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MUMMY MAG

ISSUE

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N O.

R E P PA

2018

S C G E

H U T Z B Ü H R 5 EURO

A L I F E S T Y L E M A G A Z I N E F O R M O D E R N FA M I L I E S

Das Mag azin zum Blo g

VIELE INTERVIEWS / FEMALE EMPOWERING / VEREINBARKEIT / MOBILITÄT mummy-mag.de


Vereinbarkeit, Verantwortung, Aufteilung – das alles sind Aufgaben, die Eltern für sich lösen müssen. Irgendwie. Denn was sich so einfach anhört, ist wohl die größte Herausforderung im Alltag. Wer arbeitet wie viel, wer übernimmt zu welchen Teilen die Kinder, wer bringt sie in den Kindergarten, zur Schule, wer holt sie ab, fährt sie zum Schwimmen, Kindergeburtstag oder übernimmt die Kinderarzttermine? Und all das neben dem Job, der Karriere, dem Paar-Sein und den Hausarbeiten. Wie viel Hilfe hat man eigentlich, wie viel Hilfe bräuchte man, damit es wirklich läuft, und an welchen Herausforderungen scheitern wir alle immer wieder? Es ist nicht leicht, wenn beide Eltern arbeiten, aber es kann noch komplizierter sein, wenn man völlig unflexible Berufe hat. Arbeiten Eltern beispielsweise im Schichtdienst, in

der Pflege, müssen beide viel reisen oder sind Wochenendschichten Voraussetzung? In dem Fall muss mindestens einer von beiden zurückstecken, denn wohin mit den Kindern, wenn die Schicht um 6 Uhr morgens beginnt? Und wie soll das alles eigentlich funktionieren bei Alleinerziehenden, die keine Familie haben, die sie unterstützen kann? Was wir alle brauchen? Flexiblere Arbeitszeitmodelle, Verständnis bei ArbeitgeberInnen und neue Arbeitsstrukturen, die den geregelten Familienalltag erlauben. Außerdem die passenden flexiblen Betreuungsmodelle, die das Ganze begleiten. Wir haben in dieser Ausgabe genauer hingeschaut und einen Blick hinter die Kulissen geworfen. Und eines haben alle Eltern gemeinsam, mit denen wir gesprochen haben: Vereinbarkeit ist hart, aber mit viel Liebe geht alles!


CAMILLA & DANILO Bei Helene hatten wir doch eher das typische 100:50-Modell, bei dem Camilla weniger gearbeitet hat und dafür mehr Zeit mit den Kids hatte. Bei Oskar wollten wir es mit 50:50 schaffen, schließlich sind wir beide selbstständig und keiner von uns konnte eine Auszeit vom Job nehmen. Der Weg zur wirklich gleichberechtigten Aufteilung war aber nicht leicht, es bedarf immer viel Kommunikation und auch der Bereitschaft Dinge zu verändern. Man muss die Arbeit des anderen respektieren und auch den Part zuhause sehen, denn der ist nicht mit weniger Arbeit verbunden. Wir haben sehr viel Glück, dass wir wirklich an einem Strang ziehen und auch die Diskussionen und den Alltagsstress sehr gut meistern. Klar, jeder wünscht sich irgendetwas vom jeweils anderen, aber mit Liebe, Geduld, Rücksichtsnahme und offener Kommunikation gelingt das auch. Oder sagen wir mal so, wir werden immer besser.

SASKIA

JANINE

Die Frage der Vereinbarkeit. Mit drei Kleinkindern nach der Elternzeit der Zwillinge habe ich sie mir gestellt. Seitdem bin ich selbstständig. Und es hat sich gezeigt, dass es mit mir plus den drei kleinen Chefs besser für mich funktioniert, anstatt mit noch einem “Offiziellen”. Da spielen aber sicherlich auch persönliche Faktoren und Ansprüche mit rein. Hinzu kommt, dass mein Mann in unserer Elternschaft bisher keinen Tag nicht Vollzeit gearbeitet hat. Gleichzeitig packt er an, wo er kann, wenn er zuhause ist. Bei uns sind keinerlei Aufgaben ausgelagert. Durch meine flexiblere, wenn auch nicht wenige Arbeitszeit bin ich aber auch die, die immer die Kinder abholt und sich dann zusätzlich um alles andere kümmert. Die Alltage gehören also uns vieren, was mal mehr und mal weniger locker flockig verläuft, aber ich liebe es einfach bei ihnen zu sein.

Zwischen 6 und 7 geweckt werden, Frühstück machen, in die eigenen Sachen springen, Kinder anziehen, zur Kita jockeln, dann weiter zum Laptop – das gilt für uns beide! Dann teilen sich unsere Tage in flexiblere Selbstständigkeit und festes Anstellungsverhältnis. Das heißt für mich: Einmal die Woche zum Sport. Freunde treffen, weil man abends kaum noch rauskommt. Einkaufen oder dem Mann die Liste durchgeben, Kinder abholen, Nachmittagsprogramm, und ab hier kommen wir dann wieder zusammen: Abendbrot, Bett (für die Kinder), Bude aufräumen, Wäsche, Zeit zu zweit, noch ein paar Mails, wenn es der Kopf zulässt. Und dann fängt am nächsten Morgen alles wieder von vorne an… Und wisst ihr was, es macht glücklich! Vor allem, wenn man sich immer wieder in andere Lagen versetzt: Gerade mit einer Mama aus dem Schichtdienst, einer Alleinerziehenden und einer Oma mit Fulltimejob zu DDR-Zeiten gesprochen: #thestruggleisreal

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MAD

Work! Work! Work! Arbeit ist für mich nichts “Fremdes”, das Lebenszeit raubt, sondern nimmt schon immer einen großen Teil meiner Lebenszeit ein und erfüllt mich sehr. Meine Jobs ermöglichen mir Selbstverwirklichung, Selbstbestimmung, Unabhängigkeit. Klar, dass ich das nicht aufgebe, nur weil ich auch noch Mama geworden bin. Mein Mann tickt da Gott sei Dank ähnlich, sonst wäre es sicherlich sehr viel schwerer, so viel Zeit in eigene Herzens-Themen zu stecken und auch das schlechte Gewissen wäre dann noch größer als es schon ist. Wir haben fest verteilt, wer morgens die Kinder zur Kita bringt, am Nachmittag holt und abends zu Bett bringt. Bei besonderen Terminen oder Dienstreisen halten wir uns gegenseitig den Rücken frei. Am Wochenende machen wir dafür beide zu 100% Familie.

DANI Ich arbeite seit ich 14 bin und kenne gar nichts anderes. Mit Kindern hat sich nur der Fokus verändert. Vom Angestelltenverhältnis bin ich in die Selbstständigkeit gewechselt, schlicht, weil ich keine guten Erfahrungen mit meinen damaligen Arbeitgebern gemacht habe. Durch die Trennung vom Vater spitzte sich die Lage beruflich zu, denn auch wenn ich dank 50:50-Wechselmodell eine Woche „frei“ hatte und habe, war die andere Woche nichts anderes mehr als von A nach B zu hetzen und am Ende niemandem mehr gerecht zu werden. Deswegen habe ich mich 2010 selbstständig gemacht und habe seither – fast – alle Freiheiten der Welt, was ich machen möchte und wie viel davon. Ich weiß nur: Kreatives Chaos und möglichst viele verschiedene Baustellen sind genau mein Ding. Und mein neuer Mann unterstützt mich, wo er kann – Haushalt und Kinder laufen hier 50:50.


EDITORS‘ CHOICE Eine persönliche Auswahl zum Thema des Papers? Gar nicht mal so leicht. Denn jeder hat eine andere Auf fassung von Vereinbarkeit, Herausforderung und Balance. Also haben wir uns gedacht, wir lösen uns diesmal vom Thema und jede gibt eine persönliche Empfehlung, die sie gerade beschäf tigt. And here we are...

SASKIA MUMMY HAT ’NE NEUE KETTE

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Anfang 2015 hatte ich meine erste Handykette. Ich war direkt Feuer und Flamme für dieses super praktische und in meinen Augen sehr stylische Prinzip, bei dem man sein Handy um den Hals tragen kann und es so vor Stürzen bewahrt. Denn leider bin ich viel zu oft viel zu schnell in all meinen Bewegungen und den Dingen, die ich gleichzeitig tun möchte, und so ist es mir durchaus schon passiert, dass mein Handydisplay erneuert werden musste. Inzwischen hat sich das Thema “Handykette” am Markt durchgesetzt und wir sind so stolz, zusammen mit Lapaporter unsere erste eigene Handyketten-Minikollektion präsentieren zu können. Und soll ich euch was sagen: Ich liebe sie, auch wenn ich sie mal nicht um den Hals trage. ;-) tictail.com/mummymag

CAMILLA #COOLMOMSDONTJUDGE Dafür stehen wir. Immer. Ständig. Jede von uns. Denn unserer Meinung nach gibt es nichts Wichtigeres im Muttersein, als dass wir endlich anfangen uns gegenseitig zu unterstützen, anstelle uns gegenseitig ein schlechtes Gefühl zu geben. Aus dem Grund ist meine Choice diesmal etwas anders als sonst, denn ich wünsche mir, dass aus der Kampagne eine richtige Bewegung wird, dass wir alle positiv sind und mit gutem Beispiel vorangehen. Wir selbst haben uns Carmen und Liz von Löwenzahn Organics zum Vorbild genommen – warum, das erfahrt ihr in diesem Heft. Denn was jede Einzelne von uns schafft, ist einfach nur toll! Und wenn man dann noch irgendwie Beruf und Familie miteinander vereinen kann und eine ausgewogene Balance findet (die bei jedem woanders liegt), dann ist das fantastisch und sollte nicht nur toleriert, sondern auch respektiert werden! bit.ly/2DCt2Ce


MADELEINE “TALENTSCHMIEDE – KREATIVE HOMESTORIES” VON TOOM Ich würde von mir behaupten, ein echter Umzugsprofi zu sein. Und ich habe keine Scheu vor bunten Wänden, denn nicht immer kann man die Wohnung wechseln, nur weil es einen nach Veränderung durstet. Und weil Selbstbestimmung schon bei den Kleinsten anfängt, durfte sich Izzy die Farbe für ihr Kinderzimmer ganz alleine aussuchen und gemeinsam mit mir die Wände streichen. Wie schön das Ergebnis hinterher geworden ist, haben wir in dem Buch “TALENTschmiede – Kreative Homestories” festgehalten und Schritt für Schritt erklärt, wie man unser Interior-DIY nachmachen kann. Im Buch gibt es noch eine Vielzahl weiterer cooler Gestaltungsmöglichkeiten für Wände; das Buch selbst gibt’s exklusiv im toom-Baumarkt oder online für schlappe 4,99 EUR. www.toom.de

JANINE OSKAR, QUINN UND LOLA – UNSERE KRABBELSCHUH-KOLLABORATION MIT LIEBLINGE Ok, wir haben dieses Laufwerk nicht entwickelt im Sinne von technischem Schuhdesign. Nein, wir haben in den vergangenen Monaten viel Mühe, Liebe und Zeit dafür investiert, die LieblingeBotschaft und unsere Überzeugung vom gesunden Schuhwerk für alle Minis in die Welt hinauszutragen. Wir haben überlegt, was könnte euch gefallen und mit welcher Bandbreite holen wir euch bestmöglich ab. Herausgekommen sind: Modell Lola, ein rosa Leder-Schläppchen für die ersten Stehversuche (Größe 1821), Modell Quinn, ein beiger Unisex-Schnürbootie für drinnen und draußen (Größe 19-22), Modell Oskar, ein robuster und wärmender Herbstschuh aus atmungsaktivem, wasserabweisendem Filz (Größe 20-23); ab 49,90 EUR in unserem Shop

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tictail.com/mummymag

Foto Credit: Katja Hentschel

DANI BABYMOON IM A-ROSA SCHARMÜTZELSEE Ich hatte mir vor der Geburt noch mal dringend eine Auszeit vom Alltag gewünscht! Perfekt gepasst hat es nur eine Stunde von Berlin entfernt: Das A-Rosa am Scharmützelsee ist der ideale Ort, um noch einmal richtig runterzukommen, Zweisamkeit zu genießen und sich verwöhnen zu lassen – egal ob im Spa oder auf dem Teller. Wollt ihr auch? Dann solltet ihr euch das A-Rosa am Scharmützelsee unbedingt mal näher ansehen. Mehr davon gibt es online: bit.ly/2QEgnkV


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A MODERN BUSINESS FAIRYTALE Vo m F i n d e n u n d G r ü n d e n , v o m A l l t a g m i t Fu l l t i m e - J o b u n d k l e i n e n K i n d e r n , v o n Selbstverwirklichung und Momgagement. Wir sind so beeindruckt von den beiden Power frauen Liz Sauer Williamson und Carmen Lazos Wilmking, den beiden Gründerinnen v o n L ö w e n z a h n O rg a n i c s , d a s s w i r u n b e d i n g t n o c h g e n a u e r n a c h f ra g e n w o l l t e n : Wo ihre ganze Energie herkommt, wie es ist auf Urlaub mit der Familie zu verzichten, weil man eine Firma leitet und wie ihre Ehen das aushalten. Ob sie manchmal auch müde sind, erschöpft, aufgeben möchten und wie sie sich dann wieder motivieren. Denn d a s i s t e s d o c h , w a s w i r u n s j e d e n Ta g f r a g e n , w e n n u n s s o l c h e F r a u e n b e g e g n e n !

Fotos: Anna Sauvigny

Mad: Carmen, dein Tag startet jeden Tag um 6 Uhr morgens, wie ist es bei dir Liz? Liz: Ja, bedauerlicherweise auch so. Wir müssen ja unsere Kinder fertig machen.

Uhr total müde. (lacht) Aber es hängt natürlich auch davon ab, dass ich gerade noch ein Baby zuhause habe. Hätte ich das Baby nicht, wäre ich erst gegen 21 Uhr müde, aber momentan könnte ich direkt um 6 Uhr abends schon ins Bett fallen.

Mad: Aber was genau macht man denn um 6 Uhr morgens?

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Liz: Also meine Kinder sind da schon wach. Carmen: Meine Kinder sind um 6 Uhr noch nicht wach, aber ich brauche für mich, dass ich vor ihnen fertig bin, sonst überwältigt mich der morgendliche Alltag einfach zu sehr. Wenn wir alle zur gleichen Zeit aufstehen würden, wäre das ein totales Desaster, zumindest bei uns zuhause. Deswegen bevorzuge ich eben alleine so früh aufzustehen, meine morgendlichen Routinen durchzuführen und mit dem Gefühl zu starten, dass ich alles unter Kontrolle habe. Wenn ich meine Dusche hatte und angezogen bin, dann mache ich die Kinder wach und wir frühstücken alle zusammen. Liz: Bei uns ist es etwas anders, bei mir ist es ein richtiger “PENG”-Guten-Morgen-alle-wach-alle-da-Moment. Meine Kinder sind teils richtig wach und teils kleine Morgenmuffel. Ich mache mich dann fertig und kümmere mich um die Brotbüchsen – die Kids übernimmt am Morgen mein Mann. Ich starte dafür sehr früh am Morgen im Büro, so ca. um 7 Uhr und habe dadurch die Möglichkeit, eine Menge Sachen abzuarbeiten, bevor es richtig los geht und die Stadt erwacht. Diese Art zu arbeiten verschafft mir Momente zum Durchatmen und gibt mir auch die Freiheit, am Nachmittag für die Kids dazusein. Mein Mann und ich teilen uns die Nachmittage auf, wer jeweils wann die Kids holt. Carmen: In meiner Idealvorstellung wäre ich auch gerne um 7 Uhr morgens im Office oder spätestens um 7:30 Uhr. Momentan funktioniert das so aber noch nicht, ich hoffe aber, dass ich da hinkomme. Wenn du dann um 14:30 oder 15:00 Uhr auf die Uhr schaust, hast du schon so viel geschafft und das ist ein tolles Gefühl. Liz: Ich würde gerne am Wochenende um 7:30 Uhr aufstehen, aber meine Tochter ist leider jeden Tag so früh wach. Sie ist so niedlich und freut sich die ganze Zeit, aber zum Weiterschlafen kommt man leider nicht. Madeleine: Darf ich fragen, wann ihr dann müde seid und ins Bett geht? Und ja, ich weiß, müde sein und schlafen gehen sind zwei total verschiedene Paar Schuhe. Carmen: Oh man ja, absolut! Ich bin schon zwischen 17 und 18

Madeleine: Machst du denn ein Nickerchen am Nachmittag? Carmen: Nein, nein, auf gar keinen Fall. Kein Nickerchen am Nachmittag, denn das bedeutet, ich wache nicht mehr auf und schlafe einfach bis in die Nacht. Liz: Bei uns ist das Zu-Bett-Bringen leider gerade ein totales Chaos und wenn du “Nickerchen” sagst, heißt das, ich schlafe neben den Kids auf dem Boden ein und wache um 10 Uhr abends auf und bekomme Panik, weil ich nicht einschlafen wollte und natürlich noch total viel daheim machen wollte. Also einschlafen sollte einfach nicht passieren. Mad: Arbeitest du denn dann, wenn du wieder wach wirst? Liz: Ja, ja klar, aber ich weiß nicht, wie es euch geht, aber ich fühle mich wie "crap", wenn ich aufwache. Ich habe normalerweise einen sehr tiefen Schlaf und wenn ich dann wach werde, denke


ich: "Was zur Hölle habe ich mir dabei gedacht..." Carmen: Bei mir ist es anders, ich fühle mich dann sehr produktiv, habe einen "second wind", gehe dann aber erst super spät ins Bett und fühle mich am nächsten Morgen total fertig und denke: "Oh my god, what did i do?" Letzte Woche hatten wir so viel zu tun und ich habe bis 11 Uhr gearbeitet und eines Abends bin ich direkt vor dem Computer eingeschlafen, so müde war ich. Ich habe Liz dann nur noch E-Mails mit jeweils einem Satz schicken können und das mehrere Male, weil ich keine ganze E-Mail mehr zustande bekommen habe. Liz: Und man will ja auch noch Zeit für seinen Partner! Mad: Die Frage ist halt, wann ist das vorbei, denn irgendwann ist diese Phase ja vorbei. Liz: Darling, it’s never over... Mad: Eine Frage, die uns in diesem Zusammenhang natürlich auch interessiert, ist: Wie gehen eure Ehemänner mit dieser toughen Situation um? Carmen: Das ist bei uns sehr unterschiedlich. “We have a very different family dynamic I would also say. It is a case of mental load and who owns the family checklist”, also wer geht zum Supermarkt? Wer geht mit den Kindern zum Schwimmen? All diese Dinge, die auch geschafft werden müssen, und in meiner speziellen Situation – und es ist wirklich eine Situation, die einfach bei jedem anders ist und die bei mir vielleicht aufgrund der Dinge, wie sie in der Vergangenheit gelaufen sind, entstanden ist – ist es so, dass ich diese ‘family checklist owne’. Ich kümmere mich um die Arztbesuche und diese ganzen Sachen. Mit der Zeit hat mein Mann mehr Punkte von der Liste übernommen, aber der Großteil dieser mental load liegt bei mir – aber ich mag das auch so. In meiner morgendlichen Routine habe ich etwas Zeit für mich und danach sind mein Mann und ich ein eingespieltes Team: Einer macht Frühstück, der andere macht die Kids fertig, dann gehen wir zu unterschiedlichen Zeiten aus dem Haus, aber alles basiert auf Teamwork. Und am Nachmittag hole ich die Kids von der Schule oder von Freizeitaktivitäten ab und die Nachmittagsgestaltung liegt dann komplett in meiner Verantwortung. Am Abend übernehmen wir dann wieder beide und kümmern uns um die Kids, aber mal zusammenzusitzen ist dann die größere Challenge. Was ich aber über die Zeit gelernt habe, ist, dass eine Beziehung über einen langen Zeitraum betrachtet wellenartig funktioniert: Es gibt Wellen, da macht man ganz viel zusammen, und Wellen, da macht man mal weniger zusammen. Wichtig ist, dass man sich täglich sieht und auch diese Wellen realisiert und dem anderen auch zu verstehen gibt, dass man um sie weiß. Mad: Ja, ich denke, es ist schon wichtig, zu sagen, was man sieht und fühlt... Carmen: Ja, ich meine, das ist normal in einer menschlichen Beziehung. Es gibt ja Zeiten, in denen brauchen wir mehr, und Zeiten, in denen geben wir mehr. And I think this is patience with a relationship. Das ist sehr wichtig, für alle von uns. Und manchmal brauchen wir Zeit, um mehr arbeiten zu können, und dann gibt es wieder Phasen, in denen wir unsere Familie mehr brauchen. Und ich denke, genau das gilt auch für Arbeitsbeziehungen oder die Beziehung zu

ALLES BASIERT AUF TEAMWORK unseren Kindern. Liz, was denkst du? Liz: Ich denke, wir müssen das immer wieder ausloten. Im Moment übernimmt mein Ehemann eine Menge Themen und "mental load", vor allem wenn ich die letzten Wochenenden betrachte. Wir hatten hier eine Reihe von Veranstaltungen und ich war nicht zuhause, aber er hat die ganze Super-Papi-Action übernommen und es gerockt.

Und wenn ich jetzt das nächste Wochenende überstanden habe, dann brauche ich auch erstmal wieder Zeit für mich. Denn natürlich, meine Kinder sind großartig, aber sie sind auch genauso anstrengend. Bei uns übernimmt mein Mann die Kids am Morgen, und am Nachmittag teilen wir auf, wer sich wann um die Kids kümmert. Wir besprechen uns jede Woche, wie wir die Nachmittage verteilen und machen das abhängig von unseren Terminen. Aber an mindestens drei Nachmittagen habe ich die Kids; wir sind aber gerade auf der Suche nach einem Babysitter. Mad: Ich habe noch keinen Babysitter, weil ich bei alle meiner Workload immer denke, die Zeit, die ich dann zur Verfügung habe, die gehört meinen Kindern und die will ich dann auch mit ihnen verbringen. Aber natürlich kann ich mir gut vorstellen, dass das mit einem Kind noch relativ gut funktioniert, aber mit zwei Kindern dann

Wir besprechen uns jede Woche, wie wir die Nachmittage verteilen und machen das abhAEngig von unseren Terminen nicht mehr. Carmen: Ja, genau. Ich habe beide Seiten erlebt, sowohl Zeiten mit und ohne Babysitter. Zuletzt hatte ich bei meinen zwei Kids einen Babysitter und habe jeden Tag bis 5 gearbeitet und bin dann erst heim und habe übernommen. Bei Johan (Anm. der Red.: dem Baby) habe ich gemerkt, dass ich das ändern möchte und die Familie wieder mehr ins Gleichgewicht bringen möchte. Einerseits, weil ich Zeit mit Johan verbringen möchte und andererseits, weil die anderen beiden sehr eifersüchtig reagieren würden, wenn ich nur Zeit mit dem Baby verbringe, aber nicht mit ihnen. Ich kann total gut nachvollziehen, wie du dich fühlst und ich kann dir gar nicht sagen, wie oft in der Woche ich nach Hause komme und sage: "I feel terrible, this is not working", aber andererseits möchte ich natürlich einfach da sein. Liz: Ja, es geht die ganze Zeit darum, eine gewisse Balance zu finden. Mad: Johan ist jetzt 7 Monate alt; wie lange warst du nach seiner Geburt zuhause, bevor du wieder arbeiten gegangen bist? Carmen: (lacht und überlegt kurz) Gar nicht, ich war nicht wirklich in Mutterschutz. Mad: Wo war deine Hebamme, um dir zu sagen, dass du dich schonen sollst? Carmen: Die erste Woche nach der Geburt war ich nur zuhause und habe gar nichts gemacht, nicht mal eine E-Mail beantwortet. In der zweiten Woche war ich auch zuhause, habe ab und zu E-Mails beantwortet und hatte ein Meeting, bei mir zuhause. In den Wochen danach hatte ich dann auch schon Meetings außerhalb, aber meine Mama und mein Papa sind aus Mexiko zu uns zu Besuch gekommen und haben mir sehr mit allem geholfen. Meine Mama hat sich um die beiden großen Kids gekümmert und das Essen vorbereitet und so konnte ich auch ein wenig E-Mails schreiben und beantworten. Aber es hängt bei jedem von der Situation und vom Arbeitgeber ab. Mad: Ihr zwei arbeitet beide extrem viel, aber ihr habt auch ein

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Team, bestehend aus sechs Leuten. Wie leicht oder schwer war es, diese Leute zu finden und das Team aufzubauen? Liz: Das war auf alle Fälle eine Challenge. Carmen: Ja, aber wenn du in einem Startup arbeitest, müssen manche Entscheidungen einfach schneller getroffen werden als etwa in einem "normalen" Unternehmen. Wir mussten uns genau anschauen, ob jemand gut in unser kleines Team passt oder eben nicht. Und das machst du tatsächlich mit jeder Position, die es zu besetzen gilt.

geben und sich darauf einzulassen. Um herauszufinden, ob wir beide genügend Leidenschaft für die Zusammenarbeit besitzen, sind wir es ein bisschen wie beim Speeddating angegangen. Wir haben uns kennengelernt, viel miteinander gesprochen und uns auch gegenseitig sehr schwierige und unschöne Aufgaben gegeben. Durch die haben wir uns beide durchgebissen und obwohl wir sie nicht mochten, haben wir die Aufgaben, die getan werden mussten, trotzdem gemacht. Daran haben wir eben auch gemerkt und gesehen, dass wir beide diese Leidenschaft, das Herzblut besitzen und dieses Unternehmen so unbedingt wollen. Wir haben ja durchaus auch kritische Phasen bei unserer Gründung durchlebt und mussten gegenseitig dafür sorgen, uns zu motivieren. Wir wollten schließlich mit einem Lächeln auf dem Gesicht am Abend nach Hause gehen. Wir hatten mit der Gründung von Löwenzahn Organics so viele positive Erlebnisse

"Conflict is okay, as long as it’s all about respect." und Emotionen, aber es war eben auch unheimlich gut für uns durch gemeinsame Krisen zu gehen, Herausforderungen gemeinsam zu meistern und anschließend darauf zurück zu schauen und zu sagen "Wir haben das zusammen geschafft". Carmen: Absolut! Und bitte versteh uns nicht falsch, denn wir waren dabei natürlich auch nicht ständig einer Meinung. Wir hatten eine Menge Meinungsverschiedenheiten und wir haben auch mal ein Telefonat wütend beendet oder unseren Männern gesagt, dass wir die jeweils andere hassen. (lachen beide laut) Und haben uns gefragt "Hey was mache ich hier eigentlich?"

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Liz: Aber wir haben es trotzdem geschafft! Wir haben diese heftige Phase miteinander durchlebt und überstanden, denn Konflikte sind völlig okay.

Als wir am Anfang begonnen haben, miteinander zu arbeiten, haben wir uns genau einen Monat Zeit gegeben, zu prüfen, ob wir zusammenpassen oder nicht. Und als der Monat vorbei war, haben wir uns gesagt "cool, let’s move on" – lass uns weiter machen. Und so hat es begonnen. Wir sind als Kolleginnen gestartet, aber heute würde ich uns beide als Freundinnen bezeichnen. Ich wüsste allerdings nicht, ob das alles so gut funktioniert hätte, wenn wir Freundinnen gewesen wären und dann versucht hätten, Kolleginnen zu werden. Bei unserem Team ist es so, dass jeder etwas Besonderes mitgebracht hat: Leidenschaft, Genauigkeit, fachliche Expertise, Mut. Und jeder trägt so dazu bei, dass es so viel Spaß macht,

Carmen: Ja stimmt, ständig hat jeder Angst vor Konflikten, aber die sind wirklich völlig okay, solange man respektvoll miteinander umgeht. Die grundsätzliche Einstellung hat bei uns beiden auch einfach immer gestimmt. Und um auf deine Frage zurückzukommen, wir sind beides "DO`er". Ich würde mich allerdings als einen Kabuz bezeichnen, den letzten Waggon an einem Zug, der von hinten mitschiiiiieeebt (macht schnaufende Geräusche) und dann alles, was noch übrig ist, nach vorne bringt. Ich pushe alles. Und Liz würde ich als Sprinterin oder als Marathon-Läuferin bezeichnen. Sie rennt allen davon, sie ist extrem schnell, super fokussiert, sie weiß, was zu tun ist und stürzt sich drauf. Liz: Ja, aber manchmal auch etwas blind... Carmen: ...und ich komme von hinten und folge ihr. Dadurch

"If you hold on in disagreement, it helps nobody!" miteinander zu arbeiten. Es ist und bleibt aber trotzdem eine Herausforderung.

ergänzen wir zwei uns ganz hervorragend.

Carmen: Ich denke, ich wusste schon immer, dass ich eine Macherin bin. Ich bin allerdings eine Mischung und auf keinen Fall so ein Typ Macherin wie Liz.

Liz: Lass mich nochmal etwas zu dem Punkt ergänzen, dass wir nicht immer einer Meinung waren. Wenn man Auseinandersetzungen hat und unterschiedliche Ansichten zu Dingen hat, dann hilft es aber auch keinem von beiden, wenn man auf seinem jeweiligen Standpunkt beharrt. Und wenn man dann nicht die Fähigkeit besitzt, auf den anderen zuzugehen, um miteinander zu sprechen, wird man auch leider nicht weiterkommen.

Liz: Ich denke, wenn du das nötige Herzblut für eine Sache besitzt, dann ist es auch ziemlich einfach, alles für diese Sache zu

Carmen: Ihr müsst euch bitte auch vorstellen, dass wir uns nicht gegenseitig angeschrien haben und gesagt haben "Du, du bist

Mad: Woher wusstet ihr, dass ihr so gut zusammenpassen würdet? Beziehungswiese, ich muss nochmal anders fragen: Wusstet ihr, dass in euch so viel Herzblut für dieses Unternehmen steckt?


