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Holzbulletin 105/2012 Ersatzneubau Siedlung Grünmatt, Zürich Hofsiedlung am Leonhard-Ragaz-Weg, Zürich Wohn- und Geschäftsüberbauung Mühlebachstrasse/Hufgasse, Zürich Mehrfamilienhaus an der Habsburgstrasse, Zürich

Das Mehrfamilienhaus an der Habsburgstrasse beim Zürcher Bahnhof Wipkingen ersetzt zwei kleine, über hundertjährige Bauten. Architektur: Hauenstein LaRoche Schedler Architekten, Zürich


Zoom auf Zürich Die Raumplanung fordert Verdichtung. Das ist für das Bauen mit Holz ein entscheidender Markt. Energetische Sanierung, Umbauen, Aufstocken oder Erweitern bilden sich deshalb regelmässig im Holzbulletin ab. Doch auch der zunehmend beliebte Ersatzneubau gehört als gleichberechtigte Option in diese Reihe von Handlungsmöglichkeiten. Diesem Vorgehen gilt das vorliegende Heft mit seinen vier Beispielen. Nun ist die Relevanz von Themen natürlich grundsätzlich durch Beispiele verschiedener Provenienz zu belegen; das stellt auch sicher, dass unterschiedliche Ausprägungen Berücksichtigung finden. Wenn sich aber eine Tendenz in einem Brennpunkt fast überdeutlich zeigt – ist es dann nicht gerechtfertigt, sie dort für einmal exemplarisch zu fassen? Wir meinen ja. So ist der Entscheid gefallen, dieses Holzbulletin ganz auf die Stadt Zürich auszulegen, wo sich auf einen Schlag eine ganze Reihe aktueller Ersatzneubauten mit Holz finden lassen. Das hat seinen Grund zuerst in einem allgemeinen Trend: Rund eine Million Quadratmeter zusätzliche Wohnfläche sind gemäss Statistik* in der Stadt Zürich zwischen 2000 und 2009 durch Ersatzneubau geschaffen worden. Damit trug der Ersatzneubau zwei Drittel zur gesamten Wohnflächenzunahme bei. Dabei zeigt es sich, dass Wohnbaugenossenschaften und Private – in Zürich halten diese beiden Gruppen rund 70% des Wohnungsbestandes, in der ganzen Schweiz sind es rund 80% – vermehrt den Weg eines Ersatzneubaus für die Veränderung des Baubestandes wählen. Das mag zunächst eine Begründung darin finden, dass sich beide Gruppen mit ihrem Eigentum stark identifizieren und bestrebt sind, sich selber respektive den Genossenschaftern zeitgemässen Wohnraum zur Verfügung zu stellen, wobei die Varianten – energetische Verbesserung gegenüber Abbruch und Neubau – im zunehmenden Bewusstsein für Lebenszykluskosten langfristig geprüft werden. Vorhaben für Ersatzneubauten erfordern es aber auch, dass Liegenschaften auf den Zeitpunkt des Abbruchs möglichst ohne Mietzinsausfälle frei bekommen werden können. Die Erfolgsaussichten dafür sind stark vom funktionierenden Dialog zwischen Mietern und Eigentümern abhängig – bei den beiden genannten Eigentümergruppen sind die Voraussetzungen dazu sicherlich gegeben. Inwiefern kann der mehrgeschossige Holzbau am Generaltrend zum Ersatzneubau in Zürich partizipieren? Zur Annäherung an eine Antwort ist ein Blick auf die Geschosszahl des Gebauten aufschlussreich. Die Stadtzürcher Statistik weist aus, dass von der gesamten neu erstellten Wohnfläche über eine Million Quadratmeter in der zwei- bis viergeschossigen Zone entstanden sind, davon 580 000 Quadratmeter in der dreigeschossigen Zone. Zusätzlich dazu sind 420 000 Quadratmeter in der fünf- und sechsgeschossigen Zone erstellt worden. Die zum Positiven veränderten Rahmenbedingungen der Brandschutzgesetzgebung ebnen dem Holzbau auch in diesem Segment den Weg. Die baurechtliche Normalisierung ermöglicht es dem Holz, mit Erfolg mate­ rialspezifische Pluspunkte bezüglich Energieeffizienz und besonders Grauenergie ins Spiel zu bringen. Denn in Zürich gelten ehrgeizige energetische Vorgaben. Die Stadt hat mit einer Abstimmung 2008 die Verankerung der 2000-Watt-Gesellschaft in der Gemeindeordnung beschlossen. Der Holzbau drängt sich unter diesen in Zürich geltenden Spielregeln fast schon auf – erst recht bei Bauherrschaften, bei denen Sinn für Nachhaltigkeit zum Selbstverständnis zählt. Ausserdem trägt das Bauen mit Holz dazu bei, den Neubau rasch zu realisieren, also den Nutzungsunterbruch in der Neubauphase so kurz wie möglich zu halten. Da Wohnbaugenossenschaften oder Private primär der Bewirtschaftungsstrategie ‹Werterhaltung› folgen, nutzen sie in der Regel die vollen Abschreibungsmöglichkeiten auf Immobilien aus. Nach genügend langer Laufzeit ist die Abbruchliegenschaft voll abgeschrieben, und es ist kein Restwert an den Neubau anzurechnen. Folgen sie beim Ersatzneubau wieder derselben Strategie, sichert ihnen der moderne mehrgeschossige Holzbau mit seiner Werthaltigkeit die Immobilienanlage ab. Roland Brunner Technische Kommunikation Lignum *Rey, U. (2011). Bauliche Verdichtung durch Ersatzneubau in der Stadt Zürich. Kanton Zürich, Statistisches Amt, Zürich

