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WELCOME

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Impressum Verlagsanschrift: mushroom media e.k. Arnoldstraße 47, 22763 Hamburg fon: 040 - 39 84 17 - 0 (office) Partyhotline: 01805 - 68 74 76 66 fax: 040 - 39 84 17 - 50 info@mushroom-media.com www.mushroom-media.com Herausgeber (V.i.S.d.P.) Matthias van den Nieuwendijk Content Management: Liese & Claus Baldauf Redaktion: Claus Baldauf, Liese, Kai Mathesdorf, Mat Mushroom, Sina Karow, Franziska Gangloff, Matthias Lorch redaktionelle Mitarbeit / Fotos: Maik Hotz, Rakete, Nicole Jesse, der mor. baq, YoYo, AstridB, Falk Peters, Christian Kreitschmann, Steffi, Slunga, Moona u.a. mushroom-Hotline: Nicole Jesse Thanx an unsere Praktikanten: Andrea, Christian, Falk & Jessica Design: Mat Mushroom, Sina Karow, Liese, AstridB, Jessica Ruge, Andrea Flick, Franziska Gangloff, Step, Claus Baldauf Titelbild: Tina Zimmermann; Fotos: Moona Anzeigenleitung: Matthias van den Nieuwendijk Anzeigenverkauf: Matthias Lorch (-34), Nicole Jesse (-32), Matthias van den Nieuwendijk (-31), Liese (-73) Es gilt die Anzeigenpreisliste 2003. Anzeigen- und Redaktionsschluss: generell am 15. des Vormonats Buchhaltung: Steffi Hoyer (-70) Vertrieb: Postverteiler: mushroom media, Hamburg: Cartel X Berlin: Tribal Tools Druck & Lithos Druckerei Hartung, Hamburg Auflage: 70.000 Stück (Outdoor-Auflage) Abo: Für ein Jahres-Einzelabo schicke uns einfach 25 EURO (Inland) oder 35 EURO (Ausland) per Kreditkarte, Scheck, bar ... Weitere Abomöglichkeiten siehe unter Freakplanet Club auf Seite 4. Abo-Service: 040-398417-79 Für unverlangt eingesandtes Material übernehmen wir keine Haftung. Namentlich gekennzeichnete Artikel geben die Meinung des jeweiligen Verfassers wieder, nicht unbedingt die des Herausgebers oder der Redaktion. Ein Nachdruck, auch auszugsweise, ist nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages möglich. Die Redaktion behält sich vor, Leserbriefe zu kürzen. Alle Angaben sind ohne Gewähr.

LOS GEHT’S! Ein heißer, ereignisreicher Sommer liegt hinter uns – Zeit für einen wirklich besonderen mushroom: die Reset!Ausgabe, mit der wir neu starten. Der Pilzguide ist bestimmt nicht tot, auch wenn sich bei manchen so ein Gerücht hält. Wir sind wohl nicht ganz unschuldig daran, im August fingen wir das Heft schließlich mit unserer eigenen Todesanzeige an – um auf der nächsten Seite mit verändertem Kozept wieder aufzuerstehen. Letzteres haben aber ein paar übersehen ... An alle, für die der Schockeffekt zu groß war: Sorry!

DER EURO Doch die Lage ist so ernst, dass wir etwas ändern müssen. Das mussten wir deutlich machen. Es war noch nie so schwer, den mushroom zu finanzieren wie heute, weil es in der Szene vielen wirtschaftlich zu schlecht geht, um Anzeigen zu schalten. Deswegen haben wir ein System erfunden, wie wir die Hefte künftig für 1 Euro verkaufen können. Das Geld versickert nicht, es hilft zum Beispiel vielen kleinen Shops in unserer Community, auf sich bei den richtigen Leuten aufmerksam zu machen. Bei dir zum Beispiel. Wie gesagt: Wir wollen enger mit allen zusammenrücken, die uns unterstützen, und ihnen im Gegenzug auch helfen.

HILFE? Können wir dir behilflich sein? Bei Promo, beim Design, Flyer verteilen ... Meld’ dich! Im Shopguide siehst du, wo du weiter den mushroom und den drugstore bekommst. Es werden täglich mehr Verkaufsstellen, wir lassen gerade die Telefondrähte glühen. Der Guide wandelt sich inzwischen auch immer mehr zum Wegweiser durch unsere Community, in dem du nicht nur erfährst, wer in der Nähe gute Platten anbietet, Mode, die dich betrifft, oder Räucherstäbchen. Jetzt findest du dort außerdem Artists,

etwa die Links zu den Fotograf/innen, die uns mit flashigen Bildern für diese Ausgabe unterstützen.

SPECIAL THEMEN Womit wir beim Thema wären: Der Partysommer 2003 kommt nämlich in diesem Special auf 14 Seiten voller schöner Bilder noch einmal zu dir zurück. Nicht zuletzt deshalb hat sich die Heftproduktion ein wenig verzögert – schließlich sollte der mushroom diesmal besonders glänzen ... Außerdem blicken wir voraus in den warmen Winter – auf der Südhalbkugel, Sam@Chaishop.com präsentiert Facts und Links zu diversen fernen Ländern. Das dritte große Thema dieser Sonderausgabe ist die Geschichte unserer Szene. Wir haben einen fetten Abschnitt über Pionierleistungen, Partys, Gedanken und Stimmungen zusammenge-

KITE-SHROOM

stellt, auch als Anregung zum Weiterdenken. Eigentlich gehört so etwas ja nicht in die Nummer 99, sondern in die 100. Ausgabe, die im Oktober erscheint. Wir machen das wieder gut, indem wir bis zu unserem Zehnjährigen im nächsten Frühjahr in loser Folge zurückblicken, auf Menschen und Dinge, die den Mikrokosmos bewegten ;) Anfang Oktober findest du wieder den regulären mushroom an der gewohnten Stelle, mit Partyplaner, Acid Tests und allem anderen.

Viele liebe Grüße aus Hamburg und viel Spaß beim Lesen! Dein mushroom-Team :-)


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Jetzt online beim Freakplanet Club anmelden und/oder Abos bestellen unter www.freakplanet.org oder bei unserem Abo-Service unter 040-398417-79 Deutschland ohne mit Club Club

Unser neues Abosystem bringt viele Vorteile: Unsere Leser profitieren von den fairen Gruppenpreisen (Einer bestellt z.B. ein Abo für die ganze Clique) und den Vorteilen im Freakplanet, dem neuen mushroom club. - monatlich automatisch bei den Clubverlosungen dabei - Teilnahme am Party-SMS - ermäßigter Eintritt auf bestimmten Parties - viele Free Party Tickets zu gewinnen - Online-Member-Area - Member-Mailing u.v.m.

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Die Shops als Reseller bekommen das eingesetzte Werbebudget in Heften ausgezahlt, die sie verkaufen können, um so die Werbung zu refinanzieren.

(Werbung im Shopguide inklusive!)

mushroom EK = 50 Cent + MwSt (VKP = 1 EURO) drugstore EK = 25 Cent + MwSt (VKP = 50 Cent)

International ohne mit Club Club

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nur Mitgliedschaft im Freakplanet

20

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Einzelabo 12x mushroom 12x drugstore + Intershroom

2er-Abo 2x12 mushroom 2x12 drugstore + Intershroom

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Reseller 4 12x mushroom und drugstore im Wert von 28 EURO/Monat 4-zeilige Shopguide-Werbung

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44*

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* Die Preise für Shops verstehen sich monatlich bei Abschluss eines Jahresvertrages über 12 Ausgaben bei Zahlung mit Abbuchungsauftrag jeweils für 3 Monate im voraus.


LESERSERVICE

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FREAKPLANET CLUB

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Vielen, vielen Dank noch mal für den Zuspruch in den vergangenen Wochen und für den Haufen Abound Freakplanet-Anmeldungen!

und noch einige weitere Vorteile haben, über die du dich auf dieser Doppelseite informieren kannst.

Viele liebe Leute haben uns ja direkt an unseren Abo-Ständen auf einigen Festivals besucht, wir haben einen Haufen interessante Gespräche geführt und einiges an Anregungen mitgenommen. Ist ja auch prinzipiell sehr erfrischend, sich mal von Angesicht zu Angesicht zu sehen.

Ein richtiges Clubfeeling kommt da schon auf, wenn man sich als Freakplanet-Bewohner begegnet. Kleine Geschenke gab’s für die Members, welche die SMS-Meldungen befolgten, die zur Waldfrieden Wonderland und Indian Spirit ausgesandt wurden.

Gleichzeitig haben wir auf diese Art vielen mushroomLeser/innen persönlich erklären können, warum das Heft nun 1 Euro kostet. Das war uns sehr wichtig. Oder wie man beim neuen Abo-System im Vergleich zu früher Geld spart. Oder was es mit diesem neuen SupporterClub namens Freakplanet auf sich hat - dass Mitglieder jeden Monat automatisch in der attraktiven Verlosung landen

Am spannendsten war aber natürlich der erste Ausflug zur VooV, das neue Konzept in der Tasche und die Ungewissheit, wie es wohl aufgenommen werden wird. Um so schöner war es, so viel Zustimmung und Unterstützung von euch zu bekommen. Das hat uns zusätzlich enorm motiviert.

Wenn du noch nicht im Club bist, kannst du dich telefonisch unter 040-398417-79 anmelden oder aber auch online unter www.freakplanet.org Auf bald!

Freakplanet SMS Der besondere Leckerbissen für Clubmitglieder neben der monatlichen Verlosung ist unser innovativer SMS-Service, den wir für die deutschen Mobilfunknetze Netze D1, D2 und E-Plus anbieten können. Teilnehmer von O2 bekommen statt einer Message auf das Telefon eine EMail, die aber über ein Mail2SMS-

Gateway, wie es zum Beispiel www.myums.de oder www.1und1.com anbieten, wiederum auch auf das Mobiltelefon umgeleitet werden kann. Freakplanet SMS bietet dir Partyinformationen mit Mehrwert, denn irgend einen Vorzug hast du als Mitglied immer, wenn eine dieser netten SMS bei dir aufschlägt - lass dich einfach überaschen ... Dieser Mehrwert wird möglich, weil wir mit den Veranstaltern

eng zusammenarbeiten, welche euch neben den Partytickets in den monatlichen Verlosungen auch gewisse Serviceleistungen für Clubmitglieder ermöglichen. In Kürze soll es sogar Partys geben, für die partyhungrige Freaks freien Eintritt haben werden. Also - das Handy solltest du als freakiger Planetenbewohner immer dabei haben, wenn du auf die Piste gehst, dann verpasst du auch nichts.


FREAKPLANET CLUB

DAS IDEALE DAY PACK - DER ”AIRBORNE” VON JANSPORT BILDER LINKS/UNTEN: FREAKPLANET @ WALDFRIEDEN & LOVEFIELD

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Sportlich szenig kommt der ”Air Borne”-Rucksack von Jansport daher - er ist ein richtiger Hingucker und dazu mit seinem Volumen von 36 Litern ein wahres Raumwunder. In Kombination mit der durchdachten Fächeraufteilung lässt sich alles vom Aktenordner bis zum Schlüsselbund übersichtlich verstauen. Damit ist der ”Air Borne” das ideale universelle Day Pack für Schule, Uni, Büro, Freizeit und Party. Im Hauptfach steckt der besondere Clou: Eine CD- oder Mp3-Player-Tasche mit einem Kopfhörerausgang direkt hinter dem Kopf. Kein Kabelwirrwarr stört mehr und alles ist perfekt geschützt. Da kommt keine Langeweile auf. Wir verlosen in Zusammenarbeit mit Jansport unter allen Freakplanet-Members acht dieser genialen Rücksäcke im Wert von jeweils 99 EURO. www.jansport.com Aber es gibt noch mehr zu gewinnen:

CDs π 4 x Surprise CD-Packs (trance-shop) trance-shop.com π 7 x 1 Vinyl nach Wahl von Midijum Records π und 3 x 1 CD nach Wahl von Midijum Records www.midijum.de π 2 x 1 CD ”Decade The Mix” von Superstition Records www.superstition.de

Partytickets Die Gewinner aus dem August Pünktlich am 1.September wurden die Gewinner unserer ersten Freakplanet-Verlosung ermittelt. Der Hauptpreis - die preisgekrönte neue Version 2.5 der Musiksoftware Reason von Propellerheads - ging an Isabel Caso aus Hamburg. Wir hoffen für dich, dass dieser Preis auch eine Initialzündung für die Begeisterung am Produzieren ist, wie es zum Beispiel für einen mushroom-Leser die Lust am DJen war, die geweckt wurde, als er bei unserer letzten X-Mas-Verlosung einen DJ-CD-Player gewann. Die restlichen Gewinner werden in diesen Tagen per Brief benachrichtigt oder gleich mit den Gewinnen beschenkt.

π 5 x 1 Partyticket für die Tshitraka Release Party am 1. November im Funkraum (Plau am See, MeckPomm) und 5 x 1 Partyticket für die Amarasia Party am 15. November in Schwerin www.tshitraka.com

und noch mehr Gewinne π 3 x Einkaufsgutschein im Online-Shirt-Shop www.chenaski.de im Wert von je 40 EURO π 1 x Smoking King Size Blättchen 50er-Packung (Smoking) π 3 x Drogenschnelltests ”Drugwipe THC” (Germadot) Die Gewinnziehung findet am 15.Oktober unter allen bis zu diesem Datum eingetragenen Clubmitgliedern statt. Interne Shroom-Freaks nehmen an dieser Verlosung natürlich nicht teil.


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Vibez und mushroom treffen sich Am 10. Oktober kommen zumindest Leute in Hamburg in den Genuss einer außergewöhnlichen Radiosendung. Von 0 bis 6 Uhr treffen sich das Vibez Magazine und der mushroom in der DreamsessioN des selbst organisierten Radiosenders FSK (Freies Sender Kombinat) zum Trance Media Special. Mat Mushroom, Liese und Kai Mathesdorf vom mushroom werden mit André und Tulla vom Vibez diskutieren und gemeinsam Platten auflegen. Frequenzen: 93 MHz Antenne, 101,4 MHz Kabel. www.fsk-hh.org

NEWS Das Debütalbum des neuen talentierten Bionics-Künstlers Vick Shefi entstand in Zusammenarbeit mit DJ Yanniv Gold. Ein Jahr lang wurde am Sound gefeilt, um die richtige Mischung aus Power, verrückten Grooves, Soundeffekten, Melodien und atmosphärischen Strecken zu finden. Wir wünschen guten Flug. www.bionics-records.com

Earthdance in Köln Eine Million Menschen sollen am Samstag, 20. September, gleichzeitig zum selben Track tanzen,

Mexiko-Sound als Compilation Psycomex heißt eine Compilation, die einen Einblick in den mexikanischen Sound der wachsenden dortigen Szene gibt. AP Records, DJ Moonflower (UK) und Double-Agents Records (Kanada) wollen mit der gemeinsamen Sammlung etwas von der Mexiko-Begeisterung einfangen, die in der internationalen Szene in den letzten drei Jahren zunimmt. Die Platte bewegt sich zwischen Morningschwung und Full On, sie kommt vorab auf Vinyl. www.ap-records.com EARTHDANCE 2000 (TOMMY ALLES)

Bionics Records Seinen Erstlingsflug unternimmt Intergalactic jetzt auf dem israelischen Label Bionics Records, und zwar gleich in die “Outer Galaxy”.

beim Earthdance, der Global Dance Party for Peace. In mehr als 80 Ländern und 300 Städten sind rund 150 eigene EarthdanceEvents geplant, dazu werden eini-

ge hundert Clubabende unter das Motto gestellt. Schirmherr ist auch bei der siebten Ausgabe der Dalai Lama, anders als früher sind aber nicht nur Dance-Events geplant, sondern auch Konzerte in ganz anderen Stilrichtungen. Die Veranstaltung wurde vom Australier Chris Dekker ins Leben gerufen, um die positiven Kräfte der Dancekultur für humanitäre Zwecke und zur Förderung eines globalen Bewusstseins für Frieden und Freiheit zu vereinen. Der Earthdance ist diesmal vier Themen gewidmet: der Umwelt, den Urvölkern, Kindern der Erde und Tibet. Der Höhepunkt der simultanen Events ist die Synchronisation der Veranstaltungen via Internetstreaming um 1 Uhr deutscher Zeit. Alle DJs werden den speziell erstellten Track »A prayer for peace« spielen. Auf den Veranstaltungen entsteht so ein unvergleichlicher Moment weltweiter Vernetzung. Deutsche Erlöse des Abends gehen hauptsächlich an das Tandra-Projekt, das Waisenhäuser und Schulen in Ost-Tibet aufbaut. In Köln organisiert der Electric Circus Pool einen Earthdance in der Villa am Rhein, KonradAdenauer-Ufer 7, 21 Uhr, mit Special Live Act von den Saafi Brothers & Rules of Hypotalamus, Magnetrixx, Sensifeel, DJ Gavin, Chrisma, Michael Kohlbecker, Gabriel Le Mar, Annejoy & La Niña – Deko: MAE & MOA (Paris). www.earthdance.org www.tadra.de www.electric-circus.de


NEWS Schwarzlichtkunst unter dem Potsdamer Platz Vom 1. bis zum 31. Oktober präsentieren Künstlerinnen und Künstler unter dem Titel ”Fluidum” Schwarzlichtkunst an einem einzigartigen Ort in der Mitte Berlins: Im U3-Tunnel direkt unter dem Potsdamer Platz sind dann Bilder, Objekte und Installationen zu sehen, die der Öffentlichkeit noch unbekannt sind. Es ist übrigens noch etwas Platz für neue Arbeiten, die sich direkt oder indirekt mit dem Medium Schwarzlicht beschäftigen. Wer kurzfristig Werke oder gesamtgestalterische Konzepte beisteuern möchte und kann, wende sich an edgar.wischmeyer@t-online.de. Vom Schwarzlicht kannst du dich im Oktober täglich von 14 bis 22 Uhr verzaubern lassen. AudioPerformances, Sitzgelegenheiten samt Getränkeangebot laden zum Verweilen ein. Während der Ausstellungszeit gibt es Live-/ Audio-Performances, Klanginstallationen bis hin zu PsyTrance. Fluidum im U3-Tunnel, Potsdamer Platz, Eingang Passarelle 1. Oktober – Vernissage, 19 Uhr, 2. Oktober – Fünf Jahre Potsdamer Platz-Party, 19 Uhr, 31. Oktober – Finissage, 19 Uhr

Tina Zimmermann stellt aus Für alle Freunde der Video- und Medienkunst gibt es am Bodensee gerade ein viel versprechendes Event mit dem Namen „Natur_Struktur“. Bis zum 19. Oktober verwandelt sich das Atelier der bekannten Dekokünstlerin Tina Zimmermann in ein „organic media environment“, das nur darauf wartet, deine Sinne mit Video- und Projektionsinstallationen, Medienskulpturen und auf Leinwand gedruckten digitalen Collagen zu liebkosen. Die digitalen und skulpturalen Interpretationen setzen sich in unerschöpflicher Vielfalt mit natürlicher und organischer Materie, Form, Textur und Dynamik auseinander. Städtische Galerie "Fauler Pelz", Seepromenade, Überlingen am Bodensee. Tel. (0 75 51) 99 10 74; dienstags, mittwochs, freitags 14 bis 18 Uhr, donnerstags 14 bis 20 Uhr, samstags, sonn- und feiertags 11 bis 18 Uhr. Montags geschlossen.

