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Viszeralchirurgie

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Neues hochkarätiges Team

Kopf- und Neurozentrum

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Gebündelte Kompetenz

ONKO-Tag am 5. November 2016

Das Onkologiezentrum Mittelland öffnet seine Tore


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Vorwort  · 3

Onkologie als Schwerpunkt Liebe Leserinnen und Leser Krebs ist eine Geissel der Menschheit. Doch wir sind auf gutem Weg, die Krankheit immer besser in den Griff zu bekommen: Viele einst gefürchtete Krebsarten sind heute sehr gut behandelbar. Diese Heilungserfolge verdanken wir zum einen dem medizinischen und technischen Fortschritt, zum andern einer sich stets verbessernden Vorsorge, Diagnose, Behandlung und Nachsorge. Am ONKO-Tag am 5. November 2016 möchten wir Ihnen mit öffentlichen Vorträgen, Führungen, Workshops und Komiker Baldrian einen Einblick in dieses Thema geben. Baldrian, mit bürgerlichem Namen Thomas Leuenberger, weiss als ehemaliger Leukämiepatient, worum es geht, wenn er von Krebs spricht. Dass ihn der Humor in den schwierigsten Situationen davor bewahrte zu verzweifeln, sei uns allen Richtschnur, wenn wir dem Krebs ins Auge schauen. Im Interview erzählt Leuenberger aber nicht nur vom Kranksein, sondern auch von seinem Berufsleben als Komiker.

Der Onkologie widmen wir den Schwerpunkt dieser Ausgabe. Erfahren Sie mehr übers zertifizierte Onkologiezentrum Mittelland, in dem wir die Zusammenarbeit aller Fachbereiche zum Wohl der Patientinnen und Patienten weiter vertiefen. Interdisziplinarität, wie es im Fachjargon heisst, ist in der zunehmend spezialisierten Krebsbehandlung ein wichtiger Schlüssel zum Erfolg. Die Betroffenen, Patienten und Angehörige, freuen sich über vereinfachte interne Abläufe und einen verbesserten Zugang zu allen relevanten Informationen. Informieren Sie sich auch über die Arbeit unserer verschiedenen Krebszentren – allen voran des Darmzentrums und Pankreaszentrums, für welches wir ein neues, hochkarätiges Team gewinnen konnten, und lernen Sie verschiedene Krebsarten mit ihren Behandlungsmöglichkeiten etwas genauer kennen. Ich wünsche Ihnen eine interessante Lektüre. Herzlich

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Inhalt/Impressum  · 5

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Inhaltsverzeichnis

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03. Vorwort: Onkologie als Schwerpunkt

20. Leukämie: Stammzellen zum Überleben

0 6. Grosses Onkologiezentrum in Aarau

23. Hautkrebszentrum: Im Team mit dem Arzt entscheiden

09. Thomas «Baldrian» Leuenberger: Leidenschaft und Authentizität

27. Radiochirurgie: Bessere Wirkung, weniger Nebenwirkungen

12. Bauchchirurgie – ein anspruchsvolles Handwerk

29. Kopf- und Neurozentrum: Zusammengebracht, was zusammengehört

15. Franz Recker: «Prostatavorsorge verlängert das Leben»

30. Das Kopf- und Neurozentrum im Steckbrief

1 7. Dimitri Sarlos: «Die meisten Brustkrebspatientinnen können geheilt werden»

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Impressum Herausgeber: MetroComm AG, CH-9001 St.Gallen, Tel. 071 272 80 50, info@metrocomm.ch Gesamtleitung: Natal Schnetzer Koordination/Projektleitung KSA: Andrea Rüegg Chefredaktor: Dr. Stephan Ziegler Texte: Urs Fitze Fotos: Christoph Zimmermann, zVg Anzeigenleitung: Ernst Niederer Layout: Béatrice Lang. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit schriftlicher Genehmigung der MetroComm AG.

Oktober 2016

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6  ·  Onkologiezentrum

Grosses Onkologiezentrum in Aarau Das Kantonsspital Aarau gehört zu den vier grössten zertifizierten Onkologiezentren der Schweiz. Hervorragendes Personal und eine umfassende Vernetzung seien dafür die wichtigsten Voraus­ setzungen, sagt der Vorsitzende des 2013 gegründeten Onkologie­ zentrums Mittelland, Chefarzt Prof. Dr. med. Christoph Mamot. Das Kantonsspital Aarau verfügt seit Juli über ein vollzertifiziertes Onkologiezentrum nach den Vorgaben der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) sowie der Management-Organisation ISO. Mehrere Jahre an Vorbereitung waren dazu vonnöten und wurden nun mit Erfolg gekrönt: Aarau zählt neben Zürich, Basel und Luzern zu den vier grössten zertifizierten Onkologiezentren der Schweiz. Zertifizierungen erhielten neben dem «Onkologiezentrum Mittelland» (OZM) acht Organzentren. Dazu zählen: Brust, Darm, gynäkologische Tumoren, Pankreas, Prostata, Haut sowie Lymphome und Leukämien. Krebs­patienten im ganzen Mittel-

land und darüber hinaus können von der hochstehenden Qualität am KSA profitieren. Durchgängige Patientenbehandlungspfade und -prozesse stellen die Kernkompetenz der Organzentren dar. «Verdienter Lohn» Christoph Mamot, Chefarzt Onkologie und Vorsitzender des Onkologiezentrums Mittel­ land, zieht nach den ersten Wochen eine äusserst positive Zwischenbilanz. «Die Ziele des Verwaltungsrates, der Geschäftsleitung und des Steuerungsausschusses sind alle erreicht worden, insbesondere die Vernetzung aller onkologisch tätigen Institutionen am Kantonsspital Aarau. Damit nutzen wir unsere Synergien und sind voll auf Kurs.» Die Zertifizierung weiterer onkologischer Organzentren ist geplant. Bei der Behandlung von Tumorerkrankungen vereint das KSA 42 Fachdisziplinen, die ihre Arbeitsweise auf die Bedürfnisse einer optimalen Patienten­ versorgung ausrichten. «Die Regelung und Standardisierung der Abläufe, die internen Absprachen für die Verbesserung der interdisziplinären Koordination sind wichtig für die Vorbereitung zur Zertifizierung, die dann als verdienter Lohn für die geleistete Arbeit betrachtet werden darf»,

