt PitchleyGale. All diese Aktivitäten werden mit „Smarta­ base“ überwacht, einer Datenanalyse-Plattform, die auch von dem National-Football-LeagueTeam Dallas Cowboys verwendet wird.

­ eitertanzen“, sagt Calvert. Inzwischen folgen w die Tänzer den ausgeklügelten, tanzgerechten Ernährungsplänen von Royal-Ballet-Diätologin Jacqueline Birtwisle. Sie hat schon für das ­Rugby-Team Leicester Tigers und den Ruder­ verband British Rowing gearbeitet. Um ihren enormen Energiebedarf zu decken, essen die Tänzer leicht verdauliche Lebensmittel wie Porridge, Rührei, Risotto, Hummus, Salat, ­griechischen Joghurt, Baked Beans oder Buddha-­ Bowls. Dann Omega-3-reiche Fische wie Lachs, Makrele, Sardelle, Sardine und Hering, um die Muskelregeneration zu unterstützen. Und ge­ kocht wird mit Oliven- statt Sonnen­blumenöl, um Entzündungen vorzubeugen.

Balletttänzer haben das gleiche Verletzungsrisiko wie American-Football -Spieler.

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och Balletttanzen ist nicht nur harte körperliche Arbeit. Auch Psychologie und Neurowissenschaft können dich zum besseren Tänzer machen. So hilft die Arbeitspsychologin Britt Tajet-Foxell den Künstlern, negative Gedanken mit positiven ­Bildern zu überblenden. Eine Tänzerin verglich ihren verletzten Knö­ chel zum Beispiel mit einem gebrochenen Zweig – und lernte, sich beim Gedanken daran lieber Bilder von fließendem Wasser und einem blauen Himmel vorzustellen. „Nach einem Beinbruch hatte ich Angst vor den Landungen“, erinnert sich auch Pitchley-Gale, „jetzt habe ich gelernt, in solchen Situationen gezielt an frühere Erinnerungen erfolgreicher Auftritte anzuknüpfen.“ Auch gegen allgemeinen Stress gibt es einen Trick: Die Tänzer werden angewiesen, die ver­ schiedenen Bereiche ihres Lebens – wie Ballett, Familie, Finanzen – in imaginäre Räume auf­ zuteilen und diese „aufzuräumen“, einen nach dem anderen. Der hektische Probenplan macht auch die Planung regelmäßiger und ernährungsphysio­ logisch einwandfreier Mahlzeiten zur Heraus­ forderung. „In 15 Minuten Pause kannst du dir kein Menü reinschieben und danach sofort THE RED BULLETIN 

Während einer durchschnittlichen WorkoutSession stemmt Campbell in Summe das Gewicht eines Klein­transporters.

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Bracewells RP-X Recovery Boots ­verbessern mittels Muskelkompression die Durchblutung nach dem Training.

PRÄZISION: William Bracewell Der in Swansea ge­ borene 28-jährige Erste Solist ist es gewohnt, schwierige Rollen zu übernehmen. Aktuell spielt er an ausge­ wählten Terminen die ­Hauptrolle in der RoyalBallet-Produktion von „Romeo und Julia“. „Am härtesten war ‚Obsidian Tear‘ (Ballett von 2016 von Choreograf Wayne ­McGregor, Anm.)“, sagt Bracewell. „Diese 25 Tanzminuten waren unfassbar intensiv.“ Sein Ernährungsplan für eine optimale Performance: „Zwei Stunden vor einer Show Pasta für die Ener­ gie. Und danach Pro­ teine, um die Muskeln zu reparieren.“ Bracewell lernte auch Visualisie­ rungstechniken. „Ballet­ te sind sehr verschie­ den“, sagt er. „Ich stelle sie mir als unterschied­ liche Gebäude vor. Im Buckingham Palace ­benimmst du dich ja auch anders als in einer Lagerhalle. So zu den­ ken hilft mir, mich zu konzentrieren.“


KRAFT: Gemma Pitchley-Gale Als „First Artist“ ist die 32-Jährige aus ­Südlondon ein hoch­ rangiges Mitglied des Corps de Ballet, das auf der Bühne auf­ wendig choreografierte Gruppentänze aufführt. ­Neben anmutigen Posen und Backstage-Selfies finden sich auf ihrer ­Instagram Site auch ­Videos vom Gewicht­ heben im Fitnessstudio. „Keine Ballerina will wie eine Bodybuilderin aussehen. Doch wenn man es richtig macht, wird man stärker, ohne Muskelpakete zu bekommen. Ich fordere meinen Trainer immer dazu auf, auf der Beinpresse mehr Scheiben draufzulegen, und er kann es kaum fassen, welche Gewichte ich ­heben kann.“

„Die meisten Leute haben keine Vorstellung davon, wie viel Kraft in uns steckt.“   59


Oben: Gemma PitchleyGale trainiert ihre Kraft am hochmodernen Pilates-Reformer. Rechts: Claire Calvert schafft Kniebeugen mit mehr als dem Doppelten ihres Kรถrpergewichts.


Gut gegen Lampenfieber: Erinnerungen an erfolgreiche Auftritte von früher

Nach der Vorstellung, wenn es zu spät für schwer verdauliches Essen ist, wird die verbrauchte Energie durch Erdnussbutter- und Milchshakes ersetzt. Und weil die Tänzer so viel Zeit in geschlos­ senen Räumen verbringen, wird zusätzlich ­Vit­amin D verabreicht. Es verbessert nicht nur das Immunsystem, sondern steigert auch die ­iso­metrische Kraft der Tänzerinnen und Tänzer, die man mit „statischen“ Übungen wie dem Planking verbessert – um sagenhafte 18,7 Prozent.

PHOTOGRAPHIC ASSISTANT: FRANKIE LODGE

G

egen Ende unseres Besuchs führt uns Retter zu der überwältigenden Bühne des Royal Opera House. Sie befindet sich hinter einem drei Tonnen schweren purpurroten Vorhang. Und erinnert ihn täglich nachdrücklich daran, worum es in seiner Arbeit wirklich geht: um tänzerische Exzellenz vor ­einem kritischen Publikum. „An den historischen Errungenschaften des Royal Ballet ist nicht zu rütteln“, sagt er. „Unsere Aufgabe besteht also nicht darin, das Ballett zu verändern, sondern die Tänzer bei ihrer Performance zu unterstützen. Sportler federn ihre ­Landungen in der Hüfte, den Knien und den Knöcheln ab. Aber im Ballett musst du mit gestreckten Beinen landen. Das können wir nicht ändern. Aber wir können die Tänzer stärker ­machen, damit sie solche Belastungen besser aushalten.“ Den objektiv belegbaren guten Ergebnissen zum Trotz sind nicht alle Tänzer von den neuen Ideen und wissenschaftlichen Ansätzen angetan. „Der Konflikt schwelt noch immer, doch er polarisiert nicht mehr so stark wie früher“, räumt Retter ein. „Erstens, weil angehende Tänzer der Royal Ballet School früh lernen, wie wichtig ­körperliche Leistungsfähigkeit ist. Und zweitens, weil auch Startänzer einsehen, dass ihr künst­ lerischer Ausdruck durch die neuen Methoden nicht beeinträchtigt, sondern verbessert wird.“ In dieser Saison meldeten sich 80 Prozent der Tänzer für freiwillige Tests in der Mason Healthcare Suite an – so viele wie nie zuvor. „Und nicht nur das. Sie nahmen die Ergebnisse ernst und steckten sich Ziele. Zum Beispiel wollten sie ihre maximalen Sprunghöhen verbessern, nachdem sie dazu Feedback vom künstlerischen Personal und Royal-Ballet-Direktor Kevin O’Hare erhalten hatten. Ich erlebte zum ersten Mal THE RED BULLETIN 

FOKUS: Matthew Ball Im März 2018 kam ein Anruf vom Direktor des Royal Ballet: Der Erste Tänzer David Hallberg hatte sich verletzt. Ball musste für die Haupt­ rolle des Albrecht in ­„Giselle“ einspringen, obwohl er sie bis dahin nur einmal getanzt hat­ te. „Wenn du keine Wahl hast, folgst du deiner ­Intuition“, sagt Ball. Er wurde später zum Haupttänzer befördert und ist nun an ausge­ wählten Terminen in der Hauptrolle von „Romeo und Julia“ zu sehen. „Ich nahm ein Taxi, zog mich um, ließ mein Make-up machen und war weni­ ger aufgeregt als sonst.“ Ball entwickelte Strate­ gien, um sich auf der Bühne besser zu kon­ zentrieren. „Dein Hirn braucht etwas Vertrau­ tes. Wenn mein Herz pocht, lege ich meine Hand darauf und fokus­ siere meine ganze Ener­ gie auf diese Stelle.“

e­ inen regelrechten Austausch und nicht nur das bloße Aufzeigen von Schwachstellen, die es zu verbessern gilt.“ Das Fazit: Auch weiterhin wird das Talent wichtiger sein als die Wissenschaft, wenn es um die Umsetzung künstlerischer Ästhetik geht. Doch wenn es die Aufgabe eines Tänzers ist, die Grenzen seines Körpers auszuloten, um damit emotionale Reaktionen im Publikum auszulösen, wenn er damit Athletik zur Kunstform erhebt – dann kann Wissenschaft dabei helfen. „Ein Läufer muss einfach nur laufen“, sagt Calvert. „Aber wir müssen uns präzise bewegen, gut aussehen, überzeugend lächeln und beim Zuschauer Gefühle erzeugen – selbst wenn wir am Ende fast draufgehen. Kniebeugen helfen mir nicht, wenn ich dreißig Fouettés (das ist eine schnelle Drehung, bei der ein Bein zum Knie an­ gewinkelt wird; Anm.) machen will. Ich muss ja die Abfolge genau üben. Aber ich habe Kraft und Vertrauen dazugewonnen und kann mich deshalb besser auf die Handlung oder meine Rolle konzentrieren.“ Und davon haben nicht nur die Tänzer etwas – sondern letztlich auch das Publikum. roh.org.uk

  61


ERLEBNIS WELT

Die Lut-Wüste im persischen Hochland bei Yazd: „Die Stille ist unbeschreiblich. Hier gibt es nichts zu sehen. Die Wüste kann man nur erleben.“

RAST UND RUHE

Oben: Stephan Meurisch und sein 30-Kilo-Rucksack, das Gepäck für vier Jahre. Rechts: der lange Marsch durch Kappadokien in der Türkei

62  




Von München in den Himalaya marschieren? Ohne einen Cent in der Tasche? Der Elektriker und Versicherungsvertreter STEPHAN MEURISCH hat genau das getan, sich einfach auf den Weg gemacht. Diese Reise hat sein Leben verändert. Text ANDREAS WOLLINGER Fotos STEPHAN MEURISCH

MÜNCHEN DEUTSCHLAND START

LHASA TIBET ZIEL

ZU FUSS NACH TIBET GETTY IMAGES

HEHRES ZIEL

Der Potala-Palast über Tibets Hauptstadt Lhasa: Das Erreichen des Zielpunkts war nicht ganz so er­ hebend wie gedacht.

