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Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe • www.ufarevue.ch • 5 / 2011

Merkblatt «Bandwurmfinnen»

Nachtruhestörung vermeiden Seite 18

Der «Metrac H7 X» im Praxistest Seite 26

Strategien gegen die Krautfäule Seite 40

Seite 43

Alternativen zur Schweinesuppe Seite 68


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INHALTSVERZEICHNIS EDITORIAL Eine regelmässige Kontrolle des Kartoffelbestands hilft, die Krautfäule in den Griff zu bekommen. Bild: agrarfoto.com

Grosse Drehscheibe für kleine Dorfläden Volg Frischdienst in Oberbipp

4

Verwaltungsentscheide Auf ein Wort von Ferdinand Hirsig

4 5

MANAGEMENT Auf eigene Rechnung und Gefahr Wer hat Anrecht auf Direktzahlungen?

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Kurzmeldungen Prolait zu Besuch im Zürcher Oberland Monatsfrage Nachtruhestörung durch Erntearbeiten

9 14 16 18

Prolait sucht Impulse Im Zürcher Berggebiet besichtigten die Verantwortlichen des Waadtländer Milchverbands ein Regionalprojekt.

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LANDTECHNIK Spürbar verbessert Der «Metrac H7 X» von Reform im Praxistest

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Kurzmeldungen Spreu komprimieren – aber wie? Lücke geschlossen – Deutz-Fahr mit neuen stufenlosen Traktoren Bodenschutz: Mit «dicken Backen» aufs Feld Erfolgstory: Gülle gemeinsam und effizient ausbringen Produktneuheiten

21 22 25 28 30 32

PFLANZENBAU Spreu pressen Die Spreu-Verwertung verbessert die Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaus, wenn das Material sich effizient sammeln lässt.

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Mechanische Unkrautbekämpfung Die passenden Geräte zum richtigen Zeitpunkt

48

Kurzmeldungen Rindergülle: Mineraldünger ohne Kali verwenden Erfolgreiche Getreide- und Ölsaatenvermarktung Strategien gegen die Krautfäule

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NUTZTIERE

Maxi-Event Die Getreidebranche traf sich in Kirchberg und informierte sich über Preise, Qualität und Marktaussichten.

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Schweinemast 4.5 % besser dank Benzoesäure

70

Bio-Seite: Gesundheitsplanung im Schweinestall Kurzmeldungen UFA aktuell: Die Seiten für den Tierhalter Melkleistung ohne grosse Investitionen erhöhen Potenzial in der Rindviehmast Einfache Umbaulösungen für Anbindeställe Milchvieh: Zuchtwert-Genauigkeit steigt Alternativen zur Schweinesuppe Unfallverhütung: Auf die Technik kommt es an

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LANDLEBEN

Tierschutz 2013 Einfache Baulösungen helfen, damit auch Anbindeställe an die neue Norm angepasst werden können.

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UFA-REVUE · 5 2011

Roman Engeler

FENACO AKTUELL

Bäuerinnen und Landwirtinnen Schriftsteller sprechen über ihre Bücher

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Kurzmeldungen Tipps für den Nutz- und Ziergarten Rhabarberrezepte von Fina Schuler Fabien Kolly ist gerne Bauer

75 80 85 86

MERKBLATT Bandwurmfinnen beim Rind Risikoanalyse auf Betriebsebene

Heftmitte

Seit jeher ist das Wetter im Leben der Menschen ein wichtiger Bestandteil. Insbesondere interessieren dabei die Vorhersagen, die gerade für die Planung von landwirtschaftlichen Arbeiten im Acker- und Futterbau selbst heute noch unerlässlich sind. Wetterprognosen scheinen vermehrt auch für die übrige Bevölkerung eine zunehmend wichtigere Rolle zu spielen, für einen Personenkreis also, dessen Berufsalltag nur wenig von der Witterung beeinflusst wird. Dementsprechend unterschiedlich fallen auch die Einschätzungen aus, was als gutes oder schlechtes Wetter gilt. So wird beispielsweise der diesjährige überaus trockene und sonnige Frühling von der Freizeitgesellschaft mehrheitlich als gut und schön eingestuft, während sich die daraus resultierende Trockenheit für die Landwirte da und dort zu einem akuten Problem entwickelt hat. Die Meteorologen wiederum sind in der Bewertung des Wetters eher zurückhaltender, nehmen lieber ihre Statistiken zur Hand und kommentieren dann im Vergleich mit dem langjährigen Durchschnitt mit Aussagen wie «zu trocken», «zu kalt» oder «zu windig». Dies ruft wiederum andere auf den Plan, auf die möglichen oder auch unmöglichen Ursachen für diese Abweichungen hinzuweisen. Übrigens: Haben Sie gewusst, dass auf www.landi.ch immer die aktuellsten Wetterinformationen – Wetter-TV, regionale Prognosen, Niederschlagsradar, Pollenprognosen – verfügbar sind? Seit einiger Zeit gibt es gar das «iPhone»-Wetter, eine für dieses Smartphone speziell konzipierte Applikation, die sich in der Zwischenzeit zu einem der meist gefragten «Apps» gemausert hat.

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AKTUELL FENACO

Grosse Drehscheibe für kleine Dorfläden Die Volg-Gruppe ist gewachsen. Das zieht einen Ausbau der Infrastruktur und der Logistik nach sich. In Oberbipp (BE) geht in diesen Tagen eine Verteilzentrale für Frischprodukte in Betrieb. Von dort aus werden die Dorfläden westlich des Bareggtunnels beliefert.

Der Projektleiter vor Ort in Oberbipp ist Erwin Stöckli, ursprünglich Molkereimeister, leitete er die Toni Milch in Zürich und stiess 2001 zum Volg. Erwin Stöckli führt durch die Verteilzentrale, zum Redaktionszeitpunkt

muss man dort noch einen Helm tragen, denn es wird gehämmert und gemalt, es werden Leitungen verlegt, Steckdosen angebracht und Rabatten bepflanzt. Die Betriebsamkeit ist gross. Denn ab dem 1. Mai ist diese Verteilzentrale in Betrieb.

Herr Stöckli, was ist eine Verteilzentrale? Erwin Stöckli: Bei einer Verteilzentrale werden Waren en gros angeliefert. Sie werden gerüstet und kommissioniert, das heisst in kleinere Chargen umverteilt und an unsere kleinflächigen VolgLäden ausgeliefert. Jede Bestellung der rund 800 Verkaufsstellen kommt zu uns. Die neugebaute Frischprodukte-Verteilzentrale in Oberbipp ersetzt das bisherige Verteilzentrum in Suhr. Mit den drei Standorten Winterthur, Landquart und Oberbipp sind wir verkehrstechnisch ideal positioniert und nahe bei den Kunden.

Erwin Stöckli sagt von sich, wenn sein Vater einen Bauernhof gehabt hätte, dann wäre er wahrscheinlich Landwirt geworden. So aber widmet er sein Berufsleben den nachgelagerten Sektoren und sorgt dafür, dass in den ländlichen Regionen die Dorfläden mit Frischprodukten versorgt sind.

VERWALTUNG FENACO CONSEIL D’ADMINISTRATION Nachfolge geregelt Der Verwaltungsrat der Anicom AG hat Stefan Schwab (Bild links) zum Vorsitzenden der Geschäftsleitung der Anicom AG gewählt. Mit Stefan Schwab wird die Vakanz, die durch den plötzlichen Tod von Urs Schöb entstanden ist, geschlossen. Stefan Schwab wurde 1973 in Walperswil geboren. Nach der landwirtschaftlichen Ausbildung besuchte er die Fach-

hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen und schloss als Ing. Agr. FH, Fachrichtung Agrarwirtschaft, ab. Beruflich engagierte er sich von 1999 bis 2004 in der Beratung und als Landwirtschaftslehrer am Inforama Rütti. Seit Mai 2004 leitete er die Anicom Mittelland in Zollikofen. Christian Probst (Bild rechts) wird neu Leiter der Anicom-Niederlassung Mittelland. Er ist auf einem Landwirtschaftsbetrieb in Kammersrohr aufge-

wachsen und hat seine landwirtschaftliche Ausbildung als Ing. Agr. FH in der Fachrichtung Tierproduktion an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft in Zollikofen abgeschlossen. Christian Probst arbeitet seit Dezember 2005 als Handelsmitarbeiter bei der Anicom Mittelland. 5 2011 · UFA-REVUE


AKTUELL

NATS ES MO IS D D L I B DU MO PHOTO

FENACO AUF EIN WORT EN UN MOT

Innerhalb der fenaco hat der Detailhandel in den letzten Jahren klar an Bedeutung gewonnen. Volg und LANDI haben sich in den hart umkämpften Märkten mit eigenständigen Konzepten gut behauptet und die Marktanteile erhöht.

Die Rapsblüte war dieses Jahr früher als in den Vorjahren. Alle erhoffen sich höhere Erträge, so auch der fenaco-Geschäftsbereich Getreide, Ölsaaten, Futtermittel (GOF). Die Aussichten für die Vermarktung der bevorstehenden Rapsernte sind gut. Der Absatz bei den Verarbeitern ist gesichert, die Speiseölpreise liegen aktuell über dem Vorjahr und der Presskuchen ist ein attraktiver Proteinträger aus dem Inland.

Was ist der Vorteil des Standorts Oberbipp? Wir entgehen damit dem Stau am Bareggtunnel und sind näher bei den Verkaufsstellen im westlichen Wirtschaftsgebiet, zum Beispiel im Berner Oberland, im Wallis oder in der Westschweiz. Das ist für uns enorm wichtig, weil die Produkte frisch am Morgen früh in den Läden sein sollen. «Frisch und

TERMINE AGENDA Regionaltagungen der fenaco-LANDI Gruppe • Westschweiz: 12. Mai 2011 • Mittelland: 18. Mai 2011 • Ostschweiz: 20. Mai 2011

Delegiertenversammlung fenaco: Mittwoch, 22. Juni 2011

fründlich» ist nicht nur ein Werbespruch, sondern unser Erfolgsrezept. Die Verteilzentralen sind unsere FrischeDrehscheiben. Wie viele Lastwagen fahren täglich mit Waren her? Wir haben rund 40 Lieferanten, die ihre Produkte täglich anliefern. Früchte und Gemüse werden sogar zweimal täglich angeliefert, zum Teil direkt ab Feld. Von morgens früh bis abends spät wird in Oberbipp im Zweischichtbetrieb gearbeitet. Es ist eine Stunden- und Minutenlogistik. Täglich fahren wir 16 Touren von diesem Standort aus. Was ist das Herzstück von Oberbipp? Das ist ganz klar die ausgeklügelte Kälteund Kühltechnik und die Informatiksysteme. Wir haben verschiedene Klimazonen, mit unterschiedlichen Temperaturen und Luftfeuchtigkeiten. Fleisch muss stets relativ tief gekühlt sein und die Kühlkette darf nie unterbrochen

Die LANDI Schweiz AG hat ihre Infrastrukturen in Dotzigen vor drei Jahren ausgebaut und verfügt heute über ein modernes, leistungsstarkes Logistikzentrum. Die Entwicklung dieses Unternehmens ist tatsächlich aussergewöhnlich: Der Jahresumsatz vor 22 Jahren entspricht heute einem Wochenumsatz! Stetig, aber nicht ganz so rasant entwickelte sich der Lebensmitteldetailhandel von Volg. Der Spezialist für den kleinflächigen Detailhandel ist heute in der Nische Dorfladen der Marktleader. Das kontinuierliche Wachstum hat dazu geführt, dass die Verteilzentren aus allen Nähten platzen. In diesen Tagen konnte nun der Frischdienst Oberbipp in Betrieb genommen werden, von wo rund 350 Verkaufsstellen westlich des Bareggtunnels mit Frischprodukten beliefert werden. Auch in unserer Hauptverteilzentrale in Winterthur wird gegenwärtig gebaut. Seit zwei Monaten laufen die Bauarbeiten für die Aufstockung des Büroteils, die Bewilligung für den Ausbau des Betriebsteils erwarten wir in diesen Tagen. Somit können wir auch zukünftig vom Standort Winterthur aus alle Verkaufsstellen mit dem gesamten Food-/Nearfood-Sortiment beliefern. Diese Gesamtinvestitionen von 70 Millionen Franken in die Logistik werden nicht nur Volg stärken, sondern auch die Leistungsfähigkeit der gesamten fenaco-LANDI Gruppe weiter erhöhen. Ferdinand Hirsig

Fortsetzung Seite 6 UFA-REVUE · 5 2011

Mitglied der fenaco-Geschäftsleitung 5


AKTUELL FENACO Welche Läden werden Sie von Oberbipp aus beliefern? In der Startphase bedienen wir rund 350 Läden, die westlich des Bareggtunnels sind. Das sind Volg-Läden, dann aber auch Läden von freien Detaillisten, die mit uns zusammenarbeiten, AgrolaTankstellen-Shops und Visavis-Läden im Oberwallis und in der Romandie. Mit dem neuen Frischdienst können wir das Expansionspotenzial für den westlichen Teil der Schweiz anpacken. Erwin Stöckli auf dem Weg zum Herzstück des Verteilzentrums – der Kühl- und Kälteanlagen.

25 Mio. Fr. wurden in das Verteilzentrum investiert. Der Investitionsantrag war von der fenaco-Verwaltung, die zum grössten Teil aus Bauern besteht, bewilligt worden. Erich Ackermann (Leiter Frischdienst Oberbipp) und Projektleiter Erwin Stöckli sorgen dafür, dass alles rund läuft.

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werden. Blattgemüse hingegen brauchen eine sehr hohe Luftfeuchtigkeit. Woher kommt das Gemüse? Wir sind ein wichtiger Absatzkanal für landwirtschaftliche Produkte. Gemüse und Obst beziehen wir vor allem vom Obst- und Gemüsezentrum (OGZ) Ins, aber auch direkt aus der Region. Mehr als die Hälfte unseres Umsatzes erwirtschaften wir mit Frischprodukten. Die Frische der Produkte, die der Laden seinen Kunden täglich anbietet, ist also meist der entscheidende Faktor für den Erfolg der Verkaufsstelle.

Sie sprechen von Expansion, aber der Detailhandel ist stark umkämpft. Was macht Sie so sicher, dass Sie Erfolg haben werden? Wir konnten uns trotz der starken Konkurrenz im Detailhandel in den letzten Jahren sehr gut behaupten und haben bewiesen, dass wir unser Geschäft verstehen und beherrschen. Wir haben mit Ferdinand Hirsig einen Chef, der strategisch denkt und den Handel bestens kennt. Wir haben eine kompetente Führungscrew und engagierte Mitarbeitende in allen Bereichen. Das bedeutet auch Beständigkeit und ist eine innere Stärke.

Was ist Ihre äussere Stärke? Volg-Läden haben im Durchschnitt eine Verkaufsfläche von etwas über 170 Quadratmetern. Das ist nicht viel und die kleinsten Läden sind gar nur etwa 80 m2 gross. Das ermöglicht einen Einkauf ohne grossen Zeitaufwand in einem übersichtlichen Umfeld. Wir sind im ländlichen Raum zu Hause: Die Leute können zu Fuss einkaufen, auch Kinder können selbstständig mit einer Einkaufsliste zum Einkaufen geschickt werden. Man kennt sich untereinander und begrüsst einander mit Namen. Wir sind also nahe bei unseren Kunden – sowohl geografisch als auch emotional. Jetzt vor der Eröffnung ist eine gewisse Spannung spürbar? Ja, aber das muss so sein. 120 Mitarbeitende müssen von einem Tag zum anderen die Verteilzentrale übernehmen. Alles muss klappen. Das ist eine grosse Aufgabe und eine grosse Herausforderung für uns alle. Wir sind aber gut vorbereitet und ich bin zuversichtlich, dass die Belieferung der 350 Läden vom ersten Tag an gut klappt. 䡵

5 2011 · UFA-REVUE


L Baumgartner, Volg-Filialleiterin Michaela Gamper, Gemüsebäuerin Michelle Schürmann, Volg-Kundin aus Stettfurt TG

Volg worauf Sie .. sich verlassen konnen.

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KURZMELDUNGEN MANAGEMENT

ARC gegen Zahlen-Allergitis in verschiedenen Situationen angewendet werden. Mit der betriebswirtschaftlichen Analyse haben wir uns am 5. Kurstag beschäftigt. Besonders wir Frauen schauten dem «Zahlentag» mit Skepsis entgegen. Doch nachdem wir gelernt hatten, die Schlüsselzahlen der Buchhaltung zu interpretieren und die verschiedenen Betriebszweige nach Rentabilität zu vergleichen, war die «Zahlenallergie» verflogen. Wir kennen nun die Stärken und die Schwächen unserer Betriebe. Mit dem 5. Kurstag ist der erste theoretische Teil des ARC-Kurses vorbei. Während den Sommermonaten finden nun die gegenseitigen Betriebsbesuche statt. Wir sind froh, dass wir uns entschieden haben, den Kurs gemein-

sam zu besuchen. Oft ist der Kurstag am Abend noch nicht beendet. Das Gehörte löst in den folgenden Tagen noch weitere Diskussionen aus, somit kommen wir unserer Vision einen Schritt näher. Cécile und Anton Waeber-Thalmann aus Tafers (FR)

Belastungsgrenze

GVS auf Kurs

Landwirtschaftliche Grundstücke und Gewerbe dürfen nur bis zur Belastungsgrenze mit Grundpfandrechten (z.B. Hypotheken) belastet werden. Die Belastungsgrenze entspricht der Summe des um 35 % erhöhten landwirtschaftlichen Ertragswertes und des Ertragswertes der nichtlandwirtschaftlichen Teile. Investitionskredite und Betriebshilfedarlehen dürfen die Belastungsgrenze übersteigen. Dr. Eduard Hofer, Heimberg

Der Landwirtschaftliche Genossenschaftsverband Schaffhausen (GVS) konnte 2010 seinen Umsatz auf 188.8 Mio. Fr. steigern (+8.4 %). Der konsolidierte Cash-flow der Gruppe erhöhte sich auf 6.3 Mio. Fr.

lich. Was aber, wenn der Service Public in den ländlichen Regionen zu wünschen übrig lässt und oft nur eine ISDN-Verbindung besteht? Lukas Keller von der Abteilung Landwirtschaft des Kantons Zürich sagt dazu: «Bauern, die keinen ADSL-Anschluss haben, sind technisch bei der Maierhebung benachteiligt, denn sie müssen die Formulare via Telefonleitung, also via ISDN, ausfüllen. Ich finde es stossend, dass Bauern fast gezwungen sind, selber Glasfaserkabel bis zur nächsten schnellen Leitung zu verlegen. Wir haben dieses Malaise des Service Public auch schon dem Bundesamt für Landwirtschaft mitgeteilt. Das BLW empfahl beim Departement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation von Doris Leuthard vorstellig zu werden.»

Seit 20 Jahren bewirtschaften wir einen gemischten Landwirtschaftsbetrieb. In diesen 20 Jahren haben wir viele wichtige Entscheidungen gefällt, zum Beispiel die Gründung einer Betriebsgemeinschaft, den Neubau eines Milchviehlaufstalls und des Maschinenschopfs. Gemeinsam wollen wir nun neue Visionen entwickeln. Durch das vielseitige Programm der landwirtschaftlichen Unternehmerschulung ARC fühlten wir uns angesprochen. Am 4. Kurstag haben wir am Thema Kommunikation gearbeitet. Wie gebe ich eine Information weiter, dass mein Gegenüber versteht, was ich sagen möchte? Wie führe ich einen konstruktiven Dialog oder mit welchen Ohren höre ich eine Nachricht? Dieses Wissen kann tagtäglich

Aktuelle Lidlohnansätze Mündige Kinder oder Grosskinder, die im Haushalt oder auf dem Bauernbetrieb ihrer Eltern oder Grosseltern regelmässig gearbeitet haben, können dafür bei der Hofübergabe oder bei der Erbteilung eine Entschädigung, den «Lidlohn», verlangen. Der Lidlohnanspruch 2009 beträgt für die Arbeit auf dem Betrieb 12 200 Fr. , jener für die Arbeit im bäuerlichen Haushalt 10 380 Fr. Auskunft: SBV Treuhand und Schätzungen, Laurstrasse 10, 5201 Brugg, 寿 056 462 51 11 www.sbv-treuhand.ch. UFA-REVUE · 5 2011

im 2010. Für Regierungsrat Ernst Landolt (auf dem Bild in der Mitte zwischen GVS-Geschäftsleiter Ugo Tosoni und Präsident Kurt Müller) wurde neu Hanspeter Kern in den Vorstand gewählt. Zum 100-Jahr-Jubiläum wurde den Delegierten die Festschrift «Unabhängig, engagiert, solidarisch: 100 Jahre landwirtschaftlicher Genossenschaftsverband Schaffhausen» überreicht.

ISDN erschwert Maierhebung Die Strukturdatenerhebung für die Direktzahlungen steht an. Im Kanton Zürich und im Jura ist dies nur noch via Internetverbindung mög-

Agate bewerten Seit Januar 2011 ist das Internetportal www.agate.ch in Betrieb. Der Student Florian Steinsiepe will herausfinden, wie die Plattform bisher benutzt wurde und schaltet deshalb ab dem 9. Mai 2011 einen Fragebogen via Link auf agate.ch. Wer Verbesserungsvorschläge hat, soll unverzüglich den Fragekatalog anklicken.

HF-Ausbildungen: Jetzt anmelden! Die fenaco-LANDI Gruppe setzt sich mit grossem Engagement für die Ausbildung Agro-Kaufmann HF und Agro-Techniker HF ein und möchte damit junge Berufsleute für eine Stelle in der LANDI Gruppe begeistern. Motivierte Absolventen bringen das Rüstzeug mit, sich in verschiedenste Gebiete einzuarbeiten. Oft übernehmen sie Führungsfunktionen. Die Ausbildung zum Agro-Techniker HF oder Agro-Kaufmann HF wird heute schweizweit an sechs Standorten angeboten. Voraussetzung ist eine abgeschlossene Berufslehre, vorzugsweise als Landwirt, Milchtechnologe, Gärtner oder Geflügelzüchter.

Kontakt: • Inforama Rütti, 3052 Zollikofen, 寿 031 910 51 24. markus.aerni@vol.be.ch, • Feusi Bildungzentrum Bern, 3014 Bern, 寿 031 537 34 34, berufsbildung@feusi.ch. • Institut Agricole Grangneuve, Posieux, 寿 026 305 55 50, iagcftn@fr.ch. • Strickhof Lindau, 8315 Lindau, 寿 052 354 99 15. claude.gerwig@bd.zh.ch • LBBZ Schleuchthof, 6330 Cham, 寿 041 227 75 51, martin.pfister@zg.ch. • LBBZ Plantahof, Landquart, 寿 081 257 60 38, konrad.merk@plantahof.gr.ch.

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 9


MANAGEMENT

Auf eigene Rechnung und Gefahr DIREKTZAHLUNGEN Wenn die Bewirtschaftung von Flächen oder die Haltung von Tieren nicht durch einen einzigen Landwirt allein erfolgt, sondern mehrere Landwirte oder gar Nicht-Landwirte beteiligt sind, ist nicht immer klar, wem die Direktzahlungen zustehen.

Andreas Wasserfallen

Ein Landwirt verkaufte seine Tiere und bewirtschaftet seinen Betrieb neu viehlos. Seine Grünlandflächen düngt er noch, die Nutzung erfolgt jedoch durch andere Landwirte. Erhält der viehlose Betrieb für diese Fläche noch Direktzahlungen? Ähnliche Fragen können sich bei Spezialkulturbetrieben stellen, welche extensiv genutzte Wiesen um den Futternutzen zur Bewirtschaftung abgeben. Die Grundvoraussetzungen für den Bezug von Direktzahlungen sind in Art. 2 der bundesrätlichen Direktzahlungsverordnung (DZV) umschrieben. Das erste, in diesem Katalog enthaltene Kriterium tönt auf den ersten Blick lapidar: Es muss sich um einen Bewirtschafter handeln, welcher einen Betrieb führt. Bei näherem Hinsehen können sich daraus aber schwierige Abgrenzungsfragen ergeben, welche verschiedentlich zu Gerichtsverfahren führten.

ve Rolle im täglichen Geschehen ausübt und selber Hand anlegt. Eine bloss gelegentliche Mithilfe genügt nicht, um als Bewirtschafter oder als anspruchsberechtigte Person gelten zu können. Zur Betriebsführung gehört unter anderem die Vorbereitung und das Treffen von Entscheidungen sowie deren Umsetzung und Kontrolle. Die Bewirtschaftung umfasst sowohl die geistige Auseinandersetzung mit dem betrieblichen Geschehen als auch die praktische Ausführung. Den Eigentums- oder Besitzverhältnissen dagegen kommt keine selbstständige Bedeutung zu. Zu fragen ist etwa: «Wer trägt das unternehmerische Risiko?», «Wessen Arbeitskraft und

Investitionen sind für die Produktion entscheidend?» und «Wer hat den Hauptnutzen?».

Keine Vermischung mit der 50 %-Regel In der Praxis wird das Kriterium «auf eigene Rechnung und Gefahr» nicht selten auch mit der in der DZV enthaltenen Bestimmung vermischt, gemäss welcher mindestens 50 % der Arbeiten, die für die Bewirtschaftung des Betriebs erforderlich sind, von betriebseigenen Arbeitskräften ausgeführt werden müssen. Als betriebseigene Arbeitskräfte gelten die Betriebsleiterfamilie und die Angestellten mit ordentlichem Arbeitsvertrag. Lohnun-

Wer gilt als Bewirtschafter? Vorab gilt es den Begriff «Bewirtschafter» zu klären. Als Bewirtschafter gilt die natürliche oder juristische Person oder die Personengesellschaft, die einen Betrieb auf eigene Rechnung und Gefahr führt (Art. 2 Abs. 1 der landwirtschaftlichen Begriffsverordnung, LBV). Das Kriterium der Betriebsführung «auf eigene Rechnung und Gefahr» weist laut dem Bundesverwaltungsgericht darauf hin, dass als Bewirtschafter nur gelten kann, wer einen Betrieb tatsächlich und unabhängig führt. Diejenige Person ist als Bewirtschafter zu betrachten, welche das wirtschaftliche Risiko trägt, im Betrieb eine massgebende Funktion bei der Führung und Entscheidfällung einnimmt sowie eine akti10

5 2011 · UFA-REVUE


MANAGEMENT ternehmer und andere im Auftrag arbeitende Personen zählen nicht dazu. Es ist durchaus möglich, einen Teil der Arbeit durch einen Lohnunternehmer ausführen zu lassen. Für die Direktzahlungsberechtigung spielt aber eine Rolle, ob das wirtschaftliche Risiko nach wie vor beim Bewirtschafter liegt oder ob es an einen anderen Landwirt abgegeben wird. Mit anderen Worten: auf bestimmten Flächen im Auftrag Arbeiten ausführen zu lassen, ist nicht das gleiche wie wenn bestimmte Flächen vollständig einem anderen Landwirt zur Bewirtschaftung überlassen werden und dieser andere Landwirt das Risiko trägt.

Bis vor das Bundesverwaltungsgericht Die Frage, wer in einem bestimmten Bereich «auf eigene Rechnung und Gefahr» wirtschaftet, kann sich nicht nur bei Flächen, sondern auch bei der Tierhaltung stellen. Das Bundesverwaltungsgericht hatte im vergangenen Jahr einen Fall zu beurteilen, in welchem es strittig war, ob ein Landwirt, welcher bei der Betriebsstrukturdatenerhebung eine Vielzahl von Schafen deklarierte, für diese effektiv auch direkt-

zahlungsberechtigt war. Die Tiere wurden grösstenteils auf dem Betrieb des Landwirts gehalten und betreut, gehörten aber einem Wanderschafhirten, welcher auch die Entscheidungen im Zusammenhang mit dem An- und Verkauf der Schafe traf. Für das Bundesverwaltungsgericht war klar, dass der Landwirt den Betriebszweig «Schafhaltung» nicht auf eigene Rechnung und Gefahr führte. Die Voraussetzungen zum Bezug von Direktzahlungen für den Betriebszweig «Schafhaltung» waren nicht erfüllt. In einem anderen Fall, den das Bundesverwaltungsgericht im letzten Jahr zu beurteilen hatte, ging es um einen Landwirt, der einen viehlosen Betrieb führt. Für den Bezug von Direktzahlungen meldete er unter anderem auch zwei Parzellen an, welche im Eigentum seines Nachbarn stehen, der einen nicht-landwirtschaftlichen Pferdebetrieb führt. Die fraglichen Flächen wurden von beiden Betrieben bewirtschaftet beziehungsweise genutzt: vom Landwirt als Mähwiese für die Dürrfutterernte und den Verkauf, vom Pferdehof als Pferdeweide. Für das Bundesverwaltungsgericht überwog der Nutzen

des Landwirts den Nutzen des Nachbarn nicht derart, dass von einem Hauptnutzen seitens des Landwirts hätte gesprochen werden können. Auch in diesem Fall waren die Voraussetzungen für den Bezug von Direktzahlungen somit nicht erfüllt.

Landwirtschaftliches Unternehmen Soviel zum Begriff des «Bewirtschafters». Weiter zu klären ist der zweite Begriff, derjenige des «Betriebs». Als Betrieb gilt ein landwirtschaftliches Unternehmen, das rechtlich, wirtschaftlich, organisatorisch und finanziell selbstständig sowie unabhängig von anderen Betrieben ist (Art. 6 Abs. 1 Bst. c LBV). Diese Anforderung ist nicht erfüllt, wenn der Bewirtschafter die Entscheide zur Führung des Betriebes nicht unabhängig von Bewirtschaftern anderer Betriebe treffen kann oder die auf dem Betrieb anfallenden Arbeiten ohne anerkannte Gemeinschaftsform (Betriebsgemeinschaft, Betriebszweiggemeinschaft) mehrheitlich von anderen Betrieben ausgeführt werden (Art. 6 Abs. 4 Bst. a und c LBV). Das Bundesverwaltungsgericht hatte im vergangenen Jahr die Frage zu beantworten, ob ein Pferdezuchtbetrieb die Voraussetzungen für den Bezug von Direktzahlungen erfüllt, auch wenn über mehrere Jahre kein nennenswerter Ertrag daraus erwirtschaftet werden konnte. Es hielt fest, dass das Landwirtschaftsgesetz (LwG) eine einkommensabhängige Begrenzung der Direktzahlungen lediglich nach oben vorsieht. Nach unten sei die Höhe des landwirtschaftlichen Einkommens nicht begrenzt. Demzufolge lasse sich das Ziel, nur Betriebe zu unterstützen, die einen Gewinn erwirtschaften, nicht auf das LwG abstützen. Im Falle des Pferdezuchtbetriebs hatten die kantonalen Behörden aus Sicht des Bundesverwaltungsgerichts deshalb den Direktzahlungsanspruch zu Unrecht mit der Begründung verneint, die Pferdezucht könne mangels Ertrags nicht als landwirtschaftlicher Betrieb im Sinne der LBV qualifiziert werden.

Einfach ein paar Pensionspferde auf Koppeln halten und den Lohnunternehmer rufen reicht nicht, um Direktzahlungen zu erhalten. Bild: agrarfoto.com, amw

Rechtlich selbstständig Die Frage, was «rechtlich selbstständig» heisst, war schon Gegenstand eines Bundesgerichtsurteils. Eine Bauernfamilie hatte UFA-REVUE · 5 2011

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MANAGEMENT einen Betrieb nicht verlassen, obwohl der Pachtvertrag abgelaufen war. Sie machten für die Zeit, in welcher sie den Betrieb weder als Eigentümer noch als Pächter bewirtschafteten, Direktzahlungen geltend und argumentierten, die tatsächlichen Leistungen, deren Erbringung mit den Direktzahlungen gefördert werden soll, würden ja erbracht. Darauf komme es nicht allein an, hielt das Bundesgericht fest. Selbstständige rechtliche Bewirtschaftung setze notwendigerweise voraus, zur landwirtschaftlichen Nutzung eines Betriebes berechtigt zu sein. Es könne nicht der Sinn der gesetzlichen Regelung über die Direktzahlungen sein, rechtswidriges Verhalten zu fördern. Der Bauernfamilie wurde für die Zeit, in welcher sie den Hof zwar noch bewirtschaftete, jedoch keinen Pachtvertrag mehr hatte, die Direktzahlungen verweigert.

Analogien zum Steuerrecht Für die Eingrenzung der Kriterien «auf eigene Rechnung und Gefahr» und «selbstständig und unabhängig» kann meiner Meinung nach mindestens teilweise analog der Rechtsprechung entschieden werden, welche im Steuerrecht die selbstständige von der unselbstständigen Erwerbstätigkeit abgrenzt. Gemäss der steuerrechtlichen Praxis beruht eine selbstständige Erwerbstätigkeit im All-

gemeinen auf einer frei gewählten eigenen Organisation, tritt nach aussen in Erscheinung und wird auf eigene Rechnung und Gefahr ausgeübt. Dagegen wird bei einer unselbstständigen Erwerbstätigkeit Arbeit auf bestimmte oder unbestimmte Zeit gegen Lohn in Abhängigkeit von einem Arbeitgeber geleistet und man ist an Instruktionen der Arbeitnehmer gebunden. Wenn also zwei Landwirte so eng zusammen arbeiten, dass der eine von beiden mehr oder weniger nur noch an die Instruktionen des «Partners» gebunden ist und quasi Arbeit gegen Lohn leistet, dann dürften auch die Voraussetzungen für den eigenständigen Bezug von Direktzahlungen nicht mehr erfüllt sein. Andererseits ist es aber durchaus zulässig, Teile von Betriebsflächen im Auftrag bewirtschaften zu lassen, ohne die Anspruchsberechtigung auf Direktzahlungen einzubüssen. Dabei ist es allerdings empfehlenswert, dies klar und wenn möglich schriftlich zu regeln.

Folgen einer Falschdeklaration Direktzahlungen können gekürzt oder verweigert werden, wenn der Gesuchsteller das Landwirtschaftsgesetz (LwG), die Ausführungsbestimmungen oder die gestützt darauf erlassenen Verfügungen verletzt, zum Beispiel wenn er vorsätz-

lich oder fahrlässig falsche Angaben macht. Sanktionen erfolgen gemäss der Richtlinie der Landwirtschaftsdirektorenkonferenz zur Kürzung der Direktzahlungen. Bei vorsätzlicher oder wiederholter Verletzung von Vorschriften können die Kantone die Gewährung von Beiträgen bis höchstens fünf Jahre verweigern. Macht ein Gesuchsteller auf dem Erhebungsformular geltend, er sei der Bewirtschafter eines Betriebs, obwohl dieser Betrieb nicht unabhängig ist, oder gehören deklarierte Flächen oder Tiere in Wahrheit nicht oder nur teilweise zum Betrieb, so liegt eine Falschdeklaration in Bezug auf wesentliche Anspruchsvoraussetzungen für Direktzahlungen vor. In dem oben erwähnten Fall betreffend Schafhaltung wurden die Direktzahlungen verweigert. Hingegen konnte dem Landwirt nicht angelastet werden, die falschen Angaben seien fahrlässig oder vorsätzlich erfolgt. Laut dem Bundesverwaltungsgericht hätte eine zu sanktionierende Falschdeklaration nur dann vorgelegen, wenn der Landwirt objektiv betrachtet nicht in guten Treuen davon ausgehen konnte, Anspruch auf Direktzahlungen erheben zu können. Dies war jedoch nicht der Fall. Um Fehler beim Ausfüllen des Formulars zu vermeiden, hatte er den Ackerbaustellenleiter um Rat gebeten. Dieser hatte ihm geraten, die Schafe zu deklarieren. Laut dem Bundesverwaltungsgericht durfte der Landwirt aufgrund seines Wissenstands und seiner persönlichen Verhältnisse auf die Auskunft des Ackerbaustellenleiters vertrauen. Ihm wurden für die Schafe zwar keine Direktzahlungen ausgerichtet. Er wurde aber nicht bestraft durch weitere Direktzahlungs-Kürzungen. 

Hobby-Schafhalter erhalten in der Regel keine Direktzahlungen Bild: agrarfoto.com, amw

Autor Der Agronom und Rechtsanwalt Andreas Wasserfallen ist Spezialist für landwirtschaftsrechtliche Fragen. Länggassstrasse 7, 3012 Bern,  031 300 37 00 www.agrarrecht.ch

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5 2011 · UFA-REVUE


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MANAGEMENT

Prolait zu Besuch in der Ostschweiz REGIONALPRODUKTE bieten den Konsumenten kulinarische Highlights, erhalten die Wertschöpfung der Bauern und geben Impulse gegen festgefahrene Strukturen in der Milchwirtschaft. Das sahen Vertreter von einer der grössten schweizerischen Milchverbände, Prolait, im Zürcher Oberland.

Daniela Clemenz

Michael Dubach

ETH-Dozentin Dominique Barjolle (3.v.l.) besichtigt mit ProlaitVerantwortlichen die kleinste PMO, jene der Käserei Girenbad, im Zürcher Berggebiet.

