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Naturfreunde Programmheft 2010


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Bergsteigen mit den Naturfreunden Für uns NATURFREUNDE ist Felsklettern und Bergsteigen ein Sport wie jeder andere. Freude an der Bewegung, das Spiel mit unseren Körperkräften, das Training für geplante Ziele. Doch Klettern und Bergsteigen sind mehr. Nur wenige Sportarten bieten dir gleichzeitig ein so intensives Erlebnis von Natur und Landschaft. In der Gemeinschaft mit anderen wird dein soziales Verhalten geschult, du lernst gemeinsam Schwierigkeiten zu bewältigen und auch mit dem eigenen Frust und der Angst fertig zu werden. Voraussetzung für das Bergwandern und Felsklettern sind allerdings solide Vorkenntnisse, das Erlernen der Sicherungs- und Klettertechnik. Gelegenheit hast du dazu bei uns unter der Anleitung ausgebildeter und geschulter Hochtouren-, Sportkletter und BergsteigerführerInnen. Wir verfügen unter anderem auch über eine ca. 100qm große Kletterwand in der Sporthalle Nord 1 in Dortmund. Dort trainieren wir zweimal wöchentlich kostenlos und bereiten uns über den Winter auf das Klettern an den Naturfelsen im Sommer vor. Im übrigen verstehen wir NaturfreundebergsteigerInnen und FelskletterInnen uns nicht nur als BergsteigerInnen pur. Wir sehen auch über den Watzmann hinaus. Umweltbewußtes Denken und Handeln,Verbreitung unseres NATURFREUNDE–Alpenschutz–Programmes sowie die Zusammenarbeit mit Initiativen wie den „IGKlettern“ liegen uns ebenfalls am Herzen. In diesem Sinne ist jeder bei uns willkommen. „Die Naturfreunde“

Titelseite: Jonas in Marokko

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Erste Erstbegehungen

Anfang 2009 hatten wir erstbegehungstechnisch noch große Pläne…Richard und ich wollten in die Taghia - Schlucht / Marokko reisen und dort lange Routen erstbegehen. Diese Schlucht ist noch recht unbekannt, es gibt dort hauptsächlich lange Mehrseilängenrouten ab 6b. Dass wir, was Erstbegehungen angeht, noch unerfahren waren, hatte unsere selbstbewusste Reiseplanungen nicht beeinflusst. Wir dachten, mit unseren reichlich gesammelten alpinen Erfahrungen könnten wir dieses Defizit wettmachen. Um in Hinblick auf Routen bzw. Linien auschecken, Bohrhaken setzen etc. dennoch ein wenig Routine zu bekommen fuhren wir im Frühjahr nach Warstein. Nach telefonischen Tipps und Tricks von Heinz-Willi starteten wir unsere ersten Erstbegehungsversuche...und es waren wirklich nur Versuche. Richy´s super Fingerriss-Linie entwickelte sich beim näheren auschecken zu einer „Jenga“- ähnlichen Klötzchenansammlung. Nach 10 Min. hatte Richard schon ca. 300kg Fels aus der guten, immer noch nicht kletterbaren Linie entfernt. 2

Meine (Jonas) Linie hingegen war von der Felsqualität her wirklich spitze und ich war richtig begeistert, als ich abseilend ein Fixseil in die Linie hängte. Die Ernüchterung erfolgte sofort im Einstieg, als ich feststellte, dass dieser mich völlig überforderte und ich meine dicke Kiste freikletternd einfach nicht über den ersten glatten Aufschwung gewuchtet bekam. Nachdem weitere unkletterbare Stellen folgten, ich mir mein Ringband angeknackste und die Route wahrscheinlich 11+ war, packten wir unsere Sachen und verließen den Steinbruch mit der Erkenntnis, dass das mit den Neutouren eben doch nicht so ganz nebenbei gemacht ist. Unsere Reise- und Kletterziele für den Herbst wurden bis auf Weiteres nicht mehr groß angesprochen…man wollte ja auch nicht die für den Sommer geplanten alpinen Ziele vernachlässigen (war unsere innere Ausrede)!!! Dann, ich glaube es war kurz nach dem Abstieg der großen Zinne, die wir via Comici durch die Nordwand bestiegen hatten, sagte


Richard etwas, was wir beide schon lange dachten: “ Jonas, lass uns doch in Marokko einfach nur Urlaub machen und ´nen bisschen Sportklettern gehen!?!“ Nach einer einstimmigen Entscheidung änderten wir nicht nur unsere sportlichen Ziele, sondern auch unser Reiseziel. Von den anspruchsvollen hohen Wänden des TaghiaTals Abstand genommen, haben wir uns für die sportklettertechnisch besser „ausgegerüstete“ Todra-Schlucht entschieden. Ein paar Tage vor Abflug packte uns dann doch noch der Ehrgeiz, und wir dachten, wenn wir 2 Wochen Sportklettern gehen, könnte man es mit dem Routen einbohren doch noch mal versuchen. Guten jungfräulichen Fels findet man auf jeden Fall in Marokko eher als in der Fränkischen oder im Ith. „Ass klar“…also schnell bei Hilti noch zwei neue scharfe 10er Bohrer geholt, im Netz 50 Bohrlaschen bestellt, den Akkubohrham4

mer aus dem Firmenbestand ausgeborgt und mit 55kg Gepäck in den Flieger nach Marrakesch. (An dieser Stelle sei dem edlen Sponsor der Bohrhaken noch mal ein Dank ausgesprochen.) Nach langem Flug, einer Nacht in Marrakesch und 8 Std. Busfahrt, bauen wir unser Basecamp-Zelt fürs Material und Isomatten unterem Himmel, auf dem Dach des „Hotel Etoile des Gorges“ am Eingang der Schlucht auf. Von unserer Dachterrasse haben wir einen super phantastischen Blick auf die ersten Routen, die 50m Luftlinie vor unserem Zelt gut 200m empor ragen, ….so ein Blick beim Aufwachen motiviert schon enorm!!! In den nächsten Tage erkundeten wir die Schlucht, kletterten in den vorderen und hinteren Sektoren, wobei der vordere, durch nicht-kletternden Pauschal-Touristen, sehr belebt ist, kletterten die langen Klassiker am


Pilier du Couchant und erkundeten vor allem im hinteren Teil der Schlucht Felsneuland. Und hier liegt auch schon die 1. Crux: wenn man schon die Zeit, die Arbeit und das Geld für Material investiert, dann möchte man natürlich Routen eröffnen, die von Anderen geklettert werden und Spaß machen. Die ersten Wände die wir auscheckten sind schwer zu erreichen, die Einstiege super verblockt oder die Linien nicht unhomogen. Jungfräuliche Felsen mit tollen Linien und super Fels zudem schnell zu Fuß erreichbar gibt es doch nicht mehr so reichlich. Immerhin wird in der Schlucht schon seit über 30 Jahren geklettert und es gibt weit über 400 Routen in allen Längen und Schwierigkeitsgraden. Die Hoffnung auf eine „Top Wand“ schwand dahin. Bis zu unserer Entdeckung: eine Wand, kurz vor dem Sektor „Petit Gorge“ am Ende der Schlucht. Als wir am nächsten Morgen

den Wandfuß erreichten, konnten wir es kaum glauben: eine 80m hohe Wand, bester Fels, tolle Linien, 10 Min. von der Straße entfernt und unglaubliche 0 Haken in der Wand. „Alles klar, hier geht was!!!“ Wir guckten uns die 5 scheinbar lohnensten Linien aus und waren hoch motiviert, hier in den nächsten Tagen unsere 54 Bohrhaken unterzubringen. Richtig starten konnten wir dann doch erst verzögert, da Montezumas Rache Richard kurz, aber heftig außer Gefecht setzte. Nach einer ganzen Batterie Imodium und Elektrolyt-Drinks ging es endlich los, und wir standen morgens mit unserem ganzen Stuff schweißgebadet am Wandfuß. Einen Namen für den Sektor hatten wir auch schon. „Patchwork-Family“ sollte er heißen. Da wir beide diese Familienform leben, gab es bei 5


der Namensgebung auch keinerlei interne Diskussion. Aber erstmal müssen Routen eröffnet werden, damit es überhaupt ein Sektor gibt. Insgesamt wollten wir 5 Routen erschließen. Die erste Route sollte von unten mit Normal-Haken und mobilen Sicherungsgeräten erstbegangen werden. Vom Stand dieser Route war es dann geplant, zu den anderen Routen zu queren und die Routen von oben einzubohren. Die ausgesuchte Linie, reich an steilen Rissen und Schuppen, entwickelte sich als schwer abzusichern und nicht immer so kompakt wie es von unten zu vermuten war. Es folgte die Einsicht „Das ist zu gefährlich!“ – wir brachen unseren Erstbegehungsversuch von unten ab. Erinnerungen an Warstein stiegen wieder in die Köpfe!!! Egal, die anderen Routen sahen immer noch super aus. Der neue Plan: hintenrum über ein 3er Gelände auf die Wand steigen, dann die 80m Wand abseilen und in 30m Höhe die ersten Stände bohren. Das hört sich leichter an als es ist, denn das Problem ist, sich von oben (80m) abzuseilen und den Stand in der Wand zu finden, den man sich vom Wandfuß aus möglichst genau gemerkt hatte. Nach dem einen oder anderen Seilmanövern (Pendelquergang, Abseilen, Gejümar) und der weiteren Erkenntnis, dass eine große Wand von oben doch ganz anders aussieht als von unten, hatte ich die ersten 2 Bohrhaken gesetzt. Der erste Stand war fertig. Von diesem Umlenker konnten wir unsere ersten 2 Routen auschecken. Die Routen wurden jeweils 2 Mal von uns geklettert, um die optimale Linie zu finden, anschließend markierten wir die Stellen, an denen Bohrhaken gesetzt werden sollten. Wir seilten uns parallel über die Routen ab. Einer bohrte die 6

