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77 August 2019

Zeitschrift für Liechtenstein und die Region

Wie sieht der Erbprinz die Zukunft Liechtensteins? Das Staatsfeiertags-Interview mit S.D. Erbprinz Alois, ab Seite 6

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EDITORIAL Liebe Leserinnen, lieber Leser Es gehört bei der «lie:zeit» zur guten Tradition, den Landesfürsten oder den Erbprinzen aus Anlass des Staatsfeiertages um ein Interview zu bitten. So hat auch in dieser Ausgabe S. D. der Erbprinz zu interessierenden Themen und Fragen Stellung bezogen. Der Vergleich der beiden Prämienverbilligungs-Initiativen «Kaiser» und «VU» zeigt, dass die VU-Initiative für den Staat rund 4 Mio. Franken «günstiger» ist, doch werden gerade beim KK-Prämienvorschlag des Abg. Johannes Kaiser die betroffenen Mittelstands-Familien von einer notwendigen finanziellen Entlastung profitieren. Stichwort Neubau Landesspital: Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom 9. Juli 2019 den Bericht und Antrag betreffend eines Finanzbeschlusses zum Neubau eines Landesspitals verabschiedet. Sie beantragt beim Landtag einen Verpflichtungskredit in Höhe von 65,5 Mio. Franken für den Bau eines neuen Landesspitals auf dem «Wille-Areal» in Vaduz. Der Standort wird von vielen als ungeeignet eingestuft (ab Seite 30). Der FC Vaduz ist derzeit in aller Munde. Er hat sensationell die 3. Qualifikationsrunde in der Europa League erreicht und trat am Donnerstag dieser Woche im ausverkauften Rheinpark-Stadion gegen den deutschen Bundesligaverein Eintracht Frankfurt an (Redaktionsschluss war am Donnerstagmittag). Das Rückspiel steigt nun am kommenden Donnerstag, 15. August in Frankfurt. «Reflexionen auf Liechtenstein» lautete der Titel von Hugo Marxers Ausstellung zum Landesjubiläum. Die viel beachtete Ausstellung im Landesmuseum war ein voller Erfolg, an den der Eschner Künstler nun anknüpft und sein Atelier für die an seiner Kunst Interessierten öffnet. Magdalena Frommelt hat im Juli 2019 als dritte Persönlichkeit aus Liechtenstein das Amt als Governor des Rotary International Distrikt 2000 übernommen. Sie ist eine der wenigen Frauen, die dieses Amt übernimmt. Als Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf (Liechtenstein) e.V. kümmert sie sich zudem um Spendenaktionen für die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Zahltag bei mano: Norbert Marxer, weitherum als «Mano» bekannt, hat den gleichnamigen Friseursalon in Eschen vor 48 Jahren eröffnet. Er ist durch und durch Friseur und steht mit 71 Jahren seinen treuen Stammkunden nach wie vor zur Verfügung. Unsere Mitarbeiterin Vera Oehri-Kindle hat den sympathischen Friseur aufgesucht, um mit ihm das bekannte «lie:zeit»-Zahlenspiel im Salon zu machen. Und zum Schluss stellen wir vor: ein putziges Kerlchen, das in unseren Wäldern wohnt, den Steinmarder. In diesem Sinne wünsche ich euch einen guten Start nach der Sommerpause und recht viel Freude beim Lesen der «lie:zeit».

Herbert Oehri, Redaktionsleiter

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Brexit oder das Vertrauen in die Politik

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un ist es also so weit. Drei Jahre nachdem das Vereinigte Königreich für den Austritt aus der Europäischen Union (EU) gestimmt hatte, übernahm mit Boris Johnson ein Vertreter der «Leave»-Kampagne das Amt des Premierministers. Sogleich stellt sich die Frage, ob es Johnson gelingen wird, den bereits mehrfach verschobenen Brexit umzusetzen. Wie so oft im Zusammenhang mit dem Brexit lässt sich darauf keine klare Antwort geben. Der Brexit war von Anfang an ein Lieblingsthema der Meinungsforschung. Die ersten Umfragen dazu erfolgten bereits 2012 – also vier Jahre vor der eigentlichen Abstimmung. Damals hatten die Brexit-Befürworter einen Vorsprung von mehr als 10 Prozent. Unmittelbar vor der Abstimmung deuteten die meisten Umfragen demgegenüber auf einen knappen Sieg der Austrittsgegner hin. In der Abstimmung selbst stimmten dann aber 52 Prozent für und 48 gegen einen Austritt. Blickt man auf aktuelle Umfragen, so wünscht sich eine Mehrheit den Verbleib in der EU. Dies ist vor allem den Nicht-Wählern von 2016 zu verdanken. Tatsächlich würden nämlich nur sehr wenige Personen heute anders stimmen als 2016, und der Ausgang einer allfälligen zweiten Abstimmung wäre derzeit völlig offen. Brexit hat Volk tief gespalten Beim Brexit ist die Bevölkerung

des Vereinigten Königreichs also weiterhin tief gespalten. Einig ist sie sich jedoch in der Kritik an der Brexit-Politik der ehemaligen Premierministerin Theresa May. Fast 90 Prozent bewerteten diese im Juni 2019 als schlecht. Auch Boris Johnson geniesst bei seinem Amtsantritt wenig Sympathien. Nur gerade 29 Prozent der Bevölkerung halten ihn für kompetent und lediglich 20 Prozent für ehrlich. Auch im Parlament hat Johnson wenig Unterstützung. Dies gilt insbesondere für seine Pläne, notfalls ohne Abkommen aus der EU auszutreten. Paradoxerweise finden gerade diese Pläne in der Bevölkerung Unterstützung. So erachtet es die grosse Mehrheit der Brexit-Befürworter für richtig, dass das Vereinigte Königreich am 31. Oktober 2019 ohne Abkommen aus der EU austritt, wenn bis dann keine Einigung erfolgt. Eine weitere Verschiebung des Brexits erfolgt deshalb wohl nur im Falle von Neuwahlen oder einer zweiten Abstimmung. Austritt ohne Abkommen mit wirtschaftlichen Folgen Der Wunsch nach einem raschen Brexit ist besonders stark bei Personen mit tiefem Einkommen. Damit verbunden ist die Hoffnung, dass die alltäglichen Probleme der Menschen wieder in den Fokus der Politik rücken. Dieser Wunsch ist verständlich, basiert jedoch auf einem Trugschluss: Gerade bei einem Austritt ohne Abkommen wird der Brexit die

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Politik weiterhin stark beschäftigen. Zu gross ist die wirtschaftliche und politische Verflechtung des Vereinigten Königreichs mit der EU, als dass auf Dauer ein vertragsloser Zustand bestehen kann. So oder so wird der Brexit tiefe Risse hinterlassen. Im Kampf um Aufmerksamkeit bedienen sich sowohl Befürworter als auch Gegner der immer gleichen, bis zur Unwahrheit simplifizierten Argumente. Unabhängige Informationsangebote werden demgegenüber kaum bzw. stets von der gleichen Klientel genutzt. Entsprechend liegt das Wissen über die EU im Vereinigten Königreich immer noch unter dem EU-Durchschnitt.

das Ansehen der Politik wird aber dauerhaft darunter leiden. Der Brexit und Liechtenstein Auch in Liechtenstein zeigt sich in Umfragen und vor allem in Leserbriefen eine wachsende Unzufriedenheit mit der Politik. Angesichts der konstruktiven Zusammenarbeit der politischen Akteure ist diese kaum nur auf Vorgänge in Liechtenstein zurückzuführen, sondern auch einem durch internationale Entwicklungen wie den Brexit geprägten Zeitgeist geschuldet. Die politische Kultur in Liechtenstein im Sinne der verschiedenen Orientierungen der Bevölkerung gegenüber dem politischen System sollte deshalb nicht isoliert vom internationalen Politikgeschehen betrachtet werden.

Vor allem aber nimmt durch die starke Polarisierung das Vertrauen in die Politik weiter ab. Während May noch versucht hat, die Bevölkerung hinter dem Brexit zu vereinen, scheint Johnson sich nur mehr für die Brexit-Befürworter zu interessieren. Kurzfristig mag ihm dies die Macht sichern,

DR. CHRISTIAN FROMMELT Direktor irektor und Forschungsbeauftragter Politik am Liechtenstein-Institut

GASTKOMMENTAR


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AUS DEM INHALT «Wir müssen unsere Mittel wirksam einsetzen» Jubiläums-Staatsfeiertag 2019 Der Liechtenstein-Weg 4,7 Mio. Franken für Schaanwälder Zentrum bewilligt VCL: Menschen bewegen KK-Verbilligung für Familien, Alleinstehende und Senioren Frage an … «Ich wollte mit meiner Botschaft die Mitmaturanden und Gäste aufrütteln» DpL gratuliert Liechtenstein Im BRAUCHEN_WIR_DAS_LAND: Landesspital? LLS-Neubau: Regierung favorisiert Willi-Areal LLS: Planlosigkeit und fehlende Glaubwürdigkeit Der USV möchte den Erfolg der letzten Saison bestätigen FC Vaduz: Die Europa League überstrahlt alles Mit dem FC Balzers ist zu rechnen Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen Bildung für alle «Regionales Bildungssystem dient international als Vorbild» Was steckt hinter 100pro! Liechtenstein? Ein Künstler reflektiert über seine Heimat «Wir geben Kindern eine Zukunft» Zahltag bei Mano Weisskehlchen auf lauten Sohlen

77/2019 6 10 15 21 22 23 24 26 28 29 30 33 35 36 38 39 40 42 48 52 54 56 58

lie:zeit Unser Erbprinz zur Zukunft Liechtensteins Seit Jahren geht es uns gut. Bleibt es aber auch so? S.D. der Erbprinz ist in dieser Beziehung optimistisch. Allerdings schränkt er ein, dass der Wohlstand nur zu erhalten sei, wenn wir uns auf dem Erfolg nicht ausruhen und ihn immer wieder neu sichern. ab Seite 6

polit:zeit Verkehr: Menschen bewegen Mit 39’660 Beschäftigen Liechtensteins Wirtschaft. Aber auch dank der vielen Grenzgängern. Heute schon sind mehr als 80 % der Neu-Beschäftigten Einpendler. Der VCL mahnt: Falls weiteres Wirtschaftswachstum erwünscht ist, muss die regionale Erreichbarkeit zukunftsfähig sichergestellt werden. Seite 22

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Impressum Verleger: Zeit-Verlag Anstalt, Essanestrasse 116, FL 9492 Eschen | Redaktion: Herbert Oehri (Redaktionsleiter), Johannes Kaiser, Jnes Rampone-Wanger, Vera Oehri-Kindle, Oliver Hartmann | Beiträge/Interviewpartner/Innen: S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein, Regierungsrätin Dominique Hasler, Fabian Reuteler, Thomas Nigg, Heribert Beck, Thomas Rehak, Egon Gstöhl, Christian Frommelt, Tamara Beck, Magdalena Frommelt, Paul Herberstein | Parteien: FBP, VU, FL, DU, DpL | Satz/Lithos: Oliver Hartmann, Sonja Schatzmann, Joanne Rohner | Druck: Somedia Partner AG | Fotos: Paul Trummer, Michael Zanghellini, Jürgen Posch, Roland Korner, Liechtenstein Marketing, 100pro! Liechtenstein, Oliver Hartmann, Vera Oehri, Pexels, T +423 239 09 09 zVg. | Akquisition/Marketing/Beratung: Vera Oehri-Kindle (Leiterin), Brigitte Hasler | Urheberschutz: Die Texte und Bilder dürfen ohne vorherige Genehmigung des Herausgebers/Verlegers nicht kommerziell genutzt, weitergegeben oder veröffentlicht werden | Erscheinung: Samstag, 10. August 2019 | Auflage: Postverteilung in alle Haushaltungen und Postfächer Liechtensteins, Postfächer im Bezirk Werdenberg und an weitere ausgewählte Adressen im Rheintal und in Vorarlberg. Zeitschrift erreicht ca. 80’000 Leserinnen und Leser, erscheint u.a. auch im Vorarlberger Lesezirkel mit einem Einzugsgebiet von 210’000 Personen (Umfang 96 Seiten) | Meinungsvielfalt: Die lie:zeit gibt Gast-Autoren Platz um ihre Meinung zu äussern. Dabei muss der Inhalt mit der Meinung der Redaktion und der Herausgeber nicht übereinstimmen. Dasselbe gilt auch für die Leserbriefe und Standpunkte von Gastautoren. Sie unterliegen gewissen Regeln wie z.B. Beitragslänge (max. 2’000 Zeichen) oder ethischen Grundsätzen, wie Wahrhaftigkeit und Achtung der Menschenwürde oder Persönlichkeitsrechte, Schutz der Ehre von Menschen. «lie:zeit» nicht erhalten? Rufen Sie uns an: Tel. 375 90 00 (Natascha Oehri). Zustellung erfolgt sofort.

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Nächste «lie:zeit»: 14. September 2019

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sport:zeit FCV: Die Europa League überstrahlt alles Der FC Vaduz ist zwar nicht überragend in die neue Meisterschaftssaison gestartet, doch die Erfolge in der Europa League überstahlen bisher alles. Dem Team um Trainer Mario Frick gelang mit dem Erreichen der 3. Qualifikationsrunde gar eine Sensation. Nun trifft der FCV auf die deutsche Bundesliga-Mannschaft Eintracht Frankfurt. ab Seite 36

meine:zeit Regionales Bildungssystem als Vorbild Liechtensteins Bildungslandschaft ist vielfältig und im grenzüberschreitenden Vergleich sehr gut aufgestellt. Die Regierung und die dem Bildungsministerium angegliederten Ämter sowie alle Schulen sind äusserst aktiv und stets darum bemüht, die Spitzenposition beizubehalten. Wir haben mit Regierungsrätin Dominique Hasler zum Thema Bildung befragt. ab Seite 42


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«Wir müssen unsere Mittel wirksam einsetzen» Es ist bereits Usanz, dass die lie:zeit S.D. den Erbprinzen oder S.D. den Landesfürsten zum Staatsfeiertag oder zur Jahreswende zu einem Interview über aktuelle und zukunftsweisende Fragen und Projekte bittet. Für den diesjährigen Staatsfeiertag, der im Zeichen der 300-Jahrfeier steht, haben wir mit S.D. dem Erbprinzen das nachfolgende Gespräch geführt. Interview: Herbert Oehri · Fotos: ZVG

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S.D. ERBPRINZ ALOIS VON UND ZU LIECHTENSTEIN IM GESPRÄCH MIT DER LIE:ZEIT Durchlaucht, Sie haben am Staatsfeiertag des vergangenen Jahres unserem Land und dessen Bevölkerung für das Erreichen des heutigen Wohlstands ein Lob ausgesprochen. Welches sind die wichtigsten Faktoren, die diesen Erfolg unserem Heimatland beschert haben? S.D. der Erbprinz: Für den Erfolg waren verschiedene Faktoren verantwortlich: insbesondere die grosse politische und wirtschaftliche Stabilität, die sehr gut ausgebildete Bevölkerung, die attraktiven Rahmenbedingungen für die Wirtschaft, die internationale Vernetzung und Anerkennung, die rasche Reaktion auf für uns kritische Entwicklungen, die enge Zusammenarbeit mit den Nachbarstaaten und die weltweite Öffnung der Märkte. Gleich eine Anschlussfrage. Können wir den geschaffenen Wohlstand auf längere Sicht auch halten, angesichts einer sich rasch wandelnden Gesellschaft? Was muss Liechtenstein dafür tun? Wir dürfen uns nicht auf unserem Erfolg ausruhen, sondern wir müssen die Grundlagen für unseren Wohlstand immer wieder von neuem sichern. Dazu müssen wir uns ausreichend mit den künftigen Herausforderungen auseinandersetzen und rechtzeitig die für deren erfolgreiche Bewältigung erforderlichen Massnahmen treffen. Stichwort: technologischer Fortschritt. Hier ist die Digitalisierung in aller Munde. Welchen Einfluss kann ein Kleinststaat wie Liechtenstein nehmen, um von den Chancen der Digitalisierung zu profitieren? Meiner Ansicht nach liegen die grössten Chancen in einem guten Bildungssystem, damit ein möglichst grosser Teil der Bevölkerung optimal auf die Digitalisierung vorbereitet ist. Daneben sind attraktive rechtliche Rahmenbedingungen sowie eine leistungsfähige und sichere Dateninfrastruktur wichtig, um von den Chancen der Digitalisierung zu profitieren. Ein grosses Problem bzw. politische Herausforderung sind und bleiben die Sozialsysteme. Welches sind die Mittel und Wege, um die Gesundheitsvorsorge, Altersvorsorge und Alterspflege für die heutigen und künftigen Generationen sicher und nachhaltig zu gestalten? Kann man das überhaupt?

Um unsere Sozialsysteme auch für künftige Generationen sicher und nachhaltig zu gestalten, müssen wir unsere finanziellen Mittel wirksam einsetzen. Dazu müssen wir bei der Ausgestaltung unserer Sozialsysteme deren Anreizwirkungen und Treffgenauigkeit genau bedenken und die demographischen und technologischen Entwicklungen ausreichend berücksichtigen. So werden wir z.B. bei steigender Lebenserwartung auch das Pensionsalter erhöhen müssen. Die AHV-Reform von Ende der letzten Legislaturperiode war daher ein erster wichtiger Schritt in die richtige Richtung. In Ihrer Ansprache kamen Sie auch auf den massiven Ressourcenverbrauch und auf den damit verbundenen Raubbau an der Umwelt in den hochentwickelten Volkswirtschaften zu sprechen. Können kleine Länder wie die Schweiz oder Liechtenstein überhaupt etwas bewirken? Einerseits können wir unseren relativen Anteil leisten. Andererseits können wir durch kluge und innovative Initiativen auch international Anstösse geben. Die Raum- und Verkehrsplanung ist in Liechtenstein seit vielen Jahren ein Dauerthema. Die Stiftung Zukunft.li hat dazu eine interessante Studie herausgebracht. Wie beurteilen Sie die darin geäusserten Vorschläge? Meiner Ansicht nach hat die Stiftung Zukunft.li einige sehr interessante Vorschläge betreffend Raum- und Verkehrsplanung gemacht. Leider haben wir in der Vergangenheit es verpasst, hierzu frühzeitig Weichen zu stellen. Umso wichtiger wäre es, dass wir vor allem im Bereich Verkehr möglichst bald ein gut durchdachtes Mobilitätskonzept erstellen, das die verschiedensten Verkehrsaspekte berücksichtigt, auch um die dafür nötigen Mehrheit im Volk zu erreichen. Dabei sollten wir uns auch nochmals die S-Bahn genau anschauen. Ein weiteres aktuelles Thema: die Casino-Landschaft Liechtenstein. Mit dieser Frage beschäftigt sich auch die Bevölkerung sehr stark. Was halten Sie von einem Monitoring, wie es gewisse politische Parteien vorgeschlagen haben? Eine grosse Stärke unseres Wirtschaftsstandortes ist die Verlässlichkeit seiner Rahmenbedingungen, die Unternehmen Planungssicherheit bieten. Daher wäre es meiner


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Ansicht nach problematisch, nach so kurzer Zeit ohne besondere Not, die grundsätzlichen Rahmenbedingungen für die Casinos zu ändern. Es ist jedoch sicherlich sinnvoll, über Massnahmen nachzudenken, damit Spielsüchtige noch besser vom Besuch der Casinos ferngehalten werden. Stichwort Aussenpolitik: Seit seiner Unabhängigkeit im Jahre 1806 hat sich unser Land im Rahmen seiner Aussenpolitik darum bemüht, möglichst günstige Bedingungen für seine staatliche Entwicklung zu schaffen und seine Souveränität abzusichern. Dabei kommt der Nachbarschaftspolitik seit jeher eine zentrale Bedeutung zu. Sie waren vor einigen Wochen zu einem offiziellen Staatsempfang in der Schweiz. Wie beurteilen Sie das Verhältnis Liechtensteins zur Schweiz? Und sind weitere Staatsempfänge mit anderen Nachbarländern geplant? Liechtenstein hat ein ausgezeichnetes Verhältnis zu Schweiz. Wir sind sehr dankbar, dass die Schweiz mit dem besonders freundlichen und ehrenvollen Empfang auch ihrerseits die hervorragenden Beziehungen betont hat. Neben dem Empfang in der Schweiz gab es auch Veranstaltungen in Österreich und Deutschland. Für die zweite Jahreshälfte wird mein Schwerpunkt stärker auf der UNO und den USA liegen.

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Durchlaucht, gestatten Sie uns noch eine abschliessende Frage zur Aussenpolitik: Wie glauben Sie geht es mit dem BREXIT weiter? Und hätte ein ungeordneter Austritt Grossbritanniens aus der EU Auswirkungen auf Liechtenstein? Es ist weiterhin sehr schwierig zu beurteilen, ob es zum BREXIT kommt und – wenn ja – in welcher Form. Ein ungeordneter Austritt Grossbritanniens aus der EU hätte vor allem dann Ausw irk ungen auf Liechtenstein, wenn er einen wirtschaftlichen Abschwung im europäischen Binnenmark t auslösen würde, weil dies unser grösster Absatzmarkt ist.

Bundespräsident Ue li Maurer und S.D. Erbprinz Alois von im Austausch mit und zu Liechtenste Bundesrat Ignazio in Cassis und Bundesr ätin Karin Keller-Su tter

Die beiden Delegationen mit Bundespräsident Ueli Maurer und dem Erbprinzenpaar an der Spitze werden in Bern-Kehrsatz herzlich begrüsst

Bundespräsident Ueli Maurer und S.D. Erbprinz Alois bei der offiziellen Begrüssung mit militärischen Ehren


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STAATSFEIERTAG UND 300-JAHRJUBILÄUM

JubiläumsStaatsfeiertag 2019 Am 15. August ist es wieder so weit und das Fürstentum Liechtenstein feiert den Staatsfeiertag. Das traditionelle Programm mit Staatsakt, Volksfest und Feuerwerk wird in diesem besonderen Jahr durch eine grosse Jubiläumsfeier erweitert.

