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puralpina Schweizer Jäger 2016

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AUSRÜSTUNG

PURALPINA AG

Neuer Bau für altbekannte Murmeli Die puralpina ag, bekannt durch die Murmeli-Kräutersalben, hat im Sommer 2016 in Frutigen-Kandergrund ein neues Geschäftsgebäude mit Produktionsanlagen und einem Shop eröffnet. Natürlichkeit, Transparenz und Offenheit sind die Werte, welche das Frutiger Familienunternehmen mit ihren hochwertigen Naturprodukten vermitteln möchte – und genau so kommt auch ihr neuer «MurmeliBau» daher. Die puralpina ag liefert bis weit über die Schweizer Grenzen hinaus, sogar bis nach Australien und in die USA. Insgesamt werden jährlich vier Tonnen Salbe und Öl hergestellt und rund 6000 Pakete verschickt. Diese Fakten klingen modern und weltmännisch, doch das Ausgangsprodukt des Familienunternehmens gehört zu den ursprünglichsten überhaupt. Seit vielen Jahrtausenden bevölkern Murmeltiere die Alpentäler. Wer sich dieser Tage in den Schweizer Alpen bewegt, kann die Nagetiere immer noch dabei beobachten, wie sie sich wieder ein dickes Fettpolster für den Winterschlaf anfressen. Tradition und bewährtes Hausmittel Murmeltieröl herzustellen und zu nutzen ist eine Jahrhunderte alte Schweizer Tradition. In der Schweiz hat das Murmeltierfett viele Namen: Murmelifett, Murmelisalbe, Murmeliöl, Murmelischmutz, Murbischmutz oder Munggafett sind einige davon.

Bild oben Das neue, moderne Betriebsgebäude der puralpina ag. Bilder links Gelebte Nachhaltigkeit – in Präsentation und in den Produkten selbst. Natürlichkeit, Transparenz und Offenheit sind die Werte, welche das Frutiger Familienunternehmen mit ihren hochwertigen Naturprodukten vermitteln möchte – und genau so kommt auch ihr neuer «Murmeli-Bau» daher.

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Über Jahrtausende mussten sich Pflanzen und Tiere in hochalpinen Regionen anpassen, um zu überleben. Sie widerstanden Extremen wie eisiger Kälte, Schnee, Eis, starker Sonneneinstrahlung und dem ständig wechselnden Wetter. So entwickelten sie ausserordentliche Schutzmechanismen. Der Mensch entdeckte viele dieser erstaunlichen Kräfte und Wirkstoffe auch für sich selber. Die alpine Volksmedizin setzt sie seit Anbeginn zur Hautpflege und für die Förderung der Vitalität und des Wohlbefindens ein. Das Murmeltieröl ist seit Jahrhunderten ein bewährtes Hausmittel. Mit seinen kortison-verwandten Inhaltsstoffen hat es eine starke Wirkung. Zusammen mit den jeweiligen Kräutern erzielt es

wärmende oder kühlende Effekte. Deshalb wird das Öl eben seit Jahrhunderten gegen Rheuma und Arthrose verwendet. Damit kann das Allheilmittel entweder bei chronischen Beschwerden die Durchblutung und den Stoffwechsel fördern, entspannen und Schmerzen lindern. Es hilft aber auch bei akuten Verletzungen wie Schwellungen, Blutergüssen oder Entzündungen. Mittlerweile hat die Familie Schmid der puralpina ag für ihre legendäre Murmeli-Kräutersalbe die Rezeptur zur vielseitigen Heilsalbe für jedermann verfeinert, und längst hat sich das Naturprodukt weit über die Tal- und Landesgrenzen hinaus einen Namen gemacht. Tradition und Moderne Nach einer 23 Jahre andauernden Geschäftstätigkeit wurde bei der puralpina ag eine neue Ära eingeläutet. Ein neues, schmuckes, ganz in Holz gehaltenes Geschäftsgebäude entstand im Gebiet Vorderhasli, direkt an der stark befahrenen Staatsstrasse Frutigen-Kandersteg. Das Gebäude beherbergt Büros, die Produktionsstätte, je ein Warm- und Kaltlager, einen Shop sowie zwei Wohnungen. Damit führen die zwei Söhne Reto und Silvan des Firmengründers Andreas Schmid den


