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Textbuch

MUSICAL COMEDY IN ZWEI AKTEN

nach Hans Christian Andersen „Das häßliche Entlein“

Buch und Gesangstexte von

ANTHONY DREWE

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Musik von

GEORGE STILES

Deutsch von STEPHAN KOPF, ZELMA und MICHAEL MILLARD


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Alle Rechte vorbehalten. Hierzu zählen insbesondere das Recht der Übersetzung, Verfilmung und Übertragung durch Rundfunk, Fernsehen und sonstige Medien, der mechanischen Vervielfältigung und der Vertonung (Neuvertonung), die Verwendung zu Bühnenzwecken, Vorlesungen und Aufführungen, gleich ob von Amateur- oder Profibühnen sowie anderen Interessenten.

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Text, Komposition sowie Text- und Musikmaterial des Bühnenwerks werden Bühnen / Veranstaltern ausschließlich für Zwecke der Aufführung nach Maßgabe des jeweiligen Aufführungsvertrags zur Verfügung gestellt. Jede darüber hinausgehende Verwertung von Text und /oder Musikmaterial des Bühnenwerks bedarf der ausdrücklichen vorherigen Zustimmung des Verlags. Das gilt insbesondere für dessen Vervielfältigung, Verbreitung, elektronische Verarbeitung, Übermittlung an Dritte und Speicherung über die Laufzeit des Aufführungsvertrags hinaus. Die vorstehenden Sätze gelten entsprechend, wenn Bühnen / Veranstaltern der Text oder das Musikmaterial des Bühnenwerks ohne vorherigen Abschluss eines Aufführungsvertrages zur Ansicht zur Verfügung gestellt wird. Weitere Einzelheiten richten sich nach den zwischen Bühnen / Veranstaltern und Verlag getroffenen Vereinbarungen. Dieser Text und die damit verbundene Komposition gilt bis zum Tag der Uraufführung / deutschsprachigen Erstaufführung / bis zur Erstübersetzung / der Neuübersetzung als nicht veröffentlicht im Sinne des Urheberrechtsgesetzes. Es ist nicht gestattet, vor diesem Zeitpunkt das Werk oder einzelne Teile daraus zu beschreiben oder seinen Inhalt in sonstiger Weise öffentlich mitzuteilen oder sich öffentlich mit ihm auseinanderzusetzen. Nicht vom Verlag genehmigte Verwertungen verletzen das Urheberrecht und können zivilrechtliche und ggf. auch strafrechtliche Folgen nach sich ziehen.

Als unverkäufliches Manuskript vervielfältigt. Dieses Material darf weder verkauft, noch verliehen, noch sonst irgendwie weitergegeben werden.

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Wird das Stück nicht zur Aufführung angenommen, so ist das Manuskript umgehend zurückzusenden an:

Musik und Bühne Verlagsgesellschaft mbH

Bahnhofstraße 44-46 | 65185 Wiesbaden ----------------------------------------------------------------e-mail: post@musikundbuehne.de Internet: www.musikundbuehne.de


INHALT - Textbuch I. Akt 1. Szene

Nr. 1

Ein ge,lügelt Wort

(Erwin Erpel, Ida, Truthahn, Henriette‚ Kater, Grazia, Moni und Ensemble)

4 4

7

Nr. 2

Wie schön ist Mutterschaft (lda, Moni Moorhuhn)

8

Nr. 3

Anders - Vor-Reprise (lda)

13

Nr. 4

Trag den Kopf stets hoch (lda, Gnomy, Fische)

14

Nr. 5

Schaut ihn an

19

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Nr. 1a Ein ge,lügelt Wort Playout (Optional Instrumental)

Nr. 6

(lda, Erwin, Gnomy, Henriette‚ Truthahn, Kater, Grazia, Moni, Entlein)

27

Nr. 6a Französisch Ding (Instrumental)

28

Nr. 6b Sag's Mama (Instrumental)

30

2. Szene

31

Mit dem Essen spielt man (Kater, Gnomy)

32

Nr. 7

Anders (Gnomy)

Nr. 7a Verlaufen (Gnomy)

35

3. Szene

36

Nr. 8

Elegie (Ensemble)

37

Nr. 9

Jede Mutterträne (lda)

39

40

Nr. 9a Gänsemarsch (Instrumental)

40

Nr. 10 Die wilde Gansjagd

44

49

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4. Szene

(Graufuß, Pünktchen‚ Flocke, Ringel, Rotfuß, Gnomy, Kater)


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Nr. 11 Finale I. Akt: Trag den Kopf stets hoch - Reprise (lda, Gnomy)


II. Akt 1. Szene

50

Nr. 12 Entr'acte (Instrumental)

50

52

Nr. 13

An Lebensformen gibt es viel (Prinzesschen, Stummel)

57

Nr. 14 Gemeinsam (Kater, Prinzesschen‚ Stummel)

57

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Nr. 13a Der Kater-Reiz (Instrumental)

2. Szene

60

Nr. 15 Die Collage (Enrwin Erpel‚ lda‚ Ensemble)

60

3. Szene

62

4. Szene

64

Nr. 16 Dann sah ich dich (Gnomy)

67

Nr. 16a Vor-Warzen (Instrumental)

68

Hässlich - schön (Krötenfrosch, Gnomy, Fröschlein, Ensemble)

70

Nr. 17

73

Nr. 17b Nach-Warzen (Instrumental)

73

Nr. 18 Der Schneesturm (Ensemble)

75

5. Szene

75

Nr. 19 Die Verwandlung (Gnomy, lda‚ Sissi)

76

Nr. 19a Geschmolzene Mieze (Kater)

80

6. Szene

81

Nr. 20 Finale ll. Akt: Schaut ihn an - Reprise (Ensemble)

81

Nr. 21 Einzelvorhänge (Instrumental)

83

Nr. 21a Applausmusik „Rote Pfeile“ (Optional Instrumental)

83

Nr. 21b Hässlich - schön Reprise (Ensemble)

84

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Nr. 17a Hässlich - schön Playoff (Instrumental)


"Honk!" - 2 -

„Honk!“

-2-

Anmerkungen der Autoren Doppelbesetzungen Honk! wurde als Ensemblestück geschrieben, dessen Besetzung 4 Männer, 4 Frauen und 4 Kinder umfaßt, die sich ca. 30 verschiedene Rollen teilen. In bisherigen professionellen Produktionen, bei denen die Besetzungsgröße vorrangig finanziellen Überlegungen unterliegt, wurden die Rollen wie folgt doppeltbesetzt: 1 - GNOMY 2 - KATER 3 - ERWIN ERPEL, GRAUFUSS und BAUER (nur Stimme) 4 - TRUTHAHN, RINGEL, KRÖTENFROSCH und VATER SCHWAN

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Männer

Frauen

Kinder

1 - IDA 2 - GRAZIA, PÜNKTCHEN, STUMMEL UND ANNA 3 - MONI MOORHUHN, FLOCKE, PRINZESSCHEN, ALTE FRAU (nur Stimme) und MUTTER SCHWAN 4 - HENRIETTE, ROTFUSS, SISSI und ELSBETH ELSTER (siehe Fußnote)1 ENTLEIN und FRÖSCHLEIN

Zusätzlich spielte das Erwachsenenensemble FISCHE und FRÖSCHLEIN. Zwei Mitglieder der Bühnencrew spielen die Rollen des AUFNAHMELEITERS und des KAMERAMANNS.

Obwohl Sie vielleicht bevorzugen, jede der kleineren Rollen mit einem anderen Spieler zu besetzen, finden wir, daß ein Großteil des Spaßes von Honk! daher rührt, daß man die selben Personen verschiedenste komische Rollen spielen sieht von denen einige - dank dem Klettverschluß - erstaunlich schnelle Umzüge zu bewerkstelligen haben. Natürlich ist es möglich, das Stück mit einem viel größeren Ensemble aufzuführen.

Kostüme

Wo irgend möglich, haben wir versucht, uns den menschlichen Gegenpart jeder Rolle vorzustellen und nutzten dies als Basis sowohl für die Kostümentwürfe, als auch für die Art und Weise, wie die Rolle gespielt wurde. Um dem Stück mehr Relevanz und Resonanz zu geben, stellten wir uns die Rollen so vor, als wären sie Menschen, die einfach „entenähnliche“ Qualitäten haben, und haben nie gefederte Trikots, Masken und Schnäbel ins Auge gefaßt. Ein kurzer Blick in ein ornithologisches Lexikon kann den Kostümbildner über geeignete Farbschemen für jeden Charakter informieren, und es ist erstaunlich, wie eine wohlüberlegt plazierte Baseballkappe den Eindruck eines Entenschnabels vermitteln kann, oder wie ein paar rote Lockenwickler eine unglaubliche Ähnlichkeit mit einem Hahnenkamm haben. Ebenso können ein paar orange „Dr. Marten boots“ (Springerstiefel o.ä.) oder Plateauturnschuhe Flossen sehr ähnlich sehen. Der Krötenfrosch könnte einem Klempner im grünen Overall ähneln. Die Entlein sind sehr moderne Schulkinder mit Baseballkappen, Walkman etc., während Gnomy der Klassendepp in grauen Shorts, Blazer und Sandalen ist.

Die Verwandlung

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Die Verwandlung vom Entlein in den Schwan ist eine Herausforderung / ein Alptraum für den Ausstatter, doch sie wurde bisher auf zwei verschiedene Arten sehr erfolgreich durchgeführt. Bei beiden konnte der Darsteller des Gnomy, vom Publikum unbemerkt, die Bühne verlassen: 1.

2.

Während des Schneesturms wird, zusammen mit einem „Schneefall“-Lichteffekt, vom Ensemble ein großes weißes Seidentuch über die Bühne gebreitet, welches Gnomy und den Kater verdeckt. Unter dem Tuch kann das Entlein abgehen, das Schwanenkostüm anziehen und zurückkehren, bevor der „Schnee“ schmilzt. Nachdem der Kater Gnomy aus dem Netzt des Bauern befreit hat, gehen er und das Entlein kurz von der Bühne ab und ein Double (Regie Assistent) tritt während des Schneesturms mit dem Kater wieder auf, während das wirkliche Entlein sich hinter der Bühne umzieht. Im gedämpften Licht und wiederum mit einem „Schneefall“Effekt wird das falsche Entlein choreographisch durch das verwandelte Entlein ersetzt, das mit einem Mantel aus „Schnee“ bekleidet ist, bereit für die große Enthüllung.

1 ELSBETH ELSTER - Wenn ein zusätzlicher Mann im Ensemble zur Verfügung steht, kann er DIETMAR DOHLE spielen (wie im Text geschrieben). In der Version mit 4 Männern, 4 Frauen und 4 Kindern sollte die Rolle des DIETMAR DOHLE von der Frau gespielt werden, die auch HENRIETTE, ROTFUSS und SISSI spielt. Die Rolle heißt dann ELSBETH ELSTER.


"Honk!" - 3 -

„Honck“ - 3 Die Verwandlung und Enthüllung sollten in jedem Fall so magisch und überraschend wie möglich geschehen - wenn es dabei ein trockenes Auge im Zuschauerraum gibt, haben Sie versagt!

Entensprache In manchen Songs, vor allem in „Ein geflügelt Wort“ und „Schaut ihn an“ wird man einige Wörter finden, die nicht im Duden vorkommen und auch in Scrabble nicht erlaubt sind - Wörter wie „Bogadocader“, „Wah“, „Buhr“, „Gobble“. Es war einfach unser Bemühen, die Laute phonetisch erklingen zu lassen, die unserer Meinung nach das Geflügel an diesem Punkt der Geschichte macht.

Charaktere

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Unserer Erfahrung nach, funktioniert Honk! am besten, wenn die Charaktere mit ehrlicher Überzeugung gespielt werden, und nicht als Cartoons. Wenn das Publikum an die Charaktere glauben kann, sich mit ihnen identifiziert und mit ihnen mitfühlt, dann werden Sie mit etwas Glück einen Abend haben, der sowohl heiter als auch bewegend ist.

Mit besten Wünschen für eine erfolgreiche Produktion George Stiles und Anthony Drewe

Instrumentation

Zwei Versionen sind erhältlich: eine für 6 und eine für 9 Spieler. Version für 6 Spieler

1) Reed (Flöte, Klarinette, Altsaxophon) 2) Trompete/Flügelhorn 3) Gitarre (akustische/elektrische/Western-Gitarre) 4) Keyboard / Dirigent am Klavier Normales Drum Set plus: 5) Schlagzeug: Kuhglocke, Fingerzimbeln, Tempelblöcke, Holzblöcke(Woodblocks), Triangel, Schellenbaum, Mark Tree, Glocke, Schüttelrohr(Shaker), Tam Tam, Bodhran Trommel, Vibraphon, Glockenspiel, Xylophon, Pauken. 6) Kontrabaß / Bassgitarre Version für 9 Spieler

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1) Reed 1(Flöte, Klarinette, Altsaxophon) 2) Reed 2(Klarinette, Baßklarinette, Baritonsaxophon) 3) Horn 4) Trompete/Flügelhorn 5) Gitarre (akustische/elektrische/Western-Gitarre) 6) Keyboard / Dirigent am Klavier Normales Drum Set plus: 7) Schlagzeug Kuhglocke, Fingerzimbeln, Tempelblöcke, Holzblöcke(Woodblocks), Triangel, Schellenbaum, Mark Tree, Glocke, Schüttelrohr(Shaker), Tam Tam, Bodhran Trommel, Vibraphon, Glockenspiel, Xylophon, Pauken. 8) Cello 9) Kontrabaß / Bassgitarre


"Honk!" - 4 -

„Honk!“

-4-

Erster Akt 1. Szene MUSIK NR.1 - EIN GEFLÜGELT WORT (Erwin Erpel, Ida, Truthahn, Henriette, Kater, Grazia, Moni Moorhuhn)

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(Ein wunderschöner Sommertag auf dem Land beginnt. Das Getreide ist goldgelb, der Hafer grün und das Heu liegt in Ballen auf den Wiesen. Im Sonnenschein steht ein altes Bauernhaus, und hinter diesem Bauernhaus, in einem etwas verwahrlosteren Teil der Farm, liegt ein See. Dicke Binsenbüsche stehen um den See, deren Kolben wie riesige Zigarren zum Himmel ragen. Das Ufer ist ein beliebter Treffpunkt für so manche Farmtiere, und genau hier treffen wir auch auf ERWIN ERPEL, der neben dem Wasser faulenzt. Schon bald gesellen sich seine Frau IDA, GRAZIA, TRUTHAHN, HENRIETTE, MONI MOORHUHN und der KATER zu ihm.) ERWIN ERPEL HINTERM WALD GIBT ES ´NE LANDSCHAFT, WO DAS LEBEN LANGSAM LÄUFT. DORT AM WASSER BLÜH´N DIE LILIEN SCHON AB MAI. NIEMAND KÄMPFT HIER MIT PROBLEMEN, UND ES MUSS SICH KEINER SCHÄMEN, DENN DIE PAARUNGSZEIT IST LANGE SCHON VORBEI. IN DER LIEBREIZENDEN LANDSCHAFT SCHLIESSEN HUHN UND ENTE FREUNDSCHAFT, WENN SIE KÖNNTEN, GINGEN BEIDE ARM IN ARM, UND NACH UNSREN LEBENSTATEN ENDEN WIR GERUPFT ALS BRATEN. EIN GEFLÜGELT WORT, AUF DER GEFLÜGELFARM. SEHT DEN TRUTHAHN WIE ER GACKERT,

(TRUTHAHN tritt auf.)

WIE SEIN HALS GEFÄHRLICH SCHLACKERT, KRÄHT DER HAHN DEN MORGENDLICHEN WECKALARM. HIER GIBT´S HÜHNER, HIER GIBT´S EIER,

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(HENRIETTE tritt auf und macht dabei ihre morgendlichen Aerobicübungen, sie kommt mit MONI MOORHUHN, die Geschenke für den „Kindersegen“ bringt.) WAS ES NOCH GIBT, WEISS DER GEIER. EIN GEFLÜGELT WORT, AUF DER GEFLÜGELFARM.

(IDA tritt auf.)


"Honk!" - 5 -

„Honck“ - 5 -

(ERWIN ERPEL) WELCHER ANBLICK DURCH DEN FLIEDER, MEINE FRAU KOMMT DORT, DIE IDA, ICH VERWÖHNE SIE MIT MEINEM GANZEN CHARME. SCHNATTERND TUT SIE SICH AUFREGEN, ÄRGER GÄB´S NUR MEINETWEGEN.

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ERWIN ERPEL / HENRIETTE / IDA / MONI MOORHUHN / TRUTHAHN EIN GEFLÜGELT WORT, AUF DER GEFLÜGELFARM. ÖKOLOGISCHE ENTFALTUNG BIETET UNS DIE FREILANDHALTUNG. EIN GEFLÜGELT WORT, AUF DER GEFLÜGELFARM.

MONI MOORHUHN / HENRIETTE WATSCHELND FANGEN WIR HIER MÜCKEN UND VERHÄTSCHELN UNSRE KÜKEN, IDA

PASSEN AUF, DASS SICH DER KATER KEINES NAHM. RUHELOS MÜSSEN WIR BANGEN, DENN ER WILL DIE KLEINEN FANGEN!

ERWIN ERPEL / HENRIETTE / IDA / TRUTHAHN EIN GEFLÜGELT WORT, AUF DER GEFLÜGELFARM.

(Der Kopf des KATERS erscheint über einem Binsenbüschel.)

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KATER HA! ACH, WIE SCHMEICHELN SIE SICH, DABEI MACHT MICH GEFLÜGEL WENIG AN. ICH GEB‘ ZU, ICH BIN EIN VIELFRASS, DOCH SO EIN GEFIEDERT ETWAS SCHMECKT IN EINER GUTEN SUPPE SEHR PROFAN. DOCH SIND DIE KLEINEN ENTLEIN DA, DUFTET ES SO WUNDERBAR, SIE SIND KÖSTLICH, UNERSÄTTLICH WILL ICH MEHR. ALS EIN SCHUFT AUF LEISEN SOHLEN WERD´ ICH SIE MIR SCHNURSTRACKS HOLEN, DENN ICH LIEB DIE KLEINEN, ZARTEN FLÄUMCHEN SEHR.

(Die folgende geschnatterte Kakophonie veranlaßt den KATER, sich wieder zu verstecken.) MONI MOORHUHN BO-GER-DOC-A-DER, BO-GER-DOC-A-DER BO-GER-DOC-A-DER, BO-GER-DOC-A-DER ERWIN ERPEL WAH-WA-UH! WAH! WAH! WAH! WAH!


"Honk!" - 6 -

„Honk!“

-6-

IDA WAH! WAH! MONI MOORHUHN / HENRIETTE BO-GER-DOC-A-DER! BO-GER-DOC-A-DER! TRUTHAHN GLUGGER! GLUGGER!

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ALLE WAH, BUHR, GLUGGER (ETC)

IDA / HENRIETTE / ERWIN ERPEL / TRUTHAHN BEI ´NEM WASSERVOGELRENNEN LERNT MAN SCHNELL EIN MOORHUHN KENNEN,

IDA / HENRIETTE / ERWIN ERPEL / TRUTHAHN / MONI MOORHUHN UND ´NEN MANDARIN MIT FERNÖSTLICHEM CHARME. HIER TRIFFT MAN AUCH GANS UND GANTER, (GRAZIA tritt auf)

GRAZIA ABER ICH BIN ELEGANTER.

GRAZIA / IDA / HENRIETTE / ERWIN ERPEL / TRUTHAHN / MONI MOORHUHN EIN GEFLÜGELT WORT AUF DER GEFLÜGELFARM. MANCHMAL MUSS MAN HINTERFRAGEN, WARUM WIR HIER BÜRZEL TRAGEN, DOCH NUR SELTEN WIRD‘S BEI UNS SO EHRFURCHTSAM. ZUVIEL ERNST IST ZU LANGWEILIG, VOGELSCHNATTERN WAR NIE HEILIG. EIN GEFLÜGELT WORT AUF DER GEFLÜGELFARM.

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GRAZIA / IDA / HENRIETTE / ERWIN ERPEL / TRUTHAHN / MONI MOORHUHN / KATER ÖKOLOGISCHE ENTFALTUNG,

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ERWIN ERPEL DIE ENTFALTUNG!

ALLE BIETET UNS DIE FREILANDHALTUNG! ERWIN ERPEL FREILANDHALTUNG!

ALLE EIN GEFLÜGELT WORT, EIN GEFLÜGELT WORT, EIN GEFLÜGELT WORT, AUF DER GEFLÜGELFARM BA-GA-DACK!


"Honk!" - 7 -

„Honck“ - 7 -

[MUSIK NR.1a - GEFLÜGELTER ABGANG optionale Instrumentalnummer] (Am Ende des Liedes eilen ALLE von der Bühne und wir sehen nur noch eine herabfallende Federwolke um IDA herum, die dann um ihr Nest herum aufräumt. Über den Rand des Nestes sieht man vier blaue Eier und ein großes braunes Ei ein wenig herausschauen. IDA entdeckt ERWIN ERPEL hinter der Bühne.)

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IDA Erwin! Erwin! Du brauchst gar nicht wegzupaddeln, ich hab´ Dich gesehen! (ERWIN ERPEL tritt verlegen auf.)

Und es schickt sich nicht für eine Ente, einfältig wie ein Schaf dreinzublicken, das verwirrt die anderen Tiere.

ERWIN ERPEL Wie läuft’s, Ida? Brütest Du immer noch? Weiß nich’, manchen geht es einfach zu gut!

IDA Nun, wenn es Dir so schön vorkommt, warum löst Du mich nicht auf dem Nest ab? Und putz Deine Flossen ab, ich hab´ grad heut´ morgen den Boden gefegt!

ERWIN ERPEL Ach, Ida! Ich würde mich sooo gern mal auf die Eier pflanzen, aber Du hast es Dir da oben schon derart gemütlich gemacht, daß es eine Schande wäre, Dich zu stören!