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Obwohl das Fürstentum Liechtenstein selber schon 300 Jahre alt ist, ist der Staatsfeiertag mit 79 Jahren noch relativ jung. Der erste Staatsfeiertag am 15. August 1940 fand dezentral in allen Gemeinden Liechtensteins statt. Heute wird der Staatsfeiertag jeweils von etwa 20’000 – 30’000 Besuchern in Vaduz gefeiert. Das traditionelle Programm, mit dem Staatsakt beim Schloss Vaduz und dem Aperitif im Rosengarten, wird auch in diesem Jahr unverändert beibehalten. Auch am anschliessenden Volksfest wird im Grundsatz festgehalten.

bilden den Kern der Jubiläumsfeier, die von 20.15 Uhr – 21.30 Uhr auf dem Peter-Kaiser-Platz stattfindet. Mit allen Besucherinnen und Besucher des Staatsfeiertages soll Liechtenstein und seine Leute an diesem Tag gefeiert werden. Der Star der Show wird daher nicht von weit her eingeladen – im Zentrum des Abends steht jeder und jede, der sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Peter-Kaiser-Platz befindet. In der Familien- und Genusszone auf dem Parkhaus Marktplatz wird es ebenfalls ein Public-Viewing der Jubiläumsfeier geben.

Volksfest für die ganze Familie Im Zentrum von Vaduz findet ab 14.00 Uhr ein Volksfest für die ganze Familie statt. Spiel- und Familienzonen, fünf verschiedene Bühnen mit einem abwechslungsreichen Musik- und Unterhaltungsprogramm sowie viele Stände lassen an diesem Tag keine Wünsche offen. Auf dem Parkhaus Marktplatz entsteht anlässlich des 300-Jahr-Jubiläums neu die Familien- und Genusszone mit einem besonderen Programm für die kleinen Gäste.

Emotionales und pyrotechnisches Feuerwerk Die Jubiläumsfeier auf dem Peter-Kaiser-Platz wird mit Sicherheit das emotionale Feuerwerk des Abends – doch auch die Freunde der lauten Pyrotechnik werden nicht leer ausgehen. Um 22.00 Uhr beginnt das traditionelle Prachtfeuerwerk, das 30 Minuten lang eine grandiose Show am Nachthimmel bieten wird. Auch in diesem Jahr konnten Armin Lukasser und sein Team für den Lichterglanz am Sternenhimmel gewonnen werden.

Das Jubiläum will gefeiert werden Das Herz von Liechtenstein sind seine Bewohnerinnen und Bewohner und genau diese

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Programm 2019 11.30 Uhr Offizieller Staatsakt mit Ansprachen von S.D. Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein und Landtagspräsident Albert Frick auf der Schlosswiese 12.30 – 14.30 Uhr Aperitif beim Schloss Vaduz Ab 14.00 Uhr Grosses Volksfest im Städtle Vaduz 20.15 Uhr «300-Jahr-Jubiläumsfeier» auf dem Peter-Kaiser-Platz 21.15 Uhr Entzünden der Höhenfeuer und der Krone auf Tuass sowie Fackelzug über den Fürstensteig 22.00 Uhr Imposantes Feuerwerk über Schloss Vaduz Bis 03.00 Uhr Das vielfältige Unterhaltungsprogramm im Städtle Vaduz wird im Jubiläumsjahr um eine Stunde verlängert. Weitere Infos: www.staatsfeiertag.li


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Kurzinterview mit Fabian Reuteler Was wird Ihr persönliches Highlight an diesem Staatsfeiertag? Ich freue mich wirklich sehr auf die Jubiläumsfeier am diesjährigen Staatsfeiertag. Wenn die gesamte Bevölkerung eingeladen wird sich auf dem Peter-Kaiser-Platz und auf dem angrenzenden Parkhaus Marktplatz zu versammeln um gemeinsam zu feiern, dann bin ich mir sicher, dass dies ein magischer Moment sein wird. Wo auf dieser Welt ist so etwas schon möglich? Wie ist es möglich, dass wirklich jede Liechtensteinerin und jeder Liechtensteiner, die Jubiläumsfeier sehen kann? Wir haben eigens dafür gewisse Veränderungen an der Platzgestaltung vorgenommen. Dies erlaubt uns über den gesamten Peter-Kaiser-Platz hinaus den Bereich Lindenkreisel-Heiligkreuz für die Zuschauer zu nutzen. Wer es eher gemütlich angehen lassen möchte, kann im Public-Viewing auf dem Parkhaus Marktplatz die Jubiläumsfeier

miterleben. Wer im Ausland weilt oder aus anderen Gründen nicht an den Staatsfeiertag kommen kann oder kommen möchte, kann die Feier auch im Stream oder dem Landeskanal verfolgen. Können Sie uns schon einen Tipp geben, was bei der Jubiläumsfeier passieren wird? Auf der musikalischen Seite gibt es sicherlich zwei Highlights für mich. Wir freuen uns darauf, wenn der Liechtenstein Song von Rahel Oehri-Malin anlässlich der Jubiläumsfeier aufgeführt wird. Wir wünschen uns, dass der ganze Platz den Song mitsingen kann. Auch werden mehrere Hundert Musikerinnen und Musiker aller Blasmusikvereine des Landes gemeinsam die Landeshymne spielen. Ich möchte noch nicht zu viel verraten. Aber wir haben zum Beispiel verschiedene Menschen überrascht, welche Freiwilligenarbeit in diesem Land leisten und das entstandene Video gefällt mir persönlich sehr gut.

Ich bin mir sicher, dass dies ein magischer Moment sein wird. Fabian Reuteler, Liechtenstein Marketing

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Der Liechtenstein-Weg EIN WEG MIT SPANNENDEN GESCHICHTEN, SEHENSWÜRDIGKEITEN UND HERRLICHEN AUSBLICKEN Die geschichtlichen Höhepunkte des Fürstentums Liechtenstein zu Fuss auf dem Liechtenstein-Weg zu entdecken, ist eine Erfahrung, die man gemacht haben muss. Wo kann man innerhalb von wenigen Tagen ein ganzes Land erwandern und dabei seine reiche 300-jährige Geschichte kennenlernen? Es warten 75 Kilometer voll mit spannenden Geschichten, Sehenswürdigkeiten, herrlichen Ausblicken, idyllischen Rastplätzen und vielem mehr auf den Entdecker.

«Wir machen uns mit den Erfahrungen von gestern gemeinsam auf den Weg in die Zukunft», ist der Leitgedanke, der sich durch das Jubiläumsjahr 2019 zieht. Der Leitgedan-

ke steht dafür, dass nicht ausschliesslich die Geschichte des Fürstentums im Zentrum der Feierlichkeiten steht, sondern dass das Jubiläum auch als Chance genutzt wird, sich mit

dem heutigen Liechtenstein kritisch auseinanderzusetzen sowie mögliche Wege unseres Kleinstaates für die Zukunft zu beleuchten.

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Der Weg auf einen Blick • Lancierung des Liechtenstein-Wegs am 26. Mai 2019 • Der Weg führt durch alle 11 Gemeinden Liechtensteins • Die Streckenlänge beträgt 75 Kilometer • Auf-/Abstiege 2’000m / 2’000 m • Min./Max. Höhe 429 m / 1’103 m • Reine Wanderzeit ca. 21 h • Der Weg führt von Süden nach Norden oder umgekehrt • Die Strecke verläuft ausschliesslich auf bestehendem Wegenetz • Der Einstieg ist von jeder Gemeinde aus möglich • Teilstrecken sind auch für Personen mit eingeschränkter Mobilität zugänglich

Der Leitgedanke wird durch den «Liechtenstein-Weg» symbolisiert, der alle Gemeinden Liechtensteins verbindet und die gesamte Bevölkerung, aber auch Gäste aus dem Ausland, einlädt, sich auf eine spannende Reise durch Liechtenstein zu begeben. Entlang dieses Weges lässt sich nicht nur die Geschichte des Landes entdecken und feiern, sondern auch das Fürstentum im GESTERN, HEUTE und MORGEN erleben.

schichtliche Ereignisse, welche keinen geografischen Bezug haben, werden zwischen den ortsbezogenen POIs platziert. Der Weg führt über bestehendes Wegenetz durch alle 11 Gemeinden Liechtensteins entweder von Süden nach Norden oder umgekehrt. Der Einstieg in den Liechtenstein-Weg ist von jeder Gemeinde aus möglich. Die Gesamtstrecke kann in mehreren Etappen absolviert werden.

147 ausgewählte historische Stätten und Ereignisse, sogenannte Erlebnisstationen, werden durch den Liechtenstein-Weg mit rund 75 Kilometern Streckenlänge zu einem grossen Ganzen verbunden. Ge-

Auch ohne App muss niemand auf den Liechtenstein-Weg verzichten, denn aufgrund einer physischen Signalisation entlang des Weges kann die Strecke auch ohne die App «LIstory» erwandert werden.

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Wohnen am Giessen

In Vaduz, zwischen Marktgasse und Pappelweg entsteht ein exklusiver Neubau mit modernen 3.5 und 4.5 Zimmer-Eigentumswohnungen. Die Lage sowie ein hochwertiger Innenausbau zeichnen das Objekt aus.

Das Mehrfamilienhaus schliesst die Lücke zwischen dem angrenzenden Wohngebäude und einer Liegenschaft der VP Bank. Es befindet sich an sonniger und ruhiger Lage am renaturierten Giessen im Zentrum von Vaduz, in unmittelbarer Nähe zu Schulen, Geschäften, Post, Banken und mit optimalen ÖV-Verbindungen. Baustart ist im Januar 2020. Die Grundrisse der alters- und behindertengerechten Wohnungen sind so ausgelegt, dass die Rückzugszonen mit Schlaf- und Badezimmern nach Osten ausgerichtet sind, während sich die offenen Wohn- und Essbereiche nach Südwesten orientieren, was einen direkten Zugang zu den grosszügigen Wohnaussenräumen mit Terrassen erlaubt. Auf den Terrassen ist ein praktischer Abstellraum für diverse Utensilien untergebracht. Die Energieversorgung des Gebäudes richtet sich nach den neuesten Richtlinien und Möglichkeiten einer nachhaltigen und möglichst klimaneutralen Energienutzung: Dank der thermischen Nutzung des Grundwassers kombiniert mit der gewonnenen Sonnenenergie aus einer auf dem Dach installierten 50KW Photovoltaikanlage kann das Gebäude grösstenteils CO2 neutral beheizt werden. Folgende Wohnungen stehen zum Verkauf: 4.5 Zimmerwohnungen im 1., 2. und 3. Obergeschoss, mit je 131.5 m² 3.5 Zimmerwohnungen im 1. Obergeschoss, mit je 86.4 m²

Heiligkreuz 44, 9490 Vaduz www.josephwohlwend.li, immobilien@josephwohlwend.li Florian Bühel, Tel. +423 237 56 03

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STAATSFEIERTAG UND 300-JAHRJUBILÄUM

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Bildung lohnt sich – AIBA Liechtenstein ist ein ausgewiesener Bildungsstandort. Wir verfügen über Kindergärten und Primarschulen, Ober- und Realschulen, das Gymnasium, zwei Universitäten, die Berufsmittelschule, die Sportschule, die Kunstschule und weitere ausgewiesene Bildungseinrichtungen. In diese Liste gehört auch die Agentur für Internationale Bildungsangelegenheiten (AIBA). Im Unterschied zur typischen Bildungseinrichtung verfügt die AIBA weder über ein Klassenzimmer, eine Aula noch über Stundenpläne. Hier werden die internationalen Bildungsprogramme zur Förderung des Bildungsstandortes Liechtenstein betreut.

Seit dem Jahr 2014, als das europäische Bildungsprogramm Erasmus+ lanciert wurde, konnte die AIBA im Bereich Bildung mehr als 80 internationale Projekte mit einem Betrag von über EUR 12 Millionen unterstützen. Jedes Erasmus+ Projekt trägt dabei die Qualität des liechtensteinischen Bildungsstandortes nach Europa, sei dies von den über 3’000 geförderten Schülern, Lehrpersonen, Studierenden, Dozierenden, jungen Berufsfachkräfte während und nach der Lehre oder von Fachpersonen in der Erwachsenenbildung.

Agentur für internationale Bildungsangelegenheiten Kirchstrasse 10 9490 Vaduz Liechtenstein Tel. +423 236 72 20 info@aiba.li

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1719: Boden als Kapital

2019: Bildung als Kapital

Wir gratulieren zum Jubiläum!

Die AIBA ist das Kompetenzzentrum für internationale Bildungsangelegenheiten in Liechtenstein. Sie betreut fünf Bildungsprogramme und fördert die Weiterbildung von jungen Fachpersonen sowie Bildungsverantwortlichen in ganz Europa und darüber hinaus. Agentur für internationale Bildungsangelegenheiten Kirchstrasse 10 | 9490 Vaduz | info@aiba.li | Tel. +423 236 72 20 | www.aiba.li


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4,7 Mio. Franken für Schaanwälder Zentrum bewilligt Die Liechtensteiner Regierung will 4,7 Millionen Franken in die Zentrumsgestaltung Schaanwald investieren. Das Vorprojekt sieht eine Neutrassierung der Landstrasse auf der Westseite des MZG Zuschg vor. Der Strassenneubau soll eine Länge von 330 Metern umfassen und um die Zuschg herumführen. Dadurch wird ein Dorfplatz entstehen, auf den die Schaanwälder Bevölkerung bereits seit mehr als zehn Jahren wartet. Im Oktober 2017 hat der Landtag eine Motion zur Zentrumsgestaltung Schaanwald an die Regierung überwiesen. Damit wurde die Regierung beauftragt, dem Landtag einen Finanzbeschluss

betreffend die Verlegung der Vorarlberger-Strasse im Bereich Zuschg zur Beschlussfassung vorzulegen. Das Vorprojekt sieht eine Neutrassierung der Landstrasse auf der Westseite des Mehrzweckgebäudes Zuschg vor. Der geplante Strassenneubau soll eine Länge von 330 m umfassen. Durch die Strassenverlegung entstünde für die Gemeinde Mauren die Möglichkeit, auf der Ostseite des Mehrzweckgebäudes Zuschg einen neuen, verkehrsarmen Dorfplatz zu schaffen. Die Kostenschätzung des Vorprojekts hat ergeben, dass für die Verlegung der Landstrasse mit Kosten

von CHF 4’700’000 zu rechnen ist. Darin sind, nebst den Kosten für die Erstellung der neuen Landstrasse, auch die Kosten diverser notwendiger Nebenanlagen, Leitungsverlegungen und Anpas-

sungsarbeiten enthalten. Nicht enthalten sind u.a. die Kosten für den späteren Rückbau der heutigen Landstrasse, welche von der Gemeinde zu tragen wären.

Im Zusammenhang mit der Schaanwälder Zentrumsgestaltung (Strassenverlegung mit Errichtung eines verkehrsarmen Dorfplatzes im Bereich der Zuschg) hat die Regierung einen Verpflichtungskredit in Höhe von CHF 4.7 Mio. bewilligt.

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« Gsechtr und Lagerfür » Ausstellung in den Pfrundbauten, 9492 Eschen Arthur Jehle Vernissage: Donnerstag, 22. August, 2019, 19.00 Uhr Ausstellung: 23. August bis 1. September 2019 Öffnungszeiten: Freitag 18.00 bis 20.00 Uhr Samstag und Sonntag 11.00 bis 18.00 Uhr

Im 1. OG sind die «LAGERFÜR»-Bilder/Collagen zu sehen, in diversen Techniken über ca. zwanzig Jahre gefertigt.

Im 3. OG sind die neuen Bilder (Alkydharz auf Aluminium), welche Physiognomien, «GSECHTR» thematisieren.


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VCL: Menschen bewegen Mit 39’660 Beschäftigten blüht Liechtensteins Wirtschaft; den Einwohnerinnen und Einwohnern geht es darum gut; auch dank der vielen Grenzgänger. Heute schon sind mehr als 80 % der Neu-Beschäftigten Einpendler. Falls weiteres Wirtschaftswachstum erwünscht ist, muss die regionale Erreichbarkeit zukunftsfähig sichergestellt werden.

Mit täglich knapp 12’000 Einpendlern aus der Schweiz und knapp 9’000 aus Österreich brauchen wir effizienten Personentransport. Der Arbeitsweg per Auto beansprucht durchschnittlich 115 m2 pro Person, per ÖV oder Fahrrad etwa 10 m 2 und zu Fuss 3 m 2 pro Person. Per Auto zur Arbeit zu fahren, ist zwar bequem, aber ineffizient aus Sicht des Personentransports. Deshalb sind grosse Umfahrungen (wie z. B. die Tunnelspinne in Feldkirch) keine zukunftsfähigen Lösungen. Sie machen das Auto für den Arbeitsweg noch attraktiver und den Stau noch grösser. Umfahrungsstrassen sind nicht nur sehr teuer, sondern zerstören auch unseren knappen Lebensraum.

Bahn und Bus, beste Variante für Liechtenstein Der VCL befasst sich seit der zweiten Hälfte der 1990er-Jahre mit spurgeführten öffentlichen Verkehrsmitteln und hat viele Szenarien untersucht. Die Kombination von Bahn und Bus hat sich als beste Variante für unser Land erwiesen. Beim regionalen öffentlichen Personenverkehr unterscheiden wir zwischen dem «Mittelverteiler» Regionalbahn und dem «Feinverteiler» Linienbus; in Zukunft wahrscheinlich autonom fahrende Kleinbusse. Um den Mobilitätsbedürfnissen vor allem von Einpendlern gerecht zu werden, braucht es die Bahn als attraktives ÖV-Rückgrat. Der erste Schritt war die Aufwertung der Bahnstrecke Feldkirch-Buchs für

den regionalen Personenverkehr durch die Einführung des «Liechtenstein-Takts» im Jahr 2000 mit einer neuen Haltestelle Forst-Hilti in Schaan. Heute werden mit fünf Morgenkursen an Werktagen etwa 300 Personen von Vorarlberg nach Liechtenstein befördert. Inklusive Transit nach Buchs sind es total etwa 850 Personen pro Werktag per Bahn. Als Vergleich transportieren die Busse (Linien 11, 13, 14, 36 E, 70) an Werktagen etwa 750 Fahrgäste über die Grenze AT-LI. Die logische Bahn-Weiterentwicklung ist kurzfristig der Halbstundentakt Feldkirch-Buchs (S-Bahn FL–A–CH) und langfristig – bei weiterem Wirtschaftswachstum – eine Regionalbahn (VCL-Studie einer Normalspur-Trambahn) von Schaan via Vaduz, Triesen,

Balzers, Trübbach nach Sargans im Viertelstundentakt.

S-Bahn bringt massive Entlastung der Engelkreuzung Nendeln Der Ausbau der ÖBB-Strecke zur S-Bahn FL–A–CH beinhaltet auch eine kleine Nordumfahrung von Nendeln mit massiver Entlastung der Engelkreuzung. Das erwartete Umsteigen von Arbeitspendlern auf die Bahn im Halbstundentakt wird eine deutliche Entlastung vom Strassenverkehr bewirken; vor allem in Schaanwald und Nendeln. Die neuen Bahnhöfe in Nendeln beim heutigen Bahnübergang und in Schaanwald unterhalb der Strassen-Bahnüberführung werden wesentliche Impulse zur lokalen Raumentwicklung geben.


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KK-Verbilligung für Familien, Alleinstehende und Senioren Der Vergleich der beiden Prämienverbilligungs-Initiativen «Kaiser» und «VU» zeigt, dass die VU-Initiative für den Staat rund 4 Mio. Franken «günstiger» ist, doch werden gerade bei meinem KrankenkassenprämienVorschlag die betroffenen Mittelstands-Familien – im Speziellen Alleinstehende, Alleinerziehende (Haushalte mit Kindern) und Senioren – von einer notwendigen finanziellen Entlastung profitieren. Text: Johannes Kaiser, Landtagsabgeordneter

Bei meiner Prämienverbilligungs-Initiative müssen die Regierung und der Landtag in etwa die Summe von 4 Mio. Franken mehr für die Mittelstands-Familien, Senioren und Alleinstehenden mit niedrigem Einkommen einsetzen, als dies die Prämienverbilligungs-Initiative der VU vorsieht. Vergleichbar ist diese höhere finanzielle Unterstützung meines initiierten Prämienverbilligungs-Modells einerseits mit dem jährlichen Staatsbeitrag an die FMA, welche aus der Staatskasse derzeit jährlich 5 Mio. Franken erhält, oder andererseits exakt mit der Erhöhung des Staatsbeitrages an die OKP, welche der Landtag im Juni beschlossen hat. Diese 4 Mio. werden aufgeteilt auf alle Versicherten, egal ob an einen CEO einer Grossfirma oder einen Angestellten mit Minimaleinkommen. Das entspricht dem Giesskannenprinzip und macht letztlich, wie dies im Juni-Landtag ausgeführt wurde, für die einzelne Person einen «Café Crème» pro Monat aus. Damit ist den Menschen wie Familienväter und Familienmütter, Alleinstehende und Alleinerziehende sowie Senioren und Seniorinnen nicht geholfen, welche ein sehr niedriges Einkommen und grosse finanzielle Probleme bei der Bewältigung der immensen Krankenkassenkosten inklusive der Franchise und den Selbstbehalten haben.

Worin liegt der Unterschied der Prämienverbilligungs-Initiativen «Kaiser» und «VU»? Bei meiner Gesetzesinitiative können deutlich mehr Personen von einer Prämienverbilligung profi-

tieren als beim Vorschlag der VU. Diese zusätzlichen Anspruchsberechtigten – es sind 1130 betroffene Personen – bestehen hauptsächlich aus Alleinstehenden, worunter Alleinerziehende, also Haushalte mit Kindern, und vielfach Senioren im Rentenalter fallen. Insbesondere diese Personengruppe von Alleinstehenden – alleinerziehende Mütter und Väter sowie Senioren und Seniorinnen – werden bei meiner Prämienverbilligungs-Initiative im Gegensatz zum VU-Gesetzesvorschlag stärker als bisher entlastet. Gerade bei ihnen ist diese Entlastung notwendig! Die Nut-

zungsquote steigt in Einzelhaushalten mit steigendem Alter bis zu 90 % an. Dies zeigt auf, dass hier die Prämienlast auch besonders drückt. Zugleich werden die Anspruchsberechtigten an der untersten Erwerbsgrenze mit meiner Prämienverbilligung von 80 % stärker entlastet als beim Vorschlag der VU mit nur 60 % Entlastungswirkung. Zudem werden im dreistufigen Modell die Auswirkungen der starren Erwerbsgrenzen im Vergleich zum zweistufigen Modell deutlich gemildert.

