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01/02. 2011

Schauspiel-Urauff端hrung: In Schrebers Garten Schauspiel-Urauff端hrung: Zwischen frechem Volke Musiktheater-Premiere: La forza del destino Konzerte 3. Sinfoniekonzert

Das Magazin des Mainfranken Theaters W端rzburg


Unterer Marktplatz · Würzburg www.lederladen-wuerzburg.de

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Liebes Publikum, in der Philosophie, insbesondere der Ethik, lautet eine zentrale Frage, ob es überhaupt einen freien Willen und damit auch eine Verantwortung gäbe. Unlängst noch beherrschten Thesen der Hirnforschung die Diskussion, die behaupteten, alles sei determiniert, der Mensch sozusagen eine programmierte biologische Maschine. Ein Jahrtausende altes Bild, das wir von uns selbst machen, übrigens nicht nur in Europa, scheint sich zu wandeln. Die Frage, was nun anstelle des freien Willens und der Verantwortung tritt, löst nicht die Konflikte. Und die Antwort der Determination macht Verhaltensweisen nicht rationaler. Giuseppe Verdis „La forza del destino“ – zu deutsch „Die Macht des Schicksals“ – hat diese Überlegung selbst zum Thema, ja zur Dramaturgie der Oper gemacht. Wenn das Schicksal nur eine „zufällige“ Kette von Ereignissen ist, in die der Mensch gerät, so greifen Sinnstiftun­gen des eigenen Lebens – sei es die Liebe, die Religion oder auch die Politik – ins Leere. Ein bestürzend aktuelles Werk also, das Sie ab Januar in Ihrem Mainfranken Theater Würzburg erleben können. Das kann kein Zufall sein… In diesem Sinne grüßt Sie Ihr Hermann Schneider

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Leichtigkeit, die schwer beeindruckt


Inhalt 06 Leute, Leute Alles, was die (Theater-) Welt bewegt 08 Musiktheater „Das Feuerwerk“ 09 Musiktheater Premiere: „La forza del destino“ 10 Schauspiel Uraufführung: „In Schrebers Garten“ 11 Schauspiel „Der zerbrochne Krug“ 12 Schauspiel „Kleist-Tage“; „Soliman“ 13 Schauspiel „Weill & Waldoff“; „Barfuß Nackt Herz in der Hand“ 14 Schauspiel „Amphitryon“ 15 Schauspiel Uraufführung: „Zwischen frechem Volke“ 17 zanni spezial Würzburger Menschen 18 Konzerte 3. Kammerkonzert 19 Konzerte 4. Kammerkonzert 20 Konzerte 3. Sinfoniekonzert 23 Rosenkavaliere 24 Spielplan / Impressum 26 Konzerte 2. Familienkonzert

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Zoya Ionkina

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Kai Tuchmann

Kristopher Kempf

Leute, Leute! Zoya Ionkina

Kai Tuchmann

Kristopher Kempf

Mitglied der Ballettcompagnie

Leitender Schauspieldramaturg

Produktionsassistent

Die gebürtige Ukrainerin absolvierte ihre Ausbildung an der Pisarev Ballettschule (Donezk), der Schule der Künste (Simferopol) sowie an der Ballettakademie (Kiev). Zwischen 2004 und 2008 führte sie diese am Ballettkonservatorium St. Pölten in Österreich fort.

Kai Tuchmann studierte von 2001 bis 2005 Nach der Ausbildung an der Frankfurter an der Berliner Hochschule für SchauspielSchule für Bekleidung und Mode als Maßkunst „Ernst Busch“ Regie. Während seines schneider absolvierte Kristopher Kempf in Studiums inszenierte er unter anderem am den Jahren 2008 bis 2010 seine WeiterbilStadttheater Brandenburg und am Maxim dung als Maßschneidermeister und staatlich Gorki Theater Berlin. 2004 wurde seine Ingeprüfter Modegestalter an der Deutschen szenierung der „Eumeniden“ (Aischylos) mit Meisterschule für Mode in München. Dabei Darüber hinaus nahm sie an diversen Wettbewerben erfolgreich teil: 2001 erhielt sie ein dem Bensheimer Theaterpreis ausgezeichnet ging er als Jahresbester der Handwerkskammer München und Oberbayern in seinem Diplom beim „Fuete of Artek“. Beim Contest und 2005 zu den Ruhrfestspielen Recklinghausen eingeladen. Mit seiner Gruppe Iskra- Handwerk hervor. des Österreichischen Tanzrates 2004 belegte sie den zweiten Rang, drei Jahre später Labor erarbeitete er 2005 seine DiplominBereits während seiner Berufsausbildung war tanzte sie sich bis ins Finale und erhielt dafür szenierung „Woyzeck“ und 2006 das altteer als Praktikant an verschiedenen Theaterstamentarische „Buch Hiob“ (Publikums­preis das Diplom. Nach dem Sieg der „European häusern und in diversen Ateliers tätig. Open“ im Jahr 2006 in Österreich wurde sie beim Berliner 100 Grad Festival, HAU). Von Der Anstellung am Staatstheater Wiesbaim darauffolgenden Jahr mit dem Grand Prix 2006 bis 2008 war er als Hausregisseur am Deutschen National- und Staats­theater in den als Kostümassistent folgte die Tätigkeit beim gleichen Wettbewerb ausgezeichnet. Weimar engagiert. als Damen- und Herrenschneider im Atelier In der Spielzeit 2008/09 kam sie als Elevin „Das Gewand“ in Düsseldorf sowie als DeSeit Mitte 2008 koordiniert und kuratiert ans Mainfranken Theater Würzburg. Hier sign-Assistent der LEA-creative knit in Lima er Projekte für das Goethe-Institut in der wirkte sie in den Produktionen „Körperklän(Peru) und als Kostümassistent am PrinzreRegion Nahost/Nordafrika. Arbeitsaufentge“, Anna Vitas „Das Bildnis des Dorian gententheater München für die Produktion halte und Inszenierungen führten ihn nach Gray“ und „Adele Alba / Der Tod und das „Orlando“. Mädchen“ von Ivan Alboresi und Anna Vita Ägypten, Irak, Israel, Kenia, in die Palästimit. In Tschaikowskys „Der Nussknacker“ nensischen Gebiete und den Sudan. Er hatte Darüber hinaus nahm Kristopher Kempf an war Zoya Ionkina als Clara und im „Arazahlreiche Lehraufträge an Universitäten in verschiedenen Wettbewerben teil, wobei er bischen Tanz“ zu erleben. Palästina und im Sudan inne. Ferner hielt 2009 den ersten Platz des internationalen er Vorträge zu kultur- und entwicklungspoWettbewerbs „Weltgewänder – Mode auf Als Gast tanzte sie in der vergangenen Spiellitischen Themen in Deutschland und den Reisen“ belegte. zeit als Kreusa in Anna Vitas Uraufführung Niederlanden. „Medea“ und als Zarewna in „Der FeuervoSeit der Spielzeit 2010/11 ist er am Maingel“. In der Wiederaufnahme von „Adele 2009 war Kai Tuchmann Stipendiat des franken Theater Würzburg fest als Kostüm­ Alba / Der Tod und das Mädchen“ verkörLandes Berlin (NaFöG-Stipendium). Seit assistent engagiert und bei den Produktionen perte sie die Rollen der Maddalena und des 2010 ist er Doktorand am Institut für Thea„Die sieben Todsünden“, „Das Mädchen aus Mädchens und war in Youri Vàmos’ Ballett terwissenschaft der Freien Universität Berlin. der Streichholzfabrik“, „Schräge Vögel“ und „Lucidor“ zu sehen. „Dyskolos /Der Menschenfeind“ für die Seit der Spielzeit 2010/2011 ist er Leitender Kostüme verantwortlich. Seit dieser Spielzeit ist Zoya Ionkina festes Schauspieldramaturg am Mainfranken TheaMitglied der Ballettcompagnie und tanzt ter Würzburg. unter anderem in Anna Vitas Uraufführung „Die sieben Todsünden“.


Foto: DEBUT concerts GmbH

Stella Kasparek

Klaus Sichler

Norma Nahoun

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Stella Kasparek

In Gedenken: Klaus Sichler

Produktionsassistentin

Für zwei Spielzeiten, 1995 bis 1997, ist Schauspieler Klaus Sichler am Ende seines Theaterlebens nach Würzburg gekommen und hat sich in dieser Zeit mit drei großen Rollen in die Annalen des Mainfranken Thea­ ters und in das Gedächtnis des Publikums eingeschrieben: mit Shakespeares König Lear, mit Goethes Faust und mit Herr Paul von Tankred Dorst.

Stella Kasparek stammt aus Nürnberg und absolvierte ein Innenarchitekturstudium an der Hochschule Coburg, welches sie 2009 als Diplom-Ingenieurin abschloss. In der Praxis sammelte sie Erfahrungen auf den Gebieten Messebau, Eventgestaltung, Licht und Theater, wobei die Prozesse Entwurf, Planung und Umsetzung zu ihrem Aufgabenbereich zählten.

„Handlungsreisenden“ stürzte sich der gebürtige Sachse mit Bravour in den Striese im „Raub der Sabinerinnen“. Klaus Sichler war ein Schauspieler, der in seinen Bühnenrollen über sich hinauswachsen konnte. Er wird uns im Gedächtnis bleiben durch seine ausgeprägte Bühnenpräsenz und seine überlegte Sprachgestaltung, aber auch durch seine herzliche Menschlichkeit und seinen durchaus selbstironischen Humor. Er starb am 2. Oktober im Alter von 76 Jahren.