IDA So, und was ist mit dem Nestanbau , den du mir versprochen hast? Es wird hier sehr eng, wenn die Kleinen erstmal da sind – besonders wegen dem Riesenei in der Sammlung, weiß der Teufel wie groß das Entlein wird... ERWIN ERPEL Weißt Du, ich vermute, es ist ein Truthahnei! IDA Oh, Erwin!

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ERWIN ERPEL Ich hatte das gleiche Problem mit meiner Ex.

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IDA Na toll! Da haben wir’s wieder...

ERWIN ERPEL Ich kann dir sagen, wir hatten ´nen Sack voll Probleme mit den Kleinen! Die haben Angst vorm Wasser. Die Alte ließ mich am Ufer auf und ab rennen, „Kentucky Fried Chicken“ brüllen und trotzdem gingen die nicht rein! IDA Erwin, wie käme ein Truthahnei in mein Nest? Kommt bestimmt aus deiner Familie. ERWIN ERPEL Warten wir´s doch ab und schauen, wem er ähnlich sieht, nicht wahr, Schatz?


"Honk!" - 8 -

„Honk!“

-8-

IDA (sauer) Ja, Schatz. ERWIN ERPEL Wie auch immer, muß fliegen! MUSIK NR.2 - WIE SCHÖN IST MUTTERSCHAFT (Ida, Moni Moorhuhn)

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Ich hab‘ dem Hahn versprochen, daß ich ihm beim Zählen der Hühner helfe. Seh‘n wir uns hier wieder?

IDA: Was stellst Du Dir denn vor, wo ich sonst sein werde?

(ERWIN ERPEL geht ab. IDA bleibt auf ihren Eiern sitzen und findet sich mit ihrem Schicksal ab.) IDA

ICH SITZ DUMM HIER JETZT RUM WIE EINE DOOFE ENTE STECK‘ ICH FEST, HIER IM NEST, VOLL FRUSTRIERT. AUF DEM SEE, WIE ICH SEH‘, SCHWIMMT MEIN ERWIN RUHIG IM SCHILFGRAS, UNBESCHWERT, UND ICH WERD´ IGNORIERT. WAS ER NOCH ANDRES TUT, KANN ICH ZWAR AHNEN, MIR IST'S GLEICH, ICH LASS' MICH GERN VON IHM UMGARNEN. DOCH HÖRT MAN DANN DAS TIPPEN-TAPPEN DER FÜSSCHEN, IST´S ZUM ÜBERSCHNAPPEN, MAN NIMMT DANN WOCHENLANGES BRÜTEN IN KAUF. DIE KLEINEN KÖPFCHEN WEICH UND FLAUSCHIG, DIE KÖRPERCHEN SO GOLDIG BAUSCHIG, GANZ WEIT REISSEN SIE HUNGRIG DIE SCHNÄBEL AUF.

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OH WIE SCHÖN IST MUTTERSCHAFT, WENN KLEINE ENTLEIN WATSCHELN IN EINER REIH‘. DIE GANZE ARBEIT DIE ´NE MUTTER SCHAFFT, MACHT GLÜCKLICH, SCHLÜPFEN SIE GESUND AUS DEM EI. OH WIE SCHÖN IST MUTTERSCHAFT, PUTZT DU DIE KLEINEN RAUS, DANN SPÜRST DU DAS GLÜCK. DIE GANZE ARBEIT DIE ´NE MUTTER SCHAFFT, GIBT IHR DAS LÄCHELN IHRER KÜKEN ZURÜCK.

(Moni Moorhuhn, das nette, nachbarliche Moorhuhn, tritt forsch auf.) MONI MOORHUHN Morgen, Ida.


"Honk!" - 9 -

„Honck“ - 9 -

IDA Morgen, Moni. MONI MOORHUHN Wie geht´s der werdenden Mutter? IDA Ihr ging´s besser wenn der gewesene Vater sein Vaterwesen mehr zeigen würde. Manchmal denke ich, es wäre besser gewesen, wenn ich mich mit einer Entenpfeife gepaart hätte.

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MONI MOORHUHN Ich bin sicher, Erwin wird ein fantastischer Vater, wenn die Kinderchen erst mal da sind!

IDA Der nicht. Der Erpel ist `ne lahme Ente: Köpfchen ins Wasser, wenn´s um Verantwortung geht. (Sie rückt ihr Hinterteil zurecht) Auuu! Also ehrlich – wenn Hintern dafür geschaffen worden wären, um den lieben langen Tag auf Eiern rumzusitzen, dann hätten sie mindestens mit riesengroßen Grübchen ausgestattet sein müssen. MONI MOORHUHN Oh, Ida, nur der Gedanke! Wie lange hast Du denn noch?

IDA Tja, der Termin war eigentlich schon. Ich ging brav zu allen Bruthilfekursen, die diese eingebildete Störchin da gibt, und sie sagte vor vierzehn Tagen, in zwei Wochen sei’s soweit. MONI MOORHUHN Ach ja, was lange währt, wird endlich gut.

IDA Ich weiß auch nicht. Warum tun wir uns das nur an? Jedes Frühjahr das gleiche Spiel! MONI MOORHUHN Aber denk doch nur an den Lohn - all die süßen kleinen Entlein! IDA Und all die Schnäbel, die gefüttert werden wollen...!

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MONI MOORHUHN Zu den unmöglichsten Zeiten wecken sie dich auf.

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IDA Sie stellen immer was an....

MONI MOORHUHN Ziehen unerwünschte Verehrer an....

BEIDE (im Flüsterton) ...wie: den Kater. Warum tun wir uns das nur an?


"Honk!" - 10 -

„Honk!“

- 10 -

MONI MOORHUHN DOCH KNIRSCHT UND KNACKT´S AM NESTESRANDE, SAGST DU VOLL STOLZ: „SCHAUT, MEINE BANDE!“, UND TUST FÜR IHRE JUNGFERNFAHRT GLÜCK ERFLEH‘N. IDA WIE SEKTKORKEN TUN SIE RAUSPLOPPEN.

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MONI MOORHUHN DIE TRÄNEN KANNST DU NICHT MEHR STOPPEN. BEIDE DU WEISST: KEINER DER KLEINEN KANN UNTERGEH‘N. OH WIE SCHÖN...

MONI MOORHUHN Oh, Ida, es ist soweit!

(Sie werden von einem splitternden Geräusch unterbrochen, als die Entlein im Nest mit dem Schlüpfen beginnen. IDA macht zur Geburtsvorbereitung ihre Atemübungen. Vier Paar Füße erscheinen über dem Nestrand und bewegen sich im Takt der Musik wie Synchronschwimmer.) IDA

O WIE SCHÖN!

BEIDE O WIE SCHÖN! IDA

O WIE SCHÖN!

MONI MOORHUHN SCHÖN! IDA

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SCHÖN!

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MONI MOORHUHN SCHÖN! IDA

SCHÖN!

BEIDE OH WIE SCHÖN IST MUTTERSCHAFT, PUTZT DU DIE KLEINEN RAUS, DANN SPÜRST DU DAS GLÜCK. DIE GANZE ARBEIT DIE ´NE MUTTER SCHAFFT, IDA GIBT IHR DAS LÄCHELN IHRER KÜKEN ZURÜCK.


"Honk!" - 11 -

„Honck“ - 11 -

MONI MOORHUHN GIBT IHR DAS LÄCHELN IHRER KÜKEN IDA GIBT IHR DAS LÄCHELN IHRER KÜKEN BEIDE ZURÜCK.

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(Ida wendet sich zu dem mit Entlein gefüllten Nest.) IDA Meine Babies!

(Die vier ENTLEIN – SCHNÄBELCHEN, WATSCHEL, DAUNE und FLAUSCH - hüpfen aus dem Nest. Zunächst schauen sie verwirrt drein, denn sie sind nicht sicher, welche der beiden erwachsenen Vögel ‚Mama‘ ist, aber MONI MOORHUHN zeigt enthusiastisch auf IDA.) Quak! Quak!

ENTLEIN Quak! Quak!

MONI MOORHUHN Oh, Ida! Das sind die süßesten kleinen Entlein, die ich je gesehen habe. Sie sehen genau aus wie ihr Vater! IDA Danke! Da wir gerade von Papa sprechen.... Moni, sei bitte ein Schatz und such´ ihn für mich. Er ist wahrscheinlich gerade unten an der Tränke beim Schaumschlagen. MONI MOORHUHN Gerne. (Zu den ENTLEIN) Tante Mo-Mo geht jetzt. Bis nachher! (MONI MOORHUHN ab)

WATSCHEL Tante Mo-Mo? Was ´n abgefahr´ner Name!

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FLAUSCH Was ist das für eine große Welt!

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SCHNÄBELCHEN Yeah! Abgehoben!

DAUNE Bin ganz schön verknittert worden im Ei.

IDA Glaubt ja nicht, daß das die ganze Welt ist! Sie erstreckt sich bis weit auf die andere Seite des Sees, bis zum Pfarrhaus, obwohl ich selbst noch nie so weit gekommen bin. WATSCHEL Cool – laßt uns loszieh´n!


"Honk!" - 12 -

„Honk!“

- 12 -

IDA Halt! Halt! Halt! Halt! Halt! Halt! Halt! Es gibt noch ein paar Nestregeln, bevor ihr loswatschelt! Erstens: Keine nassen Schwimmfüße im Nest; Zweitens: Jeden Morgen müßt ihr Euer eigenes Nest entfedern; Drittens: Kein Quaken nach Sonnenuntergang; Viertens: Kein Plankton zwischen den Mahlzeiten; Fün.., Moment mal, Ihr seid ja gar nicht alle da! FLAUSCH Hey Jungs, es gibt noch´n Mitglied in unserer Gang!

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IDA(ins Nest lugend) Oh, quack! Und es ist das große! SCHNÄBELCHEN Schaut euch mal d i e Schale an! FLAUSCH Ach, du dickes Ei!

WATSCHEL Warum hat der so´n großes Ei gekriegt?

SCHNÄBELCHEN Genau! Wir wurden alle in ´ne Schale Größe 4 gequetscht, und der da hat so ´n XXL Straußteil...! DAUNE Das ist ungerecht, Mama!

WATSCHEL Ja, Mama, das ist ungerecht!

(Ein allgemeiner Tumult bricht los. IDA klettert auf das große Ei zurück. ERWIN ERPEL kommt wieder.) ERWIN ERPEL Hallo Kids, ich bin Euer Papa!

IC

IDA Schaut ihn euch genau an, so oft werdet ihr ihn wohl nicht zu Gesicht bekommen. Natürlich hast du wieder alles verpaßt: Das putzige Paddeln der platten Patschefüßlein!

N

ERWIN ERPEL Jetzt bin ich aber da. Also, Kids, wer kommt mit schwimmen?

(ERWIN ERPEL teilt an jedes Entlein einen Rettungsring mit einem “Anfänger”-Schild aus.) ERWIN ERPEL(zu IDA) Was ist los? Hat dich das ganze Rumsitzen müde gemacht?

IDA Es gibt immer noch eins auszubrüten. Blödmann. Das Große!


"Honk!" - 13 -

„Honck“ - 13 -

ERWIN ERPEL Laß mich das Ei nochmal sehen. (IDA hebt eine Pobacke hoch.) Das ist definitiv ein Truthahn. Den kriegst du nie aufs Wasser. Laß es doch bleiben. (Wendet sich an die Entlein, die Unsinn machen:) Hey, Schluß damit! (Wieder zu IDA:.) Komm, und zeig‘ den anderen, wie man ordentlich schwimmt! IDA Zeig´ du´s ihnen doch! Ich bleib´ einfach noch ´ne Weile sitzen. Ich hock´ hier schon so lange, daß es auf einen Tag nicht mehr ankommt.

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

ERWIN ERPEL Ganz wie du meinst, Schatz. (Zu den Entlein:) Los! Der letzte am See ist ´ne lahme Ente! (Die Entlein beeilen sich.) Hey, wartet auf mich! (ERWIN ERPEL ab. Wir bleiben bei IDA am Nest) MUSIK NR.3 - ANDERS (VOR-REPRISE) (Ida)

IDA

IST DOCH WAHR, BLEIB ALS EIERWÄRMER NUR ZUHAUS. SONDERBAR, SONST SAH‘N SIE DOCH ALLE ÄHNLICH AUS. DAS IST ANDERS, ES IST ANDERS ALS DER REST. EIN TRUTHAHNEI FIEL MIR MIT SICHERHEIT NICHT IN MEIN NEST. DIE GRÖSSE IST NUR EINE LAUNE DER NATUR, SIE FORMTE EINE NEUE EISTRUKTUR. ES IST ANDERS,

(Ein pickendes Geräusch.)

ZIEMLICH ANDERS,

(Ein knackendes Gerausch.)

IC

GANZ SCHÖN ANDERS!

N

(Als GNOMY aus dem Ei schlüpft, wird IDA auf seinen Schultern hochgehoben.) GNOMY HONK!

IDA Ach, du dickes Ei! GNOMY Honk!


"Honk!" - 14 -

„Honk!“

- 14 -

IDA Was ist mit deinem Quaken los? Du bist nicht wie deine Geschwister, sie sind..... (Geste).....und..... (Geste)..... anders. GNOMY Honk!

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

IDA: Wenn ich sage ‚schöööön‘, stört dich das? Nicht? Wie steht’s mit “Wasser”? Magst du schwimmen gehen? GNOMY Liebend gern.......Mama!

IDA Gott sei Dank! (ihn umarmend) Ich wußte, daß du einer von meinen bist. Also, dein Vater gibt gerade den anderen ihre erste Schwimmstunde. Wie wär’s, wenn wir beide einfach dasselbe tun, und zwar gleich hier am Ufer? Nichts allzu schwieriges, erstmal nur vorsichtig die Grundregeln. (IDA taucht eine Flosse ins Wasser.) Oweioweiowei! Ganz schön frostig, aber wir werden uns bald aufwärmen! Das wichtigste ist, nicht wasserscheu zu sein. GNOMY Bin ich nicht, Mama. Können wir zu der Insel rüberschwimmen?

IDA Um Gottes Willen! Nein! Sie ist viel weiter weg, als du denkst. Herrje, ich war nicht mehr dort, seit dein Vater mir den Hof gemacht hat... und damals wollte ich auch nicht so weit gehen! Also, bist du bereit? GNOMY Bin bereit.

IDA Mach einfach dasselbe wie ich und du wirst dich daran gewöhnen, wie eine En....(sie schaut ihn an) du wirst dich dran gewöhnen.

IC

MUSIK NR.4 - TRAG DEN KOPF STETS HOCH (Ida, Gnomy, Fische)

N

IDA

TRAG DEN KOPF STETS HOCH, FRÖHLICH, OHNE GESCHNAUBE, UND UNTEN TRITTST DU DOCH, GANZ WIE EINE SCHIFFSSCHRAUBE. DU MUSST RUMPADDELN, MIT DEN FLOSSEN GANZ FEST RUMPADDELN, UNVERDROSSEN, UND TROTZDEM SCHWIMMST DU VORNEHM UND RUHIG. KNIEE KRUMM, UND SPRITZ NICHT RUM.

GNOMY TSCHULDIGUNG.


"Honk!" - 15 -

„Honck“ - 15 -

IDA MAN TRUDELT WENN ES STRUDELT, ACHTE DRAUF. ACHTUNG NUR! GNOMY ACHTUNG NUR! IDA

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

DIE ANGELSCHNUR! GNOMY ANGELSCHNUR? IDA

SIE FÄNGT DICH UND MAN HÄNGT SICH DARIN AUF. (für sich) EIN NATURTALENT, HAT MAN DAS SCHON GESEH´N?

GNOMY DAS IST EXZELLENT, SCHWIMMEN IST WUNDERSCHÖN! IDA

SIEH DICH AN, DENKE SELBSTBEWUSST IMMER DRAN:

BEIDE TRAG DEN KOPF STETS HOCH, IMMER FRISCHLUFT GESCHNUPPERT, GANZ TOLL, DU KANNST ES DOCH. GNOMY DOCH MEIN HINTERTEIL BLUBBERT!

IC

BEIDE FEST RUMPADDELN, MIT DEN FLOSSEN, GANZ FEST RUMPADDELN, UNVERDROSSEN, UND TROTZDEM SCHWIMMST DU/ICH VORNEHM UND RUHIG.

N

IDA Versuchen wir zu tauchen.

(Sie tauchen unter. Es folgt ein instrumentales „Ballett“, währenddessen wir mit GNOMY und IDA in einen magischen Rummelplatz voller Fische und Unterwasserleben eintauchen.) FISCHE (summen) MM.MM.MM.

(Die Fische rufen ad. lib. Sprüche, um GNOMY auf ihre „Bude“ aufmerksam zu machen, z.B.: “Hier braucht Fischers Fritze nur zu fischen“... „Alles zu haben... Niemals verzagen“... .“Köstliche Kaulquäppchen, bei uns nur ein Schnäppchen!“ GNOMY ist zunächst etwas unsicher.)


"Honk!" - 16 -

„Honk!“

- 16 -

IDA Keine Angst, Schatz, das sind nur Fische. GNOMY Fische? (ERWIN ERPEL und die ENTLEIN erscheinen geräuschvoll unter Wasser, sehen aber GNOMY nicht.)

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

FISCHE EIN IDYLL, WIR SCHWIMMEN STILL UND BLEIBEN WENN WIR TREIBEN RUHIG UND TRAUT. KOMMEN DANN DIE ENTEN AN, DIE TIEFSEESCHWIMMEN LERNEN, WIRD ES LAUT.

(Wenn die Unterwassersequenz beendet ist, gehen DRAKE und die ENTLEIN wieder ab, die FISCHE verschwinden und IDA und GNOMY tauchen wieder auf. IDA ist offensichtlich erschöpft.) IDA

BREMS MAL AB.

GNOMY KANN MEHR TEMPO VERTRAGEN. IDA

DU MACHST NOCH SCHLAPP!

GNOMY ACH, ICH WERD´ DAS SCHON PACKEN. IDA

GIB OBACHT, DENN IN OHNMACHT FÄLLST DU BALD.

IC

GNOMY TU ICH NICHT, EWIG SCHWIMM´ ICH HIER RUM.

N

IDA

LASS ES SEIN!

GNOMY ICH BIN FIT WIE EIN TURNSCHUH! IDA

DEIN BEIN SCHLÄFT EIN.

GNOMY TUT ES NICHT, HEY, WAS GLAUBST DU!? IDA MEIN KLEINER, DAS SCHAFFT KEINER, DARUM HALT!


"Honk!" - 17 -

„Honck“ - 17 -

GNOMY EINMAL RUND UM DEN SEE IST OK? EINMAL NOCH GETAUCHT, S´IST DAS GRÖSSTE FÜR MICH. IDA BIN TOTAL GESCHLAUCHT, ER SCHWIMMT BESSER ALS ICH.

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

GNOMY KRIEG DICH RUM. IDA

WENN ICH KANN.

GNOMY KNIEE KRUMM. IDA

EINE BAHN NOCH...

(Instrumentale Tanzunterbrechung)

BEIDE FEST RUMPADDELN MIT DEN FLOSSEN GANZ FEST RUMPADDELN, UNVERDROSSEN, UND TROTZDEM SCHWIMMST DU VORNEHM UND RUHIG. IDA

KÄMPFST DU UNTER WASSER, MIT DEN FLOSSEN MANCHMAL NOCH,

GNOMY DENK DRAN, DU WIRST ES SCHAFFEN,

BEIDE TRÄGST DU DEINEN KOPF STETS HOCH.

IC

(Am Ende des Songs steigen IDA und GNOMY aus dem ‚Wasser‘ und sie versucht, ihn wieder gesellschaftsfähig zu machen.)

N

IDA So, mein Schatz, das sieht doch schon viel besser aus....

GNOMY Was hast du gemeint, als du gesagt hast, ich bin nicht wie meine Geschwister? Was ist anders an mir? IDA Tja, Liebling.... auf jeden Fall kannst du viel besser schwimmen als sie. GNOMY Glaubst du das wirklich? Und sonst?


"Honk!" - 18 -

„Honk!“

- 18 -

IDA Du mußt Dir merken, das es das Innere ist, was zählt, und nicht das Äußere. (In diesem Augenblick kommen ERWIN ERPEL und die ENTLEIN vom Schwimmen zurück.) WATSCHEL Was hat Mama denn da für´n Teil?

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

ERWIN ERPEL Das ist der kleine Unterschied zwischen Ente und Erpel. WATSCHEL Nein – was hat Mama denn da für ein Teil? (auf Gnomy zeigend)

ERWIN ERPEL Oh mein Gott, Ida....hör mir bitte genau zu, Liebling. Lauf bitte ganz langsam zu mir her. Keine plötzlichen Bewegungen. IDA Was quakst du denn da?

ERWIN ERPEL Hinter dir ist was. Etwas.... nicht sehr Schönes. IDA Schatz, es ist dein Sohn!

ERWIN ERPEL Aaaaaaagh.....ich habe ein Monster gezeugt!

IDA Mach dich doch nicht lächerlich! Er ist eben keine Otto-Normal-Teich-Ente, mehr nicht. ERWIN ERPEL Mehr nicht! Ida, ich habe einen Ruf zu verlieren!

IDA Ich weiß, Schatz, und an deiner Stelle würde ich nicht so damit prahlen.

N

IC

FLAUSCH Ich hab´ Angst.

ERWIN ERPEL (durch den Schnabel gezischt) Ich sag‘ dir, er ist ein Truthahn. IDA Er ist kein Truthahn. Er liebt das Wasser.

ERWIN ERPEL (dreht sich zu GNOMY und verspottet ihn) Preiselbeersauce!

IDA Siehst du, er zuckt nicht mal! Also. Ich möchte, daß ihr euch jetzt alle schön rausputzt. Es wird Zeit, daß ihr die anderen Mitglieder der Geflügelfarm kennenlernt und daß ihr lernt, wie es auf der Welt zugeht. Erwin, starr ihn nicht an!


"Honk!" - 19 -

„Honck“ - 19 -

MUSIK NR.5 - SCHAUT IHN AN (Ida, Erwin Erpel, Gnomy, Henriette, Truthahn, Kater, Grazia, Moni Moorhuhn, Entlein) ENTLEIN SCHAUT IHN AN! IDA HÖRT ZU, KINDER, MACHT NICHT SOVIEL WIND.