Bei meiner Prämienverbilligungs-Initiative werden Familien, Alleinstehende, alleinerziehende Mütter und Väter sowie Senioren und Seniorinnen finanziell entlastet, die niedrige Einkommen aufweisen und diese Entlastung dringend notwendig haben! Johannes Kaiser, Landtagsabgeordneter

Mehrkosten gezielt für Familien, Alleinstehende, Alleinerziehende und Senioren einsetzen Dabei fallen bei meiner Prämienverbilligungs-Initiative logischerweise Mehrkosten an, zusätzliches Geld, das jedoch zielgenau jene Menschen bzw. Bevölkerungsgruppen erhalten, die diese finanzielle Entlastung durch die Prämienverbilligung auch notwendig haben: Mittelstands-Familien, Alleinstehende, Senioren und Alleinerziehende mit Kindern. Anlässlich der Juni-Landtagssitzung habe ich in Zusammenhang mit der Erhöhung des Staatbeitrages an die OKP von 29 auf 33 Mio. Franken explizit hervorgehoben, dass diese 4 Mio. Franken an Staatssubvention bei meiner Prämienverbilligungs-Initiative gegenüber der PV-Variante der VU dort eingesetzt sind, wo die Menschen diese finanzielle Entlastung dringend brauchen – und nicht mit der Giesskanne einfach über alle Versicherten, ob reich oder permanent am «Anschlag» bei der Bewältigung der laufenden Lebenskosten, gegossen werden. 50 %-Prämienverbilligung für «unter 25-Jährige» Die Prämienverbilligung für «unter 25-Jährige» erachte ich ebenfalls für angesagt. Dies lässt sich durch den Landtag sehr einfach umsetzen, indem er beschliesst, dass bei in Ausbildung befindlichen Personen die Hälfte der Prämie zu entrichten ist: also eine Prämienreduktion für «unter 25-Jährige» um 50 %, wie das für die Altersgruppe 16 bis 20 Jahre bereits heute gilt.


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Frage an …

P

ensionskasse Staatspersonal: Soll das 93 Mio.-Darlehen gestrichen werden?

Am 15. Juni 2014 wurde über zwei Volksinitiativen betreffend die Sanierung der Pensionskasse für das Staatspersonal abgestimmt, die vom Initianten Nikolaus Frick aus Vaduz erfolgreich lanciert worden waren. Bekanntlich scheiterten beide Vorlagen, wobei die Differenz zwischen Ja- und Nein-Stimmen bei der letztlich vom Initianten präferierten Vorlage «WinWin 50» nur 57 Stimmen ausmachte. So konnte das vom Landtag am 6. September 2013 beschlossene neue Gesetz über die betriebliche Personalvorsorge des Staates wie geplant am 1. Juli 2014 in Kraft treten. Der Stiftungsrat hat seit 2015 mit neuen Sicherungsmassnahmen zeitgerecht auf das veränderte Umfeld reagiert. So wurde der technische Zinssatz von 2,5 % auf 2,0 % gesenkt. Ab 1. Januar 2018 wird der Umwandlungssatz schrittweise bis ins Jahr 2014 auf 5,0 % für das Rücktrittsalter 65 gesenkt. Und als Weiteres wird die Verzinsung der Altersguthaben der Aktiv-Versicherten mit 0,5 % im Jahr 2015, mit 1,0 % im Jahr 2016, 2,5 % im Jahr 2017 und 0,75 % im Jahr 2018 festgesetzt. Der PK-Versicherungsexperte stellt in seinem Gutachten per 31. Dezember 2018 fest, dass die flexible Verzinsung der Altersguthaben wesentlich zur Stabilisierung des Deckungsgrades beiträgt. Wären die Altersguthaben seit 1. Juli 2014 mit der ehemaligen Zielverzinsung von 2,5 % verzinst worden, so würde der Deckungsgrad per 31. Dezember 2018 nur noch 90,4 % betragen. Das Gutachten per 31. Dezember 2018 hält fest, dass aufgrund der fehlenden finanziellen Risikobereitschaft die Wahrscheinlichkeit hoch bleibt, dass der Deckungsgrad im Laufe der nächsten drei Jahre unter 90 % fällt. Des Weiteren schätzt der Experte das Risiko als sehr hoch ein, dass die Stiftung es aus eigener Kraft nicht schafft, in absehbarer Zeit einen Deckungsgrad von 100 % zu erreichen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage (im Landtag u. a. vom VU-Abgeordneten Christoph Wenaweser thematisiert), ob ein allfälliger Verzicht der Arbeitgeber auf das Darlehen in Höhe von 93 Mio. Franken denkbar wäre. Mit diesem Schritt würde der Deckungsgrad laut Aussage von Regierungschef Hasler rasch über 100 % ansteigen. Auch hätte es keine Konsequenzen auf die Erfolgsrechnung der angeschlossenen Unternehmen, weil diese Darlehen ja bereits wertberichtigt sind.

Elfried Hasler

Christoph Wenaweser

Per Ende Juni lag der Deckungsgrad der Stiftung Personalvorsorge Liechtenstein (SPL) aufgrund der sehr positiven Börsenentwicklung bei 100.2 %.

Im versicherungstechnischen Gutachten per 31.12.18 schreibt der PK-Experte zum wiederholten Mal, die Wahrscheinlichkeit bleibe hoch, dass der Deckungsgrad im Lauf der nächsten drei Jahre unter 90 Prozent falle. Zudem sei das Risiko sehr hoch, dass die Stiftung einen Deckungsgrad von 100 Prozent in absehbarer Zeit aus eigener Kraft nicht erreiche. Das ist eine unmissverständliche Empfehlung, die im Zuge der Sanierung der Pensionskasse für das Staatspersonal anstatt einer vollen Ausfinanzierung der Deckungslücke gewährten zinslosen Darlehen der angeschlossenen Arbeitgeber endlich von Fremd- in Eigenkapital zu überführen. Die Gelder sind geflossen, die Darlehensgläubiger haben das Ausfallrisiko in ihren Bilanzen abgesichert. An eine Rückzahlung glaubt niemand. Einige deklarieren die Gefahr einer neuerlichen Sanierung sogar als unternehmerisches Risiko. Durch den Erlass der Darlehensschulden entsteht kein neuer Schaden. Fällt der Deckungsgrad unter 90 Prozent, wird der Sanierungsbefehl der FMA sofort kommen. Die zinslosen Darlehen sind dann ohnehin abzuschreiben, nur müssten darüber hinaus weitere 30 bis 40 Millionen neues Geld eingeschossen werden. Wir dürfen es nicht auf eine neuerliche Sanierung ankommen lassen. Mehrfach habe ich den Regierungschef aufgefordert, die Sache vor den Landtag zu bringen, auch wenn es unangenehm werden könnte. Bislang nur Schweigen im Walde! Tun Sie es endlich, Herr Regierungschef, eliminieren Sie das latente Sanierungsrisiko! Aussitzen ist keine Option, sonst kann es noch einmal richtig teuer werden. Und wieder einmal hätte die Politik nichts aus ihren Fehlern der Vergangenheit gelernt.

Trotz dieser sehr erfreulichen Entwicklung, bleibt die SPL wohl weiterhin die liechtensteinische Pensionskasse mit dem tiefsten Deckungsgrad. Ein Vergleich des Deckungsgrades mit anderen Pensionskassen ist allerdings auch zu relativieren. Erstens verfügt die SPL mit den zinslosen Darlehen der Arbeitgeber, über ein bedeutendes Sicherheitsnetz im Umfang von 8.3 Deckungsgradprozenten, über das andere Kassen nicht verfügen. Bei einer Verschlechterung der finanziellen Lage würden die Darlehen automatisch in Eigenkapital gewandelt. Zweitens berechnet die SPL den Deckungsgrad auf der Basis von vorsichtigeren Annahmen als verschiedene andere Kassen. Unter Anrechnung dieses Sicherheitsnetzes und der vorsichtig gewählten Berechnungsgrundlagen liegt der Deckungsgrad der SPL heute in etwa auf dem Niveau anderer grosser Pensionskassen im Land oder sogar darüber. Da die Darlehenslösung bei der äusserst knappen Volksabstimmung zur Teilausfinanzierung auf 90 % vor 5 Jahren eine nicht unwesentliche Rolle für den Abstimmungsausgang gespielt haben dürfte, bräuchte es für einen Darlehensverzicht gute Gründe und eine breite politische Unterstützung. Angesichts des sich seit 2014 mit Negativzinsen stark veränderten Anlageumfeldes und der Tatsache, dass die Darlehen in den Bilanzen der angeschlossenen Betriebe bereits vollkommen wertberichtigt sind, stehe ich einer Diskussion um einen möglichen Darlehensverzicht offen gegenüber.


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KAISER

Thomas Lageder

Harry Quaderer

Herbert Elkuch

Johannes Kaiser

Die Sanierung der Stiftung Personalvorsorge Liechtenstein (SPL) war für alle Seiten mit schmerzlichen finanziellen Konsequenzen verbunden. Die Versicherten mussten Rentenkürzungen in Kauf nehmen und müssen immer noch Solidaritätsbeiträge à fonds perdu zur weiteren Gesundung der Pensionskasse leisten. Auch die Steuerzahler waren gezwungen, zur Sanierung und Korrektur von Fehlern der Vergangenheit viele Millionen beizutragen.

Werfen wir doch einen Blick in die Vergangenheit. Am 31. Mai 2014 erschien folgende Erklärung zur Pensionsversicherung für das Staatspersonal in beiden Landeszeitungen. Die vom Landtag beschlossene Reform, mit der die strukturellen Probleme der Pensionsversicherung behoben werden, tritt vorbehaltlich des Abstimmungsausgangs über die beiden Initiativen im Juli in Kraft. Im Zuge der Umstellung wird die Versicherung bis zu einem Deckungsgrad von 90 % ausfinanziert. Die Finanzierung geschieht durch grosse Beiträge der Versicherten, Pensionisten und Arbeitgeber (Land und angeschlossene Betriebe). Nachdem die Pensionsversicherung mit der vorgesehenen Ausfinanzierung nur über 90 % des erforderlichen Anlagekapitals verfügt, sind die Anforderungen an die Vermögensbewirtschaftung entsprechend höher, weil die Verzinsung auch für die fehlenden 10 % der Deckung der Vorsorgeverpflichtungen erwirtschaftet werden muss. Mit einem zinslosen Darlehen wird dieser Nachteil wettgemacht. Zudem fliesst das Darlehen nach der Gesundung der Pensionsversicherung wieder zurück an die Arbeitgeber.» Ende Zitat. Sah man damals dieses zinslose Darlehen als «Kunstgriff» oder als die Abstimmung beeinflussendes «Zückerlein»? Tatsache ist und wird bleiben: nicht nur die staatliche Pensionskasse, sondern auch sehr viele andere Pensionskassen sind unter Druck wegen der vorherrschenden Nullzins- oder, besser gesagt, Minuszinspolitik in Europa. Eine Streichung des Darlehens wäre für mich dann aber grad auch der Anfang vom Ende der SPL. Ausfinanzieren und allen Angeschlossenen das Guthaben in eine Vorsorgeeinrichtung ihrer Wahl überweisen.

Einem Darlehensverzicht würde ich im Landtag nicht zustimmen. In der Abstimmungsunterlage stand geschrieben: «Die verbleibenden 10 Prozent (100 Millionen Franken) werden durch die Gewährung eines zinslosen Darlehens gedeckt.» Unter dieser Prämisse hat das Volk dem Antrag der Regierung knapp zugestimmt. Für eine Schenkung des Darlehens ist das Volk erneut zu befragen. Der Volkswille darf nicht untergraben werden. 200 Mio. öffentliches Geld, pro Einwohner über 5000 Franken, wurden bereits eingeschossen. Es ist fraglich, ob das Volk nach dieser kurzen Zeit dieser Kasse erneut aushilft. Zumindest im Gewerbe sind die Renten viel tiefer. Früher wurden hohe Renten gesprochen, jetzt fehlt das Geld. Das heutige Gesetz verhindert, die gesprochenen Renten zeitnah dem Leistungsvermögen der Kasse anzupassen. Zur Geldbeschaffung wird derzeit den Arbeitnehmern in dieser Kasse die zukünftige Pension gekürzt. Um so viel, bis es reicht, den Personen im Ruhestand die zu hohen Pensionen auszuzahlen. Das ist unschön, dieses Geld fehlt später für in Rente gehende Arbeitnehmer. Dann erneut beim Stimmbürger anklopfen? Nein. Pensionskassen sollten selbsttragend sein. Da die Regierung von sich aus eher untätig bleibt, ist zu überlegen, einen parlamentarischen Vorstoss einzureichen, der bewirkt, dass auch Kassen mit einem hohen Rentneranteil selbsttragend sind. Nur das angesparte und vorhandene Vermögen der Rentner-Gruppe sollte solidarisch unter den Rentnern verteilt werden.

Bei der Entwicklung der Pensionskasse des Staatspersonals kehrte seit der knappest ausgegangenen Volksabstimmung im Juni 2014 (der Regierungsvorschlag kam auf nur 57 Stimmen mehr als die Vorlage «Win-Win 50») sowie seit dem Inkrafttreten der staatlichen Personalvorsorge nicht wirklich Ruhe ein. Das Damoklesschwert, dass der Deckungsgrad unter die ominöse Linie von 90 % fallen könnte, ist allgegenwärtig, und würde nur ein annähernd ähnlicher Börsen-Tiefgang wie 2008 eintreffen, wäre ein Abtauchen unter dieses Limit wohl kaum zu verhindern. Vor diesem Szenario warnen Versicherungsexperten und Berater der Regierung schon seit Längerem. Würde der PK-Deckungsgrad unter 90 % fallen, müsste von Gesetzes wegen die FMA einschreiten, und dann wäre die Pensionskasse des Staatspersonals erneut eine Sanierungsagenda. Ein weiteres Einschiessen von hohen Millionenbeträgen in Form von allgemeinen Steuergeldern würde in der Bevölkerung nicht vertrauensbildend aufgenommen werden. Wahrscheinlich die einzige Lösung, den Deckungsbeitrag auf die gewünschten 100 % zu hieven, ist, das gewährte zinslose Darlehen in der Höhe von 93 Mio. Franken, das von der staatlichen Pensionskasse wohl kaum je einmal in die Landeskasse zurückerstattet werden kann, abzuschreiben und so den Fall der Pensionskasse in eine neuerlich drohende Sanierungsmisere zu verhindern.

Der Deckungsgrad der SPL liegt per Ende Mai 2019 bei 98,1 %. Die Pensionskasse befindet sich also immer noch in einer Unterdeckung. Es ist weiterhin Handlungsbedarf gegeben. Der Stiftungsrat hat denn auch weitere Massnahmen vorgenommen, die aber gezwungenermassen zu einer Umverteilung von den Aktiv-Versicherten, also denjenigen, die Lohnbeiträge einzahlen, zu den Passiv-Versicherten, also zu den Rentnern, führen. Es gäbe verschiedene Möglichkeiten, die Situation zu verbessern, wobei der Verzicht auf das Darlehen eine davon wäre. Allenfalls wäre es aber auch möglich, das Darlehen buchhalterisch als Eigenkapital anzusehen, ohne einen Verzicht auf eine Rückzahlung. Weiter wäre es auch möglich, durch die Arbeitgeber zusätzliches Geld zuzuschiessen. Als wichtig erachte ich jedenfalls, dass breit diskutiert wird, welche Massnahmen ergriffen werden können, was die Kosten und Konsequenzen wären und schliesslich auch, wie das legitimiert werden kann. Das ist ein anspruchsvoller Prozess, sollte er denn gestartet werden.


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IM GESPRÄCH MIT JUGENDLICHEN

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«Ich wollte mit meiner Botschaft die Mitmaturanden und Gäste aufrütteln» Entgegen der Auffassung vieler Erwachsenen sind die jungen Leute sehr wohl über gesellschaftspolitische Themen informiert und auch interessiert – natürlich nicht über jede lokalpolitisches «Ding». Sie lassen sich nicht in die bekannten Couleur-Kaskaden einordnen und genau deshalb ist die «Stimme der Jugendlichen» von höchstem Interesse. Johannes Kaiser führte das erste Gespräch mit dem Maturanden Simon Risch (18) aus Triesen. Interview: Johannes Kaiser • Foto: Paul Trummer Simon, du hast soeben die Matura am Liechtensteinischen Gymnasium erfolgreich bestanden und hieltest im Namen der Abschluss-Gymnasiasten eine beeindruckende Matura-Rede. Was war deine Hauptbotschaft als junger Erwachsener, der demnächst als Student startet? Simon Risch: Danke, Johannes! Meine Rede war Ausdruck eines Gefühls, das mich meine letzten Schuljahre hindurch beschäftigt hatte und noch immer tut. Das Gefühl, dass in den Leben von uns gerade erwachsenen Schülern irgendetwas fehlt. Wir wenige Menschen hier in Liechtenstein und Umgebung leben seit Jahrzehnten in völliger Sicherheit. Niemand muss hier ernsthaft darum kämpfen, um zu überleben. Ein Paradies. Allerdings kostet es uns was: Mut. Diese Umgebung, dieser Luxus, diese Blase, frei von wirklichen Sorgen, macht uns träge und anfällig für Vergnügen nur um des Vergnügens Willen. Ich konnte bei vielen keinen Willen sehen, mehr werden zu wollen und zu tun, als nötig ist als Bürger Liechtensteins. Ein Leben in Kleinbürgertum und Fasnachtseskapaden. Materialistisch und beschränkt, abgestumpft und fantasielos, abgeschaut von anderen. Ohne Träume. Ohne die Lust am Leben selbst, am Ausprobieren und Versuchen. Ich sah

viele, dessen Leben aus Schule und Keine-Schule bestand. Klar, wissen viele nicht, was sie nach der Matura wollen. Denn sie begreifen die Freiheit, die echte Freude des Lebens nicht. Also stand die Maturafeier bevor, und ich wollte die Rede halten. Ich wollte versuchen, mit dieser Stellungnahme, mit dieser Botschaft meine Mitmaturanten und auch die Gäste aufzurütteln, mit der Hoffnung, dass die Maturafeier am Ende nicht eine Feier werden wird wie jede andere, die einfach vorbeigeht. Nicht ein weiterer Moment, der einen nicht weiterbringt in nichts – ausser paar lustigen Andenken. Ich wollte den Maturanten helfen, einen Punkt zu setzen. Den Anfangspunkt ihrer grossen Reise danach: Ihr Leben. Der deutsche Philosoph und Publizist Richard David Precht sagt dezidiert, dass die Schule den wichtigsten Auftrag erfüllen müsste, dass Schüler und junge Leute in der Kommunikation sehr gut ausgebildet werden und sich gut ausdrücken können. Erhält die Kommunikation in unserem Bildungssystem diesen Stellenwert? Ich habe zwar keine Erfahrungen vom Unterricht in Oberund Realschule, allerdings konnte ich in meiner gesamten

Schullauf bahn bis zur Matura feststellen, dass wiederholt grossen Wert auf Gruppenarbeiten und -gespräche, selbstständiges Schreiben und Vortragen bzw. «Lernen durch Lehren» und die Sprachfächer gelegt wurde. Natürlich alles noch lehrerabhängig, insgesamt aber sehr gut. Einzig im effektiven Motivieren sollte man sich - überall in der Bildung - noch üben. Auch zum Widersprechen und selber Hinterfragen muss mehr angespornt werden. Wir sollten als denkende Menschen die Schule verlassen, nicht als gelernte Maschinen. Sonst können wir uns kaum irgendeines Individualismus und Demokratie rühmen. Du gibst mir das Stichwort «denkende – mitdenkende» Menschen: Werden in unserem Bildungssystem die individuellen Stärken wirklich gefördert und gestärkt? Individuelle Förderung ist ebenfalls stark lehrerabhängig, allerdings lässt unser Bildungssystem da auch wirklich wenig Spielraum. Das Einzige, was ich in diese Richtung erleben konnte, war ein «Förderkurs» in der Primarschule, der aber mehr in reinem Unterrichtsentzug der stärkeren Schüler endete, damit der Anderen langsames Unterrichtstempo möglichst beibehalten werden konnte. Zur «Eidgenössischen Matura» des

Gymnasiums kann ich sagen, dass sie es sinngemäss wirklich versuchen, eine völlig allgemeine Bildung anzubieten, was allerdings mit seiner unterschiedlich starken Wertung einzelner Fächer für die Gesamtnote bestimmte Schüler bevorteilt und andere benachteiligt, und falsche Anreize zum Lernen gibt: Überall gut sein zu müssen, heisst schnell, nicht für sich zu lernen, sondern für die Note. Immerhin bieten die ausserschulzeitlichen Wahlfächer, die Profilwahl ab der 4. Gymnasialstufe und die «Wahlpflichtkurse» ab der 6. eine gewisse Differenzierung. Hochbegabte haben die Möglichkeit, an Wettbewerben wie der Physikolympiade mitzumachen und mit Leistungsauszeichen herauszustechen. Förderung kann man das allerdings nicht nennen. Das Gymnasium erfüllt seine Pflicht als Informationsquelle, aber «Humanismus» ist lediglich noch im Namen Gesetz. Unbedingt muss es nicht das Gymnasium sein, aber irgendwo in unserem Bildungssystem muss eine Stelle zu finden sein, wo aussergewöhnlich Befähigte eine rechtmässige Schulung erhalten. Das haben wir nicht. Und brauchen wir. Es darf nicht erst im Studium der Fall sein, wenn Schüler wirklich merken, worin sie gut sind und worin sie schlecht sind, und was sie doch alles mehr dadurch


