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Ausgabe November 2012

microNews

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Mitteilungen aus der Mikrotechnologie-Initiative Zentralschweiz

Ausgabe Mai 2013

maxon:

Innovation und Effizienz CSEM:

TURBISC – Eine Miniaturpumpe HSLU-W:

Trendumkehr bei Offshoring LQ=XVDPPHQDUEHLWPLW

centre suisse d’électronique et de microtechnique

SCHURTER:

Beschleunigte Sicherungsentwicklung 1


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Ausgabe Mai 2013

Editorial

Im Dezember 2012 konnte eine neue Leis­ tungsvereinbarung, betreffend die finanzielle Unterstützung der Mikrotechnologie-­Initiative Zentralschweiz, zwischen den Zentralschweizer Kantonen und der MCCS AG unterzeichnet werden. Dies ist auch eine Anerkennung der Bedeutung der Mikrotechnologie-Initiative für die Wirt­­ schaftsregion Zentralschweiz. Dabei ist zu beachten, dass der Wertschöpfungs­anteil der produzierenden Unternehmen in der Zentralschweiz nach wie vor deutlich ­höher als der Schweizer Durchschnitt ist und die Bedeutung des sekundären Sek­ tors für die Schweizer Volkswirtschaft oft unterschätzt wird. Gemäss einer Untersuchung von Avenir Suisse (Juni 2012) ist die Schweiz inzwi­ schen «Das am stärksten industrialisier­ te Land der Welt», vor Länder wie Japan und Deutschland. Während sich der Anteil der industriellen Wertschöpfung in der Schweiz seit den 1970er Jahren von rund 40 auf 24 Prozent des BIP pro Kopf redu­ ziert hat, haben allen anderen westlichen

Inhalt

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OECD-Länder in derselben Zeit mas­ siv deindustrialisiert und sind bezüglich industrieller Wertschöpfung hinter die Schweiz zurück gefallen. Aufgrund der Auswirkungen der Finanzkrise versuchen nun die EU und die USA mit entspr. Inves­ titionen ihre Volkswirtschaften wieder zu reindustrialisieren. Um auch in Zukunft wettbewerbsfähig zu bleiben, muss sich der Wirtschaftsstand­ ort Schweiz auf seine Stärken besinnen und diese weiter entwickeln! Auf volks­ wirtschaftlicher Ebene sind dies neben politischer Stabilität und Rechtssicher­ heit, die Lebensqualität, die Sozialpart­ nerschaft, die Infrastruktur und das duale Bildungssystem. Wie Auslagerungsgrün­ de (S.8) zeigen, hat die Schweiz hier teil­ weise an Boden verloren. Zugleich ist auf betrieblicher Ebene eine Weiterentwick­ lung in Richtung qualitativ und technolo­ gisch anspruchsvoller Produkte erfolgsversprechend, bspw. in den Bereichen Präzisionsinstrumente, Feinmechanik, Biound Medizinaltechnik sowie Sensorik.

Sowohl für die Entwicklung innovativer Pro­ dukte als auch qualitäts- und kostenopti­ mierter Produktionsprozesse, sind neue Technologien ein wichtiges Element, um mit innovativen Leistungsangeboten und ausreichender Wertschöpfung in einer globalisierten Welt erfolgreich bestehen zu können. Um den Zugang zu neuesten Technologien und Kompetenzen sicher zu stellen, engagieren sich Unternehmen wie seit kurzem medela und CARAG (S.12) in der Mikrotechnologie-Initiative Zentral­ schweiz.

Bruno R. Waser Delegierter VR MCCS AG

Das Editorial wird abwechselnd von Philippe Steiert, Leiter CSEM Zentralschweiz, und Bruno R. Waser, Delegierter VR MCCS AG, geschrieben.

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maxon: Mit Innovationen und Effizienz in der Erfolgsspur bleiben

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CSEM: TURBISC – Eine Miniaturpumpe für pulsationsfreies und bidirektionales Fördern von nieder- bis hochviskosen Medien

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Mikrotechnologie-Netzwerk Zentralschweiz

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HSLU-W: Trendumkehr bei Offshoring

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SCHURTER: Beschleunigte Sicherungsentwicklung dank Multiphysik-Simulation

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maxon motor ag

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Mit Innovationen und Effizienz in der Erfolgsspur bleiben Seit Anfang April gilt für ein Drittel der gut 1000 maxon Beschäftigten in Sachseln Kurzarbeit. «Einige grosse Bestellungen vor allem aus Südeuropa aber auch aus den USA sind von den Kunden verscho­ ben worden», erklärt Ulrich Claessen, Geschäftsleitungsmitglied und Leiter von Forschung und Entwicklung bei maxon. Die unsichere Wirtschaftslage, welche sich auf die Bestellungen auswirkt, ist nicht die einzige Herausforderung für das Unternehmen. Gleichzeitig ist der Preis­ druck hoch. Dafür sorgen asiatische Mit­ bewerber aber auch die stark gestiegenen Preise der viel zitierten Seltenen Erden. «Der Preis von Neodym, das wir für Ma­ gnete in unseren Motoren verwenden, ist 2011 geradezu explodiert», erklärt Cla­ essen. Die Preise sind zwar unterdessen wieder gesunken, werden aber wohl kaum auf das Niveau von 2011 zurückkehren. Der Ansatz, mit dem die Herausforde­ rungen gemeistert werden sollen, ist derselbe, der maxon in den vergangenen Jahren zu starkem Wachstum verholfen hat: «Erfolg ist nur durch Innovation und neue Produkte und Anwendungen zu er­ reichen», stellt Ulrich Claessen klar. In den vergangenen Jahren war vor al­ lem der Einstieg in die Medizintechnik ein wichtiger Wachstumstreiber. 2007 ist maxon medical gestartet. Unterdessen macht das Geschäft mit Motoren für La­ borgeräte, chirurgische Instrumente oder auch Insulinpumpen ungefähr die Hälfte vom Umsatz aus. Heute bezeichnet Claessen unter an­ derem humanoide Roboter aber auch die Luft- und Raumfahrt als Zukunfts­ markt. maxon ist bereits heute in beiden Sektoren gut positioniert. Aus Sachseln stammen Motoren für das kommerzielle Raumschiff Space-X oder den humanoi­ den Roboter Roboy, der von der Universi­ tät Zürich initiert wurde. Die Innovationen bei maxon umfassen aber nicht nur die Motoren selbst. Im

