MUMMY MAG Paper No 8 "WE ARE FAMILY"

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MUMMY MAG

ISSUE N O.

R E P PA

2017

S C G E

8

H U T Z B Ü H R 5 EURO

A L I F E S T Y L E M A G A Z I N E F O R M O D E R N FA M I L I E S

in z a g a M s Da og l B zum

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zusatzseiten

PATCHWORK // CO-PARENTING // ALLEINERZIEHEND // REGENBOGENFAMILIE mummy-mag.de


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“Vater, Mutter, Kind(er)” – das war das klassische Bild einer Familie. Doch dieses Klischee entspricht schon längst nicht mehr der Realität. Regenbogenfamilien, Patchworkfamilien und Alleinerziehende formen das heutige Gesamtbild ebenso wie die “biologisch herkömmliche” Variante. Was das mit unserer Gesellschaft in der Zukunft macht? Wir wissen es nicht. Doch es ist nun mal Fakt: In Deutschland ist heute mittlerweile fast jede fünfte Familie

alleinerziehend. Nach Zahlen des statistischen Bundesamtes lebten im Jahr 2014 rund 8.800 Kinder und Jugendliche in Haushalten von zwei Frauen oder zwei Männern, Tendenz steigend. “Familie” befindet sich also im Umbruch und wie unsere Kinder in 30 Jahren das Wort definieren, bleibt abzuwarten. Umso spannender für uns Mummys, die wir alle in einem klassischen Modell verbandelt sind, mal einen genaueren Blick auf die verschiedenen Konstellationen zu werfen.


CAMILLA Ich komme aus einer echten Berliner Patchworkfamilie. Mein Opa war dreimal verheiratet und der andere stand ihm in nichts nach. Meine Eltern haben jeweils zwei Halbgeschwister. Selbst meine Ur-Oma hatte verschiedene Lebensgefährten. Und auch ich bin das Ergebnis aus der zweiten Ehe meines Vaters. Zu meiner Halb-Schwester habe ich allerdings nie Kontakt gehabt, was für meinen Vater immer sehr schwer war. Vielleicht ist deshalb das Band zu meinen Eltern auch besonders eng.

SASKIA JANINE

Meine beste Freundin und ich kennen uns schon sehr lange. Irgendwann wurde sie dann schwanger und kurz danach auch ich. Zu dem Zeitpunkt war sie aber von dem Vater ihres Kindes schon wieder getrennt. Wir haben also parallel das Gleiche erlebt und waren doch in verschiedenen Situationen. Sie hat ihren Sohn (inzwischen 9 Jahre) komplett alleine erzogen. Obwohl sie sich nie beschwert hat, weiß ich, was sie jeden Tag leistet. Echt stark!

Ich bin mit meinen Eltern und Schwestern in der Südpfalz aufgewachsen, die halbe Nachbarschaft war befreundet und Straßen- und Küchenparties keine Seltenheit. (Auf dem Foto sind wir im Urlaub mit meiner Sandkastenfreundin und ihren Minis.) Die Kehrseite der Medaille: Wenn im Dorf jemand Seitengesprungen ist, oder sich getrennt hat, dann wussten es immer gleich alle. Heute braucht man nur mal bei Tinder reinzuluken, um dann dort Leute zu entdecken, die man besser nicht gesehen hätte: Sag ich es meiner Bekannten oder nicht? Wobei diese moralische Fragestellung in der Stadt und auf dem Land die gleiche bleibt.

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MAD Ich komme zwar aus einem bis dato “klassischen” Zuhause, aber meine Tante zog ihre beiden Kinder alleine groß. Eine Leistung, die mir als Kind noch nicht wirklich klar war, aber heute verstehe ich das besser. Als in diesem Jahr eine liebe Freundin den Schritt gegangen ist, sich zu trennen, war das mit unsagbar viel Gedankenwälzen, Hadern, Entbehrungen im Job und natürlich einer neuen Sensibilität gegenüber ihrem Kind verbunden. Und was es dann auf alle Fälle braucht, sind Freunde und Familie, die nicht rumwundern, sondern die Arme öffnen und helfen.

DANILO Meine Oma war eine beeindruckende Frau, hat Unglaubliches geleistet: Sie hat ihre drei Geschwister alleine großgezogen und auch ihre Familie (ebenfalls vier Kinder) ernährt. Sie hat sich außerdem immer viel Zeit für ihre zwölf Enkelkinder genommen und sie immer mitbetreut. Sie hat unsere gesamte Familie geprägt und uns eine Menge an Lebensweisheit mitgegeben. Und sie hat uns immer gezeigt, was man alles schaffen kann, wenn man nach vorne schaut.


EDITORS‘ CHOICE Ja, dieses Paper steht unter dem Themenschwerpunkt „ F a m i l i e a b s e i t s d e s k l a s s i s c h e n M o d e l l s “, a b e r nicht alle Seiten sind zwangsläufig auf dieses Thema ausgelegt. Hier z.B. empfehlen wir Dinge aus dem Leben mit unseren Kids, von denen wir denken, dass ihr sie vielleicht auch gebrauchen könnt – egal in welcher Konstellation ihr lebt!

SASKIA Man sagt ja “Urlaub ist die schönste Zeit des Jahres”. Vor allem natürlich, weil man als Familie zusammen

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ist. Toll ist aber auch, wenn man Neues entdecken und fremde Länder kennenlernen kann. Wir finden am besten geht das, wenn man in Privatunterkünften abseits des Massentourismus wohnt. Dank Airbnb ist das Angebot inzwischen riesig. www.airbnb.de

CAMILLA Spätestens seit dem 4. Geburtstag von Helene weiß die ganze Welt: Wir sind riesige Einhorn-Fans. Klar also, dass der Einhorn-Rucksack von Affenzahn ganz oben auf der Wunschliste steht! Doch Affenzahn hat nicht nur Einhörner, sondern wahnsinnig coole Tierrucksäcke für 1-5-Jährige, die nicht nur praktische Wegbegleiter für die Kleinen, sondern auch noch nachhaltige kleine Umwelt-Freunde sind. Wir sind auf jeden Fall jetzt schon große Fans des kleinen Rücken-Zoos! www.affenzahn.com


MADELEINE Zu Izzys Geburt war das Kinderzimmer lange fertig vorbereitet und noch zweimal umgeräumt, mit viel zu viel von allem. Mit einem Wort TOLL, aber eben auch völliger Überfluss. Bei der Geburt unseres zweiten Babys, jetzt im Herbst, haben wir diesmal genau das Gegenteil gemacht. Wir haben sehr bewusst geschaut, was brauchen wir überhaupt wirklich, was haben wir noch und welche Investition ist uns mehr wert, als bisher. Das Stokke Sleepi, mit seinem Vier-Betten-in-einem Konzept, hatte es mir seit unserem #stokkesummerhouse wahrlich angetan, daher hat es seinen Weg in unser Kinderzimmer gefunden. www.stokke.com

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JANINE Dass man mit dem zweiten, dritten oder x-ten Kind nicht noch jeweils ein paar Hände gratis dazu bekommt, stellt im Alltag die eigentliche Herausforderung dar. Ich hatte Quinn zu Beginn viel in der Trage, aber wirkliche Handhabe, wie z.B. zum Schuhebinden für mich bzw. Philo, zum Geschirrspülerräumen oder laut mit dem/n Großen Schimpfen, blieb da nicht. Dann kam die NONOMO Federwiege und mit ihr die Lösung: Quinn wippt sich darin selbst und schläft auch darin ein. Es gibt die Hängematte für Newborns, sogar für Zwillinge. Sie lässt sich an der Decke befestigen, es gibt aber auch optional eine Türrahmenhalterung sowie Gestelle, die das Bohren vermeiden. Außerdem ist die NONOMO auch in einer Version für größere Kinder erhältlich als Relaxmöglichkeit quasi, wenn man mit den Händen beim Baby ist. www.nonomo.de


P L A N N I N G M AT H I L D A Jennifer Sutholt hat ihre Familienplanung selbst in die Hand genommen. Die 36-jährige Flugbegleiterin aus Berlin wünschte sich lange ein Kind, doch der richtige Mann kam und kam nicht. Heute ist Jennifer Single und sogenannte Co-Mama. Sie hat sich einen Mann gesucht, um mit ihm ein Kind zu bekommen. N i c h t m e h r u n d n i c h t w e n i g e r.

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“Wie das Leben als Frau mit 30 oder Mitte 30 so aussieht, dazu hat zwar jeder seine eigene Vorstellung, aber meistens stellt man sich automatisch einen Ehemann oder Lebenspartner vor, 1,4 hübsche Kinder, eine schöne Wohnung oder ein Haus. Einen Hund vielleicht noch. Aber was, wenn man dann wirklich mal so alt ist und alles noch ist wie mit 26? So war es jedenfalls bei mir, ich war Single, hatte 0,0 Kinder, keinen Hund und eine kleine Mietwohnung. Und das am 30. Geburtstag. Wie eine

etwas länger, aber mir lief dann zumindest gedanklich irgendwann die Zeit davon. Seit dem unsäglichen 30. Geburtstag beschäftige ich mich mit dem Thema, habe mir viele Gedanken gemacht und verworfen, gehadert, getrauert, war wütend. Und langsam formte sich die Idee, dass ich es wohl alleine schaffen muss mit der Familie. Mutter, Vater, Kind, das schien für mich nicht drin zu sein, also musste ein neues Konzept her. Dann kam ein toller Mann um die Ecke und ich dachte, jetzt geht es

So war es jedenfalls bei mir, ich war Single, hatte 0,0 Kinder, keinen Hund und eine kleine Mietwohnung. Versagerin habe ich mich gefühlt, nichts hatte ich bis dahin vorzuweisen und ich wollte doch so gerne Kinder, Familie, keinen Hund. Sich da nicht zumindest ein bisschen schlecht zu fühlen ist gar nicht so einfach. Ich habe mich damals ziemlich mies gefühlt und es hat auch Jahre gedauert, das anders zu sehen. Denn nicht jeder Topf findet seinen Deckel zum richtigen Zeitpunkt. Keine Ahnung, warum es nicht geklappt hat, mein Traumprinz braucht wohl

los, das Leben als Familie. Leider sah er das ein bisschen anders, “ja, mal sehen, später”. Wir haben uns dann getrennt, weil ich einfach keine Lust mehr hatte, dieses Später abzuwarten und er mir nicht im Weg stehen wollte. Aber irgendwie hatte es dieses Mal klick gemacht. Ich war so unfassbar wütend, dass die Suche jetzt wieder beginnen sollte, mit immer mehr Druck, immer mehr dem Gefühl, zu spät dran zu sein,

immer unentspannter meinerseits. Ich beschloss, aus diesem Kreislauf auszubrechen und mein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Eigentlich wollte ich mir meinen Wunsch nach einem Kind mit einem Samenspender erfüllen, obwohl mich das nicht zu 100% glücklich gemacht hätte. Aber so hätte ich die Fäden in der Hand gehabt und selbst die Initiative ergriffen. Schließlich war ich vor ein paar Jahren auch schon fast an diesem Punkt gewesen. Doch zufällig kam ich mit einer Kollegin ins Gespräch, die mit einem Freund als Co-Eltern einen kleinen Sohn hat. So lernte ich das Konzept kennen: ein Kind mit einem Mann bekommen, mit dem man nur befreundet, aber nicht zusammen, ist, man lebt in getrennten Wohnungen und das Kind lebt mal hier, mal da, ähnlich wie bei getrennten Eltern, nur hoffentlich harmonisch und ohne Streit, da keine emotionalen Verletzungen durch die Trennung vorliegen. So der Idealfall. Das hörte sich für mich gut an, zumal ich in meinem Beruf als Flugbegleiterin auch mal mehrere Tage unterwegs bin und mein Kind dann optimal versorgt wissen wollte. Meinen Eltern wollte ich das nicht zumuten, jedenfalls nicht ständig und eine Fremdbetreuung kam für mich nie in Frage, das Kind sollte immer bei einer Bezugsperson sein. Außerdem ist es toll, einen Papa zu haben, meiner ist großartig und ich möchte ihn nicht


missen. Besagte Kollegin lieferte mir meinen Co-Vater gleich mit, einen Freund von ihr, der auch unbedingt ein Kind haben wollte. Da hatte ich wirklich sehr großes Glück. Kurz entschlossen trafen wir uns, mochten uns sofort und beschlossen nach einem Abgleich der Vorstellungen, es als Co-Eltern zu versuchen. Ich hatte mir vorher genau überlegt, was für mich unverhandelbare Eckpunkte waren, das Kind sollte z.B. meinen Nachnamen tragen. In diesen Dingen muss sich aber jeder selbst Gedanken machen, was ihm wichtig ist. Er war da weniger festgelegt und konnte deshalb meine Bedingungen gut akzeptieren. Wir haben sehr ausführlich über alle möglichen Eventualitäten gesprochen, soweit das im Vorhinein möglich ist, grundsätzliche Werte sollte man ja schon teilen. Es bringt nichts, wenn man sich dann beim Impfthema zerfleischt. Wobei ich auch verheiratete Paare kenne, die genau das dann getan haben. Man weiß ja nie ganz sicher, wie sich alles ändert, wenn ein Kind da ist, auch bei Paaren nicht. Von daher denke ich, dass wir wirklich alles sehr gut durchdacht haben. Nach dem ersten Treffen lernten wir uns mehrere Monate kennen, es passt aber ganz gut und so legten wir recht schnell

ungefähr ein Jahr, bis man in meinem Alter schwanger wird, wir dachten also, lieber frühzeitig anfangen. Dass es beim ersten Versuch klappt, das hätte keiner gedacht, wir waren sehr überrascht, aber auch überglücklich. Entstanden ist das Kind durch die Bechermethode, da wir die

los. Da er durch die Kollegin quasi vor-ausgesucht war, fühlte ich mich relativ sicher. Hätte ich ihn über eine der Internetseiten zum Thema CoParenting kennengelernt, dann hätte ich mir sicher länger Zeit genommen mit dem Kennenlernen. Es dauert ja

vor Freude. Sie lieben die Kleine abgöttisch, mit dem Papa verstehen sie sich gut. Auch von Fremden kam wenig Kritik, obwohl ich das Thema ja wirklich offen kommuniziere. Ich sehe es nicht als scheitern an, dass es mit dem Ehemann, Haus und

den 1,4 Kindern nicht geklappt hat. Nicht mehr. Wie bereits erwähnt war es keine spontane Entscheidung, sondern ein jahrelanges Reifen einer Idee, denn man sollte sich sehr genau damit auseinandergesetzt haben, was man wirklich will. Nur nicht alleine sein? Einen Partnerersatz?

Entstanden ist das Kind durch die Bechermethode, da wir die junge Freundschaft nicht mit Sex berfrachten wollten. junge Freundschaft nicht mit Sex überfrachten wollten. Mein Umfeld hat auf die Idee des CoParentings und die Schwangerschaft eigentlich durchweg positiv reagiert. Wahrscheinlich, weil es einfach zu mir passt, ich bin schon immer andere Wege gegangen als andere. Meine Eltern waren nach kurzem Zögern begeistert und als ich dann schwanger war, kaum zu halten

Bedingungslose garantierte Liebe? Dann wäre wahrscheinlich ein Hund die bessere Wahl. Aber für mich kann ich sagen, ich hatte Lust auf das Abenteuer, ein Kind durch die ersten Jahre seines Lebens zu begleiten. Deshalb finde ich den Vorwurf, ich hätte egoistisch gehandelt, eigentlich gar nicht zutreffend, denn ja, es ist immer egoistisch, ein Kind zu bekommen. Das Kind wird niemals gefragt, ob es das so wollte, aber ich finde, eine bewusste Entscheidung für ein Kind, die sehr gut durchdacht ist und der Versuch, diesem Kind im Rahmen meiner Möglichkeiten das beste Lebensmodell zu gewährleisten, ist nicht egoistisch. Das darf natürlich jeder gerne anders sehen. Tatsächlich habe ich nur zwei kritische E-mails bekommen, in denen beide Mal das der Vorwurf war. Eine gute Quote. Ich habe mich wirklich eingehend mit dem Thema beschäftigt und ich denke, das merkt man im Gespräch auch. Sicher ist das Thema auch sehr zeitgemäß, denn Mutter-Vater-Kind ist ein Ideal, das in sehr vielen Familien gar nicht mehr vorherrscht. Jede zweite Ehe wird geschieden, in Berlin lebt jedes dritte Kind bei getrennten Eltern, vielleicht ist es einfach auch an der Zeit für neue Familienmodelle. Ganz sicher ist unsere Tochter ein sehr gewünschtes Wunschkind, das von beiden Eltern wahnsinnig geliebt wird und das ist sehr viel wert. Egal ob die Eltern mal ein Paar waren oder nicht. Mittlerweile stehe ich voll hinter dem Konzept, bei uns

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zumindest passt und funktioniert es großartig und ich hoffe, dass meine Geschichte anderen Frauen Mut macht und die Hoffnung gibt, dass es auch andere Wege geben kann. Tatsächlich habe ich einige E-mails von Frauen bekommen, die mich um Rat fragen und ich finde den Austausch toll. Sogar getroffen habe ich schon einige Damen, die in ähnlichen Lebenssituationen sind und sich meinen Rat holen. Meine Schwangerschaft verlief problemlos. Wir trafen uns regelmäßig, lernten uns besser kennen, er war bei den Arztterminen dabei, half mir bei verschiedenen Aktionen wie Ikea besuchen etc. und war auch sonst immer für mich

Wir hatten vorher vereinbart, dass sie die Säuglingszeit ausschließlich bei mir wohnt und er kommt mehr oder weniger täglich zu Besuch und spielt mit ihr, sie machen gemeinsam Mittagsschlaf und wenn sie etwas älter ist, wird sie dann auch langsam die ersten Nächte bei ihm verbringen. Ich bleibe 1,5 Jahre zu Hause, um es ihr so einfach wie möglich zu machen. Wir haben immer gesagt, dass wir uns so weit wie möglich an den Wünschen des Kindes orientieren werden. Momentan ist sie noch sehr anhänglich mit mir, aber auch das wird besser. Ob das an der besonderen Situation liegt? Ich denke nicht. Ich war als Kind auch so, nur Mama durfte ran. Bei meiner Freundin darf der Papa nur gucken

denn ganz pragmatisch sollte man auch das Finanzielle nicht aus den Augen verlieren. 8 da. Da wir ein geteiltes Sorgerecht vereinbart haben, hat er schon vor der Geburt die Vaterschaft anerkannt und zahlt mir ganz normal Unterhalt für das Kind. Das war mir wichtig, denn ganz pragmatisch sollte man auch das Finanzielle nicht aus den Augen verlieren. Kinder sind nicht billig und wir teilen uns die laufenden Kosten. Da ich nach der Elternzeit nur Teilzeit arbeiten kann für einige Jahre, um die Betreuung unserer Tochter zu garantieren, fallen eben auch versteckte Kosten an, wie z.B. Verluste bei der Rente. Da die Geburt ein Kaiserschnitt sein musste, war der Vater erst ab der zweiten Hälfte dabei, davor war meine Mama bei mir, um mir die Angst zu nehmen. Wäre die Geburt natürlich gewesen, so habe ich mir erbeten, es spontan zu entscheiden, ob er direkt mit im Kreißsaal sein kann oder ob mich das stresst. Das war für ihn total ok. Trotzdem war das sicher für uns beide der schönste Tag in unserem Leben, naja, minus das Erlebnis des Kaiserschnittes, das hätte jetzt nicht sein müssen. Inzwischen ist unsere Tochter schon 8 Monate alt und es hat sich eine feste Routine eingespielt.

und nicht mal auf den Arm nehmen. Ich denke, es ist eine Charakterfrage. Bei anderen Co-Eltern wechseln sich die Parteien zum Teil sehr früh ab, das wollten wir so nicht praktizieren. Aber sie liebt ihren Papa sehr und freut sich, wenn er sie besucht. Alles in allem läuft es bis jetzt sehr gut, Papa ist meistens mittags da und so habe ich ein paar Stunden für mich

mich alle anderen Rollen weg, die man sonst so einnimmt im Leben. Ich bin nur Mutter. Wenn ich müde bin, gehe ich um 18:30 ins Bett und niemand ist beleidigt, dass ich keine Paarzeit mit ihm verbringe. Ich kann mich voll und ganz nach dem Kind richten und muss auf niemanden Rücksicht nehmen, da fällt auch viel Konfliktpotential weg. Einen Partner hätte ich schon gerne wieder und freue mich darauf. Natürlich muss es jemand sein, der die Situation entspannt hinnimmt, sonst geht das nicht, denn die Kleine hat einen aktiven Vater, der sehr präsent ist, das muss ein neuer Mann an meiner Seite akzeptieren. Vermisst habe ich bis jetzt aber nichts, ich bin eher der Typ Macher und bin es gewohnt, mich um alles selbst zu kümmern. Trotzdem fühle ich mich nicht alleinerziehend, denn ich könnte ja jederzeit anrufen und er würde vorbeikommen und mir die Kleine abnehmen, wenn die Zähne sie quälen oder sonst etwas im Argen liegt. Auch fällen wir alle großen Entscheidungen gemeinsam, das gibt auch Halt. Mein Fazit zu unserem Familienmodell bis jetzt: es läuft ziemlich gut, besser sogar als ich das gedacht hätte. Erst im Laufe der Zeit haben sich sogar Vorteile herauskristallisiert, die ich vorher gar nicht bedacht habe, z.B. wird sie ja, wenn sie älter ist, 2-3 Tage die Woche bei ihm wohnen und ich kann dann wirkliche Freizeit genießen – ein wertvolles Gut als Mama. Spannend wird es auch, wenn ich

Erst im Laufe der Zeit haben sich sogar Vorteile herauskristallisiert, die ich vorher gar nicht bedacht habe – zum Kochen und Putzen und was eben sonst noch so anfällt. Dadurch habe ich es relativ leicht und auch wenn ich die Abende und Nächte mit dem Kind alleine bin, so habe ich doch nie das Gefühl, dass es zu anstrengend ist oder ich den Partner an meiner Seite vermisse, der mir etwas abnimmt. Nachts hilft sowieso nur stillen und ich kenne es ja auch nicht anders. Zusätzlich fallen für

wieder arbeiten gehe und sie dann mehrere Tage beim Papa bleiben muss, aber auch das werden wir gut meistern. Sicher hätte ich gerne den klassischen Weg beschritten, aber da sich das nicht ergeben hat, bin ich mehr als froh, dass ich den Mut hatte, einen ungewöhnlichen Weg zu gehen und nun mit meiner wunderbaren Tochter belohnt wurde.”


BÄUMCHEN WECHSLE DICH D e r Ta g d e r G e b u r t v o n A m e l y v. Ka p f f, h e u t e 43 J a h re, w a r e in s e h r b e s o n d e re r Ta g f ü r ihre Familie. Zum einen natürlich, weil Amely das Licht der Welt erblickte, zum anderen, weil er nicht nur diesbezüglich das Leben der Familie komplett veränderte. Zeitgleich wurde i n d e m K r a n k e n h a u s e i n J u n g e g e b o r e n, d i e b e i d e n M ü t t e r t e i l t e n d a s Z i m m e r, d i e F a m i l i e n näherten sich an. So nah, dass schon ein Jahr später z wei neue Familienkonstellationen entstanden, die Kinder bei dem anderen Vater zuhause waren und es irgendwie (zumindest aus Kinderperspektive) eine große Über-Familie gab. Die er folgreiche Dramaturgin ist heute verheiratet und lebt mit ihrem M ann, den Tö chtern (8 und 5) und ihrem Sohn (2) in Berlin. Sie erzählt uns von ihrer ungewöhnlichen Geschichte vom P a r t n e r t a u s c h i h r e r E l t e r n m i t d e n e n d e s “ Z i m m e r z w i l l i n g s ”, d i e s i e s e l b s t a l s “ G l ü c k s f a l l ” bezeichnet.

