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The a ter an der Wien-Ma g azin

4. Ausg abe 2013/14

M채r z / April 2014 Das neue Opernhaus

Ein Unternehmen der Wien Holding

In Kooperation mit

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Wien Am Kohlmarkt 4 01 535 30 53 Düsseldorf Kö-Center/ Martin-Luther-Platz 32 0211 135 40 92 Frankfurt Grosse Bockenheimer-Str. 13 069 219 96 700 Hamburg Neuer Wall 39 040 430 94 90 München Residenzstrasse 6 089 238 88 50 00 Akris Boutique auf www.akris.ch


INHALT

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Liebe Leserin, lieber Leser! Premiere im März Mozart-Trilogie mit Harnoncourt

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Premiere im April Händels Oratorium Messiah

9 Jugend an der Wien

Musiktheaterprojekt zu Messiah

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OsterKlang Festival 2014 Programm im Überblick

13 L’Olimpiade konzertant und Der Ring in Worten 15

Zweimal Oper konzertant von Nikolai Rimski-Korsakow

16 Premiere in der Kammeroper Mozarts La clemenza di Tito 18

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Editorial

Junges Ensemble im Portrait Gan-ya Ben-gur Akselrod Ensemble: Alle Künstlerinnen und Künstler im Überblick

Erst aus dem Chaos ist die Welt entstanden und aus der Verwirrung kann manchmal das höchste Glück entstehen, wie die kommenden zwei Produktionen im Theater an der Wien verdeutlichen werden. Glücklich preist das Ensemble im Finale von Mozarts Così fan tutte jenen, der trotz aller Entwicklungen und Prüfungen sich von der Vernunft leiten lässt, um alles zum Guten zu wenden. Mit der im Untertitel als Die Schule der Liebenden bezeichneten, lange unverstandenen Oper schließt die Trilogie von Wolfgang Amadeus Mozart und Lorenzo Da Ponte, die dank ihrer engen Zusammenarbeit nicht nur drei der größten Meisterwerke der Gattung geschrieben, sondern auch dem Musiktheater einen neuen Weg eröffnet haben. Mozart fand im selbstbewussten Da Ponte jenen Partner, mit dem er gemeinsam seine Vorstellungen von Musik gewordener Handlung verwirklichen konnte. Nikolaus Harnoncourt wird mit seinem Concentus Musicus Wien alle drei Opern, die Mozart und Da Ponte gemeinsam schufen, innerhalb von drei Wochen aufführen. Dank dieser einmaligen Aufführungsserie in der chronologischen Reihenfolge ihres Entstehens wird Nikolaus Harnoncourt, der sich ein Leben lang mit Mozart und seinen Werken beschäftigt hat, die Querbeziehungen zwischen Le nozze di Figaro, Don Giovanni und Così fan tutte aufzeigen können. Ein großartiges junges „Mozart-Ensemble“ angeführt von Christine Schäfer, Bo Skovhus und Elisabeth Kulmann stehen ihm zur Seite. Im Händeljahr 2009 suchte Regisseur Claus Guth für seine szenische Umsetzung des Oratoriums Messiah nach Situationen, in denen das Ringen nach Erlösung nachvollziehbar wird, und seine stringente Deutung wurde zu einem großen Erfolg für unser Haus. Zu Ostern wollen wir Ihnen, wertes Publikum, diese tiefsinnige Deutung in einer Neueinstudierung unter der musikalischen Leitung von Christophe Rousset wieder zur Diskussion stellen. Ich freue mich, gerade diese zwei spannenden Produktionen mit ihren unterschiedlichen Ansätzen ankündigen zu können und wünsche Ihnen weiterhin erlebnisreiche Stunden im Theater an der Wien.

Herzlichst Ihr Intendant Roland Geyer

Das Tempo machT Die musik ... schnell, ursprünglich munter, fröhlich sehr breit etwas breit

Sta|gio|ne, <lat.-it.> die, -, -n: „Jahreszeit“ 1. Spielzeit eines Operntheaters 2. Ensemble eines Operntheaters. Kennzeichnend für den Stagionebetrieb ist, dass ein Stück über eine längere Zeit gespielt wird. Je eine Inszenierung wird über mehrere Abende oder Wochen hintereinander angesetzt, es kommen nur frisch geprobte Inszenierungen zur Aufführung.

langsam, ruhig gehend, schreitend sehr lebhaft, sehr lebendig

... und wir halten Schritt! 12_5404_001_113x52_4C_RZ.indd 1

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Oper im märz

Komponist und Librettist Mozart und Da Ponte: Mit drei Opern erneuerten sie das Musiktheater

Mozart-Trilogie (konzertant) Le nozze di Figaro (1786) Don Giovanni (1787) Così fan tutte (1790) Musik von Wolfgang Amadeus Mozart Libretti von Lorenzo da Ponte Konzertante Aufführungen mit deutschen Übertiteln

„Es lebten um jene Zeit in Wien nur zwei Maestri, die meiner Ansicht nach dieses Namens würdig waren“, schreibt Lorenzo Da Ponte in seinen Erinnerungen: „Martini, für den Augenblick der Günstling Josephs II., und Wolfgang Mozart, den ich damals bei seinem Freunde, dem Baron von Wetzlar, kennenzulernen Gelegenheit hatte.“ In Da Pontes Biographie spiegelt sich sowohl sein eigenes abenteuerliches Leben als auch eine aufregende Epoche. Bekannt und von Interesse geblieben ist er aber durch seine Zusammenarbeit mit Mozart. Als Emanuele Conegliano in einem Vorort von Venedig geboren, wurde er von einem Bischof adoptiert und erzogen, nahm dessen Namen Lorenzo Da Ponte an und wurde in einem Priesterseminar ausgebildet und geweiht. Wegen seiner Ansichten wurde Da Ponte als Lehrer entlassen, wegen Ehebruchs sogar verbannt. Er flieht über Umwege nach Dresden und wird dort vom sächsischen Hofpoeten Caterino Mazzolà, dem späteren Bearbeiter von Mozarts La clemenza di Tito, ausgebildet. Mit einer Empfehlung an Salieri reist Da Ponte nach Wien, wird als Librettist angestellt und bleibt zehn Jahre lang „poeta dei teatri imperiali“. Nach einem turbulenten Leben starb Da Ponte neunundachtzigjährig in New York. In seinen Memoiren, die subjektiv und unzuverlässig scheinen, berichtet Da Ponte viel von Abenteuern aller Art und wenig von seiner Zusammenarbeit mit Mozart. „Wir haben hier einen gewissen Abbate Da Ponte als Poeten, dieser hat nunmehr mit der Correktur im Theater rasend zu tun, muss per obligo ein ganz neues Büchel für den Salieri machen... dann hat er mir ein neues zu machen versprochen“, kündigt Mozart in einem Brief an seinen Vater die Zusammenarbeit mit jenem Librettisten an, die in den drei großen Meisterwerken ihre Vollendung finden sollte: Innerhalb von vier Jahren schufen die beiden gemeinsam Le nozze di Figaro, Don Giovanni und Cosí fan tutte. In Da Ponte hatte Mozart den lang ersehnten Partner gefunden, der seiner Vorstellung von Musiktheater die Sprache verlieh. Nikolaus Harnoncourt wird die Vielschichtigkeit dieser drei Meisterwerke in einer chronologischen Aufführungsserie mit seinem 1953 gegründeten Ensemble Concentus Musicus Wien, dem Arnold Schoenberg Chor und einer hochkarätigen Besetzung erarbeiten und im Theater an der Wien präsentieren.

