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A N ER

Ausgabe 2 Juli 2013

Re(gion)alsatire Magazin für IngolStadtLandDings unabhängig - unsinnig - unseriös

AUS FÜR SCHLOSSFEST?

Ottheinrich eine britische Erfindung NSA Überwachungsskandal Geheime Protokolle aus dem Ingolstädter Stadtrat aufgetaucht Schlemmen auf Rädern Eichstätt bekommt einen Gourmet Drive In


Editorial

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Impressum: Redaktion, Layout: Melanie Arzenheimer Fotos: Melanie Arzenheimer/Wiki Commons wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Amalia Stürzenhofecker-Pasatelski (AU Eichstätt-Ingolstadt) Verantwortlich i.S.d. § 6 Abs. 2 MDStV: Melanie Arzenheimer Arzenheimer Productions Rebdorfer Str. 97 85072 Eichstätt Internet: www.erna-magazin.de Mail: post@erna-magazin.de


Inhalt Eine einzige Lüge? Es scheint, als hätte ein britischer Schriftsteller aus dem englischen König Heinrich VIII. den Neuburger Pfalzgrafen Ottheinrich gemacht. Das Schlossfest - eine Erfindung?

Seite 04

NSA schnüffelt Die Sitzungen des Ingolstädter Stadtrats wurden von der NSA überwacht und dokumentiert. Dank Edward Snowden kam der Skandal nun ans Licht.

Seite 10

Eine Feier ohne Mayr Der Komponist, dessen 250. Geburtstag derzeit gefeiert wird, hat ein Imageproblem. Das beweist eine Studie der Alkoholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt.

Seite 14

Farbe für´s Proletariat Die Rathausplatz-Sitzmöbel und ihre Farbe: Grund für ein philosophisches Streitgespräch über anspruchsvolle Grautöne und farbige Geschmacksverirrungen.

Seite 16

Schmackhafte Aussicht Der Eichstätter Residenzplatz wird zum wahrscheinlich einzigen Gourmet Drive In in Bayern umgestaltet. Hintergründe, Analysen, Spekulationen.

Seite 22


Geschichte

Neuburgs Renaissance eine britische Erfindung? Pfalzgraf Ottheinrich hat vermutlich nie existiert – Schlossfest ein großer Irrtum Er ist bekannt für die Erfindung von Sherlock Holmes und Dr. Watson. Doch der britische Schriftsteller Sir Arhur Conan Doyle könnte ein wahres Kunststück abgeliefert haben, das eigentlich niemals hätte entdeckt werden sollen. Ein Meisterwerk der Fälschung, das seinem Sherlock Holmes sicherlich gefallen hätte: der Neuburger Pfalzgraf Ottheinrich ist eine Erfindung des Bri-

Pfalzgraf Ottheinrich (Portrait von Barthel Beham)

ten! Den Beweis für diese zunächst sehr abstruse These liefert der Literaturwissenschaftler Hanns von Kleve, der bei den Nachforschungen über seine berühmte Uhrahnin Anna von Kleve der Sensation zufällig auf die Spur gekommen ist. „Ich hatte mich intensiv mit dem Leben Heinrichs VIII. von England, dem Ehemann von Anna von Kleve befasst, als ich in einem Archiv

Heinrich VIII. auf dem berühmten Gemälde von Hans Holbein d.J.


alt geworden (Heinrich VIII. wurde 55 Jahre und starb 1547, Ottheinrich wurde 56 Jahre und starb 1559) und beide haben im Lauf ihres Lebens an Leibesfülle extrem zugelegt. Heinrich von England wog bei seinem Tod 160 Kilogramm, sein Bett musste mit Holzbalken verstärkt werden, um seine Last zu tragen. Noch mehr Gewicht brachte Pfalzgraf Ottheinrich auf die Waage, er soll bei seinem Tod sogar 200 Kilo gewogen haben. Das könnte darauf hindeuten, dass Conan Doyle durch Zwei gewichtige Heinrichs die literarische Gewichtszunahme Beide Männer haben im 16. Jahrhun- seiner Kunstfigur Ottheinrich eine dert gelebt, beide tragen den Namen zusätzliche Dramatisierung der ToHeinrich und sind beinahe gleich desumstände erreichen wollte. Woin London einige Notizen von Sir Arthur Conan Doyle in einer Heinrich-Biographie gefunden habe“, erzählt Hanns von Kleve. „Da stand, nur schwer leserlich hin gekritzelt, zum Beispiel `hervorragende Konfliktsituation` oder ´zu blutrünstig – weg lassen´.“ Hat der Autor aus Heinrich VIII. einfach den Pfalzgrafen Ottheinrich gemacht? Ein Vergleich der beiden Herrscher legt diesen Verdacht durchaus nahe.