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ENTLEIN UND ERWIN ERPEL SCHAUT IHN AN!

ERWIN ERPEL BIST DU SICHER, ES IST UNSER KIND? IDA

WENN ER UNS AUCH NICHT GANZ GLEICHT, WAS HEISST DAS DENN SCHON. EUER SPOTT IST DUMM UND SEICHT, ER IST AUCH MEIN SOHN.

Kommt schon, Marsch, Marsch, mir nach! Und bleibt immer in meiner Nähe, sonst könnte man auf euch treten. Und hütet euch vor dem Kater!

(Sie watscheln in einer Prozession zur „Schule“...)

ENTLEIN SCHAUT IHN AN! KRUMME BEINE, DIE ER SCHLECHT VERSTECKT. SCHAUT IHN AN!

SCHNÄBELCHEN SICHER WURD´ DEIN EI FALSCH ABGESCHRECKT.

IC

ENTLEIN LAUTHALS LACHT DIE NACHBARSCHAFT WATSCHELN WIR HERAN. SEIN GESICHT IST EKELHAFT.

N

GNOMY WAS HAB‘ ICH GETAN? DAUNE Oh, sensibel.

(MONI MOORHUHN tritt eilig auf.) IDA Hallo Moni.

MONI MOORHUHN Hallo Ida, Hallo Erwin. Was für eine prächtige Brut. Ist das dicke Ei schon ausgeschl....


"Honk!" - 20 -

„Honk!“

- 20 -

(Sie sieht GNOMY.) (MONI MOORHUHN) Aahh! SCHAUT IHN AN! SAG MIR, IDA, WAS LIEF SCHIEF DABEI? SCHAUT IHN AN! BLIEB ER ETWA VIEL ZU LANG IM EI? IDA

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MIT DEINER IMPERTINENZ NERVST DU IMMERZU. AUF ´NER SCHÖNHEITSKONKURRENZ DA VERLIERST AUCH DU!

MONI MOORHUHN Also. Ich glaub´ ich muß jetzt gehen. Habe gehört, daß die Kinder vom Bauernhof Baguette ins Wasser werfen. Klingt très chic... Das will ich nicht verpassen! (MONI MOORHUHN watschelt hastig ab und macht um GNOMY einen großen Bogen.)

GNOMY SCHAUT EUCH AN, SCHAUT MICH AN, SAGT, WAS STIMMT NICHT? DAUNE Ist das nicht offensichtlich?

GNOMY SAGT, WARUM NEHMT IHR MICH DENN SO HOCH? WATSCHEL Hast du dein Spiegelbild geseh´n?

GNOMY SPIELEN WIR DOCH MIT DEN FISCHEN!

IC

ENTLEIN VERJAGT HAST DU SIE DOCH! (lachen quakend) WAHK, WAHK, WAHK, WAHK, WAHK. WAHK, WAHK, WAHK, WAHK, WAHK, WAHK.

N

(Die ENTLEIN setzen sich im „Klassenzimmer“ auf ihre Plätze. TRUTHAHN, als Schulrektor, und HENRIETTE, als Schulsekretärin, organisieren die Neuzugänge) ERWIN ERPEL SCHAU IHN AN! GIB ZU, ER HAT ´NE EXTREMFIGUR.

ENTLEIN UNSRE ELTERN TUN SICH STREITEN. IDA SCHAU IHN AN! NUR ´NE VARIATION DER NATUR.


"Honk!" - 21 -

„Honck“ - 21 -

ENTLEIN DAS IST IHM AUCH ANZUKREIDEN. IDA ICH LASS´ NICHT ZU, DASS MEIN SOHN UNTERGEHT IM WAHN. WAS SOLL ALL DIE AGGRESSION - SO DUMMDREIST!

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

ERWIN ERPEL MEINE ANTWORT HEISST: ERWIN ERPEL, ENTLEIN SCHAU IHN AN!

HENRIETTE PICK! PICK! PICK! PICK! ICH WILL NICHT RUMMÄKELN, DOCH DAS DING, PICK, PICK, TUT MICH RICHTIG ANEKELN. SCHAUT IHN AN! - GAAACK SAH MAN JE EIN SCHWEIN MIT FLÜGELN DRAN? SCHAUT IHN AN! - GAAACK HAT EIN GENTECHNIKER DAS GETAN? MANCHMAL TUT ES EBEN WEH, SPRICHT MAN WAHRHEIT AUS. GIBST DU IHN DER KATZ ZUM TEE, MACHT´S NIEMAND WAS AUS.

(In seiner Rolle als Schulrektor, redet der TRUTHAHN den ENTLEIN gut zu, sich für das Schulfoto in Pose zu stellen. Der KATER tritt auf, verdeckt durch den Überwurf einer altmodischen Kamera, als Schulfotograph verkleidet.) TRUTHAHN Alle aufstellen, die Kleinen nach vorne!

N

IC

SCHAUT IHN AN! KEINE FRAGE, ER SIEHT SCHEUSSLICH AUS. SCHAUT IHN AN! HÄNGEN SEINE INNEREIEN RAUS? ETWAS ANDRES KANN´S NICHT SEIN, HÄSSLICH IST ER DOCH. WO KOMMT DA DIE FÜLLUNG REIN FRAGT SICH JEDER KOCH.

ENTLEIN / TRUTHAHN / HENRIETTE SCHAUT IHN AN, SCHAUT UNS AN, ER IST ANDERS. SCHAUT IHN AN, SCHAUT UNS AN, ´S IST EIN GRAUS.

TRUTHAHN / HENRIETTE ES WÄRE MANCHMAL VIEL NETTER, EIN EI SCHLÜPFTE NIE AUS. (Die Kamera blitzt, alle „erstarren“. Der Kater taucht unter dem Überwurf auf.)


"Honk!" - 22 -

„Honk!“

- 22 -

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KATER Ooh, das nenn ich einen Snack! SCHAUT IHN AN! DIESES ENTLEIN IST JA KOLOSSAL, SCHAUT IHN AN, IST ALS KATZENFUTTER ERSTE WAHL. WENN DAS VIECH VERSCHWINDEN SOLL, HELF´ ICH IHNEN GERN. SICHER FINDEN SIE ES TOLL, WENN ICH ES ENTFERN´.

(Ein zweiter Blitz der Kamera hebt die „Erstarrung“ auf. Der KATER schlüpft wieder unter den Überwurf. Dem TRUTHAHN wird das Schulfoto überreicht.)

TRUTHAHN Nun, gleich werdet ihr Ihrer Hoheit vorgestellt, der vornehmsten Ente auf dem See. Sie wurde einst mit einem Mandarin gepaart - und ihr werdet bemerken, daß sie ein rotes Band aus Leinen um das Bein trägt... (GRAZIA tritt als Schulrätin auf.)

...es ist die höchste Auszeichnung, die eine Ente erhalten kann. Sie bedeutet, daß sie sowohl bei den Menschen als auch bei den Tieren höchstes Ansehen genießt.

IDA (zu ihrer Brut) Jetzt aber nicht die Zehen einziehen, beugt nur höflich den Kopf und sagt: “Quak”!

(Die Entlein marschieren nacheinander an GRAZIA vorbei, jedes verneigt sich und quakt.) ENTLEIN (einzeln) QUAK. QUAK. QUAK. QUAK.

(Die Reihe ist an GNOMY...) GNOMY HONK!

IC

(GRAZIA reagiert mit Entsetzen. Die ENTLEIN nehmen das Schulfoto vom TRUTHAHN.)

N

ENTLEIN SCHAUT IHN AN, AUCH DAS FOTO HAT ER RUINIERT. IDA

DENKT DOCH AN SEINE GEFÜHLE.

GRAZIA SCHAUT IHN AN! DIE NATUR HAT EINEN WITZ KREIERT. IDA ICH MAG AN IHM DAS SUBTILE.


"Honk!" - 23 -

„Honck“ - 23 -

(Die Vögel umringen GNOMY aggressiv.) ERWIN ERPEL / TRUTHAHN / HENRIETTE / MONI MOORHUHN SCHAUT IHN AN! ENTLEIN (verspotten GNOMY) SCHAUT IHN AN! NA, NA, NA, NA, NA, NA, NA, NA, NA.

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GRAZIA DIE BEZIEHUNG SOLLT´ MAN LÖSEN.

ERWIN ERPEL, TRUTHAHN, HENRIETTE, MONI MOORHUHN DIE BEZIEHUNG SOLLT´ MAN LÖSEN. SCHAUT IHN AN! ENTLEIN SCHAUT IHN AN! NA, NA, NA, NA, NA, NA, NA, NA, NA.

ALLE ER HAT EIN SEHR TUMBES WESEN. WIE GRÄSSLICH, DER VOGEL IST BESONDERS HÄSSLICH. (GNOMY ist nun offensichtlich außer Fassung.) IDA

ICH STEH´ ZU IHM UND LIEB´ IHN. MERKT IHR NICHT, WAS IHR TUT IST FATAL. ES WÄR´ EIN LANGWEIL´GER UNSINN, WÄR´N ALLE HIER NORMAL.

(Die letzte Bemerkung löst heftigen Widerspruch aus, begleitet von Gackern, Gequake und Kollern.) GRUPPE A (Henriette, Grazia, Moni Moorhuhn, Truthahn, Erwin Erpel) SCHAUT IHN AN!

IC

ENTLEIN SCHAUT IHN AN!

N

GRUPPE A UNSER KIND IST GOTT SEI DANK NICHT SO. ENTLEIN NUR WIR HABEN SO ´NEN BRUDER. GRUPPE A SCHAUT IHN AN! ENTLEIN SCHAUT IHN AN!


"Honk!" - 24 -

„Honk!“

- 24 -

GRUPPE A WAS VERGLEICHBARES GIBT´S NIRGENDWO. ENTLEIN SO EIN HÄSSLICH DUMMES LUDER. (Die Entlein trifft ein bitterböser Blick von IDA und sie tun so, als seien sie völlig unschuldig.)

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GRUPPE A ES SCHOCKIERT SEIN KÖRPERBAU, ENTLEIN LA, LA, LA, LA, LA.

GRUPPE A IHN TRIFFT UNSER BANN. ENTLEIN LA, LA, LA, LA, LA.

GRUPPE A NIEMALS FINDET DER ´NE FRAU.

ALLE SCHAUT IHN AN! SCHAUT MICH AN! SCHAUT EUCH AN! IHR WISST DANN, DASS WIR NIE WAS SCHEUSSLICHERES SAH´N. KATER SCHAUT IHN AN! DENKT, DASS MAN SEIN HALS UMDREHEN KANN.

IC

ALLE ER IST SCHLAPP, UND STINKT BEI UNS AB. SCHAUT IHN AN!

(ERWIN ERPEL nähert sich TRUTHAHN mißtrauisch.)

N

ERWIN ERPEL Ey, Truthahn. Hast dich wohl an meine Frau rangemacht?

TRUTHAHN Was willst du damit sagen? (Schaut GNOMY an und realisiert die Bedeutung von ERWIN ERPELS Frage). Ich seh´ doch nicht so aus wie der! Ich bin ein vortreffliches, vorzügliches Exemplar erster Güte mit hervorragenden Spornen. Und was das da angeht, nun, ich würde es nicht einmal nehmen, um ein Federbett damit zu füllen. (IDA überhört diese letzte Beleidigung.) IDA Da gerade von Füllung die Rede ist: Ich glaube nicht, daß du immer so von dir eingenommen sein wirst: Denk´ an Weihnachten!


"Honk!" - 25 -

„Honck“ - 25 -

TRUTHAHN (zuckt zusammen) Oh, ich hasse das Wort! (TRUTHAHN geht aufgeregt ab, während GRAZIA sich einen Weg nach vorne bahnt, um mit IDA zu sprechen.) GRAZIA Herzlichen Glückwunsch, Ida, die sind ja entzückend!

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IDA Oh, danke, Eure Hoheit!

GRAZIA (geheimnisvoll) Sagen Sie, dieser große Kerl dahinten, was ist da nur passiert? Er ist nicht gerade ein Hutschenreuter-Modell, finden Sie nicht auch?

IDA Ich wünsche, die anderen würden nicht so auf ihm rumhacken! Er wird sich schon entwickeln, wenn er älter wird.

GRAZIA Nun, die anderen sind jedenfalls Prachtstücke, meine Gute! Wie gerne hätte ich selbst dieses Jahr eine Brut bekommen! IDA Es tat mir so leid, als ich davon hörte, Eure Hoheit! Sie müssen ihn furchtbar vermissen!

GRAZIA Er war ein schöner Erpel, der Mandarin, aber leider wurde er schon vor seiner Zeit knusprig und aromatisch. Doch - das Leben geht weiter. Also, wo ist Moni Moorhuhn nur mit dem Baguette geblieben? (MONI MOORHUHN kommt zurück. Sie befördert triumphierend ein großes Stück Baguette.)

MONI MOORHUHN Ta-rah! Ihr müßt es probieren – es schmeckt viel besser als das übliche Zeug – sogar die Kruste ist köstlich.

IC

ERWIN ERPEL Ich bin kein Kostverächter!

N

TRUTHAHN (tritt wieder auf) Finde sicher noch Platz für eine kleine Füllung!

HENRIETTE Ich sollte davon probieren, meine Vorfahren waren nämlich Franzosen, von den „Heiligen der 12 Tage nach Weihnachten“. TRUTHAHN Sag dieses Wort nicht!

HENRIETTE Welches Wort? Franzosen?


"Honk!" - 26 -

„Honk!“

- 26 -

ERWIN ERPEL Nein. Weihnachten! TRUTHAHN Nein! Nicht schon wieder! IDA Oh ja, Moni, es ist köstlich. Kommt, Kinder, probiert es mal!

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(Alle Vögel machen sich über das Brot her. GNOMY versucht auch, heranzukommen, wird aber immer wieder zurückgestoßen. Er wird gepickt und vertrieben.) GRAZIA Macht Platz für die Ente mit dem roten Band! GNOMY Honk!

GRAZIA Ida, Sie müssen wirklich etwas gegen dieses ‚Honk‘ unternehmen! MONI MOORHUHN (zeigt hinter die Bühne) Oh, schaut mal! Croissants!

(ALLE außer GNOMY gehen in Richtung Croissants ab.) WATSCHEL Zurück! Du bist für dein Alter sowieso schon zu dick!

(Das ENTLEIN schiebt GNOMY zurück und wirft mit dem Schulfoto nach ihm, das nun in zwei Teile gerissen ist.)

GNOMY Das ist nicht fair! Ich habe auch Hunger! Warum hackt ihr auf mir rum? (geht zur Seite, ein ganzes Stück von der Gruppe entfernt. Als er sich allein fühlt, versucht er, sein ‚quaken‘ zu üben.) Qu..honk! Qu...honk! Qu...honk!

N

IC

(Da es ihm überhaupt nicht gelingt, gibt er auf.)


"Honk!" - 27 -

„Honck“ - 27 -

MUSIK NR.6 - ANDERS (Gnomy) GNOMY WÜSSTEN SIE, DASS ICH ALLES GÄB´ NUR FÜR EIN QU....HONK! ICH SCHAFF´S NIE. ICH BIN NICHT WIE DIESES PACK AUF ZACK.

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BIN HALT ANDERS, ICH BIN ANDERS ALS DER REST. ICH KANN´S VERSTEH´N WENN SIE MICH BALD VERJAGEN AUS DEM NEST. DOCH ANDERS HEISST NICHT FRECH SEIN, ANDERS IST NICHT SCHLIMM, DARUM IST MEINE TRAUER LEGITIM.

(Er hebt die beiden Hälften des Fotos auf und hält sie zusammen.)

BIN HALT ANDERS, UND SIE GLEICHEN SICH SO SEHR. DAS ICH DAGEGEN HÄSSLICH BIN MACHT MIR DAS LEBEN SCHWER. DOCH ANDERS HEISST NICHT SCHRECKLICH, ES HEISST NICHT GEFAHR, VERGESST NICHT, BIN ALS BRUDER AUCH NOCH DA. SO WIE ICH BIN, SO SEH´ ICH AUS, ICH KANN DOCH WIRKLICH NICHTS DAFÜR. ICH HASS´ MEINE SCHMUDDELFEDERN UND DEN STUMMELSCHNABEL HIER. NOCH NIE HAT MAN EINE HERDE, OHNE SCHWARZES SCHAF ERBLICKT. DOCH WENN DU SELBST DAS SCHAF BIST IST DEIN EGO GLEICH GEKNICKT.

N

IC

BIN HALT ANDERS, DOCH AUCH ICH HAB´ MEINEN STOLZ. KAPIERT IHR NICHT, DASS IN MIR, MEIN HERZ VOR SCHMERZ ZERSCHMOLZ. ANDERS HEISST NICHT BOSHAFT, ANDERS HEISST NICHT SCHLECHT, WARUM KOMMT IHR DENN DAMIT NICHT ZURECHT? ICH WÜNSCHT´ ICH KÄM´ DAMIT ZURECHT.

(Die ENTLEIN rennen auf die Bühne und verspotten GNOMY, indem sie vorgeben, daß sie mit ihm spielen wollen. Dann rennen sie wieder weg und lachen ihn aus.) ANDERS HEISST NICHT HÄSSLICH, ANDERS KANN GUTTUN... ANDERS HEISST NUR... NUN... ANDERS.

(Am Ende des Songs erscheint der KATER und macht sich heimlich an GNOMY heran.)


"Honk!" - 28 -

„Honk!“

- 28 -

KATER Hallo Entlein! GNOMY Wer bist du? KATER Ich bin dein Freund!

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GNOMY Ich habe keine Freunde. Jeder haßt mich, weil ich häßlich bin.

KATER Oh, die sind aber zu, zu, zu-zu grausam! Ich finde dich einfach lecker! GNOMY Was hast du gesagt?

KATER Ich sagte, Geflügel geht mir auf den Wecker! Schau doch, wie gierig sie das ganze Brot verschlingen! GNOMY Es soll köstlich schmecken, es ist nämlich französisch!

MUSIK NR. 6A FRANZÖSICH DING (Instrumental)

KATER Mmm. A`l’Orange. Willst du mir sagen, daß sie dir nichts abgegeben haben? GNOMY Keinen Krümel!

KATER Das ist ja die Höhe! Dann mache ich dir einen Vorschlag: Das Mittagessen geht in.......auf mich!

IC

GNOMY Meinst du das wirklich? Du bist wirklich ein Freund!

N

KATER Natürlich bin ich das. Jetzt folg´ mir einfach! GNOMY Ich sag‘ lieber meiner Mama Bescheid.

KATER Ach, nein, das ist nicht nötig. Schau, sie spricht mit Ihrer Hoheit. Weißt du , ein Entlein darf niemals jemanden unterbrechen, der mit Ihrer Hoheit spricht! GNOMY Ich glaube, ich sollte es trotzdem tun.


"Honk!" - 29 -

„Honck“ - 29 -

(Der KATER versteckt sich, als der Rest der FAMILIE, zusammen mit GRAZIA, MONI MOORHUHN, HENRIETTE und TRUTHAHN wieder auftritt und siegreich ihre verschiedenen Backwaren bringen.) IDA Welch ein Fest! GRAZIA Etwas trocken, aber man soll ja nicht unzufrieden sein.

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GNOMY Mama?

IDA Ja? Entschuldigen Sie, Eure Hoheit! Watschel, steh´ nicht auf Daunes Fuß – er läuft ja immer im Kreis! GNOMY Mama? Ich wurde eingeladen.......

IDA Moment mal, Liebling. Schnäbelchen! Nimm den Mund nicht so voll, und weiche es erst in Wasser ein, sonst verschluckst du dich! GNOMY Hast du was dagegen, wenn ich ........

IDA Sicherlich. ........Flausch, ich hoffe, du pickst dir nicht nur die Rosinen raus!

(Der KATER erscheint wieder neben GNOMY.)

KATER Hör zu. Wir sind nicht lange weg. Was kann schon passieren? Du hast doch Hunger, oder? GNOMY Ja, habe ich.

IC

KATER Eben. Ich auch. Also komm!

N

GNOMY Naja. Wenn du dir so sicher bist.. KATER Oooch, ganz sicher.

(Der KATER führt GNOMY weg. Wir nehmen ein Gespräch zwischen MONI MOORHUHN und HENRIETTE wahr.)

MONI MOORHUHN Ida tut mir einfach leid. Wie sie es geschafft hat, das Ei zu legen, ist mir ein Rätsel. Ich könnte heulen, wenn ich nur daran denke! HENRIETTE Es macht einfach einen schlechten Eindruck, wenn so etwas auf den Uferpromenaden flaniert!


"Honk!" - 30 -

„Honk!“

- 30 -

IDA (hört dies) Entschuldigt bitte! Ihr redet da über meinen Sohn! An ihm ist nichts verkehrt! (IDA dreht sich zu allen Mitgliedern der Geflügelfarm.) IDA Er sieht halt etwas anders aus, weiter nichts. Ich finde, dass er gerade deswegen etwas Besonderes ist.

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

GRAZIA Gut gesagt, Ida! Ich stimme mit Ihnen überein. Und wenn ich mit Ihnen übereinstimme, stimmen alle mit Ihnen überein. Ich denke, eine Entschuldigung ihrerseits wäre angebracht! MUSIK NR. 6B SAG´S MAMA (Instrumental)

IDA Moment mal, wo ist er hin? ERWIN ERPEL Ich dachte, er sei bei dir! IDA Gerade war er’s noch!

ERWIN ERPEL Wenn er nur einen Funken Verstand besitzt, dann sucht er nach einer Tüte, um sie sich über den Kopf zu stülpen! IDA Erwin! Das reicht!

ERWIN ERPEL Reg‘ dich nicht auf, Schatz, er kann ja nicht weit sein!

IC

IDA Er wollte mich gerade was fragen........

N

ERWIN ERPEL Dann ist er wahrscheinlich nur zum See runtergewatschelt, du weißt ja, wie gern er schwimmt. IDA Das hätte er nicht gemacht, ohne mir Bescheid zu sagen. (Panik) Wo ist er hin?