November startete ein Onlineshop für die neue DCX-Motorenfamilie. Zum ers­ ten Mal können Kunden Motoren samt Getriebe und Encoder über das Internet nach Ihren Bedürfnissen konfigurieren und direkt bestellen. Das System erstellt automatisch eine Spezifikation und Doku­ mentation der kundenspezifischen Pro­ dukte sowie zwei- und dreidimensionale Massbilder. «Die Bestellung von Motoren über das Internet ist in unserem Marktsegment sehr ungewöhnlich», erklärt Claessen. Sie wurde möglich durch komplett neue Prozesse auf Seiten von maxon. Unter an­ derem wurde für die neue Motorenfamilie eine eigene Produktionslinie eingerich­ tet. Die Bestellungen landen direkt dort. In den ersten Monaten hat sich das neue System bewährt. Bisher konnten alle nach Kundenwunsch modifizierten Moto­ ren innerhalb der von maxon festgelegten Frist von elf Arbeitstagen an die InternetKunden verschickt werden. Durch den Shop wird auch die Entwick­ lungsabteilung entlastet. Bisher landen Bestellungen für modifizierte Antriebe häufig auf dem Computer eines Entwick­ lers, der die gewünschte Konfiguration erstellt und dann in die Produktion wei­ terleitet. Da maxon jedes Jahr 4 Millionen Motoren in 15.000 Varianten herstellt, eine aufwändige Sache. Fällt diese Rou­ tinearbeit zum Teil weg, können sich die Entwickler auf Tätigkeiten mit höherer Wertschöpfung konzentrieren. Gleichzeitig soll die Effizienz in der Ent­ wicklungsabteilung weiter verbessert werden. Die grosse Bedeutung, welche die Abteilung besitzt, zeigt sich daran, dass sie von der Kurzarbeit ausgenom­ men ist. Auch mit dem CSEM und anderen Aktio­ nären des MCCS werden Projekte voran­ getrieben. So ist maxon etwa gemeinsam mit der Firma Credimex aus Alpnach und dem CSEM an einem Projekt beteiligt, in

dem ein Gerät zur optischen Kontrolle von Bauteilen entwickelt wird. «Wir kön­ nen damit feinste Drähte automatisch auf Fehler untersuchen», erklärt Claessen. Viel verspricht sich der Entwicklungslei­ ter auch von weiteren Raumfahrtprojek­ ten, wie zum Beispiel der europäischen Marsmission ExoMars, an der auch das CSEM beteiligt ist. Solche Vorzeigepro­ jekte sind auch für das Alltagsgeschäft im Unternehmen wichtig. «Wir haben aus der Produktion für die Raumfahrt schon viel gelernt», sagt Claessen. Er nennt als handfestes Beispiel die Verbesserung der Lötqualität von elektrischen Verbindungen. Wegen des Nutzens der Zusammenarbeit im MCCS freut es Claessen, dass nun die Finanzierung der Forschung innerhalb des Mikrotechnologieclusters gesichert werden konnte. Die Finanzierung durch die Zentralschweizer Kantone erfolgt nun im Rahmen des Fachhochschulkonkor­ dats. Damit besteht für das CSEM und die Aktionäre Planungssicherheit. Die Si­ cherstellung der Finanzierung auch in Zu­ kunft ist für Claessen eine Notwendigkeit. Denn für ihn ist klar: «Die Zentralschweiz braucht den Technologie-Cluster.» Autor: Stefan Kyora, Journalistenbüro Niedermann Weitere Informationen: www.maxonmotor.com

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CSEM Zentralschweiz

TURBISC – Eine Miniaturpumpe für pulsationsfreies und bidirektionales Fördern von nieder- bis hochviskosen Medien Dosierpumpen gibt es in verschiedenen Konfigurationen wie z.B. Spritzenpum­ pen, Kolbenpumpen, Zahnradpumpen, Peristaltikpumpen oder Membranpum­ pen. Nur einige dieser Pumpen existie­ ren in kleiner Baugrösse. Diese kleinen Pumpen sind typischerweise Membranoder Zahnradpumpen. Doch auch diese Pumpen sind noch relativ unförmig und schwer. Als weitere Beschränkung kön­ nen Membranpumpen keinen konstanten Fluss erzeugen und nicht pulsationsfrei arbeiten.

Einzelkanälen, jeder mit einer eigenen TURBISC versehen, individuell Flüssig­ keiten entnommen oder abgegeben wer­ den. Jede einzelne TURBISC kann direkt über der Pipettenspitze an einer schnell beweglichen Roboterachse positioniert werden. Die Prozessgeschwindigkeit wird dadurch erhöht. Gleichzeitig wird die Sys­ temkomplexität verringert, da Abstand und Volumen zwischen Pumpe und Pro­ benflüssigkeit verkleinert sind und in die­ sem kritischen Bereich auf bewegliche Schläuche komplett verzichtet wird.

des Füllstandes in den Töpfchen der Mi­ krotiterplatte realisiert. In Abb. 4 sind die Signale der ersten beiden Sensoren gra­ phisch dargestellt.

Abb. 3: TURBISC mit integriertem Flusssensor und linear angeordneten Anschlussstutzen.

Das Signal des Flusssensors (links in Abb. 4) zeigt einen positiven und einen negati­ ven Peak. Die TURBISC wird hier also zur Tröpfchenabgabe, in Bruchteilen von Se­ kunden, zuerst vorwärts (Überdruck) und dann rückwärts (Unterdruck) bewegt. Ge­ rade bei kleinen Tröpfchen (hier z.B. 0.74 µl) wird dadurch ein sauberer Abriss an der Pipettenspitze erreicht. Das ist mit der TURBISC vor allem deshalb möglich, da nur eine geringe Masse in der leichten, kompakten Pumpe bewegt werden muss, wodurch hohe Beschleunigungen erreicht werden können.

Abb. 1: Grundform der TURBISC mit senkrecht ange­ ordneten Anschlussstutzen für Schläuche.