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Siedlung Grünmatt, Zürich Im Friesenbergquartier am Fuss des Zürcher Hausbergs errichtet die Familienheim-Genossenschaft Zürich 155 Wohneinheiten neu. Die Siedlung ersetzt 64 Reiheneinfamilienhäuser von 1929, die sich baulich in einem schlechten Zustand befanden, energetisch nicht mehr heutigen Anforderungen entsprachen und auch bezüglich Wohnqualität und Behaglichkeit nicht mehr zeitgemäss waren. Der Friesenberg in Zürich liegt am Fuss des Üetlibergs und ist mehrheitlich locker mit Häuserreihen bebaut. Die Familienheim-Genossenschaft Zürich FGZ vermietet in diesem Quartier rund 2200 Wohnobjekte. Das Projekt von Graber Pulver Architekten für den Neubau an der Grünmatt- und Baumhaldenstrasse ging aus einem Studienauftrag hervor. Den Erwartungen der FGZ ‹einer zukunftsweisenden Interpretation zum Thema Gartenstadt› folgend, ordneten die Architekten dreizehn Bauten in vier leicht gebogenen Gebäudezeilen mit dazwischenliegenden privaten und öffentlichen Aussenräumen an. So erinnert denn auch der neue Situierungsplan stark an die Lage der vormaligen Reihenhäuser. Die südlich und hangaufwärts gelegene erste Häuserzeile ist viergeschossig ausgeführt. Jedes der vier Häuser bietet vier Wohnungen pro Geschoss, erschlossen über zwei Treppenhäuser. Die Häuser von der zweiten bis zur vierten Zeile sind dreigeschossig. Allen Wohnungen sind im Süden und damit hangseitig grosszügige Loggien vorgelagert. Die zweite Häuserzeile verfügt insgesamt über 33 Triplex-Wohnungen mit jeweils internem Treppenhaus. In der dritten Häuserzeile sind in den beiden Obergeschossen je sechs Wohnungen angeordnet, erschlossen über je drei Treppenhäuser. Die Hälfte dieser Wohnungen verfügt zudem über intern erschlossene Schlafräume und Nasszellen im Sockelgeschoss. In der vierten Häuserzeile sind in zwei Häusern wiederum insgesamt 26 Triplex-Wohnungen angeordnet, während das dritte Haus gemischt genutzt wird: Pflegezentren

der Stadt Zürich, ein Gemeinschaftsraum der FGZ, Kinderhort und Kindergarten ergänzen die zwölf Geschosswohnungen. Die Siedlung Grünmatt liegt in der Kernstadt Zürich und ist mit dem öffentlichen Verkehr sehr gut erschlossen. Einkaufsmöglichkeiten finden sich in naher Gehdistanz. Dies sind gute Voraussetzungen für ein energieeffizientes Mobilitätsverhalten der Bewohnerinnen und Bewohner der Siedlung. Neben der hervorragenden Erschlies­ sung mussten aber auch die Anforderungen an genügend Parkplätze erfüllt werden. Dazu erstreckt sich zwischen der ersten und zweiten Häuserzeile über die gesamte Länge der Überbauung eine Einstellhalle mit ausreichenden Parkmöglichkeiten. Das Heizenergiekonzept der FGZ-Siedlungen am Friesenberg ist im Wandel. Bis Mitte 2012 wurde der Wärmebedarf der Siedlungen noch mit einer Ölheizung gedeckt. Die Siedlung Grünmatt ist die erste FGZ-Siedlung, welche an eine Ringleitung angeschlossen ist, die mit Abwärme von umliegenden Grossbetrieben gespeist wird. In den Sommermonaten wird die überschüssige Abwärme in Erdspeicher eingelagert. Lokal wird diese dann in den kälteren Jahreszeiten mit Wärmepumpen auf die notwendige Temperatur angehoben. Fotovoltaikmodule auf den Dächern der Siedlung decken einen Teil des Strom­ bedarfs. Für den notwendigen Luftwechsel in den Wohnungen sorgen Luftboxen in den Aussenwänden, welche die Luft zuführen. Die Abluft wird zentral in den Nasszellen abgesaugt. Die Häuser erreichen mit Dämmstärken von 280 mm an den Fassaden und 200 mm auf den Dächern hervorragende U-Werte von 0,14 und 0,12 W/m2K. Jedoch führt die Ausrichtung der Gebäude mit der Südseite gegen den Üetliberg zu kleinen solaren Gewinnen. Der Heiz­wärme­ bedarf bleibt so nur knapp unter der gesetzlich erlaubten Vorgabe. In der Bewertung Primär­ energie (nicht-erneuerbar) und Treibhausgas­­emis­sionen nach Merkblatt SIA 2040 verfügt die Siedlung mit ihren kleinen und schlanken Volumen über geometrisch schlechte Voraussetzun-

