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Samstag, 2. März 2024 · KW 09 · 48. Jahrgang
MEDIZINISCHE VERSORGUNG: Am 17. März letzter Tag des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes ÄBD in Lampertheim / Angebot des St.-Marien-Krankenhauses
Kassenärztliche Vereinigung lehnt Vorschlag zum Weiterbetrieb ab LAMPERTHEIM – Jetzt steht es fest: Die ÄBD-Zentrale am St.Marien-Krankenhaus als Ersatz für die hausärztliche Versorgung an den Wochenenden, mittwochsnachmittags und an Brückentagen hat am Sonntag, 17. März zum letzten Mal für Patienten geöffnet – und schließt dann für immer. Noch vor Wochen war vom 1. April die Rede (der TiP berichtete am 17. Februar). Dieser Verlust hat nicht nur TiP-Leser betroffen gemacht, auch die Verantwortlichen im St.-Marien-Krankenhaus sind alarmiert. Im Gespräch mit dem TiP erklärten Klinikleiter Tom Hauck und Yvonne Sobczak, die stellvertretende Leiterin der medizinischen Aufnahme des Krankenhauses, und Medizincontroller Yannik Sorge, dass sie durch die Schließung Folgen für das St.-Marien-Krankenhaus befürchten. Wenn es nicht so läuft wie von der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) in Wiesbaden gedacht und die Menschen anstatt nach Heppenheim zu fahren wie bisher an der Tür stehen und klingeln. Da das St.-Marien-Krankenhaus nach gesetzlichen Vorgaben keine Notaufnahme habe, gebe es auch kein zusätzliches Personal für die Patientenversorgung, die eigentlich zum ÄBD wollen und müssten. Klar ist – wer lebensbedrohlich krank ist, wählt die 112 für den Rettungsdienst. Bei sonstigen Beschwerden kann man auch die bundesweit geltende Nummer
ren? Oder aus alter Gewohnheit hier vor der Tür stehen? Man weiß es nicht. Klinikleiter Hauck richtet an alle Bürger einen dringlichen Appell: In Zukunft bitte eine ÄBDZentrale in der Region aufsuchen, wenn der Hausarzt gerade frei hat.
Was auf das St.-MarienKrankenhaus zukommen könnte
Klinikleiter Tom Hauck (rechts), Medizincontroller Yannik Sorge und Yvonne Sobczak, stellvertretende Leiterin der Medizinischen Aufnahme des St.-Marien-Krankenhauses, erläuterten gegenüber dem TiP die Befürchtung, dass Patienten trotz Schließung des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes an der Tür klingeln und damit eine personelle und finanzielle Überlastung die Folge wäre. Zurzeit ist Maskenpflicht angeordnet. Fotos: Hannelore Nowacki
des Ärztlichen Bereitschaftsdienstes 116117 wählen.
KV wehrt Rettungsversuch ab – Appell an die Bürger Klinikleiter Hauck berichtet: Um die hausärztliche Notfallversorgung des ÄBD doch noch zu retten, habe sich die Krankenhausleitung direkt an die KV mit dem Vorschlag gewandt, die Organisation und das Personal für den Erhalt des ÄBD zu stellen, mit Vergütung durch die KV. Am 15. Februar um 11.36 Uhr sei die E-Mail abgeschickt worden und schon vier Stunden später um
15.34 Uhr sei die Ablehnung eingetroffen. Diese Schnelligkeit hat nicht nur Medizincontroller Sorge erstaunt. Die KV sehe keinen Bedarf lautete die Mitteilung. Bürgermeister Gottfried Störmer und Dr. Florian Wagner, Vorsitzender des Lampertheimer Ärztenetzwerks GALA, hätten ihr Bedauern ausgedrückt. Tatsächlich kein Bedarf? Das sehen die Mitarbeiter der medizinischen Aufnahme des St.-MarienKrankenhauses ganz anders, erzählt Yvonne Sobczak, die selbst miterlebt hat, was an Brücken- und Feiertagen beim ÄBD los war. Zwanzig bis fünfzig Patienten seien schätz-
ungsweise gekommen, an Brückentagen innerhalb von zwölf Stunden weit mehr als fünfzig Patienten. Sogar bis zur Straße hätten die Menschen beim letzten Brückentag im Oktober Schlange gestanden, erinnert sie sich. Da Ärztlicher Bereitschaftsdienst und medizinische Aufnahme des Krankenhauses einen gemeinsamen Eingangsbereich haben, könne man das gut mitbekommen. Zudem liegen die jeweiligen Behandlungszimmer in räumlicher Nachbarschaft und den Aufenthaltsraum teile man sich. Ob die Patienten nach dem 17. März zum ÄBD nach Heppenheim fah-
Einen Menschen mit Beschwerden einfach wegschicken, das dürfen Krankenhaus und Arzt laut Gesetz nicht, das macht Klinikleiter Hauck deutlich. Ein ärztlicher Blick auf den Patienten sei notwendig, um zu entscheiden, ob eine stationäre Aufnahme erforderlich ist oder an eine ÄBD-Zentrale verwiesen werden könne. Medizincontroller Sorge fasst das Problem in Zahlen: Fürs „Anschauen“ des Patienten beträgt die Notfallpauschale genau 14,32 Euro, für die aufgewendete Zeit nicht viel. Der große Haken dabei: Das St.-Marien-Krankenhaus ist nach Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses keine anerkannte Einrichtung der Notfallversorgung, weil ohne Chirurgie-Abteilung und das CT nur tagsüber verfügbar ist. Aus diesem Grund gibt es für die Leistung am Notfall-Patienten außer der kleinen Notfallpauschale kein Geld, vielmehr muss das Krankenhaus ordentlich blechen. Fortsetzung auf Seite 11