Liebe Amely, am Tag deiner Geburt kam im selben Krankenhaus ein Junge zur Welt, mit deren Mutter deine Mama ein Zimmer teilte. Was passierte dann? Aus der zufälligen Bekanntschaft der beiden Frauen im Wochenbett wurde schnell eine Freundschaft der beiden Familien. Auf der Seite meiner Mutter waren das sie, ihr Mann und ich, auf der Seite der Zimmernachbarin war das zusätzlich zu ihr, ihrem Mann und dem frischgeborenen Baby noch der damals fünfjährige große Bruder. Zu erzählen, was genau im folgenden Jahr passierte, würde den Rahmen dieses Gesprächs sicher

sprengen, auf jeden Fall suchten ziemlich genau an 'unserem' ersten Geburtstag – wir, das sind ich und mein ‘Zimmerzwilling’ – zwei neue Familien eine neue Wohnung. Meine Mutter, der Mann der Zimmernachbarin, dessen großer, nun sechsjähriger Sohn und ich waren die eine neue Gang, mein Vater, die Zimmernachbarin und deren kleiner Sohn, mein ‘Zimmerzwilling’ also, die andere. Wie war dann die weitere Wohn- und Lebenssituation in den folgenden Jahren? In beiden Familien kam in der neuen

Konstellation dann irgendwann noch ein weiteres Kind dazu, sodass fünf Kinder zwar in zwei Familien lebten, aber alle sehr eng miteinander verbunden waren: Jeder von uns hatte in der jeweils anderen Familie mindestens einen Vater, eine Mutter oder Geschwister. Die Wochenendbesuche, die eigentlich jede Woche stattfanden, waren riesige Tauschaktionen und immer ziemlich lustig. Da das alles innerhalb einer, und auch noch ziemlich überschaubaren Stadt stattfand, fühlten wir Kinder uns wie Kinder einer großen Familie, die es aber auf der Elternebene nicht gab.

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Die beiden Elternpaare hatten nach ihrer Trennung eigentlich nichts mehr miteinander zu tun. Wie war das möglich, dass die ehemaligen Paare nichts mehr miteinander zu tun hatten, wenn ihr jedes Wochenende alle zusammen wart? Oh nein, wir waren nicht alle zusammen an den Wochenenden,

besondere Familiengeschichte war für uns guter Erzählstoff, die uns in unserer kleinen Stadt zu ein bisschen Ruhm verhalf und mich und meinen ‘Zwilling' eng zusammenschweißte. Wir fühlten uns als Anstifter der ganzen großen Geschichte, als Paar, das genau zur gleichen Zeit auf die Welt kam und in kindlichromantischer Logik stand für uns fest: wenn wir groß sind, heiraten

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da habe ich mich wohl unklar ausgedrückt. Nur wir Kinder waren an den Wochenenden hin und her unterwegs. Und da es auf jeder Seite Besucher und zu Besuchende gab, ging die Reise meist in zwei Richtungen. Oder abwechselnd alle hier, alle da. Die beiden Elternpaare haben dabei eigentlich nur die allernötigsten organisatorischen Fragen geklärt. Wie seid ihr (du und dein Bruder und weitere Geschwisterkinder) mit der Situation umgegangen? Für uns Kinder waren die Familien, in denen wir lebten, in denen wir unsere Kinderzimmer hatten und unser Name am Klingelschild stand, unsere Familien. Angefühlt hat sich das für uns, glaube ich, einfach normal: Vater, Mutter, Kinder, Wohnung. Dass es dazu noch Familie gab, die wir nur am Wochenende sahen, war eher ein Plus an Familie, als etwas, was uns in unseren Leben fehlte. Und unsere

wir! Mein Vater, und damit meine ich den Vater, den man von außen vielleicht als Stiefvater bezeichnen würde, war für mich immer der beste Vater, den ich mir denken konnte, und ich glaube, ich war ihm immer auch ein gutes Kind. Dass es daneben noch einen Vater gab, meinen richtigen Vater, wie ich ihn genannt habe, weil ich “leiblich" ein doofes Wort fand, hat für mich nie etwas an dieser Beziehung geändert und ich weiß, dass es für meinen Vater (wieder ohne Attribut, offiziell also wieder Stiefvater) genauso war. Ich konnte zwei Väter haben, ich hatte zwei Väter, das war meine Realität und die fühlte sich richtig an und nicht widersprüchlich. Wurden in den Familien Unterschiede gemacht? Wenn ja, was für Folgen hatte das? In der Familie, in der ich aufwuchs, in meinem Zuhause, waren wir Kinder gleichgestellt. Keiner war

mehr drin als der andere, keiner war aus der 'eigentlichen' Familie, keiner kam mehr von außen als der andere. Das war ja auch die Entstehungsgeschichte meiner Familie, zwei Eltern, von denen jeder ein Kind an der Hand hatte, als sie zusammenzogen. Als dann später meine Schwester geboren wurde, die ja leibliches Kind derer Eltern war, mit denen sie auch zusammenlebte, änderte sich daran nichts. In der anderen Familie, der meines leiblichen Vaters, war das anders. Die beiden dort lebenden Kinder waren zwar beide Kind ihrer (ja auch leiblichen) Mutter, nicht aber meines/ unseres Vaters. Der hat sehr wohl unterschieden, zwischen “eigenem” Kind – so nannte er das – und “fremden”, auch sein Begriff. Am Anfang, als wir noch klein waren, hat man diese Unterschiedlichkeit an kleinen Dingen gemerkt: wenn der eine Bruder Mist gemacht hat, war das immer viel schlimmer, als wenn es der andere war. Später wurden die Unterschiede in der Behandlung immer größer und inzwischen – mein leiblicher Vater hat sich vor einigen Jahren von seiner zweiten Frau, der “Zimmernachbarin”, getrennt – hat eigentlich nur noch der ‘eigene’ Sohn Kontakt zu seinem/meinem/unseren Vater. Ich bin mir nicht mal sicher, ob sich mein anderer Bruder und mein leiblicher Vater auf der Straße noch grüßen würden. Was denkst du ist der Schlüssel für eine funktionierende Patchworkfamilie? Genau der gleiche wie für jede ‘normale’ Familie: Liebe, und dass alle Familienmitglieder gleichwertig sind. Meinst du, dass dich diese Geschichte heute noch prägt und deine Sicht auf das Familienleben beeinflusst? Wahrscheinlich schon. Ich kann mir unendlich viele Familienkonstellationen vorstellen, die funktionieren und auf die ich mich eingelassen hätte und einlassen würde, wenn das irgendwann mal dran sein sollte. Dass meine nun so klassisch aufgestellt ist, ist wahrscheinlich genauso unendlich vielen Einzelumständen zu verdanken, wie es Möglichkeiten gibt, dass es hätte anders laufen können. Vielen Dank, liebe Amely.


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O Umdenken! ES IST NOCH GAR NICHT SO LANGE HER, DA WAR „FAMILIE“ AUSSCHLIESSLICH VATER-MUTTER-KIND – NATÜRLICH VERHEIRATET. EINE TRENNUNG WAR PROBLEMATISCH, EINE SCHEIDUNG EIN DRAMA. MAN WAR NICHT TROTZ DER KINDER EIN LIEBESPAAR, SONDERN BLIEB WEGEN IHNEN ZUSAMMEN. ICH FAND DAS IMMER SCHON EIN WENIG STARR UND AUCH EIN STÜCKWEIT VERLOGEN. WAREN SOLCHE KONSTELLATIONEN WIRKLICH EIN GUTES VORBILD FÜR KINDER?

Von Verena Schulemann (MAMABERLIN)

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Fotos: Malina Ebert


Verena Schulemann hat zwei Kinder von zwei Vätern. Ihr Sohn und ihre Tochter führen unterschiedliche Nachnamen. Sie bekam ihren Sohn vor fast acht Jahren und war von Beginn an alleinerziehend. In diesem Jahr wurde ihre Tochter geboren und gemeinsam mit dem Vater ihrer Tochter, David, hat Verena nun sieben Kinder in einer Patchwork-Konstellation. Offiziell gilt sie aber als alleinerziehend, denn sie hat weiterhin ihren eigenen Wohnsitz und eigene Einnahmen. David zahlt zwar Unterhalt, ist aber immer noch mit seiner Frau verheiratet, die sich zwar

nicht um die gemeinsamen Kinder kümmert, aber weiter von ihm finanziert wird. Verena findet: „Wenn ich mich mit meinen Kindern als Familie beschreiben sollte, würde ich sagen: Wir bilden nicht eine sondern gleich mehrere Familien. Da gibt es das alleinerziehenden Modell und die Patchwork-Konstellation, aber weil David verheiratet ist mit der Mutter seiner Kinder, gibt es da auch das getrennt lebende Ehepaar ...“

Dass viele das Gleiche dachten wie ich, belegen heute die Statistiken: Jede dritte Ehe wird geschieden, im Schnitt hält die deutsche Ehe bei weitem nicht lebenslang, sondern nur 14 Jahre. Wir heiraten mit Anfang 30 und lassen uns Mitte 40 wieder scheiden und haben im Schnitt sechs Sexualpartner in unserem Leben - waren also nicht nur mit unserem Gatten im Bett.

Stiefgeschwister und sein Zuhause bei mir, bei seinem Vater und eigentlich auch bei unseren jeweiligen Partnern. Das ist anders als früher – schaden tut es ihm aber nicht. Im Gegenteil, er lernt sehr viel mehr kennen und bekommt von allen Seiten Einflüsse, die er sonst nicht hätte. Und es ist beachtlich, wie weit sein Horizont schon ist ...

„Scheidungskinder“, wie man früher sagte, gibt es inzwischen eine Menge: rund 130 000 Kinder unter 18 Jahren kommen pro Jahr dazu – die unverheirateten Paare mit Kindern, die sich trennen, nicht mitgerechnet, denn sie werden statistisch nicht erfasst. Heute sind Trennung und Scheidung ziemlich normal geworden. Die meisten arrangieren sich ganz gut und viele finden: lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende. Auch wenn es immer erst aufregend und traurig ist, finden viele langfristig eine gute Lösung, für sich, die gemeinsamen Kinder, die Zukunft. So ist es eben auch normal geworden, dass Kinder bei beiden Eltern und an mehreren Orten aufwachsen. Oder auch allein mit einem Elternteil. Oder auch mit den neuen Partnern der Eltern, den sogenannten Bonus-Eltern in einer PatchworkFamilie. Mein Sohn hat z.B. eine Halbschwester und acht

Mehr davon auch auf ihrem Blog www.MAMABERLIN.org

Was auch neu ist, dass Schwule und Lesben ihre Sexualität nicht mehr verheimlichen oder sogar negieren müssen. Sie dürfen ihre Liebe heute frei leben, heiraten und Kinder großziehen – und das ist auch gut so ... Viele finden inzwischen: Familie ist dort, wo Kinder aufwachsen. Andere gehen noch weiter und sagen: Familie ist, wenn sich Menschen unentgeltlich umeinander kümmern. Doch die Gesetze regeln das bei weitem nicht. Noch immer leben wir in einem Zwei-Klassen-Familiensystem: Verheiratete, privilegierte Familienpaare auf der einen und unverheiratete, alleinerziehende auf der anderen - die im Vergleich zur ersten Gruppe im wahrsten Wortsinn stiefmütterlich (und genau daher kommt die Denke ...) behandelt werden. Es ist Zeit für eine aktuelle Übersicht: Welche Familientypen haben sich in den letzten Jahren – neben dem „klassischen Modell“ - etabliert und was tut der Staat für sie, bzw. was könnte verbessert werden?

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Was bezeichnest du als „deine Familie“?

David Riempp, 37 Jahre alt, Gründer und Inhaber der Firma Inside Enterprises, ist Verenas Freund, Vater von 5 Kindern, deren Mutter aus gesundheitlichen Gründen nicht für sie da sein kann, und einer gemeinsamen Tochter mit Verena. Er vereint quasi die vielfältigen Erfahrungen eines Familienvaters, Single- aber auch PatchworkDaddys in sich. Da konnten wir nicht anders, als ihm auch noch ein paar Fragen zu stellen.

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Ich bin selbst in einem Alleinerziehenden/ Patchwork Setting aufgewachsen, daher ist der Begriff “Familie” für mich schon immer variabel gewesen. Aus meinem aktuellen Verständnis würde ich sagen, all die Personen gehören zu meiner Familie, die schicksalhaft mit mir verbunden sind und gegenüber denen ich eine besondere Verbundenheit und Verantwortung spüre.

Familie sind wir alle Vater-Mutter-Kind(er) - verheiratet: Das Modell ist am beliebtesten, zumindest wenn die Kinder klein sind. 5,5 Millionen Ehepaare mit Kindern unter 18 Jahren leben in Deutschland.

kann in die günstigere Steuerklasse wechseln und so – je nach Einkommen - bis zu 16 000 Euro im Jahr an Steuern sparen. Das Splitting ist inzwischen sehr umstritten, denn es fördert das Hauptverdiener-Modell und damit die klassische Rollenverteilung, da es sich einfach nicht rechnet, dass beide arbeiten.

Die Ehe. In Deutschland hat sie einen besonderen Stellenwert und wird sogar im Grundgesetz (Artikel 6) unter besonderen Schutz gestellt. Kein Land der Welt hält das so wie wir. Für Ehepaare gibt eine ganze Palette rechtlicher Extras (Zeugenverweigerungsrecht, gemeinsames Sorgerecht, Erbanspruch, Zugewinngemeinschaft, Versorgungsanspruch ...) außerdem steuerliche Vergünstigungen wie das Ehegattensplitting – ebenfalls ein deutsches Unikum: Es ermöglicht Welche Erfahrungen hast du als Ehepartnern ihre alleinerziehende Vater gemacht? Einkommen gemeinsam zu Ich glaube, als Single-Dad hat man gewisse Vorteile. Die Leute bewundern einen tendenziell eher und finden das besonders toll, dass man so ein tapferer Papi ist. Das ist zwar schmeichelhaft, aber auf Dauer auch anstrengend oberflächlich, da es ja leistungsmäßig versteuern, was keinen Unterschied zu einer Single-Mum gibt. sich allerdings nur rechnet, wenn einer viel und der andere (so gut wie) gar nichts verdient. Der Besserverdienende

Da die Ehe, nicht Kinder Voraussetzung für das Splitting sind, plädieren viele inzwischen für ein Familiensplitting (bei dem die Existenz von Kindern steuerliche Erleichterungen bringen würden), das sei gerechter und würde auch unverheiratete Elternpaare und Alleinerziehende miteinschließen – doch bislang ließ sich das nicht durchsetzen. Übrigens: Vom Ehegattensplitting profitieren vor allem ältere Ehepaare aus West-Deutschland – ohne Kinder im Haus ... Das Hauptverdiener-Modell muss in einer intakten Ehe kein Problem sein, wird aber häufig zu einem, wenn die Ehe in die Brüche geht und das Modell Alleinerziehend beginnt. Die meisten Scheidungen werden eingereicht, wenn die Ehepartner Mitte 40 und die Kinder im Schulalter sind. Von den 1,6 Millionen Alleinerziehenden sind 1,4 Millionen Mütter. Als Mutter einen guten Job zu finden ist auf Grund fehlender Betreuungsplätze und der Diskriminierung am Arbeitsplatz eh schon ein Problem – wer dazu noch lange Zuhause war, sich um Kinder und Haushalt gekümmert hat, findet noch weniger einen. Wenn der Ex-Mann dann nicht zahlt oder nicht zahlen kann, landen viele bei Hartz IV. Auch dazu, so die Experten, trage das Ehegattensplitting bei.


Was wünscht du dir von der Politik? Ich finde der Staat tut schon einiges für Familien und das finde ich respektabel. Alleinerziehende sollten aber wesentlich gezielter unterstützt werden und nicht nur als Sonderfall laufen. Es sollte nicht sein, dass heutzutage eine Trennung oder ein Partnerverlust eine existenzielle Bedrohung oder einen steuerlichen Nachteil bedeutet. Eine weniger ehe-bevorzugende Gesetzgebung würde Elternschaft und Beziehungen und damit auch die Kinder entlasten. Deswegen Frauen heute auch mit Kindern weiter beruflich bleiben – sind sie erfolgreich, viele von ihnen unverheiratet. Für die Familien ohne Trauschein gibt es bei weitem nicht die Rechte, wie sie für Eheleute gelten, obwohl ja dasselbe gelebt wird. Ein Partnerschaftsvertrag empfiehlt sich hier, kann aber nur das Miteinander regeln: Gemeinsam besteuern dürfen sie z.B. nicht, auch wenn sie zusammenwohnen. Wenn einer von beiden allerdings Sozialhilfe beziehen will, bildet er mit seinem Partner eine „Bedarfsgemeinschaft“ und erhält weniger staatliche Unterstützung. Schlüssig ist das nicht. ist es für so wichtig, am Ball zu bleiben

Auch bei getrennten Eltern besteht seit den 1990er Jahren für beide Elternteile Anspruch auf das gemeinsame Sorgerecht für die Kinder und ein Umgangsrecht – bei kooperierenden Eltern ein Gewinn für das Kind. Bei sogenannten hochstrittigen Eltern oder im Falle von Gewaltbeziehungen stellen die geteilten Rechte aber eine enorme Belastung für die Kinder dar, denn sie gehen nicht automatisch mit Pflichten einher. Oder anders: Das Recht auf Umgang kann ein Elternteil einklagen, die Pflicht, sich ausreichend um die gemeinsamen Kind zu kümmern, kann ihm aber nicht abverlangt werden.

Bei unverheirateten Paaren gibt es im Fall der Trennung nicht wie in einer Ehe eine Zugewinngemeinschaft und das Anrecht, die Werte, die im Laufe der Beziehung angeschafft wurden, teilen zu müssen. Wenn wir es Es gibt auch richtig verstanden haben finanzierst keinen Anspruch auf du deine Frau , die Kinder und zahlst Verena Unterhalt für Eure gemeinsame Tochter. Wie ist das finanziell zu stemmen? Das ist in der Tat eine große Herausforderung, der ich bisher auf Basis meiner kleinen Firma, die ich mir in den letzten Jahren aufgebaut habe, begegnen konnte. Aber das wird spannend bleiben.

Trennungsunterhalt oder weitere Unterstützung. Im Gegenteil: Seit der Unterhaltsreform 2008 geht der Gesetzgeber davon aus, dass jede Mutter ab dem 3. Lebensjahr der gemeinsamen Kinder Vollzeit arbeiten kann und sich und ihre Kinder alleine durchbringt.

Eine Schande ist der Umstand, dass zwei Drittel aller Unterhaltspflichtigen nicht für ihre Kinder zahlen, entweder gar nicht, zu wenig oder unregelmäßig – und das der Staat hier viel zu wenig tut. Neu ist allerdings, dass eine Alleinerziehende nun Unterhaltsvorschuss beim Amt beantragen kann, der ein wenig Ausgleich schafft – allerdings nur, wenn sie keinen neuen Partner hat und mit diesem zusammenwohnt. Eine Regelung, die ebenfalls absurd ist und die Frau automatisch als Versorgende einordnet, sobald ein neuer Partner ins Spiel kommt.

Auf alle Fälle rechnet es sich für Männer heute mehr denn je nicht zu heiraten – vor allem wenn Kinder da sind. Und das ist nicht gut so.

Das Einzige, was der Staat Alleinerziehenden an steuerlichen Vergünstigung einräumt, ist der Anspruch in Steuerklasse 2 zu versteuern und eine zusätzliche Entlastung von 1908 Euro neben dem Kinderfreibetrag, der allen Eltern zusteht, geltend zu machen. Ein Witz im Vergleich zum Ehegattensplitting.

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Wie teilt Es fehlt auch an ihr euch auf, wenn Verena einem stimmigen nach der Elternzeit wieder arbeiten geht? Gesamtkonzept wie die Aktuell ist Verena durch ihre speziell weiblichen Einkommen Qualitäten einfach konkurrenzlos angesagt bei Friede. Aber ich freu mich schon darauf, wenn ich bald mehr von getrennten gefragt bin und notgedrungen mehr Zeit mit Eltern oder meiner ultra süßen Tochter verbringen Stiefeltern bei der kann. Gewährung von s t a a t l i c he n Lei st u ngen berücksichtigt werden. Derzeit gibt es große Unterschiede: Während für die Leistungen nach ALG II (Hartz IV) und den Kinderzuschlag das Haushaltseinkommen und somit der neue Partner relevant ist, wird der Kinderfreibetrag dagegen dem leiblichen Elternteil gewährt, der Unterhalt um den entsprechenden Anteil am Kindergeld gekürzt. Bei der Berechnung von Kitaund Kindergartengebühren werden bei Alleinerziehenden dagegen weder das Einkommen beider Elternteile noch das Einkommen des neuen Partners berücksichtigt.

Das Sorgerecht gilt ausschließlich für leibliche Eltern und kann nicht auf neue Partner erweitert werden – was z.B. in Patchwork-Familien problematisch ist oder wenn ein Elternteil sich überhaupt nicht mehr kümmert, aber für sämtliche


Entscheidungen seine Zustimmung eingeholt werden muss.

Auch für die Kinder ergeben sich hier zum Teil krude Konstellationen: Denn leibliche Kinder haben z.B. die gesetzliche Pflicht, später ihre Eltern zu versorgen, wenn diese die finanziellen Mittel selbst nicht aufbringen können – und das unabhängig davon, ob der Elternteil am Start war oder nicht, denn die Pflicht bezieht sich allein auf die leibliche Elternschaft. Stiefeltern oder neuen Partnern wird diese Pflicht Kannst du dir vorstellen, nochmal zu nicht gebilligt, heiraten? auch nicht,

Bekanntenkreis bedienen (damit das Kind auch seinen leiblichen Vater kennt). Die offiziellen Eltern sind dann Vater und Mutter, der Partner oder die Partnerin bleiben außen vor.

Das Recht zur Adoption ist allein Ehepaaren vorenthalten und gilt seit der Ehe für alle nun auch für homosexuelle Paare. Unverheiratete Paare oder Alleinerziehende dürfen eigene Kinder zeugen, aber nicht adoptieren – was irgendwie unlogisch ist. Doch viele Lesben und Schwule wünschen sich auch leibliche Kinder und bedienen sich der künstlichen Befruchtung oder auch der Leihmutterschaft, in der Regel treten hier Mütter ihre Rechte am Kind gegen Bezahlung ab. In Deutschland ist das offiziell nicht erlaubt.

Ja. wenn sie die Kinder großgezogen haben! Außerdem haben sie im Falle einer Trennung kaum Chancen auf Umgang mit den Kindern, der steht nur den leiblichen Eltern zu – egal, wie diese sich vorher gekümmert haben.