Die am CSEM entwickelte TURBSIC Pum­ pe arbeitet pulsationsfrei und kann mit hoher Geschwindigkeit die Pumprichtung ändern. Ihre Funktion wird durch kleine Partikel in den gepumpten Medien nicht gestört und verschiedene viskose Medien von Wasser bis Honig können gepumpt werden. Mit einem Getriebe oder grösse­ rem Motor können sogar Schmierstoffe, wie Fette, gefördert werden. Durch die hohe Beschleunigung kann die TURBSIC Pumpe auch zum Dispensieren von Flüs­ sigkeitströpfchen im µl-Bereich zum Ein­ satz kommen. Mit ihrer geringen Breite von nur 8 mm und dem niedrigen Gewicht ist die TURBI­ SC Pumpe auch ideal geeignet für Liquid Handling Anwendungen in der Laborau­ tomation. Speziell bei standardisierten 96er Mikrotiterplatten, mit einem Raster von 9 mm, können so mit einer Reihe von

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Abb. 2: Einzelkanalpipettiersystem mit TURBISC, optischer Tröpfchenerfassung und kapazitiver Füll­ standmessung.

In Abb. 2 ist ein nach diesem Prinzip re­ alisiertes Ein-Kanal-Pipettiersystem dar­ gestellt. Als zusätzliche Funktion ist in diesem Fall ein vom CSEM entwickelter Flusssensor integriert (Abb. 3), mit dem die vom Pipettierkanal geförderte Flüs­ sigkeitsmenge direkt erfasst werden kann. Zur zusätzlichen Prozessüberwa­ chung sind in diesem System auch eine optische Erfassung der Tröpfchen nach Abgabe, sowie eine kapazitive Messung

Abb. 4: Darstellung der Sensoren zur Prozessüber­ wachung beim Einzelkanalpipettiersystem. Links: Flusssensor, rechts: optische Tröpfchenerfassung.


CSEM Zentralschweiz

Die TURBISC Pumpe wird bereits für viele andere Anwendungen wegen ihrer beson­ deren Eigenschaften genutzt. Die Kanadische Firma INO hat die TUR­ BSIC wegen ihres geringen Gewichts und ihrer Pumpeigenschaften, auch bei Schwerelosigkeit, für das Mikrodiagnose­ gerät «Microflow» gewählt. «Microflow» wurde vom Kanadischen Astronaut Chris Hadfield an Bord der International Space Station (ISS) im März 2013 erstmals in Betrieb genommen. (http://www.asc-csa. gc.ca/eng/sciences/microflow.asp).

Eine weitere Anwendung, die hier genannt werden darf, betrifft eine Kunstinstalla­ tion des Schweizer Künstlers Pe Lang. Er suchte eine verlässliche, kompakte Pumpe die über einen längeren Zeitraum Flüssigkeitströpfchen auf einer Unterlage abgeben kann (Abb. 6).

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Von der TURBSIC wurde bereits eine Se­ rie von 500 Stück realisiert. Die Serien­ tauglichkeit wurde verifiziert. Bereits jetzt ist eine weitere Serie geplant. Durch die Auswahl geeigneter Materialien und Ver­ bindungsprozesse für die Pumpe soll eine noch breitere Palette von förderbaren Me­ dien erschlossen werden. Zusätzlich sind am Design der Pumpe Veränderungen vorgenommen worden, die die Pumpei­ genschaften bzgl. Druck und Ansaughöhe bei weiterhin hoher Flussrate verbessern werden.

Abb. 6: Kunstinstallation «positioning systems V falling objects» des Schweizer Künstlers Pe Lang. Herzstück ist eine TURBISC des CSEM.

Abb. 5: Mikrodiagnostiksystem Microflow der kanadi­ schen Firma INO mit TURBISC als Förderpumpe.

Auch in der CSEM-eigenen CellFactor Plattform wird eine TURBISC Pumpe be­ nötigt. Hier ist es die absolute Pulsations­ freiheit, neben der kleinen Baugrösse, die für die Funktion des Sorter-Moduls des CellFactors essentiell ist.

Abb. 7: CellFactor mit Sorter (links), Injector (Mitte) und Doser (rechts).

Autoren: Helmut F. Knapp, Section Head Microfluidics & Liquid Handling, Noa Schmid, R&D Engineer Microfluidics & Li­ quid Handling Weitere Informationen: www.csem.ch

Pumpenart

bidirektional, pulsationsfrei, kontinuierlich

Breite

8 mm

Masse (ohne Motor)

1.8 g

Maximale Flussrate (Wasser)

2 ml/sec

Maximaler Gegendruck (Wasser)

~ 500 hPa

Ansaughöhe (Wasser)

~ 15 hPa

Viskositätsbereich

~ 1 mPa . s bis >100000 mPa . s (auch Schmierstoffe)

Lebensdauer

>10000 h

Förderung von Medien mit Partikeln

Möglich, falls Partikel < 100 µm

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Mikrotechnologie-Initiative Zentralschweiz

Mikrotechnologie-Netz

AKTIONÄRE MCCS AG

CSEM SA, Neuchâtel Forschungs- und Entwicklungszentrum mit Fokussierung auf Mikro- und Nanotechnologie, Mikroelektronik, Sys­tems Engineering und Kommunikationstechnologien. www.csem.ch

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Celfa – Folex AG, Seewen Spezialfolien und Papiere für den Einsatz in aktuellen Druck- und Kopiertechnologien. Lichtempfindliche Filme für die Herstellung von Leiterplatten in der Elek­tronik­industrie. www.folex.ch

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Credimex AG, Alpnach Kompetenter Partner im Bereich der Tribologie, industrieller Kleb- und Dichttechnik, sowie Bewegungstechnik mit den Schwerpunkten Robotik- und Vision-Technologie. www.credimex.ch

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elfo ag, Sachseln Entwicklung, Industrialisierung und Produktion von Kunststoff-Komponenten und -Produkten, auch in Kom­bination mit Metall- und anderen Einlegeteilen. www.elfo.ch

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Gerresheimer Küssnacht AG, Küssnacht a.R. Hochwertige Kunststoffprodukte im Spritzgiessverfahren. www.wilden.ch

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Komax AG, Dierikon Kabelverarbeitungssysteme für die Automobilindustrie. Montageautomation für Medizinaltechnik und Photo­voltaik. www.komax.ch

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Leister AG, Kägiswil LEISTER: Schweissgeräte und Heissluftanlagen. Lasersysteme zum Schweissen von Kunststoffen. axetris: Mikrooptische und silikonbasierte Sensoren. www.leister.com | www.axetris.com

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maxon motor ag, Sachseln Hochpräzise Antriebe und Systeme auf Basis der maxon DC und EC Motoren. Hochwertige Mikroantriebe für die Medizinindustrie. www.maxonmotor.ch