ERWIN ERPEL Oh verdammt nochmal! Also gut: Truthahn, du gehst da lang und schaust dich beim Kuhstall um, Moni und Henriette übernehmen den Hühnerstall. Ida, wir beide führen die Entlein zum See. GRAZIA Und ich koordiniere die Operation vom Getreidesilo aus. (Mit vielen verschiedenen „GNOMY!“-Rufen, viel Federgepluster und Füßekratzen, suchen alle vergebens nach dem Entlein.)


"Honk!" - 31 -

„Honck“ - 31 -

2.Szene (Die Lichter gehen an. Man sieht den KATER mit GNOMY in seinem Versteck. Die Szene erinnert an ein schlechtes Fernseh-Kochstudio. Das Versteck enthält verschiedenartige Kochutensilien und –zutaten.)

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

KATER (zum Publikum, als ob er eine Fernsehsendung moderiert) Ich begrüße sie heute wieder zum Katzen-Küchen-Koch-Kurs. Hurtige Häppchen für hungrige Hauskätzchen! GNOMY Du hast aber ´ne tolle Wohnung!

KATER Vielleicht etwas eng, aber für mich reicht es. So...... laß‘ mal sehen. (Er nimmt sich ein Kochbuch und fängt an, darin zu blättern).... Enten-Kasserole, Ente mit Kirschen, Ente mit Maronen, Ente mit Ananas, Entenpaté, Enten-Pfannkuchen mit Pflaumensauce..., ah, da haben wir’s: Ente a` l’Orange. GNOMY Was gibt´s heute?

KATER Ich werde dich speisen!

GNOMY Ja, das weiß ich, ich meine was essen wir heute?

KATER Ach, ich werd´ was zaubern. Eine Überraschung!

GNOMY Meine Mutter muß jemand anderen gemeint haben... Sie sagte mir, ich soll mich vor der Katze in Acht nehmen.

N

IC

KATER Ah, ha ha .... die Gute! Mütter sind doch alle gleich! Aus irgend einem Grund meinen sie, es gehört zu ihrem Jobprofil, uns den Spaß zu verbieten! Aber nicht meine Mutter, oh nein, sie war anders! Weißt du, was sie mir immer gesagt hat? (Während der folgenden Nummer fängt der KATER mit Nonchalance an, Zutaten für die Ente a` l’Orange vorzubereiten. GNOMY ahnt weiterhin nichts von den Absichten des KATERS.)


"Honk!" - 32 -

„Honk!“

- 32 -

MUSIK NR.7 - MIT DEM ESSEN SPIELT MAN (Kater, Gnomy)

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KATER ALTE MÖBEL SIND ZUM KRATZEN DA, BRAUCHST DU DIE KRALLEN SCHARF. BIN ICH EINGESPERRT WEISS ICH, DASS ICH DIE KISSEN FETZEN DARF. SIND DIE BEETE FRISCH GEPFLANZT, GRÄBT MAN DIE BLUMEN WIEDER AUS. UND LIEGT IRGENDWO EIN PULLI RUM ZIEHT MAN DIE FÄDEN RAUS. ABER AM SCHÖNSTEN IST MEIN KINDERGARTENWISSEN. EIN SATZ HAT MICH SCHON IMMER HINGERISSEN: MIT DEM ESSEN SPIELT MAN VOR JEDER MAHLZEIT, SCHIKANIERT SEINEN SCHMAUS BREMST SEINE GIER.

MIT DEM ESSEN SPIELT MAN GANZ OHNE ROHEIT, MEIN ENTLEIN, JETZT SPIEL ICH MIT DIR. MIT DEM ESSEN SPIELT MAN BEVOR MAN ZUBEISST, SPIEL MIT DER LECKEREI, BIS SIE LAUT BRÜLLT. MIT DEM ESSEN SPIELT MAN DAS HEISST MEIST, DASS EIN SPIEL DIR DEINEN MAGEN FÜLLT.

Sag´ mir, Entlein, was willst du spielen? Alles ist erlaubt, ich verrat` s nicht deiner Mutter.

N

IC

GNOMY Alles? ... Nun,... ICH MAG GERN: PADDELN IN DEN PFÜTZEN, MANSCHEREIN MIT MATSCH, JAG´ KLEINE WASSERGESCHÖPFE. UND HABE ICH ETWAS ZEIT DANN SCHLIDDER ICH IM SCHLICK IN DAS MOOR UND HOL´ DORT MOHRNKÖPFE. ICH SCHLAGE ´NE LIBELLE TOT UND WER NOCH EINMAL SAGT, DASS KATZEN SO GEFÄHRLICH SIND, WIRD VON MIR ANGEKLAGT. KATER BEI MEINEM SPIEL BRINGT WITZ UND BISS DIE FRISCHE. AM BESTEN SPIELT MAN ES IN EINER KÜCHE. MIT DEM ESSEN SPIELT MAN NOCH VOR DEM KNABBERN, SPIELE RUHIG MIT DEM BRATEN VOR DER JAGD. MIT DEM ESSEN SPIELT MAN, DOCH NICHT SCHLABBERN,


"Honk!" - 33 -

„Honck“ - 33 -

DAS ALLES HAT MAMA GESAGT. MIT DEM ESSEN SPIELT MAN IN JEDER HINSICHT, UND MAN MAMPFT SEINE MAHLZEIT KLEINGEKNÜLLT. MIT DEM ESSEN SPIELT MAN, VERGISS NICHT, DASS EIN SPIEL DIR DEINEN MAGEN FÜLLT.

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

GNOMY KOMM WIR GEH´N BADEN IN DEN BINSEN, SCHLAGEN UNS IM SCHLAMM, TUN UNS DANN IM SUMPF GUT VERSTECKEN. EIN LAGER BAU’N WIR DORT, AN DEM STRENG GEHEIMEN ORT, UND TUN SPIELE NEU AUSHECKEN. UND WOLL´N DIE ANDERN ENTLEIN, SICH MIT UNS HIER AMÜSIERN, DANN MÜSSEN SIE VERSPRECHEN MICH NICHT MEHR ZU SCHIKANIERN. KATER OH, BEI MIR VERGISST DU DASS DU MISSGESTALTET, HAB´ ICH DIE SERVIETTE ERST EINMAL GEFALTET.

(GNOMY, dem die Absichten des KATERS immer noch nicht klar sind, versteckt sich als ob er Verstecken spielen will. Der KATER läßt ihn gewähren.)

Oh, du willst doch nicht etwa Verstecken spielen, oder? Wo bist du? Bin ich warm oder kalt?

(Es folgt eine instrumentale Sequenz vom Typ „Tom und Jerry“, während der der KATER versucht, GNOMY in die Schüssel zu befördern)

N

IC

MIT DEM ESSEN SPIELT MAN VOR JEDER MAHLZEIT, SCHIKANIERT SEINEN SCHMAUS, BREMST SEINE GIER. MIT DEM ESSEN SPIELT MAN GANZ OHNE ROHEIT, MEIN KÜKEN, KÜKEN, KÜKEN, KÜKEN, KÜKEN, KÜKEN, KÜKEN, KÜKEN, KÜKEN, JETZT SPIEL ICH MIT DIR. (KATER) MIT DEM ESSEN SPIELT MAN BEVOR MAN ZUBEISST, SPIEL MIT DER LECKEREI, BIS SIE LAUT BRÜLLT. MIT DEM ESSEN SPIELT MAN DAS HEISST MEIST, DASS EIN SPIEL DIR DEINEN MAGEN.... Sag mal, Entlein, magst du Orangen?

GNOMY Keine Ahnung, hab´ ich nie probiert!


"Honk!" - 34 -

„Honk!“

- 34 -

KATER Na, dann lutsch’ das mal. (Der KATER steckt GNOMY eine Orangenscheibe in den Mund.) DASS EIN SPIEL DIR DEINEN MAGEN FÜLLT.

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(Auf den letzten Schlag der Musik stülpt der KATER einen Deckel auf die Schüssel, in der jetzt GNOMY ist. Hinter der Bühne hört man KINDER spielen.) GNOMY Was ist das für ein Geräusch? KATER Speichelfluß.

GNOMY Es kommt von draußen.

KATER Ach, das sind nur die verdammten Kinder von der Farm, die Ball spielen. Kommen sie, um mit mir zu spielen? Pustekuchen! Ich glaube, sie erinnern sich gar nicht mehr, daß sie ´ne Katze haben! Manche Menschen sollten keine Tiere halten – und 8 von 10 Katzen würden mir da zustimmen. GNOMY (aus der Schüssel kletternd) Was sind Menschen?

KATER Was sind Menschen? Hoho, mit denen sollte man möglichst nichts zu tun haben. Sie bedeuten nichts Gutes. Schätz´ dich glücklich, daß ich dir gerade erspare, ihnen je zu begegnen!

(Der KATER will gerade mit einem Hackmesser GNOMY einen Flügel abtrennen.) STIMME EINES JUNGEN Deckung!

N

IC

KATER Ja, korrekt, es ist gedeckt.


"Honk!" - 35 -

„Honck“ - 35 -

STIMME EINES JUNGEN Deckung! KATER Ja, ich weiß. Der Tisch ist gedeckt für die Ente a` l´Orange. GNOMY Ich glaub´ aber ich bin ´ne Stockente

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STIMME EINES JUNGEN Deckung!

(Das Geräusch einer zerschmetternden Glasscheibe ist zu hören, als ein Ball hereinfliegt und den KATER am Hinterkopf trifft.) Tut mir leid, aber ich hab‘ dir doch gesagt....

KATER Ich weiß, ich weiß, sag es nicht......Ente gut, alles gut!

(Der KATER fällt in Ohnmacht, und zwar in seine eigene Schüssel. GNOMY weiß nicht, was er tun soll.) STIMME EINES JUNGEN Du hast das Fenster zerbrochen! STIMME EINES MÄDCHEN Der Ball ist reingefallen!

GNOMY Oh nein, die Menschen...sie kommen rein.

MUSIK NR. 7A - VERLAUFEN (Gnomy)

IC

GNOMY (sieht den Kater in der Schüssel) Gute Idee, du versteckst dich da drin. Ich finde allein zur Geflügelfarm zurück. Vielleicht essen wir irgend wann anders zusammen. Wiedersehen!

(Es rüttelt laut am Scheunentor.)

N

STIMME DES JUNGEN Klappt nicht. Is’ abgeschlossen. Wir müssen durchs Fenster! GNOMY Oh nein!

(GNOMY schaut erschrocken, rennt in die entgegengesetzte Richtung und findet ein loses Brett in der Scheunenwand. Er schlüpft durch und das Katzenversteck verschwindet.)

Also, war es rechts am Kuhstall und dann links rum zum Hühnerhaus oder....oh, nein, wir sind am Schweinetrog vorbeigekommen, so war´s, ich kann mich an den Geruch erinnern, und dann kam ein Wasserfaß, in dem er mich nicht schwimmen ließ, und .... nein. Ich bin sicher es ging links rum hinterm Kuhstall.


"Honk!" - 36 -

„Honk!“

- 36 -

(Zielstrebig geht GNOMY ab) (GNOMY) ICH MAG GERN: PADDELN IN DEN PFÜTZEN, MANSCHEREIN MIT MATSCH, JAG´ KLEINE WASSERGESCHÖPFE. (Das Geräusch eines bellenden Hundes jagt GNOMY auf die Bühne zurück. Er ist jetzt ziemlich beunruhigt, da er keine Anhaltspunkte mehr erkennen kann und die Dunkelheit langsam einsetzt.)

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Au weia, ich glaube ich habe mich verlaufen! (Beim Wort „verlaufen“ wechselt das Licht von GNOMY zu MONI MOORHUHN, die wieder in der Geflügelfarm ist und mit IDA spricht.) 3.Szene

(Es dämmert auf der Geflügelfarm und die ergebnislose Suche nach GNOMY ist abgebrochen worden.)

MONI MOORHUHN Verlaufen?........ (zuckt zusammen) mit dem Kater? Ida, Entlein ‚verlaufen‘ sich nicht mit Katern. Das weißt du ganz genau. IDA Da kann man nicht so sicher sein.

FLAUSCH Hat der Kater ihn wirklich gefressen, Mama? Das ist ekelig! WATSCHEL Ja, stell dir mal vor, sowas häßliches zu fressen!

IDA Genug davon! Ich will kein Gequake mehr hören! Er wird bis morgen früh wieder hier sein, und wenn er nach Hause kommt, dann werdet ihr nett zu ihm sein. Und jetzt, ab ins Nest!

N

IC

(Mit viel verlegenem Geschubse bereiten sich die ENTLEIN und andere Mitglieder der Geflügelfarm langsam auf die Nachtruhe vor. IDA steht allein da. ERWIN ERPEL weiß nicht mehr, wie er sie trösten kann.)


"Honk!" - 37 -

„Honck“ - 37 -

MUSIK NR.8 - ELEGIE (Ensemble) MONI MOORHUHN UNHEIMLICH RUHIG WIRD´S AUF DER FARM, DER STIMMUNG ANGEMESSEN. MAN SAGT DIE KATZE HAT HEUT NACHT BALLASTSTOFFREICH GEFRESSEN.

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AUCH WENN DER VOGEL HÄSSLICH WAR, SO SCHMERZT ES UNS DOCH SEHR. WO KAMEN NUR DIE FEDERN IN DEM NAPF DER MIEZE HER?

(MONI MOORHUHN versucht erneut, IDA auf das Schlimmste vorzubereiten.)

MONI MOORHUHN Ich will dich nicht verletzen Ida, aber die Beschreibung! ... Der Esel sagte, er sah den Kater mit etwas weggehen, das....ja nun,....wer sah hier sonst so aus!

IDA Ich glaub es nicht. Er war... ist eine tapfere kleine Ente und ich bin sicher, daß er diesen räudigen alten Kater überlisten kann. MONI MOORHUHN (wenig überzeugt) Sicher kann er.

IDA Nein, er ist irgendwo da draußen, wahrscheinlich gerade auf dem Weg nach Hause.

(MONI MOORHUHN umarmt IDA und folgt den anderen Vögeln hinter die Bühne.) FRAUEN WIR NEHMEN TEIL AN IDAS LEID, IHR SCHWERMUT WIRD EXTREMER. MÄNNER DOCH SIEHT MAN ES MAL POSITIV: IM NEST IST´S JETZT BEQUEMER.

N

IC

WIR FINDEN NICHT DAS RECHTE WORT, DAS UNS SIE TRÖSTEN LÄSST.

FRAUEN AH. DAS HÄSSLICH ENTLEIN SCHLÄFT HEUT NACHT IN EINEM ENGELSNEST. ALLE DAS HÄSSLICH ENTLEIN SCHLÄFT HEUT NACHT IN EINEM ENGELSNEST.


"Honk!" - 38 -

„Honk!“

- 38 -

(Ida bleibt und starrt in die Dunkelheit, voller Tränen, aber entschlossen. Sie wird plötzlich in ihren Gedanken vom Fernsehmoderator DIETMAR DOHLE und einem AUFNAHMELEITER und KAMERAMANN von der Fernsehshow „Vogel, melde dich!“ unterbrochen. Der AUFNAHMELEITER drängt alle anderen hinter ein Absperrband.) AUFNAHMELEITER Zurück, zurück, zurück. Alle zurück, bitte.

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(DIETMAR DOHLE gibt seinem KAMERAMANN zu verstehen, daß IDA das Ziel ist, und daß er mit dem Filmen jetzt beginnen kann.) DIETMAR DOHLE Film ab. Sagen Sie mir, Ida, es ist eine Woche her, seitdem Ihr Sohn verschwunden ist. Wie werden Sie damit fertig? Könnten Sie eine Träne für die Kamera entbehren? IDA W.., wie bitte?

(ERWIN ERPEL tritt auf, und es wird klar, daß er das Fernsehteam bestellt hat.)

ERWIN ERPEL Fantastisch. Sie sind da. Überlaß das mir, Schatz. (zu DIETMAR DOHLE) Also, was meinen Sie, welche ist meine bessere Seite? IDA Erwin, was soll das?

DIETMAR DOHLE ..... Zoom eng für die Großaufnahme. Unruhe. Angst. Ehekrise. Das mag ich. Und...der Gegenschuß mit ihrer Reaktion in Nahaufnahme..... ERWIN ERPEL Das, Liebling, ist Dietmar Dohle von der Sendung „Vogel, melde dich“. Sie drehen ein Bericht. Jetzt können wir die Moorhühner übertreffen. (zu DIETMAR DOHLE) Hier ist das Foto, das Sie wollten. Ist leider etwas zerrissen.(gibt DIETMAR DOHLE das zerrissene Schulfoto.) Wir sind natürlich alle immer noch in einem Zustand tiefster..... (DIETMAR DOHLE ignoriert ERWIN ERPEL und geht direkt zum Dreh mit IDA.)

N

IC

DIETMAR DOHLE Ida, es gibt Gerüchte über Geflügelhof-Kriminalität – glauben Sie, daß Ihr Sohn entführt wurde, oder ist es möglich, daß er weggelaufen ist, um seinen Peinigern zu entkommen? IDA Was sagen Sie?

DIETMAR DOHLE Das ist gut. Das kaufe ich. Defensiv und doch emotional. Nur eine Spur von Ärger. So kommen wir auf einen grünen Zweig. IDA Warum können Sie uns nicht in Ruhe lassen? DIETMAR DOHLE Schön.... ja, sehr schön........reizbar bringt Quote!


"Honk!" - 39 -

„Honck“ - 39 -

ERWIN ERPEL Was ist mit mir? Will keiner wissen, wie ich darüber denke?

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DIETMAR DOHLE Tut mir leid Junge. Die Sendezeit ist vorbei. (in die Kamera) Ich gebe das Schlußwort nun an IDA, falls ihr Sohn da draußen zuschaut. Dietmar Dohle von „Vogel, melde dich!“ sagt schon mal auf Wiedersehen – mit der Bitte um Hinweise, wenn sie etwas Verdächtiges sehen - von diebischen Elstern bis zu verlorengegangenen Entlein – die Beamten in grün warten auf Ihren Anruf. O.k. Ida, jetzt haben Sie das Wort..... MUSIK NR.9 - JEDE MUTTERTRÄNE (Ida)

ERWIN ERPEL Und werd‘ um Gottes Willen nicht sentimental!

(DIETMAR DOHLE geht mit ERWIN ERPEL rüber zur versammelten MENGE. Ida reißt sich zusammen und singt dann in die Kamera.) IDA

JEDESMAL, SCHAU ICH MICH UM, HOFFE ICH, DU BIST BEI MIR. JEDESMAL WENN MAN MICH RUFT, HÖR´ ICH DEINE STIMME HIER. JEDE STUNDE DIE DU FEHLST, GEWINNT DÜSTERNIS AN RAUM. JEDE MUTTERTRÄNE IST WIE EIN FORTGESCHWEMMTER TRAUM.

(zum KAMERAMANN) Verschwinde! (zu den Schaulustigen) Verschwindet, alle zusammen!

IC

JEDER TAG GANZ OHNE DICH IST MIR SOGLEICH VERGÄLLT. JEDER SONNENSTRAHL VERGLIMMT, VOLL SCHATTEN IST DIE WELT. JEDE STUNDE DIE DU FEHLST, GEWINNT DÜSTERNIS AN RAUM. JEDE MUTTERTRÄNE IST WIE EIN FORTGESCHWEMMTER TRAUM.

N

(MONI MOORHUHN tritt mit einem gepackten Koffer für IDA auf. Sie umarmen sich. ERWIN ERPEL eilt herbei.) ERWIN ERPEL Aber Ida, du kannst mich doch nicht mit den andern vier allein lassen. IDA Das kriegst du schon hin Erwin. Ich habe mich entschieden.

ERWIN ERPEL Du vergeudest deine Zeit, Schatz, das weißt du genau. Ganz abgesehen davon, daß es zu dieser Jahreszeit gefährlich ist, weiter als bis zum Pfarrhaus zu gehen.


"Honk!" - 40 -

„Honk!“

- 40 -

IDA Ich werde nie zufrieden sein, bis ich nicht die Wahrheit herausgefunden habe. Versuch`s zu verstehen, Liebling. Eine Mutter weiß das. ERWIN ERPEL Gut, dann nimm aber lieber das Handy mit. (ERWIN ERPEL geht ab.) IDA

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JEDERZEIT DENK ICH AN IHN UND HALT MICH NICHT MEHR IM ZAUM. JEDE MUTTERTRÄNE IST WIE EIN FORTGESCHWEMMTER TRAUM.

(Die vier ENTLEIN eilen herbei, um ihre Mutter zum Abschied zu umarmen) JEDE MUTTERTRÄNE IST WIE EIN FORTGESCHWEMMTER TRAUM.

(Blackout)

4. Szene

(Die Zeit vergeht. Die Bühne verwandelt sich in ein offenes Sumpfgebiet, mit vereinzelten Schäfchenwolken am Himmel. Es ist morgens. Das Publikum weiß nicht, daß GNOMY Schutz in einem Graben gefunden hat.) MUSIK NR. 9A - GÄNSEMARSCH (Instrumental)

(Zwei GÄNSE treten auf. GRAUFUSS hat offensichtlich eine glorreiche militärische Karriere hinter sich. PÜNKTCHEN, die viel anmutiger ist, muntert ihn charmant auf. Sie laufen in militärischem „Gänsemarsch“.)

N

IC

GRAUFUSS Wo sind sie hin? Schäbiger Haufen! Ich wünsche, sie würden einmal mithalten! Keine Disziplin, das ist das Problem mit dem jungen Gänsevolk von heute! PÜNKTCHEN Sie sind wahrscheinlich müde, Liebling. Wir marschieren doch schon so schrecklich lange!

GRAUFUSS Schwachsinn! Willst du lieber fliegen? Mit dem Schießen überm Sumpf?! Doch wohl nicht, mein Schatz! Hier lang! (Plötzlich wird ihr Weg durch GNOMY blockiert, der aus seinem Versteck im Graben auftaucht.) GNOMY Entschuldigen Sie bitte. Ich wollte fragen, ob Sie mir helfen könnten.


"Honk!" - 41 -

„Honck“ - 41 -

GRAUFUSS Weiterlaufen, Schatz! Augen geradeaus. UFO bei vier Uhr. GNOMY Wissen Sie, ich habe mich nämlich verlaufen. (Die GÄNSE gehen unbeirrt weiter.)