Löcher und säuberte sie, der andere schlug die Anker ein und fixierte die Bohrlaschen mit dem Ringschlüssel. Nach 9 Std. harter Arbeit waren dann die Akkus leer - bei uns wie auch bei dem Bohrhammer. Zwei von fünf Routen waren vollendet. Jeremy 6b/30m und Fabian 6b/30m sind zwei super äußerst abwechslungsreiche Routen in rauem, steilem und kompaktem Fels. Mit einem guten Gefühl und der Kopflampe bewaffnet, verließen wir „unseren“ neuen Sektor und erreichten nach einer knappe Stunde unser Hotel. Bei einer riesigen Portion Couscous und einem Berber Whisky (Pfefferminztee) baten wir den Hotelbesitzer, unsere Akkus aufzuladen. Der Generator war gerade in Betrieb. Leider war die Leistung des Generators exakt auf die Leistung der Beleuchtungsanlage des Hotels abgestimmt, so dass beim Einschalten unseres leistungsstarken Ladegerätes die gesamte Hotelbeleuchtung runterfuhr. Netterweise bot sich der Koch an, die Akkus über Nacht in seiner Wohnung mit festem Stromanschluss aufzuladen und sie morgens zum Frühstück wieder mit zu bringen. In den nächsten 2 Tagen eröffneten wir drei weitere Routen und eine Variante. Das Hauptproblem der letzten 2 Tage waren die wunden Fingerkuppen. Der Todrafels ist selbst noch bei den 20 Jahre alten, viel bekletterten Routen, sehr scharf und rau. Unsere neuen Routen, die wir immer und immer wieder klettern mussten, wirkten wie Schmirgelpapieratttacken auf unsere Fingerkuppen. Insgesamt haben wir 5 Routen und eine Variante erschlossen: Jeremy 6b/30m, Fabian 6b/30m, Patchwork-Family 6b+/30m, Patchwork-Family-Direkt 6c/30m, Reduan´s Birthday 5c+/25m und Mona 6a/25m. Alle Routen führen durch kompakten, senkrechten Fels und sind mit 10mm x 90mm Inox Anker von Hilti und 10mm Inox Bohrlaschen


ausgerüstet. Umlenker bestehen aus 2 verbundenen Bohrankern. Nach anstrengenden Tagen waren wir glücklich, einen neuen Sektor mit Potenzial für „mehr“ erschlossen zu haben. Hoffentlich werden noch viele Kletterer Spaß daran haben. In den letzten Tagen kletterten wir noch ein paar längere Routen und machten natürlich Werbung für unseren neuen Sektor. Wir konnten Danny und John als „Models“ gewinnen und so einige nette Kletterfotos von unseren Routen schießen. Ansonsten bleibt für mich aus dieser Aktion die Erkenntnis, dass ich mir in fast 20 Jahren Kletterei nie wirklich Gedanken darüber gemacht habe, wieviel Arbeit es macht bzw. gemacht hat, diese Tausende von Bohrha8

ken zu montieren, die ich in meinem Kletterleben schon geklinkt habe. Die Bohrhaken waren halt einfach immer schon da,… stand ja auch so im Kletterführer.

Berg frei Jonas


Jahreserste Eine Tradition aus der Sächsischen Schweiz

Dass das Klettern in der Sächsischen Schweiz etwas Besonderes ist, muss ich, glaube ich nicht unbedingt großartig erklären. Neben der atemberaubend schönen Landschaft und dem herrlichen Sandsteinfelsen, gibt es hier weltweit einmalige Kletterregeln und –methoden. ‚Seit etwa 1890 entwickelt sich hier das Freiklettern als versucht wurde, auf künstliche Hilfsmittel zur Gipfelbesteigung gänzlich zu verzichten. Der sächsische Bergsteiger Fritz Wiessner emigrierte in den 1930er Jahren in die USA. Dort wurden sie durch ihn populär und von vielen Kletterern angewendet, die in den 70er Jahren das Klettern zu neuen Schwierigkeitsgraden vorantrieben. Wiessner beeinflusste dadurch die dort herrschende Bergsteigerethik erheblich. Bei Besuchen im „Osten“ bei dortigen Kletterikonen wie Bernd Arnold, führte maßgeblich Kurt Albert diese Methode ab 1975 unter dem Begriff Rotpunkt-Klettern in der Bundesrepublik ein.‘¹ Gebohrte Haken gibt es, z.B. auf einer 80 Meterlangen einer Route meistens nur 2 bis 4, der Rest wird, mit um Sanduhren und über Vorsprünge gelegten Schlingen oder Knoten, die in Risse gestopft werden, abgesichert. Nicht selten gelingt dies erst ab 15 Meter über der letzten Sicherung. Konzentriertes Klettern und ein gehöriges Maß an Moral sind also unentbehrlich, um nicht

die Bergungsmethoden der Bergwacht kennenlernen zu müssen. Sicherungen aus Metall (Friends oder Keile) und der für viele Kletterer fast unentbehrliche Chalk sind hier absolut verboten. Dies dient nicht nur zum Schutz des Naturreservates sondern auch zur Vorbeugung von Massen-Kletter-Tourismus. Einen kleinen Einblick der Klettertechniken kann man zum Beispiel im letzten Jahr erschienen Video „Sharp End“ sehen. Traditionell sind an Neujahr, der Kälte zum Trotz, sehr viele Kletterer in der Sächsischen Schweiz unterwegs, um sich eine der begehrten „Jahresersten“ zu holen. Denn nur der erste Bergsteiger / die erste Seilschaft im neuen Jahr darf sich mit einem besonderen Vers im Gipfelbuch verewigen (normalerweise sind Sprüche im Gipfelbuch absolut verpönt). Zu DDR Zeiten waren diese meist auch politisch motiviert, so das sich irgendwann auch die Stasi mit dem Inhalt der Gipfelbücher befasste. Dieser kleine Anreiz ist jedenfalls Grund genug, dass sich einige Bergsteiger sogar schon vor Mitternacht auf den Weg machen, um zuerst im Buch zu stehen. So geht es dann mit Stirnlampen und genügend Knotenschlingen „bewaffnet“ Neujahr Punkt 00:00 Uhr in den Einstieg der Tour. Gestritten (natürlich nicht im bösen) wird dabei, ob man auch eine Route als „Jahreserste“ bezeichnen kann, 9


bei der die Seilschaft schon vor 24Uhr des alten Jahres eingestiegen war, um dann Punkt oder kurz nach 00:00Uhr auf dem Felsen zu stehen. Sehr oft passiert dies, wenn sich ausgerechnet zwei Seilschaften einen der begehrteren Gipfel ausgesucht haben und die später gekommene ebenfalls einen Anspruch auf die „Jahreserste“ hegt. Der Schwierigkeitsgrad der Routen differiert dabei in Abhängigkeit vom Wetter. Geklettert wird aber, so weit ich weiß, bei jedem Wetter. Auch wir folgen jedes Jahr neben dem normalen Klettern dieser Tradition - im letzten Jahr gaben wir uns zum Beispiel eine stark vereiste, über 20 Meter lange III’er Route. Dabei gehören wir aber eher zu den gemütlicheren Zeitgenossen, die sich erst am frühen Mittag auf den Weg zu den nächstgelegenen Routen aufmachen, um zu schauen, was so übrig geblieben ist. Ob wir diese dann auch klettern, entscheiden wir vor Ort, z.b. wenn keine Spuren von vorhergehenden Seilschaften auszumachen sind und der „Jahreserste“-Gipfel auch wirklich sicher ist. Den

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Vorstieg überlasse ich bei diesen Gelegenheiten gern meinem Bruder oder einem seiner Kletterkollegen, da diese mehr Erfahrung in der Sächsischen besitzen und außerdem in weit höheren Schwierigkeitsgraden unterwegs sind als ich sie wahrscheinlich je erreichen werde. Denn eine sonst eher leichte sächsische III wird am Neujahrstag schon ganz gerne mal als V, VI oder höher wahrgenommen, zumindest von meiner Seite her. Gefühllose, schmerzende Finger, eine kalte Nase und, wegen der engen Kletterschuhe gefrorene Füße gehören bei dieser Traditionsdisziplin wie selbstverständlich dazu und tragen maßgeblich zu meiner subjektiven Schwierigkeitsgraderhöhung bei. Der Stolz des Geschafften und ein Glühwein am Ende des Tages machen diese, nicht ganz so angenehmen Nebenerscheinungen aber schnell wieder vergessen. Etwa gegen 11 Uhr geht es los. Wir starten als Gruppe von etwa 25 Leuten in Schmilka an der tschechischen Grenze, wo wir uns am Vorabend zum Feiern in einer Herberge eines Bekannten aus Schmilka getroffen hatten. Tags zuvor hatten wir uns noch Gedanken gemacht, welche Route man denn bei diesem Wetter klettern könnte, denn es


nieselte schon den ganzen Tag nur so vor sich hin. Alternativ zu den normalen Routen kamen deswegen fast nur noch sogenannte „Schloddn“ (Kamine) in Frage. In denen könnte man sich dann unter Einsatz des ganzen Körpers nach oben „schubbern“ (schieben und drücken). Glücklicherweise hatte es aber in der Nacht geschneit und die Temperaturen fielen auf etwa -8 Grad. Matschige Routen würde es also nicht geben und somit waren auch andere interessante Routen wieder „begehbar“. Über den Lehnsteig ging es nach oben zu den Lehnsteigtürmen. Spuren im Schnee deuten daraufhin, dass schon einige Neujahrs-Wanderer den gleichen Weg genommen hatten, die Abzweigungen zu den einzelnen Routeneinstiegen waren aber zum Glück unberührt. Damit war die Chance auf eine „Jahreserste“ also noch ziemlich hoch. Am Ende des Steiges angekommen entschieden wir uns dann schlussendlich doch für etwas einfacheres, einen Sprung am nahegelegenen „Hirschquellturm“.