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hätten lernen können. Das ist zu spät. Die Sparmassnahmen des Landes machten in den letzten Jahren auch vor der Schule und somit bei der Ausbildung der der jungen Menschen nicht Halt. So wurde am Liechtensteinischen Gymnasium der Englisch-Sprachaufenthalt gecancelt. Stattdessen gibt es nur noch das Angebot des Französisch-Sprachaufenthaltes – dies obwohl «Englisch» für die Schüler/innen das A und O wäre? Ich selbst habe den Englisch-Sprachaufenthalt just auch nicht mehr erleben können. Eine direkte Beurteilung des Nutzens kann ich wohl nicht geben. Doch habe ich den Französisch-Sprachaufenthalt sehr positiv in Erinnerung. Sprechen wir allerdings vom Lernerfolg in der jeweiligen Sprache, fällt der Französisch-Aufenthalt ziemlich durch. Man hört von den meisten Schülern, dass ausserhalb der örtlichen Schulen, die selbst auch nichts wirklich Neues geboten hätten, so gut wie nie frei Französisch angewandt wurde. Ich sehe das Problem darin, dass, auch wenn alle Schüler die Sprache mässig bis sehr gut verstehen und schriftlich anwenden können, man sich im spontanen Sprechen sehr schwer tut. Wohl bedingt durch Fehlen von Gewohnheit und Interesse: Mängel des Sprachunterrichtes. Englisch andererseits ist da für die meisten Schüler um Einiges zugänglicher, was den Englisch-Aufenthalt bestimmt weitaus englischer macht, als der Französische französisch sein kann - wenn sich weiterhin nicht darum bemüht wird, den Schülern die Kultur nahe zu bringen. Wenn schon in Kostenfragen über Lernerfolge gestritten wird, sollte darüber diskutiert werden, wie sie verbessert werden können, nicht wie sie abgeschafft werden können. Seien persönlich wertvolle Erlebnisse oder fachliche Weiterbildung betroffen: Kostenschranken haben in der Bildung als Letztes etwas zu suchen. Wenn Liechtenstein in Zukunft irgendwie Bestand

IM GESPRÄCH MIT JUGENDLICHEN

behalten will, muss es endlich eingestehen, dass unser Luxus und Müssiggang die Realität lediglich zu verdrängen versuchen: Ohne herausstechende gebildete, innovative, eifrige und standhafte nächste Generationen ist Liechtenstein nichts in der Welt, ausser unsere schöne kleine Heimat, die langsam verglimmt. Die jungen Leute werden in ihrer politischen Meinungsbildung oft unterschätzt. Stattdessen setzen sie viel eher andere Prioritäten, sind nicht so lokalpolitisch orientiert und lassen sich nicht engmaschig ins liechtensteinische Parteiensystem pressen. Welche gesellschaftspolitischen Themen bewegen dich – bewegen die jungen Menschen?

nehm empfunden werden. Dennoch sind viele junge Leute über Politisches informiert, jeder auf seine Weise. Diese Informationen betreffen vor allem globalpolitische Themen, die «grossen» Themen, während das Lokalpolitische eher privat innerhalb der Familie diskutiert wird, und meistens doch von den Überzeugungen der Älteren und deren «Parteizugehörigkeit» geprägt ist. Ich meine aber, dass sich dies am ändern ist: Ich kenne ein paar junge Liechtensteiner, die sich politisch betätigen oder wollen, die auch unter Freunden debattieren, und zwar nicht nur zu globalpolitischen Themen, sondern ebenso über die Lage des Landes. Am meisten höre ich dabei Äusserungen über die Bildungspolitik, da dies die Jungen

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angehende Mütter und Väter sind Familien- und Ehepolitik bezüglich Homosexualität und Diversgeschlechtlichkeit von Interesse. Ebenfalls aufkommend sind harte Auseinandersetzungen mit den Entscheidungen der Gesundheitspolitik und der Krankenkassen. Zudem waren Aufforderungen an die Klimaund Umweltschutzpolitik noch nie so aktuell wie jetzt. Letzteres sowohl globalpolitisch als auch lokalpolitisch. Diesen sich erneuernden jungen Aktivismus in der Politik begrüsse ich sehr und diesem muss Gehör geschenkt werden. Allerdings auch Achtsamkeit, denn wie die Erwachsenen sind auch junge Menschen anfällig für emotional motivierte «Debatten» und oft weicht Sachlichkeit und echte Information naivem Wunschdenken und Mitläufertum. Das

«Die Stimme der Jugendlichen»: Johannes Kaiser, Landtagsabgeordneter, im Gespräch mit dem Maturanden Simon Risch (rechts) aus Triesen.

Es stimmt schon – vielleicht ernüchternd, vielleicht erleichternd – dass Politik bei den allermeisten Jugendlichen nicht zu den alltäglich besprochenen Themen gehört. Eher wird gerne von politischen Themen Abstand genommen, vor allem lokalpolitischen, weil sie oft als unange-

am direktesten betrifft, und von der sie sich mehr wünschen würden. Darauffolgend die konkrete Beurteilung der Regierung, Parteien und des Landtags, Legalisierungs- bzw. Entkriminalisierungswünsche verschiedenster Drogen – vor allem Hanfprodukten – und für

muss aber niemanden wundern bei unserem Mangel an echter politischer und aufklärerischer Bildung. So oder so: Mehr Politik wird uns gut tun, vor allem wenn sie neu ist.


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Seite der DPL

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DpL gratuliert Liechtenstein 300 Jahre Liechtenstein, ein ganz besonderes Ereignis, das wir in diesem Jahr feiern dürfen. Zeit, um sich ein paar Gedanken zu machen und zukünftige Herausforderungen zu adressieren.

Wir alle müssen dankbar sein, in einem Land leben zu dürfen, das eines der höchsten Pro-Kopf-Einkommen hat und über ein gut ausgebautes Sozialsystem verfügt. Viel Fleiss und auch etwas Glück haben das Land zu dem werden lassen, was es heute ist. Damit das Land auch in Zukunft für die nachkommenden Generationen lebenswert ist, müssen wir zu unserer Umwelt, zum sozialen Frieden und zu einem schlanken Staat Sorge tragen. Als politische Partei wollen wir «Demokraten pro Liechtenstein» (DpL) uns auch in Zukunft für das Wohl des Landes und seiner Bevölkerung einsetzen. Herausforderungen der Zukunft sind für unser Land die zunehmende Überalterung der Bevölkerung, der Klimawandel, die Erosion der demokratischen Rechte durch die zunehmende Fremdbestimmung, die Auf blähung des Staatsapparats und eine zunehmende Überregulie-

rung. Für die Lösung all dieser Probleme gibt es keine einfachen Patentrezepte.

Unterstützung für die Familien Die Überalterung der Bevölkerung ist eine direkte Folge des Geburtenrückgangs. Es ist deshalb wichtig, dass Familien als Keimzelle des Staates unsere Unterstützung und Wertschätzung erfahren. Als DpL wollen wir, dass nicht nur die berufstätige Mutter, sondern auch jene Mütter unterstützt werden, die sich ganz der Erziehung der Kinder widmen. Auf der anderen Seite sprechen wir uns klar dagegen aus, dass Kita-Plätze für steuerbare Jahreseinkommen von weit über 200’000 Franken noch subventioniert werden. Hier muss der Strich weit tiefer gezogen werden. Für eine zeitgemässe Klimapolitik Dass sich die Jugend zunehmend für Klimapolitik einsetzt,

ist sehr erfreulich. Als Erwachsene müssen wir deren Anliegen ernst nehmen. Gleichzeitig müssen wir uns bemühen, dass die Entwicklung in die richtige Richtung geht, d. h., dass der Wildwuchs an Subventionen nicht weiter zunimmt, sondern die Mittel dort eingesetzt werden, wo sie am meisten bringen. Als DpL treten wir dafür ein, dass wir von den fossilen Brennstoffen wegkommen. Dies heisst für uns aber, dass man zunächst einmal von den fossilen Heizungen, und dazu zählen auch Gasheizungen, wegkommt. Die Gebäudeheizungen brauchen jährlich ca. 400’000 MWh und der Verkehr zwischen 250’000 und 300’000 MWh. Durch Einsatz von effizienten Wärmepumpen liesse sich der Energieverbrauch auf ca. 115’000 MWh verringern. Hier ist die Politik der derzeitigen Regierung jedoch komplett widersprüchlich. Einerseits soll Liechtenstein klimaneutral

Von links: Siegfried Sele, Agnes Dentsch, Herbert Elkuch, Thomas Rehak, Burgi Beck, Simon Schächle, Erich Hasler

werden, andererseits freut man sich, wenn noch mehr Gasheizungen installiert werden.

Klares Bekenntnis zur Schweiz Besonders kritisch sehen wir die Erosion der demokratischen Rechte. Immer mehr wird unser Land durch Brüssel fremdbestimmt. Darunter leidet die direkte Demokratie. Dem könnte entgegengehalten werden, dass wir uns bereits früher der Schweiz in vielen Belangen anpassen und Gesetze nachvollziehen mussten. Das ist richtig. Aber die Schweiz ist ebenfalls direktdemokratisch organisiert, hat eine niedrige Staatsquote und neigt viel weniger zu Überregulierung als die EU. Als DpL bekennen wir uns klar zur Schweiz als unserem wichtigsten Partner. Regierung soll vom Volk direkt gewählt werden Nach Auffassung der DpL soll in Zukunft auch die Regierung vom Volk direkt gewählt werden. Die heutige Politik ist sehr stark von der Regierung bestimmt. Der Landtag kann in vielen Dingen nur noch marginale Korrekturen anbringen. Entsprechend ist es wichtig, dass Personen in der Regierung sind, die die Unterstützung einer Mehrheit der Wähler haben. Der Weg dorthin kann nur über eine Verfassungsänderung erreicht werden. Das macht dieses Anliegen zu einem komplizierteren Unterfangen. Die bestehenden Regierungsparteien, die bei einer Direktwahl der Regierung klar an Einfluss verlören, werden alles daransetzen, eine Direktwahl der Regierung zu verhindern. Dies kann uns jedoch nicht von diesem langfristigen Ziel abbringen.


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Seite der DU

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Im BRAUCHEN_WIR_DAS_ LAND: Landesspital? In einem Artikel im letzten 60PLUS, dem Magazin für über 60-Jährige, betitelt Marcus Büchel seinen Beitrag «Im BRAUCHENWIRNICHTLAND». Zwei Sätze aus seinem Beitrag möchte ich gerne zitieren: «Es gibt schier nichts in Liechtenstein, was wir nicht schon nicht gebraucht hätten.» Und als Einstimmung auf meinen Beitrag zum «BRAUCHENWIRDASLAND»: «Und mit Sicherheit werden Stimmen das Lied ‹Wir brauchen kein Landesspital› anstimmen, sobald die Entscheidung über den Kredit für den Neubau ansteht.» Text: Harry Quaderer, DU-Landtagsabgeordneter

Wenn ich schon beim Zitieren bin. Der alte Grieche Sokrates war mal auf dem Markt und stellte fest: «Was es alles gibt, was ich nicht brauche.»

Brauchen wir ein neues Spital? Brauchen wir ein neues Landesspital, draussen am Rhein auf dem Wille-Areal oder auf «grüner Wiese»? Meine Antwort: NEIN, wir haben ja schon eines! Eines, das genau am richtigen Standort ist. Lassen wir es, wo es ist. Vor acht Jahren machten der damalige Stiftungsratspräsident und der ärztliche Leiter vehement Stimmung und argumentierten, dass das Gebäude des Landesspitals eine baufällige Ruine sei und es nur noch Monate dauern könne, bis man den Schlüssel zum letzten Mal drehen könne. Wie falsch sie lagen! Zwischenzeitlich wurden zig Millionen in das Landesspital gesteckt. Neue Operationssäle und nicht zuletzt eine Cafeteria mit Dachterrasse wurden gebaut. Glaubt denn wirklich jemand in unserem schönen Land, dass es im Landesspital Vaduz nur kaltes Wasser zum Duschen gibt und dass Patienten mit Wasser und Brot gefüttert werden? Wohl kaum. Ich wage zu behaupten: mit punktuellen Anpassungen, die bei Gebäuden immer wieder fällig sind, wird das bestehende Landesspital noch viele Jahre vor sich haben.

Brauchen wir ein Spital wie Grabs? Ein 24 / 7-Grundversorgungsspital mit Notfallstation? Seit Neustem wird sogar wieder über eine Geburtenstation in Vaduz geredet. Meine Antwort: NEIN. Mein Argument bleibt dasselbe wie vor 8 Jahren. Warum setzen wir in Vaduz partout auf Konkurrenz zu Grabs, im guten Wissen, dass wir niemals die Fallzahlen erreichen werden? Wer will wem was beweisen? Haben da einige Verantwortliche, angefangen beim Stiftungsratspräsidenten des Landesspitals, ein solch grosses Ego-Bedürfnis? Können wir uns nicht vorstellen, über den eigenen Schatten zu springen und ganz einfach zu sagen: Wir brauchen ein Spital, das den einfachsten Grundbedürfnissen unserer Bevölkerung am besten dient. Kein Spital kopieren, das es in 5 km Luftlinie gibt! Es braucht keinen Hellseher und Gesundheitsökonomen, um zu sagen, dass in Liechtenstein die Bevölkerung immer älter wird. Demographie! Wir müssen das machen, wo die Nähe zum Spital eine Rolle spielt. Zum Beispiel eben in der medizinischen Versorgung der alternden Bevölkerung. Wie wäre es mit einer Rekonvaleszenz-Station? Oder einer Palliativstation? Sind wir doch ehrlich, sehr viele Liechtensteiner und Liechtensteinerinnen las-

sen sich im Ausland operieren oder pflegen. Sie vertrauen den umliegenden Spitälern ganz einfach mehr, weil die Fallzahlen und deshalb die Erfahrung der Ärzte und die Qualität ihrer Arbeit stimmen. Warum machen wir nicht ein Landesspital, in dem die Fallzahlen stimmen? Das wird dann halt ein Landesspital für ältere Patienten. Warum stehen wir nicht einfach zu dem, was wir brauchen?

Neubau gleich bessere Qualität? Es gibt Leute, die behaupten, dass ein neues Schulzentrum unsere Bildungsqualität steigere.

Wirklich? Neue Schule gleich gescheitere Schüler? Und im Gesundheitswesen wäre dann die Lösung: Ein neuer Betonklotz sorgt für bessere medizinische Versorgung. Das glaube ich nicht. Es geht nicht um die Hülle, es geht um den Inhalt! Im Spital- wie auch im Schulwesen!

Das Volk soll entscheiden Brauchen wir das nicht oder brauchen wir das? Für mich ist der Fall klar: Ein neues Spital mit Kiesgrubencharme? Brauchen wir nicht! Ein altes, vertrautes Spital mit neuer Ausrichtung? Brauchen wir!

DU-Landtagsabgeordneter Harry Quaderer


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Auf dem Wille-Areal, respektive dem Gelände des Landwerkhofs soll das neue Landesspital gebaut werden.

LLS-Neubau: Regierung favorisiert Willi-Areal Aber der Standort auf dem Landeswerkhofareal ist völlig ungeeignet Die Regierung hat in ihrer Sitzung vom 9. Juli 2019 den Bericht und Antrag betreffend eines Finanzbeschlusses zum Neubau eines Landesspitals verabschiedet. Sie beantragt darin beim Landtag einen Verpflichtungskredit in der Höhe von CHF 65,5 Mio. für den Bau eines neuen Landesspitals auf dem «Wille-Areal» in Vaduz. Text: Herbert Oehri

Die Infrastruktur des Landesspitals ist im Kern fast 40 Jahre alt und zur Aufrechterhaltung eines einwandfreien Betriebs müssen immer wieder Investitionen in eine alte Bausubstanz getätigt werden. Die Regierung ist zum Schluss gekommen, dass es jetzt an der Zeit ist, in neue Spital-Infrastruktur zu

investieren. Mit Bericht und Antrag wurde dem Landtag anfangs 2019 eine Variantenstudie vorgelegt. Diese wurde ausführlich diskutiert und der Landtag ist zum Schluss gekommen, dass die beiden Varianten am bestehenden Standort nicht weiterverfolgt werden und die Regierung sich vertieft mit

den drei verbleibenden Varianten befassen soll. Diese sind das Wille-Areal am westlichen Ende der Zollstrasse in Vaduz, eine etwas weiter östlich an der Zollstrasse gelegene Variante, für welche die Gemeinde Vaduz ein Grundstück zum Tausch angeboten hat («Wäldli-Areal») sowie der Aus- und Anbau


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der Liegenschaft der ehemaligen Privatklinik in Bendern. Die Eigentümer des Klinikgebäudes in Bendern teilten dem zuständigen Ministerium Ende Mai mit, dass das Gebäude vermietet sei. Es steht daher nicht mehr zur Verfügung, heisst es im Regierungsbericht an den Landtag.

Regierung: «Wäldli-Areal und Wille-Areal sind geeignete Standorte» Die beiden Standorte Wäldli-Areal (grüne Wiese, Bild S.30) und Wille-Areal sind grundsätzlich für einen Neubau des Landesspitals gut geeignet, behauptet die Regierung. Beim Wäldli-Areal muss ein Tauschgeschäft durchgeführt werden, welches den Erwerb und die Veräusserung diverser Grundstücke bedingt. Diese Geschäfte unterliegen dem Referendum auf Landes- und Gemeindeebene.

Das Volk hat das letzte Wort Unsere Meinung: Wenn wir schon ein Landesspital in dieser finanziellen Grössenordnung bauen wollen, so kommt es auf ein paar Monate früher oder später auch nicht mehr drauf an. Denn die Landesspital-Agenda liegt schon seit acht Jahren auf dem Tisch. Die ablehnende Volksabstimmung vom 28./30. Oktober 2011 sollte für die Regierung Warnung genug sein. Denn das Wille-Areal ist einer der ungeeignetsten Standorte in Vaduz. Dagegen sprechen für die Realisierung auf dem «Wäldli-Areal» (grüner Wiese) wenige Gründe, die nicht zu beheben wären. Die Realisierung dauert zwar etwas länger, aber dort bekommt Liechtenstein ein praktisches Spital in einer wohnbaren und schönen Umgebung. Das haben die Spitalaufenthalter aus dem ganzen Land allemal verdient. Regierung favorisiert Wille-Areal als Standort Für das Wille-Areal wurde in der Variantenstudie ausgeführt, dass die schon lange anhaltende Diskussion um die Werkhöfe Oberland und Unterland bzw. einem gemeinsamen Landeswerkhof ein Spitalprojekt verzögern

könnte. Es soll nun eine Übergangslösung in einem Mietobjekt angestrebt werden, so dass die beiden Projekte entkoppelt werden können. Das Wille-Areal gehört dem Land Liechtenstein und befindet sich in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen. Es sind also weder eigentumsrechtliche noch zonenrechtliche Massnahmen für eine Realisierung eines Spitalbaus nötig, so die Regierung im B+A. Daher favorisiere sie das Wille-Areal als neuen Standort für das Landesspital.

Areal wirkt nicht gerade einladend Der Standort hat aber deutliche Nachteile – insbesondere optische – welchen laut Regierung durch entsprechende Massnahmen begegnet werden müsse. Das Areal wirke nicht sehr einladend, sagt die Regierung. Da geben wir der Regierung recht. Aber sosehr die Anstrengungen zur Verschönerung der Umgebung auf dem Willi-Areal auch sein mögen, das noch grösserer Hindernis bildet der starke Verkehr auf der Zubringerstrasse zur Brücke und zur Autobahn. Die Zufahrtsstrasse führt direkt auf der Rückseite des beabsichtigten Spitalneubaus vorbei. Sicherheitsprobleme Auch wären auf dem Willi-Areal vor dem

© Oliver Hartmann

Ebenso unterliegt die für die Realisierung nötige Umzonierung dem Referendum in der Gemeinde Vaduz. Zudem sind Einsprachen der Nutzer benachbarter Wohnliegenschaften möglich. Das Land müsste sich in dieser Variante von Bodenreserven trennen, während das Wille-Areal weiterhin schlecht genutzt würde, sagt der Bericht und Antrag der Regierung. Das heisst, dass die Regierung

das Spital in Vaduz schnellstmöglich durchzusetzen gedenkt.

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Rechter Teil und Werkhofgebäude (Mitte hinten) werden abgebrochen, Gebäude vorne links bleibt bestehen.


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Spitalbau sicherheitstechnische Probleme zu lösen. Denn westseitig verläuft eine Hochdruck-Gasleitung entlang des Willi-Depots. Die errechneten Kosten für die zwingende Ausserbetriebnahme der bestehenden Leitung und die Inbetriebnahme der neuen Leitung belaufen sich auf rund CHF 1,5 Mio. Zusätzlich ist mit Geruchsemissionen auf dem Spitalgelände bei Südwindlagen zu rechnen. Und auch die Restbelastung, herrührend aus einem Oelunfall auf dem WilliAreal im Jahre 1989, wirkt noch heute belastend.

2019 die Standortfrage im Interesse der Einwohnerschaft nochmals genau anschaut. Die sogenannte «grüne Wiese» (siehe Bild unten) ganz in der Nähe zum Willi-Areal wäre hingegen ein vorteilhafterer Spitalstandort, vor allem aus der Sicht der Patienten. Die Spitalpatienten hätten es dort wesentlich ruhiger als auf der stark frequentierten Zubringerstrasse zur Autobahn A13 oberhalb des Willi-Areals.

Regierung beantragt Kredit von 65,5 Mio. Die Regierung beantragt in der nächsten September-Sitzung des Landtags einen Verpflichtungskredit in Höhe von 65,5 Mio. Franken für den Neubau eines Landesspitals auf dem Wille-Areal. Die Gemeinde Vaduz schiesst als Standortgemeinde einen Beitrag von 7 Mio. Franken zu.

Michael Ritter, Stiftungsratspräsident Landesspital, Regierungsrat Mauro Pedrazzini und Mirko Schweitzer, Stellvertretender Spitaldirektor. Sie gaben Auskunft über den Standort und den Bau eines neuen Landesspitals in Vaduz.

© Oliver Hartmann

Reicht es, einfach das Gelände zu verschönern? Auch die Absicht das Gelände ansehnlicher zu gestalten, täuscht darüber hinweg, dass es bei realistischer Betrachtung wirklich kein Grundstück für einen Spitalbau darstellt. Den Neubau eines Spitals, das mindestens zwei Generationen überdauern sollte, nur unter dem Gesichtspunkt der Finanzen und Wirtschaftlichkeit zugunsten des Landes zu betrachten, ist der falsche Ansatz. Bei Kosten von 65,5 Mio. für das Land plus 7 Mio. Zuschuss der Standortgemeinde Vaduz (also total Spitalkosten von CHF 72,5 Mio.) sollte man zumindest einen geeigneten Standort haben und nicht Böden gegen Böden aufrechnen und möglichen Referenden aus dem Weg gehen. Deshalb könnten wir uns vorstellen, dass das Parlament in der Landtagssitzung vom September

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Standort Wäldi-Areal (Grüne Wiese)


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LLS: Planlosigkeit und fehlende Glaubwürdigkeit Neben vielen unkorrekten Aussagen zum Spital ist die Feststellung, dass die Mehrheit der Bevölkerung ein Spital möchte, unbestritten. Es gibt jedoch sehr unterschiedliche Vorstellungen, was für ein Spital gewünscht wird. Text: Dr. Hansjörg Marxer

Das Liechtensteinische Landesspital in Vaduz genügt den Anforderungen nicht mehr.