Schuld an allem", nein, es war sehr sachlich und eher ein "Tut mir leid, aber ich bin hier einfach einer völlig anderen Meinung als du, aus den und den Gründen, und ich denke es ist besser, wenn wir jetzt erstmal kurz aufhören zu telefonieren." Boom. Mad: Oh wow, das klingt nach einer richtig tollen Beziehung. Ich verstehe total was ihr sagt, den Punkt mit dem Respekt, der ist so wichtig. Und der gilt ja vor allem für jede Art von Beziehung, nicht nur bei der Arbeit, auch gegenüber dem Partner oder im Umgang mit Freunden. Und ich denke, es ist auch immer eine Herausforderung, in Auseinandersetzungen nicht sofort persönlich zu werden, sondern bei der Sache zu bleiben und über die Fakten zu diskutieren. Liz: Ja. Ich bin auch der Meinung, dass es eben nicht um Machtspielchen und Politik gehen darf. Wenn Leute in Organisationen arbeiten, wo die Äußerung der eigenen Meinung wie ein Politikum gehandhabt wird, fördert das keine offene Diskussionskultur. Mad: Da stimme ich dir total zu und habe in meinem früheren Konzern-Job viele Erfahrungen darin gesammelt. Ihr seid als Startup aber auch ehrlich gesagt zu klein für diese Art politischer Spielchen. Lasst uns doch jetzt mal darüber sprechen, was ihr über euch als Unternehmerinnen gelernt habt, von dem ihr vorher nicht gedacht hättet, dass es so ist. (überlegen beide einen Moment lang) Carmen: Wenn ich jemandem erzählt habe, dass ich ein Unternehmen gründen will, dann haben mir eine Menge Leute gesagt, dass das echt schwierig wird. Ich habe das im Hinterkopf behalten, aber ich habe genauso dabei gedacht "Ja ja, ich habe wirklich schon viele schwierige Dinge in meinem Leben gemacht", und war der Meinung, dass es schwierig wird, wie andere Dinge eben auch schwierig im Leben sind. Und jetzt würde ich sagen, ich verstehe genau, was die Leute

kann, aber ich habe das natürlich bisher noch nicht erreicht und wer weiß, ob ich das jemals schaffe. (lacht) Mein idealer Tag startet um 7:30 und endet um 15:30 Uhr. Den Nachmittag habe ich komplett und ausschließlich für meine Kids und die Familie. Und dann gehe ich ziemlich früh ins Bett, damit ich am nächsten Morgen wieder fit bin. Momentan ähneln zwar die Bürozeiten meiner Vorstellung, aber ich habe das Gefühl, dass extrem viele Dinge auf meinem Schreibtisch liegen bleiben. Liz: Ich glaube für die nächsten Jahre wird das vermutlich auch erstmal so bleiben, bis wir den "kritischen Pfad" verlassen und auch wieder mehr Zeit für uns selbst haben werden. Ein Unternehmen ist auch vergleichbar mit einem Baby. Es ist da und man freut sich ständig darüber und findet es toll, aber man ist auch immer damit beschäftigt und hat kaum Pausen und Erholungszeiten. Alles ist total intensiv und man fragt sich, warum man nicht vorher wusste, dass es so wird und man weiß auch nicht, wie lange es noch dauern wird. Aber man fragt sich auch ständig, wie schaffen das andere Frauen? Aber sie schaffen es, sie schaffen es auf der ganzen Welt. Und dann realisierst du, dass es Tage gibt, die besser funktionieren und Tage, die weniger gut funktionieren und es geht Stück für Stück irgendwie voran und es wird leichter. Genauso ist es auch mit einem Startup. Mad: Wenn ihr so viel Workload habt, woher zieht ihr dann überhaupt noch die Energie für #coolmomsdontjudge? Liz: Weil es einfach total wichtig ist! Wir haben ja vorhin auch schon genau darüber gesprochen, dass jeder die Wahl haben sollte, wie er oder sie leben will. Und weißt du, Moms werden einfach immer und überall kritisiert, für jede ihrer Entscheidungen und wir haben einfach genug davon und finden, dass das endlich mal aufhören sollte. It sucks. Wir haben auch darüber gesprochen, wie es Frauen nach der Geburt geht, wie es ihrem Körper eine Woche danach geht und wie es manchen auch noch Monaten später geht. Bei mir zum

FUEr uns ist extremst wichtig, dass MUEtter wissen, sie sind total okay genau so wie sie sind. Und wenn uns die ganze Welt verurteilt, sollten wir uns nicht auch noch untereinander verurteilen, denn das passiert stAEndig. damit meinen. Es gibt Situationen, die völlig drüber sind, sowohl im positiven als auch im negativen Sinne. Momente, in denen wir total durchdrehen wollen vor Freude oder völlig am Ende sind, weil wir soviel Energie in etwas stecken mussten. Das gilt im Übrigen für die komplette Bandbreite der Gefühle: super glücklich, super traurig, super aufgeregt, super wütend – alles ist immer ein bisschen mehr über dem Normwert und treibt dich damit ständig an deine Limits. Das habe ich so nicht erwartet. Ich dachte auch, ich kann das alles einfach besser kontrollieren. Ich wusste nicht, dass ich manche Dinge so persönlich nehmen werde. Und ich dachte auch "Job ist Job", aber das ist nicht so. Mein Job ist heute ein Teil von mir, der mich immer begleitet. Liz: Für mich ist es die Vereinbarkeit von Familie mit kleinen Kindern oder Babys und Job. Und das zu realisieren, war wirklich hart. Mad: Verratet ihr mir, wie eure Idealvorstellung von der berufstätigen Mutter aussieht? Carmen: Die Idealvorstellung habe ich bereits. (Liz und Mad gucken sich fragend an) Also ich habe eine Idee davon, wie es sein sollte und funktionieren

Beispiel sind vor zwei Jahren viele Haare ausgefallen und die kommen einfach nicht wieder. Ich glaube auch, die kommen nie wieder. (Anm.: Liz hat fantastische Wuschellocken) Und genau wegen sowas, aber auch wegen tausend anderen Dingen stehen Mütter total unter Druck, beziehungsweise sie fühlen einen Druck und brauchen davon auch mal eine Pause. Für uns ist extremst wichtig, dass Mütter wissen, sie sind total okay genau so wie sie sind. Und wenn uns die ganze Welt verurteilt, sollten wir uns nicht auch noch untereinander verurteilen, denn das passiert ständig. Ein Kind zu bekommen geht ja noch viel, viel tiefer als nur in den Bauch hinein und es verändert das komplette Leben einer Frau, ob sie will oder nicht. Dafür sollte sie nicht auch noch verurteilt werden, sondern viel mehr unterstützt werden. Und ich denke, genau das sollte auch so gesellschaftlich akzeptiert werden und als völlig selbstverständlich angesehen werden. Jede Frau sollte wählen können, ob und wann sie wieder arbeiten geht, ob sie ein Startup gründet oder eben nicht. Und dafür sollte es eben auch Strukturen geben, die diese freie Wahlmöglichkeit überhaupt erlauben. Mad: Ich habe sogar das Gefühl, dass junge Familien genauso flexibel agieren müssen wie Startups. Am Anfang gibt es noch

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wenig Kontinuität und ständig ändert sich etwas an der familiären Situation in Bezug auf Ernährungsumstellung, durchschlafen, Wutanfälle, Kita, Freunde. Man ist ständig im Wandel und versucht den Bedürfnissen der

Konversation über Eltern und zwischen Eltern. Wir wünschen uns einen Rahmen, in dem Diskussionen durchaus stattfinden, aber immer im Sinne des Supports und Verständnisses füreinander. Und wir wünschen uns ein Framework seitens der Arbeitgeber und Regierung, in dem es jedem möglich ist, Elternzeit, Kinderbetreuung, Gleitzeit usw. zu nehmen, wir er oder sie es für seine/ihre Familie braucht. Mad: Was sind die nächsten Schritte von #coolmomsdontjudge? Liz: Wir wollen die Diskussionsrunden auf alle Fälle auch in den nächsten Monaten weiter fortführen. Es gibt noch so viele Themen, über die wir noch nicht gesprochen haben, aber die genauso dazu gehören: Finanzielles, Altersvorsorge, Ernährung, Bildung usw. usw. Dafür wollen wir einerseits weiter selber Veranstaltungen hosten, andererseits setzen wir auf Partnerschaften mit anderen und sprechen auch in unterschiedlichen Städten und Locations, um die Bewegung weiter voranzutreiben. Mad: Gibt es denn auch Bestrebungen, die Bewegung auf eine politische Bühne zu heben? Liz: Ja, natürlich hätten wir das gerne, aber dafür braucht es tatsächlich insgesamt noch mehr Aufmerksamkeit, mehr Leute, die darüber sprechen, sich anschließen und etwas dagegen unternehmen wollen.

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Kinder gerecht zu werden. Aber aus meiner Sicht sollte man eben auch bei sich bleiben, in sich reinhorchen und herausfinden, was man selber will und nicht was andere von einem erwarten. Liz: Wenn wir als Mütter aufhören uns gegenseitig zu verurteilen und wenn wir besser zusammenhalten, dann sind wir schon mal eine große gemeinsame Gruppe, die nicht gegen sich selbst vorgehen muss, sondern sich auf andere Dinge konzentrieren kann und die gemeinsame Vorstellungen voranbringen kann. Und dann kommt es auch auf das Arbeitsumfeld an und ob es eine politische Lobby gibt, die Interesse daran hat, Mütter und Eltern zu unterstützen. Arbeitgeber und Politik müssen gleichermaßen verstehen, dass, wenn Eltern zufrieden sind, sie auch gesünder und glücklicher sind. Und genau das tragen Eltern auch in die Gesellschaft hinein und sie vermitteln diese Gefühle weiter an ihre Kids. Aber Arbeitgeber und Politik müssen dabei helfen, es muss genug Kitaplätze geben und es gibt noch so viel mehr, was getan werden muss. Ich glaube, wenn größere Firmen als Vorbild vorangehen und attraktive Arbeitsplatzmodelle für Familien schaffen, dann erzeugen sie eine Menge Attraktivität. Diese Attraktivität zieht wiederum attraktive Talente an, von denen andere im Unternehmen noch etwas lernen können. Deswegen ist es natürlich auch eine wirtschaftliche Entscheidung für Unternehmen, ob sie Strukturen für diese Art Wandel schaffen oder nicht. Aber wenn sie es tun, dann stecken sie damit auch andere Unternehmen an und es sickert auch durch, bis zur Politik. Bis dahin wollen wir aber vor allem, dass Mütter sich nicht allein gelassen fühlen. Wir haben uns zum Beispiel Umfragen auf der ganzen Welt angeschaut und ausgewertet und darin ging es immer wieder darum, dass Mütter sich alleine fühlen, isoliert vom Rest der Welt. Vor allem in den ersten drei Monaten nach der Geburt. Genau in der Zeit müssen sie verstehen lernen, dass ein Baby das komplette Leben verändert. Darüber hinaus stellen sie fest, dass die Bilder, die ihnen ein Leben lang von Müttern suggeriert wurden, vielleicht gar nicht existieren und dass diese teilweise auch völlig unrealistisch und shitty sind. Und genau dann darf es aber eben auch nicht so sein, dass Mütter denken, sie hätten total versagt. Mad: Das heißt, eure Kampagne oder besser noch Bewegung #coolmomsdontjudge geht weiter? Liz: Ja, definitiv. Wenn wir es schaffen, dass Mütter sich okay fühlen, so wie sie sind, dann ändern wir hoffentlich auch die

Ein Unternehmen ist auch vergleichbar mit einem Baby. Es ist da und man freut sich stAEndig darUEber und findet es toll, aber man ist auch immer damit beschAEftigt und hat kaum Pausen und Erholungszeiten. Und wir wollen gerne diejenigen sein, die das für Eltern anstoßen. Wenn wir nicht mehr schaffen, als Mütter zusammenzufinden, dann ist das ziemlich traurig, denn wir gehen alle den gleichen Weg, machen die gleichen Erfahrungen, sind alle gleich müde und wünschen uns Anerkennung. Welche Tipps habt ihr für andere Frauen, die ein Startup gründen wollen? 1. Respekt, gegenseitiger Respekt 2. Glaub an deine Idee! 3. Lass die Meinungen anderer hinter dir, wenn du wirklich von deiner Idee überzeugt bist! 4. Als Team bist du stärker, denn gegenseitige Verpflichtungen helfen dabei dran zu bleiben und motivieren. 5. "The only thing that is constant is change." Deal with it!


ADVERTORIAL

ONE DAY WITH CARMEN

Fotos: Anna Sauvigny

Ve r e i n b a r k e i t i s t e i n g r o ß e s Wo r t , d e n n e s beinhaltet nicht nur eine Person, sondern beim Stichwort Ve r e i n b a r k e i t spielen sehr viele Faktoren eine große Rolle: der Partner/die Partnerin, die K i n d e r, die Betreuungsmöglichkeiten, die Familie, die G e s c h ä f t s p a r t n e r u n d d i e Ko l l e g e n . We n n man jedoch sein eigenes Unternehmen gegründet hat, dann kommt eine zusätzliche Ve r a n t w o r t u n g h i n z u , d e r m a n g e r e c h t w e r d e n m u s s . Ve r e i n b a r k e i t i s t a l s o l e i c h t e r g e s a g t a l s getan. Wie soll man das alles schaffen, all dem gerecht werden und trotzdem Dinge bewusst erleben und im Idealfall auch genießen? Wir durften Carmen Lazos Wilmking, eine der beiden Gründerinnen von Löwenzahn O r g a n i c s , e i n e n k o m p l e t t e n Ta g m i t d e r K a m e r a b e g l e i t e n u n d z u s e h e n , w i e s o e i n e c h t e r Ta g im Leben einer Power frau mit eigener Firma und drei Kindern in Wirklichkeit ausschaut. Soviel können wir direkt schon verraten: Wir sind selten so früh aufgestanden...

11 Jeden Morgen um 5.40 Uhr klingelt der Wecker von Carmen, damit sie vor den Kindern in den Tag starten, in Ruhe wach werden und Energie schöpfen kann, bevor die ganze Familie um 6.30 Uhr dann gemeinsam am Frühstückstisch sitzt.

Während die Kids ihre Zähne putzen oder noch mal schnell in ihre Zimmer verschwinden, haben Carmen und Ehemann Jan fünf Minuten, um kurz über den bevorstehenden Tag zu sprechen.

Schulranzen checken, Pausenbrote schmieren und dann geht es schon los – Jan verlässt jeden Morgen um 7.15 Uhr mit den beiden großen Kindern das Haus und bringt sie in die Schule und den Kindergarten.


ADVERTORIAL

Um 8.30 Uhr kommt die Babysitterin von Baby Johann ...

... und Carmen macht sich auf den Weg zur Arbeit.

Spätestens um 9 Uhr sitzt Carmen am Rechner im Büro. Ihre Partnerin Liz fängt immer schon um 7 Uhr an zu arbeiten.

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Die Arbeitszeit von Carmen und Liz ist eng getaktet, also wird das Mittagessen in der Regel am Rechner gegessen oder mit einem Meeting verbunden.

Bereits um 14.30 Uhr muss Carmen losradeln und Johann zuhause abholen.

Der Nachmittag gehört den Kids. Immer. Ob Musikunterricht oder Sport, mit den Großen ist immer viel zu tun. Dienstags ist immer der komplett “freie Nachmittag”. Und natürlich geht es da bei gutem Wetter…

… auf den Spielplatz! Allerdings nicht so lange, denn das Abendessen startet um 18.30 Uhr.


Das Los aller Eltern mit Schulkind: Hausaufgaben machen oder zumindest kontrollieren. Noch muss das Carmen nur bei ihrer großen Tochter Maria (8 Jahre) machen, aber auch Sohn Fritz (5 Jahre) kommt 2019 in die Schule.

Wenn Jan nicht um 18 Uhr zuhause ist, entwickelt Carmen Superkräfte: Essen kochen, sich mit den Kindern unterhalten, lachen, schimpfen, ...

... Baby Johann füttern, aufräumen, putzen, spielen, Streit schlichten, liebhaben, hinterherräumen, ermahnen und zwischendurch einfach auch mal müde und erschöpft sein.

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Während Carmen Baby Johann ins Bett bringt, heißt es für die beiden Großen Schlafanzüge anziehen und Zähne putzen. Denn um 20.30 Uhr liest Mama wie jeden Abend noch eine Geschichte vor. Mit die schönste Zeit des Tages...

Wenn dann endlich alle Kids schlafen, ist entweder Zeit für den Partner, oder, wenn Jan abends länger arbeitet, Zeit, um in Ruhe Mails zu schreiben oder die To-do-Liste abzuarbeiten. Bis irgendwann die Müdigkeit siegt – schließlich klingelt der Wecker ja auch wieder um 5.40 Uhr…


KOLUMNE von Camilla Rando

Ein Urteil über das Verurteilen! #COOLMOMSDONTJUDGE

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Mütter urteilen ständig über andere Mütter. Weil Frauen ständig

Und damit ist sie nicht alleine, denn um mich herum werden

über andere Frauen urteilen. Ich wünschte es wäre anders, aber

viele, in meinen Augen vorschnelle, Urteile gefällt. Und ich

es ist so. Der Feind der Frauen ist damit wohl die Frau selbst.

selbst mache mich auch nicht ganz frei davon. Es gibt Momente,

Und anstelle gegenseitiger Unterstützung wird viel zu schnell

in denen ich auch mal Dampf ablassen muss, weil mich etwas

hinter vorgehaltener Hand ein oftmals ungerechtes Urteil

gehörig nervt, ich etwas total falsch finde oder mich eine

gefällt. Ich frage mich immer häufiger, ob sich das jemals ändern

Situation auch mal erschrocken hat. Trotzdem musste ich in

wird...

diesem Moment diese mir unbekannte schwedische Familie in Schutz nehmen. Ich dachte daran, dass ich Helene mit etwa 1,5

VON FREUNDEN UND VORURTEILEN

Jahren zeitweise nach großem Geschrei und auch nur mit Mühe

Meinen ersten Streit mit einer meiner besten Freundinnen

und Not mit meinem iPhone und dem Biene-Maja-Song „Ich hab

hatte ich genau darüber. Es war eine lächerliche Situation

’nen Freund“ ins Auto bekommen hatte. Drei Minuten, die mir

und der Streit kein großer, aber dennoch, ich wurde richtig

den Alltag enorm erleichterten – also fiel es mir nicht unbedingt

wütend. Und – ihr könnt es euch jetzt sicherlich denken – es

schwer, gewisse Vorstellungen über den Haufen zu werfen und

ging um ein vorschnelles Urteil, um den missbilligenden Blick,

mir ein Hilfsmittel zu erlauben. Ich fauchte also meine Freundin

das Anschubsen des Mannes mit dem Ellenbogen und ein

an, dass ich es ganz schlimm und anmaßend finden würde,

herablassendes Urteil über das Verhalten anderer Eltern im

wenn sie sich so verhält. Sie wiederum begründete ihre Aussage,

Restaurant. Klar, ich konnte im Grunde verstehen, warum man

was ich nicht wirklich gelten ließ, denn es es ging mir ja nicht

diese Situation kritisch auffasst: Ein junges Paar am Nebentisch

darum, dass wir eventuell andere Erziehungsansichten hatten

mit einem etwa 1-jährigen Kind traf sich mit einer Gruppe

als dieses besagte Elternpaar, sondern vielmehr um die Tatsache

kinderloser Freunde. Und das kleine Kind wurde vor ein iPad

des Urteilens, das so unangebracht war.

gesetzt und von einer schwedischen Variante der Teletubbies unterhalten. Absolut, man kann darüber streiten, ob es der

VON MÄNNERN UND FRAUEN

richtige Weg ist, ein so kleines Kind auf diese Weise still halten

Und da haben wir schon einen grundsätzlichen Unterschied

zu müssen. Und nein, wir würden das so auch nicht tun. Aber

zwischen Männern und Frauen. Männer interessieren sich

wir kannten die Umstände nicht; vielleicht waren diese Eltern

einfach nicht so sehr dafür, was andere tun, wie sich andere

zum ersten Mal überhaupt mit Freunden – wie gesagt, alle

verhalten und zerreißen sich nicht das Maul. Ganz im Gegenteil

kinderlos – im Restaurant, vielleicht war es auch nur ein Mittel

zu uns Frauen. Wir lieben Geschichten, Tratsch und Storys.

zum Zweck, um im ersten Familienurlaub mal ein wenig Ruhe

Wir lesen die Gala, Grazia, Bunte und Co, freuen uns insgeheim

zu haben oder vielleicht sahen die Eltern das Thema Medien

über Fehltritte und urteilen schnell über das Fehlverhalten

einfach nicht so eng. Als dann also meine Freundin einen

anderer. So auch auf diversen Blogs – insbesondere, wenn es um

Kommentar los ließ in Richtung „Schau mal, die setzen ihr

Mütterblogs geht. Hier wird geurteilt, was der „richtige“ oder

Kind einfach vor das iPad. Solche Eltern gehen echt gar nicht!“,

der “falsche“ Weg sei. Klar, viele Aussagen sind aus einem sehr

musste ich fast hyperventilieren. Ich muss an dieser Stelle sagen,

emotionalen Kontext entstanden und ich bin wirklich nicht

dass meine Freundin ein ganz wundervoller, liebenswerter und

völlig frei davon, harsche Urteile gefällt zu haben. Bestimmt

wahnsinnig warmer Mensch ist. Aber komischerweise hat sie

mache ich das immer noch manchmal, ohne es wirklich zu

sich angewöhnt in Sachen Kindererziehung harte Urteile zu

merken. Aber tatsächlich bin ich durch meinen Freund die

fällen, wenn es nicht ihren Vorstellungen entspricht.

letzten zehn Jahre durch eine ganz gute Lehre gegangen, was


Toleranz und Akzeptanz angeht. Klar haben wir alle unterschiedliche Ansichten und natürlich glaubt jeder von sich, den richtigen Weg zu gehen. Aber am Ende wissen wir doch nichts mit Sicherheit. Wir können nur unsere Entscheidungen treffen und dann wird sich zeigen, ob es richtig war oder ob man noch nachjustieren muss. VON SPIELPLÄTZEN UND FEMINISMUS Klar, auch ich habe die Momente auf dem Spielplatz, auf dem ich Situationen erlebe, die mich erschrecken oder ärgern. Letztens beim Kinderarzt etwa hatte ich eine solche. Oskar stand an einem Tisch mit einem Spielgerät und wurde harsch von einem kleinen Jungen umgehauen, woraufhin er hart mit dem Kopf auf dem Boden aufschlug. Klar, das passiert, das gehört dazu. Was mich aber wirklich geärgert hat: Die Mutter des Jungen saß genau 1,5 Meter dahinter und verzog nicht mal eine Miene. Sie saß da, schaute sich die Szene an und telefonierte weiter. Das brachte mich innerlich zur Weißglut. Natürlich urteile ich in einem solchen Moment, aber lediglich über das Verhalten. Deshalb wird sie keine schlechte oder weniger liebevolle Mutter sein. Nicht grundsätzlich. Aber natürlich hätte ich am liebsten einen Streit mit ihr angefangen. Was ich aber damit sagen möchte: Lasst uns doch mal versuchen, Adjektive wie „gut“ und „schlecht“ aus unserem Wortschatz zu nehmen. Lasst uns doch endlich damit aufhören, uns gegenseitig das Leben schwer zu machen und unsere Energie auf unwichtige Dinge zu verschwenden, die uns dazu bringen, uns schlecht zu fühlen. Das würde dann wohl auch die gerade zum Teil so schiefe Feminismus-Debatte sehr stark verbessern. Anstelle darüber zu diskutieren, ob wir Frauen unbedingt auf Geschäftspapieren als „die Kundin“ angesprochen werden, sollten wir uns darauf konzentrieren, was wirklich zählt: Gleichheit. Lasst uns doch lieber viel intensiver darüber sprechen, warum Frauen weiterhin im Durchschnitt 20% weniger verdienen als Männer! Warum wir solche Schwierigkeiten im Berufsleben und der Karriere haben, weil wir Mütter werden! Warum immer noch 90% der Alleinerziehenden Mütter sind! Warum größtenteils Frauen mit dem kranken Kind zuhause bleiben! Warum keine Führungspositionen (das gilt für Frauen und Männer) in Teilzeit akzeptiert werden! Warum es Männern, die in Elternzeit gehen möchten, so schwer gemacht wird! Es gibt so viele wichtige Fragen, um die wir uns kümmern sollten. Doch anstelle unsere Energie oftmals negativ zu verschwenden, können wir doch endlich anfangen uns den relevanten Themen zuzuwenden. Wie Saskia in einem Artikel schon schrieb: Unsere Stimmen sind es, die zählen. Unsere Stimmen sind es, die etwas verändern können. Ja, ich denke, vieles muss in der Politik geregelt werden, damit es auf der Seite der ArbeitgeberInnen auch umgesetzt wird, aber auch hier gilt: Wenn wir nicht mit unserer Stimme laut werden und Dinge einfordern, wird sich nie etwas ändern. VOM ZUSAMMENRÜCKEN UND HELFEN Mein großer Wunsch: Lasst uns mehr nach rechts und links schauen und uns gegenseitig stärken. Sehen wir also eine Situation, in der eine Mama mit den Nerven am Ende ist und ihr Kind anschreit – warum urteilen wir überhaupt? Wir sollten lieber zu ihr gehen und ihr unsere Hilfe anbieten, denn da ist ja diese Sache mit dem Glashaus, gell? Selbst ein paar positive Worte, sogar ein verständnisvolles Lächeln kann Wunder bewirken – das weiß ich aus eigener Erfahrung! Hören wir also in der Kita, dass wieder einmal ein krankes Kind von Eltern reingeschmuggelt wurde, sprechen wir doch die besagten Eltern an. Vielleicht kann man sich gegenseitig unterstützen, einfach ein offenes Ohr haben oder eventuell sogar eine Lösung parat haben. So konnte ich beispielsweise meine wunderbare Babysitterin schon das eine oder andere Mal vermitteln. Was mir einfach wichtig ist: Lasst uns aufhören vorschnelle Urteile zu fällen, und nicht von kurzen Episoden ohne die Zusammenhänge zu kennen auf eine Gesamtheit schließen. Denn das ist schlichtweg falsch. Und sorgt für viel zu viel negative Energie

“AM ENDE SIND WIR DOCH ALLE NUR ELTERN, DIE ABENDS ERSCHÖPFT INS BETT FALLEN, WEIL SIE DEN GANZEN TAG DAS BESTE FÜR IHR KIND GEGEBEN HABEN. WIR SOLLTEN MEHR AUFEINANDER ZUGEHEN UND UNS GEGENSEITIG UNTERSTÜTZEN.“ Liz Sauer Williamson Gründerin, Löwenzahn Organics

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Malin Elmlid über die Idee “Mein persönlicher Mutterpass” zu schreiben Malin Elmlid fordert von Schwangeren sich die “richtigen Fragen” zu stellen und findet, dass die großen Themen rund ums Kinderkriegen auch in Wirtschaftszeitungen gehören. Bei uns schreibt sie im Zuge ihres zweiten Buches „Mein persönlicher Mutterpass“, wie ihr die Idee zu dem Buch kam und warum das Buch auf keinen Fall ein herkömmlicher Schwangeren-Ratgeber ist.Natürlich macht sie auch einen Abstecher in ihre schwedische Heimat und erzählt uns, dass dort manches schon lange etwas anders läuft. D a s B u c h i s t b e i m M o s a i k Ve r l a g e r s c h i e n e n u n d l o h n t s i c h e h r l i c h gesagt, auch für nach der Geburt noch, denn was Malin zu sagen hat, ist feinstes „Female Empowerment“!

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Ab dem Zeitpunkt, als mein Bauch zu sehen war, wurde mir schnell klar, dass sich das Interesse meiner Umgebung vor allem auf mein Baby konzentrierte und gar nicht auf alle wichtigen Themen drumherum. Ich suchte nach Literatur zum Thema Schwangerschaft, die meine vielen Fragen thematisierte, aber überall schien es vor allem um das Baby zu gehen. Oft ging es so weit, dass ich mich darauf reduziert fühlte, bloße Trägerin des Babys zu sein. Medizinische Ratgeber gab es in den Regalen reichlich, und da Deutschland bestimmt eines der besten medizinischen Versorgungssysteme für werdende Mütter und Babys hat, könnte man denken, dass es sich auch um alle anderen Themen der Mütter kümmern würde. Ich beschloss, das Buch zu schreiben, das ich selbst gerne gehabt hätte, als ich schwanger war. Eine Art Schwangerschaftsbuch ganz ohne Babyfokus. Ein Buch ohne Zeigefinger, dafür eines, in dem man Inspiration finden kann und Vertrauen, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Ein ehrliches, unaufgeregtes Buch, ohne Ratschläge, aber mit Erfahrungen und Tipps von Eltern, die ganz unterschiedlich leben. Einfach ein positiver Mutgeber. Ich stellte auch fest, dass die Mutterrolle oft glorifiziert wurde, online genau so wie offline. Mir gefiel diese Vorstellung nicht, vielleicht weil für mich generell etwas unglaubwürdig wird, wenn es zu perfekt scheint. Mich beschäftigten etwa Fragen wie: : Wo gehört das „Muttersein“ in meine Identität? Wird es eine Hauptrolle spielen, oder einfach eine Nebenrolle neben allen anderen Rollen einnehmen? Wie gehe ich mit den ständigen ungewollten Ratschlägen um? Wie verhalte ich mich Menschen gegenüber, die es für angebracht halten, mir zu erzählen, was sich ab der Zeit mit Kind alles verändern wird? Ich mag ja mein Leben so wie es ist, und was muss sich überhaupt verändern? Viele Fragen drehten sich um meine Beziehung, mit der ich sehr glücklich war. Wird sich jetzt etwas in meiner Beziehung ändern? Was sind unsere Erwartungen an die Beziehung, an die Rollenverteilung, an die zukünftige Arbeitsaufteilung, an Geld? Und kennen wir die Erwartungen des anderen? Die große Frage für mich war vor allem: Wie kriegen wir es überhaupt hin, eine gleichberechtigte Beziehung zu führen mit Kind?! Mein Freund und ich haben viel über unsere eigene Erfahrungen aus unserer Kindheit gesprochen. Wir haben diskutiert, wie unsere eigenen Eltern gelebt haben. Er kommt aus einem eher klassischen Setting in Westdeutschland mit einem Vater als Hauptverdiener, ich komme aus einer schwedischen Familie, wo beide Eltern Vollzeit gearbeitet haben und mein Papa schon 1980 in Elternzeit gegangen ist. Muss Elternsein Einfluss auf unser Berufsleben haben? Was wird aus meinem Job, den ich ja nicht weniger liebe, nur weil ich jetzt auch ein Kind habe? Und dem von meinem Mann, dem es natürlich nicht anders geht! Und wie gehen wir damit um, wenn der Arbeitgeber meines Mannes einfach davon ausgehen wird, dass ich Elternzeit nehmen werde und mein Mann Maximum zwei Monate in Elternzeit gehen wird, auch wenn er eigentlich der Recht auf sieben Monate hat? Und ist nicht Elternsein die natürlichste Sache der Welt, für Männer und für Frauen? Warum erwarten so viele ArbeitgeberInnen


immer noch, dass Männer mehr als 40 Stunden pro Woche arbeiten sollen? Überstunden unbezahlt, versteht sich. Und um diese Überstunden zu überbrücken, wird es fast notwendig für Frauen in Teilzeit zu gehen, egal ob frau es will oder nicht. Auch in Schweden arbeiten Frauen Teilzeit, aber selten weniger als 80%. Und in vielen jungen schwedischen Familien entscheiden sich beide Eltern eine Zeit lang 80% zu arbeiten. Und was ist mit meiner verlorenen Rente, wenn ich jetzt doch länger als mein Mann in Elternzeit gehen möchte? Und noch wichtiger, was ist mit meiner Rente, wenn ich in Teilzeit gehe und mein Mann weiterhin Vollzeit (samt der unbezahlten Überstunden, die dazu gehören) arbeitet? Ich möchte nicht zu den erwarteten 75% der Frauen meiner Generation gehören, die eine Rente unter der Hartz IV-Grenze bekommen, nur weil ich verpasst habe, mit meinem Mann diese Themen durchzusprechen bevor unser Kind auf die Welt gekommen ist. Ja, es gab viele Fragen in der Schwangerschaft. Aber eigentlich gehen all diese Fragen nicht nur werdende Eltern etwas an – auch wenn sie oft nur in den Familienrubriken der Tageszeitungen besprochen werden. Mir fehlen diese Themen in der gesellschaftspolitischen Diskussion allgemein, denn sie dürften uns alle interessieren. Wir leben in einer Zeit, in der von uns erwartet wird, dass wir flexibel und mobil sind. Seit ich arbeite, ist mir klar, dass ich nicht immer wählen kann, wo ich lebe – sowohl mein Mann als auch ich sind viel umgezogen wegen unserer Arbeit. Das bedeutet aber auch, dass wir nicht in der Nähe von Großeltern leben und uns auf deren Unterstützung verlassen können, sondern vollkommen auf das angewiesen sind, was uns die Gesellschaft und die Politik zur Verfügung stellen. Als Gegenleistung arbeiten wir beide Vollzeit und zahlen dementsprechend Steuern. Es fängt ja schon bei der Wochenbettversorgung durch Hebammen an, die oft der absolut beste Start als Familie ist. Die Möglichkeit, dass wir beide Elternzeit nehmen konnten, hat die Beziehung zu unserem Sohn und uns als Team gestärkt. Was aber absolut ausschlaggebend war, um Familie und Beruf überhaupt kombinieren zu können, war, dass wir als arbeitende Eltern eine flexible Kinderbetreuung finden konnten. Dabei sind gut ausgebildete (und gut bezahlte) ErzieherInnen absolut notwendig, damit wir Eltern entspannt arbeiten gehen können und unsere Kinder bestens versorgt sind. Wenn es sich irgendwo in der Gesellschaft wirklich langfristig lohnt zu investieren, dann ist das doch in Familien, in unsere Kinder und deren Erziehung. Und heutzutage fängt die Erziehung schon in der Krippe an. Beim Research für mein Buch habe ich festgestellt, dass es einen recht großen Unterschied zwischen Deutschland und Schweden gibt, wenn es um Gleichberechtigung geht. Wenn man von Gleichberechtigung redet, wird in Deutschland der Fokus mehr auf die Stärkung der Frau gelegt, wohingegen in Schweden eher von der Stärkung der Situation von Frauen und Männern die Rede ist. Diese schwedische Haltung teile ich und daher spielt der Vater in meinem Buch auch eine große Rolle. Als Beispiel: In Schweden wird angenommen, dass wenn Menschen Kinder bekommen, diese auch Zeit mit den Kindern verbringen wollen. Dies führt zu Systemen mit stärkeren Rechten und mehr Pflichten für Männer in der Familie sowie zu mehr Platz für Frauen in Unternehmen. Elternzeit für Männer existiert seit 1974 und mittlerweile ist es der Wirtschaft auch klar, dass auch sie von der Familienfreundlichkeit profitiert. Im Nachhinein bin ich froh darüber, an viele dieser Themen schon in der Schwangerschaft herangegangen zu sein. Das Gefühl als werdende Eltern gemeinsam an einem Ziel zu arbeiten, glaube ich, ist sehr wichtig. Was dieses Ziel am Ende ist, ist jeder Familie selbst überlassen. Es gibt so viele Wege, die richtig sind, wie es Eltern gibt. Nicht jede/r Vater/Mutter teilt meinen Wunsch weiterhin Vollzeit zu arbeiten, aber es ist wichtig, dass wir Systeme bauen, die für Familien funktionieren – egal wie sie leben wollen. Und das führt mich zum Wichtigsten am Elternsein: Dass wir so sein dürfen, wie wir sind. Und das ist wahrscheinlich auch der einzige Ratschlag, den ich gerne bekommen hätte in der Schwangerschaft: Sei so, wie du bist – so wirst du auch die beste Mutter für dein Kind sein. Und nur so wirst du happy und entspannt in der Elternrolle sein. Und lass auch andere Eltern so sein, wie sie sind – auch wenn sie anders sind als wir selbst. Es ist auch gut so. Malin Elmlid

Malin Elmlid, gebürtige Schwedin, Autorin, Mutter eines Sohnes im Kindergartenalter, Ehefrau, frische Hausbesitzerin und Weltenbummlerin, veröffentlichte im Frühjahr 2018 ihr zweites Buch “Mein persönlicher Mutterpass”. Seit ihrer Schwangerschaft beschäftigen sie ihre Erfahrungen im Umgang mit werdenden Müttern und Vätern, aber auch gesellschaftliche Erwartungen an Eltern und Themen, “mit denen sich Schwangere beschäftigen sollten”. Spannend findet sie allerdings immer wieder den Aspekt, mit welchen

Themen sich Schwangere in Deutschland scheinbar noch nicht oder noch zu wenig auseinandersetzen. Darunter befinden sich Dinge, die in Schweden schon seit mehreren Generationen anders laufen – Vereinbarkeit und Aufteilung der Elternzeit zum Beispiel. Ein weiterer Punkt, über den Deutsche grundsätzlich nicht gerne reden, ist das liebe Geld: Wie finanziert man seine Familie mit Kind, wer übernimmt was, wie gut sind beide Elternteile für die Rente versorgt usw usw. Anhand einer Vielzahl von echten Elternmeinungen und Beiträgen von

fachlichen ExpertInnen bedient “Mein persönlicher Mutterpass” als Lektüre hervorragend Fragestellungen rund um Selbstbestimmung und Selbst-Fürsorge und lenkt den Blick dabei auch über den Tellerrand auf die Auseinandersetzung mit der zukünftigen Rolle, die wir mit der Geburt eines Kindes wie eine zweite Haut überstreifen, die Elternrolle.

