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Nr. Nr. 52 39 5/2020 4/2018 Okt.–Nov. Aug–Sept

Medical & Harm Reduction Magazine

#CBDbleibt Stoppen wir das Verbot von natürlichem CBD!

CBD-REGULIERUNG IN DER DISKUSSION ÖSTERREICHISCHE PETITION FÜR WEITERE VERFÜGBARKEIT Einstufung der CBD-Extrakte als Arzneimittel würde der ganzen Branche schaden

18+


Liebe Leute!

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ach Lage der Dinge sieht es so aus, als würden wir noch etliche Monate mit Sicherheitsabstand verbringen, mehr zu Hause bleiben und die Maske als unverzichtbares Accessoire tragen. Wir gingen deshalb dem Vorschlag eines Senators aus Kentucky nach, zumindest eine Maske aus Hanf zu tragen und fanden tat­ sächlich eine Reihe von Vorteilen gegenüber synthetischen, aber auch gegenüber den Baumwollmasken! Und wer zusätzlich zur Hanfmaske CBD verwendet, hat gute Chan­ cen, die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegen das Coronavirus zu erhöhen. Zudem kann man damit, wenn man sich infiziert hat, die Schwere der Symptome verringern. Vorläufige Untersuchungen legen dies zu­ mindest nahe, aber wir müssen noch auf die abschließenden Beweise warten. Länger zu Hause zu bleiben, bedeutet auch mehr Zeit, um beispielsweise etwas über die Entwicklung und die Probleme des italienischen medizinischen Cannabis­ programms zu lesen. Wer hätte gedacht, dass die italienische Armee den gesamten Anbauprozess überwacht und durchführt,

IMPRESSUM Chefredakteur: Gabor Holland Autoren: Bob Arctor, Jack Pot, Anatol Zweig, Tomas Kardos, N. Nogada, Brie Viland Lektorat: Holger Steinbach Design: Judit Bódi

Herausgeber: Medijuana Publishing GmbH Anrissenweg 6/Stg.I/1b A-2345 Brunn am Gebirge E-Mail: office@medijuana.eu Web: www.medijuana.eu

während ÄrztInnen mit ApothekerInnen zu­ sammenarbeiten, um eine individuelle The­ rapie für alle PatientInnen zu entwickeln? Weitere italienische Besonderheiten in un­ serem Artikel. Komplizierte Verwaltungsverfahren, un­­ vollständige Gesetze sowie Vorrang für Un­ ternehmensinteressen: Dies sind nur einige der Fehlerquellen bei medizinischen Cannabispro­ grammen. Kolumbien und die Tschechische Republik, die als Beispiele ausgewählt wur­ den, liefern jedenfalls reichlich Beispiele für Schwächen und Vorzüge. Die wichtigste Lehre dabei ist, dass die Regulierung in der Praxis verbessert werden kann und auch sollte. Und wenn wir schon von Vorschriften sprechen, haben wir, wie versprochen, das Schicksal der von der Weltgesundheits­ organisation überarbeiteten UN-Konven­ tionen zum Cannabis im Auge behalten. Ihr erinnert euch vielleicht, dass auch wir Anfang letzten Jahres die Empfehlungen der WHO gefeiert haben. Diese gaben im Wesentlichen grünes Licht für die medizi­ nische Verwendung von Cannabis und die Vermarktung von CBD als Nahrungsergän­ zungsmittel. Nach vielen Jahrzehnten des Verbots, das nun offenbar als gescheitert betrachtet werden, glaubten wir, dass die Vereinten Nationen auch akzeptieren, dass die Zeit für eine Wende gekommen ist und befürworteten eine progressive Regulie­ rung. Diese Hoffnung besteht weiter, aber mehrere Mitgliedstaaten versuchen die unvermeidlichen Veränderungen zu ver­ hindern. Entscheidungen über die medizi­ nische Verwendung von Cannabis werden im Dezember erwartet. Wir hoffen für alle PatientInnen auf ein günstiges Ergebnis und bemühen uns um Optimismus. Angenehmen Zeitvertreib! Gabor Holland

IN ZUSAMMENARBEIT MIT

Medical & Harm Reduction Magazine

INDEX AEROPONIK SYSTEMS

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ARGE CANNA

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BARNEY’S FARM

34, 35

BLACK LEAF

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CBD MESSE

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CANNATRADEU3 CANNHELP7 DINAFEM SEEDS

10, 11, 36

FLORGANICS27 GREENHOUSE FEEDING

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GRÜNER KAISER

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HANF BIOLADEN

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HANF-ZEIT26 HUMBOLDT SEED ORGANIZATION LAMOTA DISTRIBUCIÓN MARRY JANE CBD MEDIJUANA CBD NACHTSCHATTEN VERLAG PLAGRON

18, 19 37 14 13, 16, 40 29 28, U4

PUFF&STUFF27 QUERBEET SWEET SEEDS UNITED SEED BANKS

1, 34, 35 36, 37 9

VERDAMPFTNOCHMAL15 WILLIS28 Der Herausgeber von Medijuana weist alle Leserinnen und Leser darauf hin, dass der Handel mit lebensfähigen Hanfsamen sowie Verkauf, Besitz und Lieferung derselben in mehreren Mitgliedsstaaten der Europäischen Union als illegal gelten! Sämtliche Inhalte sind zu Informations- bzw. Unterhaltungszwecken gedacht. Wir möchten keineswegs dazu beitragen, dass jemand in seiner Heimat bestehenden Gesetzen zuwiderhandelt. Es ist nicht Anliegen des Herausgebers von Medijuana, irgendjemanden zur illegalen Nutzung der in der Broschüre erwähnten Produkte anzuregen. Der Herausgeber trägt keine Verantwortung für Aussagen, die auf verkauften Anzeigenflächen erscheinen. Sämtliche Meinungen im Redaktionsteil stammen von den Autoren und decken sich nicht in jedem Falle mit dem Standpunkt des Herausgebers. Gelegentlich ist es nicht möglich, den/die InhaberIn des Urheberrechts zu identifizieren oder mit ihm/ihr Kontakt aufzunehmen, daher übernehmen wir im Falle des Nachweises von begründeten Urheberrechtsansprüchen auch im Nachhinein die Zahlung einer bestimmten Vergütung. Wir gehen bei sämtlichen Texten und Bildern bis zur Erklärung des Gegenteils davon aus, dass sie uns zur Veröffentlichung zugesandt wurden. Für die Vervielfältigung der Broschüre – auszugsweise oder als Ganzes – ist die schriftliche Erlaubnis des Herausgebers erforderlich, auch wenn die Vervielfältigung nicht zu kommerziellen Zwecken erfolgt. Alle Rechte vorbehalten!

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INHALT MEDI+GREEN

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KONTAKTLOSER GRASKAUF IN COLORADO4 MEDIZINISCHES CANNABIS IN ISRAEL NUR NOCH HALB SO TEUER4 CBD MUSS BLEIBEN!5 BESSERE LEBENSQUALITÄT, WENIGER KRANKENHAUSAUFENTHALTE 6 STICHPROBEN IN DEUTSCHEN APOTHEKENREGALEN 6 WAS MACHT CANNABIS MEDIZINISCH? 8 Eine komplexe Antwort auf eine scheinbar einfache Frage KALIFORNISCHE PLANTAGEN IN FLAMMEN9

VOLLBLUT SANTA SATIVA10 Eine von Dinafems ersten Sativas

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CANNA+GLOBE MEDIZINISCHES CANNABIS IN ITALIEN Personalisierte Therapie für alle PatientInnen

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MEDI+GREEN

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PATIENT/INNEN MEINEN, DASS ÄRZT/INNEN ZU WENIG ÜBER CANNABIS WISSEN14 SENATOR FORDERT ZUM TRAGEN EINER HANFMASKE AUF – UND ER HAT RECHT15 DIE FUNDACIÓN CANNA BESTÄTIGT DIE HOHE QUALITÄT DER CBD-ÖLE VON MEDIJUANA 16 AMERIKANISCHE KARDIOLOG/INNEN BEFÜRWORTEN CANNABIS CBD HILFT, CORONAVIRUS-INFEKTIONEN ZU VERHINDERN UND ZU BEHANDELN

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VOLLBLUT PURPLE MATCHA Vielschichtiges, intensives Terpenprofil Exklusive Genetik auf höchstem Niveau

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MEDIZIN

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VERFEHLTE MEDIZINISCHE PROGRAMME Wenn die Interessen der PatientInnen in den Hintergrund geraten

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MEDI+GREEN ERSTE DEUTSCHE ERNTE VON MEDIZINISCHEM CANNABIS VERSCHIEBT SICH 24 MIT CBD GEGEN KOKAINABHÄNGIGKEIT24 CBD REDUZIERT ENTZÜNDUNGEN OHNE NEBENWIRKUNGEN 26 BEIM CSC SALZBURG FLIESST DAS CBD-ÖL 28 DISKUSSION UM DIE CBD-REGULIERUNG 30 Viele Länder lehnen die Empfehlungen der WHO ab

VOLLBLUT

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DOS SI DOS 33™

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MEDI+GREEN QUERBEET WIEN Zentrum für Ethnobotanik

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VOLLBLUT TROPENSPAZIERGANG MIT SWEET SEEDS® UND TROPICANNA POISON F1 FAST VERSION® LINGERIE

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MEDI+GREEN

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nser tägliches Leben verändert sich infolge der Pandemie tiefgreifend. Ei­ nes der Schlüsselelemente des Selbst­ schutzes ist es, die Kontakte auf ein Minimum zu beschränken – weshalb Online-Einkäufe immer häufiger werden. Ein Unternehmen aus Colorado hat zwei Arten der Beschaf­ fung zusammengeführt und Cannabis-Ver­ kaufsautomaten entwickelt. Diese Idee ist zwar nicht ganz neu, da in der Vergangen­ heit ähnliche Versuche unternommen wur­ den, die aber oftmals an der Genehmigung scheiterten: Hier sind besondere Kriterien zu erfüllen, von der sicheren Lagerung bis hin zum Schutz Minderjähriger. Die Situation ist jetzt eine andere, weil alle Maßnahmen zur Verhinderung einer Infektion begrüßt und unterstützt werden. Bereits im Frühjahr war klar, dass der Cannabiskonsum während der Pandemie nicht sinken, sondern sowohl bei den medizinischen PatientInnen als auch bei den FreizeitkonsumentInnen zunehmen würde. Der Zugang zu Cannabis wurde in mehreren Staaten für unabdingbar erklärt, sodass die Verkaufsstellen während der Qua­ rantänezeit geöffnet waren und auch der Online-Verkauf gestattet war. Geschäfte und Apotheken sind aber auch Orte neuer Kon­ takte, die nach Möglichkeit reduziert werden sollten. Dies ist auch der Ansatzpunkt für das Unternehmen in Colorado, das die Cannabis­

Kontaktloser Graskauf in Colorado

automaten entwickelt hat. „Es gibt erfahrene Cannabiskäufer, die nicht unbedingt ein per­ sönliches Gespräch mit dem Ladenbesitzer benötigen. Sie wissen schon, was sie wollen, wenn sie in das Geschäft gehen. Das gibt den Menschen mehr Zeit, die eine persönliche Beratung benötigen, bevor sie sich zum Kauf

Medizinisches Cannabis in Israel nur noch halb so teuer

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m wirtschaftlichen Abschwung durch die Pandemie ist eine Senkung der Arzneimit­ telpreise um 50 % keine Lappalie. Wie so oft basiert die Entscheidung auf persönlichen Erfahrungen. Gesundheitsminister Juli-Joel Edelstein hatte vor einigen Jahren in der ei­ genen Familie die Wirkung von medizinischem

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Cannabis erlebt: „Meine Frau Tanya hatte in den letzten Monaten mit unerträglichen Schmerzen zu kämpfen und ihr Arzt hat ihr den Konsum von Cannabis empfohlen. Es hat ihr geholfen. Ich weiß nicht, ob es therapeu­ tische Wirkungen gab oder nicht, aber es hat definitiv gegen die Schmerzen geholfen.“ Die

zu entschließen. Der Automat ist eine attrak­ tive Möglichkeit in Zeiten von COVID, des Abstandhaltens und der Kontaktlosigkeit“, besagt die Idee. Natürlich hat das Unterneh­ men auch dafür gesorgt, dass Einkäufe erst nach dem Scannen des Personalausweises getätigt werden können.