Die einen sehnen sich nach dem ehemaligen Belegarztspital zurück, das in der Bevölkerung eine hohe Anerkennung genoss und nicht ständig vom Staat Millionen für das Überleben benötigte. Andere bevorzugen ein Chefarztspital mit einer grossen Zahl an Kaderärzten. Die Auswertung der Abstimmung

Ende 2011 machte es deutlich: Eigentlich wollte die Mehrheit ein Spital, allerdings herrschten bezüglich Standort, Leistungsumfang, Kooperationen, Organisationsform – um nur einige Faktoren zu erwähnen – sehr unterschiedliche Vorstellungen vor. Das hat letztlich zu einer Ablehnung geführt.

Der Stiftungsratspräsident hat 2014 bei der Eröffnung der Notfallstation stolz verkündet, dass sich das Liechtensteinische Landesspital (LLS) in Zukunft vermehrt aus der eigenen Tasche finanzieren werde. Nach dem vom Stiftungsrat zu verantwortenden Wegzug wichtiger Belegärzte waren die Verant-

wortlichen überrascht, dass die Patienten spürbar ausblieben. Das hat in der Spitalrechnung zu tiefroten Zahlen geführt. Beim Antrag an den Staat auf Rettungsgelder in Millionenhöhe wurde versprochen, dass es sich lediglich um eine momentane Schwäche handle. Nach Überbrückung dieser vorüber-


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gehenden Schwäche werde das LLS noch etwa 10 Mio. Franken benötigen, um das Spital baulich definitiv auf einen zeitgemässen Stand und damit auf Erfolgskurs zu bringen.

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Problem mehr darstellt. Auch nicht die äusserst stark befahrene Zubringerstrasse zur Autobahn, die direkt hinter dem Spitalneubau verläuft.

Problem mehr, am LLS wieder eine Geburtenabteilung zu führen. Das ist natürlich im Vorfeld einer möglichen Volksabstimmung eine wichtige Aussage. Es

Dann wurde plötzlich die Karte «Neubau auf der grünen Wiese» aus dem Ärmel gezogen. Die Kosten sind von 10 Mio. auf stolze 70 Mio. Franken angewachsen. Überraschenderweise hat der Stiftungsratspräsident nach den vorherigen positiven Verlautbarungen plötzlich festgestellt, dass aus dem bisherigen Haus nie ein Spital für eine effiziente Medizin werde. Erstaunlich, dass sich diese Erkenntnis erst durchgesetzt hat, nachdem Millionen an Steuergeldern ans LLS geflossen sind.

liche Beziehung zu Grabs überstrapazieren: Nach der Schliessung der Geburtenabteilung am LLS ist Grabs eingesprungen und hat diese Aufgaben übernommen. Die Verantwortlichen haben aber kein Problem damit, heute den Grabsern über die Medien mitzuteilen, dass am LLS die erneute Eröffnung einer eigenen Geburtenabteilung in Diskussion ist.

Affront gegenüber Grabs Regierungsrat Pedrazzini kann es drehen und wenden wie er will: Die Vorgabe, ohne weitergehende Kooperationen 50 % der stationären Grundversorgung am LLS zu behandeln, ist Ausdruck einer Konkurrenzstrategie. Die von Stiftungsrat und Ministerium bevorzugte vertikale Kooperation mit Chur erfordert bezüglich Grabs Konkurrenz statt Kooperation. Für einen grossen Teil der Bevölkerung ist Grabs naturgemäss das nächste Spital. Dieser Affront gegenüber Grabs trifft auf beiden Seiten des Rheins auf breites Unverständnis.

Besorgnis erregt hat auch der häufige Wechsel an Kaderpersonal. Sowohl bei den Chefärzten wie in der Direktion ist es zu häufigen Wechseln gekommen, was, wie das Finanzdebakel, an der Kompetenz der Führung zweifeln lässt.

Regierung wählt Weg des geringsten Widerstandes Die Regierung schlägt nun den Standort «Wille-Areal» vor. Regierungsrat Pedrazzini begründet diese Wahl damit, dass er sich an der politischen Machbarkeit orientieren müsse. Nichts gegen die politische Machbarkeit, aber für eine Spitalplanung müssen Qualitätskriterien im Vordergrund stehen. Es ist Aufgabe der politischen Instanzen, eine optimale Lösung erfolgreich zu vertreten. Der Weg des geringsten Widerstands ist in dieser Sache fehl am Platz. Der politisch machbare kleinste Nenner ist keine Grundlage für ein Spital. Hier müssen zum Wohle der Patienten medizinische Qualitätskriterien im Vordergrund stehen.

Regierungsrat Pedrazzini hat mehrfach dezidiert erklärt, dass die Einhaltung der Anforderungen des «Zürcher Modells» eine zwingende Voraussetzung für einen Spitalbetrieb darstelle. Wie weit diese Anforderungen am LLS erfüllt sind, ist nach aussen nicht bekannt. Immerhin: Da die erforderlichen Qualitätskriterien nicht erfüllt werden konnten, wurde die Geburtenabteilung geschlossen.

Das «Wille-Areal» war auch beim letzten Spitalprojekt in der engeren Wahl. Damals sprach die Notwendigkeit einer Umleitung der durch das Areal führenden Gasleitung gegen diesen Standort. Es erstaunt, dass die erforderliche Umleitung heute kein

Schliessung der Geburtenabteilung ein Dauerbrenner in der Kritik In der Bevölkerung ist die Schliessung der Geburtenabteilung noch heute in der Kritik. Interessanterweise ist es für den Stiftungsrat offenbar kein

O-TON

Der Wunsch nach einem Spital ist klar vorhanden, die Frage ist nur, wie es ausgestaltet werden soll. Legende

Dr. Hansjörg Marxer

ist jedoch zu berücksichtigen, dass mit einer personellen Aufstockung zwar ein Teil der Qualitätskriterien erfüllt werden kann. Die Anzahl der Geburten in Liechtenstein wird damit jedoch nicht angehoben. Die Politik kann zwar den erwarteten vermehrten Finanzbedarf in Kauf nehmen, nicht aber eine Gefährdung der Gesundheit von Mutter und Kind. Es geht um Fragen der medizinischen Qualitätssicherung und nicht um politische Opportunität. Der fragwürdige Umgang mit der Geburtenabteilung zeigt, wie Ministerium und Spitalleitung die Bevölkerung manipulieren und die freundnachbarschaft-

Der Wunsch nach einem Spital ist klar vorhanden, die Frage ist nur, wie es ausgestaltet werden soll. Ebenso ist es vielen ein Anliegen, mit Grabs ein gutes nachbarschaftliches Verhältnis zu pflegen. Das in Grabs vor der Fertigstellung stehende, moderne Spital muss in unsere Planung einbezogen werden.

Öffentlichkeit an der Nase herumgeführt Die Verantwortlichen für die Gesundheitsversorgung in Liechtenstein haben durch ihren Umgang mit den Nachbarn nachdrücklich Zweifel an der Partnerschaftsfähigkeit Liechtensteins geschürt. Die Öffentlichkeit wurde in den letzten Jahren mit beträchtlichen Kostenfolgen mehrfach an der Nase herumgeführt. Die Bevölkerung, die ein neues Spital unterstützt, hat das Recht, dass die Planung und Umsetzung nicht in jenen Händen liegen, die das bisherige Desaster zu verantworten haben.


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Der USV möchte den Erfolg der letzten Saison bestätigen Der USV war in der letzten Saison, vor allem in der zweiten Saisonhälfte, sehr erfolgreich und schaff te es am Ende sogar in die Aufstiegsspiele. Doch wir schreiben ein neues Kapitel. Nach der überraschenden 0:3-Heimniederlage zum Auftakt in die Saison 2019/20 müssen die USV’ler nochmals über die Bücher. Text: Herbert Oehri Das sieht Trainer Erik Regtop verständlicherweise etwas anders. Die Abgänge namhafter Spieler wie Fässler, Kavcic, Gadient oder Willi wiegen schwer und nicht alle sind unserer Meinung nach adäquat ersetzt worden. Wir haben uns mit USV-Trainer Regtop unterhalten: Herr Regtop, der USV wird allgemein nach der erfolgreichen vergangenen Saison 2018/19 wieder zu den stärksten Teams in der 1. Liga gezählt? Wie sehen Sie allgemein die neue Saison? Erik Regtop: Ja, auch in dieser Saison sollten wir zu den stärksten Mannschaften gehören. Klar ist aber auch, dass nach der letzten Spielsaison die anderen Vereine unsere Stärken kennen. Das Auftaktspiel vom Samstag

gegen Linth ging völlig daneben. Wir zeigten keinen Siegeswillen, waren nicht parat und machten viele Fehler. Das wird sich aber schnellstens ändern. Einige namhafte Spieler haben den USV verlassen. Konnten diese entsprechend ersetzt werden? Wir haben die Abgänge gut kompensieren können. Ich bin mit den neuen Leuten mehr als zufrieden. Sie streben also einen Rang unter den ersten drei Teams an? Sie wollen also erneut in die Aufstiegsspiele gelangen? Ja, das wollen wir. Man soll seine Ziele hoch ansetzen, wenn wir es schaffen, wäre es schön. Doch mir ist wichtiger, dass wir mit Herz und Leidenschaft spielen und

einen schönen Fussball zeigen. Das wollen auch die vielen USVAnhänger. Welche Rolle spielen die vier ganz jungen Neuen im Erstligateam? Die jungen Spieler, die in unser Kader gestossen sind, machen ihre Sache sehr gut. Sie werden sukzessive an den Rhythmus der Erstliga herangeführt. Dazu braucht es Zeit und Geduld. Es ist wichtig, dass sie sich im Einstraining voll reinhängen und sich über Spiele in der 2. Mannschaft für Einsätze in der Ersten anbieten. Nennen Sie uns die drei stärksten Teams in der 1.Liga/Gr.3? Das sind Tuggen, Red Star ZH und der USV.

Zuletzt noch eine Frage zum FL Cup. Was ist hier Ihre Zielsetzung? Der LFV-Cup ist wichtig. Leider war ich noch nie im Finale. Es wird also Zeit, dass wir das schaffen.

USV kurz und bündig Kader Armando Majer, Alessio Schmid, Nico Thöni, Ivan Quintans, Marc Menzi, Simon Kühne, Philipp Ospelt, Sven Lehmann, Michael Scherrer, Maximilian Nussbaumer, Claudio Majer, Robin Gubser, Roman Spirig, Stefan Sonderegger, Luca Bleisch, Batuhan Toplu, Fabio Wolfinger, Szilard Pecseli, Sandro Wolfinger, Michael Bärtsch, Livio Meier, Aaron Salanovic, Fabian Lüchinger, Niklas Beck, Alexandar Petkovic, Menderes Caglar Neuzugänge Alexander Petkovic (Altach); Maximilian Nussbaumer (USC Rohrbach), Szilard Pecseli (FC Rebstein), Fabio Wolfinger (FC Ostermundigen), Michael Scherrer (SC Brühl), Batuhan Toplu (AKA Vorarlberg U18), Roman Spirig (FC Vaduz II), Aron Salanovic (LFV U18), Niklas Beck (LFV U18), Menderes Caglar (FC Ruggell) Abgänge Marco Fässler (Chur97), Michael Gadient (Chur97), Manuel Willi (Chur97), Medin Murati (FC Ruggell), Aljaz Kavcic (FC Thalwil)

Oben v. Links: Philipp Ospelt, Michael Bärtsch, Stefan Sonderegger, Sven Lehmann, Alexandar Petkovic, Robin Gubser, Szilard Pecseli, Niklas Beck, Aaron Salanovic Mitte v. links: RMS, Menderes Caglar, Helen Feger, Gina Gross, Claudio Vozza, Erik Regtop, Roman Spirig, Alessio Schmid, Livio Meier, Horst Zech Unten v. Links: Fabio Wolfinger, Bathuan Toplu, Marc Menzi, Claudio, Majer, Fabian Lüchinger, Armando Majer, Luca Bleisch, Maximilian Nussbaumer, Sandro Wolfinger

Staff Trainer: Erik Regtop, Co-Trainer: Claudio Vozza, Coach: Jesus Ares, Torhütertrainer: Dietmar Kubik, Masseurinnen: Gina Gross / Helen Feger-Büchel


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FC Vaduz: Die Europa League überstrahlt alles Der FC Vaduz ist zwar nicht überragend in die neue Challenge-League-Saison gestartet (vier Punkte aus den ersten drei Spielen), doch die Erfolge in der Europa League überstrahlen bisher alles. Beim 2:0-Sieg (nach Verlängerung) gegen das ungarische Topteam Fehervar gelang dem Team von Trainer Mario Frick gar eine Sensation. Text: Christoph Kindle

In der dritten Qualifikationsrunde heisst der Gegner Eintracht Frankfurt, das Hinspiel im ausverkauften Rheinpark-Stadion fand nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe statt. Am 15. August steigt dann das Rückspiel in Frankfurt.

Pflicht gegen Breidablik, Kür gegen Fehervar In der ersten Qualifikationsrunde trafen die Vaduzer auf den isländischen Vertreter Breidablik. Nach einem 0:0 im hohen Norden gewann der FCV dann das Rückspiel mit einiger Mühe 2:1 und stand in der zweiten Runde. Dort rechneten eigentlich fast alle mit dem Aus, schliesslich hiess der Gegner Fehervar FC, ungarischer Vizemeister und Cupsieger. Doch schon im Hinspiel in Ungarn zeigte der FC Vaduz eine sehr engagierte und starke Leistung, die 0:1-Niederlage kam eher unglücklich zustande. Jedenfalls blieb für das Rück-

mal vom Elfmeterpunkt. Dann folgte aber die nächste Enttäuschung beim 3:3-Unentschieden in Nyon gegen den Aufsteiger Stade Lausanne Ouchy. Drei Tage nach dem Sensationssieg gegen Fehervar schien die Mannschaft auf der Erfolgswelle zu bleiben und führte rasch mit 2:0 (Cou-

spiel im Rheinpark-Stadion noch vieles offen. Und tatsächlich konnten die Vaduzer an die Leistung des Hinspiels anknüpfen. Dank eines Penaltytors von Milan Gajic ging man in Führung und konnte gesamthaft ausgleichen. Da in der regulären Spielzeit kein Tor mehr fiel, ging es in die Verlängerung. Mohamed Coulibaly brachte den Rheinpark dann mit seinem Treffer zum 2:0 zum Beben. Dabei blieb es, der FCV steht in der 3. Runde und darf sich auch über satte Einnahmen freuen. Fast 800 000 Franken wurden bereits eingespielt, und das ausverkaufte Stadion gegen Frankfurt bringt einen weiteren schönen Zustupf. Nachdem das Budget auf diese Saison hin um 700 000 Franken gekürzt worden ist, sieht die finanzielle Lage jetzt doch wieder deutlich besser aus.

gekommen sind die Vaduzer in der neuen Challenge-League-Saison. Gleich zum Auftakt gab es nach einer schwachen Darbietung eine 0:1-Pleite in Kriens. Diese konnte man dann eine Woche später mit einem 2:0-Heimerfolg gegen Schaff hausen kompensieren, Gaijc traf zwei-

In der Meisterschaft noch zäh Noch nicht so ganz in Schwung

Der zweifache Torschütze beim 2:0-Sieg des FC Vaduz gegen Schaff hausen: Milan Gaijc.

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libaly, Cicek). Doch dann ging man es zu lässig an, und prompt kam der Aufsteiger zurück ins Spiel. Noch einmal gelang Sutter die Führung zum 3:2, aber es reichte nicht, Stade Lausanne konnte ausgleichen. FCV-Trainer Mario Frick war entsprechend enttäuscht und sprach nach dem Spiel von einem arroganten Auftritt seines Teams. «Wir waren nach der frühen Führung überheblich und wollten den Gegner vorführen. Dies wurde dann bestraft. Schade, denn solche Spiele muss man einfach gewinnen.»

Mehr Potenzial als letzte Saison Die im Hinblick auf diese Saison stark veränderte FCV-Mannschaft zeigte bislang zwei verschiedene Gesichter. Die Auswärtsspiele gegen Kriens und Stade Lausanne zeigten deutliche Schwächen auf, doch in den Europa-League-Partien gegen Fehervar war zu sehen, dass im Team mehr Potenzial steckt als in der vergangenen Saison.

Die Defensive wirkt mit den Neuzugängen Simani, Schmid und Gasser (Ausnahme Stade Lausanne) stabiler, im Mittelfeld bringt Pius Dorn auf der rechten Seite neuen Schwung, das Gleiche gilt für die Offensivleute Cicek und Schwizer. Laut Trainer Mario Frick und Sportchef Franz Burgmeier hat sich die Mentalität in der Mannschaft im Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert, eine gute Voraussetzung, um das Saisonziel, einen Platz unter den ersten 4 oder 5, zu erreichen.

Jetzt kommt Winterthur Zeit zum Durchatmen gibt es für den FC Vaduz nicht. Wenige Tage nach dem Europa-League-Hinspiel gegen den Bundesligisten Eintracht Frankfurt kommt an diesem Sonntag der FC Winterthur mit Trainer Ralf Loose ins Rheinpark-Stadion. Für die Vaduzer ist das bereits die achte (!) Partie innert dreieinhalb Wochen, wahrlich ein happiges Pensum.

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Mit dem FC Balzers ist zu rechnen Das war eine glanzvolle Rückkehr des FC Balzers nach nur einem Jahr Abstinenz in der Ersten Liga. Beim FC Balzers hat sich auf die neue Saison einiges geändert. Neben dem Rücktritt des Präsidenten und des Trainers wurde ein neuer Cheftrainer engagiert. Er heisst Joseph Martin Brenner. Er will mit seinem Co-Trainer Michele Polverino die Weichen in eine erfolgreiche Zukunft stellen Interview: Herbert Oehri Wir haben uns mit den neuen Balzner Trainer Brenner kurz unterhalten und fragten ihn wie er zum FCB gekommen sei und wie es ihm dort gefalle. Seine spontane Antwort: Es gefalle ihm hier in Balzers sehr gut. «Tolle Spieler, tolle Staff, tolle Anlage und viel Unterstützung habe ich bisher geniessen dürfen». Er sei durch Michele Polverino zum FCB gekommen. «Er hat mich aufgesucht und nach zwei Stun-

den Diskussion wusste ich, dass uns die gleiche Spielphilosphie verbindet und er mich voll unterstützt.» Wir wollten auch wissen, was seine Zielsetzung mit dem Team sei. Dazu Joseph Martin Brenner: «Mein Ziel als Trainer ist ganz klar, die Leistung der Spieler ans Limit führen sowohl mental, konditionell, technisch und taktisch.»

Daraus erwachse dann als übergeordnetes Ziel: der Ligaerhalt. «Wir haben zum Auftakt in Zürich drei wichtige Punkte gegen einen sehr schweren Gegner auf einem sehr schwierigen Platz geholt. Nach einer kurzen Lagebeurteilung des Spiels gegen Red Star denken wir an den nächsten Gegner FC Dietikon. Wir denken nur von Spiel zu Spiel», sagte der neue sympathische Trainer.

Trainer Joseph Martin Brenner

Von hinten links: Raphael Auer, Martin Marxer, Noah Frommelt, Daniel Kaufmann, Philippe Erne, Helmar Andrade, Enis Domuzeti Mitte von links: Christoph Arpagaus (Coach), Joseph Martin Brenner (Trainer), Dany Feirreira, Felipe Dorta, Ferhat Saglam, Roman Hermann, Goalitrainer: Peter Hörler, Stefan Kindle (Vertreter vom Hauptsponsor Toyota der Schlossgarage Lampert in Vaduz) Vorne von links: Martin Rechsteiner, Raphael Tinner, Seyhan Yildiz, Danilo Iozzo, Oliver Klaus, Marin Stähli, Marco Wolfinger, Co. Trainer Michele Polverino


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Kündigungsfristen bei Arbeitsverhältnissen Das Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer ist normalerweise von einem Ober- und Unterordnungsverhältnis geprägt. Nicht nur im sozialen Arbeitsalltag, sondern auch aus rechtlicher Sicht wird davon ausgegangen, dass der Chef gegenüber dem Angestellten in einer typischerweise besseren und stärkeren Position ist. Deshalb sieht das Arbeitsrecht für den Fall der Beendigung des Arbeitsvertrags besondere Regeln vor. Text: Thomas Nigg, Rechtsanwalt und Senior Partner

Allgemeines zu den Fristen Das Gesetz sieht vor, dass im Arbeitsvertrag für Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine gleich lange Kündigungsfrist vorgesehen werden muss. Der Arbeitgeber darf nicht verlangen, dass der Arbeitnehmer bei der Kündigung eine längere Kündigungsfrist einhalten muss. In der Probezeit beträgt die Kündigungsfrist eine Woche, danach im ersten Arbeitsjahr bis zu einen Monat, vom zweiten bis zum neunten Arbeitsjahr bis zu zwei Monate und nachher mindestens drei Monate. Man spricht davon, dass die Kündigungsfrist «auf das Ende eines Monats» oder «auf das Ende einer Arbeitswoche» erklärt werden kann. Das bedeutet, dass die erklärte Kündigung zu diesem Zeitpunkt wirksam wird. Wer also am 20. August seine Kündigung erklärt, muss seine Kündigungsfrist vom 01. September an wegzählen, weil die Kündigung am 31. August wirksam wird. Wird der Arbeitnehmer während der Kündigungsfrist ohne sein Verschulden krank oder hat er einen Unfall, so wird der Ablauf der Kündigungsfrist für diese Dauer unterbrochen und erst nach der Gesundung wieder fortgesetzt. Wenn der Arbeitsvertrag eine Kündigungsfrist von drei Monaten vorsieht und der Arbeitnehmer im zweiten Monat der Kündigungsfrist für eine Woche erkrankt, wird der Lauf der

Kündigungsfrist in dieser Zeit nicht gezählt. Dadurch würde das Arbeitsverhältnis nach drei Monaten und einer (nachgeholten) Woche enden. In den Fällen, in denen das Arbeitsverhältnis immer nur zum Ende eines Monats endigen kann, bedeutet das in diesem Beispiel effektiv eine Gesamtkündigungsfrist von vier Monaten. Schliesslich gibt es auch Entlassungen (oder fristlose Kündigung). Solche sind aber nur aus wichtigem Grund möglich, worunter das Gesetz – im Rahmen einer Einzelfallentscheidung – jeden Umstand versteht, bei dessen Vorhandensein dem Kündigenden nach Treu und Glauben die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr zugemutet werden kann. Das liegt beispielsweise vor, wenn der Arbeitnehmer gegenüber dem Arbeitgeber straffällig wird, der Arbeitgeber den Arbeitnehmer sexuell belästigt usw. Auch mehrere weniger schwere, aber wiederholte Verfehlungen einer Partei können insgesamt zu einer untragbaren Situation werden, die eine Entlassung rechtfertigen, z. B. wiederholtes unentschuldigtes Fernbleiben vom Arbeitsplatz trotz klarer Abmahnung.