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Olle Larsson Holding AG, Zug medela: International anerkannter Hersteller fortschrittlichster Milchpumpen und medizinischer Vakuumtechnologie. CARAG: High Med Tech Forschungsunternehmen mit multi-disziplinären Fachkompetenzen. www.medela.com | www.carag.com

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Obwaldner Kantonalbank, Sarnen Dienstleistungen und massgeschneiderte Lösungen in allen Finanzfragen, speziell auf lokale Unternehmen und Privatpersonen ausgerichtet. www.owkb.ch

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Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Entwicklung, Bau und Wartung von Turboprop-Flug­zeugen und Trainingssystemen. www.pilatus-aircraft.com

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Roche Diagnostics AG, Rotkreuz Produkte und Dienstleistungen in den Bereichen Präven­tion, Diagnose sowie Therapie von Krankheiten. www.roche-diagnostics.ch

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Rosen Swiss AG, Stans Instrumente zur Inspektion von Öl- und Gasrohrleitungssystemen sowie oberiridischen Sammelbehältern. www.roseninspection.net

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Schindler Aufzüge AG, Ebikon Entwicklung, Herstellung und Wartung mechatronischer Systeme in der Aufzugstechnik. www.schindler.ch

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Schurter AG, Luzern Komponenten und Systeme zur Gewährleistung einer ­ sicheren Stromzuführung und zur einfachen Bedienung von elektrischen Geräten. www.schurter.ch

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Sika Manufacturing AG, Sarnen Kunststoff-Abdichtungssysteme für den modernen Hoch- und Tiefbau. che.sika.com

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Trisa AG, Triengen Wissenschaftlich entwickelte Produkte für die Mund­hygiene, Haarpflege und Haushalt. www.trisa.ch

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Ulrich + Hefti AG, Alpnach Schaltanlagen zur Energieverteilung, Steuerung und Sig­na­­lisierung. www.ulrichhefti.ch

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Triengen

16

Trisa AG

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LUZERN 14 26 21 21 29

24 28

Technopark Luzern Heliotis AG

5

Komax AG

Schindler Aufzüge AG

Luzern

Hochschule Luzern – Technik + Architektur InnovationsTransfer Zentralschweiz

Horw

Credimex AG Ulrich + Hefti AG CSEM Zentralschweiz microPark Pilatus

6

Leister AG axetris

9 15 22

Obwaldner Kantonalbank Sika Sarnafil Manufacturing AG Höhere Fachschule für Medizintechnik

Sachseln 3 7

OBWALDEN

Initiant und Kollaborations-Plattform des Mikrotechnologie-Netzwerkes (Cluster).

ZENTRALSCHWEIZER KANTONE Finanzielle Unterstützung der Mikrotechnologie-Forschung in der Zentralschweiz, wobei der Standortkanton Obwalden den grössten Anteil trägt.

Dierik Ebikon

Vierwaldst

Sta Alpnach Kägiswil Sarnen

MICRO CENTER CENTRAL-SWITZERLAND AG

R

R

Schurter AG Zentronica AG Hochschule Luzern

2 17 19 23

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elfo AG maxon motor AG

10 12

Pila wer Rose

NIDWALDEN


Mikrotechnologie-Initiative Zentralschweiz

zwerk Zentralschweiz

INDUSTRIE-NETZWERK 18

8

18 20

medela CARAG

Technologie Forum Zug Beruf Zug 27

Baar

Photonfocus AG

Lachen

Zug

ZUG

Rotkreuz 4

Root Küssnacht

Gerresheimer Küssnacht AG 25

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CSEM Zentralschweiz, Alpnach Angewandte Forschung und Technologieentwicklung in den Bereichen Microassembly & Robotics, Microfluidics & Micro­handling, Sensors & Systems, Optics & Packaging. www.csem.ch > Microrobotics & Packaging

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Hochschule Luzern, Horw, Luzern Anwendungsorientierte Forschung in den Disziplinen Technik & Architektur, Wirtschaft, Design & Kunst. www.hslu.ch

Technologiezentrum Steinen

Aus- und Weiterbildung

Steinen Seewen

tättersee

Technologie Forum Zug, Zug Vernetzung und Förderung des vorhandenen Know-how für technologieorientierte und innovative Unternehmen im Kan­­­ton Zug und Umgebung. www.technologieforumzug.ch

Forschung und Entwicklung

Roche Diagnostics AG

kon

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SCHWYZ

Celfa - Folex AG

ans

atus Flugzeugrke AG sen Swiss AG

N

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Ausbildungszentrum Beruf Zug, Zug Anbieter praxisorientierter Ausbildungen für Lernende aus verschiedenen Firmen in der Region Zug und Inner­- schweiz. www.beruf-zug.ch

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Hochschule Luzern, Horw, Luzern, Zug Aus- und Weiterbildung im Rahmen von Bachelor- und Mas­­terstudiengängen sowie Nachdiplomstudien. www.hslu.ch

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Höhere Fachschule für Medizintechnik, Sarnen Berufsbegleitende Ausbildung in den Fachbereichen Medi­zin­technik und Mikro-/Nanotechnik auf Stufe HF. www.medizintechnik-hf.ch

Start-Up-Unterstützung

URI

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microPark Pilatus, Alpnach Business-Park für technologieorientierte Jungunter­- neh­men mit Infrastruktur und Dienstleistungen für einen erfolgreichen Start in die unternehmerische Selbständigkeit. www.microparkpilatus.ch

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Technopark Luzern, D4 Root Erfolgreicher Aufbau von neugegründeten Unterneh- men mit Wachstumspotenzial und damit Schaffung von qualifizierten Arbeitsplätzen. www.technopark-luzern.ch

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Technologiezentrum Steinen Das TZS erbringt Leistungen zur Ansiedlung und Grün- dung neuer Unternehmen zur Unterstützung von Diver- sifikations- und Innovationsprojekten. www.tzsz.ch

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Zentronica AG, Luzern Unterstützung bei Gründung, Finanzierung, Aufbau und nachhaltiger Entwicklung von Hightech-Start-up-Firmen in der Zentralschweiz. www.zentronica.ch

Start-Up-firmen

Wissens-/Technologietransfer

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Photonfocus AG, Lachen CMOS-Bildsensoren, Hochleistungskameras und Zubehör für Fertigungstechnik, Sicherheits- und Überwachungstechnik. www.photonfocus.ch

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Heliotis AG, Root Messsysteme zur Echtzeiterfassung von 3D-Bildern. www.heliotis.ch

InnovationsTransfer Zentralschweiz, Horw Praxisorientierter Wissens- und Technologie-Transfer (WTT) zwischen Wissenschaft und Wirtschaft. www.itz.ch

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Stand Mai 2013


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Hochschule Luzern - Wirtschaft

Trendwende bei Offshoring Seit 2001 führt die Hochschule Luzern – Wirtschaft, in Zusammenarbeit mit dem Fraunho­ fer-Institut für System- und Innovationsforschung in Karlsruhe, eine dreijährliche Erhebung zu Produkt- und Prozessinnovationen bei Schweizer Industrie-Unternehmen (Verarbeiten­ des Gewerbe/Herstellung von Waren) durch. Basierend auf der aktuellen Datenbasis der Erhebung ‚European Manufacturing Survey – Schweiz 2012‘ werden wiederum zu verschie­ denen Themen-Schwerpunkten praxisorientierte Studien erstellt.