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GRÜNDEN IN DER ELTERNZEIT – WAS MUSS ICH JOBTECHNISCH BEACHTEN?

„ M o m p r e n e u r s “ , n e u d e u t s c h f ü r M ü t t e r, d i e s i c h nach dem Kinderkriegen selbstständig machen, kommt aus den USA, läuft aber auch hier bei u n s r i c h t i g g u t … We i l e s a b e r v o m Wo c h e n b e t t b i s z u m Wo c h e n m e e t i n g v i e l e Fra g e n u n d Stolperfallen gibt, haben wir mit einer Mama darüber gesprochen, die in ihrem Job täglich solche Fragen gestellt bekommt – übrigens mehrheitlich von Müttern: Smartmama.de-Autorin und Arbeitsrechtsanwätlin Sandra Runge.

Liebe Sandra, als Arbeitsrechtlerin führst du Beratungsgespräche zum Thema Gründen in der Schwangerschaft – was sind die häufigsten Fragen? Erfahrungsgemäß stellen sich die meisten Fragen zum Übergang von einer Festanstellung in die Selbständigkeit: Wann und wie muss ich während der Elternzeit meinen Job kündigen? Wann macht ein Aufhebungsvertrag Sinn? Habe ich Chancen auf eine Abfindung? Sollte ich lieber erst mal anfangen während der Elternzeit in Teilzeit selbstständig zu arbeiten? Muss mein Arbeitgeber die Selbstständigkeit genehmigen? Wie bin ich krankenversichert? Uff, ein ganzer Batzen. Dann lass mal da einsteigen: Kann ich mich neben der Elternzeit selbstständig machen und wenn ja, was muss ich dabei beachten? Und geht das auch bereits im Mutterschutz? Ja, das kannst du! Während der Elternzeit ist es nicht nur möglich, Elternteilzeit beim eigenen Arbeitgeber, sondern auch in Elternteilzeit „fremd“ zu arbeiten. Das Bundeselterngeld und Elternzeitgesetz (§ 15 Abs IV BEEG) lässt Mamas dabei relativ viel Freiraum: Du darfst während der Elternzeit bei einem anderen Arbeitgeber oder selbstständig arbeiten, allerdings nur bis zu 30 Stunden pro Woche – ansonsten entfällt dein Anspruch auf Elterngeld und dein ElternzeitStatus. Und, auch wichtig: Wenn du nebenher arbeitest, erhältst du nicht die volle Höhe Elterngeld. Als Selbstständige bestimme ich meine Stunden ja selbst. Wer prüft da noch, ob ich in Wirklichkeit 40 oder 50 geackert habe, wenn ich 30 oder gar 0 Stunden angebe? Tatsächlich kann es sein, dass die Elterngeldstelle nachfragt. Darauf sollte man vorbereitet sein und im Zweifel eine Stundenübersicht vorlegen können. Falls man noch in Elternzeit arbeitet, sollte man die Stunden am besten auch in eine Excel-Tabelle einfügen. Theoretisch kann der Arbeitgeber nachfragen, wie viele Stunden man nebenbei arbeitet und dazu Nachweise verlangen. Wie viel Elterngeld erhält man im Vergleich zur vollen möglichen Höhe, wenn man bis zu 30 Stunden in der Elternzeit arbeitet? Das kann man so pauschal nicht sagen, da es auf die Höhe des Gehalts ankommt und darauf, ob man Basiselterngeld oder Elterngeld Plus beantragt. Fakt ist, dass es keine Freibeträge gibt und die Einkünfte auf das Elterngeld angerechnet werden. Ich rate

meinen Mandantinnen einfach mal den Elterngeldrechner des Familienministeriums auszuprobieren und verschiedene ElterngeldKombinationen einzugeben. Wichtig ist noch: Es gibt immer einen Elterngeld-Mindestsatz von 300 EUR pro Monat (Elterngeld Plus 150 EUR) – egal wie viel man dazu verdient bzw. vorher verdient hat. Das Kind ist da, ich merke, ich möchte nicht mehr in den Job zurück. Welche Möglichkeiten habe ich nun? Du kannst entweder selber während der Elternzeit kündigen, einen Aufhebungsvertrag vereinbaren oder aber die Elternzeit verlängern und dir einen neuen Nebenjob suchen. Bei letzterem musst du allerdings beachten, dass dieser von deinem Arbeitgeber genehmigt werden muss. Ein Vergleich: Das Kind ist da und viel krank. Ich kann nicht so viel arbeiten, wie ich es mir vorgenommen habe… Was für Möglichkeiten habe ich? Was muss ich schlimmstenfalls befürchten; was als Selbständige und was als Angestellte? Als Angestellte hast du ja die „Kind-Krank-Tage“, während der du einen Teil deines Lohnes weiter gezahlt bekommst, als Selbstständige ist das leider nicht der Fall. Allerdings gibt es inzwischen auch für Selbstständige die Möglichkeit bei der Krankenkasse eine Zusatzversicherung abzuschließen, die Einkommensausfälle abdeckt. Was muss ich hinsichtlich meiner Krankenversicherung beachten, wenn ich mich selbstständig mache? Wie kann ich verhindern, dass diese mich hochstuft? Die voraussichtlichen Einkünfte sind geschätztes Jahresarbeitseinkommen, wie kann ich das zu Beginn meiner Tätigkeit realistisch schätzen? Und erstatten sie zu viel/hoch gezahlte Beiträge zurück? Deine neue nebenberufliche Selbstständigkeit muss der Krankenkasse angezeigt werden. Die Krankenkasse prüft dann anhand deiner


voraussichtlichen Einkünfte und des zeitlichen Umfangs, den deine Selbstständigkeit in Anspruch nimmt, ob es zu Beitragsanpassungen kommt. Meistens läuft die Erhebung der Beiträge weiter über deine Haupttätigkeit. Aber Achtung: Viele gesetzlichen Krankenkassen stufen dich nicht mehr als nebenberuflich ein, wenn du mehr als 18 Stunden pro Woche arbeitest! Solange deine Selbstständigkeit als Nebentätigkeit einzustufen ist, bist du weiterhin ganz normal versichert. Der Angestelltenstatus kann dabei von Vorteil sein. Woran wird die Nebenberuflichkeit festgemacht – die Einkommen oder der Zeitaufwand? Sprich, wenn ich mit weniger Tage Arbeit so viel verdiene wie ich jetzt mit einer Anstellung verdiene, bleibe ich dann noch während meiner Elternzeit bei meinem Arbeitgeber kranken- und sozialversichert? Das kann von Krankenkasse zu Krankenkasse verschieden sein und sollte immer individuell mit der eigenen gesetzlichen oder privaten Krankenkasse besprochen werden. Ich war schon vor der Elternzeit selbststständig und habe Aufträge abgearbeitet. Leider habe ich nicht alle Rechnungen bis zur Geburt gestellt. Was nun? Darf und sollte ich die Rechnung während des ElterngeldBezugs-Zeitraums stellen? Oder besser erst danach (im Zweifel xx Monate später)? Generell ist es besser, die Rechnungen nach dem Elterngeld-Bezug zu stellen – falls es der Kunde mitmacht. Es gilt das sogenannte „ZuflussPrinzip“, nach dem es immer entscheidend ist, wann das Geld genau

auf dem Konto verbucht wurde. Wenn das außerhalb des ElterngeldBezugszeitraumes ist, hat dies keine Auswirkungen mehr auf das Elterngeld. Thema Elterngeld als Unternehmer: Wann bekommt man es und wann nicht? Etwa wenn man Gesellschafter ist? Wenn die Firma weiter Einkünfte erzielt? Was sind die Unterschiede für einen Freiberufler und einen Teilhaber einer Firma? Und was für eine Rolle spielt die Art der Gesellschaft? Elterngeld bekommst du grundsätzlich unabhängig von der Rechtsform, die dein Unternehmen hat. Es ist also egal, ob du Solo-Selbstständige, Gesellschafterin einer GbR oder GmbH oder Geschäftsführerin bist. Der Anspruch entfällt nur dann, wenn das zu versteuernde Einkommen im Jahr vor der Geburt 250.000 EUR überschreitet, bzw. 500.000 EUR zusammen als Paar. Allerdings kann es sein, dass du dir bei einer Gesellschaft, zum Beispiel bei einer GbR, die Gewinne weiter anrechnen lassen musst – selbst dann, wenn du während des Elterngeld-Bezuges „aussteigst“ und nicht mehr aktiv bist. Hier macht es eventuell Sinn, die Gesellschafterverträge entsprechend anzupassen. Tricky kann es auch sein, wenn du Geschäftsführerin bist, z.B. einer GmbH. Im Gegensatz zu angestellten Arbeitnehmerinnen besteht grundsätzlich kein Anspruch auf Elternzeit, also Freistellung von der Arbeit oder Verkürzung der Arbeitszeit. Da der Anspruch auf Elterngeld entfällt, wenn die wöchentliche Arbeitszeit mehr als 30 Stunden beträgt, muss eine Geschäftsführerin durch Sondervereinbarungen ihre Arbeitszeit reduzieren, um überhaupt einen Anspruch auf Elterngeld zu haben.

19 Unsere Buchempfehlungen zum Thema:

DON'T WORRY, BE MAMI Das Buch von Smartmama und Kitagründerin Sandra Runge gibt es jetzt auch als Taschenbuch aktualisiert mit den neuen Mutterschutzgesetzen, die seit dem 1.1.2018 gelten.

EINFACH MACHEN Ein illustrierter Guide rund ums Thema Gründen. Das Besondere daran: Es werden NUR Frauen und ihre Gründergeschichten vorgestellt. Von der Idee über das Konzept bis hin zum Businessplan, zur Finanzierung oder Marketingstrategie – Hürden und wie sie genommen werden können – und das in den unterschiedlichsten Branchen.

WORKING-MOM! Zweifachmama und Karrierecoach Katrin Bringmann stellt einen ganzen Werkzeugkasten motivierender Tools zur Verfügung. Eine mögliche Hilfe für Mütter auf dem Weg zurück ins Berufsleben! Wir sagen nur "Brainpower" und "Positive Kommunikation im Betriebsalltag".


TSCHUSS SICHERER HAFEN L E I N E N LO S , VO N D E R F E STA N ST E L LU N G I N S KA LT E WA S S E R S E L B ST STÄ N D I G K E I T

We r s c h o n m a l i n e i n e n ka l t e n B e rg s e e g e s p r u n g e n ist, der weiß, dass eine kalte Dusche dagegen wie e i n w a r m e s Wa n n e n b a d e r s c h e i n t . N a c h d e m e r s t e n Schock spürt man, wie der eigene Überlebenstrieb geweckt wird und wie es sich anfühlt, wenn alle Sinne auf Hochtouren gebracht werden. U n d s o g e h ö r t , w i e b e i d e m We g , d e n u n s e re Interview-Partnerin Anita Neumann eingeschlagen hat, erst ganz viel Mut zum Sprung dazu und dann die Erkenntnis: Das tut so verdammt gut! Wa r u m m a c h e n w i r d a s e i g e n t l i c h n i c h t s t ä n d i g ?

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Anita Neumann ist Diplompädagogin mit dem Schwerpunkt Berufs- und Betriebspädagogik / berufliche Weiterbildung und Organisationspsychologie mit mehr als 13 Jahren Berufserfahrung im Personalwesen. Zuletzt hat sie 2,5 Jahre als Director HR und Office in einer Berliner Digitalagentur gearbeitet. Sie ist Mama von zwei Jungs im Alter von 4 und 6 Jahren, und lebt zusammen mit ihrer Familie in Berlin. Mit dem 40. Geburtstag hat sie nicht nur eine neue Lebensdekade zelebriert, sie hat sich auch tiefergehend mit den Fragen auseinandergesetzt: Wie möchte ich zukünftig leben? Und was macht mich eigentlich glücklich und zufrieden? In Bezug auf den Job wurde ihr klar, dass sie etwas ändern möchte und sich mehr dem widmen möchte, was sie insgeheim schon sehr lange interessiert, sich aber im bisherigen JobAlltag schlicht nicht ausleben ließ. Anita wagte etwas, wonach sich immer mehr Menschen sehnen: Sie stieg aus ihrer Festanstellung aus und plant jetzt ein selbstständiges Business, bei dem sie Eltern coachen möchte, die sich im Beruf umorientieren wollen, aber noch nicht genau wissen, wohin und wie. Uns hat sie erzählt, wie sie das Ganze angegangen ist und welche Hürden sie dabei überwinden muss(te).

Madeleine: Liebe Anita, wie schön, dass wir uns treffen. Wir wollten so gerne von dir hören, wie es ist, als ganz “normale Frau” aus dem Job-Alltag auszusteigen. Und wie es zum Beispiel auch für frischgebackene Mamas sein kann, sich in bzw. nach der Elternzeit umzuorientieren. Welche Fragen kommen denn dann auf mich zu? Was muss ich beachten, wenn ich gründe bzw. aussteige? Was muss ich alles aushalten? Erzähl mal bitte, wie du das alles bei dir erlebt hast. Anita: Eigentlich wollte ich gar nicht selbstständig sein. Dafür wollte ich immer schon mal ein Coaching für meinen ehemaligen Arbeitgeber auf die Beine stellen, aber in welcher Form, das wusste ich noch nicht. Meine Coaching-Ausbildung habe ich letztendlich im Februar 2018 bei Bridgehouse angefangen, einem renommierten Trainer-Haus mit sehr langen Wartelisten für Ausbildungen und Trainings. Janine: Was ist denn der Unterschied zwischen Training und Coaching? Anita: Beim Training geht es darum, dass du Wissen vermittelt bekommst. Methoden, z.B. wie geb ich Feedback.

Coaching dagegen begleitet einen Veränderungsprozess. Du kommst mit einem bestimmten Thema, einer Frage und wirst bei der Lösungsfindung an die Hand genommen. Beispiel: Ich hab drei Jobangebote, für welches entscheide ich mich jetzt? Der Coach zeigt dir andere Sichtweisen auf, spiegelt dich, begleitet dich durch den Prozess. Madeleine: Das heißt, in der Coaching Ausbildung wird man darauf ausgebildet, zukünftige KlientInnen durch diesen Prozess zu führen? Anita: Der Klient muss viel selber machen, der Coach macht eigentlich gar nix. (lacht) Nein, im Ernst, so einfach ist es nicht. Du musst als Coach deine eigene Bewertung ausschalten und das, was man als Führungskraft macht, nämlich Probleme zu lösen. Denn es soll ja keine Lösung für dich, sondern für den anderen sein! Da wir mit Erwachsenen untereinander arbeiten, braucht es ein Gespräch auf Augenhöhe. Du erzählst dem anderen nicht, wie die Welt funktioniert. Kann ja sein, dass es für den anderen nicht passt. Meine ganz persönliche Fragestellung war jedenfalls: Möchte ich bis zum Lebensende HR Director sein? Aber ich hatte noch keine konkrete Idee, wie das andere aussehen könnte…


Madeleine: Wurde dieses Umdenken bzw. dein Wunsch nach Umorientierung durch deine Kinder beeinflusst oder durch deinen beruflichen Werdegang? Anita: Zum Zeitpunkt meiner Umorientierung waren es nicht die Kinder. Ich bin ein paar Monate zuvor 40 geworden, da fragt man sich ja auch: Soll es das jetzt gewesen sein? Ist das, was ich mache A, sinnvoll und B, mache ich es eigentlich gerne? Janine: Und von dem Moment, wo du wusstest, du willst dich von der Festanstellung zum selbständigen Coach verändern, was waren die nächsten Schritte? Anita: Bei mir war das entscheidende Thema Sicherheit. Ich habe Glaubenssätze, die sehr stark waren. “Du musst für dich selber sorgen”, das hat meine Mutter mir beispielsweise immer gesagt oder “Verlass dich nie auf einen Mann”. Ich bin ein Scheidungskind. Jetzt habe ich zwei Kinder, ein Haus, einen Mann mit einem ebenso großen Sicherheitsbedürfnis. Deshalb war der erste Schritt zu schauen, wie wir beide unser Sicherheitsbedürfnis gestillt bekommen, um dann daraus einen Zeitplan zu machen. Parallel habe ich Frauen kennengelernt, die ähnliche Themen und Fragestellungen hatten wie ich: Auch Mütter, auch Führungskräfte, auf der Suche nach anderen Perspektiven. Ich habe angefangen, mich regelmäßig auszutauschen und kontinuierlich über Ideen gesprochen. Ich hab mir dann eine Community gesucht, die Jungunternehmer unterstützt, ihre Idee produktreif zu machen, sprich, den ganzen Marketingpart, Positionierung, Online-Marketing herauszuarbeiten und mich so immer mehr meiner Idee angenähert. Madeleine: Wie hast du denn diese Community gefunden? Anita: Ich habe angefangen zu schauen, was es an Coachings bereits auf dem Markt gibt. Wer sind die, wer sind deren Kunden, wie treten sie auf. Die geben ja ganz viel nach außen. Ich hab mir Podcasts angehört, bin Coaches auf Instagram gefolgt. Da gibts ja vom mentalen Coach über Ernährungs-Coach oder Business-Coach ganz viele. In diesem Zuge bin ich auf LOA Fresh gestoßen, sie ist bei der Talentschmiede. Ich habe gesehen, wie ihre LifeHealth-Balance und Sport-Ernährung-Meditation-Inhalte in einer Facebookgruppe abgegangen sind. Und das funktioniert so: Du kannst dich in die Gruppe einkaufen, bekommst dann Live Sessions mit ihr und kannst alle Infos in der Gruppe konsumieren. Sie hat innerhalb von 2 Monaten ihr eigenes Kochbuch rausgebracht. Aber diesen Weg muss man auch mögen, sich auf diese Bühne zu begeben. Madeleine: Naja, du musst ja irgendwie Aufmerksamkeit erzeugen und gefunden werden. Anita: Ja genau. Aber erstmal ist vor allem dein Fundament wichtig. Du musst wissen, was du anbietest und warum du es anbietest. Und dafür gibt es schon relativ viele, zum Beispiel die WHY Akademie in Berlin, die dir helfen deine Werte rauszufinden. Im Februar geben wir dort sogar unseren ersten Netzwerkabend zusammen, schaut mal hier: www.why-Akademie.de/Termine

Janine: Ok, wenn ich jetzt zu dir komme und sage, ich möchte was gründen. Ich hab auch schon eine konkrete Idee – ich möchte Handyhüllen häkeln. Kannst du mir dann auch step by step bei der Geschäftsgründung helfen?

Anita: In Teilen. Ich helfe dir das Fundament zu legen, deine wirklichen Beweggründe dahinter herauszufinden, negative Glaubenssätze aus dem Weg zu räumen. Ich möchte Menschen coachen und bei ihrer Persönlichkeitsentwicklung unterstützen, denn theoretisch können wir alles sein, wir blockieren uns nur durch unsere Gedanken. Was ich aber nicht kann: Ich kann keine Finanzberatung machen, keine Rechtsformberatung, keinen Businessplan, dafür gibt’s Gründerberater. Madeleine: Was hättest du gemacht, wenn dein Mann gesagt hätte: “Das packen wir nicht”? Dann hättest du die Idee ja trotzdem in dir gehabt. Anita: Ja, dann muss man schauen, wie stark dein Wunsch danach ist. Als Mutter bist du Teil eines Systems und das muss funktionieren. Zu dem System gehören dein Mann, deine Kinder, deine Familie. Und dann musst du den Reality-Check machen und schauen, ob es wirklich funktioniert. Bei mir war es zum Beispiel so, ich hab die Coaching Ausbildung um drei Jahre nach hinten geschoben, weil ich deswegen freitags, samstags und sonntags zum Lernen weg war. Vor drei Jahren waren die Jungs dafür noch zu klein. Jetzt sind sie 4 und 6 und mit der Hilfe von Oma und Opa klappt das auch erst jetzt. Madeleine: Stichwort “Klappen”, Angst und Versagen. Kannst du denn auch coachen, dass Leute nicht in eine Versager-Angstloch fallen, wenn der Reality-Check nicht klappt? Und dass man es so normal aufnimmt, wie beim Spiel verlieren – es passiert einfach. Janine: Es gibt ja etliche Beispiele für erfolgreiche GründerInnen, die zuvor Fehlstarts hingelegt haben… Anita: Das ist total legitim, wenn man sagt: Ok, ich möchte das nicht mehr machen. Aber triff deine Entscheidung bewusst, nicht aus der Angst heraus, das ist total wichtig. Bei meinen Arbeitgebern in der Agentur bin ich mit meinem Ausstieg ja sehr offen umgegangen, weil sich der ehrliche Weg am besten anfühlte. Als ich für mich die Entscheidung getroffen hatte, habe ich sehr bald mit meinen Chefs gesprochen. Ich wollte keinen Scherbenhaufen hinterlassen. Anstelle bis zum vertraglich vereinbarten letzten Tag zu arbeiten, habe ich tatsächlich noch zwei Monate drangehängt, weil sie mich gebraucht haben… Und heute bin ich an meinem Businessplan dran, der finanzielle Plan steht noch nicht, die Website muss noch fertig werden, ich muss mir überlegen, wie die Leute mich finden. Deswegen werde ich als nächstes meine Coach-Ausbildung beenden, im Winter die Zertifizierung zum Business Coach machen. Und um ein gutes Gefühl dafür zu bekommen, was meine Kunden brauchen, arbeite ich aktuell an Zielgruppen-Interviews. Ich möchte gerne 2-3 Monate lang Eltern kennenlernen und Updates mit dieser Gruppe von Eltern durchführen, die eine Veränderung brauchen. Das können Eltern aus der Elternzeit heraus, aus Vollzeit/Teilzeit/ Schichtarbeit mit bestimmten Rahmenbedingungen sein, oder Eltern, die eine völlige Neuorientierung wollen. Anhand ihrer Bedürfnisse und Fragestellungen möchte ich auch für mich justieren, wo ich zukünftig Klienten am besten helfen kann und auch Hilfe gewünscht wird. Und dann nehme ich mir ausreichend Zeit, setze mich nicht künstlich unter Druck. Das Interview mit Anita gibt es in voller Länge auf dem Blog. Anstelle vom Klischee-Milchkaffee haben wir uns ein Radler geteilt. Eltern, die zwischen 28 und 40 Jahren alt sind und sich für ein Zielgruppeninterview bzgl. Wiedereinstieg oder beruflicher Neuorientierung zur Verfügung stellen wollen, können sich per PN bei Anita melden: neumannanita77@gmail.com Herzlichen Dank!

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FRAUEN IN STARTUPS t h c u s e g t l e f i e verzw

Lebt man als Mutter oder Vater in Berlin, Hamburg, München, Stuttgart oder Karlsruhe, ist die Wahrscheinlichkeit nicht so gering, jemanden zu kennen, der in einem Startup arbeitet oder sogar eins gegründet hat. Neben der Metropolregion Rhein-Ruhr gehören diese fünf Städte zu Deutschlands wichtigsten Gründungs-Hotspots laut Deutschem Startup-Monitor (kurz DSM), der jedes Jahr vom Bundesverband Deutsche Startups e. V. (BVDS) und KPMG als Förderer herausgegeben wird. Der DSM gibt Auskunft über Entwicklung und Bedeutung von Startups, liefert Insights zu Standorten, Branchen, Status, Finanzierungsrunden, Internationalität der MitarbeiterInnen und auch Infos dazu, wie viele Gründer männlich und wie viele weiblich sind. Der aktuell erschienene DSM für 2018 umfasst Daten von 1.550 Startups, mit 3.763 Gründerinnen und Gründern sowie 17.647 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. 15,1% der deutschen Startups werden aktuell von Frauen gegründet Diese Einschätzung teilen auch Anja Rath, Finanzierungs-Spezialistin, und Nikolas Samios, Venture Capital Experte und beide Unternehmensgründer. Zusammen haben sie ein Buch geschrieben, welches von Handwerk, Kunst und Philosophie der Venture-Capital-Finanzierung von Startups handelt, kurz DEALTERMS.VC. Mit Startups sind in diesem Fall schnell wachsende Unternehmen gemeint, deren Produkt- oder Dienstleistungsinnovationen auf einen technischen Kern aufsetzen. Diese Unternehmen treiben ihr Wachstum durch die Aufnahme von externem Risiko-Kapital an, und am Ende der Reise “Unternehmensgründung” steht nach ca. 5-10 Jahren der Verkauf des Unternehmens als letzter Punkt auf der Agenda. Diese Definition von Startup entspricht der “klassischen”, internationalen und meint in dem Fall tatsächlich nicht die Gründung eines Häkel-DIY-Shops bei Etsy. Ihr Buch soll vor allem als Leitfaden dienen und umfasst als Sachbuch alle wesentlichen Aspekte und Bestandteile von Venture Deals in Deutschland, inklusive einer umfassenden Vertrags-Dokumentation. Darüber hinaus haben die Autoren mit mehr als 20 TopGründerInnen und InvestorInnen wie zum Beispiel jenen von Delivery Hero, Book a Tiger, nebenan.de oder Mister Spex gesprochen. Weibliche Seriengründer waren dafür nur extremst schwer auszumachen, ebenso weibliche Investoren. “Es gibt sie auch in Deutschland und das Geschlechter-Verhältnis wird besser, aber es ist noch lange nicht so gut wie z.B. in Frankreich ...”, sagt Nikolas Samios. “In Deutschland sind gefühlte 9,5 von 10 VCs männlich, in Frankreich hingegen ist es vergleichsweise normal, Frauen als Managing Partner anzutreffen.” Aus seiner Sicht zählen zu den bekanntesten deutschen Gründerinnen Lea-Sophie Cramer von Amorelie, Lea Lange von JUNIQE, Delia Fischer von Westwing oder auch Julia Bösch von Outfittery. Weniger medial präsent, dafür großartige Rolemodels: Tanja Kufner von Porsche, Dr. Carolin Gabor von FinLeap oder Olya Klueppel, Partnerin bei Global Growth Capital. Im Gespräch mit den Autoren wollten wir wissen, warum die Kluft zwischen den Geschlechtern in einer so fortschrittlichen Branche doch noch überraschend groß ist. “Nach unserer Beobachtung haben moderne Investoren das Klischee-Denken zu berufstätigen Frauen eigentlich überwunden. Aber es muss auch erwähnt werden, dass es auch zwischen Investoren und Gründerinnen MeToo-Momente gab, die publik wurden, vor allem in den USA.“ Ebenfalls steht der Verdacht im Raum, dass weibliche Gründungen häufiger negativ von Investoren bewertet werden, also im Wettkampf um das rare Risikokapital einen Nachteil haben. Dabei werden Investmententscheidungen in der Regel nicht von einer einzelnen Person getroffen, sondern von einem ganzen Team, das beim Sichten von Investitionskandidaten, wie in einem Wettbüro, auf das Team mit der Aussicht auf das erfolgreichste Ergebnis setzt. Werden also Attribute, wie die von GründerInnen erwartete Aggressivität und Risikobereitschaft, immer noch eher Männern zugesprochen? “Wir haben das in unserem Team einmal statistisch analysiert. Haben weibliche Gründerteams eine schlechtere Erfolgsquote? Das konnten wir zumindest auf unserem Datensatz nicht belegen. Anekdotisch haben sogar einige Befragte berichtet, dass ihnen Gründerinnen und Teams mit DEALTERMS.VC: Von Handwerk, weiblichen Co-Gründern besonders im Gedächtnis geblieben sind, damit eventuell sogar Kunst und Philosophie der Ventureleider einen Originalitätsvorteil haben, da es eben so wenige davon gibt ...”, so Nikolas Samios. Capital-Finanzierung von Startups in Deutschland Gerade Startups sind besonders heftig vom Fachkräftemangel betroffen und versuchen 18. Januar 2018 händeringend offene Stellen zu besetzen. Jedoch wird im Gespräch mit Recruitern deutlich, Das Buch richtet sich gleichermaßen dass sich für manche Stellen oft so gut wie keine Frauen bewerben und dass Unternehmen diese Stellen, selbst wenn sie wollten, einfach nicht schaffen mit Frauen zu besetzen. “Hier an Startup-GründerInnen wie schließt sich der Kreis: Für ein Venture Capital Team die gleiche Anzahl an weiblichen wie InvestorInnen, aber dank der leichten männlichen Analysten zu finden ist in der Praxis kaum möglich. Daher ist zu befürchten, Zugänglichkeit auch an interessierte dass es noch lange dauern wird, bis wir auch mehr weibliche Entscheider im Venture Capital ManagerInnen, BeraterInnen, Bereich in Deutschland haben ...”, folgert Nikolas Samios. AnwältInnen, BankerInnen und PolitikerInnen. Das Buch DEALTERMS.VC soll Frauen und Männer gleichermaßen ansprechen. Es versteht sich als praxisnaher Leitfaden für alle, die ihr Unternehmen nicht als langfristigen Lebensinhalt aufbauen, sondern mit externen Geldmitteln und risikofreudigem Mindset eine Geschäftsidee zu schnellem Wachstum bringen wollen. Ist Letzteres gelungen, ist ein Gebundenes Buch – 39,99 EUR sogenannter Exit das Ziel. Unserer Auffassung nach gründen die Frauen, die wir kennen, Alle Erlöse der Autoren werden für mehrheitlich um sich einen Lebenstraum zu realisieren, nicht um bei ihren Unternehmungen einen Entrepreneurship-bezogenen wie auf einem Brettspiel zu agieren. Vielleicht kommt daher die rätselhafte Diskrepanz guten Zweck gespendet. zwischen Männern und Frauen!


Wenn Beziehungen am Eltern-Sein scheitern...