gen, was aber dank gezielt gewählten Konstruk­ tionen nahezu ausgeglichen werden konnte. Über den teilweise in den Hang geschobenen Sockelgeschossen in Massivbauweise sind die Gebäudeteile über Terrain bis auf die Treppenhäuser in Holzbauweise ausgeführt. Stirnseitig sind die Häuser aus architektonischen Gründen durch eine massive, über alle Geschosse verlaufende Betonscheibe begrenzt. Als Deckenkons­ truktion ist eine Holz-Beton-Verbunddecke im Einsatz. Der Brettstapel an der Deckenuntersicht bleibt sichtbar, wodurch sich eine aufwendige Bekleidung erübrigt. Fassaden und Wände sind in Holzrahmenbauweise aufgebaut. Die Fassadenbekleidung besteht aus abwechselnd horizontal und vertikal angebrachter Schalung in Holz. Alle Bauteile wurden im Werk vorgefertigt und in grossen Elementformaten für die Montage antransportiert. Um die Ausführungsungenauigkeiten des Massivbaus auffangen zu können, wurden in der Planung des Holzbaus Toleranzzonen vorgesehen.

Lageplan

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Situation

Querschnitte

100 m

40 m

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Grundrisse Zeile 1: Sockelgeschoss, Erdgeschoss, 1. und 2. Obergeschoss

Obergeschoss eines Hauses in Zeile 1

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Grundrisse Zeile 2: Sockelgeschoss, Erdgeschoss, Obergeschoss

10 m


Grundrisse Zeile 3: Sockelgeschoss, Erdgeschoss, Obergeschoss

Grundrisse Zeile 4: Sockelgeschoss, Erdgeschoss, Obergeschoss

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Grundrisse Triplex-Wohnungen in Zeile 2

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10 m

Ort Grünmatt- und Baumhaldenstrasse, 8055 Zürich Bauherrschaft FGZ Familienheim-Genossenschaft Zürich Architektur Graber Pulver Architekten AG, Zürich/Bern Baumanagement Perolini Baumanagement AG, Zürich Bauphysik Gartenmann Engineering AG, Zürich Landschaftsarchitekt 4d Landschaftsarchitekten AG, Bern Gebäudetechnik Advens AG, Zürich, und Amstein + Walthert AG, Zürich Bauingenieur Freihofer & Partner, Zürich Holzbauingenieur Pirmin Jung Ingenieure für Holzbau AG, Rain Holzbau ARGE Blumer-Lehmann AG, Gossau, und Kost Holzbau AG, Küssnacht am Rigi Materialien Bauholz: Rahmenbaukanteln 650 m3, Brettschichtholz 230 m3, Brettstapel 1950 m3; Platten: Dreischichtplatten 27 mm 530 m2 und 42 mm 3230 m2, Furnierschichtholz 33 mm 225 m2, 39 mm 170 m2 und 45 mm 170 m2, OSB 15 mm 13 300 m2, Gipsfaserplatten 12,5 mm 7480 m2 und 15 mm 10  010 m2, diffusionsoffene, mitteldichte Holzfaserplatte 15 mm 1760 m2; Holzfaserdämmung 35 m3; Fassadenbekleidung: Rhomboidschalung 4350 m2 und Nut + Kamm 4260 m2 Baukosten BKP 2 CHF 62,45 Mio. (Gesamtprojekt mit Tiefgarage) davon BKP 214 CHF 11,14 Mio. Grundstücksfläche SIA 416 31 799 m2 Geschossfläche SIA 416 27 400 m2 (Gesamtprojekt), 32 574 m2 (mit Tiefgarage) Gebäudevolumen SIA 416 84 642 m3 (Gesamtprojekt), 102 919 m3 (mit Tiefgarage) Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP 2) CHF 607.– Bauzeit März 2010 – März 2014 (Gesamtprojekt), März 2010 – Juni 2012 (1. Etappe), März 2011 – November 2012 (2. Etappe), Mai 2012 – März 2014 (3. Etappe) Fotograf Hannes Henz, Zürich


Dachaufbau von aussen: Substrat 100 mm Wasserdichtung Dämmung 200 mm Dampfsperre OSB/3 15 mm Brettstapelelement 160 mm Deckenaufbau von oben: Gehbelag 10 mm Zementunterlagsboden 80 mm Trittschalldämmplatte 2 x 20 mm Holz-Beton-Verbundelement: Überbeton 100/120 mm Brettstapel 120/100 mm Aufbau Aussenwand von innen: Gipskartonplatte 15 mm OSB/3 15 mm, luftdicht abgeklebt Ständer 280 mm/Dämmung Diffusionsoffene, mitteldichte Holzfaserplatte 15 mm Fassadenbahn Lattung 40 mm Schalung 20 mm, sägeroh und behandelt

Fassadenschnitte

Aufbau Decke von oben über UG/SG: Gehbelag 10 mm Zementunterlagsboden 80 mm Trittschalldämmplatte 2 x 20 mm Feuchtesperre Betonplatte 240 mm