Stop RAVE Act! Neues vom US-RAVE Act: Er soll noch verschärft werden. Seit einigen Monaten sind Veranstalter mit hohen Strafen bedroht, wenn Gäste ihrer Partys oder Konzerte verbotene Substanzen bei sich haben oder verkaufen. Welche Vorkehrungen getroffen wurden, um illegale Drogen von der Veranstaltung fern zu halten, zählt dabei nicht. Kritische Geister, wie sie bei drug-

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policy.org am Werk sind, werben dafür, dass sich möglichst viele US-Bürger/innen gegen den so genannten Ecstasy Awareness Act einsetzen, der noch im Kongress beraten wird: ”Your Right to Dance Is Under Attack – Again!” Rave-Veranstalter könnten sich auf dieser Grundlage ohne eigene Schuld schnell im Gefängnis wiederfinden, die Höchststrafe beträgt gleich mal 20 Jahre. Bestraft würde jemand, der von einem Rave oder von ähnlichen Tanzveranstaltungen im elektronischen Bereich finanziell profitiert, wenn er ”weiß oder hätte wissen müssen”, dass dort verbotene Substanzen in Gebrauch sind. Wer würde das Risiko dann noch auf sich nehmen, in den USA etwas zu veranstalten? http://actioncenter.drugpolicy.org


NEWS

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74 Tracks aus zehn Jahren in 74 Minuten Eine CDNeuerscheinung der nächsten Zeit passt haargenau in diese History lastige Sonderausgabe: Zehn Jahre Superstition feiert das Hamburger Label mit dem Release einer außergewöhnlichen Reise durch die Musikgeschichte: “Decade – the Mix (Excerpts of 10 years of Superstition Records/29. September)“. Mijk van Dijk mixt uns mit Ableton Live durch 74 feine Superstition-Tracks der vergangenen zehn Jahre, ein DJ-technisch perfekter Ausflug in eine Welt voll runder TechtranceBeats – oder nenn’ es Morningsound, Progressive ... Es hat Monate gedauert, bis die Auswahl der Tracks getroffen war – aus mehr als 820 Titeln. Zu hören sind Werke von L.S.G./Oliver Lieb, Jens Mahlstedt, Quazar, Thomas Schumacher, Mijk van Dijk, Humate, Fred Gianelli, Steve Bug, Stereo Jack & Doorkeeper, Marmion, Sven Dohse und von einer Reihe anderer Artists. Da gibt es ein Wiederhören mit Tracks, die wie gute alte Freunde sind, und trotzdem werden wohl selbst die Älteren unter euch einiges neu entdecken – vor allem in diesem ausgefeilten Mix. Superstition ist auch nicht ganz unschuldig daran, dass

der mushroom Mitte der Neunziger mehr Lust auf Trance bekam. Schließlich bilden Mijk und der Herausgeber des Pilzmags, Mat Mushroom, doch eine recht untrennbare Einheit - sie sind nämlich Brüder... Feiern will Superstition das Zehnjährige, das ja im Frühjahr auch Spirit Zone und dem mushroom ins Haus steht, am 25. Oktober gleichzeitig im Phonodrome und darüber im Click in Hamburg. www.superstition.de

rotationsverbot.de sucht den nervigsten Sender Es rührt sich organisierter Widerstand gegen Flach- und Dudelfunk: Die Abschaffung der Dauerrotation auf Radio und TVSendern ist das Ziel der Kampagne Rotationsverbot. „Zahlreiche Sender, leider auch öffentlich-rechtliche mit Kulturauftrag, wiederholen in der Prime-Time immer die gleichen 20 Charthits im Stundenrhythmus“, heißt es in einer Mitteilung der beiden Organisatoren. Einige Folgen seien die zunehmende Abwendung kulturinteressierter Menschen von diesen Medien, außerdem werde Musik tendenziell wie ein Werbespot empfunden - kurzlebig, gratis und wertlos. „Die meist sehr junge Zielgruppe dieser Sender wird gleichgeschaltet. Die Entwicklung eines persönlichen Geschmacks ist nicht erwünscht.“ Auf ihrer Website sammelt die Style

CDs

TRIBALTOOLS

Lychener Str.10, 10437 Berlin fon: 030-35 10 21 03 fax: 030-35 10 21 04 www.tribaltools.de info@tribaltools.de

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übergreifende Initiative nach ihrem erfolgreichen Start auf der Popkomm jetzt Unterschriften. Unterzeichner/innen unterstützen das Ziel, dass jeder Musiktitel nur noch einmal pro Tag gespielt wird und wählen dabei den nervigsten Sender Deutschlands. www.rotationsverbot.de

Neuer Player von alten Helden Nachdem Technics in den Achzigern einen der ersten mixtauglichen CD-Player auf den Markt gebracht hatte, war es dort über ein Jahrzehnt ruhig in dem. Nun wurde relativ unerwartet ein neues Produkt der Weltöffentlichkeit präsentiert und dieses Gerät hat es in sich. Getauft wurde der Player SL-

DZ1200 und man versucht hier wie bei Denon, dem CD-Jockey das Vinylfeeling zu vermitteln und das in Vollendung. Vom Technics Turntable wurde die komplette Teller- und Motortechnik übernommen, auf den ersten Blick meint man, einen Plattenspieler vor sich

V.A.- Nu Clear Vision 2 ( Tip World) V.A.- Sirius ( Sirius) V.A.- Clarity ( Nano) Stess Assassin- Carrier Track ( Spiral Trax) Protoculture- Refractions ( Nano) V.A. - Psycomex EP Pt. 1 ( AP Rec.) Etnoscope- Drums From The Dawn ( Digital Structures) Sven Snug- Wellness ( Interzone) V.A.- Nu Clear Visions of Israel 2 EP ( Tip World)

TREND CHART


NEWS zu haben - und man fragt sich, wo wohl der Tonarm geblieben ist. Weitere Feautures sind ein SD Card Slot, von dem man abspielen kann, eine ausgefeilte Loopsection, ein rundes Display in der Mitte des Players. Und man munkelt, dass es möglich sei MP3s abzuspielen. Leider waren von Technics noch nicht mehr Infos zu bekommen, ein ausführlicher Test folgt. Der Preis soll bei weit über 1000 Euro pro Gerät liegen. baq

Nudistentreffen mit Demo und Bässen erregt Aufsehen Von einer Nudistendemo gegen das Bombodrom in der KyritzRuppiner Heide nahe Wittstock (Brandenburg) ist am letzten August-Wochenende, an dem viele die sagenumwobene Sea-U-Site suchten, auf dem Nachrichtensender n-tv berichtet worden. An anderer Stelle heißt es, etwa 30 bis 50 Nackte seien an dem Samstag in der Gegend des Darnser Sees mit Protesttransparenten in das Sperrgebiet des ehemaligen sowjetischen Truppenübungsgeländes ”eingedrungen”. Dort will die Bundesregierung einen Übungsplatz für bombende Flieger aus aller Herren NatoLänder haben – der Natur und den Menschen in der Region zum Trotz. In der Ecke gibt es nicht zuletzt deshalb viel Widerstand gegen die Pläne, weil der Tourismus dort eine wesentliche Einnahmequelle der Leute darstellt. Mit der zu erwartende Menge an Tiefflügen passt das nicht zusammen.

Altonaer Strasse 65 20357 Hamburg fon: 040-398417-60

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In einer örtlichen Zeitung war nach dem letzten August-Wochenende die Rede davon, es sei in der Nähe des größten europäischen Truppenübungsplatzes außer der Demo eine “Goa-Party” geplant gewesen. “Bässe gegen Bomben” und “Nackt und frei statt im nächsten Krieg dabei” – wem vor allem die zweite Parole auf der Mobilmachungsseite der Nudisten irgendwie bekannt vorkommt (manche denken dabei an Rügen), der hat Recht. Nach unseren Recherchen beschreiben die beiden Parolen das Wochenende recht erschöpfend: Die zweite kommt eher dem Samstag nahe – mit Demo, Beisammensein, audiovisueller Weiterbildung und Unterhaltung. Die erste fasst wohl eher den Programmablauf vom Sonntag zusammen, wobei die zitierte Vokabel “Goa” da wohl eher aus historischen als aus geschmacklichfaktischen Gründen gefallen ist. Entgegen vieler Befürchtungen kam es nicht zu größeren polizeilichen Übergriffen und nur zu einem einzigen kräftigen Regenguss am Sonntagnachmittag. Zeugen sprechen von einer richtig schönen Party und einer wie versprochen feinen Seeufer-Location. Wieder eine gelungene Aktion des verdeckt operierenden Nudistennetzwerks, das den Weg dem Vernehmen nach auf folgende Weise ausgeschildert hatte: “Sea u”. Links zu BombodromProtestgruppen: www.freieheide.de www.bombodrom-nein.de www.resistthewar.de

Digital

1. V.A. "The Maya Factor" (Maya Rec). 2. V.A. "Awakening Soul" (Crystal Matrix Rec.) 3. V.A. "Nu-clear Visions of Israel Part II" (TIP World) 4. V.A. "Clarity" (Nano Rec.) 5. V.A. "Fusion - progressive Trance" (Iboga Japan)

Analog

1. Dj Turn "Rule the Universe" (Spontaneous Aerobics) 2. Arcane Rhythm "Shadows" (Vapour Recordings) 3. Krüger & Coyle "Junglemuff" (Automatic White) 4. Brancaccio & Aisher "Everybody" (Bedrock Rec.) 5. Oliver Klein & Peter Jürgens "Once you get started" (Mutekki)

TREND CHART


ETERNITY CHARTS

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Bobster – mushroom student / Germany Hallucinogen - LSD (live) (Twisted) Alice in chains - Nutshell (Columbia) Bob Marley and the Wailers - Jamming (BMG) Issac hayes - Theme from Shaft (?) Purple & Lunar - Subtle thrust (Transient) Radiohead - Street spirit (fade out) (EMI ?) Deftones - 7. words (Maverick) dEUS - Little arithmetics (live 2. meter sessions) (unrel.) X.dream - Relaxed vortex (Tunnel) Pearl Jam - Jeremy (Epic)

D-Nox – Tatsu / Germany BOBSTER

Laurent Garnier - wake up (FNAC Rec) Vapour Space - themes from Vapour Space (Plus 8) Underworld - Rez (JBO) Model 500 - the flow (R&S Rec) Speedy J - Live (Harthouse/Plus 8) Slam - positive education (Soma Rec) Secret Cinema - timeless Altitude (Music Man) Degeneration - una musica senza ritmo (ETC) Jaydee plastic dreams (R&S) Sven Väth - ritual of life (Eye Q)

Double G – Teleport / Germany 1. der dritte raum - hale bopp (virgin) 2. hardfloor - respect (hardfloor) 3. resistance d-inexhaustibility (hardhouse) 4. innate - changes (platipus) 5. brainchild singularity (eye q) 6. man with no name -osmosis (hysteria) 7. sven väth - l´esperanza (eye q) 8 LSG -LSG (superstition) 9. casseopaya - carma in an ocean of joy (x-trax) 10. teleport - druck (porn) GOA GIL

Goa Gil's USA / India (Divine Dozen for Eternity) 1. Bob Dylan - Like a Rolling Stone (1965) 2. Jimi Hendrix - Are You Experienced ? (1967) 3. John Lennon & Yoko Ono - Give Peace a Chance (1968) 4. Laisons Dangereuses - Los Ninos de la Parque (1984) 5. Front 242. - Commando Remix (1985) 6. Nitzer Ebb - Warsaw Ghetto (white label instrumental remix) (1986) 7. Cabaret Voltaire - Thank You America (1987) 8. The Infinity Project - Hyperactive / Freedom from the Flesh (1991. / 1992) 9. Alienated - Not for Children (1996) 10. Xenomorph - Torrent of Insanity (1997) 11. Droidsect Invasion from Outer Space (2000) 12. Parasense - Ritual of Drugs (2001)

L’Elf - Turbo Trance Rec. / France L’ELF

1. Hallucinogen - LSD (Dragonfly records) 2. Union Jack - Two full Moon and a trout (Rising High) 3. Cosmosis - cannabanoïd (Transient records) 4. Total Eclipse Waiting for a new life (TIP records) 5. Sheyba - Ancient lands (Flying Rhino records) 6. Moonweed - Om Life (Aquatec records) 7. Kuro - Zorba (Spirit Zone) 8. Marmion - Schonenberg (Superstition records) 9. Black Sun - Fat Buddha (Dragonfly records) 10. Mandra Gora - Wicked Warp (Dragonfly records)

Massimo Santucci - Prototype / Germany

MASSIMO SANTUCCI

1. Genesis - The Cinema Show (Virgyn 1973) 2. Pink Floyd - Shine on your crazy diamond (EMI) 3. Frank Zappa - Roxy and elswhere LP (Zappa Music) 4. Frank Zappa - Zappa in New York LP (Zappa Music) 5. U2. - War LP (Island) 6. Joy Division Heart and Soul (Base Rec.) 7. The Delta - Delta Skelter (D.Drum) 8 Paco de Lucia and Al di Meola - Mediterranean Sundance (Phonogram) 9. Mory Kante - Yeke Yeke (Hard Floor Remix) 10. Mauro Piccotto - Arabian Pleasure (???) CDs

12” Vinyl

1. Psysex - Come in Peace 2. Nu-Clear Vision 2 - by Alien Project 3. Bamboo Forest - Random Future 4. Nano Records Compilation - Clarity 5. Digital Psyonics - Scatterbrain 6. Parvati Records - Psychotic Micro 7. Xenomorph - QLIPPOTH (long awaited!) Oliver Klein + Peter Jürgens - Once you get started Sven Snug - Wellnes Etnoscope - Drums from the Dawn

TREND CHART


ETERNITY CHARTS

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Mendark - Athens / Greece 1. Asura -Code eternity (Infinium Records) 2. Pleiadians - Sonic system (Symbiosis records) 3. Shakta - Lepton head (Deedrah rmx) (Phantasm records) 4. Masa Super G (Tokyo Techno Tribe records) 5. UX - Masters of the universe (Dragonfly records) 6. Mwnn - Vavoom (Perfecto records) 7. Transwave - A journey in the outerspace rmx (Matsuri productions) 8. Chi-A.D. - Eye am the I (Out of orion) 9. Dimension 5. - Deep space 5D (Intastella Records) 10. Mendark - Haze to Order (Unicorn music)

Avichay - Avatar Rec. / Israel (all time Top 10. Albums ) 1. The Infinity Project - Mystical Experiences (Blue Room / Avatar) 2. Opus III - Guru Mother (EPM Records) 3. Ozric Tentacles - Jurassic Shift (Dovetail) 4. Echo System - Headland (Deviant Records) 5. Juno Reactor - Beyond The Infinite (Blue Room) 6. MOS - Bug (Nova Tekk) 7. Indoor - Progressive Trance (NMC / Avatar) 8 Electric Universe - Stardiver (Spirit Zone) 9. Toi Doi Technologic (Avatar) 10. Sandman - Witchcraft (Matsuri)

MENDARK

Momo - Vinyl-Soeldner / Schweiz 1. Emanuel Top - Radio (Attac Rec) 2. Vernon - Wonderland (Eye Q) 3. Eternal Basement - Kraft (Hardhouse) 4. X-Dream - Live fast Die Young (Trigger) 5. Speedy J - Ginger (R+S) 6. M.W.N.N. - Teleport (Perfecto) 7. DOOF - Mars Needs Woman (T.I.P) 8. Psychaos - Psychaos (Concept in Dance) 9. Der Dritte Raum - Mental Modulator (Hardhouse) 10. Juno Reactor - Rotorblade (Blue Room)

MOMO

Tobias - NTT / Germany 1. Underworld - Dark & Long (Dark Train rmx) - JBO 2. Nalin & kane - Uncle Acca (Superfly) 3. Slacker - Psychout (Jukebox In The Sky) 4. Aira Force - Arrakis (Fluid) 5. Trancesetters - Roaches (Touche) 6. Der Dritte Raum - Hale Bob (Virgin) 7. Green Velvet - Flash (Music Man) 8 Steve Bug - Loverboy (Pokerflat) 9. Renato Cohen - Pontape (Intec) 10. Timo Maas - Help Me (Superstar)

t.c.k. KischKusch / Germany 1. Sven Dohse´s Emojonal "Silence of Water EP" (R&B Sound) 2. Evolution "The Experience of taking a step into someone´s Dream" (Gaia Rec) 3. Vernon " Wonderer" (Schallbau) 4. DJ Hell " House Music" (R&S) 5. The MacKenzie "Higher in the Sky" (MacKenzie Rec. USA) 6. Humate "Love Stimulation" (MFS) 7. 2. Bald Men "Acid Phonk" (Experience 2000) 8. Killer Moses EP "Insomniac" (Cloak & Dagger Rec.) 9. Samuel L "Velvet" (SLS) 10. Planet Heaven " Where are we going" (3Beat)

TOBIAS & DANIEL SUN

Rakete – trance-shop.com / Germany 1. Pink Floyd - Shine on your crazy daimond 2. Herwig Mitteregger - Rudi 3. Infinity Project - Blue Aura (Twisted) 4. Alan Parsons Project - The Raven 5. Midi Terranien - Gondolieri in space (Jum Jam) 6. The Sushi Club - Sushidelic (Electrolux) 7. Sven Väth - Accident in Paradise 8. Fünf D - Das Signal (Spirit Zone) 9. Sunfish - Doolally (SAS) 10. Cosma - Sleep of peace (BNE) Prog- & Psy Trance / Techno & House 12”/LP/CD & DJ-Equipment

Brückstrasse 42-44 (Brückcenter) 44135 Dortmund Tel & Fax: 0231-1857160 Mail: Freakie-Sound@T-Online.de

RAKETE

12”

1. Brancaccio & Aisher - Nighta longa (Bedrock) 2. Genesis vs ? - I can dance (White) 3. James Benitez - Star Chaser (Release) 4. Future Acoustics - Give it all up (Plastic Fantastic) 5. Sasha vs Underworld - Cowxpander (White) 6. Dave Gahan - Dirty Sticky Floors Rmx (Mute) 7. Pat Fosheen - Faith in the elders (Acute)

CD

1. Native Radio - Chiba City Blues (Midijum) 2. V.A. - Fusion Progressive Trance (Iboga Japan) 3. V.A. - Nu-clear Visions of Israel Part II (TIP World)

TREND CHART


PARTYSOMMER 2003

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FULL MOON

Zweitausenddrei – wir waren dabei! oder: die Auswirkungen der Sonne des Sommers

VOOV

VOOV

FULL MOON – ANDRÉ WAGNER (4)

Zufrieden und bezaubert von diesem Sommer können wir uns relaxt zurücklehnen und sagen: "Ja, so wollten wir das haben." Der dickste Partysommer in Deutschland dreht noch einmal seine letzte Runde und bringt eine super erfolgreiche Saison zum Ausklingen. Nicht ein Mal mussten wir im Regen tanzen, außer bei erfrischenden Feuerwehreinsätzen, die hilfreich zu unseren so geliebten Partys mit einer Menge Abkühlung ihr Bestes dazu beigetragen haben. Durch die Trockenheit war das auch dringendst notwendig. Untersagt waren deswegen die schnuckligen vielen kleinen Feuer, an denen man früher zusammenkam. Die akustische Gestaltung ließ bei einer Riesenauswahl an bunten Veranstaltungen diesen Sommer so gut wie keine Wünsche offen und bewirkte des Öfteren kollektives Klamotten-vom-Leibe-reißen und energieversprühendes Durchdrehen. Viele konnten ihren außergewöhnlichen Spacetrip genießen. Die Technik war seit letztem Jahr noch ausgereifter und der Sound vielseitiger denn je. Wir durften eine frische FullOnwelle durchleben und viele Künstler der elektronischen Musik begeisterten durch ihre Live-Auftritte. Projektionen aller Art sorgten nachts für angenehmes Ambiente und bestaunenswerte künstlich erschaffene Halluzinationen und angeregte Synapsen. Auch die

Dekoartisten und Performancer konnten sich wild ausleben. Gut vorbereitet und auch fett ausgetobt sehen wir einem kuschligen Herbst entgegen. DANKE, IHR WART TOLL! Wir haben unseren Spaß gehabt!

rakete

… mit offenem Mund dastehen … Die Sonne brannte diesen Partysommer so auf unsere Körper, dass so mancher automatisch bei einem "Überlebenstraining" mitmachte. Der im Winter Verblasste wurde von der Sonne ordentlich durchgebraten. Wer mit einem großflächigem Sonnenbrand zu Hause ankam, vergaß den Schmerz wieder auf der nächsten OA. Diesen Partysommer machte ich viele neue Erfahrungen in Sachen Deko, Menschen und Locations. Besonders vom Antaris Project wurde ich völlig überwältigt. Die Fadendeko von Dekomaster


PERSÖNLICHE GEDANKEN

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Feuerwerk der Sinne

Ananto ließ mich nachts, wie so manchen anderen auch, mit offenem Mund dastehen. Ich war so fasziniert und beeindruckt, dass ich erst einmal Zeit brauchte, um diese Eindrücke zu verarbeiten. Die positive Ausstrahlung der Menschen und die am Sonntag gespielte Musik aus den Türmen waren auf der Antaris zu einem Ganzen geschmolzen. Man spürte, dass man wieder zu Hause war! Für mich war die Antaris auch das aufregendste und emotionalste OA. Denn mein lang ersehnter Wunsch, einmal auf der Antarisbühne zu stehen und eine vollkommen andere super Perspektive zu haben, ist in Erfüllung gegangen. Von der Excalibur und der Waldfrieden Wonderland wurde ich völlig überrascht, denn ich kannte diese Partys nur vom Hören und bin völlig unwissend dorthin gereist. Und ich wurde positiv von lustigen Locations und interessanter Deko überrascht. Für mich war der vergangene Partysommer sehr lehrreich!

Von familiär bis überwältigende Großveranstaltung hielt dieser Partysommer für uns alles bereit. Die Sonne speiste uns mit gewaltiger positiver Energie und verstärkte unsere Eigenkraft um ein Vielfaches. Von Berg und Tal über weites Feld, umgeben von ruhespendender wäldlicher Natur - wie die Antaris. Der erste Eindruck der Antaris war ein nächtliches Feuerwerk der Sinne. Ich stand mit offenem Mund am Rande des Mainfloors, überwältigt von den visuellen Eindrücken. In der Nacht zog es mich vorbei an den Feuerkünstlern bis hin zum kleinem Floor. Hier wurde ich fasziniert von den altbekannten Gefühlen, die mich "zuhause" sein ließen. Ich fühlte mich aufgehoben und mit allen Sinnen und Gefühlen angesprochen. Ich fühlte mich voll mit Liebe und Zuneigung. Jegliche Energie sog ich aus der Umgebung in mich auf. Dieses Festival ist und bleibt für mich die wichtigste Party des Sommers. Aber auch tief im grünen Walde, wie auf der Waldfrieden Wonderland, ließ man mich in verschiedene Welten eintauchen. Ebenso wie die wandelbare Umgebung war ich umgeben von den verschiedensten Charakteren. Diese fügten sich zu einer harmonischen Verbindung zusammen, die dann zu einer einheitlichen Schwingung wuchs.

steffi ;0) Slunga ANTARIS – MOONA (3)

LIQUID TIME – MOONA

ANTARIS – STEFFI


PARTYSOMMER 2003

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Von Falk Peters Gedanken zu diesem Partysommer ... Da geht mir wirklich eine ganze Menge durch den Kopf. Es war halt mein erster Partysommer. Die Schnauze voll von Black Metal, Grufties und sonstiger Schwarzmalerei, bin ich letzten Winter auf einer Indoorparty gelandet. Die erste war zwar nicht so toll, die zweite dafür um so besser, weitere folgten, doch das Beste kam ja erst noch. Der Sommer eben und mit ihm die Open Airs. Wenn man das erste Mal auf eine Party fährt, kann man sich gar nicht vorstellen, dass da überhaupt was ist, zwischen diesen ganzen Dörfern, Wiesen und Wäldern. Und plötzlich eröffnet sich einem der Ausblick auf ein Meer aus Zelten, Autos und sogar kleinen Camps. Es wirkt wie eine kleine Stadt. Die Menschen, die einem da über den Weg laufen, haben ein Lächeln auf dem Gesicht und strahlen eine Gelassenheit aus, die einen sofort anzieht. Jetzt heißt es erst mal ankommen und umschauen. Man will ja schließlich feiern und da muss es ja so etwas wie eine PartyArea geben. Tagsüber ist noch VON LINKS NACH RECHTS:

nicht allzu viel los, man setzt sich irgendwo gemütlich hin, tanzt zwischendurch eine Runde und sorgt vor für den Abend vor. Da einige Leute barfuß durch die Gegend laufen, probiert man das selber mal aus und fühlt sich gleich viel wohler ohne die lästigen Schuhe. Alles ist irgendwie ziemlich neu und doch vertraut. Ich hatte da schon so eine Vorahnung, was noch kommen wird, doch genau wusste ich es nicht. Und irgendwann ist es dann soweit: Die Sonne geht langsam unter und eine andere, erwartungsvolle Stimmung setzt ein. Sie durchzieht das ganze Gelände und scheint alles einzunehmen. Die Leute bewegen sich nun alle in eine Richtung und man selbst schließt sich dem Zug an, zum Mainfloor, der schon in den verschiedensten Farben leuchtet. Und dann durchlebte ich das erste Mal diesen Sprung in eine komplett andere Welt. Die leuchtenden Figuren, Säulen und Symbole überall um mich herum auf diesem riesigen Platz mischten sich mit farbigem Licht, das abstrakte Formen mitten durch den Raum zeichnete und dem ganzen Bild, das sich mir bot, eine lebendige Dynamik verlieh. Die Boxen tauchten die-

sen zuvor von erwartungsvoller Stille geprägten Ort in ein Meer aus Klängen, Stimmen und Geräuschen. Unterhalten konnte ich mich eine ganze Weile nicht mehr. Ich war sprachlos, fasziniert von diesem großen Ganzen, das da um mich herum war. Die mir bisher bekannte Welt löste sich jetzt komplett auf und zum Vorschein kam eine neue, viel schönere, „wahre“ Realität. Ich bekam eine Gänsehaut und die Freudenschreie um mich herum ließen darauf schließen, dass es den anderen ähnlich ging. Dann kam der erste Kick, wie der erste Herzschlag von etwas Lebendigem. Nach einer Weile folgte der zweite und mir wurde klar, dass hier ein neues Wesen geschaffen wird, welches all diese Menschen um mich herum zusammen mit der Natur und dem unendlichen Raum, bestehend aus all den Farben, Formen und abstrakten Daseinsformen, die je existierten, in sich vereinte. Der beginnende monotone, hypnotisierende Sound, durchzogen von überirdischen Geräuschen, erweckte es vollends zum Leben und brachte diese Allgegenwärtigkeit an diesem einen Ort zum Vorschein. Ich wurde sofort mit-