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GRAUFUSS Keine Ausrede für schlechte Navigation. Ein Vogel, der von der Flugbahn abkommt, sollte degradiert werden. Das sage ich immer, stimmt´s Schatz? PÜNKTCHEN (mit Gefühl) Immer, Liebling.

GNOMY Aber ich kann doch noch gar nicht fliegen, ich habe mich zu Fuß verlaufen! GRAUFUSS Pfui! Infanterie! Schrecklicher Haufen!

PÜNKTCHEN Er ist doch noch ganz jung! Vielleicht sollten wir ihm den Weg zeigen. (sich erinnernd) Gib ihm seinen Marschbefehl! GRAUFUSS Mm. Na gut. Wir sind Gänse, Migranten, weißt du: Zugvögel. Führen eine disziplinierte Flotte. Käme für uns nicht in Frage, den Weg zu verlieren, was? PÜNKTCHEN Nun, Liebling... Einmal war´s doch, daß wir auf irgendwelchen Polarinseln gelandet...

GRAUFUSS Auf den „Polnischen Inseln“, Schatz , „Polnisch“! Das war ´ne ganz andere Situation! Schwache Thermik, starker Gegenwind, abgetrieben vom Kurs! PÜNKTCHEN Und wie kam es, daß es meine Schwester nach Schmalbach geschafft hat?

IC

GRAUFUSS Ja, ja is ja schon gut!

N

PÜNKTCHEN Wo willst du denn hin?

GNOMY Zurück zu meiner Mutter, auf den See. Ich glaube, es muß in der Richtung sein. Ich habe vor ein paar Minuten einige Enten dort fliegen sehen. GRAUFUSS Wenn das so ist, dann war das wohl ihr letzter Flugeinsatz, was! GNOMY Was meinen Sie damit?


"Honk!" - 42 -

„Honk!“

- 42 -

GRAUFUSS Hast du nicht die Boden-Luft-Abwehr gehört? Knall, peng, Knall, peng, peng, was?!!! GNOMY Nein. PÜNKTCHEN Im Sumpf findet gerade eine Jagd statt. Es ist sehr gefährlich!

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GNOMY Was ist eine Jagd?

PÜNKTCHEN Nun, es ist ein Menschen-Sport. Eine Gruppe Männer bewegt sich durch den Sumpf und scheucht Enten in die Luft, während eine zweite Gruppe sie mit Gewehren aus der Luft wieder herunterschießt. (Alle drei schauen einander an, als wollten sie sagen: Worin liegt da nur der Sinn?) GNOMY Der Kater hat mich vor Menschen gewarnt! GRAUFUSS Der Kater?

GNOMY Ja. Ich bin nämlich mit ihm losgezogen.

GRAUFUSS Ha! Seine Eltern wollten den ekligen Kerl wohl loswerden!

PÜNKTCHEN Hat deine Mutter dir nicht gesagt, wie gefährlich eine Katze ist? GNOMY Ja, das hat sie, aber.....

IC

GRAUFUSS Der Feind. Schrecklicher Geselle! Macht Frikassee aus dir, wenn er dich nur sieht!

N

GNOMY Aber der Kater sagte, er ist mein Freund!

PÜNKTCHEN Auf solche Freunde kann man verzichten, Liebes. Deine Mutter hatte Recht, dich zu warnen. GNOMY Wirklich?

(Jagdhunde bellen in der Nähe. GNOMY hat Angst.)

GRAUFUSS Jagdhunde! Beginnen wieder mit der Treibjagd? Zeit fürs Manöver. Hatte gehofft es kommt nicht so weit, aber ich hab´ keine andere Wahl. Also, rührt euch! (PÜNKTCHEN und GNOMY setzen sich.) Kompanie zu mir!


"Honk!" - 43 -

„Honck“ - 43 -

(Ein bunter Haufen von GÄNSEN fliegt heran. RINGEL, ROTFUSS und FLOCKE stolpern herbei.) GRAUFUSS Schon gut, nicht so dicht! Also: aufgepaßt: Augen geradeaus! Truppeninspektion! (Er inspiziert seine „Truppen“.) Ringel ...... Ringel......wenn ich sage, ,Augen geradeaus‘, meine ich, daß dein Körper sich in die annähernd gleiche Richtung drehen soll ....!

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RINGEL `tschuldigung, Herr Kommandant!

GRAUFUSS Rotfuß, du bist in etwas getreten..... wie oft habe ich dir schon gesagt, du sollst dich um deinen eigenen Mist kümmern? Paß auf! Flocke...... oh, macht nichts. Achtung Leute: rührt euch! Jetzt hört gut zu! Wir haben Befehl erhalten, eine sehr delikate, um nicht zu sagen, gefährliche Mission in Angriff zu nehmen. ROTFUSS Ach, eine von denen!

GRAUFUSS Unsere Aufgabe konzentriert sich auf Wiedererkennung und Wiedervereinigung. FLOCKE Ah, da haben wir´s wieder. Übersetzung, Pünktchen!

PÜNKTCHEN Das Entlein hat seine Mama verloren, der Arme, und wir werden sie finden. ROTFUSS Wenn er das meint, warum sagt er es dann nicht?

RINGEL Man erkennt eine eitle Gans an ihrer gestelzten Sprache.

N

IC

GRAUFUSS Also Leute: Achtung! Wie ihr wißt, steht uns eine Übung bevor, die alles überbietet, was wir je gesehen haben. Ihr seid ein hervorragendes Gänsegeschwader und ich weiß, daß ihr nur euer Bestes geben werdet. Viel Glück, Leute. (Er salutiert ihnen.)


"Honk!" - 44 -

„Honk!“

- 44 -

MUSIK NR.10 - DIE WILDE GANSJAGD (Graufuß, Pünktchen, Flocke, Ringel, Rotfuß, Gnomy, Kater) GRAUFUSS LOS GEHT´S, AUF ´NE WILDE GANSJAGD! AUCH WENN ES MAL EHRLICH GEFÄHRLICH, DIE TRUPPE ZEIGT KEINE ANGST.

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PÜNKTCHEN LOS GEHT‘S, UND WIR KÖNNTEN SONST WO SEIN, ICH WERD`IMMER PLATTER, MIT GROSSEM GESCHNATTER GLAUBT ER, ER BRINGT DICH HEIM. GRAUFUSS STARTBAHN FREI, SIND ALLE MIT DABEI? UNSER PLAN IST GROSS.

PÜNKTCHEN HÖRT IHN AN, DIE PEILUNG STIMMT NICHT MEHR BEI DIESEM MANN. GRAUFUSS BREMSKLOTZ WEG, WIR FLIEGEN KECK GLEICH LOS.

BEIDE LOS GEHT´S, AUF ´NE WILDE GANSJAGD! DIE KOORDINATEN UND DATEN DER FARM KRIEGEN WIR SCHON RAUS. LOS GEHT´S, UND IST DABEI AUCH UNSER ENDE NAH, WIR FINDEN GANZ BESTIMMT DIR DIE MAMA.

PÜNKTCHEN Aber wir haben doch keine Ahnung, wo seine Farm ist, Liebling! Wie sollen wir da die Route planen?

N

IC

GRAUFUSS Keine Sorge, ich navigiere. PÜNKTCHEN Das habe ich befürchtet.

DIE TRUPPE LOS GEHT´S, AUF ´NE WILDE GANSJAGD! NIEMAND DANKT DEN MUT, DOCH MAN TUT PFLICHTBEWUSST TROTZDEM ALLES GUT. LOS GEHT´S, KNACKEN WIR DIE HARTE NUSS. MIT DIESEM TALENTE, BESCHÜTZT MAN DIE ENTE VOR FEINDLICHEM BESCHUSS.


"Honk!" - 45 -

„Honck“ - 45 -

(Ein ‚Binsenversteck‘ beginnt sich über das Sumpfgebiet zu bewegen. Wir sehen den KATER, wie er, angemessen gekleidet (in Jägerjacke und Jägermütze) auf Zehenspitzen hinter dem ‚Versteck‘ hergeht.) RINGEL (gesprochen) ´tschuldigung, Herr Kommandant. Binsen rücken von hinten auf.

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GRAUFUSS Was? Ich denke wir haben erst über das Thema deiner Brille gesprochen, Ringel. Laß sie überprüfen. Binsen rücken nicht auf. Eine Eigenschaft, für die sie berühmt sind, ist ihre Standfestigkeit! (Der KATER schlüpft neben GNOMY aus den Binsen.)

KATER Hallo Entlein - dachte, ich hätte dich verloren. GRAUFUSS Zurück oder ich pick!

KATER Seid still, meine zittrige Beine – ich krieg’ gleich ‘ne Gänsehaut. GNOMY Was machst du denn hier?

KATER Für was sind Freunde da? Ich bin gekommen, um dich heimzubringen. Deine Mutter macht sich schreckliche Sorgen. GNOMY Meine Mutter? ...Du hast meine Mutter gesehen?

KATER Natürlich. Sie hat mich hergeschickt, um dich zu holen. Spezialauftrag.

IC

GRAUFUSS Hör zu, Kater. Ich hab` hier das Kommando und meine Truppe steht persönlich für die sichere Rückkehr des Entleins zu seiner Mutter ein.

N

KATER Ich würde es momentan nicht mit Fliegen probieren. Haben Sie nicht die Gewehre gehört? GRAUFUSS Wir werden das Manöver einleiten, sobald die Jagdgesellschaft aufgelöst ist. FLOCKE Für uns ist eine Jagd nicht gesellschaftsfähig, ha, ha, ha. GRAUFUSS Ruhe in den unteren Rängen.

FLOCKE Kleiner Scherz, Herr Kommandant.


"Honk!" - 46 -

„Honk!“

- 46 -

KATER Vielleicht kann ich behilflich sein. Ich geh´rüber zur Jagdgesellschaft und sag´ euch Bescheid, wenn sie für heute einpacken. GRAUFUSS Sehr gut, und keine Ablenkungsmanöver! Ich kenn´ einige Methoden, dir das Fell über die Ohren zu ziehen.

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

KATER Das ist, wie wenn man ´nem Baby seinen Lutscher klaut! (Der KATER geht in Richtung der Schüsse ab.)

DIE TRUPPE LOS GEHT´S, AUF ´NE WILDE GANSJAGD!

PÜNKTCHEN ES IST UNGERECHT, DENKT IHR SCHLECHT ÜBER UNS, ALLES LÄUFT NACH PLAN. DIE TRUPPE LOS GEHT´S, DENN SO DÜSTER SIEHT´S NICHT AUS, GRAUFUSS WENN ABWEHRKANONEN UNS GNÄDIG VERSCHONEN,

ALLE KOMMEN WIR HEIL NACH HAUS.

GRAUFUSS Kompanie: präsentiert das Papier! Kompanie: präsentiert den Kamm!

(DIE TRUPPE bläst die Melodie der Strophe auf Kamm und Papier, während GRAUFUSS seine Abschlußansprache hält.)

N

IC

GRAUFUSS Wir sind bereit, unserer gefährlichsten Mission ins Auge zu sehen! Ich muß euch nicht über die damit verbundenen Risiken oder den ultimativen Preis, den wir vielleicht zahlen müssen, aufklären. (Pause für ein kurzes Kamm- und Papiersolo). Wenn wir gleich Richtung Herrlichkeit fliegen, will ich, daß ihr wißt, wie stolz ich auf dieses Geschwader bin. Haltet die Schnäbel steif, Leute, und vergeßt nie unser Motto: „Semper victorium non paté de fois gras“. (DIE TRUPPE singt die nächste Strophe sotto voce auf „bom“ (ohne Kamm und Papier) während die nächste Ansprache folgt.)

PÜNKTCHEN Guten Tag, meine Damen und Herren. Mein Name ist Pünktchen, ich bin ihre Chef-Stewardess und im Namen von Kapitän Graufuß heiße ich sie zu unserem heutigen Nachmittagsflug von SickerSumpfland zur fernen, verschwundenen Farm herzlich willkommen! Unsere Reiseflughöhe wird einige Fuß betragen und wir fliegen in einer äußerst attraktiven V-Formation. Sollte der unvorhergesehene Fall einer Notlandung eintreten, bitten wir auf die Sicherheitsvorkehrungen zu achten, die wir schon viele, viele Male durchgemacht haben. Wir wünschen Ihnen einen angenehmen Flug und bedanken uns, daß sie „Ganshansa“ gewählt haben... „Die leichte Luft“.


"Honk!" - 47 -

„Honck“ - 47 -

DIE TRUPPE LOS GEHT`S, UNSER ENTLEIN STEHT ALLZU TRAURIG DA. WIR FINDEN GANZ BESTIMMT DIR DIE... (Der KATER läuft wieder auf die Bühne.)

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

KATER Die Luft ist rein. Sie packen ihre Gewehre ein. GRAUFUSS Bist du dir sicher?

KATER (absichtlich falsch) Bei einem meiner Leben.

GRAUFUSS Gut. O.k., Leute. Letzter Check. Oh, und hier ist ein Fallschirm für dich. KATER F...für mich?

GRAUFUSS Du glaubst doch nicht im Ernst, daß ich dich hier mit dem Entlein allein zurücklasse, was? Oh nein, Katerchern, du kommst schön mit. KATER Oh, Katzenklo!

DIE TRUPPE, PÜNKTCHEN, GRAUFUSS GEPÄCK VERSTAUT GNOMY ES WIRD AUCH ZEIT.

DIE TRUPPE, PÜNKTCHEN, GRAUFUSS DIE FLÜGEL SIND ABFLUGBEREIT.

IC

ALLE WIR FLIEGEN LOS.

N

DIE TRUPPE, PÜNKTCHEN, GRAUFUSS LOS GEHT´S, AUF `NE WILDE GANSJAGD! FLIEGEN OHNE HALT UND SCHON BALD FINDEN WIR GANZ BESTIMMT DEIN NEST, FINDEN DEIN NEST. LOS GEHT´S, WIEDERSEHN, MACH´S GUT WARTE AUF UNS DA

/ / / / / / /


"Honk!" - 48 -

„Honk!“

GNOMY LOS GEHT´S, UND FINDET SCHNELL DIE FARM, UND FINDET IHR DIE FARM, DANN SCHLAGT TAMTAM. DANN BIN ICH GLÜCKLICH BEI MAMA ZU HAUS. ICH BLEIB HIER, WAS AUCH SEIN MAG, UND ICH SAG, MACHT´S GUT, WARTE AUF EUCH DA

- 48 -

/ / / / / / /

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

FRAUEN WIR FINDEN GANZ BESTIMMT MÄNNER WIR FINDEN GANZ BESTIMMT KATER OH, GANZ BESTIMMT

GRAUFUSS, PÜNKTCHEN WIR FINDEN GANZ BESTIMMT DIR DIE FLOCKE DIE GNOMY DIE RINGEL DIE

ROTFUSS DIE ALLE MAMA.

(Mit einem letzen Gruß zu GNOMY erhebt sich das Geschwader in die Lüfte.)

IC

GNOMY Auf Wiedersehen!..........Viel Glück! ......... Danke. Danke!

N

(Eine donnernde Gewehrsalve ertönt. Der Himmel verdunkelt sich mit schwarzem Rauch. GNOMY sieht mit Entsetzen, wie die Mitglieder des Gänsegeschwaders einer nach dem anderen in der Luft abgeschossen werden. Der Himmel wird rot. Eine einzige weiße Feder fällt aus der Flugbahn.)

GNOMY Nein! Nein! Was passiert da? ...... Der Kater! Er sagte, er ist mein Freund! Er sagte, die Menschen haben ihre Gewehre weggepackt! Er hat gelogen! Oh, Mama, was soll ich jetzt tun? (Wir hören IDA’s Stimme in GNOMYs Kopf.)


"Honk!" - 49 -

„Honck“ - 49 -

MUSIK NR.11 - FINALE I. AKT - TRAG DEN KOPF STETS HOCH (REPRISE) (Ida, Gnomy) IDA (im off) TRAG DEN KOPF STETS HOCH. GNOMY WENN ES MANCHMAL AUCH SCHWER FÄLLT, ICH

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BEIDE TRAG DEN KOPF STETS HOCH.

GNOMY UND BIN NETT ZU DER MITWELT. VIEL ZEIT IST INS LAND REINGEGANGEN. DIE HOFFNUNG SIE SCHWAND VOLLER BANGEN, UND MAMA IST NICHT NAH BEI MIR. IDA (erscheint „woanders“ auf ihrer Suche) TRAG DEN KOPF STETS HOCH. GNOMY DIE STIMME, DIE STIMME, BIST DU HIER? IDA

JEDER TAG GANZ OHNE DICH IST MIR SOGLEICH VERGÄLLT. JEDER SONNENSTRAHL VERGLIMMT, VOLL SCHATTEN IST DIE WELT. JEDE STUNDE DIE DU FEHLST, GEWINNT DÜSTERNIS AN RAUM. JEDE MUTTERTRÄNE IST WIE EIN FORTGESCHWEMMTER TRAUM.

N

IC

GNOMY TRAG DEN KOPF STETS HOCH. DIE GANZE ZEIT GRÜBLE ICH, MAN VERGISST NIE WAS WAR, ICH FRAG MICH AUCH VERMISST SIE MICH SO WIE ICH SIE BEI MIR VERMISS? BEIDE DAS WISSEN, DASS DU DA BIST, HÄLT MICH AM LEBEN NOCH. BIS WIR ERNEUT VEREINT SIND HALT ICH MEINEN KOPF STETS HOCH.

(GNOMY merkt, daß er in Gedanken in den Vorgarten eines kleinen Häuschens gelaufen ist. In den letzten Takten der Musik sehen wir den imposanten Schatten der ALTEN FRAU auftauchen. Um zu entkommen, saust GNOMY durch die Tür in das Haus. Blackout.) ENDE DES I. AKTES

Zweiter Akt 1.Szene


(GNOMY merkt, daß er in Gedanken in den Vorgarten eines kleinen Häuschens gelaufen ist. In den letzten -Takten der Musik sehen wir den imposanten Schatten der ALTEN FRAU auftauchen. Um zu "Honk!" 50 entkommen, saust GNOMY durch die Tür in das Haus. Blackout.) ENDE DES I. AKTES

Zweiter Akt

„Honk!“

- 50 -

1.Szene Musik Nr. 12 - ENTR´ACTE (Instrumental)

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(Während des Entr‘acte schlüpft GNOMY in das Haus, um sich vor der Kälte zu schützen. Wenn das Licht angeht, entdecken wir GNOMY, der versucht, das Wohnzimmer auszukundschaften. Er schreckt plötzlich auf, weil er die Stimme der ALTEN FRAU hört, die mit ihren Haustieren STUMMEL, der Henne, und PRINZESSCHEN, der Katze, spricht. Er versteckt sich schnell hinter dem Sofa) ALTE FRAU (im off) Geht ihr mal schnell rein! Ich will hier vorne die Blätter vom Weg fegen. GNOMY Oh nein! Ein Menschen-Monster!

(GNOMY versteckt sich so gut wie erkann. Die Tür geht auf - wir sehen die ALTE FRAU nicht STUMMEL und PRINZESSCHEN treten auf)

ALTE FRAU (im off) Ich komm‘ nachher rein, um dir eine Schüssel Rahm zu geben, Prinzesschen und es gibt auch Körner für dich, Stummel, wenn du mir zum Mittagessen ein Ei legst. Ich hätte gern ein braungetüpfeltes! STUMMEL Braun kriege ich geregelt, aber die Tüpfel sind mir gerade ausgegangen!

(Wir hören wie die ALTE FRAU vom Haus weggeht und bleiben bei STUMMEL und PRINZESSCHEN im Wohnzimmer. Es gibt ein großes „verlebtes“ Sofa, bedeckt mit Kissen und Spitzendeckchen. An der Wand hängen drei Flugenten. GNOMY kauert irgendwo dazwischen. PRINZESSCHEN hält plötzlich inne.) PRINZESSCHEN Was ist denn das? Da ist ein schmutziger Fußabdruck auf dem Berber!

IC

STUMMEL Und daß es immer an einer Stelle sein muß, wo man es sieht! Manche Leute sind so rücksichtslos – warum können sie nicht auf das Muster treten, wie zivilisierte Wesen?

N

PRINZESSCHEN Es ist jetzt nicht wichtig, wo sie hingetreten sind, ich meine, daß überhaupt irgendjemand irgendwo hingetreten ist ....... in unserem Haus! STUMMEL Und sieh dort, wer immer es war, hat auch eines unserer Kissen aufgerissen. GNOMY Ich, ich bin kein aufgerissenes Kissen. STUMMEL Oh, mein Gott, es spricht!


"Honk!" - 51 -

„Honck“ - 51 -

PRINZESSCHEN Was bist du, tierisch, pflanzlich oder mineralisch? GNOMY: Enterisch, ich meine Ente, Ente, ich bin ein Entlein. STUMMEL Bist du dir sicher? War deine Mutter eine Ente?

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GNOMY Ja.

STUMMEL Ihr muß reiher-übel geworden sein, als sie dich gesehen hat! PRINZESSCHEN Ha-ha-ha-ha-ha! Stummel, das hast du toll gesagt!

STUMMEL Oh, danke! Ich glaube, ich habe noch nie so ein häßliches Entlein gesehen! PRINZESSCHEN Was machst du in unserem Haus?

(GNOMY schaut sehnsuchtsvoll auf die 3 fliegenden Enten an der Wand.)

GNOMY Ich wollt´ mich nur etwas vor der Kälte schützen. Ich sah die offene Tür und dachte, es würde nicht wehtun, mal hineinzugehen.

PRINZESSCHEN Nicht wehtun, nicht wehtun? Die Flecken, die du auf dem Teppich hinterlassen hast, reichen aus, daß die alte Frau einen Veitstanz aufführt! STUMMEL Ruhig, Prinzesschen, reg‘ dich nicht auf! Er ist offensichtlich in der Pubertät. Hormone laufen Amok, irrationales Benehmen, Stimmungsschwankungen.

IC

GNOMY Und wenn schon?