1934 in Dresden geboren besuchte er die Leipziger Theaterhochschule von 1952 bis 1955 und kam nach einigen AnfängerenWeiterhin arbeitete sie für das Theater am gagements in der ehemaligen DDR 1959 Kirchplatz in Schaan (Liechtenstein), den Erstmals stiftete das Mainfranken Theater in die Bundesrepublik Deutschland. Hier Theater- und Konzertkinderchor Coburg Würzburg bei dem renommierten europäarbeitete er an den Theatern Neuss, Trier, sowie für das cantus firmus ensemble in ischen Gesangswettbewerb DEBUT einen Göttingen, Wuppertal und Saarbrücken. Solothum (Schweiz). Bei den Bayreuther Förderpreis. Diese Auszeichnung umfasst ein 1982 wurde er von Intendant Tebbe H. Kleen Gastengagement für die kommende Spielzeit Festspielen ist sie in der Abteilung Beleuchnach Coburg geholt; dort blieb er auch unter in Würzburg. Bei der großen Abschlussgala tung tätig. Kleens Nachfolger Ernö Weil 13 Jahre. dieses in Zusammenarbeit mit der Jeunesses Am Landestheater Coburg war sie in den Musicales in Weikersheim veranstalteten In seinen jungen Jahren hatte er unter andeSpielzeiten 2008/09 und 2009/10 für die Wettbewerbs in Bad Mergentheim wurde die rem Hamlet, Tasso und Raskolnikow gespielt. Ausstattung diverser Produktionen wie zum junge Sopranistin Norma Nahoun mit dem Schon bald reifte er zu einem profilierten Beispiel „Die Leiden des jungen Werther“, Preis des Mainfranken Theaters Würzburg Charakterspieler mit enormer Spannweite: „Junge Choreografen“, „Ich glaub’ ’ne bedacht. neben dem „Nathan“ stand Thomas BernDame werd ich nie“ und „König Drosselhards „Theatermacher“, neben Dorsts „Ich, bart“ verantwortlich. Zur aktuellen Spielzeit Norma Nahoun stammt aus Frankreich, wo Feuerbach“ der Komiker Willi Clark in den 2010/11 wechselte Stella Kasparek als sie auch ihre Gesangsausbildung begann. „Sonny Boys“. Die klassischen Väterrollen: Produktionsassistentin an das Mainfranken Seit 2007 studiert sie an der Berliner HochMiller in „Kabale und Liebe“ und Odoardo Theater Würzburg. Neben „Die sieben Todschule für Musik Hanns Eisler bei Norma in „Emilia Galotti“ verkörperte Klaus Sichler sünden“ entwirft Stella Kasparek ebenfalls Sharp. 2009 war sie Preisträgerin der Kamdas Bühnenbild für die Produktionen „Schrä- so gut wie den Wladimir und den Ham in meroper Schloss Rheinsberg, Stipendiatin Becketts „Godot“ bzw. „Endspiel“. Nach ge Vögel“ und „Dyskolos/Der Menschender Stiftung „Yehudi Menuhin Live Music Shakespeares komischen Originalen Tobias feind“. Now“ und gewann außerdem den „Grand Rülp in „Was Ihr wollt“ und Probstein in prix d‘interprétation de la mélodie française“ „Wie es Euch gefällt“ erreicht er, schon in in Toulouse. Coburg, mit dem Lear einen Höhepunkt seiner Laufbahn.

Nachwuchsförderung

Dürrenmatts „Romulus der Große“ steht der Edgar in Strindbergs „Totentanz“ gegenüber. Und nach dem Willy Loman aus Millers


Musiktheater: „Das Feuerwerk“

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Szene mit Anne Simmering, Sylvia Schramm-Heilfort und David Hieronimi

Foto: Falk von Traubenberg


Musiktheater: „La forza del destino“

Premiere: 22. Januar 2011

Team: Seers, von Pfeil, Vinciguerra, Gault

Text: Christoph Blitt

Das ist doch alles absurd! Ein Plädoyer für die Unlogik der Oper

Der Sopran liebt den Tenor. Der Bass (Vater des Soprans) ist gegen diese Verbindung. Sopran und Tenor wollen fliehen. Der Bass entdeckt sie. Der Tenor will zeigen, dass er keine bösen Absichten hat, und wirft seine Pistole weg. Als die Pistole auf dem Boden landet, löst sich ein Schuss. Der Schuss trifft den Bass tödlich. Sopran und Tenor fliehen vor der Rache des Baritons (Bruder des Soprans). Sopran und Tenor werden auf der Flucht getrennt. Der Sopran verkleidet sich als Mann. Der Bariton trifft auf diesen Mann und schöpft Verdacht. Der Sopran geht in ein Mönchskloster und zieht in eine Einsiedelei. Tenor und Bariton werden Soldaten. Der Tenor rettet dem Bariton das Leben. Tenor und Bariton erkennen sich nicht. Tenor und Bariton werden Freunde. Der Tenor wird verwundet. Der Bariton kommt hinter dessen wahre Identität. Tenor und Bariton streiten sich. Der Tenor geht in das Kloster, in das sich einst auch der Sopran flüchtete. Der Bariton spürt ihn dort auf. In der Nähe der Einsiedelei, in die sich der Sopran zurückgezogen hat, duellieren sich Tenor und Bariton. Der Bariton wird verwundet. Der Tenor ruft den Sopran zu Hilfe. Sopran und Tenor erkennen sich (wieder). Voll des unversöhnlichen Hasses sticht der Bariton den schwesterlichen Sopran nieder. Der Bariton stirbt. Tödlich getroffen singt der Sopran und singt und singt und stirbt. Der Tenor bleibt verzweifelt allein zurück. Musiktheaterfreunde werden gleich erkannt haben, dass hier in äußerst verknappter Form der Inhalt von Giuseppe Verdis Oper „La forza del destino“ skizziert wurde. Diejenigen jedoch, die der Oper generell skeptisch gegenüberstehen, werden sich durch diese Beschreibung in all ihren Vorurteilen gegenüber diesem Genre bestätigt fühlen: Menschen, die erstochen werden und dann noch ewig weiter singen; Ereignisse und Vorkommnisse, die völlig unwahrscheinlich erscheinen; die ewig gleichen Handlungsmuster von Sopran und Tenor, die sich lieben und vom bösen Bariton daran gehindert werden etc. etc. ...

Wer derartige Einwände meint vorbringen zu müssen, dem kann man zurufen: „Ja, du hast vollkommen recht!“ Aber man muss ihm auch fragend erwidern: „Und, was ist nun mit so einer Aussage, dass alles absurd sei, gewonnen?“ Denn sich über die Unlogik der Oper zu beschweren, ist so, als wenn man sich darüber aufregt, dass Wasser nass sei. Denn der stinknormale Alltag hält doch eher selten Situationen bereit, die Menschen dazu bringen würden, singenderweise und mit Begleitung eines Orchesters zu kommunizieren. Will sagen: Oper ist nicht realistisch, Oper ist per definitionem absurd! Und genau darin liegt ihre große Stärke und ihr faszinierender Reiz. Hier kann die Fantasie frei schweifen, ohne sich an die starren Regeln einer kleinlichen Logik halten zu müssen. Es ist natürlich nicht auszuschließen, dass sich auch eine Opernhandlung nach den Regeln der Wahrscheinlichkeit entwickelt. Und es ist natürlich so, dass Oper auch den Intellekt anspricht. Aber das vorrangige Ziel des Musiktheaters ist es, Gefühlen und Seelenregungen Raum zu geben und sie zum Schwingen und zum Klingen zu bringen. Somit spielt es im Grunde lediglich eine untergeordnete Rolle, wie die Personen in die emotionalen Ausnahmesituationen kommen, die sie veranlassen, sich in und mit der Musik zu äußern. Und so ist es dieses „Kraftwerk der Gefühle“, das immer wieder aufs Neue zu packen und zu fesseln vermag und einem Erfahrungen und Empfindungen vermittelt, die über die Gesetzte der Wahrscheinlichkeit erhaben sind. Dazu gehört etwa die Macht der Musik, die Zeit anzuhalten und einen Augenblick so lange zu dehnen, wie es die jeweilige emotionale Situation eben erfordert. Und wer würde nicht behaupten wollen, dass der Tod – sei es das eigene Sterben oder der Verlust eines Anderen – eines der wichtigsten und folgenreichsten Ereignisse im Leben eines Menschen ist. Somit ist es nicht nur konsequent, sondern eben auch logisch und – im wahrsten Sinne des Wortes – zum Sterben schön, wenn Verdi dem Sopran in „La forza del destino“, nachdem der Bariton zugestochen hat, alle Zeit der Welt gönnt, seine Seele im Gesang auszuhauchen.

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Schauspiel: „In Schrebers Garten“

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Uraufführung: 19. Februar 2011

Team: Stengele, Pitzer

Text: Kai Tuchmann

Der Fall Schreber Das Wort „schizoid“ bezieht sich auf ein Individuum, dessen Totalität der Erfahrung in zweierlei Hinsicht gespalten ist: an erster Stelle ist da ein Riss in der Beziehung zu seiner Welt und an zweiter Stelle ein Bruch in der Beziehung zu sich selbst. Ein solcher Mensch kann sich selbst nicht als „zusammen mit anderen“ oder als „zu Hause in“ erfahren.