Die Sprünge werden dabei in die Schwierigkeitsgrade 1 bis 4 eingestuft. Der von uns ausgesuchte Sprung lag dabei auf Stufe 2 – bei sommerlichen Verhältnissen wohlgemerkt. Der Sprung von über zwei Metern auf den freistehenden Felsen war kein Problem, da es eine gute, tiefer liegende Landezone gab. Nur auf dem Rückweg wurde es etwas „moralischer“, denn man musste den nun höher gelegenen, abschüssigen Fels mit eisigem Untergrund und ohne Haltemöglichkeit für den Notfall auf der anderen Seite erreichen. Von den Anfangs 25 Leuten blieben deshalb nur noch 4 übrig – Rob, Fossy, mein Bruder und ich, der Rest beschloss den Tag mit einer Wanderung abzurunden. Zwei stabile Bäume und ein paar Karabiner dienten als Fixpunkt und Umlenkung. Als erster sprang Rob. Für ihn kein Problem, hatte er den Sprung doch schon 3 Monate zuvor absolviert. Dann kam mein Bruder mit etwas Zögern, danach Fossy. Beide schafften es. Nun war es an mir den Sprung zu bewältigen.

Beim sächsischen Kletten gibt es die legitime Besonderheit mittels eines Sprungs auf den Gipfel eines Felsens zu kommen.

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Ich stand vor dem Spalt mit etwa 60 Metern Tiefe. In mir spannte sich alles, zum Sprung bereit. Ok, Pause, kurze, nochmalige Konzentration... Zweiter Versuch. Anlauf, Absprung, Landung - Super, alles hatte geklappt. Kein Problem. Nur an den Rückweg wollte ich noch nicht denken. Aber erst einmal „Berg heil“, wir haben es geschafft. Etwas Sinnvolles fürs Gipfelbuch hatten wir leider nicht parat. So kam neben dem Datum und unseren Namen nur ein etwas flacher Spruch in Buch: „Hin und her, gar nicht schwer – wir wünschen allen ein gesundes neues Jahr!“. Das „her“ war dabei etwas vorgegriffen. Und ob wir wirklich gesund wieder drüben ankamen, war auch noch nicht ganz so klar. Denn nicht selten kommt es bei diesen Sprüngen zu tiefen, schweren Stürzen in die Spalte zwischen den Felsen. Nach dem Rückpendeln und dem Aufprall gegen den Felsen bilden dabei Nebenerscheinungen wie Knochenbrüche und schwere Schädelhirntraumata keine Seltenheit. Beim Rücksprung meldete ich mich gleich als Erster, so hatte ich alles schnell hinter mir. Nun musste ich die Absprungzone erst einmal vom Eis befreien, um nicht schon anfangs abzurutschen und 4 bis 5 Meter tiefer in der Spalte zu landen. Gedanken an die daraus resultierenden Verletzungen versuchte ich dabei so weit wie möglich zu verdrängen. Vom Eise befreit sind nun Rand und Schuhe, es kann also losgehen. Angespannt und etwas wackelig drücke ich mich etwas am Rand herum und versuche erneut eine günstige Position zu finden. ‚Ach komm’, sagte ich mir ‚jetzt reis dich mal am Riemen, so schwer ist das nicht!’. Ich gebe mir also einen Ruck, konzentriere mich absolut auf den Landepunkt und springe ab. An den Flug selber kann ich mich nicht mehr erinnern. Fakt ist, ich komme so ziemlich am Rand 12

mit dem Fuß auf, rutsche ab, halte mich doch noch irgendwie auf dem rutschigen Untergrund und nutze den Schwung vom Sprung, um mich mit den Händen durch den Schnee weiter nach oben zu wühlen. Alles geht wunderbar und schnell. Drüben angekommen, ziehe ich das Seil durch die Umlenkung, dass die anderen von dieser Seite aus gesichert werden können und so die Rückpendelgefahr nicht mehr besteht. Meinem Bruder, der als nächstes springt und genauso groß ist wie ich, ergeht es nicht anders wie mir. Fuzzy und Rob, die uns beide um etwa einen Kopf überragen, haben weniger Probleme, nach jeweils kurzem Zögern kommen auch sie unbeschadet auf der anderen Seite an. Geschafft! Den Rest unserer Truppe treffen wir später im Rasthaus auf dem großen Winterberg beim Bierchen an. Von dort geht es wieder vereint zurück nach Schmilka. Neujahr neigt sich langsam dem Ende und meinen Bruder und mich zieht es zurück nach Dresden zu unseren Eltern. Der Abschied von den anderen ist sehr herzlich, war es doch eine angenehme und große Runde. Wir versprechen Ende 2010 / Neujahr 2011 auf jeden Fall wieder bei der „Jahresersten“ dabei zu sein. Ich freue mich jetzt schon, denn einige werde im Laufe des Jahres noch ein zwei mal in der Sächsischen zum gemeinsamen „Gleddorn“ treffen. Daniel Bildsequenz: Mein Bruder beim Sprung


Ausflug ins Pangi Valley, 2009 Über die „weißen Flecken auf der Landkarte“

I.  Das klassische Trekking im Himalaya geht seinem Ende entgegen: Straßen wurden gebaut, Straßen sind im Bau. Auf der immer noch meistbegangenen Route, der Annapurna-Umrundung in Nepal, ist nur noch der Passübergang über den 5280m hohen Thorong La ohne Jeep-Piste. Von den 20 Tagen der großen Zanskar-Durchquerung über den indischen Himalaya muss man heute sechs auf Schotterpisten laufen. Menschen, die vom Trekkingtourismus leben, sind an neuen Zielen dringend interessiert. Für sie habe ich mich im Sommer 2009 aufgemacht in eine Region, die fast noch als „weißer Fleck auf der Landkarte“ gilt, das entlegene Tehsil Pangi im äußersten Nordwesten des indischen Bundesstaats Himachal Pradesh, gemeinsam mit dem Bauern Dolot Ram, einem Guide aus Vashisht bei Manali, der Bergsteigerhauptstadt Indiens. II.  Wir hatten nur acht Tage, und wenn wir gewusst hätten, was auf uns zukommt, hätten wir nicht jeder 20 kg geschleppt, und ich hätte mir die ganze Packerei mit Zelt, Kocher und Basis-Lebensmitteln sparen können. (Die Dauerwurst haben wir trotzdem genossen!) III.  Zum „Pangi Valley“, das am Durchbruch des Fünfstrom-Flusses Chandrabhaga (Che14

nab) vom Himalaya-Hauptkamm nach Kashmir liegt, gibt es vier Zugänge. Der einfachste war traditionell der Karawanenweg von der Distrikthauptstadt Chamba aus über den 4350m hohen Sach Pass, den ich 1999 wegen der terroristischen Aktivitäten aus Kashmir nicht gehen konnte – heute ist eine Straße komplettiert. Auch im Winter ist die neue Straße vom Hauptort Killar westlich talabwärts nach Kashmir heute meist offen – aber kein schöner Zugang, wenn man weiß, dass man dabei durch das Rückzugsgebiet von Terroristen kommt. Von Nordwesten (Kashmir) und von Nordosten (Zanskar bzw. Lahoul) führen vergletscherte Pässe mit über 5000m Höhe nach Pangi. Den Zugang von Osten haben die Grazer Senft und Frischschlager in den frühen 1980er Jahren als abenteuerliche Route über exponierte Felsflanken und wackelige Brücken erlebt, 1999 war schon eine Jeep-Piste in die oft senkrechten Schluchten des Chandrabagha gesprengt – heute, 2009, fährt darauf der Linienbus von Manali, Abfahrt 5 Uhr früh, Ankunft ca. 20 Uhr, Fahrpreis 6 Euro. Das war unser Zugang. IV.  Das „Pangi Valley“ ist nicht einfach nur ein „Tal“: Mehrere schöne Täler führen aus der Chandrabhaga-Schlucht aufwärts zu den


letzten Siedlungen, zu den Almwiesen, Gletschern, Pässen, Gipfeln. Wir wählten das Tal des Saichu Nalla. In den Tagen in Pangi haben wir keinen Ausländer getroffen.

und frischem Wasser. Sein Abendessen von Reis, Linsen und Gemüse war opulent, und auch das Essenspaket für unseren nächste Tagestour.