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Musikalische Leitung

Nikolaus Harnoncourt

LE NOZZE DI FIGARO Conte di Almaviva

Bo Skovhus

Contessa di Almaviva

Christine Schäfer

Susanna

Mari Eriksmoen

Figaro

Andrè Schuen

Cherubino

Elisabeth Kulman

Marcellina

Ildíko Raimondi

Bartolo | Antonio

Peter Kalman

Basilio | Don Curzio

Mauro Peter

Barbarina

Christina Gansch

DON GIOVANNI Don Giovanni

Andrè Schuen

Il Commendatore | Masetto

Mika Kares

Donna Anna

Christine Schäfer

Don Ottavio

Mauro Peter

Donna Elvira

Maite Beaumont

Leporello

Ruben Drole

Zerlina

Mari Eriksmoen

COSI FAN TUTTE Fiordiligi

Mari Eriksmoen

Dorabella

Katija Dragojevic

Guillelmo

Andrè Schuen

Ferrando

Mauro Peter

Despina

Elisabeth Kulman

Don Alfonso

Markus Werba

Concentus Musicus Wien Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner)

Aufführungen: Le nozze di Figaro: 6. / 8. März 2014, 19.00 Uhr Don Giovanni: 17. / 19. März 2014, 19.00 Uhr Così fan tutte: 27. / 29. März 2014, 19.00 Uhr

Einführungsmatinee: Sonntag, 2. März 2014, 11.00 Uhr


Das neue Opernhaus

Oper im märz

Ein Mozart-Abenteuer für Mitwirkende und Publikum Nikolaus Harnoncourt interpretiert die Mozart-Trilogie  Von Haide Tenner Nikolaus Harnoncourt hat alle drei Mozart-Opern nach Texten von Da Ponte schon mehrfach dirigiert, sich intensiv mit den Werken auseinandergesetzt, dem Publikum Sternstunden beschert, aber auch heftige Diskussionen bewirkt. Immer wieder lässt er uns Neues in den uns scheinbar so vertrauten Werken entdecken, findet auch selbst immer wieder einen neuen Zugang und neue Fassetten. Nach eigener Aussage müsse er sich „genieren“, wenn sich im Laufe der Jahre sein Blick nicht veränderte. Auf die Frage nach der Quintessenz seiner lebenslangen Beschäftigung mit den „Da Ponte-Opern“ meinte er: „Komischerweise ist die Quintessenz bei den ganz großen Meisterwerken die, dass sie nie aktualisiert werden müssen, weil sie über Jahrhunderte aktuell sind. Das kann man bei den Theaterstücken von Euripides oder Aristophanes sehen oder bei Shakespeare. Die sind immer modern. Vielleicht bin ich den Stücken mehr auf die Spur gekommen. Es kann auch sein, dass ich einen Irrweg gehabt habe. Das kann auch sein. Aber auf jeden Fall kann ich nicht etwas wiederholen, was ich in einem anderen Lebensstadium gefunden hatte. Das kommt nicht in Frage. Das kann ich nicht.“ Die zyklische Aufführung aller drei Werke ermöglicht nicht nur dem Publikum ein konzentriertes Erlebnis mit hoffentlich neuen Erkenntnissen, sondern auch den Mitwirkenden. Nikolaus Harnoncourt: „Das Interessanteste sind die Zusammenhänge. Und das Besondere dieser drei Opern besteht für mich auch in der Tatsache, dass dieser Zyklus nicht so entstanden ist, dass Mozart Libretti bekommen hat, die er komponiert hat, sondern dass er mit dem Librettisten gemeinsam gearbeitet hat. Mich interessiert diese Übereinstimmung der Ideen und diese Zusammenarbeit.“

Nikolaus Harnoncourt und Ensemble bei den Proben

Eine Gemeinsamkeit der drei Opern sind die Schlüsse, die vorläufig wirken. Don Giovanni verschwindet und die anderen bleiben verloren zurück, weil die Projektionsfläche der eigenen Gefühle verschwunden ist, bei Così fan tutte besteht das in Wahrheit schreckliche Ende darin, dass niemand weiß, wie die Verbindung mit den falschen Partnern enden wird, und bei Figaros Hochzeit weiß niemand, ob

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der Graf trotz seiner herzergreifenden „Perdono“-Szene nicht bald wieder auf Ideen bei anderen Frauen kommt. Nikolaus Harnoncourt: „Die Schlüsse der drei Opern sind eigentlich ein Post Scriptum. Und im Grunde sind die Opern schon genau vor diesen Schlüssen zu Ende. Beim Don Giovanni geht das so weit, dass es eine alte Quelle gibt, bei der man sogar der Meinung sein kann, dass sie von Mozart sanktioniert ist, dass es überhaupt mit dem Ende des Don Giovanni endet. Im 19. Jahrhundert hat man auch den Don Giovanni grundsätzlich nicht mit diesem Nachspiel gespielt. Ich bin überzeugt von den PS. Ich glaube, dass alle drei Opern nicht komplett wären, wenn dieses eigentlich fast immer sehr pessimistische Schlusstableau nicht wäre. Es ist scheinbar moralisierend, und zwar im wahrsten Sinn des Wortes scheinbar. Denn von Mozart kann man sich ‚moralisieren‘ nicht erwarten. Aber die Frage ist ja nicht, was die sagen, sondern die Frage ist, was die Musik sagt, und die steht fast immer in einem krassen Widerspruch zu dem, was die Sänger sagen.“ Eine konzertante Aufführung konzentriert die Aufmerksamkeit des Publikums auf die Musik. Ausdruck, Gestik, Doppelbödigkeit, verborgene Gefühle – Mozart hat alles komponiert. Nikolaus Harnoncourt: „Ich frage mich ja manchmal bei Bühnenaufführungen, ob das nicht ein Pleonasmus ist, wenn ich das gestisch Komponierte zusätzlich noch gestisch ausdrücke.“ Nikolaus Harnoncourt dirigiert bei diesem Zyklus seinen Concentus Musicus Wien. Das bedeutet andere, bei diesen Opern ungewohnte Klangfarben. „Ich erwarte mir eine sehr starke Hörerfahrung für die, die das spielen, die das singen und für die Zuhörer auch. Die zyklische Aufführung aller drei Da Ponte-Opern ist schon ein Abenteuer für das Publikum. Ich weiß nicht, ob das jetzige Publikum durch die Eventkultur solche Abenteuer vielleicht gar nicht mehr schätzt, aber ich erhoffe mir eigentlich ein Publikum, das nicht kommt mit dem Gedanken: Ja, ich kenn’ diese Opern, ich bin jetzt neugierig, was da anders ist, sondern das versucht, wirklich ein weißes Blatt Papier mitzubringen und bereit ist, etwas zu erleben, was unerwartet ist.“

TV-ÜBerTraGunG auf ORF III: Le nozze di Figaro: 9. März 2014, 20.15 Uhr Don Giovanni: 23. März 2014, 20.15 Uhr Così fan tutte: 30. März 2014, 20.15 Uhr

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Das neue Opernhaus

Oper im april

Sehnsucht nach Erlösung Händels Messiah in der szenischen Fassung von Regisseur Claus Guth  Von Konrad Kuhn Nach fünf Jahren kommt eine Aufführung – teils in neuer Besetzung – wieder auf die Bühne des Theater an der Wien, die zu Ostern 2009 für Furore gesorgt hatte (und seither auf ORF und ARTE auch im Fernsehen zu erleben war): Georg Friedrich Händels Oratorium Messiah. Regisseur Claus Guth ging für seinen Versuch, den Messias in szenischer Form zu präsentieren, einen Weg, der zunächst überraschen mag. Auf dieses vom Text her völlig abstrakte Werk reagiert er mit einem geradezu realistisch erzählten Geschehen, das sich zwischen den Protagonisten entspinnt. Claus Guth: „Es kann ja nicht darum gehen, Bibelzitate zu illustrieren. Also muss man Geschichten um konkrete Personen erfinden. Doch nicht die Geschichten an sich sind wichtig; mir ging es um Aggregatzustände, um Situationen, in denen sich Menschen die Sinnfrage stellen.“ 1741 schickte Charles Jennens dem von ihm verehrten Händel unaufgefordert eine Zusammenstellung von Bibelstellen, die wie ein theologisches Pamphlet aufgebaut ist. Der Komponist hatte sich nach seinem Scheitern als Opernunternehmer in London und einer schweren gesundheitlichen Krise verstärkt dem Oratorium zugewandt; dabei hatte Jennens ihm als Librettist bereits gute Dienste geleistet. Der Messiah-Text beflügelte ihn: Händel komponierte das Werk in nur 24 Tagen und nahm es zu einer Konzertsaison mit nach Dublin. Dort fand am 13. April 1742 die erfolgreiche Uraufführung statt. Bei der Londoner Erstaufführung an Covent Garden war das unter dem Titel „A Sacred Oratorio“ angekündigte Stück jedoch pietistischen Anfeindungen ausgesetzt; man wollte es wegen