Interessant ist dieser Vorgang aber nicht nur für die Queer-Theorie. Denn er erzählt auch von der unglaublichen Macht der Wissenschaft, gegen die das individuelle Postulat keinen Bestand hat. Es ist die wissenschaftliche Norm („Wahn“), gegen die das individuelle Selbstbekenntnis („Verkehr mit übersinnlichen Kräften“) keine Chance hat.

Ronald D. Laing: „Das geteilte Selbst“

Dieses gewaltvolle Missverhältnis radikal zu überdenken, hat sich die Antipsychiatrie zur Aufgabe gemacht. Einer ihrer einflussreichsten Theoretiker war der Psychiater Ronald D. Laing, der in seinem 1960 erschienenen Buch „Das geteilte Selbst“ für ein radikal neues Verständnis der Psychose warb. Er brach mit der medizinischen Betrachtungsweise und stellte die Psychose in den Kontext einer gesellschaftlich bedingten Selbstentfremdung.

1903 veröffentlicht der in psychiatrischer Behandlung gewesene Daniel Paul Schreber seine „Denkwürdigkeiten eines Nervenkranken“. In ihnen versucht er seine Erfahrungen zu beschreiben und stellt dabei fest: „Für mich besteht nicht der leiseste Zweifel da­rüber, Indem er sich mit den Psychiatern Bleuler und Kraepelin auseinandass der erste Anstoß zu Demjenigen, was von meinen Ärzten imdersetzt (beide Zeitgenossen Freuds), zeigte er, wie deren wissenmer als bloße Halluzinationen aufgefasst worden ist, für mich aber schaftliche Beschreibung des Psychotikers nur eine Verlängerung einen Verkehr mit übersinnlichen Kräften bedeutet“. ihres grundsätzlichen Widerwillens ist, sich auf den „Patienten“ Hier widersetzt sich also ein von der Medizin als „krank“ eingeeinzulassen. Diese Bereitschaftslosigkeit findet einen sehr bezeichstuftes Individuum dieser wissenschaftlichen Klassifikation und nenden Ausdruck in Bleulers Bemerkung, dass Schizophrene ihm in­­sis­tiert darauf, dass seine Erfahrungen anders zu lesen sind, einer fremder seien als die Vögel in seinem Garten. Für Laing gibt es keihöheren Wirklichkeit entsprechen. ne unschuldige klinische Hermeneutik. Er schreibt, dass der klinische Psychiater nicht im Besitz „objektiver“ Kriterien ist. Und dass der Ironischerweise wird dann ausgerechnet dieser Text Sigmund Freud 1911 dazu dienen, nicht nur seine erste Analyse einer psychotischen Schizophrene kennengelernt werden muss, ohne (durch mediziErkrankung zu unternehmen (und zwar via Ferndiagnose durch eine nische Klassifiaktionen) zerstört zu werden. Liebevoll solle der PsyLektüre der „Denkwürdigkeiten“), sondern mit dieser Analyse auch chiater in den Kontakt mit den Menschen ihm gegenüber treten gleichzeitig einen Auftakt zur sexualwissenschaftlichen Pathologisie- und herauszufinden versuchen, warum da ein Lebewesen ist, dass sich nicht lebendig fühlt. Das Leben, das sich nicht lebendig fühlt rung homosexuellen Lebens zu geben. Denn für Freud geht es im Fall Schreber nicht um „einen Verkehr mit übersinnlichen Kräften“, – dieser Satz stellt für Laing eine weit verbreitete Variante schizophrenen Lebens dar. Anstelle diesen Vorgang zu romantisieren, wie vielmehr sieht der Begründer der Psychoanalyse im Fall Schreber es gerade unsere Kultur in Bezug auf Kunst und ihre Künstler macht einen „Wahn“, der wiederum in der Verdrängung homosexueller Wünsche wurzelt. So formuliert Freud klar wie noch nie jemand vor (man denke an das Klischee, nachdem Genie und Wahnsinn, angeblich so nahe zusammen liegen), fordert Laing, die Gründe für diese ihm im 20. Jahrhundert die These vom Zusammenhang zwischen gefühlte Leblosigkeit in unserer Gesellschaftsorganisation zu suchen. Homosexualität und Geisteskrankheit.


Schauspiel: „Der zerbrochne Krug“

Szene mit Klaus Müller-Beck

Foto: Falk von Traubenberg

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„Der zerbrochne Krug“ Szene mit Edith Abels

„Soliman“

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Kleist-Tage

Schwarze Deutsche

 23. und 30. Januar 2011 | Großes Haus und Kammerspiele

Das Mainfranken Theater Würzburg sucht im Rahmen der Inszenierung von „Soliman“ nach Deutschen afrikanischer Herkunft, die in Deutschland aufgewachsen sind und die über ihre Erfahrungen während ihres Aufwachsens in Deutschland berichten wollen.

Ein Schauspielprogramm der ganz besonderen Art verspricht das Mainfranken Theater Würzburg am 23. und 30. Januar 2011, wenn gleich zwei Kleist-Stücke nacheinander präsentiert werden. Der Hintergrund dieser besonderen Veranstaltungstage gilt dem Heinrich von Kleist-Jahr 2011, in dem sich der 200. Todestag des Dramatikers jährt. Eröffnet werden die Kleist-Tage jeweils mit der Produktion „Der zerbrochne Krug“ um 15 Uhr im Großen Haus. Dabei untersucht Regisseur Johannes von Matuschka in seiner Inszenierung den Mechanismus, aus dem eine Gesellschaft heraus Sündenböcke produziert. Im Anschluss lesen Mitglieder des Schauspielensembles Auszüge aus Werken von Heinrich von Kleist. Abgerundet werden die Kleist-Tage durch die Aufführung „Amphitryon“ ab 18 Uhr in den Kammerspielen. Angelika Zacek stellt in ihrem Projekt das Problem des Seins in den Mittelpunkt: Was macht eine Persönlichkeit wirklich aus? Was macht sie unverwechselbar? Oder sind wir am Ende doch austauschbar? Ausgehend von Kleists Stücktext recherchieren vier Darsteller die gewaltvollen Prozesse des Ein- und Ausgrenzens, aus denen letztlich erst Identität entsteht.

Der wissenschaftliche Rassismus des 19. Jahrhunderts störte die Totenruhe, raubte Leichen und schändete Körper, um seine Theorien zu untermauern. Die so gewonnenen und zur Schau gestellten Überreste sollten die Überlegenheit der weißen Rasse demonstrieren. Der 1946 in Treuchtlingen geborene Ludwig Fels widmet sich in seinem Stück „Soliman“ einem der bekanntesten Schicksale in diesem Kontext von Rassismus und Leichenschändung – nämlich dem im 18. Jahrhundert am Wiener Kaiserhof lebenden Angelo Soliman, der nach seinem Tod ausgestopft und als Ausstellungsstück im kaiserlichen Naturalienkabinett präsentiert wurde. In der Inszenierung wird versucht, den gegenwärtigen Mechanismen nachzuspüren, aus denen sich heute rassistische Wertungen herleiten. Bei Interesse oder Rückfragen melden Sie sich bitte per E-Mail bei: Kai Tuchmann, Ltd. Schauspieldramaturg Kai.Tuchmann@stadt.wuerzburg.de

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Anne Simmering

„Barfuß Nackt Herz in der Hand“

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Alle Fotos: Falk von Traubenberg

Weill & Waldoff – Kurt & Claire

Fremder unter Fremden

Ein musikalisches Zusammentreffen in knapp drei Akten

„Barfuß Nackt Herz in der Hand“ kommt in die Schulen.

 1. und 6. Januar 2011 | 20 Uhr | Kammerspiele

Seit 25 Jahren lebt Ali in Deutschland, er hat ein eigenes Haus, Arbeit und ist bei seinen Kollegen beliebt. Mittelpunkt seines Lebens aber ist seine Familie. Als ihm diese durch einen Brandanschlag geraubt wird, beginnt Ali zu sprechen. Sensibel und erschütternd erzählt er aus seiner Sicht, wie es zu der Katastrophe kam.

Basierend auf dem Stück „Claire Waldoff“ von Tony Dunham erforscht die Schauspielerin Anne Simmering in ihrem Programm „Weill & Waldoff – Kurt & Claire“ wie es klingt, wenn zwei Welten, nämlich die musikalische Welt der frechen Berliner Göre Claire Waldoff und die dichterische Welt des hoch gebildeten Kantorensohnes Kurt Weill aufeinandertreffen. Claires „Nach meene Beene is’ ja janz Berlin verrückt“ korrespondiert mit Kurts „Ballade von der sexuellen Hörigkeit“, ihr „Wenn Willi Püppchen zu mir sagt“ mündet in seinen „Abschiedsbrief“, und Waldoffs „Wat bracht der Berliner, um jlücklich zu sein“ tönt nach Weills „Berlin im Licht“. Was diese besonderen, zunächst so unterschiedlich geprägten Künstler eint, ist ihre überbordende Energie, das irrwitzige Talent und die außergewöhnliche Pfiffigkeit. Zusammen mit dem Pianisten Harald Rutar lässt Anne Simmering die Ära der Berliner Kultur der 20er Jahre auf der Bühne der Kammerspiele aufleben.