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Chiara Paris wohnt in Berlin. Sie ist Halb-Italienerin, erst 26 und schon Mama des vierjährigen Natan. N a t a n s Va t e r u n d C h i a r a s i n d s e i t e i n e m J a h r g e t r e n n t . Chiara studiert und hat gerade ein Kinderbuch geschrieben. Mit uns spricht sie offen über die Probleme, die sich bei den neuen Aufgabenstellungen a l s E l t e r n u n d d e r Ve r t e i l u n g d e r R o l l e n e r g e b e n und woran es bei ihr persönlich gescheitert ist...

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Liebe Chiara, du hast dich vom Vater deines Kindes getrennt, da ihr über die Aufteilung der Betreuung immer wieder aneinander geraten seid und keine Einigung finden konntet. Magst du uns sagen, was da genau das Problem war? Es ist wirklich schwierig darüber zu sprechen, weil es für mich immer noch so schwer zu begreifen ist. Wir sind miteinander immer sehr respektvoll umgegangen und allgemein war unsere Beziehung gleichberechtigt in jeglicher Hinsicht. Nach der Geburt unseres Sohnes und dem ganzen Glück, was damit verbunden ist, änderte sich dieses "Miteinander". Ich weiß, dass auch das "Ich als Vater muss jetzt finanziell für euch sorgen"-Gefühl dazu beigetragen hat und auch, dass ich durch das Stillen und den Mutterschutz automatisch mehr Zeit zuhause verbracht habe. DAS BEDEUTETE ABER FÜR IHN, DASS ALLE ANDEREN AUFGABEN IN MEINEN AUFGABENBEREICH RUTSCHTEN UND ZUSÄTZLICH DIE ERWARTUNG AN MICH, NICHT MEHR IN MEINEN JOB ZURÜCKZUKEHREN UND AUF EINMAL DIE PERFEKTE HAUSFRAU UND MUTTER SEIN ZU MÜSSEN. Ich habe eine Weile versucht, dem irgendwie gerecht zu werden und für unseren Sohn mitzuspielen oder irgendwie das Beste daraus zu machen. Aber egal, was ich für mich als Frau für Wünsche hatte, es gab keinen Raum mehr dafür.

Dadurch, dass es auf einmal selbstverständlich wurde, kam auch keine Wertschätzung mehr und das war schwer zu ertragen. Ich persönlich glaube immer, dass der gegenseitige Respekt für den Partner und das was er tut und leistet, und die Wünsche, die er hat, die Basis sind für ein glückliches Eltern-Werden als Paar. Denkst du, das ist der Kern, an dem es gescheitert ist oder hast du noch andere Tipps für uns? Du sagst ja, dass es vorher anders war. Hätte man es also nicht erahnen können? Oder habt ihr/hättet ihr, vorher über die genauen Vorstellungen für die Regelungen im Alltag mit Kind sprechen können/sollen? Da stimme ich dir auf jeden Fall zu, der Respekt gegenüber dem anderen und dessen Wünsche und Taten ist ausschlaggebend für eine gesunde Beziehung und dadurch eine gute Grundlage zum Eltern-Werden. ICH MUSS ZUGEBEN, DASS ICH IM NACHHINEIN DENKE, ZU BLAUÄUGIG AN ALLES HERANGEGANGEN ZU SEIN. ICH DACHTE MANCHMAL “DAS WIRD SCHON BESSER WERDEN”, SO ALS OB ES MIT EINEM KIND ALLES EINFACHER WÄRE. DOCH ICH WÜRDE ANDEREN RATEN ZU BEDENKEN, WENN IN DER BEZIEHUNG UNGEREIMTHEITEN EXISTIEREN, WERDEN DIESE SICH NICHT VON ALLEINE IN LUFT AUFLÖSEN. VOR ALLEM NICHT DURCH EIN KIND!


Ich glaube gar nicht unbedingt, dass Menschen sich jahrelang lieben müssen, um eine Familie zu gründen, aber die Einstellung sollte sich zumindest, was die oben genannten Punkte betrifft, überschneiden. Meinst du, Menschen können sich durch das ElternWerden so verändern, dass man sich in ihnen täuschen kann? Also in der Regel glaubt man ja sie zu kennen, wenn man gemeinsam ein Kind möchte... Ich wünschte, ich könnte einfach mit Nein antworten, denn es ist genau der Punkt, an dem ich noch heute verzweif le. Ich versuche es mir manchmal so zu erklären, wie wenn Mütter nach der Geburt eine postnatale Depression erleben. Es ist eine Krankheit, und es ist nicht möglich, jemandem die Schuld zu geben, geschweige denn sinnvoll. Aber damit umzugehen ist eine Herausforderung und bedarf einer starken und vertrauensvollen Partnerschaft und ehrlichen Liebe. Ich habe das Gefühl, dass die Geburt von unserem Sohn etwas in seinem Vater ausgelöst hat. Vielleicht Erinnerungen an seine Kindheit. Ich möchte nicht so gern ins Detail gehen, aber ich hatte das Gefühl, seine ganze Art und Einstellung zu mir und uns hat sich geändert. ALLES, WAS ICH GLAUBTE AN IHM ZU KENNEN, WAR VERSCHWUNDEN, ICH WAR PLÖTZLICH ALLEINE UND EIN STÖRFAKTOR FÜR IHN. Dadurch, dass auch er damit zu kämpfen hatte und ich die ersten drei Lebensjahre unseres Sohnes viel ausgehalten habe, ging es phasenweise gut. Jetzt bin ich dankbar, mich davon gelöst zu haben und mir nicht mehr dafür die Schuld zu geben. Es ist sehr schwierig darüber zu sprechen.

Möchtest du bezüglich eures Alltags ins Detail gehen und erzählen, wie etwa die Aufgaben verteilt waren und wie die Kommunikation dazu ablief? Wann hast du Konsequenzen gezogen? Es war alles ein langer und schmerzvoller Prozess. ES GAB NATÜRLICH AUCH NOCH LIEBE UND GLÜCK, FAMILIENURLAUBE UND SONNTAGE IM WALD, ABER EBEN NUR, WENN ICH MICH AN DAS KONZEPT HIELT. Immer wieder kam es zu Eskalationen, er war nicht glücklich und gab mir die Schuld. Egal was ich tat, es war alles falsch und führte zu Streit. Ab einem bestimmten Punkt fühlte ich mich natürlich nicht mehr begehrt, geliebt

oder wertgeschätzt, und nach einigem Probieren und vielen Gesprächen ohne Einsicht oder ein aufeinander Zugehen bin ich gegangen. DAS GEFÜHL, SOWIESO ALLES ALLEIN MEISTERN ZU MÜSSEN UND NUR AUS FINANZIELLEN GRÜNDEN NICHT BLEIBEN ZU WOLLEN, HAT MICH BESTÄRKT. ES SIND NATÜRLICH VIELE FAKTOREN DAFÜR VERANTWORTLICH GEWESEN, ABER EINE BEZIEHUNG ZU LEBEN, IN DER ICH MICH NICHT GLEICHBERECHTIGT FÜHLE, WÄRE FÜR MICH NICHT IN FRAGE GEKOMMEN! Das kann ich gut verstehen und das sollte es im Jahr 2018 auch nicht mehr geben. Ich denke nur die Realität sieht wohl anders aus und es hört sich traurig an, aber gleichzeitig auch sehr stark von dir, die schönen Erlebnisse auszublenden und einen Schlussstrich zu ziehen. Gab es da einen Schlüsselmoment oder hast du Listen mit “Für” und “Wider” gemacht? Es gab wahrscheinlich eher zu viele Schlüsselmomente, aber irgendwann fehlte mir die Kraft für meinen Sohn. Ich dachte immer “ich bleibe für ihn mit seinem Vater zusammen”, dann wurde mir klar, dass ich für ihn gehen muss. Ich habe parallel eine Gesprächstherapie begonnen, die mir sehr geholfen hat und das tut sie bis heute. Trotzdem habe ich Momente, in denen es mir sehr schlecht geht – schwierige Gespräche und Auseinandersetzungen bleiben und machen meinen Alltag oft sehr schwer. Außerdem ist es trotz allem sehr schwierig als alleinerziehende Mutter, und die Möglichkeiten, meinem Sohn das zu ermöglichen, was ich mir wünsche, sind oft nicht da. Immer wieder laufe ich gegen Wände und muss mich damit abfinden, obwohl meine Eltern mich sehr gut unterstützen und ich einen wunderbaren Freundeskreis habe. Was würdest du beim nächsten Mal anders machen? Ich glaube, wie bei fast allem ist Kommunikation ein Wunder in jeder Beziehung. Ich würde mich in Zukunft nicht mehr so verunsichern lassen und mehr auf meine Wünsche bestehen. Ich würde nicht nur darauf bestehen, dass mein Freund meine Wünsche respektiert, sondern mir wünschen, unterstützt zu werden, genau so wie ich meinen Partner u n t e r s t ü t z e n kann. Es ist durch beruf liche Gegebenheiten sicherlich für viele Paare notwendig, sich manchmal ungleichmäßig zu arrangieren, dann sollte aber mit Wertschätzung nicht gespart werden, für Mann und Frau.

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Was würdest du anderen raten? Es ist wichtig, dass Frauen für sich einstehen und sich treu bleiben, um selbstbestimmt zu sein und sich wohl zu fühlen. Auch weil es in einer Partnerschaft wichtig ist, sich weiterzuentwickeln und für den Partner aufregend zu bleiben, was natürlich für beide gilt. ES IST SCHWER IN ALLEM PERFEKT ZU SEIN UND DIE GESELLSCHAFT VERSTÄRKT DIESE ERWARTUNGSHALTUNG. ICH WÜNSCHE MIR WENIGER KONKURRENZ ZWISCHEN FRAUEN UND MEHR ANERKENNUNG UND SELBSTLIEBE. AUF JEDEN FALL IMMER POSITIV BLEIBEN, DAS SPÜREN DIE KLEINEN UND DIE SIND JA AM WICHTIGSTEN! Absolut. Frauen sollten sich noch viel mehr gegenseitig unterstützen. Und ich glaube, positiv zu sein hat nur Vorteile. Vor allem für einen selbst und es würde auch das allgemeine Miteinander einfach lebenswerter machen. Was machst du damit dir das immer gelingt?

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Ich habe in meinem Freundeskreis wunderbare Frauen und Männer an meiner Seite, die mich unterstützen und mir immer gute Ratschläge geben können, aber am wichtigsten ist: Ich kann ganz ehrlich erzählen, was mich umtreibt. Oft frage ich, wie andere meine Einschätzung oder erzieherischen Maßnahmen finden, oft um konstruktive Kritik zu bekommen, manchmal auch für ein Lob. Das tut gut und ist viel wichtiger als man denkt, glaube ich. Ich war zu Beginn meiner Elternzeit viel alleine und kannte nicht viele Mütter, außerdem war ich sehr jung und habe mich oft verunsichern lassen. Auch ich habe natürlich einen Anspruch an mich als Mutter und auch ich werde diesem nicht immer gerecht, aber warum deshalb an sich zweifeln? Es ist wichtig, ein gutes Maß zu finden, für das Kind da zu sein, aber auch für sich. Sich positive Beispiele an anderen zu nehmen, sich aber nicht verrückt zu machen und sich nicht zu vergleichen. Wenn jeder sein Bestes gibt, kann es nur gut werden. Und wir sollten viel öfter von allein mal andere Eltern loben! Das wirkt manchmal Wunder! Wie lebst du jetzt im Alltag? Ist euer Sohn immer bei dir oder teilt ihr euch auf? Wie ist das Sorgerecht geregelt? Unser Alltag hat von allem etwas. Es ist eine herausfordernde Meisterleistung der Organisation, aber wir kriegen es ganz gut hin. Bis jetzt ist nichts regelmäßig, aber immerhin einigermaßen kontinuierlich. Wir haben beide das Sorgerecht und sind damit auch zufrieden, unser Sohn ist bei uns beiden gern und das ist wahrscheinlich das Beste an allem.

Ich bin aber noch nicht an einem Punkt, an dem ich aufatmen kann. Das wird wahrscheinlich mehr Zeit und Übung erfordern, und ein perfektes Rezept scheint es leider nicht zu geben. Da muss ich wohl noch lernen optimistischer zu sein. Du studierst noch und hast gerade ein Kinderbuch geschrieben. Magst du uns was davon erzählen? Und wie schaffst du das alles zu vereinen? Was für Hilfe hast du oder kannst du in Anspruch nehmen? Ich studiere jetzt im dritten Semester und habe permanent das Gefühl, viel zu wenig zu schaffen. Zum Glück habe ich Kommilitonen, denen es ohne Kinder auch so geht. Ich versuche mich immer wieder zu motivieren, aber mir nicht zu viel Druck zu machen. Das ist gar nicht mal so leicht. Ohne die Unterstützung meiner Eltern wäre das alles nicht zu schaffen, denke ich, dafür bin ich sehr dankbar. Das Kinderbuch ist mein erstes eigenes Werk und handelt von einer Taube aus Berlin. Ich bin wirklich sehr begeistert von Büchern und vor allem meinem Sohn so viel wie möglich vorzulesen. Dabei fiel mir auf, wie selten es für ihn als kleines “Stadtkind” die Möglichkeit gibt, in einem Kinderbuch seinen Alltag Revue passieren zu lassen. Deshalb erzählte ich ihm von Taube Fu und ihren Abenteuern. Momentan ist das mit dem Verlag alles nicht so einfach, aber es steht alles in den Startlöchern und ich hoffe, ich kann bald aus meinem richtig gebundenen Buch vorlesen. Wie habt ihr das Finanzielle geregelt? Zahlt der Vater dir Unterhalt? Als Studentin mit Kind hast du es ja nicht gerade leicht noch nebenher viel zu arbeiten? Das würde ich auch zu gern von anderen Familien wissen. Wie kriegt man das fair geregelt? Wir sind uns da nicht so richtig einig, aber es fällt mir auch unglaublich schwer, standfest zu sein und mich nicht blöd zu fühlen. Außerdem bin ich froh, wenn es mal einigermaßen entspannt ist, und dann ist das Thema Geld gar nicht nützlich! Eigentlich reicht alles vorne und hinten nicht, aber ich trainiere es, eine Überlebenskünstlerin zu sein, auch weil mir mein Stolz, um mehr zu bitten, oft im Weg steht! MEINE FAMILIE IST DA EBENFALLS EIN RIESIGER FELS UND AM ENDE DES MONATS LADEN MICH OFT FREUNDE ZU SICH ZUM ESSEN EIN! Tausend Dank dafür! Es ist alles manchmal chaotisch, eng und leider eben nicht immer bio. Trotzdem lasse ich mir den Spaß nicht nehmen und versuche daraus Kraft für die nächste Klausur zu schöpfen!


ADVERTORIAL

Oh Tannenbaum,^ oh Tannenbaum, Wie fair bist du gewachsen..

Alles wird grüner! So fühlt es sich zumindest gerade an. Und es fühlt sich gut an. Die Menschen finden sich zusammen und gehen gegen zu viel Plastik, zu viel Luftverschmutzung, zu viel CO2-Verbrauch oder für mehr alternative Energien auf die Barrikaden. Viele Leute in unserem Umfeld engagieren sich offen und lauter als noch vor einigen Jahren für Nachhaltigkeit und Umweltschutz und akzeptieren nicht mehr, wenn PolitikerInnen diese Themen von der Agenda nehmen wollen. Wir reden im Freundeskreis über unseren Wertekanon und unsere ethischen Ansichten und wir legen unsere Messlatten auch bei Marken an. Nur zu behaupten, nachhaltig zu produzieren, genügt kaum noch, denn hinter dem Begriff “Nachhaltigkeit” steckt viel, viel mehr als nur die Verwendung recyclebarer Materialien in der Produktion. Es geht auch um Produktionsprozesse und faire Bedingungen für die ArbeiterInnen.

Eine Geschichte von Männern, die in den Seilen hängen. Die Baumarktkette toom gehört zu einem der Unternehmen, die sich seit Jahren schon vielfältig und aktiv für den Schutz von Flora & Fauna einsetzen. Aufmerksame Baumarkt-BesucherInnen sehen die kleinen nützlichen Hinweise an Etiketten oder die neu gewonnenen Siegel, wie zum Beispiel das Pro PlanetLabel. Die einzelnen, wunderbaren Geschichten, die sich dahinter verbergen, sind leider weniger bekannt. Eine dieser Geschichten hat uns kürzlich erreicht und zugleich beschämt, dass wir sehr viel Energie in die festlichen Tage rund um Weihnachten und Neujahr stecken, aber praktisch nichts von den schweren Bedingungen der Arbeiter wissen, die in Georgien Tannenbaum-Zapfen ernten, um neue Nordmanntannen aufziehen zu können. Bis zu 10 Jahre lang wachsen die jungen Bäume dann, bis sie für unsere Wohnzimmer gefällt werden. Mindestens genauso lange Jahre, in denen die Familien der Arbeiter jeden Tag

bangen, dass kein Unfall passiert, die Väter als Versorger nicht beim Aufstieg in den Wäldern verletzt werden oder sogar in den Tod stürzen. Eine grausame Vorstellung und doch passiert genau das jedes Jahr. Toom, als Bezieher besagter Zapfen, hat sich mit der dänischen Organisation „Fair Trees“ zusammengetan, um die Arbeitsbedingungen der Arbeiter vor Ort signifikant zu verbessern. So werden die Arbeiter in Sicherheits-Schulungen und Erste Hilfe ausgebildet, sie erhalten Krankenversicherungen und Vorsorge-Untersuchungen für sich und ihre Familien, und sie erhalten KletterEquipment, um sich in den bis zu 30 Meter hohen Baumwipfeln geschützter bewegen zu können. Die Pflücker werden fair entlohnt und sind während der gesamten Ernte unfallversichert. Die von ihnen geernteten Samen werden durch Lieferanten von toom angepflanzt und zu Tannenbäumen groß gezüchtet. Neben dem Fair TreesLabel tragen die toom-Weihnachtsbäume damit auch das Pro Planet-Label, das nachhaltigere Produkte bei toom kennzeichnet. Bis die Bäume allerdings groß genug sind, werden für jede verkaufte Nordmanntanne in einem toomBaumarkt die georgischen Arbeiter, ihre Familien und soziale Projekte vor Ort finanziell unterstützt.

Wenn ihr dieses Engagement für unterstützenswert haltet, findet ihr, für den Kauf eures nächsten Weihnachtsbaumes, unter www.toom.de/m/ die toomBaumärkte in eurer Nähe. Weitere Informationen zur Kooperation mit Fair Trees gibt’s hier: www.toom.de/fairtrees


SHARING IS CARING AROUND THE WORLD

ÜBER DEN BEGRIFF “WORKING MOM” SIND WIR LÄNGST HINAUS. DENN AM EN D E G EHT ES N I CHT U M M Ü T TER O D ER VÄTER, SO N D ERN VI EL M EH R U M D I E H ER AUSFO RD ERU N G EN, D I E M IT D E M ELTERN -WERD EN KO M M EN. I N U NSEREN AU G EN IST D I E ZU KU N F T “EQ UAL” U N D WELCH EN AU FGABEN WI R U NS AU CH STELLEN – O B JOB ODER KINDER –, WIR ÜBERNEHMEN GEMEINSA M DIE VER ANT WORTUNG FÜR UNSERE KINDER. W I R H A B E N E LT E R N A U F D E R G A N Z E N W E LT G E F R A GT, W I E S I E S I C H D I E AUFGABENBEREICHE KINDER & K ARRIERE AUFTEILEN, WELCHE HÜRDEN ES GIBT UND AUCH WELCHE TIPPS SIE HABEN, DA MIT ES BESSER KL APPEN K ANN.

BERLIN Falk Becker (38), Freelancer IT-Beratung und Constanze Osei-Becker (35), Public Policy Manager, Sohn Bubu (ja, das ist ein Spitzname) (2) www.papamachtsachen.de

Wie teilt ihr euch Arbeitszeit und Betreuungszeit eurer Kinder untereinander auf? Wir teilen uns beides 50:50. Wir arbeiten aktuell beide in Vollzeit und betreuen unseren Sohn zu gleichen Teilen. Wir versuchen Haushalt und Kind gleichmäßig unter uns zu verteilen. Das funktioniert übers Jahr verteilt auch gut, mal hat der/die eine mehr zu tun, mal die/der andere. Dienstreisen müssen auch abgedeckt werden. Zwei Tage pro Woche holt der Babysitter unseren Sohn von der Kita. Die anderen drei Tage teilen wir uns auf. Wir haben schon in der Elternzeit angefangen, das komplett Hälfte/Hälfte zu machen. Aus je 7 Monaten wurden dann zwar 6 für mich und 8 für meine Frau – aber das nur, weil sie am Ende ein wenig Angst vor der eigenen Courage hatte. Das haben wir bis heute durchgezogen. Wieso habt ihr dieses Modell gewählt? WEIL ES FAIR IST. Glaubst du, dass das Vollzeitmodell schwieriger wird, je mehr Kinder man hat? Ja, das glaube ich wirklich. Aber vielleicht finden wir das ja noch heraus und beweisen uns das Gegenteil. Glaubt ihr Elternzeit und Elterngeld sind für Paare maßgebend bei der Entscheidung für oder gegen Kinder? Ich glaube nicht, dass ein Kinderwunsch dadurch verhindert wird, dass Leute das Elterngeld als zu gering empfinden oder die Elternzeit als zu kurz. In Deutschland befinden wir uns in einer sehr komfortablen Lage. Das gilt natürlich insbesondere für Paare und Doppelverdienerhaushalte. Die Absicherung in den ersten Monaten hilft vielleicht Einzelnen dabei, sich zu trauen, das Projekt Baby anzugehen. Viel wichtiger ist aus meiner Sicht allerdings die Frage der Kinderbetreuung, die in Deutschland immer noch nicht annähernd zufriedenstellend für viele Eltern und Menschen mit Kinderwunsch geklärt ist und ein größerer Unsicherheitsfaktor ist. Insbesondere dann, wenn beide Vollzeit in den Job zurückkehren wollen. Was ist euer Tipp, damit die Aufteilung von Betreuungszeit der Kinder und Job unter den Elternteilen reibungslos und ohne Frustrationen klappt? Wir lieben unseren Sohn über alles, aber wir ziehen auch viel Energie und Freude aus Hobbies, Zusammensein mit Freunden und beruflicher Verwirklichung. Um Frustration zu vermeiden, steht daher stets an erster Stelle D E R G R U N D S Ä T Z L I C H E R E S P E K T V O R D E N AUFGABEN UND LEIDENSCHAFTEN DES PARTNERS AUSSERHALB DES ELTERNDASEINS. UND DANN BR AUCHT M AN Z WEITENS NATÜRLICH EINE GUTE ORGANISATION: KLARE ABSPRACHEN UND SYNCHRONISIERTE KALENDER. UND DRITTENS: SICH U N T E R S T Ü T Z U N G L E I S T E N , W E N N E S I R G E N D W I E G E H T , wie zum Beispiel Babysitter, Putzhilfe, Hemden/Blusen in die Reinigung bringen oder Lebensmittel und Getränke nach Hause liefern lassen. Und zu guter Letzt: Nachsichtig mit sich sein, wenn Dinge dann doch nicht wie geplant laufen. Die meisten Eltern versuchen ihr Bestes und ganz reibungslos und ohne Frustration geht es nie. Aber das wäre ja auch langweilig.


DAR ES SALAAM IN TANSANIA Bayo Bally (33), Administrator und Zuuena Guttali (27), Verkäuferin im Groß- und Einzelhandel, Tochter Michelle (3)

Wie teilt ihr die Arbeitszeit und die Kinderbetreuung zwischen euch beiden auf? Normalerweise wachen wir um 5:00 Uhr morgens auf und machen uns fertig für die Arbeit. Zu dieser Zeit sorgt meine Frau Zuena dafür, dass unsere liebe Tochter Michelle aufsteht und rechtzeitig zur Schule kommt. D I E F Ü R S O R G E U N S E R E R T O C H T E R I S T KEINE EINFACHE AUFGABE, DA WIR BEIDE VOLL ZEIT A R B E I T E N . Meine Frau und ich sind auch erst spät wieder zuhause, aber wir freuen uns immer sehr darauf, und beeilen uns, um unsere Tochter zu sehen, bevor sie ins Bett geht. Wenn es aber darum geht, Freunde oder Verwandten zu sehen, gerade wenn wir eine Verabredung haben, versuchen wir dies nicht auf den Sonntag zu legen, denn das ist der Tag, den ich normalerweise mit meiner Familie (Zuuena und Michelle) verbringe. Wenn wir dann Freunde treffen, gehen wir (ich mit Michelle und ihrer Mama) zusammen – zu Geschäftsterminen gehe ich aber auch dann alleine. Wer kümmert sich wochentags um Michelle, wenn ihr arbeitet und spät nach Hause kommt? WIR HABEN EIN HAUSMÄDCHEN, DAS UNS ZUHAUSE UNTERSTÜTZ T UND AUF MICHELLE AUFPASST. Wenn ihr so wenig Zeit habt, worauf achtet ihr besonders, wenn ihr zusammen seid? Wenn alle drei zusammen zuhause sind, schalten wir auch mal das ganze Wochenende die Handys aus. Das machen wir, um eine intensive Zeit als Familie zu haben. Was ist das Standardmodell in Dar es Salaam (Stadt), wie schaffen es eure Freunde mit Kindern? HIER IN DAR ES SALAAM INTERESSIERT SICH JEDER FÜR SEIN LEBEN, UND WENN DU D E I N E FR E U N D E T R I FFS T U N D S I E FR AGS T, WA RU M S I E N I C H T I H R E K I N D E R N DA B E I H A BE N, SAG E N S I E D I R , DA SS D I E M IT D E M H AUS -/K I N D E R M Ä D C H E N R AUS G E GA N G E N SIND. SO WENIGE HIER VERBRINGEN DIE ZEIT MIT IHREN KINDERN. Wer kümmert sich dann um die Kinder? DIE MEISTEN HAUSMÄDCHEN KÜMMERN SICH AUCH UM DIE KINDER. Heißt das, dass sich Eltern lieber um ihr eigenes soziales Leben kümmern und arbeiten, anstatt Zeit mit ihren Kindern zu verbringen? Bezieht sich das auch auf dich und Zuuena, oder seid ihr eigentlich das Gegenteil, und du verstehst nicht, warum Eltern ihre Kinder nicht mitbringen? ES HÄNGT VON DER KULTUR VON ALLEN AB, WIE UND WO SIE AUFGEWACHSEN SIND U N D N I C H T D A V O N , D A S S S I E N I C H T G E R N E M I T I H R E N K I N D E R N S E I N W O L L E N . Nein. Die meisten von ihnen lieben es mit ihrer Familie zu sein, aber nicht zusammen mit Menschen, die nicht zur Familie gehören. Für mich und Zuuena kann ich sagen, ist das anders, weil es unsere Abmachung und Überzeugung ist, dass die Familie und unsere Tochter an erster Stelle stehen. Was denkst du darüber? Eltern müssen sich dazu entschließen, sich von Menschen zu distanzieren, die ihrer Familie nicht gut tun. Die Leute sagen zwar hier “no pain, no gain”, aber du musst dich wirklich dafür entscheiden, dich von manchen Menschen zu trennen, weil es deine wertvolle wenige Zeit verschwendet. Andererseits musst du dir auch Zeit nehmen, Freunde zu treffen, das ist auch sehr wichtig.


SYDNEY Alison Henrici (37), business owner of a brand of baby products, Sebastian Henrici technology sales (39), Emmeline (4) and Felix (5 months), Bondi Beach suessie.com purchased via Amazon.de

How do you divide the working time and childcare time between you in your family? A F TE R H AV I N G MY FI R S T C H I L D, E M M E L I N E, I DECIDED TO START MY OWN BUSINESS SO THAT I CO U L D H AV E WO R K FL E X I B I L IT Y A N D M A K E MY OW N H O U R S . MY H US BA N D H A S A BUS Y J O B TH AT I N C LU D ES TR AV E L I N G, S O IT WA S I M P O RTA N T TH AT I H AV E A J O B T H A T ' S F L E X I B L E B E C A U S E I H A V E T H E M A I N T A S K O F C A R I N G F O R T H E K I D S . My daughter is in daycare 3 days a week, so that's when I get most work done for my business. I also have a newborn, so most of my work is done during his naps. My husband is able to help by doing the drop offs and pick ups from daycare. What is the standard model in Sydney or Australia, how do your friends with kids manage family and work? I N S Y D N E Y, M O S T F A M I L I E S H AV E T W O P A R E N T S W O R K I N G W H I L E T H E K I D S A R E I N D AYC A R E . M O S T M U M S TA K E O N E Y E A R M AT E R N I T Y B U T G O B A C K T O W O R K O N C E T H E K I D S T U R N 1. I T ' S H A R D T O F I N D PA R T T I M E O P P O R T U N I T I E S, S O M A N Y PA R E N T S A R E

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O N L Y A B L E T O R E T U R N T O T H E I R J O B S F U L L T I M E . Most of my friends would prefer to work part time but it's hard to find an employer who supports this. Does that mean that most parents share 50:50 because they have to work fulltime? No, I don't think it's ever 50:50. One person usually has to take on more responsibility of the kids. Is there such a thing as parental leave, parental allowance or maternity protection in Australia? DEPENDING ON HOW LONG YOU 'VE BEEN IN YOUR JOB YOU 'RE ALLOWED ONE YEAR M A T E R N I T Y L E A V E . This means your employer must keep your job available for you for one year. There's then an option to ask for an additional year maternity leave but this is at the employers discretion. Employers must only make sure the same job is available to you upon returning to work. They unfortunately don't have to make things easier for you by offering part time opportunities. The government offers paid parental leave (depending on your salary) for about 18 weeks at the national minimum wage of $695 per week before taxes. How is the state assisting with child care? Is there a kindergarten or kita? And is it a difference also priced? Can you explain the model to us? As of July 1st the government is making changes to the assistance given to families. The new model is income tested so the more you make the less assistance you receive (if anything). There are state run childcare facilities but everyone I know could only get into the privately run facilities which average $160 a day. What’s your advice so that sharing job & kids between the parents works with as little pain and frustration as possible? CHILDCARE IN SYDNEY IS VERY EXPENSIVE SO M AKE SURE YOU WORK OUT WHAT YOUR FEES WILL BE BEFORE M AKING PL ANS TO GO BACK TO WORK. IF YOU 'RE PAY I N G $16 0 A D AY T H AT ' S $ 8 0 0 A W E E K F O R O N LY O N E C H I L D . A R E YO U W O R K I N G J U S T T O P A Y F O R D A Y C A R E ? If all of your salary is going towards daycare you might want to consider staying home longer with your kids until they start school. My advice for balancing work and kids is to make sure your work is as flexible as possible. If one parent has an intense job the other parent needs to have something in place that's flexible. Whether this is job sharing, working from home or starting your own business like I did, you need to make sure one parent can be there for the kids.