Ein Thema, das in Zusammenhang mit der globalen Finanzkrise, der daraus re­ sultierenden Erhöhung des Schweizer Frankens und dessen Auswirkungen auf die Exportindustrie sowie den Denk- und Werkplatz Schweiz interessiert, ist die Entwicklung der Verlagerung von Teilen der Produktion und/oder Forschung und Entwicklung an ausländische Standorte. Im Rahmen der Erhebung 2012 wurden Schweizer Industriefirmen u.a. wiederum nach ihren Verlagerungsaktivitäten be­ fragt. Wie die Zeitreihenanalyse über die letzten zwölf Jahre zeigt, hat sich die Zahl der Betriebe, die Teile der Produktion an eigene oder fremde Standorte im Ausland auslagerten, zwischen 2003 und 2009 um rund einen Drittel reduziert, seit 2009 je­ doch wieder leicht zugenommen (Abb.1).

Diese Trendwende hebt sich von der bisher vergleichbaren Entwicklung in Deutschland ab, wo eine weitere Abnah­ me stattfand. Betrachtet man die Verlage­ rungsdaten differenzierter so zeigt sich, neben dieser Trendwende gegenüber den Vorjahren, auch eine wesentlich stärkere Ausprägung bei Unternehmen mit 200 und mehr Mitarbeitenden. Diese grösse­ ren Unternehmen sind grossmehrheitlich in ausländischen Märkten tätig und haben bereits Niederlassungen oder Zulieferer im Ausland. Dadurch ist eine zusätzliche Auslagerung von einzelnen Produktions­ linien mit relativ geringem Aufwand mög­ lich. Dies wird auch durch die Zunahme des Verlagerungsmotivs «Nähe zu bereits verlagerter Produktion» (Abb.2) bestätigt. Entsprechend hat sich der Anteil an Pro­

25%

20%

15%

10%

5%

0%

1999–2001

2002–2003

2004–2006

Auslagerung MEM-Industrie Auslagerung Gesamt-Industrie

2007–2009

2010–2012

Rückverlagerung MEM-Industrie Rückverlagerung Gesamt-Industrie

Abb.1: Trend Produktions-Verlagerungen Schweizer Industrie-Unternehmen (ab 20 MA) Quelle: European Manufacturing Survey – Schweiz

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duktionsauslagerungen bei Unternehmen mit mehr als 200 Mitarbeitenden, zwi­ schen 2010 und 2012 um 6 Prozentpunkte (von 32% auf 38%) erhöht. Unter Berück­ sichtigung der betroffenen Arbeitsplätze ist dies eine beachtenswerte Grösse. Wie die Antworten auf die Frage nach den Gründen/Motiven der Auslagerungen zei­ gen, ist die Trendwende vor allem auf die Personalkosten zurückzuführen, welche von den befragten Betrieben mit Abstand am häufigsten genannt wurden (Abb.2). Während 2003 die Personalkosten sowie die Erschliessung neuer Märkte relevan­ te Motive für die Verlagerung von Teilen der Produktion ins Ausland waren, redu­ zierten sich seit 2003 die Kostennachteile des Schweizer Produktionsstandortes vor allem auch aufgrund der dynamischeren Kostenentwicklung in den Offshore-Län­ dern. So wurden bei der Erhebung im 2. Quartal 2009, also noch vor dem jüngsten Aufwertungsschub des Schweizer Fran­ kens, die Personalkosten noch mit 62 Prozent der befragten Firmen als Auslö­ ser für den Schritt ins Ausland genannt. 2012 nannten jedoch mit 84 Prozent signi­ fikant mehr Betriebe die Personalkosten als Grund für die Verlagerung von Teilen der Produktion. Andere Gründe, wie die Nähe zu Schlüsselkunden, die Markter­ schliessung oder der Mangel an Fach­ kräften haben sich im Vergleich zur letz­ ten Erhebung hingegen nicht signifikant verändert. Es scheint, dass vor allem die Frankenstärke, beziehungsweise die da­ durch ausgelösten Kostennachteile, zur Trendwende bei den Verlagerungen ge­ führt hat.


Hochschule Luzern - Wirtschaft

Zugleich hat sich in den letzten Jahren der Anteil der rückverlagernden Unterneh­ men ebenfalls reduziert. Das heisst wäh­ rend in den letzten Erhebungsperioden auf maximal drei auslagernde Unterneh­ men eines wieder zurück verlagert hat, beträgt das Verhältnis inzwischen noch 1 zu 4 (Abb.1). Bei den Rückverlagerungs­ gründen fallen vor allem die Verände­ rungen bei «Koordinations-/Kontrollauf­ wand» sowie «Verfügbarkeit/Fluktuation qualifiziertes Personal» auf. Während der entstehende Koordinations-/Kontrollauf­ wand offenbar von jedem vierten ausla­ gernden Unternehmen unterschätzt wird und neben «Qualität» und «Flexibilität» zu Rückverlagerungen führt, entwickelt sich die Verfügbarkeit von qualifiziertem Personal zu Ungunsten des Werkplatzes Schweiz. Dies kann einerseits auf den Fachkräftemangel in der Schweiz, aber auch auf die zunehmende Zahl an quali­ fiziertem Personal in den Offshore–Län­ dern zurückgeführt werden (Abb.3). Verlagerung FuE Oft wird in Zusammenhang mit der Ver­ lagerung von Teilen der Produktion auch die Verlagerung der zeitlich vorgelagerten Forschung und Entwicklung (FuE) disku­ tiert. Wie die Ergebnisse der diesbezügli­ chen Erhebung 2012 zeigen, hat der An­ teil der FuE-Verlagerungen ins Ausland, im Gegensatz zum bisherigen Trend, nicht weiter abgenommen, sondern bleibt bei rund 5 Prozent. Dabei ist zu beachten, dass mehr als die Hälfte der FuE-verla­ gernden Unternehmen gleichzeitig auch Teile der Produktion ins Ausland verla­ gern. Bei den Gründen für die Auslagerungen von «Forschung und Entwicklung» fällt auf, dass vor allem die Motive «Perso­ nalkosten» (von 45% auf 55%), «Markter­ schliessung» (von 9% auf 21%) und «Nähe zu Schlüsselkunden»‘ (von 15% auf 21%) eine deutliche Zunahme aufweisen. Dies zeigt, dass neben den Personalkosten vor allem die Nähe zu bestehenden und neu­ en Kunden, als Voraussetzung für präzise Kenntnisse der Markt-/Kundenbedürfnis­ se, Auslöser für die Verlagerung von «For­ schung und Entwicklung» sind. Das Motiv «Nähe zur Produktion», welches speziell bei neuartigen Produkten, mit dem Ziel einer kurzen Einführungszeit in die Pro­