LOVEFIELD, FULLMOON, FULLMOON, VOOV, LOVEFIELD – MOONA (WWW.MOONLIVES.DE)


DAS ERSTE MAL gerissen von unglaublichen Energien, ließ meinen Körper treiben und tauchte ein in diesen undefinierbaren Raum. Dort laufen einem fremdartige Wesenheiten über den Weg: Leuchtende Insekten, komische Wesen mit riesigen Beinen. Dann sind da Menschen, die aus dem Feuer Kunstwerke schaffen. Man kann einfach Ewigkeiten in diese sich windenden Kreise und Figuren schauen, die sie mit den Flammen in die Luft zeichnen. Genauso diejenigen, die mit Kugeln jonglieren und sie auf ihren Händen und Armen schweben lassen. Es scheint alles nicht wirklich und doch ist es da. Pause machen sollte man auch zwischendurch und da bieten sich einem die vielen bunten Stände an, mit all den leckeren Sachen die es da gibt. Alles ist schön dekoriert und auf einem Teppich statt auf Stühlen zu sitzen ist einfach viel angenehmer. Selbst shoppen macht Spaß, draußen unter dem Sternenhimmel ohne diesen gewohnten Stress. Man bekommt die schönsten Sachen, welche, wie alles dort, diese magische Aura haben und das Ganze in einen märchenhaften Markt verwandeln, inmitten dieser Feenwälder. Irgendwann kommt dann auch die Sonne wieder und man sieht die neue Welt in einem ganz anderen Licht. Nun weichen die vielen abstrakten Gebilde vertrauteren Formen. Nun rücken auch die Menschen wieder in den Vordergrund, mit denen ich die ganze Zeit schon gefeiert hatte. Nun beginnt die meinem Empfinden nach schönste Zeit BACKGROUND: EXCALLIBUR – MOONA

einer Party. Der Sound wird flauschiger und lädt dazu ein, die vielen Eindrücke der Nacht zu verarbeiten. Ausgelassene Stimmung macht sich breit und nimmt mich ein. Überall entspannte Menschen, die tanzen, chillen oder miteinander quatschen. Nach einigen Partys kommt man auch als etwas zurückhaltender Mensch mit Leuten in Kontakt und spürt diesen regen Energieaustausch. Doch allein die vielen lieben Blicke sprechen für sich. Man geht tanzen oder entspannt in der Sonne. Hier konnte ich endlich wieder Freiheit genießen, fernab von all diesen sinnlosen, menschenverachtenden Strukturen dieser Zeit. Sicherlich hatte ich nicht nur positive Erfahrungen. Doch ich glaube, jede Party kann solch ein schönes Erlebnis sein. Es hängt von mir selbst ab, wie eine Party wird. Feiern muss man auch irgendwie lernen. Wenn ich nur darauf achte, was denn nun scheiße ist auf der Party, schaffe ich mir diese Realität und die Party ist auch scheiße. Zu viel Nachdenken hat mir auch schon öfter einen Abend versaut. Wenn ich mich einfach fallen lasse, sind das die schönsten Momente. Es funktioniert auch immer besser. Und so wachse ich an den Partys. Letzten Endes war dieser erste Partysommer der schönste Sommer meines Lebens. Die wunderbaren Menschen, die schönen Ausblicke, der treibende Sound. So viel Gutes hab ich vorher noch nicht erleben dürfen. Vielen Dank euch allen! VOOV – MÄC


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DEKOSOMMER 2003

Augen blicken, forschen, entdecken und verarbeiten das Gesehene. „Guck mal da, was ist das denn?“ oder „Hast du das schon gesehen?“ – mit suchendem Blick sah man sie über den Acker bummeln, im Takt der Musik, lachend ohne Eile. Ein Augenschmaus. Tage vorher, der Acker ist grad’ gemäht, reisen die Dekorationskünstler an. Bauen ihre Lager auf, graben Löcher, setzen Pfähle und erfreuen sich der ungeteilten Aufmerksamkeit der Mücken, während sie ihr Werk beginnen. Deko für den Tag, die Nacht und die Phase, wenn sich die Sonne hinterm Horizont versteckt und die Blaue Stunde ihre Wirkung zeigt und alle fluoreszierenden Farben von Natur aus strahlen. Die Basics sind immer noch die gleichen: Schwarzlichtkunst, die Natur, Objekte, Fahnen, Licht, Projektionen und die Performance Künstler. Jede Party hat ihren eigenen Schwerpunkt, so wie die Antaris für ihre aufwendige String Art berühmt ist. In verschiedenen Formen stellt sich die Schwarzlichtkunst dar Bilder,

String Art, Pappmasché- oder Bauschaumfiguren und Objekte verwandeln die Party tags und nachts in eine Wunderwelt. Schade fand ich, dass auf der OVSilence der Riesenstern von Flash Tobi auf dem Chillfloor nachts nicht ausreichend beleuchtet war. Die Natur hat sehr viel Dekoratives zu bieten, so hat Dan auf verschiedenen Partys (mushroom OA, Lovefield) mit Ästen und Pfählen für ein wunderschönes Ambiente auf den Tanzflächen gesorgt. Farbig angestrahlte Bäume und andere Naturhighlights haben ihren eigenen Spitit. Aufgefallen und vielleicht als Open Air Deko Trend 2003 zu bezeichnen ist, dass eine imposante Lasershow die nächste übertreffen will. Außerdem fiel noch ins Auge, dass sehr viel mit Tüchern gearbeitet worden ist. Von der Liquid Time bis hin zur VooV, wo der Jamin von morvisual.com (USA) den progressiven Floor mit seinen Tüchern dekorierte. Vermisst habe ich die Diaprojetktionen – sind sie vielleicht heimlich entsorgt worden von den kreativen VJs? Die Gäste wünschen sich immer neue visuelle Erlebnisse, so ist es an den Künstlern und Veranstaltern, sich weiterzuentwickeln, neue Ideen umzusetzen. Kaum eine Party hat nur noch Schwarzlichtkunst und Lichteffekte, jede Party ist eine Fusion der Künste ... Glücklicher Mensch, wer nach der VooV noch einen der Pilze aus Paradise No. 9s Zaubergarten abstauben konnte, denn

dieser war zum letzten Mal zu sehen. Nicht zu vergessen die Stände mit ihrer eigenen Deko, die das Gelände in ein Märchendorf verwandeln. Viele Menschen aus Nah und Fern haben diesen Sommer dafür gesorgt, dass die Partys zu wunderschönen Welten sich verwandeln konnten. Schade nur, dass manche Veranstalter vergessen, diese fleißigen Künstler entsprechend zu entlohnen. Tage später – keine Mücken mehr in Sicht, die Tanzfläche ist einige Zentimeter tiefer gestampft, der Staub sitzt überall. Ruhe tritt ein, die Musik ist aus und die Künstler räumen ihre Deko wieder ein. Sie sind die Ersten und Letzten, die den Acker betreten und verlassen haben. Kurz nach Hause, alles waschen und trocknen und los geht’s auf einen neuen Acker, eine neue Party. Vielen Dank an alle KünstlerInnen für den visuellen Schmaus dieses Jahr. Und den HelferInnen (Dani – die fleißige). Eure AstridB


DEKOSOMMER 2003

KÜNSTLER BEI DER ARBEIT TIME TO UNEARTH BILD: HÖRNCHEN

LICHTBLICK SHIVA MOON BILD: MOONA

DEKO BY NATURE SHIVA MOON BILD: GERHARD HÜBNER WWW.WARPDRIVENOW.ORG

TÜCHERDEKO UND SHOP ANTARIS BILD: GERHARD HÜBNER

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OBERE BILDER: MÄC (VOOV) UNTERE BILDER: KAI MATHESDORF (SHIVA MOON) HINTERGRUNDBILD: STEFFI HOYER (VOOV)


PARTYSOMMER 2003

JEEVAN (DEUTSCHLAND

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)

MOONBOOTICA (DEUTS

NIN (THAILAND

EL ZISCO (DEUTSCHLAND

CHLAND)

)

)

BAKKE (SCHWEDEN)

BIDER: KAI MATHESDORF (VOOV UND LOVEFIELD)

KAI MATHESDORF

(DEUTSCHLAND

)


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PARTYSOMMER 2003

Von Wolfgang Sterneck Fast eine ganze Nacht lang durchtanzen, sich in diesen inneren Fluss fallen lassen, nach dem wir uns alle so sehnen ... Zwischendurch eine Zeit lang im Chill entspannen, einige lockere und manchmal auch etwas tiefere Gespräche, Nähe genießen, neue Leute kennen lernen ... um dann wieder in den endlosen Rhythmus der Beats einzutauchen ...

In einer Gesellschaft, die auf Kontrolle und Rationalität basiert, in der Gefühl und Körper unter den Verstand gestellt sind, ist eine solche Nacht ein Ausbruch, Trance ist ein Ausbruch, Ekstase ist ein Ausbruch. Und dies hat sehr viel mit Politik zu tun. Selbstverständlich nicht mit der gängigen Vorstellung von Politik, sondern Politik auf einer unterschwelligen, aber dennoch für den Einzelnen so bedeutsamen Ebene. Politisch ist es aber auch, sich selbst und die Szene zu hinterfragen und mal etwas über

den Tellerrand hinauszublicken – und daran hängt es leider viel zu oft, gerade auch in der scheinbar so tiefsinnigen Psy-Trance-Scene. Hinterfragen – zum Beispiel ganz banal, wer an einer Party verdient. Ist es einer allein, der seinen Gewinn aus überhöhten Preisen zieht, oder ist es eine Gruppe von Leuten, denen es hauptsächlich um eine gute Party geht? Hinterfragen – wie die Leute auf der Party miteinander umgehen. Eher gemeinschaftlich, oder sind alle auf einem Ego-Trip? Hinterfragen – warum tanzen inzwischen die meisten im gleichen Stil und immer in Richtung DJ? Hinterfragen – wie sieht denn der Party-Platz nach dem Wochenende aus und wer kümmert sich eigentlich um meinen Müll? Wenn sich eine Gruppe von Leuten trifft, um


U M W E LT S C H ( M ) U T Z gemeinschaftlich feiernd aus der Fesseln des Alltags mit seinem Konkurrenz- und Profitwahn auszusteigen, dann kann für einige Stunden ein Freiraum entstehen. Ein Freiraum, in dem zumindest der Ansatz eines anderen Lebens möglich ist. Doch dieser Freiraum entsteht nicht im luftleeren Raum, er ist weiterhin ein Teil der Welt, die ihn umgibt – und dies wird viel zu oft ignoriert … Wer bei seinen Erzählungen vom Urlaubstrip nach Goa nur von Partys und der vermeintlich überall spürbaren Spiritualität erzählt, der hat irgendwie übersehen, dass in Indien zigtausende Menschen hungern – aber egal, Hauptsache der DJ war geil … Und wer heute noch immer irgendwelche hinduistische Gottheiten auf seine Party-Flyer drukkt, der sollte sich auch mal mit dem Kastensystem und der religiösen Unterdrückung von Frauen beschäftigen – aber egal, Hauptsache schön bunt und das Image stimmt … Und wer davon spricht, dass die Trance-Szene so anders ist, der sollte sich vielleicht mal nüchtern die Ego-Trips von diversen DJs, Veranstaltern oder den ganz besonders erleuchteten PartyFreaks reinziehen – aber egal, Hauptsache das Dope ist gut … Und wenn dann irgendwann morgens über dem Dancefloor die Sonne aufgeht und alle trancehaft

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in der Musik versunken sind, dann liegen längst die zerknüllten Flyer mit dem psychedelisch leuchtenden Om zwischen unzähligen Bierdosen – doch wer schaut schon nach unten … w.sterneck@sterneck.net DER AUTOR UND DIE MATERIE … FOTO: SAN

Fotos: Claus Baldauf (links) André Wagner (rechts unten)


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PARTYSOMMER 2003 Die ansteckende Wirkung

Persönliches Logbuch

Obwohl jede Party einzigartig ist, zwei Partys bleiben außergewöhnlich: Fusion und Wonderland. Erstere, weil der dort gepflegte symphatische Freizeitkommunismus quasi die Grundkonstante des OA-Sommers darstellt. Die Wonderland, weil sie so völlig abseits der Rennstrecke A24 liegend eine außergewöhnliche, lauschige Location und die heimeligste Atmosphäre bietet. Hoch waren die Erwartungen, riesig die Vorfreude nach letztem Jahr - die Wonderland 7 hat sie alle erfüllt. Die Musik überdurchschnittlich, die Licht- und Videoinstallationen traumhaft. Das generell unebene Gelände ging wieder früh in die Oberschenkel. Auch wenn angesichts der Augen der den Hang hochtapsenden Leute klar wurde, wie exzessiv die Party ist, Waldfrieden aller Orten. Die Nächte waren noch lau, der Samstag tagsüber sogar noch stellenweise sehr warm. Einige dutzend Menschen mit Waldfrieden-TShirts ein Beleg für die ansteckende Wirkung des Wonderlands: gerne wäre ich ein Bewohner des Planets Waldfrieden.

Meine Erfahrung dieses Sommers ist es, sich besser immer stets kompatible Begleiter auszusuchen, um entspannt und voller Freude in andere Welten abzuheben. Ansonsten kann es leider vorkommen, dass, sobald der Flug begonnen hat, die Begleiter einen nicht begleiten und stattdessen mit voller Wucht mitten auf der Reise entscheiden, wieder nach Hause zu fahren. Und wenn man dann mit WarpGeschwindigkeit sich auf der Reise befindet, kann das zu einer üblen Bruchlandung führen, nach Hause gezerrt zu werden. Wenn das die Begleiter dann nicht verstehen, sind es keine guten Begleiter, die nie wieder begleiten sollten.

Uwe

WALDFRIEDEN WONDERLAND – STEFFI HOYER (3)

der mor.


PERSÖNLICHE GEDANKEN Nächtliches Feuerwerk

Unglaublicher Sommer

Es waren drei geile OAs die mir diesen Sommer versüßt haben. Das war zum einem der F.l.u.x.-BDay-Bash in Titz am 5. Juli. War eine kleine, aber sehr familiäre und süße Geschichte mit Hammer-Location. Dann die VooV natürlich. War meine zweitschönste, die ich bisher miterleben durfte. Und zu guter Letzt die time 2 unearth in der Villa Roccoco bei Neuss vom 15. bis 17. August - drei Tage feinster Ohrenschmaus mit bestem Partyvolk. War eine fast runde Sache. War diesmal wieder ein guter Party-Jahrgang! ;-) Peace & Kicks

Ein unglaublicher Sommer, heiß und schwer! Persönliche Tiefschläge haben mich veranlasst, einiges im Leben neu zu durchdenken. Meine Erkenntnisse daraus lassen mich heute wissen, dass alles - gerade "schlechte" Erfahrungen - einen tieferen Sinn hat. Der Dalai Lama sagt: "Ein Feind ist dein bester Guru"... Also, wenn ihr gerade auch glaubt, dass es schlimmer nicht mehr kommen kann, dann denkt darüber nach, was diese Situation auch klarmachen soll und fangt an, etwas zu ändern – es lohnt sich!!!

Sandra K hne G tzlich

Freiheit und Liebe Das Beste am Partysommer? Das absolute Gefühl von Freiheit und Liebe um einen herum und in einem.

Jana Kreft

TIME TO UNEARTH – HÖRNCHEN (4)

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PARTYSOMMER 2003 Sport, Musik und Zweithaar Dieser Sommer war schon etwas Besonderes. Sei es sportlich - in Erinnerung bleiben werden sicherlich das 6-2 der Alten Herren Putliz gegen ein angefeiertes VooV-Team und natürlich der 1. Psychedelic Soccer Cup, der mit Tatsus Profitruppe einen würdigen Sieger fand. Aber auch musikalisch blie-

VOOV – KAI MATHESDORF (2)

VOOV – ANDRÉ WAGNER (2)


PERSÖNLICHE GEDANKEN ben keine Wünsche offen. Ob nun auf den großen Partys der Saison oder den etwas familiäreren Events - PsyTrance ist beliebt wie schon lange nicht mehr. Daran konnten diesmal, und sei es auch nur aus finanziellen Gründen, auch die größten Gegner nicht vorbei. Viele Veranstalter haben einen Gang runtergeschaltet (das heißt weniger fette Live-Acts, mehr local Support) und sind deshalb wohl mit einem blauen Auge davon gekommen. Erfreulich war auch zu erleben, dass die Fraggles nicht mehr jeden Scheiß mitmachen.

So blieb manche hohe Erwartung in den eigenen Bauzäunen hängen. Abschließend möchte ich noch einen weiteren Trend erwähnen. Nämlich den Griff zum Zweithaar! Ich hab es selbst ausprobiert und das Ergebnis war echt überraschend. Selbst langjährige Freunde und Bekannte sind mir frisch entgegengetreten und beneideten mich um meine neue Haarpracht. Den eigenen Fokus zu verändern, bringt auf jeden Fall andere Betrachtungsformen und die sind wichtig, um sich neu zu zentrieren.

maik hotz

MAIK AUF DER VOOV – CLAUS BALDAUF RIK, WWW.PSYGARDEN.BE

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Samothraki hat nun schon im dritten Jahr nacheinander ein unglaubliches Trance Gathering erlebt – Leute aus aller Welt trafen sich, um sich auf der Insel in der Ägäis vor der griechieschen Küste zu einem Line Up zu feiern und zu tanzen, das weit mehr als fett war. Die Polizei wirbelte allerdings einiges durcheinander. Von YoYo Samothraki kann mit kristallklarem Wasser prahlen, mit spektakulären Wasserfällen in einem Naturreservat und vielen Dingen mehr. Nur 3000 Einwohner hat die Insel. Fantastisch ist der Berg Fengari (= Mond) – mit einer Größe von 1624 Metern thront er dort wie ein Gott. Einst vulkanisch und energiegeladen, ruht der Fengari jetzt und lässt das

PLANET REPORT

Wasser unterirdischer Seen über seine Felsen fließen – ein beeindruckenden Anblick. Ein magischer Ort für eine Tranceparty. Man erzählt sich von geheimen Ritualen, in denen Plato und Pythagoras auf Samothraki Kontakt zur spirituellen Welt aufgenommen haben sollen. Seitdem hat sich dort nicht viel verändert. Die Schönheit der Natur ist unangetastet. Mike Athanassakis und Mike Simopoulos hatten sich auf dem Boom Festival in Portugal kennen gelernt und gemeinsam die Vision entwickelt, auf Samothraki ein großes Festival zu veranstalten. Nach viel harter Arbeit, die all ihre Zeit und all ihr Geld kostete, überzeugten sie die Inselverwaltung und brachten das erste Trance Festival auf Samothraki ins Rollen. Das wurde ein großer Erfolg und es zeigte sich, dass die Organisatoren eine Menge

bewegen können. Samothraki war 2001 sicher die Party, über die weltweit am meisten gesprochen wurde. Im nächsten Jahr kamen die Leute wieder, das Festival rockte noch einmal richtig – also gab es jetzt ein weiteres Samothraki Dance Festival. Wir waren diesmal früh da, campten an einem der ruhigen Strände und warteten auf die Party. Mehr und mehr Gäste trudelten gemächlich von den Fähren her ein. Mehr als 80 Prozent von ihnen reisten aus dem Ausland an, tausende sind es gewesen. Der Campingplatz füllte sich mit bunten Massen, Autos, Schlafmobilen, Vans und Dekoration. Der Marktbereich am einen Ende des Geländes war sehr gut organisiert. Chinesische Laternen tauchte ihn abends in feines Licht. Viele bunte Stände boten alle möglichen Waren an, Essensauswahl gab es diesmal in Hülle und Fülle und Erfrischungen an Bars auf dem ganzen Gelände. Das Line Up war prall gefüllt mit Namen wie GMS, Dino Psaris, Hallucinogen, Koxbox, Tristan, Bamboo Forest, Edwardo und vielen mehr. Mit Alex Bone war ein besonderer Deko-Künstler am Start. Er kreierte wundervolle Pilze für den Mainfloor, in Szene gesetzt mit Malerie und im Flow mit der umgebenden