TEL AVIV Katharina Höftmann Ciobotaru (34), Autorin (“Jeden Tag ein bisschen Meer”), Nahum Ciobotaru (41), Projekt Manager bei Israel Natural Gas Lines, Söhne Ari (4) und Ben (1) bit.ly/2DFe4Lu

Wie teilt ihr euch Arbeitszeit und Betreuungszeit eurer Kinder untereinander auf? Katharina: Im Moment ist es so, dass beide Kinder bis 14 Uhr fremdbetreut werden, ab September beide bis 16 Uhr. Den Rest der Zeit ist es eigentlich so, dass ich vier Morgende übernehme mit beiden. Manchmal ist mein Mann noch da. Einen Morgen bringt er sie in die Kita. Dann übernehme ich drei Nachmittage und er übernimmt zwei Nachmittage in der Woche. Am Wochenende machen wir viel zu viert. Wenn die Kinder krank sind, übernimmt er alle Aufgaben am Tag, obwohl ich zuhause arbeite. Nahum: Jeder Elternteil muss Zeit für sich und nur für sich selbst haben. Nur er und ohne irgendwelche anderen Familienmitglieder. Wie ist es möglich, dass dein Mann sich in einer Vollzeit-Anstellung zwei Nachmittage um die Kinder kümmert? Macht er dann am Abend Home Office? Oder gibt es da andere flexible Modelle in Israel? Gleitzeit? Nahum: Zwei Tage sind das Minimum, um auf deine Kinder aufzupassen. E S I S T E I N F A C H S O , D A S S S I E J E T Z T PRIORITÄT HABEN UND DIE TAGE BEI DER ARBEIT VON MIR KÜR ZER, EFFEKTIVER UND E F F I Z I E N T E R G E S T A L T E T W E R D E N M Ü S S E N . Und selbst wenn ich noch etwas zuhause machen muss, kann ich es als Home Office abends machen. Wenn die Kinder schlafen. Das ist ungefähr um 19:30 oder 20 Uhr. Dann kann ich ein bis eineinhalb Stunden arbeiten, was nötig ist. A B E R S I E Z W E I T A G E N A C H M I T T A G S Z U Ü B E R N E H M E N I S T F Ü R M I C H E I N MINIMUM, EIN MUSS. Habt ihr das Thema vor der Familienplanung besprochen? War das für euch schon immer klar? Katharina: Ehrlich gesagt haben wir das nicht besprochen. Unsere Beziehung war schon immer so, dass wir sehr auf Augenhöhe agieren. Es gab aber Zeiten in unserer Elternschaft und auch bis jetzt ist es so, dass ich mehr übernehme. Andererseits muss ich auch sagen, dass ich, wenn ich wegen der Arbeit oder auch weil ich einfach Lust darauf habe, mal ein Wochenende nach Berlin, Paris oder New York wegfliegen will, er klarkommt und es auch gerne übernimmt und ich auch kein schlechtes Gefühl dabei habe. E S I S T N I C H T G A N Z 5 0 : 5 0 , A B E R E S I S T D I C H T DRAN. Nahum: Wir haben über die Planung der Familie gesprochen, aber wir haben nie darüber nachgedacht, wie viele Kinder es sein werden und wie genau unser Leben dann aussieht. Es gibt mehrere Rollen, die jeder von uns übernimmt. Vor allem die Planung der Ausbildung wird von meiner Frau gemacht und ICH M ACHE EINFACH SACHEN MÖGLICH. K ATHARINA: WAS M ACHST DU GENAU? Nahum: Alles, was getan werden muss. Katharina: Also ich bin der Chef und ich delegiere dich!? (lacht) Nahum: Du kannst es so sagen. Du gibst die generelle Richtung vor, was ich tun muss. Was ist das übliche Modell der Aufteilung zwischen den beiden Elternteilen in Tel Aviv oder Israel, wie machen das andere Familien in eurem Umfeld? Katharina: I S R A E L U N D T E L A V I V S I N D S I C H E R L I C H E I N B I S S C H E N S O W I E B E R L I N U N D D E U T S C H L A N D . Tel Aviv hat sicherlich eine Sonderstellung. Hier beobachten wir es eigentlich überwiegend so, dass es relativ ausgeglichen ist. Also das kann man auch über die israelischen und Tel Aviver Väter allgemein sagen, sie übernehmen eigentlich sehr viel und kümmern sich auch sehr viel um die Kinder. Aber es ist natürlich auch in Israel das klassische Ding, dass Männer besser bezahlte Jobs haben, in höheren Positionen sitzen und dadurch die Frauen oft ein bisschen mehr machen. Aber in unserem Umfeld haben wir auch zwei Beispiele, in denen es komplett umgekehrt ist. In denen die Männer deutlich mehr übernehmen. Insgesamt ist es für Israel relativ ausgeglichen, aber die Frauen haben doch schon einen Überhang in der Betreuungszeit. Nahum: Mit der Familie und vor allem mit den Kindern zusammen zu sein, ist meiner Meinung nach sehr wichtig. Und Eltern müssen die Zeit dafür investieren und im Voraus planen, damit das machbar ist. Und um davon zu profitieren. E S I S T S E H R W I C H T I G F Ü R D I E K I N D E R , Z E I T M I T I H R E N V Ä T E R N Z U V E R B R I N G E N . Weil die Väter hauptsächlich und traditionell mehr Zeit in der Arbeit verbringen. Und auch die Gesellschaft fordert es von den Vätern. D E S H A L B R E D U Z I E R E N W I R A L S V Ä T E R U N S E R E Z E I T B E I D E R A R B E I T und verbringen sie mehr mit Dingen, die für uns und unsere Kinder wichtig sind – und nehmen so tatsächlich an ihrer Ausbildung teil und beeinflussen auch die Art, wie sie erzogen werden. Gibt es so etwas wie Elternzeit, Elterngeld oder Mutterschutz? Katharina: A L S O E S G I B T D R E I M O N A T E , V O N D E N E N S I C H D I E M U T T E R M I N D E S T E N S S E C H S W O C H E N N E H M E N M U S S . Vor der Geburt gibt es nichts. Das liegt auch daran, dass die Frauen hier mehr Kinder haben. Aber auch

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vom Staat her ist es nicht vorgesehen. Nahum hat das letzte Mal in Israel das Maximum von dem, was man nehmen kann, genommen. Er war der Erste in seinem Unternehmen, der das gemacht hat. Sein Chef hat ihn auch mit hochgezogenen Augenbrauen angeguckt und gesagt: “ O K , I C H W U S S T E N I C H T , D A S S E S S O W A S G I B T . ” Ist also nicht so wahnsinnig verbreitet. Aber es ist auch für Frauen nicht so wahnsinnig viel. Die meisten Frauen nehmen sechs Monate, hangeln sich da finanziell irgendwie durch, aber dann gehen die meisten wieder arbeiten. Wie wird man vom Staat bei der Kinderbetreuung unterstützt? Gibt es finanzierte Kindergärten oder Kitas? Kannst du uns das Modell erklären? Katharina: Im Durchschnitt gibt es deutlich mehr Kinder in Israel als in Deutschland. Und trotzdem ist die Unterstützung auf dem Papier sehr viel weniger. Kindergärten sind erst ab 3 Jahren kostenlos und dann auch nur bis 14 Uhr. Wenn man das bis 16 Uhr haben möchte, muss man nochmal 200 Euro extra zahlen. Bis 3 Jahre muss man entweder eine Nanny nehmen oder einen privaten Kindergarten. Die meisten nehmen das erste Jahr eine Nanny, das ist wahnsinnig teuer. Das ist ein volles Gehalt natürlich – wir zahlen 1300 bis 1400 Euro pro Monat für unsere Nanny. Und danach ist der private Kindergarten bis 3 oder 3,5 Jahren möglich. Diese privaten Kindergärten kosten 700 - 800 Euro pro Monat. Kinder zu haben ist also ein sehr sehr teures Unterfangen – und trotzdem haben die meisten Familien mindestens zwei, meistens drei oder sogar vier Kinder. In den arabischen Familien sind es noch mehr, da wird dann auch familiär betreut. Und ab 3 Jahren ist der Kindergarten dann bis 14 Uhr kostenlos und der Hort muss privat bezahlt werden. W A S A B E R I N I S R A E L V I E L M E H R G R E I F T A L S I N D E U T S C H L A N D I S T D I E F A M I L I E . Da das Land nicht so groß ist, ist in den meisten Fällen die Familie viel näher dran. Man sieht hier in den Kindergärten viel viel häufiger Großeltern, die die Kinder abholen. Meine Schwiegermutter ist auch immer da, wenn man sie braucht, jemand krank ist, die Nanny ausfällt etc. Die Familie ist aktiver, weil sie noch dichter ist und weil es auch viel gewünschter ist. Was ist euer Tipp, damit die Aufteilung von Job & Familie unter den Elternteilen reibungslos und ohne Frustrationen klappt? Katharina: Man muss Respekt für den Job des anderen haben und für die Sachen, die der andere wichtig findet. Mein Mann geht zum Beispiel zweimal die Woche zum Karate, was für mich irgendwie sehr schwer zu akzeptieren war, weil ich mir denke: “Ich habe nicht die Zeit, das zu machen, warum nimmst du dir das Recht?” Aber am Ende des Tages muss man sich irgendwie die Freiheiten geben, diese Sachen zu machen. Also den Respekt voreinander haben und dann natürlich kommunizieren. Immer fragen “Kannst du hier, kannst du da?”, und nicht davon ausgehen, dass der andere das schon weiß. Laufende Kommunikation und Respekt vor den Dingen, die dem anderen wichtig sind.

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NEW YORK CITY Bianca Reis (32), creative director of kidswear brand Agatha Cub and The Original Swagroll Diaper Bag, Pete Moses, director of photography, Cillian (2) and Aoife (3 months), Brooklyn, NYC www.theoriginalswagroll.com and www.agathacub.com

How do you divide the working time and childcare time between you in your family? W E BOT H H AV E V E RY FL E X I B L E T I M ES A S I OW N MY OWN COMPANY AND MY HUSBAND IS FREEL ANCE SO W E ’ R E V E R Y C L O S E T O 5 0 : 5 0 S H A R E O N C H I L D C A R E . When one of us is working, the other is looking after the kids! Our oldest son goes to daycare Monday to Friday which gives us time to work during the week, and the little one is pretty easy so far. So you are already working again? Because I run my own company, it was very hard to stop working. I thankfully had a lot of help, my husband and my own mum were in town for two months to ease the transition. But yes, I am working again! Have you discussed these issues as part of family planning? Or was it always clear for you both? This is a discussion that we keep having and updating as our situation changes. It’s not always so clear, especially if both of us need to work at the same time! It is important that we talk about it often, so we are always on the same page and both still happy with the arrangement. What is the standard model in New York, how do your friends with kids manage it? O F T E N I N N E W YO R K , B O T H PA R E N T S W O R K A N D T H E K I D S G O T O D AYC A R E O R H AV E A FU L L TI M E N A N N Y FROM A V E RY YO U N G AG E . A S YO U N G A S TH R E E M O N TH S B E C AUS E TH E M ATE R N IT Y L E AV E H E R E C A N B E V E RY S H O RT. D E PE N DS O N TH E COMPANY THOUGH…


That means that the company decides how long you can stay at home with the children? Do you get any financial support in this time? Some companies have set an amount of paid maternity leave, but it's not very much. A lot of women combine their sick days and vacation days to make it longer. S O M E C O M P A N I E S D O N O T E V E N O F F E R M A T E R N I T Y L E A V E I N T H I S COUNTRY! What’s your advice so that it works with as little pain and frustration as possible? To keep talking about it, would be my greatest advice. Some days I feel really good about being with the babies and some days I just need to be around adults! So as long as a nice balance can be maintained between two people, everyone will be more happy in the long run I think!

Credit: Nina Maria Glahé

ZUERICH Jeannette Urech (39), Stylistin und Redakteurin und Frank Urech (41), Architekt und Geschäftsführer, Söhne Léon Maurice (4), Louis Marvin (2) mooris.ch

Wie teilt ihr euch Arbeitszeit und Betreuungszeit eurer Kinder auf? Wir betreiben zusammen mit 15 Mitarbeitern den Online Concept Store mooris.ch. Mittlerweile haben wir nebst dem Online Business auch noch drei physische Läden in Zürich, Bern und Basel. Frank ist Geschäftsführer und arbeitet gute 100% – ich arbeite 60%. Haushalt teilen wir uns auch auf, obwohl die 'klassische' Hausarbeit, wie Waschen und Co., schon eher bei Jeannette liegt, Frank kümmert sich dafür um die Buchhaltung und Finanzielles und um die Ferienplanung. Was ist das übliche Modell der Aufteilung zwischen den beiden Elternteilen in Zürich oder der Schweiz, wie machen das andere Familien in eurem Umfeld? I N WO H L M E H R A L S 9 0 % A L L E R FA M I L I E N I N D E R S C H W E I Z A R B E I T E T D E R VAT E R 8 0 1 0 0 % U N D D I E M U T T E R 4 0 - 8 0 % . In ländlichen Regionen gibt es auch viele Familien, in denen der Mann Alleinversorger ist und die Frau die ganze Hausarbeit übernimmt. Momentan ist es Trend, dass beide Elternteile nicht mehr im Vollzeitpensum arbeiten – das beobachte ich recht stark. Q U A L I T Y T I M E W I R D I M M E R W I C H T I G E R . Da die Kita in der Schweiz wahnsinnig teuer ist, hinterfragen viele, ob sie nicht ein anderes Modell wählen sollen. Sprich sich in der Betreuung mit Hilfe von Großeltern oder Freunden abzuwechseln, anstatt die Kinder in die Kita zu bringen und dann quasi für diese Betreuung zu arbeiten. Gibt es so etwas wie Elternzeit, Elterngeld oder Mutterschutz? In der Schweiz gibt es weder Elternzeit noch Elterngeld, leider. Dafür gibt es pro Kind eine Kinderzulage von etwas mehr als 200 Franken pro Kind und Monat. M U T T E R S C H U T Z G I B T E S , E I N M U T T E R S C H A F T S U R L A U B V O N 1 4 W O C H E N M I T 8 0 % G E H A L T S - A U S Z A H L U N G U N D K Ü N D I G U N G S S C H U T Z . Für die Väter ist das Thema total frustrierend. Sie dürfen grad mal 1-2 freie Tage bei ihrem Arbeitgeber einfordern, je nach Vertrag. Dies ist immer mal wieder Thema in der Schweiz, vor allem bei sozialen Verbänden und Parteien. Wie wird man vom Staat bei der Kinderbetreuung unterstützt? Es wird ja zwischen Kindergarten und Kita unterschieden, auch preislich. Kannst du uns das Modell erklären? Die Kinder können ab ca. vier Monaten in die Kita gehen. Viele Eltern haben nicht die Möglichkeit, die Kita nach ihrem pädagogischen Konzept zu wählen. Sie sind froh, überhaupt einen bezahlbaren Kita-Platz zu finden, Denn die Kinderbetreuung in der Schweiz ist im Vergleich zu anderen Staaten sehr teuer. Die Kita-Gebühren sind einkommensabhängig. Eltern mit mittlerem und höherem Einkommen werden mit Tagessätzen von bis zu 150 Franken (ca. 131 Euro) pro Kind konfrontiert, je nach Kanton, Betreuungstagen oder Geschwister. D U R C H S C H N I T T L I C H M Ü S S E N ELTERN IN DER SCHWEIZ ET WA EIN DRIT TEL IHRES EINKOM MENS FÜR EINE KITA-PL ATZ AUSGEBEN. DA MIT ZAHLEN WIR DOPPELT SO VIEL DES HAUSHALTSEINKOM MENS WIE E L T E R N I N D E N E U R O P Ä I S C H E N V E R G L E I C H S L Ä N D E R N . Bezüglich Kinderbetreuung sind wir wohl noch ein Entwicklungsland – Schweden sollte uns da ein Vorbild sein! Neben der Kita gibt es auch noch die Möglichkeit, zeitlich sehr begrenzte (wenige Stunden pro Tag) Spielgruppen zu besuchen. Kindergarten und Hortbetreuung über Mittag und am Abend sind dann ab 4 bzw. 5 Jahren angesagt, je nach Geburtsdatum des Kindes. Unser Sohn Léon kommt jetzt mit 4 Jahren diesen August in den Kindergarten und Hort.

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PANAMA CITY Paola Elizaga (33), online marketing coach for female entrepreneurs, has a podcast named “Negocios Entre Pañales” (Business Between Diapers), Andrés Hurtado (39), Consumer Market Knowledge area P&G, Martina (3) and 9 month pregnant with Nicolas Instagram: @pawichiz

How do you divide the working time and childcare time between you in your family? I used to work at P&G as well, however when Martina was born, I couldn’t conceive the idea of being outside of home for so many hours and having to leave my daughter at a daycare. I had always wanted to become an entrepreneur (already had a personal blog and a social media website where I shared tips and tutorials), but it was until Martina was 6 months, that I got the encouragement to leave my corporate job and start my personal business. This is super important for me as I really believe in helping other women work from home so that they don’t have to choose between a career and a family life, they can have both as long as they have flexible times. Now Martina goes to school 4 hours during the day, and I work during those hours and take care of her the rest of the day. If I have any remaining stuff I’ll do it at night. When my husband gets home from work he bathes her and puts her to bed, that’s where I work more time and sometimes during the weekends when he takes care of her. W E T R Y T O D I V I D E T H E

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WORK AS MUCH AS POSSIBLE, HOWEVER I’M THE ONE THAT HAS THE MOST FLEXIBLE HOURS AND THEREFORE I A M MORE WITH OUR DAUGHTER. NOW THAT OUR SON WILL B E B O R N I T W I L L T O TA L LY C H A N G E O U R S E T T L E D DY N A M I C S S O W E W I L L H AV E T O S E E HOW THINGS WORK. What is the standard model in Panama (City), how do your friends with kids manage it? Most kids are left with a nanny or in daycare while both parents are working. Moms get approximately 4 months of maternity leave. I really respect this decision as I believe everyone should choose what makes them the happiest, however I found out this dynamic was not meant for me and I R E A L LY WA N T T O H E L P O T H E R W O M E N W H O F E E L T H E S A M E . What’s your advice so that it works with as little pain and frustration as possible? In the case of Latin America I’ve seen that it is common for us women to absorb all of the housework, childcare and sometimes even the work outside of home. This leaves women super tired. Little by little we have to learn how to delegate and really trust our partners in housework and child care. I T I S IMPORTANT BOTH FOR KIDS AND FOR OUR PERSONAL DEVELOPMENT. My advice to parents, so that it works with as little pain and frustration, is to make sure both are being involved in parenting roles and housework. Its normal for working moms to absorb as well the kidswork + housework and this makes it super tiring. If there is good communication between partners then this is easier. And also keep in mind always that it is just a phase that will pass, eventually kids will sleep a full night, they will play by themselves and sit still at restaurants without making a disaster at the table. I T ’ S A P H A S E , E N J O Y I T A N D L I V E T H E C H A O S J OY F U L LY ! What is the appreciation of kids and having children in Panama or Latin America in general? Regarding the appreciation of kids, it is very common in Latin America to have kids. I T I S R A R E T O F I N D P E O P L E T H A T S A Y T H A T T H E Y D O N ’ T W A N T T O H A V E K I D S (contrary to Europe), but it is starting to happen little by little specially by very successful women.


MOSKAU Anastasia Kuznetsova-Ruf (35), artist, contemporary art and Ivan Korshunov (35), artist, daughter Paulina (10) www.kuznetsova-ruf.com

How do you divide the working time and childcare time between you in your family? At first I want to say – I have an unusual family situation. My husband and I are artists. We live with my parents and grandmother in a country house. There is also our art studio. The question "who will deal with the child" is not really a question, who is free – I, my husband or grandfather with my grandmother – is the one who takes her out of school, carries her to dance, english or architecture. It is very convenient. I work at home, in my art studio, so I do not have a strict work schedule. Usually I am engaged in the day with the child, and in the evening I go to the art studio (at 20:00 - 22:00) – D E P E N D I N G O N W H O W I L L P U T T H E DAU G H TE R TO B E D. W E H AV E TH E TR A D ITI O N TO L I E D OW N A N D C H AT W ITH H E R B E F O R E G O I N G T O B E D A N D D I S C U S S H O W T H E D A Y W E N T B Y . From 22:00 to 05:00 - 06:00 in the morning I work in the art studio. So ­I have 6-8 fulltime hours for work, without distractions or pauses. After that I sleep. I have worked for many years at night and I have become accustomed to such a regime. M Y H U S B A N D T A K E S O U R DA U G H T E R T O S C H O O L , A N D I TA K E H E R B A C K AT 13 : 0 0 O R 14 : 0 0 . W E TA L K W I T H T H E FA M I LY A L M O S T E V E R Y D AY AT D I N N E R O R D U R I N G THE EVENING TEA . WE ARE ALL AWARE OF THE PROBLEMS, JOYS AND ACHIEVEMENTS OF EACH OTHER, AND IT'S AL SO A TR ADITION TO GATHER TOGETHER AT THE TABLE AND COM MUNICATE. What is the standard model in Moscow and Russia, how do your friends with kids manage it? It seems to me that there are several models among my friends with children, and these schemes are not original: a) If both spouses work and have vigorous grannies, their child remains with the grandparents while the parents are at work (in Russia grandfather and grandmother among young fathers and mothers are often summarized as "grannies"). b) If there are no grannies, the child stays with the nanny while the parents are at work. c) If a good nanny is not available, there is no money for her, or the mother will not give her baby to anyone, most often the father is the one working while the mother deals with the child (kids) or finds herself the opportunity to work at home or with a flexible schedule. What’s your advice so that it works with as little pain and frustration as possible? MY OPINION IS THAT THE FA MILIES SHOULD NOT BE DESTROYED FROM E XC E S S I V E O V E R L O A D I N G O F A M O T H E R W H O S P E N D S T H E W H O L E D AY SITTING WITH HER CHILD. In Russia, career women are very equal to men. At the same time the societal claim to women is very great, as well as being a mother, wife, housewife and lover. How do women manage that? What should you do if you must be both a good mom and a housewife, and you need to manage to work? This is a whole science and happy are those women who had excellent teachers in the family dynasty or examples before their eyes. If you can rely only on your experience, it's more difficult. M O D E R N W O M E N D O N O T H A V E T H E S A M E A N S W E R S T O C H O OSE R I G HT: H USBAN D O R C H I LD, PAR E NTS O R H USBAN D, C AR E E R O R F A M I L Y . But with this choice, absolutely everything collides sooner or later and in different proportions. When I had to make such a choice (to help my husband at work or to stay with the 11-month-old adored baby at home), I chose my husband. But I was very worried, did I do it right? It turned out right. And never once did I regret it.

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ADVERTORIAL

MACH MAL EIN GESICHT ZUM THEMA

WIE GUT DAS MIT DER WORK-LIFE-BALANCE B E I U N S K L A P P T, S E H T I H R H I E R . EINE

SÜSSE

ILLUSION,

EIN

UNERREICHBARER

ZUSTAND, GLEICHKLANG – NAJA, WIR ARBEITEN DRAN! DIE

SCHWIERIGKEIT?

VON

MÜTTERN

E RWA RT E N

IMMER

ALLE

DEN

D U R C H B L I C K . W E N N D E R F E H LT, K Ö N N E N W I R A B E R I M M E R H I N S O T U N A L S H Ä T T E N W I R I H N , U N D Z WA R M I T D E N S C H Ö N S T E N B R I L L E N Z U D E N T R E N D S D E R N Ä C H S T E N SAISON.

gelb sucht Zeile 1: Honiggelb - Create 008 von MICHALSKY 89.95 EUR, Gelb & Transparent - SC 0121O 003 von Stella McCartney 189,95 EUR Zeile 2: Honey Crystal - 503084 80 von MARC O'POLO Eyewear 188,95 EUR, Hellgelb - Leonard II 1140 001 by Ultralight Classics 89,95 EUR

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Roarrr Animal

Zeile 1: Tortoise weiß - Kreuz Kö 9853 004 von Michalsky for Mister Spex 99,95 EUR, Black & Havana - SL 30 005 von Saint Laurent 171,45 EUR Zeile 2: Tortoise braun - AA 313 -jh von Anglo American 144,- EUR, White Havana - BOSS 0980 AHF von BOSS 189,95 EUR


Pastel

Zeile 1: Rose - Ultralight Classics Luxyo 1133 001 von Mister Spex 89,95 EUR, Grau - Miriam 1115 001 von CO Optical 69,95 EUR Zeile 2: Beige - Lex PM 8256U 1543 von Paul Smith 137,95 EUR, Blau - Bebel 010 von Michalsky for Mister Spex 79,95 EUR

Dark Botanicals

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GEMEINSAM VERANTWORTUNG TRAGEN Ein Jobsharing-Tandem

A n d r e a u n d M a i k e a r b e i t e n b e i d e r B e i e r s d o r f A G i m B e r e i c h C o r p o r a t e Tr e a s u r y – Internal Business Services seit August 2012 im Jobsharing. Dabei haben sie e i n e g a n z i n d i v i d u e l l e A u f t e i l u n g – A n d r e a a r b e i t e t a n d r e i v o l l e n Ta g e n ( 2 2 , 5 Stunden), Maike an zwei (15 Stunden). Eine zeitliche Überschneidung gibt es n i c h t . W i e e s g e n a u f u n k t i o n i e r t , f ü r w e n e i n Ta n d e m g e e i g n e t i s t u n d a u c h w e l c h e Vo r - u n d N a c h t e i l e e s g i b t , e r k l ä r e n s i e u n s i m I n t e r v i e w.

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Ihr arbeitet seit 2012 im Jobsharing. Wie hat sich euer Tandem gefunden? Maike: Das hat sich damals zufällig ergeben. Als ich 2011 das erste Mal in Mutterschutz gegangen bin, hat Andrea meinen Job zunächst in Vollzeit übernommen. Mein ursprünglicher Plan war es, zwischen zwei und drei Jahren Elternzeit zu nehmen. Als klar war, dass Andrea auf Teilzeit reduzieren wollte, ergab sich für mich wiederum die Möglichkeit, bereits nach einem Jahr Elternzeit mit einem Arbeitstag pro Woche zurückzukommen. Diese Chance habe ich natürlich ergriffen. So konnte ich den Anschluss an Beiersdorf behalten und habe gleichzeitig viel Zeit mit meiner Tochter sowie später dann mit beiden Kindern verbringen können. Andrea: Als meine vorherige Abteilung umstrukturiert wurde, bot sich mir die Möglichkeit, ins Treasury-Team zu wechseln und die Elternzeitvertretung von Maike in Vollzeit zu übernehmen. Da bei mir schon seit Jahren der Wunsch nach einer Teilzeitbeschäftigung bestand und Maike sehr flexibel ist, haben wir mit dem Jobtandem ein Teilzeitmodell gefunden, mit dem sowohl wir beide als auch unsere Abteilung sehr zufrieden sind. Wie stark kam der Impuls von euch, diese Art der Teilzeitarbeit auszuprobieren? Andrea: Maikes Mutterschutz und Elternzeit verlangten eine Lösung, eine Vertretung wurde nötig. Ich begann die Vertretung in Vollzeit und

Maike und ich konnten nach einiger Zeit unseren gemeinsamen Wunsch nach Teilzeitarbeit vorschlagen und umsetzen. Dadurch, dass der Arbeitsplatz in Vollzeit besetzt ist, war die erforderliche Abdeckung in unserer Abteilung gewährleistet und unser gesamtes Team war sich sicher, dass die erforderliche Abstimmung klappen würde. Das Unternehmen unterstützt seine Mitarbeiter schon seit der Firmengründung darin, Arbeit und Familie zu vereinen (z.B. durch Kinderbetreuung). In der modernen Arbeitswelt ist ein flexibles Arbeitsmodell nicht mehr wegzudenken! Maike: Bei uns ist das Tandem ja wirklich aus der Situation heraus entstanden. Es hat sich einfach immer perfekt ergeben, so dass es keine größeren Bedenken gab. Und unser Chef hat uns bei allem auch sehr unterstützt, was natürlich nicht selbstverständlich ist und uns sehr geholfen hat! Was war eure Motivation, weniger zu arbeiten? Maike: Meine Motivation entstand durch die Geburt meiner Kinder. Andrea: Mir war wichtig, nach 30 Jahren Vollzeitarbeit mehr Work-LifeBalance zu haben. Ihr habt keine zeitliche Überschneidung im Büro. Was ist besonders wichtig, damit euer Jobsharing gelingt? Maike: Gewissermaßen die goldene

Regel ist es, den Tandempartner über Neuigkeiten und natürlich auch über ausstehende Aufgaben zu informieren. So schreiben wir uns jedes Mal am Ende des Arbeitstages eine Übergabe-E-Mail, um den anderen über die wichtigsten Entwicklungen in Kenntnis zu setzen und auf dem Laufenden zu halten. Daneben ist es essentiell, dass jeder die Interessen des anderen wahrt und zu Kompromissen bereit ist. Andrea: Ich stimme Maike vollkommen zu, wir sehen uns nur sehr selten, sind dafür aber flexibel und sprechen alles Wichtige sofort und offen an. Bei manchen Themen hilft oft auch ein Telefonat. Was meint ihr wie viel Anteil an eurer Arbeit diese tägliche Übergabe und Abstimmung einnimmt? Wir arbeiten ja auch im Team und nicht immer räumlich verbunden und merken, wie viel Zeit wir in diese Art der Kommunikation stecken. Andrea: Der große Vorteil der ganztägigen Arbeit ist sicher, dass keine täglichen Übergaben stattfinden, sondern lediglich eine Übergabe per E-Mail, wenn die Kollegin ihren Part übernimmt. Da sämtliche E-Mails an alle im Team gerichtet werden, ist man immer aktuell informiert. Maike: Das hängt sicherlich auch mit der Art der Arbeit zusammen. Bei uns sind es relativ viele Arbeiten, die schnell erledigt sein müssen und sich nicht z.B. über Wochen hinziehen. Von daher nimmt die Abstimmung


einen sehr geringen Zeitrahmen von weniger als einer halben Stunde ein, da vieles schon erledigt ist und nicht mehr abgestimmt werden muss. Und da unsere Arbeitstage an aufeinander folgenden Tagen liegen, müssen wir, wie gesagt, noch nicht einmal eine tägliche Übergabe machen. Was sind auf der Kommunikationsebene eure Tricks, damit ihr den Austausch (an den freien Tagen des anderen) in Grenzen haltet? Werden Entscheidungen immer gemeinsam getroffen, oder ist jede an ihren Arbeitstagen ihr eigener Chef und antizipiert die Meinung der anderen und berücksichtigt sie somit? Andrea: Die Informationsflut durch E-Mails ist schon sehr groß. Dieses intensive Lesen der Informationen/ Entscheidungen lässt sich aber nicht umgehen, da jeder auf demselben Stand sein muss. Jeder entscheidet an seinen Arbeitstagen und informiert den Partner in der Übergabe. Diese Entscheidungen sind auch an Arbeitsanweisungen und Vorgaben gebunden. Maike: Normalerweise reicht es aus, dass wir über unsere Übergabe-Mails kommunizieren. Natürlich ist es auch manchmal nötig, dass wir telefonieren. Aber das ist nur sehr selten der Fall, so dass wir unsere freien Tage auch wirklich für uns nutzen können. Wenn Entscheidungen anstehen, stimmen wir uns eher im Team als mit dem Tandempartner ab.

A n d r e a ( l i n k s ) a r b e i t e t a n d r e i v o l l e n Ta g e n ( 2 2 , 5 S t u n d e n ) , Maike an zwei (15 Stunden)

auch noch stimmt, kann man sehr gut im Jobsharing arbeiten. Jedes Tandem sollte seinen eigenen Rhythmus finden. Maike: Grundsätzlich kann natürlich jeder im Jobsharing arbeiten. Aber man sollte schon gewillt sein, den Partner über alles auf dem Laufenden zu halten und nicht nur für sich arbeiten. Das ist natürlich auch ohne Jobsharing sehr wichtig. Bei Andrea und mir ist es außerdem so, dass jeder mal für den anderen einspringt und die Wünsche des anderen berücksichtigt, was auch sehr hilfreich ist und für gute Stimmung sorgt. Andrea, du hättest gerne schon vor vielen Jahren im Jobsharing gearbeitet. Was begeistert dich daran? Und was hilft bei der Suche nach einem passenden Partner? Andrea: Jobsharing hilft bei der Lebensplanung. Man kann entscheiden, ob man in einer Lebensphase mehr oder weniger arbeitet und so den eigenen Alltag optimieren, beruflich wie privat. Einen geeigneten Arbeitsplatz und Jobsharing-Partner zu finden, ist nicht ganz einfach. Eine Plattform wie two:share erleichtert die Suche natürlich sehr. Die Partner sollten sich gut ergänzen und flexibel sein. Ich hatte das Glück, auf Maike zu treffen.

Weniger Arbeitszeit, mehr Zeit fuer Familie Was meint ihr, kann jeder im Jobsharing arbeiten oder erfordert das besondere Eigenschaften oder Skills? Und funktioniert jedes Tandem? Oder muss einfach auch die Chemie stimmen? Andrea: Wenn die Bereitschaft zu Teamarbeit und Kompromissen bei allen Kollegen besteht und die Chemie

Bitte vervollständigt den folgenden Satz: „Jobsharing ermöglicht mir…“

Maike: …die perfekte Balance zwischen Arbeitsalltag und Familienleben zu erreichen. Andrea: …meine Zeit freier zu gestalten und dadurch mehr Lebensqualität zu haben. Und jetzt noch einmal Hand aufs Herz: Was sind die größten Vorund Nachteile der Arbeit in einem Tandem? Andrea: Vorteile: Weniger Arbeitszeit, mehr Zeit für Familie und persönliche Dinge. Lernen von Kompromissbereitschaft. Nachteile: Hand aufs Herz – für mich gibt es wirklich keinen Nachteil. Maike: Für mich war ein großer Vorteil, dass ich durch das Tandem auf meinen bisherigen Vollzeitjob in Teilzeit mit nur geringer Stundenzahl zurückkehren konnte, was sonst sehr wahrscheinlich nicht möglich gewesen wäre. Und auch die Abteilung und unsere Ansprechpartner wissen, dass immer jemand da ist. Selbst bei Urlaub ist der Platz normalerweise zumindest zum Teil besetzt, wobei es auch möglich ist, dass wir gleichzeitig Urlaub haben. Ein Nachteil kann sein, dass es nicht nur einen verlässlichen Ansprechpartner gibt, aber das ist zumindest bei uns kein Problem, da wir auch sonst im Team arbeiten und es deshalb immer mehrere Ansprechpartner bei uns gibt. Vielen Dank für eure Offenheit und viel Erfolg weiterhin!