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Prolait ist eine der grössten Schweizer Milchproduzentenorganisation. 1500 Mitglieder aus dem Kanton Waadt, Neuenburg und Freiburg produzieren über 240 Mio. kg Milch. Mitte Februar 2011 reichte es den Verantwortlichen von Prolait. Sie beschlossen aus der Branchenorganisation Milch (BOM) auszutreten. Der Präsident Benjamin Henchoz aus Essertines-sur-Yverdon (VD) bekräftigt im Gespräch, dass sie nicht grundsätzlich gegen eine Branchenorganisation seien, sondern ihr Austritt solle ein strategisches Fanal sein, denn auf Seiten der Branchenorganisation vermissen sie den echten Willen, die Milchmenge zu steuern. Nun, zwei Monate später begeben sich fünf Prolait-Verantwortliche auf eine Exkursion. Mit dabei sind der Präsident Benjamin Henchoz, der Geschäftsführer Eric Jordan, sein Vize Daniel Geiser, der Landwirt Marc Benoit aus Romainmôtier (VD) und der Käser JeanLuc Bignens aus Gimel (VD). Organisiert hatte den Ausflug die ETH-Dozentin Dominique Barjolle. Sie ist der Meinung, dass der Käsemarkt in der Schweiz, vor allem in punkto Weichkäse noch Marktpotenzial aufweise. So führte sie die Prolait-Verantwortlichen zum

Regionalmarketingprojekt «natürli®», das 1992 vom heutigen Regionalmanagement Pro Zürcher Berggebiet (PZB) gegründet wurde und Mitglied beim Gütesiegel «Das Beste der Region» ist. Unter einem breiten Angebot verschiedener Käsesorten aus der Region findet sich eine breite Zahl von Weichkäsen. Prolait hat bisher keine Erfahrungen mit Weichkäse, denn 60 % der ProlaitMilch fliesst in die Gruyère-Produktion und die übrige Milch geht als Industriemilch vor allem an die Cremo.

Kleine Strukturen, kleine Wege Besichtigt wird die kleinste aller PMO der Schweiz, nämlich jene der Käserei Girenbad (ZH). Beteiligt sind acht Produzenten, verarbeitet werden rund 1 Mio. kg Milch. Jeden ersten Dienstag im Monat treffen sich die Genossenschafter mit Christa Egli-Bieri. Die eidg. dipl. Milchtechnologin HF ist für die Käseproduktion verantwortlich und stellt gemeinsam mit ihren Angestellten rund 15 Käsesorten her. Am monatlichen Höck erfolgt das Mengenmanagement. Preise werden festgelegt, Qualitätsprobleme diskutiert und es wird gefachsimpelt. Einer von ihnen ist Hans Röthlisberger, den die Prolait-Verantwortlichen auch besuchen. Im letzten Milchjahr bezahlte Christa Egli-Bieri ihren Produzenten im Durchschnitt 98 Rp/kg Milch, ausgehend von einem Basispreis von 88 Rappen plus Gehalts- und Qualitätszahlungen. Am meisten profitieren momentan die beiden Bauern mit Jerseykühen. Sie erhalten aufgrund der gehaltvollen Jerseymilch auf den Basispreis 24 Rappen mehr an Gehaltszahlungen. Umgekehrt gibt es bei Quali-

tätsproblemen rigorose Abzüge bis hin zu Milchliefersperre.

Regionale

Mengensteuerung

Geht der Absatz zurück, muss auch die Milchmenge gekürzt werden und die Bauern gleichen untereinander aus, erklärt Hans Röthlisberger. Kann mehr geliefert werden, wird auch das sachlich und nüchtern geregelt. Es wird untereinander konstruktiv nach Lösungen gesucht, was bei der BOM heute nicht möglich scheint. Die BOM muss aber nicht nur die Milchmenge in den Griff bekommen, es gilt auch den Butterberg von momentan rund 8500 t zu verwerten. Was macht die PMO Girenbad mit dem Milchfett? «Rahmverwertung ist kein Problem», erklärt Christa Egli. Es sei schon vorgekommen, dass sie Rahm dazukaufen musste, denn sie braucht den Rahm für die Doppelrahmweichkäse.

Käsevermarktung 10 % ihrer Käse verkauft Christa Egli in ihrem «Chäsi-Laden» oder an nahe Gastrobetriebe. Der grosse Rest übernimmt der Logistikbetrieb des Regionalmarektingprojektes, wovon Alfred Bieri Geschäftsführer ist. 20 Käsereien des Zürcher Berggebiets produzieren unter der Regionalmarke «natürli®» über 150 verschiedene hochwertige Rohmilchkäse. In Saland befindet sich das Regionalzentrum PZB AG, eine Aktiengesellschaft, wo das Regionalmanagement, Landwirte, Käsereien, Privatpersonen und Gemeinden Aktionäre sind. In diesem Zentrum ist der Logistikbetrieb eingemietet. Das Gebäude ist ausgestattet mit einem stattlichen Tonsteingewölbe-Käsekeller, einer Entwicklungskäserei, Verarbeitung, 5 2011 · UFA-REVUE


MANAGEMENT

Die Waadtländer-Prolait, Benjamin Henchoz, Eric Jordan, Daniel Geiser, Marc Benoit und Jean-Luc Bignens auf dem Hof der Familie Röthlisberger in Gibswil.

biet. Er ist mit den Käsern auf du und du. Mit Reifung in seinen Tonsteingewölbe-Kellern, mit Schmieren, Pflegen und Weiterverarbeiten holt er das Maximun an Aromen heraus. «Rund 50 % des Aromas beim Käse entstehen bei der Reifung», erkärt er. Ihn kann man fragen, er gibt Auskunft - getreu dem Natürli-Motto: «Uns können sie fragen, WIR verraten ihnen unser Geheimnis.»

Alfred Bieri präsentiert geräucherten Bio-Mozzarella - Sieger bei der Bergkäse-Olympiade in Verona 2005.

Rüstung und einem Chalet, um Käsedegustationen durchzuführen. Verkauft werden die natürli-Produkte direkt ab der Käserei, auf Märkten, an über 300 Detaillisten, 150 Gastrobetriebe und zwei natürli-Läden im Zürcher Hauptbahnhof und Winterthur. Geplant ist ein neues Franchisingsystem, womit ein ergänzendes Verkaufsnetz aufgebaut werden soll. Bieri ist ein Spezialist zur Veredlung des Käses, ein so genannter Affineur. Er kennt die Milchproduzenten, die Viehrassen, das Klima im Zürcher BerggeUFA-REVUE · 5 2011

Uns können Sie fragen Und das Geheimnis sei, ein qualitatitativ einwandfreies Ausgangsprodukt, nämlich Rohmilch in bester Qualität. Je nach Käserei werden sogar einzelne Anlieferungen der Landwirte verarbeitet. Es entsteht keine standardiersierte Qualität, sondern ein Spitzenprodukt. Absolut top sei eine so genannte sortenreine Käseproduktion, wo von jeder Kuhrasse die Milch separat verarbeitet werde. Ein Beispiel ist der international prämierte Blauschimmelkäse aus Jerseymilch. Die Milch zusammenschütten ergäbe eine Mischmilch, eine «Assemblage», wie es Alfred Bieri nennt. Dabei gehen viele charakteristische Aromen unter.

Käsermeisterin Christa Egli-Bieri mit einem Käselaib «Girenbader UrEiche».

Strukturwandel Ein drittes Geheimnis liegt an den landwirtschaftlichen Strukturen. Für Spezialitäten braucht es Chargen Rohmilch von höchster Qualität, die mit grosser Sorgfalt von den bäuerlichen Familienbetriebe im Zürcher Berggebiet hergestellt werden. Alfred Bieri macht sich diesbezüglich Sorgen. Heute gäbe es in der Region rund 165 Milchproduzenten, die für das Regionalmarketingprojekt Milch produzieren. Der Strukturwandel führt dazu, dass der Nachwuchs auf den bäuerlichen Familienbetrieben oft keine Existenz mehr findet und immer öfters wird auf Mutterkuhhaltung umgestellt.

Käsegeschichte Die WaadtländerHandwerk, Tradition und Innovation Ein weiteres Geheimnis ist Handwerk und Tradition. Christa Egliist in der dritten Generation am Käsen, ihr Grossvater hat dort, wo sie heute pro Tag bis zu sechs verschiedene Käse herstellt, jeweils zwei Emmentaler-Laibe pro Tag gemacht. Auf dieser Basis von sorgfältigstem Handwerk werden neue, innovative Käsesorten wentwickelt. Oft ist ihr Vater Paul mitbeteiligt und gibt wertvolle Impulse.

Prolait-Vertreter machen sich auf den Heimweg. Sie haben erfahren, jeder Käse – eine Geschichte. Jeder Käse ein Extrakt aus Landschaft, Know-how, Keller und Leidenschaft, vergleichbar wie mit der Weintradition des Waadtlandes. Regionalprodukte sind keine Lösung für 240 Mio. t Milch. Schweizweit werden nur ca. 5 % der Milch via Spezialiäten und Regionalprodukte vermarktet. Aber lernen lässt sich aus diesen Struktur doch einiges. 䡵

Autoren Daniela Clemenz, UFA-Revue, 8401 Winterthur Michael Dubach, Pro Zürcher Berggebiet, Regionalmanagement Gujerstrasse 20, 8494 Bauma www.prozb.ch

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UMFRAGE MANAGEMENT

Nachfragen, manchmal sinnvoll Jeweils im Monat Mai müssen die Landwirte für die Direktzahlungen ihre Datenerhebung durchführen. Dies geschieht je nach Kanton online oder in Papierform. Eine repräsentative Umfrage der UFA-Revue zeigte, dass die überwiegende Mehrheit (80 %) der befragten Landwirte diese Maierhebung normalerweise selbstständig erledigt. Rund jeder Sechste (16 %) benötigt Tipps oder eine Beratung des Ackerbaustellen-Leiters. Dies dürfte damit zusammenhängen, dass bei den Agrar-

Deutschschweiz vermehrt Tipps oder Beratung in Anspruch nehmen als ihre Berufskollegen in der Romandie. Nachfragen bei einem Ackerbaustellenleiter sei manchmal sinnvoll, erklärt der Agronom und Jurist Andreas Wasserfallen und stützt sich dabei auf ein Urteil des Bundesverwaltungsgerichts aus dem Jahre 2010 (UFA-Revue Seite 12). Einem Landwirt konnte nicht angelastet werden, falsche Angaben fahrlässig oder gar vorsätzlich gemacht zu haben und dies, weil er den Ackerbaustellenleiter beigezogen und um Rat gebeten hatte. «Solche Rückfragen können auch dazu beitragen, Sorgfaltspflichtverletzungen zu vermeiden», fügt Andreas Wassenfallen an. 䡵

massnahmen ab und zu Änderungen vorgenommen werden und sich die Landwirte absichern möchten, die Formulare auch korrekt ausgefüllt zu haben. Andererseits gibt es auch Bauern, welche über keinen PC verfügen und die Erhebung durch den AckerbaustellenLeiter machen lassen. Nur gerade 4 % der Bauern lassen die Datenerhebung gegen eine Entschädigung durch Dritte, wie zum Beispiel eine Treuhandstellen, durchführen. Die beiden Sprachgebiete unterscheiden sich insofern, als dass die Landwirte in der

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Auftrag an Dritte 4% Die aktuelle repräsentative Umfrage wurde vom Marktforschungsinstitut TransferPlus AG in Stansstad im Auftrag der UFA-Revue im April 2011 durchgeführt.

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8. APRIL 2011

O STSCHW EIZ /Z ĂœRICH

REGION

9 Team / Die neue Ostschweiz-Regiona ausgabe der ÂŤBauer lnZeitungÂť ist da. Die Ostschweizer Redaktion besteh t aus Christian Weber und Jeanne Woodt li. SEITE 13

Neuer Präsident fß r die PO Ostschw eiz

PO Ostschweiz METTLEN â– 

/ An der Deleg

Der Präsident Bernhard Gysel, Wilchingen SH, blickt zurßck auf Schweizer Milchwi ein fßr die wegtes Jahr. Der rtschaft beDruck auf den Milchpreis blieb nach wie vor hoch. Auf der politischen Ebene seien die Motion Aebi mit den unendlichen Diskussionen rund um eine Mengen steuerung sowie die Beschlß sse der Branchenorganisatio n Milch die Dauerthemen gewesen.

iertenversammlu ng zieht die PO

Ostschweiz Bilan z. Im Vorstand

und der Gesch äftsleitung gibt

So viel Käse importie rt wie noch nie Wie Gysel erklärt, ist der Import von 46 892 Tonnen Käse – so viel wie noch nie – die schweizerische schlecht fßr Milchwirtschaft. Vor allem beim Segmen t Frischkäse habe sich der Import in den letzten zehn Jahren verdoppelt. Zum Glßck sei die Verkäsungszulage von 15 Rappen pro Kilo vom Bund wieder zugesichert worden. Durch die anhaltend hohe Milchpr wßrden die Butterbe oduktion rge zu einem Dauerth ema und es vorerst auch bleiben, sagte Gysel.

Allgemeinverbin dliche SMPBeiträge wieder eingezogen

Butterabräumung Ostschweiz 570 kostete PO 000 Franken

Auch die von den Michproduzenten finanzie rte Butterabräumung brachte wenig Entlastu ng. Alleine die PO Ostschweiz kostete die Butterab Der neue Präsiden räumung 570 t Mathias Eggenbe 000 Franken. Gysel rger (links), der scheiden hofft, dass die de Präsident Bernhard Branchenorganis ation Gysel und Walter Milch und die Swissne Arnold. fßhrer Reto Rauch, ss-Geset der bei der zgebung zur Verbesse Grßndung dabei Die Arbeit wurde war, hat seinen vorßbergehend Marktlage beitrage rung der Rßcktritt erklärt. neu aufgeteilt. Rßcktritt als n. GeschäftsGysel wÜrtlich Nach sechsjäh Präsident. Er : Reto hat Enorme riwird ger Tätigkeit als aber weiterhin Präsident der s geleistet. im Vorstand bleiPO Ostschweiz erklärte ben. Zum neuen NG Gysel seinen Präsidenten wurde Mathias 1 100. JAHRGA Eggenberger 25 POSTCODE geAZA 3000 BERN

8. APRIL 2011 –

Im vergangenen Jahr siegte ein Antrag, die allgemein ver bindlichen Verbandsbeiträg e nicht mehr direkt vom Milchgeld abzuziehen. Stattdessen wurde diese Aufgabe den Milchverbänden ßberlassen. Jetzt wird das Rad wieder zurßck gedreht. Alfred Sutter, Appenzell, kam mit seinem Antrag mit 239 Ja zu 53 Nein durch, dass die zwei vom Bundesrat als allgemeinverbin dlich erklärten Beiträge fßr das Switzerland Cheese Marketin g und ernehmer l e i n u n tSMP-Ba (Bild Mario Tosato) p r o f e s s i o n e lfßr l f ß r Kdas sismarkee i n fa c h ting per 1. Mai 2011 direkt der Milchabrechnun g belastet werwählt. Der den. In der gesamte Vorstand Diskussion wurde wurde fßr eine einmal mehr die SMP weitere Amtsper fßr ihre iode einstimm Trägheit und ig bestätigt. fehlende Weitsich Im Auftrag des Vorstand t kritisiert. s informiert Mario Tosato

NR. 14 – FR. 2.20

BAUERO NZE/ZITUNG Interessenten, abe r noch keine Eing abe

Holzwirtschaft / Die ist im Kollokation im Konkurs stehenden Grosssägerei sverfahren. Nach Domat/Ems wie vor wird ein Käufer gesuc ht.

DOMAT/EMS â– 

Das ehrgeizi ge Ziel wäre, bis Ende kauf fßr das GrossägJuni den Vermat/Ems abgesch ewerk in Dolossen zu haben, erklärt Paolo Giorgett a, Projektleiter Standortentwick lung Industri e vom Bßndne r Amt fßr Wirtscha ft mus, auf Anfrage. und TourisDoch gesicher E W sei dieser Termin OFFIZIELL t nicht. Denn zuerst noch lange mßssen einmal konkrete Angebote eingereicht werden.

falls auf einen baldigen Käufer hofft Markus Fischer, Präsiden t von Graubßnden Holz. Denn seit dem Konkurs N D des Sägewerks in I S AT I O N E Domat/Ems sei der E NfßrO R G A N ErlÜs ICH Waldeig U E R Lum B Äentßmer ER 20 bis 30 Prozent gesunke n. Vor allem fßr die Gemeinden, die er ist sen Teil des Waldes einen grosria / Peter Limach sten besitzenSenna , sind diese Verluste riesig. Aber auch der schÜn fßr die Landwir der Käsemeister ia te, die zum einen Sennar der Waldbesitzer, aber auch ForstarKäserei Europas, dem beiter sind, habe die jetzige Surselv a SA, direkt neben SEITE 10 Situation negative Auswirkungen. is. In hof in Disent

ĂœR ICH

ST SC HW EIZ

OCHENZEI

es Wechsel.

Raimund Beerli umfassend Ăźber die Geschehnisse rund um die nicht bewilligt en Mehrmengen beziehungsweis e Ăœberlieferungen im Milchjah r 2008/09. Am 18. November hat die PO Ostschweiz eine VerfĂźgung vom Bundesamt fĂźr Landwirtschaft erhalten. Der Vorstand sei die nicht nachvol nicht bereit, lzieh aktion zu akzeptie bare Strafren. Deshalb habe man auch eine Beschwe rde beim Bundesv erwaltun gegen die VerfĂźgun gsgericht desamt fĂźr Landwir g des Buntschaft eingereicht. Diese ist zurzeit noch hängig.

TUNG D

/ Der Präsident Bruno Zuppiger Gewerbeveren des Schweizerisch Gewerbe im bandes sieht das Gemäss Beat Caluori, Leiter Schweizer Land- Bßndner Waldwi des Konkursamts Vergleich mit der rtschaft Imboden, werSEITE 3ist den diese Angebot teiligt. lieferbereit benach aft e auf wirtsch Anfang Mai erwartet Um Konkursamt ist fßr Verkauf zuständ ig

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/ Der Freiburger Rinaldo Lottaz Alterswil aus Milchproduzent tere kämpft fßr eine gerech äften versch Entschädigung der n. SEITE 31 Milchqualitätskriterie

lionen

März entdeckt und 105 Meter langen e eine Polizeipatrouille das Feuer um 1.18 Uhr. Markthalle brach Der hÜlzerne Teil weitgehend in

4 Mil ein lohD nen sich Brandu emrsacN in he weiter unklar se i be bt ei bl t Bundesra KOMMENTAR

. Aufgabe des sich zusammen. die Holzbeschaffung der Konkursamts sei es (Bild Kapo St. Gallen) fßr einen allfällige im n neuen Betreibe Kollokationsverf Moment, das r abzusichern, ahren – also die startete Graubßn Zusammenstellu Die Arbeiten den Holz eine ng der Fordeim Grossägewerk Umfrage unter es ab, vier rungen aller sind stillgelegt. Waldbesitzern Markthalle Sarga Gläubiger – abzuer Bundesrat lehnt ßber die Lieferbe stehen gut. (Bild RaY) schliessen. aus dem Topf der ns /lfen. reitschaft. Und NachChan Millionen jährlich demcen das Resultat Grossbranddie Wiewiedegr Schla der Beihi Obwohl der Verkauf zu nehmen und zeigt, dass die ßhrun chtvie darauf hin, dass finde n Direktzahlungen ßber das Bßndne hmärment Wiedereinf die in den Topf r WaldKonkursamt läuft, kte n. Die Ausfuhrbei- ab Ende mationen ist, April auf wirtscha der Millionen nalrat gebliebe SARGA dem vier hrung ft Natio diese gleiche lieferbereit ist. NS hat der KanAreal der Halle wisse er, berät dereinfß Vor drei rat■die dass der Wochen ton ein grosses Das ernsthafte Interess Sägewerk in bisherigen Entist marktwirkten statt.ihilfen fßr Zuchtvieh war. Bereits die Markthalle beihilfen Präsidenthilfen Interesse an eiDonnerstag fßr Ausfuhrbe Domat/ enten da sind. nt worden / Am der seinen Ausfuhrin Ems muss der Bunes Stßck wßrde. portWie Markthallengenem erfolgrei lrat 350abgeleh rund bei Ükonoviele davon am viehex einem Grossbra ndSargans Nationa hatte chen widersprechen schaden und seien nossenschaft Zucht 000 zwei als Beitrag je exportiert Weiterbe Jahren dass der Kubikm Schluss scheiden verzerre beträgt nd weitgeh trieb Sargans-Werdeneter Holz vor zudann des Grosssäg Aussichten, gemäss Schätwirklich dieser Sie seien die eine Jahr verarbei zerstÜrt worden. ineffizie nt. end berg. Ein Neubau ewerks. Bundesr at lehnt Parlament empfohkonkrete Donnerstag im dem ten. rtig zungen ßber zwei Millione misch Bis heute ist die umstritMindest ■ Der Deshalb unterstßtzeBERN am nächsten Eingabe leichtfe nicht ens 150 stehen Ziel, Aus- , sei Brandur 000 desrat der Kanton das g einermachen rderung ional stark sagt Willi weiter. Instrumeistntunser aber noch n Franken. Die Kubikm sache ExportfÜ internat dieeter zustimm offen.en wird, kÜnnten demlaut infßhrunKonKantonspolilen, Wann gegeben Jubiläumsausstel kursamt selbstve davon Wiedere hatdeshalbseikaum undjedenLÜsung zei St. Gallen unklar. ren. FallInhofft rständlic aber aus der Handund wo lungProZucht- Auf dem Bßndne 100 Jahre St. einzufßh Giorgetta,lassung den auswieder h, beder Vernehm ten. Sie kÜnnten ilfe fßr Die BrandkÜn- noch nicht klar, es wßrtont Giorgett r WaldBlickruine dank Galler Braunauf die fuhrbeih haben die geliefert werden werden einemgut. In seia. 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MarkthalSP waaberWTOdasrmarkt Zuchttie von denfÜrderun die Zucht- Feuer entdeckNutzund die le Wattwil in ben worden. Ermittlugngen Yvonne t. Derund . Der statt. Ab dem 26. aufgeho Rauch dane sowie die FDP hÜlzerne Teil lt che Käudem Nationalrat, tersich inländisder z hatte April begleite Vorstoss bewogen finden se fßr weiHalle Die WAK empfieh nächster Woche nemweitgeh auf dem Areal sagt Martin Ministerkonferen fßr die Kuh- brach Ex- t,viehprei ren dagegen. 10 session von Willi, gerade sei in der grossen sich zusamm Viehexport end bis 2013 alle wiederUnd Schlach in Sargans lrat mit 13 zu von dessen Wirtfer. Angesichts en. Der Gebäud ft wichtig. rauf geeinigt, dem Nationa der nicht auf eine tviehmärkte der letzten Jahre abzuschaffen. estatt. 1 Enthaltung, ion (WAK) ausBerglandwirtscha fleischimporte portsubventionen Stimmen bei aber Jeanne Woodtli schaftskommiss ng der Ausfuhr spezifische Entschluss ist men. einzutreten. mit der Aufhebu kÜnne auf eine Ein WTO-Ab Vorlage zuzustim präsentierte gearbeitete Vorlage chen Rindgebe der Bundesweiter Ferne, und unterstßtzung lastung des inländis auch nach Hans Rßssli FÜrdenach wie vor in Die von der WAK parlamenss aufInstrument zur eine kts im Herbst dieser Beschlu ein auf rat auch geht viehmar Mehrheit der Kantone damit leichtwerLÜsung tschaft g g verzichtet des St. Galler rung der Landwir hag dem Alpabzu fßr Wiedereinfßhrun die geschoben. Das ßbertarische Initiative Hand. zielfßhrender, Elmar Bigger den ViehexZuchtvieh zu legen. Bundesrat fertig aus der den. 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MANAGEMENT

Maschinenlärm – keine Musik für alle Ohren NACHTRUHESTÖRUNG Während die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung im Garten und auf dem Sitzplatz Oasen der Ruhe sucht, steigt bei den Landwirten das Arbeitspensum mit Säen, Silieren und Erntearbeiten.

Martin Goldenberger

Mit dem Frühling haben viele Menschen den Drang ihre Freizeit im Garten und auf dem Sitzplatz zu verbringen. In Ruhe ein Stück Fleisch auf dem Grill braten, ein Glas Wein trinken und mit Freunden die lauen Abende im Gespräch geniessen. Das gilt als Erholung und steigert die Lebensqualität der ländlichen Bevölkerung beträchtlich. Die Bauern hingegen müssen das schöne Wetter nutzen! Es gibt viel zu tun auf den Feldern wie pflügen und eggen für die Maissaat, Gras mähen und silieren, Pflegemassnahmen bei Ackerkulturen und weiteres mehr. Akribisch werden die Wettervorhersagen verfolgt und je nachdem, geht es nach den Stall-

arbeiten nochmals zurück aufs Feld um bis zum Eindunkeln oder bis spät in die Nacht möglichst viel Arbeit verrichten zu können. Der Strukturwandel trägt das seine zu verdichteten Arbeitszeiten bei, denn die Betriebe werden immer grösser und die Anzahl der zur Verfügung stehenden Arbeitskräfte sinkt. Um Arbeitsspitzen zu brechen und spezialisierte Lohnmaschinen bestmöglich einzusetzen, werden oftmals die Nächte, Sonntage oder auch christliche Feiertage zu Arbeitstagen.

Lärmwarnung Reklamationen bei Gemeindebehörden und der Polizei häuften sich in der Vergangenheit. Sind Schönwetterperioden vorhersehbar,

zum Beispiel vor Pfingsten, bitten einzelne kantonale Bauernverbände im Voraus mit einer «Lärmwarnung» die nichtlandwirtschaftliche Bevölkerung um Verständnis. Eine gute Idee, welche sicherlich eine Wirkung hat, aber kaum alle Lärmbetroffenen erreicht.

Barrikaden Was ist denn nun erlaubt und was nicht? Wann darf ein Polizist dem Landwirt die Maschinen abstellen? Dürfen Barrikaden auf Quartierstrassen weggeräumt werden, damit die Maschinen weiterhin durchfahren können? Nicht alles was rechtlich erlaubt ist, wirkt nachhaltig und tut dem Ansehen der Landwirtschaft gut! Wenn Bewoh-

Gesetzestexte Art. 684 ZGB Immissionsschutz III. Nachbarrecht · 1. Art der Bewirtschaftung 1 · Jedermann ist verpflichtet, bei der Ausübung seines Eigentums, wie namentlich bei dem Betrieb eines Gewerbes auf seinem Grundstück, sich aller übermässigen Einwirkung auf das Eigentum der Nachbarn zu enthalten. 2 · Verboten sind insbesondere alle schädlichen und nach Lage und Beschaffenheit der Grundstücke oder nach Ortsgebrauch nicht gerechtfertigten Einwirkungen durch Rauch oder Russ, lästige Dünste, Lärm oder Erschütterung. Lärmschutz-Verordnung (LSV) vom 15. Dezember 1986, SR 814.41 In der LSV sind diverse Bestimmungen enthalten, welche die Landwirtschaft betreffen. Es sind dies u. a.: Art. 4 Grundsatz 1 · Die Aussenlärmemissionen beweglicher Geräte und Maschinen müssen so weit begrenzt werden: (A) – als dies technisch und betrieblich möglich sowie wirtschaftlich tragbar ist und (B) – dass die betroffene Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich gestört wird. Anhang 6, Belastungsgrenzwerte für Industrie- und Gewerbelärm 1 Geltungsbereich 1 · Die Belastungsgrenzwerte nach Ziffer 2 gelten für den Lärm: (A) – von Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft; (B) – des Güterumschlages bei Anlagen der Industrie, des Gewerbes und der Landwirtschaft sowie bei Bahnhöfen und Flugplätzen; (C) – des Verkehrs auf dem Betriebsareal von Industrie- und Gewerbeanlagen sowie auf dem Hofareal von Landwirtschaftsbetrieben; (D) – von Parkhäusern sowie von grösseren Parkplätzen ausserhalb von Strassen; (E) – von Heizungs-, Lüftungs- und Klimaanlagen. 2 · Energie, Entsorgungs- und Förderanlagen, Luft- und Standseilbahnen, Skilifte sowie Motorsportanlagen, die regelmässig während längerer Zeit betrieben werden, sind den Industrie- und Gewerbeanlagen gleichgestellt. 18

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MANAGEMENT ner in einem Quartier Durchgangssperren an einem Feiertag erstellen, damit die Silierkette nicht mehr ungehindert durchfahren kann (was im Kanton Aargau vorgekommen ist), sollte bei jedem Landwirt die Alarmglocken zu läuten beginnen.

Was ist Lärm? Wenn Schall als unangenehm und störend empfunden wird, bezeichnet man ihn als Lärm. Ein 6-Zylindermotor tönt für die einen wie Musik, für die anderen ist es nur Lärm und Umweltverschmutzung. Lärm ist nicht einfach fassbar. Das Zivilgesetzbuch nimmt in Artikel 684 die Eigentümer von Liegenschaften in die Pflicht, indem übermässiger Rauch, Russ, lästige Dünste, Lärm und Erschütterungen zu Lasten der Nachbarn verboten wird. Der Bund hat so dann in der Lärmschutzverordnung (LSV) die wichtigsten Eckpunkte geregelt (Kasten). Dem Laien und auch dem Polizisten, der in der Nacht oder am Sonntag gerufen wird, nützen diese Bestimmungen aber wenig für einen sofortigen Entscheid, weil zuerst komplizierte Messungen getätigt werden müssen. Klar ist aber der Grundsatz von Art. 4 LSV, dass AussenlärmEmissionen beweglicher Geräte und Maschinen begrenzt werden müssen, wenn dies technisch und betrieblich

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möglich, aber für den Verursacher auch wirtschaftlich tragbar ist. Als Ziel ist definiert, dass die betroffene Bevölkerung in ihrem Wohlbefinden nicht erheblich gestört wird. Die Fragen, die sich für den Ordnungshüter, sei es Polizei oder Gemeindebehörde, stellen, sind: • Ist ein sofortiger Arbeitsabbruch für den Landwirt wirtschaftlich tragbar (zum Beispiel, weil am kommenden Arbeitstag Regen angesagt ist). • Ist das Wohlbefinden der Nachbarn erheblich gestört. Oft müssen die Ordnungshüter unter Zeitdruck Entscheidungen fällen.

Ruhezeitverordnung Lärmbelästigung ist auch innerhalb des Wohngebietes ein zunehmendes Problem (Rasen schneiden, Motorsense, Motorsäge). Verdichtetes bauen und der Anstieg der Bevölkerungszahlen bewegen viele Kantone und Gemeinden dazu, klare Regeln aufzustellen. Dazu werden die Polizeireglemente oder Gemeindeordnungen angepasst, welche oft auch ausserhalb des Baugebiets gelten. Landwirte sind gut beraten, sich aktiv bei der Erarbeitung solcher Grundlagen zu beteiligen und Ausnahmeregelungen zum Ausnahmeregelungen für Erntearbeiten sind möglich.

Tabelle 1: Lärmbelastung Quelle, Situation, Ort Presslufthammer Flugzeug (> 100 t, Start-Distanz: 100 m) Diskothek (Innenraum) Vorbeifahrender Personenzug Lastwagen (50 km/h, Distanz: 7.5 m) Hupe Personenwagen (50 km/h, Distanz: 7.5 m) Angeregte Unterhaltung Unterhaltung Personenwagen (Leerlauf, Distanz: 7.5 m) Ruhige Wohnung (Innenraum) Blätterrauschen Stille

dB(A) 130 110 95 95 – 100 85 – 95 85 60 – 80 65

Bemerkungen Schmerzgrenze

Gefahrenzone

Risikoschwelle

Unbehaglichkeits- und Ermüdungsgrenze

50 45 – 55 35 – 45 25 – 30 0

Hörgrenze

Quelle: Lärmbelastung in der Schweiz, Bundesamt für Umwelt BAFU, 2009 Das physikalische Mass für Lärm ist Dezibel (dB). Eine Erhöhung eines dB-Wertes um 10' dB entspricht für das Hörempfinden des Menschen einer Verdoppelung der Lautstärke.

Beispiel für saisonale Arbeiten wie die Maisernte zu verankern. Ohne solche Sonderregelungen ist es fast nicht möglich, bei Reklamationen angefangene Arbeiten während den Ruhezeiten gegen den Willen von Nachbarn, aber mit Zustimmung der zuständigen Organe wie der Polizei, zu erledigen. Bestehen solche Ruhezeit- und Feiertagsverordnungen, in denen Lärm verursachende und sonst wie störende Tätigkeiten während der Mittagszeit (in der Regel von 12.00 bis 13.00 Uhr) und der Nachtzeit (ab 19.00 / 20.00 Uhr) sowie an Sonn- und Feiertagen untersagt sind, haben die darin bezeichneten Organe (Polizei, Gemeindebehörde) die Pflicht im Falle einer Widerhandlung Abhilfe zu schaffen. In der Zeit von 22 Uhr bis 7 Uhr morgens ist in den meisten Gemeinden jeder Lärm verboten, der die Nachtruhe stört. Ausgenommen sind nur kurzfristige Arbeiten zur Behebung von Notständen oder dringende, wetterabhängige Arbeiten für Landwirtschafts- und Gärtnereibetriebe. Steht der Nachbar bereits neben dem Traktor oder fährt das Polizeiauto auf den Hof, ist es meist zu spät für eine gütliche Einigung. Werden Nachbarn und Polizei im Voraus über Nachtarbeiten informiert, kann man an das Verständnis appelieren und eine Bewilligung erwirken. 䡵

Autor Martin Goldenberger ist Immobilien-Schätzer mit eidgenössischem Fachausweis und leitet den Bereich Schätzungen des Bauernverbands, Laurstrasse 10, 5201 Brugg, Bei Fragen hilft SBV Treuhand und Schätzungen gerne weiter. 寿 056 462 51 11

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KURZMELDUNGEN LANDTECHNIK SDF-Kompetenzzentrum

Silagefräse mit Hubgerüst

Neue Grubber-Modelle

Same Deutz-Fahr will den Produktionsstandort Lauingen (D) weiter in Richtung Kompetenzzentrum für die Hochleistungstraktoren ausbauen. Bereits jetzt werden dort die Traktoren aller vier Marken (Deutz-Fahr, Same, Hürlimann und Lamborghini) ab einer Leistung von 130PS gebaut. In den nächsten vier Jahren wird das Unternehmen rund 4 Mio. Euro jährlich dafür investieren. Vorgesehen ist, neben Schulungsräumen auch die Deutz-Fahr-Academy weiter auszubauen und insbesondere eine Teststrecke zu bauen, so dass in Lauingen künftig ein Training in Theorie und Praxis möglich sein wird. Für 2011 plant Same Deutz-Fahr, in Lauingen rund 5000 Traktoren zu bauen.

Für grosse Silagehöhen hat Fliegl die Silagefräswalze «SFW 490 HG Duplex» mit Hubgerüst entwickelt. Die Fräswalze ist an ein stabiles Hubgerüst montiert. Bestückt mit einem umlaufenden Kranz von Fräsmessern, trennt sie senkrecht, ohne Aushöhlen und Auflockern der Fräsfläche, Mais- oder gehäckselte Grassilage auf einer Breite von 2.50 m und bis zu einer Höhe von 4.80 m sauber vom Stock ab. Eine solche Fräsarbeit verhindert ein Nacherwärmen der Silage. Die Qualität des Futters bleibt erhalten, wichtig für hohe Leistungen aus dem Grundfutter.

Den starr angebauten KompaktGrubber «Kristall» bringt Lemken nun in Arbeitsbreiten von 3, 3.50 und 4 m sowie klappbar in Arbeitsbreiten von 4, 5 und 6 m auf den Markt. Im Sommer 2011 folgen die aufgesattelten klappbaren Varianten von 4, 5 und 6 m Arbeitsbreite, nächstes Jahr schliesslich die Versionen für den Systemträger «Gigant» in den Arbeitsbreiten von 8 bis 12 m. Der «Kristall» ist serienmässig mit den neuartigen «Trimix» Scharen (Bild) bestückt, die in einem Arbeitsdurchgang drei Aufgaben bewältigen: Die Scharspitze reisst den Boden tief auf, die Flügelschare mischen ihn und die angesetzten gedrehten Flügel stürzen den Boden noch einmal. Die zusätzliche Politur der Flügel verbessert zudem das Fliessverhalten. Dank dieser dreifachen Effizienz der «Trimix» Schare benötigt der «Kristall» von Lemken weniger Zinken, was ihn besonders leichtzügig macht. Auf diese Weise mischt er den Boden praktisch so gut wie drei- und mehrbalkige Grubber.

Rapid steigert Ergebnis Rapid ist im Geschäftsjahr 2010 auf den Wachstumskurs zurückgekehrt. Das konsolidierte Betriebergebnis erreichte 6.0 Mio. Fr. (+ 66 %), der konsolidierte Reingewinn stieg auf 5.1 Mio. Fr. (+116 %) an. Insbesondere das Industriegeschäft hat nach dem schwierigen Vorjahr von einer spürbaren Belebung profitiert, was sich vor allem im Bereich der Rapid Eigenprodukte (Einachser) positiv ausgewirkt hat.

Der grosse Durchmesser der Fräswalze von 49 cm und die spezielle Anordnung der entsprechenden Messer verhelfen der Fräswalze mit Hubgerüst zu hoher Leistung bei der Entnahme. In einer Minute kann sie bis zu sechs Kubikmeter Maissilage abfräsen.

Zulassungsstatistik nach PS-Klassen

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bei der Einteilung in die PS-Klassen nicht unterschieden wurde, ob die PS-Angabe nach «ISO 14396», «ECE R24» oder einer anderen Norm ermittelt wurde. Die Werte basieren

zudem auf Angaben der jeweiligen Hersteller. Meist verkauftes Modell war 2010 der John Deere «6430» mit 73 vor dem Fendt «211 Vario» mit 72 Einheiten.