  63


DEUTSCHLAND

WIEN

ETAPPE 1 VON DEUTSCHLAND ZU FUSS IN DIE TÜRKEI

MÜNCHEN O KM

Die Route ist vorgezeichnet, das Pensum mit 16 Kilometern täglich klar anberaumt. Doch dann kommt etwas dazwischen: das echte Leben.

S

tephan Meurisch zu treffen ist gar nicht so einfach. Er ist nämlich schon wieder unterwegs, diesmal von Darmstadt in die Schweiz, natürlich zu Fuß und selbstverständlich ohne Geld, alte Gewohnheit. Also kann er nicht so genau sagen, wo er sich an einem bestimmten Tag zu einer vereinbarten Uhrzeit befindet. Geschätzt: irgendwo im Raum Karlsruhe. Eine Art Schnitzeljagd also, mit spannenden ­Positionsmeldungen, die über das Handy eintrudeln. Unsere Wege kreuzen sich dann in einer Pizzeria in Ziegelhausen, einem verschlafenen Vorort von Heidelberg. Wir wollen uns mit Stephan unterhalten, weil er eine Geschichte zu erzählen hat, die einem schon beim ersten Hinhören den Atem raubt: Er ist 2012 von München aufgebrochen, um nach Tibet zu gehen. Mit einem 30-Kilo-Rucksack auf dem Buckel, aber null Geld im Hosensack. 13.000 Kilometer, durch 13 Länder, von denen er vorher nicht mehr als eine vage Vorstellung hatte. Wie um alles in der Welt kommt ein Endzwanziger, gelernter Elektriker, später Versicherungskaufmann, auf so eine Idee? Der Gedanke, sagt Stephan Meurisch, ein freundlicher Riese mit wachen Augen, Glatze, Bart und randloser Brille, habe sich langsam ent­ wickelt. 2009 ist er mit seiner damaligen Freundin den Jakobsweg gegangen. Er wollte dabei bloß heraus­ finden, „was so spannend daran sein kann, 800 Kilo­ meter durch Spanien zu laufen“. Die ursprüngliche

ERFAHRUNG 1

„ DIE WELT IST NICHT SO SCHLECHT, WIE SIE AUSSIEHT, WENN MAN ZEITUNG LIEST ODER DEN FERNSEHER AUFDREHT.“ 64  



BRATISL AVA

SALZBURG

ÖSTERREICH

BUDAPEST

UNGARN

Skepsis habe sich aber schnell verflüchtigt, erzählt Stephan. Als besonders aufregend empfand er es, „ins Blaue hineinzugehen und nicht zu wissen, wo man am Abend schlafen wird“. Wenn man es schafft loszulassen, sagt Stephan, und sich zu sagen: das wird schon irgendwie, dann wirkt dieses Vertrauen in Gott und die Welt ungeheuer befreiend. Auf dieses Lebensgefühl wollte er nicht mehr verzichten. Und so nistete sich der Gedanke in seinem Kopf ein, einmal wirklich weit weg zu gehen, im Gegensatz zum Jakobsweg ohne jedes Netz. Zum Beispiel: nach Tibet. Exotisch, geheimnisumwittert, schwer zu erreichen: wunderbar! Weiters würde er ohne Geld durchkommen müssen, weil er damals schlicht keins hatte. Der Gedanke verfestigte sich nach und nach zu einer fixen Idee, dass es sich Stephan sein Leben lang nicht verziehen hätte, es nicht zu­ mindest versucht zu haben.

E

inen Tag nach seinem 31. Geburtstag, am 11. März 2012, machte sich Stephan Meurisch auf den Weg. Dass er dieses Datum lang vor­ her festgelegt hatte, war ganz wichtig, sagt er rück­ blickend. Sonst wären ihm noch tausend gute ­Gründe ein­gefallen, den Start noch einmal zu ver­ schieben. Die Umstände waren jedenfalls alles ­andere als gemütlich: Nieselregen, knapp über null Grad. Aber auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt. Der ursprüngliche Plan sah vor, Tibet innerhalb von zwei Jahren zu erreichen. „Ich habe eine Land­ karte genommen und mit einem lustigen Stift eine rote Linie gemalt“, erzählt der Weltenbummler von seiner Routenplanung. „Dann habe ich mir aus­ gerechnet, dass ich jeden Tag rund 16 Kilometer ­gehen muss, um es in dieser Zeit zu schaffen.“ Doch es kam alles anders. „Womit ich nicht gerech­ net hatte, war diese unfassbare Gastfreundschaft“, schildert Stephan. „Ich war ja von den Medien geprägt und ein bisschen auch von meiner Mutter. Wenn man den Fernseher einschaltet oder die Zeitung liest, dann entsteht ja ein bestimmtes Bild: da ein Attentat, dort ist eine Bombe hochgegangen, immer wieder Tote und Verletzte. Man könnte meinen, die Welt ist schlecht.“ THE RED BULLETIN


TAG 78, RUMÄNIEN

Entgegen aller Prophe­ zeiungen wurden die Menschen immer freund­ licher, je weiter Stephan in den Osten kam.

RUMÄNIEN

SIBIU TIMIȘOARA

1451 KM

BUKAREST 1847 KM

CONSTANȚA VARNA

BULGARIEN

ISTANBUL KIRKL ARELI

TAG 235, ISTANBUL

TRABZON

2708 KM

6205 KM

TÜRKEI

BURSA

SIVAS

Hier schien erst einmal Endstation zu sein. Alle Brücken über den Bosporus waren für Fußgänger gesperrt.

GÖREME 5000 KM

ANTALYA

TAG 529, GÖREME

Die 5000-KilometerMarke in Kappadokien: zusammengesetzt aus 529 Steinen – einer für jeden Tag, den Stephan bis dahin gebraucht hatte

Aber egal, wo Stephan hinkam: Überall wurde er mit offenen Armen empfangen. Zu Essen und Trinken und Übernachtung eingeladen, nein, genötigt. Überall musste er dann doch noch ein paar Tage länger bleiben. Und die Wege nach Tibet wurden verschlungener als gedacht. Entgegen allen Prophezeiungen wurden „die Menschen immer freundlicher, je weiter ich in den Osten gekommen bin“, was auch daran ­gelegen haben mochte, dass Stephan Meurisch die sanfte Ausstrahlung eines Wanderpredigers mitbrachte und eine Geschichte, die zu fesseln wusste. Ein deutscher Tourist auf dem Weg zu Fuß nach Tibet THE RED BULLETIN 

  65


ETAPPE 2 GEORGIEN, ARMENIEN, IRAN Meurisch geht weiter Richtung Osten seinen Weg. Erst Probleme mit dem Visum im Iran zwingen ihn, auf an­ dere Fortbewegungs­ mittel umzusteigen.

Fußweg Reise zu Fuß, per Anhalter, Bus und Zug

TAG 965, MEGHRI

Hinter diesem Pass wartet der Iran. Nach den all­ gegenwärtigen Alkohol­ exzessen in Georgien und Armenien bekommt die Leber ab sofort Urlaub.

Flugzeug

TIFLIS GEORGIEN

6983 KM

BATUMI ISTANBUL

TRABZON 6205 KM

ANK ARA

ASERBAIDSCHAN JEREWAN

MEGHRI

7631 KM*

MAKU

TÜRKEI

TEHERAN

HAMEDAN

IRAN

DORUD

IRAK

DEZFUL

ISFAHAN

YAZD

TAG 993, IRAN

Gemeinschaftliches Kochen ist hier weit verbreitet. Umrühren mit den großen Kochlöffeln bringt angeblich Glück.

– das kann was, da will jeder mehr davon. Auch die Präsenz in Social Media hilft gelegentlich. Jedenfalls brauchte Stephan das mitgeführte Zelt praktisch nicht. Und den Campingkocher schickte er noch vor Überquerung der Karpaten in Rumänien zurück nach München. Interessante Beobachtung: In jedem Land warnten ihn die Gastgeber eindringlich vor dem jeweils nächsten Land auf seiner Reise. Dort seien das Böse und das Verbrechen daheim, da müsse man aufpassen. „Irgendwann“, sagt Stephan und lacht, „hab ich nicht mehr darauf gehört, weil ich stets andere Erfahrungen gemacht hatte.“ So wie sich überhaupt alles, wovor er sich anfangs gefürchtet hatte, als entweder nicht so schlimm oder gar als großes Geschenk herausstellte. Zum Beispiel 66  



erwies sich die Sorge, sich mangels Sprachkenntnissen nicht verständigen zu können, als unbegründet. Erstens lernt man eine Sprache durch die Langsamkeit der Fortbewegung relativ rasch – drei, vier Monate, und das Rumänische ist einem ebenso geläufig wie Türkisch. Und zweitens erkennt man – und hier kommt das Geschenk – die Bedeutung der Körpersprache. Wer darauf achtet, sagt Stephan Meurisch, dem fällt es viel leichter „zu entscheiden, ob man ­einer Person vertrauen kann oder nicht“. Ende Oktober, am 235. Tag seiner Reise, traf ­Stephan in Istanbul ein. Hier schien erst einmal EndTHE RED BULLETIN


TAG 993, IRAN

Vater und Sohn bei der Ernte. Nach dem langen Sommer herrscht hier Mitte November in der Land­ wirtschaft Hochbetrieb.

lien ihm in der Folge Übernachtungen in der ganzen Türkei über Monate hinweg sicherten). Den Weg nach Asien ebnete schließlich ein Journalist, der sich erinnerte, dass da ein Eisenbahn­ tunnel in Bau war, der unter der Meerenge hindurchführte. Durch diesen Tunnel – er wurde ein Jahr danach eröffnet – marschierte Stephan Meurisch weiter und fühlte sich dabei „wie der König der Welt. Ich dachte: Was soll mich jetzt noch aufhalten?“