Betrieb in eine hoffnungsreiche Zukunft. Die Philosophie des Vaters aber bleibt dabei klar bestehen und Andreas wirkt immer noch an vorderster Front mit. «Qualität und Beständigkeit sind uns wichtig. Wir lassen uns von unserer Tradition inspirieren und suchen die Innovation. Gutes liegt so nah – warum also in der Ferne suchen? Wir verbinden das reiche Erbe der Volksmedizin und ihre bewährten, traditionellen Rezepturen mit den Möglichkeiten der modernen Zeit. Und wir fertigen Produkte aus Massivholz, die langlebig, praktisch und zeitgemäss sind – Wertigkeit ganz in unserem Sinne», so die beiden Brüder.

Die Gebrüder Schmid, welche auf sieben Mitarbeiter zum grossen Teil aus der eigenen Familie zählen können, freuen sich auf den zukünftigen Betrieb. Mit moderatem Wachstum, einem klugen Ausbau des heutigen Sortiments und mehr Marktpräsenz wollen sie die Firma weiter entwickeln. Sie setzen damit nicht auf eine Massenproduktion, sondern auf eine seriös ausgeführte Produktion mit viel Handarbeit. Werte im Wandel Über 20 Jahre lang hatten die Schmids ihre Salbe in einem umgebauten Kuhstall oberhalb von Frutigen angemischt, erwärmt, gerührt und abgefüllt. Ebenso rudimentär war das Material: So diente etwa ein alter Glühweintopf als Kessel.

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Doch der Platz für Produktion, Vertrieb und Büro wurde mit der Zeit zu knapp, zudem verlängerten die drei Aussenlager die Arbeitswege. Deshalb entschlossen sich die Schmids, eine neue Geschäftsliegenschaft zu bauen. Gesagt, getan: Im Sommer 2016 wurde der von langer Hand geplante Neubau endlich eingeweiht und der Bevölkerung vorgestellt. Anfänglich wurde lediglich nach einem Produktionsund Lagerraum gesucht. Dieses Unterfangen scheiterte aufgrund der hohen Hygiene-Anforderungen. So kam es, dass sich die Schmids für einen Neubau entschieden. «Hygiene ist wichtig, aber auch die Einhaltung der Kühlkette für die Rohstoffe. Wir konnten am neuen Standort alles von Grund auf mit einplanen – das


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vereinfacht die Produktion», freut sich Reto Schmid. Jetzt wird professionelles Bäckereizubehör für die Produktion der wohlwirkenden Salben verwendet – ein «SchoggiSchmelzer», welcher einen konstanten Schmelzvorgang des blockweise gefrorenen Gamsfettes ermöglich. Dazu kommen dann das flüssige Gold (= Murmeltier-Öl)

Die weitherum bekannte MurmeliKräutersalbe wird immer noch von Hand abgefüllt.

und eine hauseigene Kräutermischung – das bleibt aber natürlich nach wie vor ein gut gehütetes Geheimnis! Weil die Bauparzelle direkt an eine sehr gut frequentierten Hauptverkehrsachse grenzt, lag es auf der Hand: Hier musste auch ein Verkaufs-Shop her! Dort findet sich jedoch nicht nur Platz für das puralpina-Sortiment: «Unsere Produkte sollen im Fokus stehen, aber wir wollen auch der Region eine Plattform bieten», beschreibt der Co-Geschäftsinhaber das Ladenkonzept. Darum bieten die Schmids hier je nachdem ebenfalls die Waren anderer lokaler Hersteller an und die Besucher entdecken so immer wieder neue Angebote vor Ort. Daneben können sich die Kunden auch durch den Betrieb führen lassen, wie es der «Schweizer Jäger» getan hat. Naturprodukte für Soft- und Hardware Für ihre Produkte verwendet die pur­ alpina ag ausschliesslich natürliche Rohstoffe aus der Schweiz. So war es naheliegend, dass auch der Neubau aus einem natürlichen Werkstoff hergestellt werden soll. Für die Aussenverkleidung des zweistöckigen Gebäudes wurde ausschliesslich Schweizer Tanne, hauptsächlich aus dem Emmental, verarbeitet. Insgesamt wurden rund 12.5 m3 Fassadenschalung verbaut. Zudem wurden rund 85 m3 Bauholz in Form von Brettschichtholz, Rah-