Grafik: Traktorenzulassungen Schweiz 900 800 700 Anzahl Traktoren

Nach wie vor werden in der Schweiz die meisten Traktoren im Leistungssegment von 81 bis 100 PS in Verkehr gebracht. Dies zeigt eine detaillierte Analyse der UFA-Revue auf Basis der Zulassungsstatistik für das Jahr 2010. Demzufolge wurden von total 2203 zugelassenen Maschinen 798 Traktoren (Vorjahr 781) in diesem PS-Bereich neu immatrikuliert. Zweitstärkste Kategorie ist ebenfalls wie im Vorjahr das Segment von 101–120 PS mit 589 Traktoren (Vorjahr 448). Ebenfalls gesteigert hat sich die Kategorie von 61–80 PS mit 357 Einheiten (Vorjahr 293), wogegen der Bereich 121–140 PS auf 187 Traktoren (Vorjahr 251) abgenommen hat. Anzumerken bleibt, dass

600 500 400 2009

300

2010

200 100 0 bis 60

61–80

81–100 101–120 121–140 141–160 161–180 181–200 201–250 251–300 ab 301

PS-Klasse

Subaru «Forester» übergeben Als Hauptgewinner des Know-howWettbewerbs 2010 der UFA-Revue wurde Stephan Bamberger aus Siglistorf (AG) gezogen. Er gewinnt einen Subaru «Forester 2.0X AWD Advantage» und durfte den Schlüssel dazu zusammen mit seiner Frau Angela aus den Händen von Marco Keller, Junior-Chef der gleichnamigen Garage in Endingen (AG), und

von Martin Weber vom John-Deere-Importeur Matra entgegennehmen. Die Familie Bamberger bewirtschaftet einen Betrieb mit Fresserund Grossviehmast sowie Ackerbau. Daneben haben sie ein Lohnunternehmen, über das sie Arbeiten rund um den Ackerbau, von der Saat bis zur Ernte, anbieten. Als regelmässiger Leser der UFARevue und John-Deere Fahrer hat Stephan Bamberger das Rätsel rund um die neue Traktorenserie «5R» von John Deere in der Juni-Ausgabe 2010 richtig gelöst und das entsprechende Lösungswort per E-Mail der Redaktion zugeschickt. Die UFA-Revue gratuliert ihm und dankt Subaru Schweiz, Agromont, New Holland Center, Kuhn Center, Case-Steyr Center, GVS-Agrar, Matra, Pöttinger, Althaus, Lely und Serco Landtechnik für die Partnerschaft bei diesem Wettbewerb. Das Bild zeigt den Gewinner Stephan Bamberger zusammen mit seiner Frau Angela, umrahmt von Marco Keller (Keller AG, Endingen), der das Auto ausliefern konnte, und von Martin Weber, Marketingleiter bei Matra in Lyss.

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LANDTECHNIK

Spreu komprimieren – aber wie? FORSCHUNGSPROJEKT Die Gewinnung und Verwertung von Spreu und Kurzstroh verbessert die Wirtschaftlichkeit des Getreideanbaus, vorausgesetzt, das Material lässt sich effizient sammeln und transportieren. Zusammen mit Partnern befasst sich die Hochschule für Landwirtschaft (SHL) mit dem Sammeln und Verwerten von Spreu und Kurzstroh.

Nicole Berger

Nicolas Froidevaux

Fritz Marti

Bernhard Streit

Spreu findet vor allem Verwendung als Einstreumaterial. Denkbar ist auch die Verwertung zur Energiegewinnung (Biogas, Biomasse-Pellets). Weitere Einsatzmöglichkeiten werden untersucht. Die Spreugewinnung kann die Wertschöpfung von Getreide-, Ölfrucht- und Eiweisskulturen verbessern. Allerdings ist der Transportaufwand erheblich, um einen losen Haufen Spreu unter Dach und Fach zu bringen. Ein Kubikmeter Spreu wiegt gerade mal 25 – 50 kg. Für lose Spreu wären grosse Lagerhallen nötig, bedenkt man, dass von einem Hektar Getreide durchschnittlich über 50 Kubikmeter (1 – 2 t/ha) gesammelt werden können. Es ist offensichtlich, die Spreu muss auf dem Feld gepresst oder sonst irgendwie komprimiert werden. Im Rahmen des Spreu-Projektes hat die SHL im Sommer 2010 verschiedene Presskonzepte getestet. Messung des Feuchtegehalts einer Spreuballe.

Pressen

beschicken Zunächst muss die Spreu vom Boden in die Presse gelangen. Die Pickups kamen erstaunlich gut mit der Spreu zurecht. Lediglich eine Restschicht von etwa 10 cm blieb auf dem Feld zurück. Diese kann lokal bei der Folgesaat stören. Elegant wäre ein noch zu entwickelnder, seitlich hervorstehender Einzug, der auf Spreu optimiert würde. Mit diesem könnte seitlich an den Spreuhaufen entlanggefahren werden, um diese sauber Meter für Meter abzutragen. Die stationären Pressen, für das Pressen von Heu oder Maissilage auf dem Hof, sind mit einer Dosiereinrichtung ausgerüstet. Für die Beschickung eignen sich Hof-, Teleskopoder Frontlader sowie Abschiebe-, Dosier- und Futtermischwagen oder ähnliche Systeme. Als Besonderheit kam ein traktorgezogener Laubsauger zum Einsatz. Dieser Eigenbau saugte die Spreu schnell und sauber auf und eignet sich gut, um anschliessend eine stationäre Presse zu beschicken. Der Laubsauger hat während der Getreideernte freie Kapazitäten, die genutzt werden können. Fazit: Alle getesteten Beschickungsund Transportmöglichkeiten können es problemlos mit der Spreu aufnehmen. Pressen im Praxistest Immer mit der Idee, bereits vorhandene Maschinen für das Spreupressen zu verwenden oder sie mit wenig Aufwand dafür anpassen zu können, wurde in der Folge mit verschiedenen Ballenpressen experimentiert (Tabelle). Bei der «LT Master» wie auch bei der variablen Rundballenpresse von John Deere hat sich gezeigt, dass Spreu nicht den Weg des geringsten Widerstandes wählt, sondern sich in jeder Ecke staut und festsetzt.

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Versuche mit Quaderballenpressen Trotz diverser Öffnungen im Presskanal verhielt sich die Spreu entgegen allen Erwartungen erstaunlich kooperativ. Das Material blieb zusammen und liess sich einwandfrei pressen. Besonders schön verdichtete Ballen zeigte die New Holland «BB 940 A» mit geregeltem Vorpresskanal. Der Spreuschwad wurde mit dem Traktor zuvor etwas verdichtet. Dies war bei der Krone «Big Pack 890 XC» Quaderballenpresse (80 x 90 cm) mit gesteuertem Vorpresskanal nicht nötig. Zusätzlich angetriebene Walzen über dem Pickup drückten die Spreu etwas in Form. Auch die Quaderballenpressen ohne gesteuerten Vorpresskanal wie die Deutz Fahr «GP 81» (80 x 90 cm) und die Welger «Champion D 4000» (80 x 70 cm) lieferten perfekte Ballen. Die Welger-Presse war mit einem aufklappbaren Bunker ausgerüstet. Somit lässt sich diese Presse stationär betreiben und von oben beschicken. Die Ballen dieser Presse erschienen 5 2011 · UFA-REVUE


LANDTECHNIK Tabelle: Erste Beobachtungen bei Rundballenpressen im Testeinsatz mit Spreu Presse im Test Bemerkung Rundballenpressen mit variabler Presskammer New Holland Ballen blieben klein; Spreu quoll aus allen Ritzen; Material «BR 750 A» kommt zu wenig schnell in die Presskammer; Ursache: vermutlich zu grosser Abstand zwischen Pick-up und Rotor John Deere Spreu setzt sich im Rotor fest; es gelangt kaum variabel «592» Spreu in die Presskammer Rundballenpressen mit variabler Presskammer mit Maisausrüstung im stationären Einsatz Taarup, Handarbeit nach dem Press und Wickelvorgang; wegen «Bale in One»* glattem Förderband muss die Spreu angeschoben werden; schnellste Presse im Test mit 2.5 Minuten pro Ballen Orkel Beim Einlassen der Spreu in die Presskammer ist Handarbeit «MP 8000 Compact» zum gleichmässigen Verteilen nötig; mit etwas Aufwand könnten auch die Einfüllbleche verstellt werden. Zweitschnellste Presse im Test mit 3.5 Minuten pro Ballen «LT Master» Zum Transport des Materials werden Schnecken verwendet; Wenn zu viel Material auf einmal kommt, neigen diese zum Verstopfen. Eventuell liessen sich die Übergänge und Einlässe spreufreundlicher gestalten. *Die Presse «Bale in One» wird heute von Kuhn hergestellt und vertrieben.

schön verdichtet und gleichmässig geformt. Mit der Welger «AP 730» war auch eine gewöhnliche Hochdruckpresse im Test. Etwas problematisch war der gleichmässige Einzug der Spreu. Allerdings wurden für die leichte Maschine keine Schwaden angelegt. Sie wurde einfach über den grossen Spreuhaufen gezogen und stand dabei sehr schräg. Die Presse förderte dabei neben stabilen Ballen auch viel lose Spreu aus dem Presskanal. Fazit: Alle getesteten Quaderballenpressen und die Hochdruckpresse funktionierten zweckmässig. Bei den Rundballenpressen erwiesen sich bisher nur die stationäre Taarup «Bale in One» (heute Kuhn) und die Orkel mit Maisausrüstung als sofort einsatztauglich. Die verschiedenen Pressen erzielten bei Weizenspreu Raumgewichte zwischen 107 und 260 kg/m3. Spreu lässt sich damit um den Faktor 2 – 10 komprimieren. UFA-REVUE · 5 2011

Handling der Ballen Was überraschte, war die Tatsache, dass bei den Quaderballen sogar die Bindung mit nur vier Schnüren funktionierte. Natürlich rieselt etwas Spreu von den Ballen herunter, wenn man an die Kanten stösst. Netzbindungen sind da unempfindlicher. Unabhängig von den Bindemethoden lassen sich aber alle Ballen problemlos aufspiessen oder in die Zange nehmen und haben dabei nur geringe Rieselverluste. Diese sind vergleichbar mit den Verlusten aus Strohballen mit Häckselstroh. Je nach Verwendungszweck sei aber die noch perfektere Folienwicklung empfohlen. Diese hat neben der Sauberkeit noch zwei weitere positive Effekte. Die Ballen können im Freien gelagert werden, wodurch die Lagerhaltungskosten sinken. Das Material, das leicht feucht gepresst wurde, blieb staubfrei beim Auspacken. Ein Verderb durch Pilzbefall wurde nicht festgestellt.

Fazit Einzug ungeeignet

Einzug ungeeignet

Presst schöne Ballen

Presst schöne Ballen

Schnecken können verstopfen! Ballen sind aber schön

1 · Ein Mähdrescher mit Spreusammler beim Entleeren der Spreu. 2 · Spreu findet eine Verwendung als Einstreu bei Milchkühen. 3 · Rundballenpresse Taarup «Bale in One» mit Maisausrüstung und Dosiereinrichtung. Beschickung mit Teleskoplader.

Die lose Lagerung von Spreu kann sich in Ausnahmefällen ebenfalls lohnen, wenn die folgenden drei Bedingungen gegeben sind: Es ist genügend überdachter Lagerraum vorhanden, die Ernteflächen liegen innerhalb eines Umkreises von etwa 5 km und es wird auf einen Schlag viel lose Spreu benötigt (zum Beispiel Hühnerhalle).

SHL bleibt dran Das Spreuprojekt ist auf drei Jahre angelegt. Es werden etliche weitere Fragestellungen untersucht. Unter anderem ist vorgesehen, die Logistiktests zu wiederholen und einzelne Verfahren weiter zu entwickeln. Möglicherweise verhält sich die Spreu von Jahr zu Jahr ganz verschieden, denn sie präsentiert sich mal trockener mal feuchter, mal mit kürzerem oder längerem, sowie mehr oder weniger Strohanteil. Die Pressen heben in den Versuchen 2010 nur wenige Ballen gepresst. Ob sie in praxisnahen Langzeittests immer noch reibungslos funktionieren, muss sich noch erweisen. Im laufenden Jahr sollen weitere Versuche mit Pressen unternommen werden. Auch die Frage des Einzugs in die Presse ist noch nicht optimal gelöst. Die Gruppe Agrartechnik strebt hier zusammen mit den Projektpartnern aus Kostengründen und besserer Praktizierbarkeit eine Ein-Personen-Lösung an. Unterstützt werden diese Forschungsarbeiten von der Kommission für Technik und Innovation (KTI) des Bundes. 䡵

Autoren Nicole Berger, Nicolas Froidevaux, Fritz Marti, Bernhard Streit, Hochschule für Landwirtschaft (SHL), 3052 Zollikofen. Im Test waren Maschinen folgender Firmen und Lohnunternehmen, denen die Autoren für ihre Unterstützung danken: Martin und Ueli Freudiger, Gals; Res Fiechter und Team, Kappelen; Thomas Wirz und Team, St. Urban; Anton Bertschy, Bernhard Bürgy, Martin Hertach und Xavier Meyer, Bellechasse; Bernhard Märki, Witzwil; Barnabas Kaufmann, Hanspeter Blum und Team, Altishofen; Peter Stähli und Team, Suberg; Serco Landtechnik, Oberbipp; Paul Bähler und Junior, Meikirch.

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FAHRBERICHT LANDTECHNIK

Ausbau bei den Stufenlosen DEUTZ-FAHR »AGROTRON TTV 400» An einer Händlerveranstaltung wurde sie erstmals gezeigt, an der Sima in Paris erfolgte die öffentliche Präsentation und nun konnte sie im praktischen Einsatz getestet werden: Die Baureihe «Agrotron TTV 400», welche die Lücke bei den stufenlosen Traktoren von Deutz-Fahr schliesst.

Ausgerüstet sind die «Agrotron TTV 410/420/430» mit einem 4 Liter 4Zylinder-Motor von Deutz, der mit Common Rail, vier Ventilen pro Zylinder, einer Abgasrückführung und mit Turbolader samt Ladeluftkühler ausgerüstet ist. Die maximalen Leistungen (nach 2000/25 EC) betragen für die drei Modelle 121, 130 und 142 PS. Rein äusserlich fällt die neu gestaltete Kühlerhaube mit dem neuen Schriftzug auf, was den Modellen einen frischeren Auftritt verleiht. Innovativ ist das Lüftungskonzept. Die Steuerung des Lüfters («eVisco»-Lüfter) erfolgt elektronisch, je nach Lastzustand. Das soll einerseits Treibstoff sparen, anderseits aber auch die Geräuschentwicklung reduzieren.

Das stufenlose Getriebe stammt von ZF (Eccom 1.3) und erreicht die für die Schweiz gültige Höchstgeschwindigkeit von 40 km/h bereits bei einer Motordrehzahl von 1400 Umin. Das «TTV»Getriebe der neuen «Agrotron»Modelle zeichnet sich durch einen hohen mechanischen Wirkungsgrad und vier Arbeitsbereiche aus. In jedem Arbeitsbereich wird bis zu 100 % der Antriebsleistung mechanisch übertragen, so dass der hydrostatische Anteil auf ein Minimum reduziert wird. Wie alle anderen stufenlosen Modelle von Deutz-Fahr können auch die neuen «Agrotron TTV» mit drei Fahrstrategien gefahren werden. Im «Automatik»-Modus erfolgt die Wahl der gewünschten Geschwindigkeit mit dem Fahrpedal, wobei die maximale Geschwindigkeit mit dem Bedienhebel vorgegeben wird. Innerhalb dieser Spannbreite kann der Fahrer dann mit dem Fusspedal die Geschwindigkeit doUFA-REVUE · 5 2011

sieren. Die Motordrehzahl wird von der Elektronik passend zum jeweiligen Lastzustand eingestellt. Der «Zapfwellen-»Modus wird automatisch beim Einschalten der Zapfwelle aktiviert. Die gewünschte Motordrehzahl kann über einen Knopf oder das Handgas eingestellt werden, gefahren wird mit Fahrpedal und Bedienhebel. Im «Manual»-Modus (diesen braucht man eigentlich gar nicht) dient das Fahrpedal ausschliesslich als Gaspedal und regelt so die Motordrehzahl. Die Geschwindigkeit wird durch den Bedienhebel bestimmt. Eine aktive Stillstandsregelung, «Power-Zero» genannt, hält den Traktor unabhängig von Gefälle, Steigung oder dem jeweiligen Lastzustand sicher und ohne Betätigung der Handbremse, sobald der Fahrer vom Gas geht. Weiter zum Sicherheitspaket der «Agrotron TTV 410/420/430» gehört auch die servo-unterstützte Bremsanlage.

Zapfwellen Eine Besonderheit in dieser Leistungsklasse ist die Heckzapfwelle mit vier Geschwindigkeiten (540/ 540E/1000/1000E). Die Drehzahlen werden vorgewählt und dann elektrohydraulisch geschaltet. Über das Heckhubwerk wird bei aktivierter Zapfwellenautomatik die Zapfwelle ein- und ausgeschaltet. Eine Frontzapfwelle und ein integriertes Fronthubwerk sind auf Wunsch verfügbar. Bei den «Agrotron TTV 410/420/430» steht ein druck- und mengengeregeltes Hydrauliksystem (Load-Sensing) zur Verfügung. Die Fördermenge beträgt 110 l/min bei 200 bar Druck. 7 Steuergeräte, 5 hinten und 2 vorne, gehören dazu, die in den Funktionen Heben und

Schwimmstellung blockiert sowie einfach und doppelt wirkend verwendet werden können. Jedes Ventil verfügt über eine Mengenregulierung, die entnehmbare Ölmenge aus dem separaten Tank beträgt 36 l. Das Hubwerk weist eine Kraft von 6200 kg auf und besitzt eine automatische Schwingungstilgung.

Mit der Baureihe «Agrotron TTV 400» schliesst Deutz-Fahr eine Lücke bei den Traktoren mit stufenlosen Getrieben. Bild: Johannes Paar

Kabine Bei den «Agrotron TTV 410/420/430» verbaut Same DeutzFahr die sogenannte «S-Class»-Kabine. Das farblich abgestimmte Bedienkonzept mit dem Bedienhebel «PowerComV» ist mittlerweile ebenso bewährt wie bekannt. Neu gibt es als Option den Isobus-kompatiblen «iMonitor», über den nahezu alle Einstellungen visualisiert werden können. Dieser Monitor hat zudem auch USB-, Bluetooth- und weitere Schnittstellen sowie einen Anschluss für eine Rückfahrkamera.

Fazit Mit den neuen «Agrotron TTV»-Modellen kann Deutz-Fahr eine Lücke im bestehenden Programm seiner stufenlosen Traktoren schliessen und so in einem wichtigen PS-Segment nahezu alle Getriebevarianten, vom einfachen mechanischen, über das lastgeschaltete bis hin zum stufenlosen Getriebe anbieten. Die Produktion fing im April an und wird nun Schritt für Schritt hochgefahren. 䡵

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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PRAXISTEST KNOW-HOW

Spürbare Verbesserungen »METRAC H7 X» Reform präsentierte die «X»-Serie seiner «Metrac»-Baureihe erstmals im Herbst 2008. Anlass zur Entwicklung gaben die neuen Abgasnormen, die Reform insofern nutzte, als dass man diese neue Generation von Zweiachsmähern hinsichtlich technischer und sicherheitsrelevanter Aspekte, aber auch im Bedienkomfort verbesserte.

Auf den Markt brachte Reform die neue «Metrac X»-Baureihe im Jahre 2009, darunter auch das Spitzenmodell «H7 X» bei den hydrostatisch angetriebenen Zweiachsmähern. Die Anforderung der Abgasgesetzgebung erforderte damals neue Motoren der Emissionsstufe 3a. Im Zuge dieser Anpassung hat Reform dann aber auch technische Verbesserungen bei der Antriebseinheit, eine veränderte Kühlerposition und einen neu entwickelten Multifunktionshebel in die neue Baureihe einfliessen lassen.

Motor Mit dem «VM D-754 SE3» haben die Ingenieure einen wassergekühlten Motor mit 70 PS Leistung (bei 2600 Umin, nach EG 97/68) gefunden,

der nicht nur die gesetzlichen Emissionswerte erfüllt, sondern auch die gestellten Anforderungen an mehr Leistung und Drehmoment sowie an geringere Verbrauchswerte erfüllt. Ein wesentliches Merkmal dieses Motors ist der zentrale Antriebsriemen, der die Wasserpumpe, den Lüfter sowie die Lichtmaschine antreibt und den üblichen Keilriemen ersetzt. Da dieser zentrale Antriebsriemen über einen automatischen Mechanismus stets in optimaler Spannung gehalten wird, ist das Risikopotenzial für Motorschäden reduziert. Damit mehr Luftvolumen angesaugt werden kann, wurde die Position des Kühlers so verändert, dass ein Luftansaugen aus dem Heckbereich möglich

Praxisstimme zum Reform «Metrac H7 X» Bruno Hobi bewirtschaftet zusammen mit seiner Frau und seiner Familie oberhalb von Mels (SG) einen Milchwirtschaftsbetrieb mit 23 Kühen und Aufzucht. Der Betrieb liegt in der Bergzone 2 und ist für die rationelle Bewirtschaftung auf eine leistungsfähige Berglandtechnik angewiesen.

Bruno Hobi aus Mels (SG).

Diese Technik hat Hobi im letzten Jahr mit dem neuen Zweiachsmäher «Metrac H7 X» von Reform modernisiert. «Ich konnte die Maschine im vergangenen Sommer zuerst als Vorführgerät während rund 40 Stunden im Einsatz testen und habe diesen Zweiachsmäher dann gleich gekauft», berichtet Hobi. Mit dem neuen «H7 X» hat er einen in die Jahre gekommenen «Metrac 3003S» (rund 7000 Stunden) ersetzt. Gleichzeitig war es ihm ein Anliegen, über etwas mehr Leistung zu verfügen, damit die anstehenden

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Arbeiten effizienter ausgeführt werden können. Der «Metrac H7 X» wird in erster Linie für die Futterernte eingesetzt. Dazu passend hat Hobi zudem ein neues Front-Scheibenmähwerk (Pöttinger «Novaalpin 266B» mit 2.62m Arbeitsbreite) und einen Kreiselheuer (Fella «TH 601 D Hydro» , mit 6.60 m Arbeitsbreite) gekauft. Zudem wird der Zweiachsmäher auch mit dem Düngerstreuer, der Wiesenegge, der Kippschaufel und einem Holzspalter sowie für Transportarbeiten eingesetzt. «Vor allem beim Mähen schätze ich das hydrostatische, stufenlose Getriebe», betont Hobi. Es biete einfach mehr Sicherheit. Zudem bewege sich die Maschine sicher im Hang – Hobi kann all seine Flächen (bis 35 % Neigung) damit bewirtschaften – und sei in der Bedienung

wird. So wird einerseits saubere Luft angesaugt, anderseits kann die Abwärme frei entweichen.

Antrieb

Der «Metrac H7 X» verfügt über einen hydrostatischen Fahrantrieb mit einem mechanischen ZweistufenGetriebe und elektrohydraulischer Umschaltung. Die Geschwindigkeit kann so stufenlos an die jeweiligen Arbeitsbedingungen angepasst werden. Der Hydrostat selbst kann wahlweise automotiv (über das Gaspedal) oder manuell (über den Multifunktionshebel) gesteuert werden. Die automotive Steuerung bietet den Vorteil, dass der Motor nicht überlastet werden kann, wird doch bei steigender Belastung automatisch die Geschwindigkeit zurückgenommen. So-

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einfach, so dass auch andere damit problemlos fahren könnten. Im Vergleich zur Vorgängermaschine fiel Hobi sofort die Wendigkeit, die Hubkraft und der Komfort auf. «Insbesondere die staubfreie Kabine mit Klimaanlage, Radio – darauf möchte ich nicht mehr verzichten», betont Hobi. Schwächen am neuen «Metrac H7 X» konnte Hobi bis jetzt noch nicht feststellen, so dass er hofft, die neue Maschine ebenso lange wie den Vorgänger nutzen zu können. Wünschbar wäre, so Hobi abschliessend, eine 1000er Zapfwelle: «So könnten wir den ‹Metrac› im stationären Betrieb mit dem Holzspalter mit einer reduzierten Motordrehzahl laufen lassen». 5 2011 · UFA-REVUE


PRAXISTEST KNOW-HOW

Steckbrief Reform «Metrac H7 X« Motor: 4 Zylinder, 2.97 l Turbo-Motor, Abgasstufe 3a, 85 l Tankinhalt Leistung: 51.5 kW/70 PS bei 2600 Umin, 250 Nm Drehmoment beim 1800 Umin. Getriebe: Hydrostatischer Fahrantrieb mit mechanischem Zweistufen-Getriebe. Antrieb: Allradantrieb, Vorderrad-Antrieb abschaltbar, elektrohydraulische Differenzialsperren vorne und hinten. Zapfwelle: Lastschaltbare Motorzapfwelle vorn und hinten (540). Lenkung: Hydrostatische Allradlenkung mit «Load-Sensing», umschaltbar auf Front-, Heck- und Hundeganglenkung. Hydraulik: Pumpe mit 24.2 l/min, 195 bar, maximal 10 Steckkupplungen vorne und 8 hinten. Hubkraft: 1500 kg (vorne), (optional hinten 1500 kg). Masse: Radstand: 1995 mm, Aussenbreite: 2160 mm (bei 425er Bereifung), Länge mit Hubwerk: 3580 mm, Höhe: 2185 mm, Wendekreis: 3.55 m (mit Allradlenkung), Leergewicht: 2285 kg, Gesamtgewicht: 3400 kg. Angaben des Herstellers

wohl im Gelände wie für Transportarbeiten gibt es je zwei Geschwindigkeitsbereiche.

keit. Dank der gleichmässigen und verspannungsfreien Traktion aller vier Räder geht die Maschine zudem mit der Grasnarbe schonend um. Die Allradlenkung von Reform ist bekanntlich umschaltbar auf Front-, Heck- und Hundeganglenkung. Besonders erwähnenswert ist, dass die Vorder- und Hinterräder gleichweit eingeschlagen werden und somit exakt in derselben Spur laufen und man den Lenkmodus schnell und bequem, auch während der Fahrt per Knopfdruck wechseln kann. Die Allradlenkung «denkt» sogar mit, indem Sensoren die Geradeaus-Stellung der Räder melden, so dass der Wechsel von Front- auf Allradlenkung und umgekehrt automatisch erfolgen kann.

Hubwerk und Hydraulik

Vorne wird beim «Metrac H7 X» ein Drehwinkel-Hubwerk mit elektrohydraulischer Geräteentlastung einem integrierten, hydraulischen Seitenverschub (+/– 200 mm) verbaut. Die Hubkraft beträgt 1500 kg. Optional gibt es auch ein

Heckhubwerk mit Aussenbedienung, ebenfalls schwingungsgedämpft und mit einer Hubkraft von 1500 kg. Die Hydraulikpumpe fördert das Öl mit 24.2 l/min bei einem Druck von 195 bar. Maximal stehen zehn Steckkupplungen vorne und acht im Heckbereich zur Verfügung. Die lastschaltbaren Motorzapfwellen (vorne und hinten) laufen mit 540 Umin. Im Heck kann diese elektro-hydraulisch zugeschaltet werden und verfügt über eine automatische Anlaufsteuerung.

Vereinfachte

Bedienung Mit dem Einbau eines neuen multifunktionalen, ergonomisch optimierten Bedienhebels konnten bei der «Metrac X»Serie die vielen Einzelschalter in der Kabine reduziert werden. Mit nur drei Vierwege-Drucktaster und keinen Doppelbelegungen der Tasten ist die Bedienung einfach. Bei der Anordnung der Funktionen (Bedienung von Front- und Heckhubwerk, Seitenverschub und hydraulischer Oberlenker sowie das Umschalten der Vierrad-Lenkung) haben sich die Entwickler von Reform bewusst an den Rückmeldungen aus der Praxis orientiert. 䡵

Die Kabine wirkt aufgeräumt, der neue Fahrhebel ersetzt viele Knöpfe und Schalter.

Optional ist das Heckhubwerk von extern bedienbar.

Die Allradlenkung ermöglicht dem «Metrac H7 X» eine gute WendigDer «Metrac H7 X» ist das Topmodell von Reform bei den hydrostatisch angetriebenen Zweiachsmähern.

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Praxistest» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen, in enger Zusammenarbeit mit den jeweiligen Herstellern, Importeuren oder Händlern. www.agromont.ch

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LANDTECHNIK

Mit dicken Backen aufs Feld «ULTRAFLEX»-REIFEN Ein Landwirtschaftsreifen sollte sowohl ökonomischen wie ökologischen Kriterien gerecht werden, will heissen, für den Bauern wirtschaftlich sein und gleichzeitig seinen Boden schonen. Michelin glaubt, mit der «Ultraflex»-Technologie dazu die passende Lösung gefunden zu haben.

Landwirtschaftliche Maschinen wie Traktoren oder Mähdrescher werden immer grösser und schwerer, können immer schneller fahren und dabei höhere Lasten befördern, mit der Folge, dass der Druck auf den Boden zunimmt, die Gefahr von Verdichtungen wächst, das Pflanzenwachstum gestört und der Luftaustausch im Boden beeinträchtigt werden. Der Schnittstelle zwischen Maschine und Boden, dem Reifen, kommt so eine zentrale Bedeutung zu.

«Ultraflex»-Technologie Reifen-

Treibstoffeinsparung von 8 %: Der gleiche Traktor (Fendt «820 Vario») mit demselben Anbaugerät (Grubber) war in einer ersten Überfahrt mit konventionellen Reifen («Multibib», 1.4 bar vorne und 1.6 bar hinten) und in einer zweiten mit einem «Xeobib» (0.7 bar vorne und 1 bar hinten) bereift.

hersteller Michelin hat dazu mit der «Ultraflex»-Technologie einen Lösungsansatz gefunden. Bereits vor einigen Jahren wurde mit dem «Xeobib» ein erster Reifen präsentiert, der mit dieser neuen Technologie hergestellt wird und sowohl im Feld wie auf der Strasse mit einem Reifeninnendruck von weniger als 1 bar gefahren werden kann. Später folgte mit dem «Axiobib» eine zweite Baureihe von Reifen,

die ebenfalls eine hohe Tragfähigkeit mit niedrigem Luftdruck (unter 0.8 bar) kombiniert und für grössere Traktoren ab 220 PS konzipiert ist. Für dieses Jahr bringt Michelin die «Ultraflex»-Technologie nun auch für Erntemaschinen («Cerexbib») und für selbstfahrende oder angehängte Spritzen («Spraybib») auf den Markt. Reifen mit «Ultraflex»-Technologie zeichnen sich durch ihre besondere Konstruktion der Karkasse aus. Spezielle Gummimischungen, entsprechende Materialverbindungen und eine optimierte Wulstzone machen diese Karkassen besonders flexibel und ermöglichen einen grossen Einfederungsbereich bei grossen Aufstandsflächen. Unabhängig von der Geschwindigkeit können solche Reifen gemäss Angaben von Michelin mit niedrigen, bodenschonenden Luftdrücken gefahren werden. Sie tragen dazu bei, Kraftstoff zu sparen und letztlich die Effizienz des landwirtschaftlichen Betriebs zu steigern.

Zusammenarbeit mit Claas Der «Cerexbib» wurde in Zusammenarbeit mit Claas für den Einsatz auf Erntemaschinen entwickelt und durfte von Claas während einer gewissen Frist auch exklusiv vermarktet werden. Diese Frist läuft dieses Jahr nun ab, so dass auch weitere Hersteller diesen Reifen in der Erstausrüstung verwenden können. Der «Cerexbib» ist momentan der einzige Reifen auf dem Markt, der mit weniger als 2 bar und unter 70 cm Reifenbreite über 22 t Achslast tragen kann. Dank seiner Einfederung ist die Aufstandsfläche grösser als bei vergleichbaren Produkten, was der Traktion förderlich ist und den Boden schont. Zusätzlicher Nutzen für die Konstrukteure von Erntemaschinen: Bei gleicher Tragfähigkeit der Reifen steht mehr Konstruktionsraum im Achsbereich zur Verfügung, oder die Maschinen können schmaler dimensioniert werden. Ebenfalls neu auf diese Saison macht Michelin diese Technologie nun auch im Segment der selbstfahrenden und angehängten Spritzen verfügbar. Manche Feldspritzen der jüngsten Generation erreichen Arbeitsbreiten von bis zu 50 m. Der «Spraybib» trägt dieser Entwicklung Rechnung: Er ist für Geschwindigkeiten bis 65 km/h zugelassen und kann dabei bis zu 6500 kg Gewicht pro Reifen tragen. Die Stollen sind so gestaltet, dass der Reifen gute Traktion und hohen Fahrkomfort bietet. 䡵

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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ERFOLGSTORY KNOW-HOW

Problemloses Ausbringen von Gülle FLIEGL PUMPFASS 8600 L Fliegl Agratechnik entwickelt seit mehr als 30 Jahren innovative Produkte im Bereich der Gülletechnik. Davon haben sich auch vier Berner Landwirte überzeugen lassen, die gemeinsam ein 8600 l Pumpfass mit einem Schleppschlauchverteiler von Fankhauser angeschafft haben.

Gemeinsame Anschaffung von leistungsfähiger Gülletechnik: Thomas Schmid, Samuel und Werner Roder sowie Andreas Jost (v.l.n.r.).

Seit rund einem Jahr haben Thomas Schmid, Werner und Samuel Roder – sie führen ihren Betrieb in einer Generationengemeinschaft – sowie Andreas Jost aus Wengi, respektive Rupolsried (BE) gemeinsam ein Pumpfass von Fliegl mit einem Fassungsvermögen von 8600 Litern in Betrieb. Auslöser dieser Investition war einerseits ein ge-

«Förderprogramm Boden» Der Kanton Bern will den landwirtschaftlich genutzten Boden besser schützen und die Ammoniak-Emissionen vermindern. Er lancierte auf Anfang August 2009 das auf sechs Jahre angelegte «Förderprogramm Boden». Das Projekt baut auf drei Säulen auf: • Aus-, Weiterbildung und Beratung, • Förderbeiträge für Massnahmen in den Bereichen «Bodenschonung» und «Stickstoffeffizienz», • Kontrolle und Monitoring. Der Perimeter umfasst die landwirtschaftliche Nutzfläche des Kantons Bern (Acker- und Futterbaugebiet), wobei das Wohnortsprinzip gilt. Zur Stärkung einer nachhaltig produzierenden Landwirtschaft sollen auf freiwilliger Basis zusätzliche ökologische Leistungen (wie besonders Boden schonende Anbausysteme und Verminderung des Risikos von Bodenschadverdichtungen und Ammoniakverlusten) mit gezielten wirtschaftlichen Anreizen gefördert werden. Es soll die breite Erkenntnis geschaffen werden, dass diese zusätzlichen Leistungen nach einer finanziell entschädigten Übergangszeit gleichzeitig auch ökonomische Vorteile bringen. 30

wisser Erneuerungsbedarf (Schmid und Roder besassen schon vorher gemeinsam ein 5500-l-Fass), anderseits das «Förderprogramm Boden» des Kantons Bern (siehe Kasten), mit dem die Ressource «Boden» als Bindeglied zwischen Wasser und Luft stärker geschont und gleichzeitig die Ammoniak-Emissionen vermindert werden sollen.

Evaluation Ursprünglich hatten die Landwirte ein noch grösseres Fass in Planung, das man aber wegen den Ausmassen wieder verwarf. Letztlich lagen zwei Offerten auf dem Tisch, von denen man dem Fliegl Pumpfass mit einem Schleppschlauchverteiler von Fankhauser, beides von Serco Landtechnik geliefert, den Vorzug gab. Ausschlaggebende Gründe für die vier Landwirte waren die flexibel verwendbare Exzenterschneckenpumpe beim Fass, die Zugänglichkeit zum Verteilkopf des Schleppschlauchs – dem eigentlich wichtigsten Bestandteil der ganzen Maschine – und schliesslich auch der angebotene Eintauschpreis für das alte Güllefass. Dass das Güllefass von Fliegl mit einem Schleppschlauchverteiler eines anderen Herstellers, nämlich von der Maschinenfabrik Fankhauser kombiniert wurde, liegt in der Beschaffenheit der Gülle begründet. Viele ausländische Verteilsysteme sind für die hiesigen Gegebenheiten weniger geeignet. So ist in der Schweiz die Gülle meist dicker und mit Strohbestandteilen durchsetzt und das gleichmässige Ausbringen von Gülle in Hanglagen kann auch nicht jeder Hersteller in gleicher Qualität garantieren. Mit Tandemachse Behälter und Rahmen des mit einem Rührwerk aus-

gestatteten Güllefasses sind aus feuerverzinktem Stahlblech gefertigt. Vorne an der selbsttragenden Konstruktion befindet sich die verstellbare Zugdeichsel. Der Einfülldom mit einem Öffnungswinkel von 90 ° dient zum Reinigen, kann aber auch zum Befüllen des Fasses benutzt werden. Die Schieber werden hydraulisch geöffnet und geschlossen. Das Fass mit einem Leergewicht gemäss Hersteller in dieser Ausstattung von 4000 kg ist mit einer Nachlauf-Tandemachse, die bei Strassenfahrt hydraulisch verriegelt werden kann, und mit einer 600er Bereifung ausgerüstet.