E PA K I S TA N

ERFAHRUNG 2

„ ACHTE AUF DIE KÖRPERSPRACHE  –  SIE ERZÄHLT, WEM DU VERTRAUEN KANNST.“ INDIEN

MUMBAI station zu sein. Denn alle Brücken über den Bosporus sind für Fußgänger gesperrt – zu viele Menschen hatten sich von ihnen in Selbstmordabsicht in die Tiefe gestürzt. Nein, keine Ausnahme, no way. Drei Wochen zog Stephan alle Register: Er sprach beim deutschen Botschafter vor; er nahm mit Presse und Fernsehen Kontakt auf, bis er es zu so etwas wie einem C-Promi gebracht hatte; er malte ein Pappschild mit der Aufschrift „Umarmungen: 1 türkische Lira“ (umgerechnet etwa 40 Cent) und verdiente sich mit der originellen Idee nicht nur das Abendessen, sondern lernte auch eine Menge Leute kennen (deren Freunde und FamiTHE RED BULLETIN 

ineinhalb Jahre verbrachte der Weitwanderer in der Türkei, passierte im August 2013 in ­Kappadokien die 5000-Kilometer-Marke, schlug in Trabzon an der Schwarzmeerküste während der Überwinterung beinahe Wurzeln, bevor er im Frühjahr 2014 nach Georgien weiterzog. Eigentlich wollte er ja zu diesem Zeitpunkt schon am Ziel sein, aber inzwischen hatten sich die Prioritäten der Reise ziemlich verschoben. Nicht mehr das Erreichen des Ziels war jetzt das Wichtigste, sondern die Begegnungen mit Menschen, die Schönheit der Natur. Und als ihm im Iran ein Visum in die Quere kam – als Tourist darf man sich, wie sich herausstellte, maximal 90 Tage im Land aufhalten –, änderte Stephan Meurisch schweren Herzens seine Pläne. Um den Iran in dieser Zeit zu durchqueren, hätte er jeden Tag 40 Kilometer zurücklegen müssen, „da war mir wichtiger, Land und Leute kennenzulernen“. Also entschloss er sich, Teile der Strecke per Bus, Zug oder Autostopp zurückzulegen. Und als sie ihm an der pakistanischen Grenze eröffneten, dass der Transit nur in Begleitung eines ­bewaffneten Begleiters möglich sei, „hab ich Pakistan ausgelassen. Da hätte ich ein schlechtes Gewissen ­gehabt, wenn jemand sein Leben aufs Spiel setzt, um mich zu beschützen.“ Um über Pakistan drüber zu kommen, half nur noch ein Umweg: zurück in die Türkei und von Istanbul aus mit dem Flieger nach Indien. Von welchem Geld? „Mit dem, das ich mir in der Türkei als Sprachlehrer verdient und gespart hatte.“ Indien war dann eine einzige Herausforderung. Vor allem mental. Das fängt damit an, „dass du an der Grenze deine Privatsphäre abgibst. Du hast ständig sechs, sieben, zehn Leute hinter dir her, die folgen dir bis aufs Klo.“ Was Stephan Meurisch aber am meisten zu schaffen machte, war die auffällige Gleichgültigkeit dem Leben gegenüber. „Da liegt ein Toter auf der Straße“, schildert er, „und ein Mercedes fährt vorbei, da sitzt einer mit einer goldenen Uhr drin. Das hat mich ­fertiggemacht.“ Nachsatz: „Drei Wochen lang hab ich versucht, das Land zu verstehen, irgendein System zu erkennen. Dann hab ich’s aufgegeben.“   67


ETAPPE 3 INDIEN, NEPAL UND TIBET

CHINA

DHARAMSAL A

LHASA

PA K I S TA N NEPAL

AGRA

Indien ist eine mentale Herausforderung, Tibet enttäuschend. Und das Ziel: ein Neubeginn.

KATHMANDU BHUJ AHMEDABAD

TAG 1329, LHASA

Flugzeug Rundreise in Indien

INDIEN

Reise zu Fuß, per Anhalter, Bus und Zug

MUMBAI

TAG 1139, BHUJ

Der Subkontinent war zwar schön bunt und sehr exotisch, überforderte Stephan jedoch etwas. „Da gibst du die Privatsphäre an der Grenze ab.“

Ü

ber Nepal erreichte der Weltenbummler nach knapp vier Jahren endlich Tibet. Eine ent­ täuschende Erfahrung: Alles, was ihm im Laufe der Reise wichtig geworden war – der Kontakt mit Menschen, die Begegnung mit einem Land –, ging in der chinesischen Provinz aufgrund behördlicher Auf­ lagen nicht. S ­ tephan musste sich einer Reisegruppe anschließen. Er bekam einen Aufpasser zur Seite ­gestellt. Außerdem war der Aufenthalt auf sieben Tage beschränkt. Abgesehen davon stellte sich langsam bodenlose Traurigkeit ein: „Es war wie bei einem spannenden Buch. Irgendwann willst du, dass die Geschichte ­immer weitergeht. Und niemals aufhört.“ Und am Ende die große Frage: Was jetzt?

ERFAHRUNG 3

„WENN SICH DIE PRIORITÄTEN VERSCHIEBEN, ÄNDERE DEINE PLÄNE.“ 68  



Wenn man sich schon einer Reisegruppe anschließen muss, dann macht man auch das volle touristische Programm mit.

KERAL A

Nach der Rückkehr (weil ihr fragt: Natürlich nicht mit dem Flugzeug, das wäre zu schnell gegangen. Per Anhalter) stellte sich schnell heraus: Die Reise hatte Stephan Meurisch derart verändert, dass an eine Fortführung des alten Lebens nicht mehr zu denken war. Ein halbes Jahr lang hat er versucht, in den All­ tagstrott zurückzufinden, jedoch vergeblich. Also hat er sich als „Weitwanderer, Abenteurer und Coach“ selbständig gemacht. Hat ein Buch ge­ schrieben, das dieser Tage veröffentlicht wird. Hält Vorträge darüber, wie man ohne Geld durch die Welt kommt und warum man mit dieser Methode mehr ­interessante Leute kennenlernt. Und nächstes Jahr geht er wieder auf Reisen, ­diesmal mit seiner Partnerin Lilian, einer Gestalt­ therapeutin und Performancekünstlerin. Die beiden wollen von Deutschland nach Gibraltar wandern und dann per Anhalter mit einem Segelboot die Küste von Südamerika erreichen. Von dort aus soll es zu Fuß weiter nach Peru gehen (die Idee dazu kam inter­ essanterweise von Lilian). Und wie lange soll die Reise diesmal dauern? Die Antwort kommt wie aus der ­Pistole geschossen. „So lange wir brauchen.“ Vermutlich heißt das: Es soll niemals aufhören.

Stephan Meurisch: „Ich geh dann mal nach Tibet“, 288 Seiten, € 18,50 Knesebeck Verlag

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SEITE 76

SEITE 92

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Diese Doku gibt dir Einblick in die Welt des FC Red Bull Salzburg.

Red Bull pLANet one: was Gamer beim DreiTage-Event erwartet

Präzise, funktionell, stilvoll – 26 Modelle für­jedes Handgelenk

REISEN

Die ultimative Erfahrung für passionierte WolkenKratzer: Skydiving am Mount Everest in Nepal SEITE 72

THE RED BULLETIN 

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Reisen

Der Sprung aus dem Helikopter bringt den heftigsten Adrenalinkick bei Everest Skydive.

SKYDIVING IM HIMALAYA

DU SPRINGST VOM DACH DER WELT Gibt es etwas Besseres als den freien Fall? Ja, sagt 8000-Sprünge-Veteran Tom Noonan: den freien Fall in Nepal, Aug in Aug mit den höchsten Bergen des Planeten.

W

enn du in 7000 Metern aus dem Heli springt, wirst du vor allem erst mal eins: richtig schnell. Ziemlich genau 210 km/h schnell. Den Sound dazu kannst du dir wie einen gigantischen Föhn vorstellen, und hättest du keinen Helm, wür-

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de es dir die Ohren 45 Sekunden lang richtig durchblasen. Denn so lange dauert der Fall. Okay, 7000 Meter sind überall auf der Welt 7000 Meter, und 210 km/h klingen überall auf der Welt gleich. Was genau diesen Sprung genau hier so unglaublich und krass

Tom Noonan ist in über 40 Ländern auf den Boden zugerast.

THE RED BULLETIN


guide

REISETIPPS

FÜR PASSIONIERTE WOLKEN-KRATZER

Dass man am Dach der Welt wandern kann, ist klar. Dass es hier halluzinogenen Honig und einen Zahnweh-Baum gibt, noch nicht.

Nepal Mt. Everest

Der Helikopter bringt die Teilnehmer auf Himalaya-Höhen von 7000 Metern.

Kathmandu Lukla

Im November hat es untertags durchschnittlich 15 Grad und regnet kaum – ideale Bedingungen für einen Nepal-Besuch und den Sprung mit Everest Skydive.

SEHEN Der Himalaya ist voll von exotischen Tieren. Hier Tom Noonans persönliche Auswahl. YETI „Der Glaube an den Yeti lebt. Das könnte an den angeblichen Yeti-Knochen liegen, die in einem Kloster in Pangboche a­ usgestellt werden.“

EXPLORE HIMALAYA TRAVEL & ADVENTURE

Trekkingparadies: Der Ort Namche Bazar liegt auf 3440 Metern.

macht, ist die Kulisse: Ich springe zwischen den höchsten Bergen der Welt in die Tiefe. Nirgendwo sonst gibt es einen so imposanten Orientierungspunkt; die Himalaya-Topografie scheint mich zu verschlucken. ­Damit das nicht wirklich passiert, ziehe ich die Reißleine, mein Fallschirm bremst mich auf 25 km/h runter. Die nächsten sechs ­Minuten bin ich auf Augenhöhe mit dem Everest, nur ein paar Kilo­meter von ihm entfernt. Ein friedlicher Sinkflug neben diesem Giganten lehrt dich Bescheidenheit. Es ist unbeschreiblich, etwas zu erleben, was nur wenige Menschen jemals erleben werden dürfen. Und dennoch fühlt es sich danach

THE RED BULLETIN 

„Ich ziehe die Reißleine, damit mich der Himalaya nicht verschluckt.“

SCHNEELEOPARD „Schneeleoparden triffst du selten – für mich okay, denn ich habe keine Lust, ihnen in freier Wildbahn zu begegnen.“ YAK „Massiv, gutmütig und wunderschön: Yaks tragen alles, wofür der Mensch zu wenig Kraft hat.“

ERLEBEN Es gibt kein Tabu in Kathmandu.

genauso gut an, auf 3780 Meter Seehöhe am Syangboche-Flugfeld wieder festen Grund unter den Füßen zu spüren. Warum? Auch nach 8000 Tandemflügen in mehr als 40 Ländern auf allen sieben Kontinenten der Welt ist da jedes Mal Erleichterung, wenn es wieder einmal gutgegangen ist. Ich flog schon über dem Great Blue Hole in Belize, dem Eis der

EHRE DEN ZAHNSCHMERZ-GOTT Um Vaisya Dev zu besänftigen, schlagen Einheimische eine Münze in den legendären Schrein aus Bangemudha-Holz. Hilft nicht? Die Nachbarschaft ist voll von Zahnärzten. KOSTE VOM HALLUZINOGENEN HONIG Der „Mad Honey“ aus dem Kathmandu-Tal enthält (für Menschen ungefährliche) Giftstoffe aus Rhododendronbäumen, senkt Stress und steigert angeblich die Potenz. ISS YAK-KÄSE Herkömmlicher Kuhmilchkäse stinkt im Vergleich zum Käse aus der Milch der Hochlandrinder ziemlich ab. Buchstäblich. ­Letzterer hat mehr herzfreundliche Fettsäuren.