Paul Lorenger und Bejun Mehta

Nadia Kichler und Florian Boesch in Messiah, Aufführungsserie 2009 im Theater an der Wien

seines Themas nicht außerhalb einer Kirche, dargeboten von „Schauspielern“ auf einer Theaterbühne, aufgeführt sehen. Erst ab 1750 trat das Werk seinen Siegeszug um die Welt an. Im Messias gibt es keine Handlung im engeren Sinn. Es wird keine Jesus-Geschichte erzählt, wie in den Passionen oder im Weihnachtsoratorium von Bach. Die Titelfigur tritt nicht auf. Der Text will zeigen, dass Jesus der „Messias“ („Gesalbte“, griechisch „Christos“) im Sinne der Voraussagen der Propheten ist. Durch Händels Musik wird aus dem Libretto von Charles Jennens ein Gemälde der Condition humaine, das unterschiedlichste, durchweg unmittelbar berührende Stimmungsbilder transportiert. Claus Guth: „Es geht nicht um abstrakte Reflexion, sondern um die Sehnsucht nach dem, was wir Gott, Erlösung nennen. Die möchte ich als konkrete Emotion von heutigen Menschen erfahrbar machen.“ Die Musik des Messiah, musiziert vom französischen Originalklang-Ensemble Les Talens Lyriques unter der Leitung seines Chefs Christophe Rousset, übersetzt den theologisch-abstrakten Gehalt immer wieder in eindrückliche Klanggesten. Oratorientypisch ist die zentrale Rolle des Chores, der jedoch nicht, wie in anderen Oratorien, zum Handlungsträger wird. Das Stück lässt sich als Selbstgespräch einer Gemeinde auffassen, die Trost im Glauben sucht. Dem Erschrecken über die eigene Verstrickung in Schuld stehen Versuche der Selbstvergewisserung über die verheißene Rettung durch den Erlöser gegenüber. Bezugspunkt dieser Hoffnung ist die Konfrontation mit dem Tod. Um dem Ausdrucksgehalt von Händels Musik auf die Spur zu kommen, werden Menschen, wie sie einem jederzeit begegnen könnten, in extremen Situationen gezeigt: Eine Beerdigung, eine Taufe, eine Liebesgeschichte, ein Selbstmord, Anklagen und Selbstvorwürfe. Die Bruchstücke fügen sich zu Figuren-Biographien, die sich in ihrer

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Gesamtheit als eine Art Familiengeschichte lesen lassen. Das Bühnenbild (Christian Schmidt) zeigt einen Ort der Begegnung, dessen labyrinthische Architektur sich auf der Drehbühne immer wieder neu zusammensetzt. Das Ensemble der Gesangssolisten ist erlesen. Wieder dabei sind der Countertenor Bejun Mehta und der Bass Florian Boesch, neu hinzu kommen, abgesehen von zwei alternierenden Grazer Kapellknaben, die beiden Sopranistinnen Maria Bengtsson und Ingela Bohlin sowie der Tenor Charles Workman. Daneben treten zwei weitere Solisten hervor: Zum einen Paul Lorenger, der vom Tanz herkommt; zum anderen die gehörlose Darstellerin Nadia Kichler, deren Rolle man als Vermittlung zwischen der kollektiven und der individuellen Ebene beschreiben könnte. Ihr Ausdrucksmittel ist die Gebärdensprache, durch deren theatrale Überhöhung eine zusätzliche Dimension entsteht. Sie ist gewissermaßen die Botschafterin aus einer anderen Welt, eine Art Engelsfigur, die nur von „Auserwählten“ wahrgenommen wird. Eine weitere Ebene bleibt dem Arnold Schoenberg Chor vorbehalten, der hier sein ganzes Können zeigen kann. Als Gruppe von Menschen, die immer wieder um den Glauben ringen, stellt er sich mal kommentierend zum Geschehen, mal verleiht er den Stimmen im Kopf der Protagonisten Ausdruck. Eine stark formalisierte Choreographie (Ramses Sigl), die sich zum Teil an die Gebärdensprache anlehnt, erschließt dabei ganz eigene Wirkungen. Jenseits wohlfeiler Erbaulichkeit ist die Aufführung auch eine Einladung, der visionären Kraft der Bibel-Texte nachzuspüren. Sie stammen über weite Strecken aus dem Alten Testament und haben wenig Verbindung mit der vertrauten Bilderwelt des Christentums. Denkt man die existenzielle Bedrängnis mit, vor deren Hintergrund die Vision der Erlösung beschworen wird, kommt man mit tiefliegenden Sinnschichten in Berührung. Claus Guth: „Die musikalische Ausgestaltung der Texte unterscheidet sich nicht wesentlich von den Arien in Händels Opern mit ihrer affektgeladenen Sprache. Doch durch den abstrakten, metaphysischen Gehalt eröffnet sich ein ungewöhnlicher Reichtum. Das geht in Dimensionen, die man in der Oper selten erreichen kann.“

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Messiah Oratorium in drei Teilen(1742) Musik von Georg Friedrich Händel Libretto von Charles Jennens Szenische Fassung von Claus Guth, Konrad Kuhn und Christian Schmidt In englischer Sprache mit deutschen Übertiteln Musikalische Leitung

Christophe Rousset

Inszenierung

Claus Guth

Einstudierung

Christoph Zauner

Ausstattung

Christian Schmidt

Choreographie

Ramses Sigl

Licht

Jürgen Hoffmann

Dramaturgie

Konrad Kuhn

Sopran 1 | Frau 1

Maria Bengtsson

Sopran 2 | Frau 2

Ingela Bohlin

Tänzer | Bruder 1

Paul Lorenger

Countertenor | Bruder 2

Bejun Mehta

Bass | Bruder 3

Florian Boesch

Tenor | Priester

Charles Workman

Knabensopran

Florian Göttlich

Tobias Danzer

(Grazer Kapellknaben)

Gebärdendarstellerin

Nadia Kichler

Les Talens Lyriques Arnold Schoenberg Chor (Ltg. Erwin Ortner) Neueinstudierung der Theater an der WienProduktion 2009

Premiere: Montag, 14. April 2014, 19.00 Uhr

Aufführungen: 17. / 19. / 22. / 24. / 26. April 2014, 19.00 Uhr

Einführungsmatinee: Sonntag, 6. April 2014, 11.00 Uhr


Jugend an der Wien

Auf der Reise Jugend-Musiktheater zu Messiah – Vor der Premiere  Von Marietheres Granser Bereits zum fünften Mal haben im November 2013 die Workshops zum alljährlich stattfindenden Jugend-Musiktheaterprojekt im Theater an der Wien begonnen: Im Laufe eines halben Jahres wird mit Jugendlichen eine Fassung einer im Theater an der Wien auf dem Spielplan stehenden Produktion erarbeitet und geprobt. In der Spielzeit 2013/14 ist es ein Oratorium: Messiah von Georg Friedrich Händel und Charles Jennens, 1742 in Dublin uraufgeführt. Da der Text des Oratoriums keine eigenständige Dichtung, sondern eine Zusammenstellung von Bibelpassagen darstellt, wartete in diesem Jahr eine besondere Herausforderung auf die rund 50 Teilnehmer zwischen 14 und 21 Jahren. Seit November wird experimentiert, entwickelt und geprobt, am 23. und 25. April stehen die Jugendlichen im Bühnenbild von Christian Schmidt der Claus Guth-Inszenierung auf der Bühne. Ab März probt auch das jugendliche Barockensemble, das von Berufsmusikern ergänzt und begleitet wird. Für Jugendliche, die noch keine Erfahrung mit Barockinstrumenten haben, werden begleitende Workshops angeboten. Wie aber bearbeitet und inszeniert man mit Jugendlichen ein Oratorium, bestehend aus Vertonungen von Bibelstellen? Ist das für sie zeitgemäß, greifbar? Die Jugendlichen dieser Gruppe waren sich bereits beim ersten Treffen einig, was sie bei ihrer Fassung des Messiah vermeiden möchten: Sie wollen sich nicht auf religiöse Darstellungen beschränken und vor allem niemandem eine Meinung diesbezüglich aufzwingen. Mit Händels Oratorium assoziierten sie Begriffe wie Hoffnung, Verrat, Ewigkeit, Transformation, Vorfreude, Angst und Träume, dazu wurde in den ersten Workshops improvisiert. Eigene Lebensgeschichten tauchten auf, die Jugendlichen setzten sich mit Lebensentwürfen und Sinnfragen auseinander. Aus den in den Improvisationen entstandenen Fragmenten wurde vom Leading-Team ein erstes grobes Szenenkonzept erstellt und überlegt, wie und in welcher Reihenfolge bekannte Chorstücke wie Hallelujah oder For unto us a child is born eingebaut werden können. Zeitgleich starteten die wöchentlichen Chorproben und Stimmbildungseinheiten. Die Fassung des Jugend-Messiah wird sich in drei Teile gliedern, überschrieben mit Ankunft, Reflexion und Neubeginn. Im Mittelpunkt stehen die Schicksale von Menschen, die im sogenannten Hotel „Zwischenwelt“ in unterschiedlichen Situationen aufeinander treffen. Das Rohkonzept wurde den Jugendlichen Anfang Jänner vorgestellt, in der Probenphase lag der Fokus darauf, das Stück weiter zu entwickeln. Die Teilnehmer verfassten Biographien zu ihren bisher entwickelten Rollen und überlegten, welche Geschichte ihre Figur haben wird. Es