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Hofsiedlung am Leonhard-Ragaz-Weg, Zürich Die Überbauung ersetzt längliche Mehrfamilien­ häuser aus den fünfziger Jahren, wie sie das Bild des Zürcher Aussersihlquartiers prägen. Im Ersatzneubau will die Genossenschaft Turicum preisgünstige Wohnungen nach den Anforderungen der 2000-Watt-Gesellschaft anbieten. In fünf- bis siebengeschossigen Neubauten entstehen insgesamt 167 Wohn- und sieben Gewerbeeinheiten. Zunächst wurde im Rahmen eines Studienauftrags von den Architekten überprüft, ob Erweiterungen der rund 60-jährigen Wohnüberbauung einen gangbaren Weg darstellten. Ein Neubau erwies sich schliesslich als sinnvoller, da mehr als doppelt soviel Ausnützung möglich war und sich die Bausubstanz, nicht zuletzt hinsichtlich der Raumhöhen, als ungenügend herausstellte. Im Hinblick auf die Ziele der 2000-Watt-Gesellschaft wurden für den Neubau geringe Terrainverschiebungen, effiziente Tragwerke und Schachtführungskonzepte, grosse Kompaktheit der Bauvolumen, ein Rohbau mit einem grossen Anteil an Holz sowie individu­elle Wohnungslüftungen pro Raum hoch gewichtet. Im Studienauftrag wurde von den Architekten eine städtebauliche Form entwickelt, welche heutigen Stadtbewohnern die Bedürfnisse nach Urbanität und nach Nähe zur Landschaft gleichermassen erfüllt. Das Besondere des Ortes liegt im Übergang von der Blockrandbebauung zum durchgrünten Siedlungsraum. Dem Wechsel werden klare Elemente zugewiesen: ein Riegel und drei Doppelkörper. Der Riegel an der vielbefahrenen Gutstrasse schliesst den Block­ rand und schützt den inneren Bereich vor Lärm. Dessen Erdgeschoss wird für Gewerbeflächen genutzt, die übrigen Geschosse enthalten Wohnungen. Der entstehende Hofraum ist grosszügig und mit einer der grössten Freiflächen der Stadt verbunden. Die drei Doppelkörper mit Wohnungen sind frei in diese Landschaft gestellt. Die Räume zwischen den Gebäuden öffnen sich immer wieder zur Umgebung. Die ‹Gartenstadtatmosphäre› der Umgebung wird über die Grundstücksgrenzen hinweg in der Überbauung weitergeführt und schafft Kontinuität im Quartierkontext. Der grün geprägte, von einem lockeren Baumbestand bespielte Aussenraum umgibt die Bauten. Die schützenswerten Bäume

bleiben erhalten und sind in die neue Siedlung integriert. Eine organisch geführte Weg-/Platz­ figur durchquert den Hofraum und führt selbstverständlich zu den Hauseingängen. Ihre Ausprägung ist austariert zwischen dem öffentlichen Durchgang des Leonhard-Ragaz-Weges und der Siedlungserschliessung mit Spiel- und Aufenthaltsmöglichkeiten. Die Wohnungen im Riegel an der Gutstrasse verlaufen durchgehend zwischen Süden und dem ruhigen Bereich im Norden. Alle Wohnund Schlafräume können von Norden belüftet werden, um Lärmimmissionen von der Gut­ strasse möglichst zu vermeiden. Strassenseitig sind Loggien angeordnet, welche als lärmgeschützte, private Aussenräume im Süden und als Vorraum zu den Wohnungen dienen. Die Wohnungen innerhalb des Gevierts sind auf mindestens zwei Seiten orientiert. Eine Scharnierwohnung pro Geschoss verbindet beide Gebäudeteile. Diese Wohnung ist nach allen Himmelsrichtungen ausgerichtet. Umlaufende Balkone unterschiedlicher Tiefe bilden hier den privaten Aussenraum und die saisonale Erweiterung. Für die klimafreundliche Energieversorgung werden Energieträger vor Ort eingesetzt. Wärme für Heizung und Warmwasser liefert eine neue Holzschnitzelfeuerung. Ein Teil des Strombedarfs wird zudem mit dem Ertrag der Fotovoltaikanlage auf den Dächern abgedeckt. Zwei der vier Bauvolumen verfügen über sieben Geschosse, weshalb ein objektbezogenes Brandschutzkonzept zur Anwendung kam. Sämtliche Decken, Treppenhäuser, Fluchtkorridore und Innenwände sind in Beton respektive BacksteinMauerwerk ausgeführt, die tragenden Aussenwände in Massivholzbauweise mit beidseitiger Dämmung und nichtbrennbarer Bekleidung. Mit diesen Aufbauten konnten alle Brandschutz­ anforderungen an Tragwerk, Brandabschnitte und Fluchtwege erfüllt werden. Einzelne Bau­ volumen sind an den Fassaden mit einer Holzschalung bekleidet, welche durch geschossweise Balkonbänder die notwendigen horizontalen Brandschutzmassnahmen enthält. Die Balkone sind als Betonfertigteilkonstruktion auf Stahlstützen ausgebildet. Die Geländer aus vorvergrautem Fichtenholz bringen wiederum den Holzeinsatz zum Ausdruck. Holz kam aus mehreren Gründen zum Einsatz, vornehmlich wegen seiner Nachhaltigkeit im