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Reisen

guide

DER SPRUNG

I’M FREEEEEEE, FREE FALLIN’!

Perfekte Tracks für den Skydiving-Sound und Handzeichen, die man beim freien Fall aus dem Effeff beherrschen sollte.

HANDZEICHEN Weil man während des freien Falls keine Stimmen versteht, kommuniziert dein Guide via Handzeichen mit dir. Das erste solltest du dir besonders gut einprägen.

CHECK ARMS Bring Hände, Schultern und Kopf in W-Form.

ARCH Drück dein Becken Richtung Erde.

CIRCLE OF AWARNESS Achte auf die Umgebung, check den Altimeter.

HÖREN Mit dieser Musik stimmen sich Tom Noonan und sein Team auf den Heli-Sprung aus 7000 Metern ein. 1. JAMIROQUAI „Einmal hörten wir Jamiroquai, und plötzlich machte die halbe Gruppe den Line Dance. Egal was läuft, wenn die Leute dazu jammen können, ist es cool.“ 2. TRADITIONELLE GESÄNGE „Die Berge sind ein sehr spiritueller Ort voll unglaub­ licher Energie. Wir hören viel nepalesische Musik aus der Region und buddhistische Mantras.“ 3. STILLE „Die westliche Welt ist voller Lärm. Nicht so im Himalaya. Umgeben von Ruhe und Stille, gibt es für mich nichts Vergleichbares. Der Wind ist das Lauteste, was du hörst. Einfach unglaublich.“

74  



Arktis und Antarktis und den ­Pyramiden von Gizeh. Ganz besonders liebe ich möglichst ab­geschiedene Orte. Wenn ich schon am Boden bleiben muss, stecke ich mein Herzblut in die Organisation des jährlichen Nepal-Trips für Everest Skydive. Ganze elf Monate be­ anspruchen die Vorbereitungen in meinem Büro in Florida, und zwar jedes Jahr seit 2008. Je nach Wetter nehmen mein Team und ich im November oder Mai fünf bis zehn Teilnehmer mit auf eine Abenteuerreise zum ­Himalaya. Wir fliegen nach Kathmandu, erkunden für ein paar Tage die Stadt und fliegen weiter nach Lukla, dem Tor zum Everest. Wir trekken drei Tage durch Täler und auf Berge, jeden Tag eine Spur höher. So gewöhnen wir uns an die Höhe. Einfach rein­ fliegen und springen wäre unprofessionell bis gefährlich: Hypoxie (Sauerstoffmangel; Anm.) kann zu Ohnmacht führen. Das ist das Letzte, was man im freien Fall braucht. Wir finden, der Sprung macht mehr Spaß, wenn man ihn sich ­erarbeitet. Darum haben alle, die mit uns gehen, eine Woche Abenteuer hinter sich. Die Skydives

sind die Belohnung für die Strapazen. Und die Anstrengung lohnt sich jedes Mal. Die erste Begegnung mit dem Mount Everest vergisst man nie. Ich weiß noch, wie ich ein Teehaus über Namche Bazar überflog. Vor mir ein zehn Kilometer langes Tal, an dessen Ende thront das Dach der Welt. Die Einheimischen aus Nepal, die Bauern und Hirten, glauben, dass die Berge Göttinnen sind, die sie beschützen. Das ganze Gebiet ist spirituell, das überträgt sich. Vor jeder Expedition halten wir eine religiöse Zeremonie namens „Puja“ ab, bei der ein Lama – nicht das Tier, sondern ein Priester – unsere Ausrüstung segnet. Bevor ich 2006 mit 32 hauptberuflich Skydiver wurde, hatte ich bei einer Bank in Boston ­ge­arbeitet. Aber mein Held war ­immer Indiana Jones. Wie er weit weg von zu Hause in Ärger gerät, Spaß hat, das Leben auskostet und dann, als ob nichts gewesen wäre, wieder für seinen Alltagsjob heimkehrt. Kenn ich. Ich hab noch immer ein Büro, in das ich zurückkehre. Aber mein Herz ist bei den Menschen in Nepal. everest-skydive.com; explorehimalaya.com

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PULL Zieh sofort an der Reißleine deines Fallschirms.

PIERS MARTIN

Immer wieder ein gutes Gefühl: die seidenweiche Landung am Syangboche-Flugfeld


DER TRAUM VON DER CHAMPIONS LEAGUE PERSÖNLICH. EMOTIONAL. HAUTNAH.

DIE DOKU-SERIE ÜBER DEN FC RED BULL SALZBURG JETZT KOSTENLOS AUF A1NOW.TV/JEDERMANN DIE GESAMTE STAFFEL GIBT ES AB 28.10. UNTER REDBULL.COM/JEDERMANN

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FUSSBALL-DOKU

WIRF EINEN BLICK HINTER DIE KULISSEN

DOKU-TALK

EMOTION IN SERIE

Fränky Schiemer, einer der Protagonisten der Doku, verrät, was die Seher erwarten dürfen.

Die Doku-Serie „JEDER.MANN – Des is Soizburg!“ zeigt den FC Red Bull Salzburg auf dem Weg in die UEFA Champions League – und dabei Backstage-Details der Bühne Fußball.

SPÄTE GENUGTUUNG „Bei den Bildern aus der ­Qualifikation stellt es mir die Ganslhaut auf. Unglaublich, dass wir es so oft nicht ge­ schafft haben. Grausame ­Zeiten! Umso schöner, dass wir nun endlich in der Cham­ pions League dabei sind.“ NEUE MARSCH-ROUTE „Jesse Marsch steht als ­neuer Trainer im Fokus der Doku. Er ist aber ein Team­ player. Und hat es geschafft, in den neuen Spielern und im Staff einen Spirit zu wecken und schnell eine funktio­ nierende Gruppe zu formen.“

Lampenfieber

Die Handlung der acht gut zwölfminütigen Episoden, kurz erklärt: Nach elf gescheiterten Versuchen

76  



hat sich Red Bull Salzburg erstmals fix für die Champions League qualifiziert. Doch Meister-Coach Marco Rose und wichtige Spieler haben den Verein verlassen. Ob die ­Qualität des Teams für die große Aufgabe reicht, wird hinterfragt.

ECHTE EMOTIONEN „Für die Kameras verstellt hat sich niemand. Mit der Zeit gewöhnst du dich daran, ge­ filmt zu werden, und vergisst darauf. Wenn ich etwa an die ­erste Folge denke, gibt es ­einige Passagen von mir, die man besser hätte heraus­ schneiden sollen.“ (Lacht)

Festspielzeit

Nun bleiben Neo-Trainer Jesse Marsch und seinem Betreuerteam nur 13 Wochen Zeit, um die Neuzugänge optimal in das Team zu integrieren. Und alles dafür zu tun, dass es auch auf der größten­­ ­internationalen Fußballbühne Salzburger Festspiele geben wird. „JEDER.MANN – Des is Soizburg!“: eine Folge wöchentlich bei A1now.tv, alle Folgen gesammelt plus Bonusmaterial ab 28. 10. unter redbull.com/jedermann

„Bei den Bildern stellt es dir die Ganslhaut auf.“ Fränky Schiemer, 33, Ex-Fußballer, heute ­Co-Trainer in Salzburg

THE RED BULLETIN

MARKUS BERGER (4), GEPA PICTURES

M

anchester City hat eine. Borussia Dortmund hat eine. Und pünktlich zum Champions-League-Start zieht der FC Red Bull Salzburg mit den nunmehrigen Konkurrenten in der Fußball-Königsklasse sozusagen gleich – als Protagonist einer eigenen ­Doku-Serie. Deren Titel: ­„ JEDER.MANN – Des is Soizburg!“. Damit spielt man nicht nur auf das weltberühmte Theaterstück der Salzburger Festspiele an, sondern auch auf das Grundprinzip des Vereins, in dem „jeder Mann“ seinen Teil zum Erfolg beiträgt.

Ob im Spielertunnel, in der Kabine, im Mannschaftsbus oder im Raum der Physiotherapeuten – die Doku-Serie „JEDER.MANN – Des is Soizburg!“ liefert einzigartige Einblicke in die Welt des Fußballs.

CHRISTIAN EBERLE-ABASOLO

EXKLUSIVE EINBLICKE „Im Fußball ist die Kabine für Externe eigentlich tabu. ­Darum ist es für die Seher so cool. Sie sind überall dabei, bekommen neue Einblicke und ein Gefühl, was alles hin­ ter dem Spiel steckt, das sie dann im Stadion sehen.“