Jugend-Musiktheater: Messiah Oratorium in drei Teilen (1742) Musik von Georg Friedrich Händel Konzept & Inszenierung

Catherine Leiter

Schauspieltraining & Inszenierung Beate Göbel Musikalische Leitung

Raphael Schluesselberg

Stimmbildung

Generose Sehr

Bühne

Christian Schmidt

Kostüme

Axel E. Schneider

Licht

Frank Storm

Musikalische Assistenz

Florian Reithner

Regieassistenz

Barbara Emilia Dauer

Jugendbarockensemble

Aufführungen: 23. April 2014, 18.00 Uhr 25. April 2014, 11.00 Uhr

wurde festgelegt, welche der Jugendlichen kleine solistische Aufgaben übernehmen, diese wurden in Einzelstunden intensiv geprobt. Sobald sich die Charakteristika der einzelnen Rollen konkretisiert hatten, kamen die ersten Überlegungen bezüglich der Kostüme ins Spiel. Ein wichtiges Requisit wurde frühzeitig festgelegt: Koffer werden in der Inszenierung eine zentrale Rolle spielen.

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osterklang 2014

Helfen wir den anderen Das Programm des achtzehnten OsterKlang-Festivals JOHANNES-PASSION Zum ersten Mal wird der OsterKlang in Kooperation mit den Wiener Symphonikern im Großen Saal des Konzerthauses eröffnet und auch in den kommenden Jahren wird diese Zusammenarbeit mit dem renommierten Klangkörper fortgesetzt. Der Barockspezialist Giovanni Antonini übernimmt die musikalische Leitung von Bachs JohannesPassion mit Johannes Chum als Evangelist, Hanno Müller-Brachmann als Pilatus und Horst Lamnek als Jesus, Klara Ek und Bernarda Fink interpretieren die weiblichen Partien. Die Johannes-Passion ist die früheste, heute noch vollständig erhaltene Passion Bachs. Sie wurde am 7. April, dem Karfreitag des Jahres 1724, in der Nicolaikirche in Leipzig uraufgeführt, wo Bach als Thomaskantor tätig war. In der Johannes-Passion schildert Bach die Ereignisse um das Leiden Jesu von seiner Gefangennahme bis zur Grablegung. Wiener Symphoniker

LA CLEMENZA DI TITO Mozarts Festoper ist ein Auftragswerk der böhmischen Stände anlässlich der Krönung von Kaiser Leopold II. zum böhmischen König 1791 in Prag. Das Libretto hatte Pietro Metastasio bereits 1734 verfasst. Sein Text eignete sich sowohl als Herrscherlob als auch zur Einmahnung von Herrschertugenden und war bereits von zahlreichen Komponisten als Huldigungsoper an den jeweiligen Regenten vertont worden. Für Mozarts Fassung überarbeitete der Hofpoet Mazzolà das Libretto in Mozarts Worten „zu einer wahren Oper“. Unter der Leitung von Rubén Dubrovsky wird das Junge Ensemble des Theater an der Wien La clemenza di Tito erarbeiten. In der Inszenierung des italienischen Regisseurs Alberto Triola, der erstmals eine Regiearbeit in der Kammeroper präsentiert, übernimmt Tenor Andrew Owens die Titelrolle. Palmsonntag, 13. April (Premiere) 15. April, Ostersonntag 20. April 2014 | 19.00 Uhr Kammeroper

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Palmsonntag, 13. April 2014 | 11.00 Uhr Konzerthaus | Großer Saal

MESSIAH Claus Guth suchte im Händeljahr 2009 für seine szenische Umsetzung nach Situationen, in denen das Thema des Oratoriums szenisch nachvollziehbar wird. Eine Gruppe von Menschen trifft in realistischen Momentaufnahmen immer wieder aufeinander. Eine Beerdigung, eine Taufe, eine Liebesgeschichte, ein Selbstmord, Anklagen und Selbstvorwürfe lassen eine bruchstückhafte Familiengeschichte erkennen. Christophe Rousset leitet in der Neueinstudierung sein Ensemble Les Talens Lyriques und den Arnold Schoenberg Chor. Es singen die Sopranistinnen Ingela Bohlin und Maria Bengtsson, Countertenor Bejun Mehta, Tenor Charles Workman und Bassist Florian Boesch. Für eine zusätzliche Ausdrucksebene sorgen Gebärdendarstellerin Nadia Kichler und Tänzer Paul Lorenger. Montag, 14. April (Premiere) Gründonnerstag, 17. April 2014, Karsamstag 19. April 2014 | 19.00 Uhr Theater an der Wien


Das neue Opernhaus

LEÇONS DE TÉNÈBRES Lesungen der Dunkelheit sind liturgische Gesänge, eigens komponiert für die Nachtoffizien der Karwoche, die die Passionsgeschichte Jesu musikalisch widerspiegeln. Diese spezifische Gattung des französischen Barock erfuhr im 17. Jahrhundert ihren Höhepunkt und war lange Zeit nahezu völlig vergessen. Christophe Rousset, Dirigent erfolgreicher szenischer Produktionen im Theater an der Wien, stellt sich im besinnlichen Rahmen der Minoritenkirche besinnlichen als Cembalist und Organist vor. Gemeinsam mit François Joubert-Caillet an der Viola da Gamba und den Sopranistinnen Amel Brahim-Djelloul und Judith Van Wanroij musiziert er Werke von Marc-Antoine Charpentier aus Les neuf leçons de ténèbres sowie aus Les neuf répons du Mercredi Saint und François Couperins Trois leçons de ténèbres pour le Mercredi Saint.

MISSA SOLEMNIS Als Ludwig van Beethoven im Jahr 1819 mit der Arbeit an der Missa Solemnis begann, war er nahezu taub und menschlich isoliert. In dieser schwierigen Phase seines Lebens widmete er sich intensiv der katholischen Liturgie und schrieb seine zweite Messe, die er selbst für sein „größtes Werk“ hielt. Beethoven wollte das Stück zur Amtseinführung seines Freundes und Gönners Erzherzog Rudolf als Erzbischof von Olmütz im Jahre 1820 fertigstellen, doch er erweiterte und überarbeitete die Missa Solemnis immer wieder. Martin Haselböck leitet im konzertanten Rahmen des Theater an der Wien das von ihm gegründete Ensemble Wiener Akademie und den Philharmonischen Chor Brünn. Die Gesangspartien übernehmen die Sopranistin Malin Hartelius, Altistin Caitlin Hulcup, Tenor Daniel Behle und Bassist Stefan Cerny.