SAMOTHRAKI 2003

Natur. Statt Lasern bestimmte Natürliches das Bild im Zentrum der Party. Arash Atman war für den Chill zuständig, zusammen mit Tribe of Frog. Sie bauten unter anderem 50 Schmetterlinge und setzten sie in Bäumen in Szene. Die Umgebung war an beiden Floors superschön, immer mit einem kräftigen Hauch Wunderland. Mit dem Sonnenuntergang, als der erste Beat einsetzte, jubelten die Leute und stampften los. Zwei Tage vergingen so, unter der Sonne und unter den Sternen, die Musik donnerte mit 150 Kilowatt aufs Meer hinaus. Dann kam der Schock. Polizisten mit Hunden stürmten das Camp. Sie hatten einen Gerichtsbeschluss aus Alexandropolis dabei, ihre Mission: das Festival beenden. Die Organisatoren taten alles in ihrer Macht Stehende, um die Polizei aufzuhalten. Doch wurden, wie zuvor schon am Hafen, Gäste festgenommen und nach Alexandropolis verfrachtet. In den griechischen Nachrichten kursierte die Gesamtzahl von mehr als 100 Festnahmen, als das Festival gerade begann. Es waren Bilder zu sehen, wie die Polizei bei der Anreise Autos von Festivalgästen mit Hunden nach illegalen Drogen durchsuchte. Mike Simopoulos verlies die Party, um gemeinsam mit drei Anwälten den Inhaftierten zu helfen. Die meisten kamen mit einem blauen Auge davon. Im Internet beklagen sich aber einige von ihnen über Schikanen. Ein Festivalgast berichtet, er sei wegen Weihrauch ins Gefängnis gekommen, den er

aus Indien mitgebracht hatte. (www.samothrakiaction.org/ collect.html) Die Leute auf dem Festival waren geschockt, ihre Freiheit war verletzt worden. Paranoia und Gerüchte breiteten sich aus, andererseits kümmerten sich auch viele Leute gar nicht weiter um den Zwischenfall. Niemand wusste genau, was los war, die Party jedenfalls ging erstaunlicherweise nach Plan weiter. Die Stimmung kippte allerdings für einen Tag. Aber die Dancefloors waren voll und es rockte ordentlich. Die beiden Mikes taten derweil alles, um die Razzien zu stoppen. Sie probierten es über alle Beziehungen, die sie haben – und die gehen zum Teil höher hinauf als zu den Behörden, die das Festival stoppen wollten. Zwei Tage darauf, die Party war fast zu Ende, kam die Polizei wieder. Sie wollte das Festival beenden, nahmen wieder fest und nahmen sie mit, mitunter für beinahe gar nichts. Aber sie stoppten die Party nicht, das wussten die Mikes zu verhindern. Am Mainfloor ging es immer weiter, die Musik war brilliant, die Menge voller Energie. Dann kam ein Sturm auf, als ob ein Gott weinte, um allen Schmutz weg zu waschen. Die Leute flüchteten in die Zelte, versteckten sich nachts – und die meisten fuhren am nächsten Tag. Würde es die After-Party geben? Würde die Polizei noch einmal kommen? Eine Weile war es still im Camp. Die Organisatoren aber gaben noch einmal

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alles – und die After-Party begann. Vorher hatte es einen Umbau an der Chill Out Area gegeben, der Sound drückte ins Camp. Die Gesichter hellten sich wieder auf an diesem Abend, weil die Musik weiter ging. Zwei Tage wunderbarster Partyatmosphäre folgten, mit vielleicht noch 2000 Leuten, tollem Sound und der starken Verbindung zwischen den Leuten, die alle jetzt brauchten. Die Musik wird weitergehen. Das Samothraki Festival wird es 2005 geben, die Probleme sollen ausgemerzt werden. Die Organisatoren planen, wegen der Angelegenheit vor den Europäischen Gerichtshof zu ziehen. Die Polizei kam nicht wieder. Freiheit hing über dem Camp wie eine Flagge, die Menschen lächelten und genossen diesen besonderen Ort und die Musik, die sie lieben. Wenn du auf dem Festival warst und etwas gegen die Polizeiaktionen unternehmen willst, wende dich bitte an action@ samothrakidancefestival.com

Bilder: Sam@Chaishop.com Übersetzung und Ergänzungen: Claus Baldauf


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PLANET REPORT

Während in den traditionellen Trance-Ländern der nördlichen Hemisphäre unseres Planeten das Winterund Clubleben beginnt, fängt der Sommer in den neuen Brutstätten der Trance Szene wie etwa Brasilien, Südafrika und Australien an. Was könnte besser sein, als den Sommer im sonnigen Europa und den Winter im heißen Brasilien zu verbringen – um zusammen mit Gleichgesinnten ein paar der besten Festivals unserer Kultur zu erleben! Dieser Artikel dient als Guide zur südlichen Hemisphäre. Ein Schnappschuss der gegenwärtigen TranceSzene dort. Ein Ausblick auf die kommende Saison! Wir haben lokale Aktivisten animiert, aus der Szene zu berichten und repräsentative Insideviews zu liefern. Die Teilnahme war nicht wie erhofft. Wenn du zu diesem dynamischen Artikel im Chaishop und auf mushroom online Infos und Szenereports liefern könntest – schreib’ bitte an sam@chaishop.com Den kompletten Artikel in der jeweils aktuellen Version findest du unter www.chaishop.com und www.mushroom-online.com

Argentinien Text: Sam@Chaishop.com Eine Elektronikmusik-Szene gibt es schon lange in Argentinien, nun scheint sich aber auch der Trance dort niederzulassen. Es gibt gelegentliche Partys und die Leute fangen an, Musik zu produzieren. Ein größeres Festival ist geplant für Silvester.

Partys: Sep 21: Wake Up Festival (OA), Calera, Cordoba Dec 31 - Jan 4: Todos Somos Uno (Part II) (OA), Tras las Cierras, Cordoba

Links / Contacts: www.mindprobe. com.ar www.Psytrance. com.ar www.chaishop.com/ar DJ Josered (noegono@hotmail.com)

RAINBOW SERPENT FESTIVAL / AUSTRALIEN (BILD: MARK LUCKEY)

Australien Text: Pied Piper Paul, Baz of Psyburbia (www.psyburbia.co.uk), Australien (oder einfach Oz) ist ein unglaublich facettenreiches Land, in dem fast alle Arten von Geografie und Nationalität irgendwo vertreten sind. Es ist eine gewaltige Landmasse, die hauptsächlich aus Wüste besteht, mit großen Städten, die – abgesehen von der Hauptstadt Canberra – an den Küsten und alle eher in den fruchtbaren, gemäßigten Ecken liegen. Reisende sollten kein Problem damit haben, eine schöne Zeit in Oz zu verbringen. Die Lebenshaltungskosten sind niedrig und die meisten Leute sind sehr freundlich und hilfsbereit. Stell dich jedoch auf weite Entfernungen ein – um viele OutdoorPartys mitmachen zu können, wirst du ein Auto benötigen. Wenn du länger bleibst, kauf’ dir eins, das du bei der Ausreise wieder verkaufst. Das ist das Günstigste!! Was Trance anbelangt, hat der Süden des Staates Victoria über den Sommer (November bis März) eine ausgeprägte Outdoor Kultur. Du kannst so viele Partys finden, wie du willst. Melbourne –

die Haupstadt Victorias – ist ein guter Startplatz: Die meisten Outdoor-Events sind zwei bis drei Stunden Autofahrt entfernt. Ich lege euch die Organisation Tranceplant aus Melbourne ans Herz, sie sind mit ihren Konzepten wirklich weit vorne. Die größten Psy-Partymacher in Melbourne sind wohl Earthcore. Die machen zehn Partys oder so im Jahr, mit mindestens zwei großen Outdoor-Geschichten. Diesen November wird ihr 10-jähriges Jubiläum gefeiert, mit gewohnt riesigem Line Up (samt Hallucinogen). Obwohl sie betonen, sich vom PsyTrance lösen zu wollen, um viele andere Stile unterzubringen, haben sie immer noch Acts, die

AUSTRALIEN (SALLY GREEN)

auch die Liebhaber der psychedelischen Kultur anziehen. Die größte Party ist Green Ant’s Rainbow Serpent Festival im Januar während des langen „Australia


SOUTHERN HEMISPHERE Day“-Wochenendes. Das Festival hat zwei Bühnen, mit langweiligem Trance auf der einen und einer vielseitigeren Palette von Sounds auf der anderen. Tribeadelic machen eine Neujahrsparty, die sich einen exzellenten Ruf verdient hat und sich an diejenigen richtet, die sich ein umfassendes, psychedelisches Partyerlebnis wünschen. Die Byron Bay/Lismore-Region hat schon viele große Partys hervorgebracht und beherbergt eine exzellente, familiäre Underground-Szene. Die Partys können sich zwar nicht mit der Größe der Melbourne Events messen, aber du kannst ja mal www.demontea.com checken. Um Neujahr gab es in der Vergangenheit die fettesten Partys, etwa die Exodus. Der Vorteil von Byron ist, dass das Wetter gut und der Vibe sehr relaxed ist. Byron ist momentan ein Hauptanlaufpunkt für Touristen; wenn das nicht dein Ding ist, magst du dich vielleicht lieber in die Berge aufmachen. Sydney ist ohne Zweifel die größte Fun City. Sie ist voll mit interessanten Features und scheint 24 Stunden am Tag Party zu machen; wie auch immer, der Musiktrend ist eher am Mainstream orientiert, obwohl es auch Trance-Events gibt. Es ist also trotzdem einen Besuch wert … Weitere Partys werden geschmissen in Brisbane, an der North Coast (ein bis zwei Stunden von Sydney) und in Perth. Neuerdings RAINBOW SERPENT FESTIVAL / AUSTRALIEN gibt es auch Outdoor-Partys in den (FOTO ARKCairns LUCKEYherum ) Tropen in und: M um (Startpunkt, um das Great Barrier Reef oder den Daintree Forest im Norden zu besichtigen). Wenn du ein paar Monate dort bleiben kannst, besteht kein Zweifel, dass du ein paar große Partyerlebnisse und eine Menge zu tun haben wirst. Das Sommerwetter macht viele Dinge zum Kinderspiel und unsere Tauschrate ist für die meisten Nationalitäten günstig.

Partys: Oct 25: Tribal Shift (OA), Sydney Nov 28-30: 10 year anniversary festival (OA), Victoria Silvester30: Alpine Unity (OA), near Queenstown

Links/Contacs: www.tranceplant.org www.greenant.com www.tribeadelic.com www.oztrance.com www.ozdoof.com www.demontea.com www.tempestrecordings.com.au www.spraci.com.au www.psyburbia.co.uk www.australiens.net www.earthcore.com.au www.ozdoof.com DJ Pied Piper Paul (piedpiperpaul@yahoo.com)

herausgebildet und es finden gelegentliche Trancepartys um La Paz statt – einer Stadt in über 4000 Metern Höhe! Psyworks macht ab und zu Partys mit internationalen Künstlern.

Party: Sep 20-22: Earthdance Bolivia (OA) Link: www.psyworks.org

Bolivien Text: Sam@Chaishop.com Das Land mit hohem historischen Reichtum, hoher Energie und hoher Lage ist zugleich eines der ärmsten Länder der Welt. Dennoch hat sich eine kleine Trance-Szene

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BOLIVIANISCHE IMPRESSIONEN … (SAM@CHAISHOP.COM)


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Brasilien Text: Sam@Chaishop.com Brasilien – das Paradies, das fast die Hälfte Südamerikas umfasst, das größer ist als die USA, in dem allein durch die Amazonasregion ein Zehntel des Sauerstoffs und ein Fünftel des Frischwassers der Erde produziert werden. Brasilien – durchzogen von Wasserfällen, Wäldern und Stränden, die ebenso schön wie die Brasilianer sind. Brasilien – ein perfekter Platz für einen Trance-Urlaub … Trance erlebt in Brasilien seinen Höhepunkt! In der Megastadt Sao Paulo (das mit Mexico City um den zweiten Platz der größten Städte der Welt kämpft) gibt es Partys sieben Tage die Woche. Jedes Wochenende finden OAs statt an Plätzen, die man sich schöner nicht vorstellen kann. Internationale Künstler sind permanent vor Ort – denn Brasilien und Brasilianer sind unwiderstehlich. Überall bilden sich lokale Künstler heraus, die wegen der

Während der Woche zu clubben ist kein Problem, und hast du erst mal damit begonnen, ist es schwer aufzuhören. In vielen anderen brasilianischen Städten wie Belo Horizonte, Rio, Curitiba oder Goiania ist die Trance Szene eher klein, entwickelt sich aber. Alto Paraiso (im Staat Goias) und Trancoso (Bahia) hat Tranceresorts aufgebaut, die eine große Attraktion für naturliebende Trancer aller Nationen ist. Die OAs finden überall zwischen diesen Plätzen statt – also, achte auf Flyer und Ankündigungen auf den Webseiten. Touri-geeignete Locations sind der Staat Bahia wegen seiner Strände, der Amazonas für das ultimative Regenwalderlebnis, Foz de Iguacu wegen der breitesten Wasserfälle der Welt, Salvador wegen seiner Black Music Culture, der Staat Minas Gerais wegen seiner Gold- und Silberminen, Städte und der schö-

BRASILIEN (SAM@CHAISHOP.COM)

Qualität ihres Schaffens hoch respektiert werden. DJs wie Rica, Gabe (Wrecked Machines), M.A.C.K., Tati und Swarup haben schon rund um die Welt gespielt. Trance hat seine Hauptstadt in Sao Paulo gefunden. Clubs wie Klatu, Freak-a-delic, A-Club, Shakti helfen dir, dich zu connecten. In der Galleria D’Ouro Fino kannst du Trancebedarf kaufen und die Szene bei Tageslicht kennen lernen.

nen Landschaft, der Staat Pantanal wegen seiner Tierwelt, Sao Paulo und Rio wegen des brasilianischen Citylifes und viele, viele Plätze mehr … Denk’ daran, dass die Entfernungen groß sind und dass du deine Reisegegend aussuchst, bevor du deine Ferien startest.

Partys: Silvester: Brazilian Trance Festival, close to Sao Paulo Silvester: Universo Paralelo, Bahia

COSTA RICA (SAM@CHAISHOP.COM)

Links / Contacts: www.chaishop.com/br www.zuvuya.net www.baladaplanet.com.br DJ Rogerio Martinelli (rogerio@chaishop.com) DJ Carbon 23 (bruno@chaishop.com) Nazca (soononmoon@hotmail.com)

Costa Rica Text: DJ Prophet, DJ Brealey, Sam@Chaishop.com Seit den späten Neunzigern kommen Gruppen alter Tranceheads und DJs von entfernten Plätzen wie Indien zu diesem paradiesischem Ort in Zentralamerika. Die Ausländer ließen sich an magischen und Naturplätzen wie Montezuma und Tamarindo nieder, wo unsere Szene aufwuchs. Sie teilten ihre Kultur und guten Vibes und zeigten uns eine völlig neue Art zu tanzen und Musik zu fühlen. Leute haben sich an versteckten Plätzen in der Natur versammelt, um die Freuden von Trance, Natur, Unity und Respekt allem gegenüber zu erleben. Es gab auch DJs, die ihre Musik mit den ortsansässigen Kids teilten; manche von ihnen sind inzwischen bekannte nationale DJs und Producer, die einen großen Einfluss auf die Entwicklung unserer Szene hatten. Auf diese Weise wächst und gedeiht unsere Trance-Community, mit immer besseren Organisationen, Outdoor-Partys und inzwischen abgedrehten Live Acts. Partys mit internationalen Künstlern finden gelegentlich in der Nähe der Hauptstadt San Jose statt. Costa Rica erscheint als paradiesischer Fleck für internationale Trance-


SOUTHERN HEMISPHERE Festivals. Die ökologische Vielfalt, die uns dieses Land beschert, ist unglaublich faszinierend … Du kannst wählen zwischen Vulkanen, feuchten Wäldern, in denen man die beste Luft der Welt atmet, oder Stränden am Pazifik oder der Karibik – und vielen anderen versteckten Schönheiten. Die Szene ist immer noch recht klein und der Tourismus wird überall im Land von US-amerikanischen Touristen dominiert. Es wird wahrscheinlich noch dauern, bis diese Art von Festivals sich entwickeln kann. Um in Kontakt mit unserer Elektronik- Szene und -Kultur zu kommen, musst du unbedingt mal ab 21 Uhr zur Disco-Bar El Yos in San Jose gucken, wo wir dir extreme psychedelische Erfahrungen garantieren – in unseren hoch gefeierten Global Trance Sessions. Das ist der Weg, zu den wirklich speziellen Underground Partys zu gelangen, die dann passieren, wenn man sie am wenigsten erwartet ;·) See ya’ all here ... PURA VIDA!

Partys: Global Trance Sessions mittwochs, El Yos, San Pedro, San Jose

Links/Contacts: www.chaishop.com/cr www.crdance.com www.transelastica.com www.sentidourbano.com www.psychedelicnomads.com DJ Ali (stalloalessandro@hotmail.com) DJ Prophet (prophet@chaishop.com) DJ Brealey (brealey@chaishop.com)

Indien (Goa) Text: Sam@Chaishop.com Die Uhren scheinen in Goa rückwärts zu laufen. Die letzte Season war brilliant. Anders als in den Jahren zuvor kam der Vibe zurück, die politische Situation entspannte sich. Die Partys pulsierten wie in den frühen Tagen und viele Leute fuhren nach der Saison glücklich wieder nach Hause. Goa ist kein Ort für Zeitpläne. Partys werden normalerweise ein paar Stunden vor Beginn angekündigt. Es gibt also keine Festivaldaten, die wir dir nennen können, außer der Richtung Vagator, Chapora oder Ajuna, in die du dich aufmachen solltest – der Rest kommt von alleine!

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Israel Text: Sam@Chaishop.com Israel – das Land, in dem Psytrance Mainstream ist – ist voll mit Partys, Labels, Musik und Trance Freaks. Es gibt zu viel zu erzählen, belassen wir es also dabei: Ja, Mega-Events mit mehr als 10.000 Leuten gibt es immer noch, ebenso wie viele kleine Underground-Events. Ja, es gibt Probleme mit der Polizei bei vielen Partys, aber die Trance-Gemeinde gibt niemals auf. Und ja, der israelische Music Output ist populärer denn je und überflutet die Welt mit frischem psychedelischem Sound. Come and enjoy! Links : www.isratrance.com www.chaishop.com/il

MEXIKO (SAM@CHAISHOP.COM)

Mexiko Text: Sam@Chaishop.com In Mexiko gab es in den letzten paar Jahren eine beeindruckende Trance-Explosion. Trance entwickelte sich in Highspeed, was un-


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glücklicherweise auch ein paar schlechte Dinge mit sich brachte: Seltsame Partypeople, die Trance mehr als Mode denn als ein Lebensgefühl verstanden. Hohe Eintrittspreise. Zu viele Events. Polizeiprobleme. Korruption. Kämpfe … Immer noch sind Party-Promoter, die mehr an der Musik und der Kultur als am Geld interessiert sind, hart am Arbeiten, besondere Partys zu ermöglichen. Spät haben sich die Zeiten gebessert und die

Städte überall um Mexiko herum. Partys mit internationaler Besetzung gibt es fast jedes Wochenende. Ebenso gibt es große TechnoTrance-House Festivals und diese ziehen ein paar 10.000 Leute an. Vergiss’ nicht, dass die Hälfte Mexikos über 2000 Meter hoch gelegen ist und bring’ dir warme Kleidung für die Nacht mit. Neben Mexiko City (einer der größten Städte der Welt mit über 20 Millionen Einwohnern) solltest du Yucatan nicht versäumen zu sehen, die historienreiche, karibische Tiefland- und Regenwaldregion. Partys: Sep 26 -27: Fantazia

Links / Contacts:

www.kinetik.tv www.chaishop.com/mx DJ Vazik (vazik@chaishop.com) DJ Geza (geza@chaishop.com) DJ Shove (shove@chaishop.com)

FREAKY PARTY PEOPLE :·) OBEN MEXIKO UNTEN BRASILIEN (SAM@CHAISHOP.COM)

Leute sehen optimistisch in eine bessere Zukunft. Sicherlich hat Mexiko eine beeindruckende Energie, mit seiner reichen Geschichte, seinem kulturellen Mix und großartigen Locations. Ich schätze, was passieren muss, ist eine Trennung zwischen „fashion trance“ und „underground trance“. Die meisten Partys spielen sich um Mexiko City herum ab, aber auch die karibische Gegend um Cancun hat eine kleine Szene hervorgebracht, ebenso wie viele kleine

Neuseeland Text: Pied Piper Paul, Fergus (fullom@paradise.net.nz), Das Land der Langen Weißen Wolke oder Aotearoa (auf Maori) hat eine lange Küste, länger als die der USA. Mit warmen, milden Sommern und Wintern, die im Norden kühl und im Süden kalt sind. Es hat eine Einwohnerzahl von nur vier Millionen und eine Fläche, die größer ist als die des UK, aber kleiner als Italien und Japan. Seine

einzigartige Flora und Fauna beschert dem Land einen großartigen Artenreichtum – Neuseeland ist grün und sauber mit einer wundervollen Natur, sauber fließenden Flüssen und Seen. Gemäßigten Regenwäldern, fruchtbaren Steppen, hohen Bergen und Vulkane mit heißen Quellen zum Relaxen. Du kannst Tage an Stränden verbringen, ohne jemanden zu sehen; all das summiert sich zu einigen Killerpartyspots! Oh, und außerdem zu einem tollen Platz für einen Besuch und zum Erkunden. Die Psytrance-Szene ist klein, aber am Wachsen und breitet sich auf beiden Inseln aus. In Auckland veranstaltet seit sechs bis sieben Jahren die Cyberculture Crew alle sechs Wochen Indoorpartys im Galatos Club (Karangahape Road) und engagiert sich für OutdoorPartys von Dezember bis März. Bei der letzen Outdoor-Party lockten Dreamweavers eine nette internationale Crew an (Bitmonx, Pied Pier Paul, Sally Doolally, Lunaspice und andere). Ihr Style geht von Progressive bis FullOn. Weiter unten auf der Insel findest du in Wellington die Full-OM-Crew, die regelmäßig Indoorpartys veranstaltet. Sie zielt mehr auf den FullOn- und Fluoro-Teil des PsyTrance ab. Sie wollen auch ein paar kleine Outdoorpartys im Dezember veranstalten. Check’ die Webseite für Details. Im nächsten Jahr erwarten wir Neuseelands größte PsyTranceParty (auch mit anderen Floors) mit dem Namen Visionz. Mit einer atemberaubenden Location an der Spitze der Südinsel zog sie letztes Jahr über 5000 Leute an. Sie findet mit Unterstützung der Cyberculture Crew und ihrer knallenden 40k Dynacord & E.V Soundanlage statt! Die Party ist echt nett, mit einem entspannten Vibe und Full On bis Progressive auf dem Mainfloor. Ein bisschen was für jeden! Weiter im Süden ist in Christchurch die Otherworld Crew dabei, Fuß zu fassen und gute, ausschließlich PsyTrance-orientierte Partys zu machen. Indoors finden gerade statt und hoffentlich auch ein paar Outdoors im Sommer.


SOUTHERN HEMISPHERE Die Aliennation Party wird im Februar draußen gefeiert, irgendwo in der Nähe von Christchurch. Das wird eine PsyTrance-Zusammenarbeit der Full-Om- und der Otherworld-Crew sein. Zu ihrer letzten Party kamen 500 Besucher und wahrscheinlich werden es nächstes Jahr mehr sein. Außerdem finden Partys in und um Napier im Norden der Insel statt, und zum Neujahr gibt es in den südlichen Alpen die Alpine Unity, wo alle Arten elektronischer Musik (also nicht nur Trance) auf fünf Bühnen gespielt werden.