Prof. Dr. med. Christoph Mamot, Chefarzt Onkologie und Vorsitzender des Onkologiezentrums Mittelland (links) Prof. Dr. med. Stephan Bodis, Chefarzt Radio-Onkologiezentrum KSA-KSB (rechts)

erklärt Stephan Bodis, Chefarzt Radio-Onko­ logiezentrum KSA-KSB sowie stellvertretender Vorsitzender Onkologiezentrum Mittelland. Zur Vernetzung und als Fundament für die unterschiedlichen Einheiten war das Onkologiezentrum Mittelland 2013 gegründet geworden. Es vereint interne, externe und kantonsübergreifende Kräfte, etwa durch Kooperationen mit dem Universitätsspital Zürich oder den Kantonsspitälern Olten und Baden. «Ohne Forschung keine Spitzenmedizin» Die hochspezialisierte Medizin entwickelt sich in einem rasanten Tempo. Um mit dieser Entwicklung Schritt zu halten, brauche es fachlich und menschlich hervorragendes Personal, meint Christoph Mamot. «Die Ansprüche in der Behandlung und Betreuung sind sehr hoch, es braucht eine periodische Qualitätskontrolle und klare Prioritäten in der Struktur des Krankenhauses und des Forschungsnetzwerkes.» Denn ohne Forschung gebe es keine Spitzenmedizin, «und ohne Forschung im eigenen Krankenhaus gibt es keine Leistungsträger in einem Netzwerk der Spitzenkliniken. Und dazu zählen wir uns».

Enge Zusammenarbeit­ Das interdisziplinäre Onkologiezentrum Mittelland des KSA vereinigt und koordiniert die Kompetenzen sämtlicher Fach­ disziplinen und -bereiche im Zusammenhang mit der individuellen Betreuung aller Patienten mit einer Krebserkrankung. Basierend auf den neusten Forschungssowie medizinischen Erkenntnissen bietet das KSA für sämtliche Krebsarten das gesamte Diagnostik- und Behandlungsspektrum an. Gemeinsam mit den internen Organzentren, Kliniken und Instituten sowie in Zusammenarbeit mit externen Kooperationspartnern ist für eine optimale Abklärung, Beratung, Begleitung, Unterstützung, personalisierte Therapie und Nachsorge der Krebspatienten sowie von deren Angehörigen gesorgt.


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Onkologiezentrum  · 9

«Ein Komiker braucht Leidenschaft und Authentizität» Thomas Leuenberger entschleunigt als Komiker «Baldrian» sein Publikum – nicht nur mit seinem Berner Dialekt. Er sei auch als privater Mensch gerne langsam unterwegs, sagt Leuenberger im Interview. Am ONKO-Tag des Kantonsspital Aarau ist er live zu sehen.

Thomas Leuenberger, Sie sind 2012 an akuter Leukämie erkrankt und haben während dreier Monate in einem Isolierzimmer eines Krankenhauses drei Chemotherapien überstanden. Ihr Humor habe Sie in diesen Monaten davor bewahrt, zu verzweifeln, sagen Sie. Hat Humor eine heilende Wirkung? Das weiss ich nicht mit Sicherheit, aber es ist durchaus denkbar, dass sich damit die Selbstheilungskräfte mobilisieren lassen. Und ich bin mir sicher, dass Humor in solchen Extremsituationen nicht nur einem selbst hilft, sondern auch den behandelnden Ärzten und dem Pflegepersonal die schwierige Arbeit etwas leichter macht.

Ich schenke meinem Publikum Zeit, erlaube es ihm, herunterzufahren. Ich nehme an, dieser Humor wird ein reichlich schwarzer gewesen sein? Ja, manchmal sehr schwarz … Geben Sie ein Beispiel? Es gab eine Zeit, da brauchte ich einen Sauer­stoffschlauch, um die Atmung zu erleichtern. Dieser musste ab und an gewechselt werden. Als meine Frau mit dem Hantieren beschäftigt war und das Ganze

am Hals festzurrte, prusteten wir los beim Gedanken an eine Schlagzeile: «Leukämie­ patient an Sauerstoffschlauch erstickt».

die Zahl der Computer, die sich in unglaublichem Ausmass vervielfacht hat, dann ist es allerhöchste Zeit, das Tempo zu reduzieren.

Ist Krankheit heute bei Ihren Auftritten als Komiker Baldrian ein Thema? Nein, nicht wirklich. Aber ich verstehe mein eigenes Programm als Entschleunigungs­ therapie. Schauen Sie unser alltägliches Leben an: Alles muss immer noch schneller gehen. Da habe ich ein Gegenmittel: Ich schenke meinem Publikum Zeit, erlaube es ihm, herunterzufahren.

Sind Sie auch in Ihrem privaten Leben ein langsamer Mensch? Wenn Sie auf meinen Berner Dialekt ansprechen: Unbedingt. Aber ich lasse es auch sonst ruhig angehen und meide den Stress, wenn immer es geht. Früher, mit dem Duo «Flügzüg», sind wir manchmal zweimal täglich aufgetreten. Das tue ich mir heute nicht mehr an. Andererseits führe ich als Komiker meinen eigenen Betrieb, bin für alles selber zuständig, von den Requisiten bis zur Umsetzung meiner Ideen. Da muss man sich schon gut organisieren, um die Freiräume zu haben, die es braucht für ein entschleunigtes

Brauchen wir diese Entschleunigung, brauchen wir mehr Langsamkeit? Davon bin ich überzeugt. Wenn ich nur an die Entwicklung der letzten 25 Jahre denke, etwa


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Onkologiezentrum  · 11

Leben. Ich habe ein schönes Hobby, arbeite in meinem Steinatelier mit Schwemmholz und Steinen, ohne künstlerische oder kommerzielle Ambition. Wenn ich dann zwischen meinen Steinen sitze, die ich zu Skulpturen aufschichte, lasse ich mich von ihrer Ruhe und Erhabenheit anstecken. Was braucht es denn, um ein guter Komiker zu sein? Man muss authentisch sein und darf niemals etwas spielen, das aufgesetzt wirkt. Es braucht Leidenschaft und ein gutes Timing: Ich muss wissen, wann ein Spruch passt. Schon Sekunden später kann die Wirkung eine ganz andere sein. Und wenn ich jetzt an meine Entschleunigungstherapie denke, dann kommt mir mein langsamer Dialekt sicher zupass. Und wie kommen Ihre Shows zustande? Die Inhalte haben mit meinen Leidenschaften oder Vorlieben zu tun. So war es früher zum Beispiel das Jonglieren – oder es waren ferngesteuerte Flugobjekte, die mich faszinierten. Diese Bereiche stelle ich unter das Motto der Entschleunigung, und daraus entwickeln

sich später die Nummern. Seit einigen Jahren sammle ich Spazierstöcke, auf die man sich setzen kann. Plötzlich war die Zeit reif, und ich begann, sie in mein Programm zu integrieren, setzte mich drauf und erzählte meine Geschichten. Sie stehen bald 40 Jahre auf der Bühne und in der Zirkus­a rena. Was tun Sie gegen Ermüdungserscheinungen? Vor Publikum auftreten. Wenn ich auf der Bühne stehe, ist jeder Zweifel verflogen.