Dienstag 15. April 2014 | 19.30 Uhr Minoritenkirche

Mittwoch, 16. April 2014 | 19.30 Uhr Theater an der Wien

CRUCIFIXUS Das Alexander-Newski-Kloster am Ufer der Newa in St. Petersburg ist seit Jahrhunderten ein bedeutendes Zentrum des orthodoxen Glaubens in Russland. Am Karfreitag bietet der Dreifaltigkeitschor des Alexander-Newski-Klosters, der aus Studierenden und Absolventen der Geistlichen Akademie besteht, unter der musikalischen Leitung von Anton Marushchak in seinem Konzert in der Minoritenkirche einen Einblick in die Fastenliturgie der russisch-orthodoxen Kirche. Auf dem Programm stehen sakrale Werke von Pawel Tschesnokow, Chorleiter und Schöpfer von vierhundert geistlichen Chorwerken, Dimitri Bortnjanski, Direktor der Hofsängerkapelle in St. Petersburg unter Zar Paul I., und Sergei Rachmaninow, der neben seinen in Westeuropa bekannteren Werken auch liturgische Chormusik komponiert hat.

FRÜHLING IN WIEN Unter der Leitung der Dirigentin Simone Young präsentieren die Wiener Symphoniker am Ostersonntag im Musikverein traditionellerweise ihren Frühling in Wien und schließen mit diesem Konzert den diesjährigen OsterKlang. Solist Florian Zwiauer interpretiert im Rahmen eines typisch wienerischen Programms Beethovens Romanze für Violine und Orchester Nr. 2. Kern der Soirée bilden Ouvertüren von Franz Schubert, Carl Maria von Weber, Otto Nicolai, Johann Strauss, Franz von Suppé und Richard Heuberger. Tenor Johan Botha singt das Preislied des Walther von Stolzing aus Wagners Die Meistersinger von Nürnberg, das Auftrittslied des Sándor Barinkay „Als flotter Geist“ aus der Operette Der Zigeunerbaron von Johann Strauss und aus Franz Lehárs Operette Giuditta „Freunde, das Leben ist lebenswert“.

Karfreitag, 18. April 2014 | 19.30 Uhr Minoritenkirche

Ostersonntag, 20. April 2014 | 19.30 Uhr Musikverein | Großer Saal

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/kattus

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Oper konzertant

Il Boemo in Olympia Václav Luks leitet L’Olimpiade Der in Wien tätige und in der Michaelerkirche bestattete Pietro Metastasio war der berühmteste Librettist seiner Zeit. Die intrigenreiche Geschichte L’Olimpiade über den moralischen Wert von Sieg und Niederlage schuf er 1733 für Antonio Caldara und das turbulente Libretto wurde sofort von vielen weiteren Komponisten vertont. Nach der Fassung von Pergolesi, die Alessandro de Marchi im Theater an der Wien in einer konzertanten Aufführung bereits präsentierte, leitet Václav Luks nun die Vertonung des tschechischen Barockkomponisten Josef Mysliveček. Der 1737 in Prag geborene Komponist, der den Beinamen Il Boemo erhielt, war in Italien außerordentlich erfolgreich und pflegte mit dem jungen Mozart eine freundschaftliche Verbundenheit. Seine Fassung von L’Olimpiade entstand 1778 für das Teatro San Carlo in Neapel. Nach einer Syphilis-Erkrankung verstarb der vom italienischen Publikum Il boemo gerufene Mysliveček verarmt und vergessen in Rom und seine Werke verschwanden in der Versenkung. Der Cembalist und Dirigent Václav Luks gründete vor zehn Jahren, anlässlich des Projekts Bach-Prag-2005, das Barockorchester Collegium 1704 und widmet sich seit einem Jahr dem szenischen Werk des berühmten tschechischen Komponisten des 18. Jahrhunderts. Aus der Tradition der Neopolitanischen Schule stammend, schuf Josef Mysliveček mit L’Olimpiade eine opera seria, die in ihrer klaren Grundstruktur und mit ihren melodischen Linien eine der Quellen der Wiener Klassik war und große Aufmerksamkeit im barocken Europa hervorgerufen hat.

Václav Luks

l’olimpiade Opera seria in drei Akten (1778) Musik von Josef MysliveČek Libretto nach Pietro Metastasio Konzertante Aufführung in italienischer Sprache Musikalische Leitung

Václav Luks

Clistene

Johannes Chum

Aristea

Simona Saturova

Megacle

Raffaella Milanesi

Licida

Tehila Nini Goldstein

Aminta

Krystian Adam

Argene

Sophie Harmsen

Alcandro

Helena Kaupová

Collegium 1704

Freitag, 28. März 2014, 19.00 Uhr

Symposium & Vortrag

Götterdämmerung

Stefan Mickisch vollendet seinen Zyklus „Wagners Ring des Nibelungen am Klavier“ Anlässlich des Wagner-Jahres 2013 präsentierte Stefan Mickisch diese Saison in seinen beliebten Einführungsvorträgen bereits die ersten drei Abende von Wagners Der Ring des Nibelungen. Abschließend wendet sich Mickisch der Götterdämmerung zu und deutet das Finale optimistisch: „Die Zukunft nach dem Götterdämmerungsende wird gut sein. Sie ist bereits jetzt gut, wir haben den Des-Dur-Akkord und das Liebeserlösungsmotiv Wagners am Ende – es gibt nichts Schöneres und Besseres in der ganzen Menschheitsgeschichte als diesen Schluß der Götterdämmerung.“

götterdämmerung Wagners Ring des Nibelungen am Klavier Präsentiert von Stefan Mickisch

Donnerstag, 20. März 2014, 19.30 Uhr

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Das neue Opernhaus

Oper konzertant

Zar und Zauberei Die Zarenbraut und Der goldene Hahn: Das Bolschoi Theater aus Moskau präsentiert zwei Opern von Nikolai Rimski-Korsakow Obwohl Rimski-Korsakow fünfzehn Opern schrieb, ist sein Name außerhalb Russlands fast nur aufgrund seiner Orchesterwerke bekannt. In seiner Heimat zählen seine Opern, die ihre Themen aus russischer Folklore und Geschichte beziehen, zum fixen Repertoire. Das Melodram Die Zarenbraut schildert eine schaurige, historisch belegte Geschichte aus dem Jahr 1572. Auf der Suche nach einer dritten Ehefrau entscheidet sich Zar Iwan IV., „Der Schreckliche“, unter 2.000 Kandidatinnen für die Kaufmannstochter Marfa Sobakina, die kurz nach der Hochzeit vermutlich durch eine Vergiftung einen gewaltsamen Tod erleidet. Rimski-Korsakow zeigt in seiner Version das Schicksal von zwei unterschiedlichen Frauen. Marfa verzichtet freiwillig auf ihren ursprünglichen Verlobten, als sie vom Zaren erwählt wird. Die Konkubine Ljubascha hingegen kämpft um ihren Geliebten Grigori, gewaltbereiter Leibgardist des Zaren, der sich selbst in die schöne Marfa verliebt hat und sie mit einem Zaubertrank für sich gewinnen will. Ljubascha vertauscht den Liebestrunk mit Gift, das Marfas Schönheit zerstören soll. Als Marfa erkrankt und nach der Vermählung mit dem Zaren vom Tod ihrer Jugendliebe erfährt, verfällt sie dem Wahnsinn. Grigori gesteht seine

Mitschuld und tötet Ljubascha, während Marfa im Wahn ihr verlorenes Glück erträumt. „Seht, ich bin der Zaubermeister“, verlautbart der Astrologe im Prolog zu Rimski-Korsakows letzter Oper Der goldene Hahn. Das Libretto beruht auf dem gleichnamigen Märchen von Alexander Puschkin. Märchengrotesken finden sich bei fast allen russischen Opernkomponisten und boten die Möglichkeit, Herrscher oder herrschende Beamte zu entlarven. Die Obrigkeit reagierte mit Verboten und Zensur. Auch Der goldene Hahn musste nach der Fertigstellung entschärft werden, und Rimski-Korsakow konnte die Uraufführung nicht mehr erleben. Der alternde Zar Dodon wird von vielen Feinden bedroht und möchte doch einfach viel essen und noch mehr schlafen. Sein listiger Astrologe schenkt dem Zaren einen goldenen Hahn, der jede Gefahr laut krähend ankündigen wird. Dodon zieht in den Krieg, verliert seine beiden Söhne und sein Herz an eine orientalischen Königin, mit der er in seine Heimat zurückkehrt. Der Astrologe verlangt als Preis für seinen Wundervogel die schöne Königin und wird vom Zar erschlagen. Als er die Königin aber küssen möchte, tötet ihn der goldene Hahn. Die orientalische Fremde verschwindet mit dem Wundervogel und das zurückgelassene Volk kann sich nicht darauf einigen, wie es denn ohne Zar weitergehen soll.