V.  Unter Insidern ist Herr Devi Das schon Legende. Als wir nach gut 20 km vom Haupttal über die meist asphaltierte Straße in Saichu ankamen, mussten wir noch zum Forest Rest House aufsteigen (Unterkünfte für Touristen gibt es in der Region sonst nicht). Diese Rest Houses haben einst die Briten für ihre Verwaltungsbeamten auf Inspektion bauen lassen, und heute dienen sie noch dazu. Die Obhut hat ein Chaukidhar, ein Verwalter. Zum Glück für uns lag das Saichu F:R. so hoch, die Officials fahren lieber wieder zurück zur Kreisstadt Killar. So konnte uns Devi Das eins der beiden Zimmer geben und erlöste uns aus unserer Dehydriertheit mit einer großen Kanne Milchtee

VI.  Bhatori heißen die höchstgelegenen Siedlungen in Pangi, hier wohnen meist Buddhisten, unterhalb des Himalaya-Hauptkamms. Um uns von der Schlepperei zu befreien, haben wir uns zu einer Tagestour entschlossen: 1200 Höhenmeter hoch auf 3600 Meter und 15 km, nach Chasag Bhatori, und zurück. Steil geht es durch Kiefernwald in ein Hochtal, und dann noch endlos weiter, an Vorkommen der Blauen Blume des Himalaya vorbei. Als wir oben sind, laden wir die Dorfbewohner auf eine Runde Kekse ein, fragen dazu nach Tee. Dass wir den bezahlen wollen, verstehen sie ebenso wenig wie dass wir nicht den 5100m hohen Pass Ghordhar Jot überschreiten wollen.

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Den hatte ich 1999 schon geplant, Touristen brauchen drei Tage und Ausrüstung, die Einheimischen gehen ihn an einem Tag. Aber dafür haben wir nicht unsere Ausrüstung dabei und sind auch noch nicht akklimatisisiert. VII.  HilluTwan ist die Perle des obersten SaichuTals, lieblich im Hochtal zwischen rauschenden Gebirgsbächen gelegen. Der Straßenbau wurde hier gestoppt, von der Zentralregierung, gegen den Willen der Einheimischen: Es ist ein Naturschutzgebiet. So treffen wir auf dem Wege den jungen Dani alias Tenzing Kuchen alias Subhash Chander mit seinem Muli, mit dem er zweimal täglich Zement zum Hausbau hochbefördert. Wie es der Zufall nicht besser kann, ist er ein Freund von Dolot Ram, denn seine Familie übernachtet bei ihm in Vashisht, wenn sie im Kullu-Tal ist. Dolot wusste gar nicht,

dass das Danis Dorf war, aber so kamen wir unter. VIII.  Die drei Namen sind typisch für Indien/Nepal: Der erste ist der nickname, der zweite der buddhistische echte, der dritte der offizielle hinduistische, von den Lehrern verliehen (und zeigt die Beliebtheit des Netaji Subhash Chandra Bose, der als Gegenspieler Gandhis Indien mit bewaffnetem Kampf befreien wollte, in der Region). IX.  Wie wichtig Chasag Bhatori ist, hat uns Dani erklärt: Sein Kloster habe als einziges in Pangi einen Namen bis nach Tibet. Wir haben den unscheinbaren Bau oberhalb des Ortes zwar wahrgenommen, aber bei Tee und Keksen und Spaß mit einem Hund haben die Dorfbewohner uns darauf nicht angesprochen.

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X.  In HilluTwan haben wir das oberste Dorf mit seinem Kloster besucht und sind auf einer Tagestour am Tarundi Nalla durch eine wilde Gebirgslandschaft aufgestiegen, leider spielte das Wetter nicht mit und versperrte der Blick auf die 6000er. Was wir verpasst haben, war das phantastische Hochtal von Guru ka alyas, für das wir noch drei Stunden extra (und zurück) gebraucht hätten. Wir haben auch die Besteigung eines riesigen Granitblocks abgebrochen, es wurde glitschig. Und von den angedrohten Bären sahen wir nur ihre Hinterlassenschaften. XI.  Danis Mutter schlief während unseres Besuchs bei Verwandten, so hatten wir ein Zimmer für uns. Oben im Haus ein riesiges leeres Wohnzimmer, so etwas muss man dort haben: Zu Feiern wird das ganze Dorf eingeladen. Unser Abendessen dort, Reis und rote Bohnen, und Arrak (selbstgebrann ter Schnaps). Der war sehr rein, aber stark. Nach einem langen Tag ist Chang, das tibetische Bier, eigentlich das Richtige. Die Frage an Dolot, wo wir welchen kaufen könnten, ergab ein klares No: Hier müsse man eingeladen sein. Aber er kannte auch die Familie im Nachbarhaus, und die freute sich über Gäste, und ich konnte die Einladung mit einer Foto-Session vergelten. XII.  Rückweg mit Dani, im Trab, um 6 Uhr früh, sein Muli trieb mich vor sich her: zur Straße, zum Bus nach Killar. Von dort um 10 den Chandrabhaga aufwärts nach Kyelang in Lahoul, wo die Landschaft wieder weiter und fruchtbarer wird, trotz höherer Lage. Hochzeitsgesellschaften am Wege und eine bedrohliche Situation mit betrunkenen Jugendlichen, die „unser“ bärenhafter Schaffner durch hilflose Zurückhaltung löste.

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Kyelang an der Manali Leh Road ist schon wieder moderne Welt (echtes Hotelzimmer mit heißer Dusche für 5 Euro, dafür lausiges Essen). Am nächsten Tag die acht Stunden im local bus über den 3900m hohen Rohtang-Pass nach Manali (für mich das 25. Mal): ein Klacks, und immer wieder ein Erlebnis. XIII.  Die meisten Trekker trauen sich die öffentlichen Busse nicht zu und chartern Minibusse oder Jeeps, zahlen dabei locker bis zu 20mal so viel, obwohl sie sonst scharf nach Preisen schauen. (Hätten wir die acht Tage mit Jeep gemacht, hätte das fast genauso viel gekostet wie die ganze IndienReise inkl. Flug.) Sehr schmackhaftes Dal Chawal in Khoksar, vor dem Rohtang, mit frischem Wasser aus den Bergen. Die Dhabas an den Buslinien konkurrieren mit gutem Essen. Erinnerung an unsere Fahrt 2006: So haben wir da auch gesessen, mit Barbara und Ilja, Olaf und Gudrun! Die durchreisenden Jeep-Touristen kaufen Biscots und trinken Wasser aus Plastikflaschen. XIV.  Die „weißen Flecken auf der Landkarte“ gibt es objektiv nicht mehr, aber für jeden und jede von uns gibt es sie, wo immer wir uns für etwas Neues öffnen. Ich hoffe, auch das GPS wird das nicht ganz vernichten können, sondern nur seine Hilfsfunktion erfüllen. Vom bergsteigerischen Anspruch her gesehen war die Tour 2009 ein Flop, vom Erlebnis her unvergesslich. Das Pangi Valley ist wunderschön, aber nicht spektakulär. Interessant für Einzelreisende, touristisch eher Ziel für Jeep-Safaris. Es gibt in Pangi selbst keine leichteren neuen Treks, aber schöne Tagestouren.


XV.  Die wahren neuen Ziele liegen oberhalb und sind anspruchsvoller: Es sind die vergletscherten Passübergänge von den höchstgelegenen Siedlungen nach Süden, Norden und Osten. Als wirkliche Pioniertour stelle ich mir eine Verkettung der Pässe vor, die die Hochtäler im Norden oberhalb der Ansiedlungen verbinden: Vom Sural-Tal im Westen in zwei Tagen über den felsigen Tingloti-Pass nach Hudan Bhatori (3354m), weiter über einen Gletscherpass (etwa 5500m, vorbei am Shiva Peak, 6142m) zum Tarundi Nalla [s.o.] und von dort entweder über Guru ka alyas und den Mund La (5200m) zum obersten MayarTal in Lahoul (oder hinab nach Saichu und hinauf nach Chasag Bhatori und über den 5100m hohen Gordhar Jot ins mittlere Mayar Valley) und abschließend über den 5360m hohen Tarsalamu La (den ich von 1991 kenne) nach Darcha im obersten Lahoul – schät-

zungsweise drei Wochen Tour über weglose Passübergänge. Was eher für eine Gruppenplanung passt, ist der lange Übergang über den 5239m hohen Sersank-Pass und den 5400m hohen Poat La vom Pangi Valley nach Zanskar – eine Region, die niemals von Straßen verbaut werden wird, aber dort gibt es auch keine Dörfer. Ulrich Friebel