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OLYMP.MEN

OLYMPMEN

O LYM P FA C H H Ä N D LE R 1010 Wien Peek & Cloppenburg 1060 Wien Kleider Bauer 1070 Wien Peek & Cloppenburg 1140 Wien Kleider Bauer 1160 Wien Kleider Bauer 1200 Wien Tom’s Männermode 1210 Wien Kleider Bauer 1220 Wien Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg 1300 Wien-Schwechat OLYMP Shop Flughafen 2020 Hollabrunn Modehaus Schneider 2130 Mistelbach Kleider Bauer 2201 Gerasdorf Peek & Cloppenburg 2334 Vösendorf Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg 2700 Wiener Neustadt Kleider Bauer 2752 Wöllersdorf Modehaus Sorelle Ramonda 3100 St. Pölten Kleider Bauer 3107 St. Pölten Kleider Bauer 3240 Mank Kaufhaus Anderle 3250 Wieselburg Steinecker Moden 3263 Randegg Steinecker Moden 3300 Amstetten Steinecker Moden 3331 Kematen a. d. Ybbs Trend Moden 3340 Waidhofen a. d. Ybbs Herrenmode Pöchhacker 3485 Grunddorf Fest- u. Modewelt Pichler 3500 Krems Kleider Bauer • Steinecker Moden 3580 Frauenhofen/EKZ Horn Modehaus Zach 3910 Zwettl Steinecker Moden 3950 Gmünd Shopping Center Ruzicka 4020 Linz Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg 4053 Haid OLYMP Store Haid Center 4066 Linz-Pasching Peek & Cloppenburg 4070 Eferding Modehaus Stöcker 4150 Rohrbach Fussl Modestraße 4240 Freistadt Fussl Modestraße • Kolm-Moden 4300 St. Valentin Modehaus Kutsam 4311 Schwertberg Modehaus Kutsam 4320 Perg Kolm-Moden 4400 Steyr Kleider Bauer 4400 Steyr/EKZ Hey Steinecker Moden 4470 Enns Damen- u. Herrenmode Schmid 4522 Sierning Modehaus Kutsam 4540 Bad Hall Modehaus Kutsam 4560 Kirchdorf a. d. Krems Modehaus Kutsam 4600 Wels Kleider Bauer 4810 Gmunden Herrenmode Schönleitner 4840 Vöcklabruck Kastner & Öhler 4910 Ried i. Innkreis Fussl Modestraße • Kastner & Öhler 5020 Salzburg Kleider Bauer • OLYMP Store Europark 5020 Salzburg-Klessheim Peek & Cloppenburg 5021 Salzburg Kleider Bauer 5280 Braunau/Inn Atelier Milano 5600 St. Johann i. Pg. Fussl Modestraße 5760 Saalfelden Textilhaus Peter Lederer 6010 Innsbruck Kleider Bauer 6020 Innsbruck Herrenmoden Peter Salchner • Kleider Bauer Kleider Mair • Peek & Cloppenburg 6060 Hall i. Tirol Mode von Feucht 6130 Schwaz Mode von Feucht 6176 Völs Kleider Bauer 6263 Fügen Elviro 6300 Wörgl Fussl Modestraße • Mode von Feucht 6380 St. Johann i. Tirol Fussl Modestraße 6330 Kufstein Mode von Feucht 6706 Bürs Facona Fashion 6830 Rankweil Facona Fashion 6850 Dornbirn Facona Fashion • Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg 6912 Hörbranz Facona Fashion 7350 Oberpullendorf Csitkovics Modehaus 7400 Oberwart Kastner & Öhler • Top Moden Balaskovics 7551 Stegersbach Pop-Shop 8010 Graz Kappaun Man 8020 Graz Kastner & Öhler 8025 Graz Kleider Bauer 8041 Graz-Murpark Kastner & Öhler 8054 Graz-Webling Modehaus Sorelle Ramonda 8055 Seiersberg Kleider Bauer • OLYMP Store Shoppingcity Peek & Cloppenburg 8200 Gleisdorf Fussl Modestraße 8230 Hartberg Modehaus Roth 8280 Fürstenfeld Kastner & Öhler 8330 Feldbach Modehaus Goldmann • Modehaus Roth 8342 Gnas Modehaus Goldmann 8430 Gralla-Kaufpark Kappaun Man 8430 Leibnitz Modehaus Roth 8490 Bad Radkersburg Herrenboutique Gollmann 8535 Fohnsdorf Kastner & Öhler 8582 Bärnbach/Rosental Kastner & Öhler 8600 Bruck a. d. Mur Kleider Bauer 8642 Kapfenberg/St. Lorenzen Kastner & Öhler 8700 Leoben-LCS Kastner & Öhler 8940 Liezen Kastner & Öhler 9020 Klagenfurt Kleider Bauer • Peek & Cloppenburg 9400 Wolfsberg Kastner & Öhler 9500 Villach Kastner & Öhler • Kleider Bauer 9800 Spittal a. d. Drau Kastner & Öhler 9900 Lienz Fussl Modestraße OLYMP GROSSE GRÖSSEN 1060 Wien Hirmer

Alle Produkte, Bezugsquellen und Informationen unter:

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Entertainment

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Local Hero Elfyn Evans feierte hier in Wales seinen bisher einzigen WRC-Sieg (2017).

Ausgewählt für dich: das Highlight des Monats

JETZT GEHT’S UM ALLES

@WORLD/RED BULL CONTENT POOL, SONSTAR/RED BULL CONTENT POOL, SONSTAR/RED BULL CONTENT POOL, FUTURE7MEDIA/RED BULL CONTENT POOL

Ob Freerider, Breakdancer oder Rallye-­ Pilot: Auch diesen ­Monat kämpfen Weltklasse-Athleten um wichtige Trophäen. Sei dabei – mit Red Bull TV.

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Oktober   LIVE 

WRC WALES RALLY GB

Bei kaum einer Rallye sind die Chancen auf eine Schlammschlacht der Superlative so hoch wie bei der in Wales im Oktober. Dazwischen jagen die Top-Fahrer wie Sébastien Ogier mit Karacho über Schotterpisten.

9

November   LIVE 

RED BULL BC ONE WORLD FINAL

SO SIEHST DU RED BULL TV ÜBERALL

Red Bull TV ist deine g ­ lobale digitale Destination für Entertainment abseits des Alltäglichen, empfangbar rund um die Uhr an jedem Ort der Welt. Geh auf redbull.tv, hol dir die App oder connecte dich via Smart-TV. Alle Infos: redbull.tv

THE RED BULLETIN 

Hallo Mumbai! Erstmals steigt das Finale des legendären Breakdance-Contests in Indien. Dort treten die weltbesten B-Girls und B-Boys gegeneinander an.

25

Oktober   LIVE 

RED BULL RAMPAGE

Rote Felsen, rasante Rides, gewaltige Sprünge: Red Bull Rampage lädt die weltbesten Freeride-Mountainbiker in den Zion National Park in Utah, USA.

CROSSCOUNTRY

20 Oktober  LIVE 

Spektakuläre Hindernisse, ständig wechselndes Gelände und jede Menge Überhol­manöver: Beim Stopp der World Enduro ­Super Series in Hawk­stone Park, Groß­britannien, müssen die besten EnduroFahrer der Welt an ihre Grenzen gehen und auch darüber hinaus. Ge­rade in Sachen Konzentration und Aus­dauer verlangt der 90 Autominuten südlich von ­Liverpool gelegene Kurs den Athleten alles ab. Grund genug für ServusTV, die Highlights dieses hoch­ klassigen Cross-­ Country-Rennens zu übertragen. Los geht’s um 15.05 Uhr.

REINSCHAUEN: SERVUS.TV

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Events

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November Der Dubstep-Barde Mit seinem Debütalbum „James Blake“ löste der damals 22-Jährige 2011 ein Erdbeben aus. Die verhaltene Art, mit der er moderne DubstepBeats mit traditionellen Soul-Harmonien bzw. Avantgarde mit Pop kreuzte, beeinflusste in der Folge eine ganze Generation junger Schlafzimmer­ produzenten und bescherte dem Briten Fans von Beyoncé bis Kanye West. In Wien präsentiert er nun sein viertes Album „Assume Form“ live. Gasometer, Wien; jamesblakemusic.com

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bis 20. Oktober

WIEN WIRD SPIELSTADT

Für drei Tage wird das Rathaus zum Epizentrum der Gamer-Szene. Bei der „Game City“, Österreichs größtem Computer- und KonsolenEvent, zeigen knapp 100 Aussteller auf 10.000 Quadratmetern die ­aktuellsten Trends. Auf dem Programm stehen außerdem Battles der besten E-Sportler, u. a. gibt es das Red Bull M.E.O. Österreich-­ Finale. Im Rahmen der „Game City“ wird auch über die Zukunft des Spielens diskutiert. Rathaus, Wien; game-city.at

HYLO CARE® – DIE TÄGLICHE AUGENPFLEGE FÜR ALLE. Mit hochwertiger Hyaluronsäure und Dexpanthenol Frei von Konservierungsmitteln und Phosphaten Verträglich mit Kontaktlinsen Hoch ergiebig (mind. 300 Tropfen pro Flasche) Im patentierten COMOD®-System

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HYLO® WE CARE


guide

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& 10. November Mach dir selbst (d)ein Bild

UNIVERSALMUSIC, VIENNAPRESS/ANDREAS TISCHLER, ROBIN KÖHLER/PHOTO AND ADVENTURE, YOUR BIG STORIES

Rund 250 Aussteller werden bei der größten Fotomesse im deutschsprachigen Raum, der „Photo + Adventure“, ihre Angebote präsentieren. Außerdem gibt es 45 Workshops, 70 Reise- und Fachvorträge, Live-Shootings und Top-Referenten wie den Kletterpionier Heinz Zak.  Messe Wien, ­photoadventure.at

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Oktober Schnelle Zunge Kendrick Lamar, Pulitzer-Preisträger und bester Rapper der Welt, hält sie für die Hip-HopNachwuchshoffnung schlechthin: Little Simz. Wegen ihrer extrem schnellen Zunge, nachzuhören in Tracks wie „Bars Simzson“, und ihrer politischpoetischen Texte. Dass die 25-Jährige live zum Rappen auch noch Gitarre spielt, ist noch beeindruckender. ­­ WUK, Wien; littlesimz.co

19

bis 27. Oktober Festspiele der Filzkugel Kann Dominic Thiem nach seinem ­Triumph in Kitzbühel auch erstmals auf heimatlichem Boden in Wien ­gewinnen? Die internationale Tennis­ elite, darunter Shootingstar Daniil Medwedew und Vorjahresfinalist Kei Nishikori, versucht beim Erste Bank Open genau das zu verhindern. Neben dem Starterfeld ist auch die Dotierung des Turniers beachtlich: Es geht um 2,8 Millionen Euro.  Stadthalle, Wien; erstebank-open.com

ab

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Oktober bis 22. November WG-Wettkampf Du wohnst in der besten WG des Landes? Beweise es beim Red Bull WG Clash! Gesucht werden 30 Wohngemeinschaften, die sich von 29. November bis 6. Dezember mehr als 80 Challenges stellen. Für die Qualifikation: Erstelle einen ­Instagram-Account deiner WG und zeige mit drei Posts, war­­um gerade ihr dabei sein müsst. Infos: redbull.com/wgclash

Oktober Schlaflos in den Alpen 210 Kilometer, 14.000 Höhenmeter – eine Alpenüberquerung ist eine große Herausforderung. Benedikt „Bene“ Böhm (Bild) wagte eine noch größere: die Alpen im Blitztempo nehmen – ohne Schlaf und längere Pausen, von Deutschland nach Italien. Der Film „Speedtransalp“ dokumentiert Bene Böhms Weg und ist ein Highlight der Alp-Con CinemaTour. Diese zeigt atemberaubende Filme über Abenteurer wie Bene – in den Bergen, auf dem Bike und im Schnee.­ Start: Metropol, Innsbruck; alle Termine: alp-con.net

THE RED BULLETIN

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Event Special

guide

TIPPS

BLEIBT LOCKER, ZOCKER!

Luigikid ist Fitness­ trainer und YouTubeGamer mit einer halben Million Abonnenten. ­­Hier seine Tipps für lange Gaming-Sessions: FINGERÜBUNGEN Fitnesstrainings sind nicht nur Ausgleich zum Zocken, du kannst damit auch Handgelenke, Sehnen oder den Rücken entlasten. Mit Hanteln (Wrist Curls) oder speziellen Bällen (Wrist Balls) trainierst du etwa die tief liegende Muskulatur.

LAN-Partyvolk: Im Vorjahr kamen 500 Gamer und 1500 Besucher zur ersten Ausgabe von Red Bull pLANet one. 2019 hofft man das nächste Level zu erreichen.

