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Nr. 12 Sommer 2021 Fr. 18.50 | € (D) 14,80 | € (A) 15,30

HANF

Das Magazin für psychoaktive Kultur

ETHNOBOTANIK

KULTUR

WISSENSCHAFT

Forum für veränderte Bewusstseinszustände

Psychoaktiver Honig AyahuascaTourismus in Peru Die Geschichte der Wasserpfeifen

CANNABISKULTUR

Heilmittel, Entheogen und Rauschdroge


1

«Nirgends auf der ganzen weiten Erde wird ein Land gefunden, dessen menschliche Bewohner sich nicht irgend eines narkotischen Genussmittels bedienen, ja fast alle haben deren sogar mehrere, und während einige dieser Narkotika vielleicht nur von einzelnen Stämmen gebraucht werden, ist die größere, überwiegendere Menge derselben von Millionen Menschen angenommen.» Ernst Freiherr von Bibra: Die narkotischen Genussmittel und der Mensch, 1855: 390


Foto: Adobe Stock

2

Lucys Rausch Nr. 11


3

Cannabisanbau: Innenräume oder Freiland? Seite 66


Foto: Depositphotos

4

Lucys Rausch Nr. 11


5

Bong Voyage! Die Geschichte der Wasserpfeife Seite 74


Foto: Frank Schindelbeck

6 Lucys Rausch Nr. 11


7

Guru Guru Mani Neumeier Seite 42


Foto: Tom iStock John Wolff

8 Lucys Rausch Nr. 11


9

Ayahuasca in Peru Seite 72


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Lucys Rausch Nr. 12

INHALT 13

ETHNOBOTANIK

Editorial Markus Berger

21

Vom Weltuntergang

36

Fabian Kalis

Klartext von Roger Liggenstorfer

27

Honigsüßer Rauschgenuss

Vom Genuss zum Sakrament Coustos Psychedelikatessen

KULTUR 28

Bong Voyage! Geschichte und Verbreitung der Wasserpfeife Achim Zubke

100

Kratom im Mischkonsum Dirk Netter

42

Immer Spaß am grünen Gras Guru Guru Mani Neumeier Claudia Müller-Ebeling

48

Nick Hyde: Abraxas Claudia Müller-Ebeling

WISSENSCHAFT 22

Psychedelic Science News Linus Naumann

72

Ayahuasca in Peru Schamanentourismus oder Touristenschamanismus? Tom John Wolff


11

INHALT SCHWERPUNKT

50

Teil 6: Schwaben und Schaben

Cannabis 67

Drogen auf Reisen Stefan Haag

Cannabisanbau: Besser in Innenräumen oder im Freiland? Chuck Lore

80

«Eine riesige Chance»

56

«Im Interesse der Menschen» Fiktive Rede der deutschen Bundespräsidentin

Ben Arn zum 20. Geburtstag der Hanfmesse CannaTrade

Michael Kleim

Interview: Roger Liggenstorfer

84

Cannabis-Medikamente Der Stand der Forschung Franjo Grotenhermen

64

In memoriam Jochen Gartz Lucius Werthmüller

90

Ganja Yoga Cannabis und Yoga René Schliwinski

96

Aus dem Leben eines Hanfrebellen Rernard Rappaz

107

25 Jahre eve&rave Sevan Roggensinger & Julian Meili

RUBRIKEN 15 61 108 110 111

Lucys Mix Lucys Mediathek Bücher Eleusis kompakt Impressum Lucys Vorschau


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EDITORIAL Foto: Jutta Berger

von Markus Berger

Markus Berger ist Drogenforscher, Autor zahlreicher Bücher und Chefredakteur von Lucys Rausch.

Ein vereiteltes Experiment im Schatten der Pandemie

D

iese Ausgabe im Zeichen des Hanfes hätte diesem Grund konnte Lucys Nr. 12 auch nicht wie eigentlich ein ganz besonderes Experiment geplant am 19. April zum Bicycle Day erscheinen, son­ sein sollen. Da wir – nun bereits in unserem dern kommt erst jetzt, wo der Sommer bereits da ist. achten Jahr – nach wie vor zu wenig Abonnenten für Ob wir 2021 eine weitere Ausgabe herausgeben kön­ Lucys Rausch gewinnen konnten, um das Magazin nen oder ob wir, wie 2020, Covid­bedingt wieder nur sicher durch die kommenden Jahre zu führen, sollte eine Nummer werden publizieren können, all das diese Ausgabe mit dem formschönen Cannabisblatt steht zum jetzigen Zeitpunkt noch in den Sternen. auf dem Cover ein Versuch sein, am Kiosk mehr Auf­ Trotz aller Enttäuschung über den undurchführ­ merksamkeit potenzieller Leser und Abonnenten zu baren Versuch freue ich mich, in dieser Ausgabe auch erregen. neue Autoren präsentieren zu können, so zum Beispiel Immerhin ist das Thema rund um den Hanf in Chuck Lore, den Cannabis­Spezialisten, der vor kur­ all seinen Facetten immer zem im Nachtschatten Verlag mehr Mainstream, und Hanf­ ein wunderbares Buch zum blätter sind längst nicht mehr Hanfanbau veröffentlicht hat, nur auf Covern von Under­ und den Aktivisten im Bereich ground­Zeitschriften zu fin­ Drogenpolitik und Menschen­ den, sondern heute im Grunde rechte Michael Kleim aus Gera, allgegenwärtig. Weil auch Psy­ der sich als Pfarrer seit Jahr chonauten in den meisten Fäl­ und Tag für eine bessere und len an Cannabis Gefallen finden, war unsere Idee, gerechtere Welt einsetzt. dass wir womöglich denen, die wir mit Lucys Rausch Außerdem zum ersten Mal dabei ist der Psycho­ anzusprechen gedenken, die aber im Dschungel der therapeut Tom John Wolff, der den verheerenden Periodika noch nicht auf unser Magazin gestoßen Ayahuasca­Tourismus in Peru beleuchtet – er hat dazu sind, im Zeitschriftenhandel mit unserem Cover im wissenschaftlichen Springer Verlag ein sehr gutes mehr auffallen. Wie haben wir uns geirrt! Werk herausgebracht – sowie Dirk Netter, der sein Zwar ist die Idee nach wie vor gut. Und das aktu­ Buch Kratom – Ethnobotanik, Anwendung, Kultur in die­ elle Heft mit dem Schwerpunkt Cannabiskultur ist ser Lucys­Ausgabe um interessante Informationen ebenfalls gelungen. Doch mit dieser Nummer werden zum Safer Use erweitert. wir unser Experiment dennoch nicht durchführen Ich wünsche allen Lesern und Psychonauten können, da die Corona­Pandemie immer noch dafür einen angenehmen Sommer und erhellende Stunden sorgt, dass unsere Hauptvertriebskanäle im Zeit­ mit Lucys Rausch Nr. 12 – denn es gibt auch ein Leben schriftenhandel – die Läden in den Bahnhöfen und abseits vom pandemischen Wahn. Das dürfen wir Flughäfen – für uns fest verschlossen bleiben. Aus nicht vergessen. Alles wird gut. Ganz sicher.

Hanfblätter sind heute längst nicht mehr nur auf UndergroundZeitschriften zu finden.


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Lucys Rausch Nr. 12

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MIX STUDIE

Psilocybin und andere Tryptamine aus Hefe Forscher demonstrierten in einer Studie die biosynthetische de­novo­Produktion von Psilo­ cybin und den verwandten Tryptaminderivaten Baeocystin, Norbaeocystin und Norpsilo­ cin im Hefepilz Saccharomyces cerevisiae. «Wir zeigen auch die biosynthetische Produktion des natürlichen Tryptaminderivats Aeruginascin sowie die Pro­ duktion des neuartigen Tryptaminderivats N­Acetyl­4­ Hydroxytryptamin. Diese Ergebnisse legen den Grund­ stein für die biotechnologische Produktion von Psilocybin in einer kontrollierten Umgebung für pharmazeutische Anwen­ dungen und bieten einen Aus­ gangspunkt für die biosynthe­ tische Produktion anderer Tryptaminderivate von thera­ peutischer Relevanz» (Milne et al. 2020). Milne, N., Thomsen, P., Mølgaard Knudsen, N., Rubaszka, P., Kristensen, M., Borodina, I. 2020, Metabolic engineering of Saccharomyces cerevisiae for the de novo production of psilocybin and related tryptamine derivatives, Metabolic Engineering 60: 25-36.

Cannabismedizin setzt sich allmählich durch.

Foto: Adobe Stock

NEUERÖFFNUNG

Franjo Grotenhermen eröffnet Zentrum für Cannabismedizin Der Arzt und Spezialist für Cannabismedizin, Dr. med. Franjo Grotenhermen, hat am 1. Mai 2021 sein Zentrum für Cannabismedi­ zin (ZCM) in Steinheim in Nordrhein­Westfalen eröffnet. Hier sollen Patienten, die von Hanf als Heilmittel profitieren, künftig alle Informationen und Beratungen zu Behandlungsoptio­ nen unter einem Dach angeboten bekommen. Franjo Grotenher­ men hat sich auf den Einsatz von Cannabis­ und Cannabinoidmedi­ zin spezialisiert und behandelt in diesem Bereich selbst seit Jahren eine Vielzahl von Patienten. In

Zukunft sollen die Kapazitäten des Zentrums durch den Einsatz eines zweiten Mediziners Franjo Grotenhermen. erweitert werden. Außerdem bietet das ZCM Beratung von Journalisten und Medienmachern sowie Expertisen für politische Zwecke an. Zentrum für Cannabismedizin Dr. med. Franz-Josef Grotenhermen Bahnhofsallee 9, D-32839 Steinheim zentrum-cannabis-medizin.de

Studie: Psilocybin gegen Depressionen Psilocybin, ein psychedelischer Wirkstoff aus diversen Arten von Zauberpilzen, kann unter Umständen bei Depressionen hilfreich sein. Das ist das Ergebnis einer Studie, die am Center for Psychedelic and Consci­ ousness Research am Johns Hopkins Bayview Medical Center in Baltimore, Maryland, durchgeführt wurde. In der randomisierten klinischen Studie wurden 24 Probanden mit schwerer depressiver Störung untersucht. Im Rahmen von zwei Psilocybin­Sitzun­

gen, verbunden mit einer unterstüt­ zenden Psychotherapie, wurden den Probanden zunächst je 20 und in einer weiteren Sitzung 30 mg/70 kg Psilocybin verabreicht. Die Teilneh­ mer wurden randomisiert, um die Behandlung sofort bzw. nach einer achtwöchigen Verzögerung zu beginnen. Das Ergebnis: Probanden, die eine sofortige psilocybingestützte Therapie erhielten, zeigten im Vergleich zu einer verzögerten Behandlung eine Verbesserung des

Schweregrads der Depression. Die Forscher schreiben, «dass die Psilocy­ bin­unterstützte Therapie bei Patienten mit einer schweren depressiven Störung große, schnelle und anhaltende antidepressive Wirkungen erzeugt». Davis, A.K., Barrett, F.S., May, D.G. et al. 2021, Effects of Psilocybin-Assisted Therapy on Major Depressive Disorder: A Randomized Clinical Trial. JAMA Psychiatry. 78(5): 481–489. doi:10.1001/jamapsychiatry. 2020.3285


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MIX Frontiers in Psychedelic Science Das transdisziplinäre Seminar Frontiers in Psychedelic Science, geleitet von Lucys­Autor und Psychedelikforscher Milan Scheidegger, bringt Experten aus Neurowissen­ schaft, Psychologie, Psychotherapie, Philosophie und Bewusstseinsforschung

Hanffeld bei Chefchaouen.

Foto: Dreamstime

MAROKKO LEGALISIERT DIE HANFPRODUKTION

Modernere Cannabispolitik Milan Scheidegger

zusammen, um den kritischen Dialog über aktuelle Entwicklungen und die Zukunft der psychedeli­ schen Forschung voranzu­ treiben. Das Seminar wird von der Reconnect Founda­ tion in Zusammenarbeit mit dem Studentischen Forum für Psychoanalyse an der Universität Zürich veranstal­ tet. Wer sich das kostenlose Abo des Newsletters sichert, erhält regelmäßig E­Mails mit Veranstaltungshinwei­ sen. www.milans.name/forum/

Das nordafrikanische Königreich Marokko ist seit jeher für einen immensen Schwarzmarktexport von Haschisch bekannt. Eine Vielzahl von Bauernfamilien lebt vom Cannabisanbau und der Haschischproduktion. Jetzt will Marokko Cannabis legalisieren – allerdings nicht für den Genuss­ konsum, wohl aber für medizini­ sche, industrielle und kosmetische Zwecke. Die marokkanische Regierung stimmte am 11. März 2021 einer entsprechenden Gesetzesvor­ lage zu. Diese umfasst die Einfüh­ rung einer Regulierungsbehörde, die Anbau und Verarbeitung des Hanfs sowie den Import von Saatgut

und den Export von Medizinal­ cannabis überwacht. Außerdem sollen Landwirte in Genossen­ schaften zusammengefasst werden, um den bisher illegalen und umweltschädlichen Anbau in eine nachhaltige und legale Hanfpro­ duktion zu überführen. Überdies sollen mit der Legalisierung neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Wenn das marokkanische Parla­ ment den Gesetzesvorschlag annimmt, wird das Königreich künftig eine modernere Cannabis­ politik betreiben. Und das könnte vor allem für betroffene Bauern mehr Lebensqualität bedeuten. www.theafricareport.com

PARTEIEN SAGEN NEIN

Deutsches Drug Checking gescheitert Mitte Mai 2021 gab es im Gesund­ heitsausschuss der deutschen Bundesregierung eine Anhörung von Sachverständigen zu zwei drogenpoli­ tischen Anträgen, die von der Partei Die Linke eingebracht worden waren: «Entkriminalisierung der Konsumenten aller Drogen» und «Rechtssicherheit für Drugchecking schaffen». Die Forderungen sind gesundheitspo­ litisch dringend; insbesondere beim

Drug Checking hinkt Deutschland den Nachbarstaaten Österreich und Schweiz hinterher. Die Anträge wurden aufgrund von Gegenstimmen aus der CDU/CSU, AfD und SPD abgelehnt. Die FDP hatte sich der Stimme enthalten. Dazu der Geschäftsführer des Deutschen Hanfverbands (DHV), Georg Wurth: «Dass das politisch abgelehnt wird, ist Konsequenz einer ideologischen ‹Null­Toleranz­Politik›, die dem irrealen Traum einer

drogenfreien Gesellschaft nachhängt. In diesem Sinne werden verunrei­ nigte Drogen sogar positiv bewertet, weil die besondere Gefahr, die die Streckmittel mit sich bringen, einige Konsumenten abschrecken könnte. Teil dieser zynischen Logik ist, dass Vergiftungen und Todesfälle in Kauf genommen werden, die durch Drug­Checking verhindert werden könnten». www.hanfverband.de


Lucys Rausch Nr. 12

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MIX AUSTRALIEN UND CORONA

Für eine legale Psychedelikagestützte Psychotherapie Andrew Robb, einst Mitglied der Koalition im Parlament Austra­ liens und heute Vorstandsmit­ glied von Mind Medicine Australia (MMA), einer Interessengruppe, die sich für den therapeutischen Einsatz von Psychedelika einsetzt, fordert mit seiner Vereinigung die Regierung seines Landes auf, die Psychedelika­gestützte Psychotherapie zu legalisieren,

um vor allem die psychischen Folgen der Corona­Pandemie behandeln zu können. Die psychedelisch unterstützte Therapie sei «potenziell die bedeutendste Innovation im Bereich der psychischen Gesundheit, die wir seit Jahrzehnten gesehen haben», erklärte Robb gegenüber der Australian Broadcasting Corporation (ABC). Er verwies auf klinische Studien, die darauf hindeuten, dass zum Beispiel MDMA und Psilocybin Symp­ tome von Depressionen, PTBS, Angststörungen und anderen psychischen Erkrankungen effektiv zu lindern vermögen, ohne unerwünschte Nebenwir­ kungen herbeizuführen sowie ohne das Abhängigkeitspoten­ zial herkömmlicher Medika­ mente. Quelle: www.abc.net.au

USA: PSYCHEDELIKA-ENTKRIMINALISIERUNG

Auf dem Weg zur Straffreiheit Nachdem in den Vereinigten Staaten Cannabis und Cannabis­ produkte nun fast landesweit entkriminalisiert oder gar legali­ siert sind, geht es nun auch mit der Entkriminalisierung der psychede­ lischen Substanzen voran. Zunächst hatten Denver (Colo­ rado) sowie Oakland und Santa Cruz (Kalifornien) psychede­ lische Pilze und Pflanzen von der Strafverfolgung ausgenommen (siehe Lucys Rausch Nr. 11). 2021 gab es nun wieder einige Vorstöße. In Ann Arbor (Michigan), Washington D.C., Sumerville und Cambridge (Massachusetts) werden der Besitz, Erwerb, Konsum und sogar die Weitergabe von Eigenbedarfsmen­ gen psychedelischer Pflanzen und Pilze und ihrer Zubereitungen nicht mehr strafrechtlich verfolgt. Damit sind in diesen Regionen Psilocybin­ Pilze, Ayahuasca, DMT­Pflanzen, meskalinhaltige Kakteen (mit

lokalen Einschränkungen zum Schutz des Peyote­Kaktus), Iboga und andere faktisch entkriminali­ siert. Der Sinneswandel beruht auf der wachsenden Einsicht, dass der Krieg gegen Drogen (War on Drugs) gescheitert ist und die Erkenntnis, dass psychedelische Gewächse mehr Heil­ als Suchtmittel sind. Die Entkriminalisie­ rungswelle in den USA nahm 2019 ihren Anfang, nachdem ein Vorstoß zur Entkrimi­ nalisierung von Psilocybin­Pilzen in Denver unerwartet erfolgreich war. Kalifornien entkriminalisiert sogar den Eigenbedarf für Substanzen wie LSD und MDMA. Anfang April 2021 stimmte das Senatskomitee für öffentliche Sicherheit einem Gesetzesvorschlag zu, der Personen ab 21 Jahren den Besitz und die Weitergabe von geringen Mengen Psilocybin­Pilzen, Ibogain, DMT, LSD und MDMA erlaubt.

Im Gedenken an Marco Tandura 23.8.1967 bis 26.10.2020 Am 26. Oktober 2020 starb unser Freund und jahrelanger Treuhänder des Nachtschatten Verlags, Marco Tandura, ganz unerwartet im Alter von 53 Jahren. Ohne ihn würde es den Verlag in dieser Form nicht geben: Durch Höhen und Tiefen stand er uns immer zur Seite und war die «gute Seele» in allen treuhänderischen, steuerlichen und vielen weiteren Angelegenheiten. Ebenso war Marco beteiligt an der Absinthebar «Die Grüne Fee» (im selben Haus wie der Verlag) – zusam­ men mit Christine Heidrich und

Marco, Chris und Roger, die «Macher» der Grünen Fee, am 10. Jahrestag 2015. Roger Liggenstorfer. Sein positives Strahlen, seine Herzlichkeit und seine umfassende Kompetenz vermissen wir sehr.


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Lucys Rausch Nr. 12

MIX

MIX

SUBSTANZTEST-KITS

Drug Checking für die Hosentasche Qualitatives wie auch quantitatives Drug Checking ist ab jetzt für alle möglich. Das Startup miraculix aus Jena um Lucys-Autor Felix Blei hat nicht nur ein innovatives und weltweit neu- und einzigartiges Werkzeug zur Bestimmung von Substanzen entwickelt. Das Team hat außerdem Ende Mai eine Crowdfunding-Kampagne erfolgreich abgeschlossen, um mit den gesammelten 17 000 Euro ein eigenes Labor zur Produktion der sogenannten Qtests aufbauen zu können. Die Test-Kits sind bisher für LSD, Psilocybin und Ecstasy (MDMA und Verschnittstoffe) erhältlich und geben nicht nur darüber Auskunft, ob ein Medium den erwarteten Wirkstoff enthält, sondern liefern auch quantitative Angaben zu den jeweiligen Molekülkonzentrationen. Substanztests von miraculix.

Fotos: ZVG

Kuriose Fundstücke Wenn uns das jemand vor zehn Jahren hätte erzählen wollen … was sich heute in einem gewöhnlichen Supermarkt findet (oder auch nicht, weil immer ausverkauft).

www.miraculix-lab.de


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COMMUNITY HILFT UND SAMMELT GELD:

Kakteen-Strohente in Not

Am 8. März 2021 ist das Haus des Schweizer Psychonauten und Ethnobotanikers Jörg Oberholzer in Neu St. Johann komplett abgebrannt – und damit sein Lebenswerk, die Kakteengärtne­ rei Strohente. Glücklicherweise kam dabei keine Person zu Schaden. Die detaillierte Schilderung des Falls findet sich auf lucys-magazin.com.