Die Sorgerechtsregelung ist auch in CoPartnerschaften ein Problem oder bei den 7000 homosexuellen Ehepaaren oder „Regenbogen-Familien“, die sich z.B. einer Samenspende aus dem

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Mein Resümee: Ich finde, es wäre an der Zeit, mehr Familie zu wagen. Die Gesellschaft hat sich weiterentwickelt, wir brauchen kein Standard-Familien-Modell, wir brauchen gute Rahmenbedingungen, um Familie in all ihren Spielarten zu unterstützen! Wir könnten z.B. wie beim Elterngeld mit Modulen arbeiten, Bausteine, die für alle Familienformen gültig sind und die sich jede Familie individuell zusammenstellen kann. Besserverdienende wählen Steuervergünstigungen, schlechter gestellte Familien staatliche Zuschüsse – egal ob verheiratet oder nicht.


vor rena zu id hat Ve v a te D it t M Berlin Nun is prucht in t. b g le n e nu eine g Friede beans m Woh Zeit all r 100q d Baby lein für alle. meiste n In ihre u ie r d en k uno ft hie mit Br n Kindern o tz. Ein bissch Haus e la in P e s n e inem it r m nach e von euch auch ih h c id v li r a natü mand und D h ja je erena hen V t möchte sic c u s Deshalb n. Vielleich arte mit G rn? e in le k r e v .org berli n mama moin@

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Diese Bilder und noch mehr Wohnportraits findet ihr im „Mama Styleguide" von Janine Dudenhöffer und Fotografin Jules Villbrandt.


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So war unser Sommer…

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E i n G r o ß t e i l d e s S o m m e r s 2 017 h a b e n w i r im #stokkesummerhouse verbracht! Sechs Wochen lang waren wir Event veranstalter und durften dabei wahnsinnig tolle Frauen k e n n e n l e r n e n. K e i n Wu n d e r, s c h l i e ß l i c h hat ten wir während, vor und nach den Veranstaltungen eine Menge Zeit für interessante Gespräche. Schließlich beschäftigen uns im Alltag mit Kids doch alle dieselben Themen. Und damit ihr alle etwas davon habt – es konnte ja nicht jede nach Berlin reisen – haben wir unsere wichtigsten Learnings und MummyTip p s a u s d e m #s t o kke s u m m e rh o u s e f ü r euch zusammengefasst!

Alles andere zum #stokkesummerhouse findet ihr auf mummy-mag.de


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Trag es mit Fassung!

Wir sagen es schon lange: es gibt nix Schöneres, als sein Baby zu tragen. Denn der enge Körperkontakt vermittelt ganz viel Geborgenheit und kann auch die Bindung zum Kind stärken. S chließlich ist Trag en s o et was wie unterwegs Kuscheln – zumindest wenn man alles richtig macht. Und weil es ein paar Dinge zu beachten gibt, haben wir uns von Hebamme S is s i Ra s c h e '5 Tip p s z u m r ic h t ig e n Tra g e n' geben lassen.

1. Das wichtigste zuerst: Hauptsache Tragen! Ob mit Tragetuch oder Babytrage, es ist wichtig und toll für das Baby, es eng am Körper zu haben. Mehr Nähe und Sicherheit kann man seinem Baby im Alltag nicht geben. Babys sind Traglinge, sind es schon immer gewesen und auch noch heute werden in einigen Teilen der Welt Babies ausschließlich getragen – in Europa kam erst zu Beginn des 19. Jahrhunderts der Kinderwagen dazu. Was für das Tragen spricht: Zum einen sind die Hüftgelenke von Babies so angelegt, dass sie sich in gespreizter Position am besten entwickeln. Außerdem sind die Kleinen in der Trage oder im Tuch entgegen der allgemeinen Annahme überaus aktiv, denn der Halteapparat und der Gleichgewichtssinn werden beim Tragen trainiert. Neben der Tatsache, dass Babys so ihre Bezugsperson besonders stark wahrnehmen und sich sicher und geborgen fühlen. Übrigens haben Ärzte festgestellt, dass die in den Industrieländern vermehrt diagnostizierten Verformungen (platte Köpfe) auf das lange Liegen im Kinderwagen, der Wippe und dem Bett ohne Positionswechsel zurückzuführen sind. Dem kann man mit dem Tragen am Körper natürlich auch wunderbar entgegenwirken. Foto: Roman Dachsel

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2. So eng wie möglich! Habt keine Angst, das Baby wirklich eng am Körper zu tragen – es hatte die letzten Monate auch nicht gerade viel Platz im Bauch. Babys müssen im Tragetuch und in der Trage fest am Körper getragen werden und sollten sich nicht weit nach hinten oder zur Seite beugen können. Der Rücken muss ausreichend gestützt sein, die Trage oder das Tuch muss den kindlichen Körper eng umschließen, sodass das Baby Anlehnung an den Körper des Tragenden erfährt. Der Rücken sollte leicht gerundet sein, ganz wichtig ist, dass das Baby kein Hohlkreuz hat und der Rumpf des Babys muss durch die Tragehilfe oder das Tuch fest umschlossen sein.

3. Möglichst hoch t ragen! Am besten immer die Faustregel beachten: Man muss dem Baby immer eine Kuss auf sein Köpfchen geben können!

4. Sitzen wie ein F rosch! Die Oberschenkel sollten auf jeden Fall bis zum rechten Winkel angehockt werden können – oder sogar noch einen kleinen Tick stärker – diese Beinstellung wirkt prophylaktisch sowie therapeutisch gegen eine Hüftdysplasie (Fehlstellung der Hüfte). Und der Steg zwischen den Beinen sollte im Tuch und auch in der Trage immer bis in beide Kniekehlen reichen.

Übrigens, größere Kinder lassen sich besser auf dem Rücken tragen. Daher sind Tragen mit Rückentrage-Funktion eine gute und langanhaltend Investition.

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5. Aua, Rücken! Die meisten Frauen haben besonders in den ersten Wochen starke Rückenschmerzen. Wichtig ist hier eine gute und feste Trage oder ein Tuch, das gut am Körper gebunden ist (Anleitungen findet ihr gut auf Youtube). Wenn ihr hier Probleme habt, sucht unbedingt eine Trageberatung auf, die gibt es eigentlich in jeder größeren Stadt. Oder fragt eure Hebamme. Oft kommen die Rückenschmerzen natürlich auch davon, dass Muskelgruppen beansprucht werden, die lange „geschlafen“ haben. Mit der Zeit wird es besser und die Muskeln werden wieder fit. Wichtig ist nur eine gute aufrechte Haltung und unbedingt einen guten Rückbildungskurs besuchen, der Rücken und Beckenboden stärkt.


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Wie sich Vor freude anfühlt, wisst ihr alle selbst. Wie man sich vorfreudvoll anzieht, das hat ebenso viele Nuancen und Möglichkeiten. Hier könnt ihr euch bei den tollen Moms-to-be Inspirationen holen, die bei unserem St yling-Event im #stokkesummerhouse waren – plus die w ic h t ig s t e n Tip p s z u m K l eid e n in d e r schönsten War tezeit des Lebens:

Style-the-Bump! Fotocredit: Angela Elbing – coucou Kinderfotografie

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Macht euch locker! Solange die Leute nicht wissen, ob es ein Schwangerschafts- oder ein zu-viel-Pizza-Bäuchlein ist, trägt man am besten fließende Stoffe, das kaschiert – übrigens auch After-Baby-Bäuche.

Kauft nicht alles neu! Einiges hat man schon im Schrank. Lange Kleider sind perfekt für eine Sommer-Schwangerschaft oder weite, seidige Tops – dazu kombiniert man am besten eine körpernahe Hose wie Skinnyjeans oder Leggings oder alternativ weite 7/8 Hosen. Hosen sollten tief sitzen und/oder einen bequemen Bund haben oder können mit einem Gummiband im Knopfloch im Bund verlängert werden. Schöne Mäntel, Blazer und Jacken machen viel her und gehen zumindest solange man sie offen tragen kann figurtechnisch immer.


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Setzt Akzente! Am besten macht man auf seine schmalsten Stellen aufmerksam: die Arme, die Beine, die nach oben verschobene Taille. Die neuen Rundungen sollten betont und nicht versteckt werden! Sachen, die wie Zelte geschnitten sind, lassen euch tendenziell auch eher wie Zelte wirken!

Was lohnt sich wirklich!

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Man muss nicht viel anschaffen, ein paar Sachen sind aber doch hilfreich. Schwangerschaftshosen werden bei einer Winter-Schwangerschaft fast unerlässlich, denn auch der Gummiband-Trick hält oft nicht bis zum Ende durch. Mal abgesehen davon, dass neben dem Bäuchlein auch der Rest des Körpers wächst. Und wir haben alle festgestellt, dass sich diese Hosen auch noch nach der Geburt als sehr bequem erweisen. Günstig in der Anschaffung sind auch Pregnancy-Strumpfhosen. Dank denen lassen sich Stretch- oder A-Linien-Kleider noch gut in die kalte Jahreszeit retten. Bei Oberteilen macht es Sinn, schon weiterzudenken: Kann ich damit stillen? Ist also der Ausschnitt tief genug oder hat es Knöpfe etc.? Slip-on-Schuhe wie Espandrillen, Loafer, Schlappen oder bequeme Boots, in die man easy rein und wieder rauskommt, wenn die Füße dick sind oder das Baby später in der Trage am Körper hängt. Bitte bedenken: Meist ist in – und in manchen Fällen auch nach – der SSW eine Schuhgröße größer notwendig.

MEHR HIER

Und noch ein Tipp für die Stillzeit: Nutzt Still-BH’s und Still-Hemdchen (passen oft schon in der Schwangerschaft super und sind sehr bequem). Gerade Hemdchen können euch helfen, eure geliebten Shirts und Pullis zu tragen und beim Stillen dennoch nicht den nackten Bauch zeigen zu müssen. Gepaddete Still-BH’s und Hemdchen bieten zusätzlich einen Schutz gegen Milchflecken auf euren Tops! Falls mal wieder keine Stilleinlagen zur Hand waren.


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Stillprobleme!

Fo t o: L i s a D i e t e r m a n n / T - S h i r t : w w w.w o m o m.d e

Die Sache mit dem Stillen ist so eine Sache, die nicht immer von alleine funktioniert. Saugver wirrung, Milchstau & Co sorgen oft für Schwierigkeiten beim Stillen – und das nicht gerade selten. Doch mit der richtigen Hilfe klappt es meistens dann doch. Man muss nur wissen, wen man fragen kann. Deshalb haben wir Stillberaterin, 3-fach Mama und Gründerin von milchwiese.de, Anja Estrada Pox, gebeten, u n s Tip p s f ü r die f ü n f h ä u f ig s t e n S t il lp ro b l e m e z u g e b e n. H e re w e g o...

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Das Anlegen klappt nicht... • Nehmt euch Zeit, zu einer Stillbeziehung gehören zwei Menschen, die sich erst kennenlernen müssen. Gerade nach schwierigen Geburtssituationen und ggf. mit Schmerzen klappt das Anlegen nicht immer auf Anhieb. • Nehmt euch ein stabiles Stillkissen/eine stabile Unterlage zur Hand, auf dem ihr das Baby ablegen könnt. Dein Baby kommt immer zur Brust und nicht du zum Baby, das sorgt für eine entspannte Haltung, schont deine Muskulatur und lässt die Milch besser fließen. • Versucht es mit unterschiedlichen Stillpositionen: Ob im Sitzen, Liegen, kopfüber oder Vierfüßlerstand – es gibt alle möglichen Positionen, die es dem Baby eventuell erleichtern können, gerade am Anfang. Alles was funktioniert, ist erlaubt. Wenn dein Baby gut zunimmt und du dich wohl fühlst, go for it… • Kleine Brüste, große Brüste… egal, alle funktionieren gleich. Die Milchmenge wird bei einer etablierten Milchbildung (reife Muttermilch) nur durch Prinzip Nachfrage und Angebot geregelt. Kleine Brüste bilden genauso viel Milch wie große Brüste. Vielleicht ist nur das Anlegen bei großen Brüsten etwas schwieriger. Versucht es dann am besten mit der Fussballer-Haltung (Kopf des Kindes vorn, Beine des Kindes hinten). Rollt ein kleines Tuch und lege es in die Hautfalte zwischen Brust und Brustkorb, das hebt die Brust und ggf. kann das Baby die Brustwarze so besser fassen. • Manchen hilft es, die Brust etwas mit der Hand zu halten, aber Vorsicht: Diese nicht so umfassen, dass die Milchkanäle abgedrückt werden – die meisten liegen vorne im Vorhof – das könnte einen Milchstau hervorrufen.


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Das Baby spuckt fast alles wieder aus… Gründe hierfür gibt es einige. • Es kann zum Beispiel an einem überschießenden Milchspendereflex liegen. Das Kind trinkt zu hastig und unruhig an der Brust, verschluckt sich häufig und am Ende spuckt es etwas Milch wieder aus. Hier kann Bergauf Stillen, die Australia Haltung, oder auch die Hoppe Reiter Position helfen (googelt am besten mal!). Wenn das Kind aufrecht positioniert ist, kann es besser trinken und die Schwerkraft wirkt nicht so stark. Man kann auch vor dem Stillen etwas Milch per Hand ausstreichen (Handentleerung nach Marmet) oder kurz abpumpen – auch das kann helfen, dass dein Baby nicht gleich so große Mengen schlucken muss. • Einige Frauen haben auch zuviel Muttermilch, die dem Kind zu schnell entgegen kommt. Das hat ebenfalls häufig Milchspucken zur Folge. „Blockstillen“ wird gerne bei zuviel Muttermilch eingesetzt. Es wird die Brust einmalig durch eine Milchpumpe „entleert“ und anschließend für einen vorab festgelegten Zeitraum immer nur eine Brust angeboten. Danach wird die Seite gewechselt und die andere Brust macht entsprechend Pause. Das Stillen in Zeitblöcken sorgt dafür, dass die gerade nicht gestillte Seite weniger Milch produziert.

Ich habe nicht genug Milch… • Zuerst muss für jeden eine genaue Anamnese erhoben werden. Mutter und Kind sollten beim Stillen beobachtet werden. Für die Vermutung muss nach der Ursache geschaut werden. • Für manche Mütter ist es schwierig einzuschätzen, ob das Baby genug Milch trinkt, da wir keine Skala zum Ablesen an der Brust haben. Man kann also den Gewichtsverlauf des Säuglings beobachtet werden. Nimmt das Kind gut zu, ist alles fein. Hat es ausreichend nasse Windeln (6-8 Stück) am Tag auch. • Wird zu wenig angelegt und das Baby entleert die Brust nicht ausreichend, verbleibt zu viel Milch in der Brust und es wird das bereits beschriebene Rückkopplungssystem in der Brust aktiviert. Wenig Nachfrage bedeutet weniger Angebot.

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Foto: Roman Dachsel

• Tipp: Manchmal kann es helfen, erst das Baby beidseitig anzulegen und ca. 20-30 Minuten nach dem Stillen mit einer doppelseitigen Milchpumpe für 12-15 Minuten zu pumpen (10-12x in 24 Stunden, 1x davon unbedingt nachts). So wird eine künstliche Nachfragen erzeugt.

Anja Estrada Pox (44) ist ein echter Tausendsassa. Studiert hat sie Pharmazie. Sie liebt ihr Handwerk, aber ebenso liegt ihr Marketing und Vertrieb. Und die Ideen scheinen der Dreifachmama, Apothekerin und Stillberaterin nie auszugehen. Durch einen Dawanda-Shop und viele Nachfragen aus ländlichen Gegenden kam sie auf die Idee, Milchpumpen über Nacht überall dahin zu versenden, wo sie dringend gebrauchgt werden und so gründete sie milchwiese.de


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Das Baby schreit und hat Koliken… Hier gibt es natürlich auch wieder viele verschiedene Ursachen. Häufig sind es Unruhe durch zu viele Einflüsse, zu viel Muttermilch oder überschießender Milchspendereflex oder aber das Darmsystem ist noch nicht ausgereift. In diesen Fällen kann Folgendes helfen: • Wärme, Massagen im Uhrzeigersinn, Fliegergriff, viel körperliche Nähe (Bonding mit Haut zu Haut-Kontakt schüttet Oxytocin aus und beruhigt). • Ggf. einen übermäßigen Kuhmilchprodukte-Verzehr der Mutter beachten. • Statt Vitamin D-Tabletten, die allerhand Zusatzstoffe enthalten, lieber ein öliges Präparat in Tropfenform wählen. • Manchen hilft die Gabe von speziellen Bakterienstämmen (z.B. Bigaya), die den Darm reifen lassen. • SabSimplex oder Lefax für Babys wirken entschäumend. Einfach vor dem Stillen dem Baby geben – oder direkt in die Milchflasche geben.

Milchstau und Brustentzündung... • Erste Devise: Schnell handeln, da aus einem Milchstau rasch eine Brustentzündung werden kann. Bei einem Milchstau ist das allgemeine Wohlbefinden noch gut, bei einer Brustentzündung nicht und es kommt Fieber hinzu. Unbedingt einen Arzt aufsuchen bei Fieber, da sich eine Entzündung rasch im Körper ausbreitet! • Nach der Ursache forschen (zu enge BHs/Kleidung, BH mit Bügel, Zigarettengriff vorn an der Brutwarze, zu lange Abstände beim Stillen, Pumpen mit der falschen Brusthaubengröße oder auch Stress sind häufige Gründe).

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• Bei einem Milchstau schwillt die Brust an und wird heiß. Durch die Schwellung können Lymphe und Blut nicht richtig abfließen. Darum vorsichtig massieren in Richtung des oberen Lymphsammelgefäßes am Schlüsselbein. • Häufig (!!!) anlegen! Der kindliche Unterkiefer sollte dabei immer zu der Stelle mit dem Milchstau zeigen, damit es beim Stillen die Stelle zusätzlich mit der Bewegung des Kiefers massieren kann. • In den Stillpausen kühlen und kurz vor dem Stillen wieder wärmen. Durch das Kühlen kann die Schwellung zurückgehen, wärmen vor dem Stillen ist wichtig, damit die Durchblutung wieder angeregt wird, da sonst die für die Milchbildung und den Milchfluss wichtigen Hormone ihren Wirkort nicht erreichen können. • Wenn die Brust sehr prall ist vor dem Stillen etwas Milch per Hand ausstreichen oder mit einer Milchpumpe abpumpen, dann kann das Baby die Brustwarze besser mit dem Mund fassen. • Bei einer Brustentzündung NICHT massieren, um die Entzündungsstoffe nicht zu verteilen! Sofort zum Arzt! Das Ganze muss antibiotisch (Keine Gefahr für das Baby, bitte weiterstillen oder pumpen und die Muttermilch nicht wegwerfen) behandelt werden. Kühlen, häufig anlegen oder abpumpen, nach der Antibiotika Einnahme nicht kühlen, damit die Brust durchblutet wird und der Wirkstoff seinen Wirkort erreichen kann.

Bitte immer daran denken, dass eure Hebamme hier immer der erste Ansprechpartner sein sollte. Wenn sie euch nicht weiterhelfen kann, dann könnt ihr auf der Seite vom Berufsverband Deutscher Laktationsberaterinnen per PLZ nach einer Stillberatung suchen: http://www.bdl-stillen.de/stillberatungsuche.html


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ALLEIN ODER ALS PATCHWORK ERZIEHEN. WAS IST DIE GROESSTE HERAUSFORDERUNG DABEI ? WEIL WIR KEINE AHNUNG VOM ALLTAG ALS SINGLE-LADIES MIT MINIS HABEN ODER NUR SPORADISCH EINBLICKE ERLANGEN KÖNNEN, H A B E N W I R M Ü T T E R G E F R A GT, D I E W I S S E N , WOVON SIE DA SPRECHEN…

MALINA EBERT 42, S c h a u s p i e l e r i n u n d F o t o g r a f i n u n s e r e r T i t e l g e s c h i c h t e m a l i n a e b e r t . com, geteiltes Sorgerecht für Sohn,7Jahre

26 Du bezeichnest dich als „zufriedene Single-Mutter“. Was gehört dazu, dass man als Single-Mum „zufrieden" sein kann? Klar ein glückliches Kind. Aber auch Jobangebote? Unterhalt? Ein neuer Partner? Zufrieden als Single-Mutter kann ich mich bezeichnen, da ich meine totale Erfüllung in der Porträt-Fotografie gefunden habe. Ich denke, als Mutter ist man doch in einem eher engen Universum unterwegs und braucht dringend einen Ausgleich im Job, oder falls man es jemals zeitlich einrichten kann, in einem geliebten Hobby. Sonst kreisen die Gedanken nur um das Kind und das ist weder für die Mama noch für das Kind gut. Wir Mütter müssen eigentlich ab dem Moment der Geburt des Kindes loslassen lernen. Das geht am besten für mich durch meine Liebe zu meinem Beruf als Fotografin. Die Fotos von mir und meinem Sohn haben wir übrigens auch mit einem Stativ und Fernauslöser selbst von uns gemacht.

Ich finde es auch super wichtig, dass wir Single-Mütter uns so gut es geht von unseren Kindern emanzipieren und sie nicht als Partnerersatz missverstehen. Dabei hilft es mir auch, viele Freundschaften zu pflegen. Ich bin sehr kommunikativ und würde sonst meinem Sohn ein Ohr abquatschen, wenn ich mich nicht regelmäßig und ausgiebig mit meinen lieben Freundinnen treffen würde.

Psychologen mahnen, dass gerade Jungs eine Vaterfigur brauchen. Wie gehst du damit um? Wie sieht euer Betreuungsmodell für euren Sohn aus? Ach ja, ganz wunder Punkt. Der Vater meines Sohnes ist ein ungewöhnlich mütterlicher Typ. So will er das Kind so oft wie möglich bei sich haben und kann auch nicht wirklich Grenzen setzen in seiner Beziehung zum Kind. Ich habe da sehr früh die Vaterrolle übernehmen müssen. Ich bin liebevoll, aber auch sehr streng. Verwirrte Verhältnisse aufgrund eines eher ungewöhnlichen Vaters. Ich weiß, viele alleinerziehende Mütter werden mich jetzt beneiden, aber das Ganze wirkt sich nicht so gut auf das Kind aus. Der Vater wünscht zum Beispiel sehr häufige Wechsel in der Betreuung, alle 1-2 Tage, weil er so lange nicht ohne das Kind sein will. Dabei schaut er hauptsächlich auf seine eigenen Bedürfnisse und projiziert diese auf den Jungen. Ich bin gerade bei einer Anwältin und werde es gerichtlich regeln lassen müssen, da der Vater in seiner Abhängigkeit keinen Kompromiss und keine Einigung mit mir finden will.


MANDY BRESSLING 40, Künstlerassistenz, alleinerziehend mit Luis, 9 Jahre

Seit der Schwangerschaft bist du alleinerziehend. Der Vater lebt in Kalifornien. Wie stark muss man sein, um immer alle Entscheidungen alleine zu treffen? Ich habe das große Glück, dass meine Familie mich sehr unterstützt. Das gibt einem viel Kraft und Ruhe. Als mein Sohn noch kleiner war, fühlte ich mich allerdings tatsächlich ab und zu überfordert und hätte mir schon gewünscht, seinen Vater für so einige Fragen zu Rate ziehen zu können. Großeltern sehen die Dinge manchmal nicht aus der gleichen Warte und sind in bestimmten Fragen nicht die besten Berater. Mit der Zeit wird aber vieles leichter und man lernt die Situation zu akzeptieren. Mittlerweile bin ich eine selbstbewusste Mutter und weiß genau, was ich mir für mein Kind wünsche und was ich von meinem Kind erwarte. Wir sind ein gut eingespieltes Team. Ich glaube, dass ein sehr freier Geist hinter “Patchwork” stehen muss und allen Parteien viel abverlangt wird. Du hast auch schon Erfahrungen damit gemacht. Auch mit weiteren Kindern. Was glaubst du wie man diese Probleme lösen kann? Es ist auch unglaublich schwer. Jedenfalls war es das für mich. Alle Parteien haben ständig mit Eifersucht zu kämpfen. Aus meiner Sicht funktioniert es nur, wenn man den Kindern nicht das Gefühl gibt, dass sie für jede Entscheidung maßgeblich sind. Die Eltern sollten diejenigen sein, welche die Richtung vorgeben. Außerdem sollte man den Kindern nicht das Gefühl geben, man hätte ein schlechtes Gewissen, dass man nicht mehr mit der leiblichen Mutter oder dem leiblichen Vater zusammen ist. Das vermittelt Unsicherheit. Je

selbstverständlicher die Eltern mit der Situation umgehen, desto weniger Machtkämpfe wird es geben. Aber auf jeden Fall gilt, wie fast immer, Mann und Frau müssen eine Einheit bilden.