die zarenbraut Oper in vier Akten (1899)

der goldene hahn

Musik von Nikolai Rimski-Korsakow

Oper in drei Akten (1909)

Konzertante Aufführung in russischer Sprache

Musik von Nikolai Rimski-Korsakow

Musikalische Leitung

Gennady Rozhdestvensky

Konzertante Aufführung in russischer Sprache

Marfa

Anna Aglatova

Grigori Grjaznoj

Elchin Azizov

Musikalische Leitung

Pavel Klinichev

Ljubascha

Oksana Volkova

Zar Dodon

Vladimir Matorin

Lykow

Alexey Dolgov

Königin von Schemacha

Venera Gimadieva

Bomelius

Stanislav Mostovoy

Astrologe

Stanislav Mostovoy

Maljuta Skuratow

Oleg Tsybulko

Prinz Gwidon

Boris Rudak

Sobakin

Alexey Tikhomirov

Prinz Afron

Elchin Azizov

Dunjascha

Elena Novak

General Polkan

Nikolay Kazansky

Domna Saburowa

Irina Udalova

Amelfa, Aufseherin

Tatyana Yerastova

Petrowna

Tatyana Yerastova

Der goldene Hahn

Darya Zykova

Solisten, Orchester und Chor des Bolschoi Theaters

Solisten, Orchester und Chor des Bolschoi Theaters

Montag, 28. April 2014, 19.00 Uhr

Dienstag, 29. April 2014, 19.00 Uhr

Stagione #4 | 15


kammeroper

Täglich eine gute Tat Das Junge Ensemble interpretiert Mozarts späte Oper La clemenza di Tito Als vierte Neuproduktion dieser Saison widmet sich das Junge Ensemble des Theater an der Wien Mozarts letzter Oper La clemenza di Tito, die neben der berühmten Mozart-Trilogie und den deutschen Singspielen häufig zu wenig Anerkennung findet. Unter der musikalischen Leitung von Gründer Rubén Dubrovsky, zuletzt in der Kammeroper für Händels Orlando verantwortlich, wirft sein Originalklangensemble Bach Consort Wien einen barocken Blick auf den späten Mozart. In seinem letzten Lebensjahr 1791 arbeitete Mozart bereits am deutschen Singspiel Die Zauberflöte, als er den Auftrag erhielt, zur Krönung Kaiser Leopolds II. zum König von Böhmen in Prag ein Libretto von Pietro Metastasio aus dem Jahr 1734 zu vertonen. In seinem Verzeichnis aller meiner Werke notierte Mozart, dass der Hofdichter Caterino Mazzolà den barocken Stoff auf eine „vera opera“ reduziert habe. Bereits Franz Xaver Niemetschek wies in seiner Biographie Leben des k.k. Kapellmeisters Wolfgang Gottlieb Mozart 1798 auf die „ungeheuere Anstrengung“ im letzten Lebensjahr hin, in dem Mozart zwei Opern, drei Konzerte, mehrere Gelegenheitswerke und abschließend das unvollendete Requiem komponierte. Die böhmischen Aristokraten beauftragen am 8. Juli 1791 den Theaterdirektor Guardasoni, eine „große opera seria durch einen berühmten Meister vertont“ zu produzieren. Guardasoni reist mit dem Opernauftrag nach Wien, um einen Komponisten zu finden, erhält von Hofkapellmeister Salieri eine Absage und fährt weiter nach Italien, um die besten Sänger der Epoche für die Hauptrollen zu engagieren. Erst am 10. August kehrt Guardasoni nach Wien zurück und beauftragt Mozart mit der Komposition. Bereits am 6. September soll das Werk in Szene gehen. Drei Wochen vor der Premiere eine neue Oper zu komponieren und sie einzustudieren, ist selbst für Mozart unzumutbar, dem es zudem gesundheitlich schlecht geht. Doch er nimmt den Auftrag an. Mozart liebt Prag, die Stadt seiner größten Erfolge, dazu locken sowohl Honorar als auch Reisespesen. Der Auftrag ermöglicht ihm aber auch, sich nach dem Tod seines Förderers Kaiser Joseph II. bei dessen Bruder und Nachfolger Leopold II. in Erinnerung zu rufen und seine Aufstiegschancen am Wiener Hof zu verbessern. Das offizielle Tagebuch der böhmischen Königskrönung schrieb nach der Premiere: „Die Komposition ist von dem berühmten Mozart, und macht demselben Ehre, ob er gleich nicht viel Zeit dazu gehabt und ihn noch dazu eine Krankheit überfiel, in welcher er den letzten Theil der selben verfertigen musste.“ Mozarts Frau Konstanze berichtete, er habe Titus innerhalb von

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achtzehn Tagen komponiert. La clemenza di Tito ist die Verherrlichung eines Herrschers mit Pomp und Pathos der klassischen opera seria anhand der Weisheit des Titus, der sich gütig zeigt gegenüber verschmähter Liebe, dem Verrat seiner Freunde und selbst einem Mordanschlag, dem er nur knapp entgeht. Der historische Titus bot sich für die absolutistischen Monarchen des frühen 18. Jahrhunderts als Spiegelbild an. Der erste nachaugusteische Kaiser Roms wurde von der Geschichtsschreibung als milder Monarch verklärt, der nicht von Macht korrumpiert zum Despoten pervertierte. In seiner kurzen, nur zweijährigen Regierungszeit konnte er nach dem Ausbruch des Vesuvs und dem dreitägigen Brand von Rom seine Mildtätigkeit beweisen. Jeder Tag, an dem er keine Wohltaten vollbracht habe, erachte er als verloren, ließ Titus verlauten.


Das neue Opernhaus

Mozart und Mazzolà waren sich darüber einig, dass die Vorlage zwei Jahre nach dem Ausbruch der französischen Revolution in einem Europa des Umbruchs einer Revision bedarf. Der Text musste zeitgemäß bearbeitet werden. Mazzolà verdichtete die Handlung auf zwei Akte, kürzte die Rezitative und hob die Ensembles hervor. Mozart schuf differenzierte, musikalische Charakterporträts, deren Arien und Ensembles den Schematismus einer reinen Nummernoper hinter sich lassen und hat mit La clemenza di Tito ein Lehrstück um Macht, Emotionen und Intrigen geschrieben. Die Handlung spielt im Jahr 79 nach Christus. Vitellia, Tochter des gestürzten römischen Kaisers Vitellius, überredet den jungen Patrizier Sesto, sich mit ihr gegen seinen engsten Freund, den amtierenden Kaiser Tito, zu verschwören. Tito möchte Sestos Schwester Servilia heiraten, verzichtet aber auf ihre Hand, als er erfährt, dass sie einen anderen liebt. Als Vitellia hört, dass Tito sie nun doch zur Kaiserin erheben will, kann sie das Attentat nicht mehr verhindern. Das Kapitol brennt, doch Tito überlebt. Sesto wird verhaftet und zum Tode verurteilt. Unmittelbar vor seiner Hinrichtung bekennt sich Vitellia als Urheberin des Mordplanes. Tito erkennt im Konflikt zwischen Staatsräson und Freundesliebe das Grundproblem des aufgeklärten Herrschers, Macht und Humanität vereinen zu wollen. Er verzeiht allen und wird als gerechter Herrscher gefeiert. Die Oper wurde in Prag am Ende der Aufführungsserie und weniger während der Krönungsfeierlichkeiten bejubelt. Das Lob schien aber vor allem Mozarts Musik gegolten zu haben und weniger dem rasch überarbeiteten Libretto, das seine Aufgabe als Krönungsoper nur bedingt erfüllen konnte. Als Leopold II. seinem Bruder auf den Thron folgte, verfügte der neue Kaiser bereits über fünfundzwanzig Jahre Erfahrung als Großherzog und hatte aus der Toskana einen Musterstaat gemacht. Der römische Titus konnte für den erfahrenen Leopold nur mehr bedingt ein Vorbild sein. Doch gerade zu Beginn des 19. Jahrhunderts erlebte La clemenza di Tito die größten Erfolge unter allen MozartWerken und ist neben Die Zauberflöte am häufigsten aufgeführt worden. Das Interesse an Mozarts Titus-Version ließ in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts deutlich nach, bis die Oper zu den besonders selten gespielten Werken Mozarts gezählt werden musste. In den 1970er Jahren fand La clemenza di Tito zurück auf die Spielpläne. Die aktuelle Inszenierung in der Kammeroper wird Alberto Triola übernehmen, der mit seiner Deutung von Rossinis Il signor Bruschino beim Wexford Festival Opera international auf sich aufmerksam gemacht hat und in der Kammeroper sein Debüt geben wird.