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Verhalten in den Bergen Bergwandern und Klettern zählt mittlerweile zu sehr verbreiteten Freizeitaktivitäten . Leider wird bei jedem zweiten Todesfall in den Bergen Herz- und Kreislaufversagen diagnostiziert. Herz und Kreislaufversagen wird hauptursächlich durch die Anstrengung verursacht und tritt meist völlig überraschend ein. Todesfälle durch Ausrutschen stehen entgegen der verbreiteten Meinung erst an zweiter Stelle. Eine Unternehmung, sei es Wanderung oder große Bergfahrt ist kein Spaziergang im Westpark, selbst wenn bei bestem Wetter und strahlendem Sonnenschein dieser Eindruck leicht entstehen kann. Bei Erschöpfung oder Verletzung gibt es kein Taxi oder Rettungsauto, das in drei Minuten zur Stelle ist, und nur in den seltensten Fällen ein Gasthaus, in dem man sich erholen beziehungsweise aufwärmen kann. Wer in die Berge geht, der muss mit kritischen Situationen rechnen und sich darauf vorbereiten. Die Missachtung von einfachen Sicherheitsregeln kann tödlich sein. Fünf gefährliche Verhaltensfehler in der Bergwelt: 1. Ohne entsprechende Ausrüstung in die Berge gehen: Vor allem unzureichendes, rutschen20

des Schuhwerk kann zu Fußverletzungen und Ausrutschen führen. Unverzichtbar im Rucksack: Regenschutz, Pullover und Taschenlampe, ein Handy kann im Notfall Leben retten. 2. Tourenplanung vernachlässigen: Die Folgen einer schlechten Planung und damit oft verbundenen „überlangen“ Touren sind Übermüdung und somit unkonzentriertes Wandern, das in weiterer Folge Verletzungen begünstigt. 3. Untrainiert auf Tour: Viele Bergwanderer überschätzen ihre Kondition und muten sich zuviel zu. Herz- und Kreislaufprobleme sind quasi vorprogrammiert, der Organismus ist geschwächt und anfälliger für „Ausrutscher“. Deshalb: Mach Dich fit für die Berge bzw. beginne mit einfacheren, kurzen Touren! 4. Wetterprognosen auf die leichte Schulter nehmen: Gewitter können in den Bergen zur ernsten Bedrohung werden, die Gefahr des Orientierungsverlusts steigt, die Panik des unerfahrenen Bergweltbesuchers meistens auch. Den sogenannten Wettersturz gibt es durch die relativ genauen Wetter-


vorhersagen in den Medien nur mehr in Ausnahmefällen! 5. Trinken, Essen und Pausieren vergessen: Wer ist als Erster am Berg? Derart ehrgeizige Kindereien solltest Du spätestens ab 1000 Höhenmetern vergessen, denn Müdigkeit und Konzentrationsprobleme beeinträchtigen die Trittfestigkeit und schwächen das Herz-Kreislaufsystem. Genau so wichtig ist ein guter Flüssigkeitshaushalt. Gerade in der Höhe bei Anstrengung braucht der Körper viel Flüssigkeit. Tip: Apfelsaft mit Mineralwasser 3:1 und eine Messerspitze Salz = Gutes Elektrolytgetränk Verhalten im Notfall Solltest Du oder Andere in den Bergen Probleme bekommen, bleib ruhig und verständige die Bergrettung: - Euro Notruf: 112, - Bergrettung: 140, - Alpines Notsignal: In regelmäßigen Abständen 6x in der Minute ein optisches oder

akustisches Zeichen – hierauf eine Minute Pause. Wiederholen, bis Antwort festzustellen ist. Daher: Uhr und Signalgeber (z.B.: Pfeife) mitnehmen. Im Stressfall hat man kein Zeitgefühl! Die 112 geht auch mit einem Handy dessen Pin keiner weiß (Handy des Verunglückten): Simkarte raus und einfach wählen. Am besten und schnellsten ist jedoch vor Ort die lokale Rettungsnummer einspeichern. Da spart man sich im Notfall eine lange zeitraubende Telefonkette im Hintergrund. Na klar gibt es noch viele anderen Gefahren, davon vielleicht ein anderes Mal. Berg frei! Euer Bergfreund Richard P.S.: Für Alle die nur in der Halle klettern gibt’s tolle Infos unter: www.erlebnis-berg.com/pdf/Verhaltensfehler_Hallenklettern.pdf

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Jahresprogramm 2010 Für den Landesverband Nordrhein-Westfalen

Allgemein

Klettertraining an unserer Kletterwand Montags 18.00 - 20.00 Uhr und Mittwoch 17.00 - 20.00 Uhr. Die Sporthalle Nord I liegt an der Münsterstraße 162 (B54) gegenüber der U-Bahnhaltestelle Lortzingstraße Auskunft: Jonas Bruchhagen, Richard Groß

16. und 17. Januar

Erste Hilfe Kurs Auskunft: Felix Kersting und Stephan

24. Januar

Klettern im Bergwerk Auskunft: Susanne Kusch

14. Februar

Klettern im Bergwerk Auskunft: Richard Groß

07. März

Wettkampf in der Halle Nord Auskunft: Richard Groß

14. März

Klettern im Bergwerk Auskunft: Johannes Hofmann

15. März

Toprope – Kurs Teil 1 Auskunft: Richard Groß

17. März

Toprope – Kurs Teil 2 Auskunft: Richard Groß

27. März bis 10. April

Osterfreizeit

21. April

Standplatzbau / Umbauen am Standplatz Auskunft: Richard Groß, Felix Kersting

24. und 25. April

Klettern im Ith Auskunft: Richard Groß

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13. bis 16. Mai

Klettern in Thüringen Auskunft: Dieter Staubach

22. bis 24. Mai

Klettern in der Pfalz Auskunft: Richard Groß

03. bis 06. Juni

Klettern in der Fränkischen Auskunft: Richard Groß

19. und 20. Juni

MTB Tour Auskunft: Wolfgang Lammers

01. Juli

Theorie : Vorstieg Auskunft: Jonas Bruchhagen, Richard Groß

03. und 04. Juli

Klettern im Ith Auskunft: Jonas Bruchhagen, Richard Groß

15. Juli bis 30. Aug

Sommerferien

15. bis 30. August

Kletterfreizeit Jugend Auskunft: Richard Groß, Magdalen Hamel

11. und 12. Sept

Klettern im Ith Auskunft: Felix Kersting

25. und 26. Sept

Klettern in der Eifel - Mayen Auskunft: Jonas Bruchhagen

11. bis 23. Oktober

Herbstferien

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Adressen Die Ansprechpartner für das Jahresprogramm 2010

Richard Groß FÜL - Hochtouren, Landesfachgruppenleiter NRW Erzbergerstr. 10, 44135 Dortmund Tel: 0231.9509 660, Mobil: 0179.4820 867 EMail: Richard.Gross@gmx.de

Michael Hollstein FÜL - Bergsteigen Am Haferkamp 20, 40589 Düsseldorf Tel: 0211.7516 20 EMail: --

Thomas Fecke FÜL - Sportklettern Schultenstr. 12, 45731 Waltrop Tel: 02309.6037 49, Mobil: 0172.8761 591 EMail: Thomas.Fecke@versanet.de

Wolfgang Lammers Mountainbike - Guide Wörtstr. 21, 44149 Dortmund Tel: 0231.1783 68, Mobil: 0179.5166 565 EMail: lammers@iml.fhg.de

Uwe Eulenhöfer FÜL - Sportklettern Im Kämpchen 3, 51647 Gummersbach Tel: 02261.8076 17, Tel.: 02261.9138 70 EMail: UweEulenhoefer@web.de

Jonas Bruchhagen FÜL - Klettern Adlerstr. 42a, 44137 Dortmund Tel: 0231.9173 542 EMail: jonasbruchhagen@hotmail.com

Dieter Staubach FÜL - Sportklettern, Fels/ Hochtouren Althofstr. 20, 44137 Dortmund Tel: 0231.1629 611 EMail: DStaubach@stadtdo.de

Jürgen Neuber FÜL - Klettern Zum Wäldchen 16, 44532 Lünen Tel: 02306.2590 59, Mobil: 0173.5708 519 EMail: juergenwneuber@aol.com

Ulrich Friebel FÜL - Bergsteigen, Bundesref. Auslandsbergfahrten Möllerstr. 10, 59071 Hamm Tel: 02381.834 26 EMail: Ulrich.Friebel@t-online.de

Johannes Hofmann FÜL - Alpinklettern Erzbergerstr. 10, 44135 Dortmund Tel: -- , Mobil: 0179.1164 686 EMail: Johannes@net-now.de

Susanne Kusch FÜLin - Sportklettern Baroper Str. 201, 44227 Dortmund Tel: 0231.3501 72 EMail: susanne.kusch@gmx.de

Felix Kersting FÜL - Sportklettern Grüner Weg 27a, 59379 Selm Tel: 02592.919 747, Mobil: 0162.2920 8467 EMail: F.Kersting@gmx.de

Jochen Haushälter FÜL - Bergsteigen Am Dreischen 6, 59192 Bergkamen Tel: 02307.882 48 EMail: --

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Ich werde Mitglied bei den Naturfreunden OG Do-Kreuzviertel Unter Anerkennung der Vereinssatzungen erkläre ich hiermit meinen Beitritt zu den Naturfreunden, Ortsgruppe Dortmund-Kreuzviertel

Vorname

Name

Straße PLZ

Ort

geboren

Beruf

Telefon

Mobil

EMail Frühere Mitgliedschaft bei den Naturfreunden? nein

ja

wo? von

bis

Besondere Interessen: Bergsteigen

Wandern

Reisen

Camping

Wintersport

Kulturelle Arbeit

Politische Arbeit

Umweltschutz

Vorträge/Diskussionen Datum

Unterschrift

Erziehungsberechtigte/r Einzugsermächtigung Hiermit ermächtige ich den Touristenverein “Die Naturfreunde“, Ortsgruppe Dortmund-Kreuzviertel, meinen Beitrag bis auf Widerruf jeweils bei Fälligkeit zu Lasten meines Kontos im Lastschriftverfahren einzuziehen. Kontoinhaber/in Bankleitzahl Kontonummer Kreditinstitut