Eine Funding­Kampagne wurde auf gofundme.com initiiert. Auch Spenden können direkt auf das Konto von Jörg Oberholzer überwiesen werden: Postfinance: IBAN: CH32 0900 0000 8715 2856 5 BIC (SWIFT-Code): POFICHBEXXX Konto: 87-152856-5 Jörg Oberholzer, Bergli Schlatt CH-9652 Neu St. Johann

Hanf-Zeit von Justiz schikaniert Die Firma Hanf­Zeit in Steinheim (NRW) bekam am 24. März 2021 in ihren Geschäftsräumen Besuch von der Polizei, die den gesamten Lager­ und Ladenbestand konfiszierte und alle Faserhanfprodukte beschlagnahmte, darunter Lollies, Teigwaren, Öle und andere Artikel aus Nutzhanf, die weder unters BtMG fallen noch sonst in Deutschland verboten wären – im Gegenteil: Faserhanfprodukte finden sich mittlerweile in jedem normalen Supermarkt. Mehr zu den Details auf lucys-magazin.com/hanf-zeit-in-notlasst-uns-helfen. Hanf­Zeit bittet um finanzielle Unterstützung für die Anwaltskosten. Die Firma ist unverschuldet in diese Lage gekommen und braucht nun Hilfe aus der Bewegung. Inhaber: Stefan Nölker-Wunderwald, Spenden mit Vermerk «Unterstützung» auf: IBAN DE78 4725 1550 0006 5951 77

AGENDA 28. August:

Psychedelik-Symposium, Münchenstein bei Basel Wenn die Einschränkungen der Pandemie es zulassen, findet ein verspätetes eintägiges Symposium zum Bicycle Day (19. April) in Münchenstein bei Basel statt. Mit zahlreichen Referenten, u.a. Nana Nauwald, Mathias Bröckers, Torsten Passie, Milan Scheidegger, Vanja Palmers, Peter Gasser, Matthias Liechti. Stargast Stanislav Grof wird entweder live vor Ort oder per Videozuschaltung dabei sein. Aktualisierte Informationen zur Veranstaltung finden sich auf der Website www.bicycleday.ch

11.– 12. September:

21. – 24. Oktober:

The Cannabis Business Expo – b2b-Messe, Zürich

Mary Jane Berlin

Die Cannabis Business Expo für CBD, medizinisches Cannabis, Grow­ und Paraphernalia­Pro­ dukte, Großhandel und Dienstleistungen ist eine Messe für Businessbesucher. Teilnehmer: 100 Stände, 500 bis 1000 Firmen pro Tag (je nach Covid­Situation). www.cb-net.ch/de/cb_expo

19.– 21. November:

Cultiva Hanfexpo, Wien Zwei Messen unter einem Dach: Die CULTIVA HANFEXPO findet erstmalig gemeinsam in der Wiener Marx­Halle und nicht mehr, wie bisher, in der Eventpyramide Vösendorf statt. Auf 10.000 Quadratmetern Ausstellungsflä­ che und mit über 220 Ausstellern zählt die neu aufgestellte CULTIVA HANF­ EXPO zu den größten europäischen Hanfmessen. www.cultiva.at

Deutschlands führende Hanfmesse seit 2016. Mary Jane Berlin ist nicht nur eine Messe, sondern auch ein Festival mit großen Liveacts. www.maryjane-berlin.com

Ethnobotanika: Integrationsworkshops Das Fachgeschäft Ethnobotanika – Zentrum für Pharmakognosie in Basel bietet ab sofort einen Zirkel für psychonautischen Integrations­ und Erfahrungsaustausch an. Die jeweiligen Daten, an denen Treffen stattfinden, sind der entsprechenden Website zum neuen Live­Projekt zu entnehmen www.ethnobotanika.ch

Die aktualisierte Agenda für dieses Jahr findet sich auf lucys-magazin.com Coronabedingt alle Termine ohne Gewähr!


Lucys Rausch Nr. 12

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KLARTEXT Fo to : Chr i s He i d r i c h

von Roger Liggenstorfer

Roger Liggenstorfer ist Leiter des Nachtschatten Verlags und Herausgeber von Lucys Rausch.

Vom Weltuntergang

W

ie oft wurde der Weltuntergang schon prognostiziert? Bereits Asterix und Obe­ lix wurden von der Angst verfolgt, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt. Wie viele ast­ rologische Konstellationen sagten dies ebenso «vor­ aus»? 1984 fand er ebenso statt wie zur Jahrtausend­ wende und dann zuletzt 2012. Aber bis jetzt haben wir’s überlebt. Und nun könnte die Klimakrise tatsächlich unser Weiterleben grundlegend verändern – falls es weiter­ geht. In all den Diskussionen um Klimawandel und CO2­Ausstoß geht oft etwas Grundlegendes vergessen: der dramatische Verlust der Biodiversität, Tiere und Pflanzen, die für immer von diesem Planeten ver­ schwinden. Die unaufhörlich voranschreitende Ver­ schmutzung der Meere und der gesamten Erde: Und die Lunge der Erde, vor allem der Amazonas, ist massiv geschädigt. Die Liste ließe sich noch lange fortsetzen. Ich habe immer schon gedacht, dass es eine heilsame Erschütterung braucht, die uns mal richtig weckt und aus dem Tunnel rausholt, in dem wir seit langem gefangen sind. Und hoppla, da manifestierte sich aus dem Nichts ein winzig kleines Ding, das die ganze Welt in kürzester Zeit richtig durchgeschüttelt hat. Nun stehen wir da, reiben uns die Augen und den­ ken: Wie geht es wohl weiter? Wohin führt das alles? Es werden viele Ängste geschürt und für die abstrusesten Theorien benutzt. Und wie immer – wie sollte es auch anders sein – wird viel Kapital daraus geschlagen für die unterschiedlichsten Ziele. Dabei geht vergessen, dass es Pandemien schon immer gab (und immer geben wird) und wir in der heutigen globalisierten Zeit viel mehr Probleme hätten, wenn wir nicht adäquat darauf reagieren würden. Ob all die Reaktionen in den verschiedenen Staaten immer richtig und vernünftig waren, darüber könnte man unendlich lange (und wohl ergebnislos) diskutie­

ren. Das erspare ich mir – wir kämen wohl auch kaum auf einen grünen Zweig. Tatsache ist, dass Corona die Welt verändert hat. Und was passiert nun danach? Ich denke, dies sollte die zentrale Frage sein: welchen Weg wir letztlich wählen wollen. Wir haben in dieser Zeit viel gelernt. Wir sind plötzlich fähig, im Homeoffice zu arbeiten, erkennen, dass es nicht sinnvoll ist, für jede Party nach Berlin und zum Einkaufen nach London zu fliegen, dass gute Nachbarn eine Bereicherung sind und man dennoch mit der ganzen Welt via Zoom verbunden sein kann – und dass sich die Natur relativ schnell erholt, wenn die Menschen mal eine Zeitlang stillhalten. Wir haben gelernt, dass wir uns verändern können, in kürzester Zeit – wenn es sein muss. Und um die Welt zu retten, wäre es ebenso dringlich, dass wir einige unserer Lebensgewohnheiten drastisch verändern. Wir verfügen über viel Wissen und hätten die «Bau­ steine» dazu – nehmen wir zum Beispiel das Schwerpunkt­ thema dieser Lucys: Hanf wäre als Nutzpflanze so vielfältig einsetzbar, dass er tatsächlich das Potenzial besitzt, viele unserer aktuellen Probleme zu lösen, und zudem ist er eine vielversprechende Medi­ zin wie auch ein begehrtes Genussmittel. Viele sind in letzter Zeit in Angst erstarrt, und diese Angst wird gerne noch geschürt. Angst ist nie eine gute (Lebens­)Voraussetzung, ebenso sind ängst­ liche Menschen leichter manipulierbar. Durch Angst zieht man sich zusammen, verschließt sich. Die Gegenreaktion ist Öffnung, empathisches Ver­ halten. Nach jeder (globalen) Katastrophe gab und gibt es eine empathische Gegenreaktion. Auf diese bin ich gespannt und hoffe, dass wir durch die Zeit der Ruhe und Besinnung und nach den inneren Reisen, für die wir mehr Raum hatten, nun auch entsprechend han­ deln werden: Packen wir’s an, und schauen wir positiv in die Zukunft – ohne Weltuntergang.

Schon Asterix und Obelix befürchteten, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fällt.


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PSYCHEDELIC SCIENCE NEWS Molekularbiologe Linus Naumann berichtet über die neuesten Erkenntnisse und aktuellen Fragestellungen aus der weltweiten wissenschaftlichen Erforschung psychedelischer Substanzen und Organismen.

Inhalt von psychedelischen Erfahrungen entscheidend für Heilung könnte. Beispielsweise könnten bei einigen Patien­ ten schlicht die eingenommenen Dosierungen zu niedrig oder zu hoch für eine Heilung gewesen sein. Allerdings hält dieser Erklärungsversuch nicht der aktuellen Datenlage stand. Obwohl es nämlich für einen Heilungserfolg in der psychedelischen Thera­ pie durchaus nennenswerte Dosierungen einer psychedeli­ schen Substanz braucht und Pla­ cebo­Gruppen in keiner Studie signifikante Heilungsergebnisse zeigten, wurde doch oft gezeigt, dass es keinen klaren Zusammen­ hang zwischen der Intensität der Erfahrung und ihrer positiven Wirkung gibt. Fast alle psychedelisch Geheil­ ten haben jedoch etwas gemein­ sam: Sie erlebten eine mystische Erfahrung. Mystische Erfahrun­ gen werden in der Wissenschaft als Gefühl der Einheit mit dem Universum sowie der Auflösung von Raum, Zeit und der menschli­ chen Identität definiert. Auch tiefe psychologische bzw. philoso­ phische Einsichten und das Gefühl von Göttlichkeit sind Bestandteil vieler mystischer Erfahrungen. Praktisch alle aktuellen Studien zum Thema fanden signifikante Korrelationen zwischen derartigem Erleben und den Heilungserfolgen der Studienteil­ nehmer. Aus diesem Grund folgern die Autoren, dass es nicht nur die direkte, rein pharmakologische Wirkung der psychedelischen Substanzen im Gehirn oder die schiere Intensität einer Erfahrung ist, die Heilung hervorbringt. Vielmehr sollte die Qualität und Tiefe jeder einzelnen Erfahrung im Vordergrund stehen. Foto: XYZ

«Was werde ich erleben, wenn ich LSD konsumiere?» ist eine der häufigsten Fragen, die Psychedelik­Neu­ linge stellen. Sie wird von erfahrenen Psychonauten immer ähnlich beantwortet: «Das kann dir niemand vorhersagen, das musst du selbst erleben.» Psyche­ delische Erfahrungen übersteigen nicht nur häufig den Ausdrucksraum von Sprache, sondern sind darüber hinaus äußerst individuell. Diese schwer zu greifende Erfahrungsvielfalt erkennt auch die Wissenschaft als hervorstechendes Merkmal bei der Arbeit mit psychedelischen Substanzen an. Bekannt ist etwa, dass an Depression, Sucht oder Ängsten leidende Personen, die im Rah­ men einer psychedelischen Psy­ chotherapie mit Psilocybin, LSD oder Ayahuasca behandelt wer­ den, äußerst unterschiedliche Therapieerfolge erfahren. Wäh­ rend die einen nach nur wenigen Wochen Gesprächstherapie in Kombination mit zwei oder drei psychedelischen bzw. psycholyti­ schen Erfahrungen unglaubliche Verbesserungen erleben, ändert sich für die anderen trotz gleicher Bemühungen fast gar nichts. Aus rein pharmakolo­ gischer Sicht sind diese Unterschiede schwer erklär­ bar, denn die entsprechenden Therapien verliefen für alle Beteiligten grundsätzlich identisch, und alle Patienten erhielten die gleichen Mengen pharmako­ logisch reiner Substanzen. Um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen, werteten die psychedelischen Forscher David Yaden und Roland Griffith den aktuellen Stand der For­ schung zum Thema in einem wissenschaftlichen Aufsatz aus. Sie schreiben, dass eine naheliegende Erklärung die individuell unterschiedlich erlebte Intensität der psychedelischen Erfahrungen sein

«Ein Gefühl der Einheit mit dem Universum»

David B. Yaden and Roland R. Griffiths, «The Subjective Effects of Psychedelics Are Necessary for Their Enduring Therapeutic Effects», ACS Pharmacology & Translational Science Article ASAP, DOI: 10.1021/ acsptsci.0c00194


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Psilocybin gegen Migräne Psychedelische Substanzen sind vor allem bekannt erhielten alle Teilnehmer ein Placebo und am zwei­ für ihre Effekte auf Bewusstsein, Wahrnehmung ten Termin zwei Wochen später eine moderate psy­ und Gedanken. Jedoch gibt es neben den oft im Vor­ chedelische Dosis von 10 mg Psilocybin. Die Ände­ dergrund stehenden Effekten auch rungen in der Migränehäufigkeit und einige weniger bekannte und ­intensität wurden anschließend zwei erforschte Wirkungen. Tat­ weitere Wochen beobachtet. sächlich finden sich in der Während die Placebo­Be­ Szeneliteratur, in handlung keinen Effekt auf Büchern und in Inter­ die Migräne zeigte, traten netforen zahlreiche, nach der Psilocybin­Erfah­ nicht einfach zu rung bei allen Probanden ignorierende Anek­ deutliche Verbesserun­ doten und Berichte gen auf. Die Therapieer­ über eine Migräne­ folge zeigten sich in allen und Clusterkopf­ gemessenen Parametern: schmerz verrin­ Die Häufigkeit der Kopf­ Psychedelika zur Behandlung gernde Wirkung schmerzepisoden hal­ von Migräne und möglicher­ psychedelischer Sub­ bierte sich, und Anfälle, weise Clusterkopfschmerzen hilfreich sein. Foto: iStock stanzen. Obwohl die die dennoch auftraten, ver­ Wissenschaft im Zuge der liefen sowohl kürzer als auch aktuellen psychedelischen weniger schmerzhaft als vor der Renaissance viele Entdeckun­ Behandlung. Diese Verbesserungen gen und Wiederentdeckungen führten auch dazu, dass die Teilnehmer gemacht hat, gibt es aktuell noch kaum nur etwa halb so viel kopfschmerz­ und migräne­ Untersuchungen zum Nutzen psychedelischer Sub­ lindernde Medikamente zu sich nahmen. Interes­ stanzen gegen Migräne und Clusterkopfschmerzen. santerweise gab es jedoch keinen klaren Zusam­ Eine Forschungsgruppe um Deepak Souza unter­ menhang zwischen der erlebten Intensität der suchte nun in einer Pilotstudie, psychedelischen Erfahrung und ob die einmalige Einnahme dem Therapieerfolg. Die Effekte einer moderaten Dosis Psilocy­ der Behandlung hielten für den bin zu einer länger anhaltenden gesamten Beobachtungszeitraum Verringerung von Migräneanfäl­ von zwei Wochen nach der Ein­ len führen könnte. Für ihre Stu­ nahme des Psilocybins an. die fanden die Wissenschaftler Die Autoren sehen in diesen zehn Freiwillige (sieben Frauen und drei Männer) Ergebnissen einen deutlichen Hinweis auf das im Alter von durchschnittlich 40 Jahren, die regel­ Potenzial psychedelischer Substanzen zur Behand­ mäßig an schwerer Migräne litten. Die Teilnehmer lung von Migräne und möglicherweise Clusterkopf­ wurden ausführlich über die Effekte von Psilocybin schmerzen. Sie verweisen jedoch auch auf die in die­ aufgeklärt und stimmten zu, an zwei Experimentta­ ser Studie noch geringe Teilnehmerzahl und hoffen gen jeweils einmal Psilocybin und einmal ein Pla­ mit ihren Ergebnissen weitere Studien mit verschie­ cebo zu sich zu nehmen. Um vergleichbare Daten denen Substanzen und einer höheren Anzahl an zur migränelindernden Wirkung zu erhalten, fingen Probanden anstoßen zu können. die Probanden zwei Wochen vor ihrer ersten psy­ chedelischen Sitzung an, die Anzahl und die Intensi­ Schindler, E.A.D., Sewell, R.A., Gottschalk, C.H. et al. «Exploratory tät ihrer Migräneanfälle in einem Kopfschmerztage­ Controlled Study of the Migraine-Suppressing Effects of Psilocybin». buch festzuhalten. Am ersten Studientermin Neurotherapeutics (2020). https://doi.org/10.1007/s13311-020-00962-y

«Die Häufigkeit der Kopfschmerzepisoden halbierte sich.»


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Luc ys Rausch Nr. 1 1

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Foto: Thomas Rojahn

PSYCHEDELIKATESSEN von Hans Cousto Hans Cousto ist Sachbuchautor, Musikwissenschaftler und Mitbegründer von Eve&Rave Berlin.

Vom Genuss zum Sakrament

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um Genuss von Psychedelika gehört ein dafür adäquates Setting, das heißt Rahmenbedin­ gungen, die diesen Genuss fördern – wie bei einem Festmahl, das man traditionsgemäß an einem schön gedeckten Tisch einnimmt. Dabei hat man für den Weißwein zur Vorspeise andere Gläser als für den Rotwein zum Hauptgang; die Rotweingläser sol­ len nicht nur schön aussehen, sondern auch beim Anstoßen gut klingen. Das Anstoßen ist ein Ritual, bei dem man einander Gesundheit mit Zurufen wie «Zum Wohl», «Santé» oder «Prost» wünscht. Zum Es­ presso nach dem Essen trinkt man den Grappa oder den Kirsch wiederum aus ande­ ren Gläsern. Kein Wirt und kein kultivierter Gastgeber käme auf die Idee, bei einem feierlichen Festmahl alle Getränke in den gleichen Plastikbechern anzubieten. Vor einem Festmahl wird meistens ein Aperitif serviert, um den Appetit anzuregen und die Gäste auf die bevorstehende Mahlzeit einzustimmen. Der Ape­ ritif hat zudem eine soziale Funktion und dient dazu, die Wartezeit bis zum Servieren der Speisen zu über­ brücken, bis alle eingetroffen sind und man sich am Tisch versammeln kann. Ein Festmahl dient eben nicht nur dazu, den Hunger zu stillen, sondern ist meistens ein kulturell tradiertes Ritual zur Optimie­ rung des Genusses und der Geselligkeit. Zu einem richtigen Festmahl gehörte schon in der Zeit des Barocks entsprechende Musik, um den kulinarischen Genuss zu erhöhen. So komponierte Georg Philipp Telemann (1681 – 1767) eine Sammlung von höfischen Tafelmusiken, die zu den an den Ban­ ketten gereichten Speisen passten; heute kreieren psychonautisch erfahrene Musiker Werke, die geeig­ net sind, den Genuss verschiedener Psychedelika zu optimieren.

Für eine Drogengenusskultur braucht es nicht nur saubere und richtig dosierte Substanzen, son­ dern eben auch das richtige Setting, einen passenden Rahmen sowohl für das Auge als auch für die Ohren – erst dann wird die Einnahme von Psychedelika zu einer wahren Psychedelikatesse. Für viele Menschen, die Substanzen wie Zauber­ pilze, LSD oder DMT nutzen, dient die Einnahme dieser Stoffe nicht nur hedonistischen Zwecken und dem Genuss, sondern einem höheren spirituellen Ziel. Die Einnahme dieser Mittel erfüllt somit die Funk­ tion eines Sakraments. Auf kultivierten Festivals des Genres Goa oder auch auf Psytrance­ oder Hi­Tech­Festi­ vals ist die Tanzfläche häufig in der Tradition der alten Tem­ pelbauer wie im antiken Griechenland oder in der Zeit der Gotik im Sinne der heiligen Geometrie harmo­ nisch aufeinander abgestimmt. Die Tanzfläche erhält somit sakralen Charakter, wie eine gotische Kathedra­ le, und beim ekstatischen Tanz im Einklang mit den anderen Tanzenden, der Musik und dem Lichtspekta­ kel kann einen das leibhaftige Sakrament durchfluten. Auch im privaten Rahmen oder in der freien Na­ tur kann man die Umgebung für die psychedelische Reise so wählen und gestalten, dass man die molekular induzierten Bewusstseinszustände nicht nur ungestört genießen kann, sondern dass auch erleuchtende sak­ rale Momente möglich sind. Aufklärung über Drogen bedeutet mehr als Auf­ klärung über Substanzen und über Schadensminde­ rung. Dieser Bereich wird vom Substanzismus erfasst. Doch zur Gefahrenabwehr, zum Wohlergehen und zur Entfaltung der Persönlichkeit gehört weit mehr: die Kultur und die spirituelle Dimension. Und genau diese Lücke in der bürgerlichen Drogenaufklärung füllt unser Magazin.

Für eine Drogengenusskultur braucht es nicht nur Substanzen, sondern auch das richtige Setting.