RED BULL PLANET ONE

ZUSAMMENSPIEL

Von 8. bis 10. November finden zwei Events der Extraklasse an einen Ort statt: Gamer aller Spiele, vereinigt euch!

I

m Vorjahr sorgten 500 begeisterte Gamer, 1500 Zuseher und die neuartige 36-Stunden-Liga für einen erfolgreichen Start von Red Bull pLANet one, der vielleicht außergewöhnlichsten LAN des Landes. (Für alle, die nicht täglich im Dschungel Monster ­jagen oder erst gestern ihren Charakter up­ gegradet haben: Eine LAN[-Party] ist eine Zusammenkunft von Gamern zum kollektiven Zocken.) Wie aber toppt man ein Event mit dem Attribut „außergewöhnlichst“? Indem man es um ein ­zusätzliches Event erweitert. Im Rahmen der zweiten Auflage von Red Bull pLANet one findet obendrein das Finale der A1 eSports League statt. Unter dem Claim

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#onepassion erleben Gamer also eine Kombination aus LAN-Feeling und hochklassigem E-Sport. Zocker können sich in ein paar der angesagtesten Games in Einzelturnieren sowie im Red Bull Round­Up (der überarbeiteten 36-Stunden-Liga, wo jede Stunde eine Runde in einem von mehreren Games gespielt wird) beweisen und dabei einzigartige Preise von paysafecard, Tentelian, AOC und anderen Partnern gewinnen. Besucher dürfen sich zudem auf ein üppiges Rahmenprogramm und einen persönlichen Austausch mit Stars der Szene wie René ­„Luigikid“ Wurz freuen. 8.  – 10. 11. 2019; Gösserhalle, Wien; Infos und Tickets: onepassion.gg

„Zwei große Events, mit-­ einander kom-­ biniert: Das ist ein geniales Upgrade.“

BLICKSCHUTZ Bei Turnieren solltest du dein eigenes Equipment mitnehmen. Außerdem empfehle ich spezielle ­Brillen, die blaues Licht ­filtern, damit deine Augen nicht so schnell ermüden.

Luigikid, Gamer und YouTuber

Action auf kleinen & großen Screens: „Rocket League“-Finale 2018

THE RED BULLETIN

GELA RACHINGER / RED BULL CONTENT POOL, ULRICH AYDT/RED BULL CONTENT POOL, RENE LUIGIKID CHRISTIAN EBERLE-ABASOLO

MAHLZEIT = AUSZEIT Beim Zocken solltest du regelmäßig essen und dir dafür bewusst Zeit nehmen. Um fokussiert zu bleiben, brauchst du ausgewogene Ernährung: Obst, Gemüse und komplexe Kohlen­ hydrate wie Nudeln, Reis oder Hülsenfrüchte.


Eine entgeltliche Einschaltung des Innenministeriums

DEINE ROLLE IST SPANNENDER ALS EIN HOLLYWOODSTREIFEN

Bewirb dich: polizeikarriere.gv.at

Na, schon wieder ein fader Kinofilm? Dann bring Spannung in dein Leben und deine Karriere in Uniform. Als Polizistin bzw. Polizist bist du Teil eines eingespielten Teams. Du profitierst von vielen Vorteilen – einem sicheren und abwechslungsreichen Arbeitsplatz, einer bezahlten Ausbildung und vielen anderen zusätzlichen Leistungen. Du willst zu diesem eingespielten Team dazugehören?

Bewirb dich jetzt unter polizeikarriere.gv.at.


ADVENTURE TIME Jedes Abenteuer braucht einen zuverlässigen Begleiter. Für das Red Bull Skydive Team kommt nur einer infrage: der Opel Zafira Life. opel.at

A

uf eine Sache kann das Red Bull Skydive Team auf keinen Fall verzichten: ein Auto, das es sicher von A nach B bringt, genügend Stauraum bietet, und auch der Komfort-Faktor darf nicht zu kurz kommen. Da ist es nicht überraschend, dass die Wahl auf den Opel Zafira Life fällt. Durch Technologien wie die 180-Grad-Panorama-Rückfahrkamera und das Head-up-Display wird die Fahrsicherheit optimal unterstützt. Beheizbare Vordersitze mit Massagefunktion und das Panorama-Glasdach bringen den notwendigen Wohlfühlfaktor. Die flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten im Innenraum mit verschiebbaren Sitzen ermöglichen mehr Beinfreiheit und maximalen Stauraum – selbsterklärend, dass das Red Bull Skydive Team auf den Opel Zafira Life fliegt.


THE RED BULLETIN PROMOTION

BEREIT FÜR JEDE HERAUSFORDERUNG Die agile Fahrdynamik und das dynamische Handling er­ möglichen ein mitreißendes Fahrerlebnis. Das IntelliGrip Traktionssystem sorgt für Halt auf schwierigen Ober­ flächen. Genau das Richtige für unsere Adrenalin-Junkies!

INNOVATION TRIFFT KONNEKTIVITÄT Multimedia Navi Pro, Spurhalteassistent, Müdigkeitserkennung und der intelligente Tempomat mit Verkehrsschilder­ erkennung. Die Innovatio­ nen des Opel Zafira Life unterstützen dich perfekt.

FOTOS: WOLFGANG LIENBACHER

KEINE KOMPROMISSE Der Opel Zafira Life ge­ währleistet einzigartige Felixibiltät und bietet Platz für bis zu neun Personen. Genug Stauraum für die Red Bull Athleten und ihr ganzes Equipment.


Herbst 2019

UHRENGUIDE

Zu Wasser Ultraschlanke und robuste Taucheruhren, die unter Druck garantiert performen

Mido Ocean Star Diver 600 Mido hat sich mit dieser HardcoreOcean-Star selbst übertroffen. Bis zu 600 Meter wasserdicht – also hart genug zur Erkundung des Meeresgrunds. Und cool genug für etwas harmlosere Abenteuer. Sie ist aktuell eine der preiswertesten Hochleistungs-Taucheruhren auf dem Markt. Die 600 hält übrigens nicht nur viel aus, sondern auch lange durch: Ihr COSC-zertifiziertes Automatikwerk bietet bis zu 80 Stunden Gangreserve, doppelt so viel wie ein normales Kaliber. Nettes Detail: Die Ocean Star wurde 1944 entwickelt, inspiriert vom Leuchtturm „Europa Point“ in Gibraltar – einem Symbol der Ausdauer, Stärke und der Eroberung der Weltmeere durch die Menschheit. 96  



Text ALEXANDRA ZAGALSKY THE RED BULLETIN


Breitling SuperOcean 44

Tudor Black Bay P01

Alpina Seastrong Diver 300

Inspiriert von Breitlings legendärem 1957er-Modell, macht die neue Super­ Ocean-Kollektion in puncto Tauch-Performance keine halben Sachen. Das schickste Familienmitglied ist diese 44-MillimeterVersion in „Gun Blue“ mit Diver-Pro-IIKautschukband und mächtigem Kaliber, das bis zu 1000 Meter Tiefe aushält.

Die Black Bay P01 ist eine Mischung aus klassischer Taucher- und Fliegeruhr. Sie basiert auf einem legendären Prototyp, entwickelt für die U. S. Navy in den 60ern. Ihr Herzstück: ein spezielles AnschlagSystem mit beweglichem Endelement auf der 12-Uhr-Position, wodurch sich die ­Lünette in beide Richtungen drehen lässt.

„Stark“ beschreibt diese 44-Milli­ meter-­Taucheruhr mit ihren schwertartigen Zeigern tatsächlich treffend. Sie ist ein wahres Statement am Handgelenk, bis zu 300 Meter wasserdicht, ihr polsterförmiges Edelstahl-Gehäuse ist entweder mit Titan (Bild) oder bronze­farbenem PVD beschichtet.

Oris Divers Sixty-Five ­Chronograph Bucherer Blue

Rolex Sea-Dweller Rolesor

Thomas Sabo Rebel Spirit

Erstmals gibt’s die Sea-Dweller in zweifarbigem Rolesor (so heißt die Kombi aus 18-karätigem Gelbgold und Stahl). 1967 zur Tiefsee-Erkundung erstmals am Markt, schafft es die aktuelle Ausführung in ­unglaubliche 1220 Meter Tiefe. Für eine ­Rolex-Taucheruhr ist sie mit 43 mm recht groß, 3 mm größer als eine Submariner.

Das Sonnenschliff-Zifferblatt mitternachtsblau, das Armband im SeefahrerStil: Die Rebel Spirit ist preiswert und stylish, elegant und sportlich. Das edelstahlfarbene Milanaise-Armband entsteht durch kunstvolles Ineinander­ verweben von Metalldrähten zu einem engen Mesh-Gewebe.

Exklusiv für das Uhren- und Schmuckhaus Bucherer produziert, verdankt der Chrono­ graph seinen Vintage-Charme der gewölbten Oberfläche und blauen Nähten am kara­ mellfarbenen Lederarmband. Die gelben Zeiger und Indizes heben sich im Dunkeln leuchtend vom tiefblauen Zifferblatt ab. THE RED BULLETIN 

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Zu Lande

Coole, moderne Klassiker für deine Alltagsabenteuer

Citizen Promaster Altichron

Reservoir Battlefield D-Day

Skifahrer lieben die superrobuste Promaster Altichron. Sie hat einen Kompass und misst Höhen bis 10.000 Meter. Du kannst sie in den kältesten Regionen tragen. Aber auch in den tiefsten Ozeanen, dank 200 Meter Wasserdichtigkeit. Die Eco-Drive-Technologie wandelt Licht in Strom um, so bleibt sie laufend in Betrieb.

Reservoir-Uhren sind berühmt für ihre Komplikation der springenden Stundenanzeige und ihr handliches Design. Die Battlefield D-Day ist mit ihren geprägten Ziffern und weißem Stern eine Hommage an den ­Jeep der U. S. Army, der bei den D-Day-Landungen 1944 eine tragende Rolle spielte.

Victorinox Fieldforce

Formex Element

Bei der Fieldforce dreht sich alles um dezente Funktionalität: Große Super-LumiNova-Ziffern zieren das schnörkellose Zifferblatt für einfache Ablesbarkeit bei Tag und Nacht. Nettes Detail: Das Gegengewicht des Sekundenzeigers hat die Form eines Schweizer Taschenmessers. Puristen kommen hier voll auf ihre Kosten.

Das facettierte Gehäuse aus 38 Einzel­ teilen ist das Hauptmerkmal der Element: Durch die patentierte Gehäuse-Federung von Formex kann sich die Uhr am Hand­ gelenk „mitbewegen“, was für mehr Trage­ komfort sorgt. Dieser „Puffer“ macht sie widerstandsfähiger, ebenso wie die praktisch kratzfeste Zirkonoxid-Lünette.