Unterschrift Bitte senden an: Wilfried Harthan, Arneckestr. 65, 44139 Dortmund, Tel: 0231.102 250


Zur Entwicklung der Kletterregion Sauerland Ein Gastbeitrag von Paul H. Steinacker

Das Jahr 2009 bescherte den Bergsteigern und Kletterern des Deutschen Alpenvereins und der IG Klettern weitere Erfolge bei der Umsetzung der Rahmenvereinbarung „Klettern und Naturschutz“ der Landesregierung Nordrhein-Westfalen mit dem Landesverband NRW des Deutschen Alpenvereins und der IG Klettern NRW vom 23. Mai 2007. Während der beiden letzten Jahre wurden von uns Verträge mit Behörden und Eigentümern über fünf neue Klettergebieten unterzeichnet: Die Steinbrüche: - Hillenberg-West bei Warstein, - „Am Bähnchen“ bei Bestwig, - Kapplerstein bei Aue-Wingeshausen, - Rossel bei Neuastenberg und - Borghauser Wand bei Finnentrop Um diese Erfolge zu erreichen, waren umfangreiche Vorarbeiten und Verhandlungen auf allen Ebenen zu führen. Bereits in 2007 hatte ich auf der Mitgliederversammlung des Landesverbandes NRW in Paderborn um Unterstützung geworben und unser Projekt präsentiert. Da der erforderliche Arbeitsaufwand ehrenamtlich nicht mehr zu leisten war, beantragte ich im Namen der Sektion Hochsauerland die Einstellung eines hauptamtlichen Mitarbeiters beim

Landesverband NRW. In persönlichen Gesprächen konnte ich die Unterstützung vieler NRW Sektionen darunter Aachen, Beckum, Bochum, Dortmund, Düsseldorf, Essen, Gummersbach, Köln, Siegburg, Siegerland, Paderborn und Wuppertal gewinnen. Am 26. Januar 2008 fand dann im Landschaftspark Duisburg, Duisburger Hütte, eine außerordentliche Mitgliederversammlung des Landesverbandes NRW statt. Der Antrag auf Einstellung eines hauptamtlichen Mitarbeiters wurde von den Sektionen mit überwältigender Mehrheit angenommen. In diesem Jahr wurde Fritz Blach als hauptamtlicher Mitarbeiter eingestellt. Bei Verhandlungen mit Vertretern des Hauptvereins am 11. März 2008 in Fulda wurde beschlossen, dass im Rahmen einer vollständigen Erfassung aller Felsbiotope in NRW sowohl deren naturschutzfachliche Sensibilität als auch ihre Eignung zum Klettern untersucht werden sollte. Der Hauptverein München stellte auf Antrag des Landesverbandes NRW hierfür entsprechende Fördermittel in Aussicht. So ist aus der Initiative „Free NRW“ von 2001 in den folgenden Jahren ein Projekt entstanden, dass die Unterstützung des gesamten Deutschen Alpenvereins und der IG Klettern genießt. 27


Nach umfangreicher Felserfassung entwickelten wir Kletterkonzeptionen auf Kreisebene, die darstellen, unter welchen Bedingungen an bestimmten Felsen naturverträgliches Klettern ausgeübt werden kann. Die Konzeptionen für die Kreise Hochsauerland, Olpe, Siegen und Soest wurden inzwischen fertiggestellt. Sie bilden in 2010 die Grundlage für Verhandlungen mit den Unteren Landschaftsbehörden der Kreise, mit den Gemeindebehörden, Eigentümern, Touristikern, Waldbauern, Jägern und Jagdpächtern, um durch Einbinden möglichst aller Beteiligten zu tragfähigen Lösungen zu gelangen. Die Konzeption für den Hochsauerlandkreis wurde dem Kreisdirektor, Herrn Stork, bereits im Frühsommer dieses Jahres übergeben. Am 18. November 2009 fand das nächste Gespräch über unsere Kreiskletterkonzeption im Kreishaus zu Meschede statt, an der die Vertreter der be28

teiligten Behörden, des DAV und der IG Klettern teilnahmen. Das Gespräch zeigt, dass unser Projekt auch von Seiten des Hochsauerlandkreises sehr positiv und konstruktiv begleitet wird. Die Kletterkonzeption für den Steinbruch Hillenberg bei Warstein wurde gemeinsam mit der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Soest erstellt und ist Teil des Vertrages mit der Stadt Warstein. Ein Team von Bergbegeisterten unter Leitung unseres Kletterwartes, Heinz-Willi Hakenberg, arbeitet intensiv an der Erschließung. Jede helfende Hand beim Wegebau und allen erforderlichen Arbeiten ist willkommen. Bis zum Frühjahr 2010 soll das Gebiet in weiten Teilen fertiggestellt sein und im Rahmen einer offiziellen Feier zum Klettern freigegeben werden.


Unser Konzept zum Steinbruch bei Bestwig wurde von der Unteren Landschaftsbehörde des Hochsauerlandkreises akzeptiert, die Verträge mit dem Eigentümer, Baron von Lüninck, sind unterzeichnet. Auch hier haben erste Freistellungs- und Wegebauarbeiten begonnen, damit das im Grund des Steinbruchs liegende Feuchtbiotop beim Zugang zu den Kletterrouten nicht betreten wird. Die DAV Sektion Dortmund hat für Bestwig die Felspatenschaft übernommen. Im Januar 2009 wurden die Verhandlungen zum Kapplerstein bei Aue-Wingeshausen mit der Unteren Landschaftsbehörde in Siegen und dem Besitzer, dem Haus von Wittgenstein-Berleburg, erfolgreich abgeschlossen und die Verträge unterzeichnet. Hier hat die Sektion Siegerland die Felspatenschaft übernommen. In nur vier Monaten wurde dieses schöne Klettergebiet vollständig eingerichtet. Am 1.8.09 fand die offizielle Eröffnungsfeier statt. Aue bietet in festem Porphyrgestein bei Wandhöhen bis zu 22 m ca. 35 Routen vom dritten bis zum achten Schwierigkeitsgrad. Der Steinbruch Rossel in Neuastenberg kann ebenfalls ab Frühjahr 2010 zum Klettern freigegeben werden. Es wurden insgesamt 12 Routen eingerichtet. Die Sektion Wuppertal wird - gemeinsam mit der Sektion Hochsauerland – dieses Gebiet betreuen, das in unmittelbarer Nachbarschaft zur Elberfelder Hütte der Sektion Wuppertal liegt. Die Verhandlungen für die Borghauser Wand im Lennetal konnte Fritz Blach erfolgreich abschließen. Der Steinbruch bietet attraktive und anspruchsvolle Sportkletterrouten bis zum 8. Grad. Die wachsende Unterstützung von Seiten des Landes, der Bezirksregierungen, Kreise, Städte und Gemeinden, des Deutschen Alpenvereins und der IG Klettern nährt die

Hoffnung, dass es in absehbarer Zukunft gelingen könnte, „vielfältige, attraktive und wohnortnahe Klettergebiete“ wieder zurückzugewinnen oder neu zu erschließen. Hierdurch werden weite Fahrten in entfernte Klettergebiete reduziert, was sicherlich neben vielen anderen positiven Aspekten aus ökologischer Sicht nicht unbedeutend ist. Unser Ziel sollte es sein, auch mit dem ehrenamtlichen Naturschutz zu einem Miteinander zu gelangen. Dies würde auch die „soziale Kontrolle“ fördern. Nur das, was einem wertvoll ist, wird man zu erhalten suchen. Deshalb dürfen wir den Abenteuer und Herausforderung suchenden jungen Menschen nicht aus der Natur aussperren. Andere Bundesländer wie z.B. Bayern, Niedersachsen, Sachsen oder Thüringen sind in der Umsetzung solcher Konzeptionen erheblich weiter. Es kann und darf nicht sein, dass wir deren Gebiete ständig aufsuchen, wenn der heimische Raum vielfältige Möglichkeiten bietet. Abschließend möchte ich an dieser Stelle noch einmal allen unterstützenden Sektionen persönlich danken. Auch für die weitere Arbeit sind wir auf gemeinsames Vorgehen, auf finanzielle und personelle Unterstützung angewiesen. Neuastenberg, den 16. November 09 Paul H. Steinacker Deutscher Alpenverein Sektion Hochsauerland e.V., 1. Vors. Deutscher Alpenverein Sektion Beckum e.V., Mitglied Bundesverband IG Klettern e.V., Koordinator NRW IG Klettern NRW e.V., 2. Vorsitzender

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Hoo Brauner oder wie ich Laser segeln lernte!