Was erwartet das Publikum am ONKO-Tag in Aarau? Mein Programm hat zwei Teile: Ich werde im Vortrag «Krebs und Humor» von meiner persönlichen Erfahrung erzählen; das berührt, bringt aber auch zum Lachen. Ich habe dieses Referat nach meiner Krankheit entwickelt, um etwas weiterzugeben und den Menschen Mut zu machen. Im zweiten Teil steht meine Show im Mittelpunkt: Es wird entschleunigt. Und es wird gelacht werden.

5. November: ONKO-Tag in Aarau Das Kantonsspital Aarau lädt am 5. November 2016 zum erstmals durchgeführten ONKO-Tag auf sein Spitalgelände ein. Das zertifizierte Onkologiezentrum Mittelland präsentiert in Zusammenarbeit mit seinen Netzwerkpartnern sein grosses Leistungsangebot im Bereich der Krebsbehandlung, vermittelt Wissenswertes zum Thema Krebs und bietet einmalige Einblicke in seine Behandlungs- und Diagnosezentren. Besondere Führungen, spannende Vorträge, Workshops sowie Unterhaltendes und Besinnliches stehen auf dem Programm. www.ksa.ch/onkotag


12  ·  Darmzentrum/Pankreaszentrum

Bauchchirurgie – ein anspruchsvolles Handwerk

Das Kantonsspital Aarau kann sich glücklich schätzen: Prof. Dr. med. Mark Hartel (56), gemäss dem Nach­ richtenmagazin «Focus» einer der besten Viszeral­ chirurgen Deutschlands, ist seit 1. Juli 2016 Chefarzt der Klinik für Chirurgie am KSA. Sein Fachgebiet: Eingriffe am Bauch, die als handwerklich anspruchs­ volle Operationen gelten.

mit ebenfalls grosser Erfahrung auf dem Gebiet der Tumorbehandlung, Christian Nebiker (neu, Schwerpunkt Endokrine Chirurgie) sowie Oliver Tschalèr (bisher, Viszeral­chirurgie). Mit der Oberärztin Corinna Attenberger (neu) soll ausserdem der Bereich der bariatrischen Eingriffe weiter ausgebaut werden: Mittels operativer Magenverkleinerung soll das Körpergewicht verändert werden, was bei Adipositas-Patienten indiziert sein kann. «Damit sind wir ausgezeichnet aufgestellt», erklärt Hartel, «und decken das ganze Spektrum der Bauchchirurgie mit ausgewiesenen Spezialisten ab.»

Mark Hartel zählt laut Ranking der Zeitschrift «Focus» zu den besten Bauchchirurgen Deutschlands. Er hat an verschiedenen Kliniken mit hohen Fallzahlen operiert und ist als vielseitig ausgebildeter Viszeralchirurg eine Koryphäe seines Fachs. Unterstützt wird er durch die Leitenden Ärzte Yogesh Vashist (neu, Viszeralchirurgie, Stellvertreter)

Operation an Bauchorganen Die Viszeralchirurgie (lat. Viscera: Eingeweide) umfasst die operative Behandlung des gesamten Verdauungstraktes: Speiseröhre, Magen, Dünn- und Dickdarm, Enddarm, Leber, Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und Milz. Das Kantonsspital Aarau ist das drittgrösste Zentrums­ spital der Schweiz und verfügt in diesem Bereich über einen Auftrag


Darmzentrum/Pankreaszentrum  · 13

Das Leitungsteam Viszeralchirurgie (v.l.n.r.) Prof. Dr. med. Mark Hartel, Leiter Klinik für Chirurgie, Chefarzt Viszeralchirurgie Dr. med. Oliver Tschalèr, Leitender Arzt Viszeralchirurgie PD Dr. med. Yogesh Vashist, Leitender Arzt Viszeralchirurgie, Stellvertretender Chefarzt Viszeralchirurgie Dr. med. Christian Nebiker, Leitender Arzt Viszeralchirurgie

ist der Pankreaseingriff nur etwas für sehr erfahrene Chirurgen», erklärt Hartel. Ausserdem lassen sich mit den bildgebenden Verfahren die Pankreastumoren nur zu 70 bis 80 Prozent wirklichkeitsgetreu abbilden. «Man muss also auf so manche Überraschung vorbereitet sein und rasch handeln können.» Hartel zieht den Vergleich mit einem Überseeflug, der sich noch so perfekt planen lasse und dennoch seine Risiken habe. Chirurgie sei deshalb immer auch Teamarbeit, was gerade bei langwierigen Eingriffen, die sich über Stunden hinziehen können, sehr wichtig sei. Eine gute Zusammenarbeit, auch zwischen den Disziplinen, ist dem neuen Chefarzt äusserst wichtig. «Der Patient profitiert enorm, wenn die Behandlungen nach der OP von der Intensivstation über die Pflege bis zu Krankengymnastik optimal aufeinander abgestimmt sind.» Um die Zusammenarbeit und die ganzheitliche Patientenversorgung bei Krebserkrankungen im Kantonsspital stetig zu verbessern, wurde in Aarau das Onkologiezentrum Mittelland gegründet. Mark Hartel leitet das Darm- sowie das Pankreaszentrum, zwei von insgesamt acht Organzentren. Mit Fachkompetenz sowie modernsten Operationstechniken und Therapieverfahren sorgen die Viszeralchirurgen zusammen mit den Onkologen für eine bestmögliche und individuelle Behandlung der Patienten. Genauso wichtig wie die Behandlung vor und nach einer Operation erachtet Hartel bei allen Krebsarten die frühe Diagnose durch den Hausarzt, Radiologen und Gastroenterologen. Trotz grossem medizinischem Fortschritt gäbe es Tumoren wie jener an der Bauchspeicheldrüse, deren Heilungschancen bei 30 bis 40 Prozent lägen. Deutlich besser sind heute die Aussichten bei Darmkrebs. «Die Chancen, nach einer Behandlung geheilt zu werden, liegen bei 60 bis 80 Prozent», sagt Hartel. Mit Mark Hartel und seinem neuen Viszeral-Team verfügt das KSA über eine ausgewiesene Expertise in Bauchchirurgie von überregionaler Bedeutung. in hochspezialisierter Medizin. So werden im KSA Tumoren, akute Verletzungen, Entzündungen und Fehlbildungen der Verdauungsorgane behandelt. Im Tumorbereich werden sämtliche medizinischen Eingriffe mit Ausnahme von Transplantationen durchgeführt. Dieser hohe Anspruch sei auch Verpflichtung, gerade bei einer so anspruchsvollen Disziplin wie der Viszeralchirurgie. «Nach der medizinischen Fachausbildung braucht es ein weiteres Ausbildungsjahrzehnt, bis man so weit ist», sagt Hartel. «Man lernt bei den Erfahrenen des Fachs, assistiert ihnen, darf den einen oder anderen Schnitt unter Anleitung wagen, um sich nach und nach an die komplexeren Aufgaben zu tasten.» «Chirurgie ist Teamarbeit» Viele Operationen sind anspruchsvoll, als einer der schwierigsten Eingriffe gilt jener an der Bauchspeicheldrüse. «Ein falscher Schnitt kann schwere Komplikationen mit sich bringen. Es gibt viele feine Gefässe um das Organ herum, welche man verletzen könnte. Deshalb