Rohbau, aber auch wegen seiner Behaglichkeit und des Materialcharakters im Innenausbau. Die Parkettböden beispielsweise sind aus ein­ heimischer Eiche. Die aussen tragenden Holzwände bestehen aus massiven Bohlen in Fichtenholz, rund 2,50 m lang, 200 mm breit und 100 mm dick. Nach innen ist die Konstruktion bekleidet. In der Fassade wird das System indirekt erkennbar: Übereinander liegende, raumhohe Fenster zeigen die Struktur darunter. Auch die Fassadenbekleidungen beziehen sich auf die Kons­ truk­tionsweise. So sind die Doppelhäuser mit vertikalen, weisslich lasierter Fichtenschalung bekleidet, der Riegel an der städtischeren Gutstrasse zeigt sich in vertikalen, schmalen Ton­ elementen. Die Balkongeländer und Bekleidungen der Fassaden werden mit der Zeit und dank der kontrollierten Farbigkeit an Schönheit noch gewinnen. Das gesamte Vorhaben wird bis 2013 in vier Etappen realisiert. Eine einfache und schnelle Montage ermöglicht unter anderem das Bohlensystem der Aussenwände: Die Gebäudeabmessungen und Wandöffnungen sind auf ein Vielfaches der Bohlenmodule ausgelegt. Die Bohlen werden zur Montage lückenlos in einen die Betondecke umfassenden Holzbalken gesteckt, darüber wird dann wieder die nächste Decke in Ortbeton ausgeführt.

Situation

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Ort Leonhard-Ragaz-Weg/Gutstrasse, 8055 Zürich Bauherrschaft Baugenossenschaft Turicum, Zürich Architektur, Gesamtplanung Harder, Haas Partner AG, Eglisau Energieplanung, Bauphysik Mühlebach Partner AG, Wiesendangen Nachhaltigkeit Architekturbüro H.R. Preisig, Zürich Bauingenieur Henauer Gugler AG, Zürich Holzbauingenieur SJB Kempter Fitze AG, Eschenbach Holzbau ARGE Zimmereigenossenschaft Zürich, Zürich, und Jäggi + Hafter AG, Zürich Materialien Bauholz: Vollholz 453 m3, Buchensperrholz 101 m3; Balkongeländer: Latten in Fichte und Tanne 40 x 80 mm 27 586 m; Fassadenbekleidung: Schalung Nut + Kamm 3933 m2 Baukosten BKP 1 – 5 CHF 64,5 Mio. Baukosten BKP 2 CHF 51,9 Mio. davon BKP 214 CHF 4,1 Mio. Grundstücksfläche SIA 416 11 531 m2 Geschossfläche SIA 416 18 745 m2 Gebäudevolumen SIA 416 80 150 m3 Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP 2) CHF 620.– Bauzeit Juli 2009 – April 2013 (Gesamtprojekt), April 2009 (Abbruch), Mai 2010 (Bezug Haus Ost), April 2011 (Bezug Haus Nord), September 2012 (Bezug Haus West), April 2013 (Bezug Haus Süd) Fotograf Hannes Henz, Zürich

Grundriss Doppelhäuser

Längsschnitt Doppelhäuser

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20 m

Querschnitt Doppelhäuser


Dachaufbau von aussen: Substrat 80 mm Drainageschicht 50 mm Schutzschicht 10 mm Wasserdichtung mehrlagig 20 mm Trennvlies 10 mm Dämmung 300 mm Dampfbremse 10 mm Betondecke 220 mm Aufbau Aussenwand von innen: Gipskartonplatte 2 x 12,5 mm Lattung 80 mm/Dämmung Massivholzelement 100 mm Winddichtung Lattung 80 mm/Dämmung Lattung 110 mm/Dämmung 80 mm Lattung 24 mm horizontal Schalung in Fichte 20 mm Deckenaufbau von oben: Gehbelag 20 mm Zementunterlagsboden 80 mm Trennlage Trittschalldämmplatte 20 mm Dämmung 20 mm Betondecke 220 mm

Fassadenschnitt

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Wohn- und Geschäftsüberbauung Mühlebachstrasse/Hufgasse, Zürich An innerstädtischer Lage in Zürich, direkt am hochfrequentierten Bahnhof Stadelhofen, sind zwei Bauten mit Pioniercharakter für nach­haltige Baukultur entstanden. Die beiden sechsgeschossigen Wohn- und Bürohäuser sind kons­truktiv in vorfabrizierter Holzbauweise erstellt und haben das Zertifikat Minergie-P-Eco erhalten. Obwohl die Parzelle sehr zentral liegt, ist der Standort relativ ruhig und sowohl für Wohn- als auch für Büronutzung geeignet. Zwei bestehende Gebäude, ein Gewerbebau aus dem Jahr 1910 und eine 250-jährige Villa, wurden aufgrund des im Laufe der Jahrhunderte veränderten städtebaulichen Gefüges und der schlechten Bausubstanz abgebrochen. Das Haus an der Mühlebachstrasse schliesst nun eine das Stras­ senbild der Gründerzeit störende Baulücke in der Blockrandbebauung. Dank seiner klar strukturierten Fassade mit grossen Fensteröffnungen und kleinteiligen Naturschieferplatten vermittelt das Haus zwischen den Nachbarn – einem Jugendstilhaus mit Sichtmauerwerk und einem Bürohaus aus den siebziger Jahren. An der Hufgasse bildet ein ebenfalls sechsgeschossiger, leicht gerundeter Bau den Abschluss der in den vierziger Jahren begonnenen Häuserzeile. Die spezielle Form schafft einerseits einen Abstand zum klassizistischen Solitärbau im Süden der Parzelle und definiert andererseits die Aussenräume neu. Durch beide Neubauten wird die vor über hundert Jahren konzipierte und gewachsene Blockrandbebauung vervollständigt. Dazwischen entsteht ein ruhiger und landschaftlich gestalteter, nutzbarer Hofraum. Beide Gebäude sind konstruktiv gleich ausgeführt, unterscheiden sich aber in Grösse, Struktur und Ausformulierung, wobei sich die Grundrissstruktur um das innenliegende Treppenhaus