möglich hat sich Sir Arthur Conan Doyle auch den Konflikt Heinrichs VIII. mit dem Papst zum Vorbild für die Erschaffung von Ottheinrich gemacht. Der englische König wurde bekanntlich exkommuniziert und war fortan der Chef über seine eigene Kirche, die neu gegründete anglikanische Staatskirche. Und so hat auch der literarische Heinrich, also Ottheinrich, seine Probleme mit den Katholiken. Der Schriftsteller lässt ihn zum protestantischen Glauben übertreten. Dass Conan Doyle seinen Ottheinrich ausgerechnet in Neuburg an der Donau angesiedelt hat, liegt daran, dass sich der Autor einen exotischen Ort für seine Ge-

schichte gewünscht hatte. Und weil weit vorher schon Schriftstellerkollegin Mary Shelley ihren Frankenstein nach Ingolstadt verlegt hatte, wollte Doyle seine Geschichte als Verehrer Shelleys einfach in der Nachbarschaft ansiedeln. Lediglich beim „Frauenverschleiß“ wollte der Autor nicht dem Vorbild von Heinrich VIII. folgen. Aus der Sicht eines modernen, aufgeklärten Schriftstellers erschien ihm das Bild eines Mannes, der Ehen gerne mal durch Hinrichtungen beendet, für zu mittelalterlich. Obwohl Heinrich VIII. als der Prototyp des Renaissance-Fürsten gilt. Wie übrigens auch – welche Überraschung – Pfalzgraf Ottheinrich.


Geschichte

Wird dem Neuburger Schlossfest nun der Zahn gezogen? Bürgerbegehren gegen Geschichtsfälschung Wenn der berühmte Neuburger Pfalzgraf eine Fälschung ist, was ist dann überhaupt noch wahr? Das zu untersuchen ist derzeit die Aufgabe einer Expertenkommission, die unter anderem die Baupläne des Neuburger Schlosses mit Unterlagen aus dem Archiv Walt Disneys vergleicht. Und das Neuburger Schlossfest könnte im wahrsten Sinne des Wortes auf wackeligen Beinen stehen. Es hat sich in Neuburg

bereits eine „Bürgerinitiative gegen Geschichtsfälschung“ gegründet, die gerade Unterschriften für die Abschaffung des Schlossfestes sammelt. Der Versuch, ausgerechnet beim Schlossfest Stimmen zu fangen, endete für einige Mitglieder allerdings mit wüsten Beschimpfungen und sogar einer Platzwunde. Man darf gespannt sein, wie viel von der Renaissance-Fassade Neuburgs noch bröckelt. Anzeige

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Im Fadenkreuz der NSA Sitzungen des Ingolstädter Stadtrats wurden vom Geheimdienst überwacht Während man in Ingolstadt von einem Livestream aus den Stadtratssitzungen noch weit entfernt ist, war eine bestimmte Organisation schon immer ganz nah dran am Geschehen. Und zwar die NSA (National Security Agency) der Vereinigten Daten von Amerika. Der US-Geheimdienst hat Regierungen, Organisationen und Privatpersonen weltweit ausspioniert – und das auch in Ingolstadt. Edward Snowden, der die Ausschnüffelei der Amerikaner (aber auch der Briten und vermutlich der Australier, Österreicher, Turkmenen, Saarländer und Oberschlesier) publik gemacht hat, spielte uns nun ein 847 Seiten starkes Dokument zu, in dem der Datentransfer von und zu den Stadträten in Ingolstadt während nur einer einzigen Sitzung dokumentiert wur-

de. Aufgezeichnet wurden E-Mails, Kurznachrichten, Twitter- und Facebook Postings, MMS und was sonst noch so hin und her geschickt wurde. Die Digitalisierung der Kommunalpolitik hat im Übrigen zu einer Datenflut geführt, deren Aufarbeitung noch Generationen von Analytikern beschäftigen wird. Weil wir uns im Gegensatz zur NSA an den Datenschutz halten, haben wir die Namen der überwachten Personen abgekürzt bzw. durch allgemeingültige Begriffe ersetzt. Hier aufgeführt werden die brisanten sogenannten oMs, also outgoing Messages während der ersten Minuten einer Sadtratssitzung. Zugegeben, wir waren bei der Sichtung der Protokolle schickiert.