Neue Methode reduziert Infektionsrisiko Eingriffe im bakterienreichen Darm sind immer risikoreich. Mark Hartel hat in verschiedenen Studien nachgewiesen, dass sich das Infektionsrisiko nach einer Bauchoperation um 50 Prozent senken lässt, wenn der Patient vor und nach dem Eingriff eine Wärmebehandlung mit Infrarotstrahlen (IR-A) erhält. «Das betroffene Gewebe wird dabei gezielt auf bis zu 41 Grad erwärmt.» Diese Methode wird neu am Kantonsspital Aarau angewandt.


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Prostatazentrum  · 15

«Prostatavorsorge verlängert das Leben» Franz Recker, das Prostatazentrum feiert 2016 den 15. Jahrestag seiner Gründung. Wie hat sich das Zentrum in dieser Zeit entwickelt? Wir sind heute das grösste Prostatazentrum der Schweiz mit 130 Eingriffen an bösartigen Tumoren jährlich und weiteren 400 an gutartigen. Und wir sind das Zentrum mit der grössten Beachtung in der Wissenschafts­ gemeinde dank unserer Grundlagenforschung, deren Ergebnisse in renommierten medizinischen Fachzeitschriften veröffentlicht werden. Letzteres ist nicht nur wichtig, um uns weiterzubilden, sondern auch, um das Zentrum für den medizinischen Nachwuchs interessanter zu machen.

Das Prostatazentrum am Kantonsspital Aarau ist 15 Jahre nach seiner Gründung das grösste der Schweiz mit dem besten Forschungsnachweis. Prof. Dr. med. Franz Recker, Chefarzt der Klinik für Urologie, erläutert im Interview die Hintergründe.

Wer sich um Vorsorge kümmert, reduziert sein Risiko, an Prostata­k rebs zu sterben. Um welche Forschung geht es da? Geben Sie uns ein Beispiel? Wir haben in einem europäischen Forschungsverband in den Jahren 1995 bis 2010 10‘000 Männer beobachtet. Bei der

Hälfte wurde zu Beginn eine Prostata-Vorsorge-Untersuchung gemacht, bei der anderen nicht. Nach 15 Jahren verglichen wir die Entwicklung. Das Resultat war eindeutig: Wer sich um Vorsorge kümmert, reduziert sein Risiko, an Prostatakrebs zu sterben. Es ist aber auch klar, dass es ein Abwägen zwischen Benefit und Nebenwirkung gibt. Zu Letzterem können z. B. Einschränkungen der Potenz gehören, die aber therapierbar sind. Wir brauchen den informierten, eman(n)zipierten Mann! Wie hat sich die Behandlung von Prostata­k rebs entwickelt? Der grosse Durchbruch bei operativen Eingriffen war der Einsatz von Da-Vinci-Robotern. Er hat die Operationstechnik revolutioniert und erlaubt uns ein genaueres Arbeiten. Damit konnte das Risiko der Inkontinenz erheblich gesenkt werden. Bei Impotenz hängt es von der Lage des Tumors ab, aber auch in diesen Fällen verzeichnen wir deutlich bessere Resultate als früher. Die Voraussetzung für gute Prognosen bleibt aber die frühzeitige Diagnose: Etwa jeder 20. Mann erkrankt im Laufe seines Lebens an Prostatakrebs. Wer wissen möchte, ob er dazugehört, kann dies heute mit geringem Aufwand testen lassen. Das Prostatazentrum hat vor zwei Jahren eine Smartphone-App zur Beurteilung des Prostatakrebsrisikos lanciert. Wie kommt diese App an? Sehr gut. Die App ist schon mehrere Tausend Mal heruntergeladen worden. Sie richtet sich vor allem an Hausärztinnen und Hausärzte, die eine Risikobeurteilung machen wollen.


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Brustzentrum/Gynäkologisches Tumorzentrum  · 17

«Die meisten Brustkrebspatientinnen können geheilt werden» Die Behandlung von Brustkrebs und gynäkologischen Tumoren hat sich in den vergangenen Jahren weiter entwickelt, die Heilungschancen sind vor allem beim Brustkrebs gut, sagt PD Dr. med. Dimitri Sarlos, Chefarzt Gynäkologie und gynäkologische Chirurgie, im Interview. Dimitri Sarlos, Brustkrebs gilt heute in vier von fünf Fällen als gut behandelbar. Was ist darunter zu verstehen? Die Sterblichkeit an Brustkrebs hat in den letzten Jahren leicht abgenommen. Dies einerseits durch die besseren Therapien, seien es operative Therapien, medikamentöse Therapien oder Formen der Strahlentherapie, jedoch sicherlich auch durch die diversen Vorsorgeprogramme mittels Mammografie, welche eine Diagnose in immer früheren Stadien ermöglicht und damit die Prognose der Erkrankung verbessert. Insgesamt bedeutet es, dass die meisten Patientinnen, welche an einem Brustkrebs erkranken, heute geheilt werden können. Manche sprechen von Brustkrebs als einer chronischen Krankheit. Stimmt das? Brustkrebs ist nicht unbedingt eine chronische Erkrankung, sie kann jedoch zu einer chronischen Krankheit werden. Wird der Brustkrebs geheilt, so ist die Krankheit abgeschlossen. Natürlich kann es sein, dass auch nach vielen Jahren ein Rückfall auftritt, so dass in dem Sinne schon von einer chroni-

schen Krankheit gesprochen werden kann. Auf der anderen Seite gibt es auch Fälle von Brustkrebs, bei denen aufgrund einer Metastasierung, dem Vorhandensein von so genannten Ablegern, eine Heilung nicht mehr möglich ist, jedoch durch die guten heutigen Therapiemöglichkeiten über viele Jahre eine sehr gute Lebensqualität erhalten werden kann.