Partys: Oct 25: Tribal Shift (OA), Sydney Nov 28-30: 10 year anniversary festival (OA), Victoria Silvester: Visionz, top of south island February: Aliennation party, near Christchurch

Links / Contacts: www.goldenbayrecords.com www.cyberculture.co.nz www.kog.co.nz www.pitchblack.co.nz homepages.paradise.net.nz/ fullom www.visionz.org.nz www.illusiondj.co.uk www.aliennation.co.nz DJ Pied Piper Paul (piedpiperpaul@yahoo.com)

Südafrika Text: Delphi Carstens, ergänzt von Pied Piper Paul Wenn die Trance-Hotspots in der

NANO-PARTY IN SÜDAFRIKA (RAINY/www.boomtribe.de)

Welt nach den Punkten Musik, Umgebung und Dynamik bewertet würden, erhielte Kapstadt Höchstnoten. Lange und prächtige Sommer, spektakuläre Gebirgszüge, beeindruckende Ausblicke und eine lokale Gruppe inspirierter Talente machen Kapstadt zu einem der bestgehüteten Trancegeheimnissen der Welt . Ein flüchtiger Blick auf Kapstadts großartigen Table Mountain ist genug, um selbst den größten Skeptiker zu überzeugen, dass dies einer der kraftvollsten Plätze der Erde ist. Diejenigen, die nach der perfekten Outdoor-Trance-Party suchen, werden sie hier finden. Kapstadt ist der absolut siebte Himmel für Trancer auf dem spirituellen Trip. Und sonst? Unter der Anleitung von lokalen, fabelhaft talentierten und tuned-in Producern, Record-Labels, Künstlern und Veranstaltern hat die örtliche Szene ein paar der besten und ursprünglichsten Musiksachen hervorgebracht. Und noch? Die Kapstadt Szene bietet die Chance, Outdoor-Partys zu erleben, die in

PRISM-DANCEFLOOR (RAINY)

Sachen Energie, Vielfalt und Setting unvergleichlich sind. Zwischen spätem September und Anfang Mai (so lange dauert der wohltuende lokale Sommer) sind die Wochenenden actiongeladen mit unglaublichen Trancetreffen. Professionelle Veranstalter wie Vortex und Alien Safari, Record Labels wie Nano, Timecode und Afro Galatic und auch familiärere Partymacher wie die Groovy Troopers, Free Range, MAL events, Crystal Vision und Zulu Warriors sind während dieser Periode aktiv. Jeder dieser unermüdlichen Veran-

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PLANET REPORT

OBERE

REIHE VON LINKS: RAINY@NANO/SÜDAFRIKA; SAM@BRASIIEN REIHE VON LINKS: SAM@BRASILIEN; RAINY@CRISTAL VISION/SÜDAFRIKA

UNTERE

stalter steuert einen einzigartigen Spirit bei, und zusammen haben sie die lokale Szene zu einem Hafen für Trancer und Psychedelik-Reisende gemacht. Kapstadts Recording-Künstler wie Rinkadink, Shift, Damage, Protoculture (und viele mehr) haben ebenso ihren Teil zur Szene beigetragen, der sie mit innovativen Beats und Rhythmen huldigen, und die mit dem Besten, was die internationale Szene zu bieten hat, mithält. Kapstadt ist der Lieblingsplatz von Global-TranceAnhängern wie Etnica, Tristan, Talamasca, Alien Project, GMS, Skazi und einer Gruppe anderer, die Jahr für Jahr kommen, um die Vorzüge von Afrikas südlichster Spitze zu erleben. Reisende sollten sich nicht einschüchtern lassen von Kapstadts weit verstreuten Partyplätzen – sie sind immer erreichbar. Ortsansässige und Gepäckträger-Lodges sind immer bereit, jedem Reisenden zu helfen, der zu einer Party kommen möchte; Wege zurück zur Mutterstadt sind leicht zu ermitteln, wenn die Musik erst mal vorbei ist. Die Trancegemeinde, die sich unter dem Schatten des Table Mountain schnell entwickelt, ist all-inclusive und heißt alle Traveller und alle psychedelischen Reisenden wahrhaft willkommen. Selbst während der kalten Saison

(die recht kurz und mild ist) sind die Wochenenden voll mit wunderbaren, spicy Warehouse und Club Events, die den Partygästen eine große Vielfalt verschiedener Stile bieten. Abenteuerlustige können das ganze Jahr über an Aktivitäten wie Wanderungen, Tauchen, Bergsteigen teilnehmen und haben die Chance, auf einer Safari zu anderen Teilen Afrikas zu reisen. Diejenigen, die weiter hinaus zu anderen afrikanischen TranceBewegungen wollen, sollten im Kopf behalten, dass selbst in Johannesburg, wo Mikey Dredd und seine Mushroom Mafia momentan monatliche Clubnights veranstalten (außerdem Ausschau halten nach Lunatech Partys), und ebenso in der Wilderness/Knysna-Region regelmäßig Trancehappenings stattfinden. Außerdem entwickelt sich eine kleine Trance-Szene im

Text compiled by Sam@Chaishop.com – hier zu sehen auf der nördlichen Halbkugel (Kai Mathesdorf @VooV) Übersetzung: Christian Kreitschmann/ Claus Baldauf

Küstengebiet Durban mit Partys, auf die über 300 – 400 Gäste kommen. Wenn du immer noch nicht überzeugt bist, denk’ dran, dass Kapstadt eines der weltweit günstigsten (und schönsten) Reiseziele ist. Wenn du ankommst, brauchst du dir nur das lokale Electronica Magazin Movers and Groovers zu schnappen und dann dein Wochenende zu planen. Mach’ dich bereit, für die beste Zeit deines Lebens – Kapstadt ist ohne Zweifel die definitive Psychedelik-Safari-Hauptstadt der Welt.

Partys: Nov 1: Vortex, close to Cape Town Dec 6: Infected Mushroom, close to Cape Town Silvester: Prism (Vortex & Alien Safari), close to Cape Town Jan 31: Vortex + Nano Rec. + Twisted Rec. Apr 10-12: GMS Easter Party, close to Cape Town

Links: www.aliensafari.co.za www.kwik-kut.co.za www.rustlers.co.za www.3am.co.za www.mushroom-mafia.co.za


I M A U G E D E S TA I F U N S

… scheint ein wenig mit dem sonst so typischen deutschen Sommer vertauscht zu sein. Europa darf sich in tropischen Temperaturen wähnen, während hier in Japan viele Festivals diesen Sommer sprichwörtlich ins Wasser gefallen sind. Mit dem Unterschied, dass der Regen hier um einiges dramatischer sein kann als in Europa. Immer wieder wird man gnadenlos daran erinnert, dass Japan eine Insel ist und sich das Wetter innerhalb von Minuten ändern kann … und dann gibt es da noch den Taifun. In Tokio unterscheidet er sich nicht allzu sehr von einem stärkeren Sturm mit viel Regen. In den nicht von Wolkenkratzern umgebenen Festival-Locations ist man ihm jedoch voll ausgeliefert … Zum ersten Mal diesen Sommer durfte ich das auf der „Summer Arcade“ erleben, Arcadias größtem Festival, einer der drei größten Trance-Organisationen Japans. Wir befanden uns in Zelten, als es begann, und durften dem Spektakel sozusagen „in der ersten Reihe“ beiwohnen. Bevor es losgeht ist es erst einmal gaaaanz still … Dann, innerhalb von Minuten, fängt es an waagerecht zu schütten, und die Bäume biegen sich zum Boden. Schon nach einigen Minuten waren so ziemlich alle Zelte flach und wir mussten in das Holzhaus flüchten. Nach ca. einer halben Stunde ist es vorbei … meint man. Bald darauf beginnt es jedoch von neuem, mindestens ebenso stark, und uns wird klar,

MADE IN JAPAN: S.U.N. PROJECT-LIVEACT

dass wir uns im „Auge des Taifuns“ befanden. Ein atemberaubender Moment absoluter Stille, in dem die Luft sprichwörtlich mit Energie gefüllt ist. Ebenso schnell wie der Taifun erscheint, verschwindet er auch wieder und am nächsten Morgen durften wir einen heißen Sommertag erleben! Jetzt, Mitte August, beginnt sich der Sommer endlich zu seiner gewohnten Art zu entwickeln. Rechtzeitig zu Anoyos Sommer-KunstFestival nächstes Wochenende auf Sado Island, einer der schönsten Inseln Japans. Anoyo ist eine einzigartige Organisation mit höchstem Anspruch an die Kunst. Ich fühle mich mehr als geehrt, dort dieses Jahr als DJ auflegen und mit „Lightmotiv“ Projektionen machen zu dürfen. Weiter geht es dann Mitte September mit dem Vision Quest Gathering, dieses Jahr definitiv Japans größtem Festival, nachdem Solstice, die dritte der drei größten Organisationen, sich zur Überra-

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schung aller dazu entschied, diesen Sommer auf ihr Festival zu verzichten. Die Vorbereitungen sind im vollen Gange, das Line-Up lässt keine Wünsche offen und neben der gewohnten Vision-QuestCrew aus Skazi, GMS, Infected Mushroom, Astrix and Dino feiert Man With No Name sein lange ersehntes Comeback dieses Jahr. Die jetzt in der ganzen Welt erhältliche Vision-Quest-DVD gibt ein gutes Bild von den hier in Japan gewöhnlichen Dimensionen, und auch dieses Jahr wird es wieder eine DVD geben. Diesmal mit Unterstützung von Geko, der seit 15 Jahren Animationen macht und von vielen als der Beste angesehen wird. Voraussichtlich im Dezember wird die DVD veröffentlicht … Bis dann, viel Spaß im europäischen Herbst! Basti/BuzzT (zurzeit als DJ, VJ und Filmemacher in Tokio)

Japan-Info Links Videos, Fotos und Texte über Japan: www.vision34.de www.arcadia-music.net www.elgeko.org www.lightmotiv.de www.solstice23.com www.visionquest-tokyo.com Partys Oct 3/4 Solstice, Body & Soul Oct 11 Arcadia, “Time Stretch” Oct 17/18 Vision Quest Nov 1/2 Solstice, “Artificial Frequency” Nov 14/15 Vision Quest Nov 22/23 Solstice, TIP Tour Nov 29 Arcadia Dec 5/6 Vision Quest


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Zuvuya, ein Ausdruck der Mayas, wird beschrieben als "der große Kreis der Erinnerungen", aber es ist mehr als das, und nicht einfach mit Worten zu beschreiben. Es geht darum, wer wir sind. Es geht um Zeit und Kultur, um unser Dasein und um Beziehungen zwischen uns und dem Universum. Andre (30) und Lisa (35), zwei der besten Fotografen der Tranceszene, haben eine Webseite entwickelt voller persönlicher Reiseabenteuer und wunderschöner Fotografien von verzauberten Ländern, Kulturen und Menschen ...

Wie habt ihr euch getroffen? Kennen gelernt haben wir uns an einem türkischen Strand, Oludeniz, 1994. Das ist ziemlich genau die Mitte zwischen Neuseeland und Brasilien. Jetzt, Jahre später, leben wir in Brasilien, Sao Paulo, um genauer zu sein. Wir arbeiten hier als Fotografen und beschäftigen uns viel mit dem Internet. Ich glaube, man kann sagen, wir versuchen, die TranceKultur zu promoten ... Seit drei Jahren organisieren wir hier eine brasilianische Version des Earthdance. Wir versuchen, daraus eine bewusstseinserweiternde Veranstaltung zu machen. Im Großen und Ganzen geht es

darum auch auf unserer Website und unseren Fotos. Wir wollen ein Bewusstsein vermitteln und den Leuten etwas mit auf den Weg geben.

Auf eurer Website sind wunderschöne Fotos zu sehen. Wie kommt ihr zu dieser Sammlung? Während unserer Zeit in Brasilien haben wir ein Fotoarchiv angelegt, von den Bildern unserer bisher letzten Reise. Diese Reise war ein 14-monatiges Abenteuer, durch Indien, Nepal, Pakistan, China (einschließlich Tibet), Laos und Thailand. Von dieser Reise haben wir eine weitreichende Sammlung von Farbdias, Schwarzweißbildern und Tagebüchern.

Ist euer Focus beim Fotografieren auf bestimmte Dinge gerichtet? Bevor wir angefangen haben, Parties zu fotografieren, war unser Focus hauptsächlich auf die Wunder der Mutter Erde gerichtet. Mit unserer Partyfotografie versuchen wir, eine Kultur einzufangen, die Kunst, die Leute und die Plätze. Jede Kultur hat ihre positiven wie negativen Seiten, unser Focus ist auf der positiven. Wir hoffen, durch die Fotos zu helfen, den Leuten zu zeigen, worum es wirklich geht, was manchmal schwer ist, in Worte zu fassen.

Haben du und Andre verschiedene Stile beim Fotografieren? Über die Jahre hat natürlich jeder seinen eigenen Stil entwickelt, aber so merkwürdig das auch ist, ist es manchmal schwer zu sagen, welches Foto von wem ist. Ich glaube,


BRASILIEN

gerade Partyfotografie, hängt grundsätzlich vom Auge des Einzelnen ab, was der Einzelne sieht und wonach er guckt.

Was inspiriert euch? Uns inspirieren Kunst und Kulturen in all ihren Formen. Glückliche und motivierte Menschen und die Aussicht auf eine bessere Welt und eine bewusste Menschheit ...

Was hat es mit eurem Projelt Zuvuya.Net auf sich? Zuerst hatten wir zwei Webseiten, erst www.babylontravel.net, dann www.raveon.com.br. Wir entschieden uns, beide zu einer zu kombinieren und die Inhalte zu erweitern. Wir fanden den Focus der alten Seiten noch etwas einge-

schränkt, außerdem veränderte sich unserer eigener Focus mit der Zeit. Wir wollen eine Art Website Community entwickeln, für Traveller, Partygoers, Künstler, Reisefreudige ... Es ist so schwierig, die Leute in Schubladen zu stekken, also sagen wir für alle interessierten Leute ... Hier in Brasilien spüren wir, dass die Partyszene, vor allen Dingen Trance, ziemlich darauf beschränkt ist, was auf der Party passiert , die Kunst auf der Party und die Musik auf der Party. Es ist eine „trendige“ Sache, auf solche Partys zu gehen, so kommen

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immer mehr neue Leute, die damit eigentlich gar nichts zu tun haben. Viele Vibrations verschwinden so. Wir wollen den Leuten mit unserer Arbeit einen Background geben und ihnen vermitteln, worum es wirklich geht. Es ist wichtig, einen Platz zu haben, an dem Leute ihre Arbeit zeigen können, Ideen und Erfahrungen sammeln und etwas Neues dazulernen können. Unsere neue Seite ist voller Energie, indem wir Spiritualität, Umwelt, Gesundheit, New Age, Kunst und Kultur miteinander vereinen. Die Basis ist in Brasilien, aber wir sammeln Material aus der ganzen Welt. Wir brauchen viel Hilfe von jedem, der seine Ideen, seine Kunst, Erfahrungen und sein Wissen teilen möchte. The agenda is open for all to use! Contact Lisa & Andre www.zuvuya.net info@raveon.com.br Text & Layout: Franziska Gangloff Bilder: Lisa & Andre


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Von Rainy Das Leben ist ein Streben – für mich bedeutet dies die Aufteilung des Jahres in zwei Jahreszeiten, die Geldmachzeit und die Reisezeit. Seit fünf Jahren nutze ich die Winterzeit, um die Welt zu bereisen, um auszuspannen von den Problemen in Babylon. Inzwischen sind Reisen über einen Zeitraum von rund drei Monaten zu meinen Lebensinhalt geworden und beeinflussen mein Handeln und Tun. Einfach mal eine paar Monate abhauen!? Um dies zu schaffen, bedarf es mehr oder minder einer groben Planung, das heißt: eine Arbeit finden, die es ermöglicht, ein paar Monate frei zu nehmen und ausreichend Geld auf die Seite zu packen, um sich die Reise überhaupt leisten zu können. In meinen Fall musste ich einen Job sogar kündigen, da er mir keinen Raum für Reisen ließ. Nun schlage ich mich mit Saisonarbeit und diversen Kleinjobs durch. Reduziere meine Bedürfnisse auf ein Minimum und versuche, meine laufende Kosten stets zu reduzieren. Für alles dies werde ich doch entschädigt! Die Eindrücke jeder

PLANET REPORT

Reise helfen, diese Abstriche Jahr einmal auf die VooV zu fahren zu für Jahr wieder auf sich zu nehkönnen und drei Monate in men und auf ein Neues zu beginEuropa zu verbringen. nen. Beim Reisen werden meine Akkus Reisen bildet – das kann man von geladen, neue Ideen geboren, individuellen Reisen wohl behaupneue Bekanntschaften gemacht ten! Vorurteile werden abgebaut, und bestehende gepflegt. Wie wenn man sich vor Ort mit eigeReisen auf den Einzelnen wirkt nen Augen ein Bild der Situation und wie es sein weiteres Leben machen kann und sieht, wie sich beeinflusst, kann man nicht vordas Leben der Betroffenen gestalaussagen, zu vielfältig können tet. sich Erlebnisse auswirken. Vor Um es mit eigenen Augen zu sehen allem Reisen in unterentwickelte startete ich 1992 zu meiner ersten oder “Dritte Welt”-Länder bergen Reise in die zivilisierten USA, um meist an jeder Ecke mir ein Bild über die ”Seit fünf Jahren neue Erfahrungen Indianerreservate zu nutze ich die oder Abenteuer; machen und zu sehen, Winterzeit, um die ob es auf den Straßen zum Beispiel korWelt zu bereisen” wirklich so aussieht wie rupte Polizei, sehr arme Menschen, in den Musikvideos auf andere Wert- und MTV. Die Vorgehensweise in dieMoralvorstellungen der Einhesem ersten, richtigen Urlaub war imischen. Oft wird man generell wirklich nur sehr, sehr grob, denn als reich eingestuft, wenn man ich hatte nur ein Ticket nach sich überhaupt Reisen leisten Chicago und wusste nur, wo in kann, selbst wenn man daheim etwa das Indianerreservat lag. jeden Euro zweimal umdrehen Ankunft um zehn Uhr abends, muss. Wenn sich in solchen Länkeine Busse, keine Bahn und ein dern überhaupt jemand ‘nen riesiger Flughafen! Mein Urlaub leisten kann, dann muss er Schulenglisch erreichte schnell “reich” sein oder wie eine südafriseine Grenzen und schon in der kanische Freundin sieben Jahre sparen und den Job kündigen, um ersten Stunde USA war ich lost.


WINTERTRIPS

Der Greyhound wurde mein Verkehrsmittel Nummer eins und speziell bei langen Fahrten lernt man in den Pausen jeden anderen aus dem Bus kennen. Einen besseren Überblick über die durchschnittliche Bevölkerung und sozialen Schichten bekommt man wohl nirgends. Gerne erinnere ich mich an Reisebekanntschaften dieser Fahrten. Vier Jahre in Folge bereiste ich die USA und jedes Mal auf andere Weise, mal mit Bus, Leihauto, per Anhalter und mit einem Motorrad. Bei jeder Reise sah ich andere Seiten des Landes, die man auf einer durchgeplanten Reise nicht zu Gesicht bekommen kann. Egal, ob man in das ärmste Reservat reist, ins mexikanisch Grenzgebiet oder, nicht gewollt, in South-Central-LA landet. Der Kontakt zu der normalen Bevölkerung stellt für mich den größten Reiz dar, denn nur so lernt man die Menschen verstehen. Fragen kostet nix! Natürlich sollte man seine Fragen vorher durchgehen! So kam ich an die verschiedensten Orte fernab der Touristenwege und erlebte meine kleinen Abenteuer; zum Beispiel das größte Pow-Wow der Indianer in den USA oder eine Schießerei im mexikanischen Grenzgebiet (Prädikat: nicht lustig), Ausbildungscenter der Highway-Patrol in Sacramento, Wüste, Berge und vier Zeitzonen in einem Land ... Geprägt von diesen Erlebnissen beschloss ich, Reisen über etwa drei Monate zu unternehmen. Seit einem Zeitraum von nun fünf Jahren bereise ich das südliche Afrika von Kapstadt aus. Die Vorausplanung zur Reise ist denkbar einfach: Ticket kaufen und dann erst vor Ort eine genauere Planung starten – das heißt: komme, was da wolle. Die meisten meiner Trips entstehen

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JOE UND SEINE MUSIKERKOLLEGEN BEI DER ARBEIT IN KAPSTADT (OBEN); TOTAL SOLAR ECLIPSE IM DEZEMBER 2002 IN SÜDAFRIKA (RECHTS OBEN); RAINY AM CAPE POINT, DEM SÜDLICHSTEN PUNKT AFRIKAS

durch Gespräche mit anderen Travellern oder Einheimischen, mal bekommt man einen Tip, wo ein cooler Platz zum Abhängen ist oder wo ne Party stattfindet ... das Angebot kann so vielfältig sein, dass man einfach schon einige Zeit brauch, um zu entscheiden, was man macht. Bei meinen ersten Trip nach Capetown war ich gefangen im Strudel des Nachtlebens (täglich!) und konnte mich erst nach zweieinhalb Monaten davon befreien. Bei der zweiten Reise traf ich einen Profisurfer und bereiste mit ihm fast jeden Surfspot in Südafrika. Beim dritten Mal kam von Haitauchen bis zum Kloofing (von Felsen in Bergseen oder Flüsse springen) oder BungeeJumping alles dran und dies nur, weil es sich so ergab. Schon bei meiner ersten Reise, nach Capetown lernte ich einen Straßenmusiker aus den Townships kennen, Joe. Joe ist nun nach fünf Jahren eine Art Freund, ich besuchte ihn mehrmals im Township und traf ihn eigentlich täglich in den Straßen von Capetown. Vor zwei Jahren wurde ich sein Tourfotograf, als er mit einer Reggae-Band spielte, und lernte die Rastabewegung von Capetown kennen und schätzen. Inzwischen erstelle ich Joe ein Konzept, um seine erste offizielle CD zu veröffentlichen. Joe wurde zu einem festen Bestandteil meiner Afrika-

reisen und ich freue mich jedes Mal auf ein Wiedersehen mit ihm. Weiterhin wurde ich Zeuge einer stetig anwachsenden Trance-Scene in Kapstadt, in der es vor fünf Jahren Partys mit 50 bis 250 Feiernden gab – auf denen sich nun beachtliche bis 5000 (!) Partyfreaks versammeln. In der Saison 2002/2003 begleitete ich mit meiner Kamera den Partytross vom Krüger-Nationalpark bis hinunter nach Capetown (siehe mushroom-online.com) und wurde Zeuge, wie einige hervorragende Partys veranstaltet wurden, was sich hoffentlich in dieser Saison wiederholt! Mir macht das Reisen einfach Spaß!!!!!! Ich hoffe, schon bald wieder so viel Geld zu haben, um mir das nächste Ticket kaufen zu können und ... up and away. Love and peace! Wenn du noch mehr Bilder von Rainys Reisen sehen willst, speziell von Partys in Südafrika, dann check doch mal seine Webpage www.boomtribe.de Fotos: Rainy – Layout: Franzi


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TRANCE GESCHICHTE

Living in Wie hat das alles mal angefangen? W0 noch mal? Hatte das einen Grund? Wir blicken ein bisschen zurück auf die frühen Jahre der Tranceszene – nicht zuletzt, weil viele Leute dazugestoßen sind, die den Anfang nicht miterlebt haben. Wir haben im mushroom-Archiv gewühlt und in unseren Köpfen, um dir einige Geschichten, Erinnerungen und Gedanken zu zeigen. Endgültige Wahrheiten findest du wie immer woanders

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Von Mat Mushroom Als ich Anfang der Neunziger in Berlin mit dem Technovirus infiziert wurde, stieß ich in eine Szene, die sich nach den damaligen Vordenkern der freien Technopresse zu einer neuartigen Kultur entwickeln sollte, in der es keine Stars mehr geben sollte – eine neue musikalische Bewegung – eine Revolution. Der DJ als Arbeiter auf gleicher Höhe wie die Tänzer – die Partys in den dunkelsten Kellern, die Musik nur in ausgewählten Shops zu haben. Ein elitärer Zirkel machte sich auf den Weg in

eine elektronische Zukunft. Und von der schönen Zukunft war damals besonders viel die Rede. Aber so schön wurde das alles gar nicht. Schon bald waren aus den TechnoNoNames begehrte DJs geworden, aus begehrten DJs Stars, aus einem kleinen Zirkel von Insidern wuchs eine große und immer größere Szene heran. Die Medien und die Werbeindustrie entdeckten die Vermarktungsmöglichkeiten eines kaufkräftigen, konsumierenden Publikums. Die noch junge Technobewegung verkaufte sich selber. Das Ergebnis ist bekannt: Partys wandelten sich schnell zu organisierter Gewinnmaximierung, aus gemeinsamen Feiern wurden Werbeveranstaltungen für die Konsumgüterindustrie. Wie eine Offenbarung war dagegen 1994 meine erste bewusst erlebte Goaparty. Alles wirkte zwar vom Technoblickwinkel aus betrachtet eher unprofessionell,

der DJ konnte zum Beispiel gar nicht mal richtig mixen, doch merkte man den Partymachern gleich an, dass es ihnen nicht um Coolness und Schickimicki ging, sondern um phantasievolle Feste. Die Leute auf dem Dancefloor waren nicht ferngesteuert, sondern in Trance und in der Deko erkannte man die Vorfreude der Künstler/innen auf diese Party wieder. Auch waren die Menschen


WOHER? WOHIN?