N

STUMMEL Dein Ton gefällt mit nicht, junges Geflügel-Bürschchen... Und paß‘ ja auf! Sonst beschmutzt du als nächstes noch den Sesselschoner! GNOMY Was ist ein Sesselschoner?

PRINZESSCHEN Ich weiß es nicht, aber er funktioniert – in diesem Haus ist Schonzeit solange ich denken kann. STUMMEL Ha-ha-ha-ha, oh Prinzesschen, das ist schrecklich gut! Du bist eine witzige Katze!


"Honk!" - 52 -

„Honk!“

- 52 -

PRINZESSCHEN Danke, Liebes. GNOMY Katze? Bist .....bist du eine Katze? PRINZESSCHEN Natürlich bin ich eine Katze.

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GNOMY Also....also wirst du mich fressen?

PRINZESSCHEN Sei doch nicht so ekelhaft! Allein der Gedanke ...! Ich habe mich nie für die Vogelschlachterei interessiert. Allein schon die vielen Federn! Das ist wie eine Mahlzeit essen und gleichzeitig mit Zahnseide hantieren! Nein, da dünstet mir die alte Frau lieber einen frischen Fisch.

GNOMY Aber die alte Frau ist doch ein Mensch, tut sie dir nicht weh? Und du, du bist doch ein Huhn, warum schließt sie dich hier drin ein? Bist du nicht lieber auf dem Hof?

STUMMEL Du mußt verrückt sein! All das Gekratze und Geschabe! Ich lebe auf dem Sofa, bitteschön! Du mußt wissen: Prinzesschen und ich sind nämlich domestiziert! MUSIK NR.13 - AN LEBENSFORMEN GIBT ES VIEL (Prinzesschen, Stummel)

PRINZESSCHEN / STUMMEL AN LEBENSFORMEN GIBT ES VIEL, SO IST´S IN DER NATUR. AN LEBENSFORMEN GIBT ES VIEL, DOCH UNS STÖREN SIE NUR. WIR DENKEN ÄUSSERST LIBERAL UND DISKUTIEREN HIER: AN LEBENSFORMEN GIBT ES VIEL, DIE BESTE LEBEN WIR.

N

IC

PRINZESSCHEN Ach, eigentlich solltest du dankbar sein, daß wir uns herablassen, uns mit einem Pöbel wie dir auf eine Konversation einzulassen! Weißt du, Stummel - die übrigens so genannt wird, weil sie eine gewisse Unvollständigkeit im Beinbereich aufweist... - Stummel ist normalerweise sehr eigen bei der Auswahl ihrer Gesprächspartner. STUMMEL Und ich sollte dir erzählen, daß Prinzesschen ausgesprochen snobistisch ist, wenn es um gesellschaftlichen Verkehr mit Geflügel geht. Ich schätze mich außerordentlich glücklich, daß unser gemeinsames Interesse an Klöppelarbeit uns zu einer solch engen Freundschaft geführt hat. PRINZESSCHEN ERFORSCHEN WIR WAS VOR DER TÜR, MEIN GOTT, WAS SIEHT MAN DA!


"Honk!" - 53 -

„Honck“ - 53 -

STUMMEL WIR SIND NEUREICH UND BLEIBEN GLEICH AUF UNSREM PLÜSCHSOFA. PRINZESSCHEN WENN DRAUSSEN SICH DIE WELT DREHT, DIESER PERMANENTE FLUSS,

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

STUMMEL STEHT DIR ALS HAUSTIER NICHT GUT AN DAS IST VIEL ZU DIFFUS.

(Während des folgenden Refrains kocht STUMMEL mit PRINZESSCHENS Hilfe Tee.) STUMMEL OH, AN LEBENSFORM...

/ / / PRINZESSCHEN / AN LEBENSFORMEN GIBT ES VIEL... / BEIDE SO IST´S IN DER NATUR. STUMMEL OH, AN LEBENSFORM...

PRINZESSCHEN AN LEBENSFORMEN GIBT ES VIEL, BEIDE DOCH UNS STÖREN SIE NUR. WIR DENKEN ÄUSSERST LIBERAL UND DISKUTIEREN HIER: STUMMEL OH, AN LEBENSFORM...

IC

PRINZESSCHEN AN LEBENSFORMEN GIBT ES VIEL,

N

BEIDE DIE BESTE LEBEN

GNOMY ICH LEB´ DOCH AUCH.

(Die Zuckerwürfel werden hinzugefügt) PRINZESSCHEN (gesprochen) Nur ein Tröpfchen!

BEIDE DIE BESTE LEBEN WIR.

/ / / / /


"Honk!" - 54 -

„Honk!“

- 54 -

GNOMY Aber was machen Sie hier den ganzen Tag? PRINZESSCHEN Wir sitzen und plaudern und sitzen und plaudern, und manchmal wölbe ich den Rücken und lasse Funken aus meinem Fell fliegen. STUMMEL Danach sitzen wir und plaudern und sitzen und plaudern, und manchmal lege ich ein Ei.

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GNOMY Ist das alles?

PRINZESSCHEN Was gibt es sonst für zivilisierte Wesen zu tun? Was machst du denn?

GNOMY Also. Am allerliebsten schwimme ich. Es ist so wundervoll, wenn das Wasser deinen Kopf umschließt und du ganz tief nach unten tauchst. PRINZESSCHEN Stummel weiß alles über ganz tief unten, nicht wahr, Liebes?

(STUMMEL wirft PRINZESSCHEN einen vernichtenden Blick zu.) GNOMY Kommt, ich zeig‘s Ihnen!

STUMMEL Schwimmen? Im Herbst? So eine absurde Idee ist mir noch nie begegnet!

PRINZESSCHEN Nun, etwas Bewegung könnte dir nicht schaden, Liebes, denk an dein Oberschenkelfleisch – sie hat Schlegel wie ein Strauß!

IC

STUMMEL Naja, du hälst dein Step-Aerobic auch nicht gerade sklavisch ein – du machst so wenig, daß du dich gerade so durch deine Katzenklappe quetschen kannst.

N

PRINZESSCHEN Um Himmels Willen, Stummel, du verpaßt ja gerade deine Sendung! Hurtig, hurtig! (zu GNOMY) Sie liebt nämlich ihre Antiquitäten-Show. STUMMEL Wo ist die Fernbedienung? PRINZESSCHEN Du sitzt drauf.

(PRINZESSCHEN beginnt abzugehen. Der Fernseher geht mitten in der Sendung „Vogel, melde dich“ an. Man kann die Stimmen von DIETMAR DOHLE und IDA aus dem Fernseher hören.)


"Honk!" - 55 -

„Honck“ - 55 -

DIETMAR DOHLE ....sechs Monate sind vergangen, und immer noch fehlt jede Spur vom Entlein. Es ist – Sie werden sich an das damals veröffentlichte Foto erinnern – eine – um es so gut wie´s geht zu beschreiben ziemlich ... unvergeßliche Erscheinung. Wie dem auch sei, unsere Experten sind der Meinung, daß es sich in der Zwischenzeit möglicherweise äußerlich verändert haben könnte, und haben deshalb dieses Phantombild erstellt, das zeigen soll, wie es heute aussehen könnte. Manche Zuschauer könnten durch dieses Bild unangenehm berührt werden.

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IDA Ich bin sicher, daß er irgendwo da draußen ist. Wenn ihn irgendjemand gesehen hat, bitte melden Sie sich! GNOMY Mama!

DIETMAR DOHLE Ja, und noch einmal, liebe Zuschauer, bitten wir Sie um Ihre Mithilfe, wenn Sie irgendwelche Informationen haben! Die Telephonnummer wird eingeblendet. STUMMEL (zu GNOMY) Gibt es etwas, das du uns sagen möchtest, Liebes? GNOMY Mama!

(GNOMY berührt den Bildschirm.)

PRINZESSCHEN Bist du etwa von zuhause weggelaufen? GNOMY Nein, ich ......

PRINZESSCHEN Na, dann gibt es ja nur eine Sache zu tun. Ich werde von der Küche aus anrufen.

(PRINZESSCHEN geht ab. Es klingelt an der Tür.)

IC

GNOMY Oh nein, die alte Frau!

N

STUMMEL Sie klingelt doch nicht an ihrer eigenen Haustür. Herein!

(Die Tür geht weit auf, und da steht der KATER, ziemlich schlecht als Ente verkleidet.) KATER Quak! Quak!

GNOMY Oh nein! Was machst du denn hier?


"Honk!" - 56 -

„Honk!“

- 56 -

KATER Dachtest wohl, ich sei in die ewigen Jagdgründe eingegangen, was? (schauspielend) Ist das die Art, sein verlorengegangenes Federchen ...... Väterchen zu begrüßen? STUMMEL Dein Vater? Die Häßlichkeit liegt offensichtlich in der Familie! GNOMY Er ist nicht mein Vater! Hör nicht auf ihn!

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KATER Er ist überwältigt. Sohn, umarme Deinen Vati! Deine Mami und ich haben uns schreckliche Sorgen gemacht. GNOMY Laß ihn nicht in meine Nähe! Sieht der etwa aus wie eine Ente?!

STUMMEL Beruhige dich, Liebes. Wer im Glashaus sitzt, soll... vor seiner eigenen Haustür kehren, ......oder so ähnlich! GNOMY Er ist ein Kater!

KATER Ha, ha, ha, ha, Kinder wollen doch alle nur ihren Spaß! Es tut mir leid, wenn er Ihnen irgendwelche Unannehmlichkeiten bereitet hat, und ich bin Ihnen sehr dankbar, daß Sie ........ ihn so ganz in einem Stück gelassen haben. Komm jetzt, Entlein, bedank‘ dich bei dem netten Geflügel, daß es auf dich aufgepaßt hat. GNOMY Er ist ein Kater! Ich sag‘s Ihnen! Ein hinterhältiger, heimtückischer, betrügerischer.... KATER .....hungriger ......

GNOMY ... nichtsnutziger, scheinheiliger Kater!

IC

PRINZESSCHEN (kommt zurück) Es hat keinen Zweck. Die Leitung ist besetzt.

N

KATER Hallo auch.

PRINZESSCHEN Bitte nicht – noch eine Ente! Was ist los? Haben Sie keinen Teich, auf dem sie zuhause sind? KATER Miau!

STUMMEL (mißtrauisch) Sollten Sie nicht aufbrechen? Sie sagten doch, seine Mutter mache sich schreckliche Sorgen!


"Honk!" - 57 -

„Honck“ - 57 -

KATER Miau! Miau! (Der Kater fängt an, sich frenetisch die Federn auszurupfen, seinen Schnabel, seine Schwimmfüße usw. loszuwerden, um sich PRINZESSCHEN als Kater zu offenbaren.) GNOMY Ich hab‘ ihnen doch gesagt, er ist ein Kater!

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PRINZESSCHEN (verführerisch) Ein Kater?

MUSIK NR.13a - DER KATER-REIZ (Instrumental)

STUMMEL Komm bloß nicht auf dumme Gedanken, Prinzesschen! Vergiß nicht, wir haben eine Abmachung! (Es ist zu spät. PRINZESSCHEN und der KATER haben nur noch Augen füreinander. Nichtsdestotrotz will der KATER GNOMY nicht verlieren, und sichert das Entlein, bevor er sich wieder seiner Liebe widmet.) STUMMEL Oh je, das gibt noch Tränen, bevor der Abend um ist!

(Es ist offensichtlich, daß STUMMEL alles tun wird, um jegliche Liaison zwischen PRINZESSCHEN und dem KATER zu unterbinden.) MUSIK NR.14 - GEMEINSAM (Kater, Prinzesschen, Stummel)

KATER LADY, ICH HAB´ DIE EHRE, ADLIG BIN ICH ZWAR NICHT, WÜRD GERN MIT IHNEN AUSGEHN, HOFFE, MILCH IST NICHT ZU SCHLICHT.

N

IC

PRINZESSCHEN SIR, ICH FÄND´S ENTZÜCKEND, STARREN SIE AUCH VOR DRECK, ZUR ABWECHSLUNG GING ICH AUCH MAL MIT ´NEM PENNER WEG. STUMMEL Prinzesschen, du lüsterne Katze!

KATER/PRINZESSCHEN GEMEINSAM WANKEN WIR ÜBER DIE GIEBEL. GEMEINSAM SIND WIR SEHR ORIGINELL. GEMEINSAM WERDEN WIR SCHNELL COMPATIBEL.

STUMMEL GEMEINSAM RAUFT IHR EUCH DOCH NUR DAS FELL.


"Honk!" - 58 -

„Honk!“

- 58 -

KATER/PRINZESSCHEN GEMEINSAM SCHAFFEN WIR UNS VIEL FREIHEITEN. GEMEINSAM MACHEN WIR DIE RÜCKEN KRUMM. GEMEINSAM TAUSCHEN WIR NUR ZÄRTLICHKEITEN. STUMMEL GEMEINSAM JAMMERT IHR IM MONDSCHEIN RUM. (STUMMEL drängt sich zwischen die Liebenden und spricht PRINZESSCHEN an.)

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HAST DU VERGESSEN, SCHATZ, DU MUSST INS KRANKENHAUS. ES IST SCHON HÖCHSTE ZEIT, DIE WÜRMER MÜSSEN RAUS. DAS LETZTE MAL WARS TOLL, EIN GANZER SACK WAR VOLL, DRUM GEH´ JETZT SCHLEUNIGST HIN.

(STUMMEL spricht jetzt den KATER an.)

GANZ FAIR SAG´ ICH DIR JETZT: SIE IST SCHON SEHR GESCHWÄCHT, ZIEHT PARASITEN AN, IHR FELL IST AUCH NICHT ECHT. SIE IST, NUR NEBENBEI, ICH SAG ES FRANK UND FREI, HYGIENISCH EINE NULL. ICH MEIN ES JA DOCH NUR LIEB, ICH GLAUB, SIE IST NICHT DEIN TYP.

(Die beiden Liebenden nehmen STUMMELS Intervention überhaupt nicht wahr und schieben sie zur Seite.) KATER/PRINZESSCHEN GEMEINSAM SINGEN WIR BIS IN DEN MORGEN. GEMEINSAM KLINGT DAS GANZ BESONDERS SCHÖN. GEMEINSAM FÜHLEN WIR UNS STETS GEBORGEN.

IC

STUMMEL GEMEINSAM BEFREIST DU SIE VON DEN FLÖHN.

N

(STUMMEL bittet GNOMY um Hilfe.)

HILF MIR DA BITTE RAUS, DIE SACHE STEHT SEHR SCHLECHT. LÄSST SIE MICH HIER ALLEIN, FÜRCHT ICH MICH REGELRECHT. SIE SCHAUT SCHON GANZ KARIERT, WENN SIE MICH AUSRANGIERT DANN IST MEIN ENDE NAH.

(STUMMEL befreit GNOMY und geleitet ihn zur Tür, öffnet diese und schiebt den verdutzten GNOMY in die Freiheit.) Geh schon, lauf!


"Honk!" - 59 -

„Honck“ - 59 -

(STUMMEL wendet sich dann wieder zum KATER.)

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(STUMMEL) OH WEH, MEIN GOTT, HERRJE, DIE TÜR WAR NICHT GANZ ZU, DAS ENTLEIN SCHLÜPFTE DURCH UND RANNTE FORT IM NU. WENN DU DICH JETZT BEEILST, HIER LÄNGER NICHT VERWEILST, DANN HOLST DU ES NOCH EIN. JETZT ZÖGERE LÄNGER NICHT, DANN FÄNGST DU NOCH DIESEN WICHT.

(Der KATER wird während eines stilisierten Tangos von Zweifeln gequält, ob er bei PRINZESSCHEN bleiben oder GNOMY nachsetzen soll. Ungalant läßt er PRINZESSCHEN fallen und rennt hinter dem Entlein her. STUMMEL versucht scheinheilig, das im Stich gelassene PRINZESSCHEN zu trösten.) PRINZESSCHEN Oh, nein, komm zurück! Wir können doch eine schöne Dose aufmachen! STUMMEL GEMEINSAM ÜBERWINDEN WIR DEN HERZSCHMERZ. GEMEINSAM WARTEN WIR, BIS ZEIT VERRINNT. STUMMEL/PRINZESSCHEN GEMEINSAM, ALS WÄR´ NIE ETWAS GEWESEN, GEMEINSAM BLEIBEN WIR, GEMEINSAM BLEIBEN WIR, GEMEINSAM BLEIBEN WIR SO WIE WIR SIND.

N

IC

(Langsame Eindunklung.)


"Honk!" - 60 -

„Honk!“

- 60 -

2. Szene (Zurück auf der Geflügelfarm gelingt es ERWIN ERPEL nicht besonders gut, auf die ENTLEIN aufzupassen, während IDA fort ist. Die ENTLEIN scheinen in einer bestimmten „Phase“ zu sein. ERWIN ERPEL wartet ungeduldig darauf, daß sie nach einem abendlichen Ausgang heimkehren.)

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MUSIK NR.15 - DIE COLLAGE (Erwin Erpel, Ida, Ensemble)

ERWIN ERPEL SUCHEND GING SIE DAHIN, ICH MACHTE EINEN FEHLER, LIES SIE GEHN, KANN JETZT SEHN WO ICH BLEIB. GEB´ MIR MÜH´, FÜTT´RE SIE, SIE SCHREIN „PAPA, PAPA, PAPA“, SCHLECHT GEHT´S MIR SEH´ICH HIER WAS ICH TREIB.

(Die fast jugendlichen Entlein kommen heim.) ERWIN ERPEL Was denkt ihr eigentlich, wie spät es ist? FLAUSCH Wir haben irgendwie die Zeit verpennt. WATSCHEL Die Eule hat noch nicht gerufen. ERWIN ERPEL Euer Vater aber!

N

IC

DAUNE Mama hätte uns draußen gelassen. ERWIN ERPEL Mama ist nicht da – Pech gehabt. SCHNÄBELCHEN Oh, Guano!

ERWIN ERPEL Und wo hast du bitte so ´ne Sprache aufgeschnappt? Ich hab dir gesagt, du sollst nicht bei diesem Eisvogel rumhängen! Der ist permanent blau! SCHNÄBELCHEN Du sagst das doch immer!


"Honk!" - 61 -

„Honck“ - 61 -

ERWIN ERPEL Das ist was anderes. Ich sage es in einer reifen, vernünftigen und erwachsenen Art. SCHNÄBELCHEN Aber es bedeutet trotzdem dasselbe. FLAUSCH Wann kommt Mama wieder?

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

ERWIN ERPEL Weiß nicht, Kleiner. Habt ihr heute schon euer Gefieder geputzt? WATSCHEL Sind noch nicht dazu gekommen.

ERWIN ERPEL Was heißt das, ihr seid noch nicht dazu gekommen? Was lernt ihr denn heutzutage überhaupt? Wißt ihr was mit Enten passiert, die sich nicht herausputzen? Sie sinken. FLAUSCH Aber sie kommt doch wieder?

ERWIN ERPEL Weiß nicht, Kleiner. (zu einem anderen ENTLEIN) Und hast du die Seealgen gegessen, die ich dir eingepackt habe? DAUNE Die Moorhühner müssen keine Seealgen essen! ERWIN ERPEL Die Moorhühner vielleicht nicht. FLAUSCH Wird sie Gnomy finden?

ERWIN ERPEL (anschnauzend) Weiß nicht, Kleiner. Ich.... ich weiß nicht. Los, die ganze Bande, Zeit zu schlafen! Putzt euch alle die Schnäbel und freßt nicht die ganze Zahnpasta auf!

IC

(Die ENTLEIN gehen alle ab.)

N

ERWIN ERPEL ALS IDA SUCHEN GING, MUSST ICH SIE LASSEN, UND DOCH TUT IHR DIE SCHÜRZE BESSER PASSEN. WAS IST SCHÖN AN MUTTERSCHAFT? MIT HAUSHALTSARBEIT IST MAN GANZ SCHÖN DUMM DRAN. DENN WENN MAN DENKT MAN HAT ES GRAD GESCHAFFT, DANN FÄNGT DAS GANZE CHAOS VON VORNE AN. NICHTS IST SCHÖN AN MUTTERSCHAFT, UND WÄR WAS SCHÖN, BEKOMM´ ICH´S EBEN NICHT MIT. DOCH IDA SCHAFFT DEN GANZEN KRAM DOCH AUCH, DANN HAT SIE AUCH NOCH MICH, UND BLEIBT TROTZDEM FIT.


"Honk!" - 62 -

„Honk!“

- 62 -

WATSCHEL (hinter der Bühne) Papa! ERWIN ERPEL Was jetzt noch? (Überblendung zu Ida auf ihrer Reise. Die Musikcollage geht weiter.)

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3. Szene (In einer skizzenhaften Collage begleiten wir IDA auf ihrer Reise, um GNOMY zu finden.) IDA

JEDEN TEICH SUCH´ ICH AB, JEDEN FLUSS SUCH´ ICH AB, JEDEN TÜMPEL, DURCH DIE WEITESTE BUCHT UND DIE WILDESTEN SEEN WANDRE ICH. ES GEHT MIR SCHLECHT SEIT DU WEG BIST, VERLOREN FÜHL´ ICH MICH, VERLOREN OHNE DICH.

(Der Rest des ENSEMBLES formt einen „griechischen Chor“, der IDAs Reisefortschritt kommentiert. Sie haben verschiedene Kleidungsstücke und Requisiten bei sich, die zur Unterscheidung der Charaktere notwendig sind, welche IDA auf ihrer Reise trifft.) ALLE SCHAUT SIE AN, LEIDER WILL SIE NICHT DIE WAHRHEIT SEHN. SCHAUT SIE AN, SIEHT SIE DENN NICHT WIE DIE CHANCEN STEHN?

(Während IDA ihre Reise fortsetzt sehen wir ERWIN ERPEL und den TRUTHAHN wieder auf der Farm.)

IC

TRUTHAHN Und – hast du schon was von Ida gehört?