Preissenkung steht im Zusammenhang mit dem vielleicht fortschrittlichsten medizini­ schen Cannabisprogramm der Welt, in dem PatientInnen von ÄrztInnen mit herausragen­ dem Fachwissen und modernster technischer Ausrüstung einen breiten Zugang zu medizi­ nischem Cannabis erhalten. Darüber hinaus ist die Entscheidung Teil eines größeren Reform­ pakets. Neben Preissenkungen gibt es eine Verlagerung von einem System von Einzelli­ zenzen zu einem Verschreibungssystem, ein separates Budget außerhalb des Finanzminis­ teriums, Direktverkäufe außerhalb von Apo­ theken, die Streichung von CBD von der Liste gefährlicher Arzneimittel und die Transparenz der Inhaltsstoffe für PatientInnen. Bezüglich der Änderungen sagte der Gesundheitsminis­ ter, er habe zahlreiche Briefe von PatientInnen zum Preis von medizinischem Cannabis sowie den Problemen der Erhältlichkeit bekommen. „Mir war klar, dass eine professionelle und schnelle Versorgung geschaffen werden muss und dass ich dies in den nächsten Jahren mit dem Coronavirus nicht alleine schaffen wür­ de. Deshalb habe ich den Abgeordneten Yoav Kish gebeten, die Behandlung des Problems zu koordinieren und so schnell wie möglich mit den Beamten innerhalb und außerhalb des Gesundheitsministeriums eine Regelung zu finden“, fasste Edelstein zusammen und wir gratulieren ihm zu seiner beherzten Aktion.


CBD muss bleiben! Im Juli 2020 hat die Europäische Kommission die Zulassung von Lebensmitteln mit natürlichem CBD vorübergehend ausgesetzt. Medijuana schließt sich der Initiative #CBDbleibt an, weil auch wir der Ansicht sind, dass die Menschen ein Recht auf die freie Beschaffung von CBD-Präparaten haben sollen.

D

ie Europäische Union ist hinsichtlich des CBD immer noch in veralteten Vorschriften gefangen, obwohl inzwischen Tausende von Studien belegen, dass CBD risikofrei ist. Die EU kommt jedoch nicht über die Tatsache hinweg, dass Hanf Cannabis enthält. Obwohl CBD nicht süchtig macht, sondern im Gegenteil zur Suchttherapie genutzt wird, klassifiziert die Kommission es in ihrer vorläufigen Entschließung noch immer als Droge und schließt es von der Verordnung für neuartige Lebensmittel aus. Das Inkrafttreten der Novel-Food-Verordnung wäre der Todesstoß für Unternehmen, die CBD aus Industriehanf herstellen, da sie seit 2018 eine Genehmigung für den Verkauf ihrer CBD-Produkte als „neuartiges Lebensmittel“ beantragen müssen. Vor 2018 galten dieselben Produkte als traditionelle Lebensmittel. Die neuartige Lebensmittelklassifizierung wird auf Lebensmittel angewendet, welche von EU-BürgerInnen seit 1997, als die erste neuartige Lebensmittelverordnung in Kraft trat, nur in geringem Maße konsumiert wurden. Der EU-Lebensmittelkatalog wurde kürzlich aktualisiert und besagt nun, dass „Extrakte von Cannabis sativa L. und Derivaten, die Cannabinoide enthalten, einschließlich Cannabidiol, als neuartige Lebensmittel gelten, da eine Vorgeschichte ihres Konsums nicht feststellbar war.“ Dies entspricht jedoch nicht den Tatsachen, da die Menschheit seit Jahrtausenden Hanf auch als Nahrungsmittel konsumiert und nicht zuletzt hat auch die Europäische Union den Verkauf von Hanfsamenöl schon vor 1997 zugelassen. Ernsthafte Rechtsunsicherheit entsteht für die HanfzüchterInnen, wenn CBD als Suchtmittel eingestuft wird. Die Verhinderung dieses Schritts ist für sie die Überlebensfrage. Die österreichischen Vertreter dieses Wirtschaftssektors haben daher eine Plattform für diese Unternehmen eingerichtet, mit der sie die Entscheidung der EU beeinflussen wollen. Die Firmen beschäftigen sich seit Jahren mit Qualitätssicherung und Innovation, zudem entwickeln sie neue Produkte im Einklang mit den Grundsätzen des nachhaltigen Wirtschaftens. Sie schaffen regional Arbeitsplätze auf einem wachsenden Markt und setzen Industriestandards, die sowohl VerbraucherInnen als auch Behörden eine

sichere Entscheidungsgrundlage bieten. Und aus eben diesem Grund starten sie eine gemeinsame Kampagne für einen Rechtsschutz des österreichischen natürlichen CBD. Die Nachricht lautet #CBDbleibt! Die Einstufung von CBD als Droge würde die Geschäftsgrundlagen eines gesamten Wirtschaftssektors ausradieren, was nach Meinung der AktivistInnen aus mehreren Gründen problematisch ist: Die Position widerspricht dem Einheitsabkommen der Vereinten Nationen über Betäubungsmittel, ignoriert aktuelle wissenschaftliche Veröffentlichungen und widerspricht dem Standpunkt des Generalanwalts beim EuGH, Evgeni Tanchev. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) befürwortet eindeutig, Cannabis aus dem Einheitsabkommen zu streichen, auf welches sich die Europäische Kommission beruft. Das Büro der Vereinten Nationen

für Drogen- und Verbrechensbekämpfung (UNODC) und seine Mitgliedstaaten werden dies im Dezember in Wien diskutieren. Die Einstufung natürlicher Extrakte als Arzneimittel würde sich nachteilig auf den gesamten Sektor auswirken und einen grauen Markt fördern, auf dem die Produkte nicht den Standards für Lebensmittelsicherheit und der Kennzeichnungsverordnung entsprechen. Im Idealfall sollte die Kommission mit dem Hanfsektor und den anderen Institutionen zusammenarbeiten, um einen fairen Markt für die Wirtschaft und sichere, qualitativ hochwertige Produkte für die VerbraucherInnen auf vollständig transparente Weise zu gewährleisten. Also muss #CBD unbedingt bleiben! Bitte unterzeichnet auch ihr diese Initiative unter https://cbdbleibt.at/

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MEDI+GREEN

Bessere Lebensqualität, weniger Krankenhausaufenthalte

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annabiskonsumentInnen fühlen sich gesünder, suchen seltener einen Arzt auf, schlafen besser, haben weniger Schmerzen, sind weniger ängstlich und weni­ ger depressiv. Zu diesen Ergebnissen kam eine Studie, in der über die Dauer von zwei Jahren Daten von 1.266 ProbandInnen untersucht wurden. Die Forschung wurde vom gemein­ nützigen Realm of Caring (RoC) unter der Leitung der Johns Hopkins University School of Medicine durchgeführt. Eine der Gründe­ rinnen von RoC ist Paige Figi, die Mutter von Charlotte Figi, die im April am Coronavirus gestorben ist. Es ist nicht übertrieben zu sa­ gen, dass das CBD durch die Geschichte von Charlotte für die Behandlung bestimmter Formen von Epilepsie weltweit bekannt ge­ worden ist. RoC bietet derzeit 65.000 Kun­ den kostenlose Programme und Anleitungen zu Cannabinoidtherapien. Die soeben ver­ öffentlichte Studie basiert auf persönlichen Erfahrungen. Ihre Bedeutung liegt darin, dass die Gruppen der CannabiskonsumentInnen und Nicht-CannabiskonsumentInnen eine sehr ähnliche demografische Entwick­

lung aufweisen. Cannabiskonsument-Innen schnitten in fast allen 17 Gesundheitssekto­ ren besser ab. Sie waren zufriedener mit ih­ rer Lebensqualität und Gesundheit, schliefen besser, berichteten seltener von Schmerzen und wiesen eine geringere Rate an Angst­ zuständen und Depressionen auf. Die For­ scherInnen wiesen auch auf die geringere

Zahl von Krankenhausaufenthalten hin. Bei CannabiskonsumentInnen verringerte sich diese um 46 % gegenüber der Zeit vor dem Gebrauch, während die Notfallbehandlun­ gen um 39 % sanken. All dies wirft ein neues Licht auf Cannabis als Mittel der Medizin, ist aber auch relevant für FreizeitkonsumentIn­ nen. AnhängerInnen der Prohibition verwei­ sen oft auf zusätzliche medizinische Kosten durch den Drogenkonsum, was jedoch im Fall von Cannabis genau umgekehrt ist: Es kann die Wirkung mehrerer Medikamente über­ nehmen, wobei sich die KonsumentInnen da­ bei zusätzlich gesünder fühlen.

Stichproben in deutschen Apothekenregalen

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as Unternehmen Tilray aus Kanada ist einer der größten Lieferanten von me­ dizinischem Cannabis in Deutschland. Seit 2019 produziert der Riese in seinem Werk in Portugal auch Pflanzen für den deutschen Markt. Das einzige Problem ist, dass die an­ gegebenen Cannabinoidwerte nicht immer der Wirklichkeit entsprechen. Zum zweiten Mal musste man im August dieses Jahres Medi­

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kamente aus den Apotheken zurückrufen. Bei den betroffenen Produkten handelt es sich um Vollspektrum-Cannabisextrakte, die offiziell 10 % THC und 10 % CBD enthalten. In den ersten Proben waren die Werte noch eingehal­ ten worden, bei weiteren Analysen fand man jedoch drei Proben, bei denen der THC-Wert die angegebene Menge nicht erreichte. Die betroffenen Extrakte wurden zwischen März

und Mai an Apotheken verkauft, sodass einige von ihnen bereits PatientInnen erreicht haben. Das Unternehmen wies schnell darauf hin, dass PatientInnen keine gesundheitlichen Folgen zu befürchten haben, da in den Extrakten keine schädlichen Substanzen oder nicht überein­ stimmenden Inhaltsstoffe gefunden wurden, nur die Wirkung könne etwas abweichen. Ei­ nerseits ist dies beruhigend, andererseits kann es auch besonders ärgerlich sein. Insbesonde­ re, wenn jemand große Schwierigkeiten hat, die Dosis zu finden, die für seine Symptome am besten geeignet ist. Und obwohl deutsche Krankenversicherungen medizinisches Canna­ bis bereits in zunehmendem Maße unterstüt­ zen, kosten diese Präparate Hunderte von Euro und verfügen über GMP-Zertifikate, die eine gute Herstellungspraxis nachweisen sollen. PatientInnen sollten erwarten können, dass sie für ihr Geld das erhalten, was sie gekauft haben oder was ihr/e Arzt/Ärztin ihnen ver­ schrieben hat. Glücklicherweise steigert sich der Wettbewerb bei der Versorgung mit me­ dizinischem Cannabis, was die Hersteller dazu zwingen wird, Produkte von einwandfreier Qualität zu angemessenen Preisen zu verkau­ fen. Dies kann dann nur im Interesse der Pati­ entInnen sein.


MEDI+GREEN

Was macht Cannabis medizinisch?

Eine komplexe Antwort auf eine scheinbar einfache Frage

Wenn es um die medizinische Verwendung geht, wird regelmäßig argumentiert, dass Cannabis dann medizinisch ist, wenn es überwiegend CBD enthält, da dieser Inhaltstoff die gesundheitlichen Vorteile ausmacht. elische medizinische Cannabiszentrum Tikun Olam verwendet auch verschiedene Sorten mit hohem THC- und niedrigem CBD-Gehalt. Nach ihren Angaben werden diese vorwie­ gend PatientInnen verabreicht, die zuvor ihre Schmerzen mit Opiaten gelindert haben.

Kontrollierte Qualität Eines der Hauptmerkmale von medizinischem Cannabis ist seine stabile und kontrollierte Qualität. Das bedeutet einerseits, dass es frei von Kontaminationen und Fremdsubstanzen ist, ebenso kann man als Kriterium festlegen, dass ein unveränderbares Cannabinoidprofil vorliegt. Für die PatientInnen ist die konti­ nuierliche Qualität am wichtigsten: Haben sie die für sie wirksame Sorte gefunden, wollen sie nicht weitersuchen, sondern diese langfristig anwenden. Um dies zu erreichen, empfiehlt es sich, eine Sorte zu kaufen, die nach medizinischen Standards produziert wurde.

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ir haben einige Argumente gesam­ melt, die zeigen, dass dem nicht unbedingt so ist. In den 1980er Jahren konnte man in den Vereinigten Staa­ ten Cannabis noch nicht auf Rezepte besor­ gen, daher wurden die Opfer der damaligen AIDS-Epidemie bis Ende der 90er Jahre heim­ lich mit Marihuana von der Straße oder aus eigenem Anbau behandelt. Wenn wir nun die Frage stellen, ob diese PatientInnen Canna­ bis zur Freizeitgestaltung oder medizinischen Zwecken verwendet haben, müssen wir nicht lange über die Antwort nachdenken. Weniger klar ist jedoch, ob das von ihnen konsumierte Cannabis tatsächlich medizinisch war. Wann ist die gleiche Pflanze rekreativ und wann ist sie medizinisch?