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MARIE ZEISLER 31, C o - F o u n d e r l i t t l e y e a r s . d e , geteiltes Sorgerecht für Junio, 4 Jahre

Woher oder wann weiß man, dass es das Beste ist, sich als Eltern zu trennen? Ich glaube es gibt nicht den „einen Trennungszeitpunkt“, an dem man plötzlich weiß: Es geht nicht mehr. Das ist ein schleichender Prozess. Vor allem wenn ein Kind da ist, wird so eine Entscheidung ja niemals (hoffentlich nicht) impulsiv getroffen. Und es kommt auf die Umstände der Beziehung an: Gibt es eine gute Beziehungsbasis, an der man auch in stürmischen Zeiten festhalten kann? Fakt ist aber auch: Wenn alle darunter leiden, und eben auch das Kind, und einfach keine Besserung in Sicht ist, dann lieber getrennte Wege gehen.

Welches Sorgerechts-Modell ist das beste für das Kind und warum? Das ist gar nicht so einfach zu beantworten, weil die Situationen und besonders auch die Kinder so unterschiedlich sind. Aber ich finde, dass ein Wechselmodell, was ja heutzutage

immer mehr empfohlen wird, nur zeitweise funktionieren kann und auch nur, wenn beide Eltern sich gut verstehen… In der Realität sieht es aber besonders nach Trennungen oft anders aus. Ich glaube, dass Kinder einen stabilen Ort brauchen, an dem sie zuhause sind und natürlich auch den regelmäßigen Kontakt zum anderen Elternteil haben. Eine richtige 50:50-Aufteilung ist aber nur in wenigen Fällen wirklich gut für das Kind. Besonders wenn die Situation hochstrittig ist, braucht es eine Entscheidung zum Aufenthaltsbestimmungsrecht, was ja der größte Teil des Sorgerechts ist. Der aktuellste Richterspruch des BGHs, dass ein Wechselmodell auch gegen den Willen eines Elternteils erzwungen werden kann, finde ich schlimm für die Kinder: Denn das Wechselmodell kann ja nur funktionieren, wenn die Eltern noch gut miteinander auskommen – wenn diese aber schon vor Gericht stehen, dann ist doch in den meisten Fällen jegliche Partnerschaft auf Elternebene zerstört. Kinder sind ja kein Eigentum, das man nach der Trennung in der Mitte teilen kann – oder wie einen Pfand immer zwischen Mama und Papa hin- und herschieben kann.


HALIMA ILT ER

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Wie lebt ihr jetzt bzw. wie teilst du dir die Betreuung der Kinder mit den beiden Vätern auf? Mir ist es wichtig, dass es meinen Kindern gut geht und da muss man Abstriche machen. Wenn man seine Kinder liebt, dann hat dein Ego wenig bzw. keinen Platz in solch einer kindgerechten Entscheidung. Meine Kinder sollen immer und am besten zu jeder Situation Kontakt zu ihren Vätern haben. Bei meiner großen Tochter haben wir uns sehr früh getrennt und bei ihr hatten wir von Anfang an das Modell 50:50, d.h. sie ist entweder von Samstag bis Mittwoch oder von Sonntag bis Mittwoch bei mir und an den anderen Tagen bei ihrem Vater. Das ging bisher sehr gut, da es meine Große nicht anders kennt. Für meine kleine Tochter ist es etwas schwieriger. Da sie uns nur zusammen kennt, habe ich die Idee gehabt, dass wir unsere jetzige Wohnung behalten, was bedeutet: Beide Kinder behalten ihre gewohnte

Umgebung und ihre Zimmer, aber dafür pendeln wir Eltern in unsere eigenen Wohnungen. Das geht nur, wenn man Kompromisse eingeht, wie z.B. die Zweitwohnung mit einem Untermieter teilt, wenn man nicht gerade megaliquide ist. Wieso macht ihr das so und was meinst du, wie sieht die ideale Lösung für die Kinder aus? Für mich ist das die ideale Lösung für die Kids, wenn man als Paar nicht mehr funktioniert. Wir alle haben uns für die Kids entschieden und am Ende sollten diese auch gut bei der Sache wegkommen. Für die Kinder ist es immer schöner, wenn die Eltern zusammen bleiben, aber bei diesem Modell sind beide Eltern da, nur sie teilen sich kein Bett mehr. Denkst du, dass es in Deutschland bei Trennungssituationen zu sehr nach den Präferenzen der Eltern geht? Leider schon. Klar, niemand muss auf so vieles verzichten wie ich am Ende, aber vielleicht sollte man sich vor Augen halten, dass man sich und den Kindern schadet, wenn man auf seinen eigenen Vorteil bedacht ist und nicht den der Kinder. Man spart sich enorm viel Arbeit und Stress, wenn die Kinder sich gut fühlen. Kein Schulstress, keine Rebellion zu Hause, weil die Kinder die Situation nicht gut finden, aber es nicht in Worte fassen und aggressiv oder introvertiert werden können. Weil sie das nicht verstehen können, warum ihre Mutter und ihr Vater nur noch selten bei ihnen sein kann. Kinder verstehen es ganz gut, wenn man ihnen erklärt, warum es nicht klappt zwischen Mama und Papa, aber dass sich an der Situation als Eltern für sie dazusein nichts ändern wird. Dann kann es ziemlich schmerzlos verkraftet werden von den “Kleinen-Großen”. Bei meinem Modell müssen aber beide Elternteile mitarbeiten.

Fotos: Gerald von Foris

3 4, S c h a u s p i e l e r in, s p i e l - ki n d.c o m, g e t e i l t e s S o r g e r e c h t f ü r z w e i T ö c h t e r ( 8 u n d 12 J a h r e ) v o n z wei Vätern


MAREN ASSMUS 38, selbstständige St ylistin und Personal Shopp erin y o u r- p e rs o n a l - s t y l i s t.c o m, geteiltes Sorgerecht für Henr y (5) und M arla (2)

Ein Kind ist kein Kind, aber wie ist es zwei zeitweise alleine großzuziehen? Ich glaube alleinerziehend ist immer eine Aufgabe, egal ob ein oder zwei Kinder da sind. Für mich war es erstmal schwer die Rolle des „fehlenden“ Vaters nicht mit bespielen zu wollen. Natürlich ist es eine große Veränderung für die Kinder, wenn sie den Vater nur jedes zweite Wochenende sehen, da kamen viele Fragen bzw. Auseinandersetzungen mit meinen Kindern hoch. Besonders mein Sohn Henry (5) tut sich immer noch sehr schwer damit. Ich habe viel Wut von meinem Sohn abbekommen, weil er einfach nicht verstanden hat, warum er den Papa nicht mehr so oft sieht. Irgendwann hat mich eine befreundete alleinerziehende Mutter darauf hingewiesen, dass ich nicht beides sein kann, Mutter und Vater. Ab einem gewissen Alter kann man den Kindern sagen: Frag deinen

Papa warum er weniger für dich da ist. Natürlich habe ich ihn dabei begleitet, nachgefragt, wie es gelaufen ist und ob seine Fragen beantwortet sind. Henry hat

gemerkt, dass er der Situation nicht ausgeliefert ist und es selbst in der Hand hat, seinem Papa mitzuteilen, wenn er ihn vermisst. Dadurch wurde das Verhältnis mit mir entspannter und der Kontakt zum Papa besser. Was sind die größten Herausforderungen dabei und wie kann man sie bewältigen? Sich selbst nicht verlieren. Ich war nur noch am rennen, zur Kita, top auf der Arbeit abliefern, zur Kita, einkaufen, Haushalt, Streitereien schlichten und der ganze Wahn… Es brauchte drei wichtige Menschen, die mir gesagt haben: Maren, wenn du so weitermachst, fällst du um. Hier meine Tipps: 1. Inseln für sich bauen: rausfinden, was tut mir gut und was fehlt mir gerade. Mütter wissen immer wie es den anderen geht, aber vergessen oft sich selbst dabei. Es ist niemandem geholfen, wenn die Mutter auf dem Zahnfleisch geht und die Kinder dazu auf ihr rumhüpfen. Ich trage mir inzwischen Zeiten „für mich“ in meinen Kalender ein, damit ich meine Inseln sehe. 2. Gute Betreuung: Wer Verwandtschaft in der Nähe hat, die Lust auf Enkel hat: Genießt es! Auch ein guter Babysitter ist Gold wert. Ich kenne die Zerrissenheit zu gut, wenn ich auf einem Job bin und denke, den Kindern geht es ohne ihren Eltern nicht gut. Meist merken sie aber erst, dass du nicht da warst, wenn du zur Tür rein kommst. 3. Nach Hilfe fragen: Verwandtschaft, Freunde, andere Eltern oder Alleinerziehende. Dem Nachbarn das Babyphon geben, damit ich abends mal eine Runde nach draußen gehen kann, war für mich ein neues Stück Freiheit. 4. Klare Absprachen mit dem Vater – am besten schriftlich, das mindert das Streitpotenzial. 5. Austausch mit anderen Alleinerziehenden: Oft hilft ein Blick von außen, um klarer zu sehen. Es gibt auch tolle Portale für Alleinerziehende, die Hilfe anbieten. 6. Optimierungswahn, ade: Ich habe mich oft dabei erwischt alles optimieren zu wollen. Planung ist super und hilft viel. Besonders in Zeiten wo alles auf einmal zu passieren scheint. Zwischendurch einfach mal laufen lassen ist sehr heilsam. Ich habe angefangen Dingen ihre Zeit zum Wachsen zu geben und gemerkt, vieles erledigt sich von selbst.

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SHIRLEY ERSKINE-SCHREYER 41, G r ü n d e r i n v o n w u n d e r - h a u s . c o m , Patchwork mit z wei Tö chtern von z wei Vätern

Du hattest dein erstes Baby mit 22. Was waren damals die Umstände? Wie haltet ihr Kontakt zu Michaelas Dad? Als ich Michaela bekam, wollte ich unbedingt weiterhin ins College gehen. Als sie geboren war, besuchte ich sehr bald wieder den Unterricht – Schwerpunkt Marketing und PR – während ihr Vater mit ihr zu Hause blieb. Michaelas Vater war ein großer Teil in ihrem Leben, als sie noch klein war, und ich unternahm jede Anstrengung, um diesen Kontakt zu halten. Aber es war nicht leicht und als ich mich zurückzog, wurde das Ganze leider eine unglückliche Enttäuschung. Michaela ist jetzt so alt wie du warst, als du sie bekommen hast. Welchen Rat gibst du ihr bezüglich Kinderkriegen? Ich denke, mit einer kleinen Babyschwester zu leben ist Geburtskontrolle genug für die meisten Teenager und jungen Erwachsenen. Aber im Ernst, ich habe immer betont, dass es sehr wichtig ist, eine Ausbildung und einen guten Job zu haben – und natürlich die richtige Person zu treffen. Wenn du das hast und dich bereit fühlst, dann kannst du eine Familie planen.

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Du hast Bella mit 39 bekommen. Und damit den direkten Vergleich: Welche Vorteile/Nachteile haben frühe/späte Schwangerschaften? Der Vorteil einer frühen Schwangerschaft ist, dass du viel einfacher wieder in Form kommst. Der Nachteil: Du bist finanziell noch nicht gut aufgestellt – das zu schaffen, kann mit Baby sehr viel schwieriger sein.

Wenn du dein Kind erst später im Leben bekommst, hast du viel mehr Lebenserfahrung, die du teilen kannst – und zugegeben, es gibt heute sooooo viel coolere Sachen für Kinder als damals!

ANNA FINDORFF 26, Servicekraft, Stiefmama von einem 7-jährigen Mädchen

Mein Partner hat aus seiner Ehe eine Tochter. Die Eltern der Kleinen sind beide voll berufstätig, mein Freund arbeitet auf selbstständiger Basis mit sehr unregelmäßigen Zeiten.

Unser Leben funktioniert nur dank Omas und eines Kindermädchens.

leseraufruf

Die Kleine ist, wann immer es passt, bei uns. Die größte Herausforderung aus meiner Sicht sind die unterschiedlichen Ansichten und die Tatsache, dass die Maus zwar nicht 'meine' ist, ich mich aber (zumindest wenn sie bei uns ist) so verhalte und von ihr auch voll akzeptiert werde. Aktuelles Konfliktthema sind digitale Spielzeuge. Seit der Einschulung gibt es neben dem Handy auch ein Tablet und dessen Benutzung ist bereits so ritualisiert, dass sie es, direkt aus der Schule kommend, einfordert. Für mich bedeutet das eine Challenge – ich gegen das Tablet. Diese hab ich bisher auch für mich entscheiden können. Aber ärgern tut es mich schon, dass sie sonst so 'geparkt' wird. Ich glaub jedes Konstrukt jenseits der 'Norm' verlangt einfach viel Kompromissbereitschaft auf allen Seiten.


KAT JA HENT SCHEL 35, Fo t o g r a f i n, B l o g g e r i n u.a. t ra v e l e t t e s .n e t, alleinerziehend mit Sohn Atlas, 3 Jahre

Was ist die größte Sorge, wenn man als Single Mom den positiven SS-Test in den Händen hält? Die Geburt, die Erziehung, das Finanzielle oder die alleinige Verantwortung ein kleines Leben groß zu ziehen? Nichts war geplant, wie es letztlich kam. Ich war gerade mal die erste von zehn Wochen eines geplanten Roadtrips durch die USA in New York, als ich nach einer kurzen Affäre mit einem attraktiven Redakteur unerwartet schwanger wurde. Kondom und Pille danach hatten versagt und 10 Tage später, allein in einem Highway Hotel, hielt ich dann den positiven Schwangerschaftstest in der Hand. Da wurde aus dem Roadtrip auf einmal eine emotionale Achterbahnfahrt. Ich rief als erstes den Vater an, der erst einmal total in Panik verfiel und mir mitteilte, dass er nichts mit alldem zu tun haben wolle. Meine Ängste und Sorgen kreisten weniger um das Alleinerziehendsein – das hatte ich schon immer als sehr wahrscheinliches Modell angesehen, da ich nur selten ernsthafte Beziehungen hatte – sondern vielmehr um die Tatsache, dass ich jetzt eine schlechte Statistik sei. Wer will schon gerne bei einem OneNight-Stand schwanger werden, und dann auch noch mit einem ignoranten Vater! Die nächsten vier Monate waren aufgrund dieser Tatsachen ziemlich schwer und traurig für mich. Zum Glück hat sich mittlerweile auch mit dem New Yorker Vater alles eingependelt und wir haben eine gute Lösung für unser kreuz-atlantisches Familienmodell gefunden. Was sind im Alltag die Vor- und Nachteile als alleinerziehende Selbständige? Ich arbeite zeitlich unabhängig und verdiene ganz gut, damit habe ich zwei sehr wesentliche Grundvoraussetzungen abgedeckt, die es mir relativ leicht machen ein Kind alleine groß zu ziehen. Seit Atlas 2 Monate alt ist, habe ich eine Babysitterin, die bis zu 3 Mal die Woche aushilft und manchmal auch mit uns verreist. Ich muss mich mit niemandem um die Erziehung streiten, muss keine Rechenschaft ablegen, warum die Wohnung gerade mal nicht ganz so aufgeräumt ist, kann mehrere Monate am Stück mit meinem Kind verreisen und ein sehr selbstbestimmtes Leben leben. Ich sehe wirklich viele Vorteile! Nachteile gibt es natürlich auch. Gerade im Urlaub und an den Wochenenden wäre es schön, wenn man auch mal zu jemand sagen kann "Mach du heute mal Frühstück mit dem Kleinen" und man selbst schläft noch eine Stunde mehr. Überhaupt Partnerschaft und Austausch sind Dinge, die ich mir manchmal wünsche, sofern es der Richtige ist. Besonders Alleinerziehende sind in Deutschland häufig auf Hartz IV-Leistungen angewiesen. Was denkst du sollte sich in der Familienpolitik ändern, um es Alleinerziehenden (zu 89% Frauen) leichter zu machen?

Zuerst einmal sollte die Politik stark überdenken, warum sie kinderlose Ehepaare so viel mehr unterstützt als Alleinerziehende, die mitunter 2, 3, 4 Kinder bei sich haben (Stichwort: Ehegattensplitting). Ich kann auch nicht verstehen, warum ich allein mit Kind so viel mehr Steuern zahle, als eine verheiratete Frau ohne Kind. Damit fühle ich mich von unserer Regierung diskriminiert. Der Staat will, dass die Geburtenrate steigt, aber tut níchts, um Müttern das Gefühl zu geben, sie würden aufgefangen sollte es mit dem Vater in die Brüche gehen. Ein nicht ganz unwahrscheinliches Szenario in der heutigen Zeit.

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Die Gegenwart bester Freunde tut immer gut. Diese Freundschaft lässt uns den Alltag besonders leichtfüßig meistern. Denn der erfordert bei einem oder mehreren Kindern schon m al s chnelle S chrit te. Vo m Trag en und Schleppen ganz zu schweigen. B e i w w w.s n e a ke r y.d e - d e m S n e a ke r C o r n e r v o n m i r a p o d o, a u f d e m e s übersichtlich die besten Modelle und Shapes unserer LieblingssneakerMarken gibt - kann man die ganz einfach rund um die Uhr bestellen. S chließ lich sin d Turns chuh e die erste Verbindung zwischen Mode und Muttersein. Deswegen kommt hier die MUM MY M AG Auswahl!

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“Wie es ist, wenn einem geldmäßig die Sonne nicht aus dem Arsch scheint.” 34

D a n i D ö g e i s t M u t t e r, s e l b s t s t ä n d i g u n d g e t r e n n t v o m Va t e r ih re r To c h t e r. U n d si e ke n n t si c h v e rd a m m t g u t a u s in S a c h e n ALLEIN ERZIEHEN. Schließlich war sie nicht nur einige Jahre allein mit Kind, sondern ist als Redakteurin und Bloggerin seit vielen Jahren im Familienbusiness unterwegs. Für uns hat sie einen genaueren Blick auf eine sehr ernst zu nehmende Ent wicklung in Deutschland geworfen.

Text: Dani Döge

Ich bin Mutter, ich bin selbstständig und manchmal habe ich enorme Zukunftsangst. Ich bin kein Profi in Sachen Politik, aber ich lese viel und versuche, mich manchmal auch mit schlauen Köpfen auszutauschen. Nach der Trennung vom Vater meiner Tochter war ich eine Weile allein. Nicht allein erziehend, weil meine Tochter zwischen dem Vater und mir hin- und herwechselt. Aber dennoch war ich allein und habe alle Kosten selbst tragen müssen – dem Jugendamt war es damals zu kompliziert, den Unterhalt von Eltern auszurechnen, die sich die Erziehung zu 50 % teilen – ihnen wäre ein „gegen den Vater“ deutlich lieber gewesen. Von der Miete über die Kinderzimmereinrichtung, vom Essen bis zur Kleidung haben wir meistens doppelte Aufwendungen. Mütter wissen ja selbst, was Kinder so alles brauchen. Die Krux an der Sache: Je älter Kinder werden und je mehr Kohle sie uns kosten, desto weniger Unterstützung bekommen wir Eltern von außen. Das fängt bei Luxusproblemen wie dem Urlaub an, etwa dass Eltern gezwungen sind, in den teuersten Ferienzeiten zu verreisen (sofern sie es sich denn leisten können oder wollen) und hört bei ernsteren Dingen auf: Hat die Mutter einen Unfall und zu Hause aber ein Kind über 12 Jahre, hilft auch die Krankenkasse nicht mehr aus (mit einer Ausnahme, die Barmer hilft bei Kindern bis 14 Jahre). Wir leben in Deutschland. Und uns scheint geldmäßig quasi die Sonne aus dem Arsch. Wir haben ein stabiles Sozialsystem, von dem andere Länder nur träumen können. Davon profitieren aber nicht alle. Hierzu muss man sich mal folgende Zahlen auf der Zunge zergehen lassen: Fast FÜNF Prozent unserer Kinder (also der unter 18-Jährigen) haben in diesem Land nicht genug zu essen! In Zahlen sind das übrigens fast 600.000 Kinder! Und das mit dem Essen war es ja noch nicht. Diese Kinder leben in einer Umgebung, in der sie beispielsweise nicht ausreichend heizen können, die Eltern keine Waschmaschine besitzen, die sich nicht einmal jeden zweiten Tag (!) eine vollwertige Mahlzeit leisten können, von all dem Freizeitspaß will ich ja hier schon gar nicht reden. Eurostat nennt das so: "Unfähigkeit, sich Ausgaben leisten zu können, die von den meisten Menschen als für eine angemessene


Lebensführung wünschenswert oder gar notwendig angesehen werden". Und die große Koalition schreibt in der Kurzfassung ihres Armutsberichts stattdessen diesen Satz: "beschränkter Zugang zu einem durchschnittlichen Lebensstandard" – in meinen Augen klingt das allerdings eher weniger nach Existenzminimum, mehr nach Luxusproblem – lasst uns das doch einfach mal verweichlichen mit der Armut! Bei diesen 600.000 Kindern handelt es sich also um die, denen es wirklich dreckig geht. Die „relativ armen“ Haushalte, das