Jetzt soll ich da ein Vorwort schreiben so wie alles anfing und so viel Knoppers ich auch in mich hinein futtere sie tun mir nicht den Gefallen als wortgewandte Sätze hier auf dem Papier zu landen. Chronologisch komme ich kurz hinter Dieter und um das hier mal abzukürzen klettere ich schon echt lange. So war es kein Wunder das ich mich irgendwann aufmachte um etwas über den Kletter-Tellerrand zu schauen. Heute kann ich sagen dass ich mein blaues Wunder erlebt habe: Hoo Brauner oder wie ich Laser segeln lernte! Im Frühjahr drang das Wort Laser das erste Mal in mein Bewusstsein. Ich hatte überhaupt keine Ahnung was da auf mich zukam als ich mich an einem recht stürmischen Nachmittag mit Reiner am See verabredete. Ich hatte von diversen anderen sportlichen Aktivitäten ordentlichen Muskelkater und so war mein Tatendrang an diesem verregneten Nachmittag sehr gedämpft. Irgendwie wollte ich mich schon fast heraus reden so wie: „Es reicht mir heute schon wenn ich das aufriggen lerne.“

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Der Wind der da über das Wasser peit-schte passte so gar nicht in das pädagogische Lernprinzip „ Von leicht nach schwer“. Reiner hingegen schien von meinen inneren Diskussionen nichts zu bemerken und so blieb mir nichts anderes übrig als den steinigen Weg der ersten Stunde zu gehen. Bevor ich auf den Laser stieg konnte ich durchaus noch mit einer professionellen Seglerin verwechselt werden. Neuer Shorty, schicke Regattaweste, Neoprenschuhe und auf keinen Fall die Handschuhe zu vergessen. Mit anderen Worten: Hauptsache die Haare liegen. Etwas störend im Bild war vielleicht die Chlorbrille die mir um den Hals baumelte. Aber wer weiß was kommt und Kontaktlinsen sind teuer. Die Illusion, es könnte sich um einen Profi handeln starb in dem Moment als ich auf das Boot stieg. Von da an gab es nur noch Reizüberflutung pur. Falls ich jemals gedacht hatte ich könnte so ungefähr segeln, warf ich den Gedanken in diesem Moment über Bord, beziehungsweise das Boot mich. Wenigstens hatte das schlechte Wetter den Vor-


teil das kaum Zuschauer am See waren und somit meine Schmach gering. Aus der Vogelperspektive müssen wir schon ein gutes Bild abgegeben haben. Reiner und ein zweiter Segellehrer standen am Steg und riefen mir von weitem alle möglichen Ratschläge zu mit dem Ergebnis dass ich doch wieder den Freischwimmer machte. Mein Lebenserhaltungstrieb war in diesen Stunden sehr ausgeprägt, da gab es keinen Platz für so filigrane Einzelheiten wie: „Vorm Wind fahren, dann noch 15 Grad und die Halse kommt“ Da war ja noch die ein oder andere Kleinigkeit die nicht vergessen werden durfte. Stützruder, die Schot festhalten und im richtigen Moment daran ziehen. Doch wann ist der Moment richtig??? Da mein Kopf nicht so schnell denken konnte wie meine Hände lenken sollten war das dann die Eintrittskarte für den See. Wenn ich den Laser mal wieder aufgerichtet und mich einigermaßen in die richtige Segelposition gebracht hatte ging es auch schon wieder los. Ich hatte eher das Gefühl auf

dem Rücken eines ungezähmten Mustangs zu sitzen der nervös tänzelt um mich im geeigneten Moment wieder abzuwerfen. Dieses Gefühl hat mich bis heute noch nicht verlassen. Er wirft mich nicht mehr ganz so häufig ab aber auf der Hut bin ich noch immer. Mein Körper hat sich im Laufe des Laser Segelns verändert. Die meiste Zeit sieht er aus als wäre ich bei der VHS im Leistungskurs für Bodypainting. Es ist schon erstaunlich welch feine Farbnuancen Blutergüsse annehmen können. Doch jeder blaue Fleck ist auch mit mindestens einem tollen Erlebnis verbunden das ich garantiert nicht missen möchte. Es ist ein unbeschreibliches Gefühl über das Wasser zu jagen, den Körper weit raus gelehnt und den Kopf ins Wasser zu tauchen. Wouw!!! Für alle die es noch nicht versucht haben viel Spaß bei der ersten Stunde. Susanne

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»Der   Thüringer Wald« Unbekanntes Kletterdeutschland in der Mitte der Republik

Na klar, mit dem Begriff Thüringen bzw. Thüringer Wald verbinden die meisten Westdeutschen Bratwurst, Goethes Weimar und auch schon mal den Rennsteig, einem traditionellen Wanderweg über die Höhen des Thüringer Waldes, der sich insbesondere bei den älteren „Km-Sammlern“ der Wandererzunft nach wie vor großer Beliebtheit erfreut. Was das Wissen über diesen Teil Deutschlands betrifft, geht es übrigens den meisten Felssporttreibenden in den westdeutschen Klettercommunities nicht anders. Vielleicht kennt man noch Oberhof als Skisprung- und Rodlerzentrum, aber wem sagt schon der Begriff Laucha- oder Kanzlergrund etwas? Fakt ist, dass beide Begriffe klettersportlich für gut 50 Felsen mit 560 Wegen in zum Teil besten rotem Porphyr überwiegend plaisirmäßig abgesichert, stehen. Der Thüringer Wald hat sich in den letzen 2 Jahrzehnten zu einem interessanten Mittelgebirgs-Klettergebiet gemausert. Sprach Richard Goedecke in seinem deutschen Kletteratlas 1992 noch im Lauchagrund von ca. 100 Wegen, so weißt der aktuelle Kletterführer „Steinreich“ von dem Autorenduo Hocke und Uhlig weitere 160 Routen in allen Schwierigkeitsgraten aus. Das Beruhigende dabei ist, dass man sich scheinbar

auch beim Nachrüsten eines großen Teils der klassischen, eher leichteren Wege bis zum 6ten UIAA-Grad, aber auch darüber hinaus, mit soliden Bohrhacken eher dem französischen Sicherheitsstandards angenähert hat. Hier ist man scheinbar einen anderen Weg als den der östlichen sächsischen Nachbarn im nicht so weit entfernten Elbsandsteingebirge gegangen. Vielleicht würdigte man hierbei auch die unterschiedliche Felsqualität, die Goedecke in seinem Atlas mit „z.T. hohlklingendem, würfelig brechendem Krümelkramhorror und murrenden Blockrissen bis hin zu eisenfesten Kompaktplatten“ umschrieben hat. In einem waren und sind sich jedoch beide einig: Allein der Lauchagrund ist aufgrund der ihn umgebenden landschaftlichen Schönheit einen Kletterbesuch wert. Goedecke beschreibt dieses 1992 mit den Worten: „Ansehnliche Felsmassive in und über Buchen- und Fichtenwälder und murmelnden Bächen in himmlischer Ruhe. Auch heute noch eine Idylle.“ Der Lauchagrund ist auch Ziel von Wanderern und Mountainbikern. Tabarz selber, als Ausgangsort, verfügt sogar über eine Downhill-Strecke. Um zu den Kletterfelsen zu kommen, muss man vom am südlichen Ortsende liegenden Parkplatz einen knappen Kilometer zu den Felsen laufen. Hier 33


findet man dann vor allem Klettereien vom 4. bis zum 7. Schwierigkeitsgrad, darunter eine Vielzahl ausgesprochen schöner Wege in den bis zu 50 m hohen Felsen, wie z.B. dem Aschenbergstein, was bei einer größeren Zahl von Anstiegen zu 2. Seillängenrouten führt. Neben den seilgesicherten Routen befinden sich an und um den Kletterfelsen liegenden Felsbrocken des Lauchatals eine Menge Bouldermöglichkeiten, die in dem Kletterführer von Hocke und Uhlig ebenfalls aufgeführt werden. Entscheidender Vorteil vom Lauchagrund ist es, dass er für weiter anreisende Klettererer über die A4 relativ schnell erreichbar ist. Tabarz liegt gerade mal 15 Km von der Autobahn entfernt. Will man noch mehr von den Felsen im Thüringer Wald kennenlernen, so muß tiefer in seine Waldtäler vordringen. Neben dem schon beschriebenen Lauchagrund sind es insbesondere die Felsen um Tambach-Dietharz und denen desKanzlergrundes nördlich von Zella-Mehlis, die eine Menge Klettereien unterschiedlichster Art zu bieten haben. Allein der Kanzlergrund hat 27 Felsen mit über 300 Anstiegen im wunderschönen Ambiente, wie das Autorenduo versichert, zu bieten. Die Vielfalt der Klettermöglichkeiten ist groß. Neben den 12 Aposteln, mit vielen perfekt abgesicherten und technisch anspruchsvollen, schweren Routen an eher kleineren Felsen, existieren mit dem Koppenstein oder auch dem Hohen Stein Felsgebilde, deren Anstiege zum Teil alpinen Charakter mit 2 Seillängen-Touren aufzuweisen haben. Leider liegen die Felsen, mal von den 12 Aposteln abgesehen, nicht so dicht zusammen wie im Lauchagrund. Das Non plus ultra alpiner Klettermöglichkeiten in Thüringen bietet der Falkenstein südlich von Tambach-Dietharz. Zwar ist er sicherlich nicht mit der gleichen Imposanz wie sein Namensvetter in der Sächsischen Schweiz ausgestattet, doch mit seinen nahezu 100 Meter hohen Wänden kann er sich im Vergleich mit vielen anderen Mittelgebirgsfelsen mehr als sehen lassen. Mit der „Siegelroute“ führt z. B. ein Mehrseillängenweg im sechsten Schwierigkeitsgrad durch seine Talseite. Das Kletterführerduo vergibt für die Route drei Sterne. Ihr knapper und kurzer Kommentar: „Einer der besten Wege in diesem Grad.“ Neben dieser Kletterei hat der mächtige Porphyrklotz noch knapp hundert weitere Routen zwischen dem 3. und 9. Schwierigkeitsgrad aufzuweisen. Bemerkenswert dabei ist, dass die leichteren Wege nicht nur das Ergebnis von Resterschließungen sind, sondern durchaus 34