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mit Lift der Gebäudeform anpasst. An der Mühlebachstrasse sind flexible Grundrisse umgesetzt worden, die sowohl als Büroräume als auch für Wohnzwecke genutzt werden können. Das Gebäude an der Hufgasse hingegen ist aufgrund der abgeschirmten Lage für eine reine Wohnnutzung prädestiniert. Die beiden sechsgeschossigen Immobilien sind als Holzsystembauten ausgeführt. Die tragenden Aussenwände bestehen aus grossflächigen Rahmenbauelementen mit integrierten Stützen in Brettschichtholz. Die meisten Innenwände sind nichttragend, was eine grösstmögliche Nutzungsflexibilität erlaubt. Vorfabrizierte Holz-Beton-Verbundelemente mit sichtbarer Holzuntersicht bilden die Geschossdecken aus. Die Grauenergiebilanz dieses Deckenaufbaus ist besser als diejenige einer konventionellen Betondecke. Die Treppenhäuser, der Liftschacht und alle erdberührenden Wände des Untergeschosses sind in sichtbarem Recyclingbeton ausgeführt. Die Materialisierung der Fassadenbekleidung verbindet die Gebäude trotz der volumetrischen Unterschiede zu einer Einheit. Kleinteilige Naturschieferplatten lassen die Fassade je nach Tageszeit und Witterung ganz unterschiedlich erscheinen. Die Attikageschosse hingegen sind mit grossformatigen, hellgelben Fassadenplatten ausformuliert und treten so in den Hintergrund. Bei den Fenstern handelt es sich um dreifach verglaste Holz-Metall-Fenster, aussen der Fassade angepasst. Die grossen Fenster lassen viel Tageslicht in das Innere der Gebäude dringen und nutzen dank dem guten g-Wert der Gläser den passiv-solaren Ertrag maximal. Die beiden Häuser sind über die gemeinsame Tiefgarage verbunden. Diese nimmt alle vorgeschriebenen Abstellplätze auf. Auch die Räume für die Heizung sind gemeinsam angeordnet.


Situation

Ort Mühlebachstrasse 8 und Hufgasse 11, 8008 Zürich Architektur kämpfen für architektur ag, Beat Kämpfen, Zürich; Projektteam: Beni Knecht (Projektleiter), Andreas Rabara (Entwurf), Daniel Wächerle (Bauleitung), Adrian Bierlein (Ausführungsplanung), Sigrun Rottensteiner Bauingenieur De Vries Engineering GmbH, Zürich Bauphysik Amstein & Walthert AG, Zürich Elektroningenieur Marcel Wyder GmbH, Zürich HKLS-Ingenieur Planforum GmbH, Winterthur Holzbauingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Brandschutzingenieur Makiol + Wiederkehr, Beinwil am See Fachingenieur Brandschutz Josef Kolb AG, Uttwil Holz- und Fensterbau Hector Egger Holzbau AG, Langenthal (Holzbau), und 1a hunkeler, Ebikon (Fenster) Materialien Bauholz: Rahmenbaukanteln 120 m3, Brettschichtholz 50 m3, Brettstapelelemente 400 m3; Platten: Furnierschichtholz 24 m3, Dreischichtplatten 27 mm 605 m2 und 40 mm 122 m2, OSB 15 mm 645 m2 und 25 mm 210 m2, Gipsfaserplatten 4520 m2 Baukosten BKP 2 CHF 10,4 Mio. (Mühlebachstrasse), CHF 7,0 Mio. (Hufgasse) davon BKP 214 ca. CHF 1,2 Mio. (Mühlebachstrasse), ca. CHF 0,9 Mio. (Hufgasse) Gebäudegrundfläche SIA 416 498 m2 (Mühlebachstrasse), 296 m2 (Hufgasse) Geschossfläche SIA 416 3370 m2 (Mühlebachstrasse), 2150 m2 (Hufgasse) Gebäudevolumen SIA 416 11057 m3 (Mühlebachstrasse), 6520 m3 (Hufgasse) Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP 2) CHF 940.– (Mühlebachstrasse), CHF 1073.– (Hufgasse). Die Unterschiede sind unter den Aspekten Form und Kleinteiligkeit beim Gebäude Hufgasse sowie zwei Fassaden weniger wegen Nachbaranschlüssen beim Gebäude Mühlebachstrasse zu beurteilen. Zudem ist der Ausbaustandard gehoben, und die Fassaden sind mit Naturschiefer und Faserzementplatten bekleidet. Bauzeit Februar 2010 – März 2012 Fotograf Rene Rötheli, Baden 2279


Hofgeschoss Mühlebachstrasse

Untergeschoss Mühlebachstrasse und Hufgasse

Erdgeschoss Mühlebachstrasse

2. Obergeschoss Mühlebachstrasse

3.–4. Obergeschoss Mühlebachstrasse

Attikageschoss Mühlebachstrasse

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Schnitt Mühlebachstrasse und Hufgasse