Ali beginnt seinen Monolog als Fremder, doch im Laufe seiner Erzählung wird er zu einem Vertrauten, einem Freund… Im Frühjahr 2011 wird das Schauspiel „Barfuß Nackt Herz in der Hand“ von Ali Jalaly als mobile Produktion für Schulen angeboten. Der Burkinabé Issaka Zoungrana spielt Ali in einer für das Klassenzimmer zugeschnittenen Bearbeitung des Stoffes. In einer Zeit, in der so viel von der „Festung Europa“ gesprochen wird und Immigranten in Auffanglagern inhaftiert werden, müssen Toleranz und Offenheit auch in der Schule thematisiert werden. Die Suche nach Ähnlichkeiten und Unterschieden führt jedoch auch zu Fragen nach der eigenen Fremdheit und der Fremdheit anderer – und diese Fragestellung ist für das Aufwachsen junger Menschen unumgänglich.

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Schauspiel

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„Amphitryon“

Szene mit Marcus Staab Poncet

Foto: Nico Manger


Schauspiel: „Zwischen frechem Volke“

Uraufführung: 12. Februar 2011

Team: Antler, Libby

Text: Kai Tuchmann Foto: Falk von Traubenberg

Das ungeschriebene Theater Anlässlich des Improtheaters „Zwischen frechem Volke“ von Nadine Antler & Jim Libby einige Gedanken zum Verhältnis von Text und Theater

Diese textorientierte Auffassung von Theater vergisst, was über Jahrhunderte eben doch auch immer Theater war: der Körper des Schauspielers (der schwitzt, spukt, schwankt), der Zufall, der eine Aufführung verändert und – das Publikum, das auch einen Körper hat, der Reaktionen hervorbringt und das über diese Reaktionen maßgeblich den Verlauf einer Theateraufführung mitbestimmt. Doch für das Texttheater ist es bis ins 20. Jahrhundert fast immer um die Unterdrückung des Körperlichen gegangen. Denn nur durch die Domestizierung des KörLetztlich stehen wir vor der sehr interessanten Tatsache, dass diese pers des Schauspielers (und dessen Verstrickung in leibesfeindliche ungeschriebenen Theater einen viel größeren Raum in der TheaterSchauspieltheorien) war die Produktion der Theateraufführung als geschichte einnehmen als das aufgeschriebene, dramatische Theater. Illusion möglich. Und vom Zuschauer wurde eine Rezeptionshaltung Doch trotzdem ist unser Begriff von Theater durch den Dramentext verlangt, die seiner in der Schule und in der Kirche antrainierten bestimmt. Körperlichkeit entsprochen hat. Dies findet wohl seinen schärfsten Ausdruck bei Hegel, der in seiDoch Hegels Diktum vom Ende der Kunst hat die deutschen Draner Ästhetik ein Weltbild entwickelt, aus dem heraus er jeder gemenautoren nicht vom Schreiben von Stücken abhalten können. schichtlichen Epoche in der Reihenfolge ihrers Fortschreitens eine Ein Schreibprozess, der dann aber spätestens ab dem beginnenden der drei geistigen Ausdrucksformen Religion, Kunst und Philosophie 20. Jahrhundert gar nicht mehr umhin kann, als sich auch Anleihen zuordnet. Und es ist das Drama gewesen, das als höchst entwickelte beim ungeschriebenen Theater zu nehmen: Schon Büchner schreibt Form der Kunst in die Epoche Hegels einleitet, die dann durch die seine Szenen so, dass sie auf Jahrmärkten und in Wirtshausstuben Philosophie dominiert wird. Im dramatischen Vers sieht Hegel alspielen, um so den Körper für die Bühne wieder zu erobern. Doch er so den Übergang zwischen ästhetischer Versinnlichung materieller bleibt damit innerhalb der Illusionsdramatik. Brecht – circa hundert Wirklichkeit und purer Reflexion über diese Wirklichkeit. Hier findet Jahre später – durchbricht das Illusionskonzept und nimmt ganz bedas aufgeschriebene Theater also seinen Kronzeugen. Hier etabliert wusst Anleihen bei Formen des ungeschriebenen Theaters, wie dem ein Philosoph die Quasi-Identität von Text und Theater. japanischen No. In Frankreich verabschiedet sich – fast parallel zu Brecht – der Regisseur Antonin Artaud gänzlich von der Idee, Thea­ Ironischerweise hat das Theater in diesen Kronzeugen aber auch gleichzeitig denjenigen gefunden, der ihm sein Todesurteil ausstellt. teraufführungen mit Dramentexten zu betreiben. Damit verwischt Denn anhand des dramatischen Verses belegt Hegel auch – entspre- er auch die hegelianischen „Genregrenzen“ von Kunst und Philochend seiner Geschichtsphilosophie – das Ende der Kunst überhaupt. sophie und leitet somit eine Rückkehr zum ungeschriebenen TheaIn Hegels Gegenwart nämlich habe die Kunst abgedankt, da der Zu- ter ein, die bis heute unter dem Label „postdramatisches Theater“ kunft alleinig die philosophische Reflexion gehöre. Der dramatische fortdauert. Diese Rückkehr des ungeschriebenen Theaters fußt zu einem großen Teil auf einem tiefen Misstrauen in die Möglichkeiten Vers ist der Übergang zwischen Kunst und Philosophie. von Texten.

Unsere Theatergeschichtsschreibung konzentriert sich mit ein paar Ausnahmen auf das Drama, also den niedergeschriebenen Text der Aufführung. So beginnt jede Theatergeschichte mit den Theorien des Aristoteles, die dann versucht werden, auf die noch aus der Antike erhaltenen Tragödien und Komödien angewendet zu werden. Zwischen griechischer Antike und dem 18. Jahrhundert klafft dann in der deutschen Theatergeschichtsschreibung ein riesiges Loch, das in Deutschland erst wieder durch die beginnende Textproduktion des Bürgerlichen Trauerspiels gestopft wird (beginnend mit Lessings „Miss Sara Sampson“). Das Volkstheater, die Commedia dell‘arte, die Passionsspiele, die zirzensischen Clownsspiele – alles das sind Theaterformen, die in dieser Lücke stattfinden – aber eben kaum, bzw. keine Texte hinterlassen haben.

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Würzburger Menschen I: Roma in Würzburg In Zusammenarbeit mit dem Ausländerbeirat der Stadt Würzburg

Würzburger Menschen II: Marianne Dora Rein Mit Unterstützung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit in Würzburg und Unter­franken e.V.

Würzburger Menschen Eine soziokulturelle Reihe von Alexander Jansen

Teil I: Roma in Würzburg

Teil II: Marianne Dora Rein

e 15. Januar 2011, 20 Uhr, Kammerspiele

e 27. Januar 2011, 19.30 Uhr, Großes Haus

Im Herbst 2010 beklagte die UN-Hochkommissarin für Menschenrechte Navi Pillay eine starke Abneigung gegenüber den Roma in Europa, beobachtete den Anstieg von Gewalt und Diskriminierung und befürchtete eine Eskalation der Spannungen. Dies war keine Hysterie: Übergriffe auf Roma fanden in Ungarn und der Slowakei statt. Tote wurden beklagt, Roma-Familien mit Zwang vertrieben.

Marianne Dora Rein war eine junge, selbstbewusste, kluge Schriftstellerin, die vollständig vergessen war. Ihre Lyrik ist zart und suchend mit einem eigenen unverkennbaren Klang. Ihre philo­sophische Prosa zeugt vom Mut zum eigenen, unverwechselbaren Gedanken, von der intensiven Auseinandersetzung mit der verstörenden Welt um sie herum. Ihre Briefe sind geprägt von ebenso großer Verspieltheit, wie ernsthafter Auseinandersetzung mit der Zeit. Und sie sind voller Liebe.

In einigen Ländern Europas erhalten sie nur begrenzt Zugang zu medizinischen Leistungen. Die Kinder werden oft in gesonderte Schulklassen eingeteilt. Auch die anhaltende Rückführung der Roma von Deutschland in den Kosovo habe laut Frau Pillay „verheerende Folgen“ für die Rechte der Kinder, auch für ihr Recht auf Bildung. „Eine Studie des UN-Kinderhilfswerks Unicef belegt: Roma-Kinder, die in deutschen Schulen gut integriert waren, befinden sich auf einmal in einem völlig fremden Umfeld, in dem nur Albanisch gesprochen wird. Plötzlich können sie gar nicht mehr oder nur unter gro­ßen Schwierigkeiten zur Schule gehen.“ So sei es nicht verwunderlich, dass die EU-Agentur für Grundrechte die Roma als die am stärksten diskriminierte Gruppe der EU einschätzt: „Häufig werden sie von politischen Kräften noch weiter ausgegrenzt und stigmatisiert, die sich mit ihrer Rhetorik einen Vorteil versprechen und das Misstrauen weiter steigern wollen“. Über 600 Jahre leben Sinti und Roma in Europa. „Rom“ bedeutet Mensch. Als Mensch behandelt zu werden, ist eine Selbstverständlichkeit. Dass dieses immer noch gefordert werden muss, stellt die behauptete Menschlichkeit unserer Gesellschaft in Frage. Einen Dialog bietet dieser Abend an: In Würzburg lebende Roma berichten über ihre Kultur, ihre Geschichte, Religion und Lebens­ weise. Leitung: Alexander Jansen und Natali Soldo de Rico-Gonzales Eintritt frei