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das eine oder andere Mal als interessante, eigenständige und lohnenswerte Klassiker mit 3-Sternchenqualität gehandelt werden. Ach so, beinah hätte ich noch ein Highlight vergessen: Das Hülloch am Rande von Tambach-Dietharz. Hier hat sich in den letzten Jahren das Eldorado der Meister mit den dicken Unterarmen etabliert. Zitat Führerduo: „Die 20 m hohe und 25 m überhängende Höhle wartet mit genialsten Klettereien und einer hohen Routendichte in fast allen Schwierigkeitsgraden auf ambitionierte Besucher. So gewaltige Dachrouten wie hier findet man in Deutschland wohl kaum außerhalb des Frankenjuras.“ Was soll man dem noch hinzufügen ?! Zusammenfassend lässt sich feststellen, dass die Felsen des Thüringer Waldes in den Klettererkreisen der Republik scheinbar un36

ter Wert gehandelt werden und als (Noch) Geheimtip durchaus eine Reise wert sind. So dürfte der mit 300 Km entfernte Lauchgrund an einem verlängerten Wochenende, zumindest was den Fahraufwand angeht, um einiges attraktiver sein, als die, mit 450 km, von Dortmund deutlich weiter entfernte Fränkische Schweiz. Dieter Staubach im November 09


Bergwanderfreizeit »Slowakisches   Paradies und Hohe Tatra« vom 25.9. bis 11.10.2009

„Wenn das das Paradies sein soll, möchte ich lieber in der Hölle sein!“ - das hatte vor 2 Jahren unser Tourenleiter Michael Hollstein von einem Bergwanderer zu hören bekommen. Wir 6 Teilnehmer der diesjährigen Bergwanderfreizeit finden das Paradies spannend: düster, exotisch, aufregend, abwechslungsreich - die Hölle stelle ich mir eher langweilig vor! Das Slowakische Paradies ist eine mächtige Kalkgebirgsscholle im östlichen Teil der Slowakei mit engen Talschluchten, Wasserfällen bis 60 Meter hoch und Karsthöhlen. Nach den Regeln des sanften Tourismus sind wir mit der Bahn von Düsseldorf über Prag bis Spisska Nova Ves - Zipser Neustadt problemlos angereist. Von unserem Hotel können wir die Klettertouren durch die klammartigen Schluchten des Paradieses bachaufwärts sofort beginnen. Beim Balancieren über rutschige Baumstämme, schräggetretene Fußgitter, schwankende Brücken und beim Erklettern hoher Leitern ist der Gleichgewichtssinn gefordert. Unvermeidlich sind einige Ausrutscher in das zum Glück flache Wasser. Dankbar begrüßen wir die teilweise vorhandene Absicherung schwieriger Stellen durch gespannte Ketten. Wir beobachten Wasseramseln, Schwarzspechte, ein großer Feuersalamander ar38

beitet sich durch´s Bachbett und ein Fuchs mit mächtigem, buschigen roten Schwanz springt über unseren Weg. Alles leuchtet in der Herbstsonne, pinkfarbene Pfaffenhütchen, blaue Glockenblumen, reife Äpfel, Birnen, Schlehen - Obst brauchen wir nicht zu kaufen! In den Nächten hören wir die Brunftschreie von Hirschen, in der paradiesischen Woche besichtigen wir die Zipser Burg und ihre Erdmännchen und finden eine alte, 1299 gebaute Karthäuserklosteranlage. Bei einer Wanderung eine merkwürdige Spur im Schlick - wirklich die Tatze eines Bären? Das Heulen eben - waren das wirklich Wölfe? Nach einer Woche wechseln wir das Quartier: ein Kleinbus bringt uns ca. 50 km weit nordwestlich in die Hohe Tatra, deren Gipfel wir vom Paradies aus in der Abendsonne leuchten sahen. Am Abend vor unserem Transfer hatten uns zwei Bergsteiger vom „Club slowakischer Touristen“, Mitglied der Naturfreunde Internationale, besucht und uns Touren vorgeschlagen. Die Hohe Tatra hat mit der Gerlachspitze, 2655 Meter hoch, die höchste Erhebung der Karpaten. Wir wohnen im einfachen Hotel „Popradske Pleso“, ca. 1500 Meter hoch direkt an einem Bergsee. Auch in dieser zweiten Woche haben wir gutes, teilweise sehr warmes Wetter.


Bereits am ersten Tag besteigt unsere Gruppe den nahegelegenen Gipfel des Risy, 2499 Meter hoch - allerdings ohne Karin und mich, da Karin bei Beginn des Aufstieges stürzt und sich den rechten Arm bricht. Am Gipfel des Risy verläuft genau die Landesgrenze, es ist möglich, mit einem Bein in der Slowakei und dem anderen in Polen zu stehen. Die Gipfelerstürmer haben klaren Blick bei herrlicher Sonne und blauem Himmel weit ins Zipser Land hinein, nur leider ist es, weil Sonntag, am Gipfel etwas bevölkert! Mit ihrem eingegipsten Arm erscheint Karin am nächsten Morgen tapfer zum Frühsport. Wir gehen an diesem Tag, ohne sie, den Höhenweg „Magistrale“ auf der Südseite der Berge und steigen vorher von unserem Hotel auf ca. 2000 Meter hoch in den Sattel. Links von uns die schroffen Gipfel, rechts liegen die Orte in der Ebene, häufig Platten-

bausiedlungen. Erschüttert sehen wir die vom Sturm verwüsteten Waldgebiete. Gegen Abend erreichen wir unsere Bahnstation Stary Smokovec, kurz vor dem Ziel stürzt Michael auf einer sandigen, glatten Stelle heftig und schmerzhaft auf die linke Seite und zieht sich eine schwere Rippenprellung zu. Auch für ihn heisst es wie für Karin: Nur noch Spaziergänge! Das schüttelt unser Programm gehörig durcheinander! Nach dem vorgesehenen Ruhetag gehen nur Regina und Hartmut auf die geplante Hüttenwanderung, Karin und Michael machen kurze Gänge und Hilde und ich wandern den blau gekennzeichneten Weg nach Norden, steigen zwischen Fichten, Zirben und vereinzelten Krummholzkiefern allmählich aufwärts, passieren die Waldgrenze, durchschreiten ein Bachtal und überqueren grasige Hänge, aus denen im39


mer mehr Gesteinsbrocken auss der Grasnarbe schauen. Wir gelangen in den 1946 Meter hoch gelegenen Kessel an den höchsten, von Bachforellen bevölkerten Bergsee der Slowakei, Vel´ke Hincovo pleso, der Überrest eines Gletschers, 53 Meter tief. In Serpentinen steigen wir zum Sattel, ca. 2100 Meter hoch, auf und erklettern den Vorgipfel des Koprovsky stit, ca. 2500 Meter hoch. Leider lassen die Wolken nur den Blick in den unten freiliegenden Talkessel mit Bergsee zu. Am letzten Tag unserer Reise besichtigen wir die über drei Kilometer lange Belianska-Höhle, der Himmel ist bewölkt, Nebel steigt auf. Nachmittags klart es kurz auf, Hilde, Karin und ich steigen noch einmal auf den östlich gelegenen Sattel vor der Magistrale, ca. 2000 Meter hoch: Wir sind über den Wolken, rot blinkt die untergehende Sonne durch Nebeldunst. Die Rückreise klappt problemlos, wir kommen pünktlich frühmorgens in Düsseldorf an. Wir bedanken uns bei Michael für die hervorragend organisierte lange Reise und die tolle Tourenvorbereitung. Jetzt haben wir die Mühen der Ebene vor uns - es fällt schwer, wieder in den Alltag abzutauchen. Hilde schreibt mir am 21.10.: „Ich bin in Gedanken noch hauptsächlich im Slowakischen Paradies und der Hohen Tatra. Und am liebsten würde ich sofort wieder Rucksack und Stiefel schnüren und losziehen.“

Volker Götz 40


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Impressum Die Naturfreunde Landesverband Rheinland und Westfalen Landesfachgruppe Bergsteigen Ebberg 1, 58239 Schwerte, Telefon: 02304.63 364 Heftgestaltung: Daniel Treufeld www.daniel-treufeld.de

Hinweis für die Einreichung von Bildern: - bei Digitalfotos bitte das unbearbeitete Original einreichen - bei gescannten Bildern sollte die Auflösung bei 300 dpi liegen - in der Breite und Höhe sollten 20 cm nicht unterschritten werden - Bilderdatei: .pdf, .jpg oder .tif - Bilder bitte nicht in Textdateien einfügen, da sie sonst nicht zu bearbeiten sind Hinweis für die Einreichung von Texten: - Texte bitte nur als .txt, .rtf oder .doc/.docx abgeben

Bild- und Textnachweise: ¹ Text Seite 9: Wikipedia.de Fotos Seite 32 - 36: © GeoQuest Verlag Illustration Seite 30: Daniel Treufeld Die restlichen Fotos und Texte stammen vom jeweiligen Autor der einzelnen Erlebnisberichte und unterliegen dem Urheberrecht.

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Programm und Erlebnisberichte des Jahres 2010 der Sektion Dortmund

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