Der

Schleppschlauchverteiler

stammt von Fankhauser («SP90/03»), wird hydraulisch angetrieben, hat eine Arbeitsbreite von 9 m (Transportbreite von 2.50 m) und ist mit 30 Schläuchen ausgestattet. Der Verteilkopf arbeitet mit einem Rotor, der die rund um den Behälter angeordneten Abgänge abwechslungsweise freigibt. Der Rotor ist zudem mit neun Messern ausgerüstet, kann somit eine Häckselfunktion wahrnehmen. Ein Fremdkörper- und Steinabscheider, der über einen Schieber entleert werden kann, ist ebenfalls vorhanden.

Kleine Nachrüstungen Da die vier Landwirte das gemeinsam beschaffte Fass mit ihren eigenen Traktoren nutzen und bei diesen Zugmaschinen wenig Anpassungen vornehmen wollten, hat man sich für die Variante mit einer Obenanhängung entschieden. Bei den Traktoren selbst mussten einige neu mit einem freien Ölrücklauf bestückt werden. Dies war zwar kein absolutes Muss, aber bei einem hydraulisch angetriebe5 2011 · UFA-REVUE


KNOW-HOW

Steckbrief Pumpfass Fliegl Fassinhalt: 8600 l. Gesamtlänge: 7.05 m. Behälterlänge: 4.35 m. Leergewicht: 4000 kg. Spurbreite: 1.85-2.00 m. Gesamthöhe: 2.70 m. Bremsen: Hydraulische Bremsen, eingelöst auf 40 km/h.

Das Pumpfass von Fliegl mit 8600 l Inhalt ist mit einem Schleppschlauchverteiler von Fankhauser ausgerüstet und verfügt über ein Tandemfahrwerk mit Nachlaufachse.

Achsen: Nachlauf-Tandemachse. Schleppschlauchverteiler Fankhauser «SP 90/30» Arbeitsbreite: 9 m. Schlauchabgänge: 30.

nen Verteilkopf ist dies von Vorteil, ansonsten ein Ölstau zu einer unerwünschten Erhitzung des Öls und zu einer Leistungsabflachung des Verteilers führen kann.

Erfahrungsbericht Die drei Betriebe haben ihre Beteiligung am neuen Pumpfass aufgrund der anfallenden Güllemenge festgelegt. Total sind dies pro Jahr rund 5000 m3, was dann gegen 600 Fassfüllungen ergibt. Eine weitere Auslastung durch Fremdvermietung ist vorerst nicht vorgesehen. Keine Komplikationen gab es bis anhin auch bei der Benutzung: «Bis jetzt sind wir, auch dank des Witterung, immer gut aneinander vorbeigekommen». Übereinstimmend stellen die vier Landwirte dem Gefährt ein gutes Zeugnis aus. «Wir waren überrascht von der Leistungsfähigkeit der Pumpe, ist doch das Fass in weniger als 3 Minuten gefüllt UFA-REVUE · 5 2011

und auf dem Feld auch in dieser überaus kurzen Zeit wieder entleert». Als äusserst positiv wird die Nachlaufachse bewertet, die wesentlich zur Bodenschonung beiträgt. «Allerdings darf man nicht vergessen, diese auf der Strassenfahrt zu sperren, ansonsten das Fass schon etwas ins Schlingern geraten kann». Eher subjektiv werden die positiven Auswirkungen auf das Pflanzenwachstum beurteilt, das die vier als besser einschätzen. «Da weniger Ammoniak in die Luft entweicht, dürfte demzufolge mehr Stickstoff den Pflanzen zur Verfügung stehen». Allerdings stellte man fest, dass in eher trockenen Zeiten die Strohbestandteile in den abgelegten Güllestreifen zuwenig verrotteten, so dass hin und wieder mit einer Wiesenegge nachgestriegelt werden musste. Als verbesserungsfähig wird zudem der Ansaugstutzen betrachtet, der womöglich besser

fixiert werden könnte. Ebenso könnten die Schläuche stärker dimensioniert sein, da die Pumpe doch sehr leistungsfähig sei und diese Schläuche dauernd vibrieren würden. Als wichtiges Anzeigeinstrument wird der Manometer an der Stirnseite des Fasses betrachtet. «Da sieht man auf einen Blick, wenn an einer Stelle was faul ist».

Fazit Mit dem neuen 8600-l-Pumpfass von Fliegl, ausgerüstet mit einer Boden schonenden Nachlauf-Tandemachse und einem 9 m breiten Schleppschlauchverteiler von Fankhauser haben Thomas Schmid, Werner und Samuel Roder sowie Andreas Jost eine überbetriebliche, sinnvolle Investition getätigt. Dank Boden schonender und emissionsarmer Ausbringtechnik werden durch das «Förderprogramm Boden» des Kantons Bern Beiträge ausgerichtet. 䡵

Transportbreite: 2.50 m. Gewicht: 950 kg. (Herstellerangaben)

Autor Dr. Roman Engeler, UFA-Revue, 8401 Winterthur In loser Folge publiziert die UFA-Revue unter dem Titel «Erfolgstory» Berichte über landwirtschaftliche Maschinen. Die Interviewpartner, respektive Eigentümer dieser Maschinen, werden jeweils in Zusammenarbeit mit den entsprechenden Herstellern oder Importeuren ausgesucht. www.sercolandtechnik.ch

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NEUHEITEN KNOW-HOW

Neue Sätechnik von PÜttinger

Ladewagen mit ungesteuertem Pick-up

Die neue PĂśttinger ÂŤVitasemÂť Aufbaumaschine setzt besondere Massstäbe in der Sätechnik: Der Schwerpunkt ist nahe am Traktor, die ÂŤ3-in-1Âť-Dosierung ermĂśglicht raschen Saatgutwechsel und das neue Doppelscheibenschar ÂŤDualDiscÂť garantiert exakte Saatablage. Eine perfekte Maschine in den Arbeitsbreiten 3 und 4 m fĂźr den Pro��Ź betrieb mit konventioneller und Mulch-Saat. Das neue Doppelscheibenschar-System ÂŤDual-DiscÂť sorgt durch optimierte Scheibenstellung am Schar fĂźr beste Saatablage auch unter schwierigsten Bedingungen.

Mit dem Tigo S bringt Lely als erster Hersteller einen FÜrderschwingen-Ladewagen mit ungesteuertem Pick-up auf den Markt. Das neue Pick-up mit einer Arbeitsbreite von 1.8 m hat sich bereits als Detail des Rotor-Ladewagens Lely Tigo R bewährt. Der innovative Charakter dieses Pick-ups liegt in der Konstruktion des Streifbleches, das durch die Formgebung eine verschleissanfällige Kurvenbahnsteuerung ßberßssig macht und das Pick-up wartungsfrei macht. Die Konstruktion basiert auf fßnf steuerungsfreien Zinkenträgern. Insbesondere in Kombination mit dem engen Zinkenabstand von 54 mm sind eine saubere, verschmutzungsfreie Futteraufnahme und eine hohe Aufnahmekapazität gewährleistet. Pick-up und Ladeaggregat sind nahe beieinander angeordnet und sorgen somit fßr eine ausgezeichnete Auf-

Die Ernterßckstände werden zuverlässig zur Seite geräumt. Die gross dimensionierten Dual-Disc schneiden die Panzenreste durch und formen eine gleichmässige, saubere Särille. Der Reihenabstand von 12.5 cm ist das Optimum fßr die Standraumverteilung und gleichzeitig Basis fßr ertragreiche Ernte. Die zentrale Arbeitstiefenverstellung ermÜglicht eine rasche Anpassung an unterschiedliche Verhältnisse. Fßr eine gleichmässige Ablagetiefe werden alle Schare einzeln ßber Druckrollen gefßhrt, Schardrßcke bis 50 kg sind mÜglich. Das Multifunktionssärad ermÜglicht den raschen Saatgutwechsel zwischen Fein- und Normalsaat, so dass Rßstzeiten reduziert. werden. Althaus AG 3423 Ersigen  034 448 80 00 www.althaus.ch

nahmeleistung. Mittels der verwindungsweichen Konstruktion des Aufnahmekorbes passt sich das Pick-up allen Bodenunebenheiten exakt an und garantiert exakte Rechensauberkeit. Lely Schweiz, Bruno Spicher, 3186 DĂźdingen,  079 673 76 97 Karl Buob, 9404 Rorschacherberg  079 601 20 37, www.lely.com

Agiler Hoftrac im Pferdestall schlaggebend waren nebst der Wendigkeit, der Nutzlast und der einfachen Bedienung natßrlich die hohe Verarbeitungsqualität sowie der ruhige Lauf des Weidemann Hoftracs. Eingesetzt wird der Weidemann 1370 CX 50 fßr alle Arbeiten rund ums Pferd, von der Fßtterung, ßber das Einstreuen bis hin zum Misten. Auch mit dem Reitplatzplaner und der Walze kÜnnen die Halle und die

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gängigkeit rund um den Betrieb oder natĂźrlich auch das Auf- und Abbauen von Parcours, anlässlich der vielen Veranstaltungen, die auf dem Betrieb stattďŹ nden.

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KURZMELDUNGEN PFLANZENBAU

Erste Ernteschätzung 2011 Der Bereich Statistik des schweizerischen Bauernverbandes hat Mitte April im Auftrag von «swiss granum» eine erste Ernteschätzung vorgenommen. Die Ernte wird zurzeit auf rund 479 900 t Brotgetreide (+16 000 t Saatgutproduktion), 61 400 t Futterweizen, 190 600 t Gerste, 60 500 t Triticale und 73 000 t Raps geschätzt. Die Aussaatflächen dürften somit bei für den Brotsektor bestimmtem Getreide stabil sein. Da das Wachstum in vielen Regionen durch den Mangel an Wasser gebremst wird, muss diese erste Schätzung mit Vorsicht betrachtet werden. Die Aussaatflächen bleiben gegenüber der letzten Kampagne für Brotweizen stabil. Triticale nahm um 300 ha ab. Die Aussaatflächen bei Futterweizen stiegen um 140 ha und bei Gerste um 530 ha.

Anfangs April wurde das Ertragspotenzial der Getreidesorten im Vergleich zum Vorjahr höher eingestuft: +4 % bei Dinkel, +3 % bei Gerste, +2 % bei Roggen und Triticale. Bei Futtergetreide und Brotweizen wurde hingegen eine Abnahme von 1 % geschätzt. Diese Werte sind gesamthaft gesehen vergleichbar mit denjenigen von 2010. Das Potenzial des Raps wird höher als in den Vorjahren eingeschätzt, +9 %.

Die Brotweizenernte 2010 in der Zentral- und Ostschweiz war stark von Auswuchs betroffen. Die Auswuchsweizenmenge 2011 wird auf rund 50 000 t geschätzt. Die meteorologischen Bedingungen bis zur Ernte werden noch einen grossen Einfluss auf die tatsächlich geernteten Mengen haben. Die nächste Erhebung von «swiss granum» wird zusätzlich Ernteschätzungen für den Körnermais, Eiweisspflanzen und Sommerölsaaten berücksichtigen.

Verzicht auf Schnäppchen!

Groupe Minoteries auf Erfolgskurs

Leserreaktion «Düsenwahl» UFA-Revue 4/2011, Seite 48

Die Groupe Minoteries kann auf ein ausgezeichnetes Jahresergebnis 2010 verweisen. Der Nettoertrag stieg dank konsequenter Kostenreduktion um 4.9 % auf 7.4 Mio. Fr. Der Umsatz reduzierte sich im Vergleich zum Vorjahr um 5.7 % auf 125.4 Mio. Fr., verursacht durch die Preisschwankungen bei den Rohstoffen. In diesem Geschäftsjahr konnten die Absatzmengen konsolidiert werden: Im Müllerei-Sektor wurden 96 219 t Weichweizenmehl (-0.4 %) und im «pet food»-Segment 9421 t (+0.5 %) generiert.

Dass man keine Antidriftdüsen zur Unkrautbekämpfung einsetzen könne, wie im Artikel erwähnt, stimmt so nicht. Antidriftdüsen haben einen integrierten Vorzerstäuber, der den unerwünschten Feintropfenanteil reduziert. Viele Spritzen sind mit kompakten, luftansaugenden, InjektorFlachstrahldüsen ausgerüstet. Ich selber setze diese Technik seit zwölf Jahren ein, spritze damit auch Zuckerrüben mit gutem Erfolg. Zudem erlauben diese Düsen auch, die Abstandsauflagen einzuhalten. Armin Gantner, Zweidlen (ZH)

In einer Resolution richteten die Delegierten des Gemüseproduzentenverbandes (VSGP) einen Appell an den Handel und die Konsumenten, es solle der gnadenlosen «Wertvernichtungsaktionitis» Einhalt geboten werden. Fragen der Raumplanung als auch die verschie-

Neuer AGFF-Präsident gewählt

denen Landwirtschaftsdossiers halten den Verband auf Trab, erklärte VSGP-Präsident Hannes Germann zudem an der Delegiertenversammlung. Ein Damoklesschwert sei die Doha-Runde und das geplante EUFreihandelsabkommen. Da verlangt der VSGP vom Bundesrat, die Verhandlungen abzubrechen. UFA REVUE · 5 2011

Pierre Aeby ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut Grangeneuve in Posieux (FR) und wurde an der AGFF-Generalversammlung zum neuen AGFF-Präsidenten gewählt. Er folgt auf Peter Thomet, der vierzehn Jahre dieses Amt inne hatte.

Schweizer Weine im Aufwind 2010 wurde wieder mehr Schweizer Wein konsumiert (+3.2 %). Gemäss dem Bericht «Das Weinjahr 2010», der vom Bundesamt für Landwirtschaft publiziert wurde, konsumierte die Schweiz 2010 ungeachtet seiner Herkunft insgesamt 2.803 Mio. hl Wein, was gegenüber dem Vorjahr einem Anstieg um 46 564 hl (+1.7 %) entspricht. Diese Entwicklung verläuft parallel zum Bevölkerungswachstum in der Schweiz. Die Konsumzunahme, die 2010 beobachtet wurde, betrifft den inländischen Weisswein (+2 %), den ausländischen Weisswein (+7.8 %) sowie den inländischen Rotwein (+4.2 %). Der erneute Anstieg des Konsums von Schweizer Wein kompensiert den im Jahr 2009 verzeichneten Rückgang um 4.5%. Der Konsum von ausländischem Rotwein ging hingegen um 12 853 hl zurück (-0.8 %). 2010 machte der ausländische Wein

einen Konsumanteil von 62 % aus. 2010 betrug die Rebfläche der Schweiz 14 942 ha. Die Ausweitung der Rebfläche um 122 ha gegenüber 2009 ist darauf zurückzuführen, dass ab 2010 die Rebflächen in den Genfer Grenzgebieten (135 ha) mit berücksichtigt wurden. Mit 5042 ha Rebfläche ist das Wallis der grösste Weinbaukanton der Schweiz, gefolgt von den Westschweizer Kantonen Waadt (3818 ha) und Genf (1433 ha).

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PFLANZENBAU

Rindergülle: Mineraldünger ohne Kali verwenden DIE DÜNGERBILANZEN von zahlreichen Betrieben – meist mit grossem Rindviehbestand – zeigen Situationen, in denen die Anwendung von kalihaltigen Düngern aufgrund der grossen Menge an verfügbaren Hofdüngern praktisch gleich Null ist.

Jean-François Hulmann

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Die Misch-Betriebe mit Rindviehhaltung und Futterbau sind in der Schweiz häufig. Die Hofdünger solcher Betriebe sind kaliumreich. Dieser Umstand bildet oft den beschränkenden Faktor für das Gleichgewicht des Düngers bezüglich der ÖLN Anforderungen. Solche Betriebe brauchen für die Ernährung ihrer Kulturen Dünger, die nur Stickstoff (N) und Phosphor (P) enthalten. Sie sind auch oft mit dem Problem von tiefen Phosphor-Gehalten in ihrem Grünfutter konfrontiert. Versuche haben bewiesen, dass eine ausgewogene Düngung der Wiesen mit den Nährstoffen P und Magnesium (Mg), vor allem in Böden mit viel K, die Risiken von zu viel K im Futter reduziert. Die neue Formel von «Nitrophos Rapid» (20.10.0 + 3 Mg + 8 S) bietet eine interessante Alternative zu den klassischen Volldüngern für Misch-Betriebe Rindviehhaltung/Futterbau an.

Die Formulierung von «Nitrophos Rapide» wurde berechnet für die Deckung des P-Bedarfes der meisten Kulturen, ohne gleichzeitig zu viel Stickstoff auszubringen. Die traditionelle Düngung des Getreides im Herbst mit 30 m3 Gülle oder 30 t Mist erlaubt allgemein die Deckung des K-Bedarfs und die Hälfte des P-Bedarfs der Kultur zu decken. In der ersten Anwendung im Frühling ausgebracht, bringen 300 kg/ha «Nitrophos Rapide» 60 Einheiten Stickstoff und 30 Einheiten P. Diese Strategie erlaubt es, in einem einzigen Durchgang den P-Bedarf des Getreides zu decken, während die Empfehlungen für die Aufteilung der Stickstoff-Düngung respektiert werden.

Die Grunddüngung wird allgemein im Herbst oder bei Wiederaufnahme der Vegetation vorgenommen. Tatsächlich ist der Bedarf der Pflanze an Grunddüngern gleich wie seine N-Be-

dürfnisse. Die Futteranalysen beweisen, dass die Aufteilung der Düngergaben von P und K die Gehalte P und K im Futter ausgleicht. Bei einem Überschuss an K erlaubt die Formulierung von «Nitrophos Rapide», die Gaben von Phosphor zwischen zwei Schnitte und so die Gabe von Phosphor auf die Dauer der Vegetationszeit aufzuteilen. Darüber hinaus haben Magnesium und Schwefel eine positive Auswirkung auf den Gehalt von Mg und Eiweiss im Futter. Eine ausgewogene und umsichtige Düngung der Weiden garantiert nicht nur die Stabilität in der botanischen Zusammensetzung sondern auch das mineralische Gleichgewicht und den Reichtum an Proteinen im Futter.

Die Mängel an Phosphor von Futtermitteln haben eine negative Wirkung auf ihre Appetitlichkeit und dadurch auf

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PFLANZENBAU

André Biedermann ist von der Formulierung überzeugt André Biedermann bewirtschaftet in Delsberg (JU) einen 60 ha grossen Betrieb mit Rindermast, Pferdezucht, Ackerbau (Weizen, Gerste, Silo-Mais, Raps, Sonnenblumen, Soja) und mit Wiesen. Im folgenden Interview äussert er sich über den Einsatz von «Nitrophos Rapide».

UFA-Revue: Warum verwenden Sie «Nitrophos Rapide»? André Biedermann: Die Düngungsbilanz meines Betriebs zeigt einen Mangel von 40–60 kg P/ha, während ich bei K knapp bin. «Nitrophos Rapide» erlaubt mir, diese Bedürfnisse ohne zu viel Stickstoff zu decken und vor allem ohne K beizugeben. Ausserdem ist das Verhältnis N/P perfekt. 300/kg/ha bringen 60 Einheiten aus Stickstoff und 30 Phosphor.

die Aufnahme. P-Mängel haben auch Auswirkungen auf den Stoffwechsel der Kuh. Die wichtigsten Auswirkungen sind Fruchtbarkeitsminderung und Milchproduktions-Rückgang. In diesem Fall wird ein Rückgang des Fettanteiles und der Proteine in der Milch festgestellt. Eine zu starke K-Düngung auf saurem Boden reduziert die Aufnahme von Kalzium und Natrium durch die Pflanzen. Eine Überdüngung mit K erhöht deshalb indirekt die Risiken von Tetanie im Weideland, Milchfieber und Störung der Fruchtbarkeit.

Welches sind für Sie die Vorteile von «Nitrophos»? Der große Vorteil liegt in der Möglichkeit, die Restgabe des P mit den ersten

durch die Hofdünger gedeckt wurde. Der Schwefel und der Stickstoff sind im Stoffwechsel der Pflanze gebunden. Eine gute Verfügbarkeit des S verbessert die Effizienz der Nutzung von N und verbessert so den Gehalt der Pflanzen an Proteinen. Mit seinen Gehalten an Mg und S ist «Nitrophos Rapide» ein Dünger, der besonders für die Düngung von Wiesen und Weiden geeignet ist.

Betriebe mit Rinderzucht und auf sauren Böden haben mit einem NP Dünger wie «Fertical» NP» (15.5.0 + 5.7 Mg) eine interessantere Alternative. Mit seinen 13 % Kalzium trägt «Fertical NP» (zusätzlich zu einer Lösung ohne K) eine kalkende Wirkung, die eine direkte po-

KG 12.11

Die Schwefeldüngung wurde im Futterbau lange ignoriert. Man war überzeugt, dass der Bedarf an Schwefel

Bei welchen Kulturen wenden Sie «Nitrophos Rapide» an? Ich habe es für die erste Gabe N Ende Winter angewandt. 300 kg/ha erlauben, mit einer Güllegabe im Herbst die Grunddüngung ohne zusätzlichen Durchgang in der Kultur zu ergänzen. Aus dem gleichen Grund wende ich auch 400 kg/ha «Nitrophos Rapide» bei Raps an. Die meisten meiner Wiesen werden als Schnitt-Weiden benutzt. Im Sommer wende ich «Nitrophos» zwischen den Schnitten in Gaben von 150 kg/ha. Dieses Jahr beabsichtige ich, es auch im Mais anzuwenden, zusätzlich zum Mist.

Stickstoffgaben auszubringen. Das KaliManko bedeutet eine Vereinfachung der Planung und Anwendung der Düngung. Auf meinem Betrieb wird Nitrophos unter Berücksichtigung der Anzahl Tiere und des Gehalts des Hofdüngers gezielt ausgebracht. Ausserdem haben das darin enthaltene Magnesium und Schwefel eine zusätzliche positive Wirkung. Werden Sie auch in Zukunft «Nitrophos Rapide» einsetzen? Ja, falls sich die Situation auf meinem Betrieb mit der Rindermast und dem Hofdünger nicht ändert. «Nitrophos Rapide» erlaubt es mir die Bedürfnisse meiner Kulturen ohne überflüssige Durchfahrten zu decken.

sitive Wirkung auf die Mineralgehalte der Futtermittel hat.

Zusammenfassung Der Reichtum der Böden und Hofdünger von Rindern an K haben direkten Einfluss auf die Mineralgehalte des Futters. Die Futteranalyse und die Hofdüngeranalyse sind wichtig für die Berechnung der genauen Düngung des Betriebes. Die Benutzung von NP Düngern und die Respektierung der Düngernormen erlauben die Reduktion der Risiken von induzierten Mängeln oder der Überversorgung mit Mineralen. Je nach Böden und Betrieben, bringen die Dünger «Nitrophos Rapide» und «Fertical NP» zahlreiche an die Situationen angepasste Lösungen. 䡵

Autor Jean-François Hulmann, Landor Beratungsdienst, 4127 Birsfelden Gratis-Beratungstelefon 寿 0800 80 99 60, www.landor.ch, info@landor.ch

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Die Getreidebranche trifft sich RÜCKBLICK UND AUSBLICK AM MAXI-EVENT Über 260 Produzenten und Getreidesammelstellen-Leiter, die dem Vermarktungsverbund Maxi angeschlossen sind, informierten sich aus erster Hand über die Aktivitäten des fenaco-Geschäftsbereichs Getreide, Ölsaaten und Futtermittel (fenaco GOF). Bei dieser Gelegenheit referierten auch vier Persöhnlichkeiten der wichtigsten Schweizer Mühlen und Ölwerke.

1 · Die Referenten Marc Müller (Groupe Minoteries SA), Romeo Sciaranetti (Swissmill), Lorenzo Centonze (Oleificio SABO) und Christian Florin (Florin AG) umrahmt von fenaco Getreide- und Ölsaatenverantwortlichen Fortunat Schmid, Pius Eberhard und Heinz Mollet. 2 · Gäste am MaxiEvent: Das Bundesamt für Landwirtschaft Hans-Ulrich Tagmann, Urs Vock und Andreas Berger im Gespräch mit Fritz Stucki (2.v.r. fenaco Kartoffel).

Teilnehmer am Maxi-Event sind Produzenten, Getreidesammelstellenleiter, Silochefs und LANDI-Verantwortliche. Sie sind ein wichtiger Teil der Wertschöpfungskette der schweizerischen Getreideverarbeitung und bringen mit ihrer Arbeit den Konsumenten die Vorzüge von Suisse Garantie näher. Die fenaco legt jährlich am MaxiEvent jeweils Rechenschaft über die vergangene Vermarktungsperiode von Getreide und Ölsaaten ab. Transparent, fair und zu den besten Preisen ist abgerechnet worden. Dank gestiegenen Importpreisen bekommen die Produzenten für ihre Brotgetreideernte 2010 mehr ausbezahlt als im Vorjahr (UFA-Revue 04/2011, Seite 36). Die anspruchsvolle Vermarktung war geprägt durch Zollsenkungen und Auswuchs. Trotzdem vermochte die fenaco ihre Verarbeiter ausreichend zu versorgen und die Marktstellung mit «Suisse Garantie» zu festigen, fasste Pius Eberhard, Leiter Lebensmittel-Rohpro-

dukte fenaco GOF, das Geschehen in der Brotgetreidevermarktung zusammen. Heinz Mollet, Leiter fenaco GOF, ergänzte mit der Situation des Futtergetreides. Erneut sank 2010 das Angebot an Futtergetreide im Inland. Positiv ist zu vermerken, dass der Schlussabrechnungspreis über dem Vorjahr lag.

nicht. Einen grossen Einfluss üben die Wechselkurse (Euro, US-Dollar) aus. Die extremen Preisvolatilitäten auf den globalen Getreidemärkten seien nicht durch Naturkatastrophen (Trockenheit und anderes) verursacht, sondern durch spekulative An- und Verkäufe, bestätigte Heinz Mollet.

Verarbeiter und Müller Vor den Internationales Der Schweizer Getreidemarkt sei im Vergleich zum Ausland geradezu beschaulich, sagte Heinz Mollet und fügt erklärend hinzu, dass das Schwellenpreissystem stabilisierend wirke. Abgekoppelt vom Ausland sind aber auch die Schweizer Getreidepreise 2

Herausforderungen, vor denen auch die Verarbeiter und Müller stehen, referierten der Generaldirektor Marc Müller von der Groupe Minoteries SA, Romeo Sciaranetti (Leiter Swissmill), Christian Florin (Vorsitzender Geschäftsleitung Florin AG) und Lorenzo Centonze (kom3

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3 · Über 260 Teilnehmer verfolgen mit Interesse die Referate. 4 · fenaco-Geschäftsleitungsmitglied Daniel Bischof im Gespräch mit dem Leiter der UFA AG, Wendelin Strebel. 5 · Austausch unter Experten: Didier Kunkler (fenaco) und José Dorthe (Geschäftsführer der LANDI Sarine AG). 36

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PFLANZENBAU 6 · Pierre-Yves Perrin ist Geschäftsführer des schweizerischen Getreideproduzentenverbands. 7 · fenaco-Geschäftsleitungsmitglied Werner Kuert ist für das Departement Pflanzenbau verantwortlich. 8 · Gut gelaunt Hans Winzeler, der Geschäftsführer von Delley Samen mit seiner Mitarbeiterin Caterina Matasci.

pe Minoteries SA, der Bericht «Vision 2025» des Bundesamtes für Landwirtschaft. Diese Szenarien gäbe es zu berücksichtigen, nicht nur für die Bauern, sondern auch für das Müllereigewerbe. Denn, wenn sie investieren, dann hätten sie mit einer 40-jährigen Abschreibungsdauer zu rechnen. Allerdings prognostizierte der CEO der Groupe Minoteries SA, dass der Margendruck auf allen Stufen der Wertschöpfungskette zunehmen werde.

merzieller Direktor der Oleificio SABO). Diese vier wichtigsten Abnehmer von Brotgetreide und Ölsaaten bekräftigen ihr Bekenntnis zu einer produzierenden Schweizer Landwirtschaft und zu Suisse Garantie. Suisse Garantie sei glaubwürdig und habe eine klare Botschaft, so das Credo.

Ausblick Die Referenz bezüglich zukünftiger Herausforderungen ist für Marc Müller, Generaldirektor der Grou-

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9 · fenaco-Geschäftsleitungsmitglied Eugen Brühlmeier spricht mit Bruno Kägi (Präsident) und Max Ulrich (Geschäftsführer der Getreide Mittelthurgau AG). 10 · fenaco GOF setzt 6 mit Suisse Garantie für Brotgetreide und Ölsaaten neue Massstäbe in der Vermarktung.

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11 · fenaco-Präsident Lienhard Marschall mit dem Agro-Star 2011, John Dupraz. 8

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Margendruck Im letzten Jahr hätten sich die Problemkreise für die Getreidebranche kummuliert, so wurde das Schoggigesetz abgeschafft, der Mehlzoll um 15 Franken reduziert, der Eurokurs erodierte und plötzlich seien die Agrarpreise in die Höhe geschnellt. Dabei betonte der Leiter von Swissmill, Romeo Sciaranetti, dass die Marktpartner sich nicht in Probleme «verbeissen» sollen, sondern es müsse gemeinsam und partnerschaftlich nach Lösungen gesucht werden. Und Christian Florin, er führt erfolgreich die Florin AG, die 1930 gegründet wurde, unterstrich die gute Zusammenarbeit mit fenaco GOF. Gemeinsam sei es gelungen, das Image von Rapsöl zu steigern. Diversifikation Lorenzo Centonze fasste die Herausforderungen im Bereich Ölsaaten zusammen. Seit 2002 hat sich die Anbaufläche der Ölsaaten um 33 % ausgedehnt. Aber es müsse die Kulturenvielfalt gefördert und Differenzierungsmöglichkeiten ausgeschöpft werden, unter anderem auch mit BioÖlsaatenanbau. Auch brauche es Mindestmengen, um die verschiedenen Kulturen erfolgreich zu vermarkten, wobei auch die Sammelstellen vor logistischen Hindernissen stehen werden. Wohlwollend begrüsste der fenacoPräsident und Getreideproduzent Lienhard Marschall die Botschaft der Verarbeiter. Die fenaco verhandelt hart, aber fair und stehe für Verlässlichkeit den Marktpartnern gegenüber. Die Ernteaussichten 2011 seien gut und in der Vernehmlassung der AP 2014-2017 seien jetzt gemeinsam von der Branche Rahmenbedingungen für eine erfolgreiche zukünftige Getreide- und Ölsaatenbranche zu setzen. Die Mittlerfunktion der fenaco im Getreidemarkt unterstrich auch Fortunat Schmid, der durch die Tagung führte. 䡵

Autoren Daniela Clemenz und Gaël Monnerat, UFA-Revue, 8401 Winterthur

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Fortsetzung Seite 42 5 2011 · UFA-REVUE


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Reduktion von Trockenheitsstress

Heuer stellt sich die Frage der Ertragsmaximierung kaum. Da viele Felder unter Trockenheitsstress leiden, geht es eher um Schadensbegrenzung. Gegen den Wassermangel hilft nur Regen oder Bewässerung. Da viele Betriebe nicht bewässern können, sind Alternativen gefragt, die in heissen und trockenen Regionen bekannt sind. Eine wassersparende Bodenbearbeitung hat einen grossen Einfluss auf die spätere Wasserversorgung der Pflanzen. Mit geringeren Bestandesdichten kann das vorhandene Wasser besser aufgeteilt und wenigstens ein Teil der Ernte gesichert werden. Dann gibt es Sortenunterschiede in der Trockenheitstoleranz. Auch bei der Düngung sollten Verfahren und Mittel gewählt werden, die bei Trockenheit bessere Wirkungen bringen. Hilfsmittel, die bei der Versorgung der Pflanzen ansetzen, sind Pflanzen-Stimulatoren oder -Aktivatoren. Dieses Jahr zeigten «Goëmar-Start» im Obstbau und «Goëmar-Multi» im Raps während der Blüte deutliche Unterschiede. Während den wichtigsten Wachstumsphasen werden die Aminosäuregehalte durch das Algenfiltrat erhöht und die Pflanze hat dadurch weniger Trockenheitsstress, weil die Assimilationseffizenz erhöht wird. Folgende Empfehlungen könnten in den nächsten Wochen den Kulturen helfen, die Trockenheit besser zu überbrücken: • Zum Knollenansatz der Kartoffeln «Goëmar-Start» (2 x 3 l/ha) • In Zuckerrüben, Sonnenblumen um Assimilation zu erhöhen «Goëmar-Multi» (3 l/ha) • Im Mais das im Süden erfolgreich eingesetzte «Goëmar-Opti» (2 x 2.5 l/ha) um die Blütenanlage abzusichern.  062 746 80 00   

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Die richtige Herbizidwahl im Mais Es gibt wenige Kulturen, die so sensibel auf Unkrautkonkurrenz reagieren wie der Mais. Eine verpatzte Jugendentwicklung kann der Mais während der Vegetation nicht mehr aufholen. Die Jugendentwicklung hat somit einen grossen Einfluss auf die Ertragsentwicklung. Gerade bei der Wasserknappheit in diesem Jahr sollte man darauf achten, jede mögliche Konkurrenz von Anfang an auszuschalten. Die Produktvielfalt an Maisherbiziden ist heute sehr gross, so dass für alle möglichen Unkrautsituationen eine Lösung gefunden wird. Für den Landwirt ist es vielfach schwierig, daraus die richtige Wahl zu treffen. Das Ziel, den Mais möglichst schnell und nachhaltig sauber zu halten, wird mit einfachen Strategien vielfach genau so gut erreicht, wie mit Mehrfach-Cocktails. Je nach Vorkultur (Grasmischungen) kann es sinnvoll sein, vorgängig das Feld mit «Roundup Max» (4 l/ha) sauber zu machen. Bei Streifenfrässsaaten ist eine Behandlung mit «Roundup Max» fast zwingend. Als Basisprodukt für die Unkrautbekämpfung im Mais wird «Successor T» eingesetzt. Der grösste Vorteil von «Successor T» ist seine lang anhaltende Wirkung gegen alle Hirsenarten, Amaranten und Schwarzer Nachtschatten. Diese Unkräuter sorgten in der Ver-

gangenheit oft zu unerwünschten Spätverunkrautungen. Das Produkt enthält die beiden Wirkstoffe Pethoxamid und Terbuthylazine, die eine lange Wirkung garantieren. «Successor T» bewährte sich als Bodenherbizid in Mischung mit allen möglichen Produkten. Bei Gräserdurchwuchs oder etwas späteren Behandlungen im Mais, hat sich die Beimischung von «Task» sehr gut bewährt. «Task» enthält Rimsulfuron, das gegen Raygras und Quecken sehr gut wirkt sowie Dicamba, das Blacken, Disteln sowie Winden wegräumt. Bei langer Trockenheit sind die Unkräuter hartnäckiger und die Zumischung von 0.5 l/ha «Gondor» erhöht die Wirksamkeit merklich.

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Nie unterschätzen DIE KRAUTFÄULE IN KARTOFFELN trat im letzten Jahr zwar auf, aber die Epidemie verlief weitgehend auf einem kontrollierbaren Niveau. Erfahrungsgemäss verleitet ein tieferer Befallsdruck dazu, die Krankheit im Folgejahr zu unterschätzen. Das darf nicht passieren, denn grundsätzlich kann die Krankheit über die ganze Anbauperiode jederzeit auftreten.

Daniel Strahm

Krautfäulefleck auf der Blattunterseite.

Die Krautfäule überwintert in der Regel in Form von Pilzfäden auf oder in befallenen Knollen im Lager oder – bei milden Wintertemperaturen – in Knollen, die auf dem Feld zurückgeblieben sind. Als weitere Infektionsquellen kommen dann noch Abfallhaufen und Oosporen (die Dauersporen des Pilzes) hinzu. Nach Erreichen einer bestimmten Temperatursumme nimmt die Gefahr eines Primärbefalls zu. Dies vor allem, wenn folgende Faktoren dazu kommen: • Latent infizierte Knollen (auch ohne deutlich sichtbaren Knollenbefall). • Genügend Feuchtigkeit (rel. Luftfeuchtigkeit über 90 %) und wassergesättigte Böden. • Auch abgeschwemmte Dämme nach heftigen Regengüssen mit freiliegenden Stolonen und Wurzeln bilden ein zusätzliches Potenzial. • Primärherde können im ganzen Anbaugebiet auftauchen. • Primärstauden fallen oft in sich zusammen und werden deshalb gerne übersehen. • Entwicklung der Krankheit und Herdbildung im Anbau unter Flies. Sekundärbefall nach Verbreitung der Krankheit nach dem Abdecken der Felder. • Spät gepflanzte Kartoffeln werden auch in kleinen Stadien (bis 10 cm) befallen. Sehr wichtig bei anfälligen Sorten. • Ausfallkartoffeln in anderen Kulturen.

derung. Folgendes Vorgehen reduziert die Gefahr eines starken Befalls: • Prognosemodelle (z.B. Phytopre) und Warnhinweise in der Fachpresse sowie von Pflanzenschutzberatern weisen auf Erstbefall hin. Diese Informationen sind gut und daher wichtig für den Entscheid der ersten Fungizidbehandlung. Die Unsicherheit bei allen diesen Hinweisen besteht darin, dass man davon ausgeht, dass alle Primär-

herde gefunden und gemeldet werden. Die Praxis zeigt, dass es immer wieder Primärstauden gibt, die zu spät entdeckt oder auch nicht gemeldet werden. • Mit der ersten Behandlung nicht zu lange warten. Behandlung spätestens beim gegenseitigen Berühren der Stauden in den Reihen (Faustregel). • Die Produktwahl muss an die Anfälligkeit der Sorte angepasst sein. Bei

Fehleinschätzungen mit Folgen Die Ungewissheit am Saisonanfang ist wann, wo und wie heftig die Epidemie ausbricht. Damit richtig umzugehen und die richtigen Massnahmen zur richtigen Zeit zu treffen, ist die Herausfor40

5 2011 · UFA-REVUE


PFLANZENBAU Grafik 1: Wichtige Momente bei der Krautfäulebeobachtung

Vorauflauf, Keimung

Blatt- und LängenStaudenKnospenBlüte Stängelwachstum schluss bildung Wachstum Staudenhöhe 10 cm 00 – 09 10 – 19 20 – 29 30 – 39 40 – 49 50 – 59 60 – 69 Zum Saisonstart und Saisonende sind die Folgen einer Fehleinschätzung der Krautfäule gross.