Marianne Dora Rein wurde am 2. Januar 1911 in Genua geboren. Mit fünf Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Würzburg und lebte dort bis zum 27. November 1941. An diesem Tag wurde Sie nach Riga deportiert und ermordet. Rosa Grimm, Geschäftsführerin der Gesellschaft für christlich-jüdi­sche Zusammenarbeit in Würzburg und Unterfranken e.V., hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Künstlerin vor dem Vergessen zu bewahren, ja ihre Kunst erstmals durch eine Buchpublikation einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Anlässlich ihres 100. Geburtstages sollen Buch und CD am 27. Januar 2011 im großen Haus des Mainfranken Theaters Würzburg durch einen Lieder- und Lyrikabend vorgestellt werden. Für die Vertonung einzelner Gedichte konnten die in Jerusalem le­bende Komponistin Margret Wolf sowie der libanesisch-amerikani­ sche Komponist Paul Amrod gewonnen werden. Die Pianistin Katia Bouscarrut sowie die Cellistin Milena Ivanova begleiten Sängerinnen der Musikhochschule Würzburg bei der Uraufführung, Darstellerin­ nen des Mainfranken Theaters Würzburg werden Texte vortragen. Die künstlerische Gesamtleitung liegt bei Schauspieldirektor Bernhard Stengele. Die Entscheidung, dass Künstler diesen Abend bestreiten werden, die im selben Alter sind wie Marianne Dora Rein zum Zeitpunkt ihrer Ermordung war, trägt dem Gedanken nach einer neuen Erinnerungskultur Rechnung. Die Gedichte sind jung, so jung wie die Autorin war und wie die Künstler jetzt sind. Und so jung soll dieser Abend werden: voller Mut, Hoffnung, Verliebtheit und Fassungslosigkeit. Leitung: Bernhard Stengele und Katia Bouscarrut

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3. Kammerkonzert

Text: Beate Knauer

Foto: Gabriela Knoch

Vom Teufel… 18

…in der Musik

ment schien keine andere Erklärung zuzulassen, als dass der Satan hier seine Finger im Spiel hat.

 30. Januar 2011 | 11 Uhr | Toscanasaal der Residenz In den Jahren 1917 und 1918, während seines Schweizer Exils, komponierte Igor Strawinsky „Die Geschichte vom Soldaten”. Dieses Musiktheaterstück für kleines Ensemble, bestehend aus einem Vorleser, zwei Schauspielern, einer Tänzerin und sieben Musikern, war ursprünglich für eine Wanderbühne konzipiert worden. Für das Textbuch benutzte der Librettist Charles Ferdinand Ramuz zwei russische Märchen aus einer Sammlung von Alexander Afanassjew. Die Geschichte erzählt den Konflikt zwischen einem einfachen Soldaten, der im Besitz einer wertvollen Geige ist, und dem Teufel. Dieser schlägt dem Soldaten einen Tausch vor: das Instrument (das die Seele des Mannes symbolisiert) gegen ein Zauberbuch, welches ihm zu Reichtum verhelfen könne. Es ist nicht ungewöhnlich, dass der Beelzebub des russischen Märchens von der Geige des Soldaten so fasziniert ist. Einzig sonderbar ist, dass der Teufel in der Geschichte selbst nicht des Spiels mächtig war und als Bestandteil des Tauschgeschäfts Unterrichtsstunden von dem jungen Mann forderte. Ist die Geige doch das bevorzugte Instrument des pferdefüßigen Derwischs, glaubt man Giuseppe Tartini. Dieser träumte nämlich einst vom Teufel, der ihm seine berühmte Teufelstrillersonate im Schlaf vormusizierte. Virtuosen wie er oder Niccolò Paganini tragen aufgrund eben solcher Erzählungen den Beinamen Teufelsgeiger, denn ihre unglaubliche Meisterschaft auf dem Instru-

Der Teufel ist kein allzu seltener Gast in der Musik und seine kompositorische Inkarnation ist ausgesprochen vielfältig. Neben Strawinskys „Soldaten“, den er 1919 auch als Suite für Violine, Klarinette und Klavier bearbeitete, oder Modest Mussorgskys „Eine Nacht auf dem kahlen Berge“ hat der Teufel beispielsweise auch beim Hexensabbat in der „Symphonie fantastique“ von Hector Berlioz Einzug gehalten. Des Weiteren stehen weltweit teuflische Opern wie Webers „Freischütz” oder die unzähligen Vertonungen des Faust-Sujets, in denen man natürlich auch Mephisto in der Musik antrifft, auf den Spielplänen der Opernhäuser. Ebenso wie in den längst vergangenen Jahrhunderten das Okkulte auf die Menschen Faszination ausübte, ist der Teufel auch in der zeitgenössischen Musikkultur allgegenwärtig. So lassen Black Sabbath ihre düstere Inspirationsquelle im Bandnamen verlauten und bedienen sich etwa im gleichnamigen Lied einer Intervallfolge, die im Mittelalter verpönt war, weil man befürchtete, sie würde den Teufel erwecken. Des Öfteren sprechen auch Iron Maiden in ihren Songtexten ausgiebig vom Fürst der Finsternis. Das wohl bekannteste teuflische Lied ist „The Number of the Beast“. Wie oft sich der dämonische Unhold in die Musik, ob nun klassisch oder nicht, und in Texte und Sujets einschleicht, ist nur zu verwunderlich.

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V I N O T H E K

W E I N L A D E N

Ludwigstr.1a · gegenüber Theater Dienstag bis Sonntag 11–24 Uhr Telefon +49 931 3503-456

Ecke Theaterstraße/Semmelstraße Mo. – Fr. 8 –18 Uhr, Sa. 9 –15 Uhr Telefon +49 931 3503-403


4. Kammerkonzert

Text: Beate Knauer

Foto: privat

Stimmzug

Ausgleichsgewicht

Posaune × 4 Mundstück Überwurfmutter

Eine tönende Liebeserklärung an ein Instrument

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Quersteg (Innenzug)

 20. Februar 2011 | 11 Uhr | Toscanasaal der Residenz Geigenvirtuosen kennt man zur Genüge und auch Starpianisten gibt es reichlich. Aber kennen Sie einen Posaunenvirtuosen? Töricht, wer glaubt, es gäbe keinen! Und noch anmaßender, wer davon ausgeht, das Instrument eigne sich weniger zur Virtuosität! Unbestritten aber ist, dass die Posaune auf eine triumphale Geschichte zurückblicken kann! Mit den Posaunen von Jerichow, die Mauern zum Einstürzen brachten, werden diese Instrumente selbst in der Das Austrian Trombone Quartett Bibel erwähnt. Für die Römer, Griechen und Ägypter waren Posaunen die Instrumente der herrschenden Klasse und damit ausnahmslos den Priestern und Fürsten vorbehalten. Heute ist ihr Einsatz äußerst vielfältig: ob nun im Blasoder Sinfonieorchester, als Soloinstrument oder im Posaunenensemble kann das Instrument all seine Facetten – vom kraftvoll-majestätischen bis zart-grazilen Ton – zeigen. In den fürstlichen Mauern des Toscanasaals der Residenz Würzburg wird das 4. Kammerkonzert einen außergewöhnlichen musikgeschichtlichen Rundgang von Bach bis Debussy für vier Posaunen und Publikum bereithalten.

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Verschlussring

Quersteg (Außenzug)

Schallbecher Zug

Wasserklappe (kurz)

Knopf


Konzerte

Foto: fotolia.de

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3. Sinfoniekonzert

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Werke von Richard Strauss Sopran: Anja Eichhorn Horn: Wolfgang Gaag Dirigent: Jonathan Seers Philharmonisches Orchester W端rzburg Sinfonie Orchester der Hochschule f端r Musik W端rzburg Eine Veranstaltung des Mainfranken Theaters W端rzburg Karten: (0931) 3908 -124 | www.theaterwuerzburg.de


3. Sinfoniekonzert mit Werken von Richard Strauss

3. und 4. Februar 2011 | 20 Uhr (Einführung 19.30 Uhr) Hochschule für Musik Würzburg, Gebäude Hofstallstraße