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Trance

VOOV EXPERIENCE 2003 VON ANDRÉ WAGNER (2)

hier bewusster und persönlicher der Materialsuche selbst so viele im Umgang miteinander. Anstöße bekommen für ein Aus kleinen Goapartys wurden bewussteres Miteinander und ein große Trance-Festivals, die DJs entdeckten die Vorzüge eines mit gekonnten Spannungsbögen durchgemixten Sets und wurden dabei immer besser, aus kinderhaft gemalten Dekotüchern wurden teilweise gewaltige Konzeptdekorationen aus Licht, Skulpturen und der natürlichen Umgebung auf der Location. MAT – LINKE SEITE 2003 AUF DER SHIVA MOON, Verkauft haben wir uns OBEN 1996 IM GASWERK HAMBURG nicht. Unsere Szene ist (BEIDE BILDER KAI MATHESDORF) zwar längst nicht mehr so familiär wie in ihren Anfangstagen, aber durch die weitgehend alternativen schöneres, in mehrfacher HinLebenseinstellungen der sicht gesünderes Feiern, dass wir Aktivist/innen, ob sie sich einfach das alles gar nicht für uns behalnur auf dem Dancefloor in die ten können. Party einbringen oder auch hinter Den einen oder die andere wird den Kulissen, konnten wir uns es vielleicht auch auf Ideen brinnoch einen gewissen Spirit gen, sich mit diesem alten bewahren. Geschehen zu befassen – ob nun Damit dies mindestens so bleibt, eigene Erinnerungen an die famiunter anderem deshalb machen liäre Zeit da sind oder nicht. Und wir diesen dicken Rückblick in gerade diejenigen, die davon nur unserer Sonderausgabe ... wenig wissen, wird es vielleicht interessieren was eigentlich an Wir haben bei Interviews und bei damals so toll gewesen sein soll.

Antaro goes Heide VOOV-Experience in Soltau Was für Marusha-Fans die Mayday, ist für die Garde der „Öko-Elektroniker“ die jährliche Voov-Experience. Als Schauplatz für das mehrtägige Open Air-Festival wählt Chef Organisator und Delirium-HHBoss Antaro alljährlich abgelegene Locations in der „freien Natur“ aus und zelebriert so schon mehrere Jahre für GoaVeteranen vom gesamten Microglobe gelungene TranceEvents: „Wir wollen kein Rave veranstalten und versuchen, so viel wie möglich Leute dort hinzubekommen, sondern wir wollen die richtigen Leute ...“ (...) Alle Techno Standards sind hier fehl am Platze. Antaro: „Es geht nicht um Stars, es geht nicht um Club-Wear. Die Leute sollen einfach eine geile Party haben.“ Und so werden die DJs und Acts auch noch nicht genannt ... Surprise Surprise! Nur soviel sei hier gesagt, das es sich um ein weltumspannendes, sehr exklusives Line Up handeln wird. Die eigentliche Party geht von samstags 0 Uhr bis sonntags 12 Uhr, „da aber viele Leute mit Wohnmobilen kommen oder zelten werden, kann man eigentlich von einem ganzen Partywochenende sprechen. Viele Leute werden ihre Drums mitbringen. Außerdem werden Feuerschlucker und Tänzer auftreten. In unserer Szene haben wir wenig Raver. Mit dieser ganzen Clubgeschichte sind wir nicht so connected.“ Aus: your personal mushroom #1, 30. Mai 1994


TRANCE GESCHICHTE

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Ab Sommer 98 gab es im mushroom eine ausgiebige Leserbriefdiskussion im damaligen (chat-)forum über Kommerz und das gemeinsame Selbstverständis der Trancereisenden. Zwei Auszüge:

Kommerz? Die Kommerzialisierung im Bereich „Psy-Trance“ hat in den letzten Jahren erschreckend zugenommen. Jeder Hans & Franz meint, eine Party organisieren zu müssen und die alten Klassiker (VooV/Shiva Moon) mutieren zu jahrmarktähnlichen Großveranstaltungen. (...) Die massive Werbung einiger Veranstalter läßt uns vermuten, daß es nur noch um die Kohle geht. Was wundern wir uns dann noch, wenn wir uns auf der Tanzfläche zwischen Uschi (im „psychedelischen Wickelrock“) und Horst (im frisch erworbenen Batikshirt – Angebot - nur 45,--) wiederfinden? Handlungsbedarf erfordert auch das vermehrte Auftreten von Nazideppen auf Partys, oder sind wir alle zu verpeilt, um diese überhaupt wahrzunehmen? Was Kommerz und Überangebot mit sich bringen, haben wir im Bereich „Techno“ gesehen. (8-9/98) Anke & Uwe aus Bremen

Re: Kommerz? Kommerz ja oder nein? Preise zu teuer? Wer „gehört zur Szene“, wer nicht? Ich habe mir seit der VOOV wichtigere Fragen zu stellen: Als ich so in freier Natur über die Wiesen versuchte zu laufen, stellte ich mir die Fragen: Ist es eher so, daß der Müll seit neuestem vom Himmel fällt oder wächst er plötzlich und unerwartet aus dem Boden? Ich bin der festen Überzeugung, daß bewußte Menschen dieses Horrorszenario nicht VERANSTALTET haben können!!! (11/98) Euer herzallerliebstes Gewissen

HAFENGEBURTSTAG HAMBURG 1998

Vom Spirit ist viel die Rede, wenn du Leute, die es erlebt haben, so etwas fragst. Von riesiger positiver Energie, die gemeinsam auf dem Dancefloor erzeugt wurde. Als Ernst, Antaro und all die anderen, die sich heute um die 50 bewegen, den Anfang machten, war die Szene überschaubar, familär und etwas sehr Besonderes. Heute liegen viele Dinge anders, auch was Dimensionen und Entfernungen angeht. Das Rad lässt sich nie zurückdrehen – aber muss man das denn, um beispielsweise das Szeneleben wieder gemeinschaftlicher und persönlicher zu gestalten? Vielleicht stellen sich dir auch ganz andere Fragen, wenn du jetzt unsere Reise in die Anfangstage einer bunten Szene mitmachst. Wir sehen es als eine Reise zurück in die Zukunft an – wenn du magst, schreib du uns doch, wie du es siehst ... Für manche Dauerfraggles stellt sich vielleicht auch nach diesem Supersommer öfters mal die Frage, was es denn überhaupt noch Neues in dieser Szene gibt. Vielleicht kann man da ja auch von Falk lernen – er hat den ersten Sommer auf PsyTrance gefeiert und dabei die "Gestalten der Nacht" (Seite 16) und die des Tages sicherlich genauer angeschaut als so manche, die schon lange dabei sind. Es gibt so viel zu entdecken.

Es heißt manchmal, der Zenit unserer Szene sei überschritten? Lasst uns wieder entdecken, formen, gestalten, alle zusammen. Jetzt !

1996 Es ist die Zeit der Spirit-ZonePartys in Hamburg im Gaswerk, überliefert sind DekoExzesse, musikalische Highlights und rappelvolle Floors – im Extremfall fiel die 4000Grenze >>> Zur Shiva Moon wird um farbflashmäßige Bekleidung gebeten – um äußerlich zu demonstrieren, dass man den alten Partyspirit erhalten will >>> Die VooV-Ankündigung im mushroom gibt es lieber nur ohne genaue Daten – those who know sollen sich eben den Flyer besorgen, die wissen schon wo >>> Hunde auf Partys mitnehmen oder nicht? Viele sehen die vielen Vierbeiner angesichts wachsender Festival-Dimensionen inzwischen als Belastung >>> Das Hamburger Projekt Ecstasy startet eine Umfrage über Konsumgewohnheiten in der gesamten Technoszene, nach Ergebnissen der Drobs Hannover enthält jede 20. Pille giftige Stoffe und jede zwölfte bewirkt gar nichts


PILZKUNDE

Für die 50. mushroom-Ausgabe schrieb Mat Mushroom die Geschichte des Heftes auf: ”Nachdem ich etwa 1991 mit dem Technovirus infiziert wurde, stieg so eine Art Missionarsgedanke in mir auf, auch viele andere Leute zu dieser neuen elektronischen musik zu bekehren. Und das tat ich dann auch mit meinen Kumpels. Obwohl mein Heimatort Soltau in der Lüneburger Heide nicht gerade der Mittelpunkt des kulturellen Geschehens war und ist, organisierten wir einige Underground-Partys. Im Sommer 94 hatte ich dann die Möglichkeit, in einer Discothek in der Nähe von Soltau – dem Welcome – einen kleinen Technoclub zu etablieren. Diese Idee fand Anklang und aus dem Club wurde eine mehrmonatige Clubtour, die jeden Monat durch diverse Clubs in mehreren Städten Norddeutschlands führte. Zu diesen Veranstaltungen sollten die Gäste aber nicht nur durch die üblichen Flyer informiert werden, sondern auch noch mehr über die DJs erfahren, die im ”mushroom club” die Scheiben drehten. Die Idee zu einer Zeitschrift war also geboren. Erst in Schwarzweiß in 500er-Auflage durch den Kopierer gezogen, konnte bereits nach der dritten Ausgabe gedruckt werden, da sich einige Werbekunden fanden. Bis zum Sommer dümpelte der mushroom (damals im A5-Format und größtenteils schwarzweiß) jedoch mit einer heutzutage mikkrigen Auflage von 4000 bis 6000 Stück im Monat herum. Im Oktober 95 wurde er deshalb raluncht, wie man heutzutage so schön sagt, bekam durchgehend Farbe und eine höhere Auflage von 20.000 Heften pro Monat. bereits im Sommer dieses Jahres 1995 hatte ich persönlich der Technoszene den Rücken gekehrt, da ich auf der ersten Shiva Moon Party gemerkt hatte, dass es für den Sound, den ich damals schon am liebsten hörte, ja sogar eigene Partys gab und außerdem die Technoszene immer kommerzieller und ätzender wurde. Und auch der mushroom änderte sich thematisch, hätte sich aber damals noch nicht komplett von der Psytrance-Szene tragen können. Monat für Monat traten aber rein technoide Berichte immer mehr in den Hintergrund und Trance dominierte den Inhalt des Heftes. Es sollte jedoch vom ersten Psytrance-Bericht (02/96) bis zur vollständigen Umstellung auf Trance noch fast zwei Jahre dauern, bis eine vollständige Finanzierung des Heftes nur durch die Trancescene gesichert war. Das Januarheft 98 war der Start in die deutschlandweite Zukunft des mushroom. Mit neuem Logo, höherer Auflage und einer

Spezialisierung auf unser aller Lieblingsmusik ist das Pilzblättle nun nicht mehr nur lokal orientiert, sondern nimmt sich auch vermehrt internationaler Themen an; schließlich ist unsere Szene ja auch global. Im August ist dann auch endlich der dringend nötige Umzug von der Soltauer Provinz nach Hamburg vollzogen worden und wir sind für euch nun auch viel besser erreichbar.” Seitdem sind 49 weitere Ausgaben erschienen: 1999 – Eine besonders feine mushroom-Tour mit fünf Partys, darunter mit die schönste mushroom-Party ever: die Free Spirit Room in Hamburg im Gaswerk. Die Auflage liegt bei 30.000 Heften im Winter und 35.000 im Sommer. 2000 – Im Januar Umzug nach Hamburg-Ottensen, wo mushroom trancestore und mailorder an die Redaktion angegliedert sind. Im Sommer gibt es das erste mushroom OA zwischen Bremen und Hamburg. 2001 – Im September geht die eigene Homepage mushroom-online.com ans Netz, zuvor lief online alles über www.chaishop.com. 2002 – Im Januar erscheint der erste intershroom, die internationale und englischsprachige Ausgabe, zum Teil noch mit deutschen Übersetzungen. Kisch Kusch, Altonaer Straße in Hamburg, übernimmt den trancestore und kümmert sich anfangs auch um den Mailorder. Die Auflage liegt bei 55.000 im Winter und 60.000 im Sommer. 2003 – Mit dem drugstore magazine wächst ein eigenständiges Gesundheitsmagazin für die Partyszene aus dem mushroom heraus. Der intershroom erscheint etwa vierteljährlich. Den Mailorder übernimmt im Februar trance-shop.com aus Lüneburg. Im Juli wird bei Grabow das zweite mushroom OA gefeiert, ein lauschiges Trancefest. Ab der September-Ausgabe, in der du gerade liest, kostet das Heft 1 Euro.


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TRANCE GESCHICHTE

Warum sagt man eigentlich GoaSzene? Wie fing alles einmal an? Und was hat es mit diesem Sprötze auf sich? Fragen wie diese beantwortet ein ausführlicher Text von Kai Mathesdorf, den wir hier, weil er so aufschlussreich ist, zu einem kleinen Teil wiedergeben. Du findest ihn in voller Länge auf www.mushroom-online.com und auch im ersten intershroom (Januar 2002). Von Kai Mathesdorf Indien zu bereisen bedeutet, sich auf die Verrücktheit des Landes einzulassen, sein surreales Chaos verstehen oder zumindest sich von ihm treiben lassen zu wollen. Deswegen war Indien immer ein facettenreiches Land, das weit weniger touristisch erschlossen ist als viele andere asiatische Länder. Auf diesem Kontinent im Kontinent liegt Goa, an der Westküste etwa 600 Kilometer südlich von Bombay. Goa ist ein Bundesstaat und keine Insel, wie viele meinen, der bis 1962 portugiesische Kolonie war. Dadurch ist Goa sehr christlich geprägt und unterscheidet sich von anderen indischen Landstrichen durch Liberalität, religiöse Offenheit und kulturelle Vielfalt. Durch die klimatischen Gegebenheiten - die durchschnittliche Temperatur liegt im Jahresablauf zwischen 20 und 34 Grad -, durch die wunderbaren, nahezu unberührten Strände und das ungeschlagene Preis/Leistungsverhältnis im Gegensatz zum Leben in westlichen Kulturen entwickelte sich dieser Landstrich bereits in den sechziger Jahren zu einem internationalen Treffpunkt von Esoterikern, Mystikern, nach Spiritualität und Wahrheit Suchenden, von Anarchisten, New Age Philosophen, Outlaws,

Drogendealern und so berühmten Freaks wie Eight Finger Eddie. Von den freundlichen Einheimischen gern aufgenommen, entstand ein buntes psychedelisches Paradies aus JetSetHippies und LowCost-Travellern, die verband, dass sie ihre Position meist außerhalb der konventionellen westlichen Gesellschaft hatten, den kalten europäischen oder amerikanischen Winter aussitzen wollten und hier den schönen und intensiven Seiten des Lebens nachgingen. Das ging recht lang sehr gut und unbeobachtet, Charas beispielsweise, das indische Hasch, war Teil religiöser Praktiken und Lebensweisen von Yogis und Sadhus, gleichsam ein Teil indischer Kultur. Es wurde erst Mitte der siebziger Jahre durch Druck der amerikanischen Regierung zu einer verbotenen Substanz. Mit den feierfreudigen Freaks kamen natürlich auch Partys mit der Musik der Zeit wie Psychedelic Rock und später Reggae. Mit extra eingeflogenen Generatoren und Musikanlagen an Stränden und Palmenhainen gewannen diese Partys zunehmend an Energie und Bedeutung für die Szene, es gab sogar psychedelische Theater Performances am Strand. Dekorationen aus fluoreszierenden Farben und indischer Mythologie wurden zunehmend Bestandteil des Lebens in Goa. In der Season 87/88 kam ein französicher DJ namens Laurent darauf, die Partys mit Electrosounds zu beschallen. Das brachte ihm zunächst vehementen Widerstand ein, aber irgendwann ist der Zündfunke gefallen, und diese bizarre elektronische Musik schlug im Kontext der paradiesischen, natürlichen Umgebung mit Nachdruck ein. Auch andere Leute kamen auf die-

sen Film und erkannten das immense Potenzial elektronischer Musik in diesem aus Zeit und Raum herausgelösten Platz. DJ Goa Gil war bereits 1970 aus Kalifornien mit seiner Gitarre nach Goa gekommen und wurde schließlich der erfolgreichste Protagonist des Psychedelic Electronic Dance und ist es bis heute geblieben, legendengleich schuf er mit seinem Konzept des “Redefining the Ancient Tribal Ritual for the 21st Century” die

PARTY IN GOA 1997

Verbindung von Beat und Spiritualität, von Yoga und Musik, um sich und der Crowd über die Trance-Dance-Erfahrung zu einem höheren Bewusstsein zu verhelfen. Da Goa spätestens ab April für Europäer und Amerikaner zu heiß wird und die folgende Regenzeit im Juli bis August das Leben auch nicht angenehmer macht, kehrten die Freaks notgedrungen immer wieder in ihre Herkunftsländer zurück und verbreiteten dort diese Art von Party-Kultur und Musik, um in der jeweils nächsten Saison wieder neue Einflüsse nach Indien zu tragen. Goa entwickelte sich zu jenem Zeitpunkt zu einem der musikhistorisch innovativsten Zentren der Erde und zu einem Pool elektronischer Musik, denn mit Hilfe von Walkmen und später durch das Aufkommen von digita-


GOA UND DIE ANFÄNGE

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ler Tontechnik (Digital Audio Tape = DAT) kam es zur freien Kopierbarkeit von Musik und einem ständigen Austausch musikalischer Ideen und Strömungen. Durch die internationale Zusammensetzung der Crowd war Goa nicht nur Treffpunkt einer einzelnen Szene, sondern für Menschen aus völlig unterschiedlichen Sozialisationen ein “universal frequency freeway” (DJ Ray Castle). Die in den späten achtziger Jahren entstehende enorme Palette der Möglichkeiten, mit Hilfe von Computern und Synthesizern psychedelische Musik nur aus Strom zu erzeugen, sorgte zusammen mit den hier aufeinander treffenden “Global Playern” für einen kreativen Overflow, der sich unbegrenzt über den Planeten ausweitete. Musiker wie Johann Bley, zuvor noch Drummer der Hamburger Wave/ Punk Band Ledernacken und später Teil der englischen Band Juno Reactor, brachten Computer mit nach Goa, tanzten durch die Nacht und setzten ihre musikalischen Erfahrungen gleich am nächsten Tag um, um in der nächsten Nacht schon wieder zu dieser neuen Musik tanzen zu können. Aus diesem ständigen Zusammenkommen verschiedener Menschen aus unterschiedlichen Regionen und musikalischen Backgrounds entwickelte sich mehr und mehr ein eigenständiger Musikstil, den man schließlich Goa-Trance nannte. Der Ruf von Goa als HighendHippie-Paradies wurde immer stärker und zog mehr und mehr Traveller und Verrückte an, bis die Energie schier grenzenlos wurde; der australische Ollie Wisdom (Space Tribe) überschwemmte die Szene mit Unmengen psychedelischen Bewusstseins, sein Bruder

STRAND IN GOA(OBEN) – ANTARO UND SCOTTY (UNTERES BILD) AUF DER VOOV EXPERIENCE 2003 – BILDER: KAI MATHESDORF

begründete das entsprechende Klamotten-Label für Full-On Psychedelic Wear und ultraviolette Orgasmen. In Deutschland trafen sich die Goa-Verrückten, die sich und diese Partys aus Indien kannten, in einem etwa 30 Kilometer südlich von Hamburg gelegenen unscheinbaren Ort namens Sprötze in einem ebenso unscheinbaren Gasthof namens Waldheim ab 89/90 regelmäßig. Das Publikum war eine bunte Mischung aus Freaks der ganzen Republik. Es war ganz normal, dass Leute zum Beispiel extra aus Bayern für eine solche Party angereist waren. ”Irgendwann war es einfach zu voll, und die Leute fingen an, mitten auf der Bundesstraße zu tanzen, so dass sie gesperrt werden musste. Es lief nichts mehr, Stau in allen Richtungen, worauf ich die Woche darauf zum Ordnungsamt zitiert wurde. Seitdem mussten wir bei jeder Party, die wir veranstalteten, von vornherein 1000

Mark Bußgeld zahlen.“ (Ernst im Interview mit Mat Mushroom 10/96) Am Dorfstammtisch wurde auch ausgekungelt, mal in der Kiesgrube ein fettes Open Air zu veranstalten. Diese Party ging

ANTARIS PROJECT 1998

1991, auch wenn sie noch nicht so hieß, als erste VooV Experience mit immerhin rund 1500 Besuchern in die Techno-Geschichte ein. Eine dicke Party, die viele Trance- und Goa-Jünger und manche DJs noch heute als ihre Initialzündung betrachten.