IWC Pilot’s Watch Chronograph Top Gun Edition ‚Mojave Desert‘

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Diese berühmte Uhrenfamilie von IWC ist nach dem „Strike Fighter Tactics Instructor Program“ (oder auch „TOPGUN“) der U. S. Navy benannt. Der Chronograph ist aus sandfarbener Keramik gefertigt. Er bietet 46 Stunden Gangreserve und ein Werk mit Automatikaufzug. THE RED BULLETIN


Uhren

TAG Heuer Monaco Fourth Limited Edition (1999–2009) Die Monaco kam 1969 auf den Markt und wurde 1971 durch den Film „Le Mans“ mit Steve McQueen berühmt. Zu ihrem 50. Geburtstag zieht TAG Heuer alle Register: Es gibt fünf ­Sondermodelle dieser damals weg­ weisenden quadratischen Uhr – ­jedes von einem anderen der letzten fünf Jahrzehnte inspiriert. Die ab­ gebildete Version ist die vierte davon: Dieses schicke schwarze Modell mit den umwerfend schönen roten und orangen Akzenten ist an die frühen 2000er angelehnt. Die Edelstahluhr hat ein perforiertes schwarzes Kalbsleder-Armband, das an Vintage-­ Lenkräder erinnern soll. Ein Detail, das Uhren-Aficionados sicher auch zu schätzen wissen: Das Band ist mit weißen Nähten versehen, die sich mit den Stab-Indizes auf dem Zifferblatt wunderbar ergänzen. Im ­Gehäuseboden sind das „Monaco Heuer“-Logo und die Inschriften „1999–2009 Special Edition“ und „One of 169“ eingraviert. Im Inneren lebt die Geschichte dank TAG Heuers berühmtem Kaliber 11 weiter – eine moderne Version des Werks mit ­Automatikaufzug, das 1969 in der Original-Monaco sein Debüt feierte.

Alte Zeiten leben auf. THE RED BULLETIN 

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Neue Horizonte Hochmoderne Wearables und Zeitmesser für Adrenalin-Jäger

Favre-Leuba Raider Bivouac 9000

Suunto 9 Baro Titanium Red Bull X-Alps Limited Edition Red Bull X-Alps kombiniert auf 1138 Kilometern Laufen, Bergsteigen und Para­ gleiten. Diese Multisport-GPS-Uhr hielt auch den härtesten Tests stand und ist mit 1138 Stück streng limitiert. Sie überzeugt mit intelligentem BatterielaufzeitManagement und mehr als 80 Sportmodi. 100  



Casio Pro Trek WSD-F21HR

Wie der Name andeutet, misst ­diese Uhr Höhen bis zu 9000 Meter. Foto- und ­Videograf James Austrums erlebt mit ihr allerhand Abenteuer, denen du auf der ­Instagram-Seite von Favre-Leuba folgen kannst. Sein neuestes? Die Eroberung des Stetind, Norwegens Nationalberg.

Die neueste Version von Casios genialer Pro-Trek-Smart-Serie bietet weiterhin GPS, O≠line-Karten und ein robustes, wasserfestes Gehäuse. Neu ist der inte­ grierte Pulsmesser. Die Uhr funktioniert mit iOS und Wear OS by Google. Und sie kann dank dem Batteriesparmodus bis zu ­einen Monat lang eingeschaltet bleiben.

Garmin MARQ Athlete

Tissot T-Touch Expert Solar II

Hier geht’s um Performance: Die Lünette hat eine Skala für Erholungs- und VO max-­ ²  Werte. Per Schnellzugriff kannst du ­Features wie Laufanalyse, Biometrie und Herzratenvariabilität nutzen. Der ClimbPro-Planer liefert Echtzeit-Infos für Bergfreunde und Routen-Bewertungen für mehr als 2000 Skiorte.

Diese Uhr wird von einem Solar-Quarzwerk mit Touch-Technologie angetrieben, ist ziemlich leicht und praktisch. Sieben Minuten in der Sonne genügen, um sie für einen Tag aufzuladen. Kompass, Höhenmesser, Chronograph, Wetter- und Weckfunktionen sowie verschiedene Timer machen sie zum idealen Wanderbegleiter. THE RED BULLETIN


Uhren

Leistung trifft Stil am Handgelenk.

Steel Omega Speedmaster Apollo 11 50th Anniversary Limited Edition Vor 50 Jahren stiegen Neil Arm­ strong und Buzz Aldrin aus der ­„Eagle“ und betraten als erste Men­ schen den Mond. Ein Ereignis, dem diese Uhr gewidmet ist, und sie ­zelebriert es anhand einmalig liebe­ voller Details: Das Hilfs-Zifferblatt auf 9 Uhr zeigt, wie Aldrin auf die Mondoberfläche hinabsteigt; die Gravur ist in Omegas neuer 18karätiger Legierung „Moonshine“ gefertigt, die einen Hauch heller ist als Gelbgold. Der Index bei 11 Uhr – ebenfalls aus Moon­shine-Gold – verweist auf die ikonische Mis­ sions-Nummer von Apollo 11. Natürlich darf auch Arm­strongs ­legendäres Zitat „Ein kleiner Schritt für einen Menschen, aber ein großer Sprung für die Menschheit“ nicht fehlen: Es ist im geschwärzten, ­inneren Gehäuseboden der Uhr ein­ graviert – gemeinsam mit einem winzigen Fußabdruck, der den ers­ ten Schritt der Menschheit auf dem Mond symbolisiert. Die Serie ist auf 6969 einzeln numerierte Exemplare limitiert, in Anlehnung an dieses monumentale Jahr der Weltraum­ forschung. THE RED BULLETIN 

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Uhren

Nicht von dieser Welt Technik von heute, Design von morgen – für alle, die gerne nach vorne blicken

Hamilton Ventura Die Ventura ist Teil einer bekannten Zukunftsvision: Sie wurde in allen „Men in Black“-Filmen getragen – von Will Smith, Tommy Lee Jones, Josh Brolin und zuletzt von Tessa Thompson. Doch ihre Stärke ist ihre Geschichte: Mitte der 1950er machte sich der US-amerikanische Industriedesigner Richard Arbib daran, ganz nach seinen Vorstellungen ein futuristisches Design zu entwerfen, das den Optimismus und den Wohlstand des Landes ­widerspiegeln sollte. Inspiriert von polierten Chrom-Kotflügeln sowie der wilden Freiheit der Rock ’n’ RollKultur, zeichnete Arbib das heute ikonische, geradezu außerirdische asymmetrische Gehäuse der Ven­ tura. 1957 zementierte die Ventura ihren Ruf als visionäre Uhr, indem sie zur ersten batteriebetriebenen elektrischen Armbanduhr der Welt wurde. Elvis Presley trug seine Ventura mit beinahe religiösem Eifer. Im Film „Blaues Hawaii“ von 1961 hatte er sie erstmals am Handgelenk. Seitdem war er ein Fan des Designs und wurde zum leidenschaftlichen Sammler. 102  



Uhren, die die Klasse ihres Trägers anzeigen THE RED BULLETIN


Zenith Defy Classic White Ceramic

Hublot Big Bang Unico Black Magic 42mm

Fortis PC-7 Team Aeromaster Chronograph

Zenith ist bekannt für seine hochkomplexen, ultragenauen Modelle, die die Grenzen der Uhrmacherkunst sprengen – wie bei diesem vom Mond inspirierten Meisterwerk mit dem Automatikwerk Elite 670 SK: Nur 3,88 Millimeter dick, schlägt es unter einem skelettierten Zifferblatt.

Die originale Big Bang von 2005 war ein Triumph der Mikrotechnik und MaterialInnovation. Ihre Nachfolgerin beeindruckt mit Gehäuse und Lünette aus schwarzer glasperlgestrahlter Keramik. Und einem erstaunlichen Chronographen-Werk mit Säulenrad und Flyback-Funktion.

Seit über einem Jahrzehnt sind Fortis und die Kunstflugstaffel der Schweizer Luftwaffe Partner. Zum dreißigjährigen ­Bestehen des Teams brachte der Uhrmacher diesen limitierten königsblauen Chronographen mit Mini-Flugzeug-­ Formation heraus.

Maurice Lacroix Aikon Automatic Mercury 44mm

Swatch Yellowboost

Rado True Thinline Les Couleurs Le Corbusier Iron Grey

Ein wunderbares Schauspiel und ein immer wieder cooler Hingucker: Dreht man das Handgelenk, folgen die Zeiger frei schwingend der Schwerkraft, als würde die Zeit davonlaufen. Dreht man es zurück, fallen die Zeiger wieder in ihre ­korrekte Position. THE RED BULLETIN 

Im Design ist die Yellowboost sehr schlicht gehalten. Und wirkt umso ­lässiger. Nicht zuletzt, weil sie aussieht, als wäre sie in einen Tank mit flüssigem Kryptonit (ja, genau – wie in „Superman“) gefallen. Das SilikonArmband macht sie unverwüstlich, wie eine ­echte Superhelden-Uhr.

Den Architekten Le Corbusier würdigt Rado mit einer Reihe minimalistischer Hightech-Keramikuhren. Sie sind auf je 999 Stück limitiert und außergewöhnlich schlank (5 mm Gehäusehöhe). Das weiche, reflektierende Eisengrau bringt das Zifferblatt wunderbar zur Geltung.   103


Read Bull

Heinrich Steinfest

Hier schreiben namhafte Literatinnen und Literaten jeden Monat über ein Thema, das sie bewegt.

U Heinrich Steinfest, 58,

wurde in Australien geboren, wuchs aber in Wien auf. Bis zur Jahrtausend­ wende lebte er in Österreichs Haupt­ stadt und machte sich als Schrift­ steller und bildender Künstler einen Namen, bevor er nach Stuttgart über­ siedelte. Der vielfach preisgekrönte Autor schreibt hauptsächlich Kriminal­ romane, unter anderem ist er Schöpfer der Reihe um Markus Cheng, den ein­ armigen Wiener Privatdetektiv aus China. Aktuelles Werk: „Der schlaflose Cheng: Sein neuer Fall“ (Piper, 2019).

