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Liebfrauenkirche Oberwesel Palmsonntag, 13. April 2014 – 18:00 Uhr

Orgelkonzert zur Fastenzeit Cesar Franck (1822-1890)

Choral Nr. 2 in h-Moll (1890)

Johann Sebastian Bach (1685-1750)

Partita über den Choral „Sei gegrüßet, Jesu gütig“ (BWV 768) Choral mit 11 Variationen

Max Reger (1873-1916)

Variationen und Fuge über ein Originalthema (op. 73)

Regionalkantor Lukas Stollhof, Orgel Eintritt frei – Kollekte am Ausgang für die Liebfrauenorgel ____________________________________________________________ Lukas Stollhof  (geboren 1980) studierte Kirchenmusik und Instrumentalpädagogik mit Hauptfach Orgel bei Prof. Dr. Ludger Lohmann in Stuttgart. Ein Stipendium der Rotary Foundation ermöglichte ihm ein einjähriges Studium am Conservatorium   van   Amsterdam   bei Prof. Jacques van Oortmerssen, das er mit dem Examen Bachelor   of   Music   abschloss. Danach absolvierte er in Stuttgart das A-­Examen   Kirchenmusik   (Orgel bei Prof. Bernhard Haas), den Zusatzstudiengang Chorleitung/Oratorium/Vokalensemble   (Chorleitung bei Prof. Dieter Kurz) sowie das Solistenklassestudium Orgel bei Prof. Bernhard Haas. Lukas Stollhof war Stipendiat der Studienstiftung   des   Deutschen   Volkes, Preisträger verschiedener Orgelwettbewerbe (u. a. des ARD-Musikwettbewerbs 2011 in München und des Bachwettbewerbs 2008 in Leipzig) und Träger des Kulturpreises „Junge Künstler“ der Stadt Neuwied (2000). Bei Orgelkonzerten im In- und Ausland kommt sein breit gefächertes Repertoire von Frühbarock bis zur Moderne zum Einsatz. Er ist gefragter Begleiter von Chören und Solisten. Seine musikalische Vielseitigkeit zeigt sich nicht zuletzt in Komposition und Aufführung eigener Werke. Seit 2008 ist Lukas Stollhof als Regionalkantor in Oberwesel am Rhein und für das Bistum Trier tätig. Zum 200. Geburtstag der Komponisten Mendelssohn Bartholdy (2009), Robert Schumann (2010) und Franz Liszt (2011) spielte er jeweils deren gesamtes Orgelwerk in einem Konzertzyklus. Die Orgelkompositionen von Mendelssohn Bartholdy nahm er zudem 2009 auf zwei CDs auf. An der Robert Schumann Hochschule Düsseldorf hat Lukas Stollhof seit 2010 einen Lehrauftrag für Orgel. (www.lukasstollhof.de)


Liebe Konzertbesucher, ich begrüße Sie hier in der Liebfrauenkirche Oberwesel zum Orgelkonzert am heutigen Palmsonntag. Lassen Sie sich in dem nur durch farbiges Licht und Kerzen beleuchteten Kirchenraum ergreifen von der Musik der Komponisten Franck, Bach und Reger. Am Ausgang bitten wir Sie um eine Spende für unsere Orgel. Dieses großartige Instrument, das Sie heute Abend vom leisesten Piano bis zum grandiosen Forte hören werden, muss dringend gereinigt und generalüberholt werden. Vielen Dank für Ihre Mithilfe. Alle heutigen Werke bestehen aus Variationen über ein Thema. Cesar Franck schrieb in seinem Todesjahr 1890 die „Drei Choräle für Orgel“. Der "Choral Nr. 2 in h-Moll" hat die Form von Passacaglia (sprich: Passakallia) und Fuge. Im ersten Teil wird das 16taktige Thema wie in einer Passacaglia fortwährend wiederholt, wechselt dabei zwischen Pedal und Oberstimme hin und her und erfährt dabei eine ständig variierte Begleitung. Nach einem ätherisch-leisen und einem improvisatorischlauten Mittelteil folgt eine Fuge über den ersten Teil des Themas, die sich zu einer großen Apotheose entwickelt. Doch nicht laut, sondern mit dem ätherisch-leisen Mittelteil endet das Stück. ----------------------------In seiner "Partita über den Choral ‚Sei gegrüßet, Jesu gütig’" lässt Johann Sebastian Bach auf den Choralsatz elf Variationen folgen. Die Choralmelodie wird meist in der Oberstimme, aber auch im Bass geführt. In den überwiegenden Teilen ist sie deutlich zu verstehen; doch manchmal wird sie bis zur Unkenntlichkeit verziert. Der Text der ersten sowie der letzten Strophe lautet: Sei gegrüßet, Jesu gütig, Süßer Jesu, Gnaden Sonne, über alles Maß sanftmütig! mein Schatz, höchste Freud und Wonne. Ach, wie bist du so zerrissen Ewig, ewig lass mich loben und dein ganzer Leib zerschmissen! mit den Engeln dich hoch droben, Lass mich deine Lieb ererben singen immer Heilig, Heilig, und darinnen selig sterben! alsdenn bin ich ewig selig. -----------------------------


Zum Abschluss hören Sie Max Regers "Variationen und Fuge über ein Originalthema" (op. 73). Reger sagt selbst über sein Werk: "Das Werk ist aus einer recht wehmütigen Stimmung heraus entstanden. Das Thema selbst gibt alles an". Anlass zur Komposition war ein Konzert seines Freundes Karl Straube, der in einem Orgelkonzert zwei Reger’sche Werke spielte. Sowohl Komponist als auch Interpret wurden von der Kritik verrissen; „Im Gedenken an diesen 14. Juni 1903“ schrieb Reger sein op. 73. Die einleitende Introduktion scheint mit zusammenhangslosen Motiven aus dem späteren Thema nur Fragen aufzuwerfen und irrt ziellos suchend umher. Aus der Ruhe, dem Nichts erklingt das selbst entworfene Thema, dessen erste vier Takte so klingen: THEMA Takte 1-4 (gespielt) In den ersten beiden Variationen lässt sich das Thema trotz starker Verzierung noch gut nachvollziehen. Doch der Komponist entfernt sich immer weiter vom Thema, bis zu völlig themenfreien Variationen. In diesen sogenannten Charaktervariationen können Sie emotionale Momente hören wie Verzweiflung, Aufbäumen, Hin-und-her-gerissen-Sein und Zusammenbruch, aber auch leises Flehen und ätherische Stimmungen. Die abschließende Fuge versinnbildlicht mit ihrem beschwingten 6/8-Takt die Lösung aller Spannungen und Konflikte und führt zum grandiosen Schluss.

2014 04 13 Palmsonntagskonzert in Oberwesel, Lukas Stollhof  

2014 04 13 Palmsonntagskonzert in Oberwesel, Lukas Stollhof

2014 04 13 Palmsonntagskonzert in Oberwesel, Lukas Stollhof  

2014 04 13 Palmsonntagskonzert in Oberwesel, Lukas Stollhof

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