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TRANCE GESCHICHTE

Von Pablo von Waldenfels So 1994 schlug ich als kleiner, unerfahrener sechzehnjähriger Burschi das erste Mal auf einer Trance-Party auf, eine von Papa Antaros legendären Sonntagnachmittag-Open-Air-Afterpartys in der Hamburger City. Damals war zwar nicht alles besser, sondern eben nur damals, aber: Ich hatte das Gefühl, zu einer intakten Gemeinschaft von Leuten zu stoßen, die mich und meine Buddys damals sehr gut aufnahm. Fast jedes Wochenende ging es fortan auf Partys im norddeutschen Raum, wo eigentlich nur in leicht wechselnder Besetzung die

gleichen vier- bis fünfhundert Leutchens ihren Spaß hatten. Man merkte richtig, dass die Szene seit Anfang der Neunziger (also schon Jahre bevor ich je davon gehört habe) organisch gewachsen war. Den mushroom kannte ich zu der Zeit übrigens nur als Din-A4Faltblatt, auf dem die wichtigsten Techno-Partys und Raves in Norddeutschland zusammengetragen wurden. Langsam hatte sich das aber herumgesprochen, dass es da eine bunte Gemeinschaft gibt, die sich jedes Wochenende ein Bein ausfeierte, und so wurden die Clubs immer voller. Der erste Schock kam dann im

Sommer 95, die Voov Experience hatte plötzlich Ausmaße angenommen, mit denen von uns keiner gerechnet hatte. Gleich Tausende von Leuten aus aller Welt waren da und zum ersten Mal waren unsere Meinungen plötzlich gespalten. Die einen standen mit offenen Mündern auf dem Gelände und schüttelten ungläubig ihre Köpfe: „Das ist mir jetzt aber zu viel, Leute, was geht hier denn ab?!?“ Die anderen freuten sich einfach darüber, dass jetzt mehr und mehr Menschen in den Genuss eines solchen Events kamen. Einerseits war es klasse, die Soundsystems wurden größer, die Partys waren offiziell gemeldet und wurden nicht mehr regelmäßig von der Polizei gesprengt; andererseits stiegen zum Beispiel die Eintrittspreise drastisch und es wurde schwierig für viele, sich so ein Wochenende zu leisten. Und dann – etwas später – war es soweit, ich hielt das erste Mal einen mushroom in den Händen, in dem eine TIP Compilation die Platte des Monats war! Etwa zu

Falling in Trance die norddeutsche acid-szene party ist leben – leben ist party

HÖRNCHEN

Von Mat Mushroom Sommernachts gegen 4 Uhr: Ein in strahlende UVFarben gehülltes Lichtmeer, bemalte Tücher, leuchtende Figuren, hunderte oder gar tausende wild tanzende Hippies unter freiem Himmel; nur Mutter Erde unter den Füßen. Der vor wenigen Minuten noch aggressive Sound wechselt langsam zu melodiösen Hooklines. Wenig später: die ersten Sonnenstrahlen erhellen den Horizont und geben den Blick auf die energetisch agierende Menschenmenge frei, den die Nacht uns bisher geschickt verschloss … So könnte sich eine ganz normale Open Air Tranceparty des letzten Sommers abgespielt haben. Auf minimal und nur szeneintern beworbenen Partys drängelten sich im letzten Jahr plötzlich bis zu knapp 8000 Leute; alles vorher geübte Clubraverhouser-Schickimicki war plötzlich verschwunden und die alte zerrissene Jeans wurde wieder aus dem Schrank geholt. Alles ist erlaubt und doch gibt es viele Rituale, denn das Chillum sollte man beispielsweise schon richtig rauchen. Eine Szene, die es


MUSHROOM MEETS GOA wie Antaris oder Boom, ohne sich mit kleinen, feinen UndergroundPartys in die Quere zu kommen. Die Kritik an den „großen“ ist zum größten Teil (zumindest bei den hier erwähnten) nicht angebracht, da die Menschen, die sie organisieren, sich für ihre Events den A*$%h aufreißen und ein wahnwitziges Risiko auf sich nehmen. Die Musik und die Veranstaltungen haben ein sehr hohes Niveau an Professionalität erreicht, ohne den Spirit kaputt zu machen, und grade in schlechten Zeiten hält die Szene zusammen, was mit den sehr hohen Besucherzahlen der diesjährigen Partys mit bis zu 15.000 Besuchern belegt wurde! Da können auch Repressalien seitens der Behörden nichts dran ändern. Ich habe selbst nur wenige Events veranstaltet, da es echt ein wahnwitziger Aufwand ist, so was durchzuziehen, genauso verhält es sich mit dem mushroom, wo jeden Monat die Köpfe rauchen und an neuen Konzepten gearbeitet wird … Schließlich ist er aus

eigentlich bereits seit Mitte der Achtziger gibt, erblickte wieder einmal das Licht der Öffentlichkeit. Die Häufigkeit und Größe dieser Trance-Partyevents gerade im vergangenen Jahr war nie höher. Was es sonst nie gab: Man konnte sich gar seine Lieblingsparty unter mehreren Events pro Tag aussuchen. Aber trotz dieses Quantitätsfaktors – fast alle dieser Partys waren bis ins kleinste Detail liebevoll bereitet: vom handgemalten Flyer bis zum Frühstücksbuffet. Die Party ist unser Leben, das eben ist eine Party. Und wie es auch im richtigen Leben ist; man will Spaß haben, sich wohlfühlen, akzeptiert werden, außergewöhnliche Leute um sich haben, auch mal einfach nur sich selbst spüren, sein Wesen ergründen oder abtanzen, was das Zeug hält. Bei vielen DJs auffällig ist die songorientierte Mixweise. Teilweise hängt es tatsächlich damit zusammen, dass jener DJ bisher keine Ambitionen verspürte, wenigstens einmal in seinem Leben einen Beat anzugleichen. Andererseits will jeder Goa-Track auch eine eigene kleine Geschichte erzählen und ist mit Intro, Hauptthema und Outro ein eigener Space in sich. Neben den mittlerweile alteingesessenen Partyveranstaltern, wie Waldheim und Spirit Zone in Hamburg, Atlantis und Partysyndicate in Hannover sowie Claudio Urban in Rendsburg und Hamburg, machen sich mittlerweile immer mehr Köpfe Gedanken über die perfekte Party, die verpeilteste Deko und den leckersten Chai-Tee. Aus: mushroom magazine #19, 02/96

STEFAN MÖLLER

dieser Zeit veröffentlichte der Prinz sein „Goa ABC“ und die Bravo führte ein Interview mit Antaro. Und schwupps ward die nächste Diskussion losgetreten. Wo soll das alles noch hinführen? Sollen wir demnächst 60 Mark Eintritt auf den Partys bezahlen, wie das zum Beispiel bei Mayday oder Time Tunnel der Fall war? Finde ich mich demnächst in den Klatschspalten der Tagespresse wieder, wenn ich am Wochenende feiern war? Ist der mushroom jetzt die Bravo für Goapartys? Ist der Spagat zwischen Underground und Kommerz für die Szene überhaupt zu bewältigen oder wird sie dadurch gespalten? Oder macht Vater Staat das überhaupt mit, dass solche Feste ganz offiziell und in aller Öffentlichkeit stattfinden? Einige Befürchtungen der Leute haben sich sicher bestätigt, andererseits hat sich der Hype, ganz natürlich, wie es ein paar Jahre vorher in der Techno- oder Grungeszene war, wieder gelegt. Nun existieren seit dieser Zeit außer der Voov große Festivals

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der Szene schon lange nicht mehr wegzudenken, und selbst die hartnäckigsten Kritiker von einst fragen mich nun: „Sach ma, haste den neuen shroom schon da, ich möchte nämlich wissen, was diesen Monat so geht!?!“

1997 Der Bilderklau geht um – im mushroom werden die ersten geklauten Deko-Gemälde veröffentlicht, damit der Dieb keine Freude dran haben kann >>> Überall Kameras – einst fast tabu auf PsyPartys, hat sich das Fotografieren zur normalen Sache entwickelt, was nicht alle begrüßen >>> Der Open Air Sommer mit Partys bis Ende September ist fett, aber chaotisch – hier fällt die Hotline aus, da wird sie gleich mit Absicht abgestellt, um den Gästeansturm zu blocken >>> Trance-Poducer überbieten sich mit immer neuen Rekordmengen von Düdeln pro Takt >>> Die Fusion erblickt das Licht der Welt >>> Nach der VooV gibt es Ärger, weil streunende Hunde fünf Schafe gerissen haben sollen >>> Besonders in westlichen Bundesländern kontrollieren Polizei und BGS zunehmend vor oder nach Partys Autos und Insassen


TRANCE GESCHICHTE

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Von Claus Baldauf Ludwigslust also, MecklenburgVorpommern. Nie gehört, aber wenn’s schön sein soll: Hotline anrufen, Wegbeschreibung notieren, am Ende den Schildern folgen. Soweit die Theorie. In der Praxis hatte man nämlich beim Mitschreiben rechts und links abbiegen vertauscht, einen zu schnell genuschelten, aber wichtigen Ortsnamen verpeilt – und stand dann da, nachts, in der östlichen Pampa. Etwa dort, wo der Ausdruck Dunkeldeutschland entstanden sein musste, weit und breit keine Telefonzelle, also erst recht keine Hotline zum Nachprüfen. Handys waren ja noch zwei, drei Jahre vor der Jahrtausendwende für viele ein

zu teures Manager-Tamagotchi. Strahlender Schnickschnack. Naja, und von den versprochenen Schildern keine Spur, wenn man sie halt an der falschen Stelle sucht. Aber bekanntlich wird man aus Ich kannte eine Menge Partys klug und den selben Wirklichkeitstouristen, die reiFehler macht man im Leben henweise das für uns noch höchstens drei- bis viermal. ziemlich neue Partyparadies Wozu es seit Mitte ansteuerten, lieder neunziger Jahre ber als den Wo gibt es eine diverseste Chancen Norden, und ob Ausfahrt vom Goagab, denn gerade die sie im Süden Highway A 24, die große Weite und eigentlich auch keine Erinnerungen dünne Besiedlung in feierten, haben an Partys freisetzt? MecPomm und den wir leider immer Randbereichen nur uns gefragt. Brandenburgs haben diese Es war ja sowieso neu und Gegenden zu bevorzugten schön genug, was wir am Osten Feierrevieren gemacht. Hand in entdeckt hatten. Hand mit der Schönheit der Mit der Zeit klappte sogar die Landschaften. Aber wem sag ich Navigation. PsyTrance ist das. Heimatkunde, das weiß ja jeder,

Sleepless in Travemünde im Ort geparkt. Nicht gerade ein ruhiges Wochenende für die Leute in Barendorf. INDIAN NAASHAA 97 Es war ein heißer Sommer wie dieser und es hatte sich rumgesprochen, wie schön es in Barendorf war. Die Party war völlig überlaufen, vielleicht sind 8000 untertrieben, aber es war immer noch schön. Die kühle Nacht war vorbei, die Wimpel flatterten überall fein im Wind – und die Musik ging aus. Nach Stunden hatte jemand eine Minianlage am Start und es wurde noch etwas getanzt. Ansonsten großes Chillen und ein Soundsystem in den Dünen. KAI MATHESDORF

An einem sonnigen Sonntagvormittag, die fünfte Indian Naashaa war voll in Gang, erschienen zwei Polizeibeamte neben dem DJ – und der Sound ging aus. Das war am 1. August 1999. „Fernöstliche Klänge“, fanden die Lübecker Nachrichten, hatten nachts die Urlauber geweckt. Gemäß Hamburger Abendblatt feierten „8000 Jugendliche am Strand von Barendorf (Landkreis Nordwest-Mecklenburg) eine Goa-Party. Die Schallwellen aus der mehrere Tausend Watt starken Musikanlage breiteten sich ungebremst über das Wasser aus und waren noch in den 20 Kilometer entfernten Ostseebädern Niendorf, Sierksdorf und Grömitz deutlich zu vernehmen.“ (www.kernelgoa.de) Beschwerdeanrufe ohne Ende bei der Polizei und dazu hatten wegen eines Riesenstaus am Samstagabend viele Gäste schon


MOONA

ENTLANG DER A24

und die Mauer in den Herzen, die Helmut Kohl damals so quälte, haben wir PsyWessis Kilometer für Kilometer und Beat für Beat weggefeiert, wenn wir sie gehabt haben sollten. Inzwischen weiß ich, dass Ende der Neunziger längst nicht mehr alle Mecklenburger Trance Open Airs importiert, sondern zum Teil von Leuten dort auf die Beine gestellt waren, wie heute auch. Warum sollte sich der Virus auch ausgerechnet dort nicht verbreiten, wo es die schönsten Plätze zum Zusammensein gibt? Wer auch immer, sie haben uns an die besten und manchmal ganz gut versteckten Strände gelotst, an Waldtümpel und auf tolle Wiesen, mitten in den besten Morgennebelflaum. Die perfekte Umgebung, um möglichst viel von dem Geist zu retten, der an anderen Ecken der Technokultur längst komplett im Arsch war. Klar, das galt bei den Alteingesessenen auch schon für den TranceUnderground und seine

Festivals – bevor ich sie für mich entdeckte. Uns hat’s aber gefallen und ich hab’ eine Menge gelernt auf diesen Partys und mitgenommen in die andere Welt. Mitbringsel aus dem Osten. Wir haben Rehe, Füchse, Hasen gesehen (manche sogar Wildschweine), haben uns in die trashige Eisdiele kurz vor dem Barendorfer Strand verguckt und am alten DDRWachturm gechillt, der noch am Ufer des Dassower Sees steht. Hagenow, Parchim, Pritzwalk – wo gibt es zwischen Zarrentin und dem Dreieck Wittstock eine Ausfahrt vom Goa-Highway A 24, die keine Erinnerungen an Partys freisetzt? (Gut, manche davon sind jetzt vielleicht ein bisschen schwammig.) Wer von uns Wessis war schon mal an der Müritz, bevor er zum ersten Mal seinen Fuß auf diesen ausrangierten sowjetischen Armeeflughafen gesetzt hat? Dann wären da noch diese ostexklusiven Sonnensonntage, gar nicht so selten, nach denen man in Regenhannover mit dancefloorfarbenem Gesicht Fragen aufwarf wie: Wo hast du dich denn bei deeem Wetter so verbrannt gestern – Sonnenbank? Nee, tanzen im Osten. Das hat dann auch nicht immer alles erklärt. Das Trancepartyparadies also, in dem dann sogar noch Partys und tanzwütige Tranceleute nachwachsen. Aber sind denn Locations eigentlich nachwachsende Rohstoffe? Eine Weile schien es so. Eigentlich könnte man das immer denken, gerade wenn man die mit Müll übersäten Goaäcker und ihre stinkenden Randstreifen sonntags nüchtern betrachtet. Wenn.

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Sonst würde sich doch niemand so aufführen, oder? In diesem Jahr hatten viele Veranstalter schon bei der Locationsuche große Probleme, manches wurde abgesagt. Nicht nur im Osten. Ein Veranstalter erzählt, es könnten sich dort immer weniger Kleinbauern halten und die hätten am ehesten ein Interesse daran, mal einen Partyacker zu vermieten. Vor allem aber gebe es immer mehr verbrannte Erde. Nach all den Partyjahren haben sich im Osten schlechte Erfahrungen angesammelt. Mir hat er eine ganze Menge gegeben. Und manchmal bin ich unsicher, ob er dafür von mir genug bekommen hat. Ob er überhaupt bei der Sache ein gutes Geschäft macht. Es ist eine schöne Geschichte des Sommers, wie die VooV und das Örtchen Putlitz miteinander klarkommen, was unternehmen, um sich kennen zu lernen und zu verbinden. (siehe mushroom-online.com) Natürlich wären die im Ort nicht scharf auf den tage- und nächtelangen Krach und die anderen Belastungen, wenn dabei nicht auch echtes Geld hängen bliebe. So ist die Welt, ob wir nun auf ihr rumtrancen oder nicht. Aber dass da rund um ein internationales Trancetreffen eine Freakpatenschaft mit den Leuten aus einem Örtchen in Brandenburg wächst, definitiv interkulturell, das weist auf einen feinen Unterschied hin. Wenn du willst, kommt der auch noch an anderen Stellen zum Vorschein.


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TRANCE GESCHICHTE

Als Anfang der Neunziger die Technoszene richtig erwachte, war der neue Sound für einige Leute vom Land schon fast ein alter Hut. In Sprötze vor den Toren Hamburgs feierte man an der Kieskuhle und in einer Gaststätte, die als Waldheim in die Geschichte einging. Wir haben Andrea und Ernst vom Waldheim gesprochen und ein altes Interview zu Rate gezogen.

Ende der Achtziger standen Ernst und Antaro in Indien auf einer frühen Technoparty. Antaros Erzählungen von Goa hatten seinen Freund neugierig gemacht, nun war er selbst da. Die beiden betrachteten versonnen die Freaks, genossen die monotonen Beats und waren sich einig: Sowas kann man in Deutschland unmöglich machen, da wird man ja gleich verhaftet ... Drei Jahre später begannen genau diese beiden, als Erste in Deutschland Goa-Partys zu organisieren. Antaro ERNST hatte sich ein Haus in Sprötze in der Nordheide gekauft, wo Ernst einen dreistöckigen Gasthof mit Hotel gepachtet hatte. Sprötze, mit Partys in Antaros Garten, im Waldheim und an der Kieskuhle, wurde die Wiege der deutschen Szene. ”Wir hatten von Anfang an vor, Partys zu veranstalten, haben aber als Restaurant und Kneipe in Sprötze angefangen, mit Haxen und Aalsuppe”, erzählt Ernst.

Ernst: ”Das Restaurant hatte an-

gegliederte Hotelzimmer. Unsere Gäste hatten deshalb die ganze Etage mit den Zimmern gemietet. Da tobte der Bär und es ließ sich super feiern. (...) Anfangs gab es auch noch keinen Eintritt, es stand einfach ein Topf da, auf dem Spende stand. Da haben die Leute halt was reingeschmissen – oder auch nicht; je nachdem ob sie was hatten. Das Witzige daran war, dass fast immer das selbe herauskam, als hätten die Leute normal bezahlt.” Pilz: Was war mit den Nachbarn? Ernst: ”Wir hatten eigentlich ein ruhiges Gebiet, da waren kaum Leute, aber jede Menge Wochenendhäuser. Das Problem war, die Leute von außerhalb kamen nur am Wochenende und da haben wir gefeiert. Sie beschwerten sich massiv, so dass man Bußgelder verANDREA hängte (siehe Seite 47). (...) Wir haben dann den Eintrittspreis etwas erhöht, statt 10 Mark eben 15 Mark, und unsere Gäste fanden das auch voll okay. Alles war wieder Friede – Freude – Eierkuchen und wir haben eben alle 14 Tage 1000 Mark zum Ordnungsamt gebracht. Bis sie uns dann irgendwann den Betrag auf 3000 Mark erhöhten. Das war Anfang 93. Das haben wir so zwei-, dreimal gemacht, dann aber gemerkt, das wir das nicht mehr aufs Eintrittsgeld umschlagen konnten. Hier im Dorf konnten die Leute mit der Musik halt überhaupt nichts anfangen. Unser Publikum sah ja auch ganz anders aus als das aus dem Dorf. Alle waren am Tanzen und uns wurde natürlich alles möglich angehängt: Sekte, Scientology und was weiß ich nicht alles.” (...)

ERNST

MAT (2)

Von Mat Mushroom und Claus Baldauf

Zwischen Hochzeitgesellschaften und Rockpartys schlichen sich mit der Zeit Technofeiern ins Waldheim-Programm. ”Das Publikum dafür gab es noch nicht, eigentlich nur die Goa-Fahrer, die das kannten und davon begeistert waren. Deshalb haben wie irgendwann mit kleinen Rockpartys angefangen, weil wir der Meinung waren, dass die Zeit für Techno noch nicht reif war.” An Silvester 1989 zogen trotzdem die Beats ins Waldheim ein: ”Angefangen hat die Party mit Siebziger-/Achtziger-Jahre-Rock und ab kurz nach Mitternacht haben wir zum Techno gewechselt. Das Publikum teilte sich in zwei Hälften auf und es gab sogar Schlägereien. Die Rockfans waren sauer, stürmten das DJ-Pult und wollten AC/DC hören. Ich hatte gleich gemerkt – so etwas mach ich nie wieder. Deshalb haben wir später eine Woche Rock und die nächste Woche Techno gespielt. Die Rockfans waren jedoch so sauer, dass sie nicht mehr auf unsere Partys kommen wollten. Beim Techno allerdings wurden es immer mehr, so dass wir später nur noch Technopartys veranstalteten. Es kamen etwa 250 Leute – und das meist ohne irgendwelche Flyeraktionen.” Und zwar mit dem Zug aus der Schweiz, den Koffer auf Rollen dabei, aus Holland, Berlin, Süddeutschland – ”weiß der Geier, wie die das alle wussten ...” Die Partys waren so voll, dass man kaum den Tresen erreichte. Andrea lernte Ernst gegen Ende der Waldheim-Zeit auf einer Party kennen. Die beiden wurden ein Paar, auch beim Organisieren. Andreas ältester Sohn Wayan, heute 24, machte bald als jüngster DJ von sich reden und blieb dabei.