15,1 % der Kinder leben in relativer Armut und fast 5 % (4,7 %) der Kinder unter 15 Jahren leben in einer Familie, die nicht immer genug zu essen hat. sind Familien mit weniger als 60 % des mittleren Einkommens (das mittlere Einkommen beträgt 2015 in Deutschland in einem Einzelpersonenhaushalt 1570 Euro netto) haben noch einmal 2,7 Millionen Kinder extra im Angebot. Hartz IV wird zum Dauerzustand Der Staat tut immer mehr für Familien, das ist mir nicht entgangen. Allerdings haben viele Kinder, deren Familien – und damit auch sie selbst – von Hartz IV leben, nicht viel davon. Denn das Kindergeld wird vom Bedarf abgezogen – ebenso Steuerfreibetrag, Unterhaltsvorschuss, Kinderzuschlag und Wohngeld. Während also andere Familien mehr Geld zur Verfügung haben, bleibt der Betrag bei Hartz IV Empfängern wegen der Anrechnung gleich. Für die meisten Kinder heißt das: kein Sportverein, keine Freizeitaktivitäten, die Geld kosten, keine Nachhilfe, wenn es schulisch hakt. Und nun ja, manchmal eben auch nichts zu essen. Für meine Tochter zahle ich monatlich 23 Euro für das Mittagessen an ihrer Schule (meinetwegen Minus die Sommerferien). Für den Sportverein zahle ich 11 Euro im Monat. Einmal im Jahr steht eine Klassenfahrt an, die mich um die 160 Euro kostet. Das Monatsticket für den Bus: 15 Euro. Das sind insgesamt 725 Euro im Jahr – ohne das gefühlte „Bitte geben Sie Ihrer Tochter bis zum ... Betrag XYZ mit für Basteln/Ausflug/Bazar/wasauchimmer“. Ohne Nachhilfe (die hier gottseidank noch nicht gebraucht wird). Ohne Schulbücher. Ohne Schulkrempel, der jedes Jahr neu gekauft werden muss. Dank des tollen Bildungspakets, das 2011 eingeführt wurde, können sich Familien mit Hartz IV-Bezug aber unterstützen lassen. Mit maximal 250 Euro im Jahr. Damit ist nicht einmal das Mittagessen vollständig gedeckt! Ganz davon abgesehen, dass es vermutlich nicht einfach so ist: Hallo, wir kriegen Hartz IV und unser Kind geht auf die Schule XY und wir bräuchten Mittagessen-Zuschuss (Der Essenszuschuss ist dennoch der, der am häufigsten genutzt wird). Alles in unserem Land ist mit komplizierten, nervigen und ausufernden Anträgen gepflastert, die oft mehrmals hin- und hergehen, weil immer irgendwas fehlt oder falsch ausgefüllt ist. Fakt ist: Das Angebot wird kaum genutzt, weil die Zuschüsse selten ausreichen, um irgendetwas zu bezahlen. Das Paket gilt als Bürokratiemonster und kostet allein 182 Millionen Euro (!) an Verwaltungskosten, die NIEMANDEM zu Gute kommen. Die Kinder sind gesellschaftlich raus. Kinder in Deutschland sind ein Armutsrisiko Klar, Familien haben es meist leichter. Leben zwei Erwachsene im Haushalt, kommt am Ende des Monats mehr Geld zusammen. Bei Alleinerziehenden und Großfamilien reicht das Geld aber meist hinten und vorne nicht. 10 %der Paare mit einem Kind sind arm, bei Paaren mit drei oder mehr Kindern bereits 25 %. Wer hier als Familie oder alleinerziehend in den Hartz IV-Bezug rutscht, kommt als Kind selten schnell wieder raus und Hartz IV wird zum Dauerzustand: Fast 50 % der Kinder zwischen 7 und 15 leben seit vier oder mehr Jahren von Hartz IV. 40 % der Alleinerziehenden leben von Hartz IV – 625.000 Haushalte sind das. Und in 9 von 10 Fällen ist die Frau der alleinerziehende Elternteil. Und hierbei handelt es sich nur um die, die sich auch wirklich getraut haben, den Antrag einzureichen – Wissenschaftler rechnen mit einer deutlich höheren Dunkelziffer. Wer zum Amt geht, gibt schließlich zu: Ich brauche Hilfe, ich bin schwach. Und Hartz IV? Das beantragen doch nur Verlierer. Es ist nicht leicht, sich zu dieser Gruppe zählen zu müssen. Dabei scheitert es meist nicht an der fehlenden Arbeitsplatzsituation, sondern an den fehlenden Betreuungsplätzen. Wer kleine Kinder hat, ist mit Job auf eine Kita angewiesen. Aber dazu müssen auch Betreuungszeiten passen. Und wer nicht arbeiten möchte, weil er sich um die Kinder kümmern will? Der wird bestraft. Und zwar langfristig. Alleinerziehend in die Altersarmut Laut einer Studie des Bundesfamilienministeriums gehen 68 % der alleinerziehenden Frauen davon aus, dass ihre Rente ihnen nicht zum Leben reichen wird. Woher das Geld für die Rente kommen soll, ist auch nicht ganz klar: Wer Kinder hat, fühlt sich – besonders als Frau – am Arbeitsmarkt nicht akzeptiert. Die Kinderbetreuung ist für viele mangelhaft und die Bezahlung eher mau. Unterhalt? Die Hälfte der Väter zahlt nicht, zu spät oder zu wenig. Den Unterhaltsvorschuss gibt es erst seit diesem Jahr bis zum 18. Lebensjahr, bis dahin gab es den immer nur bis das Kind 12 Jahre alt wurde. Selbst gut qualifizierte Mütter haben es nicht leicht, einen adäquaten Job zu finden, der ihrem Können und ihrer Ausbildung angemessen ist. Selbst für jemanden ohne Deutschkenntnisse und ohne Ausbildung ist es leichter einen Job zu finden, als für eine Mutter mit einem Kind unter drei Jahren!

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Dass sie aber arbeiten wollen (und vermutlich auch müssen), zeigt eine hohe Erwerbsquote: 42 % der Alleinerziehenden arbeiten Vollzeit, bei verheirateten Müttern sind es nur 25 %. Warum 42 % der Vollzeit arbeitenden Haushalte arm sind? Weil berufstätige Alleinerziehende fast wie Singles besteuert werden. Privat vorsorgen? Wovon denn bitte? Schon jetzt steigt das Armutsrisiko der ab 2022 in Rente gehenden. Schlimmer wird’s dann ab 2036 – hier sind bereits 20 % von Altersarmut betroffen. Alleinerziehende erfüllen quasi jetzt schon so ziemlich ALLE Gründe für Altersarmut: MiniJobs, Teilzeitarbeit, Solo-Selbständige (dazu gehöre ich), unstete Arbeitsverhältnisse (dazu gehörte ich auch), Brüche in der Erwerbsbiographie. Alleinstehende Frauen haben das größte Risiko, später arm zu werden. Meist fallen Frauen auch eine Weile auf dem Arbeitsmarkt aus, um sich um die Kinder zu kümmern. Nicht alle kommen damit auf eine Vollzeitbeschäftigung von 35 Jahren – denn Menschen mit dieser Statistik fallen selten in die Altersarmut. Laut der Statisik zur Entwicklung der Altersarmut bis 2036 der Bertelsmann Stiftung wäre jede dritte alleinstehende Neurentnerin auf Hilfe vom Staat angewiesen. Und was ist jetzt zu tun? Tja, hier scheitere ich ehrlich gesagt am Fachwissen. Natürlich haben wir alle einen rechtlichen Anspruch auf einen Kindergartenplatz – aber woher nehmen, wenn nicht stehlen? Frauen sollten genauso viel verdienen wie Männer, aber das müssen sie eben auch durchsetzen und sich nicht zu sehr von der Politik abhängig machen. Schön wäre es, wenn Risikogruppen – eben Alleinerziehende – auf dem Arbeitsmarkt mehr unterstützt werden, wenn die Besteuerung sich für Familien und Alleinerziehende deutlich verbessert und nicht die, die uns den Nachwuchs bringen, die zukünftigen Rentenzahler, hinten runterfallen. Denn am Ende ist unser Staat der Leidtragende, wenn wir keine gut ausgebildeten Kinder mehr haben, weil die Eltern sich das eben nicht leisten konnten.... Die Politik muss dringend aufhören, Finanznöte von Familien zu verharmlosen.

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Wer meckern kann, kann auch was tun! Ich will, dass es Familien besser geht – vielleicht muss ich doch noch in die Politik. Der erste Schritt ist zumindest getan: Ein Eintritt in eine Partei!

Dani lebt mit Patchworkfamilie als ehemalige Fränkin in Berlin und kann am besten unter Druck arbeiten. Seit 10 Jahren schreibt sie ihr Blog butterflyfish.de, arbeitet als freie Redakteurin, Grafikerin und Fotografin und war mal Informatikerin – weil eine Sache ist ja viel zu langweilig. Am liebsten fährt sie mit dem Auto und ihrer Tochter durch und über die Berge oder bastelt an irgendwelchen neuen Gadgets herum. Mit im Gepäck: jede Menge Reise- und Technikideen für mummy-mag.de


FACTS & FIGURES

2,300.000

10%

Lediglich alleinstehenden

Kinder wachsen in Deutschland bei nur einem Elternteil auf - überwiegend bei den Müttern (89%).

Väter.

22% aber

49%

der

Eltern

sind

sind geschieden,

sind verheiratet, leben getrennt

mit

eigenem

18% sind ledig 11% sind Witwer.

Haushalt, und

Für 440000 Kinder wird vom Staat Unterhaltsvorschuss gezahlt. Durch eine Gesetzesänderung (der Staat springt zukünftig bis zum 18. Lebensjahr ein) wird der Vorschuss 2017 auf 1,2 Milliarden jährlich ansteigen.

zahlen keinen, zu geringen oder nur unregelmäßigen Kindesunterhalt. Seit Kurzem gilt das neue Unterhaltsvorschussgesetz: Kinder

!

von Alleinerziehenden erhalten nun bis zum 18. Lebensjahr eine

at

n.

23%

d es Un e s U s s ei t e r n t e r h a vor s c hu n t r s i lt ha l er e t sz a h ler n w ied

be

Jedes

n

10.

Alleinerziehende

A

leben fünfmal

in

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als

häufiger

rmut

Paarhaushalte.

40%

der Alleinerziehenden in Deutschland leben von HARTZ IV.

minderjährigen Kindern, das entspricht

t e der S t a

Alleinerziehende mit

Alleinerziehende arbeiten mehr als Mütter in Paarhaushalten.

kon n

der Alleinerziehenden sind arbeitslos.

In Deutschland gibt es

12%

2015

vo

QUELLENANGABEN: www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/kinderarmut-im-regierungsbericht-das-verharmloste-problem-a-1141672.html HAUSHALTSHILFE: www.barmer.de/leistungen-beratung/leistungen-a-z/haushaltshilfe-10052 MITTLERES EINKOMMEN D: www.boeckler.de/wsi_50933.htm ALTERSARMUT www.bertelsmann-stiftung.de/de/themen/aktuelle-meldungen/2017/juni/wandel-der-arbeitswelt-laesst-altersarmut-steigen/

zwischen 150 bis 268 Euro.

1,5 Mio

monatliche Leistung je nach Alter

18% aller Familien

2/ 3

a ller getrennt lebenden Väter

Kind wächst zeitweilig in einer Patchwork-Familie auf, im Schnitt sieben Jahre lang.

Viele Mütter arbeiten in Teilzeit, um Arbeit und Familie managen zu können.

29,5 Stunden

kämen laut Studie durchschnittlich in der Woche zusammen.

Hochschulabschluss führt bei Frauen eher zu einer

Trennung.

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DER ANBLICK VON ZWEI FRAUEN MIT EINEM ODER MEHREREN KINDERN IST JA AN SICH NICHTS BESONDERES, ABER WENN DAS KIND ZU BEIDEN “MAMA” SAGT, DANN BRENNEN UNS TAUSEND FRAGEN UNTER DEN FINGERNÄGELN. WIR SIND ANJA, NICOLE UND IHREM SOHN VALENTIN BEGEGNET UND HABEN FOLGENDE GRANDIOSE ANTWORTEN ERHALTEN:

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DAS COMING OUT Anja: Ich war 30, als ich zum ersten Mal feststellte, dass ich mich von Frauen angezogen fühle. Anfangs war das ein Schock, denn ich war vorher jahrelang mit Männern zusammen gewesen und kannte Homosexualität nur aus der Lindenstraße. Ich habe sieben Jahre gebraucht, ehe ich zu meinen Gefühlen stehen konnte. Verrückt oder? Aber damals wollte ich das irgendwie nicht wahrhaben. Es ging sogar soweit, dass ich in die Apotheke gegangen bin, weil ich dachte, ich könnte mir ein paar Pillen einschmeißen und dann ist alles wieder wie vorher. Ich sah und fühlte mich einfach nicht als Lesbe. Heute bin ich froh, dass es dann doch irgendwann bei mir Klick gemacht hat. Ich hatte vor allem Angst, wie mein Vater auf mein Outing reagieren würde. Aber als ich meiner Mama offenbarte, dass ich auf Frauen stehe, sagte sie nur: „Ach, der Papa guckt sonntags doch immer die Anne Will. Und die liebt doch auch Frauen. Was soll der denn da dagegen haben?“ Nicole: Auch ich habe erst relativ spät entdeckt, dass ich auch Gefühle für Frauen habe. Und zwar als mir Anja begegnete. Da war ich Anfang 30. Zunächst waren wir zwei Jahre lang befreundet. Aber irgendwann wurde uns beiden klar, dass sich aus unserer Freundschaft mehr entwickelt hatte. Wir hatten uns tatsächlich ineinander verliebt. Ich habe einige Zeit gebraucht, ehe ich mir das eingestehen konnte. Denn ich hatte Angst. In erster Linie Angst vor den Reaktionen meiner Familie und Freunde. Was werden sie denken, wenn ich plötzlich mit einer Frau um die Ecke komme, wo ich doch vorher zwölf Jahre mit einem Mann zusammen war? Doch meine Bedenken waren völlig unberechtigt. Denn mein gesamtes Umfeld hat recht cool auf mein Outing reagiert. Meine Mama hatte ja schon ein wenig „Erfahrung“ damit. Denn mein älterer Bruder hat sich als Teenager als schwul geoutet. Ich glaube ihre einzige Angst war, ob ich denn mit einer Frau eine Familie gründen könnte. Aber diese Befürchtung konnten wir ihr relativ schnell nehmen.

DAS ERSTE DATE Nicole: Wir haben uns im Sommer 2011 zufällig auf einer Grillparty kennengelernt. Anfangs mochten wir uns überhaupt nicht. Ein paar Wochen später haben wir uns dann nochmal auf einer Geburtstagsparty wiedergetroffen. Nach ein paar Gläschen Prosecco war klar, dass wir uns doch gar nicht so doof finden. Das war der Beginn einer wunderbaren und intensiven Freundschaft. Zwei Jahre ging das so. Bis Anja mir eines Tages gestand, dass sie sich in mich verliebt hatte. Ich bin froh, dass sie den Mut hatte, mir das zu sagen. Denn so musste auch ich mich endlich mit meinen Gefühlen auseinandersetzen und mich trauen, in mich reinzuhören und mich zu fragen: Bin ich das, will ich das? Ich sag euch: das hat mich einige schlaflose Nächte gekostet. Aber der Kampf mit mir selbst hat sich gelohnt.


DIE ENTSCHEIDUNG FÜR EIN KIND Wir wussten schon, als wir uns gerade frisch verliebt hatten, dass wir zusammen eine Familie gründen wollen. Und das, obwohl wir beide vorher weder heiraten noch Kinder kriegen wollten. Aber wenn man dem richtigen Menschen begegnet, ändert sich eben alles. Und deswegen haben wir auch nicht lange gezögert und sind recht schnell in die Babyplanung gegangen.

DER WEG ZUM KIND Wir haben alle Möglichkeiten durchgesprochen und waren uns relativ schnell einig, dass wir eine Familie gründen wollen, ohne abhängig von einem anderen Menschen zu sein. Denn wir beide wissen, dass wir uns hundertprozentig aufeinander verlassen können. Deswegen fiel unsere Entscheidung auch auf einen Spender aus einer Samenbank. Und da dies in Deutschland für zwei Frauen ja nicht möglich ist, führte uns unser Weg nach Dänemark. Von der Klinik in Aarhus haben wir Zugangsdaten zu einer großen, europäischen Samenbank erhalten. Von jedem Spender gibt es dort ein umfangreiches Profil, das ein Kinderfoto, eine weitreichende medizinische Analyse, ein psychologisches Gutachten und auch ein Interview enthält. Genau dieses Interview war für uns ausschlaggebend. Denn seine Stimme hat uns sofort angesprochen. Wir haben uns ganz bewusst für eine „offene“ Spende entschieden. Bedeutet: wenn unser Sohn achtzehn Jahre alt ist, kann er selbst entscheiden, ob er seinen biologischen Vater kennenlernen möchte oder nicht. Diese Möglichkeit wollten wir ihm auf jeden Fall offenhalten. Es wäre merkwürdig, so zu tun, als ob dieser Mann nicht zu unserem Leben dazugehören würde. Zwar nicht aktiv, aber er hat uns ja mit seiner Spende unseren größten Wunsch erfüllt. Dafür sind wir ihm sehr dankbar. Nicole (links im Bild) und Anja (rechts im Bild)

DIE REAKTIONEN IM UMFELD Natürlich haben wir unsere Familie und Freunde in unsere Babypläne eingeweiht. Bedenken oder Kritik gab es keine. Sie waren eher neugierig, wie das alles genau funktioniert und haben uns mit Fragen regelrecht gelöchert. Wir leben glücklicherweise in einem sehr toleranten und offenen Umfeld und haben bisher weder als gleichgeschlechtliches Paar noch als Regenbogenfamilie Diskriminierung erlebt. Dafür sind wir enorm dankbar. Denn es gibt genügend Paare, denen es nicht so ergeht und die mit Ausgrenzung und Abweisung leben müssen. Deswegen haben wir auch Anfang des Jahres unseren Blog „Frau und Frau W“ ins Leben gerufen. Denn wir wollen mit unserer Geschichte anderen Paaren Mut machen, Vorurteile abbauen und zeigen, wie normal unser Familienalltag eigentlich ist.

DER ERSTE BESUCH IN DER KLINIK Wir haben entschieden, dass Nicole das Kind bekommt, einfach weil sie die Jüngere von uns beiden ist. Denn je älter man ist, desto mehr sinkt die Wahrscheinlichkeit mit einer künstlichen Befruchtung schwanger zu werden. Wäre Anja zu diesem Zeitpunkt etwas jünger gewesen, hätte sie mit Sicherheit auch gern ein Kind bekommen. Aber so lag die Entscheidung quasi auf der Hand. Wir haben uns übrigens für die Diers Klinik in Aarhus (Dänemark) entschieden. Wir wurden dort unglaublich herzlich und komplett vorurteilsfrei aufgenommen. Denn die Klinik hat sich auf lesbische, aber auch alleinstehende Frauen mit Kinderwunsch spezialisiert. Dementsprechend professionell war die Betreuung vor Ort. Sie haben uns all unsere Fragen beantwortet (übrigens auf Deutsch) und uns damit jegliche Unsicherheit genommen.

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DIE KÜNSTLICHE BEFRUCHTUNG Zuerst einmal mussten wir uns überlegen, wie viele Einheiten (eine Einheit ist ein Versuch) wir vom Spender kaufen wollen. Denn im Durchschnitt braucht es 4 bis 5 Versuche, bis es mit einer Schwangerschaft tatsächlich klappt. Das ist natürlich abhängig vom Alter und dem gesundheitlichen Zustand der Frau. In unserem Fall gab es allerdings nur noch zwei Einheiten von unserem Spender. Die haben wir in der Klinik für uns deponieren lassen. Kostenpunkt: 500 Euro pro Einheit. Als dann bei Nicole der Zeitpunkt des Eisprungs gekommen war, haben wir einen Termin in der Klinik vereinbart. Die sind jeden Tag von 9-16 Uhr da und gewährleisten dadurch eine hohe Flexibilität. Wir hätten uns auch den Samen nach Deutschland schicken lassen und das selber machen können, aber eine professionelle Betreuung vor Ort war uns irgendwie lieber. Die Insemination an sich war relativ unspektakulär. Sie dauerte nur wenige Minuten und war absolut schmerzfrei. Dafür wurde ein steriler Katheter in die Gebärmutter eingeführt, um den Samen des Spenders einzuspritzen. Der Eingriff hat nochmal 500 Euro gekostet und wurde in unserem Fall nicht von der Krankenkasse übernommen. Trotzdem hatten wir enorm großes Glück. Denn Nicole ist schon beim ersten Versuch schwanger geworden!

DAS GEFÜHLSCHAOS Das gab es so nicht. Wir waren uns von Anfang an einig, dass wir zusammen eine Familie gründen wollen. Wir waren einfach nur froh und glücklich darüber, dass wir auf diesem Wege schwanger werden konnten. Und unterschiedlicher Meinung sind wir eh relativ selten. Und wenn doch, kommen wir recht schnell wieder auf einen gemeinsamen Nenner.

DIE GRÖSSTE SORGE Natürlich hatten wir im Vorfeld Ängste. Die größte Angst war, ob unser Kind denn gesund sein würde. Und wir haben sehr gehofft, dass Nicole nichts passiert. Auch weil Anja ja rechtlich gesehen erst die Mutter von unserem Kind ist, wenn sie in der Geburtsurkunde steht. Dafür durfte sie acht Wochen nach der Geburt einen Adoptionsantrag stellen. Das Verfahren dauerte ein Jahr lang. Eine Zeit, in der sie als nicht-leibliche Mutter leider keinerlei Rechte hatte. Das hat bei uns natürlich für jede Menge Unsicherheit gesorgt. Deswegen würden wir uns auch wünschen, dass in Zukunft das Abstammungsgesetz zugunsten Kinder gleichgeschlechtlicher Paare geändert wird. Denn dann wäre sie automatisch die Mutter. Und um alles andere machen wir uns keinen Kopf. Wir leben gern im Moment und lassen die Dinge entspannt auf uns zukommen. Unser Sohn wächst in einer Familie voller Liebe, Respekt und Sicherheit auf. Wir werden ihn emotional so stark machen, dass er für alle Eventualitäten des Lebens gerüstet ist. Denn es wird immer Menschen geben, denen nicht passt, wie man lebt und wer man ist.

Foto: Susanne Tessa M üller

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DIE GEBURT UND DAS GROSSE GLÜCK! Die Geburt war für uns alle ein Schockerlebnis. Denn sie verlief so völlig anders als wir uns das vorgestellt hatten. Nicole hatte einen Notkaiserschnitt mit vielen unschönen Komplikationen. Aber diese einschneidende Erfahrung, im wahrsten Sinne des Wortes, hat uns noch viel enger zusammengeschweißt. Wir wissen, egal was passiert und wie schlimm die Situation auch sein mag, wir können uns blind aufeinander verlassen. Das ist ein wunderbares Gefühl. Wir lieben unsere kleine Familie einfach und sind stolz auf das, was wir bis jetzt geschafft haben. Unser Kind ist gesund, entspannt und dazu noch ein unglaublicher Sonnenschein. Mehr können wir uns wirklich nicht wünschen. Und klar, auch bei uns gibt es mal Stress im Alltag. Dann rappelt es in der Kiste, wir reden drüber und gut ist. Wir versuchen eh vieles mit Humor zu nehmen. Das macht das Leben einfacher. Und wenn unser Sohn alt genug ist, werden wir ihm natürlich erzählen, wie wir ihn bekommen haben und wer sein biologischer Vater ist. Er registriert bereits, dass er zwei Mütter und keinen Vater hat. Aber nicht als Mangel, sondern eher als Feststellung. Kinder haben da ja eine völlig andere Wahrnehmung als wir Erwachsenen. Erst neulich hat Valentin einem anderen Jungen erzählt, dass er zwei Mütter hat. Der war sofort neidisch und konnte nicht verstehen, warum er nur EINE Mama hat. Vielleicht wächst da eine neue Generation heran, für die es völlig normal ist, dass es auch Regenbogenfamilien gibt. Das würden wir uns jedenfalls sehr wünschen. Und trotz unserer Katastrophengeburt können wir uns tatsächlich noch ein zweites Kind vorstellen. Wir haben ja noch eine Einheit vom Spender übrig. Und wenn es mit einer zweiten Schwangerschaft klappen sollte, hätte unser Sohn sogar einen biologischen Bruder oder eine biologische Schwester. Und nein, wir können uns das Geschlecht nicht aussuchen. Das entscheidet immer noch das Schicksal.

...UND SEINE HÜRDEN Uns ist schon bewusst, dass wir in Berlin in einer Art Toleranzblase leben. Aber wir sind auch davon überzeugt, dass es immer ein bisschen davon abhängt, wie wir anderen Menschen begegnen. Wie selbstverständlich wir mit unserem Familienmodell umgehen und das auch nach außen tragen. Das merken wir vor allem, seitdem wir unseren Blog „Frau und Frau W“ haben. Dort, aber auch auf Instagram, YouTube und Facebook, bekommen wir täglich viele Nachrichten von Menschen, die dankbar dafür sind, dass wir unsere Erfahrungen so offen und ehrlich mit ihnen teilen. Die gut finden, dass wir eben nicht um den heißen Brei herumreden und die Dinge einfach beim Namen nennen. Denn das schafft Transparenz und Klarheit und hilft vielleicht auch dabei, bestehende Vorurteile und Klischees abzubauen. Und selbst in dem bayerischen 2.000-Seelen-Dorf, in dem Anjas Eltern wohnen, sind wir als Regenbogenfamilie mit offenen Herzen und Armen empfangen worden. Das hätten wir ehrlicherweise so nicht erwartet. Ab und zu spielen wir tatsächlich mit dem Gedanken aufs Land zu ziehen, verwerfen ihn dann aber relativ schnell wieder, weil wir einfach zu gern in dieser kunterbunten Großstadt wohnen.