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Bong Voyage! 28

Geschichte und Verbreitung der Wasserpfeife TEXT

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Achim Zubke

ie Wasserpfeife ist ein komplexes Rauchgerät, rauch durch Wasser zu leiten. Die Kokosnussschale als das sich – nach einem Revival in der Hippie­ Wasserreservoir einer einfachen Wasserpfeife wäre zeit ab den 1960ern als Cannabis­Rauchgerät demnach der Anfang gewesen. – ab den 1990ern als modische Tabakpfeife bis heute Albert von Le Coq berichtete 1928 von der vier­ anhaltender Beliebtheit erfreut. Wann und wo genau ten deutschen Turfan­Expedition aus Ost­Turkestan die Wasserpfeife erfunden wurde oder ob sie gar an (1913 bis 1914), dass nach dem Essen oft sehr schön verschiedenen Orten unabhängig voneinander entwi­ verzierte Wasserpfeifen zum Einsatz kamen, die «von ckelt wurde, ist nach wie vor ungeklärt. In Amerika, beiden Geschlechtern sehr stark benutzt werden. Der Körper wo das Tabakrauchen seinen Ursprung hat, wurden der Pfeife ist entweder ein Flaschenkürbis oder die Nachbilzwar verschiedene Pfeifentypen erfunden, welche die dung eines solchen in Messing, Kupfer oder sogar Silber; in Kaschgar ist es zuweilen das Horn eines Yakochsen. Aber europäischen «Entdecker» und Kolonialisten adap­ diese Form ist ein Import aus den Himalajaländern. tierten und in diversen Der Pfeifenkopf wird auf veränderten Varianten einem langen Rohr aufgesetzt, ab dem 16. Jahrhundert das beinahe den Boden des Gefäßes erreicht. In den Oberteil weltweit verbreiteten, des Gefäßes setzt man meist eine jedoch nicht die ver­ zweite Röhre ein, die nur wenig gleichsweise komplexe hineinragt; eine kleine Öffnung Wasserpfeife. befindet sich in unmittelbarer Der Gebrauch der Nähe. Man füllt das Gefäß zur Wasserpfeife verbreitete Hälfte mit Wasser, stopft den sich wohl vom indischen Pfeifenkopf mit Tabak, zuweilen auch mit dem sehr berauschenRaum aus nach Westen. den Hanf, legt ein Stück gut ausÜber Persien und das geglühter Holzkohle darauf, Osmanische Reich schließt die kleine seitliche ÖffCarl Haag: Kieff Yaoos! Rest is Sweet (1893). erreichte sie schließlich nung mit dem Finger und zieht den gesamten islamischen Kulturraum vom Maghreb sehr stark am Rohr. bis nach Zentralasien und gelangte über Händler nach Der Rauch wird infolge der Verdünnung mit der Luft im Ost­, Süd­ und Zentralafrika sowie nach Südost­ und leeren Raum des Gefäßes durch das Wasser gezogen und wird Ostasien. Dabei erfuhren die Rauchgeräte einige krea­ tief eingeatmet. Bei manchen Formen verzichtet man auf das tive Modifikationen. Die Wasserpfeife blieb zwar pri­ zweite Rohr und zieht den Rauch durch die durchbohrte Spitmär eine Tabakpfeife, wurde aber auch zum Rauchen ze des Yakornes, des Kürbisses oder des Metallgefäßes. Ich von Cannabisprodukten und anderen vor Ort leichter habe nie einen Genuss an dieser Art des Rauchens finden können. Hier im Serai kreisten aber die Pfeifen von Mund zu verfügbaren, oft zumindest leicht psychoaktiven Sub­ Mund ... Später wurde auch getanzt.» stanzen verwendet, manchmal sogar bevorzugt oder ausschließlich zu diesem Zweck. Andere psychoaktive In den ostturkestanischen Gebieten um Kashgar und Substanzen, die damit geraucht wurden, waren bei­ Yarkand wurde damals durch Siebung hochwertiges spielsweise Stechapfelblätter, Leonotis leonorus oder Haschisch gewonnen, das auch auf dem indischen mit Opium versetzter Tabak. Markt begehrt war. Man vermutet, dass diese Technik Die WHO erwähnt sogar einen möglichen Erfin­ der Haschischgewinnung dort ihren Ursprung haben der der Wasserpfeife: Während der Herrschaft von könnte und entlang der Seidenstraße nach Westen Akbar (1556–1605) habe der Arzt Hakim Abul Fath aus verbreitet wurde. gesundheitlichen Gründen empfohlen, den Tabak­


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Foto: Michael Öser / Unsplash

Theorien zum Ursprung der Wasserpfeife Eine retrospektive Theorie vermutet, der Objekte, ihre Altersdatierungen dass die Wasserpfeife bereits vor der und ihre Anhaftungen. Einführung des Tabakrauchens Gemäß einer anderen These erfunden worden sei – aufgrund der (Floor 2002), sollen die ältesten großen Verbreitung von Wasserpfei­ Wasserpfeifen bereits Anfang des fen zum Cannabisrauchen im 16. Jahrhunderts oder noch früher in 19. Jahrhundert in Süd­, Zentral­ und Persien entwickelt worden sein, und Ostafrika (Duvall 2019). Von Afrika zwar vor der Einfüh­ aus sei diese Erfindung nach rung des Tabakrau­ Asien verbreitet worden. Eine chens über nicht nachgeprüfte europäische Datierung von (Wasser­) Händler. Laut Pfeifenköpfen zum Nasrullah Falsafi Cannabisrauchen (?), die in (1966) habe der Äthiopien ausgegraben persische Poet Ahli wurden (Dombrowsky 1970/71, Shirazi (1535) schon Van der Merwe 1975), verweist Qalyan und Tabak Einfache Bong. demnach auf das 14. Jahrhundert. erwähnt. Von Persien Foto: Adobe Stock Kritiker akzeptieren die Datierung aus hätten sich dann mittels Radiokarbontechnik und den die Wasserpfeife und das Rauchen angeblichen Nachweis unbekannter zuerst nach Arabien und Afrika, dann Cannabinoide jedoch nicht als nach Indien und in andere Regionen Beweis für die These, dass man verbreitet. Zunächst habe man Pfeifen eigenständig in Afrika wahrscheinlich namentlich Canna­ erfunden habe. Sie bemängeln das bisprodukte (und Bilsenkraut) damit Fehlen wissenschaftlich reproduzier­ geraucht. Dies erscheint Kritikern barer Untersuchungen von unab­ unwahrscheinlich, da die Wasserpfei­ hängigen Verfassern – in Bezug auf fe ein recht komplexes Rauchgerät die Fundkontexte, die Identitäten ist, vor dessen Einführung man die

Klassische Wasserpfeifentypen Narg(u)ile(h) oder Argile(h) (vom persischen Nargil und Sanskrit Narikela für Kokosnuss) ist die klassische türkische Bezeichnung, die auch im arabischen Raum verbreitet war, für eine meist auf dem Boden oder einem Tisch stehende Wasserpfeife – in der Regel mit einem keramischen, aber auch einem Glaskörper und einem oder mehreren angeschlossenen Schläuchen, mitunter auf einem metallenen Sockel oder in einer Schüssel stehend. In der arabischen Welt wurde sie auch Nargila, Argila oder Nardschila beziehungsweise Ardschila genannt. Mit ihr rauchte man vor allem Tabak, aber auch Tabak mit Haschisch und im Maghreb geschnittene, von Samen und Stengeln befreite Rauschhanffruchtstände («Kif») mit und ohne Tabak. Die Gosah (vom arabischen Dschusa für «Nuss») ist eine transportable Wasserpfeife ursprünglich aus Ägypten und dem Sudan, deren Körper entweder aus einer Kokosnuss besteht oder, was die Regel ist, an deren Kugelform orientiert aus Metall gefertigt wird. Sie verfügt sowohl über ein langes Rauchrohr mit aufgesetztem Kopf, das so fest mit dem Körper

Nutzung und damit den späteren archäologischen Nachweis anderer Rauchgeräte vermuten würde. Die Wasserpfeife in Form des Bongs sei zuerst im 16. Jahrhundert in China erwähnt worden, behauptet eine weitere These und vermutet deshalb eine Verbreitung von China aus entlang der Seidenstraße nach Westen in andere Teile Asiens. Kritiker vermuten für die Wasser­ pfeife jedoch einen umgekehrten Weg. Tatsächlich wurde in Yunnan im Süden von China das Bong­Rauchen wohl erst Anfang des 20. Jahrhun­ derts populär. Die gängigste These ist, dass die Wasserpfeife im Mogulreich im indischen Raum nach Einführung des Tabakrauchens und der Tabak­ pfeife Ende des 16. Jahrhunderts erfunden wurde. Erst danach habe man relativ bald damit begonnen, psychoaktive Cannabisprodukte, die man zuvor bereits sehr lange vor allem oral konsumiert und teilweise auch zur Räucherinhalation (Ren et al. 2019) genutzt hatte, in der Pfeife zu rauchen.

verbunden ist, dass sich an ihm die Pfeife halten lässt, als auch über einen steifen Ansaugstutzen aus einem langen Rohr. Bevorzugt wurde mit dieser Pfeife nicht nur Tabak, sondern vor allem Tabak mit Haschisch oder psychoaktivem Hanf geraucht. Ernst Klippel berichtete in seinen Aegyptischen Skizzen (1906) von ihrem Gebrauch: «Die […] gosah besteht aus einer halb mit Wasser gefüllten Kokosnusschale, in die ein […] langes, ausgehöhltes Zuckerrohr gesteckt ist, ein zweites, ganz kurzes Ebenholzrohr trägt senkrecht den Pfeifenkopf aus gebrannter Tonerde. Seines strengen Geruches wegen raucht man Haschisch nie allein, sondern auf einer Unterlage, bestehend aus einem Gemisch aus Honig und schwarzem, schweren Tabak, dem Hassan Kef. Auf diese Unterlage wird ein Würfelchen des hartgetrockneten Harzes (tamyrah) gelegt, einige glühende Holzkohlen darauf getan und die Pfeife ist bereit. Ein Diener […] reicht die brennende Pfeife im Kreise herum, jeder Gast tut zwei oder drei tiefe Züge, den kühlen, aromatischen Rauch dabei in die Lungen einziehend und dann eine gewaltige Rauchwolke durch die Nase ausstoßend. So folgt Runde auf Runde und bald beginnt sich die Wirkung des betäubenden Genussmittels in dem Benehmen und auf den Gesichtern der Raucher zu zeigen.» }


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cannabis


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Klebrig-goldener, psychoaktiver »Tollhonig«. Foto: Filmstill Hallucinogen Honey Hunters.

Honigsüßer

Rauschgenuss TEXT

P

Fa b i a n K a l i s

sychoaktiver Honig: der süßeste Rausch, den die Natur zu bieten hat. Ein echtes Naturphä­ nomen, eine Urban Legend oder reine Phan­ tasie? Welcher Psychonaut hat nicht schon einmal von summenden Bienen in den duftenden Weiten eines Cannabisfeldes geträumt und sich dabei vor­ gestellt, wie schön es wäre, wenn die fleißigen Insek­ ten hier den Nektar für einen berauschenden Hanf­ honig sammeln würden? Ein Honig, der high macht: eine reizvolle Vorstellung. Zumindest was den Hanf angeht, macht die Rea­ lität der Biologie diese Phantasie aber zu reinem Wunschdenken. Hanf ist eine Pflanze, die sich bei ihrer Vermehrung dem Wind verschrieben hat. Sie produziert keinen Nektar und bietet den Bienen daher keine Grundlage für einen psychoaktiven Honig. Es gibt aber durchaus andere Pflanzen, die

uns wirklich einen berauschenden Honig bescheren können.

Besinnungslose Soldaten Der berühmteste Rauschhonig entstammt Rhododendron ponticum, einer Rhododendronart, die fast ausschließlich in der Region um das Schwarze Meer gedeiht. Bereits aus der Antike liegen Erfahrungsbe­ richte zum Konsum dieses Honigs vor. Der griechi­ sche Feldherr und Schreiber Xenophon berichtet in seinem Werk Anabasis von der versehentlichen Rauschwirkung bei einem Heer, das in den Dörfern am Schwarzen Meer einkehrte. Er beschreibt die Wir­ kung wie folgt: «Die Soldaten, die von den Honigwaben aßen, verloren alle die Besinnung, erbrachen und beka­ men Durchfall, keiner von ihnen konnte sich


Lucys Rausch Nr. 12

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aufrecht halten, sondern wer wenig gegessen hatte, glich einem völlig Betrunkenen, wer aber viel zu sich genommen hatte, Wahnsinnigen, einige sogar Ster­ benden. So lagen viele auf dem Boden und es herrschte große Mutlosigkeit. Am nächsten Tag aber war keiner gestorben, und ungefähr zur selben Stunde kamen sie wieder zur Besinnung» (Xeno­ phon, Anabasis, IV, 8, 20–21). wissen aber natürlich auch um die Effekte bei stär­ Dies ist die älteste schriftliche Erwähnung einer keren Dosierungen. Es heißt, erfahrene Imker könn­ berauschenden Honigsorte. Lange rätselten die ten die Stärke des Honigs am Geschmack erkennen Menschen über den Ursprung dieses besonderen und so die therapeutische Menge an den Nektars. Viele vermuteten zunächst giftige Eiben als Wirkstoffgehalt der jeweiligen Ernte Quelle. Die tatsächliche Stammpflanze ist aber erst anpassen. In der Türkei findet man ihn in der Moderne nachgewiesen worden, auch unter dem Namen Deli Bal, «verrückter wenn die einheimischen Honig». Imker mit Sicherheit ihren Bie­ Wie wirkt dieser Honig? In leichten Dosie­ nen schon viel früher ihren Spuren rungen gleicht die Wirkung zu dem lila und rosa blühenden zunächst dem Alkohol­ Rhododendron gefolgt sind. rausch. Man fühlt sich Die lokale Landbevölkerung enthemmt, angeregt. Es nutzt den Tollhonig – oder auch Mad breitet sich eine wohlige Auch die Honey, wie dieser Honig ebenfalls Wärme im Körper aus, Westliche genannt wird – schon seit langer Zeit insbesondere in der Honigbiene zu therapeutischen Zwecken. Er gilt Genitalgegend. Größere Dosie­ (Apis mellifera) produziert Rauschhonig. als Tonikum, als immunstärkende Medi­ rungen wirken zudem deutlich zin und vor allem als stark wirksames sedierend und angstlösend; es gibt Aphrodisiakum. Selbst alte Männer werden nach Parallelen zum Opiumrausch, obwohl dies beim dem Genuss von Tollhonig wieder zu potenten Jüng­ Honig weniger stark ausgeprägt ist. In sehr starken lingen, sagen die Einheimischen. In der traditionel­ Dosierungen wirkt der Honig belustigend und len Anwendung wird der Honig nur in geringen gleichzeitig aktivierend und entspannend. Die Haut Dosierungen genossen, so dass keine starke Rausch­ wird empfindsam, Lust und Sinnlichkeit werden wirkung auftritt. Die Imker und Honigkonsumenten angeregt. Eine psychedelische Wirkung, wie sie }

In sehr starken Dosierungen wirkt der Honig belustigend und gleichzeitig aktivierend und entspannend.

Rhododendron ponticum ssp. baeticum, hier in einem Naturschutzgebiet in Portugal. Foto: Duartefrade


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Immer Spaß am grünen Gras Guru Guru Mani Neumeier TEXT

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Claudia Müller-Ebeling

er vitale Drummer, Percussionist und Kos­ mopolit Manfred «Mani» Neumeier (gebo­ ren 1940 in München) begann seine musi­ kalische Karriere als Free­Jazz­Schlagzeuger. Sein Licht am Konzerthimmel leuchtete erstmals 1967 bei den Berliner Jazztagen im Duo mit Philly Joe Jones ­ mit nachhaltigem Leuchtfeuer seiner legendären Krautrockband Guru Guru, die er ein Jahr später gründete. Zuvor und daneben spielte Mani mit zahl­ reichen Bands und Musikern, wie etwa dem Jazztrompeter Peter Brötzmann, John McLaughlin und Yusef Lateef und initiierte zahlreiche Projekte wie unter anderem Tiere der Nacht. Nicht nur Damo Suzuki, der Sänger der Kölner Band Can, sondern auch seine japanische Frau Etsuko und die erfolgrei­ che Japan­Tournee von Guru Guru 1996 öffneten ihm Türen zur japanischen Improvisationsszene rund um Uchihashi Kazuhisa und AcidMothersGu­ ruGuru, Tatsuya Yoshida, Keiichi Heino, Yoyo Hiros­ hige, Mandog, Sakata Akira und viele andere; als erster deutscher Musiker wurde er im Wachsfigu­ renkabinett in Tokio verewigt. Am 31. Dezember 2020 feierte Mani Neumeier seinen 80. Geburtstag – höchste Zeit, ihn in diesem Interview zu würdigen. Der Ton macht die Musik. Der Rhythmus taktet das Leben. Musik, Rhythmus und ein gemeinsamer Groove halten jung und fit. Das bewies Mani Neu­ meier auf anschauliche Weise im Sommer 2019 beim Festival in Finkenbach, das er 1977 mit seinen Guru­Guru­Kollegen initiiert hatte. Wer ihn vital und energetisch am Schlagzeug erlebt, (wie alle Guru­Gurus, die alljährlich den Finki­Festival­Platz

im Odenwald rocken, beispielsweise Roland Schaef­ fer, geboren 1950), kann kaum glauben, welches Geburtsjahr in seinem Pass steht. Muskulös, energe­ tisch und geistig fit, mit acht Jahrzehnten Lebenser­ fahrung, ist und bleibt Mani die Inkarnation des Elektrolurchs (des Guru­Guru­All­Time­Hits): «Täg­ lich fit auch ohne Hit – wir machen Musik, weil wir dann so schön ausflippen können» – «Was macht ihr, wenn ihr einmal älter seid?» – «Weitermachen!»

Claudia Müller-Ebeling: Die Covid-19-Pandemie legte den gesamten Kulturbetrieb lahm. Vor allem Musiker wie dich traf der Lockdown ab März und erneut seit November besonders hart. Wie geht es dir und deiner Frau und Muse Etsuko? Wie geht’s deinen musikalischen Projekten und Guru Guru? Wie war dein Sommer 2020 – der erste ohne das alljährliche Festival in Finkenbach? Wie und wovon überlebst du als Musiker ohne Gigs? Hat dich etwas trotz desaströser Umstände beflügelt, ermutigt und inspiriert? Mani Neumeier: Anfang des Jahres 2020 gab ich in Japan, Okinawa, dreizehn Konzerte. Mit einigen Schwierigkeiten waren wir dann zurück im April. Ab dann wurde es sehr mühsam. Am 17. Oktober 2020 hatte ich zum Glück mit Uchihashi ein Konzert beim Enjoy­Jazz­Festival in Mannheim, gefolgt von zwei Auftritten von Guru Guru. Bis November erhielten wir Überbrückungshilfen vom Staat. Seither nix. Weder Gigs noch Geld. Ich habe an musikalischen Ideen gearbeitet. Wir haben im Garten gearbeitet, Etsuko und ich. Wir waren viel im Wald, in der }


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Foto: Frank Schindelbeck

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Nick Hyde: Abraxas TEXT

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Claudia Müller-Ebeling

igentlich ein ganz normales Wohnzimmer: mit Tapete, Telefonkabel, Türrahmen, Kamin (mit Rost, Sims, Uhr), Leselampe, Zimmerpflanzen und Couchtisch voller Utensilien, nebst Buch, das aufgeklappt mit Rücken nach oben liegt. Doch wer die vertraute Szenerie der heimischen vier Wände jemals in erweiterten Bewusstseinszuständen erlebte, weiß, wie sehr sie sich verwandeln kann ... Ein Blues blau­grüner Arabesken überwuchert den Raum. Gelb­ und Brauntöne mischen sich ins extraterrestrische Duett innerer und äußerer Welten, wo sich links der Mitte zwei seltsame Bewohner ein Stelldichein geben. Mit Raubvogelkopf und Schlangenunterleib lagert Abraxas, das titelge­ bende Mischwesen der griechisch­orientalischen Gnosis, lässig neben seiner Partnerin. Sein rechter Arm ruht auf einem voluminösen Kissen, stützt seinen muskulös maskulin behaarten Oberkörper. Die rechte Hand lüftet lasziv ein blaues Tuch von den Rundungen der Partnerin. Die Linke hält lässig Telefonhörer und Joint, aus dem blauer Rauch nach oben kringelt. Er plaudert mit seiner amphibischen Geliebten, wie man an seinem aufgesperrten Schnabel und den rötlich aus ihrem Froschmaul

dringenden Strahlen erkennen kann. Sie blickt ihn aus großem Auge an (gedoppelt von einem weitaus größeren hinter und über ihr). Vor seinem Ellbogen ragt der Nippel ihrer wohlgeformten rechten Brust auf. Ihre blonden Locken verschlingen sich mit Blättern; darunter ein Kranz größerer, ebenso phosphorblau wie das frivol gelüpfte Tuch. Diese den Blick ins Bild einladende Farbflut wird nach oben von Luftschlieren gespiegelt, die von der Rauchsäule aufsteigen und das Tête­à­tête in einem intimen Raum umhüllen. Rechts davon, wo im Kamin glimmende Gasflämmchen von elchartigen Geweihen umgeben sind und eine zeigerlose Uhr die Zeit anhält, ist es weitaus dunkler. Das Vexierbild von Verfremdung und Vertrau­ tem, von Innen und Außen – mit Phantasiegebilden psychischer Innenräume versus Flusslandschaft mit Bergen im Bild über dem Kamin – ist auch eines von Tag und Nacht. Über dem nächtlichen Schein der angeklemmten Leselampe spiegelt sich ein schmaler Streifen Ausblick aus dem Fenster mit Lattenzaun, Telegrafenmast und Himmelsblau. Nick Hyde (1943­2018) gehörte zum Kreis kalifornischer visionärer Künstler. «Ich verstehe

Das Vexierbild von Verfremdung und Vertrautem, von Innen und Außen ist auch eines von Tag und Nacht.