Rechte und Pflichten während der Kündigungsfrist Beide Vertragsparteien sind während der Kündigungsfrist zur Zuhaltung des Vertrages verpflichtet. Das bedeutet, dass der

Arbeitnehmer auf Verlangen des Arbeitgebers die Arbeit ordentlich weiterverrichten muss und der Arbeitgeber dafür Lohn zahlen muss. Gelegentlich verzichtet der Arbeitgeber auf die Arbeitsleistung, indem er den Arbeitnehmer freistellt. In diesen Fällen muss der Arbeitnehmer zwar nicht mehr die Arbeit verrichten, hat aber trotzdem das Recht auf Lohnzahlung.

Sonstiger Kündigungsschutz Neben den Kündigungsfristen sieht das Gesetz auch einen Schutz vor missbräuchlicher Kündigung vor. Bei einer missbräuchlichen Kündigung handelt es sich um eine ordentliche Kündigung, die aber aus missbräuchlichen Gründen erklärt wurde. Als missbräuchlich gilt beispielsweise die Kündigung aus persönlichen Gründen oder weil sich der Arbeitnehmer einem Arbeitnehmerverband angeschlossen hat.

THOMAS N IGG Rechtsanwalt und Senior Partner Über die Person Thomas Nigg ist seit 2010 als Rechtsanwalt in Liechtenstein zugelassen. Schwerpunktmässig beschäftigt er sich mit Gesellschafts-, Stiftungs- und Trustrecht. Darüber hinaus befasst sich Thomas Nigg mit Fragen des allgemeinen Zivil- und Strafrechts, insbesondere unter dem Blickpunkt des Wirtschaftsrechts.

Je nach Schwere der Missbräuchlichkeit stehen dem Arbeitnehmer (zusätzlich zur Lohnfortzahlung während der Kündigungsfrist) bis zu sechs Monatslöhne als Entschädigung zu. Insgesamt sind mit der Beendigung von Arbeitsverhältnissen regelmässig erhebliche rechtliche Probleme verbunden, die bei der Kündigung berücksichtigt werden müssen.

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Bildung für alle Wie die Non-Profit-Organisation Educate Girls Schülerinnen in Indien eine bessere Zukunft ermöglicht – und wie die LGT dazu beiträgt. «Unser Kind wird später sowieso heiraten. Warum soll es zur Schule?» Mit diesen Worten rechtfertigen viele Eltern die Entscheidung, ihre Töchter zu Hause zu behalten. Indien hat eine der weltweit höchsten Analphabetenraten. Nur 15 Prozent der Primarschüler können eine einfache Geschichte auf Hindi lesen. Für Mädchen sehen die Zahlen noch düsterer aus. Im ländlichen Indien gehen nur halb so viele Mädchen wie Jungen zur Schule, 40 Prozent von ihnen schliessen nicht einmal die vierte Klasse ab. Armut ist nicht der einzige Grund

für diese Lücke. Statt Rechnen sollte ein Mädchen Kochen lernen. Statt Schreiben üben sollte es besser putzen, Wasser holen und auf seine jüngeren Geschwister aufpassen. Ausserdem machen sich Eltern in ländlichen Gebieten wie dem nördlichen Rajasthan aus verschiedenen Gründen Sorgen – wegen des langen Schulwegs, der schlechten Qualität des Unterrichts und der mangelhaften Infrastruktur der Gebäude. Oft fehlen nach Geschlechtern getrennte Toiletten. Genau hier setzt die Non-Profit-Organisation Educate Girls an. «Wir

fördern die Einschulung von Mädchen gezielt, indem wir mit Leuten in den Dörfern sprechen und zu Hause bleibende Töchter ausfindig machen. Dafür zuständig ist unser Team Balika», erklärt Maharshi Vaishnav, der Stabschef von Educate Girls. Dieses Team setzt sich aus Frauen und Männern zwischen 18 und 25 Jahren zusammen, die in ihren Dörfern zu denen gehören, die am besten ausgebildet sind. Educate Girls bietet ihnen Workshops zur Datenerhebung sowie zu Kommunikations-, Präsentations- und IT-Fähigkeiten an, bevor


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als Impact Fellow an. Er erklärt die Idee hinter dem Konzept: «Wenn wir eine Organisation gefunden haben, die unseren hohen Standards entspricht, unseren intensiven Due-Diligence-Prozess besteht und unseren Stiftungsrat überzeugt, dann investieren wir nicht nur Geld, um dieser Organisation beim Wachsen zu helfen. Genauso wichtig wie finanzielle Unterstützung ist der Zugang zu Top-Arbeitskräften.» Nach seinem Fellowship ist Kagerer der LGT Venture Philanthropy beigetreten und hilft heute bei der Rekrutierung und der Betreuung von LGT Impact Fellows. Diese Fellowships werden je nach den Bedürfnissen der unterstützten Organisation angeboten – sei es in Kommunikation, Management, Human Resources oder in einer anderen Abteilung. «Bewerber haben nicht die finanzielle Entschädigung im Sinn, da diese ziemlich tief ausfällt. Stattdessen sind sie hoch motiviert, etwas für die Gesellschaft zu tun», beobachtet Kagerer.

Von Anfang bis Ende Einer der neun LGT Impact Fellows, die das Wachstum von Educate Girls unterstützt haben, ist David Hayman. Er war für die Entwicklung der Expansionsstrategie zuständig. Hayman erinnert sich noch immer daran, wie er das Team Balika von Educate Girls das erste Mal begleitet hat. Zusammen mit den Freiwilligen traf er Familien, versuchte ihre Ansichten nachzuvollziehen und die Ängste und Beweggründe zu verstehen, warum sie ihre Töchter nicht Lesen, Schreiben und Rechnen lernen liessen. Als Allererstes musste er die Situation also von Grund auf erfassen. «Im Hauptsitz in Mumbai zu bleiben, ist nicht genug. Man muss die Prozesse von Educate Girls von Anfang bis Ende kennenlernen. Jede Region, jeder Staat hat einen anderen sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Hintergrund», beobachtet der Londoner. die Freiwilligen in die Dörfer gehen, um Familien davon zu überzeugen, ihre Töchter in die Schule zu schicken.

Nicht nur Geld Seit 2010 unterstützt LGT Venture Philanthropy Educate Girls auf vielfältige Weise – nicht nur mit 2,9 Millionen US-Dollar, sondern auch durch professionelle Expertise. Unter anderem halfen LGT-Mitarbeitende bei Informationsveranstaltungen für Investoren in Indien und waren massgeblich daran beteiligt, für Educate Girls den weltweit ersten Development Impact Bond in der Bildung zu lancieren. Deshalb fügt Vaishnav hinzu: «LGT Venture Philanthropy hat massgeblich zur Entwicklung unserer Organisation beigetragen.» Eine der wichtigsten Massnahmen zur Unterstützung sind die LGT Impact Fellows. Thomas Kagerer, Investment Director bei LGT Venture Philanthropy, fing selbst bei der LGT

Hayman traf nicht nur Familien, sondern sprach auch mit Schülern, Lehrern, Freiwilligen und Beamten, um die Expansionsstrategie von Educate Girls zu entwerfen und dann ihre Umsetzung in den Jahren 2015 und 2016 zu unterstützen. Dabei entwarf er einen Expansionsplan für noch nicht abgedeckte Regionen in Indien. «Das Expansionstool wird Mitarbeitenden dabei helfen, neue Zielregionen zu identifizieren und auszuwählen und das Angebot in weiteren Regionen aufzubauen», erklärt Hayman. Dies ist bereits der Fall: Seine Ursprungsstrategie ist die Basis für den Expansionsplan der nächsten fünf Jahre. Bevor er als LGT Impact Fellow nach Indien reiste, arbeitete Hayman sechs Jahre lang im Bildungssektor in London. Unter anderem begründete er eine britische Nichtregierungsorganisation (NGO) mit, die Gemeinschaftsnetze in staatlichen Schulen förderte. «Aber ich

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wollte aus meiner Komfortzone ausbrechen und etwas erreichen in dem Bereich, mit dem ich mich jahrelang auseinandergesetzt habe», erklärt er. Ein Freund schickte ihm einen Link zu einer Stellenanzeige. Darin wurde nach einem LGT Impact Fellow mit Erfahrung in Organisationsstrategie und operativer Planung gesucht, der bei Educate Girls arbeiten würde. Hayman freute sich auf die Möglichkeit, eine Organisation mitzugestalten, die das Leben von Kindern massgeblich beeinflusst. «Hinzu kam, dass ich eine neue Kultur kennenlernen würde. Es schien wie die perfekte Stelle für mich», erinnert er sich. Am Ende blieb er zusätzliche sechs Monate bei Educate Girls – wie viele andere Fellows, die zum Wachstum einer Organisation beigetragen haben. Heute ist die NGO äusserst erfolgreich. Seit ihrer Gründung 2007 sind mehr als 300 000 Mädchen eingeschult worden, 93 Prozent von ihnen blieben im Unterricht. Bis 2021 will Educate Girls seine Reichweite um 56 Prozent auf über 2,5 Millionen Kinder erhöhen. Ausserdem fokussiert die Organisation mithilfe von digitalen Lernmaterialien auch zunehmend auf die Unterrichtsqualität. Dank dieser Massnahmen haben mehr als 650 000 Schüler ihre Lernergebnisse verbessert. Vaishnav schlussfolgert: «Dies ist eine Partnerschaft, bei der beide Seiten, LGT Venture Philanthropy und Educate Girls, dieselbe Agenda haben: das Leben marginalisierter Mädchen in den ländlichen, abgelegenen und unterversorgten Gebieten Indiens spürbar zu verbessern. Wir erreichen das in kleinen Schritten – jedes einzelne Mädchen zählt.»

Educate Girls wurde 2007 gegründet. Das Engagement von LGT Venture Philanthropy begann 2011. LGT VP unterstützt EG dabei, Gemeinden für die Bildung von Mädchen zu mobilisieren und die Unterrichtsqualität in Indien zu verbessern. Die Philosophie hinter der Agenda von EG ist, dass Kinder mit Schulabschlüssen bessere Berufe bekommen und dadurch ihren Familien helfen können, aus der Armut auszubrechen. LGT VP offeriert professionelle Expertise vor Ort und fördert den Wissensaustausch in Bereichen wie der Entwicklung von Geschäftsmodellen und der Projektbetreuung. LGT VP hat das Engagement für EG 2018 mit zusätzlichen USD 3 Millionen für die nächsten drei Jahre erneuert. Das Ziel von EG ist es nun, bis 2024 den Zugang zur Bildung und deren Qualität für insgesamt 16 Millionen Kinder zu verbessern. www.educategirls.ngo


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«Regionales Bildungssystem dient international als Vorbild» Liechtensteins Bildungslandschaft ist vielfältig und im grenzüberschreitenden Vergleich sehr gut aufgestellt. Die Regierung und die dem Bildungsministerium angegliederten Ämter sowie die Schulen sind äusserst aktiv und stets darum bemüht, diese Spitzenposition beizubehalten, wie die zuständige Regierungsrätin Dominique Hasler im Interview aufzeigt. Interview: Heribert Beck Das Thema Nachhaltigkeit ist in der jüngeren Vergangenheit, gerade auch im Zusammenhang mit den Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) und den Klimastreiks, sehr präsent geworden. Wie reagiert die Bildung darauf? Dominique Hasler: Es ist die ureigene Aufgabe der Bildung, auf den Wandel der Zeit und die damit verbundenen Themenstellungen einzugehen. Bildung für nachhaltige Entwicklung ist daher auch Bestandteil des neuen Lehrplans «LiLe». Es handelt sich dabei nicht um ein Fach, sondern um eine inhaltliche Ausrichtung, welche allen Disziplinen als Orientierung dient, auch die Schulen als Ganzes prägt und daher

Bildungsministerin Dominique Hasler

im Lehrplan fächerübergreifend abgebildet ist. Leistet auch die Berufsbildung einen Beitrag zu mehr Nachhaltigkeit? Ja, die Regierung hat beispielsweise beschlossen, sich an zwei Projekten der Schweizer Stiftung myclimate zu beteiligen. Es handelt sich zum einen um das Projekt «Energie- und Klimapioniere» im Bereich der öffentlichen Kindergärten sowie Primar- und Sekundarschulen und zum anderen um das Projekt «Energieund Klimawerkstatt» im Bereich der Berufsbildung. Das Projekt «Energie- und Klimawerkstatt» gibt den Lernenden in Liechtenstein die einmalige Gelegenheit,

ihre Berufskenntnisse für die Entwicklung nachhaltiger Projekte zu nutzen. Die Lernenden setzen in kleinen Gruppen ihre eigenen Projekte um und reichen sie im Rahmen eines Wettbewerbs ein. Darüber hinaus analysieren sie bestehende Prozesse im Lehrbetrieb, entwickeln eigenständig innovative Lösungen und bringen sich mit einem wertvollen Beitrag im Betrieb ein. Viele der liechtensteinischen Wirtschaftsverbände tragen das Projekt ideell mit, was ich sehr wertschätze. Es wäre schön, wenn sich möglichst viele Lehrbetriebe daran beteiligen und ihren Lernenden eine Teilnahme ermöglichen würden.

Welche Erkenntnisse hat die Beantwortung der Interpellation der VU-Landtagsfraktion aus dem vergangenen Jahr zur Bedeutung des dualen Bildungssystems zutage gefördert? Die Interpellationsbeantwortung hat gezeigt, dass die Ausbildungsbereitschaft der Betriebe und die Anzahl der Jugendlichen, welche sich für eine Lehre entscheiden, konstant sind. Zwei von drei Schulabgängerinnen und -abgängern entscheiden sich nach wie vor für eine Berufslehre. Ein grosser Vorteil sind die kurzen Wege in unserem Land. Beispielsweise ist dem Amt für Berufsbildung und Berufsberatung der aktuelle Berufswahl-Stand von allen Schulabgängerinnen und -abgängern bekannt, und die Jugendlichen werden im Bedarfsfall individuell unterstützt und begleitet. Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und führt schliesslich dazu, dass fast ausnahmslos alle Schulabgängerinnen und -abgänger eine für sie geeignete Anschlusslösung finden und dass wir in Liechtenstein eine tiefe Lehrabbruchsquote haben. Wie sieht es mit der Maturaquote aus? Im Vergleich zur Schweiz bewegt sich die liechtensteinische Maturaquote in einer ähnlichen Grössenordnung. In diesem Zusammenhang ist zu erwähnen, dass auch die Berufs- und Fachmaturitäten Bestandteil der Maturaquote sind. Diese Maturitätstypen wurden eingeführt, um das duale Berufsbildungssystem zu stärken. Dank dieser Durchlässig-


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keit sind die beiden Wege heute gleichwertig. Welche Anreize haben Unternehmen, um Lernende auszubilden? Dafür sprechen verschiedene Gründe. Es geht beispielsweise um den unternehmenseigenen Fachkräftenachwuchs, aber auch um soziale Verantwortung. Zudem zeigen Erhebungen in der Schweiz, dass die produktive Leistung der Lernenden die Kosten für die Ausbildung in den meisten Lehrberufen überwiegt. Was ist aus Ihrer Sicht verbesserungswürdig? Die duale Berufsbildung ist in unserer Region sehr stark verankert und darf auch als Erfolgsmodell bezeichnet werden; sie trägt massgeblich zum Wohlstand unseres Landes bei. Viele Länder unternehmen derzeit grosse Anstrengungen zur Verbesserung ihrer Berufsbildungssysteme, wobei das Modell unserer Region oftmals als Vorbild herangezogen wird. Im Moment sind wir daher sehr gut aufgestellt. Wir dürfen uns aber nicht darauf ausruhen. Beispielsweise bemerkt «WorldSkills Liechtenstein», dass die Konkurrenz bei den Berufsweltmeisterschaften immer grösser wird. Wir müssen uns daher überlegen, ob der kontinuierliche Verbesserungsprozess robust genug ist. Auch befinden wir uns in Zeiten grosser Veränderungen. Beispielsweise verändern sich durch die zunehmende Digitalisierung die Anforderungen, welche an Berufsleute gestellt werden. Hier ist natürlich auch die Bildung sehr stark gefordert, die nötigen Kompetenzen zu vermitteln. Wie wird sichergestellt, dass die künftigen Schulabgänger und damit Fachkräfte die Anforderungen der Gegenwart und möglichst auch der Zukunft erfüllen? Im neuen Liechtensteiner Lehrplan «LiLe» wurden die zu erreichenden Kompetenzen im Bereich «Medien und Informatik» neu umschrieben. Dadurch sollen die Kinder und Jugendlichen befähigt werden, digitale

Bildungsministerin Dominique Hasler anlässlich ihres Besuches der next-step Berufs- & Bildungstage 2018 am Stand der Liechtensteinischen Industrie- und Handelskammer und der ArbeitsGruppe IndustrieLehre.

Medien sinnvoll und effizient einzusetzen. Dazu gehört auch die Aus- und Weiterbildung der Lehrpersonen sowie eine zeitgemässe und praxisnahe Ausstattung der Schulen. Die Schule legt den Grundstein, den die Berufsbildung dann zielgerichtet ausbaut. Der Staat und die Wirtschaft arbeiten hier sehr eng zusammen, da die Berufsbildung eine Verbundaufgabe ist, bei der die erforderlichen Kompetenzen für einen Beruf definiert und kontinuierlich weiterentwickelt werden.

se der Schulleitungen der öffentlichen und privaten Schulen und Bildungsinstitutionen, der Elternund Lehrervereinigungen, der Jugendlichen, der Gemeinde- und Landespolitik, der Wirtschaft, des LANV sowie Vertretungen aus Ämtern und weiteren interessierten Kreisen teilnahmen. An diesem Abend wurde nach der «World-Café-Methode» die Bedeutung der globalen Entwicklungstrends auf das liechtensteinische Bildungssystem diskutiert. Die Ergebnisse werden derzeit von der Projektgruppe ausgewertet.

Die neue Bildungsstrategie der Regierung befindet sich in der Ausarbeitung. Wer ist alles in den Prozess involviert, was versprechen Sie sich von der Strategie, und inwiefern geht sie auf die Berufsbildung ein? Die Berufsbildung ist ein wichtiger Teil unseres Bildungswesens, und es ist daher klar, dass sich die neue Bildungsstrategie auch mit einer Stärkung der Berufsbildung auseinandersetzt. Im Projektteam, welches den Erarbeitungsprozess der Bildungsstrategie organisiert, sind das Bildungsministerium, das Schulamt und das Amt für Berufsbildung und Berufsberatung vertreten. Bei der inhaltlichen Erarbeitung ist mir als Bildungsministerin ein breiter Einbezug aller Anspruchsgruppen sehr wichtig. Es hat daher am 17. Juni 2019 ein Workshop stattgefunden, an dem erfreulicherweise zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter verschiedener Anspruchsgruppen wie beispielswei-

Mit dem Finanzbeschluss des Landtags zum SZU II erhält auch die BMS eine neue Heimat. Was verbessert sich für diesen Schultyp, und was macht seine besondere Bedeutung aus? Die Berufsmaturitätsschule Liechtenstein ist ein wichtiger Teil der Berufsbildung in unserem Land. Sie stellt sicher, dass auch über den dualen Berufsbildungsweg alle Stufen in unserem Bildungssystem erreicht werden können. An der BMS kann berufsbegleitend oder in Vollzeit die Berufsmatura abgelegt werden. Wie die Schweizer Berufsmatura berechtigt auch die liechtensteinische Berufsmatura zu Studien an allen Fachhochschulen der Schweiz. Darüber hinaus berechtigt die liechtensteinische Berufsmatura zu Studien an allen Hochschulen und Universitäten in Liechtenstein und Österreich. Die BMS Liechtenstein ist derzeit auf das Schulhaus des Freiwilligen 10. Schuljahres am Giessen

und auf das SZM I (Gymnasium) in Vaduz aufgeteilt. Diese Aufteilung ist in organisatorischer Hinsicht schwierig, die BMS ist an den Standorten nur Juniorpartner, was auch für die Visibilität der Schule nicht optimal ist, und die Infrastruktur ist nicht erwachsenengerecht. Im SZU II in Ruggell kann die BMS an einem Standort vereint werden – mit einer eigenen, bedarfsgerechten Infrastruktur, die der Bedeutung der BMS gerecht wird. Die next-step Berufs- & Bildungstage werden am 13. und 14. September 2019 zum fünften Mal im SAL in Schaan durchgeführt. Inwiefern hat sich das Konzept bewährt? Was erwartet die Besucher? Die Berufswahl ist eine sehr prägende Entscheidung für einen jungen Menschen. Daher ist es wichtig, sich vorher gut zu informieren. Mit knapp 40 Ausstellern aus den Bildungsbereichen der Brückenangebote, der Berufslehre, der Berufsmaturitäts- und Mittelschulen, der Höheren Berufsbildung sowie aus dem Hochschulbereich erhalten Interessierte eine gute Gelegenheit, sich vor Ort in unserem Land über das Angebot zu orientieren. Die Messe bietet den Jugendlichen, ihren Eltern und allen Interessierten einen sehr breiten Einblick in das Berufs- und Bildungsangebot. Man kann sich über verschiedene Berufe informieren, damit verbundene Tätigkeiten ausprobieren und sich mit Berufspraktikern austauschen.