Job-Sharing bei Beiersdorf unterstützt durch Tandemploy Die Beiersdorf AG unterstützt seine MitarbeiterInnen in vielerlei Hinsicht und bietet zahlreiche flexible Arbeitsmodelle an, inklusive der Möglichkeit des Jobsharings. Seit 2016 unterstützt das Unternehmen dies auch mit der internen Tandemploy SaaS, die dort auf den Namen „two:share“ getauft wurde. Hierbei haben sie Unterstützung von Tandemploy. Die junge Berliner Firma stellt seit 2013 die Arbeitswelt auf den Kopf. Mit ihrer Tandemploy SaaS unterstützen sie Unternehmen ganz gezielt dabei, ihre Arbeitsmodelle und Strukturen ins digitale Zeitalter zu katapultieren – und matchen MitarbeiterInnen für alle möglichen Spielarten von „New Work“. Hier gestalten zudem die MitarbeiterInnen die oft beschworene “Zukunft der Arbeit”: bottom-up, eigeninitiativ, in ihren Arbeitsalltag integriert und zur jeweiligen Unternehmenskultur passend. Damit Arbeit wieder ins Leben passt – und nicht umgekehrt. Ein Teil unseres Interviews ist bereits im Rahmen der „Beiersdorf Exklusiv Interviewreihe“ von Tandemploy geführt worden. Auf www.tandemploy.com finden sich weitere Konstellationen.

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ALTERSARMUTSFALLE – KINDER KRIEGEN

von Sabine Ponath

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„Heizung? Ist mir zu teuer“, sagte mir meine Bekannte vor einigen Jahren. Sie kuschle sich abends einfach in eine Decke. Ihre Handgelenke waren immer in selbst gestrickten Pulswärmern versteckt, oft verziert mit funkelnden Glassteinen. Um den Hals üppige Tücher und Schals. Sie selbst so dünn und zart wie eine weißhaarige Elfe. Meine Bekannte, nennen wir sie Martha, arbeitete stundenweise, um ihre Rente aufzustocken. Sie war Ende 60 und hatte oft schlimme Rückenschmerzen. Doch die Arbeit war ihr wichtig: „Ohne den Zuverdienst geht es einfach nicht.“ So wie Martha geht es vielen älteren Menschen in Deutschland. Eine Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes zeigt: Fast jede sechste Person im Rentenalter ist von der relativen Einkommensarmut betroffen. Tendenz ist laut Bertelsmann Stiftung und Wohlfahrtsverband steigend.

kurz nach der Geburt wieder anfangen zu arbeiten oder nach dem ersten Lebensjahr des Kindes wieder in Vollzeit einsteigen sind hierzulande Ausnahmefälle. Ich habe es geliebt, meine Babys im ersten Lebensjahr ganz nah bei mir haben zu können. Aber ich bin mir im Klaren darüber, was es mich kosten könnte. Die Professorin und Altersforscherin Irene Götz warnt: „Im Alter zahlen die Frauen den Preis.“ Die Politik fördert das Zuhausebleiben zusätzlich nach dem ersten Elternzeitjahr durch das Ehegattensplitting und das Betreuungsgeld. Auch ich bin gerne zuhause bei meinen Kindern. Politisch zu subventionieren, dass eine Person – in der Regel die Frau – zuhause bleibt anstatt berufstätig zu sein, macht aber keinen Sinn. Zumindest im Hinblick auf die Rente sind diese politischen Instrumente total falsche, gefährliche Anreize. Frauen zahlen den Preis

Du hast Kinder? Dann gehörst du zur Risikogruppe. Dabei ist Altersarmut vor allem ein Frauenproblem. Frauen verdienen in Deutschland im Schnitt nach wie vor 21 Prozent weniger als Männer. In Familien bleiben außerdem meist die Frauen zuhause, um sich um die Kinder zu kümmern oder Angehörige zu pflegen. Der Wiedereinstieg in den Beruf erfolgt dann erst einmal in Teilzeit. Ein Kind zu bekommen bedeutet für die meisten von uns einen Einschnitt im bisherigen Berufsleben. Ganz gewollt. Auch ich habe das volle Jahr Elternzeit in Anspruch genommen, bei beiden Kindern. Und auch ich steige danach erst einmal in Teilzeit wieder in den Job ein. Aber: So unglaublich wertvoll und schön die Babyauszeit ist, so brutal sind die Folgen: Frauen erhalten aktuell durchschnittlich knapp 60 Prozent weniger Rente als Männer durch eigenständig erworbene Ansprüche. In Paarbeziehungen darauf zu vertrauen, dass der Lebenspartner diese Lücke auffängt, ist nur in der rosa-wolkigen Welt von Walt Disney eine gute Idee. Mehr als ein Drittel der Ehen in Deutschland wird geschieden (2017). Alles ganz schön bedrückend. Als hätten wir nicht schon genug um die Ohren. Was sollen wir mit der düsteren Prognose anfangen? Vom Kreißsaal direkt zurück auf den Bürostuhl? Frauen, die

Die Große Koalition hat auf die Altersarmut in Deutschland mit dem Konzept der Grundrente reagiert: Wer mindestens 35 Jahre gearbeitet hat, soll im Alter eine Rente bekommen, die zehn Prozent über der Grundsicherung liegt. Um ein Gefühl dafür zu bekommen, über wie viel wir hier sprechen: Die durchschnittliche Höhe der Grundsicherung lag im März 2018 laut Statistischem Bundesamt bei 789 Euro im Monat. Was das für euren bisherigen Lebensstandard bedeuten würde, könnt ihr euch ja ausrechnen. Die GroKo will außerdem garantieren, dass der Rentenbeitragssatz bis 2025 nicht über 20 Prozent steigt, das Rentenniveau nicht unter 48 Prozent sinkt. Allerdings gehen die geburtenstarken Jahrgänge erst nach 2025 in Rente. Sicher ist also gar nichts. Selbst wenn es in 30, 40 oder 50 Jahren noch eine staatliche Rente geben sollte, wage ich zu bezweifeln, dass wir davon noch ordentlich leben können. Das betrifft uns Frauen umso mehr. Die Rente ist unsicher Auf die Rente können wir uns nicht verlassen. Klingt hart, ist es auch. Es nützt Geringverdienerinnen wenig,


wenn Bundeskanzlerin Merkel empfiehlt, vorsorglich eine „Zusatzversicherung“ abzuschließen. Dazu hatte sie 2017 einer Krankenhaus-Reinigungskraft in der Sendung „Klartext, Frau Merkel“ geraten. Klar, wer etwas für später zurücklegen kann, macht das. Ich habe das große Glück, fürs Alter sparen zu können und habe ins Eigenheim investiert. Klingt spießig, isses auch – macht langfristig jedoch ziemlich Sinn. Aber nicht bei allen reicht das Geld am Ende des Monats dafür. Gerade die, die jetzt schon wenig verdienen, sind im Alter besonders von Armut bedroht. Nachhaltiger als flickenartige Rentenanpassungen zu verschenken wäre es, Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt zu beheben. Also die Wurzel des Übels anzupacken, anstatt an den Symptomen rumzudoktern. Das Rückkehrrecht auf Vollzeit war schon einmal ein guter Schritt, wenn auch nicht ganz so mutig zu Ende gedacht, wie ich es mir gewünscht hätte. Aber immerhin. Fehlt „nur“ noch, Lohngerechtigkeit zwischen Männern und Frauen herzustellen, typische Frauenjobs aufzuwerten und den Notstand in der Kinderbetreuung anzugehen. Auch Ideen wie eine 35-Stunden-Woche für alle finde ich spannend. Ja, ich arbeite nach dem 12. Lebensmonat meines Jüngsten in Teilzeit. Wie auch schon davor werde ich wieder in einem Abgeordnetenbüro im Bundestag anfangen. 23 Stunden pro Woche passen für uns gut, die Kinder sind so lange in der Kita. Für euch passt es gerade vielleicht besser, ganz zuhause zu sein. Oder aber ihr habt eine Lösung gefunden, um Vollzeit zu arbeiten. Jede Familie ist anders, jedes Betreuungsmodell funktioniert ganz individuell. Trotzdem, auch wenn ich dadurch klinge wie eine altkluge Spielverderberin: Egal, wie ihr euch entscheidet – vergesst die Rente nicht. --Mehr Infos findet ihr zum Beispiel auf der Website des Equal Pension Day: www.equalpensionday.de. Das Aktionsbündnis macht auf den Rentenunterschied zwischen Frauen und Männern aufmerksam. Auf der Seite gibt es zahlreiche Studien, Artikel und Hintergrundinformationen zum Thema.

Sabine Ponath kommt als Exil-Bayerin aus einem kleinen Dorf und lebt jetzt in Berlin. Seit 2006 ist sie immer mal mehr, mal weniger politisch aktiv bei den Grünen. Zum Beispiel hat sie schon für den Bayerischen Landtag kandidiert oder war Sprecherin der Grünen Jugend Bayern. Die Leidenschaft hat sie sich zum Beruf gemacht und arbeitet seit 2008 als wissenschaftliche Mitarbeiterin für Abgeordnete, erst im Landtag, dann im Bundestag. Dabei hat sie ihren Magister eigentlich in Pädagogik , Psychologie und Soziologie gemacht. Seit 2015 schreibt Sabine auf ihrem Blog „Mum & still me“ über ihr Leben als Zweifachmama, verbloggt Rezepte, stellt NaturkosmetikLabels vor und teilt ihre Liebe für Mode.

Das könnt ihr tun: Ich hoffe und gehe davon aus, für immer mit meinem Partner glücklich zusammen zu bleiben. Aber frei nach der tollen Finanzberaterin Helma Sick: Mein Partner ist keine Altersversorgung. Dafür muss ich selbst einstehen. Einen Ausblick auf eure spätere staatliche Rente erhaltet ihr jährlich per Post mit der Rentenmitteilung. Ihr seht daran, um wie viel euer monatliches Nettoeinkommen die monatlich vorgesehene Rente übersteigt. Das nennt man dann Rentenlücke. Wenn es nur irgendwie geht: Legt etwas für später zurück. Damit könnt ihr dann im besten Fall die Rentenlücke ausgleichen. Je eher ihr damit anfangt, desto besser. Ist eigentlich logisch: Erstens braucht ihr dann monatlich deutlich weniger Euro zurücklegen, um letzten Endes auf dieselbe Summe zu kommen. Zweitens gibt es, wenn man Glück hat für das zurückgelegte Geld Zinsen. Welches Modell für eure Altersvorsorge passend ist, solltet ihr am besten mit eurer Bank oder einer unabhängigen Finanzberatung besprechen. Inzwischen gibt es viele Versicherungen, die flexibel auf wechselnde Einkommens- und Lebenssituationen eingehen. So könnt ihr etwas zurücklegen ohne monatlich fest gebunden zu sein. Vor allem für prekäre Situationen kann das sehr wichtig sein. Hier ein paar konkrete Beispiele, was ihr machen könnt: • Geförderte private Vorsorge, zum Beispiel Riester-Rente oder Betriebliche Altersvorsorge, • Ungeförderte private Vorsorge, zum Beispiel Lebensversicherungen oder Rentenversicherungen, • Sonstige Geldanlage, zum Beispiel Aktienfonds oder Immobilien; Ein Teilzeitjob ist für den Wiedereinstieg für viele naheliegend, so auch für mich. Dabei macht es aber je nach individueller Situation Sinn, peu à peu wieder aufzustocken und nicht in der „Teilzeitfalle“ stecken zu bleiben. Vorsicht vor allem beim Minijob: auch wenn es reizvoll scheint, dass keine Steuern entrichtet werden müssen – mit dem Minijob bleibt die Rücklage auf der Strecke. Außerdem ist der Sprung vom Minijob zurück in einen sozialversicherungspflichtigen Job eher unwahrscheinlich.

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ADVERTORIAL „Kauft weniger Kram, dafür gute Spielsachen“

Geschenketipps für jedes Alter von Spielzeug-Expertin Sylvia Haag

Viele kennen ihn, diesen dunklen Platz, an dem sich der ganze Kram sammelt – Spielsachen, von denen man dachte, dass man sie unbedingt braucht und die nun ein trauriges und unbeachtetes Dasein fristen. Und dann gibt es die Lieblingsstücke, die überallhin mitgenommen werden und nie, nie niemals gewaschen oder gar weggegeben werden dürfen. Und obwohl Kinder oft eine Menge Spielsachen haben, wissen sie ganz genau, welches davon sie behalten würden, wenn sie sich entscheiden m ü s s t e n . „ We n i g e r i s t m e h r “, s a g t d e s h a l b a u c h S y l v i a H a a g , G r ü n d e r i n eines unserer liebsten Partnershops Dreams4Kids. Sie selbst setzt seit vier Jahren erfolgreich auf hochwertige, außergewöhnliche und langlebige S p i e l s a c h e n . D e r z w e i f a c h e n M u t t e r i s t e s w i c h t i g , i h r e Tö c h t e r n i c h t m i t K ra m z u ü b e r h ä u f e n , s o n d e r n m i t D i n g e n , d i e e i n e n We r t o d e r e i n e B e d e u t u n g haben. „Ein Spielzeug mit Lieblingsstück-Potential ist für mich eines, das sich von dem ganzen Kram abhebt. Es ist etwas, das einem ans Herz wächst und einen durch die Kindheit begleitet. Ein echtes Lieblingsstück aus der K i n d h e i t v e r g i s s t m a n s e i n g a n z e s L e b e n l a n g n i c h t .“

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Deshalb haben wir die Expertin nach drei Tipps gefragt, wie man ein echtes Lieblingsstück finden kann:

1. "Auf die Materialien, geprüfte Inhaltsstoffe und Zertifikate achten." Besonders schön ist und bleibt Holz. Lacke und Farben sollten jedoch speichelfest und ohne Schadstoffe sein. Ein gutes Beispiel sind die Spielsachen von Plan Toys, deren Holz aus recyceltem Holz stammt. Die Produkte sind robust und hochwertig, so wie die funktionalen Holzfahrzeuge, die dank Gummibereifung auch Außeneinsätze im Sandkasten und viele Abenteuer mitmachen.

Plantoys Bulldozer 99,90 Euro, Plantoys Feuerwehr 119,90 Euro, Plantoys Muldenkipper 99,90 Euro

Natürlich muss es nicht immer Holz sein. Bei Kunststoffen sollte man jedoch darauf achten, dass in den Spielsachen keine Weichmacher wie Phthalate und Bisphenol A (BPA) enthalten sind, da diese den Hormonhaushalt von Kindern beeinflussen. Hier am besten auf die entsprechenden Zertifikate achten. Meine neue Lieblingspuppe ist die Baby Doll von Paola Reina. Sie ist handbemalt, aus hochwertigem Vinyl und CE-zertifiziert. Dazu gibt es viele schöne Klamotten zum Wechseln. Die würde ich auch meinen Mädels schenken.

Puppen von Paola Reina ab 14,00 Euro


2. "Altersgerechte Spielsachen wählen." Die schönsten Geschenke sind die, mit denen man gleich spielen kann. Für Babys (0-1 Jahr) empfehle ich oft die Holz-Greiflinge von Grimms. Sie regen mit ihren bunten Farben und der natürlichen Holzoberfläche alle Sinne an. Super praktisch sind auch die neuen Krabbeldecken von Play and Go, die gleichzeitig als Aufräumsack oder Wickeltasche genutzt werden können!

Grimm’s Greifling natur Kugeln 14,00 Euro, Grimm’s Greifling bunt 8,90 Euro, Play and Go Soft Aufräumsack 59,90 Euro

Kleinkinder (1-3 Jahre) wissen meist schon ganz genau, was ihnen gefällt. Autofreaks freuen sich über die Waytoplay Straße – mit den flexiblen Gummielementen kann man Autobahnen durch das ganze Haus, den Garten und auch am Strand bauen. Viele kleine Mädchen kümmern sich dagegen hingebungsvoll um die charmanten Mäuse und Hasen von Maileg, für die es zuckersüßes Zubehör gibt. Und alle, wirklich alle Kinder in diesem Alter lieben die Rutsche von Jupiduu, die das Kinderzimmer in einen Spielplatz verwandelt. Waytoplay Spielstraße ab 33,00 Euro, Zahnfee-Maus von Maileg 24,90 Euro, Jupiduu Holzrutsche 249,00 Euro

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3. "Für größere Anschaffungen zusammenlegen." Statt etwas Günstiges zu kaufen, das nach der Party in der dunklen Ecke der verlorenen Spielzeuge landet, empfehle ich, sich lieber zusammenzuschließen und gemeinsam etwas Schönes zu schenken. Das lohnt sich wirklich! Unsere Bällebäder von Minibe zum Beispiel sind schon bei Eltern von Babys sehr beliebt, weil die Kleinen in den weichen Stoffbecken beim Spielen geschützt sind. Aber auch 6-Jährige toben noch gerne in den Pools! Auch das Balanceboard Wobbel ist eine Anschaffung, an der man lange Freude hat. Schon vor den ersten Schritten können Kinder ihren Gleichgewichtssinn trainieren. Später wird das Board zum Wippen, Schaukeln oder Chillen genutzt.

Bällebad von Minibe 89,00 Euro, Balanceboard von Wobbel 79,00 Euro

"Das schönste Spielzeug ist tatsächlich oft das, was einen selbst begeistert. Ein Geschenke-Tipp, der bei Erwachsenen ganz schön nach hinten losgehen kann. Doch Kinder lassen sich von der Begeisterung der Großen gerne anstecken. Hört also auf die Stimme des Kindes in euch! Dann hat das Geschenk gute Chancen zu einem echten Lieblingsstück zu werden, mit dem man später viele schöne Erinnerungen verbindet."


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Kennen wir alle: Gerade bei Kleinkindern gehören Wu t a n f ä l l e o d e r Tr o t z r e a k t i o n e n e i n f a c h z u m L e b e n dazu. Unsere Kinder rasten aus und bringen uns Erwachsene mit ihren Ausbrüchen u n d u n b e h e r r s c h t e n Reaktionen an den Rand des W a h n s i n n s . Dabei ist Wut eigentlich nichts Unnormales, wir Erwachsenen haben nur längst gelernt, uns zu beherrschen. Kinder hingegen nutzen ihre Wut als Mittel und wir Erwachsenen müssen lernen, damit umzugehen und sie – im besten Fall – abzuschwächen und unsere Kinder aufzufangen.

Stefanie Ederer ist integrative Lerntherapeutin mit M.A. in Ressourcenmanagement für Lern- und Entwicklungsförderung im Kindes- und Jugendalter, Erziehungs- und Bildungswissenschaftlerin, und selbst Mutter zweier Jungs. Sie hat mit dem Münchner Family Room einen Ort für Familien gegründet, an dem sich Kinder und Eltern auf Augenhöhe begegnen und sich in Workshops aller Art eine vertrauensvolle Beziehung mit viel Liebe, Verständnis und Aufmerksamkeit aufbauen können – der Grundstein für eine gesunde Entwicklung unserer Kinder. “Wir helfen ihnen zu selbstbewussten Persönlichkeiten heranzuwachsen und erkennen Stefanie Ederer erlebt durch die Nähe zu so vielen ihre individuellen Bedürfnisse.” Kindern und Eltern nahezu täglich Wutausbrüche aller Art. Wir finden, Stefanie ist also eine, die es wissen muss. Deswegen haben wir sie gefragt, wie wir als Eltern adäquat mit Wutausbrüchen umgehen können und wie wir unseren Kindern aus diesen Situationen heraus helfen. "Ein bisschen Hintergrundwissen und das genaue Hinschauen hat mir als Mama sehr geholfen, mit der Wut meiner Kinder umzugehen bzw. ruhig zu bleiben und sie durch ihre Gefühle zu begleiten und sie im besten Fall gemeinsam zu überwinden. Durch die Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen und dem Erkennen der Ursachen fällt es den meisten meiner Eltern im Coaching und der Beratung sofort leichter, gelassen mit den beschriebenen Situationen umzugehen und ihren Kindern ein positives Bild zu sich selbst und ihren Gefühlen zu vermitteln. Im Folgenden beschreibe ich euch die vier entscheidenden Schritte im Umgang mit den Wutausbrüchen eurer Kinder. Als Erstes ist es wichtig zu überlegen, warum uns die Wutausbrüche unserer Kinder so sehr auf die Palme bringen und welche Gefühle und Reaktionen sie in uns auslösen. 1. Unser aktueller Gemütszustand Stress, Müdigkeit oder Ärger. In den meisten Artikeln und Elternratgebern stehen ausschließlich die Gefühle und die Emotionen unserer Kinder im Vordergrund. Aber auch unsere eigenen Gemütszustände haben einen großen Einfluss darauf, wie wir mit der Wut und dem Trotz unserer Kinder umgehen. Zum Beispiel, wenn wir gestresst aus der Arbeit kommen und in unserem Kopf die Gedanken darum kreisen, was zuhause noch alles erledigt werden muss. Das Essen muss gekocht, die Wäsche gewaschen werden und eigentlich sieht die Wohnung aus als hätte eine Bombe eingeschlagen. Dazu sind wir total k.o. Und am liebsten würden wir eigentlich nur noch ins Bett fallen. In solchen Momenten wird uns ein Wutausbruch unseres Kindes sicher eher an die Grenzen unserer Geduld bringen als an einem gemütlichen Sonntagvormittag. 2. Eigene Bedürfnisse Ja, nicht nur Kinder haben Bedürfnisse, sondern auch wir! Dies vergessen wir Eltern sehr häufig. Bin ich also total hungrig oder müde, dann wird mir dieser Ausbruch mehr zu schaffen machen als wenn ich satt und ausgeschlafen bin. 3. Eigene Erfahrungen Wir selbst haben eigene Erfahrungen mit unserer Wut im Kindesalter gemacht und genau diese Erfahrungen leiten unsere Handlungen und Interaktionen mit unserem Kind. Durften wir als Kind unsere Wut ausleben? War es in Ordnung schreiend auf dem Boden zu liegen oder wurde uns vermittelt, es sei nicht in Ordnung seine Gefühle zu zeigen und sie auszuleben. Erinnern uns Sätze wie: „Jetzt reiß dich zusammen!“ oder „Sei still und ab ins Zimmer!“ an unser Kindheit? Meist wurden wir für “positives”, angepasstes Verhalten gelobt und für “negatives” Verhalten bestraft. Uns wurde also meist vermittelt, dass es unangepasst ist, seine Wut zu zeigen und in der Öffentlichkeit auszuleben.


4. Sozialer Druck und eigene Erwartungen Zusätzlich haben wir eigene Erwartungen an uns selbst und wollen meist auch den vermeintlichen Erwartungen unseres sozialen Umfeldes entsprechen. Wir stehen also an der Supermarktkasse und unser Kind wütet und schreit. Wir denken alle Köpfe drehen sich zu uns um, die Gesichter starren uns an, der ein oder andere verdreht womöglich die Augen oder schüttelt den Kopf. Wir möchten genau in diesen Situationen keine Überforderung zeigen, total angemessen mit dem Zorn umgehen und am besten sollte sich unser Kind sofort wieder beruhigen und übers ganze Gesicht strahlen. Auch vor unseren eigenen Eltern oder guten Freunden ist es uns häufig wichtig ein wohl erzogenes und besonders braves Kind zu haben. Warum haben unsere Kinder eigentlich Wutanfälle und was steckt dahinter? In den meisten Fällen steht hinter den Wutausbrüchen unserer Kinder eine Botschaft an uns und wir müssen lernen diese zwischen den Zeilen zu lesen. Vielleicht haben wir ihre Signale vorher noch nicht wahrgenommen oder sie haben noch nicht gelernt ihr Bedürfnis richtig auszudrücken. Dies führt natürlich zu Frustration und Wut. Diese vier grundlegenden Bedürfnisse, die wir Eltern uns merken sollten, kommen hierfür in beliebiger Reihendfolge in Frage: 1. Hunger 2. Müdigkeit 3. Kontakt/Aufmerksamkeit 4. Unwohlsein Quatschen wir also gerade mit unserer besten Freundin oder führen nur noch kurz ein wichtiges Telefonat mit dem Arbeitskollegen und unser Kind rastet vollkommen aus, dann heißt es für uns: hinschauen! Unser Kind möchte uns nicht ärgern, vielleicht braucht es gerade in diesem Moment unsere Aufmerksamkeit oder Nähe und weiß nicht, wie es sie bekommen kann, oder es hat einfach nur Hunger und wir haben es womöglich nicht gehört? Ich könnte an dieser Stelle noch unzählige weitere Beispiele anführen. Wie können wir also reagieren ohne etwa das Gespräch mit dem Kollegen sofort zu beenden? Hier sind vier Schritte, wie wir mit der Wut unseres Kindes umgehen und es durch diese Emotionen begleiten können.

Kinder durch den Wutanfall begleiten 1. Schritt: Tritt einen Schritt zurück, atme tief durch und löse dich von deinen eigenen sozialen Erwartungen. 2. Schritt: Erkenne das Bedürfnis deines Kindes. Was ist denn eigentlich wirklich los? Ist es müde, braucht es gerade eine Kuscheleinheit oder hat es Hunger? 45 3. Schritt: Gehe in Verbindung. Begib dich auf Augenhöhe, nimm dein Kind in den Arm und verbalisiere sein Bedürfnis. Zum Beispiel: „Komm zu mir, ich verstehe, dass du Hunger hast.“ Oder: „Ich weiß, du bist total erschöpft von der KITA und möchtest auf den Arm.“ Erklärt eurem Kind die Situation. Zum Beispiel: „Leider hab ich gerade nichts zu essen dabei, aber sobald wir zuhause sind, machen wir dir ein leckeres Abendessen. Auf was hast du denn am meisten Lust?“ Oder: „Ich spreche noch zwei Sätze und dann haben wir beide in Ruhe Zeit ein Buch anzuschauen und zu kuscheln, komm doch bis dahin an meine Hand oder auf meinen Schoß.” Zeigt eurem Kind, dass die Emotionen in Ordnung sind, ihr für sie Verständnis habt und schnellstmöglich mit ihnen eine gute Lösung finden wollt. In diesem Moment klingt der Wutanfall häufig sehr schnell ab. Das Ganze geht am besten mit dem Verbalisieren eurer Erkenntnisse und Gedanken. Die Kinder lernen mit eurer Hilfe eigene Bedürfnisse zu kanalisieren und auszudrücken, wodurch die Wutanfälle schließlich abnehmen oder sogar ganz verschwinden. Mein fünfjähriger Sohn sagt mir mittlerweile ganz klar, wenn er wütend ist, was er braucht: „Mama, ich bin sauer auf dich, weil ich deine Aufmerksamkeit brauche und du gerade keine Zeit hast.“ Oder: „Mama, ich bin sauer auf dich, weil Papa weg ist und du ihm nicht verboten hast zu gehen. Er soll lieber bei mir bleiben.“ 4. Schritt: Die Situation nochmals Revue passieren lassen. Dies könnt ihr zum Beispiel mit einer kleinen Unser letzter Trotzanfall war gerade erst gestern Geschichte, in der ein Tier die gleiche Situation in der Früh. Wir super spät dran und ich schon mit den Gedanken wie euer Kind durchlebt hat. Hiermit helft ihr beim ersten Termin. Der Kleine noch ziemlich müde, gerade aufgestanden und eurem Kind die Bedürfnisse hinter seinen wahrscheinlich auch etwas hungrig. Emotionen zu erkennen und im Verlauf zu Und dann komm ich auch noch mit der frischen Kleidung – er hasst anziehen – und dem benennen. Telefon am Ohr um die Ecke… Schon lag er schreiend auf dem Boden und strampelte wie wild um sich. Am liebsten hätte ich mich dazu geschmissen. Naja, was solls? Ein kurzer Blick auf die Uhr und tief durchatmen, denn Schreien hätte die ganze Situation nur noch schlimmer gemacht. Ich setzte mich neben ihn, signalisierte für ihn da zu sein. Telefon und Kleidung legte ich erstmal etwas weiter von uns entfernt. Ich bot ihm an, zu mir auf den Arm zu kommen, um zu kuscheln und zu sehen, was ihm fehlte. Gemeinsam fanden wir heraus, dass er ziemlichen Hunger hatte und jetzt sicher nicht angezogen werden wollte. Naja, da ich mehr als spät dran war, einigten wir uns auf ein leckeres Brot, welches er aus der Hand essen konnte, während ich ihm in seine Sachen half. Die Kunst in solchen Momenten ist, aus dem eigenen Stress und Film herauszutreten und sich die eigentlich nicht vorhandene Zeit zu nehmen. Wutausbrüche, Trotz und Unmut sind ein ganz normaler Entwicklungsverlauf unserer Kinder. Sie sind nicht unerzogen oder kleine Tyrannen, die wir in den Griff bekommen müssen, vielmehr brauchen sie unsere Unterstützung, Verständnis und unsere Begleitung während dieser sogenannten Trotzanfälle und Wutausbrüche. Wutausbrüche kommen gehäuft im Alter zwischen ca. 1 - 4 Jahren vor und können auch weit darüber hinaus gehen. Ich bin mir sicher, ihr behaltet das im Hinterkopf."


Steffi & der Family Room in München Haidhausen:

Stefanie Ederer wollte schon lange einen Ort schaffen, an dem sich Kinder und Eltern begegnen, sich austauschen können und in Workshops aller Art Spaß miteinander haben. Und – sollte es notwendig sein – wollte Stefanie auch Beratung und Hilfe für Familien anbieten. Ohne Familien zu stigmatisieren. Denn egal wie klein oder groß die Probleme sind: Hilfe schadet nie. Mit ihrem Team, das aus ausgebildeten Fachkräften besteht, hat sie so einen Ort geschaffen. Ihr wollt den Family Room kennen lernen? Auf der Webseite www.family-room.de findet ihr alle wichtigen Infos rund um das breit gefächerte Angebot und das Team.

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Fotos 1-3 oben: Katharina Fedora Fotos 4-6 unten: Marina Scholze

FAMILYROOM Metzstraße 36 81667 München-Haidhausen Die Eltern-Baby/Kind-Oase ist immer am Dienstag Vormittag von 9:00 bis 10:15 Uhr, die Spielgruppe immer am Montag Vormittag von 9:30 bis 11:00 Uhr. In beiden Gruppen wird das Thema Wut und Trotz besprochen und praktische Anwendungstipps für den Umgang mit der Unmut unserer Kinder gegeben. Außerdem bietet der Family Room eine individuelle Beratung zum Thema an, sowohl telefonisch als auch vor Ort. Termine hierfür sind auf Anfrage möglich.


ADVERTORIAL

Quer durch Berlin

von Saskia Hilgenberg

“Quer durch Berlin” ist eine internationale Ruder-Langstreckenregatta, die es schon seit 89 Jahren gibt. Ein paar davon bin ich mitgefahren. Sieben Kilometer geht es dabei durch die Berliner Innenstadt. Ich habe es geliebt, denn mein Herz schlägt schon immer für Ausdauersport. In meiner Jugend habe ich Rudern als Leistungssport betrieben, leider sind die Wasserwege in Berlin aber begrenzt und deswegen habe ich mich zu Land auf ein anderes sportliches Gefährt spezialisiert: das Fahrrad. Damit bin ich groß geworden. Meine Eltern fahren seit ich denken kann so gut wie überall mit dem Rad hin. Sie haben mir das sozusagen beigebracht, oder vorgelebt, oder anerzogen – wahrscheinlich wie immer eine Mischung aus allem, wobei das Vorleben gefühlt die stärkste Wirkung auf mich hatte. Ich wurde ja nie zum Radfahren gezwungen. Auf jeden Fall mache ich das heute genauso und bin selten für eine Strecke zu faul – und ich rede hier nicht von 3 Kilometern im Kiez oder so. Ich liebe es einfach, draußen zu sein, wenn der Weg schon sinnvoll genutzt ist, mir Spaß, Sport und Erholung bietet und ich vor allem etwas für die Umwelt tun kann. So kommt es nicht selten vor, dass ich am Tag jobbedingt ca. 30 Kilometer durch die Stadt schrubbe und mich dabei des Lebens freue. Okay, vorrangig habe ich bei Sonnenschein dabei ein Grinsen im Gesicht und bin einfach nur heilfroh, nicht in irgendeinem stinkenden Auto zu hocken.