Verwendungszweck Wir stimmen vielen Experten zu, dass sich der Begriff „medizinisches Cannabis“ nicht primär auf die konsumierte Pflanze bezieht, 8

sondern auf die Gründe, sie zu verwenden. So kann die gleiche Sorte dem Freizeitgebrauch des einen dienen, während sie bei dem ande­ ren gesundheitliche Beschwerden lindert. Auf der anderen Seite gibt es Sorten, die speziell für bestimmte Symptome gezüchtet wurden und die sich bei den entsprechenden PatientInnen bewährt haben, womit wir zum nächs­ ten Punkt kommen.

Anteil der Cannabinoide Es wird allgemein angenommen, dass medi­ zinische Cannabissorten einen höheren CBDund einen niedrigeren THC-Gehalt aufweisen. Auch wenn das häufig der Fall ist, kann die medizinische Qualität nicht allein auf dieses Verhältnis reduziert werden, da sowohl CBD als auch THC eine breite Palette von medi­ zinischen Eigenschaften aufweisen. Zum Beispiel hat Bedrocan®, die seit Langem in Europa am häufigsten verwendete Sorte, 22 % THC und weniger als 1 % CBD. Das isra­

Art der Anwendung Großen Einfluss auf die Absorption haben die Verwendungsrate und die Wirkdauer, unabhängig davon, ob Cannabis geraucht, verdampft oder als Öl verwendet wird. Ob­ wohl Rauchen aufgrund seiner schädlichen Nebenwirkungen oft widerstrebend als medi­ zinische Verwendung bezeichnet wird, halten viele PatientInnen es für die effektivste Form des Konsums, während andere auf Extrakte oder Öle schwören. Am besten findet jede/r PatientIn selbst die ihm angenehmste Art des Konsums heraus. Schließlich dürfen wir nicht außer Acht lassen, dass es vor allem der Verbreitung von medizinischen Cannabisprogrammen zu ver­ danken ist, dass die Vorurteile gegen Canna­ bis abgebaut wurden. Wenn wir also die Frage stellen, wer neben den PatientInnen von me­ dizinischem Cannabis profitiert, können wir voller Zuversicht sagen, dass es die gesamte Gesellschaft ist, und sich dies langsam auch weltweit durchsetzt.


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ie auch in den letzten Jahren breiten sich in Nordkalifornien Waldbrände, einer der größten Feinde der Freilandcannabisfarmen, aus. In diesem Sommer sind die Plantagen noch stärker betroffen und leider auch Menschenleben zu beklagen. Waldbrände werden für gewöhnlich durch Blitzeinschläge in Bäume ausgelöst und sie verbreiten sich durch starken Wind in Wälder und Siedlungen. Landwirte täuschen sich oft, wenn sie den Rauch in eine andere Richtung abziehen sehen, denn dreht sich der Wind, können auch Gebiete, die sie vorher in Sicherheit glaubten, betroffen werden. Die größten Brände begannen im August und übertrafen ohne Übertreibung alle bisherigen Verwüstungen. Zwischen dem 14. und 16. August meldeten MeteorologInnen in Nordkalifornien etwa 12.000 Blitzeinschläge, die zu Hunderten von lokalen Bränden führten. Und das ist nicht alles: Der Begriff „Firenado“, eine englische Wortschöpfung aus Tornado und Feuer, ist ein extremes Wetterphänomen, das rotierende Feuersäulen bezeichnet. In diesem Jahr kam es neben den inzwischen schon fast alltäglichen Waldbränden mehrfach zu diesen erstaunlichen Erscheinungen. Ein weiteres Problem war die verminderte Einsatzbereitschaft der Rettungskräfte. Die meisten Feuerwehrdirektionen hatten weniger Feuerwehrleute, was die Löscheinsätze verlangsamte. Keala Peterson, Besitzerin einer Cannabisplantage in Sonoma County, berichtete Mitte August, sie habe vier Fünftel ihrer Ernte durch das Feuer verloren. Wie viele andere hatte sie ihre Pflanzen nicht versichert und erlitt einen Schaden von etwa 150.000 Dollar. Auch die übrig gebliebenen Pflanzen sind nicht vollwertig, da sie starkem Rauch ausgesetzt waren. Waldbrände wüten normalerweise genau in der Blütezeit des Cannabis, wenn die Pflanzen am anfäl-

Kalifornische Plantagen in Flammen ligsten sind. Den harzigen Blüten, die dem Rauch ausgesetzt waren, können Giftstoffe und Rußpartikel anhaften, ebenso ist mit Insektenbefall zu rechnen. Vermutlich beeinträchtigt der mit dem Feuer verbundene Stress in den Pflanzen auch das Verhältnis von Cannabinoiden zu Terpenen. Es ist also unwahrscheinlich, dass solche Cannabisblüten noch verkauft werden können. Glück im Unglück hatten die Petersons aufgrund der Tatsache, dass Cannabis nicht ihr einziges

wirtschaftliches Standbein ist, ansonsten wären sie jetzt ruiniert. Für andere ErzeugerInnen könnte der August jedoch das Ende ihrer Geschäftstätigkeit bedeuten. Mehrere von ihnen berichteten von einer vollständigen Zerstörung und der Evakuierung ihrer Farmen. Positiv ist allein zu vermerken, dass hier niemand körperliche Schäden davontrug. Bis Ende August fielen fast 6.000 km² den Flammen zum Opfer, mehr als die Gesamtfläche mancher kleiner US-Bundesstaaten.


VOLLBLUT

Santa Sativa

Eine von Dinafems ersten Sativas

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anta Sativa hat die Ehre, zu den allerersten Hanfsamen mit Sativa-Dominanz zu gehören, die in den Dinafem-SeedsKatalog aufgenommen wurden. Vielleicht ist das der Grund, warum die aus der Kreuzung einer Haze#1 und einer Skunk x Northern Lights hervorgegangene Cannabis-Hybride mit intensivem Haze-Geschmack bis heute eine der absoluten Lieblingssorten unserer BreederInnen ist.

Ertrag Santa Sativa ist eine echte Ertragskanone und liefert euch längliche, kompakte Buds mit richtig viel Harz.

Aroma und Geschmack Die Santa-Sativa-Blüten verströmen ein intensives, durchdringendes Haze-Aroma mit Kiefer-, Holz-, Zitronen-, Zedern- und Weihrauchnoten. Diese Nuancen verstärken sich beim Curing noch: Im Mund entstehen zusätzliche angenehme, herrlich frische blumige Geschmäcke.

Wirkung Wer nur ab und zu Cannabis konsumiert oder nur wenig an THC gewöhnt ist, sollte bei dieser hochpotenten Sorte große Vorsicht walten lassen. Ihre 70%ige Sativa-Dominanz beschert ihr einen absolut euphorisierenden Effekt, der zunächst zerebral zu Buche schlägt und euch dann mit einer derartigen Wucht vollkommener körperlicher Entspannung niederstreckt, dass ihr keine Bewegung zu viel mehr machen wollt.

Anbau Ein weiterer Vorteil von Santa Sativa: Dank ihrer Stärke fällt das Growen kinderleicht! Das Einzige, was besonders beim Indoor-Growen für Komplikationen sorgen kann, ist, dass sie beim Wachsen so viel Platz beansprucht. Santa Sativa braucht nämlich ganz ähnliche Umgebungsbedingungen wie Moby Dick: Beide brauchen viel Raum und Licht, und vor allem Riesenmengen von Nährstoffen, um den Bedarf ihres rasanten Stoffwechsels zu decken. Im Gegenzug entlohnen die Vielfraße euch mit gewaltigen Mengen von superpotenten Buds. Seid also nicht knauserig und gebt diesem Cannabis-Wunder alle Nährstoffe, die es braucht – es wird euch reichlich für eure Mü10

hen entschädigen! Wenn ihr Santa Sativa indoor anbauen möchtet, solltet ihr im Kopf behalten, dass sie, wie oben angemerkt, auf der Suche nach maximalen Lichtmengen ziemlich exzessiv wächst. Wenn ihr das vermeiden möchtet, solltet ihr die Wachstumsphase auf

drei Wochen beschränken. Das Gute ist allerdings, dass dieses enorme Wachstum auch mit einer außergewöhnlichen Stärke einhergeht, weshalb ihr in der Blütephase auch ohne Rankhilfen oder andere Methoden zur Stützung auskommt.


CANNA+GLOBE

Medizinisches Cannabis in Italien

Personalisierte Therapie für alle PatientInnen Während in den letzten Jahren das Hauptaugenmerk in erster Linie auf dem sich rasch entwickelnden deutschen medizinischen Programm lag, ist das italienische medizinische Cannabisprogramm heimlich zu einem der größten in Europa geworden. Die Praxis wollen wir anhand der Schriften eines italienischen Experten für medizinisches Cannabis, des Apothekers Dr. Fabio Di Francesco, vorstellen.

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ie Geschichte begann im Januar 2013. Von diesem Zeitpunkt an konnten italienische PatientInnen erstmals Cannabis mit einem ärztlichen Rezept beziehen. Der Staat übernahm zu diesem Zeitpunkt noch nicht die Kosten und der Preis für aus den Niederlanden importierte Blüten war sehr hoch, was sich nur wenige PatientInnen leisten konnten. Angesichts dieser Situation kündigte Verteidigungsministerin Roberta Pinotti im September 2014 an, dass Italien medizinisches Cannabis im Inland produzieren und den Preis pro Gramm auf rund acht Euro senken werde. Sowohl der Standort als auch die Züchterin sind ungewöhnlich: Die Erzeugerin ist keine andere als die italienische Armee selbst, die in Florenz in einer chemisch-pharmazeutischen Militäranlage mit der Produktion von Saatgut und auch

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mit der Verarbeitung von Blütenständen begann. Der Direktor der Einrichtung hatte argumentiert, dass die Gesundheitsversorgung ein nationales Sicherheitsproblem und die Herstellung von Arzneimitteln eine normale Aufgabe der Verteidigungsbehörde sei. Letzteres ist richtig, da die italienische Armee bereits für die Herstellung von Arzneimitteln zur Behandlung seltener Krankheiten verantwortlich war. Die Kritik traf sie aber nicht deswegen, sondern wegen der mangelhaften Auswahl. Jahrelang wurde nur die Canna­ bissorte FM2 angebaut, die mit einem Gehalt von fünf bis acht Prozent THC und sieben bis zwölf Prozent CBD für nur einen Teil der PatientInnen infrage kam. Dies liegt daran, dass italienische ÄrztInnen am häufigsten Sorten mit einem hohen THC-Gehalt verschreiben, sodass die meisten PatientInnen nach wie

vor gezwungen waren, auf teures niederländisches Cannabis zurückzugreifen, auf das sie manchmal einen Monat warten mussten. Erst 2018 kam die italienische Sorte FM1 auf den Markt, die ein ideales Medikament für weitere PatientInnen darstellt: Sie enthält dreizehn bis zwanzig Prozent THC und etwas mehr als ein Prozent CBD. Die beiden Sorten ahmen übrigens eindeutig die niederländischen Cannabissorten Bedrocan und Bediol nach, die bei den PatientInnen am meisten gefragt sind.

Schwankende Qualität, wachsendes Sortenangebot Die Darreichungsform der italienischen FM1- und FM2-Blüten ist ebenfalls nicht alltäglich: PatientInnen erhalten nicht die


ganzen Blüten, sondern ein Pulver. Der Grund dafür liegt in der Standardisierung: Das Military Pharmaceutical Institute vermeidet so, dass einige Chargen nur cannabinoidreiche Blütenstände von der Spitze der Pflanzen enthalten, während andere nur Blütenstände mit geringerem Wirkstoffgehalt enthalten, die vom unteren Teil der Pflanze geerntet wurden. Dies führt jedoch zu einem etwas schwächeren Endprodukt, was teilweise erklärt, warum lokale Sorten die niederländischen Importe nicht verdrängten. Auch konnte die Inlandsproduktion nicht mit der Nachfrage der Patient­ Innen Schritt halten, weshalb die Liste der verfügbaren Sorten um Importe aus Kanada erweitert wurde: Diese enthalten THC und CBD im Verhältnis 22 : 1 und 1 : 9. Ein weiterer Grund für den Anstieg niederländischer und kanadischer Sorten ist eine stabilere Qualität: Während die entsprechenden Sorten im niederländischen Bedrocan und im kanadischen Aurora einen festen THCGehalt von 23 % aufweisen, erreicht die italienische FM1 dank der oben beschriebenen Methode durchschnittlich nur 14–15 % THC. Dies ist hauptsächlich deshalb ein Problem, weil im Fall von Öl oder Extrakt mehr Tropfen eingenommen werden müssen, um die gleiche Menge THC zu verabreichen. PatientInnen, die Vaporizer benutzen,

klagen zudem häufig über die Qualität der italienischen Blüten. Am häufigsten wird diese Form des Konsums von Personen angewandt, die eine schnelle Absorption und sofortige Wirkung benötigen, z. B. um die Symptome von Multipler Sklerose oder Parkinson zu lindern. Für sie bedeutet es ein ernstes Problem, wenn sie erst einige Zeit nach der Einnahme feststellen, dass das Mittel nicht wirksam genug ist.