MEHR ZU NICOLE, ANJA UND IHRER REGENBOGENFAMILIE GIBT ES HIER:

YOUTUBE: www.youtube.com/c/FrauundFrauW

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INSTAGRAM: www.instagram.com/frau_und_frau_w/

BLOG: www.frauundfrauw.de/

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W E N N PAT C H W O R K N I C H T F U N K T I O N I E R T. . . Jackie O. ist eine schöne, lebensfrohe Frau. Sie ist sehr erfolgreich und konsequent in den Dingen, die sie in die Hand nimmt. Lange Zeit hat sich das vor allem auf ihre Karriere bezogen. Mit Anfang 40 lernte sie dann den Richtigen kennen und v e r l i e b t e s i c h . I n e i n e n M a n n m i t b e r e i t s d r e i K i n d e r n i m Te e n a g e r a l t e r. M i t 4 5 w u r d e J a c k i e O . z u m e r s t e n m a l M u t t e r d e r g e m e i n s a m e n k l e i n e n To c h t e r L u c y .

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Liebe Jackie, du lebst mit deinem Partner und eurer inzwischen zehnjährigen Tochter zusammen. Wie geht es euch und wie sieht euer Alltag aus? Wir sind uns einig, dass Lucy’s Betreuung Priorität hat. Das heißt, dass ich vormittags bis ca. 14 Uhr arbeite und danach hauptsächlich die Familienaktivitäten manage. Nun ist Lucy ja kein kleines Kind mehr und fängt an, mehr und mehr selbstständig zu werden. Das eröffnet auch mir mehr Raum für andere Dinge. Haben die jetzt erwachsenen Kinder deines Mannes früher bei euch gelebt oder wie war die Wohn- und Sorgerechtssituation? Seine Kinder haben nach der Trennung bei ihrer Mutter gelebt, das Sorgerecht haben beide. Die Kinder waren selten über Nacht bei uns, auch weil wir anfangs eine beengte Wohnsituation hatten. Hinzu kommt, dass mein Mann und seine Ex-Frau keine gute oder entspannte Beziehung haben, was sich auf die Kommunikation mit den Kindern ausgewirkt hat. Was glaubst du, woran das lag? Die Ehe war schon lange nicht mehr intakt, den Schritt zur Trennung machte dann letztendlich mein Mann und das hat seine damalige Frau ihm nicht verzeihen können. Zudem musste sie auch wieder anfangen zu arbeiten, was sie einige Jahre ausgesetzt hatte. Diese ganzen Umstellungen haben sicher eine Wut

und Bitterkeit erzeugt. Fühlt sich deine Tochter als Einzelkind oder als Geschwisterchen von Vieren? Ich habe sie eben mal gefragt: sie fühlt sich als Einzelkind. Kannst du dir vorstellen, dass sich das in den nächsten Jahren noch ändern wird? Vielleicht wird der Kontakt enger und gelöster, wenn weder die Mutter der drei Kinder noch ich eine große Rolle spielen. Wenn sich die Kinder untereinander treffen können, wann und wie sie wollen, entsteht möglicherweise eine neue Bindung. Was gab es für Schwierigkeiten zwischen deinem Mann und dir, wenn es um Erziehungsfragen bei den verschiedenen Kindern ging? Mein Mann empfindet es als großes Defizit, dass er seit der Trennung von seiner ersten Frau wenig Einfluss und auch Einblick in das Leben seiner Kinder aus dieser Ehe hat. Das hat verschiedene Gründe. Zum einen hat seine ExFrau eine negative Meinung von ihm, die natürlich an die Kinder weitergegeben wurde. Als sie jünger waren, konnten sie sich noch kein eigenes Bild machen – jetzt ist es anders. Über viele Dinge sollten sie nicht mit ihm und uns sprechen, oft ging es nur um das Thema Unterhalt. Das engt die Qualität der Beziehung ein. Ein weiterer Grund ist, dass wir gemeinsam ein Kind haben und eine neue Familie gebildet haben.

Besonders für ihn war es am Anfang schwierig, dieses neue Glück sensibel und einfühlsam mit seinen ersten drei Kindern zu teilen. Er hat sich zurückgezogen und zu wenig bei ihnen gemeldet, aus Unsicherheit hauptsächlich. Ich halte mich sehr zurück, was Erziehungsfragen seiner Kinder angeht, glaube ich zumindest. Aber manchmal spüren wir beide eine Spannung in der Luft und die hat damit zu tun, dass wir Dinge nicht aussprechen. Wie schwierig empfandest du die Konstellation mit drei Elternteilen von vier Kindern? Ich habe mich nie als Elternteil der Kinder aus erster Ehe empfunden, dazu war die Beziehung nicht eng genug. Diese Rolle wurde auch nicht von mir gefordert oder gewünscht. Wie glaubst du sollte “Patchwork” im Idealfall laufen? Was kann man (zumindest in der Theorie) besser machen? Auf jeden Fall hilft eine unbeschwerte Beziehung zwischen den alten und neuen Partnern, dass die Kinder sich besser fühlen. Denn letztendlich geht es ja mehr oder weniger nur um deren Wohl. Patchwork bedeutet ja, dass man mit nicht-leiblichen Kindern zusammenlebt und sein eigenes leibliches Kind auch von anderen miterzogen – zumindest beeinflusst – wird. Das braucht sehr viel Vertrauen auf allen Seiten, denn wir geben das Kostbarste, was wir haben, teilweise in andere Hände. Vertrauen kann man aber nur


Frauenarzt, der mich wunderbar betreut hat. Was waren deine Sorgen vor und nach dem positiven Schwangerschaftstest? Und wie empfindest du es auch im Hinblick auf die damaligen Bedenken heute? Mein Arzt gab mir das Gefühl, ich sei die normalste und gesündeste Frau der Welt. Er sah mich jede Woche, das war sehr beruhigend. Zu der Zeit las ich alles Mögliche, was mit später Schwangerschaft zu tun hatte und hatte viel Ängste. Meine Bedenken und auch die anderer Frauen kann ich auch heute sehr gut nachvollziehen. Eine Schwangerschaft und die Geburt sind so existenzielle Prozesse, dass dabei Ängste entstehen, finde ich “normal”.

durch Kennenlernen des Fremden und Erfahrung gewinnen. Auf den Punkt gebracht heißt das: gute Kommunikation! Du bist relativ spät schwanger geworden, wolltest du immer Kinder? Ja, und zwar am liebsten drei. Vielleicht weil ich selbst eine von drei Geschwistern bin. Aber wie du weißt, bin ich erst mit 44 schwanger geworden und hab mit 45 mein erstes Kind gekriegt – ich war dankbar und demütig und wollte die Biologie nicht noch einmal herausfordern. Außerdem hat mein Mann ja insgesamt vier, irgendwie reicht das! Wie fühlt sich das Muttersein für dich an? Meinst du, du bist eine besonders erfüllte Mutter, weil du erst Karriere gemacht hast und die kinderlose Unabhängigkeit genießen konntest? Für mich hat Glücklichsein viele Facetten und Gründe und Quellen. Ganz sicher ist die größte und

kräftigste Kraft für mich die Liebe zu unserer Tochter. Aber auch in der kinderlosen Zeit hatte ich natürlich Momente und Phasen des Glücks. Ich erinnere mich fast täglich an das letzte Gespräch mit meiner Mutter, kurz bevor sie starb. Sie sagte, “Hoffentlich war ich dir immer eine gute Mutter.” Das geht mir ständig durch den Kopf: bin ich eine gute Mutter? Ob ich eine besonders erfüllte Mutter bin, kann ich nicht beurteilen, ich kenne ja nur mein Gefühl. Und das ist voller Liebe. Als du mit 42 Deinen neuen Partner kennengelernt hast, hast du damals an die Gründung einer Familie gedacht? Der Gedanke schwebte immer im Hintergrund mit, allerdings haben wir nicht bewusst “darauf hingearbeitet”. Wie einfach war es mit 44 Jahren schwanger zu werden? Bei mir war es zum Glück kein harter Weg. Und ich hatte einen tollen

Und hast du dir auch Gedanken um euer “Alter” gemacht? Oder ist das heute eh mehr und mehr hinfällig, schließlich bekommen wir in Deutschland ja grundsätzlich immer später Kinder? Ich mache mir sehr viele Gedanken darüber, dass wir späte Eltern sind. Nicht so sehr, dass ich mehr Falten oder Wehwehchen habe als andere Mütter mit gleichaltrigen Kindern. Das Thema Finanzen und Verantwortung belastet mich oft: Wenn unsere Tochter volljährig wird, sind wir schon im klassischen Rentenalter. Aber dann geht es bei ihr erst los mit Studium, Ausbildung, Reisen etc. Das heißt, wir müssen noch viel Energie haben und lange arbeiten, um ihr gute Ausgangsmöglichkeiten zu bieten. Würdest du sagen, es gibt Unterschiede zwischen Frauen, die sehr früh (Anfang/Mitte zwanzig) bzw. später (Anfang/Mitte vierzig) Mutter werden? Wenn ich von mir ausgehe würde ich sagen, ja. Von Natur aus bin ich zum Beispiel ungeduldig, denke aber, dass es mit zunehmendem Alter stärker wird. Generelle Unterschiede sehe ich nicht, denn es gibt so viele Unterschiede, wie es Frauen gibt. Gibt es ein richtiges Alter? Ja! Wenn man glaubt, dass es sich gut und richtig anfühlt.

Liebsten Dank, liebe Jackie O.!

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VON HELFERN UND DENEN, DIE HILFE ANNEHMEN

Dem Berliner Stadtteil Moabit sagt man bereits seit Jahren nach, dass er im Kommen sei. Vor allem aber ist er ein Bezirk, in dem ein großer multikultureller Mix zu finden ist, sprich viele M enschen mit Migrationshintergrund. Und: sehr viele Familien. Mitten in Moabit steht es, das SOS-Kinderdorf mit seiner modernen A r c h i t e k t u r, s e i n e r G l a s f a s s a d e, d i e d a f ü r sorgt, dass alle Räume lichtdurchflutet sind. Zumindest an sonnigen Tagen – und so einer ist heute.

Fotos: Malina Ebert

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Wir treffen Tatjana Beicht, die Koordinatorin des Familienzentrums im SOS-Kinderdorf Berlin. Sie ist jünger, als wir sie uns vorgestellt hatten und sehr sympathisch. Sie scheint im Haus jeden gut zu kennen, wobei viele aus der Nachbarschaft auch nur zum Mittagstisch (immer gesund und für maximal 5 Euro pro Portion) oder auf einen Kaffee vorbeischauen. “Heute ist es sehr ruhig hier, aber wir haben ja auch erst Vormittag. Am meisten ist zwischen 15 und 18 Uhr los, da haben wir offenes Haus und teilweise bis zu 150 Personen hier.” Hui, so viele Menschen, darunter eine Menge Kinder, da kann einem die Lautstärke schon mal zusetzen, oder? “Ach, wir haben hier ja zum Glück viel Platz, das verläuft sich dann schon ganz gut. Aber ja, ruhig ist es dann nicht. Aber wo ist es das schon, wenn Kinder dabei sind?” Recht hat sie! Schließlich ist ja auch genau das die Idee des Ganzen. “Wir wollen hier eine echte Begegnungsstätte haben, für die Menschen, die uns brauchen. Wir wollen ein Miteinander schaffen, wir wollen den Austausch anregen und wir wollen gemeinsam diesen Ort kreieren.” Mit Tatjana arbeiten noch fünf weitere Festangestellte im Familienzentrum, hinzu kommen über das Jahr etwa 20-30 Freiwillige und etwa 10 Honorarkräfte. “Das Haus lebt insbesondere von unseren Freiwilligen, die sich hier wirklich engagieren, ihre Zeit, Kraft und Kompetenz spenden und ihre eigenen Ideen mitbringen.” So gibt es neben Sprachförderung auch Kurse mit und für Kinder. Schließlich hat Moabit einen sehr hohen Migrationsanteil und viele Frauen, die mit ihren Kindern zuhause sind und ohne das SOS-Kinderdorf – die Kinder werden in dieser Zeit betreut – keinen Sprachkurs besuchen könnten. Ob man ein Instrument, tanzen oder nähen lernen möchte, ob man basteln oder in der Kunstwerkstatt kreativ sein möchte – im Prinzip ist für jeden etwas dabei. “Wir freuen uns auch immer über Anregungen und sind für alles offen. Wir wünschen uns Initiative”, erzählt Tatjana Beicht. “Wir möchten keinen Ort, an dem die Kinder beschäftigt werden und die Mütter Kaffee trinken, sondern wir wollen gemeinsam mit den Kindern Dinge erleben. Das erfordert, dass sich die Eltern hier auch engagieren.”


Und genau so eine Mutter und Freiwillige ist auch Nursel K. (48), die wir heute treffen. Es ist Montag Vormittag und Nursel hat gerade einen Mutter-KindKurs im SOS-Kinderdorf gegeben. Einer von ca. 30 Kursen und Gruppen, die in dem Familienzentrum sehr kostengünstig angeboten werden. Die Kurse sind beliebt und werden von Müttern und ihren Kindern gerne besucht. Nursel ist selbst Mutter zweier Kinder und gibt seit 2014 diese Kurse. Sie ist alleinerziehend und seit der Eröffnung des SOS-Kinderdorfs 2005 hat sie dort viel Zeit verbracht. Liebevoll nennt sie es ihr “zweites Wohnzimmer” und erzählt: “Ich bin schon immer meinen ganz eigenen Weg gegangen. Natürlich wurde ich oft komisch angeschaut und bin sehr vielen Vorurteilen begegnet, aber ich bin mir immer selbst treu geblieben.” Geboren in der Türkei, kam sie als kleines Kind mit ihren Eltern nach Berlin und wuchs in Kreuzberg auf. “Natürlich wollte meine Familie, dass ich heirate, aber ich habe immer gesagt, ich muss dafür den richtigen Mann treffen. Der kam nicht, aber das ist schon in Ordnung. Gott hat mich trotzdem mit zwei Kindern beschenkt”, erzählt sie uns. Dabei strahlt diese Frau, ihre Augen lachen und mit ihren gerade mal 154 Zentimetern versprüht sie unbändige Kraft. Und die braucht sie auch, denn sie erzählt uns ihre Geschichte.

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Ihre Tochter ist 12 Jahre alt und natürlich auch eher ein dunkler Typ. Ihr neunjähriger Sohn hingegen ist blond und blauäugig. “Ein richtig deutsches Baby halt”, sagt sie und lacht. Natürlich sieht man auf den ersten Blick, dass ihr Sohn Nursel nicht ähnlich sieht und es stört sie, sich immer erklären zu müssen. “Vor allem die türkischen und arabischen Menschen fragen ständig nach und wollen es ganz genau wissen. Viele Jahre hat mich das sehr belastet, weil viele es nicht verstehen. Heute antworte ich nur noch, dass Gott mir dieses Kind so gegeben hat!” Doch ganz so einfach ist das nicht, denn die Geschichte dahinter ist traurig und wunderschön zugleich. Nursels Sohn wurde von einer Frau ausgetragen, die nicht in der Lage war für ihn zu sorgen . Als er aus einer Kriseneinrichtung über das Jugendamt zu ihr kam, sollte er nur kurz bei ihr bleiben, bis eine Pflegefamilie für ihn gefunden wurde. Damals war er gerade mal sechs Monate alt und in einem kritischen Zustand. Mit viel Geduld und Hilfe päppelte sie ihn wieder auf. “Für 100 Milliliter Milch brauchte er eine Stunde”, erzählt sie mit ernster Miene.


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Und als das Jugendamt ihn wieder abholen wollte, konnte sie ihn nicht mehr hergeben. “Er war in meinem Herzen. Ich konnte ihn nicht wieder weggeben. Er war jetzt mein Sohn.” In diesem Moment sind wir tief ergriffen und würde Nursel nicht gleich wieder so herzlich und offen lachen, müssten wir wohl auf der Stelle ein paar Tränen vergießen.

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Wie sie das alles geschafft hat wollen wir wissen? Schon wieder lacht sie. “Die Kraft geben mir meine Kinder und der Sport!” Und sie habe neben ihren eigenen Eltern auch eine zweite Familie im Familienzentrum vom SOS-Kinderdorf gefunden. Ihre Kinder waren die meiste Zeit nebenan im dazugehörigen Kindergarten, wo sie auch die Nachmittage oft verbrachten. “Man kann sich dort so gut austauschen, über Ängste und Sorgen sprechen und hat immer Fachleute an der Hand, wenn man Fragen in Sachen Erziehung oder Pädagogik hat. Das hat mir sehr geholfen”, verrät sie uns. Und finanziell? “Das ist natürlich auch nicht so einfach”, sagt sie. “Wir wohnen in einer kleinen Wohnung mit zwei Zimmern. Natürlich bräuchten wir ein Zimmer mehr für die Kinder, aber das ist nicht so einfach. Außerdem habe ich hier ja mein zweites Wohnzimmer.” Und da ist es wieder, das herzliche Lachen, das einem das Gefühl gibt, alles wird gut, komme was wolle. Am Nebentisch sitzt seit einiger Zeit eine Gruppe Rentner – das SOS-Kinderdorf in Berlin ist seit 2008 auch Mehrgenerationenhaus und hat auch einige Angebote für die Ü60 Generation – und unterhalten sich, wie es damals so war, als sie kleine Kinder zuhause hatten. Ein kleiner Junge läuft an der Hand seiner Mama vorbei und winkt einem der Alten zu. Man scheint sich zu kennen, irgendwie wirkt alles familiär. “Ja, wir sind hier auch wie eine große Familie”, bestätigt Nursel. “Wenn wir nach Hause gehen wollen am Nachmittag, sagt meine Tochter immer ‘Mama, nur noch kurz einen Kaffee gegenüber!’ und wir landen doch wieder hier. Aber ich will mich nicht beschweren, es ist einfach toll hier!”

Das Programm und das Familienzentrum ist übrigens nicht nur für Frauen gedacht. “Es sind überwiegend Frauen, aber wir haben auch einige Väter hier und sogar auch alleinerziehende Väter”, verrät uns Tatjana Beicht. “Uns ist es wichtig, auch hier das entsprechende Angebot zu schaffen. An Samstagen ist beispielsweise die Vater-Kind-Gruppe (Bewegungslandschaft), deren Väter sogar schon eine Vater-Kind-Reise organisiert haben. Hier werden auch Väter mitgenommen, die sich das normalerweise nicht leisten könnten. Das alles haben die Männer selbst organisiert. Eben genauso, wie das SOS-Kinderdorf funktioniert. Hier soll jeder mit in die Verantwortung genommen werden, man soll sich gegenseitig helfen, dafür bekommt man Unterstützung, immer ein offenes Ohr und eine zusätzliche Familie.” Und genau das kann für viele Eltern – insbesondere alleinerziehende – eine riesige Hilfe im Alltag sein.


Das

Angebot

des SOS-Kinderdorfs Berlin in Moabit: Die angebotenen Kurse sind teils kostenfrei, teils kostengünstig, oft gegen eine Spende oder eine monatliche Kursgebühr von max. 15 Euro zu besuchen. Das aktuelle Programm mit detaillierten Informationen findet man unter www.sos-berlin.de. Dort kann man sich auch anmelden. ANGEBOTE IM ÜBERBLICK: Individuelle Erziehungs- und Familienberatung Familienbildung (Kursangebote) Familientreff (offene Gruppen und Angebote) Kindertagesstätte SOS-Kinderdorffamilien Schulbezogene Angebote ANGEBOTE FÜR ELTERN UND ERZIEHENDE, z.B.: Elterngruppentraining nach der Triple P-Methode (Positive Parenting Program) Elternintensivtraining nach Triple P Offene Beratung mit einer MitarbeiterIn im Familiencafé Sozialberatung und Wegweiserberatung in Arabisch für Flüchtlingsfamilien Frühberatung ANGEBOTE FÜR ELTERN UND KIND, z.B.: Bewegungslandschaft für Väter Hebammensprechstunde PEKiP/Eltern-Kind-Kurse FuN Familie/FuN Baby Baby-Eltern-Musikkurse Fit mit Kind Psychomotorik für Eltern und Babys Rückbildungsgymnastik

ANGEBOTE FÜR KINDER, 6 BIS 12 JAHRE, z.B.: Theaterprojekt Kunstwerkstatt (Kompetenznachweis Kultur) Psychomotorik Karatekurs für Mädchen und Jungen Kreativer Kindertanz Soziales Kompetenztraining Kinderkochgruppe Capoeira

Außerdem bietet das SOS-Kinderdorf Berlin in Moabit viele Sportkurse für Erwachsene (Yoga, Pilates, Tai Chi) sowie Sprachkurse und Mutter-Baby-Sprachlerngruppen.

Wer sich engagieren möchte, der kann sich jederzeit gerne bei Tatjana Beicht melden. Gesucht werden immer freiwillige Helfer, gerne auch mit eigenen Ideen:

SOS-KINDERDORF BERLIN Kinder- und Familienhilfen Waldstraße 23/24 10551 Berlin Telefon 030 330993-0 kd-berlin@sos-kinderdorf.de

HIER FINDET IHR DIE ANGEBOTE VON SOSKINDERDORF IN IHRER NÄHE.

ÜBER : Auch 60 Jahre nach der Eröffnung des ersten Kinderdorfs bilden die SOS-Kinderdörfer den Kern der Arbeit bei SOS: Dort wachsen Kinder, deren leibliche Eltern sich aus verschiedenen Gründen nicht um sie kümmern können, in einem familiären Umfeld auf. Aber auch in zahlreichen anderen Einrichtungen betreut und fördert SOSKinderdorf heutzutage Kinder, Jugendliche und Familien. Darüber hinaus ist SOS-Kinderdorf in über 130 Ländern der Welt aktiv. www.sos-kinderdorf.de

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KOLUMNE von Camilla Rando

J ED E A L L EI N ER Z I EH EN D E H AT EINEN ORDEN VERDIENT! Vor 1,5 Jahren schrieb ich einen Blogbeitrag zu diesem Thema, der bis heute zu einem unserer meistgelesenen Artikel gehört, denn mein kleiner persönlicher Schrecken wurde wahr: ich war das Wochenende alleine mit Kind zuhause – und zwar krank. Aber nicht nur ich, denn auch Helene war krank und nölig und ein reines Nervenbündel. 48 Stunden, die mich aufs Äußerste strapazierten, obwohl ich mich doch eigentlich nur im Bett verkriechen, die Decke über meinen Kopf ziehen und erst wieder aufstehen wollte, wenn ich mich besser fühlte. Doch das genaue Gegenteil war der Fall...