Politik Outgoing Messages, Thursday, 15.38 pm Stadtrat 1: Die Baumkuschler nerven. Und das beim ersten TOP. Stadträtin 2: Die Schwarzen nerven. Und das beim ersten TOP. Stadtrat 2: Ich glaube, G. und K. sind genervt. Und das schon beim ersten TOP. Sitzung könnte länger dauern. Stadtrat 3: Schatz, die Sitzung dauert länger. Alle genervt. Wird spät. Stadtrat 4: Jetzt redet sich der T. in Rage. Das dauert. Schick mir bitte meine Eröffnungsrede zum Korrekturlesen. Stadtrat 5: Haben wir noch was zu Essen? Sonst pack ich nach der Sitzung ein paar Brezn ein. Stadträtin 1: Hab im Internet grad ein super Hotel entdeckt, hier der Link. Was meinst Du, Hasi? Stadträtin 2: Bin gleich länger offline. Muss aufpassen. Darf diesmal nicht wieder falsch abstimmen. Ich weiß, ihr versteht das. Stadtrat 2: Jungs, bitte das Spiel aufzeichnen. Ich schau´s mir später an. Stadtrat 3: Wird später. 21 Uhr bei mir. P.S. bring doch deine scharfe blonde Freundin mit. Aber auch die anwesenden Pressevertreter wurden durch die NSA überwacht. Outgoing Messages, Thursday, 15.45 pm Pressevertreter 1: Bitte nachschauen, was bei Pressevertreter 2 schon online ist Pressevertreter 2: Bitte nachschauen, was bei Pressevertreter 1 schon online ist Pressevertreter 3: Bitte Platz auf dem Titel frei halten. P.S. die neben mir regen mich auf mit ihrem Online-Getippe. Pressevertreter 1: Wie viele Klicks haben wir schon? Pressevertreter 4: Akku leer. Muss es ein O-Ton sein oder reicht ein Aufsager? Pressevertreter 3: Bitte Platz für Foto vom Stadtrat einplanen. Pressevertreter 1: Zu wenig Klicks, da muss was mit Sex rein. Also kein Foto vom Stadtrat. Pressevertreter 3: Fühle mich irgendwie überwacht. Eventuell Titelgeschichte? Pressevertreter 4: Ihr könnt mich mal, von wegen ich nuschel. Pressevertreter 2: Bitte vor 18 Uhr noch nachfragen, wie lange ich den R8 behalten kann.


Kleinanzeigen Suche neue Herausforderung! Attraktiver ER, Alter: 60+ mit Migrationshintergrund sucht neue Herausforderung für die Zeit nach dem 16. März 2014. Langjährige Erfahrung in Führungsposition als Geschäftsführer eines Bürgerkonzerns vorhanden. Job mit Blick auf Grünfläche wünschenswert. Dringend Unterkunft benötigt Suche Wohnung oder Apartement für meinen Freund Edward S., derzeit wohnhaft in Moskau. Möglichst unauffällig, abgelegen und ruhig, ohne WLAN und Internetanschluss, wenn möglich, auch ohne Strom. Heizung wäre aber wünschenswert, ebenso Nähe zu einem Flughafen. Zahlungsmodalitäten nach Absprache. Ihre Bankverbindung ist uns in jedem Fall bekannt.

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Ein Komponist, den niemand vermisst?

Beim Thema Simon Mayr tun sich eklatante Wissenslücken auf

Forscher, Musikpädagogen, Musiker - sie alle waren jüngst zum Simon-Mayr-Symposium nach Ingolstadt gekommen. Der Komponist aus Mendorf, der in Italien zum Star wurde, hätte in diesem Jahr seinen 250. Geburtstag gefeiert. Und weil er selbst nicht an der Party teilnehmen konnte, haben das eben andere für ihn getan. Dabei ist der „Vater der italienischen Oper“ hierzulande eigentlich ein „No Name“, wie eine Umfrage des Instituts IRR Tum der Alkoholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt ergeben hat. Johann Simon wer? Die Ergebnisse der Umfrage sind erschütternd. Au weia, Herr Mayr!


Kultur Wer war Johann Simon Mayr?