Die Sterblichkeit an Brustkrebs hat in den letzten Jahren leicht abgenommen. Wie haben sich die Therapien in den vergangenen Jahren entwickelt? Die operative Therapie hat sich in Richtung der brusterhaltenden Therapie weiterentwi-

ckelt. Das bedeutet, dass es nur noch selten notwendig ist, die Brust zu entfernen. Ein grosser Schritt war die Kombination zwischen plastischer und onkologischer Chirurgie, was dazu führt, dass bei den brusterhaltenden Operationen trotz Entfernung von viel Gewebe und damit optimaler onkologischer Sicherheit ein möglichst gutes kosmetisches Resultat angestrebt wird. Je tiefer die Forschung in das Feld Brustkrebs eindringt, desto vielfältiger wird das Bild einer Krebsart mit vielen Erscheinungsformen. Wie beeinflussen solche Erkenntnisse die Behandlung? Die medikamentösen Therapien haben sich in Richtung «targeted therapies» entwickelt. Dies bedeutet, dass die Tumorerkrankungen – speziell die Tumorzellen – wenn möglich gezielt medikamentös angegriffen werden. Gewisse Medikamente wirken speziell nur noch auf die Tumorzellen und erzielen damit eine hohe Effizienz; dies bei deutlich weniger Nebenwirkungen, da die gesunden Zellen durch die Therapie nicht oder nur unwesentlich beeinträchtigt werden. Heute gehen wir immer mehr in die Richtung, dass das


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WIR INVESTIEREN IN FORSCHUNG FÜR GESUNDHEIT UND LEBENSQUALITÄT MSD ist ein global führendes, forschendes Unternehmen. In der Schweiz setzen sich über 600 Mitarbeitende an vier Standorten täglich dafür ein, die Gesundheit und die Lebensqualität von Menschen und Tieren zu verbessern. Der Vertrieb rezeptpflichtiger Medikamente und Biopharmazeutika steht dabei ebenso im Zentrum wie die Unterstützung medizinischer Forschungsprojekte. Darüber hinaus engagiert sich MSD für die Stärkung der individuellen Gesundheitskompetenz. 2016 erhielt das Unternehmen in der Schweiz zum vierten Mal in Folge die Zertifizierung «Top Employer» und zum ersten Mal die Auszeichnung «Top Employer Europe». MSD ist der geschützte Name von Merck & Co. Inc., Kenilworth, New Jersey, ausserhalb der USA und Kanada. www.msd.ch © 2016 MSD Merck Sharp & Dohme AG, Werftestrasse 4, 6005 Luzern. Alle Rechte vorbehalten. CORP-1174924-0000 (exp. Jan. 2018)


Brustzentrum/Gynäkologisches Tumorzentrum  · 19

molekulare genetische Muster einer Krebserkrankung untersucht wird und dass neue Therapie­formen speziell auf bestimmte Gen-Muster eines Tumors angewendet werden. In dieser Entwicklung stehen wir sicherlich noch am Anfang. Da haben wir in den nächsten Jahren und Jahrzehnten auf jeden Fall noch ein grosses Entwicklungs­potenzial. Welche Bedeutung hat die Früherkennung? Durch Mammografie und Ultraschall der Brust ist es heute möglich, einen Brustkrebs in einem sehr frühen Stadium zu erkennen. Dies führt zu besseren Heilungschancen und zu weniger aggressiven Therapien. Natürlich gibt es in der Früherkennung Vor- und Nachteile. Grundsätzlich kann man sagen, dass die Mammografie-Früherkennung in vielen europäischen Ländern Standard geworden ist und sich auch in der Schweiz allmählich durch­setzen wird. Hier muss allerdings festgehalten werden, dass mehrere Kantone vor allem der Deutschschweiz (ZH, AG) bis heute kein etabliertes Brustkrebs-Screening haben, während es im welschen Teil der Schweiz, aber auch im Kanton St.Gallen, schon umgesetzt ist. Gynäkologische Tumoren sind deutlich seltener als Brustkrebs. Wie werden diese Krebsarten heute behandelt? Und mit welchen Erfolgen? Gynäkologische Tumoren sind seltener als Brustkrebs, haben aber häufig eine schlechtere Prognose. Schwergewicht in der Therapie

der gynäkologischen Beckentumore ist die operative Therapie. Hier braucht es eine grosse operative Expertise des Chirurgen unter Einbezug von modernsten minimal-invasiven Techniken. Viele Erkrankungen, insbesondere der Gebärmutter, sind damit auch heute heilbar. Auch hier ist ein interdisziplinäres Team aus gynäkologischem Onko-Chirurgen, Onkologen und Strahlen­therapeuten, Pathologen und Radiologen ausserordentlich wichtig, um für die Patientin das bestmögliche Therapieresultat zu erzielen. Jeder Krebs bedeutet für die Patientin auch, sich mit dem Tod auseinanderzusetzen. Manche tun dies ganz bewusst, andere weichen aus. Wie unterstützen Sie die Patientinnen auf diesem Weg? Tatsächlich birgt eine Krebsdiagnose ein potenzielles Risiko, an der Erkrankung zu versterben. Wir nehmen dieses Thema gemeinsam mit unseren Breast and Cancer Care Nurses und den Kollegen der Psycho-Onkologie sehr ernst. Die Patientinnen werden darauf angesprochen; wir versuchen, psychische Belastungssituationen im Arzt-Patientinnen- oder Pflege-Patientinnen-Gespräch zu antizipieren und die Patientinnen dann bei unseren Profis, den Psycho-Onkologen, vorzustellen. Diese zeigen den Patientinnen Wege auf, mit dieser Diagnose und der damit veränderten Lebenssituation umzugehen, was für die Patientinnen bei der Bearbeitung des Krankheitsprozesses häufig hilfreich ist.