Lucys Rausch Nr. 12

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Öl auf Leinwand, 137 x 198 cm, 1976 mich als Visionär. Visionen kommen einfach, und ich schwebe mit ihnen. Meine Bilder sind immer ein Tanz» – wie auch Abraxas einer ist. Bis heute bleibt der schmale Bildband Visions (Pomegranate Publications 1977) mit Beispielen visionärer Kunst von Walter Hopps (Kurator für US­amerikanische Kunst des 20. Jahrhunderts der National Collection of Fine Arts, Smithsonian Institution), die einzige Quelle, die einige Hyde­Ge­

mälde Anfang der 1970er Jahre publizierte. Seine detailreichen Räume der Psyche und des berauschten Bewusstseins sind bestechend und faszinieren noch immer. Umso bedauerlicher, dass Nick Hyde ohne die ihm gebührende Beachtung blieb. Weitere Bilder: www.johncoulthart.com/feuilleton/2019/01/09/the-art-of-nickhyde-1943-2018/ www.claudia-mueller-ebeling.de


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DROGEN AUF REISEN TEIL 6: SCHWABEN UND SCHABEN

Bali TEXT

Stefan Haag

BALI. Da lagst du nun also. Nur noch eine halbe Fahrstunde über die Straße von Java entfernt, wie ein mystischer, im satten Morgenblau des Indischen Ozeans vor sich hin dampfender Smaragd. Bali, al­ lein von deinem Namen strömt ein süßer Zauber, der Inbegriff von Freiheit, Südsee und Abenteuer. Ich hatte seit meiner Abreise aus dem thailändi­ schen Ko Pha­ngan über 100 Stunden in Bussen, Schiffen und sonstigen Transportmitteln verbracht und wollte endlich mit all meinen dreckstrotzenden Klamotten ins Meer fallen und nie wieder heraus­ kommen – und falls doch, dann in der Hängematte den salzwassergetränkten Jeans beim Trocknen zu­ hören. Und dann endlich was Gutes törnen. Das sollte im legendären Bali ja möglich sein. So in etwa und grob war der Plan. Wie selbstverständlich hatte ich die mir inne­ wohnende Thai­Insel­Romantik auf Bali übertragen und den «etwas ruhigeren» Legian­Beach als den vermeintlich richtigen Einstieg für die Insel gewählt. Die viertelstündige Fahrt von der hektischen Inselhauptstadt Denpasar führte durch einen nach

Sommer duftenden lichten Palmenwald, durch den man das Tiefblau des Ozeans erspähen konnte. Ein Anblick, der mir die Erfüllung aller angestauten Wünsche verhieß, bis er jäh durch ein protziges Schild mit der Aufschrift «German Beer Garden» be­ endet wurde. Schock! Weiß­blaue Rauten. Uff­ta­ta am baline­ sischen Traumstrand! Legian ist längst mit Kuta zu einem riesigen Etwas zusammengewachsen. Ein Pa­ radebeispiel abstoßender Drittwelt­Betonbauten mit nichtssagenden Souvenirläden, lethargischen Restaurants sowie geschäftstüchtigen Schleppern, Neppern und sonstigen Bauernfängern, die um die wenigen in der Mittagsglut auffindbaren Touristen umherhuschten. Hütte am Strand? Blick aufs Meer, ein Pfeifchen im Schatten und eine erfrischende salzwasserhaltige Brise unter rauschenden Palmen? So wie ich es von Thailand kannte und so schätzte? Alles Fehlanzeige! Tidak ada! Gibt’s nicht! Ich bezog ein 10 000­Rupien­Kabuff im morasti­ gen, moskitoverseuchten, dafür vom allgemeinen


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Bauboom noch verschonten Hinterland Legians. Ein altes Holzbett, Mandi (Klo) und gratis Tee den gan­ zen Tag. Traveller­Herz, was willst du mehr? Das seit 100 Stunden erträumte Bad im Meer bei­ spielsweise. Der Trugschluss, den ich mir auf der verdammt ewigen Strecke von Thailand hier runter zusammengeschustert hatte, kündigte sich schon von Weitem durch ein unheilvoll grollendes Don­ nern an: zehn, fünfzehn Meter hohe Prachtwellen. Wer sich da der akuten Gefahr, in Ufernähe von den Tonnen zusammenkrachender Wassermassen erschlagen zu werden, durch Hinausschwimmen zu entziehen versucht, setzt sich einer Macht aus, die unsichtbar und rücksichtslos auf den Schwimmer und natürlich auch auf die Schwimmerin lauert: dem südlichen Äquatorialstrom, der von Nord­ westaustralien kommend hier vor der Südküste Balis so richtig an Fahrt gewinnt und aufs offene Meer hinausführt. Weit, weit hinaus. Hinweg über den 7500 Meter tiefen Sunda­Graben, an den Weih­ nachtsinseln vorbei nach Süden, wo die Antarktis auf den abgetriebenen Bali­Badenden wartet. Surfers Paradise eben. Entsprechend das Publi­ kum: jung, dynamisch, oberflächlich und überwie­

gend australisch. Eher Ballermann statt Südsee. Alles Käse! So hatte ich mir Bali wirklich nicht vorgestellt. Leicht deprimiert saß ich da, auf meiner mit einem Gänseblümchen­Laken bezogenen Mat­ ratze, sinnierte und sortierte Samen aus den letzten Resten meines unter zahlreichen Gefahren bis hier­ her geschmuggelten Thai­Weeds. Es gefiel mir hier nicht, keine Frage. Zu viele Schlaglöcher, zu viele Grenzen und Polizeikontrol­ len für ein lebensgefährliches Meer – und Partystim­ mung made in Down Under. Ich hatte mir gerade den Joint angezündet und versuchte in den Entspann­erst­mal­Modus zu ge­ langen, als ich plötzlich ein leichtes Rascheln aus der Richtung meines im Eck liegenden Gepäcks ver­ nahm. Oha, ein Mitbewohner? Mit einem Besen bewaffnet hob ich meine Tasche vorsichtig an, doch die befürchtete Schlange ent­ puppte sich als fette Kakerlake, die mit der Nervosi­ tät des Ertappten flugs dorthin verschwand, wo sie sich sowieso am wohlsten fühlte, ins Badezimmer. Mon dieu! Was für ein Monster! Normalerweise interessieren mich Kakerlaken nicht wirklich, man muss sie ertragen, wenn man }


Die kompletten Artikel sind in der gedruckten Ausgabe zu lesen: ist erhältlich im Pressehandel, in Buch- und Hanfshops, im Versand über lucys-magazin.com oder als Abo mit Langzeitwirkung. Auch als E-Book!


Lucys Rausch Nr. 12

55

Ich war schuldig, keine Frage. Die Corpora delicti klebten ja noch an den Sohlen der Tatwaffe bezie­ hungsweise diversen Stellen an Wand und Boden. Mehr in flagranti geht kaum. Was tun? Üble Paranoia durchströmte nun mein Gemüt, ich glaubte längst, was ich sah, während die Kakerlaken hasserfüllt den Massenmörder mit ihren unheimlichen Augen fixierten. «Schuldig! Im Sinne der Anklage!», dachte ich so laut, dass jeder im Gerichtssaal Anwesende es deut­ lich vernehmen konnte. Vielleicht mindert ein reu­ mütiges Geständnis auch im Reich der Kakerlaken die Strafe. Ich musste mir eingestehen, dass es ein törichter Fehler gewesen war, diese Tiere zu erschlagen, ohne mich vorher mit den juristischen Folgen derartigen Tuns beschäftigt zu haben. Und nun wurde ich eben zur Rechenschaft gezo­ gen. Vor Gericht in Bali. Aber nicht wegen Drogen­ besitzes, mit so was muss man immer irgendwie rechnen, nein, wegen Schabenmordes. Mord! Wie das schon klingt! Hoffentlich haben sie die Todes­ strafe abgeschafft. Was für Gedanken! Doch anstatt

einfach aufzustehen und «Tschüs» zu sagen, ver­ folgte ich weiter wie gelähmt die aberwitzige Szene­ rie und steigerte mich immer tiefer hinein. Ein Horrortrip par excellence. Tod durch Auf­ fressen? Tod in der Kanalisation? Sind Kakerlaken vielleicht doch giftig? Auch das wäre ja noch eine naheliegende Möglichkeit der Exekution. Todesangst! Das Schabenteuer hatte nun defini­ tiv seinen negativen Höhepunkt erreicht und just bevor der Vorsitzende Richter, eine überaus unsym­ pathische Erscheinung übrigens, mit furchteinflö­ ßenden Kauwerkzeugen und hasserfülltem Blick, sein Urteil aussprechen konnte, musste ich mich er­ neut aufs Heftigste übergeben. Zum Glück genau auf die bizarre Veranstaltung. Ich nutzte den Augenblick der allgemeinen Ver­ wirrung (damit hatten sie wohl nicht gerechnet), schloss endlich die Augen und kroch auf allen Vieren aus dem Gerichtsaal respektive Mandi zurück in die Freiheit. Ich habe nie wieder einer Kakerlake auch nur ei­ nen Fühler gekrümmt. lucys-magazin.com/autoren/Haag/

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56

Lucys Rausch Nr. 12

«Im Interesse der Menschen»

Fiktive Rede der deutschen Bundespräsidentin zum 25. Jahrestag der globalen Friedenserklärung für ein Ende des Drogenkrieges TEXT

Michael Kleim

Liebe Interessierte, liebe Gäste

V

or einem Vierteljahrhundert haben sich mehrere Staaten öffentlich für ein Ende des Drogenkrieges ausgesprochen und ent­ sprechende konkrete Schritte vereinbart. Inzwi­ schen haben sich uns weitere Länder angeschlossen. Mit dieser Friedenserklärung, zu deren Erstunter­ zeichnern auch Deutschland gehört, haben wir weit mehr als eine politische Kurskorrektur vorgenom­ men. Heute wissen wir, dass wir aus einer Sackgasse umgekehrt sind und einen völlig neuen Weg wagen. Auf diesem Weg werden wir von großen Teilen der Zivilgesellschaft unterstützt. Umwelt­ und Sozialverbände, Menschenrechtsorganisationen, Einrichtungen der Drogenhilfe und Gruppen der Selbstorganisation drogengebrauchender Menschen gestalten diesen Prozess mit ihrem politischen und kulturellen Engagement. Die beiden großen Kirchen haben in einem Gottesdienst erklärt: «Vor dem Unrecht, der Willkür und Gewalt des Drogenkrieges haben wir zu lange die Augen verschlossen und geschwiegen. Wir haben einer abstrakten Idee von Abstinenz mehr Wert beigemessen als der konkreten Lebenssituation von Menschen.» Die Friedenserklärung für ein Ende des Drogenkrieges und ihre Umsetzung hat letztlich die Demokratie gestärkt und wesentlich dazu bei­ getragen, Drogengebrauch und drogengebrauchende Menschen als integralen Bestandteil unserer Gesell­ schaft anzuerkennen. Dieser Weg war im Interesse der Menschen. Erinnern wir uns: Am Anfang stand der Versuch des Staates, mit Verboten und Repression Schäden von der Gesellschaft abzuwenden. Die selektive Pro­ hibition bestimmter psychoaktiver Mittel erwies sich als Experiment mit verheerenden, destruktiven Folgen. Der Rauschmittelgebrauch wurde nicht verhindert.

Es etablierte sich ein unkontrollierter Schwarzmarkt mit hoher Flexibilität und Dynamik. Es kamen konzentrierte Stoffe in Umlauf, risikoreiche Kon­ sumformen nahmen zu. Neue, unberechenbare Sub­ stanzen verdrängten traditionelle Drogen. Jugend­ und Konsumentenschutz war nahezu unmöglich umsetzbar. Kriminelle Strukturen gewannen über den illegalen Drogenhandel ökonomischen Einfluss. Das hat weltweit zu einer Destabilisierung ganzer Regionen und einer galoppierenden Korruption geführt. Im Kampf gegen Drogen wurden Menschen­ rechtsstandards systematisch gebrochen. Auch unser

Wir klammerten uns nicht länger an das Dogma, Abstinenz als einzig akzeptierte Haltung anzusehen. Land wurde wegen Polizeiwillkür und Foltervor­ würfen im Zusammenhang mit dem Betäubungsmit­ telgesetz gerügt. Das alles erwies sich als ein zu hoher Preis für eine im Ergebnis uneffektive Politik. Die entscheidende Änderung bestand darin, dass wir den Drogengebrauch konsequent entkriminalisierten. Dies entlastete Polizei und Justiz. Andererseits eröffneten sich neue Möglichkeiten für Prävention und Drogenhilfe. Ohne Angst vor Straf­ verfolgung können Drogengebrauchende viel besser erreicht werden. Mehr noch: Sie können sich selbst mit ihrer eigenen Kompetenz konkret einbringen. So konnten wir Prävention und Drogenhilfe lebensnaher, fachgerechter, vielfältiger und konkre­ ter gestalten. Dabei klammerten wir uns nicht län­ ger an das Dogma, Abstinenz als einzig akzeptierte Haltung anzusehen. Es ist möglich, einen kontrol­ lierten, gesellschaftlich und kulturell integrierten


57

Drogenkonsum zu unterstützen. Wir haben jetzt viel mehr Freiräume und professionelle Möglichkeiten, Menschen auch bei problematischem Drogenge­ brauch zu begleiten. Weitere Gewinner der Friedenserklärung sind Patienten, denen einst verfemte Substanzen nun als Medizin zur Verfügung stehen. Der Zugang zu psychoaktiven Medikamenten wurde entbürokrati­ siert. Dies hat die Versorgung in der Schmerz­, Palli­ ativ­ und Psychotherapie wesentlich verbessert. Substitution und ärztliche Originalstoffvergabe sind aus der Suchthilfe nicht mehr wegdenkbar. Dann haben wir schrittweise Modelle umgesetzt, die eine regulierte, kontrollierte Abgabe von Cannabis ermöglichten. Der Versuchung, die Vermark­ tung von Marihuana den großen Tabakfirmen zu überlassen, haben wir glücklicherweise widerstan­ den. Ökonomische Anreize sollten nach Möglichkeit in diesem Bereich reduziert werden. Deshalb wur­ den anfänglich nur Cannabis Social Clubs zugelas­ sen. Diese bieten einen Rahmen, in dem der Anbau und die Verteilung von Hanf transparent, kontrolliert und unter der Maßgabe des Jugendschutzes erfolgen können. Gesundheitsgefährdende Streckmittel werden verhindert.

Ökonomisch blockiert dies das Abfließen von Gewinnen in die Kanäle der Unterwelt, da die Clubs nicht auf das Erzielen von Gewinn ausgerichtet sind. Sie sind jederzeit bereit, Einblick in ihre Aktivitäten zu gewährleisten und mit den Behörden zusammen­ zuarbeiten. Es gibt Clubs, die bewusst Patienten ver­ einen und deren Versorgung mit Medizinalhanf absichern oder andere, die religiöse Absichten oder kreative Intentionen verfolgen. Doch wir stellten fest, dass mit den Clubs bei wei­ tem nicht alle Konsumierenden erreicht werden konnten. Deshalb haben wir auf Erfahrungen aus den Niederlanden zurückgegriffen und erließen Lizenzen zur Eröffnung von Coffeeshops. Ihre Versorgung wurde von Anfang an bewusst reguliert. Regionale Cannabisplantagen decken den Bedarf der Shops. Die Regeln für Transparenz und Gewinn­ verwertung sind denen der Cannabis Social Clubs angepasst. Aufgrund der Internationalisierung des Drogen­ friedens haben wir die Möglichkeit, Haschisch und Marihuana über Fair-Trade-Programme zu erwerben. So können diese psychoaktiven Agrar­ produkte ohne Zwischenhändler und kriminelle Strukturen den Konsumenten erreichen. Die }


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Lucys Rausch Nr. 12

61

MEDIATHEK Stanislav Grof zum 90. Geburtstag

über 60 Jahre lang das therapeutische

und Franjo Grotenhermen verpflich­

Potenzial von LSD und anderen

tet, ein ausführliches Taschenbuch zu

psychoaktiven Substanzen erforschte,

verfassen. Nebst allgemeinen

geht in diesem zweiten Band auf die

Informationen rund um Cannabis,

spirituelle Selbsterforschung sowie

umfasst das Werk zahlreiche Texte zur

auf die Möglichkeit psychedelischer

Trendsubstanz Cannabidiol (CBD)

Therapien zur Behandlung diverser

wie auch Erhellendes zu THC und zur

psychologischen Pathologien ein. Er

Einnahme von Cannabisprodukten.

thematisiert Synchronizitäten,

Insgesamt finden sich viele Angaben

ganzheitliche veränderte Bewusst­

bereits in früheren Werken Franjo

seinszustände, die Rolle der

Grotenhermens. Dennoch punktet

Am 1. Juli 2021 feierte der Nachtschat­

Archetypen, ergründet die Ursprünge

das Buch mit einer gut verständlichen

ten­Autor und weltweit bekannte

menschlicher Gewalt und Gier und

Zusammenfassung der Thematik für

Bewusstseinsforscher Stanislav Grof

die Bedeutung von Sterben und Tod

das breite Publikum sowie selbstver­

seinen 90. Geburtstag. Ihm zu Ehren

in der menschlichen Erfahrung. Mit

ständlich mit aktuellen Infos.

ist im Nachtschatten Verlag das Buch

einem Vorwort von Rick Doblin,

seiner Lebenspartnerin Brigitte Grof

einem Epilog von Richard Tarnas und

erschienen, das im Hauptteil ein

einem Nachwort von Brigitte Grof.

Brigitte Grof

Stanislav Grof und das LSD: Von der Pharmakologie zu den Archetypen Eine Hommage zum 90. Geburtstag

ISBN 978-3-03788--000-0

Brigitte Grof: Stanislav Grof und das LSD: Von der Pharmakologie zu den Archetypen. Hommage zum 90. Geburtstag Nachtschatten Verlag 2021 ISBN 978-3-03788-487-4

langes Gespräch zwischen den Eheleuten präsentiert – ein exklusives Interview, das Vita und Lebenswerk des tschechisch­stämmigen Psychia­ ters und Therapeuten vor dem geistigen Auge des Lesers lebendig werden lässt. Der durchgehend farbige und reich bebilderte Band bietet Einblicke in Privates, aber vor

Hanfmedizin kompakt im Taschenbuch Franjo Grotenhermen Die Heilkraft von CBD und Cannabis Rowohlt 2020

Umfassender Überblick zu THC, CBD und Co. Tammy Sweet Ganzheitliche Heilung mit Cannabis Herba Press 2021 ISBN 978-3-946245-09-4

ISBN 978-3-49900-467-4

allem auch in das wissenschaftliche Leben des Forschers, der den

Dieses aus dem Englischen übersetzte

Paradigmenwechsel in der konventio­

Hardcover­Werk gibt auf über 270

nellen Psychologie und Psychiatrie enorm vorangetrieben hat.

Teil zwei eines großen Lebenswerks Stanislav Grof Der Weg des Psychonauten Band 2 Nachtschatten Verlag 2021 ISBN 978-3-03788-606-9

Seiten einen umfassenden Überblick Wie wir mit Hanfprodukten unsere

über die Möglichkeiten des Einsatzes

Gesundheit verbessern können, weiß

von Hanf, THC, CBD und Co. Es

Dr. med. Franjo Grotenhermen so gut

thematisiert die Historie und den

wie kaum ein Zweiter. Er zählt zu den

Status quo der Hanfmedizin, ebenso

Koryphäen auf dem Gebiet der

wie die Cannabispflanze selbst.

Cannabis­ und Cannabinoidmedizin.

Weitere Themen drehen sich um das

Seit mehr als 25 Jahren widmet sich

körpereigene Cannabinoidsysten,

der Arzt in seiner Privatpraxis dem

um die Zubereitung und Dosierung

Thema und hat gerade das Zentrum

von Hanfmedizin, um Kontraindika­

für Cannabismedizin in Steinheim

tionen und Nebenwirkungen sowie

eröffnet (siehe Mix auf Seite 15).

um die vielfältigen Behandlungsopti­

Hunderte von Patienten haben

onen mit Marijuana und Cannabi­

bereits von der Erfahrung Grotenher­

noiden. Das Buch ist ansprechend

Band 2 des zusammengefassten

mens profitieren können; viele mehr

und aufwändig gestaltet und ein Tipp

Lebenswerks des psychedelischen

werden künftig mit seiner Hilfe an

für alle, die sich initial zu den

Forschers Stanislav Grof; der erste

wirksame Hanfmedizin gelangen. Das

heilsamen Eigenschaften des Hanfs

Band erschien bereits 2019. Grof, der

hat auch der Rowohlt­Verlag erkannt

und seiner Inhaltsstoffe informieren


62

MEDIATHEK

wollen. Allerdings schreibt die

sicherlich besser an die Leser

die Gedankenwelten der unfreiwilli­

Autorin Tammy Sweet aus Sicht der

bringen, da die Gesellschaft heute

gen Probanden zu kontrollieren.