Bauunternehmer Bauunternehmer Bauunternehmer Erfinder der aus Neuburg aus Eichstätt aus Ingolstadt (M)Eieruhr

Was war das größte Werk von Johann Simon Mayr?

Neuburg

Eichstätt

Ingolstadt

Die (M)Eieruhr

© Meinungsforschungsinstitut IRR Tum (Alkoholische Universität Eichstätt-Ingolstadt)


Philosophie

„Farbe ist nur was für das Proletariat!“ Ein farbphilosophisches Streitgespräch Sind die neuen Sitz- bzw. Liegemöbel auf dem Ingolstädter Rathausplatz schön oder hässlich? Eine Diskussion, die vor allem in den sozialen Netzwerken eine exorbitant hohe Aufmerksamkeit genießt. Grundsätzlich sei festgestellt: es geht um Möbel und nicht um ein Endlager für Atommüll oder eine Pershing-Raketen-Stellung. Womöglich stehen die Möbel aber stellvertretend für ein grundsätzliches Dilemma: wie viel Farbe verträgt der Mensch? Und wenn ja, welche? Der Farb-Philosoph Dipl. Psych. Holger Heinemann-Hagendorn vertritt die These, dass es gar nicht bunt genug sein kann. Ganz anders sieht das Prof. Dr. Herbert Grauvogel. Für ihn

hat Farbe in der anspruchsvollen Kunst und Architektur nichts zu suchen. Heinemann-Hagedorn: Woher kommt Ihre These, dass wahre Kunst grau sein muss? Grauvogel: Es ist statistisch bewiesen, dass ältere Herren mit höherem Bildungsabschluss, im übrigen auch die Damen, zu dezenten Grautönen neigen. Das gilt für die Auswahl ihrer Kleidung genauso wie für das Mobiliar oder das Automobil. Im Übrigen steh nicht nur das Grau für eine gewisse intellektuelle Ausstattung des Trägers, sondern auch das Schwarz.


Philosophie Heinemann-Hagedorn: So, so. Der schwarze Rollkragenullover ist also der Inbegriff von Intellektualität. Grauvogel: Korrekt. Sie sehen, kräftige Farben sind nur etwas für das Proletariat. Heinemann-Hagedorn: Und was ist mit den wunderbar bunten Kunstwerken der Pop Art zum Beispiel?

Heinemann-Hagedorn: Brigit Bardot ist älter geworden, aber nicht schöner. Grauvogel: Aber sie gehört zum Kulturgut. Zur Kunst. Dass Kunst schön sein muss, diese Meinung gehört ja wohl ins vorletzte Jahrhundert. Heinemann-Hagedorn: Nun wiederlegen Sie sich gerade selbst.

Grauvogel: Das ist keine Kunst. Allerhöchstes Kitsch. Wie dieses Hundertwasserzeug.

Grauvogel: Wenn Sie die Diskussion auf ein derart niedriges Niveau herunter fahren...

Heinemann-Hagedorn: Dann gehen wir mal ganz weit zurück in der Kunstgeschichte. Die griechischen Statuen, die ägyptischen Tempel waren ursprünglich voller Farbe. Nur weil nach der Wiederentdeckung die Farbe sprichwörtlich ab war, sind sie doch nicht plötzlich Kunst geworden. Das waren sie schon immer!

Heinemann-Hagedorn: Sie sind doch derjenige, der die Mitmenschen mit Verachtung straft! Grauvogel: Warum habe ich mich eigentlich auf dieses Gespräch eingelassen. Mit jemandem, der einen Warhol im Schlafzimmer hängen hat.

Grauvogel: Mitnichten. Wenn etwas älter Heinemann-Hagedorn: Der ist wenigeswird, wird es automatisch zum Kulturgut, tens echt, was man von Ihrer Doktorarbeit ja nicht behaupten kann. zur Kunst und damit ist es schön. Heinemann-Hagedorn: Brigit Bardot. Grauvogel: Bitte? Heinemann-Hagedorn: Brigit Bardot ist die personifizierte Widerlegung Ihrer These. Grauvogel: Wenn Sie mir das erläutern?

Grauvogel: Sie impertinenter Voll pieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeep Heinemann-Hagedorn: Sie können mich mal am pieeeeeeeeeeeeeep, Sie alter M pieeeeeeeeeeeeeep An dieser Stelle musste das Gespräch abgebrochen werden.