Text: Beate Knauer

Eine musikalische Morgenröte In Richard Strauss’ Freundeskreis löste die Nachricht, er komponiere „Als Zarathustra dreißig Jahre alt war, verließ er seine Heimat und eine sinfonische Dichtung nach Friedrich Nietzsche, größeres Unbe- den See seiner Heimat und ging in das Gebirge. Hier genoss er seines Geistes und seiner Einsamkeit und wurde dessen zehn Jahre hagen aus. Cosima Wagner etwa hielt die briefliche Ankündigung eines solchen Werkes gar „für einen Aprilscherz“. Auch als sie dem nicht müde. Endlich aber verwandelte sich sein Herz – und eines Morgens stand er mit der Morgenröte auf, trat vor die Sonne hin Komponisten zur Geburt seines Sohnes Franz gratulierte, fügte sie kritisch scherzend hinzu, dass sie sich im Zweifelsfall lieber als Gou- und sprach zu ihr also: ,Du großes Gestirn! Was wäre Dein Glück, vernante anbiete, bevor er noch auf die Weisheiten Zarathustras bei wenn Du nicht die hättest, welchen Du leuchtest! Wir warteten Deiner an jedem Morgen, nahmen Dir Deinen Überfluss ab und der Erziehung seines Kindes zurückgreife. Doch Strauss bestätigte offenkundig, sich gegenwärtig mit dem umstrittenen Denker zu be- segneten Dich dafür. Ich muss gleich Dir untergehen, wie die Menschen es nennen, zu denen ich hinab will. So segne mich denn, fassen. Er verwendete als literarische Vorlage zu seiner neusten sinDu ruhiges Auge. Zarathustra will wieder Mensch werden‘ – Also fonischen Dichtung Friedrich Nietzsches Schrift „Also sprach Zarabegann Zarathustras Untergang.” thustra“, die zwischen 1883 und 1885 entstanden war. Es war keine völlig unerwartete Fügung, dass sich Strauss eine Schrift der PhiWas hiernach in Richard Strauss’ Musik folgt, ist unbestritten eine losophie als Vorlage zu einer Komposition wählte, beschäftigte er der schönsten und atemberaubendsten Sonnenaufgangspoesien, die sich doch schon einige Jahre intensiv mit dem Schrifttum des Denje ein Komponist in Tönen schuf: kers, Philosophen und Schriftstellers. Dabei faszinierten den KomLeise, wie ein sanftes Beben, durchbrechen die Kontrabässe, die ponisten an Nietzsches Arbeiten dessen kulturkritische Attacken auf Orgel, die große Trommel und das Kontrafagott die Stille. Ein das deutsche Spießbürgertum und seine respektlose Zuversicht, mit durchdringendes Trompetensignal in strahlendem C-Dur erschließt der sich Nietzsche gegen alles Offizielle auflehnte. Neben den raetappenweise ein ganzes Universum an Klängen. Während seines dikalen Gedanken und Ideen war Strauss hauptsächlich von dem zunehmend monumentaler werdenden Aufstieges entfaltet sich ein ästhetischen Genuss, den Nietzsches sprachliche Konkretisierung Orchesterklang voller beeindruckender Kraft und in Mark und Bein und Poesie ihm bereitete, in den Bann gezogen worden. „Ich bilde fahrender Vehemenz. Es ist das unbestritten berühmteste und am mir ein, mit diesem Zarathustra die deutsche Sprache zu ihrer Vollhäufigsten zitierte Thema der Musikgeschichte und leitet ein vielendung gebracht zu haben”, äußerte Nietzsche von ungetrübtem schichtiges, tiefsinniges und mächtiges Werk ein. Der Komponist Selbstbewusstsein durchströmt. Die außermusikalische Vorlage galt schrieb hierzu in sein Skizzenbuch: „Die Sonne geht auf. Das Individem Tonschöpfer dabei als ein Gedankenmaterial, das die Fantasie duum tritt in die Welt oder die Welt ins Individuum.“ in Bewegung setzt und in musikalische Strukturen einfließt. Dementsprechend stand der Zarathustra im Verständnis Richard Strauss’ Wer war Zarathustra? für ein modernes Lebensgefühl, für den Aufbruch in eine neue Zeit, Der historische Zarathustra war ein altiranischer Religionsstiffür Fortschritt und Lebensfreude. ter, von dessen Vita kaum Informationen überliefert sind. Er Gleichwohl es sich nicht um eine rein programmatische Veranlebte vermutlich zwischen dem 9. und 6. Jahrhundert vor Chrischaulichung des philosophischen Textes handelt, setzte Strauss stus. Den spärlichen Aufzeichnungen zufolge hat er im Alter von folgendes, ausführliches Vorwort vor die ersten Takte seiner gedreißig Jahren, nach zehnjähriger Wanderschaft, seine Berufung druckten Partitur: zum Propheten erlebt.

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Würzburger Menschen II

Plakatmotiv: Uli Spitznagel

Künstlerische Leitung: Bernhard Stengele Komposition: Magret Wolf, Paul Amrod und Stefan Hanke Musikalische Leitung/Klavier: Katia Bouscarrut Violoncello: Milena Ivanova Rezitation: Anne Diemer und Christina Theresa Motsch Gesang: Andrea Jörg, Eva Wurlitzer und Anna-Kathrin Berger Beginn: 19.30 Uhr | Karten: 0931 / 3908124 | www.theaterwuerzburg.de


2010 / 2011

Die Rosenkavaliere des Theater- und Orchesterfördervereins des Mainfranken Theaters Würzburg

Rosenkavaliere Diamantkreis (ab 24.000 Euro): Sparkasse Mainfranken, Würzburg | Platinkreis (15.000 bis 23.999 Euro): Dr.-Ing. Hans B. und Renate Bolza-Schünemann, Würzburg | Robert Krick Verlag, GmbH + Co. KG, Eibelstadt | Goldkreis (8.000 bis 14.999 Euro): Deutsche Bank AG, Firmenkunden Mainfranken | Senator e.h. Dr. Kurt und Nina Eckernkamp, Vogel-Stiftung, Würzburg | Baldwin Knauf, Iphofen | Robert u. Margret Krick, Würzburg | Sparkasse Mainfranken, Würzburg | Würzburger Versorgungs- und Verkehrs-GmbH, (WVV) | Silberkreis (3.000 bis 7.999 Euro): Stephan Peter, Babcock Noell GmbH, Würzburg | Fürstlich Castell’sche Bank, Credit-Casse AG, Würzburg | Daimler AG, Mercedes-Benz, Niederlassung Mainfranken, Würzburg | Ebert + Jacobi, Pharmazeutische Großhandlung GmbH u. Co.KG, Würzburg | Dr. Leonhard und Gertrud Haaf, Tauberbischofsheim | KBA-Metronic AG, Veitshöchheim | Prof. Dr. Kurt und Ursula Kochsiek, Würzburg | Koenig & Bauer AG, Würzburg | bielomatik Leuze GmbH + Co.KG, Neuffen | Leuze electronic GmbH + Co.KG, Owen | Mediengruppe Main-Post GmbH, Würzburg | MIWE, Michael Wenz GmbH, Arnstein | PKF Issing Faulhaber Wozar Altenbeck GmbH & Co.KG, Würzburg | Georg Rosenthal, Oberbürgermeister der Stadt Würzburg | Schaeffler Technologies GmbH & Co.KG, Schweinfurt | J.E. Schum GmbH & Co.KG, Würzburg | Siemens AG, Regionalorganisation Deutschland, Norbert Brenner,, Würzburg | Sparda-Bank Nürnberg e.V. | Dr. Hagen und Elke Stock, Ochsenfurt | Südzucker AG Mannheim/Ochsenfurt | Volksbank Raiffeisenbank Würzburg eG | WISAG Gebäudereinigung Holding, Bad Neustadt | Anonym: 1 | Bronzekreis (500 bis 2.999 Euro): Artisant Lederladen, Würzburg | Peter und Gila Back, Würzburg | BHT Stahlrohrlager GmbH, Kornwestheim | Rosemarie Bienek-Pfeiffer, Papier Pfeiffer, Würzburg | Dr. Edgar und Hannelore Bihler, Güntersleben | Gerd und Irmi Blankenhagen, Friseurteam Blankenhagen, Würzburg | BMW Autohaus Rhein, Würzburg | Dr. Werner und Gisela Böhm, Wertheim | Claus und Christiane Bolza-Schünemann, Würzburg | Albrecht und Angelika Bolza-Schünemann, Radebeul | Prof. Dr. Ludwig und Prof. Dr. Eva-Bettina Bröcker, Würzburg | Architekturbüro Bruno Bruckner, Würzburg | Eva Christa Bushe, Würzburg | Peter Collier, Editionmios.de, Maidbronn | Arwed und Brigitte Driehaus, Zell | Jochen und Kerstin Düll, Würzburg | Gisela Duttenhofer, Würzburg | Hanns und Renate Egenberger, Würzburg | Karl Heinz und Maria Eger, Würzburg | Bruno und Jutta Forster, Würzburg | Herbert und Charlotte Friederich, Würzburg | Dr. Wolfgang und Antje Friederich, Veitshöchheim | Dipl. Betriebswirt Willi Fuhren, Steuerberater + vereid. Buchprüfer, Fachberater f. Intern. STRecht,, Würzburg | Dr. Bernd u. Dr. Winfried Gärtner, Würzburg | Dr. Rudolf Gärtner, Höchberg | Hans Geis GmbH + Co., Internationale Spedition, Kürnach | Gerhard Geißel GmbH, Maschinenbau, Eibelstadt | Albrecht Germann, Würzburg | Karl Graf, Würzburg | Dr. Jörg und Daniela Groß, Würzburg | Helge und Claudia Hansen, Würzburg | HDI-Gerling Industrie Versicherung AG, Nürnberg | Prof. Dr. Dietrich Henschler, Würzburg | Georg C. Herbst GmbH + Co.KG, Eibelstadt | Dr. Ursula Heupel, Würzburg | Helga Hoepffner, Mitglied des Stadtrats, Würzburg | Balthasar Höhn, Bauunternehmung GmbH & Co. KG, Würzburg | Prof. Dr. Siegfried und Annemarie Hünig, Würzburg | Dr. Bernd Huke, Würzburg | Bertold Hummel Gemeinnützige Stiftung GmbH, Würzburg-Hamburg | Ingrid Hunger, Veitshöchheim | Hunger DFE GmbH, Würzburg | HYDAC International GmbH, Sulzbach/Saar | Dr. Frank und Anne Issing, Würzburg | Prof. Dr. Otmar und Sieglinde Issing, Würzburg | Prof. Dr. Ralf Jahn, IHK Würzburg-Schweinfurt | Dr. Elmar und RoseMarie Jostes, Würzburg | Lieselotte Keidel, Würzburg | Peter und Barbara Keil, Würzburg | Keipp elektro-bau-technik GmbH, Ludwigshafen | Andreas und Rota Klaeger, Würzburg | Prof. Dr. Bernd Klaiber, Würzburg | Klöckner Stahl- und Metallhandel GmbH, Würzburg | Fritz Kohl GmbH & Co.KG, Karlstadt | Hans-Werner und Julia Kraft, Würzburg | Werner und Helga Kraft, Würzburg | Max und Charlotte Lamb, Würzburg | Norbert Lang, Würzburg | Hiltrud Leingang, Würzburg | C.A. Leuze GmbH + Co.KG., Owen/T. | Lions Hilfswerk Würzburg e.V. | LKS Kronenberger GmbH, Metallveredlungswerk, Seligenstadt | Prof. Dr. Martin und Dr. Friederike Lohse, Würzburg | Dr. Lando u. Marisa Lotter, Würzburg | Lübcke Versicherungsmakler München GmbH, München | Dr. Hartwich und Sigrid Lüßmann, Würzburg | Prof. Dr. Kurt und Ruth Magar, Würzburg | Maria Mantel u. Dr. Rainer Schräpler, Würzburg | Rudi May, Unternehmer, Würzburg | RA Holger und Ulrike Mellin, Waldbüttelbrunn | Urda Menna, Würzburg | Frank Menna, Gebäudereinigung GmbH, Würzburg | Wolfgang und Elfriede Metzler, Würzburg | Barbara Meyer-Marroth + Hans-Ulrich Mühlschlegel, Würzburg | Christoph Müller und Dr. Christine Bötsch, Würzburg | Helmut und Elke Müller, Rottendorf | Prof. Dr. H.-K. und Ulrike Müller-Hermelink, Würzburg | Rainer und Rita Naebers, Karlstadt | Dr. Ursula Nienaber, Würzburg | Gunther Oschmann, Telefonbuch Verlag Hans Müller GmbH & Co.KG, Nürnberg | Thomas Petsch und Ursula Basler-Petsch, Würzburg | Raiffeisenbank Main-Spessart eG, Lohr am Main | Hotel Rebstock zu Würzburg GmbH | Ruth Reinfurt, Würzburg | Gebr. Reinhard GmbH & Co.KG, Würzburg | Richter + Frenzel GmbH + Co.KG, Würzburg | Dr. Helma Röckl, Würzburg | Burkard und Elfriede Roos, Waldbüttelbrunn | Prof. Dr. Klaus und Christa Roosen, Reichenberg | Rosengarth u. Partner GbR, Wirtschaftsprüfer – Steuerberater – Rechtsanwälte, Würzburg | Rotary Club, Würzburg | Dr. Christian und Dr. Heidrun Rudolph, Burgsinn | Stefan Rühling, Würzburg | Johannes und Beatrice Schaede, Würzburg | Prof. Dr. Dieter und Gudrun Schäfer, Würzburg | Fritz und Hannelore Schäfer, Schweinfurt | Klaus Schinagl, Grafik-Designer BDG, Veitshöchheim | Bernd und Ulrike Schmidtchen, Höchberg | Heribert und Dr. Ingeborg Schneider, Würzburg | Hans Schöbel, Direktor Zentrum für Körperbehinderte, Würzburg | Dr. Rainer und Dr. Christine Schöbel, Würzburg | Jochen Schrul, Zell am Main | Prof. Dr. Helmuth und Christiane Schulze-Fielitz, Würzburg | Familie Schweizer, Würzburg | Hannemarie Siebert, Würzburg | Reinhart und Ursula Siewert, Würzburg | Prof. Dr. Stefan und Dr. Heidi Silbernagl, Margetshöchheim | Prof. Dr. Ulrich und Dr. Friederike Sinn, Würzburg | Rudolf Söder und Gertraud Söder-Knorr, Würzburg | Prof. Dr. László Solymosi, Würzburg | Prof. Dr. Christian P. Speer, Höchberg | Spindler GmbH & Co.KG, Würzburg | Hans und Irmgard Stößel, Würzburg | Dr. Thomas u. Dr. Kathrin Tatschner, Gerbrunn | TNT Express GmbH, Niederlassung Würzburg, Eibelstadt | TRIPS GmbH, Grafenrheinfeld | Martin Kratzer, W & K Gesellschaft für Industrietechnik mbH, Faulbach | Prof. Dr. Helmut Werner und Annemarie Henkels, Würzburg | Prof. Dr. Klaus und Dr. Ute Wilms, Würzburg | Bernhard und Rosemarie Withopf, Tauberbischofsheim | Prof. Dr. Emil Witt, Würzburg | Prof. Dr.-Ing. Horst Peter Wölfel, Höchberg | Prof. Dr. Karl-Heinrich und Jutta Wulf, Würzburg | Dr. Jan-Peter und Jutta Zugelder, Künzelsau | Anonym: 4