US­amerikanischen Verhältnisse, die

deutlich offener und die Zeit reifer ist

Heißer Tipp für alle, die sich mit der

zumindest politisch nicht eins zu eins

als noch vor 20 Jahren.

dunklen Seite der Psychedelika

auf die mitteleuropäische Rechtslage übertragen werden können. Leser aus dem deutschsprachigen Raum sind deshalb gut beraten, zusätzlich ein Buch aus unseren Gefilden zurate zu ziehen.

auseinandersetzen wollen!

Die dunkle Seite der Psychedelika Stephen Kinzer Project Mind Control Riva Verlag 2020 ISBN 978-3-74231-336-2

DER KLASSIKER

Psychedelika und Quantenwissenschaft Carl Johan Calleman Quantum Science of Psychedelics Park Street Press 2020 ISBN 978-1-59143-362-0

Eines der weltweit besten Werke über Haschisch Robert Connell Clarke Haschisch – Geschichte, Kultur, Inhaltsstoffe, Genuss, Heilkunde, Herstellung AT Verlag 2000

Der Untertitel «Sidney Gottlieb, die

ISBN 978-3-85502-669-2

CIA und das LSD – wie der amerikani­

Der US­amerikanische Mediziner und

sche Geheimdienst versuchte, das

Forscher Carl Johan Calleman

Bewusstsein zu kontrollieren» ist hier

erläutert in diesem englischsprachi­

Programm. Dr. Sidney Gottlieb war

gen Band die Quantenwissenschaft

bis in die 70er Jahre einer der

der Maya, eine für die moderne Welt

skrupellosesten und härtesten

verlorene Wissenschaft, die die

CIA­Mitarbeiter überhaupt. Im

Phänomenologie von Psychedelika

Eines der wertvollsten Kulturgüter,

Rahmen des MK­ULTRA­Programms

und veränderten Bewusstseinszustän­

die im Zusammenhang mit psycho­

der Central Intelligence Agency

den erhellt. Die alten Maya hatten ein

tropen Pflanzen bekannt sind, ist das

forschte Gottlieb über Bewusstseins­

ausgefeiltes Verständnis von der

Haschisch, das cannabinoidhaltige

und Gedankenkontrolle als Methode

multidimensionalen Natur der

Harz der Cannabispflanze. Das

für psychologische Kriegsführung

Realität und der Kräfte, die für die

großformatige Hardcover­Werk des

und zeichnet für zahllose Menschen­

Evolution des Bewusstseins verant­

Botanikers und Hanfspezialisten

versuche und Folterpraktiken

wortlich sind. Der Autor erläutert,

Robert Connell Clarke gehört – zu­

verantwortlich, die nicht nur an

wie Quantenwellen vom Zentrum des

sammen mit den Publikationen von

vermeintlichen «Feinden», sondern

Universums ausgehen und durch

Laurence Cherniak – zu den weltweit

auch an People of Colour, Strafgefan­

holographische Resonanz neue

besten Werken, die zum Hanfharz je

genen und sogar an unwissenden

Phasen in der Evolution des Bewusst­

erschienen sind. Der Band wurde aus

eigenen Kollegen erprobt wurden.

seins aktivieren. So erklärt Calleman,

dem Englischen übersetzt und behan­

Der Verfasser Stephen Kinzer,

weshalb veränderte Bewusstseinszu­

delt alle wichtigen Themen rund um

Journalist und Buchautor, erläutert

stände existieren und wie sie

Haschisch: Herkunft, Geschichte,

anhand historischer Dokumente die

funktionieren. Er beschreibt die

Herstellung, Kultur und Konsum

Versuche der CIA, Menschen mithilfe

vermutete Rolle der Zirbeldrüse für

sowie die Nutzbarkeit von Haschisch

von psychedelischen und anderen

den menschlichen Geist, wie sie

in Medizin und Heilkunde und zu

psychotropen Stoffen zu kontrollieren

unseren Bewusstseinszustand eventu­

spirituellen Zwecken. Das Werk

und letztlich zu willenlosen Marionet­

ell zu steuern in der Lage ist und uns

wurde leider bereits mit der ersten

ten zu degradieren. Dies gelang zum

mit dem kosmischen Baum des

Auflage aus dem Programm des AT

Glück jedoch nicht. MK­ULTRA

Lebens verbinden kann. Das Buch

Verlags gestrichen, da es beim

konnte die Nutzbarkeit psychedeli­

zeigt auf, dass der Verstand als eine

Publikum nicht ankam. Eine heute

scher Substanzen als Kampfstoffe

Art Filtersystem zu verstehen ist, das

realisierte Ausgabe ließe sich

nicht bestätigen und scheiterte daran,

normalerweise unsere Erfahrung des


Lucys Rausch Nr. 12

63

MEDIATHEK

kosmischen Bewusstseins ein­

auch als militärische Kampfstoffe»

die psychedelische Revolution der

schränkt, das aber durch die

(Klappentext). Die Auswertung des

1960er Jahre bisher von Männern

Erfahrung veränderter Zustände

Nachlasses von LSD­Entdecker

stammen, können wir nun die

rückgängig gemacht werden kann.

Albert Hofmann, Seitenblicke auf die

damaligen Ereignisse aus der

Der Forscher folgert, dass Psychedeli­

Geschichte der Erforschung der

Perspektive einer Frau erleben, die

ka wie DMT nicht nur zu außerge­

psiloybinhaltigen «Zauberpilze»,

mit im Zentrum des kulturellen

wöhnlichen mystischen und

viele historische Fotografien sowie

Umbruchs dieser Epoche stand. Tipp

kosmischen Erfahrungen führen und

eine umfangreiche und relevante

für alle psychedelischen Historiker!

den Zugang zu heilenden Zuständen

Literaturliste runden das Buch in

ermöglichen, sondern dass sie auch

besonderer Weise ab.

wichtig für die harmonische Synchronisation der Menschheit sind. Ein Buch für Spezialisten, die weltoffen durchs Leben gehen.

Hofmann, das Mutterkorn und die Schweiz

Frau Leary erzählt aus ihrem Leben Rosemary Woodruff Leary Psychedelic Refugee Park Street Press 2021

Räucherkunst und die Heilkraft der Bäume Kevin Johann Gold der Bäume Freya Verlag 2020 ISBN 978-3-99025-412-7

ISBN 978-1-64411-180-2

Beat Bächi LSD auf dem Land – Produktion und kollektive Wirkung psychotroper Stoffe Konstanz University Press 2020

Wie der Untertitel «The League for

Blick auf verschiedene «Harze,

ISBN 978-3-83539-125-3

Spiritual Discovery, the 1960s Cultural

Gummis und Balsame als Heilmittel

Revolution, and 23 Years on the Run»

und Räucherstoffe». Gleich zu

verrät, handelt dieser neue, englisch­

Beginn wird der Leserschaft ein

Wie fand der Schmarotzerpilz

sprachige Band von der Geschichte der

spannender Einblick in die

Claviceps purpurea (Mutterkorn) zur

psychedelischen US­Pionierin

mythologisch­geschichtlichen

Herstellung von LSD in die Labora­

Rosemary Woodruff Leary (1935–2002).

Aspekte des Räucherns gewährt, der

torien der Schweizer Pharmaindust­

Das lange erwartete Werk handelt von

über die Anwendung von Pflanzen­

rie? Und wie konnte aus einem

Woodruff Learys frühen Experimen­

harze als Nahrungs­ und Heilmittel

«Wundermittel» für die psychiatri­

ten mit Psychedelika in den 1950er

sowie in Kosmetik und Kunsthand­

sche Forschung eine «Droge» der

Jahren, ihrer Entwicklung während

werk informiert. Im reichlich

Gegenkultur werden? Diesen und

der psychedelischen Revolution der

bebilderten Hauptteil findet sich

weiteren Fragen widmet sich der

60er Jahre und ihrer zunächst

eine akribische Auflistung aller

Hardcover­Band des Historikers und

aufregenden, dann aber eher

relevanten Räucherstoffe – inklusive

Landwirts Beat Bächi, der auf

schmerzlichen Arbeit und Beziehung

heimischer Baumharze. Ebenfalls

346 Seiten die Geschichte des

mit Timothy Leary. Die Autorin

wird die Gewinnung, Reinigung

Anbaus von Mutterkorn im

beschreibt ihre LSD­Trips mit Leary,

und Verwendung im Hausgebrauch

Schweizer Emmental und im

ihre Zeit auf dem berühmten

(beispielsweise in Räucherritualen)

Luzerner Hinterland dokumentiert

Millbrook­Anwesen, ihre Erfahrun­

gut verständlich erläutert.

und beleuchtet. Bächi zeigt mit dem

gen als Flüchtlinge im Ausland, so

Aufgrund der vielfältigen ethnobo­

einzigartigen Buch auf, «wie

beispielsweise die Gefangenschaft

tanischen Fakten sowie dem

wandelbar Psychotropen waren und

durch die Black Panther in Algerien,

detailreichen Praxisteil, ist das Buch

immer noch sind: als Heilmittel in

und Rosemarys Jahre auf der Flucht

auch ausdrücklich für Anfänger,

der Psychiatrie, als indigene

nach ihrer Trennung von Timothy.

Fortgeschrittene und Profis

Medizin, als Hippie­Drogen oder

Während die meisten Berichte über

gleichermaßen zu empfehlen. (dn)

Das 271 Seiten starke Hardcover­ buch wirft einen umfangreichen


64

In memoriam Jochen Gartz 1. Oktober 1953 bis 15. Oktober 2020

E

in Pionier der Erforschung psy­ choaktiver Pilze, Dr. habil. Jochen Ernst Friedrich Gartz, starb am 15. Oktober 2020 im Alter von 67 Jahren an einer kurz zuvor diagnostizierten Krebserkrankung. Jochen Gartz lebte in Leipzig und war Chemiker und Mykologe. Als Wissen­ schaftler erforschte er im Auftrag der Deutschen Demokratischen Republik die psychotropen Pilze und andere bewusstseinsverän­ dernde Substanzen. Diese Karriere nahm nach der Wiedervereinigung Ost­ und Westdeutschlands ihr jähes Ende, Gartz forschte und wirkte fortan als Teil der psychedelischen Gemeinschaft. Im Rahmen sei­ ner leidenschaftlich ausgeübten Tätigkeit entdeckte und beschrieb er verschiedene Psilocybin­bildende Pilzarten, die zuvor unbekannt gewesen waren, so den aus Amerika stammenden Psilocybe azurescens Stamets et Gartz, die südafrikanische Art Psilocybe natalensis Gartz, Reid, Smith et Eicker und erst 2014 die neue deutsche Art Psilocybe germanica Gartz et Wiedemann. Jochen verfasste ungezählte Schriften, Bücher und Artikel. Sein weltweit vielbeachtetes Werk über psychotrope Pilze, Magic Mushrooms around the World, das als erstes Buchwerk systematisch die Welt der bis dahin bekannten psychotropen Pilze aufschlüsselte, offenbarte so manches Geheimnis des Untergrunds erstmals in einer öffentlich zugänglichen Schrift. Das Buch erschien im Nachtschatten Verlag unter dem Titel Narrenschwämme auf Deutsch und wird im Herbst 2021 als Neuausgabe wieder aufgelegt.

Weitere Publikationen aus der Feder von Jochen Gartz sind das PilzZuchtBuch (Grüne Kraft, unter dem Pseudonym Sam Lanceata, zusammen mit dem eben­ falls verstorbenen Bert Marco Schuldes) sowie Psychedelika historisch betrachtet und Psilocybin (Arnshaugk Verlag), Halluzinogene im Sozialismus, Halluzinogene in historischen Schriften, Psilocybin-Pilze, Salvia divinorum – Die Wahrsagesalbei und das Postkarten­Bestimmungs­ Set Psychoaktive Pilze (alle Nachtschatten Verlag). Jochen Gartz war außer­ dem engagiertes Mitglied der Multidisciplinary Association for Psychedelic Studies (MAPS) und des Europäischen Collegiums für Bewusstseinsstudien (ECBS) und hatte selbst ein ECBS­Symposium in Leipzig organisiert, das am 30. Mai 1997 stattfand. Darüber hinaus befasste sich Jochen mit weite­ ren seiner lebenslangen Leidenschaften wie Spreng­ und Explosivstoffen sowie mit den heilkräftigen Eigenschaften des Wasserstoffperoxids. Auch zu die­ sen Themen publizierte er zahlreiche Bücher und Artikel. Seine Bücher über Wasserstoffperoxid (Mobiwell Verlag) sind Longseller im Bereich der Gesundheitskunde. Jochen Gartz ging plötzlich und unerwartet von uns; bis zum September 2020 hatte er selbst nichts von seinem Krebsleiden gewusst. Wir werden Dich schmerzlich vermissen, lieber Jochen. Als Autor und Freund. Ruhe in Frieden. Für das Lucys­ und Nachtschatten­Team

Markus Berger und Roger Liggenstorfer


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In memoriam Lucius Werthmüller 12. Mai 1958 bis 9. April 2021

A

m Vormittag des 9. April 2021 ver­ starb unser Weg­ gefährte, Freund, Kollege und Mitstreiter Hans Lucius Werthmüller völlig unerwartet im Kreise sei­ ner Familie. Die Todesur­ sache ist unbekannt – bis zuletzt war keine Erkran­ kung bei Lucius Werth­ müller diagnostiziert wor­ den, bis zum letzten Tag war er voller Tatendrang und Engagement. In einem Rundbrief anlässlich seines plötzli­ chen Todes schrieb die Trauerfamilie: «Luci hat alles in seinem Leben voller Energie und Leidenschaft gemacht – in seiner Jugendzeit in alternativen Kreisen und zum Schluss vor allem im Umgang mit den Enkelkindern. Seine Arbeit sah er nicht als Bürde; sie war seine Leidenschaft, welcher er sich bisweilen komplett hingab. Seine Denkweise und sein Auftreten waren einmalig und haben unser aller Leben bereichert. Er hinterlässt eine Lücke, von welcher wir uns noch nicht vorstellen können, wie wir diese ausfüllen können; dennoch sind wir froh um jeden Moment, den wir mit ihm verbringen konnten.» Einige Stationen aus Lucius’ Leben:  1991 wurde Lucius zum Präsidenten des Basler Psi­Vereins gewählt.  2000 erhielt er den Preis der Schweizer Stif­ tung für Parapsychologie.  2006 organisierte Lucius gemeinsam mit Die­ ter Hagenbach das Symposium LSD – Sorgenkind

und Wunderdroge anlässlich des 100. Geburtstags von Albert Hofmann.  2008 organisierte er gemeinsam mit Dieter das World Psychedelic Forum.  2011 kam das reich bebilderte Buch Albert Hofmann und sein LSD heraus. Dieses Buch schrieb er gemeinsam mit Dieter Hagenbach.  2016 wurde Lucius nach dem Tod von Die­ ter Hagenbach Präsi­ dent der Gaia Media Stiftung.  Im Jahr 2018 organi­ sierte Lucius zusam­ men mit Peter Gasser, Roger Liggenstorfer und Markus Berger den Bicycle­Day­Kongress in Münchenstein. Auch im Jahr 2021 soll wieder ein Bicycle Day in Münchenstein stattfinden. Ob dieser Corona­ bedingt zustande kommen wird, ist derzeit noch nicht klar. Lucius und das Organisationskomitee des Kongresses hatten trotzdem bis zuletzt an der Organisation des eintägigen Symposiums gear­ beitet. Der plötzliche und vollkommen unerwartete Tod Lucius Werthmüllers ist ein großer Schock für die psychedelische Gemeinde wie für alle Mit­ glieder der Nachtschatten­Familie und alle Ange­ hörigen. Wir vermissen Dich, lieber Lucius! Wir sehen uns auf der «anderen Seite». Für das Lucys­ und Nachtschatten­Team

Markus Berger und Roger Liggenstorfer


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Cannabisanbau Besser in Innenräumen oder lieber im Freiland? TEXT

Chuck Lore

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ie Entscheidung ist gefallen: Es sollen weibli­ che Hanfpflanzen angebaut werden. Neben der Sortenwahl ist natürlich auch zu überle­ gen, wo die Pflanzen idealerweise aufwachsen. Mög­ lich ist die Aufzucht im Freiland (Outdoor­Growing) oder die in Innenräumen (Indoor­Growing). Meist entscheidet man über die Anbauart aus einem Bauchgefühl heraus, aber die Unterschiede im Anbau sind so enorm, dass sich eine intensive Betrachtung lohnt. Dazu werden hier nach einfüh­ renden, allgemeinen Erklärungen erst die Besonder­ heiten des Freilandanbaus beleuchtet und danach die des Innenraumanbaus. Gegen Ende finden sich ein zusammenfassendes Fazit und eine Tabelle mit Fragen, die als Entscheidungshilfe dienen sollen. Der Artikel richtet sich an Grower, die eine ein­ zelne oder einige wenige Pflanzen aufziehen wollen. Die Betrachtungen und genannten Werte gelten nicht für größere Anpflanzungen; diese erfordern professionelles Fachwissen und eine aufwendige Ausstattung.

Allgemeines Grundsätzlich gibt es drei Arten Hanf: den Gemei­ nen Hanf (Cannabis sativa), den Indischen Hanf (Cannabis indica) und den Ruderalhanf (Cannabis ruderalis), der eine Unterart des gemeinen Hanfes ist. Am längs­ ten währt die Blütezeit beim gemeinen Hanf, beim

Indischen ist diese Zeit deutlich kürzer. Bei beiden Sorten wird die Blüte tageslängenabhängig ausgelöst. Sobald die Dunkelphase zehn bis zwölf Stunden andauert, beginnt die Blütenbildung. Diese dauert beim Indischen Hanf zwischen 45 und 60 Tagen,

Der selbstblühende Hanf hat sich einem rauen, nördlichen Klima angepasst und blüht nicht tageslichtabhängig beim gemeinen Hanf 60 bis 90 Tage. Betrachtet man die Tageslänge im deutschen Sprachraum, dann setzt die Blüte bei beiden Sorten spätestens Ende August ein, in nördlichen Lagen später als in südlichen. Indischer Hanf wird also etwa Mitte bis Ende Okto­ ber reif sein, gemeiner Hanf hingegen erst Ende Oktober bis Ende November. Ganz anders entwickelt sich der Ruderalhanf. Dieser hat sich einem rauen, nördlichen Klima angepasst und blüht nicht tageslichtabhängig, son­ dern nach der chronologischen Dauer seiner Exis­ tenz. Rund drei bis vier Wochen nach der Keimung beginnt die Blütenbildung, ganz unabhängig von der Tageslänge. Diese ist nach weiteren sechs bis sieben Wochen abgeschlossen; die Pflanze ist also nach zirka 10 Wochen reif. }


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Lucys Rausch Nr. 12

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Schamanentourismus und Touristenschamanismus

Ayahuasca in Peru TEXT

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To m Jo h n Wo l f f

arum fliegt jemand ans andere Ende der Welt und lässt sich für viel Geld von einer völlig unbekannten Person mit fremder Kultur und Sprache, an einem völlig frem­ den Ort mit unbekannter Natur, eine der stärksten halluzinogenen Substanzen verabreichen? Was erle­ ben diese Menschen, und welche Bedeutung hat das Ganze hinterher in ihrem Leben? Ich habe vier Jahre lang in Peru gelebt und dort Teilnehmer von Ayahuasca­Retreats und Meisterpflanzen­Diäten wissenschaftlich begleitet. Ich habe sie zu ihren Motivationen befragt, zu ihrem Werde­ gang, seit sie das erste Mal von der magischen Dschungeldroge hörten, bis einige Zeit nach ihrer Rückkehr aus Peru. Ich habe sie vor Ort in den Zeremonien begleitet und unmittelbar danach zu ihren Erfahrungen befragt. So konnte ich das Land, die Protagonisten und ihre Hintergründe etwas besser kennenler­ nen, als es vielleicht in der Kürze eines Ayahuasca­Ur­ laubs möglich wäre. Bevor ich von meiner Forschung berichte, die von der Tiefe und der Kraft der Pflanzen handelt, möchte ich auch die realen Verhältnisse vor Ort ansprechen. Ich bin es den Peruanern schuldig, mich dafür einzusetzen, dass auch die andere Seite des Ayahuasca­Neoschamanismus sichtbarer wird. Ich möchte damit die ehren, die vor Ort oft vor ganz anderen Alltagsproblemen stehen als wir. Um sie zu sehen, muss man sich der eigenen rosaroten Brille

bewusst werden, durch die man allzu gerne den Amazonas und «die Indios» wahrnehmen möchte. Manches mag dann stellenweise etwas negativ klin­ gen. Darum möchte ich betonen, dass davon unab­ hängig und trotz alledem die Pflanze ihre erstaunli­ che und wichtige Arbeit im Inneren der Menschen verrichtet.