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Personalkosten

Nähe zu Schlüsselkunden

Markterschliessung Nähe zu bereits verlagerter Produktion 0%

10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Auslagerung 2012 Auslagerung 2009

Abb.2: Wichtigste Gründe für Auslagerungen Produktion 2003-2012 (Mehrfachnennungen möglich) Quelle: European Manufacturing Survey – Schweiz

Qualität

Flexibilität/Lieferfähigkeit Koordinations-/ Kontrollaufwand Verfügbarkeit/Fluktuation qualifiziertes Personal 0%

10% 20% 30% 40% 50% 60% 70% 80% 90% 100% Rückverlagerung 2012 Rückverlagerung 2009

Abb.3: Wichtigste Gründe für Rückverlagerungen Produktion 2003-2012 (Mehrfachnennungen möglich) Quelle: European Manufacturing Survey – Schweiz

duktion und den Markt, relevant ist, wird von rund 7 Prozent der FuE-verlagernden Unternehmen als Grund genannt. Der An­ teil der FuE-Rückverlagerungen ist mit 1 Prozent minimal. Fazit Die gleichzeitige Zunahme von Produk­ tionsverlagerungen und Kostenmotive zeigt, dass die Frankenstärke Produk­ tions-Unternehmen zusätzlich motiviert Ausland-Verlagerungen, unter gleichzei­ tiger Berücksichtigung der Marktpotenzi­ ale, voran zu treiben. Betrachtet man die Veränderungen bei den Gründen für Verlagerungen von Tei­ len der Produktion wie auch von For­ schung und Entwicklung, kann aus den Erhebungsdaten abgeleitet werden, dass

mehrheitlich jene Produktionslinien ins Ausland verlagert wurden, die kosten­ sensitive und eher reifere Produkte in der fortgeschrittenen Phase des Produktle­ benszyklus sind. Zugleich haben jedoch auch die Motive «Nähe zu Schlüsselkun­ den» und die «Erschliessung neuer Märk­ te» für die Auslagerung von Teilen der Produktion wie auch der Forschung und Entwicklung zugenommen, was darauf hinweist, dass die durch die Finanzkrise bedingten höheren Kosten die entspre­ chenden Verlagerungs-Aktivitäten ver­ stärkt/beschleunigt haben. Autoren: B.R. Waser & C. Hanisch Weitere Informationen: www.produktionsinnovation.ch

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SCHURTER AG

Beschleunigte Sicherungsentwicklung dank Multiphysik-Simulation Marktforderungen ändern sich ständig und in immer schnellerer Kadenz. SCHURTER ent­ wickelt deshalb laufend Sicherungen, die neu entstandene Bedürfnisse abdecken. Bisher stellte die Firma für jeden geforderten Nennstrom Muster her, die in Laborversuchen auf ihre Abschaltcharakteristik geprüft wurden. Dieser Prozess ist iterativ und braucht sehr viel Zeit. Die Durchlaufzeit der Entwicklungsprojekte wird entsprechend lang. MultiphysikSimulation ist eine viel versprechende Alternative zu physikalischen Labortests und könnte zu einer signifikanten Verkürzung der Entwicklungszeit führen. Das Entwickeln einer Sicherung unter­ scheidet sich grundlegend von anderen Produktentwicklungen, weil jeder Si­ cherungstyp für eine Vielzahl von Nenn­ strömen angeboten wird. Mit Variationen der einzelnen Sicherungskomponenten werden im Entwicklungsprojekt die Aus­ lösecharakteristiken an die einzelnen Stromstärken angepasst. Die Sicherungsentwicklung setzt sich also aus meh­ reren hintereinander folgenden Schrit­ ten zusammen. Ist das Basisdesign ein­ mal festgelegt (Aussenabmessungen, Anschlusskappen, Sicherungsgehäuse, Löschmittel), wird für jeden Nennstrom ein Schmelzleiter gesucht, der eine vorge­ gebene Abschaltcharakteristik aufweisen muss. Dieser Vorgang benötigt heute sehr viel Zeit. Pro Nennstrom plant SCHURTER eine Durchlaufzeit von bis zu 6 Wochen ein. Darin ist berücksichtigt, dass meist mehrere Schmelzleiter zu prüfen sind, bis am Schluss der für einen Nennstrom op­ timale identifiziert ist. Unter Umständen muss auch nochmals das Basisdesign angepasst werden, so dass zusätzliche Entwicklungsschlaufen mit entsprechen­ den Projektverzögerungen entstehen. Ein üblicher Sicherungstyp muss mehr als 20 Nennströme abdecken. Die entsprechend langen Entwicklungszeiten von 3-5 Jah­ ren sind im heutigen dynamischen Umfeld nicht mehr marktkonform. Eine wesentliche Verkürzung der Durch­ laufzeit lässt sich mit einer Kombination von mehreren Massnahmen erreichen. Dazu gehören organisatorische Verbes­ serungen, z.B. ein strafferes Projektma­