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„Tach, Herr Bach 2024“ – das gesellige Konzert mit witziger Moderation kam gut an LAMPERTHEIM – Einzigartig, wie in den Vorjahren ein Erlebnis und doch wieder anders war das 7. Konzert in der Reihe „Tach, Herr Bach 2024“ am Samstagabend im farbig illuminierten großen Saal der Notkirche. Den spritzigen musikalischen Cocktail in abwechslungsreicher Mischung von Stilen und Epochen servierte das Kollegium der Musikschule bei einigen Stücken gemeinsam mit Gastmusikern. Als virtuoser Künstler des Worts mit spritzigen Ideen und tiefsinnigen Gedanken wusste Musikschulleiter Joachim Sum als Moderator die Konzertbesucher in den Überleitungen der Stücke zu amüsieren. Die Lacher immer auf seiner Seite, wies Sum auf die musikalischen Spezialitäten hin, nahm sich aber auch die französischen Bettwanzen zum Tango vor und meinte, es
wäre doch schön, wenn Bettwanzen das geringste Problem der Demokratie wären. Die Seilbahngondeln der Bundesgartenschau wünschte sich Sum nach Lampertheim, mit Station Schillercafé und Verlängerung zum Sodabuckel. Kräftigen Applaus spendeten die Besucher den Stars des Abends schon zu Beginn, als der Vorsitzende des Vereins der Musikschule Dr. Nikolaus Selzer dazu ermunterte. Selzer machte deutlich, dass diese Lehrkräfte erfolgreiche Pädagogen sind, die auch als Solisten Konzerte geben, in Orchestern, Ensembles und Bands spielen, in Deutschland und teilweise international auftreten. Dem Kultur-Fachbereichsleiter Rolf Hecher dankte Selzer für die Organisation und Pressearbeit. Große Anerkennung sprach Bürgermeister Gottfried Störmer der Musikschule aus, der gerne
wieder Schirmherr geworden war. Der Lions Club und Rotary Club präsentierte das Konzert in Zusammenarbeit mit cultur communal der Stadt Lampertheim. Der Erlös aus den Einnahmen kommt der Musikschule zugute, zudem verzichteten alle Künstler auf ihre Gage. Von den elf Komponisten auf dem Programm war Johann Sebastian Bach (1675-1750) Platz 1 mit der Trio Sonate vorbehalten. Musiklehrer Karsten Opitz (*1965), der klassische und EGitarre unterrichtet, begeisterte das Publikum am Schluss mit seiner Eigenkomposition „LEKOland“, gespielt von Cathrin Ambach (Querflöte), Karsten Opitz (E-Gitarre), Svitlana Karikh (Flügel), Gastmusiker Martin Jungkunz (E-Bass) und Andreas Pilder (Schlagzeug). Fortsetzung auf Seite 2
Fröhliches Finale bei „Tach, Herr Bach 2024“ – Musikschulleiter Joachim Sum dirigierte.
Foto: Hannelore Nowacki
SPORT: Nutzung des Bildungs- und Sport-Campus mit Regeln und Buchungsmöglichkeit / Kunstrasen nicht zum Radfahren da
Ab sofort finden Sie samstags im TiP die Beilagen von
Sportanlagen mit Respekt behandeln!
„Platz gesperrt“ heißt: Nur der angemeldete Verein oder Nutzer darf hier spielen. Foto: Hannelore Nowacki
BÜRSTADT – Der Bildungsund Sport-Campus ist für alle da, die sich bewegen und die vielfältigen Sportmöglichkeiten nutzen wollen, das war die Ansage bei der offiziellen Eröffnung am 22. September 2023. Das trifft auf die Sportgeräte im öffentlichen Raum ohne Anmeldung oder Buchung zu – sie sind jederzeit für jedermann zugänglich. Doch gibt es Vorfälle, die Ärger und Kosten verursachen wie das unbefugte Befahren der Kunstrasenflächen mit Fahrzeugen und Zweirädern, die tiefe Spuren eingegraben hatten. Auch Müll wurde hinterlassen. Der Jugendförderverein (JFV) und die Schulen haben festgelegte Zeiten für Training und Sportunterricht, die im Plan auf der Homepage der Stadt Bürstadt ersichtlich sind. Zuständig für den
JFV sind Sportleiter Toni Bozanovic und Jugendleiter Rainer Uhrig. Damit ist Verantwortung und viel ehrenamtliches Engagement verbunden. Es gibt Nutzungsregeln und die Möglichkeit, Zeiten auf den Sportplätzen, in der Freilufthalle und für Räume im Bildungszentrum zu buchen. Darüber informierten Bürgermeisterin Barbara Schader und die Verantwortlichen des JFV sowie Oliver Haberer von der betreuenden Sozialagentur Fortuna und die Digitalbeauftragte der Stadt Bürstadt Corina Strohmenger im Rahmen einer Pressekonferenz im Seminarraum des Bildungszentrums. Offenbar ist nicht allen Nutzern klar, dass sie die Sportplätze nicht einfach nach Belieben bespielen können und die Laufstrecke kein Fahrradparcours ist. Fortsetzung auf Seite 2
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MUSIK: Lehrkräfte der Musikschule begeisterten Saalpublikum mit Programm der Extraklasse
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