Die Schlüsselfigur sind die Apotheken Eine weitere Besonderheit der italienischen Praxis ist, dass keine medizinischen Cannabispräparate importiert werden, sondern nur Blütenstände. Dies bedeutet jedoch nicht, dass dies die einzige Form ist, die den PatientInnen zur Verfügung steht. Extrakte, Kapseln, Öle, Cremes, Zäpfchen und Augentropfen werden ebenfalls als Magistralpräparate hergestellt, die von den ÄrztInnen je nach den Bedürfnissen der PatientInnen verschrieben werden. In Italien kann jede/r AllgemeinmedizinerIn und jede/r Facharzt Cannabis verschreiben, ebenso TierärztInnen und ZahnärztInnen. Die PatientInnen bringen das Rezept zur Apotheke und warten auf die Benachrichtigung, wann sie ihre personalisierte

Zubereitung abholen können. Die behandelnden ÄrztInnen stehen dabei normalerweise in Kontakt mit den Apotheken, die die Präparate herstellen. Die ÄrztInnen bestimmen die Art der Aufbereitung und den Wirkstoffgehalt je nachdem, wie sie es für ihre PatientInnen am geeignetsten halten. Der Apotheker Dr. Fabio Di Francesco sagt, dass sie am häufigsten Präparate auf Olivenölbasis von Dutch Bedrocan (22 % THC und mehr als 1 % CBD) und auf ärztliche Verschreibung mit einem THC-Gehalt von bis zu 1,5 % herstellen. Laut Di Francesco empfindet die Mehrheit der PatientInnen eine Cannabis-Therapie als wirksam. Die meisten haben dabei keine Nebenwirkungen, allerdings brechen etliche die Behandlung aus finanziellen Gründen ab, da die Unterstützung der Sozialversicherung nicht alle Krankheiten abdeckt. Für diejenigen, die beispielsweise medizinisches Cannabis gegen chronische Schmerzen verwenden, trägt der Staat die Kosten voll, während Epilepsie nicht auf der Liste der anerkannten Krankheiten steht und ein in diesem Fall wirksames CBD-Öl mit GMP-Bewertung besonders teuer ist.

text: Tomas Kardos


MEDI+GREEN

PatientInnen meinen, dass ÄrztInnen zu wenig über Cannabis wissen

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n Europa muss man mit der Lupe nach ÄrztInnen suchen, die fundierte Fach­ kenntnisse über Cannabis besitzen, hin­ gegen sollte man denken, dass in den USA, wo medizinisches Cannabis in weiten Teilen des Landes zugelassen ist, die Situation an­ ders ist. Eine Umfrage zeigt jedoch, dass die Situation für US-PatientInnen alles andere als rosig ist. In Vermont wurde Cannabis im Jahr 2004 für medizinische Zwecke zugelas­ sen, 2018 folgte die Freigabe des Freizeit­ konsums und Handels. Die ÄrztInnen hat­ ten also genügend Zeit, um Kenntnisse in der Cannabinoid-Medizin zu erwerben und die Erfahrungen ihrer PatientInnen zu stu­ dieren. Die Universität von Vermont wollte wissen, wie die PatientInnen im Bundesstaat nach so langer Zeit das Fachwissen ihres/r Hausarztes/Hausärztin beurteilten. Eine im Journal of Primary Care & Community Health veröffentlichte Studie untersuch­ te etwa tausend PatientInnen mit einem Durchschnittsalter von 51 Jahren, die in Ver­ mont die Grundversorgung erhalten. Wäh­ rend 45 % der Befragten im vergangenen

Jahr Cannabinoide (ein Präparat mit Blüten oder Präparate mit diesem Wirkstoff) ver­ wendeten, waren nur 18 % der Ansicht, dass der/die für ihre Primärversorgung zuständi­ ge Arzt/Ärztin eine geeignete Informations­ quelle über Cannabis darstellt. Die Mehrheit der PatientInnen verwendet medizinisches Cannabis gegen Angstzustände, Depressio­ nen, Arthritis, Schmerzen, Schlafstörungen und Übelkeit. „Erstversorger müssen sich mit den Cannabinoiden auskennen, um die bestmögliche Patientenversorgung zu ge­ währleisten. Da eine bedeutende Zahl von Patienten angibt, dass Cannabinoide für die allgemeinen Gesundheitszustände in der Grundversorgung von Vorteil sind, ist es au­ ßerdem wichtig, dass weitere Untersuchun­ gen den potenziellen Nutzen und Schaden von Cannabis untersuchen“, schreibt die Studie. Den ForscherInnen zufolge führt das mangelnde Wissen der an der Primärversor­ gung beteiligten ÄrztInnen dazu, dass „es für die Dienstleister schwierig ist, Gesprä­ che mit Patienten über den Cannabinoid­ konsum zu führen.“ Die Ergebnisse werden

auch von ÄrztInnen bestätigt: Andere Um­ fragen zeigen durchweg, dass Angehörige der Gesundheitsberufe ihr Wissen über die gesundheitlichen Auswirkungen und den sicheren Gebrauch von Cannabis als nicht ausreichend betrachten.


Senator fordert zum Tragen einer Hanfmaske auf – und er hat recht

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eit einiger Zeit stehen die geächte­ te Hanfpflanze und das Cannabis im Fokus von Forschung und landwirt­ schaftlicher Entwicklung. Im Zusammen­ hang mit der COVID-Pandemie wurden bei deren Prävention und Behandlung bereits Cannabis-Wirkstoffe eingesetzt. Nun hat ein älterer republikanischer Senator vorge­ schlagen, dass sich die AmerikanerInnen mit einer Maske aus Hanf vor dem Virus schüt­ zen sollen. Mitch McConnell (78) ist ein Se­ nator des Staates Kentucky und war zuvor als Richter tätig. Bei einer Veranstaltung der Hanffirma Ecofibre sprach er Ende August über die neuen Herausforderungen für die Landwirtschaft und die Pflanzenprodukti­ on während der Pandemie und nannte Hanf eine Handelsware, welche die Wirtschaft effizient stärken könne. Im Jahr 2018 wur­ de in den USA auf Bundesebene der Anbau von Hanf mit einem maximalen THC-Gehalt von 0,3 % erlaubt, was dem Sektor enormen Schwung versetzte. Eine der diesjährigen In­ novationen von Ecofi­bre ist eine Hanfmaske, die vor Infektionen schützen soll. McConnell betonte, dass ein erhöhter Schutz erforder­ lich sein wird, bis ein Impfstoff entwickelt ist. „Und bis dahin empfehle ich die Hanf­ maske als eines der besten Mittel“, erklärte der Senator. McConnell hatte schon zuvor Werbung für ein Produkt auf Hanfbasis gemacht – einen Hanfstift – und auf die historische Tradition von Hanf in Kentucky hingewiesen. Es geht nicht darum, ob sich der Senator vor allem aus wirtschaftlichen Interessen für die Benutzung der Hanfmas­ ken ausgesprochen hat, sein Vorschlag ist wirklich sehr bedenkenswert. Der Vorteil der Hanfmaske gegenüber herkömmlichen synthetischen chirurgischen Masken besteht darin, dass ihre Herstellung die Umwelt nicht belastet und sie nicht nach einmaligem Gebrauch entsorgt werden müs­ sen. Dieses Jahr wurden schon Milliarden von

Masken, die sich nicht biologisch abbauen, auf den Müll befördert. Im Gegensatz dazu löst sich Hanf in kurzer Zeit auf, sodass das Öko­ system nicht belastet wird. Synthetische Masken nehmen keinen Schweiß auf, daher können sie im Sommer oder in warmen Räumen besonders unange­ nehm und hautreizend sein. Daher ist auch Baumwolle eine gute Wahl, aber häufiges Wa­ schen, das für die Wiederverwendung uner­ lässlich ist, zerstört nach und nach den Stoff. Hanf, aus dem beispielsweise auch Seile herge­

stellt werden, ist im Gegensatz zur Baumwol­ le ein besonders strapazierfähiges Material. Waschbare, wiederverwendbare Masken müs­ sen haltbar sein und dürfen auch nach mehr­ maligem Tragen nicht reißen. Hanfmasken sind in dieser Hinsicht effektiver als solche aus Baumwolle oder Synthetik und sie werden mit jeder Wäsche weicher. Durch ihre natürlichen antimikrobiellen Eigenschaften bleibt eine oft verwendete Hanfmaske viel länger geruchs­ neutral als Masken aus Baumwolle, zudem ist sie sicherer vor Schimmelpilzbefall.


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Auch die Fundación CANNA bestätigt die hohe Qualität der CBD-Öle von Medijuana

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edijuana-CBD-Öle werden nach schweizerischen medizinischen Standards hergestellt. Die Grund­ lage bilden sterile Cannabispflanzen aus dem Treibhausanbau mit einem hohen CBD-Ge­ halt. Unser Ziel ist es, zuverlässige und gleich­ bleibende Qualitätsprodukte herzustellen, die auch über längere Zeiträume risikofrei für medizinische Zwecke eingesetzt werden kön­

nen. Wir sind stolz, bekannt geben zu können, dass nach Prüfung durch das unabhängige Schweizer Cannabis-Analyselabor CBD Test auch die renommierte Fundación CANNA in Barcelona festgestellt hat, dass unser Pro­ dukt sich durch hohe Qualität auszeichnet. Basierend auf der zur Laboranalyse einge­ reichten Probe sind in Medijuana Ultra Soft 5 % CBD-Öl diese Cannabinoide mit folgen­ den Anteilen vorhanden: • 5,30 % CBD • 0,16 % THC • 0,18 % CBC • 0,10 % CBG Dies bestätigt, dass Medijuana-CBD-Öl ein Vollspektrum-Öl ist, das neben CBD und THC auch andere Cannabinoide enthält, und somit seine Wirksamkeit synthetische CBDProdukte bei Weitem übertrifft. Das Labor der Fundación CANNA fand weder Schwer­ metalle noch andere Verunreinigungen in der Probe, was bedeutet, dass der Gebrauch von Medijuana-CBD-Ölen auch in dieser Hinsicht absolut ungefährlich ist. Aufgrund des hervorragenden Ergebnisses erhielt un­

Amerikanische KardiologInnen befürworten Cannabis

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ährend es endlose Debatten über die Bewertung von Cannabis gibt, bildet sich scheinbar der Konsens heraus, dass Cannabis einen Platz in der The­ rapie haben könnte. Jetzt hat sich die Amer­ ican Heart Association (AHA) dafür einge­ setzt, in den Vereinigten Staaten Cannabis von Liste I der illegalen Drogen zu streichen. Diese enthält Drogen, die keine anerkannte therapeutische Wirkung haben. Wie bereits erwähnt, ist es absurd, Cannabis in dieser Drogenkategorie einzustufen. Im Einklang mit dem aktuellen Stand der Wissenschaft erlauben zwei Drittel der US-Bundesstaaten die Verwendung von Cannabis für medizi­ nische Zwecke. Nach Ansicht der AHA wäre auch hier eine Veränderung wichtig, um eine umfassendere Forschung zu ermöglichen. „Aus unserer Sicht ist die Sicherheit und Wirksamkeit von Cannabis durch ein zehnjäh­ riges weltweites Verbot stark eingeschränkt. In den USA wird dies durch die Tatsache auf­ rechterhalten, dass die aktuellen Vorschrif­ ten Cannabis auf Liste I der kontrollierten Substanzen behalten.“ Eine solche Aussage an sich ist für andere ÄrztInnen keineswegs

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überraschend, für KardiologInnen jedoch kei­ neswegs selbstverständlich, da immer noch darüber diskutiert wird, ob Cannabis eine Bedrohung für Menschen mit Herzerkran­ kungen darstellt. In diesem Zusammenhang betonte die AHA, dass solche gesundheitli­

ser Produkt auch das Qualitätszertifikat der Ungarischen Vereinigung für medizinisches Cannabis (MOKE), sodass unsere Produkte im Rahmen des Programms der Organisation zur Unterstützung für das CBD-Öl verfügbar wurden. Parallel zur Studie erhielten unsere CBDProdukte die Zulassung des Ungarischen Nationalen Instituts für Pharmazie und Le­ bensmittelgesundheit (OGYÉI), womit der Vertrieb als Nahrungsergänzungsmittel nun in Österreich, Deutschland, der Tschechischen Republik und ab sofort auch in Ungarn zu­ lässig ist. Entscheide auch du dich für Schweizer Qualität! Bestelle unsere Produkte zu einem attraktiven Preis direkt im Medijuana-CBDWebshop!

chen Bedenken zwar bestehen, das Auftreten von Schädigungen jedoch stark von der Art des Konsums abhängt. Der Verband empfiehlt daher das Rauchen und Verdampfen von Cannabis nicht und hält es für wichtig, dass PatientInnen nur Blütenstände aus legalen Quellen verwenden. Wir sind uns einig, dass gerade die Ausweitung der Forschung ein Mittel sein könnte, um mehr über die Risiken und die sichere medizinische Verwendung von Cannabis zu erfahren.