Kurz und (gar nicht) gut Völlig übertrieben Die überaus opulente Ausschilderung selbst kleinster archäologischer Ausgrabungen kritisiert der Bundesrechnungshof. Jedesmal eine EdelstahlKonstruktion (siehe Bild) mit dem Namen des Grabungsbüros aufzustellen, sei völlig übertrieben. Zumal in diesem Fall nur ein Knopf (19. Jhdt.) gefunden wurde.

Aua! Krankenkassenkrise Die Patienten in der Region bekommen die Krise der Krankenkassen zu spüren. Weil der Zahnarztbesuch dadurch für manch einen unbezahlbar geworden ist, haben sich Bürger nach dem Besuch eines vhs-Kurses auf das Zahnsteinentfernen spezialisiert und bieten diese Dienste nun gratis an.

Nie mehr Schulden Eichstätts OB Andreas Steppberger hat beim Lernfest in Schrobenhausen dazu gelernt. Und er hat einen Weg gefunden, wie er die Stadt von ihren Schulden befreit. Ab sofort wird das Geld selbst gedruckt und gepresst: „Dann kann es nicht ausgehen,“ so die Erkenntnis des OB.


Kurz und (gar nicht) gut Keine Samenspende! Die Rasenaktion der Innenstadtfreunde hat für Irritationen gesorgt: die Samen waren für den Rasen bestimmt, und die Spenden, die über dem Rathauseingang angezeigt werden, sind für UNICEF. Von Samenspenden war in diesem Zusammenhang nie die Rede.

Wetten dass...? Die Nachfolger von Markus Lanz und Cindy aus Marzahn kommen aus der Region: Conny Oberhofer wird die ZDF Show künftig moderieren und Bernhard Mahler wird ihr assistieren. Oder andersrum. Egal. Dafür bekommt Markus Lanz jedenfalls die Volksmusiksendung bei Radio IN.

Undichte Stellen Das könnte teuer werden. Die Steinskulpturen im Ingolstädter Klenzepark sind undicht. An manchen Stellen läuft bereits Wasser aus. Jetzt ist schnelles Handeln gefragt. Möglicherweise kann der vom Hochwasser angeschwemmte Donauschlamm zum Stopfen der Löcher genutzt werden.


Technik

Sun Blocking Effect entdeckt Im Schatten von Audi blüht die alternative Entwicklerszene „Vergangene Woche hatten wir einen ech- den Entwicklern der Zufall zu Hilfe: ein ten Breaktrough,“ freut sich Dr. Thomas Mitarbeiter war nach der jahrelangen ArSpökendorff, CEO der Efficent and Con- beit in der hermetisch abgeriegelten Umgefusing Prototyping Unit (E-CPU) aus Gai- bung des unterirdischen Versuchslabors im mersheim und langjähriger Embedded Gewerbegebiet Gaimersheim zu plötzlich System Engineer of Innovation (Automo- mit Tageslicht in Kontakt gekommen. tive/Aeromotive) bei TRALALA (Technical Rookies and Low Ambitions Labora- „Unser Chief Developer Torsten hat sich tory Agency) in Hanerau-Hademarschen. eine böse Sonnenallergie geholt. Das war Bereits seit fünf Jahren tüfteln er und sein für uns natürlich erstmal ein Schock. Wir Team aus hoch motivierten Ingenieuren an hatten nie erwartet, dass die Sonne wesenteiner Alternative für energiefressende und lich höhere Energiewerte aufweisen würde, wenig umweltfreundliche Klimaanlagen in als wir berechnet hatten.“ Die Konsequenz Automobilen. Nun scheint man dem Ziel aus der Erkrankung: Torsten war ab sofort der Öko-Kühlung einen Schritt näher ge- auf einen Sonnenschirm angewiesen. Als er kommen zu sein. „Die letzten Jahre waren diesen nun eines Tages über mehrere Stun„Für die nächste Generation wird der Umgang mit von vielen Rückschlägen geprägt,“ gibt Dr. den auf dem Parkplatz des Unternehmens BDSM ganz natürlich Thomas Spökendorff zu. Doch dann kam liegen ließ, stauntensein.“ die Techniker über