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nagement oder eine optimal abgestimmte, parallele Bearbeitung von Teilaufgaben. Die vielen zeitaufwändigen Laborprüfun­ gen tragen wesentlich zur langen Durch­ laufzeit bei. Der Ersatz von realen Prü­ fungen im Labor durch physikalische Simulation an virtuellen Modellen ist hier ein möglicher Ansatz. SCHURTER hat sich bis vor kurzem noch kaum mit anspruchsvollen Simulatio­ nen befasst. Mit CSEM (Centre Suisse d’Electronique et de Microtechnique) fand sich aber ein kompetenter Partner, der über das Know-how verfügt und auch Er­ fahrung in der Anwendung des Multiphy­ sik-Simulationstools Comsol aufweist. Nach einem konstruktiven Vorgespräch konnte das Projekt FuseSim gestartet werden. Ziel des ersten Arbeitspakets war es, in Comsol das physikalische Modell einer einfachen Standardsicherung zu erstellen, dessen elektrisches und ther­ misches Verhalten der realen Sicherung entspricht. In einem zweiten Schritt wur­ de das Modell weiter verfeinert, um die Übereinstimmung mit dem realen Verhal­ ten zu optimieren. In parallel dazu durch­ geführten Sensitivitätsanalysen wurde der Einfluss von ungenauen, weil nicht exakt bekannten, Parametern auf die Gül­ tigkeit des Modells untersucht. Beispiele sind die thermische Leitfähigkeit und die Wärmekapazität des Löschmittels Sand, die aus Literaturrecherchen abgeschätzt wurden, weil für den verwendeten Sand die physikalischen Daten fehlten. Die ersten Ergebnisse sind viel ver­ sprechend. Die thermische Simulation

stimmt ausreichend genau mit dem rea­ len Verhalten der modellierten Sicherung überein. Aufgrund dieser Resultate setzt SCHURTER nun die Simulation in einem aktuellen Entwicklungsprojekt ein. Dabei wird das Modell zuerst parallel zu Labor­ tests eingesetzt, um den Fit sicherzustel­ len. Anschliessend werden Komponenten zu einzelnen Nennströmen im Modell bestimmt, und dann in Laborversuchen verifiziert. Die Kooperation zwischen CSEM und SCHURTER zeigt das Innovationspoten­ tial der Multiphysik-Simulation für die Sicherungsentwicklung auf. Sie führt schrittweise zur Beschleunigung der Entwicklungsprozesse. Zusätzlich erhöht sie das Wissen zum Verhalten von Sicherun­ gen und zum quantitativen Einfluss der verschiedenen Komponenten auf das Abschaltverhalten. Somit werden zukünf­ tige Projektdurchlaufzeiten ebenfalls ver­ kürzt. Weitere Informationen: www.schurter.ch


News

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News Der microPark wächst! Der Ausbau der 4. Etage des Unterneh­ merzentrum microPark Pilatus konnte planmässig fertig gestellt werden. Dank der grosszügigen Unterstützung der Ob­ waldner Kantonalbank verfügt der micro­ Park Pilatus seit Dezember vergangenen Jahres über acht weitere Büroräume. Diese können - gleich wie die bisherigen an innovative Start-Ups oder an etablierte Unternehmen vermietet werden. Die neu­ en Räumlichkeiten sind zwischen 20m2 und 40m2 gross und können individuellen Wünschen entsprechend, auf eigene Kos­ ten ausgebaut werden. Es befinden sich eine Dachterrasse sowie Duschen und To­ iletten auf der gleichen Etage. › www.microparkpilatus.ch microPark-Frühjahresanlass: Widersprüche und Chancen Am Dienstag, 28. Mai 2013 findet an der Industriestrasse 23 in Alpnach der Früh­ jahresanlass sowie die Generalversamm­ lung des Vereins microPark Pilatus statt. Der Anlass wird von einem Referat Kurt Schärs, dem VR-Präsident und CEO der Biketec AG in Huttwil, begleitet. Er hat es geschafft, den Markennamen «Flyer» zum Synonym für Elektrovelos zu machen. Sei­ ne Firma ist innerhalb von 10 Jahren von 6 auf 150 Mitarbeiter angewachsen, heute erreicht Flyer in der Schweiz einen Markt­ anteil von 50 Prozent. Erfahren Sie vom Macher persönlich, wie man trotz zahl­ reichen Hürden, mit Geschick und Wille erfolgreich sein kann: «Widersprüche und Chancen - wenn vieles nicht zusam­ menpasst und dennoch funktioniert» - so lautet der Titel seines Referats. Anmeldungen: info@microparkpilatus.ch

Das Kompetenzzentrum Electronics der HSLU T&A präsentiert sich an der swissT.fair Dabei wird u.a. das Projekt «Prädiktive Regelung eines bestehenden Gebäudes» vorgestellt. In der Verfahrenstechnik ist prädiktive Regelung schon fast zum Stan­ dard geworden. Auch in der Regelung von Heizungen in Gebäuden wurden schon einige prädiktive Regelkonzepte ausge­ testet. Diese Versuche unterscheiden sich unter anderem in der unterschiedlichen Art und Weise das nötige dynamische Mo­ dell des Gebäudes zu entwickeln. In die­ ser Arbeit wird ein sehr einfaches Modell bevorzugt, dessen Parameter automa­ tisch mit Hilfe von Messdaten bestimmt werden. Somit sind wenige Vorkenntnisse über das Gebäude nötig. Die Wetterpro­ gnosen werden von MeteoSchweiz gelie­ fert. Das Testobjekt ist ein bestehendes Hotel im Davos. Dieses Hotel ist auch mit einer modernen Buchungssoftware ausgestattet. Diese Software liefert re­ gelmässig Daten an die prädiktive Rege­ lung und wird genutzt um eine optimale Antizipation der Belegung der Zimmer zu berechnen. › www.hslu.ch/technik-architektur/bda / www.swisstfair.ch