MEDI+GREEN

CBD hilft, Coronavirus-Infektionen zu verhindern und zu behandeln

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urch die COVID-19-Pandemie laufen die Forschungen weltweit auf Hochtouren. Die WissenschaftlerInnen befinden sich bei der Suche nach neuen Wegen zur Prävention und Therapie in einem Wettlauf gegen die Zeit. Cannabis wurde wegen seiner vielseitigen Inhalts­ stoffe und vielfältigen gesundheitlichen Eigenschaften bald zum Forschungsschwerpunkt. Es scheint nun, dass Cannabidiol sowohl bei der Vorbeugung als auch bei der Linderung von Beschwerden eine Rolle spielen kann. Anfang Mai gaben kanadische Forscher­ Innen bekannt, dass in Experimenten mit verschiedenen Cannabisarten die Anzahl der viralen Rezeptoren um bis zu 73 % reduziert und das Infektionsrisiko erheblich verringert werden konnte. Da sie mit kompletten Pflanzenextrakten arbeiteten, war es nicht möglich, eindeutig zu bestimmen, welcher Inhaltsstoff die größte Rolle bei der Vorbeugung spielen könnte. Besondere Aufmerksamkeit erhielten jedoch Sorten mit hohem CBD-Gehalt, da sie auch in höheren Dosen ohne bewusstseinsverändernde Wirkung konsumiert werden können. Auf dieser Grundlage kann man bereits annehmen, dass CBD eine herausragende Rolle bei der Prävention von Infektionen spielen wird. Wie aber steht es mit der Behandlung der Symptome einer bereits akuten Erkrankung?

CBD kann auch der Schlüssel zur Behandlung sein Mit die gravierendsten Folgen einer COVID19-Infektion sind neben Kreislaufproblemen schwere Atemwegserkrankungen, die tödlich verlaufen können. Um diese bewältigen zu können, werden weltweit immer mehr Beatmungsgeräte angeschafft. Es ist keine vollkommen neue Entdeckung, dass Cannabidiol hier helfen kann: Es wurde bereits nachgewiesen, dass CBD durch verschiedene Wirkmechanismen eine Rolle bei der Bekämpfung von Lungenentzündungen spielt. Es reduziert die Freisetzung des Enzyms ACE2, das zur Infektion beiträgt, und reduziert auch die Produktion entzündungshemmender Zytokine. Jüngste Forschungsergebnisse legen nahe, dass CBD aber noch mehr als das kann. ForscherInnen an der Universität von Augusta, Georgia, haben herausgefunden, dass CBD eine vorteilhafte Wirkung bei dem akuten Atemnotsyndrom (ARDS) hat, das auch als Zytokinsturm bekannt ist und nur eine der vielen gefährlichen Komplikationen einer COVID-19-Infektion darstellt. Derzeit gibt es keine etablierte, wirksame Behandlung für ARDS. Es werden nur unterstützende Methoden angewendet, sodass die CBD-Behandlung hier einen Durchbruch bringen könnte. CBD reduziert die Produktion von entzündlichen Zytokinen und trägt so dazu bei, einen Zytokinsturm zu verhindern und Atemnot und die damit verbundenen

Lungenschäden zu bekämpfen. In einer Studie an Mäusen wurde künstlich ein Zytokinsturm ausgelöst, der den Blutsauerstoffgehalt um 10 % senkte und Lungenschäden verursachte. Nachdem die Mäuse CBD erhalten hatten, verschwanden ihre Symptome teilweise oder vollständig und ihr vorheriger Gesundheitszustand wurde wiederhergestellt. Die ForscherInnen fanden heraus, dass die CBD-Behandlung entzündliche Prozesse umkehrte und die Homöostase teilweise wiederherstellte. „Die Daten bestätigen den Gedanken, dass die entzündungshemmende Wirkung von CBD die Folgen eines Zytokinsturms und einer schweren Entzündung lindern kann. Angesichts der möglichen zusätzlichen regulatorischen Auswirkungen von CBD und der weitverbreiteten Ausdehnung des Endocannabinoid-Systems im Körper ist CBD wahrscheinlich bei der Behandlung verschiedener entzündlicher Erkrankungen, einschließlich COVID-19 und anderer viraler ARDS, nützlich“, erklärten die ForscherInnen. Obwohl die Forschung am Menschen noch aussteht, gibt es bei der ersten Studie an menschlichen Gewebemodellen und einer zweiten an Mäusen Hinweise darauf, dass Cannabis und insbesondere CBD eine herausragende Rolle bei der Vorbeugung und Behandlung von Virusinfektionen wie COVID sowie bei der Therapie schwerwiegender Komplikationen spielen könnte. 17


VOLLBLUT

Purple Matcha Vielschichtiges, intensives Terpenprofil Exklusive Genetik auf höchstem Niveau

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urple Matcha weist zu Beginn der Wachstumsphase einen gesunden, kräftigen Wuchs, breite Indica-Blät­ ter und eine hervorragende Krankheitsre­ sistenz auf. Auch die Seitenzweige wach­ sen kräftig, was später in der Blütephase eine schön homogene Bud-Produktion si­ chert. Die dichten, kompakten Buds produ­ zieren eine extrem große Menge Harz und erstrecken sich über die gesamte Pflanze, selbst die Zweige im unteren Stängelbe­ reich tragen welche. Ihr Terpenprofil ist vielschichtig und intensiv und sie duften nach einer unwiderstehlichen Mischung aus Nelken, Zimt, schwarzem Pfeffer und Zitronenschalen, begleitet von Erd-, Kie­ fer- und Waldfruchtnoten. Ihre Wirkung

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ist stark und sorgt für ein lang anhaltendes zerebrales High und schließlich körperliche Entspannung. Eine außergewöhnlich hoch­ wertige Auslese – dank der Privatzüchtung von Sherbinski!

Für alle Arten von Growen geeignet Sehr hohe Krankheitsresistenz Purple Matcha hat, wie bereits erwähnt, einen robusten Wuchs mit festen Seiten­ zweigen, die eine homogene Entwicklung erleichtern. Was das Düngen angeht, genügt Standard- bis gemäßigte Kost, und da sie au­ ßerdem nur minimale Pflege benötigt, eignet sie sich für alle Arten des Growens. Auch in

Bezug auf das Klima in der Grow-Umgebung ist sie sehr vielseitig. Im Übergang zur Blüte­ phase „stretcht“ sie nochmals um 30 %, und damit das Licht besser durchkommt, emp­ fiehlt es sich, danach Blätter zu entfernen. Im oberen Teil genügt dabei geringfügiges Trim­ men. Um die Buds-Entwicklung anzukurbeln, sollte man je nach der Größe des Blumen­ topfs und der Dauer der Wachstumsphase idealerweise zwischen 6 und 9 Pflanzen pro m² einplanen. Wir empfehlen außerdem, beim Outdoor-Growen einfache Pflanzennetze an­ zubringen, damit die Pflanze in der Blütephase mehr Halt hat. Je nach Größe des Blumentopfs und/oder des Saatdatums sollte man eventuell ein zweites Netz vorsehen.  (x)


MEDIZIN

Verfehlte medizinische Programme Wenn die Interessen der PatientInnen in den Hintergrund geraten Komplizierte Verwaltungsverfahren, fehlerhafte Gesetze, Vorrang für Unternehmensinteressen – dies sind nur einige der üblichen Fehlerquellen bei medizinischen Cannabisprogrammen. Jede Regierung sollte sich darüber im Klaren sein, dass die Regulierung verbessert werden kann und sollte.

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n unseren Kolumnen haben wir oft argumentiert, dass die Durchführung von medizinischen Cannabisprogrammen nicht nur im Interesse der PatientInnen, sondern der gesamten Gesellschaft ist. Selbst wenn wir gesund sind, kann bei uns oder einem unserer nahen Verwandten jederzeit eine Krankheit diagnostiziert werden, bei der nach dem heutigen Wissensstand Cannabis die beste Therapie bietet. Es ist ermutigend, dass – wenn auch langsam – immer mehr Regierungen auf der ganzen Welt diese Notwendigkeit verstehen und entsprechende Programme starten. Es ist nicht ungewöhnlich, dass nach einer lautstarken Ankündigung unerwartete Hindernisse auftauchen und die Interessen der PatientInnen im Entwurfs­ prozess in den Hintergrund geraten und am Ende ihre Bedürfnisse überhaupt nicht erfüllt werden. Wir haben zwei abschreckende Beispiele ausgewählt, aus denen man seine Lehren ziehen sollte, die Liste könnte man noch lange fortsetzen. Diese beiden Modelle veranschaulichen anschaulich, welche Fehler man bei der Entwicklung eines medizinischen Cannabisprogramms vermeiden sollte, und sie zeigen auch, dass eine verfehlte Praxis im laufenden Betrieb erheblich verbessert werden kann.

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Kolumbianischer Traum „Wo sind, vier Jahre nach Inkrafttreten des kolumbianischen medizinischen Cannabisprogramms, die Patienten?“ fragt in einem Artikel vom Juli 2020 die medizinische Cannabisforscherin Dr. Paola Cubillos, Vorstandsmitglied der Asociación Médica Colombiana de Cannabis Medicinal. Und tatsächlich ist es so, als sei die Zeit stehen geblieben, nachdem die kolumbianische Regierung am 6. Juli 2016 ein Gesetz unterzeichnet hat, das Senator Juan Manuel Galán für den medizinischen und wissenschaftlichen Gebrauch von Cannabis vorgelegt hatte. Erst Ende März dieses Jahres, gleichzeitig mit der Coronavirus-Quarantäne, erhielten die ersten sieben PatientInnen in Bogota Cannabis, das in Kolumbien hergestellt und verarbeitet wurde. Warum aber dauerte es in Kolumbien, wo Cannabis eine hundertjährige Geschichte hat und wo schätzungsweise 6 Millionen potenzielle PatientInnen leben, vier Jahre? Die Geschichte ist für alle lehrreich: Nach der Unterzeichnung des Gesetzes wurde das Land weltweit als Mekka für Cannabis angesehen: Das Klima ist perfekt für den Anbau, die Arbeitskräfte sind billig und oft im Anbau erfahren und das Land hat eine große landwirtschaftliche Tradition. Millionen an Investitionen kamen hauptsächlich

von kanadischen Unternehmen, welche die Kontrolle über den gesamten Prozess übernahmen, vom Saatgut über die Verarbeitung der Blüten bis zur Herstellung der Präparate. Und obwohl man viele Argumente gegen den von Giganten monopolisierten Markt vorbringen könnte, hätte Cannabis den PatientInnen etwa innerhalb eines Jahres zur Verfügung stehen können. Die Geschichte nahm jedoch einen anderen Verlauf. Da das verabschiedete Gesetz nicht jedes Detail abdeckte, wurden Jahr für Jahr neue Vorschriften erlassen, beispielsweise über den Antrag von Produktionsgenehmigungen, über die Arten von Cannabis, die für therapeutische Zwecke eingesetzt werden dürfen, oder über das Verfahren zur Registrierung von Saatgut. Erst im Jahr 2020 wurde eine Verordnung über die Vermarktung von verschreibungspflichtigen humanmedizinischen Präparaten verabschiedet. In der Zwischenzeit wurden die Anleger ungeduldig und überdachten ihre Optionen. Einer von ihnen, Khiron aus Kanada, war der Meinung, die Vermarktung von Cannabispräparaten könne 2019 beginnen, entschloss sich jedoch 2019 zum Export nach Kanada und Deutschland statt kolumbianische PatientInnen zu versorgen. Deren Frustration und Abkehr ist verständlich, da es in Kolumbien nach drei


Jahren lediglich gelungen war, Kosmetika auf Cannabisbasis zu vermarkten. Im März dieses Jahres gab es einen kleinen Durchbruch mit der Versorgung der ersten sieben kolumbianischen PatientInnen. Es bleibt nur zu hoffen, dass die ÄrztInnen bis Ende des Jahres mehr PatientInnen Cannabisblüten verschreiben können.