la clemenza di tito Dramma serio per musica in zwei Akten (1791) Musik von Wolfgang Amadeus Mozart Libretto von Caterino Tommaso Mazzolà nach Pietro Metastasio Musikalische Leitung

Rubén Dubrovsky

Inszenierung

Alberto Triola

Bühne

Tiziano Santi

Kostüme

Nina Hörner

Choreographie

Nikos Lagousakos

Tito Vespasiano

Andrew Owens

Vitellia

Çiğdem Soyarslan

Sesto

Gaia Petrone

Servilia

Gan-ya Ben-gur Akselrod

Annio

Natalia Kawałek-Plewniak

Publio

Igor Bakan

Bach Consort Wien In italienischer Sprache mit deutschen Übertiteln Neuproduktion des Theater an der Wien in der Kammeroper

Premiere: Sonntag, 13. April 2014, 19.00 Uhr

Aufführungen: 15. / 20. / 23. / 25. / 27. / 30. April 2014, 19.00 Uhr 8. / 10. Mai 2014, 19.00 Uhr 4. Mai 2014, 15.00 Uhr

die opernwerkstatt Das Junge Ensemble des Theater an der Wien, gemeinsam mit Sebastian F. Schwarz, dem künstlerischen Leiter des Jungen Ensembles – zu Gast bei Michael Blees

Ausstrahlung: Freitag, 4. April 2014, 19.30 Uhr im ORF RadioCafé

karten & informationen: radiokulturhaus.orf.at

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Junges Ensemble des Theater an der Wien

Neue Stimme Im Portrait: Gan-ya Ben-gur Akselrod, Sopran Seit Anfang der Saison ist die israelische Sopranistin Ganya Ben-gur Akselrod Mitglied des Jungen Ensembles und konnte schon eine Bandbreite an Rollen von Barock bis Belcanto präsentieren. In der Kammeroper war sie als Tamiri in Semiramide und als Clorinda in Gioachino Rossinis La cenerentola zu erleben. Zuletzt stand sie als Muse Thalie in Jean-Philippe Rameaus Platée auf der Bühne des Theater an der Wien. Gan-ya, der Name bedeutet übersetzt Garten Gottes, begann ihre musikalische Karriere mit Klavier, Cello und Klarinette, bevor sie ihre Stimme professionell ausbilden ließ. „Ich will Musik ausdrücken, dabei habe ich erfahren, dass mir das mit meiner Stimme am besten gelingt. Ich habe das Gefühl, die Instrumente grenzen mich ein, mit meiner Stimme habe ich mehr Möglichkeiten.“ Mittlerweile spielt sie keines der Instrumente mehr regelmäßig, es fehle ihr aber auch nicht, so sagt sie, da sie das richtige ja nun gefunden habe. Gan-ya Ben-gur Akselrod wurde als jüngstes von drei Kindern in Israel geboren. Nachdem sie die Buchman-Mehta School of Music cum laude abschloss absolvierte sie ein Masterstudium am Conservatory of Music des Brooklyn College in New York. Ihr Debüt in Europa gab Gan-ya 2011 in Aix en Provence in Frankreich und im Jahr 2012 an der Deutschen Oper Berlin. In den USA interpretierte sie den Bubikopf in Viktor Ullmanns Der Kaiser von Atlantis an der Opera Moderne in New York und debütierte 2010 in der Carnegie Hall. 2012 gewann Gan-ya den renommierten Hilde Zadek Gesangswettbewerb, darauf folgte das Angebot, Mitglied des Jungen Ensembles zu werden. „Ich bin sehr glücklich, an diesem großartigen Projekt teilzunehmen, und ich bekomme hier Unterstützung von vielen Seiten. Es ist für mich auch eine Chance aus meiner Komfortzone rauszukommen. Barock habe ich bisher immer ausgespart.“ Sie habe sich zunächst wie viele junge Sänger auf die Romantik, Spätromantik und zeitgenössische Musik konzentriert. „Mit der Barockmusik freunde ich mich jeden Tag ein bisschen mehr an. Glücklicherweise mag ich musikalisch immer das am liebsten, woran ich gerade arbeite“, meint sie. Überhaupt, so ist die Sopranistin überzeugt,

portraitkonzert Sopran

Gan-ya Ben-gur Akselrod

Klavier

Christian Koch

Dienstag, 25. März 2014, 19.30 Uhr

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habe sie sehr viel Glück gehabt bisher. Obwohl sie hart arbeitet, zweifelt sie oft an sich. Ohne stabiles soziales Netzwerk und Glück hätte sie es daher nie so weit gebracht, ist sie überzeugt. „Ich kann vom Singen leben. Das ist schon etwas“, freut sie sich. Neben der Musik ist es die Familie und ein kleiner beständiger Freundeskreis, der ihr im Leben wichtig ist. Die Familie gibt nicht nur Halt, sondern ist auch selbst musikalisch. Ihre Schwester Bambi spielt Oboe im Israel Chamber Orchestra. Ab April 2014 ist sie in Mozarts La clemenza di Tito als Servilia zu erleben. Im Sommer nimmt sie am Young Singers Project der Salzburger Festspiele teil. Es wird ihr erster Besuch in Salzburg sein. „Wann immer ich reise, dann aus beruflichen Gründen. Ich bin noch nie irgendwohin in Urlaub gereist. Ich liebe es, daheim zu sein, und mag Veränderungen, die mein Umfeld betreffen, eigentlich nicht.“ Ob sich das mit ihrem Beruf verträgt? „Auch wenn ich sehr heimatverbunden bin, so sehr schätze ich doch die Vorteile dieses Berufes, ich kann mir die Welt ansehen und ich denke, das muss ich auch, so lange ich jung und ungebunden bin.“ Zu langfristig plant sie nicht, bisher hat sie zwei Verträge für die Zeit nach dem Jungen Ensemble, die sie jeweils einen Monat lang nach Toulouse und Chile führen werden. Bis Herbst 2015 bleibt sie aber in Wien und wird in ihrem Portraitkonzert am 25. März in der Kammer­ oper unter anderem Werke von Francis Poulenc und Richard Strauss sowie von Komponisten ihrer israelischen Heimat interpretieren.


Ensemble märz/april Mozart-Trilogie

Nikolaus Harnoncourt (Dirigent)

Bo Skovhus (Conte di Almaviva)

Christine Schäfer (Contessa di Almaviva/Donna Anna)

Mari Eriksmoen Andrè Schuen (Susanna/Zerlina/ (Figaro/Don Fiordiligi) Giovanni/ Guillelmo)

Elisabeth Kulman (Cherubino/ Despina)

Markus Werba (Don Alfonso)

Ildiko Raimondi (Marcellina)

Peter Kalman (Bartolo/Antonio)

Christina Gansch Mauro Peter (Barbarina) (Basilio/Don Curzio/Don Ottavio/Ferrando)

Claus Guth (Regie)

Maria Bengtsson (Sopran 1/Frau 1)

Ingela Bohlin (Sopran 2/Frau 2)

Paul Lorenger (Tänzer/Bruder 1)

Bejun Mehta (Countertenor/ Bruder 2)

Simona Saturova (Aristea)

Raffaella Milanesi (Megacle)

Tehila Nini Goldstein (Licida

messiah

Katija Dragojevic (Dorabella)

Maite Beaumont Mika Kares (Il Commendatore/ (Donna Elvira) Masetto)

Ruben Drole (Leporello)

Christophe Rousset (Dirigent)

L’olimpiade

Florian Boesch (Bass/Bruder 3)

Charles Workman (Tenor/Priester)

Florian Göttlich (Knabensopran)

Tobias Danzer (Knabensopran)

Nadia Kichler (Gebärdendarstellerin)

Václav Luks (Dirigent)