Die Jagd nach dem «Authentischen» Anfang der 1990er Jahre begann der Touris­ mus­Boom mit Reisen zum sagenumwobenen Zau­ bertrank des Dschungels – Ayahuasca. Zu Beginn waren es nur einige wenige Aussteiger, die hier und da andere Personen nach Peru einluden. Rasch entwickelte sich jedoch die Geschichte zum Erfolgsmodell, so dass heute viele Heilungszentren mit ihren Webseiten um Teilnehmer kon­ kurrieren. Diese Lodges befinden sich meist in der Nähe der größeren Dschungelstädte Iquitos, Pucallpa, Tarapoto und Puerto Maldonado. Sie gehören häufig Nordamerikanern. Die lokalen Mestizen­Schamanen arbeiten dann auf Honorar­ basis. Architektur, Kleidung und Zeremoniell sind folkloristisch und historisierend, so wie man sich eben Dschungel­Indios vorstellt. Die ausländischen Teilnehmer können den Unterschied zwischen die­ sen touristischen Bühnen und der Alltagsrealität des peruanischen Dschungels meist nicht unterschei­ den. Das wollen sie aber auch meist gar nicht. Sie kommen ja, um Ayahuasca zu trinken und Urlaub


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von der Zivilisation zu machen. Echte comunidades indígenas bekommt wohl kaum ein Tourist zu sehen. Nur 9 Prozent der Bevölkerung des Amazonas sind Indigene. Alle anderen sind mehr oder weniger

Wer sind diese Leute, die nach Peru kommen, um Ayahuasca zu trinken? Mischlinge, die entlang der Flussläufe siedeln und handeln. Der Amazonas ist ein Schmelztiegel der Kulturen und Einflüsse. Wer sind nun diese Leute, die nach Peru kom­ men, um Ayahuasca zu trinken? Der Prototyp des Ayahuasca­Touristen ist ein gut gebildeter Weißer aus Nordamerika, der zwischen 30 und 40 Jahre alt ist. Etwa die Hälfte von ihnen haben Vorerfahrungen im Konsum anderer psychedelischer Drogen und

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Vorerfahrungen mit psychotherapeutischen oder anderen psychospirituellen Angeboten. Nicht wenige befinden sich in einer persönlichen Umbruchsitua­ tion oder Krise und erhoffen sich neue Impulse auf dem Weg der Selbstheilung und Selbsterkenntnis. Sie suchen hier den real deal: das authentische indiani­ sche Erlebnis. Meist ohne irgendein Hintergrund­ wissen glaubt man zu «wissen», was authentisch ist. Schließlich hat man Erfahrungsberichte von Stars aus der Popkultur, Youtube­Filme, Netflix­Dokus gesehen und vielleicht ein Buch oder einen Artikel gelesen und Trip­Reports von Bekannten gehört. Hieraus beziehen wir unser «Vorwissen» und die Motivation zur Buchungsentscheidung. Manche hof­ fen, dass ihnen Einblick (ein Blick) in die komplexe spirituelle Welt der Ayahuasca­Schamanen gewährt werde, mit ihrem spezifischen Pantheon an Geistern und Wesen. Ich habe meine Zweifel, ob diese Art von Authentizität überhaupt möglich ist. Schließlich }


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Lucys Rausch Nr. 12

Cannabis-Medikamente:

Der Stand der Forschung TEXT

D r. m e d . Fr a n j o G r o t e n h e r m e n

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och vor zehn Jahren hätte sich diese Über­ sicht auf eine Darstellung der medizini­ schen Einsatzgebiete von THC­reichen Cannabisprodukten beschränkt. Heute gehören CBD­Produkte, für die ein immer breiteres thera­ peutisches Potenzial entdeckt wird, ganz selbstver­ ständlich dazu. Bis vor wenigen Jahren galten zudem Cannabinoid­Carbonsäuren wie THCA und CBDA als pharmakologisch inaktiv. Heute ist bekannt, dass THCA beispielsweise entzün­ dungshemmend wirkt und CBDA Übelkeit lindert. Klinische Studien gibt es bisher allerdings noch keine. Auch andere Can­ nabinoide wie CBG (Cannabigerol) als wirksames Antibiotikum und THCV (Tetrahydrocannabivarin) als Mittel zur Gewichtsreduktion werden verstärkt untersucht. Die Literatur und die Zahl der Studien zu THC­ und CBD­haltigen Präparaten ist umfangreich, sodass hier nur eine skizzenartige tabellari­ sche Übersicht und eine kleine Aus­ wahl von Studien bei Schmerzerkrankun­ gen, Störungen des Immunsystems (Entzündungen, Autoimmunerkrankungen, Aller­ gien), neurologischen und neurodegenerativen Er­ krankungen sowie psychiatrischen Erkrankungen vorgestellt werden. Aktuelle ausführlichere Über­ sichten zu allen möglichen Einsatzgebieten finden sich in Büchern von Müller­Vahl und Grotenhermen (2019), Grotenhermen (2020 und 2021).

Der medizinische Nutzen von THC Wenn von THC die Rede ist, ist im Allgemeinen das in der Pflanze natürlich vorkommende Delta­9­THC gemeint. Mehr als zehn Cannabinoide zählen zum Delta­9­THC­Typ, von denen in der Pflanze vor allem zwei Delta­9­THC­Säuren (THCA) vorkom­ men, die unter der Einwirkung von Hitze in das phe­ nolische Delta­9­THC umgewandelt werden. Dieses

phenolische THC verursacht die bekannten psyche­ delischen Wirkungen von Cannabis und ist auch für viele andere pharmakologische Wirkungen verant­ wortlich. Einsatzmöglichkeiten für THC­reiches Cannabis und THC ergeben sich für folgende Krankheiten und Krankheitssymptome. Übelkeit und Erbrechen: Krebschemotherapie, HIV/Aids, Hepatitis C, Schwangerschaftserbre­ chen, Übelkeit im Rahmen von Migräne Appetitlosigkeit und Abmagerung: HIV/Aids, fortgeschrittene Krebserkrankung, Hepati­ tis C Spastik, Muskelkrämpfe: Multiple Sklerose, Querschnittslähmung, Spastik nach Schlaganfall, Span­ nungskopfschmerz, Bandschei­ benprobleme und Verspannun­ gen der Rückenmuskulatur Bewegungsstörungen: Bewe­ gungsstörungen mit einem Übermaß an Bewegungen (hyperki­ netische Bewegungsstörungen) wie Tourette­Syndrom, Dystonie (zum Beispiel spastischer Schiefhals oder Lid­ krampf), durch eine Behandlung mit Levodopa ausgelöste Dyskinesien bei der Parkinson­ Krankheit, tardive Dyskinesien (eine mögliche Nebenwirkung von Neuroleptika, die bei Schizophrenie verwendet werden), essenzieller Tremor (Zittern) Schmerzen: Migräne, Clusterkopfschmerz, Phantomschmerzen, Neuralgien (Nerven­ schmerzen, zum Beispiel Ischialgie/Ischias­ schmerzen), Menstruationsbeschwerden, Parästhesien (Kribbeln, Brennen, Ameisenlau­ fen) bei Diabetes oder Aids, Hyperalgesie (verstärkte Schmerzempfindlichkeit), Schmer­ zen bei verspannter Muskulatur und Muskel­ krämpfen, Arthrose, Arthritis, Colitis ulcerosa (eine chronische Darmentzündung),


Cannabismedizin ist vielfälig und wirksam.

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Restless­Legs­Syndrom (Syndrom der unruhi­ gen Beine), Fibromyalgie (Weichteilrheumatis­ mus) Chronisch-entzündliche Erkrankungen: Colitis ulcerosa, Morbus Crohn (eine Darmerkran­ kung), rheumatoide Arthritis, Morbus Bechte­ rew (entzündliche Arthritis der Wirbelsäule und der großen Gelenke), Psoriasis (Schuppen­ flechte), Neurodermitis, Akne inversa Allergien: Asthma, Hausstauballergie, Heu­ schnupfen Juckreiz: starker Juckreiz bei Lebererkrankun­ gen, Neurodermitis Psychische Erkrankungen: Depressionen, Angststörungen, bipolare Störungen (ma­ nisch­depressive Störung), posttraumatische Belastungsstörung, Hyperaktivität, ADS (Auf­ merksamkeitsdefizitsyndrom) beziehungsweise ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit­/Hyperaktivi­ tätssyndrom), Impotenz, Alkoholismus, Opiatabhängigkeit, Schlafmittelabhängigkeit, Schlaflosigkeit, Autismus, verwirrtes Verhalten bei der Alzheimer­Krankheit Überproduktion von Magensäure: Magen­ schleimhautentzündung Erhöhter Augeninnendruck: Glaukom (grüner Star) Hörstörungen: Tinnitus (Ohrgeräusche) Weitung der Bronchien: Asthma, Luftnot bei anderen Erkrankungen der Atemwege

Epilepsie Singultus (Schluckauf) Überproduktion von Schweiß: Hyperhidrose Krebshemmung: Krebserkrankungen Hauterkrankungen: Neurodermitis, Psoriasis (Schuppenflechte), Akne inversa

Reizdarm

Die medizinische Nutzung von CBD Für Cannabidiol kommen unter anderem folgende medizinische Einsatzgebiete in Frage. Meistens wur­ den bisher nur Studien in der Grundlagenforschung und offene klinische Studien durchgeführt, sodass keine abschließende Bewertung möglich ist. Epilepsie   Angststörungen   Depressionen   Schlafstörungen   Schizophrene Psychosen   Entzündungen   Schmerzen   Dystonie, Dyskinesie   Drogenabhängigkeit   Übergewicht   Diabetes   Epidermolysis bullosa   Amyotrophe Lateralsklerose   Bluthochdruck   Arterielle Gefäßsteifigkeit   Autismus }  


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Cannabis und Yoga TEXT

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René Schliwinski

assen Cannabis und Yoga zusammen? Diese Frage wird in Yogakreisen entweder einfach ignoriert oder kontrovers diskutiert. Häufig heißt es: Nein, psychoaktive Substanzen (wie Canna­ bis) sind nicht mit der Philosophie des Yoga verein­ bar. Doch ist das wirklich so? In Indien, Pakistan, Nepal und Tibet, also den Ursprungsländern des traditionellen Yogas, ist der rituelle Gebrauch von Ganja, den Cannabis­Blüten, und Charas, dem handgerollten Haschisch, seit Jahrtausenden bekannt. An den sonnigen Berghän­ gen und in den Tälern des Himalayas ist der Hanfan­ bau eine uralte Familientradition. Es gibt dort nicht nur einen Freizeitkonsum, sondern auch den tradi­ tionellen, kulturellen und sakralen Gebrauch dieser «heiligen Pflanze». Denken wir nur kurz an die Chil­ lum rauchenden Sadhus im Himalaya, die Ganja als heilige Gabe der göttlichen Mutter Parvati verehren und den Gott Shiva anbeten, der als der Gott des Yoga und der Meditation gilt. Shiva ist auch der Beschützer der Heilpflanzen und Rauschdrogen. Wieso tut man in Yogakreisen so, als ob Cannabis nicht zum Yoga oder zum spirituellen Weg passen würde? Hier einige mögliche Antworten:

 mangelndes Wissen durch mangelhafte Aufklärung  A  ngst und Verunsicherung aufgrund der Gesetz­ gebung  n  egative Erfahrungen durch unsachgemäßen Gebrauch  d  er Fokus liegt zu sehr auf dem Freizeitkonsum (Party, Chillen, Betäubung)  k  eine lebendige Tradition, keine Vorbilder, die zeigen, wie wir sinn­ und verantwortungsvoll damit umgehen können alsch verstandene spirituelle Ideale (wie Reinheit,  f  Keuschheit, Zölibat)  der moralische Zeigefinger

Das Yoga Sutra des Patanjali Einer der wichtigsten Quellentexte des Yoga ist das Yoga Sutra von Patanjali. Es hat für das Yogasystem einen ähnlichen Stellenwert wie die Bhagavad Gita für die Hindus oder die Bibel für die Christen. Yoga ist keine Religion, sondern ein praktischer Übungsweg, der jedem Menschen offensteht, egal woher er kommt und woran er glaubt. Daher ist das Yoga Sutra auch kein religiöser Text. Es ist vielmehr eine Sammlung von Aphorismen, die in gebündelter


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Cannabis und Yoga ergänzen sich gegenseitig. Fotos: Adobe Stock, Diyahna Lewis / Unsplash

Form die Quintessenz des Yogasystems wiederge­ ben, eine Art kompakter Leitfaden für ernsthafte Aspiranten des Yoga. Alles, was darin steht, hat eine tiefere Bedeutung und offenbart seine Tragweite häufig erst nach intensivem Studium und vor allem durch die eigene, regelmäßige Praxis des Yoga. Das Yoga Sutra besteht aus vier Kapiteln. Das erste Kapitel beschäftigt sich vor allem mit psycho­ logischen Fragen wie: Was ist unser Geist? Wie funk­ tioniert der Geist? Was ist Leiden? Wie können wir Leiden lindern? Und so weiter.

Das zweite Kapitel beschreibt im Detail die Sadhana, also die Praxis des Yoga. Darin werden auch die berühmten acht Stufen des Raja Yoga präsen­ tiert. Das dritte Kapitel beschreibt unter anderem die sogenannten Siddhi, das heißt, die zu erwarten­ den Erfahrungen und Ergebnisse einer ernsthaften Yogapraxis. Und das vierte Kapitel beschäftigt sich ausführ­ lich mit den höheren Bewusstseinszuständen, in die man durch fortgeschrittene «Innere Arbeit» und intensive Meditation eintaucht. Hier werden auch }


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20 JAHRE CANNATRADE

«Eine riesige Chance» Interview mit Organisator Ben Arn

INTERVIEW

Roger Liggenstorfer

2021 feiert die Schweizer CannaTrade ihr 20­jähri­ ges Bestehen, sie ist damit die dienstälteste Canna­ bismesse im deutschsprachigen Raum. Aufgrund der nach wie vor geltenden Coro­ na­Maßnahmen ist es den Veranstaltern allerdings nicht möglich, die beliebte Messe wie gewohnt durch­ zuführen – stattdessen planen sie ein rauschendes Geburtstagsfest in Bern, wenn auch mit limitierter Teilnehmerzahl. Lucys Rausch hat mit Ben Arn, dem Chef des Organisationsteams, gesprochen.

Die CannaTrade ist im deutschsprachigen Raum die dienstälteste Hanfmesse. Nach dem Start in Bern fand die Fachmesse seither in unterschiedlichen Locations in Basel und Zürich statt und ist nun wieder back to the roots in Bern. Was zeichnet die CannaTrade gegenüber anderen Cannabismessen aus? Gute Frage! Grundsätzlich viel und wenig gleichzei­ tig. Die Hanfmessen Europas haben ja alle einen sehr ähnlichen Stempel, da jede neue auch irgend­ wie eine Kopie einer bestehenden Messe war. Die


Lucys Rausch Nr. 12

«Die Gesellschaft ist nun bereit, Cannabis wieder zu akzeptieren und einzusetzen.» größten Unterschiede sehe ich in den kulturellen und politischen Verschiedenheiten der Länder, wo die jeweiligen Hanfmessen durchgeführt werden: Die Spannabis in Barcelona ist beispielsweise die größte Party­Messe, da ist man meist schon nach dem Anstehen high. Die CannaTrade hingegen gilt in der Branche als professionellste Messe. Beides hat meiner Meinung nach viel mit dem Standort zu tun; in Barcelona herrscht generell mehr Ausgelassenheit als in Zürich oder Bern, dafür garantieren wir in der Schweiz umso mehr Zuverlässigkeit und Qualität.

Kannst du bereits etwas zur nächsten Ausgabe der CannaTrade sagen, die hoffentlich 2022 nach zwei Jahren Unterbrechung wieder stattfinden wird? Sie wird die größte CannaTrade, die je stattgefunden hat! Das Gelände umfasst 12 000 Quadratmeter, wir werden über 250 Stände und damit mindestens 300 Aussteller willkommen heißen. Ebenso sind die Samenfirmen am Zurückkehren, die hatten wir ja damals im Jahr 2008 verloren. Nun stehen wir mit dem CBD­Business in einer neuen Ära, und der nächste Schritt folgt sogleich: Mit den anstehenden Pilotprojekten für den Freizeitkonsum und die Regulierung von Cannabis als Medizin schreitet die Schweiz mit großen Schritten in Richtung Regulie­ rung, und die CannaTrade zieht dabei natürlich mit.

Wie hat sich die Hanfgemeinde – Aussteller und Publikum – in den vergangenen 20 Jahren verändert? Sie hat sich von Jahr zu Jahr weiterentwickelt. Wenn ich mir die Bilder der ersten Messen anschaue und die damals einfachen Stände großer Brands von heute ansehe, dann sind auf Ausstellerseite viele Kilometer zurückgelegt worden. Und der Sprung von 2016 (vor dem CBD­Boom) zu 2018 und 2019 ist ebenso gewal­ tig: Aus der kleinen Schweizer Hanfmesse wurde quasi über Nacht wieder eine international relevante

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Cannabismesse mit großen und professionell design­ ten Ständen. Ebenso haben sich die Besucher verän­ dert: Das Publikum ist um einiges vielfältiger gewor­ den. Früher waren die Leute fast ausschließlich am Kiffen oder Growen interessiert. Heute wird die Messe auch von Menschen besucht, die keinen Bezug zum Kiffen haben, sich dafür beispielsweise für Can­ nabis als Medizin, als Lebensmittel oder für CBD­An­ wendungen interessieren.

Und wie hat sich das Bild der Cannabispflanze in der Öffentlichkeit gewandelt? Sind die Vorurteile im Vergleich zu früher weniger geworden? Definitiv! In den letzten vier bis fünf Jahren hat ein riesiges Umdenken stattgefunden. Zuvor wurde ich von vielen Leuten in meinem Umfeld eher belächelt, wenn ich mich als Organisator der Hanfmesse vor­ stellte. Heute ist das umgekehrt: Bei jeder Begegnung mit Menschen ist ein enormes Interesse vorhanden, wenn ich meinen Job verrate. Ebenso erinnere ich mich gerne ans Jahr 2018, als wir mit dem Projekt «Cannabis Village» an die Olma St. Gallen gingen. Im Vorfeld hatte ich gemischte Gefühle, wie das doch eher ländliche Publikum die Hanf­Thematik aufneh­ men wird. Und dann wurden wir überrannt, von der Türöffnung am Tag eins bis zum Messeschluss. So etwas hätte ich nicht zu träumen gewagt. Und es zeigte mir: Die Gesellschaft ist nun bereit Cannabis wieder zu akzeptieren und einzusetzen.

Ist es für euch als Organisationskomitee heute politisch leichter, eine solche Messe zu veranstalten? Ja, politisch ist es bestimmt einfacher, dank der Ver­ änderungen, welche passiert sind und weiter passie­ ren werden.

Inwiefern hat die Möglichkeit, Cannabis als Medizin zu nutzen, die öffentliche Meinung beeinflusst? Ich glaube, dass die öffentliche Meinung am meisten durch CBD beeinflusst wurde. Plötzlich war dieses Kraut nicht mehr einfach zum High­Machen da. Es wurde als Genussmittel akzeptiert; gleichzeitig hilft es vielen Menschen bei verschiedenen Gebrechen. Der }


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Lucys Rausch Nr. 12

Z A P P A R D R A BERN

n e b e L A u s de m e b e l le n r f n a H s e ein Die Entdeckung des Hanfs: Eine Initiationsreise 1970 war ich 17 Jahre alt, und meine Generation ent­ deckte die Rockmusik, die Popmusik und die Hip­ piebewegung. Voller Begeisterung begrüßten wir diese Philosophie, brachte sie doch die Hoffnung auf eine neue und bessere Welt. Ein Jugendlicher, der die Welt nicht verändern will und sich ohne Rebel­ lion mit der Gesellschaft arrangiert, ist blutleer, ein Mensch ohne Zukunft. Die menschliche Natur ist so beschaffen, dass jede neue Generation den Samen der Veränderung in sich trägt, der die Evolution unserer Spezies voranbringt. Bisher kannten wir nur den Alkohol und die zahl­ reichen Probleme, die er mit sich bringt. So schienen uns die neuen «Freizeitdrogen» Haschisch und Mari­ huana überaus attraktiv. Beide kamen aus Indien oder Marokko zu uns, als Mitbringsel der zahllosen Hippies, die dorthin gepilgert waren, um neue spiri­ tuelle Perspektiven zu suchen und zu finden. Im Sommer 1970 reiste ich mit Jean­Paul, einem Freund aus meinem Heimatdorf, nach Amsterdam. Damals reiste man per Autostopp. An den Straßen­ rändern standen Scharen von jungen Leuten, die

Radikaler «Alpen-Gandhi» Der rebellische Walliser Hanfbauer Bernard Rappaz wurde mehrmals zu unverhältnismäßig hohen Gefäng­ nisstrafen verurteilt, wie sie für politische Gefangene typisch sind. Seine Hungerstreiks führten in der Schweiz zu öffentlichen Kontroversen. Heute verkauft er CBD­Produkte und hat in Nepal eine Hilfsorganisation gegründet. Wir dokumentieren einige leicht gekürzte Ausschnitte aus seiner Autobiografie, die er im Gefäng­ nis schrieb. Bernard Rappaz Der Pionier. Die abenteuerliche Lebensgeschichte eines Hanfrebellen. Nachtschatten Verlag 2016. ISBN 978­3­03788­397­6

Der Protagonist in

seinem Hanffeld he

ute.