Tschechisches Update Wenn wir in Europa nach einem Präzedenzfall für eine verfehlte Praxis suchen, werden wir kein besseres Beispiel als das der Tschechischen Republik finden. Sie war einer der ersten Staaten auf dem europäischen Kontinent, der im April 2013 sein medizinisches Cannabisprogramm unter Mitwirkung exzellenter Fachleute startete. Alle setzten daher große Hoffnung in das Programm, aber die Umsetzung wurde durch administrative Umstände, Wissenslücken und hohe Kosten behindert. Rückblickend können wir sagen, dass das Land im Jahr 2013 nicht für ein derart fortschrittliches Programm bereit war, das zudem sehr bürokratisch umgesetzt wurde. Beispielsweise müssen ÄrztInnen, die ihren PatientInnen Cannabis verschreiben wollen, einen langen und umständlichen Prozess durchlaufen, der offensichtlich viele abschreckt. Dies hatte zur Folge, dass sich bis 2017 insgesamt etwa zwei Dutzend ÄrztIn-

nen dieser Aufgabe gestellt haben und das in einem Land mit 10 Millionen EinwohnerInnen. Andererseits unterstützte die Sozialversicherung lange Zeit medizinisches Cannabis nicht, sodass bedürftige PatientInnen nicht in der Lage waren, ihre 10 bis 20 Gramm pro Monat zu kaufen. Die Bürokratie traf aber auch die ProduzentInnen. Einige Jahre nach Inkrafttreten des Gesetzes wies die staatliche Behörde für medizinisches Cannabis aus administrativen Gründen mehr als 20 kg Cannabis in medizinischer Qualität zurück, was den Hersteller abschreckte und die PatientInnen ihrer Medikamente beraubte. Das tschechische Beispiel ist dennoch positiv, da das Land in der Lage war, seine Praxis zu ändern und sein Programm in der Reaktion auf die Fehler zu verbessern. Zwischen 2017 und 2018 hat sich die Zahl der PatientInnen verdreifacht und wächst immer noch dynamisch. Und während den PatientInnen im Jahr 2017 nur 2,5 kg Cannabis verschrieben wurden, ist diese Menge bis 2019 bereits auf 17 kg gestiegen! In diesem Jahr wurden bereits in der ersten Jahreshälfte 26,8 kg Cannabis in Apotheken verkauft, während die Zahl der PatientInnen im Juni 2020 bei über tausend lag. Das Gesundheitsministerium hatte im Februar 2019 bekannt gegeben, dass es bis zu 90 % der Kosten für Therapien auf Cannabisbasis bei bis zu maximal 30 Gramm pro Cannabis-Blü-

tenstand übernehmen würde. Sie erleichterten den ÄrztInnen auch die Registrierung, deren Anzahl in diesem Jahr bereits auf 162 gestiegen ist. Die Situation hat sich in den letzten Jahren erheblich verbessert, aber es gibt noch viel Raum für Verbesserungen. Wenn wir zum Beispiel den Bundesstaat Michigan, in dem 2008 das Medical Cannabis Licensing Act verabschiedet wurde, mit einer ähnlichen Bevölkerungszahl betrachten, sehen wir, dass dort nicht tausend, sondern 250.000 PatientInnen verschreibungspflichtige Cannabispräparate kaufen können. Aber auch in Europa zeichnet sich ein ähnliches Bild ab: In Deutschland, wo das Gesetz zur Genehmigung von medizinischem Cannabis vier Jahre später in Kraft trat, erhielt die achtmal größere Bevölkerung im Jahr 2019 dreihundertmal so viel medizinisches Cannabis. Auch wenn der Präsident der Tschechischen Pharmazeutischen Gemeinschaft erklärt, dass die Cannabis-Therapie nur für eine kleine Anzahl von PatientInnen eine Alternative darstellt, zeigen gut funktionierende Programme, dass Cannabis einen wichtigen Platz auf der Liste der Primärtherapien einnimmt. Es bedarf lediglich einer ordnungsgemäßen Regulierung.

text: Tomas Kardos


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Erste deutsche Ernte von medizinischem Cannabis verschiebt sich

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nzwischen scheint es sicher, dass deutsche PatientInnen mindestens bis 2021 warten müssen, um ihre Symptome mit lokalen Blü­ ten behandeln zu können. Die für November 2020 geplante Ernte fiel – wie viele andere Dinge – der COVID-19-Epidemie zum Opfer. Wie Italien verfolgt Deutschland langfristig

das Ziel, die Eigenproduktion im Laufe der Zeit zu maximieren, da sich dies für Patient­ Innen und Staat auszahlen würde. Natürlich erwartete niemand, dass die ersten Ernten die Bedürfnisse aller deutschen PatientInnen decken, aber es wäre ein wichtiger Schritt ge­ wesen, um Erfahrungen zu sammeln und sich

Mit CBD gegen Kokainabhängigkeit

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ine der interessantesten Entdeckungen in Sachen Cannabidiol ist die Tatsache, dass es ein wirksames Mittel bei der Suchttherapie sein kann, selbst wenn es um Cannabis oder Opiate geht. Einer kürzlich durchgeführten Metaanalyse zufolge könnte es auch erfolgversprechend zur Therapie der Kokainabhängigkeit eingesetzt werden. Als Metaanalyse bezeichnet man die Kombination der Ergebnisse mehrerer wissenschaftlicher Studien, wodurch mehr Proben zur Verfü­ gung stehen und mögliche Fehler ausgefiltert werden. Im vorliegenden Fall analysierten die ForscherInnen 14 Studien, in denen mit CBD an mit Kokain behandelten Tieren experimen­ tiert wurde. Die ForscherInnen fanden heraus, dass „CBD dazu beiträgt, den persönlichen Anteil der Kokaindosierung zu reduzieren. Es beeinflusst auch die durch Kokain hervorge­ rufene Stimulation des Belohnungszentrums im Gehirn und die Freisetzung von Dopamin.“ Ein Vorteil der Verwendung von CBD besteht darin, dass es durch Kokain verursachte An­ fälle, Leberschäden, kontextbezogene Ge­ dächtnisveränderungen und das Suchtverhal­ ten reduziert. Insgesamt hat sich CBD daher als vielversprechende Zusatzbehandlung der Kokainabhängigkeit erwiesen. Es fehlen al­

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lerdings noch die Studien an Menschen, die in erster Linie dazu erforderlich sind, um die wirksame Dosis beim Menschen genau zu bestimmen. Bei den Studien an Ratten lagen die unterschiedlichen CBD-Mengen zwischen 10 und 20 mg/kg. Die Forschungsergebnisse unterschieden sich auch in den beobachteten

auf den Weg zur Autarkie zu begeben. Derzeit haben drei Unternehmen in Deutschland eine Lizenz zur Produktion von Cannabis in medi­ zinischer Qualität. Die befragten ErzeugerIn­ nen geben an, dass die ersten in Deutschland angebauten Blütenstände voraussichtlich frü­ hestens im ersten Quartal 2021, wahrschein­ lich jedoch erst im zweiten Halbjahr, geerntet und verarbeitet werden. Niemand ist für die Situation verantwortlich, da die Epidemie viele Wirtschaftszweige auf den Kopf gestellt hat. Im Moment ist es am wichtigsten, eine stabile Versorgung zu gewährleisten und es gibt keine Anzeichen dafür, dass dies nicht gelingt. Nach den verfügbaren Daten blieb der Zugang zu medizinischem Cannabis sowohl im ersten als auch im zweiten Quartal 2020 stabil, und der Umsatz stieg im Vergleich zum Vorjahreszeit­ raum. Im April wurde zudem beschlossen, die Steuer auf Cannabis zu senken und den Preis von bisher 22,40 € pro Gramm auf 19,30 € zu senken. Für diejenigen, die medizinisches Can­ nabis ohne Leistungen der Krankenkasse kon­ sumieren, ist dieser Preis immer noch extrem hoch, weswegen die Ernte der ersten lokalen Cannabisblüten ungeduldig erwartet wird.

Kurz- und Langzeitwirkungen und der Wir­ kungsdauer von CBD. Wir gehen fest davon aus, dass der Wirkmechanismus auch beim Menschen greift, und zwar nicht nur aufgrund funktioneller Ähnlichkeiten. Cannabis wurde bereits bei der Behandlung der Crack-Sucht untersucht, und es zeigte hier ein starkes Po­ tenzial: 9 von 10 ProbandInnen haben es ge­ schafft, mit Cannabis die konsumierte Menge an Crack zu reduzieren!


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CBD reduziert Entzündungen ohne Nebenwirkungen

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ach unserer jüngsten Umfrage ver­ wenden die meisten Menschen CBD-Öl bei entzündlichen Erkrankungen. Die Testergebnisse sprechen für die Verwendung von standardisiertem Cannabis-Extrakt und CBD zur Beseitigung von Entzündungen. Eine Entzündung ist die Kettenreaktion des Immunsystems auf eine Infektion oder Reizung. Schwellungen, Rötungen, Schmer­ zen, Wärme oder der Verlust einer Organ­ funktion weisen auf eine Entzündung hin. Nach der allgemein akzeptierten Definition ist eine Entzündung die phylogenetisch alte, komplexe, stereotype Reaktion höherer Or­

ganismen auf Gewebeschäden, die durch äu­ ßere und innere Umweltfaktoren verursacht werden. Ihr „biologischer Zweck“ besteht darin, die Ursachen und Folgen von Gewebe­ schäden zu beseitigen. Cannabinoide haben signifikante the­ rapeutische Vorteile bei einer Vielzahl von pathologischen Zuständen. Unter diesen stechen klinische Fälle heraus, die auf Ent­ zündungen beruhen, die zugrunde liegenden Mechanismen sind jedoch noch nicht be­ kannt. Indirekte Hinweise deuten darauf hin, dass Polymorphonukleukozyten (PMNs) die Ziele für die entzündungshemmenden Wir­

kungen von Cannabis sind. Zudem unterstüt­ zen Ergebnisse von Studien die Verwendung von standardisiertem Cannabis-Extrakt und CBD zur Beseitigung von Entzündungen. Eine eingehende Untersuchung der beteiligten zellulären und molekularen Mechanismen ist jedoch erforderlich, um ihr therapeutisches Potenzial besser nutzen zu können. Das Ausmaß und der Ort einer Entzündung im Körper können variieren. Anhaltendes Fie­ ber, Schwellungen und Schmerzen im betrof­ fenen Bereich sind typische Symptome. Bei einer Entzündung werden im Blut verschie­ dene Proteine angereichert, die durch Labor­ tests nachgewiesen werden können. Es sind hier mindestens 150 Arten von Proteinen be­ kannt. Von diesen werden die Werte von we­ nigen – fünf bis zehn, die den Entzündungs­ prozess gut charakterisieren – in Laboratorien gemessen. Der Blutsenkungswert ist ebenfalls wichtig, aber da er wochenlang nach dem Ende der Entzündung abnormal sein kann, kann er nicht zur Bestimmung des aktuellen Prozesses verwendet werden. Mehrere Studien belegen, dass topisch an­ gewendetes CBD ein therapeutisches Potenzial zur Linderung von Schmerzen und entzün­ dungsbedingten Verhaltensweisen im Zusam­ menhang mit Arthritis besitzt. Und das ohne offensichtliche Nebenwirkungen. Eine Studie von Oxford Academic Rheumatology liefert Beweise dafür, dass Cannabis den Kampf ge­ gen Arthritis aufnehmen kann. Dies scheint auf die Aktivität von als CB2-Rezeptor bekannten Signalwegen zurückzuführen zu sein, die in ungewöhnlich hohen Konzentrationen im Gelenkgewebe von PatientInnen mit Arthritis vorhanden sind. In einer anderen Studie bestä­ tigte ein Forscher das Vorhandensein von CB2Rezeptoren in Gewebeproben von PatientIn­ nen mit Arthrose und rheumatoider Arthritis. Das Haupthindernis für den breiteren Einsatz von Cannabis-Therapien ist deren psychoakti­ ver Effekt. Daher suchen WissenschaftlerInnen nach Wegen, um genauso effektive Wirkungen ohne einen solchen Effekt zu erzielen.