Knollenfäule in einem Befallsstadium, das optisch übersehen werden kann.

schwachanfälligen Sorten und geringem Krautfäuledruck mit Kontaktfungizid. Bei anfälligen Sorten oder erhöhtem Druck teilsystemische oder systemische Produkte einsetzen.

Auflaufen Staudenhöhe 5 cm

Blüte, Beerenbildung

Vergilbung/ Abreife

70 –89

90 – 99

Grafik 2: Fungizidstrategie gegen die Kraufäule hoch Infektionsdruck

Spritzstart Epoque Fantic M, Ridomil Gold

Frühe Hauptwachstumsphase Acrobat, Consento, Infinito, Revus MZ, Tatoo C, Valbon

Hauptwachstumsphase Daconil Combi, Mancozeb Combi, Zetanil Combi

Acrobat, Consento, Daconil Combi, Infinito, Mancozeb Combi, Sereno, Revus MZ, Tattoo C, Tanos, Valbon, Zetanil Combi Electis, Chlorothalonil, Polyram, Rover Star, Trimanoc Amistar, Bogard, Sico, Slick gegen Alternaria

tief

Schlussspritzungen Mapro, Ranman

Mapro, Ranman Mapro, Ranman

Mit Taubildung neue Infektionen Mit der Taubildung ab August verändert sich das Mikroklima in den

10 – 19

20 – 29

Kartoffelbeständen auch bei vermeintlich trockenen Witterungsverhältnissen. Das kann genügen, dass sich die Krautfäule spät, während dem Abreifeprozess, unbemerkt einnistet. Ein zweiter Grund kann sein, dass nach einer intensiven Krautfäulesaison aus Spargründen die Intervalle verlängert werden, was die oben erwähnte Problematik verschärft. Sporen der Krautfäule können in die Knollenzone gelangen und die Qualität der Ernte extrem gefährden. Was kann dagegen unternommen werden, um nicht den Ertrag kurz vor der Ernte in Frage zu stellen? Beim Festlegen der Intervalle muss die Taubildung unbedingt berücksichtigt werden. Der Abstand zwischen der letzten Behandlung und der Krautvernichtung ist nach gleichen Kriterien zu beurteilen. Für die Abschlussbehandlung geeignet sind Produkte mit einer Wirkung gegen den Knollenbefall (antisporulierende oder sporentötende Produkte wie z.B. Mapro oder Ranman). Es gibt Pflanzenschutzfirmen, die Fungizid und Krautvernichtungsprodukt kombiniert empfehlen. Das macht bei vorhandener Krautfäule und regnerischer Witterung bei der Krautvernichtung absolut Sinn. UFA-REVUE · 5 2011

30 – 39

40 – 49

50 – 59

60 – 89

90 – 99

Wahl der Fungizide Die Wahl des Fungizides hängt von der Anfälligkeit der Sorte, von der Witterung und dem Epidemieverlauf ab. Das Angebot an Produkten ist breit. Werden teilsystemische und systemische Produkte angewendet, müssen im Sinne einer Antiresistenzstrategie solche mit unterschiedlichen Wirkstoffgruppen angewendet werden (Grafik 2). Neues Produkt Neben zahlreichen bewährten Produkten bietet die Firma Bayer ein neues Produkt an. «Infinito» enthält neben Propamocarb-hydrochlorid den neuen Wirkstoff Fluopicolide, der einer neuen Wirkstoffgruppe (Acylpicolide) angehört. «Infinito» wirkt sowohl translaminar wie auch systemisch. Der Wirkstoff greift im Pilzzyklus an mehreren Orten ein. Das Produkt wird von der Firma für den Einsatz ab Vegetationsmitte empfohlen. Es ist mit einer Aufwandmenge von 1.6 l/ha zugelassen und darf nicht mehr als viermal pro Kultur und maximal alle drei Jahre auf derselben Parzelle angewendet werden. «Infinito» ist in der Grundwasserschutzzone S2 verboten. 䡵

Autor Daniel Strahm, fenaco Pflanzenbauberatung, 3421 Lyssach

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MERKBLATT PARASITEN NUTZTIERE

Bandwurmfinnen beim Rind MEIST ERST DURCH FINANZIELLE ABZÜGE nach der Schlachtung wird die Bandwurm-Problematik bei finnenbelastetem Rindvieh bemerkt. Ein Finnenbefall verursacht hohe Verluste. Mit einer Betriebsbesichtigung durch die Bestandestierärztin oder den Bestandestierarzt können mögliche Risiken der Parasitenübertragung identifiziert und geeignete Massnahmen zur Vermeidung weiterer Infektionen ergriffen werden.

Der Lebenszyklus des Rinderbandwurms (Taenia saginata) mit dem obligaten und einzigen Endwirt Mensch umfasst ein Finnenstadium im Zwischenwirt Rind (Grafik, folgende Seite). Nach der Aufnahme von Wurm-

eiern aus mit Kot kontaminiertem Futter oder Wasser entwickeln sich die Finnen in der Muskulatur des Rindes. Der Mensch infiziert sich durch den Verzehr von finnenhaltigem Fleisch, das ungenügend gefroren oder erhitzt wurde.

Klinische Erscheinung Weder der adulte Bandwurm beim Menschen noch die Finnen beim Rind verursachen Krankheitssymptome. Nur ein sehr starker Befall des Rindes, die sogenannt generalisierte Cysticercose, kann zu Leistungseinbussen führen. Diese kommt in der Schweiz jedoch nur sehr selten vor.

Rinder, die von Bandwurmfinnen befallen sind, zeigen meist keine Krankheitssymptome. Beim Verkauf als Schlachttier kann belastetes Fleisch aber zu schmerzhaften Preisabzügen führen. UFA-REVUE · 5 2011

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MERKBLATT PARASITEN NUTZTIERE

Verbreitung und Diagnostik

Grafik: Entwicklungszyklus des Rinderbandwurms

Gemäss Meldungen von sechs Schlachthöfen (469 317 untersuchte Schlachttiere) werden in der Schweiz bei 0.58 % der Schlachttiere Finnen gefunden. In einer Studie mit zufällig ausgewählten Schlachttieren wurden mit zusätzlichem Untersuchungsaufwand während der Fleischkontrolle 4.5 % infizierte Tiere entdeckt. Untersuchungen mit Bluttests deuten auf ein Vorkommen von Bandwurmfinnen bei sogar 8 % der Schlachtkühe hin. Jüngste Untersuchungen stellten keine regionalen Unterschiede in der Befallshäufigkeit fest.

2 1

4

3

Im Endwirt Mensch: Adulter Bandwurm haftet mit seiner Kopfanlage mit vier Saugnäpfen (1) im Darm. Sein Körper besteht aus vielen 1 bis 2 cm langen Bandwurmgliedern (2), die mit dem Stuhl fortlaufend ausgeschieden werden. Die darin enthaltenen, von Auge nicht sichtbaren Eier (3) werden vom Zwischenwirt aufgenommen. Im Zwischenwirt Rind: Nach der Aufnahme der Eier entwickelt sich der Parasit in der Muskulatur zu Finnen (4). Dies sind kleine (erbsengrosse), flüssigkeitsgefüllte Bläschen, in denen bereits der Kopf des Bandwurms angelegt ist. Wird damit befallenes Fleisch vom Endwirt aufgenommen, beginnt der Kreislauf aufs Neue. Modifiziert nach Kayser et al.; Taschenlehrbuch «Medizinische Mikrobiologie»; Thieme 2005.

Routinemässige Diagnostik am Schlachttier Gemäss der Verord-

Verkalkte Finne, wie sie häufig bei Muskelschnitten während der Fleischkontrolle gefunden wird.

nung des Eidgenössischen Volkswirtschaftsdepartements (EVD) über die Hygiene beim Schlachten (VHyS; SR 817.190.1) müssen alle Schlachtrinder mit diversen Muskelschnitten kontrolliert werden. Falls bei einem vorgeschriebenen Muskelschnitt eine Finne entdeckt wird, sehen die Vorschriften ein Tiefgefrieren des gesamten Schlachttierkörpers vor (Lagerung bei 0 bis 2 °C für einen Tag und anschliessend während fünf Tagen bei – 20 °C). Bei einem massiven Befall wird der komplette Schlachttierkörper als genussuntauglich deklariert und als tierisches Nebenprodukt entsorgt. Obwohl nur 30 bis 50 % der infizierten Schlachttiere bei der Routine-Fleischkontrolle diagnostiziert werden, entstehen dadurch grosse Verluste für die Tierhalter. Bei Betrieben mit Nachweis der Rindercysticercose sind keine seuchenpolizeilichen Massnahmen wie Meldepflicht, intensivierte diagnostische Untersuchungen oder zeitlich bedingte Auflagen für die Fleischverwertung vorgeschrieben.

Diagnose am lebenden Tier Spezifische Antikörper gegen die Finnen können in einem Bluttest nachgewiesen werden. Solche Tests sind auf Einzeltierbasis nicht optimal, erlauben jedoch eine zuverlässige Aussage auf Bestandesebene. Etwa 70 Tage nach Beginn der Infektion können diese Antikörper erstmals nachgewiesen werden. 44

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MERKBLATT PARASITEN NUTZTIERE

Risikofaktoren und Massnahmen In einer Fall-Kontroll-Studie wurde gezeigt, dass einige Faktoren in der Umgebung des Betriebes einen bedeutenden Einfluss auf das Ansteckungsrisiko haben. Dazu zählen insbesondere: • Futterflächen, die an Parkplätze, Eisenbahnlinien oder an Freizeitarealen wie Sportplatz oder Strandbad angrenzen, oder welche in der Nähe von Naherholungsgebieten liegen. • «Innerbetriebliche» Faktoren wie die Anwesenheit überdurchschnittlich vieler Leute auf dem Betrieb (z. B. anlässlich von Festen, Besichtigungen, «Buurezmorge», Schlafen im Stroh). Das von grösseren Veranstaltungen auf dem Landwirtschaftsbetrieb ausgehende Risiko wurde bisher kaum beachtet. Bei fehlendem Kanalisationsanschluss der Toiletten im Stall, aber auch von einer Einliegerwohnung, einem Ferienhaus oder von öffentlichen Toiletten muss damit gerechnet werden, dass Bandwurmglieder und -eier mit der Gülle auf die Futterflächen gelangen. Auch das Ausbringen von fremder Gülle kann ein Risiko darstellen.

Verteilung bis 25 m Eine Streuung von Bandwurmeiern vom «Absetzort» einer Stuhlprobe in einem Umkreis von bis zu 25 m wurde beschrieben. Wiesen mit erhöhtem Infektionsrisiko sollten wenn möglich nicht als Weiden genutzt werden. Im gut getrockneten und gelagerten Heu sterben die Bandwurmeier jedoch rascher ab. Wie lange diese Eier unter welchen Bedingungen überleben können ist in der Tabelle zusammengefasst.

In Naherholungsgebieten ist die Gefahr, dass Rinder mit Bandwurmeiern kontaminiert werden, besonders hoch. Die Eier gelangen via Menschenkot ins Futter, vom Futter ins Tier und der Mensch wiederum steckt sich durch finnenhaltiges Fleisch an. UFA-REVUE · 5 2011

Tabelle: Überlebensdauer von Bandwurmeiern Grundlage Weide Silage (Hochsilo) Gülle Heu (belüftet)

Zeitspanne 6 Monate 3 Monate mindestens 2 Monate 3 bis 10 Wochen

Fallbearbeitung auf Bestandesebene Mögliche Infektionswege und Risikofaktoren in einem betroffenen Betrieb lassen sich erkennen. Mit einem Bluttest bei Tieren, die mindestens eine Saison Weidegang hatten, können wichtige Hinweise über die Infektionssituation im Bestand gewonnen werden und es kann abgeschätzt werden, ob allfällig weitere Schlachthofmeldungen zu erwarten sind. Eine Behandlung von im Bluttest positiven Tieren ist unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht durchführbar. Derzeit gibt es keinen kommerziell erhältlichen Impfstoff.

Stuhluntersuchung Durch eine parasitologische Stuhluntersuchung aller Personen, die auf dem Betrieb häufig anwesend sind, kann versucht werden, Bandwurmträger zu identifizieren. Resultate einer solchen Untersuchung unterliegen dem Arztgeheimnis. Vorbeugung Folgende vorbeugende Massnahmen gegen die Kontamination mit Bandwürmern können empfohlen werden: • Risikobehaftete Weiden und Futterflächen heuen und Heu mindestens zehn Wochen lagern (Bandwurmeier reagieren empfindlich auf Trockenheit). • Für Areale wie Strandbäder oder Picknickplätze bei der Gemeinde die Installation einer Toilette beantragen. • Bei Grossanlässen mobile Toilette aufstellen und Abwasser nicht auf die Weide ausbringen. • Neue Angestellte (inklusive Praktikanten) auf Bandwurmbefall testen. • Flächen möglichst nicht nutzen, die gelegentlich durch Vorfluter oder wegen Kanalisationsüberläufen überschwemmt werden. 45


MERKBLATT PARASITEN NUTZTIERE

Analyse auf betroffenem Betrieb Hohes Übertragungsrisiko

Mittleres Übertragungsrisiko

Risikofaktoren wenn möglich beseitigen

Risikofaktoren wenn möglich minimieren oder beseitigen

Geringes Übertragungsrisiko

Ebene Betrieb

Fütterung

Abwasser / Düngung

• Hausabwässer in Güllegrube. • Stalltoilette in Güllegrube (viele Benutzer). • Ausbringen von Abwasser aus weiteren Haushaltungen (Einliegerwohnung, Ferienhaus, öffentliche Toilette usw.).

• Stalltoilette in Güllegrube (wenige Benutzer).

• Haushalt an Kanalisation angegliedert. • Stalltoilette an Kanalisation angeschlossen. • Kein Ausbringen von Haushaltsabwässern.

• Ausbringen von fremder Gülle. • Zeitspanne von Ausbringung der Gülle bis Nutzung der Weide oder Grünfutterfläche unter acht Wochen. • Zukauf von viel Futter. • Lagerzeit Heu unter zehn Wochen (nicht belüftet). • Lagerzeit Silage unter zwölf Wochen. • Angrenzende Bahnlinie zur Weide oder Grünfutterfläche.

Umgebungsfaktoren

• Unbekannter Status über Abwasserentsorgung.

• Wanderwege durch Weide oder Grünfutterfläche mit vielen Fussgängern. • Stark frequentiertes Naherholungsgebiet. • Weide oder Grünlandfläche geflutet bzw. Zugang der Tiere zu Oberflächenwasser, in das Abwässer geleitet werden.

• Zeitspanne von Ausbringung der Gülle bis Nutzung der Weide oder Grünfutterfläche acht bis zwölf Wochen.

• Zeitspanne von Ausbringung der Gülle bis Nutzung der Weide oder Grünfutterfläche über zwölf Wochen.

• Zukauf von wenig Futter.

• Lagerzeit Heu über zehn Wochen (belüftet).

• Lagerzeit Heu unter zehn Wochen (belüftet). • Wanderwege durch Weide oder Grünfutterfläche mit wenigen Fussgängern. • Mässig besuchtes Gebiet. • Weide oder Grünfutterfläche geflutet beziehungsweise Zugang der Tiere zu Oberflächenwasser (Bach, Fluss, See).

• Kein Zukauf von Futter.

• Lagerzeit Silage über zwölf Wochen. • Isolierte Lage der Weide oder Grünfutterfläche. • Kein Naherholungsgebiet. • Tiere haben nur Zugang zu Leitungswasser. • Selten Besucher auf dem Hof.

• Gelegentlich Besucher auf dem Hof.

• Regelmässig Besucher auf dem Hof. Impressum In loser Folge publiziert die UFA-Revue zusammen mit Forschungs-, Beratungs- und Fachinstitutionen hilfreiche Merkblätter. Autoren Med. vet. Ramon Eichenberger und Prof. Dr. Peter Deplazes, Institut für Parasitologie (IPZ), Universität Zürich, 8057 Zürich; zusammen mit dem Rindergesundheitsdienst (RGD), 8315 Lindau Herausgeber RGD/Agridea, Eschikon 28, 8315 Lindau Fotos IPZ, UFA-Revue Layout / Publikation UFA-Revue

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Ebene Landwirt / Familie / Personal Parasitologische Stuhluntersuchung aller Personen im Betrieb (Resultate unterliegen dem Arztgeheimnis)

Parasitologische Stuhluntersuchung aller Personen im Betrieb (Resultate unterliegen dem Arztgeheimnis)

Parasitologische Stuhluntersuchung aller Personen im Betrieb (Resultate unterliegen dem Arztgeheimnis)

• Positives Ergebnis aus drei Proben (Tag 1, 3 oder 5) ➠ Medizinische Behandlung durch den Hausarzt.

• Negatives Ergebnis von drei Proben. ➠ Bei bestehendem Verdacht einer Bandwurminfektion Untersuchung wiederholen.

• Negatives Ergebnis von drei Proben. ➠ Wahrscheinlich keine betriebseigene Quelle.

Serologie von Tieren, die mindestens eine Saison Weidegang hatten

Serologie von Tieren, die mindestens eine Saison Weidegang hatten

Serologie von Tieren, die mindestens eine Saison Weidegang hatten

(Achtung: Antikörper gegen Finnen sind erst durchschnittlich 70 Tage nach Infektion nachweisbar.)

(Achtung: Antikörper gegen Finnen sind erst durchschnittlich 70 Tage nach Infektion nachweisbar.)

(Achtung: Antikörper gegen Finnen sind erst durchschnittlich 70 Tage nach Infektion nachweisbar)

• Viele Tiere seropositiv. ➠ Bestandesproblem: Weitere Schlachthofmeldungen sind zu erwarten.

• Einige Tiere seropositiv. ➠ Möglicherweise «eingeschlepptes» Problem, weitere Schlachthofmeldungen sind möglich.

• Keine Tiere seropositiv. ➠ Kein Bestandesproblem ersichtlich.

Ebene Rind

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PFLANZENBAU

Technik der Unkrautregulierung DIE MECHANISCHE BEKÄMPFUNG gegen Unkräuter nimmt stetig zu. Der steigende Druck auf die Pflanzenschutzprodukte und die Zunahme der biologischen Anbauflächen führen dazu, dass immer effizientere Maschinen für die Unkrautregulierung entwickelt werden. Genau gleich wie bei der chemischen Bekämpfung werden auch die Maschinen nicht in jedem beliebigen Kultur- oder Unkrautstadium eingesetzt.

Die traditionellen Hackgeräte, für deren Handhabung eine Person notwendig ist, haben den Beweis schon lange erbracht, dass sie bei der Unkrautbekämpfung zwischen den Reihen wirksam sind. Gegenwärtig werden diese Maschinen von den Herstellern stark verbessert, damit das Hacken mit nur einer Person möglich ist, die Geschwindigkeit gesteigert und genauer gearbeitet werden kann, um Schäden an den Kulturen zu vermeiden. Genau wie bei der chemischen hängt auch bei der mechanischen Bekämpfung der Erfolg vom Unkrautstadium ab. Die Verwurzelung ist ausschlaggebend für die Emp-

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findlichkeit und je tiefer und strapazierfähiger die Wurzeln sind, desto intensiver muss der Hackvorgang erfolgen. Besonders wichtig ist dies bei der Unkrautbekämpfung in der Reihe. Bei Mais oder Zuckerrüben bildet die Bearbeitung mit der Gänsefusshacke oder Garezinken zwischen den Reihen kein Problem.

Der Striegel ist eine einfache und vielfältig einsetzbare Maschine, die bei verschiedenen Kulturen verwendet werden kann. Die Wirksamkeit des Striegels ist ein Kompromiss zwischen Bekämpfung und Schutz der Kultur.

Wird der Striegel zu aggressiv eingesetzt, entstehen Schäden an der Kultur. Die Intensität der Unkrautregulierung hängt ab von der Bearbeitungstiefe, der Neigung der Zinken sowie der Arbeitsgeschwindigkeit. Die Unkrautbekämpfung ist dann erfolgreich, wenn sie auf feinkrümeligem und gut nivelliertem Boden erfolgt. Der Striegel sollte bei trockener Witterung, in den späten Morgen- oder frühen Nachmittagsstunden eingesetzt werden, damit die ausgerissenen Unkräuter möglichst abtrocknen. Bei einer zu späten Unkrautregulierung und bei schlecht vorbereitetem Boden können beim

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PFLANZENBAU Trennen und bei der Wirksamkeit des Striegels Probleme entstehen. Die Unkrautregulierung mit dem Striegel ist bereits vor dem Auflaufen bestimmter Kulturen möglich. Wenn zwischen der Bodenvorbereitung und der Aussaat ein Abstand von zehn Tagen eingehalten wird, erfolgt das Auflaufen der Unkräuter und der Kultur versetzt, wodurch ein Striegeldurchlauf vor dem Auflaufen der Kultur möglich ist. Dennoch setzt auch diese Bekämpfungsstrategie eine genaue Einstellung der Arbeitstiefe des Striegels und die richtige Saattiefe voraus. Ziel ist, die Unkräuter herauszuziehen ohne der Kultur Schaden zuzufügen. Die Umsetzung dieser Massnahme erfordert Fingerspitzengefühl und je flacher ausgesät wurde, desto grösser sind die Risiken für die Kultur.

Tabelle: Der Hackstriegel ist ein vielseitig einsetzbares Gerät. Nachfolgend eine Übersicht über die Besonderheiten dieser Maschinen für unterschiedliche Kulturen. Kulturen

Blind striegeln

Striegeln im frühen Nachlauf

Bemerkungen

Wintergetreide

Einsatz möglich: • Einsatz mit geringer Tiefe und wenig Druck auf den Zinken • Einsatz heikel • in der Schweiz selten angewendet

Einsatz: Ab Keimung der Unkräuter, sofern das Getreide gut im Boden eingewurzelt und die Parzelle befahrbar ist.

Kultur fürs Striegeln geeignet, wenn sie gut im Boden verwurzelt ist.

Die Hackmaschine ist jenes Gerät, das in Bezug auf die Einsatzwerkzeuge am meisten Möglichkeiten bietet. Sie kann mit verschiedenen Typen von Scharen und Einzelsternen ausgerüstet werden. Bei Reihenkulturen ermöglichen diese Elemente Hackdurchgänge, Unkrautbekämpfung, eine Bekämpfung grösserer Unkräuter und das Anhäufeln. Der Schartyp und dessen Anzahl kann je nach Stadium den Grad der Verunkrautung auf der Parzelle beeinflussen. Im Allgemeinen gilt, dass flache und breite Scharen in einer Tiefe von 3 cm arbeiten, während die anderen ScharenEin letzter Hackdurchgang muss unmittelbar vor dem Reihenschluss erfolgen. Bild: agrarfoto.com

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Kulturparzellen befahren, wenn sie frostfrei sind. Empfindlicheres Sommergetreide nicht bedecken und sorgfältiger befahren.

Bei Labkraut später Einsatz: Aufgerichtete Kultur mit Striegel kämmen Mais

Empfohlen bei exakter Saattiefe. Bei gleichbleibender Saattiefe säen.

Ackerbohne

Striegeln um die Mittagszeit, wenn sich die Pflanze problemlos biegt.

Ab dem 3 – 4 – 5-Blattstadium und wenn die Verwurzelung genügend ist; bis zu einer Höhe von 25 cm (6 – 10 Blätter) Ab dem 3 – 4 – 5-Blattstadium bis zu einer Höhe von 30 cm.

Erbsen

Ab dem 4 – 5-Blattstadium bis zur Rankenbildung.

Lupinen

Ab dem 3 – 4 – 5-Blattstadium bis zu einer Höhe von 30 cm. Ab dem 4 – 5-Blattstadium bis zu einer Höhe von 30 cm.

Die Sternhacke besteht aus zwei Reihen mit Hacksternen, die jede über ein eigenes Druckreguliersystem verfügt. Diese Systeme sind notwendig, damit eine einheitliche Arbeitstiefe über die gesamte Gerätebreite gewährleistet ist. Im Vergleich zum Hackstriegel ist die Sternhacke weitaus einfacher einzustellen. Die wichtigsten Erfolgsfaktoren sind die Arbeitstiefe und die Schnelligkeit des Traktors. Sofern die Kulturen gut eingewurzelt sind und das Unkrautstadium nicht zu weit fortgeschritten ist, entstehen beim Durchgang mit der Sternhacke im Allgemeinen keine Probleme.

Saatmenge um 10 % erhöhen.

Einsatzperiode: vom 3-Blattstadium bis zum Schossen (Höhe von 30 bis 50 cm).

Sorgfältig fahren mit schwachem Zinkendruck. Vorsicht bei geringer Saattiefe; die Kultur muss den Boden rasch bedecken. Bei Kulturen, die den Boden nicht bedecken, ist das Risiko einer späten Verunkrautung gross.

Soja Kartoffeln

Einebnen der Dämme!

Höhe von 8 bis 20 cm.

Zuckerrüben Nein

Zwisch. den 2- und 6-Blattstadien. Positive Wirkung auf den Boden

Raps

Ab 4-Blattstadium bis zum Rosettenstadium im Frühling.

Vorsicht, Verletzungsgefahr

Sobald die Parzelle befahrbar ist.

Zum Einebnen der Maulwurfshügel, zur Lockerung der Wiese, zur Verteilung von Mist und Gülle.

Nein, Saattiefe ungenügend

Wiese

Quelle: Sammelmappe für Maschinenwesen des SRVA

typen bis in eine Arbeitstiefe von 6 cm reichen. Die Einzelsterne kommen oberflächiger zum Einsatz und ihre Wirksamkeit hängt von der Neigung der Reihe und der Traktorgeschwindigkeit ab. Ist die Kultur bereits gut entwickelt, kann durch das Bedecken der Reihe mit Erde das Auflaufen des Unkrauts verzögert werden.

Im frühen Nachlauf der Kultur und wenn die Reihen gut sichtbar sind, können die wirksamsten Werkzeuge für die Unkrautbekämpfung eingesetzt werden. Ausser den Eigenschaften, welche die Werkzeuge zur Unkrautbekämpfung aufweisen, ist ein Schutzblech gegen die Verschüttung der Kultur notwendig. Wie bei der chemischen Bekämpfung ist auch hier eine möglichst rasche Kulturentwicklung wichtig, damit die Bodendeckung ausreicht und das Unkrautwachstum aufgrund des fehlenden Lichts eingeschränkt werden

kann. Die mechanische Unkrautregulierung sollte die Kulturentwicklung nicht behindern. Damit die Reihen nicht verschüttet werden, ist im Jungstadium das Anbringen eines Ablenkblechs empfehlenswert.

Das richtige Stadium Für die Unkrautregulierung muss bei der Wahl des Geräts genau gleich wie bei der Wahl der chemischen Produkte das Stadium der Kultur und der Unkräuter berücksichtigt werden. Hackstriegel und Hacke können eingesetzt werden, solange die Kulturentwicklung noch nicht zu weit fortgeschritten ist, da Jungpflanzen die Durchgänge mit den Hacken und Hacksternen besser überstehen. Wird oberflächlich und mit einer der Saat angepassten Tiefe gearbeitet, ist eine Bearbeitung auch vor dem Auflaufen der Kultur möglich. Nach dem Auflaufen muss jedoch zugewartet werden, bis – je nach Kultur – das 3- oder 4-Blatt49


PFLANZENBAU punkt wie das Auflaufen der Kultur erfolgt. Ist eine mechanische Unkrautregulierung geplant, muss die Saatdichte um rund zehn Prozent erhöht werden, damit die durch das Ausreissen erzeugten Verluste kompensiert werden können. Weiter wird empfohlen, die Saatlinien zu bearbeiten, damit die Verwurzelung der Anbaukultur im Vergleich zu den Unkräutern gefördert wird. Wird bei der Sortenwahl auf eine breite Wuchsform geachtet, wird eine raschere Bodendeckung erreicht und der Unkrautdruck wirksam reduziert.

Eine Kombination zwischen mechanischer und chemischer Bekämpfung ist möglich. Mit dieser Methode kann die Menge der ausgebrachten Herbizide pro Hektare herabgesetzt werden. Wird sie in Betracht gezogen, muss diese Variante bei der Planung der Unkrautbekämpfungsstrategie berücksichtigt werden. Die Bodenbearbeitung zwischen den Reihen führt immer wieder zum Auflaufen neuer Unkräuter und zerstört die Decke mit dem restlichen Herbizid. Der letzte Durchgang muss somit immer gleich vor dem Reihenschluss erfolgen, damit das Auflaufen neuer Unkräuter möglichst wirksam eingedämmt werden kann.

Das Kulturstadium ist ein wichtiger Faktor bei der mechanischen Unkrautregulierung. Bild: agrarfoto.com

Mit angepasster Geschwindigkeit und richtig eingestelltem Hackgerät ist ein leichtes Anhäufeln möglich.

stadium erreicht ist, um das Unkraut mit der Hacke oder dem Hackstern in der Reihe zu bekämpfen. Beim Getreide kann die Unkrautregulierung bis zum Schossen erfolgen. Raps wird bis zum Rosettenstadium und Zuckerrüben bis zum 6-Blattstadium mit dem Striegel bearbeitet. Bei Mais, Ackerbohnen, Lupinen und Soja kann ein Striegeleinsatz bis zu einer Pflanzenhöhe von 25 bis 30 cm erfolgen, bei Erbsen bis unmittelbar vor der Rankenbildung.

Die klimatischen Bedingungen und die Bodenbeschaffenheit beeinflussen den Erfolg der mechanischen Unkrautregulierung in hohem Masse. Der Boden sollte wieder abgetrocknet sein und es sollten trockene Wetterbedingungen herrschen. Auf feuchten Böden besteht das Risiko, dass die Kulturpflan50

zen ausgerissen werden, zudem können die ausgerissenen Unkräuter auf feuchtem Boden erneut wurzeln. Daher empfiehlt sich, die Unkrautbekämpfung am späten Morgen oder frühen Nachmittag vorzunehmen. In jedem Fall ist es ausserordentlich wichtig, die Werkzeuge genau einzustellen, damit an den Kulturen keine Schäden entstehen. Die mechanische Unkrautbekämpfung kann mit entsprechenden Anbaumassnahmen verbessert werden. Das Anlegen von falschen Saatbeeten vor der Aussaat bietet die Möglichkeit, den Unkrautdruck massgeblich zu reduzieren, sofern die Erde bei der Saat nicht zu stark umgegraben wurde. Eine Zeitdauer von 10 bis 15 Tagen zwischen der Vorbereitung des Saatbeetes und der Aussaat führt dazu, dass das Auflaufen der Unkräuter nicht zum gleichen Zeit-

Fazit Heute sind auf dem Markt zahlreiche Geräte erhältlich. Ihre Wirksamkeit ist massgeblich von den klimatischen Bedingungen, dem Kulturstadium und der Person, welche diese Maschinen bedient, sowie deren Fingerspitzengefühl abhängig. Bei der mechanischen Unkrautregulierung erleichtert eine leistungsstarke Technologie die Handhabung der Geräte massgeblich. Die Konstrukteure arbeiten bereits an der nächsten Stufe, bei der die Maschinen die Pflanzen erkennen und somit noch gezielter und genauer eingesetzt werden können. Die Entwicklung geht gar noch weiter hin zu Robotern, die in der Lage sein sollen, selbstständig Unkräuter zu hacken oder auszureissen. 䡵

Autor Gaël Monnerat, UFA Revue, 1070 Puidoux

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BIO-SEITE

Warum im Ausland abkupfern, was die Schweiz schon lange hat? BEGRIFFE WIE «TIERGESUNDHEITSPLAN» UND «GESUNDHEITSPASS» sind in der Tierproduktion in aller Munde. Da solche Konzepte den Fokus auf die Gesundheit statt die Behandlung legen, sind sie für Bio-Betriebe besonders interessant.

Jenny Markov

In Grossbritannien und Dänemark wird zur Verbesserung der Tiergesundheit der Einsatz von Tiergesundheitsplänen (TGP) probiert und auch in Deutschland und Österreich werden derartige Pläne entwickelt.

Datengrundlage und Akzeptanz

Gesundheitspläne umfassen alle Aspekte der Tierhaltung.

Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber, dass oft die Datengrundlage auf den Betrieben nicht ausreicht, um einen TGP zu erstellen. Dazu kommt, dass die Akzeptanz und damit die Umsetzung der Massnahmen auf den Betrieben sehr unterschiedlich ist. Im Schlussbericht «Umsetzung eines Tiergesundheitsplanes unter Berücksichtigung sozio-ökonomischer Gesichtspunkte auf ökologisch wirtschaftenden Ferkelerzeugerbetrieben» (Universität Kassel, 2008) wird ein TGP vorgestellt, seine Effizienz auf den 20 beteiligten Betrieben konnte aber aufgrund der oben genannten Probleme nicht abschliessend beurteilt werden. In einer Umfrage zur Akzeptanz der TGP stellten das Institut für ökologischen Landbau und der Bioland Bundesverband in Deutschland fest, dass ein Bedarf und Interesse bei den Landwirten besteht. Für die Umsetzung stehen dabei jedoch die individuelle Anpassung an den eigenen Betrieb und die einfache Handhabung im Vordergrund. Umgekehrt werden weitere Kontrollen und zusätzliche Schreibarbeit befürchtet.

Analyse Ist-Zustand Ein Gesundheitsplan entsteht in mehreren Schritten. Es beginnt mit der Feststellung der aktuellen Situation: Hygiene, Management, Stallbau, Fütterung, Gesundheit, Prophylaxe und Medikamenteneinsatz. 52

Dazu wird ein Betriebsrundgang gemacht. Zur realistischen Beurteilung sind aber zusätzliche Daten notwendig (Reproduktionswerte, Schlachtauswertungen, Behandlungsjournal, Laborresultate). Je besser die Datengrundlage, umso genauer können die Ziele festgelegt werden (beispielsweise eine Senkung der Ferkelverluste unter 15 %). Entsprechend werden Massnahmen formuliert, um diese Ziele zu erreichen, am besten in Zusammenarbeit mit der Bestandestierärztin und allen weiteren Beratern, die auf dem Betrieb tätig sind. Der TGP wird anschliessend in regelmässigen Abständen überprüft und gegebenenfalls werden neue Massnahmen oder auch höher gesteckte Ziele festgelegt.

Gesundheitsplanung mit SGD Die Schweizer Schweineproduzenten sind ihren ausländischen Kollegen voraus und haben bereits 1965 den Schweinegesundheitsdienst (SGD) ins Leben gerufen. Heute bietet der SGD seinen Mitgliedern ein Gesundheitsmonitoring, das alle wichtigen Punkte eines Tiergesundheitsplans abdeckt. Die Betriebe werden jährlich besucht, was dem Wunsch der Landwirte nach nicht zu vielen Kontrollen entspricht. Zusätzliche Besuche werden je nach Bedürfnis und Betriebssituation vereinbart und die SGD-Tierärzte stehen jederzeit für Fragen zur Verfügung.

freiheit sind SGD-A Betriebe unauffällig für Räude, Läuse und Rhinitis atrophicans.). Die aktuelle Gesundheitssituation und der Einsatz von Impfungen und Medikamenten werden auf dem Besuchsprotokoll systematisch festgehalten (insgesamt 34 beurteilte Punkte). Abschliessend werden individuelle Empfehlungen oder verbindliche Massnahmen formuliert. Laboruntersuchungen werden im Bedarfsfall bis zu einem definierten Guthaben übernommen und die Resultate in enger Zusammenarbeit mit dem Bestandestierarzt analysiert. Der Betriebsleiter kann zudem all diese Informationen zu seinem Betrieb auf dem Internetportal für seinen Tierarzt oder Vermarkter freischalten. Die gute Zusammenarbeit mit Futtermittelberatern, Vermarktern, Tierärzten, Labors und Behörden ist ein wichtiger Stützpfeiler des SGD-Gesundheitsprogramms. Durch die Übersicht über die Mehrheit der Betriebe in der Schweiz entsteht ein grosser Erfahrungsschatz und neuartige Erkrankungen können rasch entdeckt werden.