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Der zerbrochne Krug

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First Cut

Le nozze di Figaro

Programm 01/02.2011 Schauspiel

Kinder und Jugendtheater

Der zerbrochne Krug Schauspiel von Heinrich von Kleist Großes Haus 11.00 Uhr (EF 10.30 Uhr): 31.01.2011 15.00 Uhr (EF 14.30 Uhr): 23.01./30.01. 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr): 07.01./09.01./ 21.01. Zum letzten Mal: 02.02.2011 | 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr)

Pippi Langstrumpf Kinderstück von Astrid Lindgren Großes Haus Letztmals in Würzburg: 11.00 Uhr: 06.01.2011 Aschaffenburg: 9.00 Uhr: 18.01./19.01. 11.00 Uhr: 18.01./19.01. 15.00 Uhr: 18.01.

First Cut Ein Songspiel | Kammerspiele 20.00 Uhr: 08.01./22.01./29.01./06.02./ 27.02.

Euphorion – Clubabend 18.01.2011 | 20.00 Uhr | Cairo

Amphitryon Schauspiel von Heinrich von Kleist Kammerspiele 11.00 Uhr: 01.02. 18.00 Uhr: 23.01./30.01. 20.00 Uhr: 11.01./12.01./19.01./04.02. Das Mädchen aus der Streichholz­ fabrik Schauspiel nach dem Film von Aki Kauris­ mäki | Kammerspiele 20.00 Uhr: 13.01./26.01./16.02./22.02./ 24.02. Zwischen frechem Volke Improtheater von Nadine Antler & Jim Libby Uraufführung: 12.02.2011 | 20.00 Uhr Kammerspiele 20.00 Uhr: 17.02./20.02./23.02./26.02. In Schrebers Garten Schauspiel von Klaas Huizing Uraufführung: 19.02.2011 | 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr) | Großes Haus 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr): 26.02.

Euphorion – Clubabend 14.02.2011 | 20.00 Uhr | Cairo

Ballett Lucidor Ballett von Youri Vàmos | Großes Haus 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr): 05.01./15.01. Zum letzten Mal: 11.02.2011 | 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr) Die sieben Todsünden Ballett von Anna Vita | Kammerspiele 20.00 Uhr: 02.01./09.01./16.01./21.01./ 28.01./05.02./13.02./19.02.

Musiktheater Le nozze di Figaro Oper von Wolfgang Amadé Mozart Großes Haus 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr): 06.01./ 08.01./ 25.02. Zum letzten Mal: 27.02.2011 | 15.00 Uhr (EF 14.30 Uhr) Das Feuerwerk Operette von Paul Burkhard | Großes Haus 19.30 Uhr: 02.01./14.01./16.01./26.01./ 28.01./01.02./12.02./16.02./18.02.

La forza del destino Oper von Giuseppe Verdi Premiere: 22.01.2011 | 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr) | Großes Haus 19.30 Uhr (EF 19.00 Uhr): 29.01./06.02./ 10.02./20.02./23.02.

Konzerte Konzert zum Jahreswechsel „Traum und Rausch“ 01.01.2011 | 19.30 Uhr | Großes Haus Sopran: Anja Gutgesell Bariton: Joachim Goltz Dirigent: Enrico Calesso Philharmonisches Orchester Würzburg 3. Jugendkonzert Franz Liszt zum 200. Geburtstag 25.01.2011 | 11.00 Uhr | Großes Haus Klavier: Alexander Schimpf Dirigent: Enrico Calesso Philharmonisches Orchester Würzburg 3. Kammerkonzert 30.01.2011 | 11.00 Uhr | Toscanasaal der Residenz Mit Werken von Darius Milhaud, Igor Stravinsky und Charles Ives Violine: Sonja Lampert Klarinette: Thomas Lampert Klavier: Jeremy Atkin 4. Jugendkonzert Richard Strauss „Also sprach Zarathustra“ 03.02.2011 | 11.30 Uhr | Hochschule für Musik, Gebäude Hofstallstraße Dirigent: Jonathan Seers Sinfonie Orchester der Hochschule für Musik Würzburg Philharmonisches Orchester Würzburg


Die sieben Todsünden

Das Feuerwerk

Impressum: Herausgeber: Mainfranken Theater Würzburg Intendant: Hermann Schneider Kaufmännischer Geschäftsführer: Klaus Heuberger Kartentelefon: 0931 / 3908 -124 Projektleitung: Elena Nikolova Gestaltung: Uli Spitznagel Titelbild: Lioba Schöneck (Szene aus „Die sieben Todsünden“) Gesamtherstellung / Anzeigen: Werbepartner Koob-Sans GbR kosa.werbepartner@t-online.de Mindestauflage: 10.000 Exemplare

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3. Sinfoniekonzert Werke von Richard Strauss 03.02./04.02.2011 | 20 Uhr (EF 19.30 Uhr) Hochschule für Musik, Gebäude Hofstallstr. Sopran: Anja Eichhorn Horn: Wolfgang Gaag Dirigent: Jonathan Seers Philharmonisches Orchester Würzburg Sinfonie Orchester der Hochschule für Musik Würzburg 2. Familienkonzert Richard Strauss Till Eulenspiegels lustige Streiche, op. 28 13.02.2011 | 11.00 Uhr | Großes Haus Dirigent: Jonathan Seers Philharmonisches Orchester Würzburg 4. Kammerkonzert 20.02.2011 | 11.00 Uhr | Toscanasaal der Residenz Mit Werken von Johann Sebastian Bach, Joseph Haydn, Gioachino Rossini, Johannes Brahms, Claude Debussy und Johann Strauß Posaune: Bernhard Hagspiel, Hannes Hölzl, Lukas Klinger, Christoph Astner (Austrian Trombone Quartett)