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SONDERTHEMA ZU SONDERPREISEN

Berufsbildung und Lehrstellen Pantone 299c

Erscheinung 14. September 2019

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INTERESSE ODER FRAGEN? Wir stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

Vera Oehri-Kindle T +423 375 90 03 vera.oehri@medienbuero.li

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KOMM ZU UNS UND WACHSE ÜBER DICH HINAUS! 1 Informatiker/-in Fachrichtung Systemtechnik 1 Informatiker/-in Fachrichtung Applikationsentwicklung 2 Anlagenführer/-innen 1 Automatiker/-in 4 Laboranten/-innen Fachrichtung Chemie 3 Kauffrauen/Kaufmänner Mehr Informationen: www.ivoclarvivadent.com/berufsbildung www.facebook.com/IvoclarVivadentBerufsbildungSchaan

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Berufsbildung | Bendererstr. 2 9494 Schaan | Liechtenstein Tel.: +423 235 38 15 | Fax: +423 239 44 98 berufsbildung@ivoclarvivadent.com


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Karriere mit Lehre in Liechtenstein

Bäcker / -in Konditor / -in FZ In der Fachrichtung Bäckerei und Konditorei werden Produkte wie Brot, Kleingebäck, Süssteiggebäck, Wähen, Torten, Patisserie, Sandwiches etc. hergestellt. Voraussetzungen Abgeschlossene obligatorische Schulzeit (Oberschule oder Realschule) Dauer 3 Jahre

Back dir deine Zukunft Ronja Gstöhl erlernt den Beruf Bäckerin-Konditorin bei der Georg AG in Eschen. Sie ist jetzt im 2. Lehrjahr. Ihre Arbeit beginnt dann, wenn andere noch schlafen, so kann sie aber den Nachmittag für sich geniessen. Ronja gibt uns gerne einen kleinen Einblick in ihr spannendes Berufsleben. Interview: Vera Oehri-Kindle · Fotos: ZVG Ronja, was hat dich dazu bewogen, diesen Beruf zu erlernen? Ich habe als Kind oft mit meiner Mutter und meiner Tante gebacken. Das hat mir immer sehr viel Spass gemacht. Welche Stärken sollte man für diesen Beruf mitbringen? Man sollte kreatives Flair mitbringen und Sinn für Formen und Farbe haben. Auch geschickliche Hände sind sehr wichtig. Eine rasche Arbeitsweise, guter Geschmacks- und Geruchssinn sind ebenfalls für diesen Beruf von Vorteil.

Was gefällt dir besonders an diesem Beruf? Es gibt nicht wirklich etwas Bestimmtes, was mir am besten gefällt, da ich sehr viel Abwechslung habe. Ich mache alles gerne.

Wer unterstützt dich bei deiner Ausbildung? Meine Familie und meine Mitarbeiter unterstützen mich, wenn ich Hilfe brauche und stehen mir mit Rat und Tat zur Seite.

Neben geschickten Händen erfordert mein Beruf auch viel Kreativität.

Kannst du dich noch an deinen ersten Arbeitstag erinnern? Mein erster Arbeitstag habe ich noch in guter Erinnerung. Da ich schon vor der Lehre ein Praktikum bei Georg gemacht habe, wusste ich schon Einiges und konnte schon viel mitarbeiten, das war toll.

Ronja Gstöhl Bäckerin-Konditorin

Ausbildungskonzept Die berufliche Ausbildung wird in einer Bäckerei-Konditorei gemacht, die schulische Ausbildung findet an 1 Tag pro Woche an der Berufsfachschule statt. Die Berufsbezogenen Fächer sind Fachkunde, Handwerk, Gestalten und Fachrechnen. Zu der Berufsfachschule kommen auch verschiedene überbetriebliche Kurse, zu diversen Themen. Bei sehr guten schulischen Leistungen kann während oder nach der Grundbildung die Berufsmaturitätsschule besucht werden. Diese ermöglicht den Zugang zur Fachhochschule. Abschluss Fähigkeitszeugnis als Bäcker /-in Konditor /-in

Ronja Gstöhl Lehrstelle: Georg AG, Eschen Wohnort: Mauren (FL) Hobbys: zeichnen, wandern und Haustiere


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Freude am Bauen.

Freude am Bauen.

Seit 1876.

Seit 1876.

«Erfolgreich auf dem Bau – werde Maurer, Baupraktiker, Strassenbauer, Strassenbaupraktiker oder Pflästerer bei LG- oder Hiltibau.»

hiltibau.li, LI-9494 Schaan

lgbau.ch, CH-9470 Werdenberg

Wir bilden Profis aus. Jetzt bei Oerlikon Balzers zu den Schnuppertagen anmelden! www.oerlikon.com/berufsbildung

Oerlikon Balzers: Schnuppertage für elf Lehrberufe Wer sich für eine Ausbildung im spannenden Umfeld der Beschichtungstechnologien interessiert, kann bei den Schnuppertagen von Oerlikon Balzers von Juli bis Oktober viele Eindrücke sammeln.

die Experten in ihrem Fachbereich sind und sich laufend weiterbilden. Das garantiert, dass unsere Lernenden eine ausgezeichnete Fachausbildung bekommen, und sie so gezielt gefördert werden.»

Das Ausbildungszentrum bietet jungen Menschen die Möglichkeit, unter elf Lehrberufen zu wählen. Marco Frick, Leiter des Ausbildungszentrums, erklärt: «Für jeden unserer Lehrberufe haben wir hoch-qualifizierte Berufsbildner,

Anmelden für die Schnuppertage kann man sich direkt über die Website des Ausbildungszentrums: www.oerlikon.com/berufsbildung


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Karriere mit Lehre in Liechtenstein

Fachmann/-frau Gesundheit FZ Voraussetzungen Abgeschlossene obligatorische Schulzeit mit guten Leistungen. Weitere Aufnahmebedingungen variieren je nach Ausbildungsanbieter Dauer 3 Jahre, Vollzeit

… mehr als nur ein Beruf Katharina Monn macht eine Lehre zur Fachfrau Gesundheit bei der Familienhilfe Liechtenstein. Die junge Frau gibt uns in diesem Interview einen kleinen Einblick zu ihrem Beruf, ihrer Berufung. Interview: Vera Oehri-Kindle · Fotos: Katharina Monn

Katharina, was hat dich dazu bewogen, diesen Beruf zu erlernen? Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen und freue mich, wenn ich ihnen den Tag verbessern kann. Zudem wollte ich einen Beruf mit viel Abwechslung und immer neuen Herausforderungen. Welche Stärken sollte man für diesen Beruf mitbringen? Man sollte hilfsbereit sein und gerne mit Menschen im Kontakt sein und mit ihnen zusammenarbeiten. Flexibilität, Spontanität, Selbständigkeit, Eigeninitiative, physische und psychische Belastbarkeit und Teamfähigkeiten sind wichtige Voraussetzungen des Berufes. Was gefällt dir besonders an diesem Beruf? Der Kontakt mit Menschen, ihnen zu helfen und sie im Alltag zu unterstützen. Die Abwechs-

lung und nie genau zu wissen, was mich bei den Klienten zu Hause erwartet. Jeden Tag etwas Neues lernen für die Ausbildung und für meinen Lebensweg. Den Klienten mit unserer Unterstützung ein möglichst langes Leben zu Hause ermöglichen.

Ich freue mich, wenn ich Menschen den Tag verbessern und bereichern kann.

Dabei besuche ich die Klienten zuhause und unterstütze sie bei verschiedenen Tätigkeiten wie Körperpflege, Medikamentenmanagement, Vitalzeichenkontrolle und einfachen Tätigkeiten im Alltag. Um 9:30 machen wir Znüni Pause. Nach der Pause führe ich meine Tour fort. Am Nachmittag besuche ich nochmals Klienten und unterstütze sie, danach gehe ich meinen administrativen Tätigkeiten im Büro nach.

Fachfrau Gesundheit in Ausbildung

Wer unterstützt dich bei deiner Ausbildung? Meine Familie, Freunde, meine Kolleginnen in Ausbildung, die Berufsbildnerin, das Spitex-Team und auch die Ausbildungsverantwortliche

Beschreibe doch bitte kurz deinen beruflichen Tagesablauf? Jeder Tag ist sehr individuell gestaltet. Nach dem Einlesen starte ich meine Tour auf dem E-Bike.

Kannst du dich noch an deinen ersten Arbeitstag erinnern? Der erste Tag war mit vielen Informationen und neuen Eindrücken vom Arbeitsalltag in der Spitex geprägt.

Katharina Monn

Ausbildungskonzept Die berufliche Praxisausbildung erfolgt in einer Institution des Gesundheits- und Sozialwesens. Die schulische Ausbildung findet an 1 – 2 Tagen pro Woche an der Berufsschule statt. Dazu kommen auch verschiedene überbetriebliche Kurse zu diversen Themen. Es besteht ebenfalls die Möglichkeit, bei guten schulischen Leistungen, die Berufsmaturität zu erwerben. Abschluss Fähigkeitszeugnis Fachmann /-frau Gesundheit Arbeitszeiten und Einsätze • 40 – 45 Stunden pro Woche • Fünf Wochen Ferien (bis zum 20. Lebensjahr) • Arbeitseinsätze an Sonnund Feiertagen • Ab dem 3. Lehrjahr können die Lernenden auch für Nachtschicht eingesetzt werden.

Katharina Monn Lehrstelle: Familienhilfe Liechtenstein e.V., Spitex Wohnort: Berschis (SG) Hobbys: Joggen und Volleyball


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Was steckt hinter 100pro! Liechtenstein? 100pro! ist eine Initiative der Wirtschaftskammer. Sie setzt sich zum Beispiel dafür ein, dass kleinere Betriebe im Verbund miteinander Lehrstellen anbieten können. Sie unterstützt ausserdem Lernende, die Hilfe benötigen, und Firmen gleichermassen. Ivan Schurte ist der zuständige Bereichsleiter. Die «lie:zeit» hat sich mit ihm kurz unterhalten. Interview: Vera Oehri

Was steckt hinter 100pro? Ivan Schurte: «100pro! berufsbildung liechtenstein» setzt sich für die Berufsbildung ein und wurde als Initiative der Wirtschaftskammer Liechtenstein im Jahre 2010 ins Leben gerufen. Durch die finanzielle Unterstützung des Ministeriums für Wirtschaft und der Wirtschaftskammer Liechtenstein wurde es möglich, die notwendige Unterstützung für Lernende und Lehrbetriebe bieten zu können. Das Lernenden- und Betriebs-Coaching entwickelt sich stets nach

den Bedürfnissen der Lehrbetriebe und Lernenden weiter. Durch die Umsetzung der Bedürfnisse in konkrete Dienstleistungen stellen wir sicher, stets am Puls der Zeit zu sein. Bei der Verbundausbildung bieten wir Hand für jene Betriebe, welche keine ganzheitliche Ausbildung offerieren können bzw. nicht die Ressourcen für einen Lernenden haben. Die Verbundausbildung wurde 2017 und 2018 durch «best place to start» als einer der besten Lehrbetriebe in der Schweiz ausgezeichnet. Unser Name steht für unseren Inhalt: Zu 100

Prozent setzen wir uns für die Berufsbildung ein und lassen unseren Funken täglich auf über 150 Lernende in rund 60 verschiedenen Betrieben überspringen. Wir überzeugen durch Qualität, Leidenschaft und Sensibilität für unsere Kunden. Wie verteilen sich die 150 Lernenden auf die Produkte von 100pro? Ab August 2019 sind 28 Lernende in einer Verbundausbildung. D. h., die Lernenden sind bei uns angestellt, arbeiten aber in mindestens zwei Verbundbetrieben.

Eine sehr attraktive Form, seine Berufsausbildung zu starten. Beim Lehrbetriebs-Coaching holt sich ein bestehender Lehrbetrieb 100pro! als Verstärkung mit an Bord. 100pro! entlastet den Lehrbetrieb in der administrativen Arbeit und ermöglicht jedem Betrieb eine professionelle Berufsbildung. Beim Lernenden-Coaching betreuen wir zurzeit ca. 55 Jugendliche. Diese verteilen sich auf die individuelle Betreuung oder auf die Hausaufgaben-Hilfe HALO (Hausaufgaben-Lobby). Was macht die Verbundausbildung so erfolgreich? Die Jugendlichen finden es interessant, in mehreren Betrieben ihre Lehre zu machen. In den meisten Fällen sind es eher kleinere Unternehmen. So kommt man in ein eher familiäres Unternehmen. Die Betreuung durch die Leitorganisation 100pro! bedeutet auch hier professionelle Berufsbildung. Durch die Anzahl der Lernenden ist es uns natürlich möglich, sehr viel neben der beruflichen Ausbildung anzubieten: schulische Unterstützung, Telefonkurse, QV-Vorbereitungen, Lager, Sozialanlässe (Kino, Grillen etc.).

Das Team von 100pro! V. l.: Alessio Haas, Cassandra Senti und Ivan Schurte.

Ein Angebot von 100pro! ist der Family-Day am 24. August. Was erwartet die angehenden Berufsleute dort? Der Family-Day 2020 ist der


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Startschuss für die Rekrutierung in all unseren Produkten. Wir schreiben im Betriebs-Coaching und in der Verbundausbildung über 30 Lehrstellen aus. Am Family-Day stellen wir allen Interessierten 100pro! und unsere Rekrutierungs-Prozesse vor. Die Schüler, Eltern, Lehrer etc. können vor Ort mit Lernenden oder Berufsbildnern sprechen. Auf einem Art Marktplatz kann jeder die Infos abholen, welche ihn interessieren. Natürlich gehört zum «Gipfeltreffen» auch ein Gipfeli für jeden Teilnehmer. Anmeldungen sind unter 100pro.li möglich. Was ist dieses Jahr neu am Family-Day? Wir wollen mit den Besuchern mehr Interaktionen. Bisher hatten wir eher Diskussionsrunden auf dem Podium. Dieses Mal wird es ein Initialreferat geben, und danach holt sich jeder seine individuellen Informationen ab.

v.l. Sprenger Beatriz (Schreinerin), Frei Simon (Polymech), Arifaj Nexhmije (Kauffrau), Graber Lukas (Kaufmann), Rheinberger Emilia (Kauffrau), Lingg Alexander (Kaufmann), Christen Fabian (Koch), Graber Noah (Kaufmann) und Beck Linus (Automobil-Mechatroniker).

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Eine Initiative der

Lehrstelleninfo 2020 n e f f e r t l Gip f e

Besucht uns mit euren Eltern, Verwandten und Freunden am 100pro! Lehrstelleninfo Gipfeltreffen. Wir stellen euch über 30 Lehrberufe für 2020 vor und gewähren euch einen Einblick in die Tätigkeiten von 100pro! berufsbildung liechtenstein. Datum

Samstag, 24. August 2019

Ort

Wirtschaftskammer Liechtenstein, Schaan

Dauer

09.30 Uhr bis ca. 11.00 Uhr

Anmeldung und zusätzliche Infos zum Programm: www.100pro.li

100pro! berufsbildung liechtenstein Wirtschaftskammer Liechtenstein Zollstrasse 23 . 9494 Schaan www.100pro.li . info@100pro.li


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Unser Team für Kazan ist bereit

CNC Fräser

IT Softwareapplikationen für Unternehmen

Kandidat: Clavadetscher Luzian, Hilti AG Experte: Nigg Claudio, Hilti AG

Kandidat: Manser Dominik, thyssenkrupp Presta AG Experte: Somma Riccardo, CSL Corporate Services Ltd. (Member of First Advisory Group)

Sanitär- und Heizungsmonteur

Malerin

Kandidat: Batliner Nicola, G + H Marxer AG Experte: Steiner Manuel, Martin Dietrich Gebäudetechnik AG

Kandidat: Ackermann Desirée, Altelier B&B AG Experte: Gruber Dominik, Altelier B&B AG


08/2019

business:zeit

SONDERTHEMA BILDUNG

Vom 22. bis 27. August 2019 findet die 45. WorldSkills statt Die Werkzeugkisten sind bereits auf dem Weg ins russische Kazan, wo die 45. WorldSkills stattfinden werden. Auch die Koffer des Liechtensteiner Teams stehen schon teils gepackt. Am 15. August machen sich Reto Blumenthal, Technischer Delegierter, und Leo Stillhard, Chefexperte, auf den Weg nach Kazan. Einen Tag später folgen die Experten nach. Am Sonntag, den 18. August, fliegen unsere sechs WorldSkiller, der Teamleiter Giorgio Di Benedetto, die Medienvertreter und Delegationsleiter Stefan Sohler nach Russland, um sich mit den besten Berufsleuten der Welt zu messen. Die Vorbereitungen sind praktisch abgeschlossen. Jetzt gilt es, unter grosser Anspannung und unter Beobachtung von Jury und Publikum das Gelernte während den vier Wettbewerbstagen abzurufen und abzuliefern. Manche werden Leistungsdiplome, andere sogar Medaillen gewinnen. Gewinner werden sie aber alle sein. Reicher an Erfahrungen und Erlebnissen. Liechtenstein darf die Daumen drücken. Daumen drücken auch die mitreisenden Eltern und Ausbildungsverantwortlichen. Auch für sie wird diese Bildungsund Fanreise nach Kazan ein unvergessliches Erlebnis werden.

Chefexperte Stillhard Leo

Schweizerische Maler- und Gipserunternehmer-Verband (SMGV)

IT Netzwerk- und Systemadministrator

Gesundheits- und Sozialbetreuung

Kandidat: Hogge Luca, LGT Experte: Wachter Stefan, Ivoclar Vivadent AG

Kandidat: Schädler Lena, Klinik St. Pirminsberg Experte: Lorenz-Klemm Katharina

«Delegationsleiter & Offizieller Delegierter» Dr. Sohler Stefan, AIBA

Technischer Delegierter

Teamleiter Kandidaten

Blumenthal Reto, AIBA

Di Benedetto Giorgio, Atelier B&B AG

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kultur:zeit

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Ein Künstler reflektiert über seine Heimat «Reflexionen auf Liechtenstein» lautete der Titel von Hugo Marxers Ausstellung zum Landesjubiläum. Die viel beachtete Ausstellung im Landesmuseum war ein voller Erfolg, an den der Eschner Künstler nun anknüpft und sein Atelier für die an seiner Kunst Interessierten öffnet. Eine Gelegenheit, Kunst am Ort ihres Entstehens zu erfahren und sich mit den tiefgründigen Aussagen der Jubiläumsexponate auseinanderzusetzen, die jetzt übrigens auch erworben werden können. Text: Egon Gstöhl «Das grosse Besucherinteresse hat mich überwältigt und sehr gefreut.» So lautet Hugo Marxers Fazit zu seiner rund zehnwöchigen Ausstellung im Landesmuseum zum Auftakt des Jubiläumsjahres. Dass er sich zum 300-jährigen Bestehen Liechtensteins mit seinem Heimatland auseinandersetzt, war für ihn eine Selbstverständlichkeit und eine Ehre zugleich. «Ich habe bereits in vielen Ländern gearbeitet und ausgestellt. In Liechtenstein aber bin ich aufgewachsen, in Liechtenstein fühle ich mich wohl, und das Land sowie seine Einwohner haben mich genauso geprägt wie einen grossen Teil meines Lebenswerks. Denn in Liechtenstein habe ich meine Wurzeln», sagt Hugo Marxer.

Vielseitiger Künstler, vielseitiges Werk Hugo Marxer ist ein Allrounder in der bildenden Kunst. Seine Mehrfachbegabung reicht von

der Malerei über die Druckgraphik bis hin zur Bildhauerei. Seine künstlerische Weichenstellung erfolgte durch Studien an internationalen Akademien sowie durch die Begegnung mit dem Bildhauer Henry Moore. Neben seinem Atelier in Eschen verbrachte Marxer viele Jahre in seinem Atelier in der Toskana – inspiriert von den berühmten Marmorbrüchen in Carrara. Als Steinbildhauer der Zeitgenössischen Moderne gestaltet er daher in erster Linie Skulpturen aus Marmor, Granit, Lava- und Sandstein. In seinem künstlerischen Schaffen orientiert Hugo Marxer sich am Reglement der italienischen Renaissance-Künstler.

bei der römischen Besiedlung der Rheintalebene. Seine Darstellungen des in Schaan gefundenen Legionärshelms und seine Zeichnung der Römervilla in Nendeln erinnerten neben anderen Exponaten an diese Zeit. Einen weiteren Aspekt der Ausstellung widmete Marxer der römisch-katholischen Kirche und dem Glau-

ben, welche für ihn ebenfalls wichtige Wurzeln seiner Heimat sind. Den Schwerpunkt bildeten aber 18 Ölbilder und drei Zeichnungen zu Orten und Stätten in Liechtenstein, die für den Künstler von besonderer Bedeutung sind: Burgruinen, Landschaften, Gewässer und markante Bäume.

Diese Vielseitigkeit spiegelte auch Hugo Marxers Ausstellung «Reflexionen auf Liechtenstein» wider. Dabei ging er aber nicht nur auf die vergangenen 300 Jahre ein, sondern startete seinen Ausflug in die Landesgeschichte bereits

VC_206x63mm_Layout 1 17.06.2019. 12:51 Page 2

22 – 25 AUGUST 2019

U. A. KIAN S ZURCA

U. A. MIT LANG LANG, KIAN SOLTANI ENSEMBLE ESPERANZA, TAMARA KAUFMANN, PETRIT ÇEKU, CAROLINE CAMPBELL, KEVIN GRIFFITHS, SINFONIEORCHESTER LIECHTENSTEIN, MAXIMILIAN NÄSCHER, ROBINA STEYER, ...

Herzlich willkommen in Vaduz.

vaduzclassic.li


kultur:zeit

08/2019

Austausch in besonderer Atmosphäre «Ich habe mir sehr gerne die Zeit genommen, interessierte Besucher durch die Ausstellung zu führen und ihnen meine Werke zu erläutern. Leider konnte ich aber längst nicht mit allen Gästen persönliche Worte wechseln», bedauert Hugo Marxer, dass der Kontakt mit den Freunden seiner

Kunst etwas zu kurz gekommen ist. «Daher biete ich allen Interessierten die Möglichkeit, die wichtigsten Werke der Ausstellung nochmals in meinem Atelier in Eschen anzuschauen und sich mit mir darüber auszutauschen. Dort herrscht eine ganz besondere Atmosphäre, und ich heisse nach Voranmeldung gerne Einzelpersonen, Paare oder kleine Gruppen bei mir willkommen – denn meine Reflexionen auf Liechtenstein leben nicht nur von der Kunst an sich, sondern auch von den Gedanken und Überlegungen dahinter.»