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20  ·  Lymphom- und Leukämiezentrum

Stammzellen zum Überleben Mit der Transplantation von körpereigenen Stamm­zellen lassen sich die gefährlichen Nebenwirkungen einer Hochdosis-Chemotherapie zur Behandlung verschiede­ ner Krebsarten an Blut und Knochenmark eindämmen. Das Verfahren wird am Kantonsspital Aarau seit 1994 eingesetzt. «Es ist eine Tortur», sagt David H. Schon zum zweiten Mal erlebt der 55-jährige, wie sein Körper nach einer Hochdosis-Chemotherapie jeden Tag noch etwas schwächer wird. Übelkeit, Brechreiz, der Verlust des Geschmackssinns und Haarausfall setzen ihm zu. «Morgen, eine Woche nach der Infusion, dürfte der Tiefpunkt erreicht sein. Dann werden die Stammzellen ihre Wirkung entfalten, und es wird wieder aufwärtsgehen. In ein bis zwei Wochen kann ich das Krankenhaus verlassen.» H. ist vor vier Jahren an einem Multiplen Myelom erkrankt und erfolgreich behandelt worden. Wie weiter statt warum Jetzt kam der zu erwartende Rückfall. Erst nach mehreren Fehldiagnosen und einer Operation an drei Rückenwirbeln zeigte sich nach einer Knochenmark-Probenentnahme damals die wahre Ursache seiner Schmerzen, die vom Rücken in die Beine strahlten. «Es war niederschmetternd. Ich hätte niemals damit gerechnet, die Ärzte mussten mich regelrecht davon überzeugen», erinnert sich H. Er habe sich zuerst selbst ein Bild von der Krankheit machen müssen, habe viel darüber gelesen und sich über andere Behandlungsmöglichkeiten informiert. Nach dem ersten Schock, im Gespräch mit Angehörigen und dem medizinischen Personal habe er schliesslich vorwärts geschaut. «Die Frage nach dem Warum macht keinen Sinn. Die Frage nach dem Wie weiter aber schon. Und ich wollte leben.» «Die Krankheit, eine bösartige Veränderung von Plasmazellen im Knochenmark, die zur Gruppe der weissen Blutzellen gehören, ist unheilbar. Sie lässt sich aber mit Hochdosis-Chemotherapie und einer Stammzelltransplantation über einen längeren Zeitraum eindämmen», erklärt Mario Bargetzi, Chefarzt Hämatologie, der H. mit seinem Team behandelt. «Ich bin mir sehr bewusst, dass wir den Holzhammer einsetzen, aber wir haben bis auf Weiteres keine Therapie, die so wirksam ist.» Bei nur ganz wenigen Krebsarten, es sind vor allem Leukämie und Lymphome, lässt sich der Tumor mit so hohen Dosen an Zellgift behandeln. «Das Ziel ist, jede Tumorzelle abzutöten, was mit Ausnahme des Multiplen Myeloms recht gut gelingt. Der Heilungserfolg zwei Jahre nach der Behandlung liegt bei 50 Prozent.» Die Zytostatika zerstören aber auch die körpereigene Infektabwehr fast vollständig. Ohne Transplantation würden die Patienten über kurz oder lang an

Prof. Dr. med. Mario Bargetzi, Chefarzt Hämatologie


Lymphom- und Leukämiezentrum  · 21

einer Infektionskrankheit sterben. «Mit der Transplantation von körper­ eigenen Stammzellen helfen wir dem Immunsystem auf die Sprünge», erklärt Bargetzi. Jungbrunnen des Körpers Stammzellen sind der Jungbrunnen des Körpers. Sie haben zeitlebens die Fähigkeit, sich in bestimmte Zell- oder Gewebetypen zu entwickeln. Es beginnt mit einer leichten Chemotherapie und der Abgabe von Medikamenten, die den Körper stimulieren, die Stammzellen aus dem Knochenmark ins Blut auszuschwemmen. Blutproben werden entnommen und im Labor analysiert. Esther Herrmann, Leitende biomedizinische Analytikerin, erzählt vom standardisierten, hochtechnischen Verfahren, bei dem es darum geht, die Zahl der Blut-Stammzellen zu bestimmen. Erreicht dieser Marker einen gewissen Schwellen­ wert, kann die Entnahme aus dem Körper beginnen. Dabei wird im Blutspendezentrum im Verlauf von vier bis sechs Stunden das Blut am Arm entnommen, dann mit einem Zentrifugalverfahren gefiltert und am anderen Arm in den Körper zurückgeleitet. Zwischen 150 und 300 Milliliter einer rötlichen Flüssigkeit, die die Stammzellen enthält, bleibt zurück. Im Labor wird diese Flüssigkeit nach einer Untersuchung auf Keime nochmals analysiert. Ist – umgerechnet auf ein Kilogramm des Körper­ gewichts – die Zahl von 2.5 Millionen Stammzellen erreicht, kann das Produkt für die Transplantation verwendet werden. Dazu wird es mit einem Frostschutzmittel gemischt, portioniert und danach gekühlt und in einem Spezialtank bei minus 180 Grad bis nach der Hochdosis­ chemotherapie aufbewahrt. Vor der Infusion in den Körper werden die Stammzellen in einem Wasserbad auf Körpertemperatur gebracht. Bei David H. waren von der letzten Entnahme bei der ersten Therapie noch genügend Stammzellen vorrätig, die Infusion selbst ist eine Sache von wenigen Minuten. Jetzt sei er zuversichtlich, schon bald nach Hause zurückkehren zu können. Es sei ein anderes Leben. «Die Krankheit schwächt. Ich werde schon nach wenig körperlicher Betätigung müde und kann nur noch eingeschränkt arbeiten. Aber ich gebe nicht auf.» Und er werde sich treu bleiben. «Ich geniesse das Leben, und ich habe es gut mit meinen Angehörigen und Freunden. Das ist das wahre Glück.»


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Hautkrebszentrum  · 23

Im Team mit dem Arzt entscheiden Patientinnen und Patienten mit dermatologischen Erkrankungen sowie deren Angehörige können – in der Schweiz einmalig – ihren Fall zusammen mit einem Spezialistenteam besprechen. Das «Tumor­ board Hautkrebszentrum» erleichtert allen Beteiligten die Behandlung. Eine dunkelbraune Hautveränderung am Rücken hatte den Verdacht auf eine bösartige Hauterkrankung genährt. Am Dermatologie-Tumorboard besprach sich ein achtköpfiges Team von Spezialisten mit der 63-jährigen Patientin und ihren Angehörigen. Das pigmentierte, asymmetrische, etwa sechs Millimeter grosse Hautstück war auch für die anwesenden Ärzte suspekt. Man war sich einig: Das Hautstück musste operativ entfernt und weiter untersucht werden. «Am interdisziplinären Haut-Tumorboard haben Hautkrebs-Patientinnen und -Patienten sowie ihre Angehörigen die Möglichkeit, Diagnose und Behandlung gemeinsam mit dem mehrköpfigen Spezialisten-Team zu besprechen. Das ist einmalig in der Schweiz», erklärt der Chefarzt Dermatologie, Dr. med. Markus Streit.