20 m


Erdgeschoss Hufgasse

1.–4. Obergeschoss Hufgasse

Attikageschoss Hufgasse

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Fassadenschnitt

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Dachaufbau von aussen: Extensive Begrünung 80 mm/PV-Anlage Schutzlagen Wasserdichtung Dämmung 160–240 mm Dampfbremse Kastenelement: Dreischichtplatte 27 mm Rippen 200 mm/Zellulosefaserdämmung Dreischichtplatte 27 mm Deckenaufbau von oben: Parkett in Eiche massiv 20 mm Unterlagsboden Anhydrit 70 mm, mit Bodenheizung Trennlage Trittschalldämmplatte 30 mm Schüttung 50 mm/Elektroinstallation Folie Holz-Beton-Verbundelement: Überbeton 80 mm Brettstapel 160 mm Aufbau Aussenwand von innen: Gipskartonplatte 2 x 12,5 mm Metallständer 75 mm/Mineralwolledämmung Gipsfaserplatte 15 mm Ständer 240 mm/Mineralwolledämmung Lattung horizontal 40 mm/Mineralfaserdämmung Gipsfaserplatte 15 mm Lattung 55 mm Schalung 27 mm Naturschiefer 8 mm, kleinformatig, oder Faserzementplatten 8 mm, grossformatig

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Mehrfamilienhaus an der Habsburgstrasse, Zürich Der Neubau an der Ecke Damm-/Habsburgstrasse beim Zürcher Bahnhof Wipkingen ist Teil einer städtebaulichen Lösung für ein Geviert mit drei verschiedenen Eigentümern. Das Mehrfamilienhaus, das zwei kleine, über hundertjährige Bauten ersetzt, dockt an der Dammstrasse an das benachbarte Gebäude an und entwickelt sich längs der Habsburgstrasse über das leicht ansteigende Terrain. Auf Wunsch der Bauherrschaft sollte der Ersatzneubau höchsten architektonischen und ökologischen Ansprüchen genügen und für die Errichtung wenig graue Energie benötigen. Im Rahmen eines Studienauftrags entwickelten Hauenstein La Roche Schedler Architekten bereits in dieser Phase einen Holzbau mit einer einfachen, flexibel unterteilbaren Struktur. Das Projekt überzeugte die Eigentümerfamilie, welche heute selber in zwei der insgesamt dreizehn erstellten Mietwohnungen lebt. Das Haus, dessen Decken und Aussenwände aus Holz konstruiert sind, erscheint als verputzter, mit horizontalen Profilen strukturierter Körper. Ein feines, in Goldfarbe aufgespritztes Dekor, das an blattlose Äste erinnert, legt sich wie eine zweite, feine Schicht über die geschlossenen Flächen der Fassade und die Glasbrüstung der Dachterrasse. Ein Sockel aus rotem Klinker verankert das Haus im städtischen Raum. Der Erker, der ab dem ersten Obergeschoss in der Gebäudeecke auskragt, nimmt die Abstufung längs des Terrains auf und bricht die lineare Abwicklung der Nordfassade, ebenso wie die gegeneinander verschobenen Niveaus der Decken, die sich gegen aussen abzeichnen. Die Vielfalt und gleichzeitige Einfachheit setzt

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sich im Inneren des Hauses fort. Der in der Nordfassade liegende Eingang erschliesst die dreizehn Wohnungen über eine Betontreppe, die sich um den mittig angeordneten Lift dreht. Pro Geschoss gibt es zwei oder drei Wohnungen, welche räumlich ganz verschieden gestaltet sind. Die Eckwohnung im Erdgeschoss ist ein Sonderfall; sie ist als Haus im Haus direkt von der Strasse her zugänglich. Die übrigen Wohnungen entwickeln sich räumlich entlang der zentralen Längsachse, wo sich auch sämtliche haustechnischen Anlagen und Installationen befinden. Der Versatz der Decken erzeugt in den Wohnungen unterschiedlich hohe Räume und damit auch in der Vertikalen spannende Bezüge. Durch den Erker in den gegen Nordosten orientierten Wohnungen wird der Strassenraum zu einem Teil des Innenraums und erzeugt ein weiteres räumliches Spannungsfeld. Die gegen Süden gerichteten Wohnungen profitieren dagegen – je höher im Haus gelegen – von einem wunderschönen Blick auf die Stadt Zürich. Die beiden Untergeschosse und das Treppenhaus mit Liftschacht bestehen aus Recycling­ Beton. Die fünf darüberliegenden Stockwerke sind ein vorfabrizierter Holzbau. Dabei bilden Stützen und Unterzüge aus Brettschichtholz ein Skelett. Es bildet in Längsrichtung vier Trag­ achsen aus. Darauf liegen Kastenelemente für die Decken und das Dach, die für einen genügend hohen Schallschutz bereits im Werk mit Gartenplatten beschwert wurden. Die Fassadenelemente in Holzrahmenbauweise sind auf und zwischen die Pfosten versetzt. Das Gebäude ist so aufgebaut, dass die Stützen jeweils über eine Stockwerkhöhe laufen, so dass jeweils ein komplettes Vollgeschoss montiert werden

konnte. Die Bodenelemente dienten somit als Arbeitsplattform für die Montage des dar­ überliegenden Geschosses. Hohe Anforderungen stellte auch die Leitungsführung der ganzen gebäudetechnischen Installationen. Zu- und Abluftleitungen der kontrollierten Wohnungslüftungen wurden im eigens dafür gebildeten Hohlraum zwischen den inneren Stützen und Unterzügen geführt. Die elektrischen Installationen wurden hingegen über den Rohdecken verlegt. Die Verteilung erfolgt grundsätzlich vom zentralen Kanal, der sich mittig in der Längsachse des Gebäudes befindet. Durch die Tiefe der Stützen entsteht in der Mitte des Gebäudes nicht nur eine Verteilschicht, die Bekleidung mit Gipskartonplatten lässt hier unterschiedlich grosse Nischen entstehen, welche die Räume zusätzlich strukturieren. Für den Ausbau der räumlich sehr vielfältigen Wohnungen gingen die Architekten pragmatisch vor, wobei wenn möglich nur ökologische Materialien, Farben und Lacke verwendet wurden.