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irklich, es war mein wahr gewordener Albtraum. Hinter mir lag eine extrem anstrengende Woche, mit Fieber-Kind, anschließend 14-stündigen Arbeitstagen, sehr vielen Terminen, Nachtarbeit und zwischendurch die Kind-Organisation. In den Nächten klebte Helene an mir, weil ich die Tage nicht wie gewohnt für sie da war. Also gab es auch keine wirkliche Erholung in der Nacht. Am Freitag Nachmittag war die Horror-Woche vorbei und Helene hatte ein Spieldate bei ihrem besten Freund Fritz. Wir saßen wie üblich auf dem Boden im Kinderzimmer und ich konnte nur noch mit Mühe und Not meine Augen offen halten. „Na, dein Wochenende wird bestimmt super, wenn es dir jetzt schon so geht!“ war der Kommentar von Felix, dem Papa von Fritz. Ja verdammt, er hatte recht. Mein Kopf dröhnte, meine Müdigkeit ließ mich alle zwei Minuten gähnen und mein Hals fühlte sich komplett entzündet an. Ich bedachte ihn mit einem bösen Blick. „Und das Schlimmste ist, ich muss heute Abend noch ins Fußballstadion!“ Felix brach in schallendes Gelächter aus. Er hatte ja auch gut zu lachen, schließlich düsten seine Frau mit den beiden Kindern am nächsten Tag übers Wochenende zur Oma, sodass er sich entspannt zurücklehnen konnte. Zu seiner Verteidigung muss ich sagen, dass auch er selbst ziemlich krank war und seit Monaten nicht mehr richtig geschlafen hatte. Trotzdem, ich hätte so gerne mit ihm getauscht...

A

lso, ab nach Hause, kochen, mit Helene essen und über den Tag reden, fliegenden Wechsel mit dem Papa machen, damit ich mit meinem Vater zu seinem Geburtstag ins Fußballstadion gehen konnte. Ich hatte mich zwar in gefühlt hundert Schichten gezwängt und der Abend war spitze, meiner Gesundheit allerdings nicht unbedingt zuträglich. Und so wachten Helene und ich Samstagmorgen viel zu früh, mit Fieber, Hals-, Kopf- und Gliederschmerzen auf. Mein Freund war zu dem Zeitpunkt

bereits irgendwo in Süddeutschland und bei uns herrschte schlechte Stimmung. Wie der Tag verlief brauche ich hier nicht detailliert wiedergeben, das kann sich jeder vorstellen. Es war ein Trauerspiel: Ich ein nervliches Wrack, Helene ein Nervenbündel. Am liebsten hätte ich alles hingeschmissen. „Tschüss, ich kündige! Ich bin dann mal weg!“ Mist, geht nicht. Also doch Kinderprogramm auf der Krankenstation.

D

as Ende vom Lied? Jetzt im Nachhinein war natürlich doch alles nicht ganz so schlimm wie in dem Moment, in dem man sich wie von einem LKW überfahren fühlt. Mir wurde aber auch wieder einmal bewusst, in welcher Familien-LuxusSituation ich mich befinde, mit einem überaus engagierten Papa und Eltern in derselben Stadt. Ich kann mir Freiräume schaffen, für die Arbeit, für Helene oder für mich. Ich habe Hilfe, wenn ich sie dringend brauche – aber auch, wenn ich sie nicht brauche. Ich kann öfter mal eine Nacht durchschlafen ohne Kind und ab und zu mal ausschlafen, weil mein Freund mit Helene aufsteht. Ja, ich arbeite viel, zerreiße mich schier jeden Tag, um allem und jedem gerecht zu werden und habe immer wieder das Gefühl, es nicht zu schaffen. Aber im Grunde bin ich so glücklich, und auch privilegiert, dass ich eigentlich jeden Tag Luftsprünge machen sollte. Denn wie viele Frauen um mich herum haben all das nicht. Wie viele Freundinnen von mir sind alleinerziehend – oder nahezu, weil der Mann unter der Woche weg ist, viel arbeitet und am Wochenende sein Fußball-Sport-Programm durchzieht? Was müssen diese tollen, bewundernswerten Frauen alles stemmen, ohne diese Unterstützung zu haben? Wie zum Teufel schaffen die das, ohne völlig durchzudrehen? Ohne einfach alles hinschmeißen zu wollen? Und wie schafft man das, wenn man mehr als ein Kind hat? Die Antwortet lautet schlicht und ergreifend: Man hat keine Wahl. Man funktioniert einfach,

wird nicht krank, braucht keinen Schlaf und ist am Ende des Tages trotzdem irgendwie glücklich. Verrückt, oder? Aber so ist das Muttersein eben. Und wenn die das schaffen, dann schaffe ich es in meiner glücklichen Situation wohl auch, mehr als ein Kind großzuziehen... Und trotzdem, jede alleinerziehende Mutter (und natürlich auch jeder alleinerziehende Vater, aber da liegt die Anzahl bei gerade mal einem Prozent) verdient in meinen Augen einen Orden! Als Anerkennung für ihre (seine) herausragenden Leistungen. Für all das, was sie (er) tagtäglich an übermenschlichen Kräften aufbringt und von keinem wirklich gesehen, geschweige denn honoriert wird. Im Gegenteil, Alleinerziehende haben es insgesamt so viel schwerer als Paare, denn neben der alltäglichen und emotionalen Belastung müssen Singles mit Kind(ern) auch finanziell die Familie über die Runden bringen – und das ist selbst zu zweit nicht immer leicht. Vielleicht sollte also der Orden mit einer ordentlichen Sonderprämie von Vater Staat gespickt sein...

I

ch werde jetzt natürlich nicht aufhören, über meine Herausforderungen im Alltag zu schimpfen. Ich bin Berlinerin – das Schimpfen gehört zu mir wie das Amen in der Kirche. Doch ich weiß auch, wie gut es mir geht, welch große Unterstützung ich habe und dass das nicht jedem so geht. Ganz ehrlich, mich erdrückt alleine die Vorstellung, die gesamte Verantwortung für ein Kind (oder mehrere) alleine zu tragen. Nicht Rücksprache mit meinem Freund zu halten und gemeinsam zu überlegen, was jetzt richtiger wäre. Nicht gemeinsame Entscheidungen zu treffen und auch mal den „Schwarzen Peter“ abgeben zu können.

K

urz und gut: Ihr tollen alleinerziehenden Mütter (und Väter) da draußen, ihr seid meine wahren Held(inn)en! Das muss einfach mal gesagt werden!

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re Unse rne Part s! Shop

HAND IN HAND Wie ihr sicher wisst, wird das MUM MY M AG Paper über Distributionspartner vertrieben. Auch eine Art von Familie. Wir haben uns bei unseren Partnershops mal nach den neuesten Schönheiten umgesehen…

www.nordkinder.de Katinka Materne: “Liebe und Toleranz ohne irgendwelche Schranken – so ein Glück gibt's wahrscheinlich nur in Familien. Das feiern wir mit Statement-Girlande von oeuf.” Girlande, handgefertigt in Bolivien von einem Fair-Trade-Frauen-Kollektiv. 100% Baby Alpaka-Wolle von oeuf, ca. 80 Euro

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www.kleineskarussell.com Kirsten Scholl: “Meine Zwillinge lieben ihre Mäuse-Stühle und sitzen jetzt immer an ihrem Tisch zum Basteln und Malen. Aus unserem Kinderzimmer ist der Mouse-Chair nicht mehr wegzudenken.” Kinderstuhl mit Mäuse-Ohren, der Award-Gewinner von Nofred, ca. 160 Euro

www.monkind.com Valeriea Popov: “Das ‘Dot Dress’ ist mein Favorit aus der neuen Kollektion. Es wurde in stilisierter Form von Nachthimmel-Gemälden inspiriert!” Dot Dress, ca. 50 Euro

www.unautrevoodoo.com Oryanne Dufour: “Das Flugzeug ist nicht nur ein gigantisches Spielzeug, sondern auch noch ein perfekter Tisch zum Basteln mit Regalen unter den Flügeln, auf denen man auch mit Kreide malen kann. Ich liebe das Baukastenprinzip. Mit drei Kindern brauche ich jeden Platz und Dinge, die man mehr als einmal benutzen kann und die auch für verschiedene Alter funktionieren.” Sirius desk von Kids Garret, ca. 429 Euro

www.dreams4kids.de Sylvia Haag: “Jeder kennt das Problem: CD’s verkratzen, bei der Kassette hängt das Band heraus und für Smartphones, Ipod und Co. sind die Kleinen noch nicht alt genug. Die Toniebox ist die einfach zu bedienende Alternative für Kinder ab 3 Jahren! Sie ist die Audio-Box für dein Kinderzimmer und macht das Hören zum Kinderspiel.” Toniebox, ca. 80 Euro

www.myBabyloon.com Angélique Kreichgauer: "Die myBabyloon bunny caps sind nicht nur kuschelweich und warm unsere Kinder lieben es sich die Alpakamützen spielend leicht alleine anzuziehen. Und das Beste? Sie sehen auch noch zuckersüß aus! Die perfekte Wintermütze für die Kleinsten!" bunny cap, ca. 60 Euro


www.papalobster.de

www.kiebitzundschneck.de

Antonia Schroeder und Johanna Wallmann: „Unser Label hat sich ganz schnell zu einem quirligen Familienbetrieb entwickelt, in dem alle Clanmitglieder von frischgebackenen Neuzugängen in Düsseldorf, London und Paris bis zur unermüdlichen Föhrer Uromi zum Einsatz kommen.“

Veronika Urban: “Perfekt für Groß und Klein. Im Familienleben, wo wir versuchen viel Zeit, Erlebnisse, aber auch kleine Haushaltsarbeiten miteinander zu teilen, kann man das Tuch vielseitig einsetzen und auch mal ausleihen” Wayda Tuch, auch in Beige und Aubergine, ca. 34 Euro

Babydecke mit Kapuze aus vierfädigem Kaschmir. Ein wunderschönes Geburts- oder Taufgeschenk, ca. 190 Euro

www.maramea.com Maren Will und Dorina Hartmann: "Mit ‘mama of the tribe’ haben wir unsere zweite AW Kollektion gelauncht und hatten trotz Eiseskälte riesig viel Spaß all unsere neuen Schwangerschafts- und Stillkleider mit Camilla zu shooten." Kleid “featherlove”, ca.109 Euro

www.littlehipstar.com Ceyda Avunduk: "littlehipstar hat schon immer auch meinen persönlichen Geschmack und Kleidungsstil gespiegelt. Wegen der unaufgeregten Designs und tollen Qualität gehört Stella McCartney zu meinen Lieblings-Luxuslabels. Ihre Kinderkollektion überzeugt mich aus dem gleichen Grund: cool, aber kein übertriebener Luxus." Stella McCartney Pinguin Overall, ca. 95 Euro

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D as neue Desig n! www.lillydoo.com

www.itkids.com

"Lang lebe die Abwechslung! Damit es beim Wickeln garantiert nicht langweilig wird, liefert LILLYDOO seine hautfreundlichen Windeln bald in drei weiteren hübschen Designs bequem nach Hause. Alle Infos zum praktischen Abo findet ihr unter www.LILLYDOO.com

Andrea Ruhland-Gudermuth: “Praktische Aufbewahrung für all die vielen Kinderbücher gefällig? Dann ist das Bücherregal von Tidy Books das Richtige! Diese kleine Bibliothek fürs Kinderzimmer bietet Platz für ca. 80 Bücher unterschiedlicher Größe, die selbst kleine Kinder eigenständig nach dem Buchcover auswählen und erreichen können. Für mich das weltbeste Bücherregal für Kids und ein MustHave im Kinderzimmer. Wir haben übrigens drei davon zu Hause, davon eines in meinem Arbeitszimmer für Kataloge und Magazine.” Tidy Books Regal, ca. 184 Euro

www.missesandmister.com www.walkingthecat.de Daria Surneva: “Es gibt tatsächlich eine hübsche Alternative zu den hölzernen Barrieren eines Wickeltisch Fallschutzes. Zumindest so lange die Babies noch mini sind.” Körbchen Reva inklusive Baumwoll-Matratze von Olliella, ca. 92 Euro

Thuy Nguyen: “Wir möchten etwas zurückgeben. Die Rettung der Ozeane beginnt mit uns allen. Den Nettogewinn jedes verkauften S-T-O-Produktes (SAVE-THEOCEAN) spenden wir daher an unsere gemeinnützigen Partnerorganisationen, um sie bei der Rettung der Ozeane zu unterstützen.” Fairtrade Baumwolle (Canvas) mit natürlichem Indigo gefärbt, ca. 29 Euro

www.hitbringsel.de Nicola König: “Die Windeltasche BEAUTIFUL VALLEY bietet Platz für Windeln, Feuchttücher und Co. Aber das Beste ist, auch Mummies können sie jederzeit als coole Clutch verwenden. Außen in coolem Petrol mit Stickerei bietet sie innen dann Platz für Lippenstift und sonstige Beauty-Helferlein.” Von mara mea, ca. 45 Euro


Wedding-Fahrplan Der 7-Monats-Countdown (Oktober bis Mai) Jaja , gehei rat et w i rd da s ga n ze Ja h r über, aber es g ibt Pea k s, w ie z u m Beispiel d ie Sommerzeit. Falls ihr also nächsten Sommer ein Fest plant oder Freunde habt, die diesen Schrit t “wagen” – so bezeichnen wir das angesichts des Schwerpunkthemas dieses MUMMY MAG Papers einfach ma l – dann möchten wir euch hiermit einen Fahrplan an die Hand geben, damit der große Tag dann auch wirklich eurer ist! Unsere Contributorin Nicola König hat den Fahrplan erstellt und selbst auf Herz und Nieren getestet.

Text: Nicola König

Noch 7 Monate bis zur Hochzeit... 52

Noch ist genügend Zeit! Als Erstes, legt euch eine Liste an, mit allen Adressen der Gäste, dann habt ihr alle Kontakte, alle Zu- und Absagen im Blick. Dann geht’s entspannt los mit der Location-Suche.

Location

Soll es hochherrschaftlich hergehen oder eher gediegen? Vielleicht findet ihr hier was, was zu euch und eurem Fest perfekt passt. In der Swistaue zwischen Bonn, Euskirchen und Köln, am Rande des kleinen Ortes Heimerzheim, erhebt sich malerisch die Wasserburg Heimerzheim. Hauptburg, Vorburg und Burgpavillon laden zum Feiern und zahlreiche Zimmer zum Übernachten ein (burg-heimerzheim.de). Unter nordseetourismus.de/hochzeit-heiraten findet ihr eine Auflistung der besten Orte zum Heiraten entlang der Nordsee in Schleswig-Holstein, z.B. auf dem Amrumer Leuchtturm, auf einem Kutter, im Friesenhaus oder auf einer Hallig. Hoch oben, in den Bergen, oberhalb von Garmisch-Patenkirchen wird mit traumhafter Kulisse „Ja“ gesagt, die Außentrauung des BoutiqueHotels Das Graseck (das-graseck.de) ist etwas ganz Besonderes! Die Gründerzeit-Villa Villa Blumenfisch (blumenfisch-gaestehaus.de) am großen Wannsee lockt mit eigener Steganlage. Es wird im Garten mit Seeblick getraut und gefeiert und wer mag, der bleibt samt Gästen gleich über Nacht.

Trauungs-Termin

Einen Trauungs-Termin festlegen und anfragen, ob er auch tatsächlich frei ist. Es folgt das Traugespräch und die Planung des Polterabends.


Band/DJ

Einladung

Sänger/DJ/Band müssen auch noch her! Entweder im Netz danach suchen oder Bekannte/Freunde nach Empfehlungen fragen. Aussuchen und Vorsingen vereinbaren. Damit es kein böses Erwachen gibt, haltet euch lieber an Profis, z.B. die Hamburger DJ-Agentur getont.de. Dort findet ihr unter „Partner“ zudem noch eine großartige Auswahl an Locations/Caterern etc. in und um Hamburg, die die DJs allesamt empfehlen können...

Keine Feier ohne Einladung. Fast jede (Online-)Druckerei verschickt kostenlose Muster. Einfach vergleichen und das Passende aussuchen. Wir können euch die Drucksachen von sendmoments.de wärmstens empfehlen. Dort gibt es neben Einladungs-, Save the Date- und Danksagungskarten, die ihr easy online selbst gestalten könnt, auch noch zahlreiche Zusatzprodukte wie eigene Flaschenetiketten, Kirchenhefte, Wegweiser sowie Menü- und Tischkarten. Der Text muss sitzen. Diese Infos müssen rein: „Wir heiraten“, Tag, Ort und Zeit der Trauung/Feier. Standesamt oder Kirche? Kontaktadresse und Datum für die Rückantwort der Gäste („U.A.w.g“ = „Um Antwort wird gebeten“ oder „RSVP“= „Réspondez s’il vous plaît“). Telefonnummer oder Mailadresse einer Person, die immer erreichbar ist (Wedding-Planer oder Trauzeugen). Hinweis zum Geschenkewunsch, Besonderheiten wie Dresscode, evtl. Auflistung des zeitlichen Ablaufs, Hotel-Tipps. Am besten der Einladung schon vorfrankierte Antwortkarten beilegen (dort kann auch Platz sein für „Bemerkungen“ wie Vegetarier, Veganer, Allergiker etc...). Passende Save the Date-Karten gleich mitbestellen, die müssen nämlich als erstes raus, bevor die eigentliche Einladung dann folgt...

Noch 6 Monate ...

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Weiter geht’s mit Flitterwochen planen, Florist(en) anfragen, Caterer checken und ganz wichtig: Die Save the Date-Karten verschicken.

ND on A id v e l K

COMPLIM ENT S

Kleid Ganz großes Thema, wenn nicht das Größte: Die Hochzeitsgarderobe. Viele Kleider haben monatelange Lieferzeiten, daher jetzt auf jeden Fall schon auf Kleid Suche gehen. Damit ihr euer Traumkleid findet, solltet ihr euch vorher schon Folgendes überlegen: • Wie soll es aussehen, was passt zu Klima/Location/Stil eurer Hochzeit? • Vorbereitung zur Suche treffen (Recherche im Netz, Collagen basteln, Moodboards erstellen, Zeitschriften wälzen und Impressionen ausschneiden) • Wer soll mit zur Anprobe? (Hier lautet das Motto „Weniger ist mehr“) • Setzt euch auf jeden Fall vor der Anprobe ein Limit, um sich Enttäuschungen zu ersparen, wenn das Traumkleid dann Hunderte von Euro über eurem Budget liegt. Zur neuen Kollektion 2018 haben wir eine kleine, aber feine #mumtobe Linie herausgebracht: soeurcoeur.de/kollektion/mum


Dürfen wir vorstellen.. Unbedingt mal bei andcompliments.com reinschauen! ANDCOMPLIMENTS ist die Online-Plattform für Hochzeitsmode & mehr. Dort lassen sich tolle Brautkleider von deutschen Designern einfach online shoppen. Neben ausgewählten Modellen von Designerinnen wie berrit oder Victoria Shokun finden Bräute Headpieces, Schleier, Gürtel und Taschen sowie temporäre Tattoos für ihre Hochzeit. Zusätzlich gibt’s hübsche Accessoires und Inspirationen zu verschiedenen Stilen wie „Royal Wedding“, „Hippie Bohemian“ oder „Wintermärchen“. Außerdem die DesignBox, dem idealen Einstiegsgeschenk für die Braut. Darin enthalten sind eine Übersicht der BRIDE iD-Kollektion und den jeweiligen Artikeln mit entsprechenden Stoffproben mit detaillierter Auflistung, welche Individualisierungen pro Artikel möglich sind. Dazu gibt’s ein Maßband zum richtigen Ausmessen, den Ausdruck der Hochzeitscheckliste, einen Wochenplan und temporäre Tattoos für den JunggesellenAbschied oder die Feier selbst. Außerdem findet man auf ihrer Webseite ein Magazin und praktische Downloads für die Hochzeitsplanung.

Catering

Steht ihr mehr auf Buffet oder 5-Gang-Menü? Wie soll die Torte aussehen und wird es einen Mitternachtssnack geben? Das sind alles Fragen, die ihr mit dem Caterer eures Vertrauens besprechen solltet. Die meisten Hotel-Locations bieten das gleich mit an, also veranstaltet Probe-Essen oder lasst euch Menüs vorschlagen oder entscheidet ganz nach euren eigenen Wünschen. Auf caterwings.de und heycater.com findet ihr zahlreiche Caterer. „Heycater!“ versammelt auf seiner Buchungsplattform über 200 Caterer, z.B. aus Berlin, Hamburg, Köln oder Frankfurt. Foodtruck, Privatkoch oder Barkeeper? Dort ist alles buchbar. Ganz wichtig bei den Getränken: Denkt an alle Autofahrer und Schwangeren, sodass ihr auch leckere alkoholfreie Getränke anbietet. MUMM DRY ALKOHOLFREI (www.mumm-sekt.de) ist ganz frisch auf dem Markt und sorgt für ein Geschmackserlebnis in bekannter Jahrgangsqualität. Feinperlig und fruchtig und ohne Promille ist das doch ganz bestimmt was für all die MUMMies...Cheers!

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Candy-Bar

Was haltet ihr von einer Candy-Bar? Der Trend aus den USA ist nicht nur was für Kinder, sondern auch für die Erwachsenen was Hübsches. Ihr nehmt einen Tisch, dekoriert ihn mit hübschen Deckchen, Tortenspitzen, Girlanden und Vintage-Bonbongläsern. Dann füllt ihr die Gläser mit Süßigkeiten eurer Wahl. Perfekt wird es, wenn die Sweets farblich passend ausgewählt sind und euer Wedding-Thema noch einmal aufgreifen. Lollies und Cup Cakes ergänzen eure Candy Bar perfekt. Entzückende Cupcake-Kits mit kleinen Vögeln oder Zirkus-Tieren gibt’s von Meri Meri, auch Centerpieces wie Riesenrad oder langer Zirkuswagen sind eine echte Augenweide (übrigens auch klasse für Kindergeburtstage oder Baby-Shower). Auch die Tortenplatten aus Pappe oder HOORAY!-Caketopper sind super hübsch anzusehen shopmerimeri.co.uk. Besonders toll sehen die Tables mit Vintage-Geschirr aus. Wer keins von Oma oder Tante Gerdi im Schrank stehen hat, der leiht sich Tassen, Etagèren & Co. einfach über lieschenundruth.de aus. Und wer nicht selbst aufbauen und backen mag, der überlässt das einfach den Profis: zuckermonarchie.de (Hamburg), madamemiammiam.de (Köln), candybar-berlin.de (Berlin), Tables samt passender Papeterie gibt’s bei sweet-candy-table.de.


Noch 5 Monate ... Alle Einladungen verschicken, Dekoration überlegen/bestellen/einkaufen.

Dekoration

Gibt es ein Motto? Z.B. Boho, All white, Marine oder Flower Power? Denkt an die passende Deko für Standesamt und Kirche, wie Schleifen, Hussen, Ballons. Auch an der Location sollte sich das Farb- oder Stilthema bei der Raum- und Tischdeko durchziehen. Der Blumenschmuck kann vom Floristen eures Vertrauens farblich angepasst werden. Wer auf’s Budget achten will, der kann im Sommer oder Herbst auch Blumen vom Feld selbst pflücken und zusammenstellen. Kostet wenig und sieht Bombe aus. Die tollsten Konfetti-Ballons, in Herzform oder mit YAY! oder HOORAY! beklebt, haben wir bei Meri Meri shopmerimeri.co.uk gefunden. Da gibt’s auch glitzernde MR & MRS-Girlanden, pastelliges Pappgeschirr etc. Die unterschiedlichen Kollektionen (Pastell, Punkte, Liberty-Design) sind ein wahres Fest für echte DekoFans. Kunterbunte XL-Konfetti lassen sich toll in pastelligen Bechern verteilen und an die Hochzeitsgäste zum Auszug aus der Kirche/Standesamt verteilen (Toller Job für Trauzeugen).