Dr. med. Markus Streit, Chefarzt Dermatologie und Allergologie


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Hautkrebszentrum  · 25

Prof. Dr. med. Claudia Meuli-Simmen, Chefärztin Klinik für Hand-, Plastische und Chirurgie der peripheren Nerven

Das Tumorboard findet in einem hellen Raum statt, die Patienten können dabei sitzen oder liegen. Im Zentrum der gemeinsamen Besprechung stehen die Behandlungsoptionen; die jeweils zuständigen Spezialisten erläutern und diskutieren die Vor- und Nachteile gemeinsam mit den Patienten. Diese Auseinandersetzung ist nicht nur für sie von Vorteil, sondern auch für die anwesenden Ärztinnen und Ärzte: «Wir sind heute alle stark spezialisiert und dankbar, wenn wir auch von den Kolleginnen und Kollegen anderer Fachgebiete auf dem Laufenden gehalten werden», sagt Prof. Dr. med. Claudia Meuli-Simmen, Chefärztin für Hand-, Plastische und Chirurgie der peripheren Nerven. Schon einen Tag nach dem Tumorboard-Termin wurde bei der Patientin der auffällige Hautfleck herausgeschnitten. Die Gewebeunter­ suchung zeigte einen bösartigen Hauttumor, ein Melanom. Drei Wochen später, nach weiteren Abklärungen zum Ausschluss von Metastasen, erfolgte die notwendige Nachresektion mit dem empfohlenen Sicherheitsabstand. «Bei der Entfernung von Melanomen galt vor vielen Jahren ein Sicherheitsabstand von fünf Zentimetern zum Hautkrebs. Heute sind es maximal deren zwei. Das erleichtert die Arbeit der Plastischen Chirurgin und ermöglicht den Patienten wesentlich ansehnlichere Ergebnisse», sagt Claudia Meuli-Simmen. Beachtlich sind die Fortschritte auch bei der Transplantation von Eigenfettgewebe: Bei der Entfernung eines Melanoms an der Wange bleibt oft eine unschöne Delle zurück. «Dank dem Einbau von Eigenfett erzielen wir heute überzeugende Resultate», sagt die Chefärztin. Im Fall der 63-jährigen Hautkrebs-Patientin hatte die Wunde nicht primär verschlossen werden können, weshalb eine Eigengewebeverschiebung aus der Umgebung der Operationsstelle verwendet wurde. «Die Plastische Chirurgie kann überall dort, wo es um die Haut-, Weichteile und funktionelle Wiederherstellung geht, viel leisten», sagt Claudia

Meuli-Simmen. Die chirurgischen Techniken und Verfahren sind ausgereift, genau so wie die Fachausbildung für die Spezialärzte, in der das Handwerk des Plastischen Chirurgen erlernt wird. Die Wundheilung der 63-jährigen Patientin verlief ohne Komplikationen, die Nachuntersuchung zeitigte keinerlei Spuren mehr von Tumorzellen. Auch die Wächter-Lymphknoten waren tumorfrei. Mit diesem Befund konnte die Patientin wieder den Kollegen der Dermatologie zur Tumornachsorge übergeben werden.

Plastische Chirurgie in modernen Räumlichkeiten Seit Sommer 2015 können sich Patientinnen und Patienten in der umgebauten und erweiterten Klinik für Hand-, Plastische und Chirurgie der peripheren Nerven im Haus 1 untersuchen und behandeln lassen. Chefärztin Prof. Dr. med. Claudia Meuli-Simmen ist sehr zufrieden: «Wir arbeiten seit dem Umbau der Plastischen Chirurgie in einer neuen Arbeitswelt. Aus engen, oft fenster­losen Räumen sind helle, menschenfreundliche Zimmer geworden. Früher mussten wir Patienten die Diagnose Hautkrebs oft in einem dunklen Zimmer mit uraltem Mobiliar eröffnen. Heute blicken sie durch das Fenster auf den Park; ein Baum mit all seiner symbolischen Bedeutung kann da schon einiges bewirken, um den ersten grossen Schreck etwas zu lindern.»


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Hirntumorzentrum  · 27

«Bessere Wirkung, weniger Nebenwirkungen» Seit Dezember 2015 verfügen das Radio-Onkologie-Zentrum und die Klinik für Neurochirurgie über einen Spezialbeschleuniger für die Hochpräzisionsbestrahlung (Radiochirurgie). Die Oberärztinnen Dr. med. Susanne Rogers und Dr. med. Lucia Schwyzer erläutern im Interview Methode und Be­ handlung.

Lucia Schwyzer: Was ist Radio­c hirurgie? Mit hochdosierter und -präziser Strahlung behandeln wir Tumoren im Gehirn oder auch am Körper sehr effektiv. Das umliegende, gesunde Gewebe wird geschont. Die Behandlung erfolgt ambulant, es ist keine Operation erforderlich. In der Regel genügt eine Sitzung. Im Maximum sind es fünf.

Sowohl die Planung wie auch die Behandlung selber werden ambulant durchgeführt. Susanne Rogers: Was sind die Vorteile der Radiochirurgie gegenüber anderen Behandlungsmethoden? Bei Metastasen im Gehirn ist z.B. die Radiochirurgie eine gute Alternative zur Bestrahlung des ganzen Hirns, sowohl als primäre Therapie, als auch nach einer Operation.

Die Wirkung ist besser und es gibt weniger Nebenwirkungen wie Gedächtnisstörung oder Haarausfall, da gesunde Zellen geschont werden. Die Radiochirurgie ist eine effektive, nicht-invasive Behandlungsmethode bei ausgewählten inoperablen Tumoren.

chirurgie (Einzeichnen des Tumors und der Risikoorgane, Dosisberechnung) vorgenommen. Die eigentliche ambulante Behandlung findet innerhalb einer Woche nach Planungsbeginn statt und dauert 30-45 Minuten pro Sitzung.

Lucia Schwyzer: Für welche Tumor­a rten wird die Radiochirugie eingesetzt? Einerseits bei gutartigen Tumoren etwa an der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) oder Hirnhauttumoren (Meningeome), andererseits bei bösartigen Tumoren, beispielweise Metastasen im Gehirn.