Situation


Querschnitte

Längsschnitt

Erdgeschoss

1. + 2. Obergeschoss

3. Obergeschoss

Dachgeschoss

20 m

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Dachaufbau von aussen: Substrat 50 mm Schutzvlies Wasserdichtung Gefällsdämmung min. 120 mm Dampfbremse Kastenelemente: Dreischichtplatte 27 mm Rippen 180 mm/Dämmung Dreischichtplatte 27 mm Lattung 30 mm auf Federbügel Gipskartonplatten 12,5 mm Aufbau Aussenwand von innen: Gipskartonplatte 2 x 12,5 mm OSB-Platte 15 mm Ständer 240 mm/Dämmung Holzfaserdämmplatte 60 mm Aussenputz 10 mm Deckenaufbau von oben: Anhydrit-Boden 60 mm, versiegelt, mit Bodenheizung Trittschalldämmplatte 30 mm Dämmung 30 mm, mit Elektroinstallation Kastenelemente: Dreischichtplatte 27 mm Rippen 240 mm/Dämmung 60 mm und Gartenplatten 40 mm Dreischichtplatte 27 mm Lattung 30 mm auf Federbügel Gipskartonplatten 2 x 12,5 mm

Fassadenschnitt

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Ort Habsburgstrasse 1, 8037 Zürich Bauherrschaft Einfache Gesellschaft Osterwalder-Dahm, Zürich Architektur Hauenstein LaRoche Schedler Architekten, Zürich Baumanagement Vollenweider Baurealisation, Zürich Bauphysik Gartenmann Engineering AG, Zürich HLSE-Ingenieure Schoch Reibenschuh AG, Volketswil Bauingenieur Urech Bärtschi Maurer, Zürich Holzbauingenieur Timbatec GmbH, Zürich Holzbau Hector Egger Holzbau AG, Langenthal Materialien Bauholz: Rahmenbaukanteln 102 m3, Brettschichtholz 70 m3; Platten: Dreischichtplatten 3100 m2, OSB 395 m2, Gipsfaserplatten 395 m2, zementgebundene Spanplatten 13 m2, Holzfaserplatten 850 m2; Bodenriemen in Lärche 36 m2 Baukosten BKP 1–9 CHF 5,7 Mio. Baukosten BKP 2 CHF 5,44 Mio. davon BKP 214 CHF 0,8 Mio. Grundstücksfläche SIA 416 420 m2 Geschossfläche SIA 416 2115 m2 Gebäudevolumen SIA 416 6485 m3 Kubikmeterpreis SIA 416 (BKP 2) CHF 839.– Bauzeit November 2009 – Januar 2011 Fotograf Hannes Henz, Zürich

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Lignum Holzwirtschaft Schweiz Economie suisse du bois Economia svizzera del legno Mühlebachstrasse 8, CH-8008 Zürich Tel. 044 267 47 77, Fax 044 267 47 87 info@lignum.ch, www.lignum.ch

Gestaltung BN Graphics, Zürich Druck Kalt-Zehnder-Druck AG, Zug Administration, Abonnemente, Versand Andreas Hartmann, Lignum

Herausgeber Lignum, Holzwirtschaft Schweiz, Zürich Christoph Starck, Direktor

Das Holzbulletin erscheint viermal jährlich in deutscher und französischer Sprache. Jahresabonnement CHF 48.– Einzelexemplar CHF 20.– Sammelordner (10 Ausgaben) CHF 140.– Sammelordner leer CHF 10.– Preisänderungen vorbehalten.

Redaktion Roland Brunner, Lignum, und Denis Pflug, Lignum-Cedotec

Lignum-Mitglieder erhalten das Holz­bulletin und die technischen Informationen der Lignum, Lignatec, gratis.

Holzbulletin, Dezember 2012 ISSN 1420-0260

Die Rechte der Veröffentlichung für die einzelnen Bauten bleiben bei den jeweiligen Architekten. Alle Angaben stammen von den Bauplanern. Zur Hofsiedlung am Leonhard-Ragaz-Weg und zum Mehrfamilienhaus an der Habsburgstras­ se sind Angaben zum Energieverbrauch dem Buch ‹Holzbau – mehrgeschossig› (Faktor Verlag 2012) zu entnehmen. Eine ausführliche Nachhaltigkeitsbetrachtung nach Merkblatt SIA 2040 ‹SIA-Effizienzpfad Energie› der Siedlung Grünmatt ist im Lignatec ‹Klimaschonend und energieeffizient bauen mit Holz – Umsetzung› enthalten (Lignum 2012). Lignum-Hotline: 044 267 47 83 Benutzen Sie unsere Fachberatung am Tele­fon von 8–12 Uhr, die täglich von Montag bis Freitag gratis zur Verfügung steht.

Holzbulletin 105/2012  

Ersatzneubau

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