Das Fahrrad als Problemlösung Denn Autos haben wir ja mehr als genug in der Stadt und das ist längst zum Problem geworden. Nicht ohne Grund gibt es seit diesem Jahr für Berlin das erste fahrradfreundliche Mobilitätsgesetz Deutschlands. Und es gibt bundesweit viel Nachholbedarf, bis das Fahrrad sein volles Potenzial zur Entlastung der Städte entfalten kann. Bessere Radwege sind in meinen Augen dabei ein maßgeblicher Aspekt. Denn auch ich träume, seitdem ich mal ein paar Tage in Kopenhagen Rad gefahren bin, von diesen Bedingungen: Die Dänen haben nicht nur Schnellradwege zwischen Gehsteig und Straße (die man tunlichst als Fußgänger nicht betreten und als Autofahrer nicht befahren sollte), sondern nutzen sie auch! Das bedeutet, dass diese Radwege so frequentiert sind wie bei uns die Straßen, und dass geschätzt auch weniger Autos als Räder unterwegs sind. Ein Traum, finde ich. Denn ich weiß von Freundinnen, dass gerade der starke Autoverkehr in Berlin ein Grund für sie ist, nicht auf das Fahrrad zu wechseln, schlichtweg aus Angst. Ein Teufelskreis. Aber so sehr ich das auch verstehen kann, insbesondere, wenn man mit vielen Kindern mit Rädern unterwegs ist, so sehr möchte ich auch meinen drei Söhnen dieses Bewusstsein und die Freude am Radeln vermitteln. Dabei weise ich sie immer wieder auf die Gefahren beim Radfahren im Straßenverkehr hin. Das Bike Nachdem in meiner Familie alle inzwischen mehrfache Räderwechsel hatten – dem Wachstum und leider auch mehreren Diebstählen geschuldet –, habe ich nun nach zehn Jahren zum ersten Mal

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Saskia mit dem Excelsior “Fashionista” (die Reflexstreifen auf den Reifen machen Katzenaugen sogar überflüssig) auch selbst ein neues und richtig heißes Bike. Mein altes war mit gut 10.000 Kilometern und Im-Regen-Stehen ganz schön strapaziert, wenn auch immer zuverlässig. Mit Anhängerkupplung und Kindersitz glich es dabei eher einem Lastenrad. Jetzt fahre ich ein schlankes Single Speed von Excelsior. Das ist durch

den Frontträger auch noch praktisch und so schön türkis, dass ich es fast nicht glauben kann. Ich bin schon ein ästhetischer Mensch, und wenn das in meinen Augen “beste Verkehrsmittel der Welt” auch noch so toll aussehen kann, hoffe ich mit meiner Begeisterung fürs Radfahren vielleicht noch mehr Leute anstecken zu können!


Mit dem E-Bike über Bornholm Die “grüne” Influencerin Louisa Dellert erkundet die dänische Insel

auf 2 Rädern

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ie könnte man eine Insel besser erkunden als mit einem E-Bike? Die Natur wahrnehmen, versteckte Ecken erkunden und anhalten, wo und wann man möchte. Wir hatten uns auf der dänischen Insel Bornholm ein Hotel in Rønne ausgesucht, welches gleichzeitig auch einen E-Bike-Verleih anbietet. Gesucht, gefunden. Von Sassnitz aus ging es mit der Fähre rüber nach Rønne. Das Hotel eBIKE Bornholm Munch ist Partner von Movelo, welcher einen E-Bike-Service mit All InclusiveService (Reparaturen, Versicherung, Logistik) anbietet. Ausleihen und sich um nichts mehr kümmern – nur noch entspannt über die Insel fahren. Meine Freundinnen und ich hatten uns für die Nebensaison im Oktober entschieden. Die Insel war so gut wie leer und dadurch hatten wir unsere Ruhe. Die Ruhe, die ich gesucht hatte, um ein bisschen auf andere Gedanken zu kommen. Und das konnte ich tatsächlich auch. Es war herrlich den ganzen Tag frische Luft, tolle Menschen und wunderschöne Orte um sich herum zu haben. Bornholm ist sehr vielfältig und die Menschen herzlich und offen. Wir suchten uns für unsere anstehenden drei Tage drei verschiedene Routen mit unseren E-Bikes aus. So erkundeten wir die Helligdomsklipperne, schauten uns den Sonnenaufgang am Strand in Dueodde an und hielten kurz die Zeit an, um in Svaneke aufs Meer zu schauen und einen heißen Tee zu trinken. Die Insel und die Art und Weise, wie wir sie erkundeten, waren für mich Balsam für meine Seele. Insgesamt legten wir knapp 100 Kilometer zurück.

Louisa Dellerts Herz schlägt grün und sie lässt ihre vielen AnhängerInnen auf ihrem B l o g , a u f Yo u Tu b e u n d I n s t a g r a m r e g e l m ä ß i g w i s s e n , w i e s i e d i e We l t s c h ü t z e n m ö c h t e , u n d i n s p i r i e r t s o a u c h i h r e F o l l o w e r, n a c h h a l t i g e r z u l e b e n . D e r B o r n h o l m -Tr i p w a r ursprünglich mit Freund Jan geplant, aber das Paar nimmt sich gerade eine Auszeit v o n e i n a n d e r. Wa s L o u i s a d a v o n z u e r z ä h l e n hat und mehr zu anderen großartigen Aktionen und Empfehlungen findet ihr hier: w w w. l o u i s a d e l l e r t . co m o d e r i n Lo u i s a s S h o p w w w. N AT U R A L O U . d e

Fotocredit: Louisa Dellert, Nina Witte

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100 Kilometer Zeit, um auf dem E-Bike nachzudenken, tief einzuatmen, die Insel einfach auf mich wirken zu lassen. Für mich war das Fahren auf dem E-Bike wie eine Meditation und ich bin super glücklich darüber, dass ich diese Erfahrung machen durfte. Das Schöne an dieser Reise war, dass man sich das E-Bike vor Ort ausleihen konnte, anstatt es zu kaufen und im Auto zu transportieren. Dass ein E-Bike umweltfreundlicher auf den Straßen agiert als das Auto, ist glaube ich jedem von uns bewusst. Ich bin mit dem Modell Kalkhoff Endeavour 5 Advance gefahren. Für mich war einer der größten Vorteile an dem E-Bike, dass ich mich nicht quälen musste, wenn wir Berge hochgefahren sind oder Gegenwind hatten.


SCHÖNE ZWEIRÄDER FÜR JEDE GELEGENHEIT

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O b durch die St a dt, z um Einkauf, z ur K it a, z ur A r b eit, in d e n U r l a u b, ü b e r d i e I n s e l … s o g u t k a n n e s g e h e n b z w. rollen mit E-Bikes, Lastenrädern oder Retro-Beauties.

E-BIKES

E-Bike Image Advance B8 - Wave mit integriertem Bosch Powertube Akku mit 500 Wattstunden von Kalkhoff, Farbe: Whitesmoke Glossy ab 3.299,- € https://www.kalkhoff-bikes.com/de/bikes/2018/e-bikes/e-city-1.html

E-Bike “VINTAGE E” mit modernem Antrieb und hydraulischer Felgenbremse von EXCELSIOR, Farbe: Neptune ab 2.199,95 € https://www.excelsior-fahrrad.de/e-bike-modelle/vintage-e/ E-Bike “eRetro 5.6 SE” ist die dritte Generation des BOSCH Antriebes zum kleinen Preis von VICTORIA, Farbe: Schwarz ab 1.799,- € https://www.victoria-fahrrad.de/modell/victoria-eretro-5-6-se/

LASTENRÄDER

Lastenrad “Meyer Spezial Postfahrrad“ mit 3-Gang-Schaltung und stabilem Lastenträger vorne von RHEINFELS, Farbe: jede RAL Farbe ab 799,- EUR https://www.greenbike-shop.de/lastenfahrrad/gewerblich/meyerspezial-postfahrrad/

RETRO-TRÄUME

Lastenrad “Delivery Cruiser” made in Holland von JOHNNY LOCO, Farbe: Olive Grey ab 749,- € https://johnnyloco.com/products/74/delivery-cruiser

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Revolutionäres Fahrrad “Wooden Bike Penelope” mit einem Rahmen aus Holz und Gepäckträger vorne von COCO-MAT, Farbe: Esche (Holz) ab Preis auf Anfrage https://www.coco-mat.com/store/de_de/wooden-bike-penelope

Vintage-Fahrrad “Fashionista” mit Ablagefläche am Lenker von EXCELSIOR, Farbe: Turquoise ab 999,95 € https://www.excelsior-fahrrad.de/fashionista/

Hollandrad “Royal” von EXCELSIOR, Farbe: Anthracite ab 499,95 € https://www.excelsior-fahrrad.de/royal/ Hollandrad “H 1.0” mit Stahlrahmen sowie komfortablem Sattel und Lenker von FALTER, Farbe: Altrosa ab 449,99 € https://www.falter-bikes.de/bikes/classic/h-1-0 Fotocredit: die Hersteller der genannten Bikes


Oh du schönes Vinschgau “ E i n C a m p i n g u r l a u b i n S ü d t i ro l ? ” Wa s v i e l e Fre u n d e u n d B e k a n n t e e r s t e i n m a l k u r z s t u t z i g g e m a c h t h a t , w a r f ü r u n s e i n l a n g g e h e g t e r Tr a u m . S c h o n l a n g e wollten wir Südtirol bereisen und in kurzer Zeit möglichst viel sehen – und das m i t z w e i K i n d e r n i m G e p ä c k . D a w a r s c h n e l l k l a r, d a s s w i r d a s a m b e s t e n m i t einem Camper machen sollten. Und so wurde aus einer fixen Idee ein fester Reiseplan, schnell war die Route festgelegt: D i e e r s t e n Ta g e w o l l t e n w i r d a s V i n s c h g a u e n t d e c k e n , danach weiter nach Meran und zum Abschluss noch Bozen und Umgebung. Der Zeitraum für die gesamte Reise waren 1 2 Ta g e – d a s s d a s v i e l z u w e n i g Z e i t s e i n w ü r d e , d a m i t h a t t e n w i r n i c h t gerechnet. Und dass wir ausgerechnet ans Vinschgau unser Herz verlieren würden, wohl auch nicht. Doch beginnen wir lieber von vorne...

Wir holten unseren Camper – ein über sieben Meter langes Schlachtschiff mit Doppelbett im Heck, einem herunterfahrbaren Alkoven, einem vollausgestatteten Badezimmer, Küche und Sitzecke – im Allgäu ab. Wir mussten also von Berlin aus 7 Stunden mit zwei mehr oder weniger fahrwilligen Kindern zurücklegen, um überhaupt erst einmal stolze Besitzer eines Wohnmobils zu werden. Nach kurzer Einweisung konnten wir dann endlich starten. Unser erstes Ziel hieß “Schlanders”, genau genommen “Camping Vogelsang”. Und damit landeten wir gleich zu Beginn auf dem wohl schönsten Campingplatz in ganz Südtirol – so zumindest war unser erster Eindruck als wir dort ankamen und bis heute hat sich dieser nicht geändert. Woran das lag? Das hatte wahrscheinlich viele Gründe. Zum einen ist der Platz erst vor einem Jahr eröffnet worden und ist architektonisch sehr designorientiert, was uns persönlich wahnsinnig gut gefallen hat. Aber ein Campingplatzbesuch – versierte Camper wissen das natürlich – lebt insbesondere von der Natur und den Menschen, die man trifft. Er kann noch so schön sein, wenn aber die Herzlichkeit fehlt oder anderen Gäste auf dem Platz eher unangenehm auffallen, das gilt insbesondere für die direkte Nachbarschaft, weil man diese ja tagtäglich mitbekommt, kann aus dem Besuch auch schnell ein bisweilen ner viges Erlebnis werden. Also die Geschichten, die immer gut anfangen und ein großes ABER haben: “Weißt du noch, damals auf dem Campingplatz mit dem tollen Schwimmbad – es war so wunderschön, aber oh Gott, die Nachbarn mit den dem heulenden Hund und dem Vorgarten, die jeden Tag dreimal saugen mussten…” Und genau so war das nicht. So war es genau genommen auf keinem unserer Campingplätze in Südtriol. Das liegt hauptsächlich auch an den Menschen, die nach Südtriol reisen, denn zu finden sind sehr viele Sportler und Familien, die ebenfalls sehr aktiv sind. Und auch immer mehr “junge” Familien aus Deutschland, die ihre Elternzeit nutzen und über Südtirol nach Italien reisen – mit viel Zeit im Gepäck.

“Campingurlaub ist für die Kids so, als würdet ihr Urlaub auf einem riesigen Spielplatz machen!” Camping an sich legt endlich sein doch sehr verstaubtes und klischeebehaftetes Rentnerimage ab, was bedeutet, dass die Zahl der individuell Reisenden ‘on the road’ in den nächsten Jahren noch mehr zunehmen wird. Hinzu kommt das Bewusstsein für die Art des Reisens, denn immer mehr Menschen, die in den letzten zehn Jahren schnell mal irgendwohin geflogen sind, auf das Flugzeug verzichten und lieber am Boden bleiben. Der wichtigste Faktor jedoch – insbesondere für Familienurlaube – ist, dass ein Campingurlaub sehr viel entspannter sein kann als jeder Hotel- oder Cluburlaub. Man


lebt viel mehr mit der Natur, mit der Sonne, dem Regen, dem Wind und der Luft. Es gibt keine festen Zeiten, sondern man ist in jeder Hinsicht flexibel, kann sich frei bewegen und ist völlig ungebunden. Ist das Wetter doch schlechter als erwartet? Kein Problem! Zusammenpacken und weiterfahren. Ist es zu voll? Nichts leichter als das, weiter geht es! Möchte man seine Ruhe, bekommt man sie, möchte man gerne neue Leute kennenlernen, es finden sich immer nette Menschen. Und besonders wichtig: Es gibt immer viele Kinder auf Campingplätzen, die sich schnell untereinander finden und gemeinsam unterwegs sind. Entspannter können Ferien also für Eltern kaum sein…

Meine persönlichen Campingplatz-Highlights: Campingplatz Vogelsang Der Campingplatz wurde im Juli 2017 von Gastgeber Willi gegründet. Seinen Eltern gehört der Bauernhof nebenan und einige Apfel- und Obstbäume, die er mit bewirtet. Für ihn war Vogelsang immer ein besonderer Ort seiner Kindheit, den er nun auch Urlaubern zugänglich machen möchte. Architektonisch ist das Haupthaus mit Rezeption, Kiosk und den Waschräumen auf der Rückseite modern, schlicht und sehr natürlich gehalten. Die Auswahl der Lebensmittel ist nicht groß, aber gut ausgewählt und regional. Und wer einfach nur vorbeikommen möchte, der kann am Abend in der Bar verschiedene Ginsorten testen. Alpin Fitness Wald Camping Dieser Campingplatz ist zwar nicht mehr ganz neu, doch mit seiner Höhenlage in Völlan/ Lana sehr besonders. Terrassenförmig angeordnet, mit eigenem Pool, Abenteuerspielplatz im Wald und einem fantastischen Blick von Meran bis nach Bozen. Zweimal pro Woche wird für alle Gäste der große Pizzaofen angeschmissen, ein wirklich tolles Erlebnis, mit vielen netten Gesprächen und leckerer Pizza. Camping & Chalet NATUR IDYLL SALTEN Auf 1.000 m Höhe am südwestlichen Ausläufer Sarntaler Alpen in Jenesien befindet sich dieser wunderschöne, neu eröffnete Campingplatz mit atemberaubender Kulisse. Das wirklich Besondere sind die wunderschönen Chalets, die Platz für 2 bis 4 Personen bieten und jeweils einen ‘Private Spa’ mit Wellnesskabine haben.

Wir waren mit einem teilintegrierten Camper von Carado unterwegs (Modell T477) mit wirklich mehr als genug Platz. Hier hat man im Heck ein Bett und kann ein zusätzliches Hubbett über der Sitzecke herunterlassen. Für Familien bietet sich außerdem ein Camper mit Alkoven, also einem fest integeriertem Bett über dem Fahrerhaus, an. We r m e h r Ti p p s m ö c h t e , der sollte hier weiterlesen:


n e d e w h c S Ein Ami in D re i Wo c h e n d u rc h d e n S ü d e n S c h w e d e n s b i s h o c h n a c h G ö t e b o rg und wieder zurück. Elche streicheln, Meerluft atmen und vielleicht sogar wild campen. Das haben Dani - zu diesem Zeitpunkt im achten Monat schwanger - und ihre Familie diesen Sommer von ihrer Bucketlist gestrichen. Wie es so war? Das erzählt uns Alex, Danis Mann.

Ei ne Rot t e Wi l ds c hw e i n e k ö n n t e i m f ei n en S an d st ran d v o n L ö d eru p na c h kös t l i c he n W ür m e rn , Wu rz el n o d er w as au ch i m m er g esu ch t ha be n. D i e a us D a ni s S i ch t f ast p erf ek t e S t el l f l äch e au f d em Campin g pl a t z i s t z e r pf l üg t , v on m e i n em Nerv en k o st ü m g an z z u sch w ei g en . Ti ef e Fu r chen und a uf g e s c hobe ne M i ni - S an d d ü n en l assen erah n en , w as h i er i n d en letzten 1 5 M i nut e n g e s c he he n i s t .

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I r gen dwi e w e i g e r t s i c h da s kna pp 1 4 Met er l an g e G esp an n v o n Wo h n w ag en u n d Pick up r üc kw ä r t s i n di e g e w üns c ht e P ark p o si t i o n z u g el an g en . S o h n u n d F rau flank ier e n m e i n Ra ng i e r- M a növ e r und g eb en w i l d g est i k u l i eren d A b st an d s- u n d Richtu ng s hi nw e i s e , w e l c he a be r f ür m i ch n u r sch w er z u d eu t en si n d . D i e Tat sach e, das s s ich be i m Fa hr e n de r i m Rüc ks pi eg el si ch t b are B erei ch v ersch i eb t , w i rd v o n beid en Lot s e n kons e que nt i g nor i e r t – seh en si e d o ch A u t o u n d A n h än g er z u j ed er Zeit. Der fei s t e Typ g e g e nübe r i m C a m p er m i t R eck l i n g h au sen er K en n z ei ch en h at mittler w e i l e s e i ne Fr a u und e i ne Ta s s e K af f ee g eh o l t . Hi er w i rd et w as g eb o t en . I mmer hi n s t e he n w i r z u g ut e r Le t z t d an k Of f ro ad -Mo d u s d es st ark en V 6 u n d der vo l l a uf g e dr e ht e n K l i m a a nl a g e , d i e m ei n en S ch w ei ß v erl u st au f g ef ü h l t d rei Liter be s c hr ä nkt . Wa s m e i nt e A r m i n s o sch ö n , al s er u n s d en 2 , 8 To n n e sch w eren amer ikani s c he n Tr a um a uf de m G e l ä nd e d es R OK A -Werk s ü b erg eb en h at : Ni em al s aus der Ruhe br i ng e n l a s s e n. D e r ha t g u t red en , i m m erh i n b au t sei n e F i rm a sei t J ah r en di e s e Eye c a t c he r f ür de ut s c h e S t raß en u m u n d n at ü rl i ch f äh rt au ch er s tand es g e m ä ß und v or a l l e m r e g e l m ä ßi g d am i t au s d em A l l t ag rei n i n d i e Nat u r. S o war au c h de r l e i c ht hi ppi e s ke C a m pi ng p l at z i n L ö d eru p sei n Ti p p . Eingepa r kt und a n Wa s s e r und S t r om an g esch l o ssen w i rd u n ser m o b i l es Hei m d an n ber eits dur c h di e e r s t e n ne ug i e r i g e n C am p er b eg u t ach t et . D en A i rst ream k en n en Sie als f a hr e nde Bur g e r bude ode r a us d er S eri e „ G rey s A n at o m y “ . A b er i n ech t hatte n oc h ke i ne r da s Ve r g nüg e n. S o k o m m en w i r au ch so f o rt i n s G esp räch u n d zeigen w i e di e a l t e n H a s e n und a uc h ei n b i ssch en st o l z d i e ro l l en d e Hü t t e au s glän zen de m M e t a l l a l l e n I nt e r e s s i e r t e n . I m Pr in z i p w a r da s uns e r e Fe ue r t a uf e, d en n d i e S t an d p l ät z e au f d em Weg v o n Deuts chl a nd übe r D ä ne m a r k na c h S ch w ed en w aren al l e m i t f est em U n t erg ru n d un d mit de r v e r ba ut e n Ra ng i e r hi l f e de s A i rst ream 6 8 4 sch n el l u n d o h n e P ro b l em e einzur ic ht e n. U nd bi s a uf e i ne v e r m e i n t l i ch e A b k ü rz u n g , d i e ü b er d i e Z ei t i m m er enger und kur v i g e r w ur de , g a b e s s el b st f ü r m i ch al s A n h än g er-No v i z en k ei n e Probleme mit den doch stattlichen Maßen des silbernen Flagschiffs. Überhaupt fahren s ich die S t r a ße n und S c hw e de n dur c h d i e v o rg eg eb en en Hö ch st g esch w i n d i g k ei t en un d d e m g e r i ng e n Ve r ke hr s a uf kom m en f ü r Wo h n w ag en u n d -m o b i l e sel b st f ü r abs o lut e N e ul i ng e t ot a l e nt s pa nnt . A u ch d i e F äh rv erb i n d u n g en si n d k ei n P ro b l em , vo r wär t s r e i n und v or w ä r t s a uc h w i e d er rau s.


Au ch wenn al l e s a g e n, s e l bs t i n de n Fe r i e n b rau ch t m an k ei n e R eserv i eru n g au f d en Camp ingpl ä t z e n, w i r ha be n da a nde r e Er f ah ru n g en g em ach t . G l ü ck l i ch erw ei se h atte ich d ie m e i s t e n uns e r e r Zi e l e be r e i t i m Vo rf el d g eb u ch t . U n d d a d i e K o st en fü r die Stellpl ä t z e a uc h w i r kl i c h übe r s c ha u b ar si n d , sp ren g en k l ei n e, sp o n t an e Planän der u nge n a uc h ni c ht s of or t di e U r l a ub sk asse. Un d auch d ie L e be ns m i t t e l pr e i s e s i nd f ür S e l b st v erso rg er o k ay. U n d w en n m an sch o n mit einem r olle nde n Ei g e nhe i m unt e r w e g s i s t , l assen si ch so g ar d i e ei n e o d er an d ere K i s t e Wei n au s D eu t sch l an d m i t b ri n g en . D er s c hm e c k t i n d er sch w ed i sch en Nat u r g l ei ch doppe lt so g u t . E g al w as i h r k au f t , i h r b rau ch t e i ne Kred i t k art e. Ob d er To i l et t en b esu ch ode r d i e o b l i g at o ri sch e Z i m t sch n eck e am C a m pin g -K i o sk . U n d d am i t d as B u d g et ni c ht st rap az i ert w i rd , u n b ed i n g t ei n e K art e ohne A u sl an d sg eb ü h r an sch af f en . D i e so n st a nf a l l en d en Mi n i -G eb ü h ren su m m i eren si ch s ons t am E n d e sch m erz l i ch . B arg el d h ab en w i r i n d en g u t d rei Wo ch en k ei n ei n z i g es M a l ben u t z t . U ns e r e F ah rt en z w i sch en d en ei n z el n en S t e l l plät z en h ab en w i r so g ew äh l t , d ass di e Fa h rz ei t am S t ü ck k ei n e v i er S t u n d en übe r s c h rei t et . U m m al w i ed er A rm i n v o n A i r s t r e am z u z i t i eren : „ D er Weg i st d as Zi e l “ . L än g ere E t ap p en w erd en b ei u n s i m m e r m i t v o rh er g esu ch t en P o i n t s o f I nt e r e st u n t erb ro ch en . In S ch w ed en b i et et s i c h da z . B . seh r g u t d er B esu ch ei n es E l ch Par ks an (Wo i c h e i ne n he r v or r a g e nde n E l ch -B u rg er g eg essen h ab e. In f rei er Wild bah n gejag t , ke i n be ka nnt e s G e s i c ht , s o d i e n et t e D am e am Tresen . ) Mit d ies er Eint e i l ung v e r g e he n di e g ut 3 4 0 Ki l o m et er v o n S ch w ed en s Ost seek ü st e h och zum große n Vä t t e r n- S e e w i e i m Fl ug ( Hab e i ch sch o n erw äh n t , d ass d i e Au ßen hau t des Wohnw a g e ns a us Fl ug z e ug -A l u m i n i u m b est eh t ?) . Wi r si n d n o ch s o fr üh am Pla t z , da s s di e K i nde r und i c h n o ch so f o rt u n ser m i t g eb rach t es K an u au fpu mpen un d i n S e e s t e c he n. S ow ohl be i m P ad d el n , al s au ch b ei m A u f b l asen u n d Tr agen des Bo ot s s t e l l t s i c h e i n l e i c ht e s U ng lei ch g ew i ch t i n d er A rb ei t st ei l u n g ei n . Bö s e Zu ngen be ha upt e n a uc h, e s hä t t e a u ch ei n U n g l ei ch g ew i ch t i m B o o t z u mein en Un gu ns t e n g e g e be n. G l üc kl i c he r w ei se en t w i ck el n d i e K i n d er, v o r al l em u ns er gr o ßer S ohn S pa ß a m Pa dde l n, s o dass i m L au f e d es U rl au b s d i e b ei d en Leich tmatr os en a uc h i m m e r öf t e r a l l e i ne r a u sf ah ren .


Vor allem in H a f s t e n Re s s or t i n U dde v a l l a an d er sch w ed i sch en Wes tk üs te m a c ht uns da s Pa dde l n dur c h di e S ch ären g ärt en S p aß . H in ter jeder kl e i ne n I ns e l bi e t e n s i c h ne u e E i n d rü ck e u n d d as r u hige Was s e r s or g t da f ür, da s s a uc h w i r U n t rai n i ert en i m m er wied er d as Boot z u Wa s s e r l a s s e n. We r das P ad d el n k ei n e L u st h at, s ollte s i c h m i t e i ne r kos t e ng üns t i g e n F äh rv erb i n d u n g au f ein e d er Schä r e ni ns e l übe r s e t z e n l a s s e n. Wir s in d m i t de r Fä hr e v on S a l t hol m e n a us n ach S t y rsö -B rat t en ü ber ges etzt und v on dor t z w e i S t unde n am Wasser en t l an g b is nach D ons ö g e t r öde l t . A uf de r I ns e l k an n m an si ch au ch mit lu s tigen m ot or i s i e r t e n Ri ks c ha s f a h ren l assen o d er d i e s o gar au s le i he n. D a w i r a be r di r e kt v on D o n sö w i ed er z u rü ck wo llten, h a be n w i r di e S t r e c ke g e m üt l i c h z u F u ß ab so l v i ert . Un d s elb s t D a ni , di e e i ne n m i t t l e r w e i l e s t at t l i ch en K u g el b au ch mit u ns er er ung e bor e ne n Toc ht e r v or si ch h erg esch o b en h at, war m i t de r S t r e c ke nf ühr ung ni ch t ü b erf o rd ert . E i n b is s chen Pr ov i a nt m i t z une hm e n ka nn nich t sch ad en . E s g i b t z w ar d as ei n e o d er an der e Rest a ur a nt a uf de n I ns e l n, a l l e r di n g s si n d d i e Öf f n u n g sz ei t en n i ch t g an z so au s ged ehn t w i e a uf de m Fe s t l a nd. A uf de m F est l an d h ab en w i r ü b ri g en s h erv o rrag en d ges peis t. Konkr e t i m Bor d2 7 i n G öt e bor g. Ein e un auf dr i ng l i c he , a be r de nnoc h s e hr au f m erk sam e C h ef i n so rg t f ü r z u f ri ed en e G esi ch t er u n d d as b ei d u r ch au s s p eziellen G e r i c ht e n. I m m e r hi n ha t s i e e i n e S ch w an g ere, ei n en v erf ressen en Teen ag er, ei n e i n S ach en Es s en d u r ch au s wäh ler is che 1 1 - Jä hr i g e und m i c h s a t t und g l ü ck l i ch g em ach t . U n d v ert rau t i h r i n S ach en Wei n , d as m ac h t wir k lich Sp aß . Selbs t d er a l kohol f r e i e S e kt f ür m e i ne l i e b e F rau w ar sel t en g u t . E i n e g an z k l are E m p f eh l u n g m ei n erseit s ( ab er Ach t u n g: Kein Geh ei m t i pp, da he r be s s e r v or he r r e s erv i eren ) .

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Etwas pr eisw e r t e r l ä s s t e s s i c h f r ühs t üc ke n . C h eck t ei n f ach m al ei n p aar C af és i m S t ad t t ei l Hag a o d er i m St u d en t en vier t el r u nd um d i e U ni . U nd e g a l w o i hr e i nke h rt : Im m er n ach d em S ch i l d m i t d er A u f sch ri f t P åt år i n g år gu ck en . D o r t s t eh t ir gend wo in de r N ä he e i ne K a f f e e ka nne , d i e eu re Tasse b el i eb i g o f t m i t d em sch w arz en A u f g u ssg et rän k au f f ü llt . Ein f ach u ns ch lagb a r z ur s üße n K a ne l bul l e . Der So mme r 2 0 1 8 i n S c hw e de n, i c h ha be i h n h el l , w arm u n d m i t ei n i g en g em ei st ert en Herau sf o rd er u n gen er leb t . Fü r mein en Ges c hm a c k noc h ni c ht w i l d g e nug . D af ü r m ü ssen w i r w i ed erk o m m en u n d n ö rd l i ch v o n S t o ck h o lm d u r ch s Lan d ziehen . Er s t dor t w i r d w ohl de r K ont r a s t z w i sch en d en A n n eh m l i ch k ei t en ei n es g u t au sg est at t et en Wo h n wagen s u n d d er r o bu s ten N a t ur s pür ba r w e r de n. Je ns e i t s vo n v o l l en C am p i n g p l ät z en u n d t o l l en S t äd t en . A b er d er K o m pr o m is s h at f ü r u n s s o gu t fun kt i oni e r t und di e nt a l s Er f a hr un g s-B asi s f ü r w ei t ere S ch w ed en -Tri p s, z u Wasser u n d au f d em Lan d . U n d d an n d abei I das S om m a r v i s a a uf de n Li ppe n.