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Beim CSC Salzburg fließt das CBD-Öl

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uch wenn die Cannabisdebatte, wie so viele andere Themen zurzeit, von Corona überschattet wird, ändert dies in Österreich nichts am ungebrochenen Trend hin zu CBD als natürlichem Heilmittel. Nach einer Reihe von stets bis zum letzten Platz gefüllten Informationsveranstaltungen, die

bis zum März durchgeführt werden konnten, und dem darauffolgenden Lockdown hat der Cannabis Social Club Salzburg seine Aktivi­ täten im Sommer wieder aufgenommen und berät CannabispatientInnen nach individueller Terminvereinbarung. Nachdem es besonders viele Anfragen zur Qualität von CBD-Produkten gab, bietet der CSC jetzt ein eigenes 12-prozentiges CBDÖl unter der Marke „WILLIS CBD ÖL“ an, das sich bei LeistungssportlerInnen derselben Beliebtheit erfreut wie bei Schmerz- und KrebspatientInnen.

„Unser Öl kommt zu 100 Prozent aus voll­ biologischer österreichischer Produktion und enthält alle Wirkstoffe der Hanfpflanze“, er­ klären CSC-Gründer Willi Wallner und seine Lebensgefährtin Daniela Macek. In dem natur­ trüben Öl sind daher beispielsweise auch alle Bitterstoffe enthalten, denen seit jüngstem positive Wirkungen bei Krebserkrankungen zugesprochen werden. WILLIS CBD ÖL ist nicht nur bio-zertifi­ ziert, sondern auch als eines der ganz weni­ gen in Österreich erhältlichen CBD-Produkte apothekengeprüft. Das Öl wird nur an Vereinsmitglieder abge­ geben. „Als Verein dürfen wir im Gegensatz zu den CBD-Läden auch über Cannabinoide und deren gesundheitliche Wirkungen infor­ mieren, und der Informationsbedarf ist sehr hoch“, sagt Wallner. Anfragen kommen auch aus dem Ge­ sundheitssektor. „Wir haben immer mehr Ärzte und Heilpraktiker, die sich über CBD informieren.“ Ein jüngster Vorstoß der EU, CBD als Medikament einzustufen, ist laut Wallner ein neuer Anfall von „Reefer Madness“: „Es kann doch nicht sein, dass hier aus Profit­ gründen das wertvollste Nahrungsmittel überhaupt vom Markt gedrängt werden soll, wo es noch nie einen negativen Zwi­ schenfall mit CBD gab.“

Starterset von Plagron Alle Nährstoffe für die Aufzucht einer Pflanze

Das Plagron-Starterset gibt ZuchtanfängerInnen die Möglichkeit, die Plagron-Produkte kennenzulernen. Probiere die Kombination der Plagron-Basisdüngung und einem starken Wurzelstimulator aus. Plagron hat speziell für ZuchtanfängerInnen ein neues Paket zusammengestellt: das Plagron-Starterset. Dieses Set ist in zwei unterschiedlichen Ausführungen erhältlich, als 100 % NATURAL und 100 % TERRA-Variante. Das Starterset enthält die bekannten Basis-Düngemittel und den Wurzelstimulator Power Roots. Aufgrund des niedrigen Preises ist dieses Set ideal für ZüchterInnen geeignet, die die Plagron-Produkte kennenlernen möchten. Die beiden Ausführungen des Startersets bieten verschiedene Vorteile. Die Produkte von 100 % NATURAL sind vor allem für den biologischen Anbau geeignet und äußerst benutzerfreundlich. Die Basisdüngung von 100 % TERRA sorgt für ein schnelles und optimales Ergebnis. Der Zusatzstoff Power Roots ist ein Wurzelstimulator, der eine schnelle und starke Wurzelentwicklung fördert. Er verbessert den Widerstand der Pflanze und unterstützt somit einen guten Wachstumsstart. Vorteile des Startersets 100 % NATURAL - 100 % NATURAL-Produkte sind für biologische Landwirtschaft und biologischen Gartenbau geeignet (CU-zertifiziert) - Ideal für ZuchtanfängerInnen - 3 Produkte in einem Set Vorteile des Startersets 100 % TERRA - Schnelles und optimales Ergebnis - Ideal für ZuchtanfängerInnen - 3 Produkte in einem Set Basisdünger Zwei Flaschen à 50 ml Basisdünger. Das ist für die Wachstums- und Blühphase einer Pflanze ausreicht. Im 100 % NATURAL-Set sind Alga Grow und Alga Bloom enthalten, im 100 % TERRA-Set Terra Grow und Terra Bloom. Zusatzstoff Eine Flasche à 50 ml Power Roots. Dieser Zusatzstoff regt das Wachstum der Wurzeln an und erhöht somit den Widerstand der Pflanze. Hast du noch Fragen? servicedesk@plagron.com Weitere Informationen über das Starterset und unsere anderen Produkte findest du auf www.plagron.com.

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Diskussion um die CBD-Regulierung Viele Länder lehnen die Empfehlungen der WHO ab

dass Cannabisöl nicht mehr der internationalen Kontrolle unterliegt. Es handelt sich vielmehr um eine Veränderung administrativer Art, mit der der Begriff „Präparate“ (preparations) aus dem Text gestrichen werden soll. Dementsprechend verlief auch die diesbezügliche Debatte relativ ereignislos. Vertreter einiger asiatischer Länder betonten jedoch, dass die Änderung zu Missverständnissen führen könne. Japan und Singapur waren beispielsweise besorgt, dass die Änderung zu einem Kontrollverlust über die Cannabis-Auszüge führen könnte, während Thailand sagte, die Entscheidung könne der Öffentlichkeit die falsche Botschaft vermitteln, dass diese Präparate sicher sind und ohne Einschränkungen verwendet werden können. Es ist jedoch wahrscheinlich, dass diese Änderung problemlos durchgeführt werden kann.

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ie Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) von Anfang 2019 zur Regulierung von Cannabis und CBD, die im Wesentlichen grünes Licht für die medizinische Verwendung und Vermarktung von CBD als Nahrungsergänzungsmittel gaben, wurden von vielen freudig begrüßt. Vorabstimmungen geben allerdings Anlass zu Pessimismus. Die endgültige Abstimmung über zwei Empfehlungen der WHO wird im Dezember erwartet, könnte aber, wie vieles heutzutage, von der COVID-19-Pandemie überlagert werden. Die beiden Vorschläge betreffen Cannabisextrakte und CBD-Produkte mit einem maximalen THC-Gehalt von 0,2 %. Das erste diesbezügliche UN-Treffen fand Ende Juni statt, über dessen Fortschritte berichtete das Marihuana-Business-Daily-Portal.

Extrakte und Tinkturen Die erste Empfehlung besteht darin, die Klausel über Cannabisextrakte und Tinkturen aus dem Übereinkommen der Vereinten Nationen gegen den unerlaubten Verkehr mit Suchtstoffen und psychotropen Stoffen von 1961 zu streichen. Dies mag an sich schon nach einem bedeutenden Schritt nach vorne klingen, man muss jedoch betonen, dass dies nicht bedeutet, 30

Statt Einigung – Kritik mit vielen Facetten Beim zweiten Vorschlag zu CBD herrschte eine völlig andere Atmosphäre, da die meisten ihn so interpretiert haben, dass er das Wachstum des gegenwärtigen CBD-Handels fördern und er auch direkten Einfluss auf die Cannabisindustrie haben könnte. Daher haben mehrere Staaten, wie die USA, Kanada und Brasilien, Einwände gegen CBD-Präparate mit niedrigem THC-Gehalt erhoben, die nicht durch internationale Konventionen geregelt sind. Interessanterweise haben sich die europäischen Länder nicht zu diesem The-

ma geäußert, sodass noch nicht bekannt ist, wie sie im Dezember abstimmen werden. Das Schweigen erklärt sich auch aus der Tatsache, dass mehrere Staaten sowie die Europäische Kommission über die möglichen Folgen einer Genehmigung des Vorschlags im Zweifel sind. Aus ähnlichen Gründen hat das International Narcotics Control Board (INCB) vor Kurzem Fragen zur Anwendbarkeit der Empfehlung aufgeworfen und festgestellt, dass der Anbau von Hanf und Cannabis unter das Übereinkommen fällt, auch wenn er der Gewinnung von CBD dient. Nach der Auslegung der Vereinigten Staaten gilt das Übereinkommen jedoch nicht für den Anbau von Hanf, der für Ballaststoffe angebaut wird – der in diesem Fall bis zu 0,3 % THC enthalten kann. Aufgrund der unterschiedlichen Grenzwerte schlagen sowohl die USA als auch Kanada vor, den maximal zulässigen THC-Gehalt zu überdenken. Es gab auch einige haarsträubende Argumente für die Ablehnung des Vorschlags. Ein Vertreter Indonesiens sagte beispielsweise, es sei „unnötig“, CBD zur Behandlung von Epilepsie im Kindesalter einzusetzen, da andere Medikamente verfügbar seien, die wirksamer als Cannabidiol sind. Kritik wurde auch unter anderem von Brasilien, Japan, Singapur und der Türkei geäußert. Betrachtet man die Reihe der Gegner und ihre unterschiedlichen Argumente sowie die Inkompetenz der europäischen Länder, so ist der Ausgang der Abstimmung im Dezember mehr als ungewiss, um es vorsichtig auszudrücken.


VOLLBLUT

DOS SI DOS 33™

B

arneys-Farm‘s-Cali-Kollektion erhält mit dieser explosiven Terpenmischung einen neuen Schub an Superkräften. Entstanden ist sie aus einigen der erstaunlichsten US-CannabisStrain-Phänotypen der Welt: Dos Si Dos entstammt einer OG Kush Breath, einem GirlScout-Cookies-Phäno, das mit Face Off OG und dann erneut mit unserem legendären CookiesKush (OG-Kush-Phäno x GSC) gekreuzt wurde. Doch das ist nur der erste Teil der Geschichte. Man kreuze eine selektierte Gelato Nr. 33 mit einer Sunset Sherbet x Thin-Mint-GSC-Erbin und siehe da: Ein neuer Champion ist geboren! Auf einen euphorisierend, energetischen Sati­ va-Schub folgt innere Ruhe mit sedierenden Eigenschaften, die selbst einen Elefanten glück­ lich lahmlegen könnten! Indoor produzieren die Pflanzen bei einer kompakten Höhe von nur 90 cm bis zu 700 g atemberaubende Blüten pro m². Im Freien können die Pflanzen erstaunliche Erträge von bis zu 2 kg erzielen, das Finish liegt bei etwa Mitte Oktober. Diese außergewöhnlich kontrastierende, limettengrüne und violette Indica mit 22–28 % THC (60 % Indica/40 % Sativa) und einem köstlichen Geschmack hinterlässt bei jedem/r GrowerIn ein anhaltend, entspanntes und glückliches Gefühl. Sie schafft so ein einzigartiges „Old School Stoney High“. (x)

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MEDI+GREEN Einer der vielleicht interessantesten Läden der österreichischen Hauptstadt ist das Querbeet Wien. Hinter dem Namen verbirgt sich ein Geschäft mitten im Herzen des 7. Bezirks, in der Neubaugasse 71. Ein Pflanzenladen – nomen est omen –, in dem man die vielfältigen Beziehungen des Menschen mit der ihn umgebenden Pflanzenwelt erkunden kann. Früher hatten die Menschen ein viel innigeres Verhältnis zu ihrer Umwelt als heute – fast überall auf der Welt benutzt man in diesen Tagen die gleichen Medikamente, um Schmerzen zu behandeln, aber das war nicht immer so. Darüber sprachen wir mit Alex, dem Besitzer vom Querbeet. Medijuana: Kenne nur ich die exotischen Pflanzen in eurem Laden und ihre Abkömmlinge nicht oder gibt es dafür eine besondere Szene? Sind das alles Heilpflanzen oder Heilmittel? Alex: Das ist unterschiedlich – je nachdem, wie interessiert man an der Materie ist. Eine „besondere Szene“ würde ich das jetzt nicht nennen. Grundsätzlich kann man ja allen Pflanzen ein gewisses Heilpotenzial zuschreiben. Ich würde schon sagen, dass alles, was ich in meinem Geschäft anbiete, mehr oder weniger der Förderung und Erhaltung der Gesundheit dient. MED: Wenn ich mir die Karte mit der Wirkung eurer Kräuter auf eurer Webseite anschaue, dann gibt es hier Pflanzen und Extrakte, pulverisiert oder getrocknet, aus allen Teilen der Welt. Würdest du mich bitte einweihen, welche die interessantesten und außergewöhnlichsten sind? 34