Technik dessen Wirkung. Der Sonnenschirm warf einen Schatten auf eine Kiste Bier, während die benachbarte Bierkiste der prallen Sonne ausgesetzt war. Eine gründliche Untersuchung des Biers im Eigenversuch zeigte nun, dass das Bier unter dem Sonnenschirm zwar warm, aber bei weitem nicht so eine ungenießbar heiße Plörre war, wie das Bier aus der Sonne (das übrigens der Praktikant von der HAW dort stehen gelassen hatte, der Depp!). „Nur fünf erlitten einen Hitzschlag - wir hatten mit mehr gerechnet“ Dieser „Sun Blocking Effect“ wurde nun in diversen Versuchsanordnungen genau untersucht, bis man sich sicher war, dass ein Schirm durchaus für die Kühlung eines Objekts geeignet sei. „Vor allem im automotive Bereich bringt uns das einen großen Schritt voran,“ betont Dr. Thomas Spökendorff. Vergangene Woche war es nun soweit, dass die ersten Sonnenschirme an unterschiedlichen Automobilen getestet worden sind – bei Extremtemperaturen von 36 Grad. „Die Ergebnisse waren sofort überzeugend. Das bestätigten auch

die Testpersonen unter den Sonnenschirmen. Lediglich fünf von 35 erlitten einen Hitzschlag. Wir hatten mit mehr gerechnet.“ In der nächsten Testphase, für die ungefähr drei Jahre angesetzt sind, wird nur die Aerodynamik eines Regen- oder Sonnenschirms analysiert und optimiert. Anschließend will man eine Methode entwickeln, eine Sun Blocking Unit auch auf ein Automobil mit Dach zu übertragen. „Das wird die wahre Herausforderung, aber wir sind sicher, auch diese zeitnah zu meistern,“ meint der CEO. Sein Unternehmen ist nur ein Beispiel für die Innovationsfreude, die sich in zahlreichen Firmengründungen rund um den Platzhirschen Audi manifestiert. Gerade die alternative Entwicklerszene fernab von klassischen Crash-Tests und Versuchen im Windkanal fordert die etablierten Entwicklungsbüros zunehmend heraus. Rund 20 Unternehmen wie E-CPU sind allein in Gaimersheim gemeldet, einige davon haben schon für Aufsehen gesorgt – etwa mit biologischem Scheibenwischwasser, alternativen Blinkern (wie Fähnchen aus tibetanischem Hanf) und veganen Ledersitzimitaten aus gegerbtem Tofu.


Park- und Picknickplatz? Warum der Eichstätter Residenzplatz der ideale Ort für einen Gourmet Drive In ist... Er zählt zu den schönsten Plätzen Europas - der Residenzplatz in Eichstätt. Aber (nicht nur) nach 19 Uhr zählt er auch zu den ruhigsten Plätzen Europas. Ein schönes Ambiente allein macht eben noch keine lebendige Altstadt. Und so gibt es einen außergewöhnlichen Plan, um diesen Platz zu beleben. Die Stadt wird hier zusammen mit einem Gastronomen, der nicht genannt werden will, weil er möglicherweise kurz vor der Insolvenz steht, einen Gourmet Drive In eröffnen. Die Idee dazu entstand, weil in letzter Zeit

immer öfter Autofahrer auf dem Platz Rast machten und sogar auf selbigem ein Picknick veranstaltet wurde. Warum also nicht beides kombinieren? Der Gourmet Drive In führt einmal um die Mariensäule herum, im Erdgeschoss des Finanzamts wird der Bestell-Schalter eingerichtet und das Essen wird dem Autofahrer aus dem Landratsamt gereicht. Die örtliche Kantine kann als Depot für die edlen Snacks wie Hummer a la Willibald, WalburgaBurger oder Archaeopteryx-Sticks (kleine Hühnchenteile) dienen. Ein Genuss!


Testlauf f端r die Gourmet Drive In Speisekarte


Gesundheit

Achtung Problembeeren! Das Amt für Landwirtschaft und Ernährung warnt vor gefährlichen, teils aggressiven Beeren Nicht schon wieder! Nach Bruno sind erneut Problembeeren in Bayern eingefallen. Und es sind in diesem Jahr auch noch verdammt viele. Schuld dran ist das lang anhaltende schlechte Wetter, das aus den ansonsten so friedlichen und possierlichen Naturgeschöpfen echte Ekelbatzen gemacht hat. „Sie haben am Anfang so harmlos ausgesehen und waren ganz lieb und jetzt das“, beklagt sich Ursula G., die eine Beerenfarm im Landkreis NeuburgSchrobenhausen betreibt. Viele ihrer so liebevoll gezüchteten Beeren haben sich in häßliche, aggressive Exemplare verwandelt. Vor diesen warnt nun auch das Amt für Landwirtschaft und Ernährung: „Wenn Sie auf Problembeeren stoßen, dann vermeiden Sie den direkten Kon-