TREFFPUNKT SPRÖTZE

Antaro, Sangeet, Scotty und Axel legten meist bei den WaldheimPartys auf – die VooV-Ur-Crew. Ernst: ”Wir haben von Anfang an die Partys in Sprötze zusammen gemacht. Antaro hat mir dabei geholfen, anfangs bei den Rock- und später bei den TechnoSCOTTY partys.” Ernst erzählt fröhlich von dieser Zeit, wie von alten Streichen. Einmal hingen zu einer Party um die 100 Staubsauger vom Spermüll an der Decke und überall – eingeschaltet, als Extra-Soundkulisse. Vom familiären Geist, der herrschte, schwärmt Ernst: ”Wenn einer schräg drauf kam, hat man nicht das Rote Kreuz geholt, sondern sich um ihn gekümmert.” Zwei Open Airs gab es an der Sprötzer Kieskuhle. 1991 reichte als Miete für den Besitzer, einen Stammtischkumpel, noch ein Präsentkorb. Zur ersten auch so genannten VooV ein Jahr später kostete der Spaß schon 1500 Mark. Und vor der VooV 93 verdoppelte der Vermieter den Preis: ”Ihr seid ja blöd, wenn ihr daran nichts verdienen wollt – ich will jedenfalls ...”, soll er gesagt haben. Antaro und die anderen fanden eine Location bei Zarrentin, Ernst stieg aus. 2003 hat er übrigens DIE BILD-ZEITUNG 1992 DIE VOOV – FOTOGRAFIEREN WAR JA VERBOTEN ...

MALTE NACH

auf der VooV in Putlitz gefeiert. ”Ich bin froh, dass ich da heute keine Verantwortung trage”, sagt er angesichts der Dimensionen des Festivals. ”Aber für mich hat das auf eine Art etwas Heiliges, da würde ich jederzeit noch für unterschreiben. Das ist nicht von der Größe abhängig.” Andrea und Ernst waren auch an den ersten beiden Shiva Moons beteiligt. Auf der ersten im Jahr 1995, die Jan Engel mit Scotty und Planet B.E.N. auf die Beine stellte, kümmerten sich die Waldheimer um die Bar. Im zweiten Jahr hießen die Organisator/inenn Jan und Bhavani, die das Festival bis heute gestalten, Andrea und Ernst. Die Pyramide, in der die Shiva-MoonDJs spielen, hatte Jan ursprünglich für die VooV gebaut. Sie wurde nun sein Markenzeichen. Die drei schönen Waldheimjahre waren vorbei, aber nach einjähriger Pause ging es im Top Ten in Harburg weiter. Der Spirit kam mit. ”Man schwebte fast auf der Tanzfläche”, sagt Andrea. ”Du konntest dich schon beinah’ drauflegen auf diese Energie ...” Danach gab es einen Winter lang jeden Freitag Waldheim-Partys im Powerhouse in Hamburg. Viele Gäste hatten Gratis-Clubkarten, es gab immer ein Frühstücksbuffet. Doch auch die Pioniere des Trance sahen sich

mit der Zeit, wie seitdem viele Aktivist/innen, mit KommerzVorwürfen konfrontiert. Das entlockt Andrea wie Ernst noch heute ein Lachen, allerdings ein nicht ganz so fröhliches. Das Waldheim, nicht zuletzt durch den Behördenstress, und auch die späteren Partys haben einen Berg von Schulden hinterlassen. 1997 gab es ein letztes von mehreren Waldheim Open Airs, auch als AntiSchulden-Programm gedacht – ”ein totales Fiasko”, sagt Ernst. Es regnete, statt Einnahmen gab es neue Schulden. Für eine Weile zogen sich die beiden danach zurück. JAN Ernst, heute 50, ist Holzhändler und baut unter anderem kunstvolle Sitzmöbel aus ganzen Stämmen. Andrea, heute 49, lebt glücklich auf dem Land und verbringt möglichst viel Zeit mit ihren Kindern und Enkeln. Die beiden sind enge Freunde geblieben und längst gehen sie wieder gern auf ausgesuchte Partys, vor allem um zu tanzen. Auch wenn der alte Spirit selten zu erhaschen ist: Trance gehört einfach zu ihrem Leben. Ernst plant sogar an einer neuen Waldheim-Party – vielleicht schon im Oktober in Hamburg im Traxx. Also Augen offen halten!!!

MAT

KAI

Andrea: ”Die Partys waren denen sowieso schon nicht geheuer. Und ob nun im Waldheim gekifft wurde oder Heroin gespritzt; da wurde damals wenig differenziert.” Partys, die eigentlich immer bis 12 Uhr mittags dauerten, waren eben suspekt.

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TRANCE PHILOSOPHIE

Von Claus Baldauf

seine eigene Firma gegründet – nun eröffnete sich ihm ein weiteres Universum. Alans Vorliebe zu Deutschland und eine Frau zogen ihn 1993 nach Hamburg, schnurstracks in die aufkeimende Goaszene. Szene-Engagement wie das Booking war immer ein Hobby Alans. Wie die Ahnenforschung und das Schreiben. Gerade brütet der begeisterte Sänger übrigens über einem Konzept, gemeinsam mit einem PsyTranceAct musikalisch eine richtige Geschichte zu erzählen – in Vocals. Aber das ist noch nicht spruchreif. Alan ist ein lebendiger Geist. Kreativität, sprudelt es aus ihm heraus, setze er durch Yoga und Meditation frei, für alle Bereiche des Lebens. Beide Techniken fließen auch in Alans Art zu tanzen ein. Zackigkontrolliert und für manche wie ein Kampfsport sieht es aus, wenn der Engländer auf dem Dancefloor in sich versinkt und gleichzeitig voll da ist. Manchmal sogar auf der Box, wie dieses Jahr auf der Fusion. ”Das ist keine Show, ich mache das für mich“, betont Alan. ”Tanzen ist mein Hauptding.“ Eine Therapie, die jeder brauche, und eine pure Feier des Lebens, hat er auf seiner Homepage formuliert. 1997 gründete Alan einen DJ-TapeVersand und bot die Mixes vor allem unbekannter norddeutscher ANDRÉ WAGNER

Als Jugendbewegung lässt sich das PsyTrance-Treiben nicht ohne Weiteres beschreiben. Viele Partygäste und Aktivposten der Szene waren bereits deutlich aus der Pubertät heraus, als der Virus sich in Deutschland zu verbreiten begann. Etwas typisch Jugendliches lässt sich ihnen aber doch nachsagen: das Suchende, das Streben nach Entwicklung. Zu diesen Seelen zählt Alan Frostick, den viele durch sein Kernel Goa Projekt kennen. „Mein Ziel ist es, mich selbst wirklich zu entdecken in diesem Leben“, sagt der 50Jährige. Und zwar auch und gerade auf Partys: ”Ich versuche, Tanz als Meditationsinstrument zu benutzen.“ Schon Ende der Achtziger hatte Alan sich in England nicht aufs Mittanzen beschränkt, sondern das Booking für Outdoor-Technopartys gemacht. Diese M25-Raves (nach dem Autobahnring um London benannt) wurden ohne Genehmigung veranstaltet und nur unter der Hand promotet, immer in Gefahr, von der Polizei weggeräumt zu werden. Damals war Alan frisch geschieden und bereits Vater von drei Kindern. In den Siebzigern hatte er als Informatiker in London und Hannover an Unis die neue Welt der Computertechnik erforscht, später

Nachwuchsartists auch auf Partys an. ”Viele haben dadurch mehr Bookings bekommen und einige sind inzwischen berühmt geworden.“ Kernel Goa wurde Alans Markenzeichen, bald auch als unkommerzielle Website, die bis heute einen Haufen Infos und Kontakte enthält, aber nicht mehr von Hand gepflegt wird – dazu ist zu wenig Zeit. ”Die Site ist ein Roboter, sie funktioniert von selbst.“ Aber ab und zu stellt Party Guru Alan noch immer Kolumnen online, inspiriert von den schönen Dancevibes auf der Fusion, von der Location und Deko der Shiva Moon oder von der lieben Partycrowd auf der Excalibur. Auch Flyer und mushroom magazines verschickte Alan damals. Da die Flyer nie reichten, entstand in Schwarzweiß-Kopien das Kernel Goa Infoblatt mit Szenedaten ohne Ende – niemand sollte das Beste versäumen ... Alans Partysommer 2003 war rege. Die Lust, Freunde zu treffen und zu tanzen, treibt ihn raus. Für ihn, der intensive Indienreisen hinter sich hat, geht es dabei aber nicht nur um den reinen Spaß. Seit 30 Jahren setzt sich Alan mit hinduistischer Philosophie auseinander. Die Upanishads, eine Sammlung alter Weisheiten, sieht er seitdem als seinen Leitfaden des Lebens an, seine Partyerfahrungen als Teil des Strebens, diesen Guide individuell umzusetzen. Individuell hält Alan es auch mit der Mode. Obwohl kein Schotte, hat er den Kilt für sich entdeckt und darin einen interessanten Sommer verlebt – und viele fragende Blicke. ”Ich trage den Schottenrock, weil ich es kann“, sagt er verschmitzt. ”Ich bin eben Manns genug ...“ www.kernelgoa.com


TA N Z - S T I M U L A N Z

Von Konrad Lauten Und es war ... Sommer 94 – in der Pampa zwischen Oderbruch und Havelland tobten die ersten halblegalen Raves. Während acidschwangere Jugendliche in Eintracht mit lokalen Bauern wild abfeierten, experimentierte eine kleine, psychedelisierte Crew mit Kräutern, Hölzern und Säften. Sie war der Pappen und Biere der Berliner Clubs müde und mixte Cocktails aus magischen Pflanzen, sehr zur Erbauung der Tanzwütigen. Der Pioniergeist brachte psychoaktive Drinks hervor, deren Aroma oft genug gegen den guten Geschmack verstieß, deren Wirkung die von Alkohol aber bei weitem übertraf.

1996 wurde über einige Monate wöchentlich eine Bar mit Themen zu „Strategien fürs neue Millennium“ veranstaltet: die Elixier-

Spacebar. Dabei wurden verschiedene Pflanzendrinks wie Kokmok, Bella Muira und Kawananas entwickelt und bei Musik mit Hirnaktivisten über die Zukunft und Vergangenheit der Dinge philosophiert. Nach einigen Monaten in verschiedenen Locations tingelte die Spacebar-Besatzung mit ihren Drinks durch innovative Partylande und veranstaltete selbst kleine Festivals, bei denen sehr zum Erstaunen der Gäste mit einem Alkohol“verbot“ eine ungewöhnliche Rauschwelt installiert wurde. Mittlerweile hatten sich die Teams von Elixier und Sensatonics zusammengefunden, um die Drinks geschmacklich und im Wirkprofil zu verbessern. Mittels alchimistischer Verfahren wurde und wird nicht allein der pflanzliche Wirkstoff extrahiert, sondern die Pflanze im Ganzen repräsentiert. Die Drinks schmeckten besser und es gab schon Anhänger der einen oder anderen Mischung. Die Spacebar konnte nun durch fertige Drinkansätze auch die im Kräutermixen unerfahrenen Pflanzenfreunde durch die Tiefen der Partynächte manövrieren. Im Laufe der Jahre wurden solche BarAktivisten zu erfahrenen SpacebarExperten. Das zeigen die Spacebars von Ganesh, Dominique, Sea See, Jahu und Namaste. Die Elixier-eigene Bar ist seit einigen Jahren mit ihrem Kuppelzelt auf vielen Festen wie der Fusion und der Nation of Gondwana vertreten. Bei kleinen Events wird der Spacebar-Dome auch immer wieder gern aufgebaut. Viele Gäste haben die Möglichkeiten der Bar in ihre Partyplanung mit einbezogen und ihre Substanzenkonsumgewohnheiten darauf

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eingestellt. Zum Wachbleiben oder Berauscht-Sein braucht es nun nicht mehr immer mehr synthetische Stimulanzien, sondern es wird gern zwischendurch auf Kokmok, Moonwalk oder Satyr zurückgegriffen. Die pflanzenaktiven Drinks können einem stimmungsvollen Publikum helfen, ekstatisch ein rauschendes Fest zu feiern und trotzdem am nächsten Tag einen klaren Kopf zu haben. Die aktuellen Einsatzorte der Bar, die Drinks für eine eigene Bar oder eine ganz private kleine Partyausstattung gibt’s beim Elixier, Lychener Straße 5, 10437 Berlin. www.elixier.de

1998 In Israel stört die Polizei die Tranceszene massiv, berichtet Astral Projection. DJs, die mit Plattenkoffern unterwegs sind, kriegen schon am Flughafen Probleme >>> Abenteuer Eclipse: Zur Sonnenfinsternis Ende Februar reist eine Partydelegation samt Veranstalter nach Venezuela. Die Absprachen etwa in Sachen Technik und Location erweisen sich vor Ort als äußerst relativ, es wird chaotisch, die Wenigsten kehren glücklich heim >>> Zum zweiten Earthdance gibt es fette Partys bei Köln und in Zürich >>> Die Zoom setzt als Open Air zur Streetparade Maßstäbe in der umtriebigen Schweizer Szene


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TRANCE GESCHICHTE

Johann Bley: Jede Musik, ob im

Rock'n'Roll-Ebene. Das muss so sein. Ich habe erlebt, wie meine Musik wirkt, und ich glaube daran. Ich will nicht akzeptieren, dass die Musik nun soundso gemacht wird; das ist eine Philosophie für wieder ganz andere Menschen. Ich glaube, es geht zurück zu einer globalen Aussage, weil es sich einfach überspezialisiert hat; ich bin der Meinung, dass es unwahrscheinlich viel gute Musik out there in the world gibt, die ich auch dann nicht vergesse, wenn ich in meiner eigenen Musik – durch den Verkauf von Platten und die allgemeine Resonanz – bestätigt werde. In aller Welt, von Alaska bis Neuseeland, gibt es immer was zu entdecken, und es kann nicht sein, dass man sich verschließt. Viele Leute wissen gar nicht, was "Trance" oder "Techno" bedeutet. Es hat seine Berechtigung, Fachmann für einen bestimmten Stil zu sein, aber es gibt noch viel mehr Musik, die darauf wartet, fusioniert, verarbeitet und aufgenommen zu werden. Ich möchte mich eher freimachen von stilistischen Zwängen in Kleinstkategorien. KAI MATHESDORF

Trance oder irgendwo, hat ihre Berechtigung. Es gibt Leute, die machen seit zwanzig Jahren Musik und sind durch alles durch. Ich gehöre da auch zu. Ich bin zum Trance durch Umstände gekommen, die nicht unbedingt "freiwillig" waren. Ich bin nach Indien gefahren und wusste nicht, was da auf mich wartet. Was ich damals gehört habe, als es den Namen "Trance" noch nicht gab, war Musik aus Electro-Versionen von Hits, Instrumentalversionen oder B-Seiten, die einfach nur Synthie-Pop waren, die in irgendeiner Form einen durchgehenden Beat und leicht psychedelische Anklänge hatten; Trommeln oder lustige Samples wurden von DJs collected und am Stück gespielt, was diesen transzendentalen Effekt hatte. Das Monotone hat schon gereicht; das Aneinandergliedern dieser Beats hat den Tranceeffekt voll und ganz erreicht. Nur – die Musik war damals total offen. Jedes Stück kam aus einer ganz anderen kulturellen Schicht, aus einem anderen Land oder Umfeld. (...) Ich fusioniere meinen Background, den ich erlebt habe, mit Trance-Beat, Metal-Gitarren auf Electro-

Aus: Interview von Kai Mathesdorf mit Johann Bley im mushroom magazine (März 2000)

1999 Zur aus der Szene organisierten Demo in Hamburg gegen den Kosovo-Krieg kommen nur ein paar Dutzend Leute, Eternal DrumWolfgang und andere begleiten den Zug auf einem Trommeltruck >>> M. Kloroom veröffentlicht im mushroom erschütternde Hygiene-Reports über die Festival-Dixis >>> Die PsyGemeinde zieht es zunehmend raus aus Nord-/Ostdeutschland: Bis zu 20.000 Leute feiern im August in Ungarn eine fette, leider völlig desorganisierte Party zur Sonnenfinsternis >>> Im Herbst macht eine Flyer-Fälschung die Runde, die Jan Engel (Shiva Moon) aufs Derbste durch den Dreck zieht – der Urheber bleibt anonym >>> Deutsche Earthdance-Partys bringen 50.000 Mark für Projekte in Tibet ein >>> Fette Y2K-Partys in Südafrika und Goa zu Silvester

Pushava: Was ich festgestellt habe: Der Spirit, über den die Leute so reden, ist falsch. Es ist nicht echt. Die Leute, die damals auf Sommerpartys so richtig abgefahren sind – oder wenn du so einen richtig geilen Sonnenaufgang siehst, dann hast du die Birne so voll wie auf 2000 Einheiten. Dir platzt der Schädel, vor Freude und Zusammensein mit Menschen. Das Bild, was die Leute haben: Das gibt´s nur einmal, mit Drogen. Aber in Wirklichkeit gibt´s das ohne Drogen. Den Weg muss man selber Schritt für Schritt gehen. Ich habe einfach gemerkt, alleine durchfeiern oder die Illusion, wir sind eins, tanzen und feiern zusammen, diese ist für mich geplatzt. Das war, als ich mit den Drogen aufgehört habe. Das ist alles nicht wahr. Ein Gefühl, bei sich selbst zu sein, im nüchternen Zustand in den Trance zu kommen, ist viel wertvoller. Das bleibt auch deins, du hast es selber erarbeitet und in die Hand genommen. Das kann dir keiner wegnehmen. Was durch Drogen kommt, ist künstlich und wird dir immer wieder weggenommen. Und du musst von Montag bis Freitag wieder durchhalten, bis zum Wochenende, wo du vielleicht das große Glück findest. Das ist für mich der Kern der Sucht. Also fing ich mit Yoga an, erst mal body clean, dann fängst du mit deiner Psyche und Gedanken an, das auszucleanen, da bin ich noch immer ziemlich dabei, das ist nicht so einfach. Aus: Interview von Alpha mit Pushava im mushroom magazine (März 2000)


Z I TAT E U N D F A K T E N

Antaro: Es gibt schon noch einen privaten Antaro, der nicht immer in der Öffentlichkeit steht. In der Scene natürlich schon, manchmal finde ich das auch alles superkomisch, weil ich mich selber nicht als etwas Besonderes sehe. Ich kann das manchmal auch gar nicht nachvollziehen. So auch, dass es schon Situationen gab, wo Leute ein Autogramm von mir haben wollten. Da denk ich immer: Hallo Leute, merkt ihr eigentlich noch was? Was habt ihr davon, wenn ich

jetzt meinen Namen darauf schreibe. Wer bin ich, das zu tun, wer seid ihr, das zu fragen? Wo kommt das her, darum geht es überhaupt nicht! Aber das ist schon eine Realität, die ich akzeptieren muss, dass es Leute gibt, die in Scotty oder mir etwas Besonderes sehen, etwas in uns projizieren. Maik: Vielleicht ja auch Dankbarkeit? Gegenüber jemandem, der die Möglichkeiten geschaffen hat, etwas wahrzunehmen? Antaro: Wenn ich das nicht getan hätte, hätte es bestimmt jemand anders getan. Zumal ich das ja auch nicht allein war. Ich habe eigentlich nur das getan, was für mich anstand, ich hab mir das ja nicht ausgedacht, es gibt keinen

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ANTARO – ENDE DER NEUNZIGER VON JENS RAUHUT (LINKS) UND AUF DER VOOV 2003 VON KAI MATHESDORF

Plan dahinter. Es ist alles so gekommen, wie so’n Leben läuft. Aus: Interview von Liese und Maik Hotz mit Antaro und Scotty im mushroom magazine (Juli 2000)

Das neue Jahrtausend 2000

2001 Goa Gil wird am 3. Juli 50 >>> Spirit Zone feiert sein 100. Release >>> Ein neuer Verwandter des mushrooms ist das Shangri-La-La Magazin aus London >>> Das Vibez Magazin erblickt in NRW das Licht der Welt >>> Technics stellt die Produktion des legendären

SL1210 MKII ein und „Traktor DJ Studio“ ermöglicht eine neue Form des Auflegens: digital >>> Wer noch nicht in Goa war, kann es im Video „Last Hippie Standing“ erleben >>> Zur Sonnenfinsternis gibt es eine große Party in Sambia

2002 Der verregnete Partysommer im Jahr der Jahrhundertflut lässt viele Veranstalter auf einem dicken Minus sitzen: Das Lovefield Festival zum Beispiel wurde vom Wettergott zum „Lovelake“ umgetauft und musste komplett verschoben werden >>> Die miese Wirtschaftslage frisst sich immer tiefer in unsere

JENS RAUHUT

Plusquam, der progressive Ableger von Spirit Zone, kommt mit ersten Releases >>> Wegen des öffentlichen Drogenkonsums der Fraggels wird das Cult in Arnsberg (Sauerland) dicht gemacht >>> Ein 29-Jähriger aus Hamburg fällt, nachdem er auf dem Sommersonnenwendentanz zu viele Drogen genommen hatte, ins Koma und stirbt

Szene und knabbert an der Infrastruktur. Mit Flying Rhino schließt ein einst gefeiertes englisches Label die Pforten >>> Auf der Shiva Moon wird in einem Dixi ein frisch geborener Säugling gefunden – tot. Die Polizei verhindert zunächst, dass die Organisatoren dies bekanntgeben und sammelt an der Ausfahrt Adressen. Die Mutter wurde nicht ermittelt.


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SHOPGUIDE

FOTOS: KISCH KUSCH / MUSHROOM TRANCE STORE HAMBURG, TRIBAL TOOLS BERLIN BUM SHANKA HAMBURG

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Pentagon Große Burgstr. 44 Head, Fash, Schm Grow, Smart

Neuer Pferdemarkt 22a Grow, Books, Hanf

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Brainstorm

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Fantasia

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Info Jeder Shopeintrag enthält Abkürzungen, in denen kodiert ist, was man dort hauptsächlich kaufen kann: DJ = DJ-Equipment Eso = Esoterik-Artikel Fash = Fashion Gesch = Geschenkartikel Grow = Growbedarf Hanf = Hanfprodukte Head = Headshop Instr = Instrumente Kräu = Kräuter Pierc = Piercing Schm = Schmuck SchSch= Schnickschnack Smart = Smartshop Well = Wellness-Artikel


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Stoffwechsel 33098 Paderborn 05251-280148

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Midijum Records 59846 Sundern / Sauerland 02933-522-0 office@midijum-records.de

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