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m heutzutage an ein Haus zu kommen, erscheint es wahr­ lich als ein probates Mittel, ein solches zu erben. Andere Wege – wenn man nicht ­richtiggehend vermögend ist oder zumindest die Möglichkeit besitzt, beträchtliche Schulden anzuhäufen, an­ häufen zu können und anhäufen zu dürfen –, andere Wege also erscheinen geradezu jämmerlich. Fleißig sein? Sparen? Warum nicht gleich auf den Mond fliegen und dort nach Gold schürfen? Nein, zu erben ist für jemanden aus dem Mittelstand, der nie­ mals auch nur annähernd in die Situation geraten ist, in irgendeiner kleinen Garage stehend eine weltumspannende Erfindung zu machen, einen Welthit zu komponieren oder eine Geschäftsidee von viraler Dyna­ mik zu entwickeln, nicht nur der richtige Weg, sondern eigentlich auch der einzige. Denn weder soll hier vom Lottospiel oder anderen Erzwingungen des Glücks und schon gar nicht von kriminellen Machen­ schaften die Rede sein. Natürlich, wenige Dinge eignen sich derart, die Welt als einen Ort höchster ­Ungerechtigkeit anzusehen, wie das Erben. Es ist gewissermaßen der militärische Arm jener fundamentalen Ungerechtigkeit ­einer irgendwo und irgendwann erfolgten Geburt. Einer Geburt, an die sich von der ersten Sekunde an ein gewaltiger Ge­ schenkkorb des Lebens anschließt, noch bevor man auch nur in der Lage ist, etwas

G

enau das tat Felix Soyka, er erbte. Er war nun mal die Person, deren Name auf einem bestimmten Testa­ ment stand. Er selbst war allerdings mehr als überrascht, da er dem Erblasser, an­ geblich ein Freund seines im Vorjahr ver­ storbenen Vaters, niemals begegnet war. Niemals irgendeinen Kontakt gehabt ­hatte. Offensichtlich war dieser Freund in seinen Jugendjahren nach Island ge­ zogen, zuerst aufs entlegene Land, dann in die Hauptstadt Reykjavík. Soykas Vater hatte vielleicht ein paarmal von ihm ge­ sprochen, immer dann, wenn irgend etwas mit Island passiert war, das es in die Nach­ richten geschafft hatte. Etwa als dieser Vulkan 2010 ausgebrochen und seine Aschewolke den europäischen Flugver­ kehr lahmgelegt hatte. Oder anläßlich der isländischen Finanzkrise, infolge derer ­alle drei Großbanken eingegangen waren. Und zuletzt beim Einzug der isländischen Fußballnationalmannschaft ins Viertel­ finale der Europameisterschaft 2016 – ein Ereignis, das manche Leute dazu brachte, sich den lieben Gott doch nicht ganz so gleichgültig vorzustellen wie bislang ­gedacht. Ja, es war wohl kaum mehr als dreimal gewesen, daß Soykas Vater den alten Freund, den Freund aus Berliner ­Jugendjahren, erwähnt hatte. Dreimal in den vierundvierzig Jahren, die Felix auf der Welt war und bis ins letzte Jahr einen lebenden Vater gehabt hatte. Und nun also stand sein eigener Name auf dem Testament dieses so selten er­ wähnten Mannes, den irgendein Tod – der Notar war nicht in der Lage, diesbezüglich konkret zu werden – heimgeholt hatte. Was eigentlich nur als eine sentimentale Geste des Wahlisländers zu begreifen war. Eines Mannes, der ohne Frau und ohne

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HEINRICH STEINFEST

HAUS

BURKHARD RIEGELS/PIPER VERLAG

DAS

Schlechtes oder Gutes zu tun oder auch nur ein einziges gütiges oder beleidigendes Wort auszusprechen, sondern einfach nur da ist. Jeder kriegt seinen Geschenkkorb, bloß, daß er in manchen Fällen schlicht­ weg leer ist oder, viel schlimmer, gefüllt mit Gegenständen von gruseliger Unein­ deutigkeit. Mancher würde später gerne auf den Korb verzichtet haben. Aber das spielt es eben nicht. Die Körbe werden ver­ teilt, das scheint ein Prinzip des Lebens. Erben also. Ein Haus erben.


08.-10.11.2019 GÖSSERHALLE,WIEN ONEPASSION.GG


Read Bull Kinder geblieben war. Aber nicht ohne Haus. Ein Haus in bester Reykjavíker Lage, keine riesige Villa, das nicht, aber doch ein … schmuckes Ding, direkt am Tjörnin-See gelegen, nahe dem modernen Rathaus und genau gegenüber der Frí­ kirkja, der lutherischen Freikirche mit ­ihren grünen Dächern. Während hinter dem Grundstück der alte Friedhof der Stadt lag. Diese Immobilie … Die Dämonie des Erbens besteht frei­ lich darin, daß man sich nicht aussuchen kann, was man erbt. Nach dem Termin beim Notar setzte sich Soyka in ein Café, holte seinen Laptop aus der Tasche, klappte ihn hoch, klickte ein Symbol von freundlicher Rundlichkeit an und geriet solcherart in einen Service­ bereich namens Google Earth – was so klang wie Nimm’s nicht schwer!. Dann gab er die Adresse des soeben geerbten Hauses in die Suchzeile ein. Sogleich schwebte er ein Stück über die Erdkugel und gelangte in den hohen Norden und in den Himmel über Reykjavík. Dort verharrte er einen Moment und blickte aus tausend Metern Höhe – ganz ohne Schwindelgefühl – hin­ unter auf den See und auf das begrünte Rechteck des alten Friedhofs, bevor er noch weiter herabsank und sodann mittels eines kleinen, orangefarbenen Männchens in das sogenannte Street-View-Programm wechselte. Er zog das Männchen auf die Markierung der angegebenen Adresse und setzte leichtfüßig auf. Allerdings befand er sich nun seitlich zu dem von Bäumen und Sträuchern flankierten Gebäude und mußte noch ein wenig seine Position ein­ richten, indem er wie unter Drogen die Straße hinauf- und hinunterwirbelte. Dann aber kam er endlich mit Blick auf die Vorderseite des mit vanillefarbenen Holzlatten verkleideten zweistöckigen Hauses mit dem für die Gegend typischen Giebeldach zum Stehen. Seines Hauses. Was war das aber?

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r rieb sich die Augen. Aber auch ge­ rieben blieb es dabei, daß Soyka vor jedem der zwei Doppelfenster eine Gestalt erkannte. Vier Personen also, die hinter den Fenstern, in denen sich der ­bewölkte Himmel spiegelte, wie in einer milchigen Brühe standen. Felix hätte nicht sofort sagen können, ob die Gesichter ­dieser vier Personen mittels Bearbeitung unkenntlich gemacht worden waren oder viel eher die Umstände des spiegelnden Fensterglases, des dunklen Rauminneren

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und der groben Auflösung es bewirkten, daß allein vier Schemen zu erkennen ­waren. Deutlich genug freilich, um nicht annehmen zu müssen, es handle sich um eine Täuschung. Natürlich konnten es theoretisch auch vier Skulpturen sein. Aber das wäre dann eine merkwürdige Plazierung gewesen. Es war nämlich bei aller Verschwommenheit gar keine Frage, daß die vier Personen allesamt nach ­draußen sahen. Ja, in einer Weise, daß Soyka sich geradezu ertappt fühlte. Als betrachteten die vier nicht jenen im Juli 2013 vorbeifahrenden fotografierenden Google-Wagen – denn aus dieser Zeit stammte die Aufnahme –, sondern ihn, Soyka. Beziehungsweise das kleine orange­ farbene Männchen, das stellvertretend für Soyka an dieser Stelle nahe der islän­ dischen Altstadt gelandet war.

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er Anblick, der sich ihm hier offen­ barte, besaß die Anmutung von so­ genannten Geisterfotografien, wie sie zum Ende des 19. Jahrhunderts und bis nach dem Ersten Weltkrieg modern gewesen waren und in den meisten Fällen auf simplen Doppelbelichtungen basiert hatten. Schwarzweiße Erscheinungen,

Der Anblick besaß die Anmutung von sogenannten Geisterfotografien.

wie sie ja auch in Horrorfilmen unserer Tage – die so gerne das 19. Jahrhundert zitierten, jene miederartige Kompression der Kultur – immer wieder in Erscheinung traten. Etwas Schwarzweißes in einem noch so bunten Film. Und auch hier – trotz des Grüns der Hecken und des Gelbs der Fassade und des Ziegelrots von Dach und Zaun – ­muteten die Fenster und das, was sich in ihnen spiegelte, und vor allem das, was sich hinter ihnen abzeichnete, schwarz­ weiß an: graphisch.

Nein, Soyka glaubte nicht an Geister. Das gehörte nach seinem Verständnis zu den gröbsten Dummheiten menschlicher Einbildung und Sehnsucht. Und in der Tat bemerkte er nun, indem er das Bild auf seinem Computerschirm vergrößerte, einen Irrtum. Allerdings be­ traf dieser Irrtum das Haus selbst. Soyka stellte nämlich fest, daß die Fassade gar nicht aus Holzlatten bestand, sondern vielmehr alles, Dächer wie Wände, von bemaltem Wellblech umgeben war. Wäh­ rend sich aber die Gesichter der vier Ge­ stalten als gänzlich unverpixelt erwiesen. Undeutlich, aber nicht entstellt. Soyka dachte mit einem innerlichen Grinsen, daß Geister schließlich nicht in der Lage waren, Google wegen ihrer Per­ sönlichkeitsrechte zu verklagen. Doch sein Grinsen war seinerseits gespenstisch. Denn er konnte sich nicht helfen, die hinter den vier Fensterglasscheiben wie skizziert wirkenden Gesichter waren genau darum gruselig zu nennen, weil sie eben nicht wie aus einem Gruselfilm schienen. Sie wirk­ ten auf ihre Weise normal, normal, wenn auch wie Gesichter aus dem 19. Jahr­ hundert. Sehr akkurat, diszipliniert und dabei schwermütig. Aber eben nicht wie Zombies oder anderweitig Untote.

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ines wußte Soyka, daß der Besitzer, der Jugendfreund seines Vaters, in diesem Haus allein gelebt hatte. Aber klar, vielleicht hatte er an jenem 7. Juli 2013 Gäste gehabt, Gäste mit ­einem gewissen Hang zu einer Fin-de-­ Siècle-Physiognomie, die – nachdem ­einer von ihnen „Schaut mal, ein GoogleAuto!“ gerufen hatte – zu viert an jedes der vier Fenster getreten waren, um nach draußen zu sehen. Ja, so könnte es gewesen sein. Felix Soyka ging nach Hause und ­packte seine Sachen, um sich für die Reise nach Reykjavík fertig zu machen. Er fühlte sich merkwürdig heiter und gleichzeitig merkwürdig ängstlich. Er dachte sich: „Vielleicht mache ich einen Fehler.“ Aber noch während er aus dem Ge­ bäude trat, in dem er bloß als Mieter wohnte, um sich auf den Weg zu jenem Haus zu machen, das nun sein Besitz sein würde – ein Haus, aus dem im Juli 2013 vier Jugendstilmenschen geschaut hatten –, dachte er sich mit der Ironie des auf­ geklärten Menschen: „Wir werden uns schon verstehen.“ Teil 2 erscheint in der nächsten Ausgabe.

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DAS L E T Z T E: EINE K A RI K AT U R VO N NIC O L AS M A HL ER

Die nächste Ausgabe des RED BULLETIN erscheint am 12. November 2019. 110  



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