Mit Bio vertraut

Obwohl der SGD nicht auf Bio-Betriebe beschränkt ist,

Besuchsprotokoll, Tipps und Massnahmen Die Richtlinien des SGD legen die Grundanforderung an Management (Tierverkehr, Reinigung, Hygiene, Schädlingsbekämpfung) und Gesundheit fest (zusätzlich zur Seuchen5 2011 · UFA-REVUE


BIO-SEITE

sind die SGD-Berater selbstverständlich auch mit den speziellen Anforderungen auf Bio-Betrieben vertraut und berücksichtigen diese beim Ausarbeiten von Empfehlungen und Massnahmen. Dazu kommt, dass die Ziele des SGD wie die Gesunderhaltung der Tiere, die Senkung des Antibiotikaverbrauchs und der Schwerpunkt Management- und Prophylaxemassnahmen weitgehend mit den Zielen der biologischen Tierproduktion übereinstimmen. IP-Suisse macht sich für das Gesundheitsmanagement die Dienstleistungen des SGD zu Nutze, die Betriebe sind verpflichtet auf Niveau des Status SGD-A zu produzieren. Auch die Mehrheit der Bio-Zuchtbetriebe ist dem SGD angeschlossen, die Nutzung der Dienstleistungen ist allerdings sehr unterschiedlich. Von den Bio-Mastbetrieben ist nur ein kleinerer Teil Mitglied beim SGD.

Spezifische

KURZMELDUNGEN

Bio-Markt wächst

TGP im Rahmen des normalen SGD-Besuchs. Auf Anfrage bietet der SGD auch eine intensivere Bestandesbetreuung für Einzelbetriebe oder die individuelle Betreuung von Produktionsringen an, je nach Bedürfnis und Aufwand zu unterschiedlichen Preisen. Für die Umsetzung des TGP bleibt aber am Ende jeder selbst verantwortlich. 䡵

Bio-Lebensmittel sind bei Herr und Frau Schweizer gefragt, wie die Verkaufszahlen 2010 zeigen. Gemäss Bio-Suisse hat der Absatz trotz Wirtschafts- und Finanzkrise – wie in den Vorjahren – zulegen können. Der Umsatz mit landwirtschaftlichen Bio-Produkten ist um 6.1 % auf 1.6 Mia. Fr. angestiegen. 2010 gab eine Person in der Schweiz durchschnittlich 211 Fr. für Bio-Lebensmittel aus. Der Bio-Anteil am gesamten Lebensmittelmarkt beläuft sich mittlerweile auf 5.7 %. Das Geschäft mit BioProdukten läuft derzeit so gut, dass die Nachfrage – wie etwa beim Getreide – längst nicht mehr gedeckt werden kann. Immer mehr Bio-Produkte müssen importiert werden. Damit angesichts des wachsenden Marktes nicht noch mehr Terrain ans Ausland verloren geht, sucht Bio-Suisse Landwirte, die auf Bio umstellen wollen – mit Erfolg. Bis Anfang dieses Jahres haben sich 173 Bauernbetriebe zur Umstellung angemeldet. Gegenüber 2010 entspricht dies einer Verdoppelung.

Lösungen

Wer Interesse an einer genaueren Gesundheitsplanung hat, setzt sich am besten mit seinem SGD-Berater in Verbindung und bespricht die Möglichkeiten für seinen Betrieb. Eine gute Datengrundlage (Betriebsauswertung) und allenfalls gemeinsame Rundgänge zusammen mit der Bestandestierärztin und dem Zucht- oder Fütterungsberater ermöglichen die Ausarbeitung eines

Urs Brändli folgt auf Regina Fuhrer An der Bio-Suisse-Delegiertenversammlung vom 20. April ist der Bio-Landwirt Urs Brändli aus Goldingen (SG) zum Nachfolger der langjahrigen Präsidentin Regina Fuhrer gewählt worden. Neu in den Vorstand gewahlt wurde auch Claudia Lazzarini, Bio-Bäuerin und Juristin aus Le Prese (GR). An der Frühjahresversammlung stimmten die Delegierten der Verbesserung des BioRegelwerkes zu und sprachen sich für zusätzliche Biodiversitätsrichtlinien aus.

Neues Schneckenkorn für grossflächigen Einsatz

Ein Tiergesundheitsplan muss individuell auf die Gegebenheiten und Bedürfnisse des Betriebs abgestimmt werden. Eine gute Datengrundlage mit vollständigen und detaillierten Aufzeichnungen ist die Basis dazu.

Autorin Dr. med. vet. Jenny Markov, Schweinegesundheitsdienst (SGD), Büro Zürich-Ostschweiz, 8057 Zürich. www.suisag.ch

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UFA-REVUE · 5 2011

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Zur grossflächigen Schneckenregulierung steht mit «Sluxx» ein neues Korn zur Verfügung, wie das Forschungsinstitut für biologischen Landbau mitteilt. Mit 7 kg/ha liegt die empfohlene Dosierung für alle Kulturen tief. Neben der kleineren Korngrösse liegt dies daran, dass der Wirkstoff bei «Sluxx» in höherer Konzentration vorhanden ist. Während «Sluxx» gemäss Bio-Verordnung in allen Kulturen erlaubt ist, bleibt der Einsatz für Bio-Suisse-Betriebe auf Sonnenblumen, Zucker-, Futterrüben und Raps sowie auf die ersten 14 Tage nach dem Auflaufen der Kultur beschränkt. Für eine gute Wirkung soll «Sluxx» sofort gestreut werden, sobald man Schäden durch Ackerschnecken entdeckt. Zur Bekämpfung von Wegschnecken genügt eine Randbehandlung. «Sluxx» ist in Ihrer LANDI erhältlich. 53


KURZMELDUNGEN NUTZTIERE

Ziegen nur einmal melken? BVD: Gealpte Tiere beobachten Während der Sömmerung ist die Gefahr besonders gross, dass Rinder mit Bovine Virus Diarrhoe (BVD) angesteckt werden. Auf grossen Alpen werden 2011 darum zusätzliche Tests durchgeführt. Ein Teil der jungen Tiere, die noch nie mit BVD in Kontakt kamen, wird vor und nach der Sömmerung beprobt. Weisen diese Tiere Antikörper auf, sind sie während der Sömmerung mit BVD in Berührung gekommen. Das heisst, es befand sich trotz aller Tests ein infiziertes Tier auf der Alp. In einem solchen Fall werden alle trächtigen Kühe, die den

Ziegen, die in der Spätlaktation pro Tag nur noch einmal gemolken

werden, geben unabhängig von der Fütterungsstrategie rund 20% weniger Milch als mit zweimaligem Melken. Das ergab eine Studie der französischen Forschungsanstalt Inra mit 40 Alpen- und Saanenziegen. Dem Nachteil der geringeren Milchmenge steht

die Einsparung von Arbeitszeit und Futter gegenüber. Die Futteraufnahme war bei einmaligem Melken mit ad-libitum-Fütterung um 12% und bei individueller Fütterung aufgrund des Gewichts und der Milchleistung gar um 28% geringer. Die Zellzahl der Milch wurde durch die unterschiedlichen Melkfrequenzen nicht beeinflusst. Gemessen am Verhalten und am Cortisolspiegel schien das Wohlergehen der Tiere durch einmaliges Melken nicht negativ beeinflusst zu sein, schreiben die Wissenschaftler.

Flüssig oder trocken?

Magenwurmprobleme: Einfluss des Absetzalters

Welches Licht für Hennen?

Die Flüssigfütterung laktierender Sauen kann Vorteile bringen, wie ein Versuch in Haus Düsse (D) gezeigt hat. Verglichen wurde eine Spot-Mix Flüssigfütterung (zwei Abläufe) mit einer Spot-Mix Trockenfütterung (ein Ablauf). Total wurden 610 Würfe ausgewertet. Während der 24-tägigen Säugezeit verloren Sauen mit Flüssigfütterung 21.8 kg Gewicht, jene mit Trockenfütterung 27.9 kg, also 2.6% weniger.

Video statt Eber

Sommer auf der gleichen Alp verbracht haben, bis zum Abkalben gesperrt und die Veterinärdienste versuchen, das für die Ansteckung verantwortliche Tier zu finden. Gealpte Tiere müssen gut beobachtet werden. Bei Schwachheit, Aborten oder Fruchtbarkeitsproblemen gehört auch BVD zu den möglichen Auslösefaktoren. Für das Jahr 2012 wird eine gezielte BVD-Überwachung durch die Kontrolle von Tankmilch und durch die Beprobung von Jungrindern geprüft. Sollte das System seine Wirksamkeit beweisen, werden die Rindertests aufgehoben. BVET

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 54

Um Sauen zur Besamung zu stimulieren, braucht es nicht zwingend einen Eber. Auch das Abspielen einer DVD mit einem agilen Eber kann helfen. Laut von der «SUS» zitierter Praxiserfahrungen ist ein träger Eber vor den Sauen nicht so wirksam wie ein agiler Eber auf Video.

10 Jahre Lineare Beschreibung Seit zehn Jahren werden Schweine in der Schweiz von der Suisag linear beschrieben und die gewonnenen Werte in die BLUP-Zuchtwertschätzung integriert. Obwohl die Produktionsleistungen laufend zunehmen, blieben die Fundamentsmerkmale konstant. Die Anzahl Zitzen steigt laufend und hält so mit der Ferkelzahl Schritt. Aktuell haben Edelschwein-Sauen durchschnittlich 15.1 und Schweizer-Landrasse-Sauen 15 Zitzen.

Der Haemonchus contortus, auf Deutsch «Roter Magenwurm», führt in der Schaf- und Ziegenhaltung zu bedeutenden wirtschaftlichen Verlusten. An der deutschen Georg August Universität wurde untersucht, wie sich künstlich mit dieser Nematode infizierte Lämmer entwickeln. Demnach scheint das Absetzalter (mit 6, 13 oder 21 Wochen) den Grad der Infektion nicht zu beeinflussen. Allerdings zeigten Lämmer, die mit sechs Wochen abgesetzt wurden, den grössten Blutverlust. Die höchsten täglichen Gewichtszunahmen wurden bei einem Absetzalter von 13 Wochen gemessen. Auf die Vokalisation und Ruhelosigkeit der Lämmer hatte die MagenwurmInfektion keinen Einfluss.

Hennen, die unter rotem Licht gehalten werden, sind weniger aggressiv (Hacken und Schmerzschreie) als jene unter weissem Licht. Zudem beginnen sie früher mit Legen als Kolleginnen unter grünem oder weissem Licht. Das zeigt eine Diplomarbeit an der Schweizerischen Hochschule für Landwirtschaft (SHL). Auf den Futterverbrauch und die Gewichtszunahme hatten die verschiedenen Lichtfarben während des Versuchs keinen Einfluss.

Zecken an Tieren Die Zeckensaison dauert normalerweise von März bis Oktober. Wie beim Menschen sollen Zecken auch an Tieren möglichst rasch entfernt werden, um Erkrankungen zu verhindern. Am besten wird die Zecke mit einer Pinzette oder Zeckenzange zwischen Kopf und Haut ergriffen und gerade herausgezogen. Bleibt ein Teil der Zecke im Fleisch, kann es zu Entzündungen kommen.

Mehr Fleisch verspiesen In der Schweiz wurden im Jahr 2010 insgesamt 3.3% mehr Fleisch konsumiert als 2009. Der Pro-KopfKonsum stieg von 52.4 auf 53.6 kg (+2.3%). Am meisten zugelegt hat – wegen verstärkter Absatzaktivitäten und tieferer Verkaufspreise – das Schweinefleisch (+3.9%), gefolgt von Geflügel- (+3%) und Rindfleisch (+2.9%). 5 2011 · UFA-REVUE


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UNTERWEGS MIT... EN ROUTE AVEC …

UFA-Rindviehspezialist Thierry Retornaz Thierry Retornaz hat in Frankreich studiert und gearbeitet, bevor er 2008 in den UFA-Beratungsdienst eingetreten ist. Als grosser Kenner der Milchproduktion und Rindviehmast begleitet er mit Engagement und Professionalität die Betriebe seines Beratungsbereichs. Heute nimmt er uns mit auf den Betrieb Longchamp-Nicod in Malapalud in der Region Echallens.

Kräfte gebündelt Alexandre Longchamp und Dominique Nicod besitzen je einen Milchproduktionsbetrieb. In ihren alten Stallgebäuden waren sie platzmässig an Grenzen gekommen. Es standen hohe Investitionen und viele Renovationen an. Beide Betriebsleiter sahen sich ähnlichen Herausforderungen gegenüber. So tat man sich im Jahr 2003 zu einer Betriebsgemeinschaft zusammen und baute einen Laufstall für 93 Grossvieheinheiten (GVE). Schon früher hatte man im Maschinenbereich zusammengearbeitet. Der Gemeinschaftsstall bietet Platz für 80 Kühe und für die abzutränkenden Kälber.

Gemolken wird ein Lieferrecht von 600 000 kg Industriemilch für Prolait. Im neuen Stall befinden sich nur die laktierenden Kühe. Die Galtkühe sind bei einem Nachbarn untergebracht. Bis zum Absetzen der Milch bleiben die Aufzuchttiere auf dem Betrieb, bevor sie in die alten Stallgebäude gebracht oder in die Vertragsaufzucht gegeben werden.

Zuchtziele Alexandre Longchamp und Dominique Nicod streben eine Milchviehherde mit guten funktionellen Merkmalen im Bereich der Fruchtbarkeit und Langlebigkeit an, um die Auf-

zuchtkosten auf mehrere Laktation verteilen zu können. Aktuell gibt eine Kuh auf dem Betrieb 8000 kg Milch pro Laktation mit 4.27 % Fett und 3.35 % Eiweiss. Der Anteil erstlaktierender Kühe beläuft sich auf einen Drittel. Die Teilnahme an Ausstellungen hat für die Betriebsleiter nicht höchste Priorität. Aber wenn eine Kuh an solchen Anlässen gute Resultate erzielt, wird dies mit Freude zur Kenntnis genommen. Besonders stark abgeschnitten hat die Stadel-Tochter Unika (Jahrgang 2002) an der kantonalen Ausstellung in Grange-Verney. Entsprechend wird sie geschätzt. Alexandre und Dominique haben ein Besamungsregime entwickelt, mit dem für sie eine optimale Wertschöpfung erzielt wird. Alle guten Zuchttiere werden mit vielversprechenden Red-HolsteinStieren besamt, der Rest mit Fleischrassen-Stieren. Sämtliche Mastkälber wer-

Herdenmanagement Die grosse Milchviehherde stellt hohe Anforderungen ans Management.

Laufstall (2003) und Herde der Betriebsgemeinschaft Longchamp-Nicod.

Thierry Retornaz, 25470 Les Plains-et-Grands-Essarts (Frankreich) Familie Geboren

verheiratet mit Anne Maire, Kinder Léa (21), Maëlle (16), Claire (13) 15. Mai 1965

Ausbildung Agro-Techniker (1992); Berater im Milchkontrollverband Doubs und Rindviehspezialist im UFA-Beratungsdienst Puidoux seit September 2008. Hobbies

Pferde, Mountainbike, Markt

Motto

«Gut zuhören und dem Tierhalter helfen, seine Ziele zu erreichen.»

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Energie gegen Ketosegefahr Eine erfolgreiche Startphase ist enorm wichtig, damit die Kühe gesund bleiben, viel leisten und lange leben. Oft weisen Milchkühe in der Startphase eine negative Energiebilanz auf. Einerseits ist der Energiebedarf anfangs Laktation hoch, andererseits fressen die Kühe noch nicht

genug. Es mangelt an Glukose (Blutzucker). Im Blut reichern sich Ketonkörper an und belasten Stoffwechsel und Leber. Zusätzlich verschlechtern Ketonkörper die Fresslust und die Fruchtbarkeit.

Kein Einschüttstress Zur Verminderung der Ketosegefahr bei Kalberkühen eignen sich UFA-Ketonex und UFA5 2011 · UFA-REVUE


den direkt an einen Rindviehmäster in der Region verkauft. Verkauft werden pro Jahr auch sieben bis acht erstlaktierende Zuchtkühe.

Effiziente und wirtschaftliche Fütterung Die Kühe erhalten täglich eine Mischration, die Maissilage, Grassilage, Emd, Kartoffeln, Rapsstroh, Puffersubstanz und den Mineralstoff UFA 1115 enthält. Dazu steht den Tieren ad libitum eine Heuballe zur Verfügung (Futterraufe im Laufhof) und während der Vegetationsperiode haben sie freien Zugang zur Weide. Die Ergänzungsfütterung erfolgt über zwei Kraftfutterstationen mit dem Eiweisskonzentrat UFA 249 (39 % RP) und dem Milchleistungsfutter UFA 244-8. Um die Ketosegefahr zu minimieren, setzt der Betrieb Longchamp-Nicod im ersten Monat nach dem Abkalben 500 g UFAKetonex pro Kuh und Tag ein.

Gute Zusammenarbeit Der Fütterungsplan im Herbst und Frühling erlaubt es, eine ausgeglichene Ration zu erreichen und die Futtervorräte gezielt zu managen. Über die UFAG Laboratorien, Sursee, wird das Grundfutter auf seine Inhaltsstoffe analysiert. Die bei

Betriebsspiegel Betriebsgemeinschaft Alexandre Longchamp und Dominique Nicod Malapalud 1042 Assens LN: 78 ha Pflanzenbau: 12 ha Brot- und Futterweizen, 8 ha Gerste und Triticale, 12 ha Silomais, Rest Kunst- und Naturwiesen, Weiden Tierhaltung: 95 – 100 Red-Holstein Kühe, 90 Stück Nachzucht (teils in Vertragsaufzucht), Pensionspferde Arbeitskräfte: Alexandre, Dominique und ihre Väter

Swissherdbook eingeschriebene Betriebsgemeinschaft nimmt an den monatlichen Milchkontrollen teil. Die Kontrollresultate werden an Thierry Retornaz übermittelt, der die Herdenleistung analysiert und Änderungen je nach Handlungsbedarf beim nächsten Betriebsbesuch oder via Telefon mitteilt.

Milchpreis Trotz den turbulenten Zeiten in der Landwirtschaft blicken Alexandre Longchamp und Dominique Nicod positiv in die Zukunft. Politiker und Landwirtschaftsgremien müssen Lösungen finden und dabei den vielfältigen Ansprüchen an die Schweizer Landwirtschaft Rechnung tragen. Von den aktuellen Problemen auf dem Milchmarkt ist die Betreibsgemeinschaft Longchamp-Nicod direkt betroffen. Nur wenige Rappen mehr Milchpreis pro Kilo beeinflussen das Einkommen bedeutend. Auf dem Weltmarkt zeigt der Trend punkto Milchpreisentwicklung in die richtige Richtung.

Alexandre Longchamp und Dominique Nicod haben mit UFA-Ketonex gute Erfahrungen gemacht.

Unika (von Stadel), Kategoriensiegerin an der kantonalen Expo in Grange-Verney (2008).

Ketonex EXTRA. Als Ergänzung zum üblichen Leistungsfutter dient dieses Diätfutter aus Propylenglycol und Niacin als schneller Lieferant von Glukose und unterstützt so die Energieversorgung nach dem Abkalben. Weil UFA-Ketonex in Würfelform erhältlich ist, fällt das lästige Einschütten und damit der Stress für die Kuh und den Tierhalter weg. UFA-REVUE · 5 2011

UFA-Ketonex

EXTRA enthält zusätzlich Beta-Carotin, Biotin, Spurenelemente (teils organisch gebunden) und die Vitamine A, D3, E. Einsatz: Eine Woche vor dem Abkalben anfüttern (200 bis 300 g), nicht zuwarten bis die Ketose ausgebrochen ist. 400 bis 600 g während drei bis sechs Wochen nach dem Abkalben. 57


LESE-FUTTER À LIRE Schweine entwurmen

Nicole Meyer mit Que Sera.

HYPONA 791 Wellness, aus Liebe zum Pferd «Mit HYPONA 791 Wellness dürfen wir auch Pferde mit geringem Nährstoffbedarf verwöhnen, ohne dass ihr Temperament überschwappt», erklärt Nicole Meyer aus Kallern (AG), warum sie seit der Markteinführung auf dieses Kombi-Futter setzt. Nicole und Jürg Meyer halten zehn eigene Pferde und nehmen Sport- und Ausbildungspferde auf. Gras, Heu und

Stroh werden mit HYPONA 788 ergänzt. Je nach Genetik und Beanspruchung erhält ein Pferd an Stelle von HYPONA 788 täglich 1 bis 2 kg HYPONA 791. «So kommen alle Tiere in den Genuss schmackhafter Ergänzungsfutter und profitieren von wertvollen Vitalstoffen», begründet Nicole Meyer. Mit 0.9 mg/kg enthält HYPONA 791 viel Selen, das für die

Muskeln und das Immunsystem wichtig ist. Zusätze wie Sonnenblumenkerne, Leinsaat, Kräuter, Johannisbrot, Dinkelspreu und Apfeltrester unterstützen Stoffwechsel und Darm. Mit seinen mehrfach ungesättigten Fettsäuren sorgt HYPONA 791 für glänzendes Fell und der EukalyptusZusatz ist gut für die Atmung. HYPONA-Futter ist in der LANDI erhältlich.

Zeit sparen mit VARIO Bis 120 Kälber pro Tränkeautomat

Flexibles

Steuerungssystem

Das Steuerungskonzept ermöglicht die flexible Nutzung vielfältiger Funktionen wie die Tränketemperatur-gesteuerte Heizungsregelung. Darüber 58

K.lit: Gut für Stallklima und Geruch Gerade auch, wenn die Temperaturen wieder steigen, wird die Regulierung des Stallklimas zum Erfolgsfaktor in der Tierhaltung. Das Streumittel K.lit bindet Wasser, Ammoniak und schlechten Geruch wirkungsvoll. Der Krankheitsdruck im Stall sinkt und die Tiergesundheit wird besser. K.lit ist in Ihrer LANDI erhältlich.

Probiotikum, das Legeleistung stabilisiert

UFA-SERVICE SERVICE UFA

VARIO steht für eine flexible FörsterTränkeautomatengeneration, die schwerpunktmässig in der Kälberaufzucht eingesetzt wird. Bis zu 120 Kälber können je nach Ausstattung an bis zu vier Saugstellen gleichzeitig mit Tränke  versorgt werden (SynchroFeed). Den Tränkeautomaten gibt es als «Stand Alone» oder als Systemmaschine für den Anschluss an zentrale Fütterungscomputer.

Jeder Schweinebestand sollte mindestens einmal pro Jahr entwurmt werden. Eine gute Gelegenheit bietet die aktuelle Aktion auf dem UFA-Entwurmungsfutter. Wichtig ist, alle befallenen oder empfänglichen Schweine zu behandeln. Gegen Peitschenwürmer, die auf jedem dritten Schweineproduktionsbetrieb am Werk sind, richten einmalige Gaben wenig aus. Es ist eine Langzeitbehandlung angezeigt.

hinaus können an das Steuerungssystem sämtliche Peripheriegeräte wie der Kraftfutterautomat oder die Tierwaage angeschlossen werden. Auch eine Schnittstelle zum PCProgramm «KalbManagerWIN» ist vorhanden.

Saugschutz «CalfProtect» ist eine kostengünstige Tränkestationserweiterung, die Kälber nach der Tränkeaufnahme vom Besaugen anderer Tiere abhält. Es können damit Tränkestationen ausgerüstet wer-

den, die mit einem Tränkeautomaten von Förster-Technik verbunden sind.

Bei Stress kann die Legeleistung von Hennen einbrechen. Das biotaugliche UFA-Antifex enthält Bakterien, die natürlicherweise im Darm vorkommen, die Verdauung stabilisieren und schädliche Keime wie E.coli unterdrücken. Einsatz: 0.2–0.5 g UFA-Antifex pro Geflügel und Tag während mind. fünf Tagen.

Umfassender Service Der UFABeratungsdienst verkauft, verleast und vermietet VARIOTränkeautomaten und bietet einen umfassenden Reparatur- und Servicedienst an. Informieren Sie sich beim UFA Beratungsdienst oder in Ihrer LANDI.

VARIO-Tränkeautomaten sind mit hochwertigen Baugruppen ausgestattet.

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Fortsetzung von Seite 51

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PRAXISGESPRÄCH NUTZTIERE

Mehr Liter pro Melkstunde WER DIE VOLLKOSTEN auf dem Milchproduktionsbetrieb reduzieren will, setzt am besten bei den Arbeiten an, die täglich anfallen. Dazu gehört das Melken. Nicht immer muss die Steigerung der Melkleistung mit hohen Investitionen einhergehen. Auch das Überdenken der Melkroutine kann die Produktivität verbessern.

Von den Arbeiten in der Milchviehhaltung macht das Melken rund einen Drittel aus. Während beispielsweise in Dänemark pro Arbeitskraftstunde fast 130 kg Milch gewonnen werden, sind es hier zu Lande um die 50 kg. Melk Staller hat dieses Optimierungspotenzial erkannt. Melk Staller: Anderthalb Stunden dauert bei mir eine Melkzeit, seufz. Mit meinen 50 Kühen und meinem 2 x 4 Fischgerät-Melkstand muss sich etwas ändern. Ruedi Rathgeber: Fischgeräte verfügen zwar über eine ausgereifte Bauform und gute Übersicht. Aber anders als beim Tandem bestimmt die langsamste Kuh den Gruppenwechsel. Kannst du den Melkstand erweitern? Je zusätzliche Melkeinheit melkst du fünf bis sechs Kühe mehr pro Stunde. Melk Staller: Aber ich will niemanden anstellen. Ruedi Rathgeber: Bei guter Melkroutine kann eine Person in einem Gruppenmelkstand mindestens zwölf Melkzeuge bedienen. Fredy Sauber: Vorsicht! Hohe Melkleistungen dürfen nicht auf Kosten wichtiger Routinearbeiten wie der Euterreinigung mit einem Tuch, dem Vormelken und der fachgerechten Euterstimulation gehen. Schlechte Milchqualität und Probleme mit der Eutergesundheit gehen ins Geld. Ruedi Rathgeber: Wie hoch ist das durchschnittliche Minutengemelk auf deinem Betrieb? Melk Staller: Etwa 2.3 kg. Ruedi Rathgeber: Bei einer idealen Milchflusskurve werden pro Minuten 2.5 kg gemolken. Der Schnitt bei den UFA-REVUE · 5 2011

Fredy Sauber, Melk Staller und Ruedi Rathgeber sind sich einig: Melkleistung steigern ja, aber nicht auf Kosten der Eutergesundheit und Milchqualität.

«Je zusätzliche Melkeinheit melkst du fünf bis sechs zusätzliche Kühe pro Stunde.»

Rassen Red Holstein und Holstein beträgt gar 2.8. Vielleicht solltest du schlecht melkbare Tiere konsequent ausmerzen. Oder du optimierst die Euterstimulation: 15 Sekunden anrüsten und nach 45 Sekunden anhängen. Wichtig ist, dass das Melken beim Einsetzen des Milcheinschusses beginnt – nicht vorher, aber auch nicht viel später. Mit etwa 40 % hat das Eutervorbereiten unter den Melkroutinearbeiten den höchsten Anteil. Melk Staller: Was hältst du von einem Abnahmeautomat? Ruedi Rathgeber: Das Abhängen der Melkzeuge ist kaum der entscheidende Faktor. Nur etwa 5 % der Zeit werden davon in Anspruch genommen. Fredy Sauber: Sind die Euter regelmässig schmutzig, muss die Boxenhygiene und Stallgangreinigung unter die Lupe genommen werden.

Ruedi Rathgeber: Eine zusätzliche Kuh pro Stunde bringst du durch, indem du aufs maschinelle Nachmelken verzichtest. Auf dem Markt gibt es ausserdem nachrüstbare Triebsysteme, welche die Kühe schonend aus dem Melkstand herausschieben. Automatisch gesteuerte Ein- und Ausgangstüren sparen viele Schritte und erhöhen die Kapazität. Der Ein- und Austrieb nimmt im Schnitt 25 % der Zeit im Melkstand in Anspruch. Melk Staller: Die Kühe kommen gern in meinen Melkstand und fühlen sich wohl. Daran liegt es nicht. Als Warteraum dient der Laufhof. Der Weg zum Melkstand steigt leicht an und ist mit trittsicheren Laufmatten versehen. Beim Bau haben wir sorgfältig darauf geachtet, Vibration und Kriechstrom zu vermeiden. So sind alle Leitungen in den Potenzialausgleich einbezogen worden. Die Vakuumpumpe wurde auf Beton fixiert und die Vakuumleitung weist keine Winkel auf. Regelmässig wird die Melkanlage von einer Fachperson überprüft. Fredy Sauber: Nicht zu unterschätzen ist der Faktor «Reinigung». Systeme mit hohem Wasserfluss und konstantem Arbeitsdruck – zum Beispiel 67 l pro Minute bei 5.5 bar – machen eine Melkstandsäuberung in Rekordzeit möglich. 䡵

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee. Bei diesem Artikel handelt es sich um ein fiktives Gespräch mit fiktiven Personen. Die Empfehlungen basieren auf Angaben von Agroscope Reckenholz-Tänikon.

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NUTZTIERE

Innovation statt Importe EIN GUTES STÜCK RINDFLEISCH ist bei den Konsumenten nach wie vor gefragt. Es gilt, die Produktionsprogramme laufend auf die neuesten Bedürfnisse auszurichten. Damit lässt sich auch dem Druck von Rindfleischimporten entgegenwirken, wie die Erfahrungen mit dem erfolgreichen «Swiss Quality Beef» zeigen. Aktuell sucht die Anicom Betriebe, die Rinder ins Programm «High Quality Beef» liefern möchten.

Yvan Meuwly

Spätestens nach der letzten BSEKrise sowie der Maul- und Klauenseuche-Hysterie im Jahr 2001 wusste jedermann, der sich mit der Rindfleischproduktion befasst, dass nur noch mit einer Qualitätsproduktion und entsprechender Vermarktung der Anteil von knapp 20 % am Fleischkonsum gehalten werden kann.

Herkunft Schweiz genügt nicht Im Jahr 2010 ist der Rindfleischkonsum in der Schweiz um 2 % auf 11.2 kg pro Kopf gestiegen. Obwohl bereits heute hervorragende Qualität produziert wird und über 75 % aller von der Anicom gelieferten Banktiere im Zuschlagsbereich von T+ oder bessert taxiert sind, wäre es falsch, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Es gilt, stetig an der Qualität respektive neuen Produktionsprogrammen zu arbeiten. Noch zu oft geht man davon aus, dass Produkte mit Herkunft Schweiz und der heilen Bergwelt im Hintergrund automatisch einen Mehrpreis und starken Absatz garantieren. Doch ebenfalls in benachbarten EU-Ländern wie Deutschland, Italien oder Österreich werden heute Top-Produkte produziert, die sich grosser Beliebtheit erfreuen – selbst bei Herr und Frau Schweizer.

Export mit Grenzen Der viel umschwärmte Fleischexport ins Ausland beschränkt sich auf einen Silberstreifen am Horizont. Wird die Essgewohnheit und Kaufkraft berücksichtigt, so bleiben nur noch wenige Millionen Konsumenten übrig, die Schweizer Produkte kaufen möchten. Höchste Priorität hat es deshalb, zum inländischen Markt Sorge 62

zu tragen. Um den Rindfleischkonsum nachhaltig stabil zu halten, bedarf es einer fairen Zusammenarbeit auf allen Stufen.

hohen Qualität von SQB-Fleisch konnte das Importrindfleisch etwas verdrängt werden.

Kontinuität als Voraussetzung Mehr Mastrassen-Tränker Qualität beginnt bei der Stierenwahl zur Besamung der Kuh. Dank Spermasexing und der ausgeprägten preislichen Differenzierung bei den Tränkern (wegen erhöhtem Angebot) ist der Anteil an Mastrassen-Tränkern in den letzten zwei Jahren von gut 26 % wieder auf knapp 32 % angestiegen. Dies ermöglicht dem Handel, vielen Muni- und Rindermästern gutes Tiermaterial liefern zu können.

Swiss Quality Beef – ein Erfolgsbeispiel Die unterschiedliche Ausrichtung der fleischverarbeitenden Unternehmen auf die Kunden und Konsumenten erfordert eine Differenzierung in der Disposition der Banktiere, ermöglicht es aber auch, einen Mehrpreis zu realisieren. Als klassisches und nachhaltig erfolgreiches Beispiel gilt sicherlich das Produktionsprogramm «Swiss Quality Beef» (SQB). Dank einer vorbildlichen Partnerschaft auf allen Stufen ist es gelungen, den Absatz von leichten Bankmunis in den letzten sieben Jahren um ein Vielfaches zu erhöhen (Grafik 1). Wurden anfänglich nur Edelstücke wie Filet, Huft oder Entrecote via SQB vermarktet, so ist heute der En gros-Handel in der Lage, den ganzen Schlachtkörper zu einem Mehrpreis unter dem Namen SQB zu verkaufen. SQB steht in vielen Regalen in direktem Konkurrenzkampf mit dem ausländischen Rindfleisch. Dank der kontinuierlich

Für einen solchen Erfolg braucht es Anstrengungen auf allen Stufen. Ebenso wichtig wie die Qualität ist die Kontinuität. Nichts Schlimmeres als wenn ein Produkt lanciert wird und nicht verfügbar ist. Aus diesem Grund müssen Produzenten gewillt sein, das ganze Jahr, unabhängig von der Preisentwicklung, ihre Tiere im optimalen Schlachtgewichtsbereich zu liefen.

Vermarktung heute und morgen Die Zeiten, in denen im Viehhandel die Preistransparenz fehlte, unklare Einkaufsbedingungen herrschten und keine Taxation auf dem Waagschein ersichtlich war, gehören längst der Vergangenheit an. Der Viehhändler respektive Vermarkter von heute muss dem Produzenten viel mehr bieten, als nur Tiere von A nach B zu verschieben und eine Abrechnung zuzusenden. So ist es heute selbstverständlich, dass Tierproduzenten über die momentanen Marktverhältnisse aufgeklärt werden. Die tierschonende und fachkundige Logistik erfordert viel Know how. Entscheidend ist, mit möglichst wenig Restriktionen und einer optimalen Postengrösse zum nächstmöglichen Abnehmer gelangen zu können. Am Schlachttag werden die von der Proviande bestimmten Taxationen dem Produzenten mitgeteilt. Nur so ist es möglich, im Zweifelsfall rechtzeitig Rekurs einzulegen. Für die gelieferten Schlachttiere erhält der Tierhalter innert weniger Tage eine transparente Abrechnung. 5 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Grafik 1: Liefermengen «Swiss Quality Beef» 1000 900 800 700 Prozent

600 500 400 300 200 100 0 2003

2004

2005

2006

2007

2008

2009

2010

Jahr

Grafik 2: Fleischigkeit von «High Quality Beef» 2008 2009 2010

50

40

Prozent

30

20

10

0 C

H

+T

HQB-Betriebe gesucht In der Lancierung von viel versprechenden Produktionsprogrammen nimmt der Vermarkter eine wichtige Funktion wahr. Zusammen mit einem innovativen Abnehmer werden Ideen geprüft und wenn möglich umgesetzt. Das erfordert einen beachtlichen Aufwand, ist für die Zukunft der inländischen Rindfleischproduktion aber von hoher Bedeutung. Aktuell ist die Anicom AG daran, mit QM-Fleischrindern das Programm «High Quality Beef» (HQB) aufzubauen. Der bewusste Konsument wünscht nach wie vor ein feinfasriges, marmoriertes und vor allem gut gelagertes Stück Rindfleisch. Diese Anforderungen lassen sich mit dem HQB erfüllen. Wie die Erfahrung zeigt, erreichen HQB-Tiere ideale Schlachtresultate (Grafik 2). Das Absatzpotenzial der Anicom AG ist noch nicht UFA-REVUE · 5 2011

T Fleischigkeit

–T

A

X

vollumfänglich ausgeschöpft. Gesucht werden professionelle Mastbetriebe, die übers ganze Jahr fleischige Rinder mit bis 310 kg Schlachtgewicht und einer Taxation von T+ oder besser anbieten möchten. 

Aus den weiblichen Masttieren resultiert qualitativ hochstehendes «High Quality Beef».

Autor Yvan Meuwly, Niederlassungsleiter Anicom Ostschweiz, 9501 Wil. www.anicom.ch Infos zu HQB Die Produktion von «High Quality Beef» (HQB) bietet sichere Absatzmöglichkeiten. Interessiert? Fragen Sie unsere Spezialisten in Ihrer Region: Wil: R. Gisler  079 291 82 86 Sursee: H. Dal Cere  079 417 87 14 Zollikofen: F. Zahnd  079 652 32 28 Payerne: G. Cattilaz  079 862 22 92

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NUTZTIERE

Einfache Umbaulösungen für Anbindeställe PER SEPTEMBER 2013 müssen Rinder-Standplätze, die den Stall-Check nicht erfüllen, vergrössert werden. Es gibt Baulösungen, mit denen sich die Tierschutzvorschriften ohne grosse Kosten erfüllen lassen. In einigen Fällen werden auch Ausnahmen gewährt.

Die Tierschutzgesetzgebung will sicherstellen, dass Rinder beim Abliegen, Aufstehen und Körperpflegeverhalten nicht behindert sind, aufrecht stehen können, genug Platz zum Liegen haben und dass möglichst keine Verletzungsgefahr besteht.

statt 165 cm lang sein. Sind Anpassungen nötig, lohnt sich der Einbezug von Stallbau-Fachleuten. Im Folgenden werden Umbautipps des Bundesamts für Veterinärwesen (BVET) zusammengefasst.