Johannes Chum (Clistene)

götterdämmerung

Sophie Harmsen (Argene)

Helena Kaupová (Alcandro)

Stefan Mickisch (Klavier)

La clemenza di tito

Rubén Dubrovsky (Dirigent)

Alberto Triola (Regie)

Andrew Owens (Tito Vespasiano)

Çiğdem Soyarslan Gaia Petrone (Vitellia) (Sesto)

Gan-ya Ben-gur Natalia KawałekAkselrod (Servilia) Plewniak (Annio)

Igor Bakan (Publio)

I M PR E S S U M: Theater an der Wien – Intendant DI Roland Geyer | Medieninhaber/Herausgeber: Vereinigte Bühnen Wien Ges.m.b.H. | Generaldirektor Mag. Thomas Drozda Ein Unternehmen der Wien Holding | Theater an der Wien, Linke Wienzeile 6, 1060 Wien | Tel. (+43/1) 588 30-1010 | oper@theater-wien.at | www.theater-wien.at Für den Inhalt verantwortlich: Intendant DI Roland Geyer | Redaktion: Johannes Penninger | Mitarbeit: Andrea Brandner, Marietheres Granser | Gastbeiträge: Haide Tenner, Konrad Kuhn Theater an der Wien-Team: Karin Bohnert, Sylvia Hödl, Sabine Seisenbacher, Claudia Stobrawa, Philipp Wagner, Ksenija Zadravec | Marketing & Produktion: Tina Reithofer | Grafik: Alexander Ramsonius Redaktionsschluss: 24. Februar 2014 | Herstellung: Niederösterreichisches Pressehaus, Druck- und Verlagsgesellschaft G.m.b.H., 3100 St. Pölten, Gutenbergstraße 12 | Änderungen und Irrtümer vorbehalten | DVR 0518751

B I LDNAC HWE I S: Cover: Plakatsujet Messiah © Jung von Matt // S. 5 & 6 Probenfotos Nikolaus Harnoncourt © Werner Kmetitsch // S. 7 & 8 Messaih 2009 © Armin Bardel // S. 9 Messiah-Jugend © Martina Heyduk S. 10 Wiener Symphoniker © Lukas Beck // S. 13 Václav Luks © Luděk Sojka // S. 16 La clemenza di Tito © Martina Heyduk // S. 18 Gan-ya Ben-gur Akselrod © Lukas Beck


2. märz bis 30. april Das neue Opernhaus

Mozart-Trilogie (konzertant)

Opern von Wolfgang Amadeus Mozart | Dirigent: Nikolaus Harnoncourt | Concentus Musicus Wien | Arnold Schoenberg Chor Le nozze di Figaro: 6. & 8. März, 19.00 Uhr | Don Giovanni: 17. & 19. März, 19.00 Uhr | Così fan tutte: 27. & 29. März, 19.00 Uhr Tickets ¤ 115 | 96 | 75 | 59 | 46 | 28 | 12 | Einführungsmatinee: 2. März, 11.00 Uhr

Götterdämmerung

Wagners Ring des Nibelungen am Klavier, präsentiert von Stefan Mickisch | 20. März, 19.30 Uhr | Tickets ¤ 40 | 32 | 24 | 17 | 11

Portraitkonzert Gan-ya Ben-gur Akselrod 25. März, 19.30 Uhr | Klavier: Christian Koch | Spielort: Kammeroper | Tickets ¤ 10

L’Olimpiade

Oper von Josef Mysliveček (konzertante Aufführung) | Dirigent: Václav Luks | Collegium 1704 | 28. März, 19.00 Uhr | Tickets ¤ 70 | 58 | 45 | 35 | 26 | 18 | 11

Kabarett in der Hölle: Ruf der Heimat La clemenza di Tito

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart | Dirigent: Rubén Dubrovsky | Regie: Alberto Triola | Bach Consort Wien | 13. April, 19.00 (Premiere) 15., 20., 23., 25., 27. & 30. April, 8. & 10. Mai, 19.00 Uhr, 4. Mai 15.00 Uhr | Spielort: Kammeroper | Tickets ¤ 48 | 38 | 28 | 18 Einführungsmatinee: 30. März, 11.00 Uhr

OsterKlang 2014

Johannes-Passion | Von Johann Sebastian Bach | Palmsonntag, 13. April, 11.00 Uhr | Spielort: Konzerthaus | Tickets ¤ 75 | 72 | 62 | 51 | 46 | 40 | 35 leçons de ténèbres | Marc-Antoine Charpentier, François Couperin | 15. April, 19.30 Uhr | Spielort: Minoritenkirche | Tickets ¤ 32 | 25 | 18 | 15 | 11 | 7 missa solemnis | Von Ludwig van Beethoven | 16. April, 19.30 Uhr | Tickets ¤ 65 | 60 | 52 | 43 | 30 | 18 | 11 crucifixus | Sakrale russische Chöre | Karfreitag, 18. April, 19.30 Uhr | Spielort: Minoritenkirche | Tickets ¤ 40 | 34 | 28 | 22 | 13 | 7 Frühling in Wien | Wiener Symphoniker | Ostersonntag, 20. April, 19.30 Uhr | Spielort: Musikverein | Tickets ¤ 87 | 81 | 71 | 62 | 53 | 47 | 42

Messiah

Oratorium von Georg Friedrich Händel | Dirigent: Christophe Rousset | Regie: Claus Guth | Les Talens Lyriques | Arnold Schoenberg Chor 14. April, 19.00 Uhr (Premiere) | 17., 19., 22., 24. & 26. April, 19.00 Uhr | Tickets ¤ 140 | 120 | 95 | 85 | 64 | 45 | 23 Einführungsmatinee: 6. April, 11.00 Uhr

Jugend-Projekt Messiah

Musiktheater auf Basis des Oratoriums von Händel | Jugendbarockenesmble | 23. April, 18.00 Uhr & 25. April, 11.00 Uhr | Tickets ¤ 10 | 5

Die Zarenbraut

Oper von Nikolai Rimsky-Korsakow (konzertant) | Dirigent: Gennady Rozhdestvensky | 28. April, 19.00 Uhr | Tickets € 70 | 58 | 45 | 35 | 26 | 18 | 11

Der goldene Hahn

Oper von Nikolai Rimsky-Korsakow (konzertant) | Dirigent: Pavel Klinichev | 29. April, 19.00 Uhr | Tickets € 70 | 58 | 45 | 35 | 26 | 18 | 11

Karten

Freier Vorverkauf an der Tageskasse im Theater an der Wien und am Wien-Ticket Pavillon sowie per Telefon und Internet.

Führungen

28. 3., 16. & 25. 4., jeweils  16.00 Uhr Dauer: 1 Stunde | Preis: ¤ 7.-/5.- (ermäßigt)

Schriftliche Bestellungen: Theater an der Wien, Linke Wienzeile 6, 1060 Wien

Schulklassen: ¤ 3.- | Kinder unter 6 Jahren frei

Tageskassen: Theater an der Wien: Linke Wienzeile 6, 1060 Wien | Mo-Sa 10-19 Uhr Wien-Ticket Pavillon: Karajan-Platz (neben der Staatsoper) | tägl. 10-19 Uhr

philipp.wagner@theater-wien.at

Internet: www.theater-wien.at (Online-Bestellungen nur mit Kreditkarte) Ö1 Clubmitglieder erhalten für hauseigene Produktionen auf maximal zwei Karten pro Vorstellung eine Ermäßigung von 10%. Abonnement: Das Abonnementprogramm senden wir Ihnen auf Bestellung gerne kostenlos zu. Änderungen der Vorstellungszeiten, Preise, Preiskategorien, Öffnungszeiten sowie Besetzungen vorbehalten.

Kartentelefon: täglich 8 bis 20 Uhr

Hauptsponsor

Information: +43-1-58830 2015 oder

KlangBlatt 2/2014 | Sponsoring Post | Verlagspostamt 1060 Wien | DVR 0518751 | GZ 03Z034773 S

Konzeption: Georg Wacks | Ausstattung: Stefan Fleischhacker | Ensemble Albero Verde | Ausstellung: Marie-Theres Arnbom 1., 3., 4., 5., 6. & 8., April, 20.00 Uhr | Tickets: € 20


STAGIONE #4 / 2014