Anmeldung für einen Atelierbesuch Nach Vereinbarung an den beiden Wochenenden vom 6. bis 8. September oder vom 13. bis 15. September, jeweils ab 16 Uhr. Telefon: 373 31 84 E-Mail: monica.marxer@adon.li

FIRMENGRÜNDUNG BUCHHALTUNG REVISION & TREUHAND … und wenn Sie ihr Rechnungswesen einfach, digital, papierlos organisieren möchten, dann rufen Sie Manfred Batliner unter +423 377 03 88 an.

UNTERNEHMER

Freizeit erleben

Blick über Grenze und Zeit (Foto Hansjörg Nipp)

«Blick über die Grenze – 300 Jahre nah und fern» Historischer Abendspaziergang in Schellenberg Wie unser Land vor drei Jahrhunderten Liechtenstein wurde und wie es sich über die Zeiten halten konnte, das ist landauf landab Jubiläumsthema. Was aber geschah in den 300 Jahren über den engen Grenzen, nah wie fern? Bei den Nachbarn unterhalb des Unterlands, über dem Rhein, hinter den Bergen? Was im weiteren Europa? In der Welt? Der von Liechtensteiner Unterland Tourismus und Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein organisierte Abendrundgang beginnt bei der Schellenberger Kirche und führt dorthin zurück. Im Gelände werfen wir an verschiedenen Punkten Blicke über die Grenzen. An Beispielen führt der Historiker vor Augen, was sich, verglichen mit Liechtenstein, zu verschiedenen Zeiten in den Nachbarländern und in der Welt tat, wie sich fremde Länder entwickelten, modernisierten. Wie sah zum Beispiel die Schweiz um 1719 aus, wie im 19. Jahrhundert? Nordamerika vor und nach der Unabhängigkeitserklärung 1775? Oder Österreich um 1815, 1918, 1938? Was war in Ostasien inklusive China in den vergangenen 300 Jahren? Es mag anschaulich werden, wie stark unser kleines Land in die Entwicklung der Nachbarn und der Welt einbezogen, ja mitgerissen war und ist. Man denke an Kartoffel, Türken (Mais), «Kolonialwaren», Kleider, Kriege, Revolution, Bahn, Fabrik, Verkehr, Aus- und Einwanderung, schliesslich «www» (World Wide Web). Erstaunlich, dass das kleine Land samt Bevölkerung nicht in einem Nachbarstaat verschwunden, sondern eigen geblieben ist. Alle geschichtlich Interessierten sind herzlich eingeladen, freier Eintritt, keine Anmeldung. Der Rundgang findet bei jeder Witterung statt – schön ist es immer. Im Anschluss offeriert Liechtensteiner Unterland Tourismus und Historischer Verein für das Fürstentum Liechtenstein eine Erfrischung.

ZENTRUM

TREUHAND-ANSTALT

St. Luzi-Str. 18 | 9492 Eschen office@unternehmerzentrum.li

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LI-9491 Ruggell info@unterland-tourismus.li www.unterland-tourismus.li


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meine:zeit

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«Wir geben Kindern eine Zukunft» Magdalena Frommelt hat im Juli als dritte Persönlichkeit aus Liechtenstein das Amt als Governor des Rotary International Distrikt 2000 übernommen. Damit ist sie auch eine der wenigen Frauen, die dieses Amt übernimmt. Als Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf (Liechtenstein) e.V. kümmert sie sich zudem um das Sammeln von Spenden für die Schwächsten unserer Gesellschaft. Interview: Tamara Beck

Was bedeutet Ihnen das Amt des Distrikt Governors und was beinhaltet es? Magdalena Frommelt: Als Distrikt Governor einer so grossen Service-Organisation wie Rotary International, die weltweit über 1,2 Mio. Mitglieder hat, bin ich ein Jahr lang für die ordentliche Geschäftsführung des Distriktes verantwortlich. In San Diego/USA sind wir weltweit 530 Governors in unser Amt eingeführt worden. Ich werde in meinem Amtsjahr alle 77 Clubs besuchen, Distriktskonferenzen und Fachseminare in Liechtenstein leiten und an vielen weiteren Anlässen von

Rotary teilnehmen. Als Botschafterin von Rotary International ist natürlich auch die Kommunikation im Distrikt sehr wichtig. Können Sie das ausführen? Der Governor ist Dreh- und Angelpunkt für die durchgängige Kommunikation auf allen Plattformen. Durch meine frühe Initiative auf Social Media sind wir jetzt absolut auf dem neuesten Stand. Ich möchte die Projektarbeiten der einzelnen Clubs im Distrikt so sichtbar wie möglich machen. Lokal, national und auch weltweit. Zum Beispiel leisteten die Rotarier im 2018 weltweit für

850 Mio. Dollar Freiwilligenarbeit (John Hopkins Universität).

schlagen, und dafür braucht man einen Mentor.

Wie kamen Sie zu diesem Amt? Auf Empfehlung eines Clubmitgliedes meines Rotary Clubs wurde ich dem Ausschuss-Komitee vorgeschlagen. Es gab drei Kandidaturen im Distrikt 2000. Und hier bin ich jetzt.

Wie fühlen Sie sich in Ihrem Amt? Es ist toll, in solch einer Organisation etwas bewegen zu können und sich für die Gesellschaft einzubringen. Die Begegnungen mit aussergewöhnlichen und interessanten Menschen sind sehr bereichernd und entschädigen mich für meinen Arbeitsausfall und Aufwand. Ich lerne sehr viele Projekte kennen, wie beispielsweise das Projekt von Rotarier Dr. Felix Keller zur Rettung des Morteratsch-Gletschers. Selbstverständlich werde ich ihn auch bei seinen Bemühungen unterstützen.

Weshalb wird dieses Amt so selten von Frauen ausgeübt? Na ja, bei Rotary sind seit 1989 Frauen offiziell aufgenommen worden. Heute sind rund 25 % Frauen bei Rotary. Bei Rotary wird man für ein Amt vorge-

Wie lange sind Sie schon Mitglied im Rotary Club und warum? Ich bin seit 1998 Mitglied des Rotary Club Liechtenstein-Eschnerberg und damit auch Gründungsmitglied des Clubs. Es ist ein tolles internationales Business und persönliches Netzwerk. Bei jedem Club-Meeting gibt es Vorträge von interessanten Persönlichkeiten aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Ich gehe jeden Freitag nach dem Meeting nach Hause und habe wieder etwas Neues gehört und dazugelernt.

Mitglieder des Rotaryclubs Liechtenstein-Eschenberg

Sie waren fast 10 Jahre lang in der Geschäftsführung der Formatio tätig und sind jetzt die Geschäftsführerin von SOS-Kinderdorf (Liechtenstein) e.V.? Die Geschäftsführung von SOS-Kinderdorf (Liechtenstein)


meine:zeit

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Was machen Sie als Ausgleich zu Ihrer Geschäftstätigkeit? In meiner Freizeit liebe ich es zu lesen, zu wandern und zu reisen.

Magdalena Frommelt (rechts) mit den beiden Töchtern Julia und Gloria. e.V. zu übernehmen, ist für mich eine Herzenssache. Wir kümmern uns um Sozialwaisen, also schwer traumatisierte Kinder, und geben ihnen ein sicheres Zuhause. Aber nicht nur ihnen, auch Jugendlichen. In Familienstärkungsprogrammen sind wir auch sehr aktiv, und das mit Projekten auf der ganzen Welt. Mit über 2700 Projekten geben wir Kindern eine Zukunft. Wir begleiten ein Kind im Durchschnitt 17 Jahre. Alle unsere Projekte sind also nachhaltig, und dafür werde ich mich einsetzen: Spenden zu sammeln für die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Wenn Sie auf Ihre vergangenen Tätigkeiten zurückblicken, wo haben sie welche wertvollen Erfahrungen gesammelt? Ich war in drei grossen Bereichen tätig: im öffentlichen Personenverkehr, im Bank- und Trustwesen sowie im sozialpädagogischen Bildungsbereich. In allen drei Bereichen war ich für die Unternehmensführung, Finanzen, Personal und Marketing sowie Kommunikation zuständig. Die wertvollste Erfahrung waren für mich die Menschen, denen ich begegnet bin. Ihre Persönlichkeiten, ihr Teamgeist und ihre Unterstützung während meiner CEO-Tätigkeit haben mich begeistert. Die Menschen sind das wichtigste Kapital einer Unternehmung. Dafür hat ein Leader Sorge zu tragen und als ein Vorbild zu wirken.

Sie haben 2 Kinder, waren aber schon früh als Geschäftsführerin tätig. Wie haben Sie Beruf und Familie vereinbaren können? Wir Frauen sind Organisationstalente. Ich hatte eine Nanny angestellt und die Unterstützung meiner Mutter gehabt. Meine Kinder sind früh zur Selbstständigkeit und Mitarbeit in allen Belangen erzogen worden. Nur so war es möglich, gemeinsame Zeit, tolle Wochenenden und einen schönen Urlaub zu verbringen. Was, denken Sie, braucht es, um als Frau eine erfolgreiche Unternehmerin zu sein? Erfolgreich zu sein, ist keine Gender-Frage, sondern eine Frage der Persönlichkeit. Für Leadership braucht es Liebe für die Menschen («MMMM: man muss Menschen mögen»), Vorbildfunktion und Authentizität. Und wahrscheinlich ein Quäntchen Leidenschaft fürs Business und die Branche, in der man tätig ist. Sind Sie auch Hindernissen begegnet, denen Ihrer Meinung nach ein Mann nicht begegnet wäre? Na ja, uns Frauen fehlt ein bisschen das Netzwerk untereinander und das Mentoring. Wir sind im «Mannschaftssport» noch nicht so trainiert wie die Männer. Aber das kommt. Für die Generation meiner Töchter wird es hoffentlich leichter werden.

Sie sind letztes Jahr rund 100’000 Kilometer alleine um die Welt gereist. Wie haben Sie das erlebt? Ich habe meine eigenen Grenzen gesucht und bin über die Grenze hinausgegangen. Australien, Neuseeland, Cook Islands und Amerika. Als ich zurückkam, hatte ich quasi einen Kulturschock. Wenn man sieht, was in Ländern wie Australien für Probleme mit der Wasserknappheit, Trockenheit und Dürre herrschen und das mit unserem Land vergleicht, sind die Probleme hier relativ klein. Wir haben eine grosse Verantwortung, zu diesem Land Sorge zu tragen, damit die Generation unse-

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rer Kinder hier weiterleben kann und nicht auswandern muss. Was sind Ihre Pläne für die nächsten Jahre? Meine Töchter sind erwachsen, und deshalb möchte ich mich für die Gesellschaft engagieren und meine Erfahrungen und mein Können in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Die Zeit, in der wir leben, ist bemessen, und diese Dinge geben mir Inhalt und Sinn.

KURZ GEFRAGT Wie starten Sie in den Tag? Mit einer fein duftenden Tasse Demmel-Kaffee! Was schätzen Sie an Ihrer Wohngemeinde? Die Entwicklung der Gemeinde Schaan der letzten Jahre unter unserem Vorsteher Daniel Hilti. Er und der Gemeinderat haben Schaan zu einem Dorf mit sehr hoher Lebensqualität gemacht. Schaan strahlt nach aussen ein modernes, aktives, ökologisches Image aus. Ich lebe sehr gerne in Schaan. Welches ist Ihr liebster Ort in Liechtenstein? Der Rhein. Er hat so etwas Beruhigendes und Majestätisches an sich. Welches Buch liegt derzeit auf Ihrem Nachttisch? Sebastian Fitzek: Fische, die auf Bäume klettern (ein Kompass für das grosse Abenteuer namens Leben). Ein Lieblingszitat? Einstein sagte einmal: «Jeder ist ein Genie! Aber wenn du einen Fisch danach beurteilst, ob er auf einen Baum klettern kann, wird er sein ganzes Leben lang glauben, dass er dumm ist.» Ein Reiseziel, das Sie noch interessieren würde? Die nordischen Länder wie Norwegen, Finnland und Schweden. Was wünschen Sie sich für die Zukunft? Ich wünsche mir für uns und die kommenden Generationen, dass es uns weiterhin so gut geht und wir uneigennützige, mutige und vorausschauende Politiker haben, die das Land in die Zukunft führen.


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meine:zeit

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Zahltag bei Mano Norbert Marxer, weitläufig als «Mano» bekannt, hat den gleichnamigen Friseursalon in Eschen vor 48 Jahren eröffnet. Er ist durch und durch Friseur, und steht mit 71 Jahren noch seinen treuen Stammkunden zur Verfügung. Wenn er nicht gerade Schere und Kamm in der Hand hat, ist er in den Bergen, oder in der Küche anzutreffen: Mano liebt Bergsteigen, Wandern oder Klettern sowie Familie und Freunde kulinarisch zu verwöhnen. Interview: Vera Oehri-Kindle · Fotos: Oliver Hartmann

Wie viele Coiffeusen arbeiten um dich herum?

3

Vor 48 Jahren hat sich Mano selbständig gemacht.

7

Was für ein Alter hat dein jüngster Kunde?

Mit wie vielen Produkten arbeitest du?

5+

4

Wie viele Hobbys hast du neben deinem Job?

In seiner Laufbahn als Friseur hat Mano über 80 Scheren gebraucht.

0*

Wie viele Dosen Haarspray brauchst du im Jahr durchschnittlich? *bei mir

1971

Wie viele Tage arbeitest du durchschnittlich in der Woche?

2.5

In welchem Jahr hast du Salon Mano eröffnet?


meine:zeit

08/2019

100+

25

Wie viele Berggipfel hast du schon bestiegen? Wie viele Frisierstühle stehen im Salon?

Wie viele Lehrlinge hast du schon ausgebildet?

10 Dienstleistungen bietet er seinen Kunden an.

Wie viele Scheren hast während deiner Friseur-Laufbahn benutzt?

80+

7–9

7

Wie viele Dienstleistungen bietest du an?

10

Mano hat schon 25 Lehrlinge erfolgreich ausgebildet.

Wie viele Männerköpfe frisierst du am Tag?

Wie viele Jahre Berufserfahrung hast du?

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salon mano - heute ein Naturfriseur

Wie viele Stunden am Tag arbeitest du durchschnittlich?

8

Seit 2012 hat sich salon mano unter neuer Führung weiter entwickelt. Das salon mano Team hat seine Vision eines Naturfriseur-Geschäfts in die Wirklichkeit umgesetzt. Die drei Friseurinnen Sarah, Julia und Sabine arbeiten heute 100% mit natürlichen Bio und Fair-Trade Produkten. Das Wohlergehen der Kundinnen und Kunden und die ökologischen Werte des salon mano Teams werden täglich in den Vordergrund gestellt. Der Leitsatz des salon mano Teams «Heute ist mein Lieblingstag» inspiriert auch Dich bei Deinem Besuch. www.salon-mano.li

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tier:zeit

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Weisskehlchen auf lauten Sohlen Seit dem Mittelalter feiern Steinmarder im Sommer ausgelassen Hochzeit in Scheunen, Ställen und Dachböden. Aber erst seit einigen Jahrzehnten kommen sie auch unter die (Motor-)Haube… Text: Paul Herberstein, Vaduz · www.herberstein.li

Im alten Volksglauben jagte einem der «Mahr» noch den kalten Schauer über den Rücken. Ein gespenstisches Fabelwesen, das einem Nacht für Nacht nicht nur Albträume bescherte, sondern in künstlerischen Darstellungen als ein wohlbekanntes Tier dargestellt wurde: als Marder. Heute verursacht der Steinmarder zwar keine Albträume mehr, aber zumindest noch schlaflose Nächte. Ab Frühjahr ist der neugierige und verspielte Nachwuchs lautstark auf Entdeckungsreise, im Hochsommer wird zwischen Männchen und Weibchen hemmungslos gepoltert, dass sich die Balken biegen. Mit wilden Paarungsspielen, Fauchen und Kreischen machen sie die Nacht zum Tag. Spätestens mit Sonnenaufgang ist der Spuk aber zu Ende: Die Steinmarder

ziehen sich in ihre Verstecke zurück, die von einfachen Mauerlöchern über Reisighaufen bis zu Holzstössen reichen. Im Gegensatz zu seinem bis heute vor allem in ausgedehnten Wäldern lebenden, menschenscheuen Verwandten, dem Baummarder, machte es sich der Steinmarder schon früh in Siedlungen und deren Bauwerken gemütlich. Die Gründe dafür liegen auf der Pfote des wärmeliebenden, gewitzten Marders: ein perfektes Zuhause, das ohne eigenes Zutun zu jeder Jahreszeit trocken bleibt, bestens vor Wind und Wetter schützt und dazu noch rundherum Nahrung im Überfluss bietet. Selbst im Müll oder auf dem Komposthaufen findet sich nämlich jede Menge Schmackhaftes für den gar nicht heiklen Mardermagen. Das Weisskehlchen – wie der Stein-

marder aufgrund der markanten Fellfärbung auch genannt wird – ist trotz des scharfen Raubtiergebisses überwiegend Vegetarier, passt seinen Speiseplan aber immer an die jeweilige Umgebung und Jahreszeit an. Als echte Leibspeise gilt gerade im Sommer süsses Obst wie etwa Himbeeren, Zwetschgen oder Kirschen. Davon legt sich das intelligente Wildtier auch Depots an, um die Leckerbissen oft erst Wochen später als getrocknete Früchte zu verzehren. Fleisch oder eiweissreiche Nahrung spielen vor allem in den kälteren Monaten und während der Aufzucht der Jungen im Frühling eine entscheidende Rolle. Dann werden vom Regenwurm über kleine Vögel wie etwa Drosseln bis zum Kaninchen oder – wenn vorwiegend in Stadtgebieten gejagt wird – auch Ratten und Tauben gefressen.   

Bei der Jagd wird aus dem schlanken Tier mit den grossen tiefschwarzen Augen ein richtiges Raubtier. Mit feiner Nase und hellwachem Blick durchkämmt der Steinmarder sein Revier. Hat er eine Beute im Visier, kann er bis zu zwei Meter weit oder hoch springen, um sich auf das Opfer zu stürzen und mit einem Nackenbiss schnell zu töten. Apropos beissen: War da nicht noch etwas mit Kabeln und Schläuchen? Richtig: Der Steinmarder ist den meisten wohl besser als Automarder bekannt. Als einer, der einem zur schlaflosen Nacht auch noch den Pannenfahrer beschert. Die Gründe, warum Steinmarder so gern «unter die Haube» kommen, sind bis heute nicht eindeutig erforscht. Neben der angeborenen Neugier und dem warmen Unterschlupf haben es dem Marder wohl auch die für ihn offenbar schmackhaften Kautschuk- und Polyesterkabeln angetan. Und im Sommer rund um die Paarungszeit kommen noch die männlichen Hormone ins Spiel: Riecht das eifersüchtige Männchen im Motorraum einen Rivalen, der dort irgendwann keck herumgestiegen ist, dann bekommen das Dämmung und Kabel mit wütenden Bissen zu spüren. Steinmarder-Weibchen leben wie die Herren überwiegend allein, sind aber zumindest nach der Geburt des Nachwuchses im April bis zum Winter mit den Jungen zusammen. Die kommen als echte Nesthocker nackt und blind auf die Welt, stehen aber meist schon ab Herbst auf eigenen Pfoten und suchen sich dann neue Reviere. Und wer weiss: Vielleicht macht es sich dann so ein Jüngling auch auf Ihrem Dachboden gemütlich…


meine:zeit

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Wir gratulieren zum Staatsfeiertag, Dolce AG, Vaduz

Geächteter Geäch(engl.) teter (engl.) ital.: Eier ital.: Eier schmalste Stelle des schmalste Rumpfes Stelle des Rumpfes tschech. Stadt tschech. an der Stadt Ohre an der Ohre

HawaiiInsel HawaiiInsel

4 4 Queck-

Lösungswort:

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ugs.: übelugs.: launig übellaunig Ältestenrat Ältestenrat

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rotbraun rotbraun

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Brise 8 von der Brise Wasservon der seite Wasserseite

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5 5

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Schiffshilferuf Schiffs(Abk.) hilferuf (Abk.)

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stimmgewalt. stimmgriech. gewalt. Held griech. Held

9 9 7 7

8 8

Staatsform von StaatsLiechform von tenstein Liechtenstein

Nadelbaum Nadelbaum

zu keiner zu Zeit keiner Zeit

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Zwangslagen Zwangslagen

ein Leichtein metall Leicht(Kurzw.) metall (Kurzw.)

Tonfall, AusTonfall, sprache Aussprache

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InseleuroInselpäerin europäerin

Kursabweichung Kursabb. Fahrweichung zeugen b. Fahrzeugen

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ein afrikanischer ein afriBürger kanischer Bürger

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® ® s1313-76 s1313-76

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Senden Sie uns das Lösungswort ...

Per E-Mail: vera.oehri@medienbuero.li Einsendeschluss ist der 19. August 2019 Der Rechtsweg ist ausgeschlossen

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Und so machen Sie mit:

Per Post: Medienbuero Oehri & Kaiser AG, «Rätsel» Essanestrasse 116, 9492 Eschen

Mitteilung Mit(ugs. teilung Kurzw.) (ugs. Kurzw.)

russ. männruss. licher männVorname licher Vorname

Klettertier Kletterin den tier Tropen in den Tropen

6 6 10 11 10 11

früherer Titel in früherer Venedig Titel in u. Genua Venedig u. Genua

italienisch: italieInsel nisch: Insel

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grosse Märchengrosse figur Märchenfigur

SicherheitsSicherluftsack heitsim Auto luftsack im Auto

Hafendämme Hafendämme

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südamerik. südEchse amerik. Echse

Bratenbeigabe Braten(franz.) beigabe (franz.)

silberQuecklegiesilberrung legierung

sich in Bewegung sich in Violine setzen; Bewegung abheben Violine setzen; abheben AtemschutzAtemgerät schutzgerät amerik.engl. amerik.Dichter engl. †Dichter 1965 † 1965 Stacheltier Stacheltier Stiefvater StiefRolands vater (Sage) Rolands (Sage) früheres Mass der früheres Radio-der Mass aktivität Radioaktivität

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gelbliches gelbPferd liches Pferd Fürstenname Fürstenname

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Berbernomade Berbernomade

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SportruderSportboot ruderboot

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Die Gewinner Dolce Vaduz sind: Paulina Telser, Triesenberg Anton Willi, Balzers

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Profile for Medienbüro Oehri & Kaiser AG

lie:zeit Ausgabe 77  

Zeitschrift für Liechtenstein und die Region

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