Lucia Schwyzer: Welche Kliniken am Kantonsspital Aarau setzen die stereotaktische Radiochirurgie/-therapie ein? Die Behandlung wird grundsätzlich von den Spezialisten der verschiedenen Neurodisziplinen (Neurochirurgie, Hirntumorzentrum, Neurologie, Neuroradiologie) und Thoraxtumoren (Bronchuskarzinom/Lungenkrebs) gemeinsam besprochen und entschieden. Die Zusammenarbeit ist sehr gut und intensiv. Wir überprüfen laufend gemeinsame neue Behandlungsmöglichkeiten für die Radio­ chirurgie auf Basis eigener Expertise oder den Ergebnissen nationaler oder internationaler klinischen Studien. Als einziges Zentrum in Europa können wir als Vollmitglied an US-amerikanischen Studien des weltweit führenden Studiennetzwerkes teilnehmen (Radiochirurgie bei multiplen Metastasen). Wir pflegen eine enge Kooperation mit verschiedenen Zentren.

Susanne Rogers: Wie verläuft die Behandlung für Patientinnen und Patienten? Sowohl die Planung wie auch die Behandlung selber werden ambulant durchgeführt. Bei einer Radiochirurgie im Kopfbereich wird dem Patienten in einem ersten Termin eine Kopfmaske angepasst und anschliessend eine Planungscomputertomographie mit Maske durchgeführt. Ergänzend wird auch noch eine Magnetresonanz-Tomographie des Schädels durchgeführt. Die beiden Bilder werden am Computer zusammengeführt. Anhand dieser Datensätze wird die Planung der Radio­

V.l.n.r. Dr. med. Susanne Rogers, Oberärztin mbF, Radio-Onkologiezentrum KSA-KSB, Dr. med. Lucia Schwyzer, Oberärztin mbF, Klinik für Neurochirurgie


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Kopf- und Neurozentrum  · 29

Zusammengebracht, was zusammengehört Mit dem seit Ende Juni 2016 im Vollbetrieb stehenden Kopf- und Neurozentrum hat das Kantons­ spital Aarau einen medizinischen und architektonischen Meilenstein geschaffen.

Das vertiefte Zusammenspiel der Disziplinen ist ein wesentlicher Vorteil der Gründung des Kopf- und Neurozentrums: Neurologie, Neurochirurgie, Neuroradiologie und Hirntumorzentrum sind neu im Erweiterungsbau von Haus 4 vereint. Die vier auch fachlich benachbarten Disziplinen bilden das Neurozentrum. In unmittelbarer Nähe und unterirdisch verbunden befinden sich im Neubau Haus 60 die Augenklinik sowie die Klinik für HNO, Hals- und Gesichtschirurgie, und im Haus 2A arbeiten die Spezialistinnen und Spezialisten der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie in neu gestalteten Klinikräumen. Das Haus 60 bildet jetzt die neue Eingangspforte des Spitals zum Bahnhof hin. Patientinnen und Patienten profitieren von weit kürzeren Wegen, von gesteigerter Behandlungskompetenz, modernster technischer Einrichtung und von mehr Komfort, der sich nicht nur auf die ansprechende Architektur beschränkt. So spricht denn auch CEO Dr. Robert Rhiner von einem «Meilenstein in der Geschichte des KSA». Patientinnen und Patienten brauchen die Häuser kaum mehr zu wechseln, von der Anmeldung über die Diagnostik bis zur Therapie geschieht jeweils fast alles am selben Standort. Im Haus 60 wurde ein eigener Eingriffsraum für die HNO-Klinik geschaffen, und auch die Augenklinik verfügt über einen eigenen Operationssaal. «Das Kopf- und Neurozentrum ist kein virtueller, sondern ein belebter Ort – zum Wohle unserer Patientinnen und Patienten», betont Robert Rhiner.


30  ·  Kopf- und Neurozentrum

Das Kopf- und Neurozentrum im Steckbrief: Prof. Dr. med. Hanspeter E. Killer, Chefarzt Augenklinik In der einzigen A1-Klinik im Raum Aargau-Solothurn werden Sehstörungen aller Art abgeklärt und behandelt. 28‘000 ambulante Patienten werden jährlich gezählt, die von 15 ärztlichen Mitarbeitenden betreut werden. Die Zahl der chirurgische Eingriffe liegt bei über 2000.

Prof. Dr. med. Frank Metternich, Chefarzt Klinik für HNO, Hals- und Gesichtschirurgie Diese Klinik hat sich in den vergangenen Jahren enorm entwickelt. Seit 2011 hat sich die Zahl der stationären Patienten pro Woche verdoppelt, auch die 2000 Operationen im vergangenen Jahr entsprechen einer Verdoppelung gegenüber dem Stand vor fünf Jahren. Wichtig für die Patienten­versorgung ist die interdisziplinäre Zusammenarbeit, etwa mit der Neurochirurgie oder der Augenklinik.

Prof. Dr. med. Krassen Nedeltchev, Chefarzt Klinik für Neurologie Die Neurodisziplinen sind neu im Erweiterungsbau Haus 4 vereint. 55 Mitarbeitende pflegen jährlich 1800 stationäre Patienten, davon knapp die Hälfte Menschen, die einen Schlaganfall erlitten haben. Im «Stroke Center» werden Patienten mit Hirninfarkten oder Hirn­blutungen in Zusammenarbeit mit der Neuroradiologie und Neurochirurgie rund um die Uhr behandelt. Zentral sind dabei schnelle Reaktionszeiten und die interdisziplinäre Zusammenarbeit.

Prof. Dr. med. Javier Fandino, Chefarzt Klinik für Neurochirurgie Komplexe Operationen sind die Kernkompetenz des Teams. Der Chefarzt legt grossen Wert auf Transparenz, auch am Operationstisch. 32 Mitarbeitende führen jährlich 2700 Eingriffe durch, darunter 200 Hirn­tumorOperationen.

Prof. Dr. med. Luca Remonda, Chefarzt Neuroradiologie Im Zentrum steht die Hochspezialisierte Bildgebung und Therapie, 13 Mitarbeitende führen pro Jahr rund 15‘000 CT und MRI sowie 750 Neuroangio­ graphien/-interventionen durch.

PD Dr. med. et Dr. med. dent. Christoph Leiggener, Leitender Arzt Klinik für Mund-, Kiefer und Gesichtschirurgie 15 Mitarbeitende kümmern sich um Patienten mit Verletzungen, Fehlbildungen oder Tumoren im Kopf-HalsBereich. Dies ergibt jährlich 280 stationäre Patienten und rund 700 ambulante Eingriffe.


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