Standplatz-Verlängerungen Beizug von Beratung Per 1. September 2013 gelten die Mindestmasse der 2008 revidierten Tierschutzverordnung auch für am 1. Juli 1981 bereits bestehende Ställe mit sogenannten «Klammermassen». Massgebend ist für alle der «Stall-Check» (siehe Tabelle 1). Ausnahmen gibt es für Alp- und Sömmerungsställe (siehe Kasten). Kurzstandläger mit Elektrobügel müssen 175 cm

Tabelle 1: Stall-Check Breite in cm Länge in cm Standplätze Jungtiere bis 400 kg im Kurzstand 90 145 Jungtiere über 400 kg im Kurzstand 100 155 Milchvieh mit Widerristhöhe von über 130 cm im Kurzstand 110 165 Milchvieh mit Widerristhöhe von über 130 cm im Mittellangstand 110 200 Liegeboxen Milchvieh mit Widerristhöhe von über 130 cm, wandständige Liegeboxen 120 240 Milchvieh mit Widerristhöhe von über 130 cm, gegenständige Liegeboxen 120 220 Anpassungen sind notwendig, wenn die aufgeführten Abmessungen unterschritten werden.

Ausnahmen für Alp- und Sömmerungsställe Für Alp- und Sömmerungsställe gelten grundsätzlich die gleichen Mindestmasse wie im «Stall-Check» der Tabelle 1. Ausnahmen gibt es für Ställe, die am 1. September 2008 bereits standen und wo die Tiere in der Regel nicht länger als acht Stunden pro Tag verweilen. Für Kühe gilt in diesem Fall eine Standplatz-Breite von mindestens 99 cm und Länge von mindestens 152 cm. 64

Standplätze lassen sich verlängern, indem ein Kantholz in den Kotgraben gelegt wird. Ist der Kotgraben nicht genug breit, kann er eventuell auf Kosten des Stallganges vergrössert werden. An Stelle eines Kantholzes kommen folgende Lösungen in Frage: • Einen Teil anbetonieren. • Konstruktion mit T-Eisenkonsolen und eingelegten Bodenbrettern bei mechanischen Entmistungen. • Der Stallgang wird zu einem flächendeckenden Schwemmkanal umgebaut. Wenn die Tiere auf die Weide gehen, empfiehlt es sich, auf den Rost eine Gummimatte zu legen. Sonst ist der Rost zu wenig trittsicher.

Auf Gittern von Schwemmentmistungen kann an den Standplatz ein Brett angesetzt werden. Um die gewünschte Höhe zu erreichen, werden unter dem Brett kleine Kanthölzer platziert. Deren Abstände wählt man am besten so, dass sich jeder zweite Rost für die Reinigung entfernen lässt. Ausserdem gibt es Standplatz-Verlängerungsroste, die allerdings eine gewisse Standplatz-Länge voraussetzen.

Gummimatten auf dem Standplatz sollen ganz nach hinten gezogen werden. Den fehlenden Gummiteil am vorderen Ende muss man nicht zwingend ansetzen, wenn der betroffene Bereich

trocken bleibt und genügend eingestreut wird.

Krippenanpassungen Die kuhseitige Krippenwand darf bei Kurzständen nicht höher als 32 cm sein, die tierseitige Krippenwanddicke maximal 15 cm. Für den Ersatz zu hoher Krippenhölzer bieten sich bewegliche Gummileisten an. Diese dienen als Futterbremse und messen zusammen mit dem Krippenboden maximal 42 cm in der Höhe. War die Anbindung am Krippenholz montiert, muss beim Einsatz einer Gummileiste auf einen beweglichen Anbindepunkt mit vertikalem Gleitsystem umgestellt werden.

Standplatz-Verbreiterung Unter den Anbindevarianten stehen Spreizketten, Seitenanbindungen und Gleitkolben zur Verfügung. Flexible Gurten können an Stelle von massiven Trennbügeln verhindern, dass Kühe zu schräg liegen. Zur Messung von Standplatz-Breiten gilt nach wie vor das Achsmass von Mitte Rohr zu Mitte Rohr. Oder es wird von Wand zu Wand gemessen und das Resultat durch die Anzahl Tiere dividiert.

Stützen dürfen maximal die Hälfte der Standplatz-Länge von der Krippenwand entfernt sein. Beträgt die Distanz zur Krippe weniger als 15 cm, muss der Zwischenraum ausgefüllt werden. Sonst besteht Verletzungsgefahr beim Abliegen und Aufstehen. Im «Notfall» ist eine Stütze im Liegebereich möglich, sofern eine Seitenanbindung gegenüber der problematischen Stütze vorhanden ist und der Standplatz verbreitert wird (z. B. auf 140 cm). 5 2011 · UFA-REVUE


NUTZTIERE Auch alte Boxenlaufställe erfüllen die geforderten Abstände in Tabelle 1 teils nicht. Vor allem, weil früher meist im Achsmass statt im Lichtmass (von Trennbügel zu Trennbügel) gemessen wurde. Für am 1. September 2008 bestehende Liegeboxen ist bei hinten nicht abgestutzten Bügeln in der Breite eine Toleranz von 1 cm zulässig.

Ausnahmen? Für spezielle Fälle Solche Gurten verhindern, dass Kühe schräg liegen und ihren Kolleginnen den Platz stehlen oder sie verletzen.

sieht die Tierschutzverordnung Ausnahmen vor. Begründete, schriftliche Gesuche – mit Planunterlagen und von Beratung und Tierhalter unterschrieben – beurteilt das kantonale Veterinäramt. Ausnahmen werden beispielsweise gewährt, wenn der Betriebsleiter schon alt, die Hofnachfolge nicht geregelt oder die Verhältnismässigkeit einer Investition nicht gegeben ist (begrenzende Aussenhülle, Investitionsschutz).

Keine neuen Elektrobügel-Einrichtungen ab 2013 Ab 1. September 2013 dürfen keine neuen Standplätze mit Elektrobügel eingerichtet werden. Das heisst, keine neuen Anbindeställe mit Elektrobügel und keine Vergrösserungen bestehender Ställe mit Elektrobügel. Auf den dannzumal bestehenden Standplätzen wird der Elektrobügel jedoch nach wie vor erlaubt sein, allerdings nur mit einem bewilligten Netzgerät. Für neue und erweiterte Ställe sind diverse aktive und passive Steuerungen im Handel, die als Alternative zum Elektrobügel in Frage kommen (Tabelle 2).

Tabelle 2: Vergleich von Elektrobügel-Alternativen Typ

Wirksamkeit

Aufwand/ Kosten

Tiergerechtigkeit

Passiv – Stopprohre im Kopfbereich – niedrig Passiv – Nach hinten klappbares Stopprohr oder Bügel im Nackenbereich 0 mittel Passiv – Frei pendelnder Bügel im Nackenbereich 0 mittel Aktiv – Pneumatisch bewegter Bügel mit Drehbewegung ++ hoch – = gering; 0 = mittel; + = hoch; ++ = sehr hoch

+

+

+

++

Rassenwechsel? Unter

Als Alternative zum herkömmlichen Kuhtrainer werden pneumatisch bewegte Bügel empfohlen.

Flexible Gummilappen an Stelle des Krippenholzes.

Umständen kann es sinnvoll sein, auf eine kleinrahmige Rasse umzustellen. Zur Wahl stehen beispielsweise Jersey-Kühe. Sie weisen eine Widerristhöhe von bloss 125 cm auf und leisten dennoch um die 5000 kg Milch pro Laktation mit einem hervorragenden Gehalt von rund 6 % Fett und 4.2 % Eiweiss. Gleich klein wie Jersey-Kühe sind Grauvieh, Eringer und Evolèner. Letztere drei Rassen haben Stärken bezüglich Robustheit von Fundament und Klauen. Dafür ist die Milchleistung mit etwa 3500 kg bei 4 % Fett und 3.3 % relativ tief. Leistungsmässig auf einem ähnlichen Niveau befinden sich die Hinterwäldler, die mit 116 cm eine besonders geringe Widerristhöhe aufweisen. Wegen der geringen genetischen Varianz besteht bei seltenen Rassen teils Inzuchtgefahr. 䡵

Kantholz im Kotgraben zur Standplatz-Verlängerung.

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Verlängerung

Verlängerung des Standplatzes mit T-Eisenkonsolen und eingelegten Bodenbrettern bei mechanischen Entmistungen.

Autor Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.

Was ist bei grösseren Kühen? Auch wenn Kühe eine Widderristhöhe von 145 cm oder mehr erreichen, müssen Standplätze und Liegeboxen, die den «Stall-Check» bestehen, von Gesetzes wegen nicht angepasst werden. In extremen Fällen könne aber die kantonale Tierschutz-Vollzugsstelle entsprechende Anpassungen verlangen, heisst es beim Bundesamt für Veterinärwesen. Abgesehen davon fördern grosszügige Abmessungen das Tierwohl, die Tiergesundheit und Tierleistung. UFA-REVUE · 5 2011

Die Empfehlungen zum Umbau von Anbindeställen und zu den Elektrobügel-Alternativen stammen von Rudolf Hauser, Zentrum für tiergerechte Haltung, BVET. Ausführliche Unterlagen finden Sie unter www. tiererichtighalten.ch (> Rinder).

Standplatz-Verlängerung bei Schwemmentmistungen.

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Branchen LANDMASCHINEN

Nutzen Sie diese aktuellen Adressen im neuen Branchenverzeichnis der UFA-Revue.

FUTTERMITTEL

PFLANZENBAU

GVS AGRAR AG 8207 Schaffhausen 寿 052 631 19 00 www.gvs-agrar.ch

寿 058 434 04 10 寿 058 434 04 20 寿 026 675 21 41 寿 026 663 93 70 寿 062 956 62 25 寿 032 312 03 70 寿 026 413 17 44

2942 Alle 2800 Delémont 1564 Domdidier 1470 Estavayer-le-Lac 3360 Herzogenbuchsee 3232 Ins 1733 Treyvaux

www.umatec.ch

Raufutter www.raufutter.ch Gratis-Infoline

0800 808 850

MELKTECHNIK

HOFTECHNIK

Entmistungsanlagen

Stähler Suisse SA 4800 Zofingen 寿 062 746 80 00 Nutzen Sie den Marktplatz in der UFA-Revue. Geben Sie Ihr Inserat per Telefon: 058 433 65 20, per Fax 058 433 65 35 oder per Mail: info@ufarevue.ch auf!

www.staehler.ch Schauen Sie wieder einmal auf www.landi.ch rein und profitieren Sie von tollen Angeboten! Wollen Sie immer auf dem Laufenden sein?

BAUEN

Gesunde Kühe – bessere Milch Kriechströme und Wasseradern verursachen Probleme im Stall und Melkstand. Lassen Sie Ihren Stall auf Störstrahlen messen! www.stallmessen.ch 寿 041 781 26 60 BRICONA , 6330 Cham

Innert 3 Tagen stinkt es nicht mehr in Ihrem Stall. Kein Ammoniak mehr! Marcel Deriaz Huobstrasse 15 CH-8808 Pfäffikon SZ 寿 055 420 34 74

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mderiaz@vitaltron.ch www.vitaltron.ch

TIERHALTUNG

BURGMER Geflügelzucht AG 8570 Weinfelden 寿 071 622 15 22, www.burgmer-ag.ch

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Marktplatz Fortsetzung von Seite 60

LANDTECHNIK zu verkaufen Kreiselheuer PZ Fanex 500, Arbeitsbreite 5 m, hydr. Aufzug betriebsbereit Fr. 1400 寿 055 283 23 46 Fendt 211 Vario TMS, 66

ca. 390 h, ab gutem Platz 寿 079 765 20 26 Futterband für Legehennen, Junghennen oder Mastpoulets, inkl. Futterautomat; Siloförderschnecken, 10 cm, Ventilatoren mit Steuergerät und Wassertränken, usw. 寿 079 685 74 29

Kleinviehwaage fahrbar, verzinkt, Kunststoff-Tank 200 l, mit Wanne, sehr guter Zustand 寿 079 857 80 09 Weidefutterraufen in div. Ausführungen, 12 Pl. Rundbogen oder Diagonal, Fr. 1290; Futtersilos für Aussen 寿 079 514 69 87

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Tränkefässer, 1000 l, mit TB oder Trog, ab Fr. 1150, Handbremse, höhenverstellbare Deichsel, Stützfuss und Schallwand verzinkt 寿 079 514 69 87

Ausführungen 寿 079 514 69 87

MwSt und Panels; Kunststofftank, 1000 l, Fr. 30 寿 079 514 69 87

Motormäher Aebi AM8 mit Gitterrad, Mähbalken 1.3 m, betriebsbereit, Fr. 1700 寿 078 835 33 68

Div. Kälberiglus, inkl. Umzäunung mit Tränkevorrichtung und Heuraufe; 1er Iglu mit Umzäunung, neu, Fr. 700, inkl. MwSt; 1er Iglu mit Umzäunung, Ausstellungsmodel, Fr. 150 寿 079 514 69 87

Weideunterstand, mit Pultdach, Holzwände, Eisenkonstruktion verzinkt, 4 x 3 m; Pferdeboxen in div.

Weidezelt, 3.6 x 3.6 m, Montage auf Panels, Dachkonstruktion und Plane bis auf Boden, Fr. 2325 statt 2800, inkl.

Schlitzfräse, für die Führung des Entmistungsschiebers; günstige Lösung für glatte Stallgänge, Spaltenböden, Gussasphalt 寿 079 514 69 87 

Fortsetzung Seite 72 5 2011 · UFA-REVUE


GENETIK NUTZTIERE

Gut für Zuchtwert-Genauigkeit ANPASSUNG PRÜFPROGRAMME Die genomische Zuchtwertschätzung liefert heute schon beim jungen Tier eine hohe Sicherheit. Im Sinne einer Qualitätssicherung soll die Nachzuchtprüfung zwar beibehalten werden. Die Zuchtverbände und KB-Organisationen wollen aber die Anzahl Prüfbetriebe reduzieren. Als willkommener Nebeneffekt dürfte sich die Genauigkeit der Prüfresultate verbessern.

Gemessen an den bisher mit Prüfstieren besamten Tieren verringern der Schweizer Braunviehzuchtverband und swissherdbook die Prüfkapazität um knapp 10 %. In einem ersten Schritt soll der Prüfeinsatz auf jene Betriebe konzentriert werden, welche die Einsatzbestimmungen für Prüfstiere in der Vergangenheit gut eingehalten haben und pro Jahr mindestens sechs Laktationsabschlüsse aufweisen. Matthias Schelling, Direktor von swissherdbook, erklärt die Hintergründe und Konsequenzen. UFA-Revue: Wie sicher sind genomische Zuchtwerte? Matthias Schelling: Werden die direkten genomischen Zuchtwerte DGZW mit traditionellen Abstammungszuchtwerten kombiniert, ergeben sich Sicher-

Holsteinzuchtverband: Neuer Prüfvertrag per 2012 Auch beim Holsteinzuchtverband wird die Anzahl Prüfstiere angepasst, wie Direktor Pascal Monteleone erklärt. Die Anpassung entspreche einer Reduktion von zirka 10 % für die Saison 2011/12. Wie es danach weitergehe, sei noch offen. Im Sommer erarbeitet der Vorstand des Holsteinzuchtverbandes ein neues Prüfkonzept. Daraus entsteht ein neuer Vertrag sowie ein neues Entschädigungskonzept. Der neue Prüfvertrag soll 2012 in Kraft treten.

Matthias Schelling: «Daten für Gesundheitsmerkmale werden in Zukunft mehr Gewicht erhalten.»

heiten für die genomisch optimierten Zuchtwerte GOZW von 50 bis 65%. Die GOZW-Sicherheiten bei Jungstieren liegen damit über jenen der bisherigen Zuchtwerte, aber nicht ganz auf dem Niveau von Nachzuchtprüfungsresultaten. Warum werden die Prüfprogramme noch weitergeführt? Ohne Nachzuchtprüfung gibt es keine genomischen Zuchtwerte. Damit die Sicherheit der genomischen Zuchtwerte langfristig gesichert werden kann, müssen wir dafür sorgen, dass die eingesetzten KB-Stiere auch in Zukunft zuverlässige Nachzuchtprüfungsresultate erhalten. Ausserdem dient die Nachzuchtprüfung auch der Qualitätssicherung im Sinne einer Produkteprüfung! Wie lange? Ein Ende der Nachzuchtprüfung ist nicht abzusehen, wohl aber eine Veränderung der Strukturen. Die Geschwindigkeit der Veränderungen hängt auch von der Nachfrage der Züchter nach Jungstieren mit GOZW ab. Es ist absehbar, dass die KB-Organisationen eher weniger Stiere in den Prüfeinsatz schicken werden. Trotzdem müssen wir auch in Zukunft mindestens ebenso zuverlässige Leistungsdaten haben wie bisher. Welche Kosteneinsparungen liegen drin durch die Reduktion der Prüfprogramme? Auf Seite der Zuchtorganisationen sind die Einsparungen durch die Reduktion der Prüfprogramme verhältnismässig klein. Es geht vielmehr darum, die geringere Anzahl Prüfstiere möglichst optimal einzusetzen, damit den verbleibenden Prüfbetrieben genügend Prüfstiersperma zur Verfügung stehen.

UFA-REVUE · 5 2011

Was bringen die Vertragskündigungen bei kleinen Betrieben mit sich? Prüfbesamungen auf ältere Kühe mit Fruchtbarkeitsproblemen bringen dem Prüfprogramm ebenso wenig wie Betriebe, die den Prüfvertrag schlecht einhalten. Damit eine Prüfstiertochter zur Genauigkeit der Zuchtwerte ihres Vaters beiträgt, ist ein möglichst zufälliger Ersteinsatz ebenso massgebend wie eine genügende Zahl gleichaltriger Vergleichstiere auf demselben Betrieb. Die Vergünstigungen für die Prüfbetriebe rechtfertigen sich nur dort, wo verwertbare Daten erhoben werden können. Leider müssen die Betriebe ohne Vertrag auf diese Vergünstigungen verzichten. Diesen stehen aber weiterhin all unsere Dienstleistungen zur Verfügung. Bleiben die Entschädigungen der Prüfbetriebe gleich hoch wie bisher? Ja, diesbezüglich ist bei swissherdbook keine Änderung vorgesehen. Welche zusätzlichen Datenerhebungen zur Tiergesundheit werden diskutiert? Wirtschaftlich besonders bedeutend sind Merkmale der Eutergesundheit und Fruchtbarkeit. Demnach besteht in diesen Bereichen ein grosser Bedarf für zusätzliche Daten. Aber auch Stoffwechselkrankheiten und die Klauengesundheit interessieren. Ziel ist es, Zuchtwerte für wirtschaftlich wichtige Gesundheitsmerkmale zu generieren. 䡵

Interview Matthias Roggli, UFA-Revue, 3360 Herzogenbuchsee.

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NUTZTIERE

Alternativen zur Schweinesuppe DAS VERBOT von Gastro- und Fleischsuppen in der Schweinefütterung erhöht die Preise alternativer Nebenprodukte. Auf einigen Betrieben kann es sich daher lohnen, den Einsatz von Mischfutter zu steigern. Ob und wie der nötige Nebenproduktanteil für Ausnahmebewilligungen bezüglich Höchstbestand und Gülleradius angepasst wird, ist noch offen.

Urs Berweger

Gastro- und Fleischsuppen sind Nebenprodukte aus der Nahrungsmittelindustrie, die sich zum Teil als qualitativ hochwertige Futtermittel erweisen. Müssen solche Nebenprodukte entsorgt werden, fallen Kosten an. Die Verfütterung an Schweine bietet aus Sicht der Ökobilanz eine sinnvolle Verwertung.

dieser Menge versorgt werden. Nötig ist aber auch hier eine kostenintensive Hygienisierung, um Seuchen vorzubeugen.

Höchstbestand und Gülleradius Ein Problem mit dem Suppenverbot haben besonders grössere Betriebe, die seither den Höchstbestand bis ums Doppelte überschreiten konnten, wenn sie im öffentlichen Interesse Speisereste

verwerteten. Vor Schwierigkeiten stehen auch Betriebe, die mehr als 50 % des Hofdüngers weiter als 6 bis 8 km fahren müssen. In beiden Fällen gibt es Ausnahmebewilligungen, sofern ein Betrieb den Gesamtbedarf an verdaulicher Energie (VES) wie folgt deckt: • 40 % Lebensmittelprodukte • 25 % Molkereinebenprodukte oder • 40 % aus einer Kombination von Le-

Per Ende Juni 2011 ist es verboten, Gastro- und Fleischsuppen an Schweine zu verfüttern. Hintergrund sind die bilateralen Abkommen mit der Europäischen Union, wo für die Verfütterung von Speiseresten und vielen weiteren tierischen Nebenprodukten seit Jahren ein Verbot gilt. Die Schweiz musste analoge Regeln zum Schutz vor Tierseuchen übernehmen. Wegen Seuchengefahr Gemäss Bundesamt für Veterinärwesen führte das Verfüttern von Küchen- und Speiseresten immer wieder zu Seuchenausbrüchen. So seien alle vier SchweinepestFälle im Jahr 1993 in den Kantonen Bern und Freiburg auf Nebenprodukte in der Futterration zurückzuführen. Von verschiedenen Seiten wird diese Interpretation jedoch in Frage gestellt. Seit die Auflagen für das Erhitzen der Küchen- und Speisereste verschärft worden sind, gab es keine Seuchenausbrüche mehr zu verzeichnen.

Für

Biogasanlagen Insgesamt werden hier zu Lande jährlich rund 200 000 t Speisereste an Schweine verabreicht. Das sind etwa zwei Drittel der total anfallenden Speiseabfälle aus Schweizer Restaurants. Bis 50 landwirtschaftliche Biogasanlagen können mit

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NUTZTIERE bensmittel- und Molkereinebenprodukten Diese Prozentanteile für Nebenprodukte werden vom Bundesamt für Landwirtschaft aktuell noch überprüft und eventuell angepasst (Stand bei Redaktionsschluss).

Was ist noch erlaubt? Zu den nach wie vor zugelassenen Lebensmittelprodukten gehören: Amidofit, Bierhefe, Brotabfälle, Gemüsesuppe, Kartoffelschälbrei, Melasse, Teigwaren. Fleischsuppe, Gastrosuppe und Feedamin sind ab dem 30. Juni verboten. Bei den Molkereinebenprodukten gibt es keine Einschränkungen. Lactofit-Permelac, Magermilch, Schotte, Schottenkonzentrat sowie Glace- und Yoghurtabgang dürfen weiterhin zum Einsatz kommen. Rationen vergleichen Während die Nachfrage nach Nebenprodukten gleich bleibt oder wegen den zuneh-

Tabelle: Beispiel-Tagesration mit 40% Nebenprodukten TS kg 0.174 0.23 0.443 0.733 0.377

VES MJ 2.8 3.3 5.6 10.8 5.4

PUFA g 0.8 0 0 9 3.8

Rohprotein g 20.9 30.3 48.7 104.1 150

Lysin g 0.53 0 2.7 3.91 13.37

Phosphor g 0.5 0.1 1.3 4.2 3.6

Weizenstärke Melasse Kartoffelschälbrei UFA 346-5 UFA 383-5 3.45 kg Wasser Bedarf 1.75 27.9 22.3 282 19.8 15.6 11.2 Manko/Überschuss 0.207 0 – 8.7 72 0.72 – 0.9 – 1.5 80 kg Zuwachs, Futterkosten pro Mastschwein: 109.12 Fr. Kennzahlen: 22 % Trockensubstanz (TS), 14.26 MJ VES/kg TS, 0.74 g Lysin/MJ VES, Kalzium:Phosphor-Verhältnis 1.52 : 1, 0.49 g PUFA/MJ VES

menden Biogasanlagen steigt, nimmt das Angebot ab. Da gewisse Betriebe wegen dem «Gülleradius» oder der Höchstbestandesverordnung gezwungen sind, Nebenprodukte zu verfüttern, müssen sie teuer einkaufen. Es lohnt sich, Nebenprodukterationen mit alternativen Fütterungskonzepten zu vergleichen. Mischfutter wie das UFA 361-6 (für säugende Sauen), UFA

362-6 (für tragende Sauen) oder UFA 331-4 (Universalmast NPr) weisen ein hervorragendes Preis-/Leistungs-Verhältnis auf.

Geringere

Konzentration Die Gesamtration muss den Bedarf des Tieres an Energie, Protein (Aminosäuren), Mineral- und Wirkstoffen decken. Die Menge und Art des Futterfettes soll direkt mit der Beschaffenheit des Körperfetts zusammenhängen. Die noch zugelassenen Nebenprodukte enthalten einen geringen VESGehalt. Mit Mischfutter lässt sich die Nährstoffkonzentration in der Ration steigern.

Polyensäure und Vitamin E Eine Mastration darf einen Polyensäuregehalt von maximal 0.8 g pro MJ VES enthalten. Besonders zu beachten ist dieser Punkt beispielsweise beim Einsatz von polyensäurereichem Fett als Nebenprodukt. Melasse und Schotte ergänzen Fett gut, weil beide keine Polyensäuren enthalten. Für eine ausreichende Oxydationsstabilität des Schweinefleischs ist beim Einsatz von Futterfett auf eine entsprechende Versorgung mit Vitamin E zu achten. Vitamin E beeinflusst zusammen mit Selen auch die Reproduktion.

Als Ersatz von Fleischund Gastrosuppen eignen sich auch UFAFutter zu einem guten Preis-/Leistungsverhältnis. Bild: agrarfoto.com

UFA-REVUE · 5 2011

Kalzium g 0.2 0.8 1.1 6.7 6

Fazit Fütterungsumstellungen bergen das Risiko geringerer Tierleistungen sowie von Problemen mit der Schlachtqualität und Tiergesundheit. Rationen mit Nebenprodukten, die den neuen Bestimmungen entsprechen, wollen gut überprüft sein. Die UFA-Schweinespezialisten können betroffenen Betrieben wertvolle Unterstützung bieten. 䡵

Autor Urs Berweger, UFA-Schweinespezialist, UFA-Beratungsdienst, 9501 Wil. Der UFA-Beratungsdienst steht Ihnen zur Planung und Überprüfung von Rationen mit Nebenprodukten gern zur Verfügung. www.ufa.ch

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NUTZTIERE

Benzoesäure steigert Zuwachs und Futterverwertung SCHWEINEMAST Der Futterzusatzstoff VevoVitall führt zu wirtschaftlich besseren Ergebnissen im Schweinestall. Neue Versuche der Universität Zürich bestätigen und übertreffen bisherige Erkenntnisse.

Christophe Colomb

• • • •

Benzoesäure ist in Früchten und Beeren enthalten. Als Zusatz im Schweinefutter hat sie folgende Eigenschaften: Stärkung der antimikrobiellen Barriere Stabilisierung der Verdauung Erhöhung der Schmackhaftigkeit (Aromatisierung) Leistungssteigerung und -sicherung

Gegen Keime Im Verdauungstrakt hemmt Benzoesäure das Wachstum von Keimen wie Escherichia coli und Hefen. Dieser willkommene Effekt betrifft sowohl den vorderen Teil des Verdauungstrakts als auch den Dickdarmbereich. UFA-Futter mit VevoVitall wirken sich günstig auf das Stallklima aus. Sie sind auch für Schweine zugelassen, die nach den Richtlinien von Coop Naturafarm oder IP-Suisse gehalten werden.

Versuche der Universität Zürich «VevoVitall» besteht zu 99.9 % aus Benzoesäure und ist in verschiedenen UFASchweinemastfuttern (Tabelle) enthalten. Der Säurezusatz wirkt sich auf den Futterverbrauch und Tageszuwachs positiv aus, wie eine kürzlich publizierte Versuchsreihe der Universität Zürich erneut beweist. In drei Versuchen wurden je zwei Fütterungsvarianten mit und ohne Benzoesäure untersucht: • zwei unterschiedliche Rohproteinstufen (Stickstoffversuch) • reduzierter Phosphorgehalt ohne und mit Phytase (Phytaseversuch) • zwei unterschiedliche Fasergehalte (Faserversuch).

Bis 14 % besser In allen drei Versuchen bestand mit Benzoesäure eine Tendenz zu verbesserter Leistung und Nährstoffverdaulichkeit. Unabhängig vom Proteingehalt im Stickstoffversuch zeigten die mit Benzoesäure gefütterten Tiere einen um 7 % höheren Zuwachs und eine um 3 % bessere Futterverwertung. Im Faserversuch steigerte Benzoesäure den Zuwachs in der Jagerperiode signifikant um 14 %.

auf dem UFA-Versuchsbetrieb Bühl, Hendschiken (AG). UFA 331-3 mit VevoVitall brachte im Exaktversuch eine Verbesserung der Masttageszunahmen um 2.5 % (850 g/Tag) und der Futter-

Für einen guten Maststart Besonders überzeugend wirkte sich VevoVitall in der Jagerphase (25 bis 60 kg) aus. Das ist auch die Zeit, während welcher einer guten Tiergesundheit eine speziell hohe Bedeutung zukommt. Um in der Vormast das maximale Fleischansatzpotenzial auszunützen, lohnt es sich, die speziell konzipierten UFA-Vormastfutter einzusetzen. Allerdings müssen dazu mehrere Futtersilos vorhanden sein. Nicht nur in der Vor-, auch in der Ausmast (60 bis 108 kg) liess sich eine erfreuliche Wirkung von VevoVitall feststellen.

Vielfach bestätigt Positive Ergebnisse zeigte VevoVitall ebenfalls in zahlreichen weiteren Versuchen. So etwa

Tabelle 1: UFA-Schweinemastfutter mit VevoVitall VES UFA 321-3 Vormast UFA 331-3 End- oder Universalmast VES = Verdauliche Energie Schwein 70

13.6 13.6

Rohprotein MJ/kg 160 150

Lysin 11.2 10

Phosphor g/kg 4.5 4

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NUTZTIERE verwertung von 2.4 % (2.41 kg/kg) gegenüber dem Standardfutter. Viele Schweinemäster profitieren heute auf ihrem Betrieb von den Vorteilen des Benzoesäure-Futterzusatzes (siehe Kasten).

Ammoniak (NH3) gehemmt. Erkrankungen der Atemwege werfen die Schweine in ihrer Entwicklung zurück. Ab 20 ppm NH3 in der Luft ist die Situation problematisch.

Pragmatisches Holland Zurück Umweltfreundlich Wenn die Benzoesäure im Dünndarm absorbiert worden ist, bildet sich zusammen mit Glycin die Hippursäure, die via Niere ausgeschieden wird. So werden der Harn-pH und dadurch die Ammoniakemissionen gesenkt. Mit zunehmender Mastdauer nimmt dieser Effekt noch zu.

Positiv für Atemwege Dank geringeren Ammoniakemissionen verbessert sich das Stallklima. In der Lunge wird die Infektabwehr bedeutend durch

zum Stickstoffversuch der Universität Zürich: Sowohl im Jager- als auch im Ausmastfutter reduzierte 1% Benzoesäure den pH-Wert des Harns statistisch signifikant um 12 %. In anderen Ländern kamen Wissenschaftler auf ähnliche Ergebnisse. Zusammen mit anderen LowCost-Massnahmen reduziert VevoVitall demnach den Ammoniakausstoss um bis zu 42 %. Die holländische Regierung hat den Einsatz dieses Futterzusatzes darum in das Massnahmepaket gegen Ammoniakemissionen integriert.

Anita, Jean-Luc und Camille SimonVermot.

4.5 % mehr Zuwachs mit UFA 331-3 Jean-Luc und Anita Simon-Vermot besitzen einen Bauernhof auf 1100 m über Meer in Cerneux-Péquignot, Brévine. Zum 26 ha grossen Betrieb in der Bergzone II gehören 18 Kühe, deren Milch in der Dorfkäserei zu Gruyère verarbeitet wird, sowie 22 Stück Jungvieh. Vor fünf Jahren konnte Jean-Luc den Schweinemaststall der lokalen Käsereigenossenschaft mieten. Zu Beginn setzte sich die Futterration aus 25 % Schotte und UFA 331-5 zusammen. Um die Leistungen zu optimieren und wegen einer starken Ammoniakkonzentration im Stall während dem Winter entschieden der Betriebsleiter und sein Angestellter, einmal UFA 331-3 mit VevoVitall auszuprobieren. Die Luft- und Exkrementqualität verbesserte sich sofort. Mit der Zeit liess sich auch eine Verbesserung der Tageszunahmen und der Futterverwertung feststellen (Tabelle 2). Obwohl UFA 331-3 etwas mehr kostet als UFA 331-5, ist Jean-Luc sehr zufrieden und möchte nicht mehr zurück. Denn die Investition zahlt sich durch höhere Leistungen im Mastschweinestall aus.

Tabelle 2: Resultate auf dem Betrieb Simon-Vermont mit UFA 331-5 mit UFA 331-3 VevoVitall

Tageszuwachs g 756 790

Futterverwertung kg/kg 2.66 2.60

Einfluss auf Hofdünger-Gehalt Nachdem sich Ammoniak in die Atmosphäre verflüchtigt hat, gelangt es via Regen als Stickstoff zurück in Wiesen und Wälder. Das Wurzelwachstum der Bäume nimmt ab, was vermehrte Sturmschäden zur Folge hat. Für den Landwirtschaftsbetrieb finanziell relevanter ist, dass Ammoniakverluste den Stickstoffgehalt im Hofdünger reduzieren und damit mehr Mineraldünger zugekauft werden müssen.

Knochenstabilität? Zum Teil wurde vermutet, die Absenkung des HarnpH könnte dazu führen, dass Schweine vermehrt Kalzium und Phosphor ausscheiden würden. Im Versuch der Universität Zürich blieben die Knochen beim Einsatz eines Futters mit normalem Phosphorgehalt und VevoVitall jedoch bruchfest. Wie es in gehaltsreduzierten Futtern (NPr) aussieht, muss noch weiter untersucht werden. 䡵 UFA-REVUE · 5 2011

Autor Christophe Colomb, Schweinespezialist im UFA-Beratungsdienst, 1070 Puidoux. www.ufa.ch

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NUTZTIERE

Auf die Technik kommt es an UNFALLVERHÜTUNG IN DER RINDVIEHHALTUNG Dass Weiderinder unvorsichtige Wanderer angreifen können, ist bekannt. Aber welche Massnahmen trifft der Tierhalter, um sich bei unerlässlichen Eingriffen vor aggressivem Rindvieh zu schützen? Der korrekte Umgang verlangt eine ruhige Arbeitsweise, umfassende Kenntnisse, vor allem aber auch zeitgemässe Technik.

Der Ruf nach naturnaher Haltung brachte den Tieren wohl mehr Freiheit und Bewegung. Doch die individuelle Pflege und Betreuung bleiben auf der Strecke. Zahmheit wird von Wildheit rasch dominiert. Daher steht man jetzt beim Nutzvieh vor der unglücklichen Tatsache, dass sich die über Jahrtausende mühsam erarbeitete Domestikation, das heisst Zähmung, die zu einem Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier führte, beim Freilaufrindvieh wieder verflüchtigt.

Unerlässliche Eingriffe wie beispielsweise eine veterinärmedizinische Behandlung, die künstliche Besamung, Verlad und Transport oder auch die Markierung der Jungtiere werden zunehmend gefährlich und führen immer wieder zu Unfällen. Dem Stand der Technik entsprechende und fachgerecht eingesetzte Einrichtungen und Hilfsmit-

Drehen Kühe durch? Immer wieder greifen Kühe Menschen an. Meist sind ahnungslose Wanderer die Opfer. Doch jetzt attackierte eine Herde den eigenen Hirten. Drehen unsere Kühe langsam durch? Quelle: Sonntags-Blick

tel sind eine bedeutende Voraussetzung für Sicherheit im Umgang mit Rindvieh. Zu den Bestandteilen eines gefahrlosen Tier-Handlings gehören: • Behandlungsstand. • Korrekt erstellter Treibgang. • Möglichkeit, ein einzelnes Tier problemlos von der Herde zu trennen.

Tiere ansprechen Um Reaktionen der Tiere vorauszusehen und richtig zu interpretieren, muss man einige Besonderheiten kennen. So hat das Rind zwar wesentlich ein weiteres Blickfeld als der Mensch. Der Bereich, den es klar sieht, ist aber kleiner. Es nimmt Bilder am Rande des Blickfeldes nur undeutlich wahr. Bis zu 6 m entfernte Objekte erkennt das Rind genau. Was weiter weg ist, wird nicht mehr klar erkannt. Der rückwärtige Raum bleibt im toten Winkel. Nähert sich eine Person überraschend von hinten, ist eine Abwehrreaktion des Rindes zu erwarten. Sie anzusprechen, ist deshalb eine der wichtigsten Verhaltensregeln im Umgang mit Tieren. Gänge abdecken mit Stroh Die

Wer seine Tiere zähmt, reduziert das Unfallrisiko deutlich. UFA-REVUE · 5 2011

Hell-Dunkel-Anpassung der Pupillen dauert beim Rindvieh zehnmal länger als beim Menschen. Daher weigert sich die Kuh, in einen dunklen Stall zu gehen oder einen Schwemmkanal zu überque-

ren. Gute Beleuchtung und Abdecken mit Stroh schaffen Abhilfe.

Locken mit Futter Das Tier rea-

Beat Burkhalter

giert sensibel auf unbekannte Geräusche. Bei regelmässigem Kontakt gewöhnt es sich an die Stimme des Betreuers und erkennt ihn daran. Geruchs- und Geschmackssinn sind ausgeprägter als beim Mensch. Das Locken mit bekanntem Futter im Kessel wirkt Wunder. Unbekannte Gerüche, beispielsweise Parfum oder fremde Personen, können die Tiere beunruhigen.