CSEM Zentralschweiz: Neue EU Projekte CSEM Zentralschweiz ist Partner in zwei grossen Europäischen Projekten in der industriellen Automatisierung: MEGAROB und PRIME. Die Anwendung in MEGAROB ist die präzise Bearbeitung sehr grosser Teile – etwa von Flugzeugflügeln – mit einem verfahrbaren Industrieroboter. Die Position des beweglichen Roboters und des Werkstücks muss hier sehr genau bestimmt und mit hoher Taktrate nach­ geregelt werden. Das Ziel in PRIME ist die Bereitstellung von Softwarewerkzeugen, welche die Inbetriebnahme und Anpas­ sungen flexibler Produktionsanlagen ver­ bessern und so deren Wirtschaftlichkeit steigern. In beiden Projekten kooperiert CSEM eng mit Industriepartnern aus der Schweiz - Leica Geosystems (Messsyste­ me in MEGAROB) sowie Asyril (Sortieran­ lagen in PRIME). › www.megarob.eu / prime.bluesys2.ch Photovoltaik im neuen CSEM PV-Zentrum In diesem Jahr wurde in Neuchâtel eine neue Aktivität im CSEM gestartet: Das CSEM Photovoltaik-Zentrum. In dem Zen­ trum werden verschiedene Technologien rund um die Nutzung der Photovoltaik als Energiequelle entwickelt und indust­ rialisiert. Dazu gehören die Entwicklung hocheffizienter kristalliner Siliziumzellen sowie Bereitstellung von Prozesstechno­ logien für zuverlässige und kostengüns­ tige Herstellung organischer oder anor­ ganischer PV Module. Das PV-Zentrum profitiert vom starken ETH Netzwerk, mit welchem seine Aktivitäten koordiniert sind. › www.csem.ch

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Ausgabe Mai 2013

News Impressum Auflage: 3000 Exemplare Herausgeber: Micro Center Central-Switzerland AG, Postfach 730, 6060 Sarnen 2

Neuer MCCS-Aktionär Wir freuen uns zwei neuen Unternehmen im Kreise der MCCS-Aktionäre begrüssen zu dürfen. Mit der OLLE LARSSON HOLDING AG in Zug werden sich unter der Leitung von Group CEO Michael Larsson die beiden Firmen medela, ein international anerkannter Hersteller fortschrittlichster Milchpumpen und medizinischer Vakuumtechnologie, und CARAG, ein High Med Tech Forschungsunternehmen mit multi-disziplinären Fachkom­ petenzen, in der Mikrotechnologie-Initiative engagieren. › www.medela.com | www.carag.com

Redaktion/Konzept: Bruno R. Waser, MCCS AG Foto Titelseite: maxon motor ag Gestaltung und Druck: von Ah Druck AG, Sarnen Copyright: MCCS AG

Ernennung von Friedrich Hecker zum CEO der ROSEN Gruppe Die ROSEN Gruppe gibt die Ernennung von Friedrich Hecker zum Chief Executive Of­ ficer bekannt. Herr Hecker hat diese Position im Januar 2013 angetreten. In enger Zu­ sammenarbeit mit Firmengründer und Präsident Hermann Rosen, ist Friedrich Hecker dafür verantwortlich, die Umsetzung neuer ROSEN Strategien voranzutreiben, wobei Wert darauf gelegt wird, die Firmenkultur und die ROSEN Grundprinzipien – kundenori­ entierte Innovation, gesundes Wachstum und betriebliche Spitzenleistung – zu erhalten. Die ROSEN Gruppe wurde 1981 gegründet und ist ein weltweit führender Anbieter von hochspezialisierter Technologie und Dienstleistungen im Energiemarkt. › www.roseninspection.net

Adressänderungen: Fax 041 349 50 61 / E-Mail: info@mccs.ch

Aktionäre Micro Center Central Switzerland AG Celfa – Folex AG, Seewen Credimex AG, Alpnach CSEM SA, Neuchâtel elfo ag, Sachseln Gerresheimer AG, Küssnacht Komax AG, Dierikon Leister AG, Kägiswil maxon motor ag, Sachseln Obwaldner Kantonalbank, Sarnen Olle Larsson Holding AG, Zug Pilatus Flugzeugwerke AG, Stans Roche Diagnostics AG, Rotkreuz Rosen Swiss AG, Stans Sika Manufacturing AG, Sarnen Schindler Aufzüge AG, Ebikon Schurter AG, Luzern Trisa AG, Triengen Ulrich & Hefti AG, Alpnach

Innovationspreis 2013 der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz Mit dem Innovationspreis würdigt die IHZ herausragende Leistungen bei der Entwick­ lung und Gestaltung innovativer technologieorientierter und wissensbasierter Produkte, Verfahren sowie Dienstleistungen. Der mit CHF 10‘000.– dotierte Preis bietet Möglich­ keit, Ihre Leistungen einer grösseren Öffentlichkeit zugänglich zu machen und Ihren Ruf als innovatives Unternehmen im Wirtschaftsraum Zentralschweiz zu unterstreichen. Eingabeberechtigt sind Unternehmen mit Sitz in den Kantonen Luzern, Uri, Schwyz, Obwalden und Nidwalden. Die Projekt-Einreichung wird bis spätestens 31. Mai 2013 er­ wartet. Detaillierten Bestimmungen sowie das Anmeldeformular zum Innovationspreis der Industrie- und Handelskammer Zentralschweiz finden sich im Internet auf: › www.ihz.ch

Veranstaltungskalender

microDay 2014 – save the date Der nächste microDay findet am Dienstag, 20. Mai 2014 wiederum im KKL Luzern statt. Bitte reservieren Sie sich dieses Datum! Das detaillierte Programm wird im Verlaufe des 1. Quartals 2014, u.a. auf der microDay-Website, verfügbar sein. › www.microday.ch

microTalks Montag, 16. September 2013, 17.00-19.00 Uhr Montag, 18. November 2013, 17.00-19.00 Uhr › Info: www.csem.ch/events › Anmeldung: alpnach@csem.ch

CSEM Packaging- und Laser-Center: Kunden- und Partneranlass in Alpnach Am Mittwoch, 5. Juni 2013, findet am CSEM in Alpnach ein Kunden- und Partneranlass rund um sein Packaging- und Laser-Center statt. Im Rahmen der Veranstaltung wer­ den Industrievertreter aus dem Bereich Packaging und Lasermikrostrukturierung über aktuelle Trends berichten. Anschliessend wird das CSEM sein Dienstleistungsangebot für Prozessstudien, Prototypenfertigung und Kleinserienproduktion zu diesem Schwer­ punkt präsentieren. Ein Apéro rundet die Veranstaltung ab. › www.csem.ch/events

microDay 2014 Dienstag, 20. Mai 2014, 9.00–17.00 Uhr KKL Luzern › Info: www.microday.ch

weitere Hinweise zu aktuellen Veranstaltungen finden Sie auf den Websites www.mccs.ch/veranstaltungen www.csem.ch/events

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microNews Mai 2013  

Mitteilungen aus der Mikrotechnologie-Initiative Zentralschweiz

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