Foto: B. Rappaz

den Daumen hoben. Dieses günstige Transportmit­ tel bot die Gelegenheit, Leute kennenzulernen und sich quasi ohne Geld auf Entdeckungsreise zu bege­ ben. Es entsprach ganz und gar der zutiefst antima­ terialistischen Hippie­Philosophie. Unser Leitmotiv «Make love, not war» führte zu vielen Freiheiten und einem Geist des Teilens und der Toleranz. (...) Amsterdam ist eine weltoffene Stadt. Wir streiften durch die Straßen, besuchten die Museen. Auf dem Dam­Platz mit seinem Denkmal, das an einen riesigen erigierten Phallus erinnert, versam­ melten sich stets eine Menge Hippies, junge Leute, Neugierige und Touristen. Nachdem wir zum ersten Mal Gras – getrocknete Hanfblüten – gekauft hatten, gingen wir sogleich in unser kleines Hotelzimmer. Etwas ängstlich nahmen wir den ersten Zug. Wir


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schauten uns an, jeder fragte den anderen: «Spürst Grenzwächter unseren Fahrer respektvoll; etwas du was?» Nichts! Nach dem zweiten Zug immer noch weiter weg lässt er uns aussteigen. Hoppla, es war der keine Wirkung! So rauchten wir unsere erste Pfeife Chef der Grenzer gewesen! Der Rest unserer Reise ohne Resultat. Wir waren sicher, dass man uns etwas verläuft ohne Zwischenfälle. anderes als Gras angedreht hatte, und versuchten es In Saxon wurde das von Charly geführte Café am nächsten Tag noch einmal. Joints waren damals Canasta zu unserem Treffpunkt. Mein Lieblingsort, unüblich, man rauchte in Pfeifen oder Chillums wo wir viel Zeit verbrachten, sozusagen unser Haupt­ (Zigaretten und Joints tauchten erst später auf, da quartier. Eine französische Serviererin verliebte sich man wegen der Repression auf unauffälligeres Mate­ ein wenig in mich. Mit ihr und einigen anderen rial umsteigen musste; die Polizei durchsuchte vor rauchten wir gelegentlich. Als sie wieder zuhause allem Leute, die Pfeifen bei sich trugen). war, schrieb sie mir. Meine Mutter, die sehr neugierig Auch beim zweiten Mal stellte sich keine Wirkung war, las meine Briefe. Eine Katastrophe: Unser Sohn ein! Wir spekulierten über die Gründe … In der Tat nimmt Drogen! Ein Familiendrama bahnte sich an, wussten wir nicht, dass die THC­Rezeptoren nicht hinter meinem Rücken! Wir waren nämlich mitten in gleich beim ersten Mal anspringen. Außerdem kön­ der Weinlese, und meine Hilfe wurde gerade drin­ nen die Spannung und die Furcht vor dem Auspro­ gend benötigt – vor allem, um die Trauben abzulie­ bieren jegliche Wirkung fern. Nach der Lese benach­ blockieren. Wenn mir richtigte mein Vater die heute beispielsweise ein Polizei; er glaubte, das Bauer sagt, dass er es ver­ Richtige zu tun. sucht hat und nicht die Ich wurde zusammen geringste Wirkung ver­ mit Jean­Paul verhaftet. spürte, erklärt sich das Wir verbrachten acht Tage durch dieses Phänomen. im Untersuchungsgefäng­ Bei unserem dritten nis von Martigny, nur weil Versuch, als wir viel ruhi­ wir das verflixte Gras ger und entspannter in geraucht hatten! In diesem Amsterdam: Sit-In von Hanffreunden. Foto: zvg einer spontan entstandenen empfindlichen Alter kann kleinen Gruppe waren, spür­ ein solcher Schock Überle­ ten wir ein kaum zu beschreibendes Entzücken auf­ gungen und Fragen aufrühren, die den Geist zur steigen. Das THC durchdrang uns endlich, und unser Rebellion anstacheln. Ich brauchte Jahre, um die Geist, der zur Ruhe gekommen war, unternahm seine Denunziation meines Vaters zu verdauen, die einem erste Reise. Später, nachdem er einige Jahre geraucht Vertrauensbruch gleichkam und zu meiner ersten hatte, integrierte sich Jean­Paul vermehrt ins Walliser Inhaftierung führte. (...) Leben und wandte sich dem hierzulande beliebten Alkohol zu ... Ich selbst blieb dem Hanf treu und kon­ Walliser Queen und Red Valais sumiere nun schon seit 40 Jahren, ohne je körperli­ Das Gras aus Amsterdam enthielt viele kleine Hanf­ che oder psychische Probleme gehabt zu haben. Ich samen, mit denen ich ab 1971 meinen eigenen Frei­ bin bei bester Gesundheit und sehr aktiv. (...) zeithanf züchtete. Damals gab es noch keine Sinse­ Bei der Rückreise nehmen wir 500 Gramm Gras milla­Pflanzen mit samenlosen Blüten. verschiedenster Herkunft mit – Afrika, Asien, Kolum­ Jedes Jahr wähle ich die schönste Pflanze aus. In bien, Mexiko. Wir verstecken die Säckchen in unse­ 25 Jahren passte sich meine Sorte sehr gut an die ren Stiefeln. Ein Auto nimmt uns mit bis ins Zentrum lokalen klimatischen Bedingungen an und erweckt von Holland, dann laufen wir halb verdurstet durch jetzt weltweites Interesse. Ich nannte diese Sorte Waldieses flache Land. Als wir es nicht mehr aushalten, liser Queen. Ihr Aroma, ihr ätherisches Öl und ihr gro­ laufen wir einer Kuh hinterher, um sie zu melken. ßer Ertrag machen sie zu einer überaus interessanten Schließlich muss man überleben, nicht wahr? In der Sorte, umso mehr, als sie eine gute Resistenz gegen Nähe der belgischen Grenze nimmt uns ein sympa­ Trockenheit, Kälte und Schädlinge aufweist. Sie ist thischer Autofahrer mit. Am Zoll grüßen die kaum anfällig für Schimmel und wächst auch in }


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Lucys Rausch Nr. 12

Kratom

im Mischkonsum Booster-Effekte und beliebte Kombinationen TEXT

K

Dirk Netter

ratom (Mitragyna speciosa) ist ein immergrü­ ner, tropischer Baum, der in den feuchten bis sumpfigen Gebieten Südostasiens wächst. Die gleichnamige Kräuterdroge wird in den Herkunftsländern seit Jahrhunderten als Rausch­ und Medizinalpflanze genutzt. Obwohl die Pflanze bereits seit Beginn des letzten Jahrhunderts bekannt ist, erreichte sie unter ethnobotanisch Interessier­ ten in unseren Breiten erst zu Beginn des 21. Jahr­ hunderts eine größere Bekanntheit. Die Wirkung von Kratom kann man als paradox beschreiben, da sie sowohl aktivierende als auch sedierende Eigenschaften aufweist. Viele Kratom­ Nutzer schätzen die Substanz darüber hinaus wegen

Frische Triebe einer Kratompflanze.

Foto: Adrian Linack

ihrer schmerzstillenden und angstlösenden Eigen­ schaften, die hauptsächlich auf die Hauptwirkstoffe Mitragynin und 7­Hydroxymitragynin zurückzu­ führen sind. Berichte über Unfälle mit fatalen Folgen sind sel­ ten und lassen sich laut aktuellem Forschungsstand nahezu immer auf Beikonsum mit ganz bestimmten weiteren Substanzen zurückführen (mehr dazu wei­ ter unten). Aufgrund dieser günstigen Eigenschaf­ ten nutzen viele die Kräuterdroge, um die Wirkung anderer Drogen positiv zu beeinflussen.

Grundlegende Hinweise zum Mischkonsum Keine Substanz ist völlig ungefährlich. Wie immer hängt es von der sachgerechten Nutzung ab, ob man die Wirkung als wünschenswert und sicher bezeich­ nen kann. Obwohl Kratom kein klassisches Psyche­ delikum darstellt, empfiehlt es sich dennoch, beson­ ders bei Mischkonsum, die altbekannten Regeln von Dosis, Set und Setting zu beachten (siehe auch: Netter 2019: 71f). Die Wirkung, die durch eine Kombination ver­ schiedener psychotroper Substanzen erreicht wird, lässt sich oft nicht präzise vorhersagen. Auch ist der simultane Konsum mehrerer Substanzen grundsätz­ lich mit höheren Risiken verbunden als der Einzel­ gebrauch. Wer sich trotz der potenziellen Gefahren für den Mischkonsum entscheidet, sollte zuvor einige Überlegungen anstellen, um mögliche gesundheitliche Risiken zu minimieren (vgl. Cousto 2016: 123). Es bietet sich an, anwesende Freunde


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Pharmakologische Wechselwirkungen: Das P450-Enzymsystem

Kapseln mit gemahlenen Blättern.

Foto: Dreamstime

oder Bekannte über den Konsum zu informieren, so dass sie im Notfall besser Hilfe leisten können. Zudem sollte man bereits im Vorfeld bestimmte Kontraindikationen, Wechselwirkungen und Erfah­ rungsberichte recherchieren, um einen Großteil der möglichen Gefahrenquellen auszuschließen.

Kontraindikationen Wer zur Abhängigkeit neigt, sei es bei Genussdrogen oder bei anderem potenziell schädlichem Verhalten, sollte Kratom nur mit äußerster Vorsicht konsumie­ ren. Regelmäßiger Konsum kann sonst schnell zur Gewohnheit werden. Darüber hinaus können die Hauptalkaloide Mitragynin und 7­Hydroxy­Mitragynin zu uner­

Zentral dämpfende Arzneimittel können die KratomNebenwirkungen verstärken. wünschten Wechselwirkungen mit bestimmten Sub­ stanzen führen. Wer also regelmäßig oder akut bestimmte Medikamente (aber auch Straßendrogen) einnimmt, muss eine gewisse Vorsicht walten lassen. Im Allgemeinen betrifft dies alle Substanzen, die in Verbindung mit herkömmlichen Opioiden ebenfalls vermieden werden sollten, darunter weitere Opioide, Beruhigungsmittel (beispielsweise Benzodiazepine), Schlafmittel, Neuroleptika, Muskelrelaxantien, Anti­ depressiva, Antihistaminika und Alkohol. Diese zentral dämpfenden Mittel können die Nebenwirkungen von Kratom verstärken und zu einer lebensbedrohlichen Atemdepression führen, wie sie beim Einzelkonsum von Kratom kaum eintritt. Jüngst veröffentlichte Fallberichte erwähnen Sub­ stanzen, die im Zusammenhang mit einer fatalen Überdosis in Urin­ und Blutproben der Patienten gefunden wurden: den Hustenblocker Dextro-

Monoaminooxidase­Hemmer (auch: MAO­Inhibitoren) sind in der psychonautischen Szene aufgrund ihrer Ver­ wendung im Ayahuasca weitgehend bekannt. Generell gilt der gleichzeitige Konsum der meisten Drogen (darun­ ter auch Kratom) mit MAO­Inhibitoren als äußerst gefährlich und sollte vermieden werden. Doch für den Arzneimittel­ Stoffwechsel sind auch andere Prozesse von Bedeutung. Eine Gruppe von über 50 Enzymen, die Cytochrome P450 genannt werden, ist essentiell für die körpereigene Verarbeitung von Arzneistoffen. Sechs dieser Iso­Enzyme bauen ungefähr 90 CYP2D6-Kristallstruktur. Prozent der bekannten Sub­ stanzen ab, wobei CYP2D6 sowie CYP3A4 die bedeu­ tendste Rolle spielen. Aufgrund von bestimmten Mutatio­ nen, die dieses Enzymsystem betreffen, können nicht alle Menschen eingenommene Substanzen im gleichen Maße abbauen. Während ein Großteil der Menschen ein «nor­ mal» funktionierendes Enzymsystem aufweist, gibt es sogenannte «ultrarapid metabolizer», die eine stark erhöhte Enzymaktivität aufweisen und damit Medika­ mente schneller abbauen, sowie «poor metabolizer» mit verminderter bis aufgehobener Enyzmaktivität. Einige Opioide, darunter auch die Kratom­Alkaloide, werden durch CYP450­Isoenzyme biotransformiert. Das macht Arzneimittelwechselwirkungen mit sogenannten CYP­Hemmern und CYP­Induktoren möglich (Hanapi / Ismail / Mansor 2013). Laut aktuellem Stand der Wissen­ schaft werden die Kratom­Alkaloide konkret durch CYP3A4 und zu einem geringeren Teil durch CYP2D und CYP2C9 metabolisiert (Hanapi /Ismail /Mansor 2013; vgl. auch: Kong et al. 2011: 7354). Die wenigen dokumentierten Fälle von Leberschäden (Kapp et al. 2011) durch Kratomgebrauch könnten auf gene­ tische Dispositionen («poor metabolizer») zurückzuführen sein. Diese genetischen Eigenheiten könnten womöglich auch erklären, warum es vereinzelte Nutzer gibt («ultrarapid metabolizer»), die ein Vielfaches der üblichen Dosis einneh­ men müssen, bevor sie einen Wirkungseintritt verspüren. Betrachtet man die von den US­Behörden oftmals hochstilisierten Meldungen zum «enormen Gefähr­ dungspotenzial», so fällt auf, dass bei nahezu allen Betrof­ fenen neben Kratomkonsum auch Abbauprodukte von diversen Benzodiazepinen und anderen Opioiden (z.B. Fentanyl) nachgewiesen wurden, von denen der überwie­ gende Teil durch die oben genannten Enzyme abgebaut wird (Tanna et al. 2020: 18f)).

methorphan (DXM), O-desmethyltramadol (aktiver Metabolit von Tramadol), Propylhexedrin (struktur­ verwandt mit Methamphetamin), Diphenhydramin (ein Antihistaminikum), die beiden Benzodiazepine }


Die kompletten Artikel sind in der gedruckten Ausgabe zu lesen: ist erhältlich im Pressehandel, in Buch- und Hanfshops, im Versand über lucys-magazin.com oder als Abo mit Langzeitwirkung. Auch als E-Book!


Claude Weill: Elysium hin und zurück. Edition Spuren, geb. 189 S. € 20 ISBN 978-3-905752-77-9

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Die Tattva Viveka ist seit 1994 ein unabhängiges, nicht-kommerzielles Wissensmagazin zur Integration von Wissenschaft und Spiritualität. Tattva Viveka hat sich zur Aufgabe gesetzt, zur Entwicklung des menschlichen Bewusstseins beizutragen. Hierzu gehören die spirituellen Traditionen der Menschheit sowie Wissen und Weisheit aus der Philosophie und den Wissenschaften. Der Name »Tattva Viveka« stammt aus dem altindischen Sankrit und bedeutet »Die Unterscheidung von Wahrheit und Illusion«.

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unter anderem mit: Prof. Dr. Dr. Hans-Peter Dürr, Prof. Dr. Gerald Hüther, Rainer Langhans, Rupert Sheldrake u.a. Themen: Quantenphysik, Hirnforschung, Schamanismus, Sexualität, Bewusstsein, Medizin, Gefühle, Kraft der Frau, Yoga, Geld, Ökologie, Psychologie, Kinder u.v.m.

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Lu c y s R a u s c h Nr. 1 2

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25 Jahre eve&rave Schweiz TEXT

Sevan Roggensinger & Julian Meili

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er Verein eve&rave wurde vor 25 Jahren im Strudel der hedonistischen 90er Jahre gebo­ ren. In den Großstädten Europas verbreite­ ten sich House und Techno wie ein Lauffeuer. Mit der Rave­Kultur und den Technokids wurden Party­ drogen immer populärer. 1996 kam es deshalb zur Gründung von eve&rave, einem Verein aus der Szene für die Szene, mit dem Ziel der Schadensmin­ derung. Das Verteilen von Infoflyern und ­broschü­ ren spielte damals in der Zeit vor dem Internet eine zentrale Rolle. Der Peer­to­peer­Ansatz, welcher der persönlichen Erfahrung den Vorrang gegenüber pro­ fessionellen Zertifikaten gibt, ist in Zeiten neuer psy­ choaktiver Substanzen aktueller denn je. Die Mitglieder des Vereins eve&rave leis­ ten nicht nur engagierte Freiwilligen– arbeit, sie teilen auch die Leidenschaft für Musik und die Auseinandersetzung mit psy­ chotropen Substanzen. Ihre große Erfahrung und ihr Wissen teilen sie gerne mit anderen Menschen. Neumitglieder sind herzlich willkommen! eve&rave steht ein für die Vision einer liberalen Gesellschaft, in der Drogen von ihren Stigmata befreit werden; für eine Zukunft, in der Drogenkon­ sum nicht länger strafrechtlich verfolgt wird und in der die Gesellschaft das Recht auf Selbstbestimmung respektiert. Mündige Menschen sollen anhand ver­ lässlicher Informationen selbst entscheiden dürfen, was ihnen gut tut. Just say know!

Arbeitsfelder von eve&rave heute  Das eve&rave Internet­Forum besteht seit Anfang der 2000er und ist mittlerweile die wichtigste deutschsprachige Internetseite zum freien Austausch von Drogenwissen und ­erfahrungen.  eve&rave ist mittendrin: in Clubs, an Outdoor­ partys oder an Festivals. Wir beraten Konsumie­ rende und sorgen als psychedelische Ambulanz dafür, dass allfällige Substanznotfälle vor Ort behandelt werden können.  eve&rave vermittelt Wissen: Wir führen Workshops an Schulen durch, teilen unsere Erfahrungen in Zeitschriften, halten Vorträge an szenennahen Veranstaltungen und nehmen an nationalen Fachgruppen im Bereich Schadensmin­ derung und Suchtpolitik teil.

Zwei Partybesucher am Infostand von eve&rave.

Foto: zvg

Zum 25­jährigen Jubiläum zaubern wir 2021 ein fantastisches Event für alle wissensdurstigen und kontaktfreudigen Freundinnen und Freunde des Rauschs. Das Programm bietet Raum für Nostalgie, aber auch für das Hier und Jetzt und den Blick nach vorn. Lasst uns gemein­ sam herausfinden, wo uns die Reise künftig hin­ führt! Wann und wo das Event stattfindet, erfahrt ihr auf www.eve-rave.ch sowie auf unserer Face­ book­ oder Instagram­Seite. Stay tuned!

PIONIERE DES DRUGCHECKING

«Wir wollen wissen, was drin ist!» Das deutsche Vorbild von eve&rave wurde in Berlin im Oktober 1994 von engagierten Mitglie­ dern der Technoszene, unter anderem Lucys­ Autor Hans Cousto, als Reaktion auf Zensur­ versuche von konservativen Politikern gegründet, um Energien zur Förderung der Party­ und Technokultur und zur Minderung der Drogen­ problematik zu bündeln. Für eve&rave ist Drug­Checking ein unabdingbares Instrument zur Drogenaufklärung. In der Schweiz konnte der Verein eve&rave im Rahmen eines Pilotversuchs als erste Organisation legal und wissen­ schaftlich begleitet ein Ecstasy­Monitoring durchführen und so zur Schadensminderung in der Partykultur beitragen.


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Giorgio Samorini

ELEUSIS KOMPAKT

Der bekannte italienische Drogenforscher präsentiert Nachrichten und kurze Meldungen zu psychoaktiven Pflanzen und Substanzen und zur Rauschkultur.

ARCHÄOLOGIE Stechapfel Dutzende von Stechäp­ feln (Datura wrightii), die sogar noch die Alkaloide Scopolamin und Atropin enthalten, wurden an der Decke einer kalifor­ nischen Höhle neben Felsmalereien gefunden. Dies ist der erste direkte Beweis, der die äußerst visionären kaliforni­ Wrights Stechapfel (Datura wrightii). Foto: Wikimedia schen Malereien mit der Einnahme von Datura in Verbindung bringt und der die vielen ikonographi­ schen Interpretationen von Bildern dieser Pflanze in eben diesen Malereien bestätigt. Robinson D.W. et al., 2020, Datura quids at Pinwheel Cave, California, provide unambiguous confirmation of the ingestion of hallucinogens at a rock art site, PNAS, 117: 31026–37.

Archäologisches Atropin In 21 archäologischen Artefakten aus Nordamerika, die einem Zeitraum von über 2000 Jahren und einem geografischen Gebiet von mehr als 2000 Quadratkilometern zugeordnet werden, wurde Atropin gefunden. Dies bestätigt, dass die Objekte einst zum Trinken von Stechapfeltränken verwen­ det worden waren. Es war die erste archäologische Suche nach einem Tropanalkaloid. Die Formen und die Bemalungen vieler dieser Artefakte erinnern an die Frucht des Stechapfels. King A. et al., 2018, Absorbed residue evidence for prehistoric Datura use in the [North, sic] American Southwest and Western Mexico, Advances in Archaeological Practice 6: 312–327.