Minimaldistanz Rinder sind Distanztiere. Wenn die Minimaldistanz unterschritten wird, kommt es zu Auseinandersetzungen zwischen den Tieren, aber auch zwischen Tier und Betreuer. Die Distanz ist stark vom Tier und den äusseren Umständen abhängig. Tiere mit aggressiven Verhaltensauffälligkeiten werden am besten von der Zucht ausgeschlossen.

Der Ranghöchste sein Der Betreuer muss auch die Herdenhierarchie kennen, um bei Rangkämpfen nicht zwischen die Fronten zu geraten. Es ist wichtig, dass der Mensch von den Tieren als ranghöher angesehen wird, also Autorität über die Herde hat. Haftpflichtversicherung Wilde Tiere können durch intensiven Kontakt und regelmässige Kontrollgänge an den Umgang mit Menschen gewöhnt werden. Dennoch lassen sich nicht alle Unfälle vermieden. Allfällige Schäden durch Nutztiere sollten deshalb bei der Haftpflichtversicherung eingeschlossen werden. 䡵

Behandlungsstände vereinfachen tierindividuelle Eingriffe. Gezielt ins Stallkonzept integriert, ermöglichen sie eine problemlose Separierung.

Autor Beat Burkhalter, agriss, 5040 Schöftland. Folgende Hilfsmittel können bei der Beratungsstelle für Unfallverhütung in der Landwirtschaft (BUL) bestellt werden: • Checkliste «Rindvieh und Wanderwege» für Tierhalter und Wanderwegverantwortliche • Flyer für Wandernde • Hinweistafel «Kuhmütter schützen ihre Kälber» • Schild «Achtung Stier» www.bul.ch

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KURZMELDUNGEN LANDLEBEN

Produzenten und Helden Die diesjährige Jahrestagung der schweizerischen Gesellschaft für Agrarwirtschaft (SGA) war dem Thema «Bilder der Landwirtschaft im 21. Jahrhundert» gewidmet. Spannend wurde dabei der Aspekt «Selbstbild der Landwirtschaft» reflektiert. Primär würden die Bauern sich selber als Nahrungsmittelproduzenten wahrnehmen und nicht als Landschafts- oder Kulturlandbe-

wahrer. Auch berufliche Befriedigung würden die Bauern vornehmlich durch ihre Produktionserfolge schöpfen, sogar bei den Bio-Bauern sei das so, war das Fazit einer Studie der Hochschule Luzern. Es wundert daher nicht, dass die Bauern die Wertschätzung der Gesellschaft in erster Linie über den Preis empfinden. Sind die Preise schlecht, dann sei das Gefühl übermächtig, dass die Konsumenten weder das Produkt noch die Landwirtschaft schätzen. Das wurde in einem von SHL-Dozent Bruno Durgiai geleiteten Workshop «Selbstbild Landwirtschaft» festgehalten. Überraschungsgast war der Allgäuer Milchstreik-Aktivist Romuald Schaber (Bild). Das Gefühl selber Akteur zu sein und die Solidarität der milchstreikenden Bauern un-

Adieu Karins Kräutertipps

Rotklee-Risotto Zwei bis drei Handvoll Rotkleeblüten (Trifolium pratense) mitsamt den dazugehörigen dreifiederigen Blättchen sammeln. Die rosa Blütenblättchen auszupfen. Die Blütenböden und die grünen Blätter zusammen mit einer gehackten Zwiebel in Rapsöl andämpfen. • 1 Tasse (¼ Liter) Reis mitdämpfen. • 1 Liter heisse Bouillon während des Kochens dazugeben. • Die gezupften Rotklee-Blütenblättchen unter das fertige Risotto mischen. • Nach Belieben Sbrinz dazugeben. Karin Näf, Effretikon www.kraeuterkurse.ch

Nach 19 Jahren schweizerischer Landfrauenverband überlässt Ruth Streit (Bild) das Präsidium des Landfrauenvereins der neuen SBLV-Präsidentin, Christine Bühler aus Tavannes (BE).

100 000 Mitglieder Ende März konnte die Krankenkasse Agrisano mit Roger Furrer, Landwirt und dreifacher Familienvater aus Aesch (LU), das 100 000. Mitglied begrüssen.

Filmgeschichte Das Agrararchiv verfügt über eine grosse Sammlung von Filmen über die Landwirtschaft. Auf der Homepage www.agrargeschichte.ch sind einzelne Filmausschnitte aufgeschaltet, zum Beispiel aus den Lehrund Propagandafilmen des vergangenen Jahrhunderts (Milchgeschirr unter der Lupe). Aber auch Unterhaltungsfilme (Gotthelf-Verfilmungen) und Autorenfilme. Filmisch früh punkteten die Bäuerinnenverbände, zum Beispiel mit einem Film über die erste Berufsprüfung für Bäuerinnen auf dem Schwand.

tereinander, habe vieles auf der Bewusstseinsebene verändert, erklärte er. Anschaulich nachzulesen in seinem Buch «Blutmilch» (PattlochVerlag, Fr. 27.90). Spannend auch das Thema, welche Bilder von Bauern in den Medien vorherrschen. Warum widmet beispielsweise das Fernsehen Bäuerinnen und Bauern so viel Sendezeit? Dieser Frage widmete sich die Delegiertenversammlung des landwirtschaftlichen Informationsdienstes (LID), wobei Hansjörg Utz, Redaktionsleiter «10vor10» und aufgewachsen als Bauernsohn in Oensingen, es auf den Punkt brachte. Er sagte, dass die Bauern ihre Sache sehr gut machen. Sie reden verständlich, sind authentisch und wecken Emotionen. Bauern seien für die Fernsehzuschauer «Helden».

Ohne Mama und Ehefrau Rund 5 % der Schweizer Betriebe sind quasi frauenlos – es gibt keine Ehefrau und auch keine Mutter, die mithelfen. Der Frage, wie diese Betriebsleiter den Alltag ohne Frauenpower bewältigen, ging die ART-Forscherin Ruth Rossier mit einer Auswertung der Zentralen Buchhaltungsdaten nach. Die Betriebsgrösse der Einmann-Betriebe unterscheidet sich nicht von anderen Betrieben, der Bio-Anteil ist auch vergleichbar. Hingegen ist der Anteil offene Ackerfläche grösser. Es werden auch weniger Tiere gehalten - die Arbeitskraft der Frau fehlt für arbeitsintensive Betriebszweige wie Geflügel- und Schweinehaltung. Der Betriebszweig «Ferien auf dem Bauernhof» wird kaum angeboten. Das landwirtschaftliche Einkommen ist pro ha tiefer als bei den vergleichbaren Betriebsgruppen, hingegen ist der Privatverbrauch pro Verbrauchereinheit höher. Das Durchschnittsalter der Betriebsleiter beträgt 42 Jahre. Zwei Drittel von ihnen haben einen Berufsabschluss als Landwirt. Einmann-Betriebe sind verteilt in allen Zonen zu finden, also im Tal als auch im Berggebiet.

Verlosung

Landwirtinnen und Bäuerinnen Die UFA-Revue verlost zehn Bücher von Annegret Braun (Bild rechts) mit dem Titel «Frauen auf dem Land» und fünf Bücher von Werner Wüthrich «Frauen Land Frauen». Lesen Sie das Interview mit den Autoren Seite 84. Wenn Sie an der Verlosung des Buches von Annegret Braun teilnehmen möchten, schreiben Sie uns eine SMS (90 Rp) mit KFL Annegret Name Adresse an 9292. Möchten Sie das Buch von Werner Wüthrich gewinnen, schreiben Sie eine SMS mit KFL Werner Name Adresse an 9292. Einsendeschluss:r 18. Mai 2011.

Gewinner 4/11 Bernhard Burg aus Murten, Balz Dürst aus Wädenswil, Anyssa Ravessoud aus Les Mont-de-Pully, Marta Steinger aus Kottwil und Elisabeth Gysin aus Wissen haben einen Birchmeier Granomax im Wert von 39 Fr. gewonnen. Wer sich auch noch einen Granomax besorgen will, kann sich an seinen Birchmeier-Fachhändler wenden. Auch in einigen LANDI ist der Granomax erhältlich. www.granomax.ch

Tagesaktuelle Neuigkeiten www.ufarevue.ch 75


LANDLEBEN

Bodenständig und unternehmerisch BÄUERINNEN UND LANDFRAUEN Kürzlich sind zwei interessante Bücher über Bäuerinnen erschienen. Annegret Braun porträtiert in ihrem Buch «Frauen auf dem Land» eigenständige Landwirtinnen und stolze Sennerinnen von damals bis heute. Werner Wüthrich überzeugt mit authentischen Texten aus dem Blickwinkel von Bäuerinnen im Band «Frauen Land Frauen».

Werner Wüthrich (64) ist auf dem Bauernhof «im Schermen» am Stadtrand von Bern aufgewachsen. Er studierte Theaterwissenschaften, Germanistik und Philosophie in Wien und lebt als Schriftsteller, Theaterautor und Dozent in Bern und Wien. www.wwuethrich.ch

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Anlässlich der Tagung «Frauen in der Landwirtschaft» und einer Lesung trafen sich die beiden Autoren in Bern mit der UFA-Revue zu einem Gespräch. Werner Wüthrich: Ist das Ihr erstes Buch über Bäuerinnen und Landfrauen oder haben Sie sich schon länger mit diesem Thema beschäftigt? Annegret Braun: Es ist mein erstes Buch über Bäuerinnen. Beschäftigt hat mich das Thema schon lange. Ich bin auf einem Bauernhof aufgewachsen und zwar in Münsingen, in Baden-Württemberg, und habe während des Studi-

ums viel Frauen- und Familienforschung betrieben. Werner Wüthrich: In unserem schweizerischen Münsingen gab es eine sehr renommierte landwirtschaftliche Schule. 1943 schloss dort mein Vater seine Ausbildung zum Landwirt ab. Und eine der Bäuerinnen, mit der ich Gespräche geführt habe, hat auch auf dem Schwand Münsingen ihre Ausbildung gemacht. UFA-Revue: Sie kamen also beide über Ihre Herkunft auf das Thema Bäuerinnen? Annegret Braun: Ich wollte eigentlich ein Buch über Glück schreiben. An der Uni machten wir eine Studie über die Suche und das Erleben von Glück im Alltag. Diese Glücksgeschichten wollte ich veröffentlichen. Das Projekt verzögerte sich und da fragte mich die Verlegerin Elisabeth Sandmann, ob ich nicht ein Buch über Landfrauen schreiben wolle. Diesem Vorschlag stimmte ich begeistert zu. Werner Wüthrich: Bei mir gibt es verschiedene Beweggründe. Ich möchte erstens die Situation der Bäuerin von aussen aufzeigen. Immer wieder sagten mir die Bäuerinnen: Wen interessiert das, was ich zu berichten habe. Aber mir ist es wichtig. Ich versuche, auch in meinen Schreibwerkstätten, ein Anstifter zur Sprache zu sein. Ein weiteres Motiv für das Buch ist mein biographischer Hintergrund. Meine direkten Vorfahren sind alles Bauernfami-

lien aus dem Emmental. Ich bin am Stadtrand von Bern in eine Bauernfamilie hineingeboren, hatte also von Kindsbeinen an Bäuerinnen um mich. Ich bin der Zweitälteste und sollte eigentlich ein Mädchen werden. Mein älterer Bruder Paul, Jahrgang 1944, wurde, kaum geboren, dem Vater zugeordnet und ging mit ihm in den Stall und aufs Feld. Ich bin dann quasi der Mutter zugewiesen worden und war ihre Hilfe im Alltag. Annegret Braun: Das ist erstaunlich, meistens gehen die Bauernsöhne mit auf’s Feld. Werner Wüthrich: Bei uns in der Familie war das anders. Meine Mutter war eine starke Persönlichkeit. Als ich mich von den Naturwissenschaften abwandte und zu schreiben begann, war sie meine erste, strenge Leserin. Sie war auch dagegen, dass ich den Weg des freiberuflichen Autors ging. Bei einer meiner literarischen Auszeichnungen bemerkte sie, dass auch die Schriftstellerei «etwas» sei. Annegret Braun: So nach dem Motto «Nix gesagt, ist auch gelobt». Werner Wüthrich: Ja, genau. Mein eigentliches Thema, das mich schon jahrelang begleitet, ist Stadt und Land und die Widersprüche, die sich daraus ergeben. Ich pendle biographisch und emotional dazwischen. Annegret Braun: Sie beschreiben in einem Ihrer Texte eine Bäuerin, die zwischen Stadt und Land pendelt, zwischen dem Bauernhof und ihrer Arbeit in einem Modegeschäft. 5 2011 · UFA-REVUE


LANDLEBEN Werner Wüthrich: Das finde ich faszinierend. Bäuerinnen, die mit Traditionen brechen. Diese Entwicklung interessiert mich, wobei ich versuche, Gegenwart abzubilden und nicht Mythen zu pflegen. UFA-Revue: Die Landwirtschaft gilt als traditionell und konservativ. Sie, Frau Braun, zeigen ein erstaunliches Bild von grosser Innovationskraft in der Landwirtschaft und vor allem auf Seiten der Frauen. So sei die erste Professorin in Deutschland ausgerechnet im Fachbereich Agrarwissenschaft berufen worden. Annegret Braun: Es hätte mich nicht erstaunt, die erste Professorin in der Medizin oder den Rechtswissenschaften zu finden, aber nein, es war in der Agrarwissenschaft. Die Agrarwissenschaftlerin Margarete von Wrangell spezialisierte sich auf Pflanzenernährung und Düngung und hatte 1921 ihre Antrittsvorlesung an der Universität in Hohenheim. Ein weiteres Beispiel ist Helene Charlotte von Friedland, die im 18. Jahrhundert mehrere Güter bewirtschaftet hat. Sie verkaufte ihren Schmuck, um in die Landwirtschaft zu investieren, und unternahm Feldversuche mit Wiesengräsern. Ein grosser Bewunderer dieser Frau war Albrecht Thaer, der die Agrarwissenschaft in Deutschland begründete. Auch in der biologischen Landwirtschaft haben Frauen Pionierleistungen vollbracht, die Schweizerin Maria Müller wurde zur Wegbereiterin der organisch-biologischen Landwirtschaft. UFA-Revue: Wie war die Rolle der Bäuerin normalerweise? Annegret Braun: In den Familien war es unterschiedlich, zum Teil haben die Männer den Ton angegeben und die Frauen mussten sich anpassen. Die Frauen hatten aber oft ihre eigenen Refugien, hielten Kleinvieh, verkauften Eier oder Wurst. Im Zentrum stand immer die Existenzfähigkeit des Betriebs, auch beim Heiratsverhalten. Werner Wüthrich: Das Unterordnen illustriert eine Erzählung in meinem Buch. Eine junge Frau findet in einem jungen Bauern den Mann ihres Lebens UFA-REVUE · 5 2011

– die grosse Liebe. Sie besucht die Bäuerinnenschule, lässt sich ausbilden, um in den Hof ihres Bräutigams einzuheiraten. In der Bäuerinnenschule trifft sie Frauen in der gleichen Situation wie sie. Die Bäuerin berichtet, wie sie Schritt für Schritt in die traditionelle Rolle und den Hof hineinwachsen. So haben sich die Frauen gegenseitig eingeladen und lernten die Betriebe ihrer Schulkolleginnen kennen. Die Gastgeberin im zukünftigen Bauernhaus war aber nicht die Ehefrau, sondern die Schwiegermutter, welche allen Eingeladenen auch den Sitzplatz zuwies. Plötzlich, so erzählt die zukünftige Bäuerin, sei ihr bewusst geworden, in was für eine Rolle sie hineingedrängt werde und dass sie das nicht könne und wolle. Sie liess die Heirat platzen. Mich als Theaterautor interessiert, wie es gelingt, starre Rollen zu überwinden. Annegret Braun: In meinem letzten Buchkapitel habe ich fünf heutige Landfrauen interviewt, auch eine aus der Schweiz. Interessant war, wie alle versuchen, ihren eigenen Weg zu finden. Sie haben mit der Schwiegermutter im selben Haushalt gewohnt und versuchten die Haushalte zu trennen. Sie haben eigene Bereiche aufgebaut und so auch dem Betrieb ein eigenes Profil gegeben. UFA-Revue: Sie sprechen beide von starken Frauen. Frau Braun, Sie beschreiben die eher klein geratene Dora Prinz, die schuftete wie ein Knecht. Sind starke Frauen auch harte Frauen? Annegret Braun: Es sind starke Frauen im Sinne von selbstbewusst. Sie haben klare Vorstellungen davon, was

sie wollen. Die eine Bäuerin in Bayern, die Dirndlnäherin, die wirkt wohl auf den ersten Blick sehr streng, aber als ich sie persönlich kennenlernte, war sie sehr herzlich. Sie hat viel anpacken müssen und hat dadurch eine etwas raue Schale entwickelt, aber sie geht liebevoll mit ihren Kindern und Enkelkindern um. Die Stärke beruht in der Bodenständigkeit. In der Landwirtschaft gibt es immer wieder Zeiten, die sehr hart sind. Auch bei grossen Arbeitsspitzen müssen die Kinder oder betagte Grosseltern versorgt werden. Stärke im Sinne einer inneren Willenskraft und im Bewältigen einer grossen Arbeitsbelastung. Werner Wüthrich: Ich kenne schon harte und verbitterte Frauen. Aber das sind Ausnahmen. Ich sehe auch keinen Unterschied zwischen Bäuerinnen und Frauen im Theater oder in den Städten. Die Bodenhaftigkeit ist ein Merkmal von Bäuerinnen, aber nicht nur von Bäuerinnen.

Annegret Braun (48) ist Bauerntochter und lernte Krankenschwester. Später studierte sie Volkskunde und Europäische Ethnologie. Heute ist sie Lehrbeauftragte an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. www.annegretbraun.de

UFA-Revue: Bäuerinnen müssen extrem viel leisten. Annegret Braun: Ja, das bringt der bäuerliche Alltag mit sich. Wenn der Betrieb vergrössert wird, müssen die Frauen das mittragen. Das Spannende am Beruf der Bäuerin ist, dass man nicht stehen bleibt, sondern dass man sich weiterentwickeln, neue Betriebszweige aufbauen kann. Die Bäuerin muss ja auch finanziell etwas zum Hof beitragen und sie sind auch stolz darauf. UFA-Revue: Jeremias Gotthelf habe in seinen Erzählungen die Buben mit Namen versehen, Ueli oder Hans. Hingegen 77


LANDLEBEN braucht den Bezug zur Natur und die Verwurzelung und Verantwortung gegenüber dem, was die Bauernfamilie von ihren Vorfahren übernommen haben.

Werner Wüthrich und Annegret Braun trafen sich anlässlich der Tagung «Frauen in der Landwirtschaft» in Bern.

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tauchen die Mädchen meistens nur als Meitli auf, schreiben Sie, Herr Wüthrich. Sie, Frau Braun, zitieren, dass ein Bauer tagelang mit seiner Frau nicht mehr sprach, als ein Mädchen geboren wurde. Sind diese Zeiten vorbei? Annegret Braun: Wir sind zu Hause vier Mädchen gewesen. Mein Vater wurde manchmal gefragt, wie seine Reaktion gewesen sei, als das vierte Kind nochmals ein Mädchen war. Er hat immer gesagt: Ich habe mich gefreut, dass es gesund war. Er hat nie gesagt, dass er sich vielleicht einen Jungen gewünscht hätte. Werner Wüthrich: Mein Grossvater wollte, damals während des ersten Weltkrieges, einen Hofnachfolger. Da kam das erste Mädchen, das zweite und das dritte. Und als meine Mutter mit Jahrgang 1918 geboren wurde, sagte er gegenüber der Hebamme: «Schon wieder ein Mädchen und noch mit roten Haaren.» Das war der Start von meiner Mutter. Gut, dass diese Zeiten vorbei sind. Annegret Braun: Eine Bäuerin hat sogar acht Mädchen zur Welt gebracht, dann haben sie die Hebamme gewechselt. Aber das nächste Kind war wieder ein Mädchen. Nach einer Lesung habe ich mich mit einer Bäuerin unterhalten, welche erzählte, dass sowohl der Sohn als auch die Tochter den Betrieb übernehmen wollen, die Tochter ist die Ältere. Die Option, dass eine Tochter den Hof übernimmt, wird heute ausdiskutiert. Die Frauen früher hätten wohl auch gerne einen Hof übernommen, aber es war klar, dass einer der Brüder den Hof übernehmen würde. Werner Wüthrich: Auch Bauernfamilien sind in der Gegenwart angekommen. Die Kinder werden nicht mehr zu einer Hofnachfolge gedrängt. Ich weiss von einem Betrieb, wo sich der Sohn bei

den Hofarbeiten etwas linkisch anstellt. Wobei die Mutter das anders beurteilt. Sie sagt, der Vater hätte keine Geduld gehabt. Die Hoffnung für die Betriebsnachfolge liegt dort auf der Tochter. UFA-Revue: Wie sehen Sie die Arbeitsteilung auf dem Hof? Werner Wüthrich: Es gibt viele Bauernpaare, die normal und vernünftig ihre Betriebs- und Familienarbeit aufteilen. Auch wenn die halbe Nachbarschaft aufschreit, wenn plötzlich der Bauer seine sechsjährige Tochter in den Kindergarten bringt. Umgekehrt beteiligen sich die Bäuerinnen an Entscheidungen, die den Hof betreffen. UFA-Revue: Der Begriff Unternehmer taucht bei Ihnen beiden auf. Was verstehen die Bäuerinnen darunter? Annegret Braun: Eine Bäuerin erklärte mir, sie sei Unternehmerin und nicht Unterlasserin. Viele Bäuerinnen machen die Buchhaltung, den Zahlungsverkehr, Planungen, wirtschaftliche Berechnungen und Preiskalkulationen. Das sind unternehmerische Qualitäten. Auch schon früher, mit der Haltung von Kleinvieh und der Eiervermarktung, bewiesen die Bäuerinnen unternehmerische Qualitäten. Werner Wüthrich: Der Begriff Unternehmer ist ideologisch belastet. Wenn wir das historisch betrachten, dann waren Bäuerinnen und Bauern über Jahrhunderte Überlebenskünstler. Das Überleben betrachte ich als einen Hauptteil der bäuerlichen Kultur. Das Überleben gegenüber der Natur. Aber eigentlich waren sie in dieser Überlebensthematik ihres Hofes Unternehmer. Wird Unternehmer hingegen mit Gewinnmaximierung gleichgesetzt, dann haben Bauernfamilien damit ein Problem. Annegret Braun: Das Unternehmertum darf nicht einseitig sein. Es

UFA-Revue: Leiden die Bäuerinnen unter der Agrarpolitik? Annegret Braun: Es ist schon schwierig, sich immer neuen Begebenheiten anzupassen. Es gibt inzwischen Kurse der Landfrauenvereine, um die Bäuerinnen sozusagen fit zu machen für den Umgang mit agrarpolitischen Bestimmungen. Werner Wüthrich: Agrarpolitik ist in partnerschaftlichen Beziehungen permanent ein Thema. Ich traf eine Bäuerin, die immer Mühe hatte mit dem Schreiben. Sie wurde Bäuerin, weil sie mit den Händen arbeiten wollte. Sie findet heute, dass sie vom Regen in die Traufe gekommen ist. Angestellte vom Bundesamt für Landwirtschaft haben mein Buch «Die sie Bauern nannten» gelesen und luden mich Mitte Januar für eine Lesung ein. Bevor ich las, schaute ich nach oben, quasi in den Himmel, und dachte: Grossvater und Vater schaut euch das an! Mein Grossvater hatte nämlich ein eher rebellisches Potenzial gegenüber dem Staat. Ich komme aber nicht umhin anzumerken, dass sich die Themen des Bundesamtes für Landwirtschaft sehr gewandelt haben. Man muss nicht mit allem einverstanden sein, aber es hat auch bei den Agrarexperten eine Entwicklung stattgefunden und die Interessen der Bäuerinnen haben Eingang in die Agrarpolitik gefunden. 䡵

Interview Daniela Clemenz, UFARevue, 8401 Winterthur Buchtipp Annegret Braun, «Frauen auf dem Land. Eigenständige Landwirtinnen, stolze Sennerinnen, freiheitssuchende Sommerfrischler und viele andere – von damals bis heute.» Bebildert mit Fotografien, Dokumenten und Gemälden, Elisabeth Sandmann Verlag, Fr. 37.90 Werner Wüthrich, «Frauen Land Frauen». Texte, Berichte und Porträts mit Bildern von Carmela Odoni, Verlag Huber Frauenfeld, Fr. 36.00

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5 2011 · UFA-REVUE


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GARTENSEITE LANDLEBEN

Einladung zum Blütenball HORTENSIEN verbreiten einen Hauch von Nostalgie und erinnern an romantische Bauerngärten. In fantastischen Farben und sogar gefüllt sind die imposanten Blütenbälle wieder dick im Geschäft. Kein Wunder: Das Gehölz ist robust und pflegeleicht, blüht während Monaten und jedes Jahr üppiger.

Edith Beckmann

Während der 60-er-Jahre machten Ballhortensien im Topf Karriere zum Muttertag. Dann galten sie lange als bieder und führten ein Schattendasein. Da fühlen sie sich aber auch besonders wohl. In praller Sonne machen die Blüten schlapp und ihr Durst ist schier grenzenlos. Kein Wunder: Der botanische Name «Hydrangea» bedeutet «Wasserstrauch». Hortensien sind wunderbar wandelbar und wechseln die Blütenfarbe wie ein Chamäleon. Zum Sommeranfang öffnen sie Knospen in Pastelltönen, meist etwas grün überhaucht. Voll erblüht sind sie strahlend weiss, leuchtend rot oder rosa in Varianten. Blaue Hortensien sind wie der Himmel auf Erden – aber keine Sorten, sondern eine chemische Reaktion.

So macht man blau Voraussetzung für blaue Hortensien sind saure Erde, kalkarmes Wasser und spezieller Dünger, der Aluminium enthält. Ohne diese Massnahmen färben sich die Blüten rosa! Mit der gleichen Prozedur lassen sich Hortensien mit rosa und roten Blüten blau färben: Das Gehölz in MoorbeetErde setzen und mit Dünger für Hortensien-Blau giessen. Variante: Dem Giesswasser pro Liter wöchentlich zwei Gramm Ammonik-Alaun (Drogerie oder Apotheke) beifügen.

Schnitt erst im Frühling Im Spätherbst trumpft die Verwandlungskünstlerin mit morbiden Blütenfarben auf. Wenn die Blütenbälle im Winter trocken und spröde sind, schmücken sie sich mit glitzerndem Raureif und hübschen Schneehäubchen. Erst wenn im Frühjahr die Blätter spriessen, haben die Blütenbälle ausgedient. Sie werden knapp oberhalb

Zweifarbiger Dauerblüher: «Pepermint» aus der aktuellen «Forever & Ever»-Kollektion. Bild: zVg

einer kräftig entwickelten Blattknospe abgeschnitten. Wird zu früh oder zu stark geschnitten, bleibt die üppige Blütenfülle aus! Denn die imposanten Bälle entwickeln sich am alten Holz; Neutriebe blühen erst im nächsten Jahr. Ausnahme bilden die Neuzüchtungen «Endless Summer» und «Forever & Ever». Sie entwickeln laufend neue Triebe mit imposanten Blütenbällen, die bis zu 25 Zentimeter Durchmesser erreichen können! 䡵

Grüne Tipps für den Nutzund Ziergarten • Mit der Aussaat von Bohnen ab Mitte Mai gleich Bohnenkraut dazu säen: Die Gewürzpflanze wehrt Läuse und Schnecken ab. • Sellerie hält Thrips und Lauchmotten fern: Setzen Sie das Wurzelgemüse nach den Eisheiligen zusammen mit Lauch ins gleiche Beet. • Setzlinge für guten Bodenkontakt mit der Giesskanne (ohne Brause!) tüchtig einschwemmen. Schattieren mit Kartonhütchen oder umgestülpten Töpfen. • Lilienhähnchen schädigen nicht nur Lilien, sondern auch Kaiserkronen! Beim Ablesen eine Dose unter den roten Käfer halten, denn bei Erschütterung lässt er sich fallen.

Ballkönigin: Die gute alte Hortensie hat sich fein gemacht und trumpft mit neuen Farben auf.

• Verblühte Tulpen und Narzissen köpfen, denn die Samenausbildung kostet der Zwiebel unnötig Kraft. Die Blätter hingegen in Ruhe einziehen lassen.

Bild: BBH

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Costa Magica 14. Tag: Salvador de Bahia gehÜrt zu den schÜnsten Städten Brasiliens. Geniessen Sie dieses Flair einen Tag lang.

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16. Tag: Morgen Ankunft in Rio de Janeiro. Die berßhmteste Stadt Brasiliens zieht jährlich Millio-

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nen Besucher an. Besuchen Sie den Zuckerhut und die Copacabana. 17. Tag: Am Morgen Ankunft in Santos, einer der bedeutendsten Hafenstädte Lateinamerikas. Nicht weit von Santos entfernt liegt die Grossstadt São Paulo. 18. Tag: Erholung auf See. Geniessen Sie noch einmal das Leben an Bord Ihres Schiffes. 19. Tag: Nach dem Mittag Ankunft im Hafen von Punta del Este. Punta del Este ist eine Stadt in Uruguay, nicht weit von der Hauptstadt Montevideo entfernt. 20.–21. Tag: Morgen Ankunft in Buenos Aires, dem letzten Hafen Ihrer Reise. Sie haben die MÜglichkeit die Hauptstadt Argentiniens näher kennenzulernen. Am Abend des 21. Tages Ausschiffung und Transfer zum Flughafen. Rßckug in die Schweiz.

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Rhabarber geniessen SÄURE VERTREIBT FRÜHJAHRSMÜDIGKEIT Fina Schuler freut sich jedes Jahr auf den üppig wachsenden Rhabarber und probiert gerne neue Rezeptideen aus. Hier zwei ihrer Rezepte, vorgekostet von ihrer Familie und für sehr gut befunden. Rhabarber-Cake 200 g Butter 4 Eier 200 g Zucker 1 Päckli Vanillezucker 200 g Mehl 1 Päckli Backpulver 300 g Rhabarber Butter, Eier, Zucker und Vanillezucker schaumig rühren. Mehl und Backpulver darunter mischen. Die Rhabarber waschen und fein schneiden und unter den Teig verrühren. Backen: 180 – 200 °C, ca. 1 Stunde.

Rhabarber-Tiramisu 1200 g Rhabarber 300 g Zucker 1 Prise Salz 500 g Magerquark 250 g Mascarpone 250 g Rahmquark 1 Spritz Zitronensaft Löffelbisquit Rhabarber in Stücke schneiden, etwas Wasser zugeben und mit dem Zucker und einer Prise Salz zu einem Kompott

kochen. Die Prise Salz nimmt den Rhabarbern die Säure. Wenn der Rhabarber zerfällt, erkalten lassen und mit einem Schwingbesen verrühren, quasi pürieren. Quark und Mascarpone mit dem Zitronensaft glatt verrühren. Den Boden einer Gratinform oder einer grossen Schüssel mit Löffelbisquit auslegen. Die Hälfte des Kompotts darauf verstreichen und die Hälfte der Quarkmasse darauf verteilen. Dann wieder eine Schicht Löffelbisquit, eine Schicht Quarkkompott und mit einer Quarkschicht abschliessen. Im Kühlschrank ziehen lassen.

Tipp Rhabarber ernten, in Stücke schneiden und in 500 g Päckli tiefgefrieren. Je so ein Päckli in der Erdbeeren-Saison mit 700 g Erdbeeren, 600 g Zucker und einem Päckli Geliermittel zu einer feinen Konfitüre kochen. 䡵

Rhabarber wirkt verdauungsfördernd und enthält die Vitamine A und C sowie Kalium.

UFA-REVUE · 5 2011

Für die Bäuerin Fina Schuler gehören Multitasking, Ausdauer, Mut und Beharrlichkeit (einfach dran bleiben) zum Leben. Als Ausgleich singt sie im Kirchenchor und spielt Panflöte.

Unsere Rezeptbäuerin Fina Schuler (54) bewirtschaftet mit ihrem Mann Theo einen Milchwirtschaftsbetrieb in Cham (ZG). Gross ist dabei die Mithilfe der Kinder (drei Jungen und vier Mädchen im Alter von 17 bis 31 Jahren). Sehr viel Freude bereiten auch schon die Enkelkinder, Zwillinge des zweitältesten Sohnes. Durch eine komplizierte Knieverletzung ist Fina momentan ans Haus gebunden. Sie kann es aber kaum erwarten wieder das Galtvieh zu versorgen. Auch ihr Garten fehlt ihr, denn in ihrem Haushalt wird Selbstversorgung gross geschrieben. Sie ist im Vorstand des Zuger Bäuerinnenvereins und half mit beim Zuger Bäuerinnen Kochbuch. 85


ICH BIN GERNE BAUER LANDLEBEN

Nachdenklich und optimistisch

Fabien Kolly, 27 aus Corbières (FR)

«Wer für seine Leidenschaft lebt, der arbeitet nie.» Kalenderspruch

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«Man muss nicht immer jammern. Wir Bauern haben es doch gar nicht so schlimm», sagt ausgerechnet einer, der anfangs Jahr seinen Vater verloren hat. Der junge 27-jährige Meisterlandwirt Fabien Kolly schaut nachdenklich, aber auch optimistisch in die Zukunft. Sein Betrieb umfasst 40 ha ergänzt mit Sömmerungsweiden. Während der Sommermonate wird selber Alpkäse auf der Alp Montasson hergestellt. Die landwirtschaftliche Ausbildung, vor allem die Betriebsleiterschulung, erachtet Fabien als wichtiger Eckpunkt, um seinen landwirtschaftlichen Betrieb zu führen. Es sei für ihn eine Ehre den Betrieb zu führen, erklärt Fabien Kolly, der fünf Brüder hat. Der junge Greyerzer ist stolz auf seine Unabhängigkeit und will die Familientradition weiterführen. Fabien Kolly ist leidenschaftlicher Milchviehzüchter, davon zeugen die Plaketten an der Stallwand. Eigentlich findet er es schade, dass der Betrieb einseitig auf Milchwirtschaft ausgerichtet ist, was regional im Greyerzerland gar nicht anders möglich ist. «Der Ackerbau ist den Talbauern genauso wichtig wie uns die Viehzucht», sagt er und fügt an, dass es eigentlich schön wäre, wenn es zwischen Viehzucht und Ackerbau, zwischen Berg- und Talbauern mehr Austausch und Diskussionen gäbe. Mit 45 Kühen und einem Laufstallprojekt im Köcher, hofft Fabien von der Landwirtschaft leben zu können. Falls das schwierig werden könnte, will er seine Alphütte für den Agrotourismus nutzen oder seinen Käse im Direktverkauf verkaufen. Die Administration, die mit dem Führen eines Betriebs einhergeht, ist für Fabien eigentlich schwer zu ertragen. Ein guter Tag nämlich ist für ihn, wenn er mit den Kühen arbeiten, füttern oder melken kann und nicht Formulare auszufüllen. Fabien ist sich der Herausforderungen, die sich am Horizont abzeichnen, bewusst. Aber er weiss, dass er Ressourcen mobilisieren kann, um seine Leidenschaft zu leben. Gaël Monnerat

5 2011 · UFA-REVUE


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Zu diesen Themen lesen Sie mehr in der nächsten Nummer

Initiativen, die Milch betreffend

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Ein Blick über die Grenze ins Ausland zeigt, dass viele Milchproduzenten neue Wege gehen, um ihre Milch kostendeckend zu vermarkten.

Ein Merkblatt vermittelt Tipps für das sachgerechte Nachrüsten von Traktoren mit einem DieselpartikelFiltersystem, um die Emissionen zu verringern.

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Alles ist möglich, wenn sie in den Stall geht und er das Geschirr abwäscht; oder wenn sie Dünger bestellt und er Hausaufgaben kontrolliert. info@ufarevue.ch

Impressum UFA-Revue Die Mitglieder-Fachzeitschrift der fenaco-LANDI Gruppe. Die Ausgaben Nr. 1, 3, 5, 7-8, 9 und 11 erscheinen mit im Abonnement inbegriffener Beilage des LANDI-Contact. ISSN 1420-5106

Herausgeber fenaco Genossenschaft, Erlachstrasse 5, 3001 Bern

UFA-REVUE · 5 2011

Mitherausgeber LV-St. Gallen, GVS Schaffhausen. Die Beteiligungen der Herausgeber an anderen Unternehmungen sind in den gültigen Geschäftsberichten aufgeführt. Erhältlich beim Verlag.

Matthias Roggli. Anne-Marie Trümpi, Redaktionsassistenz.

Redaktion Tel. 058 433 65 30 Fax 058 433 65 35 Theaterstrasse 15a, 8401 Winterthur Dr. Roman Engeler, Chefredaktor; Daniela Clemenz, Christian Hirschi, Cyril de Poret und

UFA-Revue Anzeigenberatung Theaterstrasse 15a 8401 Winterthur Martina Bernet, Alex Reimann

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Bezugspreis Für Mitglieder landwirtschaftliche Genossenschaften gratis. UFA-Revue-Abonnenten akzeptieren die Nutzung und Weitergabe ihrer Post-Adresse für den Versand von zielgerichteten Mailings. Ist dies nicht erwünscht, kann die Adresse beim Verlag gesperrt werden. Prepress Stephan Rüegg, AMW, Winterthur; Mattenbach AG, Winterthur

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