Querbeet Wien

Zentrum für Ethnobotanik A: Interessant sind grundsätzlich alle Pflanzen und Produkte in meinem Geschäft – welche davon besonders außergewöhnlich sind, ist für mich schwer zu beantworten, da ich mich ja viel mit der Materie beschäftige und die Dinge ihre Außergewöhnlichkeit mit der Zeit irgendwie verlieren. Für viele Menschen besonders interessant sind vor allem unsere Kakteen Lophophora williamsii (Peyote) und Trichocereus pachanoi (San Pedro). Auch einzigartig ist die getrocknete und gemahlene Wurzelrinde des Ibogastrauchs (Tabernanthe iboga), die in Afrika benutzt wird, um Opiatabhängige von ihrer Sucht zu befreien. MED: Und welches Produkt erfreut sich heute im Herzen von Wien der größten Beliebtheit? Welche Produkte gibt es bei euch außer Pflanzenpräparaten? A: Im Moment ist zum Beispiel Kratom sehr beliebt. Der Kratombaum, der ursprünglich in Thailand beheimatet ist, verfügt über eine Vielfalt an Alkaloiden wie sonst kaum eine Pflanze. Daher auch die divergente Wirkungsweise. Nimmt man wenig davon ein, hat man eine aktivierende, anregende und leicht euphorische Wirkung. Nimmt man eine größere Menge der gemahlenen Blätter ein, so entfaltet sich eine stark nervenberuhigende, schmerzstillende Wirkung. Neben Kratom sind unsere CBD-Öle im Moment besonders beliebt. Wir haben gerade eine Tochterfirma namens CBDGold gegründet, die ausschließlich CBD-Öl in bester Bioqualität anbietet. Der Anstoß kam daher,

dass CBD-Produkte in der Regel sehr teuer verkauft werden und somit sehr vielen Menschen, die einen Nutzen daraus ziehen könnten, aus finanziellen Gründen der Zugang leider verwehrt bleibt. Da ich das sehr ungerecht finde, biete ich in meinem Geschäft CBD-Öl in höchster Qualität und dennoch so kostengünstig wie möglich an, um auch wirklich jedem die Möglichkeit zu geben, dieses geniale Produkt zu nutzen. Cannabidiol ist neben Tetrahydrocannabinol (THC) das am häufigsten vorkommende Alkaloid in der Cannabispflanze. Es wirkt im Gegensatz zum THC kaum psychoaktiv. CBD hat eine schmerzstillende und entzündungshemmende Wirkung auf den menschlichen Körper. Es wirkt außerdem beruhigend sowie stressreduzierend und appetitanregend. Mittlerweile gibt es schon mehrere wissenschaftliche Studien, die die besonderen Qualitäten des CBD zeigen (regt Brustkrebszellen dazu an, sich selbst zu zerstören, hilft Menschen mit Epilepsie und wird in der Onkologie als Begleittherapie verwendet). Ich bin sehr froh, dass es mittlerweile möglich ist, CBD legal zu verkaufen, solange der THC-Gehalt unter 0,3 Prozent liegt. Eigentlich ist ja alles pflanzlichen Ursprungs, was ich in meinem Geschäft verkaufe. Es gibt verschiedene Tees, Pflanzenextrakte, Samen, Kaffee, Kakao, lebende Pflanzen (z. B. verschiedene Kakteen, Alraune, Salviapflänzchen), Pilzsporen und Alkohol wie Absinth oder Mandragora.


MED: Haben die Pflanzen und Produkte, die man hier bekommt, alle bewusstseinsverändernde Wirkungen? A: Ja und Nein. Hier muss man ja zuerst den Begriff „bewusstseinsverändernd“ definieren. Denn alles, was ich zu mir nehme – Essen, Getränke, Tabak – ist grundsätzlich bewusstseinsverändernd. Auch der Kaffee, den ich in der Früh trinke, verändert mein Bewusstsein, ebenso wie Zucker, Medikamente oder Alkohol. Leider nehmen viele Menschen diese Veränderungen gar nicht mehr wahr und lehnen dann, weil sie sich keine Gedanken darüber machen, klar als „bewusstseinsverändernde Substanzen“ deklarierte Produkte ab, weil sie meist Angst vor der Wirkung haben. MED: Bei uns erschien vor Kurzem ein Artikel darüber, welche anderen Pflanzen außer Cannabis in den Vaporizer kommen können. Kann man diese Produkte auch inhalieren? Wie benutzt oder konsumiert man sie üblicherweise? Würdest du mir bitte ein Beispiel geben? A: Wie man unsere Produkte benutzt, steht immer auf der Verpackung beschrieben, auch die Dosierung. Die meisten Kräuter werden als Tee eingenommen, manche

können aber auch vaporisiert werden. Zum Beispiel wird Wild Dagga (Löwenohr – Leonotis leonorus) oder Marihuanilla (Leonorus sibiricus) aufgrund des angenehmen Geschmacks und der entspannenden, leicht euphorisierenden sowie schmerzstillenden Wirkung (oft auch gemischt mit anderen Kräutern) vaporisiert. Eine tolle Übersicht zu den verschiedenen Pflanzen, die im Vaporizer verdampft werden können, inklusive der dazugehörigen Temperaturangaben, liefert das Standardwerk „Psychoaktive Pflanzen“ von Bert Marco Schuldes, das ich wirklich jedem schwerstens ans Herz legen möchte, der sich für das Thema interessiert. Gibt es übrigens auch bei uns. MED: Werden diese Präparate eher für therapeutische Zwecke gekauft oder eher zum Freizeitvergnügen? Und wer kauft überhaupt bei euch ein? A: Sowohl als auch. Vor allem die CBD-Öle von CBDGold werden eher zu therapeutischen Zwecken und zur akuten Krankheitsbehandlung gekauft. Aber natürlich werden viele Produkte oft einfach mal aus Neugier, zum Ausprobieren und fürs Freizeitvergnü-

gen gekauft. Unsere Kundschaft besteht aus einem Querschnitt der Gesellschaft. Von der gestressten Hausfrau, den Mittzwanzigern, die neue Erfahrungen suchen, über den erfahrenen Psychonauten bis hin zum Opa von nebenan. Oft verlaufen sich auch Menschen in unser Geschäft und bleiben dann hängen, weil sie von der angebotenen Vielfalt total begeistert sind. Ich habe auch viele Stammkunden, die schon seit Jahren immer wieder ins Querbeet kommen. Viele kommen wegen der sonst nirgends zu findenden großen Auswahl, der freundlichen Beratung und natürlich auch dem stressfreien Umfeld, das mein Geschäft bietet. Man kann bei uns übrigens auch online bestellen: www.querbeet.at bzw. www.querbeet.eu für Kunden außerhalb Österreichs. An dieser Stelle möchte ich mich auch einmal bei meiner Kundschaft bedanken, die übrigens die beste überhaupt ist – immer freundlich, respekt – und verständnisvoll und höflich.

text: Gabor Holland


VOLLBLUT

Fotos: Sweet Seeds® und Tommy L. Gomez

Tropenspaziergang mit Sweet Seeds® und Tropicanna Poison F1 Fast Version® Hallo liebe Cannabis–ZüchterInnen, es ist mir immer eine große Freude, Berichte über den Anbau der großartigen Sorten aus der genetischen Sammlung von Sweet Seeds® zu schreiben. Diesmal ist die Rede von einer wunderbaren Sorte, deren Blütenpracht von außerordentlicher Schönheit ist: Tro­ picanna Poison F1 Fast Version® (SWS85), eine neue Genetik des Jahres 2020, Mitglied der inzwischen legendären „Roten Familie“ von Cannabispflanzen mit violetten, blauen und roten Farbtöne in den Blüten. Und obendrein ist es eine Fast Version®, sodass die Blü­ ten in einer Rekordzeit von 6 bis 7 Wochen, nachdem die Fotoperi­ ode auf Blüte umgestellt wurde, erntereif sind. Im Freien können sie oftmals vor dem Anbruch des Herbsts geerntet werden. Diese außergewöhnlich schöne Pflanze hat zwei wunderbare Vorfahren. Erstens eine „Super-Strong“-Sorte aus der berühmtes­ ten Cookies-Familie der USA, die Tropicanna Cookies (Girl Scout 36

Cookies x Tangie), und die zweite ist die mythische und preisgekrön­ te, rot blühende Autoflowering-Sorte Red Poison Auto® (SWS39), die für mehr Farbe, Süße und eine extrem schnelle Blüte sorgt. Die Aromen der Knospen variieren von klebrigen und dichten sü­ ßen Düften bis hin zu reifer Mango vor einem weichen Skunk-Hinter­ grund. All das gemischt mit Tropenhölzern und einem Hauch feuchter Erde, die ihnen ihren hohen Gehalt an Myrcen verleiht. Das ist das berühmte Terpen, das so gut bei chronischen Schmerzen oder Neben­ wirkungen von Chemotherapien hilft, um nur zwei Beispiele zu nen­ nen. Der Säurepunkt trägt stark dazu bei, alles als Ganzes zu schme­ cken, was sich beim Vaporisieren besonders in der Nase bemerkbar macht. Es ist schon großartig, wenn man die Komplexität noch mehr als 5 Minuten nach dem Rauchen oder Verdampfen der süßen Blüten genießen kann. (x)


VOLLBLUT

Lingerie

L

ingerie von der Humboldt Seed Organization ist eine verführeri­ sche und äußerst begehrenswerte Kreation, welche die intensi­ ve und atemberaubende Anziehungskraft und Eleganz einer der exotischsten kalifornischen Hybriden zeigt: Die berühmte Mutter des Sunset Sherbert, Pink Panties, wird hier gekreuzt mit Three Kings Blue­ berry Headband.

Geschwindigkeit, Harz und Duft Ein sehr ansprechender und fesselnder Qualitätshybrid

Die Pflanze zeichnet sich aus durch ein schnelles vegetatives Wachs­ tum, das sich beim Übergang in den Blütezyklus mehr als verdoppelt. Die Fächerblätter der Sativa unterstützen die großen, bauchigen Blütenstellen und die explosive Kelchentwicklung treibt längliche, sehr harzhaltige, eiförmige Knospen. Das Terpenprofil verschafft sich Ausdruck durch den Geruch nach Nelken und würzigem Kiefernholz, gefolgt von dem nach Zitronenschalen, moschusartigem Zimt sowie von erdigen Untertönen. Dieser seidenweiche Geschmack sorgt für ei­ nen kraftvollen, lang anhaltenden und beruhigenden Effekt, der sich hervorragend für kreatives Denken und die Entspannung am Ende des Tages eignet. Die unbestreitbar verlockende Anziehungskraft und 38

das faszinierende Profil dieses unverwechselbaren Hybrids besitzen alle Eigenschaften, die ZüchterInnen in der Genießergenetik suchen. Der Lebenszyklus der Pflanze beginnt früh mit einem schnellen Höhen­ wachstum. Daher wird stärkeres Düngen empfohlen, um den hohen An­ forderungen an den Stoffwechsel gerecht zu werden.

Homogene Pflanzen Widerstandsfähig mit hoher Krankheitsresistenz Die Größe der Pflanzen wird sich in der Blütezeit mehr als verdoppeln, daher werden 6–9 Pflanzen pro Quadratmeter empfohlen, um den vor­ handenen Anbauplatz im Verhältnis zur Topfgröße optimal zu nutzen. Lingerie ist wegen ihrer schnellen und sehr homogenen Entwicklung auch ideal für die Sea-of-Green-Technik (SOG) geeignet. Zur Unterstützung in der späteren Blütephasen werden Doppelgitter dringend empfohlen. Die Pflanze bevorzugt trockene, mediterrane Bedingungen, so lässt sich der Ertrag maximieren und die starke Resistenz gegen Krankheiten wird erhalten. Beim Anbau im Freien sind Tomatenkäfige und Doppelgitter erforderlich, um einen optimalen Ertrag zu erzielen. Zur Förderung der Knospendichte wird das Entfernen der untersten und darüberliegenden Schicht der Seitentriebe dringend empfohlen.  (x)


text: Szerző 39


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