Mandragora l In einer hethitischen Stätte auf dem Gebiet der heutigen Türkei aus dem 2. Jahrtausend v. Chr. wurden Alraunensamen zusammen mit einem Mühlstein und einem Mörser gefunden, was auf

ihre Verwendung für visionäre oder medizinische Zwecke schließen lässt. Dies ist der erste archä­ ologische Fund dieser halluzinogenen Pflanze außerhalb Ägyptens. Kavak S. et al., 2017, Tatarli Höyük arkeobotanik çalimalarinda elde edilen büyülü botki: mandragora (IŠ NAM.TAR), in: A. Özme (Ed.), Arkeometri Sonuçlari Toplantisi, Edirne, Trakya Üniversitesi, 195–203.

PILZE Psilocybin Eine weitere ertragreiche Technik zur Produktion von Psilocybin durch einen Stamm Bierhefe (Saccharomyces cerevisiae) wurde entwickelt – mit einer Ausbeute von 1,2 g Psilocybin und Psilocin pro Liter. In Zukunft werden wir psychedelische Brauereien in unseren Kellern betreiben. Milne N. et al., 2020, Metabolic engineering of Saccharomyces cerevisiae for the de novo production of psilocybin and related tryptamine derivatives, Metabolic Engineering, 60: 25–36.

Psilocybe semilanceata In Europa fehlen Hinweise auf die Ver­ wendung halluzino­ gener Psilocybe­Pilze in der traditionellen Medizin, abgesehen von ihrer Verwendung für visionäre Zwecke, völlig. Bisher habe ich Spitzkegeliger Kahlkopf (Psilonur eine einzige Er­ cybe semilanceata). Foto: Mandy Falke wähnung des Pilzes für die Region Transsylva­ nien (Rumänien) gefunden, wo der frische Pilz auf Warzen gerieben wird, um diese zu heilen. Gub J., 1996, Erdö-mezö növényei a Sóvidéken, Korond, p. 85.

PFLANZEN Peganum Gerste, die in der Nähe von Peganum-harmala­Pflan­ zen (Steppenraute) wächst, nimmt das von Peganum

Giorgio Samorini (* 1957 in Bologna, Italien) ist Ethnopharmakologe und Drogenforscher und Herausgeber der ethnobotanischen Fachzeitschrift Eleusis. Er war der erste Weiße, der in Gabun (Westafrika) in den Bwiti-Kult (Iboga-Kult) eingeweiht wurde. www.samorini.it


Lucys Rausch Nr. 12

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HISTORISCHE DOKUMENTE Der Jesuit und das Ayahuasca Der älteste bisher bekannte deutsche literarische Beleg für Ayahuasca, geschrieben als hayac-huasca, stammt aus dem Jahr 1785 und findet sich in einer Schrift des Jesuitenmissionars Franz Xaver Veigl (1723 – 1798), der viele Jahre im Gebiet des Marañon­Flusses verbrachte. Steppenraute – Habitus und Laubblätter.

Foto: Yuriy75 / Wikimedia

Quelle: Franz Xaver Veigl, 1785, Gründliche Nachrichten über die Verfassung der Landschaft von Maynas in Süd-Amerika bis zum Jahre 1768, in: Christoph G. Murr (ed.) Reisen einiger Missionare der Gesellschaft Jesu in Amerika, Johan Eberhard, Nürnberg, 2–324. Der Verweis auf Hayac-huasca findet sich auf Seite 189.

produzierte Harmalin (ein Beta­Carbolin) über die Wurzeln auf, und ihre Blätter beginnen aufgrund des Harmalins grün zu fluoreszieren, sichtbar unter einem UV­Licht. Später wandelt die Gerste das Harmalin in Harmin um, deshalb beginnen die Blätter dann, blau zu leuchten. Wieso dies der Fall ist, bleibt bislang ungeklärt. Lewerenz L. et al., 2020, Pilot study on the uptake and modification of harmaline in acceptor plants: an innovative approach to visualize the interspecific transfer of natural products, Phytochemistry, 174: 112362.

Natürliches Oxycodon

Der schnupfende Schamane

Dies ist eine 15 Jahre alte Entdeckung, die der Aufmerksamkeit der wissenschaftlichen Gemein­ schaft entgangen ist und die ich hier vorstelle, weil sie ziemlich überraschend ist. Oxycodon, ein synthetisches Opioid, das erstmals 1916 in einem deutschen Labor hergestellt wurde, ist bereits von der Natur geschaffen worden und muss deshalb jetzt als Alkaloid betrachtet werden. Es wird von einer europäischen Orchidee produziert – Epipactis helleborine, welche auch in den deutschen Wäldern verbreitet ist –, die ihren Nektar mit Oxycodon versetzt, um ihre Bestäuberinsekten anzutörnen, so dass diese mehr Zeit in der Blüte verbringen und sich ordentlich mit Pollen versorgen. So besuchen sie dann andere Blüten und bestäuben sie, all dies zum biologischen Nutzen der Orchidee.

Die älteste Darstellung eines Mannes, der halluzinogenen Schnupf­ tabak einnimmt, stammt aus dem Jahr 1781 und befindet sich in einem vierbändigen italieni­ schen Buch des Missions­ jesuiten Salvatore Gilij (1721–1789). In der Zeichnung ist ein Orinoko­Schamane dargestellt, der das Curubá­Pulver (Anadenanthera­Samen) durch ein doppeltes Schnupfrohr einnimmt.

Jakubska A. et al., 2005, Why do pollinators become «slugghish»? Nectar chemical constituents from Epipactis helleborine (L.) Crantz (Orchidaceae), Applied Ecology & Environmental Research, 3(2): 29–38.

Gilij Filippo Salvatore, 1780–84, Saggio di storia americana, o sia storia naturale, civile e sacra de regni, e delle province Spagnuole di Terra-ferma nell‘America meridionale, 4 vols., Roma: Luigi Perego Erede Salvioni, Stampatore Vaticano nella Sapienza.


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Lucys Rausch Nr. 12

IMPRESSUM Lucys Rausch Nr. 12 Sommer 2021 ISBN 978-3-03788-412-6 ISSN 2296-8695 Lucys Rausch erscheint in der Regel zweimal jährlich. Nächste Ausgabe: 2021 /2022 Herausgeber Roger Liggenstorfer Nachtschatten Verlag AG Kronengasse 11 CH-4500 Solothurn Fon: +41 32 621 89 49 info@nachtschatten.ch www.nachtschatten.ch www.lucys-magazin.com Chefredaktion Markus Berger markus@lucys-magazin.com Redaktion Roger Liggenstorfer roger@lucys-magazin.com Bild- und Textredaktion Nina Seiler nina@lucys-magazin.com Mitarbeiter dieser Ausgabe Hans Cousto, Franjo Grotenhermen, Claudia Müller-Ebeling, Stefan Haag, Fabian Kalis, Michael Kleim, Chuck Lore, Linus Naumann, Nana Nauwald, Dirk Netter, Giorgio Samorini, René Schliwinski, Tom John Wolff, Achim Zubke.

Korrektorat Inga Streblow, Jutta Berger Layout Nina Seiler (Art Director), Silvia Aeschbach Umschlaggestaltung Nina Seiler Anzeigen werbung@lucys-magazin.com Administration Caro Lynn von Ow caro@nachtschatten.ch Abo-Verwaltung Lukas Emmenegger lukas@lucys-magazin.com Büro Deutschland Jutta Berger jutta@lucys-magazin.com Bankverbindungen Schweiz Regiobank Solothurn Konto-Nr.: 443.213.16.114 IBAN: CH20 0878 5044 3213 1610 8 BIC: RSOSCH22 Deutschland Postbank Hamburg Konto-Nr. 969 792 202 IBAN: DE35 2001 0020 0969 7922 02 BIC: PBNKDEF, Vermerk: Lucys Rausch

Druck Gedruckt auf LuxoArtSamt (115 g/m²).

Druckerei & Verlag Steinmeier, Deiningen. Printed in Germany Vertriebe Pressevertrieb (Kioske, Supermärkte, Bahnhof- & Flughafenbuchhandlungen) IPS Pressevertrieb GmbH 53334 Meckenheim www.ips-pressevertrieb.de Buchhandel Schweiz AVA Verlagsauslieferung, Affoltern a.A. Head- & Hanfshops Schweiz Nachtschatten Versand versand@nachtschatten.ch Buchhandel, Head- & Hanfshops Deutschland & Österreich LKG, Rötha/Leipzig flora.ihlau@lkg-service.de Vertreterin Deutschland/Österreich: Ines Schäfer service@verlagsvertretung-schaefer.de Namentlich gekennzeichnete Texte geben nicht unbedingt die Meinung von Redaktion und Herausgeber wieder.

Bitte beachten Sie unsere «Charta für eine Kultur des Rausches» auf lucys-magazin.com/charta. Beachten Sie auch die Inserate unserer Werbepartner und gleichzeitig das geltende Recht Ihres Landes. Der Verlag ruft weder zu illegalem Drogenkonsum auf, noch beabsichtigt er, diesen zu fördern.

VERKAUFSSTELLEN Lucys Rausch ist im Kiosk-, Presse- und Buchhandel sowie in folgenden Head- & Growshops erhältlich (Stand Juni 2021):

SCHWEIZ BASEL ethnobotanika / Gaia Media Lounge, Hochstrasse 70, ethnobotanika.ch • Sibannac GmbH, Güterstr. 138 (im Hinterhof), 4053 Basel, visionofhemp.ch • Zum Hinkelstein, Baslerstr. 7, 4103 Bottmingen BERN Secret Nature, Kramgasse 68, 3011 Bern, secret-nature.ch LUZERN Artemis GmbH, Murbacherstrasse 37, 6003 Luzern SOLOTHURN Babacool, Löwengasse 4, 4502 Solothurn, babacool.ch • Nachtschatten

Shop, Kronengasse 11, 4500 Solothurn, nachtschatten.ch THUN Secret Nature, Obere Hauptgasse 11, 3600 Thun, secret-nature.ch ZÜRICH Bio Top Center GmbH, Konradstr. 28, 8005 Zürich, biotop-zuerich.ch • Grünhaus AG, Herostr. 7, 8048 Zürich, gruenhaus-ag.ch DEUTSCHLAND Kudra NaturBewusstSein, Im Dorfe 1B, 29575 Altenmedingen-Bohndorf, kudra.net BERLIN Buchladen Schwarze Risse, Gneisenaustr. 2a, 10961 Berlin • Kaya Foundation, Schliemannstr. 26, 10437 Berlin, kayagrow.de • Klaus der Gärtner, Straßmannstr. 1, 10249 Berlin, klausdergärtner.de • Queenz Einzelhandel, Dudenstr. 32a, ALTENMEDINGEN

10965 Berlin, www.420queenz.de • Sensatonics, Teilestr. 11-16, T.0, 12099 Berlin, sensatonics.de • Verdampftnochmal, Karl-Kunger-Str. 28, 12435 Berlin, verdampftnochmal.de BRUCHSAL Planet Blunt, Bannweideweg 4, 76646 Bruchsal, planet-blunt.de DARMSTADT Grow Shop, Elisabethenstr. 34, 64283 Darmstadt HAMBURG Zaubertrank, Mexikoring 11a, 22297 Hamburg, zaubertrank-hamburg.de • Udopea Hamburg, Schanzenstrasse 95, 20357 Hamburg LUDWIGSBURG Green Planet, Abelstr. 47/49, 71634 Ludwigsburg LIMBURG Green Life, Frankfurter Straße 4a, 65549 Limburg an der Lahn, www.Green-Life.store


VORSCHAU

Nr. 13

2021 / 2022 Ben Dronkers im Interview Sensi-Seeds-Gründer und Kultikone

«Psilocybin-Zen» Psychonauten und Zen-Buddhismus

Heroin und «Heroinabhängigkeit» Erkenntnisse aus der kontrollierten Heroinabgabe

Lucys Geschichte: Ralph Metzner Therapeutische Anwendung veränderter Bewusstseinszustände

Psychotrope Musik Entheogene Tonkunst im Spiegel der Zeit

Schamanismus und entheogene Pflanzenlehrer Der traditionelle Gebrauch geistbewegender Gewächse

Die Vierte Welle Psychedelische Renaissance in der Wissenschaft Fotos: PD

sowie zahlreiche Beiträge zu Psychedelik, Rauschkunde, Psychonautik, Ethnobotanik und Drogenpolitik ... Der Hänfling, Gärtnergasse 5, 55116 Mainz, derhaenfling.de MARBURG Sirius Buchhandlung, Barfüßerstr. 13, 35037 Marburg, thefinalembrace.de NÜRNBERG Aeroponik Systems, Austr. 71, 90429 Nürnberg • Inzider’s Metalhead Greenpoint, Vordere Sterngasse 15, 90402 Nürnberg REUTLINGEN HanfHaus Reutlingen, Weingärtnerstr. 27, 72764 Reutlingen, hanfhaus-reutlingen.de ROSSDORF Syntropia, Industriestr. 20, 64380 Roßdorf, syntropia.de, www.rauschkunde.net ULM Hanf-Lager Ulm, Zinglerstraße 1, 89073 Ulm, hanflager.de MAINZ

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Berauschend! Bisherige Ausgaben

Preis pro Ausgabe: Fr. 18.50 | € (D) 14,80 | € (A) 15,30

ISBN 978-3-03788-402-7 ISSN 419896701480502 Fr. 12.– | € (D) 10,– | € (A) 10.30

Lucys Nr. 4

ISBN 978-3-03788-404-1 ISSN 419896701480504 Fr. 12.– | € (D) 10,– | € (A) 10,30

ISBN 978-3-03788-405-8 ISSN 419896701480505 Fr. 12.– | € (D) 10,– | € (A) 10,30

ISBN 978-3-03788-407-2 ISSN 419896701480506

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Sananga: Psychoaktive Augentropfen Martina Hoffmann im Interview

ISBN 978-3-03788-408-9 ISSN 411986701480508

Lucys Nr. 10

Lucys Nr. 11

Frauen in der Psychedelik • Christian Rätsch: Psychedelische Paläontologie • Erinnerungen an Ralph Metzner • Froschmedizin aus dem Regenwald: Kambô • Torsten Passie & Markus Berger: Microdosing • Cannabis • Kakao-Zeremonien

Schwerpunkt: Regulierter Rausch • Stanislav Grof: Der Weg des Psychonauten • Cannabis-Legalisierung weltweit • Der Fliegenpilz • Visionäre Kunst: Fred Weidmann • Die Technik des Slow Dosings • Psychedelisches Yoga • Annäherungen an psychoaktive Pflanzen

Ralph Metzner: Alchemistische Divination • 5-MeO-DMT: Film über Bufo alvarius • Jeremy Narby: Kulturgeschichte des Rauschs Mark McCloud: Herr der LSD-Blotter • Musik für den Trip: The Young Gods • Christian Scharfetter: Haschisch-Forschung

Jeremy Kulturgeschichte HR GigerNarby: – Das grosse Interview des Rauschs Christian– Rätsch: Psychedelische Paläontologie Absinthe Besuch im Val-de-Travers Bufo alvarius - Der Film zur Colorado-Kröte Perspektiven Legal Highs – Falsche Kunst: Klarweinder Welt die Mati Verbesserung ElVisionäre Pepe – oder Alchemistische nach mit Ralph Metzner Albert HofmannDivination – Ein Gespräch Der Herr der Blotter: Mark McCloud dem LSD-Entdecker

ISBN 978-3-03788-409-6 ISSN 411986701480509 120 Seiten

Nr. 1–11 im eBundle Alle 11 Ausgaben zum Spezialpreis

im digitalen eBundle

für nur € 50.– | Fr. 55.– (Normalpreis: € 76,89 / Fr. 86.90)

Elfen-Aktion 10 Ausgaben (Nr.1–10) plus Buch «LSD. Kulturgeschichte von A–Z» für nur € 100.– | Fr. 120.– (Normalpreis: € 172,80 / Fr. 214.80)

ISBN 978-3-03788-411-9 ISSN 411986701480511 128 Seiten

ISBN 978-3-03788-410-2 ISSN 411986701480510 120 Seiten

Lucys Nr. 9

Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

H A N F + K U N S T + PA R T Y + E T H N O B O TA N I K

NK

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Erfahrungen mit CBD Wolf-Dieter Storl: Titanische Illusionen

Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

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Christian Rätsch: Ayahuasca-Oper Psychoaktive Orchideen

CHF 18.50 / € (D) 14.80 / € (A) 15.30

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Wolf-Dieter Storl: Titanische Illusionen • Christian Rätsch: Ayahuasca-Oper • Erfahrungen mit CBD • Psychoaktive Orchideen: Dendrobium • Psychoaktive Augentropfen Sananga • Visionäre Kunst: Martina Hoffmann

H A N F + K U N S T + PA R T Y + E T H N O B O TA N I K

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Lucys Nr. 8

Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

Nr. 9/ Frühjahr 2019

Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

H A N F + K U N S T + PA R T Y + E T H N O B O TA N I K

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Fr. 12.– | € (D) 10,– | € (A) 10,30

Ketamin gegen Depression • MDMA in der Psychotherapie • Stefan Haag: Drogen auf Reisen • Lucys Geschichte: John C. Lilly • Entheogene Gruppenrituale • Marijuana oder Hanf? • Fliegenpilz vs. Ayahuasca

CHF 1 8.50 / € (D) 14.80 / € (A) 15.30

Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

CHF 18.50 / € (D) 14.80 / € (A) 15.30

SC

ISBN 978-3-03788-403-4 ISSN 419896701480503

Lucys Nr. 6

Nr. 8 / Herbst 2018

Nr. 10/ Herbst 2019

Microdosing: Sinn und Unsinnmit – Ein Gespräch Albert Hofmann Kakao-Zeremonien: dem LSD-Entdecker Alltagsdroge und Rituale

Drug, Set und Setting Alex Bücheli dem LSD-Entdecker

Geschichte des Schamanismus • Rapé – Schamanische Snuffs • Torsten Passie über Harry C. Kane • Die Opium-Moderne • Cannabis: Alte Landrassen • Traumpflanzen • Frank Tempel • Meskalinforschung •BoomFestival 2016

ISBN 978-3-03788-475-1 ISSN 419896701480507 128 Seiten, 16 Seiten plus zum selben Preis!

Christian Psychedelische Legal HighsRätsch: – Falsche Perspektiven Paläontologie Indica vs. Sativa der Welt die Verbesserung ElCannabis: Pepe – oder

Alexander T. Shulgin Pate des MDMA die Verbesserung der Welt El Pepe – oder Tanzkultur und Transformation Raval – Ein GesprächRoberdo mit Albert Hofmann

Lucys Nr. 5

Bicycle Day: 75 Jahre LSD-Erfahrung • Acid-Pioniere: Albert Hofmann / Timothy Leary / Stan Grof • Wie psychedelisch kann Cannabis sein • Christian Rätsch: LSD und Musik • Unterwegs mit Timothy Leary • Blotter Art

Ralph Metzner: Leben für die Psychedelik HR Giger – Das grosse Interview Kambô: –Froschmedizin aus dem Regenwald Absinthe Besuch im Val-de-Travers

Ayahuasca • Luke Brown • Transformational Festivals • Barnim Schultze und das Akasha Project • Sasha Shulgin • Safer Use II • Windengewächse • AutomatikCannabis • Reinkarnation

Ayahuasca Entheogen, Heilmittel und Lebenshilfe HR Giger – Das grosse Interview Akasha Project im Interview – Besuch im Val-de-Travers Absinthe Die Kunst des– Luke Brown Claudia Müller-Ebeling Falsche Perspektiven Legal Highs

LSD-Analoga • Die Kunst des herman de vries • Das Lied der Schmetterlinge • Albert Hofmann und Psychedelika vor dem Übergang • Safer Use III • Mohngewächse • Psilocybin-Pilze Europas • Cannabispolitik

Lucys Nr. 7

Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

Lucys Nr. 3 Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

H A N F + K U N S T + PA R T Y + E T H N O B O TA N I K

Ralph Metzner: Die Kröte und der Jaguar • Timothy Leary • Cannabis als Medizin • Nana Nauwald • Gerhard Seyfried • Adi Dittrich • Neuer PsiloPilz • Safer Use I • Holotropes Atmen • Peyote • Progressive Psytrance

Gesellschaftsmagazin für psychoaktive Kultur

Lucys Nr. 2

Nr. 3/ Frühjahr 2016/ CHF 18.50 / € (D) 14.80 / € (A) 15.30

Lucys Nr. 1 Ralph Metzner: Welten des Bewusstseins • Ethnobotanik: DMT / 5-MeO-DMT • Cannabiskonzentrate / Dabbing-Kultur • Steve Stoned • Christian Rätsch • Ketamin auf dem Dancefloor • Hanscarl Leuner ISBN 978-3-03788-401-0 ISSN 419896701480501 2. Auflage Fr. 12.– | € (D) 10,– | € (A) 10,30

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Kobold-Aktion 8 Ausgaben (Nr. 1–8) plus ein Sammelschuber orange, lila oder rot für € 80.– | CHF 90.– (Normalpreis: € 135,90 / Fr. 167.80)

Lucys Rausch abonnieren: www.lucys-magazin.com/abo T-Shirts, Taschen, Postkarten, Blotter, Papers etc.

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Lucys Rausch Nr. 12  

Lucys beleuchtet die interdisziplinäre Thematik rund um sämtliche psychoaktiven Drogen aus verschiedensten Blickwinkeln – in Form von Report...

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