BITTE HILF MIR! Unser unserer meisten wissen

MUM MY M AG Paper liegt den Aussendungen Par tnershops bei. Die M acherInnen hinter den die s er Shop s sind s elbst 'working p arents' und d a h e r, w i e o f t m a n i m A l l t a g m i t K i d s k l e i n e Helferlein benötigt…

Un Pa ser e rt Sh ner op s!

www.papalobster.de Die Herbst/Winterkollektion zeigt eine neue Produktpalette, zu der beispielsweise Baby-Romper, Leggings, Baby-Hauben, Stirnbänder, Pullover mit feiner Rüsche und super süße Grobstrick-Jacken zählen. Die Größen sind bei vielen Styles nun zu 8 Jahre erweitert. Alles wie immer aus 100% kuscheligem Kaschmir. Kaschmirstirnband von Papa Lobster, 39,90€ www.maramea.com Diese mara mea-Tasche passt sich jeder Lebenssituation an. Ein abnehmbarer, umwandelbarer Taschengurt bietet vier Tragevarianten: als Handtasche mit gepolstertem Laptopfach, Rucksack, Umhängetasche oder mit Hilfe der Clips am Kinderwagen befestigt. Multifunktionale Wickeltasche *wishing star*, 189€

www.littlehipstar.com Jetzt gibt’s Ananas, Vögel, Blätter, Blumen und sogar Marmoroptik für euer iPad. Eine Schaumstofffüllung und die wasserabweisende Oberfläche sorgen für den optimalen Schutz – zumindest solange das iPad IN der Tasche und sicher vor Kinderhänden ist. Größe: 24 x 16,9 x 0,7. Passend für iPad Air (ab 2014), nicht geeignet für iPad Pro 10,5''. iPad Tasche von Wouf, ab 37€ Fotocredit: Melanie Osterried

www.babyshop-itkids.com Ist es ein Puppenhaus, ein Turm, ein Bungalow, eine Garage, ein Pferdestall? Dieses Holzhaus kann alles sein: sozusagen das Puppenhaus der unbegrenzten Möglichkeiten. Es besteht aus vier Einzelteilen, zwei Quadern und zwei Prismen. Die vier Einzelteile haben die Maße von je 15 x 15 x 15 cm und können beliebig angeordnet und gestapelt werden. Ouchi House von kiko+, 94,90 € www.annibazaar.com Hochfloriger Teppich aus 100% hochwertigster Baumwolle, der nicht nur kuschelig weich ist, sondern auch alle Anforderungen von und für Kleinkinder erfüllt. Gefärbt mit ausschließlich natürlichen Farben. Außerdem – und das ist ein nicht zu vernachlässigender Fakt – macht er Eltern das Leben leicht, denn er ist in der Maschine waschbar. Runder Origami-Teppich von minividuals, 190€

www.mybabyloon.com Mützen sind heutzutage mehr als nur ein Winteraccessoire. Die handgestrickte Beanie von myBabyloon gibt es für Erwachsene – und auch für Kinder. Die Mützen sind aus 100% extra weicher Babyalpaka-Wolle in der eigenen deutschen Manufaktur gefertigt und sorgen für kuschelig warme Ohren und einen super süßen Partnerlook. Mini-Me Mützen Set, 100€ www.kleineskarussell.de Wann sitzen Kinder mal ruhig? Beim Essen, Malen und vielleicht noch beim Schuhe anziehen – das alles ist auf dieser Minibank möglich, und noch vieles mehr. Aus FSC-zertifiziertem MDF. Sitzhöhe 31 cm. Kinderbank mit Aufbewahrungsfach von Cam Cam Kopenhagen, 199€

www.monkind.com Aus einem Guss mit dem Mini zu sein, das gelingt auch mit Monkind. Für die ganz Kleinen gibt es einen Winterwollanzug mit zuckersüßer Bommelmütze, ab 2 Jahre dann den Wollmantel, den Mama natürlich auch trägt. Jeweils in den Farben Petrol oder Terracotta. Babyanzug 120€, MiniMantel 150€, MuttiMantel 250€

www.walkingthecat.de Das Ding mit Babynestern ist, die Kleinen wachsen viel zu schnell raus. Sleep Tight ist ein Babynest und eine “Bett Stoßstange” zugleich. Das Babynest bietet einen sicheren und behaglichen Schlafbereich für euer Baby – vom Neugeborenen bis zu ca. 6 Monaten. Danach lässt sich das Kissen einfach abziehen und als Bettchenhülle verwenden. Außenmaße: 40 x 80 cm. Babynest Sleep Tight von Hildestad Copenhagen, 115€

www.missesandmisters.com Bye bye, kalte Füße! Gefütterter Stiefel aus Leder mit schnieken Schnürsenkeln und – super kinderfreundlich – mit Reißverschluss. Schuhhersteller Angulus hat eine Membran entwickelt, genannt TEX, die den Schuh atmungsaktiv und zugleich wasserdicht macht. Die Sohle ist aus flexiblem Profil-Krepp. Passform: normal bis breit. TEX-Boot mit Reißverschluss innen von Angulus, 155€

www.kyddo.shop Kinderbettwäsche aus Bio-Baumwolle, in die man sich als Eltern am liebsten selbst sofort kuscheln möchte. In der Hoffnung, frisch aufzuwachen. Maße Decke: ca. 100 x 135 cm, Maße Kissen: 40 x 60 cm. Bettwäscheset „Lemon“ von Konges Sløjd, 69€ www.babyboxwinzigundklein.com Das Strickjäckchen aus Merino-Wolle gibt es in verschiedenen Farben. Dazu passend: Babyschuhe aus der eigenen BABYBOX Collection. Jäckchen und Schuhe (und vieles mehr) kann man sich individuell zusammenstellen, bekommt es in einer super schönen Box nach Hause geschickt und kann sich dann überlegen, ob man es weiterverschenkt oder doch lieber selbst behalten mag. Handgestrickte Jacke ab 89€ und Schühchen 31€


ADVERTORIAL

WENN EINE HEBAMME IHR DRITTES BABY BEKOMMT... ...dann geht man doch davon aus, dass sie all die guten Ratschläge, die sie ihren Schwangeren geben, auch selbst befolgt. Falsch gedacht, denn b e k a n n t l i c h s i n d j a a u c h Ä r z t e d i e s c h l e c h t e s t e n Pa t i e n t e n . Wa s s i c h L I L LY D O O Hebamme Sissi Rasche aber noch vorgenommen hat, welche Tipps sie hat und was eine Familiengeburt eigentlich ist, wollten wir dennoch von ihr wissen!

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Liebe Sissi, du bis zum dritten Mal schwanger und in wenigen Wochen bekommst du das Baby – wie geht es dir? Wie es mir geht? Willst du eine ehrliche Antwort? Ich bin ja ein Typ, der für Schwangerschaften gemacht ist, also mein Körper kann trotz hoher Belastung gut ein Kind austragen, aber ich bin ehrlich gesagt aktuell auch sehr müde und erschöpft. Ich würde jetzt am liebsten nur noch auf der Couch liegen, Tee trinken und “This is us” schauen – das wäre quasi meine Traumvorstellung für den Vormittag, wenn die Kinder in der Vorschule und Schule sind – aber leider habe ich noch viel zu viel zu erledigen, bevor das Baby kommt: Wir haben noch keinen Wickeltisch, unser Beistellbett ist noch nicht aufgebaut, die Sachen der großen Kids habe ich noch nicht runtergeholt und gewaschen, der Kinderwagen ist nicht aufgebaut, im Grunde ist in der Wohnung noch nichts für ein Baby vorbereitet. Ich hoffe das Kind gibt mir jetzt noch zwei Wochen. Sissi, wenn ich das so höre, bist du wie die meisten ÄrztInnen, die selbst die schlechtesten PatientInnen sind, oder? (lacht) Richtig. Ich bin eine super Hebamme, aber eine ganz schlechte Schwangere! Und was sagt deine Hebamme dazu? Die schreibt mir immer Nachrichten, dass sie an mir verzweifelt und dass

ich unbelehrbar bin. (lacht) Aber ich habe seit heute immerhin Windeln dank LILLYDOO-Windelabo. Hätte ich die im Laden kaufen müssen, hätte ich sie wahrscheinlich erst, wenn das Baby auf der Welt ist. Und da sind wir schon bei deinem enormen Pensum angelangt! Du hast vor zwei Wochen deine letzte Geburt als Hebamme betreut und mal eben so deinen neuen BABYBOX-Shop eröffnet – wolltest du die dritte Schwangerschaft nicht ganz entspannt verbringen? Hat nicht ganz so geklappt, oder? Ich weiß, aber es liegt auch daran, dass das Baby auch nicht ganz so geplant war, sondern eher so ein wenig zu uns gekommen ist. Die Eröffnung war schon vorher geplant, da konnte ich einfach nicht zurück. Wie ging es dir in der Schwangerschaft? Furchtbar am Anfang. Auch viel schlimmer als in meinen beiden Schwangerschaften zuvor. Ich habe mich zu Beginn so unglaublich schwach gefühlt, mir war immer schlecht, bestimmt so fünfeinhalb Monate, und ich hatte immer einen super schlechten Geschmack im Mund. Das habe ich heute leider auch noch. Ich weiß gar nicht, wie ich es da durch meine Geburten geschafft habe. Irgendwie habe ich da funktioniert, aber danach kam immer ein kompletter Zusammenbruch. Ich habe dann immer sehr gelitten

zuhause, Mannes.

zum

Leidwesen

meines

Was musst du schaffen bis zur Geburt? Oder fragen wir so, was willst du schaffen? Im Grunde will ich nur das Beistellbett aufbauen und den Wickeltisch einrichten. Der wird heute geliefert. Ich bin ja großer Fan davon, den Wickeltisch immer im Badezimmer zu haben. Weil wir aber keine Auflage auf die Waschmaschine packen können, habe ich mir einen ausklappbaren Wickeltisch von einem Freund anfertigen lassen. Du bist ja Markenbotschafterin und Hebamme von LILLYDOO, jetzt kannst du auch zum ersten Mal die Windeln von Anfang an selbst benutzen! Ja super, oder? Das freut mich sehr, weil ich ja wirklich seit über drei Jahren nur mit LILLYDOO arbeite. Umso schöner ist es natürlich, dass mein Baby von Beginn die Windeln tragen wird, an deren Entstehung ich als beratende Hebamme beteiligt sein durfte. Und das Tolle ist, dass es ja mittlerweile auch die 1er-Windeln gibte, denn ich habe immer sehr zarte Kinder. Okay, jetzt kommt das spannende Thema, was uns alle wirklich wahnsinnig interessiert: Du planst dieses Mal eine Familiengeburt zuhause – was genau bedeutet das? Ich habe selber als Hebamme ja schon viele Familiengeburten betreut und


das waren immer einige der schönsten Erlebnisse, die ich so hatte. Natürlich denken viele “oh Gott, die haben danach ein Trauma”, aber so stimmt das natürlich nicht. Erst einmal wachsen unsere Kinder ja mit dem Thema Geburt ja auf und bekommen das durch meinen Beruf mit. Insbesondere meine Tochter ist ja schon eine richtige kleine Hebamme, die ein unglaublich großes Interesse an meiner Arbeit hat und schon super aufgeklärt ist. Natürlich dürfen meine Kinder selbst entscheiden, ob sie am Ende dabei sein möchten, sie müssen also nicht die ganze Zeit im Kreis neben mir sitzen. (lacht) Wir haben viel mit den Kindern über das Thema gesprochen und uns drei wirklich tolle Bücher zu dem Thema besorgt. Wir haben uns auch schon ein Geburtsvideo gemeinsam angeschaut, das ich vorher natürlich gesehen und bewusst ausgewählt habe. Wir werden es aber einfach abwarten und auf alle Möglichkeiten eingestellt sein. Was heißt das konkret? Wer ist alles dabei? Also neben meinem Mann werden die Kinder, meine wundervolle Hebamme Melanie und meine zweite Hebamme dabei sein. Es ist wichtig, dass man bei Hausgeburten immer noch ein zweites Paar Hände hat und die erste Hebamme einfach unterstützen kann. Und es wird noch meine gute Freundin Annett

SISSI’S TIPPS FUER DEN WICKELTISCH:

dabei sein, die die Geburt auf Fotos festhalten wird. Und gleichzeitig wird sie auch noch für die Kinder da sein. Ich denke wir sind sehr gut aufgestellt. Natürlich würde ich mir auch zutrauen, das Baby alleine zu bekommen, aber ohne meine Hebammen – selbst wenn sie dann nur im Hintergrund sind – würde ich das niemals tun. Das wäre einfach zu riskant, sollte dann doch etwas sein. Und es ist auch wahnsinnig schön, diese Erfahrung gemeinsam zu machen und die Sicherheit zu spüren! Sag mal, bereitet sich eigentlich eine Hebamme überhaupt irgendwie selbst vor? Tatsächlich habe ich selbst einen Hypnobirth-Kurs gemacht. Alles andere habe ich sträflich vernachlässigt. Selbst die Vorsorgetermine mit meiner Hebamme. Aber der Kurs, den ich gemacht habe, der war wirklich super toll und spannend.

weißt ja, das Wochenbett ist für alle extrem wichtig und auch ich werde mich komplett zurücknehmen. Also zwei Wochen im und ums Bett und dann Schritt für Schritt weiter. Ich habe mir jetzt schon eine Mütterpflegerin besorgt, die mich betreuen wird und vor allem dafür sorgt, dass ich gut essen werde. Und die auch meinen Mann etwas entlastet, da er zur Zeit wirklich sehr viel arbeiten muss und sich vorrangig natürlich um die großen Kinder kümmern wird. Außerdem haben wir für die Kinder noch unsere wundervolle AuPair, und meine Mama wird eine Zeit lang kommen und uns unterstützen. So sollte es wirklich ein schönes und sanftes Wochenbett werden…

So Sissi, letzte Frage: Wie hast du dein Wochenbett geplant? Willst du etwa schnell wieder arbeiten? Nein, also das ist wirklich etwas ganz anderes als die Schwangerschaft. Du

Wickeltisch ist im Badezimmer ideal, da es meistens der wärmste Raum ist und Wasser immer griffbereit ist. Und wenn das Kind badet, ist es auch super praktisch. Eine schöne weiche Unterlage auf der Waschmaschine ist immer super, wenn kein Platz für eine Kommode ist. Es sollten immer ein paar Bodys griffbereit liegen. Am besten Mandelöl in einen Spray- Diffuser füllen, das ist am einfachsten. Und Mandelöl ist einfach am besten für zarte Babyhaut. Eigentlich immer, aber besonders im Winter gilt: Eine Wärmelampe haben, schließlich sollte man ein Baby auch immer mal wieder länger ohne Kleidung liegen lassen. Die Windeln von LILLYDOO in den Größen 1 und 2 mit Urin-Indikator und die Feuchttücher mit 99% Wasser sind speziell für Neugeborene und kann ich für ihre empfindliche Haut sehr empfehlen. Und ganz wichtig: NIEMALS ein Kind am Wickeltisch alleine liegen lassen, auch nicht, wenn es noch ganz ganz klein ist, denn es kann einfach immer passieren, dass es eine Drehung macht. Also immer lieber auf den Boden legen oder alles griffbereit haben, sodass man nicht weg muss vom Wickeltisch.

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NACH DER KRISE IST VOR DER KRISE SO GIN G ES NACH DER GROSSEN DEMO ZU R KITA - KRISE WEITER

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A m 26.05. f and in B e r lin eine d e ut s c hl and weit einmalig e A k tion st a t t, um auf die vielen f e h l e n d e n K i t a - P l ä t z e a u f m e r k s a m z u m a c h e n. Ta u s e n d e El t e r n u n d K i n d e r, Er z i e h e r I n n e n u n d U n t e r s t ü t z e r I n n e n z o g e n d u r c h d i e H a u p t s t a d t z u m B r a n d e n b u r g e r To r, u m i h r e m Unmut Luf t zu machen und ein deutliches Zeichen zu setzen, das es sogar bis in die Tages schau schaf f te. Wir waren damals mit dab ei und wollten von Ann - M irja B öhm, M it I ni t i a t o r i n d e r D e m o, w is s e n, w a s g e b li e b e n is t, a u ß e r e in e r M e n g e b u n t e r P l a ka t e u n d der Hoffnung auf Besserung.


Es war Anfang des Jahres, als wir einfach nur noch verzweifelt waren und wussten: Das wird nix, verdammt, jetzt wird’s aber kritisch! Kein Kitaplatz, kein Platz bei einer Tagesmutter – egal wie viel wir gekämpft haben. Die Lösung: aktiv werden, eine Demo organisieren. Und das haben wir gemacht. Mit ganz vielen anderen Eltern und mit der Unterstützung von Kitas, Tageseltern und tollen Organisationen. Am 26. Mai gingen deshalb fast 4.000 Leute in Berlin auf die Straße, um gegen die Krise zu demonstrieren. Nun konnten die Politiker nicht mehr wegsehen, uns ignorieren und uns als ein paar Einzelfälle abtun. Die Kita-Krise bekam einen Namen, sie wurde Realität. Wir sind euch allen noch heute so dankbar, dass ihr da wart. Da oben auf der kleinen Bühne zu stehen und kein Ende an Menschen zu sehen, das hat uns die Tränen in die Augen getrieben vor Dankbarkeit. Kitschalarm, aber so war es wirklich. Nach der Demo wurden wir von allen großen Parteien zu Gesprächen eingeladen, ja sogar zu einer Tagung in den BUNDESTAG! Dort wurden wir angehört. Darauf folgte eine „Aktuelle Stunde“ im Abgeordnetenhaus. Da saßen knapp 160 Leute aller Parteien, samt Michael Müller und Frau Scheeres. Über 1,5 Stunden sprach sich jeder Redner und jede Rednerin dafür aus, die ErzieherInnen besser zu bezahlen. „Top, Krise gelöst“, dachte ich mir im Zuschauerraum. Ist wohl eine La-Ola-Welle angebracht?! Und dann kam sie über uns, die Enttäuschung und die Erkenntnis: Politik ist unfassbar ernüchternd. Das fühlte sich ungefähr so an, liebe Muddis, wie eine Presswehe ohne PDA. Denn unsere Hoffnung, dass all die Aussagen so schnell es geht konkret werden: Fehlanzeige. Genauso lief auch der groß angekündigte Kita-Krise-Gipfel. Für uns als Initiative waren besonders zwei Dinge wichtig: 1. Das Berliner Elterngeld: Bekommen wir Eltern eine Ausgleichszahlung für die Überbrückung der Krisenzeit? Beispiel: Kind kommt im Februar 2017 zur Welt, hat einen RECHTS-Anspruch auf einen Kitaplatz ab Februar 2018. Einen Platz gibt’s aber erst ab August 2018. Man muss also ein halbes Jahr überbrücken, in dem man kein Elterngeld bekommt, in dem man aber auch nicht arbeiten gehen kann. Wie soll man das bezahlen? Lösung der Politik: Es sind keine Zahlungen geplant. Pech gehabt, liebe Eltern. Hättet ihr euer Schäferstündchen doch mal so gelegt, dass euer Kind kita-gerecht auf die Welt kommt, also im August/September.... 2. Verlängerung der Zahlung der privaten Kinderbetreuung: Wenn es trotz Rechtsanspruch keinen Kitaplatz gibt, dann muss Berlin eben dafür sorgen, dass die private Kinderbetreuung bezahlt wird. Diese Regelung gab es, was leider nicht viele wussten. Außerdem war es extrem aufwändig an dieses Geld zu kommen. Seit dem 31. Juli 2018 gibt es diese Einigung allerdings nicht mehr. Laut Aussage des Senats wird just in diesem Moment darüber verhandelt, ob weiter bezahlt wird oder nicht. Wie ihr seht: Politik ist frustrierend. Ich hätte hier so verdammt gerne einen „Wir-haben-alles-erreicht-Gastartikel“ geschrieben. Aber hier ist die abgeschminkte Wahrheit: Es wird kein Happy End geben. Nicht in den nächsten ein, zwei Jahren. Dafür stecken wir viel zu tief drin in der Krise, dafür gibt’s viel zu wenige Kitaplätze und Tageseltern, die unsere Kinder betreuen können. Wir als Initiative kämpfen weiter für eine bessere Bezahlung von ErzieherInnen in Kitas und bei Tageseltern, wir setzen uns dafür ein, dass die Qualität der Plätze steigt anstatt sinkt und dass bei alldem auch die Eltern nicht auf der Strecke bleiben. Und wir freuen uns über jeden, der uns unterstützt! Einmal kurz zucken, das bringt nicht viel. Wir müssen immer und immer und immer wieder in die gleiche Wunde pieken. Nur so, haben wir gelernt, funktioniert Politik. Herzlichst, Eure Mirja und Eure Initiative Kita Krise

Über die Autorin: Ann-Mirja Böhm ist TV-Journalistin und Mutter einer kleinen Tochter und eines Baby-Jungen. Sie ist eine der Initiatorinnen der Demo gegen die Kita-Krise vom 26. Mai 2018. Alles weitere zur Kita-Krise findet ihr hier: https://kitakriseberlin.org

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Familienmanagement EI N D R AHTSEI L AK T Z WISCH EN O RGAN ISATI O N U N D CHAOS

In diesem Paper haben wir Interviews mit Paaren darüber geführt, wie sie sich die Arbeit aufteilen. Organisationspläne oder Mind-Maps wie die die nachfolgenden, helfen dabei aufzuzeigen, ob ein partnerschaftliches 50:50 auch wirklich der Fall ist. Diese Familien zeigen, wie sie die täglichen Aufgaben für alle sichtbar und somit verteilbar machen.

Anja Vatter, Texterin und Verlegerin Ich bin Anja, 42, und ein sehr analoger Mensch. In meinem eigenen Laden für schönes Gedrucktes umgebe ich mich ständig mit Papier und Stiften. Daher ist meine Planung (zuhause und im Job) auch äußerst analog. Um den Überblick über meine diversen Jobs zu behalten (zu oben Genanntem kommt noch die Arbeit als freie Traurednerin dazu), arbeite ich mit der Kanban-Methode. Jedem Job entspricht eine Farbe. Auf Klebezetteln werden alle anstehenden Aufgaben notiert. Je nach Dringlichkeit rutschen sie immer weiter nach rechts, bis sie irgendwann als Schnipsel in der »done«-Spalte enden. Am Wochenende erstelle ich eine detaillierte Wochenplanung. Hier kann ich jeder Aufgabe auch eine Erledigungs-Dauer zuteilen. Das hilft nicht zuletzt beim Schreiben von Angeboten. Gerade bin ich zum zweiten Mal Mama geworden. Flurin ist jetzt 4 Wochen alt, Maxim bereits 7 Jahre. Um der Stilldemenz entgegen zu wirken, notiere ich zuhause an einer KreideSchiebetür Stillzeiten, Ausscheidungen, Temperatur und Gewicht von Flurin. Das hilft nicht nur mir, sondern verschafft auch meiner Hebamme und Papa Hannes einen Überblick. Die ersten Wochen hat Hannes, Professor für Kommunikationswissenschaft, übrigens meine komplette Versorgung übernommen. Nun geht er wieder arbeiten, nimmt aber ein halbes Jahr Elternzeit, wenn Flurin sieben Monate alt ist.

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Konstantin Manthey und Alu Kitzerow, Blogger, GrosseKoepfe.de Wir sind Konstantin Manthey, Referent der Katholischen Akademie in Berlin und Anne-Luise (genannt Alu) Kitzerow, Veranstalterin der Bloggerkonferenz Blogfamilia, Studentin der Zukunftsforschung, und gemeinsam bloggen wir beide über unsere Familie auf grossekoepfe.de Unsere Kinder, zwei Mädchen, ein Junge sind 11, 8 und 2 Jahre alt. Noch leben wir in Berlin Friedrichshain, 2019 wird hoffentlich der Traum vom eigenen Haus wahr. Wir organisieren uns jede Woche neu. Immer am Sonntag Abend setzen wir uns gemeinsam hin und synchronisieren unsere Online-Kalender. Alle Termine, auch das Bringen und Holen der Kinder, werden dort vermerkt. Für verschiedene Tätigkeiten gibt es verschiedene Farben. Bei spontanen Terminanfragen können wir dann jeweils in den anderen Kalender schauen, ob Platz und ein Zeitfenster dafür vorhanden sind. Zusätzlich zum Kalender nutzen wir beide das Project Management Tool Trello. Dort hinterlegen wir Aufgabenkarten wie Einkauf, Kinder, Kleidung usw. und arbeiten mit Checklisten. Wer etwas davon erfüllt hat, kann es abhaken und archivieren, so halten wir das für uns übersichtlich. Für uns funktioniert das System so ganz gut und wir planen eher langfristig.


Corinna und Nils Balkow, Freiberufliche Moderatorin und Software Test Manager Wir sind Corinna und Nils, beide 37 Jahre. Unsere Familienorganisation übernimmt ein gesharter Google Kalender, der mittels Touch Display im Flur für alle sichtbar gemacht wird. Einerseits müssen wir Termine koordinieren – und ein Online-Kalender hilft zu sehen, wann der andere Zeit hat –, andererseits brauchen wir einen Kalender zum Ansehen beim Telefonieren. Es nützt uns nichts, wenn der Kalender nur im Handy ist. Um die Woche zu planen, nutzen wir ein Schrank-Board und kleben Post-Its darauf. Da wir beide in agilen Teams gearbeitet haben, sind wir das Arbeiten mit Post-Its und der Arbeitsmethode “Scrum” gewohnt (diese setzt sich zusammen aus: Transparenz: Fortschritt und Hindernisse eines Projektes werden regelmäßig und für alle sichtbar festgehalten. Überprüfung: Projektergebnisse und Funktionalitäten werden regelmäßig abgeliefert und bewertet. Anpassung: Anforderungen an das Produkt, Pläne und Vorgehen werden nicht ein für alle Mal festgelegt, sondern kontinuierlich und detailliert angepasst.) Wir wollten sehen, inwieweit das auch zuhause funktioniert. So können wir beide eine Übersicht darüber bekommen, welche Projekte geplant sind und was alles erledigt werden muss. Wir können dann auch gemeinsam priorisieren. Delegieren fällt uns leichter, wenn dem anderen klar ist, was sich hinter einer Aufgabe verbirgt. Früher haben wir einfache To-Do Listen benutzt, aber das hat nicht so gut funktioniert. Zusätzlich habe ich schon überlegt, ob wir die Tätigkeiten im Haushalt tracken sollen, um festzustellen, wer eigentlich wie viel von was macht. Also Wäsche, Geschirr, Kochen, Einkaufen, Kinder, etc. Aber das war mir bisher noch zu krass.

s Richter Credit: Marcu

Patricia Cammarata, Bloggerin, dasnuf.de Ich bin Patricia (43 Jahre), Autorin von "Sehr gerne, Mama, Du Arschbombe", Bloggerin und Podcasterin, habe Psychologie studiert und arbeite in der Geschäftsentwicklung eines großen Konzernunternehmens. Früher war mein Leben ohne Kinder oft ein bisschen langweilig. Davon kann in der Zwischenzeit keine Rede mehr sein. Vor einigen Jahren, als ich mit meinem damaligen Mann und unseren drei Kindern zusammenlebte, stand ich kurz vor dem Burnout. Besonders deutlich wurde mir das, als ich nach der Geburt des 3. Kindes wieder angefangen hatte zu arbeiten und ich schon morgens auf dem Weg ins Büro so erschöpft war, dass ich mich gerne direkt auf dem Asphalt am Alexanderplatz ausruhen wollte. Was war passiert? Die unsichtbaren Aufgaben des Alltags hatten mich geschafft. „Mental Load“ nennt man das ständige Planen, Mitdenken, Organisieren und Umsetzen aller Aufgaben rund um das Familienleben. Die Frau als Managerin der Familie ist verantwortlich für alles. Aufgaben können lediglich an den Partner delegiert werden und müssen dann auch noch nachgehalten werden. Zusätzlicher Load eigentlich. Die tatsächliche Verantwortung wird nicht geteilt. Als Akuthilfe hat funktioniert, alles weg zu lassen, was nicht wirklich nötig war. Keine Verabredungen mit Freundinnen, keine selbst gebackenen Kuchen, keine Bastelnachmittage mehr. Am Abend mit den Kindern um 20 Uhr einschlafen. So pendelte sich mein Energielevel wieder ein auf „Ich funktioniere wieder“. Für mich war das aber keine Dauerlösung. Deswegen habe ich in meiner neuen Partnerschaft einen anderen Weg gewählt und tatsächlich die Verantwortlichkeiten geteilt. Die Mental Load Mind Map Schritt 1: Bestandsaufnahme, um nötige Vorarbeiten und Abhängigkeiten sichtbar zu machen Setzt euch zusammen und schreibt kleinstteilig auf, was es an Aufgaben rund um den Familienalltag gibt. Notiert, wer es macht, wie oft es gemacht werden muss und wie lange die Aufgabe ungefähr dauert. Zeichnet eine “Mental Load Map” und macht damit die tatsächliche Belastung sichtbar. Schritt 2: Wochenplanung Sucht euch einen Tag in der Woche und blockt euch 1,5 Sunden. Jetzt schreibt ihr gemeinsam auf, was in der nächsten Woche ansteht. Dann schreibt ihr daneben, wer was macht. Diesmal geht es um die konkrete Planung. Die Aufgaben, die der andere übernimmt, streicht ihr aus eurem Kopf. Schritt 3: Retrospektive Nehmt euch einmal im Monat Zeit um euch zu fragen: Was hat gut geklappt? Was nicht? Gibt es ätzende Aufgaben, die man mal tauscht? Hat man sich bei den Aufwänden verschätzt? So optimiert ihr Monat für Monat eure Liste, die Aufwände werden realistischer, Unbeliebtes schleppt sich nicht durch den Alltag und sorgt für Dauerfrust. Und allem voran: Ihr sprecht miteinander, bevor der Frust da ist. Das schafft Wertschätzung und Verständnis. Sagt der Partner im Frühling dann sowas wie: „Passen die Sandalen eigentlich noch? Ich schau mal nach. Wenn nicht, dann gehe ich am Wochenende mit den Kindern Schuhe kaufen, ok?“, klingt das für mich manchmal schöner als „Ich liebe dich!“"


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HILFE IM NETZ Diese Adressen können helfen bei der Jonglage von Beruf & Familie, natürlich online und rund um die Uhr Kitaplatzsuche Eine Suchmaschine, mit der ihr Kitaplätze in eurer Nähe finden könnt. Derzeit in 9 Bundesländern. Für Eltern kostenlos, denn die Kommunen zahlen für diese Software. Sie können durch den Abgleich sehen, wie hoch der tatsächliche Mangel an Plätzen ist, können gezielt und bedarfsgerechten Kita-Ausbau betreiben. Kitas und Tagesmütter haben die Sicherheit, dass die angemeldeten Eltern auch wirklich kommen und damit keine unbezahlten Plätze, bis Ersatznachrücker gefunden sind. 120 Kommunen und 5982 Einrichtungen sind dabei. Das ist jetzt nicht die Welt, aber immerhin eine Hilfe bei der Suche nach einem Kitaplatz. Wenn sich dabei noch die Verwaltungsprobleme der Kommunen lösen, wünschen wir, dass dieses System fliegt! www.little-bird.de/suche

Kinder(notfall)betreuung Das Eltern-Job-Dilemma. Was tun, wenn das Kind krank oder die Kita geschlossen ist? Oder man alleinerziehend ist oder schichtarbeitet und die Großeltern weit weg sind? Diese Betreuung für Babys bis Schulkinder ist für Eltern und Unternehmen buchbar. Und zwar nicht nur im Notfall, sondern auch als Ferien- und Veranstaltungsbetreuung. Die Notfallmamas sammeln seit 6 Jahren Erfahrung und sind per Anruf oder E-Mail ganz unbürokratisch ohne Voranmeldung oder Registrierung buchbar: In Hamburg, Berlin/Potsdam, Frankfurt, München, Köln und Düsseldorf und Umgebung. In der Regel ist eine Notfallmama innerhalb von 3 Stunden für mindestens 4 Stunden vor Ort, um die Minis zu betreuen. Kostenpunkt: 35 Euro/Std. Notfallmamas.de

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Täglicher Begleiter mit Baby The Original Swagroll ist eine neue Wickeltasche, die über Kickstarter finanziert wurde. Die Swagroll passt in deine geliebte Handtasche oder Tasche, anstatt sie zu ersetzen. Sie kann auch als Umhängetasche getragen oder auf der Rückseite einer beliebigen Toilettentür angehängt werden. Compact & Sleek – aufgerollt ist sie ca. 25 x 20 cm groß und wiegt weniger als 500 gr. Super organisiert mit 9 leicht zugänglichen Taschen und leicht zu reinigen, weil 100% waschmaschinenfest! Hergestellt aus einem luxuriös weichen, veganen Leder mit wasserabweisendem Futter. www.theoriginalswagroll.com

Auszeit vom Alltag Nicht auf den ersten Blick ein Elternhelfer, aber wichtig im turbulenten Alltag, um gesund und bei sich zu bleiben. Gründerin Sarah Bachmair ist eine Businessfrau mit Power und eine Seele von Mensch. Sie lebt das Thema Spiritualität und weiß, wie man im stressigen Alltag mit den richtigen Produkten kleine Auszeiten schafft. Perfekt für alle Mamas und Papas da draußen. Und sie möchte ihr Wissen über ihren Shop mit integriertem Magazin weitergeben: Alles über energetisierenden Schmuck, Edelsteine, Yoga, Wellness und tollen Geschenkideen. Weil es so wichtig ist auf sich zu achten. soulzen.de


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MUMMY MAG Paper No 10 "Working Parents"  

Vereinbarkeit, Verantwortung, Aufteilung – das alles sind Aufgaben, die Eltern für sich lösen müssen. Irgendwie. Denn was sich so einfach an...

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