menholz, Dreischichtplatten und Massivholzplatten aus Fichte und Tanne verbaut. Die grossen Panoramascheiben sollen Offenheit vermitteln und die Vorbeifahrenden einladen, den Shop zu besuchen. Im Erdgeschoss des modernen Gebäudes befinden sich nun der neue VerkaufsShop, die Produktionsstätte und der Lagerraum. Im 1. Stock sind nebst dem Grossraumbüro zudem zwei schmucke Mietwohnungen entstanden. Der urtümliche Charakter soll weiterhin erhalten bleiben – es stecken immer noch viel Herzblut und Handarbeit in den Produkten. Das spüren auch die Kunden. So wurde bewusst auch ein Retro-Design für die neue Dose gewählt. Zudem wird die Salbe immer noch von Hand abgefüllt, und auch bei Messen stellt puralpina jeweils alles andere als einen Retortenstand. Das Angebot besteht an den Messen wie auch im Shop aus Schweizer Naturprodukten mit Murmeltier-Öl, Wurst-, Salami- und Käsehobeln, Wildfleisch, Fellen und diversen Accessoires. «Wir sind authentisch und schlicht», bringen die Schmids die Firmenmentalität noch einmal auf den Punkt.   Nina Gansner puralpina ag Vorderhasli 1, 3714 Frutigen Tel. 033 671 29 48, kontakt@puralpina.ch www.puralpina.ch

Anleitung zur Gewinnung von Murmeltieröl Notwendige Hilfsmittel Herd, grosse Pfanne, Fleischwolf, Friteuse-Filter oder Sieb mit Passiertuch, sterilisierter Abfüllbehälter für das Öl (Glasflasche mit gutem Verschluss) Arbeitsschritte: 1. Murmeltierfett sehr sauber gewinnen, das heisst ohne Rückstände von Fleisch und Blut. 2. Fett nach Gewinnen sofort einfrieren, sonst entwickelt sich rasch ein unangenehmer Geruch (Gründe: Fleisch- und Blutreste, Keime durch Handarbeit. Im Fett wird Wärme gespeichert, diese wirkt sich schlecht auf die Qualität aus). 3. Das immer noch leicht gefrorene Fett durch Fleischwolf drehen (ca. 2 mmScheibe). Es lässt sich in diesem Zustand gut zerstückeln. Die ZerstüSCHWEIZER JÄGER 10 | 16

ckelung macht es schön kernig und beschleunigt das «Auslassen». 4. In grosse, saubere Pfanne ein wenig Wasser geben (verhindert ein Anbrennen und beschleunigt den Schmelzvorgang). Laufend Fett dazugeben und zum Schmelzen bringen. Öfters umrühren. Achtung: Die Kochtemperatur knapp über dem Schmelzpunkt halten – aber nicht höher. Sonst besteht die Gefahr, dass sich Blausäure bildet, die sehr unangenehm riecht und das Fett verdirbt. Das Fett verflüssigt sich langsam, zurück bleiben kleine Reste von Bindegewebe. Diese «Grüeben» (Grieben) laufend abschöpfen, damit Platz für mehr Fett frei wird. 5. Verfärben sich die Grüeben hellbraun und ist das Öl ölig-klar, nimmt man die Pfanne rasch vom Herd. Achtung: Verpasst man diesen Zeitpunkt, wird das

Öl sehr schnell zu heiss. Es entwickelt sich dann rasch Blausäure, die es unbrauchbar macht. 6. Das heissflüssige Öl durch einen Friteuse-Filter oder mit normalem Sieb mit Passiertuch in den sterilisierten Behälter abgiessen. Sterilisation von Gläsern: Glas ca. 10 Minuten lang in Wasser mit einem Schuss Essig kochen (alle Keime werden so abgetötet, der Essig löst den Kalk). Etiketten gut abwaschen. 7. Behälter gut abkühlen lassen und dicht verschliessen. 8. Bitte zum Öl vermerken, wann es ausgelassen wurde. 9. Öl gut verschlossen, kühl und lichtgeschützt lagern (im Keller, Flasche allenfalls in Alufolie einwickeln).


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