N

ERWIN ERPEL Nein, sie hat das Handy ausgeschaltet. Aber die Taube brachte heute Morgen eine Nachricht. (Er entfaltet ein Stück Papier) Da steht nur: „Bin hier: Am Allerwertesten.“ Weiß nicht, ob das ein Ort ist, oder ob sie nur ausfallend wird ... (Zurück zu IDA auf der Reise.) ALLE FRAUEN SCHAUT SIE AN, ALLE MÄNNER SCHAUT SIE AN,


"Honk!" - 63 -

„Honck“ - 63 -

FRAUEN NIEMALS WANKTE IHR ENTSCHLOSSNES HERZ. MÄNNER NIE WANKT IHR ENTSCHLOSSNES HERZ. FRAUEN SCHAUT SIE AN,

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MÄNNER SCHAUT SIE AN,

FRAUEN NIEMALS FINDET SIE SICH AB MIT ALLE SCHMERZ.

(IDA ist im Gespräch mit GRAUFUSS und PÜNKTCHEN, die beide schwer bandagiert sind, mit Schienen, Krücken etc.) IDA ... und er ist ungefähr so groß, mit einem ziemlich charakteristischen „Honk“.

GRAUFUSS Klingt wie der Rekrut. Vor ‘ner Weile ist er hier durchgeschossen. Ich sagte durchgeschossen, dabei sind wir es, die durchgeschossen wurden. Das war fast unser Trafalgar. PÜNKTCHEN Ich glaube, du meinst Waterloo, Liebling.

GRAUFUSS Hier, Sie können das haben, wenn´s Ihnen hilft. (Er gibt ihr eine Karte, die von Kugeln durchlöchert ist.)

IC

SOLO SCHAUT SIE AN, GLAUBT, SIE FINDET IHN GLEICH HIER. SCHAUT SIE AN, KOMMT ZU SPÄT, DAS FÜRCHTEN WIR.

N

REST SCHAUT SIE AN, SIE GLAUBT FEST, SIE FINDET IHN GLEICH HIER. SCHAUT SIE AN, DOCH SIE KOMMT ZU SPÄT, DAS FÜRCHTEN WIR.

(IDA erscheint am Fenster des Häuschens. STUMMEL schaut raus.) STUMMEL Und woher sollen wir wissen, daß Sie keine Katze sind? IDA Wie bitte?


"Honk!" - 64 -

„Honk!“

- 64 -

STUMMEL Die letzte Ente die hier vorbeikam, entpuppte sich als Kater - einer dieser widerlichen Transfederiten. PRINZESSCHEN (erscheint neben STUMMEL) Sagte hier jemand Kater? (Ida zieht wieder weiter.)

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ALLE FRÜHJAHR, SOMMER, HERBST VERGING, TRÜBE IST DER TREND, DENN DIE HOFFNUNG IST GERING AUF EIN HAPPY END.

(IDA erscheint neben einem letzten, geschlossenen Fenster. Sie spricht ins Handy und deutet auf der Karte von GRAUFUSS rum.) IDA Nein, Erwin, hör zu, er wurde zuletzt gesehen, wie er sich in Richtung Moorhof bewegte.

(Der KATER öffnet das Fenster neben IDA, die ihn noch nicht bemerkt.) KATER Das ist nördlich von hier, oder? IDA Ja.

KATER Hoch interessant.

(IDA dreht sich um und sieht den Kater.) IDA Du!!

4. Szene

N

IC

(ALLE jagen davon. Während unsere Aufmerksamkeit abgelenkt ist, tritt SISSI auf, die sich in der Angelschnur verheddert hat.)

(Wir gesellen uns wieder zu GNOMY, der sich erneut auf weiter Flur befindet. Er geht eiligen Schrittes, immer über die Schultern schauend, um sicherzustellen, daß der KATER ihn nicht verfolgt. Er bleibt plötzlich stehen, als er einen klagenden Schrei hört. GNOMY dreht sich in die Richtung, aus der der Klang kommt und entdeckt einen wunderschönen, jungen, weiblichen Schwan, SISSI, die im Graben liegend sich in einer Angelschnur verheddert hat.) SISSI Hilf mir! (Musik hört auf.) Bitte hilf mir, ich hab´ mich verfangen. GNOMY Wer..., wer bist du?


"Honk!" - 65 -

„Honck“ - 65 -

SISSI Ich bin Sissi. Bitte..., meinst du, du könntest mich entwirren? GNOMY (befangen) Ich werd...., ich werd‘s versuchen. (GNOMY versucht verlegen, ein Ende der Angelschnur zu finden. Er ist immer noch hypnotisiert.) W.. Was bist du?

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SISSI (von der Frage überrascht) Ein Schwan. Uuh! Tu dir nicht am Haken weh! Es macht keinen Sinn, daß wir uns beide verletzen. GNOMY (in Trance) Ein Schwan.

SISSI Typisch für mich: Meine erste Migration und was passiert ....? GNOMY Deine erste was?

SISSI Migration. Das kalte Wetter beginnt und wir fliegen heute weg in die warmen Länder. GNOMY Weg?

SISSI Du bist ja komisch, all diese Fragen! GNOMY ´Tschuldigung. SISSI Wie heißt du?

IC

GNOMY Alle nennen mich Gnomy und finden mich häßlich!

N

SISSI Ach, hör nicht auf sie. Das ist eine Phase, durch die wir alle durchmüssen. Du hättest mal hören sollen, wie man mich vor der Mauserung nannte: Sissi-Häßlich, Sissi-Scheußlich, Sissi-phus! GNOMY (leise) Schöne Sissi! Wie konnte man dich nur so hänseln?

SISSI ... Naja ....Wie gesagt, es ist nur ein Stadium, durch das wir alle müssen.

GNOMY (fährt verlegen mit seiner Aufgabe fort.) ´Tschuldige bitte. (Er dreht sie an der Taille.) Könntest du deinen Flügel heben?


"Honk!" - 66 -

„Honk!“

- 66 -

SISSI Meine Mutter hat mich immer vor herumliegenden Angelschnüren gewarnt, die die Menschen vergessen haben. GNOMY (plötzlich enthusiastisch) Meine auch. Sie hat‘s mir immer beim Schwimmen gesagt. (seine Aufgabe beendend) Da – nur noch eine Schlaufe um Dein Bein.

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SISSI (GNOMY umarmend) Oh, danke. Ich dachte, ich müßte zurückbleiben und dies ist kein Ort, um den Winter allein zu verbringen. (Pause) Wo ist dein Schwarm?

GNOMY Ich weiß es nicht. Ich habe mich verlaufen. Ich wurde von meiner Familie getrennt und je mehr ich sie suche, um so mehr entferne ich mich. SISSI Das ist ja furchtbar. Wann hast du sie denn zuletzt gesehen? GNOMY Im Frühjahr.

SISSI Im Frühjahr? Du hast dich schon im Frühjahr verlaufen? Du armes Ding, du kannst unmöglich hier überwintern. Du wirst erfrieren. GNOMY Nein, es wird schon gehen.

(Wir hören, wie MUTTER SCHWAN hinter der Bühne ruft.) MUTTER SCHWAN (im off) Sissi!

(Sissi hat plötzlich eine Idee.)

IC

SISSI Komm mit mir! Die anderen werden nichts dagegen haben. Nächstes Frühjahr kommen wir zurück und ich werde dir helfen, deine Familie zu finden.

N

GNOMY Oh, das geht auf keinen Fall ...

SISSI Natürlich geht das. Komm jetzt. Sonst holen wir sie nie ein.

GNOMY Oh, Sissi, ich würde es so gerne tun, wirklich liebend gern, aber ich kann nicht ... Ich kann nicht fliegen, jedenfalls nicht gut genug, um mit dir mitzuhalten.

SISSI Es macht nichts, wenn du nicht so stark wie die anderen bist. Ich bleibe mit dir weiter hinten und fliege in deinem Tempo.


"Honk!" - 67 -

„Honck“ - 67 -

GNOMY Das klingt wundervoll, aber ich muß weiter, ich muß meine Mutter finden. Ich bin sicher, daß sie in der Nähe ist. Vielleicht können wir uns wiedertreffen, wenn du im Frühjahr zurückkommst. SISSI Das würde mir gefallen! Bist du sicher, daß du es allein schaffst? GNOMY Ich bin sicher.

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(MUTTER SCHWAN und ANNA erscheinen majestätisch.) MUTTER SCHWAN Sissi! Komm, Schätzchen. Wir sind schon spät.

SISSI Ich mag dich hier nicht so zurücklassen, aber ich muß jetzt wirklich gehen. Auf Wiedersehen und nochmals ‚danke‘. Ich werde dich nicht vergessen.

(SISSI nimmt GNOMY in ihre Flügel und verschwindet dann in die Richtung der anderen Schwäne. Als sie abgeht, hört GNOMY nochmals ihr ‚Honk‘.)

SISSI Honk!

(GNOMY schaut verdutzt nochmal hin.)

MUSIK NR.16 - DANN SAH ICH DICH (Gnomy)

N

IC

GNOMY ICH SAH SCHMETTERLINGE TANZEN, BLUMEN BUNT UND FRISCH. SPINNENNETZE TAUNASS, GLÄNZEND, ERFREUTEN MICH. ICH SAH HERBSTLICH BUNTE WÄLDER, NACH UND NACH VERFÄRBTEN DIESE SICH, ICH DACHT‘ ICH WÜSST, WAS SCHÖN AUF DER WELT, DOCH DANN SAH ICH DICH. ICH SAH WASSERFALLKASKADEN, FUNKELND SPRITZEN SIE. FLIEGEN TANZTEN IHREN TANZ SCHON IN ALLER FRÜH‘. ICH SAH REGENBÖGEN STRAHLEN ZWISCHEN WOLKEN GROSS UND KÖNIGLICH, ICH DACHT‘ ICH WÜSST, WAS SCHÖN AUF DER WELT, DOCH DANN SAH ICH DICH.

UND SELBST DIE SCHÖNSTEN MORGENNEBELSCHLEIER, DIE WEIDEN AUF DEM DEICH, DIE STERNENKLARE NACHT VERBLASST BEI DEM VERGLEICH MIT DIR.


"Honk!" - 68 -

„Honk!“

- 68 -

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

(GNOMY) ICH SAH SCHWALBEN IN DEN LÜFTEN ZIEHEN IHRE BAHN, SAH DIE SEIDENRAUPE HAUCHDÜNN SPINNEN IHR GARN. ICH SAH SONNENUNTERGÄNGE, AM ROT-GOLDNEN HIMMEL DA VERZAUBERTEN SIE MICH. ICH DACHT‘ ICH WÜSST, WAS SCHÖN AUF DER WELT, DOCH DANN SAH ICH DICH, DANN SAH ICH DICH, OH, DANN SAH ICH DICH.

(GNOMY verzagt bei dem Gedanken, daß jemand so schönes wie SISSI vielleicht überhaupt nichts mit jemandem zu tun haben möchte, der so häßlich ist wie er.) GNOMY Sie wird mich vergessen. Ich wette, sie kommt nicht mal zurück. Aber wenn doch ....., warum würde sie dann etwas mit mir zu tun haben wollen? MUSIK NR.16a - Vor-Warzen I (Instrumental)

(In diesem Moment springt ein großer KRÖTENFROSCH neben GNOMY, der eine aufgerolltes Lilienblatt unterm Arm hält. Der KRÖTENFROSCH legt das Blatt auf den Boden und hüpft drauf. GNOMY schrickt zusammen in der Annahme, es sei wieder jemand, der sich über ihn lustig machen möchte.)

KRÖTENFROSCH Ribbit, ribbit, hups, pardon! GNOMY Laß mich in Ruhe!

KRÖTENFROSCH ´Tschuldigung, Feder, ich wollt´ dich nicht erschrecken! Wir müssen nun mal springen, liegt bzw. springt nun mal so in der Familie, und dagegen ist ja grundsätzlich eigentlich nichts einzuwenden, je nach dem wie man’s .....

N

IC

GNOMY Was willst du?

KRÖTENFROSCH Wollen?

GNOMY Also sag’s schon, du willst es doch nur loswerden: sag mir, wie häßlich ich bin! KRÖTENFROSCH Häßlich?

GNOMY So. Ich hoffe, du fühlst dich jetzt besser!


"Honk!" - 69 -

„Honck“ - 69 -

KRÖTENFROSCH Uoa! Uoa! Uoa! Moment mal! Hast du was dagegen, wenn ich wegspringe und gleich wiederkomme? (Er macht einen falschen Abgang und ist sofort wieder da.) Hör mal, Feder, geh mal mit dir ins Gericht! Wie könnte gerade ich dich häßlich nennen? Schau mich doch an .....

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

(GNOMY schaut den KRÖTENFROSCH zum ersten Mal an.) KRÖTENFROSCH ... siehst du? Hand aufs Herz: wenn wir schon über ‚häßlich‘ reden, dann gibt es doch keine größere ästhetische Herausforderung als mich! Ich weiß, wo der Hase lang läuft: du hast dich zu lange geputzt. GNOMY Was meinst du damit?

KRÖTENFROSCH Du läßt den Schnabel hängen! Hu, ha, ha, ha! (zum Publikum) Nichts, keine Reaktion! GNOMY Ich will in Ruhe gelassen werden!

KRÖTENFROSCH Also, das ist doch geradezu unsozial! Moment mal. (Räuspert sich) Ich habe ´nen Mensch im Hals. Schau doch, ich weiß, wie du dich fühlst, aber du darfst dich nicht unterkriegen lassen. Ich fing als Geleeklumpen an und seitdem geht’s nur noch bergab! (Zum ersten Mal sieht GNOMY so aus, als würde er mit dem KRÖTENFROSCH warm.)

Ich sag´ mir immer: „ Ich bin eben ein schöner Prinz als Frosch verkleidet, und eines Tages wird jemand kommen, mich küssen und meine innere Schönheit befreien.“ (Pause) Und dann sage ich mir: Komm, wach auf, Junge, wer will schon ´nen Frosch knutschen! (Dieses scheint GNOMY zu beeindrucken, denn er lacht dieses Mal mit dem KRÖTENFROSCH.) Weißt du, was unser Problem ist?

N

IC

GNOMY Nein.

KRÖTENFROSCH Unser ‚Image‘ ist nicht ‚en vogue‘! Das ist alles. Es ist eine Frage des Geschmacks. Doch du wirst noch an meine Worte denken, eines Tages wird ‚häßlich‘ ‚in‘ sein!


"Honk!" - 70 -

„Honk!“

- 70 -

MUSIK NR.17 - HÄSSLICH-SCHÖN (Krötenfrosch, Gnomy, Fröschlein, Ensemble)

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

KRÖTENFROSCH SCHAUST DU VON `NEM BLATT AUF DEN WELTENLAUF, SIND MODEN AUF DEM MARSCH. DOCH MACHT JEMAND DIE MODEN MIT, FÄLLT ER SCHNELL AUF DEN A--LLE-MEINE-ENTCHEN. WEIL MODEN DERART LAUNISCH SIND, WART´ AB UND GLAUBE MIR, DENN EINES TAGS SIND WIR IM TREND DANN GARANTIER ICH DIR: DRAUSSEN WIRD DICH JEMAND LIEBEN, DICH WIRD JEMAND LIEBEN, HÄSSLICH-SCHÖN. DRAUSSEN STEHT ER UNVERHOFFT DA, MITTEN IN DER FAUNA, UND LÄSST ALLES STEH´N FÜR DICH. BIN ICH THYRANOSAURUS REXY FINDET MAN MICH SEXY, WIE ICH BIN. HABT IHR EUCH ENDLICH DANN GEFUNDEN, WIRD DANN VOLL DIE POST ABGEHN. DENN DRAUSSEN WIRD DICH IRGENDWO WER LIEBEN, HÄSSLICH-SCHÖN.

GNOMY(enthusiastisch) Glaubst du das wirklich?

KRÖTENFROSCH Natürlich. Wenn nicht, könnte ich ja gleich alles hinschmeißen und meine Beine der gastronomischen Forschung stiften. Ich sag´s dir, Feder, du mußt die Welt von der Sonnenseite des Lilienblatts aus betrachten.

N

IC

DIE HÄSSLICHSTEN DER WESEN SIND SEHR OFT DOCH AUSERLESEN, SO KEHRE DEINE GUTEN SEITEN RAUS.

GNOMY STEHST DU DA MIT ´NEM BREITEN MAUL, IST DEINE STIMMUNG SOFORT FAUL. ZIEHST DU DEN MUND NACH OBEN, SIEHT´S GUT AUS. KRÖTENFROSCH Genauso ist es...

TU DICH NIEMALS VERSTECKEN, BLOSS NIE IN DECKUNG GEHN, SELBST KARTOFFELAUGEN SIND WUNDERSCHÖN. (KRÖTENFROSCH) Ich sag´s dir, Feder:


"Honk!" - 71 -

„Honck“ - 71 -

DRAUSSEN WIRD DICH JEMAND LIEBEN, DICH WIRD JEMAND LIEBEN, GNOMY HÄSSLICH-SCHÖN. KRÖTENFROSCH Jetzt quakst du meine Sprache!

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

GNOMY DRAUSSEN, SITZT DU IM DIFFUSEN, WILLST DU AUCH MAL SCHMUSEN, DAS KANN MAN VERSTEHN.

KRÖTENFROSCH DAS STIMMT! DENK DRAN, MUSST DU DICH EINMAL HOCHZIEHN: BALD SCHON WIRST DU ENTFLIEH´N MIT ´NER FRAU. UND HABT IHR ENDLICH EUCH GEFUNDEN WIRD DANN VOLL DIE POST ABGEHN. BEIDE DENN DRAUSSEN WIRD DICH IRGENDWO WER LIEBEN, HÄSSLICH-SCHÖN.

(Die jungen Mitglieder des ENSEMBLES erscheinen, als FRÖSCHLEIN verkleidet.) KRÖTENFROSCH Sagt’s ihm, Kinder!

IC

FRÖSCHLEIN DORT IRGENDWO, IM NIRGENDWO, DORT WIRST DU FROH. ES LIEBT DICH JEMAND, HÄSSLICH-SCHÖN. DORT IRGENDWO, MAN WEISS NIE WO, DOCH DER LÄSST DANN ALLES STEH´N FÜR DICH.

N

KRÖTENFROSCH BIN ICH THYRANOSAURUS REXY FINDET MAN MICH SEXY, WIE ICH BIN. FRÖSCHLEIN DU BIST SEHR SEXY!

KRÖTENFROSCH / GNOMY UND WENN WIR ENDLICH UNS GEFUNDEN WIRD DANN VOLL DIE POST ABGEHN.


"Honk!" - 72 -

„Honk!“

- 72 -

FRÖSCHLEIN ES WIRD DANN VOLL DIE POST ABGEHN. ALLE DENN DRAUSSEN WIRD DICH IRGENDWO WER LIEBEN, (Der Rest des ENSEMBLES tritt auf, ebenfalls als FRÖSCHLEIN verkleidet.)

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

ENSEMBLE ES WIRD DICH WER LIEBEN!

KRÖTENFROSCH / GNOMY / MÄNNER DRAUSSEN WIRD DICH JEMAND LIEBEN, DICH WIRD JEMAND LIEBEN, HÄSSLICH-SCHÖN. DRAUSSEN, SITZT DU IM DIFFUSEN, WILLST DU AUCH MAL SCHMUSEN, DAS KANN MAN VERSTEHN, DAS STIMMT.

FRÖSCHLEIN / FRAUEN DORT IRGENDWO, IM NIRGENDWO, DORT WIRST DU FROH. ES LIEBT DICH JEMAND HÄSSLICH-SCHÖN. DORT IRGENDWO, MAN WEISS NIE WO UND WANN, DOCH MAN KANNS VERSTEHN, DAS STIMMT.

KRÖTENFROSCH DENK DRAN, MUSST DU DICH EINMAL HOCHZIEHN: BALD SCHON WIRST DU ENTFLIEH´N MIT ´NER FRAU. GNOMY BALD WERD´ICH FLIEHEN MIT ´NER FRAU.

IC

FRÖSCHLEIN / FRAUEN BALD WIRST DU ENTFLIEH´N!

N

KRÖTENFROSCH / GNOMY / MÄNNER UND HABT IHR ENDLICH EUCH GEFUNDEN, WIRD DANN VOLL DIE POST ABGEHN. FRÖSCHLEIN / FRAUEN ES WIRD DANN VOLL DIE POST ABGEHN, GEHN, GEHN, GEHN, GEHN. ENSEMBLE DENN DRAUSSEN WIRD DICH IRGENDWO WER LIEBEN,


"Honk!" - 73 -

„Honck“ - 73 -

SOLO FRÖSCHLEIN DRAUSSEN WIRD DICH IRGENDWO WER LIEBEN,

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ENSEMBLE DRAUSSEN WIRD DICH IRGENDWO WER LIEBEN, HÄSSLICH-SCHÖN, HÄSSLICH-SCHÖN, HÄSSLICH-SCHÖN. MUSIK NR. 17 A (Instrumental)

(Die FRÖSCHLEIN verstreuen sich in alle Richtungen.)

KRÖTENFROSCH Muß springen, Feder, bis bald! Und vergiß nicht, eines Tages werden wir es sein, die voll den Geschmack treffen – huch- was sage ich denn da?

GNOMY Tchüß! Und wenn du irgendwann mal an der Geflügelfarm vorbeikommst, besuch uns, ich würde dich gerne meiner Familie vorstellen! KRÖTENFROSCH Ja, ich hoffe du findest sie noch. Halt dich warm, bleib vergnügt! Bis bald! Ribbit, ribbit. Musik Nr. 17 B (Instrumental)

(Der KRÖTENFROSCH hüpft ab. Musik Ende. GNOMY schaut sich um, unsicher, in welche Richtung er gehen soll. Es wird dunkel. Plötzlich trifft ihn ein heller Taschenlampen-Lichtstrahl. Er starrt gebannt hinein.) STIMME DES BAUERN Na, was haben wir denn da? Ein kleines pummeliges Entlein!

IC

(Ein Netz fällt über GNOMY.)

N

Hab‘ dich, mein Kleiner.

GNOMY Honk, honk, honk!

STIMME DES BAUERN Es hat überhaupt keinen Zweck, dich zu wehren und zu schreien. Ich muß meine Familie ernähren und du gibst einen schönen Sonntagsbraten her! GNOMY Honk! Honk!