Gäste-Unterhaltung Geht auf Fotografen-Suche und legt schon mal einen Termin am Tag eurer Hochzeit fest, an dem die Hochzeitsfotos geschossen werden sollen. Damit eure Gäste dann nicht auf dem Trockenen sitzen, überlegt euch für diese Zeit ein wenig Zeitvertreib, z.B. bei herrschaftlicher Kulisse kurze Schloss-/Burgführungen, einen Ausflug in die Weinberge oder eine Fahrt über die Elbe. Je nachdem, was eure Location so zu bieten hat. Denkt evtl. an Kinderbespaßung (Hüpfburg, Kinderschminken, evtl. professionelle Kinderbetreuung, wenn’s zu viele Kinder sind). Was immer super ankommt, sind Fotoboxen (z.B. fotoboxenverleih.de, blitzomat.de) samt FotoProps wie Hüte, Schnurrbärte etc. Wenn ihr auf der Suche nach einem ganz besonderen Highlight seid: ANDCOMPLIMENTS kreiert tolle und vor allem individuelle, einzigartige Fotowände nach euren Wünschen. Überdimensionale Blumenwände, geheimnisvolle Regenwald-Atmosphäre oder märchenhafte Feenwelten, alles in 3D und alles Selfie-Ready, d.h. ideal zum Posten auf Instagram & Co. (andcompliments.com, „Fotowand“)

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Noch 4 Monate ... Auf zum Visagisten oder Friseur: Probefrisur und Probe-Makeup stehen an. Nehmt euch unbedingt Bilder mit, die ihr im Netz oder in Magazinen gefunden habt, dann wissen die Profis, in welche Richtung es bei Make-up und Frisur gehen soll. Bei Douglas/MAC gibt’s fast überall Braut-Make-up inkl. Probeterminen, einfach vor Ort mal nachfragen. Jetzt auch schon in Ruhe die Outfits für Standesamt/Polterabend/Party zusammenstellen.


Geschenke

Noch 3 Monate ...

Kleine Geschenke erhalten die Freundschaft und nicht nur das, auch eure Gäste freuen sich über kleine Aufmerksamkeiten. Wie wäre es mit kleinen Herz-Seifen, Einmal-Kameras, Pralinen in Herzform, Hochzeitsmandeln, SeifenblasenDöschen oder personalisierten Keksen als Tischkarten? Wenn auf der Einladung kein besonderer Geschenke-Wunsch vom Brautpaar angegeben ist, dann dürften die beiden sich ganz sicherlich auch über Folgendes freuen: Frisch-Blumen-Abo von bloomon.de, personalisierte Paper-Dolls der Frischvermählten von Künstlerin Jordan Grace jordangrace.com oder die Buchung einer Blaskapelle. Top-Überraschung für den Auszug aus dem Standesamt oder filmreif als Tatsächlich-Liebe-Moment in der Kirche können auch Straßenmusiker sein. Fragt einfach mal nach, wenn ihr tolle Töne hört.

Was ist jetzt zu tun? Standesbeamte treffen, Brautschuhe kaufen, Tanzkurs belegen, Playlist mit Band/DJ besprechen. Give-Aways überlegen/ bestellen.

Noch 1 Monat ...

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Schon mal den Körper und das Gesicht mit wöchentlichen Peelings auf den Tag X vorbereiten, so stehen abgestorbene Hauptschüppchen dem Glow nicht im Weg! Oder gönnt euch einen Besuch bei der Kosmetikerin oder im Day-Spa. Auch die Haare freuen sich jetzt schon über eine Extra-Portion Pflege. Ein bis zwei Mal pro Woche eine reichhaltige Maske auftragen. Wer mit strahlendem Lächeln punkten will, der greift ausnahmsweise mal zu WhiteningZahncremes.

Noch 1 Woche ... Der Junggesell(inn)en-Abschied steht an. Zu-/Absagen noch mal checken & den Caterer über Änderungen informieren. Finaler Haarschnitt/Farbauffrischung beim Friseur. Bester Zeitpunkt auch für Mani- und Pediküre.

Noch 2 Tage ... Bezahlung und Trinkgelder bereitlegen. Finales Wellness-Programm starten: Wer sehr blass ist, greift noch einmal zu einem soften Selbstbräuner (aber Vorsicht, das gilt nur für Geübte! Am besten ein Produkt benutzen, das ihr schon kennt und von dem ihr wisst, wie’s geht, sonst lieber keine Experimente so kurz vor dem großen Tag)

Noch 4 Tage… Wetterbericht checken, finalen Sitzplan erarbeiten, den Ablauf mit Trauzeugen, Blumenkindern und evtl. Wedding-Planer besprechen. Für die Braut gilt: Trinken, trinken, trinken, damit die Haut schön prall und rosig aussieht. Gerne auch Gesichtscremes mit Hyaluron als Feuchtigkeits-Booster verwenden.

DER GROSSE TAG

Tolle Erinnerung: Der Duft, den man am Tag seiner Hochzeit trägt. Also ruhig mal was Neues ausprobieren. Und jetzt heißt es, tief durchatmen, lächeln und los geht’s...

Und nach der Hochzeit? Namen

ändern lassen, Steuerklasse checken, Dankeskarten vorbereiten, Bilder sichten, Fotocollagen erstellen, flittern...


ADVERTORIAL

Ja

ZUR KINDERBETREUUNG AUF HOCHZEITEN! D e r g r o ß e Ta g i m L e b e n b e d a r f e i n i g e s an Planung. Es gibt Dinge, die kann man sich sparen, andere sind Gold wert. Da man das meist erst im Nachhinein weiß und die meisten von uns doch den Wunsch hegen, nur einmal zu heiraten, haben wir hier Tipps von einer Expertin, die schon etliche Feiern ausgerichtet hat:

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DO'S

DOnt's

• Fragt in der Location nach einem extra Zimmer für die Kinder! So vermeidet ihr das bunte Spielzeug im festlich dekorierten Raum und die Kinder (plus Betreuer) sind wesentlich entspannter unter sich • Ein extra Esstisch für Kinder ist immer toll, so werden die Kids nicht aus ihrem Programm rausgerissen • Obst und Gemüsesticks im Kinderzimmer sind eine super Lösung für alle, die Heißhunger haben, falls das Essen doch länger auf sich warten lassen sollte • Fragt eure Gäste im Vorfeld, wer für die Abendstunden einen Babysitter benötigt. Selten reichen Babyphone vom Gäste-Schlafzimmer bis zur Feierlocation

• Bloß nicht zu viel Süßes für Kinder bestellen! Es gibt genug Aufregung für sie an dem Tag • Versucht nicht alles selbst mit den Locationbetreibern zu klären! Nikis Kinderclub beispielsweise bespricht alle Einzelheiten (Sicherheit, Notausgänge, Wassernähe und so weiter) mit den HochzeitsOrganisatoren. So könnt ihr euer Augenmerk auf andere Dinge legen… • Es kann vielleicht preiswerter aussehen, eine befreundete Babysitterin oder Cousine ist aber keine abgesicherte Lösung für eine Kinderbetreuung der kleinen Hochzeitsgäste. Versichertes und geschultes Personal ist im Endeffekt eine gute Investition.

• • • • • Niki‘s Kinderclub ist eine Eventagentur im Bereich Kinderbetreuung, Animation und Unterhaltung, gegründet im Oktober 2014 von Maria Köster, der früheren Restaurantleiterin vom „Borchardt“ in Berlin. Nach der Geburt ihres Sohnes Niki hat sie beschlossen, sich dem Kinderthema auch beruflich zu widmen. Anfänglich als Kindercafe gestartet, ist es heute ein erfolgreiches Unternehmen, das seine Dienstleistungen deutschlandweit anbietet. Egal ob Kindergeburtstag, Taufe, Firmenevent, Babyparty, die Agentur gestaltet ein individuelles und personalisiertes Programm. Besonders populär ist mittlerweile der Hochzeitsbereich. Schon ab 40€ pro Stunde kann man einen erfahrenen und geschulten Mitarbeiter inklusive Equipment buchen. nikis-kinderclub.de


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TRAVELWITHFRIENDS ALLEIN MIT KIND(ERN) IM A-ROSA AM SCHARMÃœTZELSEE


ADVERTORIAL

"Liebe Eltern, d enkt bitte an d en Schliesszeiten-Zettel, d er auf d er Weihnachtsfeier verteilt wurd e!" SCHLIESSZEITENZETTEL – was zuerst auf nichts Gutes schließen lässt, ist dann doch ziemlich gut, denn Schließzeiten heißt Urlaub und Urlaub heißt Freizeit und Erholung mit den Liebsten. Ich organisierte also in Windeseile eine 3x3-Freundinnen-mit-Kids-Patchwork-Reisegruppe zum A-ROSA Resort am schönen Scharmützelsee.

• ca.1 Stunde Auto-Fahrt von Berlin, • eine Spa-Landschaft mit Kinderbecken indoor und beheiztem Außen-Pool im Garten, • ein Privat-Strand, an dem die Kids ungestört buddeln und Wassertiere beobachten können, • eine riesige Auswahl leckerer Gerichte (auch für Laktose- und Gluten-Intolerante) am Buffet, • das riesige, sattgrüne Areal mit unzähligen Sportangeboten (Golf, Segeln, Tennis, Volleyball, Wasserski, Wandern, uvm.) direkt zwischen Wald und See gelegen • und – tadaa – das ROSINIS, dem Kinder- und Jugendclub für 3- bis 15-Jährige.

Letzteren haben wir ob der vielen, tollen anderen Angebote zunächst ignoriert, aber nachdem geschminkte Kinder mit Kostümen an den Scheiben winkten, wollten unsere Zwerge auch. Zwischen Spielzeug für alle Altersgruppen, einem Kicker, Bausteinen, MiniFahrzeugen, Bastel- und Maltisch, Puppen, Kuscheltieren und

Kasperle-Theater hingen sie, die Disney-Prinzessinnen-Kleider an einer Kleiderstange. Fast wähnte ich mich in der Mini-Playback-Show (nur ohne Marijke). Wir Mummys waren abgemeldet und durften den Raum für einige Stündchen Sekt auf der Sonnenliege tauschen. Besser hätten wir unsere Auszeit nicht planen und genießen können!

Was ist das A-ROSA überhaupt? Das A-ROSA Scharmützelsee ist eines von vier Urlaubs-Resorts an außergewöhnlichen Standorten inmitten herrlicher Natur, dass ein tolles Reiseziel alleine, zu zweit, als Familie oder als temporäre Patchwork-Kombo (wie meine Mädels und ich) ist.

Was kostet das? Kommt auf die Pakete an, die man wählt. Es gibt saisonale Angebote und Frühbucher bekommen schon das Doppelzimmer ab 94,- EUR/Nacht inkl. Halbpension. Wir hatten das Angebot “Auszeit mit Freundinnen”. Das gibt es ab 299,- EUR pro Person und enthält u.a. eine SPA Suite im Wellness-Bereich, in der man sich ungestört erholen kann. Für Kinder gibt es Kinderfestpreise: 40 € (3-6 Jahre) und 60 € (7-15 Jahre) pro Kind/Nacht im Zimmer der Eltern.

Kann man ganzjährig hin? Ja, mit Special zu allen Jahreszeiten. Wie ist das Essen dort? Gibt es auch was speziell für die Kids? Essen gibt es als Frühstück oder Halbpension buchbar, mit einem extra Kinder-Buffet. Am Pool gibt es eine Bar-Karte mit LunchSnacks und Kindergerichten wie hausgemachte Fischstäbchen, Würstchen oder Pommes Frites.

Wo bekomme ich mehr Infos? Short-Story Long: Mehr zu meinem Aufenthalt gibts auf dem Blog. Alles andere direkt auf der A-ROSA-Website: www.a-rosa-resorts.de

Hardfacts zum ROSINIS Pack' Kinder und Badehose ein und dann ab ins A-ROSA Was: Kinder- und Jugendclub Wo: In allen A-ROSA Resorts Alter: 3 bis 15 Jahre A-ROSA Scharmützelsee Geöffnet: 10:00 bis 18:00 Uhr Parkallee 1 Programm: tgl. individuell, als Stundenplan vor Ort einsehbar, 15526 Bad Saarow Verpflegung inkl. Mittagessen und Kuchen gibt’s für einen Aufpreis von 3,- EUR Betreuung: ausgebildete Erzieher/innen Hotline +49 33631 6-0 AddOn: es können auch Babysitter organisiert werden Email scharmuetzelsee@a-rosa.de

ZUM FREUNDINNENANGEBOT

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Do It lf se Your

PATCHWORK WELCHES ACCESSOIRE PASST THEMATISCH BESSER ZU UNSERER AUSGABE ALS EINE RICHTIG SCHÖNE PATCHWORK-DECKE? NICHTS! GENAU! UND DESHALB HABEN WIR DIE WUNDERVOLLE UND KREATIVE ANDREA POTOCKI VON WLKMNDS.COM GEBETEN, UNS ZU VERRATEN, WIE MAN DIE WOHL SCHÖNSTE KRABBELDECKE (75 X 90 CM) NÄHT, DIE WIR JEMALS GESEHEN HABEN.

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MATERIAL • Baumwolljersey, uni (Oberstoff oder Top): 200 cm (bei 140 cm Breite) • Baumwolljersey, gemustert (Bodenstoff und Außenkanteneinfassung): 100 cm (bei 140 cm Breite) • Einlage aufbügelbares Volumenvlies H630: 100 cm (bei 90 cm Breite) • Volumenwatte: 185 cm (bei 90 cm Breite) • farblich passendes Garn

INFOS ZUM NÄHEN Wenn nicht anders angegeben, • ist im Schnitt eine Nahtzugabe von 1 cm enthalten. • näht ihr mit einem Geradstich und verwendet eine Jersey-Maschinennadel. • verriegelt ihr Anfang und Ende der Nähte. • bügelt ihr alle Nähte nach den einzelnen Steps.


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VORBEREITUNG Wascht, trocknet und bügelt den Stoff, bevor ihr ihn zuschneidet. Schneidet alle Stoff- und Einlageteile wie im Schnittmuster angegeben zu. Vergesst nicht, die im Schnitt angegebenen Knipse zu setzen, sie helfen euch beim Nähen! Bügelt anschließend das Volumenvlies auf die 10 Jersey-Streifen. Schneidet für die Außenkanteneinfassung (Binding) zwei Streifen à 90 cm x 6 cm und zwei Streifen à 75 cm x 6 cm parallel zur Webkante wie im Zuschneideplan angegeben. Jetzt könnt ihr diese der Länge nach falten, sodass sie nur noch halb so hoch sind, und bügelt die Umbruchkanten. Achtet beim Zuschnitt der Halbmonde und der Streifen besonders auf sauber geschnittene Kanten, da diese offen verarbeitet bleiben. Dafür eignen sich am besten ein Rollschneider und eine Schneideunterlage. Für den Zuschnitt der 100 Halbmonde aus Oberstoff-Jersey und der 50 Halbmonde aus Volumenwatte bereitet am besten aus festem Baumwoll-Webstoff 2 Halbmond-Schnittteile vor. Diese müsst ihr nicht auf den Stoff stecken, da sie nicht verrutschen, ihr könnt also direkt zuschneiden.

HINWEIS »Offen verarbeitet« bedeutet, dass die Kanten nicht versäubert werden. Das ist bei Jerseys möglich, da diese Stoffe nicht ausfransen. Diese Art der Verarbeitung hat den Vorteil, dass die Kanten nicht zu dick werden.

SECHS STEPS BIS ZUM ZIEL

SCHNITTMUSTER

TIPP Man kann die Halbmonde auch zusätzlich mit Knisterfolie füllen – perfekt für die Entdecker.

2.

Damit ihr die Halbmonde versetzt anordnen könnt, müsst ihr fünf davon halbieren. Hierfür markiert ihr am besten vor dem Befüllen mit Volumenwatte mithilfe von Kreide oder Zauberstift und Lineal die Mitte dieser fünf Halbmonde. Nach dem Füllen steppt 1-mal links und 1-mal rechts knapp entlang der Markierung mit einem Geradstich (Stichlänge 2,5) und schneidet die fünf Halbmonde zwischen diesen beiden Nähten je in zwei Teile.

1.

Legt je zwei Jersey-Halbmonde links auf links aufeinander und steppt dann mit 1 cm Abstand zur Kante mit dem 3-geteilten Zickzackstich entlang der runden Kante. Jetzt könnt ihr alle 50 Halbmonde mit der zugeschnittenen Volumenwatte füllen. Achtet dabei darauf, dass ihr die Watte schön glatt bis vorne in die Rundung schiebt.

4.

Nun legt eine Stoffbahn mit fünf Halbmonden rechts auf rechts auf eine Bahn mit den halbierten Halbmonden und steppt sie zusammen. So fahrt ihr fort, bis alle Bahnen abwechselnd aneinandergenäht sind. Steppt anschließend beide Nahtzugaben der einzelnen Bahnen knappkantig zur darüberliegenden Bahn. Dadurch legen sich die Halbmonde automatisch flach.

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3.

Legt nun fünf der mit Volumenvlies verstärkten Stoffbahnen vor euch hin und steckt je Bahn fünf Halbmonde fest. Auf die anderen fünf Stoffbahnen steckt ihr rechts und links außen je einen halben Halbmond und dazwischen vier ganze Halbmonde. Verwendet am besten viele Stecknadeln, dann lassen sich die Halbmonde später besser annähen. Steppt jetzt die Halbmonde mit 0,5 cm Abstand zur Kante entlang der offenen Kanten an die Bahnen. Achtet dabei darauf, dass ihr alle drei Lagen der Halbmonde erfasst. Wichtig ist, aufmerksam zu nähen, damit keine kleinen Fältchen entstehen.

5.

Legt nun den Bodenstoff mit der rechten Seite nach unten, darauf das Volumenvlies, darauf das Top mit der rechten Seite nach oben (= Sandwich). Streicht das Top glatt, dann steckt das Sandwich mit vielen Stecknadeln zusammen. Steppt anschließend im Nahtschatten der Bahnen des Tops mit Geradstich (Stichlänge 3–3,5) und verbindet so die Teile. Beginnt mit der mittleren Bahn und arbeitet euch zu den äußeren Bahnen vor. Schneidet dann den Bodenstoff und das Volumenvlies auf die fertige Größe des Tops zu. Jetzt könnt ihr die Außenkanten mit 0,5 cm Abstand zur Kante mit Geradstich aufeinander feststeppen, damit nichts mehr verrutschen kann.

6.

Nun kommt die Versäuberung der Außenkanten, das sogenannte Binding. Dazu habt ihr die Streifen bereits zur Hälfte umgebügelt. Schiebt einen Streifen über die Außenkante und steppt dann von oben mit Geradstich im Abstand von 2 cm entlang zur Außenkante. Mit einer Naht alle Lagen fixieren. Die Kanten der Streifen bleiben offen, außerdem sollten die Streifen beim Annähen leicht gedehnt werden. Dann schneidet den Streifen bündig zur Kante ab. Wiederholt diesen Schritt mit den weiteren Streifen an den drei anderen Kanten der Decke. An den Ecken überlappen die Streifen. Zum Abschluss könnt ihr an jeder Ecke diagonal von der Innenkante des Bands bis zur Außenkante steppen.

VARIANTE MIT GEWEBTEN STOFFEN Ihr könnt für die Decke auch klassische Patchwork Webstoffe verwenden. Dann müsst ihr allerdings die Kanten versäubern. Oder ihr gebt an den Rundungen der Halbmonde Nahtzugaben hinzu, um sie vor dem Befüllen mit Volumenwatte zu verstürzen. Dann gilt: Viel in den Nahtzugaben der Rundungen knipsen, damit die Halbmonde wirklich rund werden.

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24/7

SHOPPING Mummys allerliebste Plätze zum Bummeln, natürlich im Netz und rund um die Uhr Your Personal Stylist Kennst du das auch? Wenn du eine Zeit nur für die Kinder da gewesen bist, haben sich sicherlich auch deine Prioritäten verlagert und dein Körper, dein Lebensstil sich verändert. Dir ist wichtig, dein neues Ich positiv zu betonen? Dein Schrank ist voll, aber du hast nichts zum Anziehen, was nun zu dir passt? Stylistin Maren Assmus hilft dir dabei Altes loszulassen, deine Stärken zu betonen und deinem persönlichen Stil Ausdruck zu verleihen. Das Ganze wird mit einem gesunden Anspruch an Nachhaltigkeit, Anwendbarkeit und Frauenpower abgerundet. Make a Wish for X-Mas. Auch als Geschenkgutschein erhältlich! your-personal-stylist.com

Löwenzahn Organics Hinter Löwenzahn Organics stehen drei passionierte Eltern, die einen neuen Standard im Bereich der biologischen Babynahrung setzen möchten. Das Besondere an den Demeter zertifizierten Produkten von Löwenzahn Organics ist nicht nur die Produktion nach strengsten biologischen Standards. Dank des individuellen Transparenz-Codes auf jedem Produkt kann man jederzeit nachvollziehen, woher die hochwertigen Zutaten stammen. Einzigartig ist auch die Herangehensweise: Das Korn der Demeter Getreidebreie wird, anders als bei herkömmlicher Babynahrung, erntefrisch geröstet und keiner Dehydration unterzogen, denn nur so bleiben Nährstoffe und Aromen vollkommen erhalten. Weitere Infos zu den innovativen biologischen Milch- und Breiprodukten unter loewenzahnorganics.com

Keleya Du bist schwanger und hast kaum Zeit, Kurse zu besuchen oder lange zu recherchieren, wie du deinen Nährstoffbedarf abdecken kannst? Dann lass dich von Keleya, der Gesundheitscoach App für werdende Mamas, durch eine aktive und entspannte Schwangerschaft begleiten. Die von Experten aus Ernährung, Yoga, Pilates und Physiotherapie entwickelte App liefert dir wöchentlich neue Workouts und Rezepte, die – basierend auf deinen Angaben – auf deine persönlichen Bedürfnisse abgestimmt werden. Keleya ist im iOs App und Google Play Store erhältlich. Lade einfach die Basisversion kostenlos herunter! keleya.de

Kinderheldin Kinderheldin ist ein Online-Beratungsservice für werdende Eltern und Eltern von Babys. An sieben Tagen in der Woche beantworten erfahrene Hebammen alle Fragen rund um Schwangerschaft, Geburt und Säuglingsalter. Bei Kinderheldin können (werdende) Eltern ihre Frage eingeben und im nächsten Schritt auswählen, wie sie von den Hebammen kontaktiert werden möchten. Die Beratung kann sowohl per E-Mail, Live-Chat oder persönlichem Telefonat erfolgen. Ob Ernährung, Stillen, Wochenbett oder Partnerschaft – die Kinderheldinnen geben schnellen und kompetenten Rat. kinderheldin.de

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ISSUE 9 IS COM ING SPRIN G 2 01 8

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IMPRESSUM

HERAUSGEBERIN:

Camilla Rando camilla@mummy-mag.de

REDAKTION:

Janine Dudenhöffer janine@mummy-mag.de

LEKTORAT:

Katja Schifferegger

Saskia Hilgenberg saskia@mummy-mag.de

DRUCK:

MegaDruck.de

Camilla Rando camilla@mummy-mag.de

Produktions- und Vertriebs GmbH

CONTRIBUTORS:

Dani Döge, Nicola König,

Eichendorffstraße 34 b

Madeleine Samios, Verena Schulemann

26655 Westerstede

FOTOGRAFEN:

Roman Dachsel, Lisa Dietermann,

Malina Ebert (Cover), Angela Elbing,

Jules Villbrandt

ERSCHEINUNGSWEISE:

ART DIREKTION:

Azyklisch zu den Entwicklungsschüben unserer Kinder

Danilo Dürler danilo@mummy-mag.de

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