takt. Bleiben Sie ruhig, kauern Sie sich auf den Boden und warten Sie, bis das Beerenkriseninterventionsteam eingetroffen ist.“ Das kann allerdings bis zu zwei Tage dauern, weil die Anzahl der Problembeeren in Bayern dieses Jahr außerordentlich hoch ist. Die bayerische Staatsregierung hat daher bereits einen Beeren-Gipfel anberaumt, bei dem es unter anderem um die Entsorgung der erlegten Beeren gehen wird. Sie alle auszustopfen und in ein Museum zu stellen kommt wohl wegen der hohen Kosten nicht in Frage. Naturschützer fordern unterdessen, die Problembeeren mit artgerechten Beerenfallen einzufangen und in Tschechien oder Rumänien wieder auszusetzen.


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Der böse Blog Also, Herrschaften. Es sollte ja wohl jedem Menschen, der seine mehr oder weniger intelligenten Gedanken auf einer Plattform wie google oder facebook verbreitet, klar sein, dass da ein paar andere mitlesen. Sonst hätte man die Gedanken ja wohl besser in ein altmodisches, analoges Tagebuch oder einen Brief geschrieben. Dass das FBI jetzt auch noch alle Daten dieser Welt zur „Terrorbekämpfung“ sammelt, ist ja nun keine Überraschung. Das erinnnert mich manchmal an diese Rabattkarten-Nutzer, die sich wundern, warum sie ständig Werbeangebote bekommen. Na, weil ihr eure Daten bei jedem dämlichen Einkauf raus gebt! Oder werdet ihr von der Kassiererin bedroht? Aber das Punktesammelsystem würde ich gerne auf das FBI und die NSA übertragen sehen. Ich gebe also meine Daten freiwillig weiter, bekomme dafür so was wie digitale Flugmeilen nur eben in einer anderen Branche. Zum Beispiel gibt’s nach einem halben Jahr bei 500 erreichten Punkten einen Gutschein für eine illegale Einreise in die USA. Oder das Mitführen von illegalen Substanzen. Bei 2000 gesammelten Punkten wäre vielleicht sogar eine neue Identität im Angebot und bei 5000 Punkten ein Freispruch trotz erwiesenem Kapitalverbrechen. Das wäre mal wirklich ein anständiger Deal. (Den Bösen Blog gibt´s jeden Sonntag unter www.stattzeitung.in)


Ernstgemeinter Tipp zum Weiterlesen

Sex coole Jahre in einem Buch Das Beste aus der Schwabinger Schaumschläger Show Seit sechs Jahren begeistert und erfreut die Lesebühne „Schwabinger Schaumschläger“ jeden Sonntag das Publikum in der Münchner Kulturgaststätte „Vereinsheim“ - zum Jubiläum gibt es nun endlich ein Buch mit Beiträgen vieler, vieler Autoren, die bei den Schaumschlägern zu Gast waren (und weiterhin sein werden): Friedrich Ani, Georg „Grög!“ Eggers, Matthias Egersdörfer, Johannes Berger, Franz Dobler, Hazel Brugger, Ahne, Marco Tschirpke, Dagmar Schönleber, Sven Kemmler, Jess Jochimsen, Thomas Glatz, Sarah Hakenberg, Melanie Arzenheimer, Wehwalt Koslovsky, Volker Keidel, Verena Richter, Severin Groebner, Frank Klötgen, Rupprecht Mayer, Carmen Wegge, Nils Heinrich, Jaromir Konecny, Marc Ritter, Anton G. Leitner, Philipp Moll, Maria Peschek und andere - sowie selbstverständlich Christoph Theussl, Moses Wolff und Michael Sailer. Schwabinger Schaumschläger: Sex Jahre - Geschichten, Gedichte, Bilder (und anderes) 2007-2013, ISBN 978 148 4940143 Webtipp: www.vereinsheim.net


Rück(blick)seite

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Ausgabe 1 Juni 2013

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IM VISIER DER FORSCHER Neues Schloss doch nicht so neu? Scheidungswelle befürchtet Abgeordnete dürfen keine Angehörigen mehr haben Shades of Grey Effekt BDSM Fans werden immer jünger

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