Außerdem Weill & Waldoff – Kurt & Claire Ein musikalisches Zusammentreffen in knapp drei Akten 01.01. und 06.01.2011 | 20.00 Uhr Kammerspiele Matinee: La forza del destino 09.01.2011 | 11.00 Uhr | Oberes Foyer Eintritt frei Treffpunkt Schauspiel: Der zerbrochne Krug / Amphitryon 10.01.2011 | 19.00 Uhr | Kammerspiele

Würzburger Menschen I: Roma in Würzburg 15.01.2011 | 20.00 Uhr | Kammerspiele Eintritt frei Kleist-Tag I: Der zerbrochne Krug / Amphitryon 23.01.2011 | ab 15.00 Uhr (EF 14.30 Uhr) Großes Haus & Kammerspiele Würzburger Menschen II: Marianne Rein 27.01.2011 | 19.30 Uhr | Großes Haus Spaziergang hinter den Kulissen 29.01.2011 | 15.00 Uhr | Bühneneingang Kleist-Tag II: Der zerbrochne Krug / Amphitryon 30.01.2011 | ab 15.00 Uhr (EF 14.30 Uhr) Großes Haus & Kammerspiele

05.01.2011 URBAN PRIOL „Tilt – Der Jahresrückblick“ 08.01.2011 MÄC HÄRDER „Der König von Franken“ 11.01.2011 DIETER HILDEBRANDT „Ich kann doch auch nichts dafür“ 12.01.2011 FLORIAN SCHROEDER & VOLKMAR STAUB „Zugabe“ 14.01.2011 THILO SEIBEL „Hurra! Hurra! Das Öl ist aus“ 15.01.2011 PETER VOLLMER „Wenn Männer zu sehr 40 werden“ 21.01.2011 NADJA MALEH „Flugangsthasen“ 22.01.2011 INGO OSCHMANN „Wunderbar – es ist ja so!“ 28.01.2011 LÜDER WOHLENBERG „Spontanheilung“

Urban Priol 31.01.2011 | 19.30 Uhr | Großes Haus

29.01.2011 BERND REGENAUER „Alles eine Frage der Antwort“

Glenn Miller Orchestra 05.02.2011 | 19.30 Uhr | Großes Haus

31.01.2011 URBAN PRIOL Gastspiel im Mainfranken Theater Würzburg

Matinee: In Schrebers Garten 06.02.2011 | 11.00 Uhr | Oberes Foyer Eintritt frei BRK-Frühlingskonzert 13.02.2011 | 19.30 Uhr | Großes Haus Lehrerstammtisch: In Schrebers Garten 15.02.2011 | 17.30 Uhr | Oberes Foyer

04.02.2011 CHRISTINE PRAYON „Die Diplom-Animatöse“ 11.02.2011 KÄTHE LACHMANN „Ich bin nur noch hier, weil du auf mir liegst“ 12.02.2011 THOMAS NICOLAI „Das erste Mal“ 18.02.2011 ALFRED MITTERMEIER „Sündenbockerei“

Treffpunkt Musiktheater: La forza del destino 21.02.2011 | 19.00 Uhr | Probebühne 4

19.02.2011 LUTZ von ROSENBERG LIPINSKY – „Gebrochen Deutsch“

Spaziergang hinter den Kulissen 26.02.2011 | 15.00 Uhr | Bühneneingang

20.02.2011 WERNER SCHMIDBAUER & MARTIN KÄLBERER „Momentnsammler“

Matinee: Dracula 27.02.2011 | 11.00 Uhr | Probebühne 1 Eintritt frei

24.02.2011 INGOLF LÜCK „Lück im Glück“-Tour 2010 25.02.2011 HEINRICH DEL CORE „Durchbeißen“ 26.02.2011 HANNES RINGLSTETTER „Meine Verehrung“


2. Familienkonzert

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Richard Strauss: „Till Eulenspiegels lustige Streiche“

Text: Beate Knauer

Abbildung: Friedrich A. Meyer – Till Eulenspiegel, 1921 (Buchtitel)

Als aus Schabernack Musik wurde... Till Eulenspiegel: Sein Name ist der Inbegriff des groben Unfugs. Seine Gegenwart verspricht Unterhaltung und Amüsement den Einen, Hohn und Spott den Anderen. Sein Äußeres verrät: hier steht Schabernack ins Haus. An den Schuhspitzen und an der Narrenkappe funkeln winzige, güldene Glöckchen. Mit jedem Schritt durchzucken tausende flirrende Klingeltöne die Luft, die ankündigen: Es ist der Schalk, ein Botschafter unangenehmer Wahrheiten, ein Botschafter ohne jedwede Diplomatie, ein Störenfried, ein Rebell. Und er war ein Aufsässiger von A bis Z, wie Bernd Ulrich Hucker mittels eines Braunschweiger Urkundenbuchs belegen konnte. 1339 lebte ein Thile van Cletlinge (Kneitlingen am Elm), der mit vier anderen Angehörigen des niederen Adels aus dem Harzvorland wegen Straßenraubes inhaftiert worden war. War diese existierende Person wirklich der heute bekannte Till Eulenspiegel?

machten auch Literaten wie Frank Wedekind oder Heinrich Mann die Spießbürger mit erklärter Lust und Wonne zum Gespött.

Eine die wohlige Beschaulichkeit des biederen Spießbürgertums ebenfalls abschätzig betrachtende Person war der Kompo­ nist Richard Strauss. Der junge Mann hatte Interesse an der Gestalt des rebellierenden „Erzschelms von Gottes Gnaden“ gewonnen, nachdem er 1889 in Würzburg die „Eulenspiegel“-Oper von Cyrill Kistler kennengelernt hatte. Der Plan, ein eigenes Bühnenwerk zu diesem Sujet zu verfassen, scheiterte jedoch. Der 31-jährige Strauss schuf folglich mit seinem Orchesterstück op. 28 ein Meisterwerk des klingen­den Humors, dem er leichte ironische Züge untermischte. Ein musikalisches Porträt, das das LausbübischPhilosophi­sche des Volksnarren Till Eulen­ spiegel als eine „Weltausstellung von Klangeffekten und StimmungsNun, die Figur des Eulenspiegels aus dem Volksbuch ist nur auf den kontrasten“ (Hanslick) nachzeichnet. Der franzö­sische Komponist ersten Blick ein törichter oder gar harmloser Narr. Tatsächlich ist er sei- Claude Debussy hatte später bemerkt: „Dieses Stück gleicht einer nem Gegenüber an Intelligenz, Durchblick und Witz deutlich überleStunde neuer Musik bei den Verrückten: Die Klarinetten vollführen gen. Tills Streiche ergeben sich, indem er eine bildliche Redewendung wahnsinnige Sturzflüge, die Trompeten sind immer verstopft, und die ganz wörtlich nimmt. Er benutzt dieses ‚haargenau beim Wort nehHörner, ihrem ständigen Niesreiz zuvorkommend, beeilen sich, ihnen men’, um die Unzulänglichkeiten seiner Mitmenschen schonungslos artig ,Wohl bekomm‘s!‘ zuzurufen; eine große Trommel scheint mit aufzudecken. ihrem Bum-Bum den Auftritt von Clowns zu unterstreichen. Man hat gute Lust, lauthals rauszulachen, und man wundert sich, dass noch alJenes kleinbürgerliche Handeln und Denken, das Eulenspiegel mit seiles an seinem gewohnten Platz ist, denn es wäre gar nicht so verwunnem spöttelnden Unfug offenlegte, herrschte augenscheinlich noch derlich, wenn die Kontrabässe auf ihren Bögen bliesen, die Posaunen einige Jahrhunderte vor. 1895 beschrieb Curt Heinrich in seinem Artiihre Schalltrichter mit imaginären Bögen strichen und der Maestro sich kel „Bürgerweisheiten“ die zeitgenössischen Mitmenschen: „Immer so auf den Knien einer Platzanweiserin niederließe.” thun, als ob... immer den Schein über das Sein setzen, ist eine Hauptforderung der Bürgermoral. In der Kunst des ‚sich-selbst-Belügens’ ist Inwiefern das Mainfranken Theater Würzburg beim 2. Familienkonman heute zu einer erstaunlichen Virtuosität gelangt.“ Wie Heinrich zert gänzlich aus den Fugen gerät, bleibt mit Spannung abzuwarten…


Zum Glück sind wir schon älter Was ist Glück? Ältere wissen: Glück ist, genau genommen, schon die Abwesenheit von etwas, das uns belastet, und die Anwesenheit von dem, was uns guttut. Davon erzählt Charlotte Breyer. Heiter und realistisch blickt sie auf den Seniorenalltag und ermuntert ausdrücklich dazu, sich nicht unterkriegen zu lassen, denn: Zum Glück sind wir schon älter. Charlotte Breyer Zum Glück sind wir schon älter 2. Auflage · 104 Seiten · geb. ISBN 978-3-429-03069-8 9,90 Euro

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BRAUTRADITION ZU WÜRZBURG SEIT 1643

Zanni 01/02 2011  

Zanni | Das Magazin des Mainfranken Theater Würzburg | Januar/Februar 2011

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