"Honk!" - 74 -

„Honk!“

- 74 -

STIMME DES BAUERN Na, wo ist mein Messer? Huu, hier draußen friert man sich ja sonst was ab! Verdammt, ich muß es im Auto gelassen haben! (Wir hören die Schritte des Bauern sich im Schlamm entfernen. Der KATER erscheint plötzlich aus dem Nichts und sieht GNOMY im Netz.) KATER Hallo, Entlein! Ich sehe, du bist ein Spezialist im Häkeln geworden...!

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GNOMY Du schon wieder. Wie hast du mich gefunden? KATER Oh, ein kleines Vögelchen hat’s mir verraten!

GNOMY Jetzt kommst du zu spät. Ich werd´ von den Menschen verspeist. KATER Ts, Ts, Ts. Welche Verschwendung!

GNOMY Auch wenn du mir bei der Flucht helfen würdest, würdest du mich ja doch nur fressen. KATER Stimmt.

GNOMY Du wirst mich nicht kriegen.

(Eine Autotür wird zugeschlagen.) Au backe! Er kommt zurück!

KATER Jetzt hör mir mal gut zu, Entlein! Ich habe einen äußerst verlockenden Vorschlag – und ich glaube, du wirst mir zustimmen – er könnte uns beiden gefallen.

IC

GNOMY Naja, ich mag keine Orangen, sollten sie dazugehören!

N

KATER Wenn du hierbleibst, bist du schnell eine gerupfte und ausgenommene Ente; kommst du aber mit mir, dann bringe ich dich zur Farm zurück und du darfst deine Mutter sehen .... ein letztes Mal. GNOMY So oder so werd´ ich gefressen, nicht wahr? KATER Man kann nicht alles haben.

(Wir hören sich nähernde Schritte.) Schnell, entscheide dich!


"Honk!" - 75 -

„Honck“ - 75 -

GNOMY O.K. Dein Plan. (Der KATER zerreißt schnell das NETZ mit seinen Krallen.) KATER Und keine faulen Tricks. Denk‘ dran: so kriegst du wenigstens deine Mama zu sehen.

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MUSIK NR.18 - DER SCHNEESTURM (Ensemble)

(Die beiden eilen ab, als der Lichtstrahl wieder kommt und auf das leere Netz scheint.) STIMME DES BAUERN Da wird doch das Huhn in der Pfanne verrückt: er ist weg! 5. Szene

(Der KATER führt Gnomy weg. Draußen ist es bitterkalt, und im Laufe der Szene beginnt es heftig zu schneien. Alle Mitglieder des ENSEMBLES formen einen „griechischen Chor“, während wir GNOMY, den KATER und IDA sich durch den Schnee kämpfen sehen.) FRAUENSOLO DIE SONN´ STEHT KALT AM HIMMELSZELT, DIE TEICHE SIND GEFROREN, ZUM REISEN WAR´S DIE FALSCHE ZEIT, DIE SIE SICH AUSERKOREN.

GNOMY Bist du dir sicher, daß du den Weg zurück zur Geflügelfarm kennst? Mir kommt es vor, als gingen wir nur im Kreis. KATER Halt den Schnabel. Das ist der Schnee. Durch ihn sieht alles gleich aus.

N

IC

FRAUENSOLO DER HIMMEL SIEHT BEDROHLICH AUS, EIN SCHNEESTURM KOMMT VON NORDEN, UND SELBST DER ALTE WEIHNACHTSMANN IST SCHON GANZ BLEICH GEWORDEN.

CHOR MMMAH. MMMAH. MMMAH. MMMAH. MMMAH. MMMAH. MMMAH. AH. AH. AH. AH. AH. AH.

(Der Schneesturm erreicht einen instrumentalen Höhepunkt, während dessen wir GNOMY und den KATER sich durch den Schnee kämpfen sehen. Wir sehen auch, wie sich IDA durch den Schneesturm kämpft - die GNOMY durch den Sturm nicht sehen kann, obwohl sie direkt an ihm vorbei geht. Alle drei schreien über die Musik.)


"Honk!" - 76 -

„Honk!“

- 76 -

GNOMY Ich seh´ nicht mal das Ende meines Schnabels. KATER Lauf weiter, wir sind gleich da. IDA Hallo? Liebling! Bist du da draußen? Ist irgendjemand da draußen?

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(Der Sturm heult weiter.) CHOR (sarkastisch) AUCH WENN DAS WETTER BESSER WIRD, BLEIBT DIE GEFAHR ERHALTEN, WIRD DOCH VOM WIND DIE TEMPRATUR IM FROSTBEREICH GEHALTEN. CHOR / GNOMY / KATER DER KALTE WIND, DER VIELE SCHNEE BEREITEN GROSSE NOT.

CHOR WIR SPRECHEN ES ZWAR UNGERN AUS, GLEICH SIND DIE BEIDEN, SIND DIE BEIDEN, SIND DIE BEIDEN...

(Wenn sich der Sturm gelegt hat, sind GNOMY und den KATER vollständig unter einer großen Schneewehe begraben - nur noch sichtbar als zwei Schneehaufen. IDA ist auf dem Schnee zusammengebrochen.) MÄNNER - UND FRAUENSOLO DER WIND HAT SANFT DEN SCHNEE VERWEHT, WIE ZUCKERBÄCKEREI. MÄNNERSOLO DAS IST SEHR SCHÖN FÜR WEIHNACHTSPOST,

N

IC

ALLE DOCH NICHT FÜR UNSRE ZWEI.

MUSIK NR.19 - DIE VERWANDLUNG (Gnomy, Ida, Sissi)

(Der Schnee am Boden beginnt zu schmelzen. IDA bewegt sich, kommt wieder auf die Füße und wischt den Schnee von ihrem Körper. Während der Schnee schmilzt, nimmt sie zwei große „Schneemänner“ auf der Position wahr, auf der wir zuletzt den KATER und GNOMY sahen. IDA erkennt, daß es zu spät ist, ihren erfrorenen Sohn zu retten und geht auf sein eisiges Grab zu.) IDA (sehr leise) Liebling? ... Oh, nein...Mein Baby!


"Honk!" - 77 -

„Honck“ - 77 -

(Sie bricht zusammen und kratzt krampfhaft am Schnee, der GNOMY umgibt. Es ist nutzlos. Sie sinkt schluchzend auf die Knie.) IDA Nein, nicht so! Nicht nach all dieser Zeit! Du armes kleines Ding! Was sollte das alles? Was war der Sinn deines kleinen Lebens? Es darf so nicht enden. Es darf nicht... (Hinter IDA sind, von ihr unbemerkt, VATER SCHWAN, MUTTER SCHWAN und ANNA aufgetreten, begleitet von SISSY)

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

VATER SCHWAN Das wird es auch nicht, meine Gute.

(IDA hält inne, als sie die Anwesenheit der SCHWÄNE wahrnimmt.)

IDA Aber er ist tot. Mein kleines Entlein ist tot. Es ist alles meine Schuld. Im letzten Frühjahr ist er vom Nest weggelaufen. Ich hätte ihm sofort folgen sollen, aber ich hatte seine Geschwister aufzuziehen, ich konnte sie nicht einfach zurücklassen. Und jetzt, jetzt komme ich zu spät!

(MUTTER SCHWAN legt ihren Flügel um IDA.)

MUTTER SCHWAN Weine, weine, meine Gute. Die Wärme von Muttertränen läßt den härtesten Frost schmelzen. IDA Oh, wenn ich das nur glauben könnte.

ANNA Du mußt. Was haben wir denn, wenn wir keine Hoffnung mehr haben?

(IDA fällt auf den Boden und weint auf den Schnee, der GNOMY bedeckt. Sie dreht sich weg, weil sie fühlt, daß es keinen Zweck hat. Hinter ihr sehen wir, ganz langsam, einige vorsichtige Bewegungen in „GNOMYS Schneemann“. Der Schnee beginnt von GNOMY abzufallen. Schließlich wird er als wunderschöner Schwan enthüllt. IDA sieht dieses noch nicht. GNOMY sieht sein Spiegelbild im Schmelzwasser.) GNOMY Ich bin... Ich bin keine Ente, ich bin keine Ente. Ich bin ein Schwan!

IC

(Während die Musik sich aufschwingt, präsentiert GNOMY stolz sein neues Gefieder.)

N

Honk!

(GNOMY sieht plötzlich IDA.) Mama!

(Sie sehen sich schweigend an.)

GNOMY / IDA DAS WISSEN, DASS DU DA BIST, HIELT MICH AM LEBEN NOCH. DA WIR ERNEUT VEREINT SIND HALT ICH MEINEN KOPF STETS HOCH.


"Honk!" - 78 -

„Honk!“

- 78 -

(GNOMY und IDA umarmen sich. Hinter den anderen drei SCHWÄNEN arbeitet sich SISSI nach vorne.) SISSI Er ist es! Er ist es, Vater. Der junge Schwan, von dem ich dir erzählte, der, der mein Leben gerettet hat. (zu GNOMY) Erinnerst du dich an mich? (Pause) Och, mach schon, sag, daß du dich an mich erinnerst!

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GNOMY (scheu) Aber... Aber natürlich erinnere ich mich an dich. Wie könnt´ ich dich vergessen. Du bist das Schönste, was ich je gesehen habe. SISSI Naja, du solltest mal dein eigenes Spiegelbild sehen!

ICH SAH REGENBÖGEN STRAHLEN ZWISCHEN WOLKEN GROSS UND KÖNIGLICH, ICH DACHT‘ ICH WÜSST, WAS SCHÖN AUF DER WELT, DOCH DANN SAH ICH DICH.

SISSI / GNOMY UND SELBST DIE SCHÖNSTEN MORGENNEBELSCHLEIER, DIE WEIDEN AUF DEM DEICH, DIE STERNENKLARE NACHT VERBLASST BEI DEM VERGLEICH MIT DIR.

GNOMY Und du wußtest es? Du wußtest, daß ich ein Schwan war?

SISSI Natürlich wußte ich das. Darum bat ich dich, mit uns zu kommen, wenn deine Flügel nur stark genug gewesen wären. VATER SCHWAN Nun, jetzt kannst du mit uns kommen und unsere Gepflogenheiten lernen. GNOMY Und meine Mutter? Kann sie auch mitkommen?

N

IC

IDA Natürlich nicht. Ich bin doch nur ´ne ausgebeulte alte Ente, ich kann dir nichts über das Leben der Schwäne beibringen. GNOMY Aber du hast mir doch auch Schwimmen beigebracht.

IDA Und wenn ich mich richtig erinnere, dann hat mich das fast erledigt - ich glaub´s kaum, wenn ich mir vorstelle, daß ich´ nem Schwan das Schwimmen beigebracht habe. GNOMY Aber ich will, daß du mitkommst.


"Honk!" - 79 -

„Honck“ - 79 -

IDA Ich kann nicht mit dir kommen, mein Platz ist zu Hause auf dem See mit deinem Vater, dem Guten. Man sagt, Gleich und Gleich gesellt sich gern, und du gehörst jetzt zu den Schwänen. Und ich glaube,ich kenne jemand, der es sehr gerne hätte, wenn du mit ihr gingst. (IDA schaut wissend zu SISSI.)

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GNOMY Aber ich hab´ dich doch gerade erst wiedergefunden. Ich bin nicht sicher, ob ich dich so schnell wieder verlassen will. IDA Natürlich willst du. Jetzt geh´ schon, bevor ich zu weinen beginne - aber versprich mir , daß du zurückkommst, um uns alle auf der Geflügelfarm zu besuchen. (zum weiblichen SCHWAN) Sie werden sich doch um ihn kümmern, nicht wahr?

MUTTER SCHWAN Auf Wiedersehen, meine Gute. Es muß sehr schwer für Sie sein, doch ich verspreche, er wird bei uns gut aufgehoben sein.

IDA Das weiß ich. (Sie umarmt GNOMY zum letzten Mal.) Also, mach´s dann gut. Laß sehen, wie du fliegst.

(IDA sieht GNOMY und den SCHWÄNEN zu, wie sie -außer Sicht des Publikums - starten. IDA ruft weiter Ermutigungen.) Los, du schaffst es! Nimm Anlauf! So ist´s richtig!

(IDA applaudiert dem geglückten Start von GNOMY und sieht den wegfliegenden SCHWÄNEN nach. Sie folgt ihnen mit den Augen und winkt GNOMY nach.)

IC

ER WAR ANDERS, ER WAR ANDERS ALS DER REST. ICH HÄTT´ ES WISSEN MÜSSEN, NIEMALS HALTE ICH IHN FEST. ICH WAR NICHT SEINE MUTTER, ICH SAH´ IHN JA AUCH KAUM. DIE MUTTERTRÄNEN KOMMEN HOCH, SIE SCHWEMMEN WEG NOCH EINEN MUTTERTRAUM.

N

(IDA folgt weiter dem Weg der SCHWÄNE mit ihren Augen. Als sie - für das Publikum sichtbar - in der Ferne gegen die Sonne vorbeifliegen, schaut IDA verdutzt. Sie zählt die fliegenden SCHWÄNE.) Eins, zwei, drei...!

(In diesem Moment treten GNOMY und SISSI hinter IDA wieder auf.)

GNOMY Honk!(Die Musik hört auf.) Hast du wirklich gedacht, ich würde dich zurücklassen?

IDA Oh, das mußt du aber. Du mußt jetzt an dich denken. Es ist dein Leben und du gehörst zu den Schwänen.


"Honk!" - 80 -

„Honk!“

- 80 -

GNOMY Aber warum? Es interessiert mich nicht, aus wessen Ei ich geschlüpft bin – du bist meine Mutter, du hast mich erzogen, und das zählt. IDA Nun .....

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GNOMY Es gibt viele Lebensformen, und du hast selbst gesagt, die Geflügelfarm wäre langweilig, wenn wir alle gleich aussähen! Deshalb habe ich mich entschlossen, mit dir zurückzukehren – um anders zu sein! SISSI Wir kommen beide mit!

GNOMY Um die ersten Schwäne auf dem See zu sein. Ich bin mein ganzes Leben lang anders gewesen. Ich war als Entlein anders und nun bin ich es genauso als Schwan. Ich mag ich selber sein. Ich mag mein Honken. Ich mag es, anders zu sein!

IDA Und das bist du in der Tat! (IDA umarmt sie beide.) Ich bin so stolz auf dich! Also dann, worauf warten wir noch? Ich kann Erwins Reaktion kaum erwarten! Ich glaube, er wird ein Ei legen, und was dann daraus wird, wagen wir uns gar nicht erst vorzustellen!

(IDA macht Anstalten, zu gehen. GNOMY zögert noch.) GNOMY Wart‘ einen Augenblick!

MUSIK NR. 19A - GESCHMOLZENE MIEZE (Kater)

GNOMY Ich hab´noch was zu erledigen.

IC

(GNOMY geht zum gefrorenen „Schneemann“, der immer noch den KATER enthält. GNOMY klopft ans Eis, das abfällt und den KATER enthüllt.)

N

KATER Hallo Ent..., Ent..., Ent... Schwänchen? Schwänchen? (Wie Wagners „Lohengrin“) Mein lieber Schwan! (hysterischer Lacher) Wie ich dich mag, wie ich dich mag wie.... MIT DER ENTE SPIELT MAN BIS SIE ´NE GANS IST. OB NUN HUHN ODER SCHWAN, JETZT SPINN ICH GANZ. GEMEINSAM KOCHEN WIR JETZT DEINE MU-UTTER IST EIN SPIEL DAS DIR... IST EIN SPIEL DAS DIR... IST EIN SPIEL DAS DIR... DAS WETTER WIRD SCHON WIEDER SCHÖN. IST EIN SPIEL DAS DIR DEN MAGEN...


"Honk!" - 81 -

„Honck“ - 81 -

(KATER) Ich kündige! Ich geb auf! Ich kapituliere! Ich hab´ mich einfach überarbeitet....Aaarrrgh! (Der KATER läuft schreiend ab. Das glückliche Trio lacht zusammen, während sich die Kulisse um sie herum ‚dramatisch‘ in die Geflügelfarm verwandelt.) 6. Szene

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(Die Bewohner der Geflügelfarm, angeführt von den nun älter aussehenden ENTLEIN, eilen herbei, um die wiederkehrenden Helden mit Jubelrufen zu begrüßen.) MUSIK NR. 20 - FINALE II.AKT - SCHAUT IHN AN (REPRISE) (Ensemble)

ERWIN ERPEL / MONI MOORHUHN / GRAZIA / ENTLEIN Hurra!!!!! (etc.) SCHAUT IHN AN, SO ´NEN SCHÖNEN VOGEL SAH MAN NIE!

GNOMY HONK!

ERWIN ERPEL / MONI MOORHUHN / GRAZIA / ENTLEIN HÖRT IHN AN, DENN SEIN HONKEN IST VOLL HARMONIE. ACH, WIE FÜHLEN WIR UNS KLEIN, WEGEN DEM, WAS WAR. WIRD VERGEBUNG MÖGLICH SEIN? BITTEN DICH, WIRKLICH INNIGLICH, BLEIB DOCH DA.

GNOMY Natürlich vergebe ich euch. Ich freu´ mich so, euch alle wiederzusehen. Und ich möchte euch jemanden vorstellen. Das ist Sissi.

N

IC

SISSI Hallo.

ERWIN ERPEL (lüstern) Hallo Sissy!

(GRAZIA bahnt sich einen Weg nach vorne.)

GRAZIA Willkommen zuhause, mein Guter. Ich habe nachgedacht. Ich war sehr lange in Amt und Würden und ich fühle, daß es für mich Zeit ist, das rote Band abzutreten. (Applaus vom versammelten Geflügel, angeführt von MONI MOORHUHN.)


"Honk!" - 82 -

„Honk!“

- 82 -

(GRAZIA) Trage es mit Stolz, mein guter, denn du bist mit Sicherheit der erhabenste Vogel auf dem See - wie ich es war, zu meiner Zeit... (Mehr Applaus von MONI MOORHUHN, die plötzlich bemerkt, daß sie als einzige klatscht.) Und vom heutigen Tag an soll das Rote Band den Namen „Schwanenring“ tragen.

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GRAZIA / IDA / MONI MOORHUHN / GRAZIA / ENTLEIN / ERWIN ERPEL SCHAUT IHN AN, SCHAUT UNS AN, SEHT WAS ANDERS. DASS WIR DICH SO VERHÖHNT, WAR NICHT GUT. ERWIN ERPEL ES GIBT IN MEINER FAMILIE SCHON LANG´ DAS BLAUE BLUT.

(IDA und ERWIN ERPEL tauschen Blicke aus. Der TRUTHAHN rennt im Zustand größter Erregung in die Mitte) TRUTHAHN Oh ja, ja, ja, ja, ja! ALLE Was?

TRUTHAHN Ich habe Weihnachten überlebt!

ALLE SCHAUT IHN AN, SEHT EIN SCHWAN MIT EINEM GLORIENSCHEIN. ENTLEIN SCHAUT IHN AN, DENN ER IST JA UNSER BRUDER.

IC

ALLE SCHAUT IHN AN, AUS DEM KÜKEN WURD´ EIN EDELSTEIN.

N

ENTLEIN SCHAUT IHN AN, UND ZWAR EIN BESONDERS GUTER. ALLE BLEIBE BITTE IMMER HIER GRAZIA BLEIB´ FÜR IMMER HIER ALLE AUF DEM SCHÖNEN SEE.


"Honk!" - 83 -

„Honck“ - 83 -

GRAZIA AUF DEM SCHÖNEN SEE.

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

ALLE DEINEM BEISPIEL FOLGEN WIR. BLEIB DIR TREU, GLAUB´AN DICH, LÄSST DAS GLÜCK DICH IM STICH HABE KEINE ANGST, DENK IMMER DARAN: FÜRCHT´ DICH NIE, DU BIST IRGENDWIE AUCH EIN SCHWAN. HONK!

ENDE

MUSIK NR. 21 - EINZELVORHÄNGE (Instrumental)

N

IC

MUSIK NR. 21A - APPLAUSMUSIK (Instrumental - optional)


"Honk!" - 84 -

„Honk!“

- 84 -

MUSIK NR. 21A - HÄSSLICH-SCHÖN (REPRISE) (Ensemble)

N H U T R VE FÜ ZU w MU R R R w A T w SI R U AN .m K IE FF S us U B Ü IC ik ND DU HR HT un B R U db Ü C N ue HN H GE hn E N e. de

MÄNNER DRAUSSEN WIRD DICH JEMAND LIEBEN, DICH WIRD JEMAND LIEBEN, HÄSSLICH-SCHÖN. DRAUSSEN, SITZT DU IM DIFFUSEN, WILLST DU AUCH MAL SCHMUSEN, DAS KANN MAN VERSTEHN, DAS STIMMT.

FRAUEN / KINDER DORT IRGENDWO, IM NIRGENDWO, DORT WIRST DU FROH. ES LIEBT DICH JEMAND HÄSSLICH-SCHÖN. DORT IRGENDWO, MAN WEISS NIE WO UND WANN, DOCH MAN KANNS VERSTEHN, DAS STIMMT.

KRÖTENFROSCH / MÄNNER DENK DRAN, MUSST DU DICH EINMAL HOCHZIEHN: BALD SCHON WIRST DU ENTFLIEH´N MIT ´NER FRAU. GNOMY BALD WERD´ICH FLIEHEN MIT ´NER FRAU. FRAUEN / KINDER BALD WIRST DU ENTFLIEH´N!

KRÖTENFROSCH / GNOMY / MÄNNER HABT IHR DANN ENDLICH EUCH GEFUNDEN, WIRD DANN VOLL DIE POST ABGEHN. FRAUEN / KINDER ES WIRD DANN VOLL DIE POST ABGEHN, GEHN, GEHN GEHN, GEHN.

IC

(Wenn die Musik ins halbe Tempo wechselt, verbeugt sich das ENSEMBLE.)

N

ALLE DRAUSSEN WIRD DICH IRGENDWO WER LIEBEN, HÄSSLICH-SCHÖN, HÄSSLICH-SCHÖN, HÄSSLICH-SCHÖN.

Profile for Musik und Bühne

HONK (ANDERS ALS DER REST) Textbuch  

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